Foto: Jardin Majorelle - Pierre Boulat
Yves Saint Laurent Auf den Spuren der Design-Ikone
von weitem Jardin Majorelle, ein strahlend schöner Tag. Schon n von grünen leuchtet die Villa Oasis hervor. Schockblau, umgebe Herrenhaus über Kakteen und knallbunten Blumenkübeln, thront das surreal schönen – einem Meer der Farben. An diesem – fast schon berauschende Zeit, Ort verbrachte Yves Saint Laurent nicht nur eine sondern auch seine letzten Lebensjahre.
Aber was führte Yves Saint Laurent nach Marrakesch? Mate-Autorin Nadia Saadi besuchte die Stadt am Fuße des Atlasgebirges, um den Spuren des großen Designers zu folgen. Text: Nadia Saadi
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yves saint laurent in marrakesch
Der Jardin Majorelle ist ein wahrhaft inspirie-‐ render Ort für einen Kreativen. Der botanische Garten, mittlerweile die wohl meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt, wurde 1923 vom französischen Maler Jacques Majorelle erschaf-‐ fen. Er war es auch, der dem berühmten knalligen Majorelle-‐Blau seinen Namen gab. „Wir haben den Garten schon 1966 entdeckt. Er war öffent-‐ lich zugänglich, aber fast niemand besuchte ihn“, erzählte Saint Laurent in einem Interview. „Als wir später erfuhren, dass hier ein Hotel entstehen sollte, kauften wir das Grundstück mit der Villa.“ Der Garten blieb der Öffentlichkeit auch nach dem Verkauf an seinen weltbekannten Besitzer zugänglich. „Yves Saint Laurent ging oft hier spa-‐ zieren. Es konnte vorkommen, dass Besucher ihm begegneten oder von weitem sahen“, erzählt Quito Fierro, Kommunikationschef und Generalsekretär des Jardin Majorelle. Fierro kannte Yves Saint Laurent schon seit seiner Kindheit, der Designer war ein Freund seiner Mutter, der Innenarchitektin Jacqueline Foissac. Fast sieht man ihn vor sich, den großen Couturier, wie er in der Djellaba durch den Garten wandelt
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und seine botanische Sammlung inspiziert. „Er war sehr lustig und intelligent, aber auch sehr schüchtern“, empfindet Fierro.
dass er mit einem Mann zusammenlebte, aber es war kein Thema. Saint Laurent führte ein sehr diskretes Leben.“
HIER FANDEN SIE STATT, DIE EXZESSIVEN PARTYS DER POP-BOHÈME
Yves Saint Laurent und Marrakesch – das ist eine ebenso lange wie intensive Liebesgeschichte. 1966 besuchte der damals 30-‐Jährige die Stadt zum ersten Mal gemeinsam mit seinem Lebensgefähr-‐ ten Pierre Bergé. Das Paar war so fasziniert, dass es kurz entschlossen ein altarabisches Herren-‐ haus, ein sogenanntes Riad, in der Altstadt erwarb. „Dar el-‐Hanch“, „Das Haus der Schlange“ wurde zum zweiten Wohnsitz der beiden Pariser. Weitere Immobilienkäufe in Marrakesch sollten folgen. Erstaunlicherweise zeigte der Designer, für seine Schüchternheit bekannt, keine Berührungsängste im Umgang mit dem „Volk“. „Er liebte es, durch die Souks der Medina, Marrakeschs Altstadt, zu streifen, den Handwerkskünstlern bei der Arbeit zuzuschauen und auf Entdeckungstour zu gehen“, berichtet Fierro. Von Pariser Snobismus keine Spur. „Er hatte nicht die geringsten Starallüren, war auch nie von Bodyguards umgeben, sondern bewegte sich ganz frei.“
Saint Laurent schenkte dem Garten nicht nur eine erlesene Kakteensammlung, sondern auch eine wilde Geschichte. Hier fanden sie statt, die exzessiven Partys der Pop-‐Bohème. Unter den geladenen Gästen: Künstlerfürst Andy Warhol, Modelmuse Loulou de la Falaise oder Stilikone und Schauspielerin Talitha Getty. Gleichzeitig wurde der Jardin Majorelle zum Rückzugsort, zur Kreativoase des erfolgreichsten Designers seiner Epoche, der von Paris aus sein wachsendes YSL-‐Modereich lenkte. „Paris bedeutete vor allem Arbeit. In Marrakesch konnte sich Saint Laurent erholen und Inspirationen sammeln“, erzählt Fier-‐ ro. Die Homosexualität des Couturiers war in der Stadt wohl kein Problem. „Die Menschen wussten,
Fotos: Jardin Majorelle
In Marrakesch fand Saint Laurent wohl auch die Inspirationen für einige seiner Entwürfe. Kaftans und Djellabas, die vor allem in seine Prêt-‐à-‐por-‐ ter-‐Linie „Rive Gauche“ einflossen, zeugen vom Einfluss der Stadt. Vielleicht fand er sogar ein Stück arabisch geprägte Kindheit wieder, schließ-‐ lich wuchs der Designer in einem Maghreb-‐Staat auf.
MIT ELEKTROSCHOCKS BEHANDELT UND SEDATIVA RUHIGGESTELLT Zur Welt kam er 1936 in Oran, Algerien. Seine Großeltern waren während des Deutsch-‐Franzö-‐ sischen Krieges nach Nordafrika geflohen. Vater Charles Saint-‐Laurent, der eine Versicherungsge-‐ sellschaft und eine Kinokette besaß, ermöglichte der Familie ein komfortables Leben. Von seinen Mitschülern gehänselt, fand der schüchterne Gymnasiast Zuflucht im Designen von Theater-‐ kostümen. Mit 17 gewann er erste Auszeich-‐ nungen bei internationalen Modewettbewerben.
Nachdem seine Entwürfe in der französischen Vogue veröffentlicht worden waren, rekrutierte ihn kein Geringerer als Christian Dior. Nach des-‐ sen Tod stieg Saint Laurent zum Art Director des großen Haute-‐Couture-‐Hauses auf. 1960 wurde der zartbesaitete Créateur zum Militärdienst im Algerienkrieg eingezogen, erlitt aber noch vor der Abreise einen Nervenzusammenbruch und landete in der Psychiatrie. Mit Elektroschocks behandelt und Sedativa ruhiggestellt, nahm hier seine verhängnisvolle Drogenabhängigkeit ihren Anfang. Unternehmer und Lebensgefährte Pierre Bergé war es, der ihn aus der Anstalt holte und ihm half, sein eigenes Label zu gründen. 1961 entstand sie schließlich, die eigene Marke mit den drei magnetisierenden Buchstaben: YSL. Der Namensgeber steckte seine Kundinnen in Anzüge oder Smokings und erlangte Weltruhm. Während die Frauen zunehmend neues Terrain eroberten, Karriere machten und ein Leben nach eige-‐ nen Regeln führten, kreierte Saint Laurent den passenden Look zum neuen Lebensgefühl: „Coco Chanel hat den Frauen die Freiheit gegeben, Yves Saint Laurent Stärke und Macht“, brachte es
Lebensbegleiter Bergé einst auf den Punkt. Ab Mitte der Siebziger aber ging es steil bergab für das sensible Genie. Nervenzusammenbrüche, Depressionen, Angstzustände – begleitet von Alkohol-‐ und Drogenexzessen, die die Sym-‐ ptome noch verschlimmerten. Saint Laurent selbst hielt eine schonungslose Abschiedsrede: „Ich habe viel Schmerz erlebt, viele Höllen. Ich kenne das Gefühl von Angst und Einsamkeit. Ich weiß, wie Beruhigungsmittel und Narkotika zu abscheulichen Freunden werden können. Und ich verstehe, welch ein Gefängnis Depressionen sind.“ Nach seinem Rückzug aus dem Modezirkus im Jahr 2002 verbarrikadierte sich Saint Laurent zunehmend in seiner Villa im Jardin Majorelle. Die Party war vorbei. „Man sah ihn kaum noch“, erinnert sich Fierro. „Er ging höchstens den ein oder anderen Nachmittag ins Hotel La Mamou-‐ nia.“ Als hätte der Drogenkranke nicht schon genug gelitten, diagnostizierten die Ärzte auch noch einen Hirntumor. 2008 verstarb Yves Saint Laurent in Paris. Seine Asche wurde im Jardin Majorelle verstreut.
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yves saint laurent in marrakesch
EIN VISIONÄR, DER DEN CHARME EINES MAGISCH SCHÖNEN ORTES ERKANNTE Ein filmreifes Leben, ohne Zweifel. Dieses Frühjahr kommen gleich zwei Kinoproduktio-‐ nen über den großen Designer in die Kinos. Als Erstes schickt Regisseur Jalil Lespert seinen Hauptdarsteller Pierre Niney ins Rennen. Der Film konzentriert sich vor allem auf die Liebesgeschichte zwischen Saint Laurent (das französische Nachwuchstalent Pierre Niney) und Pierre Bergé (dargestellt von Guillaume Gallienne). In Deutschland soll das Werk am 17. April bundesweit in die Kinos kommen. Fierro: „Ich habe den Film bereits gesehen. Ni-‐ ney verkörpert den jungen Yves Saint Laurent erstaunlich gut. Er sieht ihm nicht nur ähnlich, sondern bringt auch die spezielle Körperspra-‐ che und Schüchternheit glaubwürdig rüber. Das Filmteam drehte unter anderem bei uns im Jardin Majorelle, hauptsächlich Innenauf-‐ nahmen, in der Villa Oasis.“ Was war es, das Saint Laurent einst nach Marrakesch zog? „Als er die Stadt entdeckte, wunderten sich die Leute. „Warum ausgerechnet Marrakesch? Hier gibt es doch nichts, außer staubigen Straßen“, fragten sie sich. Der Designer war für die Stadt wohl das, was Brigitte Bardot für Saint-‐Tropez war: Ein Visionär, der den Charme eines magisch schönen Ortes erkann-‐ te, bevor die Masse ihm folgte. Heute gilt die malerische und künstlerisch geprägte Stadt längst schon als Mekka für Kreative. Aus der ganzen Welt strömen sie herbei, die Fotografen, Stylisten, Designer. Darunter große Namen wie Jean Paul Gaultier oder Roberto Cavalli. Yves Saint Lau-‐ rent aber fand sie lange bevor die Stadt zur hippen Metro-‐ pole wurde – die Losung „Sesam-‐öffne-‐dich“.
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Foto: SquareOne Universum Film
DAS DUELL DER HOLLYWOOD-DIVEN JULIA
MERYL
ROBERTS
STREEP EWAN
MCGREGOR
CHRIS
COOPER
BENEDICT
CUMBERBATCH
JULIETTE
LEWIS
FAMILIE IST SEGEN ... UND FLUCH ZUGLEICH
IM AUGUST IN OSAGE COUNTY ZUM TRAILER:
2OSCARS NOMINIERT FÜR
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MERYL STREEP JULIA ROBERTS
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Selten war Kino so gefühlsstark und unterhaltsam! !!!!!
AB 6. MÄRZ IM KINO