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AWO Armutsfalle Alleinerziehend

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SUPER MOM ODER DAD *

*

* Alleinerziehende sind wahre Superhelden. Aber Anerkennung, Unterstützung und Honorierung fehlen. In Deutschland gibt es über 1,5 Millionen alleinerziehende Mütter und 157.000 alleinerziehende Väter – das ist jede 5. Familie. Und diese sind besonders oft von Armut betroffen. Zeit, das zu ändern!

ARMUTSFALLE

ALLEINERZIEHEND 13.–19.05.2017 AKTIONSWOCHE

DOKUMENTATION ZUR AKTIONSWOCHE

ARMUTSFALLE ALLEINERZIEHEND 13. bis 19. Mai 2017


Alleinerziehende sind besonders oft von Armut betroffen, diese Spirale mĂźssen wir unterbrechen. Angela Basekow, Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V.


INHALT 5 Vorwort 6-11

Forderungskatalog

12-13 Werbemittel 14-19 TAG 1 Samstag, 13. Mai 2017 / Auftakt der Aktionswoche 4. Bildungstag der AWO Ehrenamtsagentur „ARMUTSFALLE ALLEINERZIEHEND“ 20-23 TAG 2 Sonntag, 14. Mai 2017 / „Mein Wunschbuch - Mal dir deine Wünsche“ ein kreativer Nachmittag für alleinerziehende Eltern und ihre Kinder 24-25 TAG 3 Montag, 15. Mai 2017 / Frühstück für Alleinerziehende (Diskussionsrunde) im Familienzentrum Klinkengrund Bad Belzig 26-27 TAG 4 Dienstag, 16. Mai 2017 / Besuch bei einer Alleinerziehenden in Rathenow 28-29 TAG 5 Mittwoch, 17. Mai 2017 / Diskussionsrunde mit Alleinerziehenden und Fachkräften in der AWO Kita „Abenteuerland“ in Potsdam 30-31 TAG 6 Donnerstag, 18. Mai 2017 / Mutter-Vater-Kind-Tag im EKiZ 32-35 TAG 7 Freitag, 19. Mai 2017 / Abschlussveranstaltung im Karl-Liebknecht-Stadion 36-39 Presseartikel 40 Impressum 3


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VORWORT LIEBE LESERINNEN UND LESER, fast 84.000 Kinder und Jugendliche unter 18

Dabei sind gerade Alleinerziehende wahre Su-

Jahren in Brandenburg sind armutsgefährdet,

perhelden, denen meist zu wenig Anerkennung,

das ist jedes 4. Kind. Viele dieser Kinder leben in

Unterstützung und Honorierung zu teil werden.

Familien mit nur einem Elternteil.

Das wollen wir ändern und Wege aufzeigen, die Alleinerziehenden bessere Möglichkeiten und

Deshalb haben wir als AWO Bezirksverband Pots-

eine höhere Lebensqualität in allen Bereichen

dam e.V. vom 13. bis 19. Mai 2017 eine Aktions-

sichern.

woche zum Thema „ARMUTSFALLE ALLEINERZIEHEND“ durchgeführt. Diese fand im Rahmen der

Eingebunden in die einzelnen Aktionen waren Al-

bundesweiten Aktionswoche ECHTES ENGAGEMENT

leinerziehende in Rathenow, Bad Belzig und Nie-

– ECHTE VIELFALT – ECHT AWO statt.

megk, Einrichtungen des AWO Bezirksverbandes Potsdam und der AWO Kinder- und Jugendhilfe

Die Aktionswoche startete mit einem Bildungs-

Potsdam gGmbH, die Eltern und Kinder betreuen,

tag zum Thema. Die innerhalb der Aktionswo-

die AWO Ehrenamtsagentur und Auszubildende

che durchgeführten täglichen Aktionen sollten

der AWO Fachschule für Sozialwesen Potsdam.

Gisela Netzeband,

Angela Basekow, Vorstandsvorsitzende

Präsidentin

des AWO Bezirksver-

des AWO Bezirksver-

bandes Potsdam e.V.

bandes Potsdam e.V.

Ihre

Ihre

Angela Basekow

Gisela Netzeband

öffentlichkeitswirksam zeigen, weshalb gerade Alleinerziehende und damit auch ihre Kinder in

Im Ergebnis der Aktionswoche entstand diese

die Armutsfalle geraten. Dargestellt werden soll-

Broschüre mit Forderungskatalog, die an die Mit-

te, dass es dabei nicht nur um finanzielle Armut

glieder des Landtages Brandenburg übergeben

geht, sondern dass für alleinerziehende Eltern

wird.

und ihre Kinder eine Teilhabe an Bildung oder an Freizeitaktivitäten nur in äußerst reduzierter

Wir würden uns freuen, wenn Ihnen die Bro-

Form möglich ist und diese Situation in die Isola-

schüre neue Einblicke in das Thema ermöglicht

tion führt, dass der Arbeitsmarkt nicht auf diese

und sie ermuntert, mit uns gemeinsam für bes-

Familienform eingestellt ist und es an bezahlba-

sere Bedingungen für Alleinerziehende zu kämp-

rem Wohnraum für Ein-Eltern-Familien fehlt.

fen.

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FORDERUNGSKATALOG AKTIONSWOCHE „ARMUTSFALLE ALLEINERZIEHEND“ VOM 13. – 19.05. 2017

• Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende

KOSTENFREIE BILDUNG UND BETREUUNG VON ANFANG AN

• Anerkennung der Erziehungsarbeit von Alleinerziehenden

• Ausbau qualitativ hochwertiger, bedarfsgerechter und gebührenfreier Bildungs- und Be-

ARBEITSWELT ALLEINERZIEHENDE VERDIENEN MEHR

als Sozialraum gestalten • Existenzsichernder und geschlechtergerechter

• Sozialleistungen existenzsichernd und teilhabeorientiert anheben (SGB II, XII)

Mindestlohn • Arbeitgeber müssen sich auf die Bedürfnisse

• Einführung einer Kindergrundsicherung

Alleinerziehender einstellen, dabei stehen die

• Streichung von unmittelbaren oder mittelba-

Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund

ren Begünstigungen durch den Status „Ehe“ – Gleichstellung der Familienformen • Wenn Familien im Wechselmodell leben, haben sie einen erhöhten Mehrbedarf. Dieser muss ihnen angerechnet werden • Wenn Familien im Wechselmodell leben, müs-

treuungseinrichtungen für alle Kinder, Schule

• Förderung sorgender Väter (Zeitpolitik, Gender-Leitbilder) • Konsequente Förderung von Müttererwerbstätigkeit • Nach Elternzeit ähnlicher Wiedereinstieg wie beim Hamburger Modell; dies schließt auch die

• Anerkennung, dass emotionales und soziales Lernen Teil der Bildung ist und die Grundvoraussetzung für kognitives Lernen • freier Zugang zu Bildung – Schulmaterial, Verbrauchsmaterialien, Klassenfahrten etc. (mindestens: barrierefreier Zugang zu Bildungs- und Teilhabeleistungen/Abbau von bürokratischen Hindernissen) • Flexible Kinderbetreuung, die auch Wochenenddienste und Schichtarbeit möglich macht • Investitionen in Ganztagsschulen (selbstver-

sen sie beide Elternteile steuerliche Vergünsti-

Möglichkeit einer Krankheits- oder Urlaubs-

ständlich mit kostenfreier Verpflegung der

gungen erhalten

vertretung oder Teilnahme an Qualifizierungs-

Kinder)

• Unterhaltszahlungen oder sonstige Vergünstigungen für Alleinerziehende müssen auch beim Wechselmodell greifen • Entlastungsbetrag in Steuerklasse II für Alleinerziehende deutlich anheben

anboten des Betriebes ein • Erhöhung der Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung • Lebensarbeitszeitkonten (Optionszeiten)

• alle Kinder individuell ihren Begabungen entsprechend ganzheitlich fördern • besseren Betreuungsschlüssel in allen pädagogischen Einrichtungen • Finanzierte Kinderbetreuungsangebote, insbe-

• Zahlung des Kindergeldes bis zum 27. Lebens-

sondere auch in „Randzeiten“, in den Ferien

jahr bzw. zur wirtschaftlichen Selbstständig-

und bei kurzfristigen Schulstundenausfällen

keit des Kindes

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Š Esther Blodau, Graphic Recording


FORDERUNGSKATALOG • Rechtsanspruch auf öffentlich finanzierte und qualitätsgesicherte Tagesbetreuung (Bildung, Betreuung) für Kinder von 0 bis 12 Jahren • Regelstudium ohne Semestergebühren • Kostenfreie wohnortnahe Rechtsberatung • vielfältige (und kostenlose) Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene • Ausbau der Kindertagesstätten zu Familienzentren als Armutsprävention, niedrigschwelliges und wohnbereichsnahes Hilfs-Angebot für Familien und ein Frühwarnsystem • Bildungsperspektiven für Mütter verbessern auch Bildung bei Kindern

• neue Wohnformen müssen durch öffentlich geförderten Wohnungsbau umgesetzt werden (z.B.: Mehrgenerationswohnen, wohnungsneutrale Orte in einem Mehrfamilienhaus schaffen, familiengerechtes Wohnen) Alleinerziehenden anpassen • sozial anregende und Netzwerk-stiftende Wohnprojekte für Alleinerziehende • Initiierung von Dorfprojekten und Vernetzungen unter Einbeziehung von Alleinerziehenden • kein Abstellen von Strom und Gas

schwache Familien in allen Stadtteilen (keine Ghettoisierung) • Wohnraum muss bezahlbar sein – in einer Familie sollte jedem Familienmitglied neben

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Fahrzeiten im ÖPNV • Ausbau des Shuttle-Betriebs KINDSCHAFTSRECHT • keine gerichtliche Anordnung des Wechsel­ modells gegen den Willen des Kindes oder eines Elternteiles • das Hauptkriterium sollte die Qualität der Beziehung von Kind und Umgangssuchenden anstelle der Durchsetzung eines Rechtsan-

SOZIAL-KULTURELLE UND FREIZEITANGEBOTE

spruchs auf Umgang sein • häusliche Gewalt als spezifische Form der

• Monitäre Leistungen in allen Freizeitbereichen

Kindeswohlgefährdung ist bei Entscheidun-

• Stärkung der kleinteiligen Sozialraumstruktur

gen zum Sorge- und Umgangsrecht stärker zu

(Bürgerhäuser, Familienzentren, Gemein• subventionierter Wohnraum für einkommens-

• an Freizeitangebote angepasste Taktung der

• keine Zwangsräumungen für Familien

Schwangerschaft) SOZIALER WOHNUNGSBAU IN ALLEN QUARTIEREN

bis 18 Jahre

• Wohnungsbau an die Bedürfnisse auch von

• Schulpflicht an erfolgreich absolvierte Schuljahre knüpfen (Unterbrechungsmöglichkeit bei

• Kostenfreier öffentlicher Personennahverkehr

schaftsgarten und -Werkstätten), die die Teilhabe und Beteiligung vor Ort fördern • Kostenfreie Freizeitangebote für Kinder und Eltern • Förderung von Mutter-Vater-Kind-Kuren, auch

dem gemeinsamen Wohnraum ein eigener

für Nicht-Erwerbstätige (Kreislauf der Erschöp-

Raum zur Verfügung stehen

fung durchbrechen)

berücksichtigen


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Š Esther Blodau, Graphic Recording


10 Š Esther Blodau, Graphic Recording


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WERBEMITTEL

SUPERmom oder DAD *

ARMUTSFALLE

ALLEINERZIEHEND

EINLADUNG

13.–19.05.2017

* In Deutschland gibt es 1,5 Millionen alleinerziehende Mütterzum undBildungstag 157.000 der alleinerziehende Väter. Das ist jede 5. Familie. Programm AWO Ehrenamtsagentur

AKTIONSWOCHE Für Kinderbetreuung ist gesorgt.

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. ist Träger vieler Einrichtungen im Land Samstag, 13.05.2017 10.00 Uhr Brandenburg und in Potsdam, in denen die Folgen von Armut Alleinerziehender im Treffpunkt Freizeit 10.10–10.30 Uhr sichtbar werden. Gemeinsam mit Politikern, Institutionen, Fachkräften, Netzwerkpartnern, Ehrenamtlichen und Interessierten wollen wir darauf auf10.30–11.15 Uhr merksam machen und etwas dagegen tun.

Ministerin Diana Golze, MASGF Brandenburg

An unserem Bildungstag brauchen wir Ihre Ideen, Erfahrungen und Fragen, um Tatsachen nicht nur festzustellen und zu beklagen, sondern um Wege aufzuzeigen, die Alleinerziehenden bessere Möglichkeiten und eine höhere Lebensqualität in allen Bereichen sichern.

Herzliche Einladung in den Treffpunkt Freizeit Am Neuen Garten 64 | 14469 Potsdam 13.05.2017 | 10.00–14.30 Uhr mehr Infos zur Aktionswoche unter: www.awo-potsdam.de/alleinerziehende

KONTAKT AWO Bezirksverband Potsdam e.V. Ehrenamtsagentur Breite Str. 7a 14467 Potsdam TEL 0331 60097922 oder 27 FAX 0331 60097910 ehrenamtsagentur@awo-potsdam.de

*

Begrüßung

Vortrag Prof. Dr. Ronald Lutz, Fachhochschule Erfurt

11.15–11.30 Uhr

Ziele und Aufgaben des Verbandes Alleinerziehender

11.30–12.15 Uhr

Mittagspause

12.15–14.00 Uhr

Workshops

14.00–14.30 Uhr

Vorstellung der Ergebnisse aus den Workshops

Teilnahmebestätigungen können auf Wunsch ausgestellt werden.

Einladung zur Auftaktsveranstaltung

Plakat zur Aktionswoche

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Webpräsenz zur Aktionswoche


Banner am Standort der Ehrenamtsagentur in der Breiten StraĂ&#x;e in Potsdam

Postkarten Super MOM und Super DAD

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TAG 1 Samstag, 13. Mai 2017

AUFTAKT DER AKTIONSWOCHE „ES GEHT NICHT ALLEIN UM STAATLICHE TRANSFERLEISTUNGEN, SONDERN UM TEILHABE AN GESELLSCHAFT UND ARBEIT“

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze be-

Armutsfalle steckten. „Das ist ein viermal hö-

tonte, dass es wichtig sei, sich immer wieder mit

heres Armutsrisiko.“

dem Thema „Alleinerziehende und Armut“ zu beschäftigen und zu schauen, wo es bereits Un-

Dem gelte es zu begegnen und die vielfältigen

terstützung gebe und wo nach wie vor Löcher im

bereits bestehenden Maßnahmen (Kindergeld,

Alleinerziehende sind wahre Superhelden - un-

Netz und Forderungen offen seien. Grundsätz-

steuerliche Entlastung, Reform des Unterhalts-

ter diesem Motto begann am 13. Mai 2017 die

lich freue sie sich, dass in Brandenburg wieder

vorschusses usw.) zu ergänzen, forderte sie. „Es

Aktionswoche gegen Armut Alleinerziehender

mehr Kinder geboren werden. Dies sei ein Zei-

geht nicht allein um staatliche Transferleistun-

des AWO Bezirksverbands Potsdam e.V. Im Treff-

chen der Zuversicht, sagte die Linken-Politikerin

gen, sondern um Teilhabe an Gesellschaft und

punkt Freizeit in der Landeshauptstadt gab es im

und verwies darauf, dass gleichzeitig die Zahl

Arbeit“, sagte Golze und sprach sich für eine be-

Rahmen des 4. Bildungstages der Ehrenamts­

der Alleinerziehenden im Land steige. „War es

darfsgerechte Grundsicherung, mehr Förderung

agentur spannende Vorträge und mehr als 60

vor 20 Jahren noch jede 6. Familie, so ist es heu-

von Alleinerziehenden, eine bessere Vereinbar-

Teilnehmer nutzten die Chance zur Diskussion

te bereits jede 4. Familie“, erklärte Golze. Das

keit von Familie und Beruf, den Ausbau von Kin-

z.B. mit Brandenburgs Sozialministerin Diana

sei aber nicht automatisch problembehaftet.

dertagesplätzen und eine Flexibilisierung von

Golze und dem Armutsforscher Prof. Dr. Ronald

„Alleinerziehend ist ein durchaus machbares

Aus- und Weiterbildung aus. Dies helfe gerade

Lutz von der FH Erfurt.

Lebensmodell. Den meisten Familien gelingt es

Alleinerziehenden, die oftmals keinen oder kei-

super, dies zu managen“, erläuterte Golze und

nen guten Berufsabschluss hätten.

Eröffnet wurde der Bildungstag von der Vorsit-

nannte Alleinerziehende wahre Organisations-

zenden des Vorstandes des AWO Bezirksverban-

talente und Netzwerker, denen aber meist die

Prof. Dr. Ronald Lutz von der FH Erfurt erklärte,

des Potsdam e.V., Angela Basekow. Sie betonte,

gesellschaftliche Anerkennung fehle.

dass für ihn Armut die langfristige Ausgrenzung

dass die Aktionswoche die dritte ihrer Art sei.

bestimmter Gruppen vom gesellschaftlichen Le-

„Nach Kindern und Senioren stehen nun Al-

Hinzu komme aber, so die Linke-Politikerin,

ben sei. Es gehe dabei um „Teilhabeverwaltung“

leinerziehende im Mittelpunkt“, erläuterte die

dass Alleinerziehende per se automatisch stär-

und dies sei eine Extremform sozialer Ungleich-

AWO-Chefin und sagte, dass es darum gehe,

ker von Armut betroffen seien. Fast die Hälfte

heit. „Ich nenne das das Matthäusprinzip: Wer

herauszufinden, wo der Schuh drücke und den

erhielte keinen Unterhalt und müsste so mit

hat, dem wird gegeben“, sagte der Armutsfor-

Finger in die Wunde zu legen. „Wir wollen eine

einem oder gar keinem wirklichen Einkommen

scher und warnte vor einem weiteren Ausein-

ganze Woche Veranstaltungen machen und die

auskommen. „Das ist schlecht für die Erwach-

anderdriften der Gesellschaft. „Oben steigen die

Erkenntnisse und Forderungen mitnehmen und

senen und die Kinder“, sagte Golze mit Blick

Einkommen, die Mitte hat Angst vor dem Abstieg

an die Politik übergeben.”

darauf, dass 42% der Alleinerziehenden in der

und unten sinkt das Einkommen“, fasste Lutz die

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Workshop zum Thema „Bildung und Freizeitgestaltung“ am ersten Tag der Aktionswoche gegen Armut Alleinerziehender des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V. im Treffpunkt Freizeit.

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Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze betonte, dass es wichtig sei, sich immer wieder mit dem Thema „Alleinerziehende und Armut“ zu beschäftigen und zu schauen, wo es bereits Unterstützung gebe und wo nach wie vor Löcher im Netz und Forderungen offen seien.

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TAG 1 Samstag, 13. Mai 2017

AUFTAKT DER AKTIONSWOCHE Entwicklung der letzten Jahre aus seiner Sicht zusammen. Die Armutsquoten stiegen seit Jahren und gleichzeitig werde Armut in Deutschland immer mehr zu einem Randthema. „Das ist ein Paradox und hat auch etwas mit der hochgradigen Individualisierung unserer Gesellschaft zu tun“, so der Armutsforscher, der einen genaueren Blick auch auf die regional sehr unterschiedlichen Entwicklungen forderte. „Deutschland ist eine zutiefst zerklüftete Republik.“ Besondere Sorgen bereite ihm dabei, dass sich gerade die Kinderarmut immer weiter verfestige. „Das gilt insbesondere für bestimmte Familientypen wie Arbeitslose, Migranten und Alleinerziehende“, sagte Lutz und verwies auf Zahlen, nach denen jedes 2. Kind in SGBII-Bezug in einer alleinerziehenden Familie lebe. Der Erfurter Armutsforscher nannte dies auch eine Folge zu-

Prof. Dr. Ronald Lutz von der FH Erfurt erklärte, dass für ihn Armut die langfristige Ausgrenzung bestimmter Gruppen vom gesellschaftlichen Leben sei.

nehmender Teilzeitarbeit und eines zu geringen gabe armer Menschen. Die Folge seien dann

Nach weiteren Kurzvorträgen vom Verband der

erschöpfte Familien, deren Kinder schlechtere

Alleinerziehenden, der IHK Potsdam und des

Diese Armut habe dann auch subjektive Auswir-

Chancen hätten. „Ich habe kein Verständnis für

Handwerkerbundes folgten spannende Diskussi-

kungen. „Armut ist nicht nur weniger Geld. Sie

Armut in unserer Gesellschaft“, sagte Lutz und

onen in drei Workshops zu den Themen „Wohn-

hat auch Folgen für die Gesundheit, die Bildung,

forderte mehr frühe Hilfen, stärkere Prävention

formen“, „Bildung & Freizeit“ und „Arbeit &

das Wohnen und die Arbeit“, so Lutz. „Wie soll

in den Kommunen und eine Entrümpelung des

Ausbildung“, die dann grafisch zusammenge-

man da seine Würde und seinen Stolz bewah-

Bildungs- und Teilhabepaketes. „Wir brauchen

fasst wurden.

ren?“ Er warnte in diesem Zusammenhang vor

endlich eine breite gesellschaftliche Debatte zu

zunehmender Resignation, Fatalismus und Auf-

diesem Thema.“

Mindestlohns.

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Erรถffnet wurde der Bildungstag von der Vorsitzenden des Vorstandes des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V., Angela Basekow.

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TAG 2 Sonntag, 14. Mai 2017

MEIN WUNSCHBUCH

EIN SCHÖNER MUTTERTAGSNACHMITTAG Die Bewältigung aller Verantwortung im Alltag der Familie belastet gerade Alleinerziehende sehr. Da bleibt wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen. „Mein Wunschbuch - Mal dir deine Wünsche“ unter diesem Motto wurde am 2. Tag der Aktionswoche aus Altem Neues geschaffen. Anlässlich des Muttertages hatte die Künstlerin Heike Isenmann alleinerziehende Mütter und ihre Kinder zu einem kreativen Nachmittag eingeladen. Dazu wurden im Kunstgriff 23 unter Anleitung der Künstlerin alte Bücher auseinander genommen, zerpflückt, um damit zu collagieren, zu zeichnen und darauf zu malen. Mütter und Kinder gestalteten so ihr eigenes Wunschbuch und machten sich bewusst, dass wir wenig wären ohne unsere Wurzeln und unsere Geschichten. Dank für den kreativen Nachmittag für alleinerziehende Eltern und ihre Kinder geht an die Mal- & Zeichenschule Kunstgriff. 23 Potsdam und an die Theaterklause in der Nachbarschaft für den leckeren Schokokuchen.

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TAG 2 Sonntag, 14. Mai 2017

MEIN WUNSCHBUCH

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TAG 3 Montag, 15. Mai 2017

FRÜHSTÜCK FÜR ALLEINERZIEHENDE IN BAD BELZIG BÜROKRATISCHE HÜRDEN ABBAUEN

Gitta Wiltzer, die beim Kinderförderverein Wir e.V. das Projekt „Junge Mütter“ betreut, dass

Deutschlandweit gibt es mehr als 1,5 Millio-

Alleinerziehende, die Sozialleistungen benöti-

nen alleinerziehende Mütter und etwa 157.000

gen, oft an bürokratischen Hürden scheiterten.

alleinerziehende Väter – dazu kommt, dass

Auch fehle es an bezahlbaren Wohnungen und

im Land Brandenburg nach AWO-Zahlen rund

Arbeitsplätzen, welche die Situationen von al-

84.000 Kinder unter 18 Jahren von Armut be-

leinerziehenden Eltern stärker berücksichtigen.

droht sind, das ist jedes vierte Kind. Ein weiteres Problem, das man Müller mit auf Im Bad Belziger Familienzentrum in der Kita

den Weg gab: es gibt zu wenig Kindergarten-

„Tausendfüßler“ kam der Bundestagsabgeord-

plätze. „Ich würde gerne arbeiten gehen, habe

nete Norbert Müller (Die Linke) mit Alleiner-

aber noch keinen Platz in Aussicht für mein

Hier empfahl Müller, die Möglichkeit einer Klage

ziehenden ins Gespräch und konnte wertvolle

jüngstes Kind, das bald ein Jahr alt ist“, sag-

auf Verdienstausfall zu prüfen, denn die Kom-

Hinweise aufnehmen. So schilderte dort z.B.

te vor Ort Jaqueline Thon (30) aus Bad Belzig.

munen müssten den gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsplätze auch mit wirklich verfügbaren Kita-Kapazitäten untersetzen. Ob Alleinerziehende die Kraft für eine solche Klage haben, das bleibt indes offen.

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Kristy Augustin, CDU-Landtagsabgeordnete, Petra Heinze, Leiterin der Erziehungs- und Familienberatungsstelle Rathenow, Jamie und Christiane Kรถhn (v.l.n.r.)

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TAG 4 Dienstag, 16. Mai 2017

BESUCH BEI EINER ALLEINERZIEHENDEN IN RATHENOW „WENN ICH GROSS BIN, WERDE ICH EIN INGENIEUR…“ Kristy Augustin (CDU) war schwer beeindruckt: das, was die Brandenburger Landtagsabgeordnete bei ihrem Besuch in Rathenow von der 38-jährigen Christiane Köhn erfuhr, verlangt alle Achtung. Diese trägt allein die Verantwortung für ihre Familie mit zwei Kindern (3, 12), finanziert das Leben mit Miete, Essen, Kita,

aufwenden würde! Denn gerade absolviert sie

mehr Zeit für sich habe und sich auch mal aus-

Schule, Spielzeug, Hobbys und kümmert sich

parallel ein Praktikum bei der AWO in Rathenow

ruhen könne.

um die Gesundheit ihrer Sprösslinge.

– arbeitet ehrenamtlich jeweils halbtags in der

Dass dabei nur einer der beiden Väter Unterhalt

Familienberatungsstelle und im Interkulturel-

Kristy Augustin nahm die Hinweise dankbar auf.

len Familienzentrum, um sich weiterzubilden.

Als familienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und stellvertretendes Mitglied im Sozialaus-

zahlt, macht die Situation nicht einfacher. Ihre Forderung an die Politik: „Es wäre eine große

Ab August wird die Zeit noch knapper, denn

schuss, lassen sich solche Punkte auf kurzem

Hilfe, wenn es für Alleinerziehende einen An-

dann will Köhn in Potsdam eine Ausbildung zur

Wege in die politische Diskussion einbringen.

sprechpartner gäbe, um Hilfe und Unterstüt-

Erzieherin starten, um nach 10 Jahren Selb-

Derzeit, so Augustin, werde im Landtag gerade

zung zu erhalten.“ Dabei gehe es nicht vorder-

ständigkeit in einem neuen Berufsfeld durch-

das familienpolitische Maßnahmenpaket dis-

gründig um finanzielle Hilfen, sondern um den

starten zu können.

kutiert und im September steht auch das Thema Unterhaltsvorschuss noch einmal auf der

Abbau von Bürokratie. Das Ausfüllen der teilweise sehr kompliziert formulierten und um-

Das merken auch die Kinder. So wünschte sich

fangreichen Anträge raubt laut Köhn viel Zeit

der kleine Jamie (12 Jahre), der gut in Mathe

und Nerven – Zeit, die sie lieber für ihre Kinder

ist und Ingenieur werden will, dass seine Mama

Tagesordnung.

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TAG 5 Mittwoch, 17. Mai 2017

DISKUSSIONSRUNDE MIT ALLEINERZIEHENDEN UND FACHKRÄFTEN IN DER AWO KITA „ABENTEUERLAND“ POTSDAM WECHSELMODELL, NESTMODELL, RESIDENZMODELL ODER EINFACH ALLEIN MIT DEN KINDERN…

Väter, die Vor- und Nachteile der verschiede-

erklärte sie das Wechselmodell, bei dem zwei

nen Modelle.

Haushalte nötig seien und das Kind in festem Rhythmus wechsele. „Es gibt aber kein besseres

Dabei betonte die Sozialpädagogin, dass nach

oder schlechteres Umgangsmodell“, erklärte

Die Wahl des richtigen Betreuungsmodells stand

wie vor der Großteil der getrennt lebenden El-

Küppers. „Das ist immer abhängig von den Le-

im Mittelpunkt des 5. Tages der Aktionswoche

tern das Residenzmodell favorisiere. In diesem

bensentwürfen, dem Alter und den Finanzen.“

gegen Armut Alleinerziehender des AWO Be-

Fall lebe das Kind bei einem Elternteil, meist

zirksverbandes Potsdam e.V. In der Kita Aben-

die Mutter, und der andere Elternteil, meist der

Entscheidend sei immer das Kindeswohl, er-

teuerland in Potsdam diskutierten zahlreiche

Vater, erhalte ein Umgangsrecht. Selten käme

läuterte die Geschäftsführerin des Landesver-

Eltern und Erzieher mit Elisabeth Küppers, der

das Nestmodell vor, berichtete Küppers, bei

bandes Berlin des Verbandes Alleinerziehen-

Geschäftsführerin des Landesverbandes Berlin

dem das Kind in einem festen Haushalt lebe

der Mütter und Väter mit Blick auf das jüngste

des Verbandes Alleinerziehender Mütter und

und die Eltern pendelten. Als weitere Form

Urteil des Bundesgerichtshofes, nach dem das Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils durchgesetzt wurde. „Grundsätzlich bietet dieses Modell Vorteile stellt aber auch hohe Anforderungen an Eltern und Kinder, weil viele Absprachen notwendig sind. Deshalb ist es ganz wichtig, von Anfang an die richtigen Fragen zu stellen und sich intensiv damit zu beschäftigen.“

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Was wird gebraucht, um den Alltag gut zu organisieren? Welche Anforderungen müssen an den Wohnungsmarkt gestellt werden? Was ist zum Wohle der Kinder? Wie müssten finanzielle Erleichterungen für beide Ein-Eltern Familien aussehen? Generell müssten für Alleinerziehende Hürden abgebaut und Zugänge erleichtert werden, forderte Küppers. „Die Anbindung muss an der Basis z.B. in den Kitas erfolgen. Dazu brauchen wir starke Strukturen wie Familienzentren und eine Entstigmatisierung Alleinerziehender.“ Besondere Bedeutung maß Küppers dabei auch der Frage des Wohnraums bei. Es gehe um kurze Fahrwege zu Arbeit und Kita/Schule, Erleichterungen/Unterstützung

von

Alleinerziehenden

bei der Wohnungssuche und dem Umzug, offene Vermieter, verständnisvolle Nachbarn, Spielmöglichkeiten für Kinder und lebendige Haus- bzw. Wohngemeinschaften, sagte die Sozialpädagogin. „Die Familien brauchen einen Ort, wo man sich wohlfühlen kann gerade wegen der Trennung. Das trägt viel zur Stabilisierung bei.“ 29


TAG 6 Donnerstag, 18. Mai 2017

MUT TER-VATER-KIND-TAG IM EKIZ WÜNSCH DIR WAS! MUTTER-VATER-KIND-TAG IM AWO ELTERN-KIND-ZENTRUM Eine Nackenmassage erhalten, Yoga ausprobie-

Ganz herzlichen Dank an das Centermanage-

ren, sich eine Maske oder ein Peeling herstel-

ment der Bahnhofspassagen Potsdam, die mit

len und im Liegestuhl genießen - beim 6. Tag

einer Spende dieses Angebot kostenfrei ermög-

der Aktionswoche stand das Thema Wellness

lichten.

für alleinerziehende Mütter und Väter im Mittelpunkt. Im AWO Eltern-Kind-Zentrum, in der Röhrenstraße 6, nutzten zahlreiche Eltern die Gelegenheit, einmal vom stressigen Alltag als Alleinerziehende/Alleinerziehender abzuschalten. Ihre Kinder wurden in der Zeit mit Bastelangeboten zum Mutter- und Vatertag betreut und konnten sich im Sportraum in einem Parcours bewegen. Bei Canapés und Smoothies informierten sich die Eltern auch über die Möglichkeit einer Mutter/ Vater – Kind – Kur und die vielfältigen kostenfreien Angebote im EKiZ. Am Ende stiegen die Wünsche der Eltern an heliumgefüllten Ballons in den Himmel.

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Folgende Wünsche wurden von den Eltern geäußert: • Steuerliche Gleichstellung/ Ausgleich mit 2-Eltern-Familie • mehr Unterstützung von staatlicher Seite • mehr Vergünstigungen für alle Kinder (Kino, Theater, Fahrkarten, etc.) • günstigere Ferienlager • Mutter-Kind-Kur nicht nur alle 4 Jahre • Steuerklasse 2 auch für Eltern im Wechselmodell • vernünftige Arbeitszeiten • Kontakt zum Vater • Liebe, Glück, Frieden • Gesundheit, Glück • mehr Zeit für mein Kind • mehr Zeit zwischen Vater und Kind • einen schönen Urlaub • Freude und Fröhlichkeit

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TAG 7 Freitag, 19. Mai 2017

ABSCHLUSSVERANSTALTUNG ALLE SIND AUF DEM RASEN GLEICH Sportlich endete die Aktionswoche „Armutsfalle

ven. Es geht um Sensibilisieren und Abbau von

alleinerziehend” am 19. Mai 2017. Bei Bratwurst

Stigmatisierung.”

und Getränken, Kinderschminken, Malstrecke und Mitmachmusik nutzten zahlreiche Ein-Eltern-Fa-

Vera Spatz erklärte, dass für sie die Nutzung der

milien im Karl-Liebknecht-Stadion die Gelegen-

Angebote maßgeblich von der Mobilität der Men-

heit zu einem Probetraining beim SV Babelsberg

schen abhänge. Das sei nicht immer einfach. “Die

03 und dem 1. FFC Turbine Potsdam. Neben dem

Kinder und Jugendlichen stehen außerdem unter

runden Leder ging es aber auch inhaltlich zur Sa-

großem Druck: besser, schneller, mehr – Lange-

che. So stand in einer Podiumsdiskussion mit der

weile ist verpönt. Da bleibt auch wenig Zeit für

Vorsitzenden des Vorstandes des AWO Bezirks-

das Nutzen von Angeboten.”

verbandes Potsdam e.V., Angela Basekow, der Potsdamer Gleichstellungsbeauftragten, Martina

Birgit Uhlworm vom SHIA e.V. unterstrich dies

Trauth-Koschnick, Vera Spatz von den Zimtzicken,

ebenfalls. Geld und weite Wege seien die Barri-

Birgit Uhlworm vom SHIA e.V. und Steffen Ott von

eren. Sie verwies in diesem Zusammenhang da-

den Verkehrsbetrieben Potsdam die Frage im Mit-

rauf, dass Regelangebote des SHIA e.V. in Königs

telpunkt: „Mobilität und Hobbys - eine Gratwan-

Wusterhausen, wo die Geschäftsstelle des Vereins

derung für alleinerziehende Familien?”

ist, grundsätzlich kostenfrei seien. “Das Land

Trauth-Koschnick betonte, dass hochschwelli-

ist in der Pflicht, überall gleiche Lebensqualität

ge Freizeitangebote wie Musikschulen meist viel

zu schaffen. Dann muss eben in die struktur-

Geld kosteten und deshalb für Menschen mit

schwachen Regionen mehr Förderung“, forderte

normalen Einkommen kaum bezahlbar seien.

Uhlworm. Zusätzlich brauche es mehr Hilfe zur

Sportvereine seien da meist pragmatischer. „Aber

Selbsthilfe, Netze müssten geknüpft und sich

nicht jedes Kind will ja Fussball spielen“, so die

mehr dafür eingesetzt werden, dass Ein-Eltern-

Potsdamer Gleichstellungsbeauftragte. Deshalb

Familien bei Eintritten auch Familienermäßigung

müssten bürokratische Hürden z.B. beim Bil-

bekommen.

dungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung abgebaut werden. „Da brauchen wir Alternati33


EKiZ organisierten Familienschwimmen. Wenn die Familien dabei in die Schwimmhalle gingen, seien die Karten schon bezahlt. „Der Schwimmlehrer weiß also nicht, dass diese Menschen sich den Schwimmkurs nicht leisten können.“ Dies sei wichtig, um Stigmatisierung zu vermeiden und gerade „erschöpften Familien“, die keine Kraft mehr haben, zu helfen. Damit stieß Basekow auch beim SVB 03 auf offene Ohren. „Bei uns kann jedes Kind beim Training mitmachen. Wir vermeiden Stigmatisierung. Alle sind auf dem Rasen gleich.“

Steffen Ott unterstrich, dass die Verkehrsbetriebe

Diese forderte auch Angela Basekow. Sie sagte,

mit verschiedenen Aktionen Eltern und Kindern

die Angebote müssten mit dem Bedarf wandern.

vermittelten, dass der ÖPNV ein sicheres Ver-

„Am Schlaatz gibt es die meisten Familien, aber

kehrsmittel sei. “Schon Erstklässler können bei

die wenigsten Freizeitangebote. Das kann nicht

uns lernen, alleine mit Bus und Bahn zu recht zu

sein“, so die AWO-Chefin. Zum Beispiel könnte

kommen“, sagte er mit Blick auf die gestellte Fra-

man außerhalb des offiziellen Kindergartenbe-

ge nach der Mobilität Alleinerziehender. Gleich-

triebs die Kitas für Freizeitangebote nutzen. “Wir

zeitig gebe es bereits Ermäßigungen für Schul-

würden das machen. Die Stadt macht aber nicht

kinder und zum Beispiel über Mehrfahrtenkarten

mit“, erläuterte Basekow und verwies auf weite-

auch für Familien, betonte Ott. “Wenn Bus und

re Angebote des AWO Bezirksverbandes Potsdam

Bahn für Kinder und Jugendliche kostenfrei sein

e.V. wie die MitMachMusik, eine interkulturel-

sollen, muss das aber eine Entscheidung der Po-

le Musikschule, bei der u.a. Flüchtlingskindern

litik sein.”

das Musizieren beigebracht wird, oder dem vom

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PRESSE

TUE GUTES UND REDE DARÜBER Die Aktionen und Inhalte der Aktionswoche „Armutsfalle Alleinerziehend“ des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V. haben landesweit auch in den Medien Widerhall gefunden. Auf den folgenden Seiten finden Sie einige Beispiele:

www.maz-online.de Erschienen am: 19.05.2017

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www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Alleinerziehende-haben-es-in-Potsdam-schwer


www.moz.de Erschienen am: 19.05.2017

ARTIKEL ONLINE LESEN

www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1575028

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PRESSE

www.maz-online.de Erschienen am: 17.05.2017

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ARTIKEL ONLINE LESEN

www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Awo-Alarm-Alleinerziehend-in-der-Armutsfalle


www.maz-online.de Erschienen am: 15.05.2017

ARTIKEL ONLINE LESEN

www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Ohne-Partner-in-der-Armutsfalle

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Impressum (V.i.S.d.P.)

2017 Herausgeber Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam e.V. Neuendorfer Straße 39 A 14480 Potsdam TEL 0331 73041770 info@awo-potsdam.de www.awo-potsdam.de Projektleitung Angela Basekow Redaktion Frenkelson Werbeagentur Fotos Frenkelson Werbeagentur, Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam e.V. Gestaltung Frenkelson Werbeagentur Druck Druckerei Rüss © AWO Bezirksverband Potsdam e. V. Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.


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