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Hört und zu!

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Hört uns zu! Unsere Vorschläge für bessere Schulen Die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat Bildung und Lernen #besserlernen


Inhalt Über uns: Was macht der Bürgerrat? Thema „Lernen“: Was ist das Problem? Interview: „Ach so geht Demokratie!“ Offener Brief: „Die Politiker sagen, wir nehmen das mit …“ Junge Bürgerräte: Von den Schulwerkstätten bis in die Bildungsausschüsse Die Vorschläge im Überblick: „Wir wollen besser lernen!“ Bessere Schulen: Unsere Vorschläge! Impressum


ÜBER UNS

Was macht der Bürgerrat Bildung und Lernen?


Egal, wo man fragt: Die meisten Leute sind nicht zufrieden damit, wie es in Deutschland mit der Bildung läuft. Das gilt vor allem auch für viele Schüler*innen. Denn von dem Mangel an Lehr- und Fachkräften, dem maroden Zustand vieler Schulen und der Ungleichheit bei den Bildungschancen sind sie unmittelbar betroffen. Also … was muss getan werden, damit in der Schule alle möglichst die gleichen Chancen haben? Und dass Kinder und Jugendliche mit dem, was sie lernen, gut auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet sind? Um Fragen wie diese geht es beim Bürgerrat Bildung und Lernen. Im Bürgerrat kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen: junge, alte, aus der Stadt und vom Land, Leute mit wenig Geld und Wohlhabende, mit und ohne Migrationsgeschichte, einige mit Doktortitel und andere ohne Schulabschluss. Die Idee ist, dass möglichst viele Gruppen aus der Bevölkerung im Bürgerrat aufeinandertreffen, damit er eine Art „Querschnitt“ der Gesellschaft abbildet. Deshalb kommen die Mitglieder des Bürgerrats aus allen Teilen von Deutschland. Und deshalb werden sie rein per Zufall ausgewählt. Die Kinder und Jugendlichen (U18) kommen über Schulwerkstätten zum Bürgerrat, die in verschiedenen Bundesländern durchgeführt werden. Natürlich sind auch sie vollwertige Mitglieder des Bürgerrats Bildung und Lernen – denn schließlich geht es hier vor allem um ihre Zukunft. Nicht um die der Erwachsenen. Hinweis: der Bürgerrat Bildung und Lernen ist bislang der einzige bundesweit aktive Bürgerrat, in dem auch Kinder und Jugendliche aktiv mitarbeiten.

Wie arbeiten die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat mit? Schule und Lernen sind ihr Alltag. Deshalb haben Kinder und Jugendliche ihren eigenen Blick auf das Thema. Das zeigte sich auch ganz schnell in den Schulwerkstätten des Bürgerrats. Eine der Einstiegsfragen bei den Workshops lautet: „Stell dir vor, du bist die Chefin oder der Chef an deiner Schule. Was würdest du sofort verändern?“ Bei den meisten Antworten auf diese Fragen waren sich die Schüler*innen sofort einig. Das ist interessant: Denn die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat kommen schließlich aus verschiedenen Bundesländern, und sie besuchen ganz unterschiedliche Schulformen. Von der Grundschule, über Haupt- und- Realschulen, Stadtteil- und Gesamtschulen, bis hin zu Gymnasien und Privatschulen. Die meisten von ihnen sind auch keine gewählten Klassensprecherinnen oder Schülervertreter. Und fast alle sagen, sie seien in der Schule noch nie gefragt worden, wie sie besser lernen könnten und was aus ihrer Sicht dringend verbessert werden müsste – im Unterricht und drumherum.


THEMA LERNEN

Wo ist das Problem? Viele Kinder und Jugendliche haben Probleme mit dem Lernen. In den Werkstätten des Bürgerrats entwickeln sie gemeinsam Idee, wie es in der Schule besser laufen könnte. Doch dafür muss das Problem erstmal genau benannt werden. Das sagen die Kinder und Jugendlichen …. ICH LERNE NICHT GERNE, WENN … * das Fach nicht interessant ist … der Stoff einen nicht interessiert … der Stoff nicht spannend ist und man durch andere spannendere Dinge abgelenkt wird … nur Theorie gelehrt wird – lieber auch in der Praxis lernen, also nicht nur auswendig lernen, sondern auch verstehen … sich die Themen vermischen, da kommt man durcheinander und lernt das vielleicht falsch … es Wiederholungen im Unterricht gibt … es zu wenig Zeit für Epochenunterricht gibt … wir Vorgaben kriegen, welches Thema wir wie in welchem Zeitraum lernen/bearbeiten sollen … wir Zeitdruck haben Das stresst mich … wir zu viele Aufgaben erledigen sollen. Dann habe ich wenig Freizeit und mache mir Stress … wir wenig in Gruppen arbeiten … wir immer mit den gleichen Methoden lernen … es keine Abwechslung gibt … der Schulbeginn zu früh ist … die Regeln nicht besprochen und/oder eingehalten werden … Schülerinnen und Schüler gemobbt werden … wir Nachmittagsunterricht und noch Hausaufgaben haben … wir zu viel Textarbeit machen müssen … wir unter Zeitdruck lernen müssen … viele Prüfungen in einer Woche stattfinden … wir zu viel Lernstoff in zu kurzer Zeit lernen müssen WIE? … man unter Druck lernen muss … man zu viel lernen muss … es zu viel Lernstoff ist … wir im Unterricht zu viele Aufgaben haben … wir so viel Hausaufgaben aufhaben … es zu schwer ist … man es nicht versteht … die Klassenarbeiten alle auf einmal kommen; Du weißt dann nicht, was du zuerst lernen sollst und bist überfordert … der Stoff zu einfach ist … ich Hunger habe … man kein frei hat … man auch was Cooleres machen könnte … der Unterricht langweilig ist (mehr Spiele und Spaß) … kein Praxisunterricht stattfindet … man nicht kreativ werden kann … ich ohne Technik arbeiten muss … es keine Pause gibt … ich stillsitzen soll … es zu viele Hausaufgaben gibt … es Aufgaben sogar in den Ferien gibt … ich krank bin und trotzdem Aufgaben erledigen muss … wenig Zeit für Hausaufgaben ist … ich zu wenig elektronisch lerne … ich von der Tafel (oder aus Heften) abschreiben muss … auf Tablets im Unterricht gespielt wird … es Druck von Eltern oder zu Hause gibt … man mit dem Stuhl kippelt … der Lernstoff wenig Verbindung zum späteren Leben hat … es viel Theorie, aber wenig Praxis ist … nicht alle Fächer gleich interessant sind MIT WEM? … ich ohne Assistenz bin … ohne Freunde/Hilfe bzw.. ohne Lernbegleiter lernen muss … meine Freunde nicht da sind … es zu unruhig ist und einem so die Konzentration fehlt … keine Ruhe im Klassenraum ist … die Klasse unkonzentriert ist bzw. den Unterricht dauerhaft stört und laut ist … andere Kinder Quatsch machen … es blöde Kommentare im Klassenrat gibt … Grenzen von anderen nicht beachtet werden … Kinder gemein sind WANN? … wenn es früh am Morgen ist … Hauptfächer am Morgen sind … man in seiner Freizeit viel lernen muss … man weniger andere Sachen machen kann (weniger Freizeit), zum Beispiel Ausflüge oder Freunde treffen WO? … ich zu Hause bin … ich nur in einem Raum bin und nicht auch in der Natur … der Raum, in dem ich lerne, zu laut ist – ich kann mich nicht konzentrieren, das nervt mich, wodurch ich schlechte Laune bekomme, und dann habe ich keine Lust weiter zu lernen … es in meinem Umfeld zu laut ist … man sich in der Schule nicht wohlfühlt, weil die Tische kaputt und die Toiletten dreckig sind … es zu warm ist … es laut und wuselig ist … Papier verschwendet wird (Klimaschutz) LEHRERINNEN UND LEHRER … die Lehrerinnen und Lehrer den Job nicht mögen und nicht motiviert sind … die Lehrerinnen und Lehrer keinen Spaß am Unterricht haben … Lehrerinnen und Lehrer oft schlechte Laune haben und das dann immer an Schülerinnen und Schülern auslassen … nicht richtig erklärt wird oder die Lehrerinnen und Lehrer es nicht noch einmal erklären oder einen anmeckern … der Stoff nicht richtig spannend dargestellt wird … es einem nicht richtig beigebracht wird … die Unterrichtsmethoden der Lehrerinnen und Lehrer nicht umfangreich und effektiv sind … die Lehrerinnen und Lehrer es mit dem Lernstoff übertreiben … nicht alle gleichbehandelt werden (Mobbing) … die Lehrerinnen und Lehrer nicht nett und motivierend sind Schülerinnen und Schüler abstempeln … einzelne Schüler*innen anders behandeln … uns wegen unserer Meinung/Kleidung diskriminieren … die ganze Klasse für das Fehlverhalten Einzelner bestrafen … Schüler/innen keine zweite Chance geben … keine Rücksicht auf Schwächen nehmen … uns nicht zuhören/keinen Respekt vor uns haben … nichts gegen Mobbing tun … Versprechen nicht einhalten … erwarten, dass man alles sofort versteht/kann … hohe Erwartungen haben und uns überfordern, zum Beispiel, wenn wir ein ganzes Thema an einem Tag lernen sollen … Jemand reinquatscht und dann die Lehrerinnen und Lehrer schimpfen … es Ungerechtigkeit gibt: zum Klo gehen in der Pause mal ja, mal nein … wenn ein Kind Quatsch macht und alle bestraft werden WAS VERBINDEST DU MIT LERNEN?** Lernen allein ist besser … Ich mag es immer meine Freunde in der Schule zu sehen … Ist schön, wenn jeder miteinander lernt, in einer Gruppe … Allein zu Lernen ist langweilig … zu kurze Pausen … Schule ist langweilig … Langeweile … Ich finde lernen langweilig, die Pausen sind immer gut … Anstrengend … Anstrengend, langweilig … Arbeit, Schule, anstrengend, nervig … Man muss für Klassenarbeiten viel lernen … Für Arbeiten lernen … Nach der Schule Hausaufgaben machen … Job-Arbeit-Geld … Ausbildung … Schule/Arbeit … Schule und Arbeit … Lernen nur einmal pro Woche vor der Arbeit … Lernen ist blöd, Lernen nervt (Mathe, Deutsch, Englisch = blöd; Sport, Reli = toll) … Ich finde gut am Lernen, dass man manche Sachen noch braucht, wenn man erwachsen ist und schlecht ist, dass man die meisten Sachen nicht mehr braucht … Mehr Geschichte, Kunst lernen … Mathe ist gut zum Lernen, um Sachen im Beruf zu nutzen … Sehr schwer Mathe zu lernen, anstrengend … Sport … Ich lerne fast nie, außer in wirklich wichtigen Situationen zB.: Arbeiten oder Vorträgen; trotzdem ist es für mich unerträglich nervig und ich muss mich immer dazu zwingen; ich tue es auch nie wirklich aus freiem Willen … Mit Musik kann man gut lernen … Mit Video ist es einfacher zu lernen als mit Buch *Zitate von Kindern und Jugendlichen aus Schulen in (Niedersachsen, Thüringen, Bayern, Nordrhein-Westfalen) und von einem Schulverweigerer-Projekt / ** Zitate von Kindern und Jugendlichen bei einem Projekt für Schulverweigerer in Koblenz (Rheinland-Pfalz)


„Ach so geht Demokratie!“ Bei ihrer Arbeit für den Bürgerrat Bildung und Lernen machen die Kinder und Jugendlichen viele Erfahrungen, die neu für sie sind. Sie können sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen, Gespräche mit Politikern führen. Und den Erwachsenen im Bürgerrat berichten, was sich ihrer Ansicht nach an Schule ändern muss. Nach einer Präsentation im Bürgerrat sagt eine der Jugendlichen: „Das war das erste Mal, dass Erwachsene mir wirklich zugehört haben“. Fünf Fragen an vier junge Bürgerräte.


INTERVIEW

Warum arbeitet ihr mit beim Bürgerrat? Luis: Ganz einfach, weil ich die Möglichkeit dazu hatte. Der Bürgerrat hat eine Werkstatt an meiner Schule gemacht. Das fand ich sehr unterstützenswert. Sophia: Ich bin dabei, weil es Spaß macht, und weil ich etwas verändern möchte. Romy: Mir ist total wichtig, dass meine Generation und auch die Generationen danach eine Möglichkeit haben, vernünftig Bildung zu erfahren und zu lernen. Ronja: Ja, das finde ich auch. Schule muss verbessert werden. Meine Schule ist jetzt nicht so schlecht, aber es gibt noch so viele Schulen in Deutschland, wo Bildung einfach nicht gut läuft. Wir können mit unseren Schul-Konzepten zeigen, wie Schule besser geht und dass es auch besser geht. Welche drei Dinge würdest du denn sofort verändern, wenn du das Sagen hättest? Ronja: Erstens: Chancengleichheit. Zweitens: keine Noten mehr, vor allem in den Fächern Kunst und Sport. Und drittens: ein respektvoller Umgang miteinander. Romy: Ja. Schule sollte ein Wohlfühlort sein. Zwischenmenschlich, aber auch mit den Möbeln und im Aussehen. Dass man einfach gerne zur Schule kommen möchte. Wir verbringen so viel Zeit da … Zweitens: die Gleichheit. Egal, ob arm oder reich, welche Religion, welches Aussehen, ich möchte, dass alle Schüler sich wohlfühlen und gleichberechtigt werden. Und meine dritte Sache ist das Mitspracherecht. Denn wir Schüler gehen ja auf die Schule, und ich bin dafür, dass wir mehr mitsprechen dürfen. In euerem offenen Brief an die Politik steht: „Ihr Erwachsenen fordert für euch immer RESPEKT. Das fordern wir für uns auch!“ Was heißt das konkret? Ronja: Ich wünsche mir von den Erwachsenen mehr Respekt in der Politik. Denn wir sollten auch das Recht haben mitzuentscheiden, vor allem dann, wenn es um uns geht. Romy: Politiker und generell Erwachsene sollten uns vor allem erst einmal zuhören. Sei es in einem ganz normalen Alltagsgespräch oder auch bei Diskussionen mit Politikern. Wenn es um Schule geht, sollten die Erwachsenen darüber nachdenken, was wir sagen und warum wir das sagen. Denn wir erleben ja gerade, wie es ist in der Schule. Uns ernst nehmen. Ich finde, das hat total was mit Respekt zu tun.

Was hast du durch deine Arbeit beim Bürgerrat Bildung und Lernen gelernt? Luis: Wie es an anderen Schulen und in anderen Bundesländern läuft, das finde ich sehr interessant. Auch der Austausch mit Politikern und mit den Erwachsenen im Bürgerrat. Wie ähnlich und unterschiedlich unsere Vorschläge von denen, … ich sag mal in den Köpfen der Erwachsenen sind, und wie sich das entwickelt … das finde ich spannend. Ronja: Bei mir ist es das viele Auftreten auf der Bühne bzw. in der Öffentlichkeit. Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gebracht. Romy: Seitdem ich beim Bürgerrat bin, habe ich schon total viel dazugelernt, vor allem in den Gesprächen und Diskussionen mit den Politikern. Da hab ich manchmal gedacht, ach so geht Demokratie. Ich habe die anderen Meinungen der Schüler angehört und auch von den Politikern. Das ist einfach total interessant. Dadurch lernt man immer mehr alle Standpunkte kennen. Und auch, wie jeder seine Meinung vertritt. Und wie man zu gemeinsamen Ergebnissen kommt. Deiner Meinung nach: Was hat der Bürgerrat schon erreicht? Sophia: Wir haben schon sehr viele Leute erreicht. Und der Bürgerrat wird es schaffen, etwas im Schulsystem zu ändern. Luis: Wir konnten unsere Forderungen schon bei wichtigen Politikern vorstellen. Ronja: Ich finde auch, dass wir schon einiges an Aufsehen erreicht haben. Jetzt fehlt nur noch die Umsetzung der Politiker. Luis: Die können unsere Forderungen jetzt in zukünftigen Entscheidungen hoffentlich berücksichtigen. Romy: Wir selbst haben im Bürgerrat auf jeden Fall schon total viel erlebt: Gespräche und Diskussionen mit Politikern, Auftritte bei einem Festival und im Internet. Viele unterschreiben unseren offenen Brief. Das ist einfach schon ein totaler Meilenstein, und ich bin total glücklich darüber, dass er so gut ankommt. Aber man kann natürlich viel mehr erreichen. Noch mehr Gespräche mit höheren Politikern, mit ganz viel Medienaufmerksamkeit. So dass wir wirklich etwas Großes ins Rollen bringen.


OFFENER BRIEF

„Die Politiker sagen, wir nehmen das mit …“ Mit rund 80 Personen ist die Heilig-Geist-Kapelle, eines der ältesten Gebäude in Berlin und Teil der Humboldt-Universität, gut gefüllt. Und sie sind gespannt auf ihren ersten Termin mit „der Politik“: Im September 2022 haben die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat in Berlin zu ihrem eigenen Bildungsgipfel eingeladen, dem BiGi.

Nicht mit allen Kritikpunkten der Kinder und Jugendlichen ist sie einverstanden. Doch sie verspricht, mitzunehmen, was sie gehört hat, und ihre Eindrücke mit in die Kultusministerkonferenz zu tragen.

Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Mitglieder des Bildungsausschusses im Bundestag und Kommunalpolitiker*innen. Die meisten jungen Leute im Raum haben vorher noch nie mit einer Politikerin oder einem Politiker gesprochen. Doch in der dann folgenden Diskussion nehmen die Schülerinnen und Schüler kein Blatt vor den Mund: Sie sagen, was besser laufen müsste in der Schule. In fast allen Standpunkten sind sie sich einig – obwohl sie zwischen 10 und 17 Jahren alt sind, aus verschiedenen Bundesländern kommen, und an ganz unterschiedliche Schulformen unterrichtet werden. Auch zwei Schulverweigerer sind mit dabei.

Und was sagen die Kinder und Jugendlichen zu dem Termin mit den Politikerinnen und Politikern? Cham, 17, aus Wuppertal sieht es unmittelbar nach der Veranstaltung so: „Ich denke, das war so okay. Sie sagen: ‚Wir sind gekommen, wir haben euch zugehört, und wir nehmen das einfach mit.‘ Aber wohin sie das mitnehmen, das wissen wir nicht.“

Die rund dreistündige Diskussion verläuft fair, aber hitzig. „Ich fand das zum Teil sehr schockierend, wie ihr Schule wahrnehmt“, sagt Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und zu diesem Zeitpunkt amtierende KMK-Präsidentin zum Ende des Gesprächs.

„… aber wo sie es mit hinnehmen, ist nicht klar …“

Am Tag darauf beschließen die jungen Mitglieder im Bürgerrat einen offenen Brief an die Politik zu schreiben. Am 8. Dezember 2022, dem „Tag der Bildung“, übergeben sie ihn persönlich in Berlin an das Präsidium der Kultusministerkonferenz. Inzwischen wurde er von vielen Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland unterzeichnet, die die Forderung nach mehr Respekt und Mitsprache unterstützen. Ende offen. Mehr Informationen unter www.besserlernen.schule


Hallo, das ist ein offener Brief – und er geht raus an all die, die darüber bestimme n, wie Bildung und Schule in Deut schland aussehen : die Politik, die Verwaltungen, die Schulleitungen ... Seit dem Beginn der Corona-Pande mie haben WIR Schüler*innen gema cht, was IHR von uns verlangt habt: Wir haben verzi chtet und zurückges teckt. Lernen wurd e unter diesen Bedingungen noch schw ieriger. Wäre es jetzt nicht fair, wenn IHR im Gegenzug UNS mal zuhören würdet!? Denn sind wir ehrlich, in Sachen Bildu ng und Schule sieht es bei uns nicht besonder s toll aus. Studien haben das gerade wied er gezeigt. Wir Schüler*innen müss en aber keine Studien lesen, um zu wissen, wo es hakt. Wir mögen aus verschiedenen Bund esländern kommen und unter schiedlich e Schulformen besuchen. Aber wir Kinder und Juge ndliche haben eins gemeinsam: Wir wollen bessere Bildung und bessere Schulen! Deshalb forde rn wir: Wir MÜSSEN alle die gleichen Chan cen haben! Egal wer und wie wir sind, wo wir herkommen, wie wir aussehen, an was wir glaub en oder wie viel Geld wir haben. Schulen müssen SCHÖN sein. Dami t meinen wir aber nicht nur, dass alles hübsch angemalt wird. Schöne Schulen sind für uns Orte zum Wohlfühlen. Und das heißt ganz prak tisch: Wir wollen zum Beispiel saubere Toilet ten, ansprechende Schulhöfe und eine moderne technische Auss tattung. Vor allem aber wollen wir genügend Lehrer*innen, die uns unterrichten können und dafür gut ausgebildet sind. Und: Wir wollen MITENTSCHEIDEN. Darüber, WIE wir lernen und WAS wir lernen. Dabei geht es vor allem um Sachen, die mit unserem Leben zu tun habe n und die wir in Zukunft auch wirklich brauchen. Ihr seht, wir haben viel zu bespreche n. Als Kinder und Jugendliche habe n wir ein Recht auf Mitbe stimmung, wenn es um unsere Belange geht. Ihr Erwachse nen fordert für euch immer RESPEKT. Das fordern wir für uns auch! Wir haben keine Zeit zu verlieren. Spre cht mit uns, wie wir Bildung in unse rem Land besser und gerechter machen könn en. ERST UNTERZEICHNER*INNEN Delal Aba, Paula Grönniger, Alice da Silva, Amy Sue Hobrack, Cham Omra n, Esma Nur Kici, Gülsah Arslan, Jayne Voorhaar, Juliano Dahmen, Lena Kriglowitsch, Luis Hageleit, Luna Elsner, Matilda Pfeil, Moesc ha Lands Romy Schrapp, Ronja Radsc heidt, berger, Rüya Killi, Serafina Issa, Sophia Lahr, Sophie Krummheuer

#bes serlernen: Der offene Brief für bessere Bildung ist eine Aktion der Kinder und Jugendlichen im Bürg errat Bildung und Lernen www.besserlernen.schule


Von den Schulwerkstätten bis in die Bildungsausschüsse Die Schulwerkstätten des Bürgerrats

Das Recht auf Mitbestimmung

„Wenn ein Auto kaputt ist, muss es in die Werkstatt. Was ist, wenn es in den Schulen nicht mehr rund läuft …?“

„Wenn es in der Schule schlecht läuft, sind wir am schwersten davon betroffen. Doch wenn es darum geht, wie man es besser machen kann, kommen wir nicht zu Wort.“

Wie, was und wo wollen wir lernen? Darum geht’s in den Schulwerkstätten des Bürgerrats Bildung und Lernen. Bei den Workshops sind die Ideen der Kinder und Jugendlichen gefragt. „Stell dir vor, du bist die die Chefin oder der Chef an deiner Schule. Was würdest du sofort verändern?“ So lautet eine der Einstiegsfragen bei den Workshops. Bei den meisten Antworten sind sie sich untereinander schnell einig. Das ist interessant: Denn die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat kommen schließlich aus verschiedenen Bundesländern, und sie besuchen ganz unterschiedliche Schulformen. Die meisten von ihnen sind auch keine gewählten Klassensprecherinnen oder Schülervertreter. Und fast alle sagen, sie seien in der Schule noch nie gefragt worden, wie sie besser lernen könnten und was aus ihrer Sicht dringend verbessert werden müsste – im Unterricht und drumherum.

„Keiner fragt uns.“ – Das ist einer der Hauptkritikpunkte der Schüler*innen, die an den bisherigen Werkstätten des Bürgerrats teilgenommen haben. Viele beklagen sich darüber, wie respektlos der Umgang miteinander an Schulen ist. Das betrifft das Verhältnis der Schüler*innen untereinander. Und immer wieder berichten die Kinder und Jugendlichen auch davon, wie unfair und diskriminierend sie einzelne Lehrkräfte erleben. „Ohne Respekt ist alles nichts“, sagt Moesha, Schülerin aus Nürnberg beim Treffen der jungen Bürgerratsbotschafter*innen in Berlin. Und die anderen Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat stimmen ihr sofort zu. Doch es bleibt nicht bei den ganz grundsätzlichen Kritikpunkten.


JUNGE BÜRGERRÄTE

Konkrete Vorschläge für bessere Schulen

Von der Idee zur Umsetzung

„Schulen sollten Orte zum Wohlfühlen sein. Dann können wir dort auch besser lernen…“

„Wir können was verändern. An unserer Schule hat es funktioniert …“

Bei den Diskussionen in den Schulwerkstätten geht es vor allem auch um den Lernstoff („Was hat das mit unserem Leben zu tun?“), die Lehrmethoden („immer noch Frontalunterricht …“), und nicht zu vergessen, um den Zustand der Schulhöfe und Klassenräume („… zu eng, zu runtergekommen“).

Viele Schüler*innen wollen mitentscheiden, WIE und WAS sie lernen. Und: Gelingt das auch?! Manchmal ja! Einige Schulen, in denen die Werkstätten des Bürgerrats Bildung und Lernen durchgeführt wurden, haben die Ideen der Kinder in die Tat umgesetzt:

Was muss aus ihrer Sicht unternommen werden, damit sie besser lernen können? Dafür erarbeiten die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen, ganz konkreten Vorschläge. Ihre geforderten „Veränderungen für die Schule von morgen“ wurden 2021 erstmals veröffentlicht. Und seitdem werden sie als Grundlage für Diskussionen in weiteren Werkstätten und für Gespräche mit Politiker*innen genutzt.

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An einer Schule wird jetzt in einigen ausgewählten Fächern auch Musik im Unterricht gehört.

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An einer Schule bestimmen Kinder jetzt mit, was es in der Schulkantine zu essen gibt …

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In einer Schule ist das Thema Beteiligung von Schüler*innen seit der Werkstatt viel präsenter geworden.


JUNGE BÜRGERRÄTE

Veranstaltungen und Gespräche mit der Politik „Ich habe vorher noch nie mit einem Politiker gesprochen.“ Die Aufgabe der jungen Botschafter*innen im Bürgerrat ist nicht nur, Vorschläge für bessere Schulen zu entwickeln. Um wirklich etwas zu verändern, müssen sie ihre Ideen auch bekannt machen. Und mit den Leuten sprechen, die bei der Bildung das Sagen haben. Hierzu gab es bereits mehrere Gelegenheiten. ●

Mit Luna und Matilda waren erstmals auch Kinder offiziell in den Bildungsausschuss im Sächsischen Landtag eingeladen.

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In Schleswig-Holstein berichteten Gülsah und Alice dem Ministerpräsidenten Daniel Günther und der Bildungsministerin Karin Prien über ihre Arbeit.

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Zahlreiche Politiker*innen haben bereits Schulen besucht, an denen #besserlernen-Unterschriften-Aktionen zum offenen Brief der Kinder und Jugendlichen durchgeführt wurden, u.a. auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken.

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Bei wichtigen Events wie der Bildungsmesse didacta in Köln, beim PxP-Musik- und Bildungsfestival in Berlin und beim bundesweiten „Bildungswende Jetzt!“-Protesttag hatten die jungen Botschafter*innen bereits große Bühnenauftritte.

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Auch zahlreiche Interviews haben sie bereits gegeben – fürs Fernsehen, für das Radio, in Podcasts, Zeitungen und Magazinen.

Zahlen und Fakten ●

Mehr als 250 Kinder und Jugendliche haben bereits an den Schulwerkstätten teilgenommen.

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An über 30 Schulen und Bildungseinrichtungen wurde hierfür aktiv zusammengearbeitet.

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Angesprochen wurden verschiedene Schulformen in unterschiedlichen Bundesländern, z.B. Grundschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Mittelschulen, Oberschulen, Staatliche Gemeinschaftsschulen, Stadtteilschulen, sowie eine Montessori-Schule, eine Förderschule für geistige Entwicklung, eine Inklusive Modellschule, eine Wirtschaftsschule, ein Jugendrat und ein Projekt für Schulverweigerer.

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Eine Gruppe von gut 20 Kinder- und Jugendbotschafter*innen vertreten die Schüler*innen bei der laufenden Arbeit im Bürgerrat Bildung und Lernen.


VORSCHLÄGE (ÜBERBLICK)

Wir wollen besser lernen! So sollte sich Schule verändern – aus Sicht der Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat Bildung und Lernen


DIE VORSCHLÄGE IM ÜBERBLICK 17

Viel Kritik an dem, was ist Viele Schüler*innen können mit dem, was sie in der Schule lernen sollen, wenig anfangen. („Was hat das mit meinem Leben zu tun?“, „Ich sitz dann da einfach meine Zeit ab …“) Ob sie ein Fach interessiert oder nicht „hängt vor allem direkt vom Lehrer ab“, also davon „wie der Stoff rübergebracht wird …“ Oft ist „vor allem Fleißarbeit“ gefragt. Viele sagen, der „Leistungsdruck“ sei sehr hoch. Es gebe „zu viele Tests und Prüfungen“ in meist kurzer Zeit, „für die man Sachen pauken muss, die man danach direkt wieder vergisst …“ und „die man sowieso überall im Netz findet“. Viel wichtiger sei es doch, „in Zukunft gemeinsam Probleme und Konflikte lösen zu können“. In diesem Bereich „gibt es in unserer Schule aber kaum Angebote“.

Alle reden über „Digitalisierung“… aber … in den meisten Schulen werde „heute noch so unterrichtet wie früher“. Das heißt „frontal, und selten mit digitalen Medien“. Viele Schüler*innen sagen, „unsere Lehrer können mit den digitalen Medien nicht richtig umgehen“. Deshalb fordern sie „regelmäßige verpflichtende IT-Fortbildungen für alle Lehrkräfte“. Sie kritisieren, dass die Lernmaterialien häufig nicht auf den digitalen Unterricht ausgerichtet sind. Und auch die technische Ausstattung vieler Schulen reiche nicht aus, um „wirklich zukunftsorientiert zu lernen“.

Schöne Schulen Sie wollen an Orten lernen, „wo wir uns wohlfühlen“ – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch ihre Alltagserfahrungen sehen oft anders aus: Viele Kinder lernen in maroden Schulgebäuden („bei uns regnet es rein“) mit vollen Klassen, dreckigen Schulklos („voll eklig“) und tristen Pausenhöfen. Orte, um sich mal zurückzuziehen gibt es an den Schulen kaum. Für Gruppen und Projektarbeiten ist die Raumaufteilung oft nicht ausgelegt. Und: Weil sie von montags bis freitags viel Zeit in der Schule verbringen, geht es natürlich auch ums Essen. „Lecker“ sollte es sein. Und „gesund“ (bzw. vegetarisch/vegan). Und auch ein „Schulkiosk muss sein“.


VORSCHLÄGE (ÜBERBLICK)

Wünsche, Ideen und Vorschläge Wie wollen wir lernen? Was wollen wir lernen? Wo wollen wir lernen? Anhand dieser drei Fragestellungen lassen sich die Forderungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen für bessere Schulen gut gliedern:

Wie wollen wir lernen? ●

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Mehr selbst bestimmt (auch nach eigenen Interessen, Neigungen und Talenten) Mehr in Gruppenarbeit, weniger Frontalunterricht Weniger (Leistungs-) Druck (zu viele Tests, Hausaufgaben, Notendruck) Viel digitaler (mit digitalen Lernmitteln, Einsatz von Medien im Unterricht) Mit Musik (bei ausgewählten Fächern, Lerneinheiten)


Was wollen wir lernen? ●

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Dinge, die nah an unserem Leben dran sind (mehr „greifbare“, mehr aktuelle Themen) Dinge, die wir in Zukunft brauchen (Steuern, Miete etc.) In die Auswahl der Themen einbezogen sein / die Freiheit haben, Themen zu vertiefen „Kompetenzen“ entwickeln statt nur „Wissen“ ansammeln / problemlösungsorientiert lernen

Wo wollen wir lernen? ●

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An Orten, wo wir uns wohlfühlen Schönere Klassenzimmer / Lernräume (auch für Gruppenarbeiten) und Rück zugsmöglichkeiten

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Chillräume / ansprechende Pausenhöfe

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Kiosk / gesundes Essen

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Mit Schulhaustiere


UNSERE VORSCHLÄGE


21 Vorschläge der Kinder und Jugendlichen Im Bürgerrat Bildung und Lernen kommen – selbstverständlich – auch Kinder und Jugendliche zu Wort. Denn von den Missständen bei der Bildung sind sie unmittelbar betroffen. Was sollte unternommen werden, um Schulen besser zu machen? Hier die von ihnen formulierten Empfehlungen im Wortlaut.


Kleinere Klassen Weniger Schüler*innen in einer Klasse ● 15 bis 25 Schüler*innen pro Klasse oder Gruppe sind genug. (Aber Achtung: bestehende Klassen mit mehr als 25 Schüler*innen nicht trennen) ● Eine Voraussetzung dafür ist, dass dafür Räume und ausreichend Lehrkräfte vorhanden sind.

Wir wollen mehr mitentscheiden, wie und was wir lernen Respekt als Basis von allem: ● Es geht um uns und deshalb wollen wir mitreden. ● Erwachsene sollen uns ernst nehmen. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun. ● Wir haben ein Recht auf Mitbestimmung, wenn es um Dinge geht, die uns betreffen. Darum ist uns das wichtig: ● Wir wissen, was gut für uns ist. ● Unsere Meinung zählt. ● Wir wollen etwas verändern. ● Wir wollen gemeinsam Lösungen finden.

Gleiche Chancen durch finanzielle Unterstützung Schüler*innen aus ärmeren Familien finanziell unterstützen: ● Ärmere Familien werden unterstützt und so können alle eine gute Bildung in der Schule bekommen. ● Sie bekommen Gelder für Schulhefte, Schultaschen, Stifte und Klassenfahrten. Sie bekommen auch Rabatte für das Essen oder kostenloses Essen. ● Stipendien mit Mentoring als Begleitung anbieten. Darum ist uns das wichtig: Gute Bildung muss unabhängig vom Geldbeutel der Familie sein. ● Schule ist nicht kostenlos, Schulmaterialien kosten. ● Alle Kinder sollten die Chance auf gute Bildung haben, um später einen guten Beruf zu bekommen und gutes Geld verdienen zu können. ●

Darum ist uns das wichtig: ● Wir können uns besser konzentrieren und besser lernen. ● Wir können besser gefördert werden. Vor allem auch die von uns, die es schwerer haben zu lernen. ● Bei kleineren Klassen sind die Lehrer*innen weniger gestresst. Dadurch wird der Lehrer*innenberuf attraktiver.

Mehr Lehrer*innen in einer Klasse Eine Lehrer*in pro Klasse ist zu wenig ● Es soll zwei Lehrer*innen und/oder Lernbegleiter*innen in einer Klasse geben. ● Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen und auch Prak tikant*innen können die Lehrer*innen als Aufsichtspersonen ergänzen, auch wenn sie nicht immer inhaltlich weiterhelfen können. ● Die Klasse kann nach Lernfortschritten aufgeteilt werden. Stärkere Schüler*innen können schwächere Schüler*innen unterstützen. ● Kleine Betreuungsgruppen machen den Lehramtsberuf attraktiver. Darum ist uns das wichtig: ● Es gibt eine zweite Ansprechperson für die Schüler*innen. ● Es fällt weniger Unterricht aus, wenn eine Lehrkraft krank ist. ● Es entlastet die Lehrer*innen. ● Die Lehrkräfte können individuell und besser auf uns eingehen. ● Die Lehrer*innen können gemeinsam Noten vergeben und sich abstimmen. ● Praktikant*innen lernen Unterrichten bereits in der Praxis. ● Unterschiedliche Qualifikationen der Lehrpersonen nutzen den Schüler*innen.


UNSERE VORSCHLÄGE

Lernen fürs Leben Themen zum „Lernen fürs Leben“ sollen in den Lehrplan, in Projektwochen oder falls notwendig, als neues Fach aufgenommen werden: ● Wir wollen wichtige Dinge für unser Leben lernen (z.B. Steuern, Miete, Umgang mit Geld, Kochen, Politik, Zusammenleben mit Menschen, Bewerbungen, Erziehung, Erste Hilfe, Glück, Kinderrechte, Gartenarbeit, Hauswirtschaft, Informationen über Themen wie Alkohol, Drogen usw.) ● Wir wollen lernen, wie wir selbstständig werden. ● Die Themen sollen im Unterricht regelmäßig aufgegriffen werden. Darum ist uns das wichtig: ● Das Erwachsenenleben beginnt bereits kurz nach der Schule und wir müssen dann wissen, wie wir alleine wohnen, Steuern zahlen, usw. ● Wir kommen im Alltag nach der Schule besser klar und sind nicht planlos. ● Wir sammeln praktische Erfahrungen, bevor wir in richtige Lebenssituationen reinkommen. ● Wir wollen unsere Rechte kennenlernen. ● Wir wollen damit anderen zeigen, dass es wichtig ist zu lernen, im Leben unabhängig und selbstständig zu sein und viel über sich selbst zu lernen.

Praxis und Theorie stärker verbinden Themen praktisch erleben können: ● Lernen mit Erleben verbinden (z.B. Ausflüge im Biologieunterricht, Latein-Fahrten nach Rom, Englisch-Fahrten nach London, Zeichnen im Kunstunterricht) ● Learning by doing. ● Bildung praktischer gestalten. ● Berufspraktisches Lernen. Darum ist uns das wichtig: Wenn wir erst praktisch arbeiten, verstehen wir die Theorie besser. ● Nicht erst die Theorie durchgehen, weil wir dadurch Zeit für die Praxis verlieren. ● Wir können praktische Erfahrungen sammeln und erkennen unsere Stärken und Schwächen. ● Theorie und Praxis greifen ineinander. ●

Individuelles Lernen Selbstständiges Lernen individualisieren: ● Wir können so lernen, wie es uns am besten gefällt und uns aussuchen, wo, wie, mit wem und in welchem Tempo wir lernen möchten. ● Lernen ist über verschiedene Wege möglich (z.B. schriftlich, mit Videos, über Online-Plattformen, mit Lernspielen). ● Das Ausmaß des individuellen Lernens soll sich nach dem Alter und nach der Situation/Reife in der Klasse richten. ● Lehrer*innen müssen uns Raum lassen, damit wir selbst lernen können, aber sie müssen für Fragen zur Verfügung stehen. ● Kurse und AGs auch nach der offiziellen Schulzeit anbieten. ● Es gibt Zeitfenster im Stundenplan und passende Räume, in denen wir selbstständig lernen können (z.B. eigene Lernräume). Darum ist uns das wichtig: ● Jeder Mensch ist anders. Wir alle haben eigene Lern- und Lebensweisen, die sich auch wieder ändern können, und wir lernen besser auf unsere eigene Art und Weise. ● Wir haben mehr Spaß und bessere Noten. ● Es hilft, um sich selbst zu reflektieren. ● Wir können uns selbst besser strukturieren. ● Wir können auf diese Weise lernen zu lernen. ● Wir bauen unsere eigenen Stärken aus. ● Für die Lehrkräfte ist es leichter und sie haben weniger Stress.


Individuelle Beurteilung Weniger Zeitdruck beim Lernen Den Zeitdruck beim Lernen verringern: ● Wir haben mehr Zeit zwischen den Klassenarbeiten und Klausurphasen (mindestens vier Wochen) und regelmäßige Abstände zwischen den Klassenarbeiten und Klausuren. ● Der Lernstoff soll gleichmäßig verteilt und sinnvoll zugeordnet werden. ● Lehrkräfte stimmen sich miteinander ab, wann Tests/ Prüfungen geschrieben werden. ● Wir wissen frühzeitig, wann Prüfungen geschrieben werden. ● Wir können selbst entscheiden, wann wir was bearbeiten und wann wir Tests schreiben. ● Es gibt Doppelstunden für alle Fächer und größere Themenblöcke. Darum ist uns das wichtig: ● Wir können stressfreier und motivierter lernen und erledigen den Lernstoff besser. ● Wir müssen nicht alle Themen gleichzeitig lernen. ● Wir haben mehr Freizeit.

Freiwillige Hausaufgaben Hausaufgaben sollen freiwillig sein: ● Wir können mit freiwilligen Hausaufgaben das Gelernte vertiefen. ● Wir können mit Lehrer*innen darüber entscheiden, ob und wie Hausaufgaben in die Benotung einfließen. ● Die Hausaufgaben sollen möglichst in der Schule erledigt werden können (z.B. in den Lernräumen). Darum ist uns das wichtig: ● Stress und Zeitdruck können geringer werden. ● Leistungen können selbst eingeschätzt werden.

In bestimmten Fächern wird die Mitarbeit bewertet: ● In den Fächern Kunst, Musik, Sport und Handwerken soll nicht nach Standards und Leistung, sondern nach der Mitarbeit und dem eigenen Können bewertet werden. ● Wir wollen danach bewertet werden, was wir auch wirklich leisten können. Das eigene Talent darf keine Rolle spielen. ● Individuelle Voraussetzungen berücksichtigen (z.B. Deutsch als Zweitsprache). Darum ist uns das wichtig: ● Jede*r hat verschiedene Stärken und Schwächen. ● Jede*r hat eine Chance auf gute Noten. ● Wir werden für das, was wir geleistet haben, auch gelobt und wertgeschätzt. ● Es ist wichtig, dass jede Anstrengung positiv beurteilt wird, z.B. beim Sportunterricht.

Fächerwahl nach eigenem Interesse Selbst entscheiden können, was wir lernen. ● Bestimmte Fächer (z.B. Kunst, Musik und Religion) als Wahlmöglichkeit anbieten und nicht als verpflichtende Fächer. ● Grundkenntnisse in jedem Fach sind wichtig. ● In einigen Fächern soll die Anzahl der Stunden nach Interesse variieren (Grund- und Erweiterungskurs). Darum ist uns das wichtig: ● Wir können nach unseren eigenen Interessen lernen. ● Wir können in Fächern, die wir interessant finden, vertieft lernen. ● Wir bekommen Freiheiten, über Themen und Aufgaben zum Lernen nach unseren Interessen selbst zu entscheiden (anhand einer Auswahl).


UNSERE VORSCHLÄGE

Schöne Schule

Information und Aufklärung über alle Bildungs- und Berufswege In allen Schulformen Projektwochen über alle Bildungswege durchführen: ● Schüler*innen aller Schulformen wissen über alle möglichen Bildungs- und Berufswege Bescheid. ● Auf dem Gymnasium auch über Ausbildungen und auf Realschulen über Studiengänge informieren, spätestens ab der 9. Klasse. ● In der letzten Klasse der Grundschule gibt es Projekttage zu den weiterführenden Schulen. Darum ist uns das wichtig: ● Das Wissen über verschiedene Bildungs- und Berufswege ist für uns alle wichtig ● Wir wollen mitentscheiden, welche Schulform, welche Ausbildung oder welches Studium für uns am besten ist. In den höheren Klassen können wir uns selbst besser einschätzen. ● Wir lernen momentan in der Schule nicht so viel darüber.

Schule sollen so ausgestattet sein, dass wir uns wohlfühlen: ● Schule soll ein Ort zum Wohlfühlen sein – so wie Zuhause. ● Klassenräume ordentlicher und gemütlicher gestalten und sauber halten. Räume neu streichen und dekorieren (z.B. über einen Dekorationswettbewerb von uns). ● Räume gut ausstatten (z.B. mit Schreibmaterial, Uhr, Stundenplan, Pflanzen, Teppiche, vielen Bildern, Sofas). ● Bibliothek mit verschiedenen Büchern (z.B. Sachbücher, Romane, Fremdsprachenbücher) und Sitzmöglichkeiten einrichten. Die Bücher können wir auch ausleihen. ● Schulhöfe besser gestalten mit Sitz-, Sport- und Spielmöglichkeiten, z.B. Klettergerüst, Fußballund Basketballfeld, Tischtennisplatte, Volleyballnetz, Wasserspielplatz, Rutsche, Schaukeln. ● (Grünes) Klassenzimmer draußen einrichten. ● Bessere und saubere Toiletten mit Hygieneprodukten. ● Schulshop einrichten. Kaltgetränke sind im Unterricht erlaubt. ● Funktionierende Technik, z.B. WLAN, Smartboards, Beamer. ● Barrierefreiheit in der Schule beachten. Darum ist uns das wichtig: ● Wir brauchen eine kindgerechte Schule. ● Wir verbringen viel Zeit in der Schule und wollen uns dort wohlfühlen. ● Wir können motivierter und besser lernen und freuen uns mehr, in die Schule zu gehen, wenn wir uns wohlfühlen. ● Wir machen dann besser mit und haben weniger Fehlzeiten. ● Die Schule sieht spannender und gemütlicher aus und ist nicht mehr so langweilig mit kahlen weißen Wänden. ● Der Schulhof ist wichtig, weil wir uns in den Pausen vom anstrengenden Lernstoff entspannen.


Chill- und Lernräume für alle Schulen Chill- und Lernräume für alle Schulen und Lerneinrichtungen: ● Es gibt mindestens einen Chill- und Lernraum. Wenn es möglich ist, gibt es auch getrennte Räume zum Chillen und Lernen und auch für jeden Jahrgang einen eigenen Raum. ● Alle Schüler*innen können den Raum während und nach der Schulzeit und in den Pausen nutzen, um in Ruhe zu lernen. ● Die Räume sind dauerhaft offen ● In den Räumen sind Spielgeräte (z.B. Kicker), gemütliche Sitzmöglichkeiten, Tische und Stühle und eine technische Ausstattung. ● Snack- und Getränkeautomaten mit günstigen/ nicht zu teuren Preisen sind vorhanden. ● Elektronische Geräte (z.B. Handy) sind erlaubt. ● Stilles, selbstständiges Lernen ist möglich. Darum ist uns das wichtig: Wir haben einen Ort, um uns ungestört konzentrieren zu können. Nicht alle können sich zu Hause konzentrieren oder haben ein eigenes Zimmer für sich. ● Wir können uns beim Lernen gegenseitig helfen. Nicht alle dürfen Freunde mit nach Hause bringen der haben Eltern, die beim Lernen helfen. ● Wir haben mehr Motivation, weil wir Hausaufgaben schon in der Schule machen können und zuhause dann Freizeit haben. ● Wir haben einen Ort, wo es leise ist, wir uns entspannen können und (allein) runterkommen können, wenn uns z.B. alles zu viel wird. ● Nachmittags sind wir sehr lange in der Schule und brauchen deshalb auch Räume zum Chillen. Schule ist wie ein zweites Zuhause. ● Wir können Pausen auch drinnen verbringen, wenn es im Sommer draußen zu warm und im Winter zu kalt ist oder es regnet. ●

Tablets für alle Schulen Der Staat soll für alle Schulen Tablets finanzieren: ● Ab der 5. Klasse sollen Tablets für Rechercheaufgaben (nach Aufforderung der Lehrkraft) zur Verfügung stehen. Ab der 8. Klasse sollen alle Schüler*innen Tablets haben. ● Auch in höheren Klassen soll es keine Pflicht zur Tablet-Nutzung geben, sondern auch die Möglichkeit mit Stift und Zettel zu arbeiten. ● Die Tablets können für Recherchen genutzt werden. ● Die Tablets werden durch die Lehrkräfte freigegeben. ● Blaulichtfilter werden bei den Tablets eingestellt, um die Augen zu schonen. ● Die zeitliche Nutzung ist begrenzt (Vertrauensbasis). ● Programme und Websites sind begrenzt. ● Ein funktionierendes Schul-WLAN ist eine Voraussetzung. ● Wir wollen auch lernen, wie man mit Tablets gut umgehen kann. Darum ist uns das wichtig: ● Es ist wichtig für uns, weil das Erwachsenenleben bereits kurz nach der Schule beginnt. ● Wir können einfach Recherchearbeiten im Internet durchführen. ● Wir haben weniger zu tragen und schonen unseren Körper (… keine schweren Bücher mehr tragen). ● Papier wird gespart. ● Barrierefreiheit wird verbessert. ● Die Tablets sind eine Unterstützung als Lernhilfe, z.B. für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche.


UNSERE VORSCHLÄGE

Späterer Schulstart Die Schule soll frühestens ab 8 Uhr starten: ● Für die Klassen 1-6 startet die Schule ab 8 Uhr Schule, ab der 7. Klasse ab 9 Uhr. ● Die Schulen sollen selber entscheiden können, wann die Schule beginnt. Auch die Schüler*innen dürfen darüber mitentscheiden. ● Wenn der Unterricht erst eine Stunde später beginnt, kann er auch eine Stunde länger dauern. ● Wir können vor dem Unterricht individuell lernen. ● Es gibt auf Wunsch eine Extra-Betreuung vor 9 Uhr für Kinder. ● Schulwege mit Bus und Bahn für den Schulstart berücksichtigen, insbesondere in ländlichen Gegenden. ● Besondere Bedingungen der Ganztagsschule beachten.

IT-Pflichtausbildung für Lehrer*innen Ausbildung von Lehrkräften in IT-Nutzung als Pflicht: ● Grundkenntnisse für alle Lehrer*innen, Erzieher*innen, Schulsozialarbeiter*innen zur IT-Nutzung sicherstellen. ● Dazu gehört auch, Schüler*innen über Chancen und Risiken der digitalen Welt aufzuklären. ● In regelmäßigen Fortbildungen sollen die Lehrkräfte auf dem aktuellen Stand bleiben. ● Zusätzlich gibt es Workshops, in denen Schüler*innen freiwillig den Lehrkräften helfen. Darum ist uns das wichtig: ● IT-Kompetenzen sind für alle Fächer wichtig. ● Viel Unterricht basiert auf der Nutzung von Technik. ● Es geht keine Zeit verloren im Unterricht wegen schlechten IT-Kenntnissen von Lehrer*innen. ● Schüler*innen müssen Lehrer*innen mit IT-Kompetenzen fragen können und nicht umgekehrt den Lehrkräften die IT-Nutzung beibringen. ● Wir erleben, dass Lehrer*innen nicht in der Lage sind, ein Whiteboard zu bedienen oder eine Bluetooth-Box zu verbinden. ● IT-Kompetenzen gehören mittlerweile zur Grundausbildung.

Darum ist uns das wichtig: ● Wir können uns besser konzentrieren und können mehr im Unterricht mitmachen. ● Wir haben mehr Schlaf und einen entspannteren Morgen. ● Die Hausaufgaben können wir vor dem Schulstart fertig machen. ● Im Winter ist es um die Zeit heller und wir sind dadurch wacher.

Kleiderordnung abschaffen Keine Kleiderordnung an Schulen: ● Wir wollen selber entscheiden, was wir anziehen und wie viel wir von unserem Körper zeigen möchten. Das soll uns niemand vorgeben. ● Niemand soll uns sagen, wie wir uns zu kleiden haben. Darum ist uns das wichtig: ● Egal was wir anziehen, wir sind alle gleich und so zu akzeptieren, wie wir sind. ● Niemand darf wegen seiner Kleidung beleidigt oder belästigt werden. ● Wenn wir wegen unserer Kleidung beleidigt oder belästigt werden, ist das nicht unsere Schuld, und wir dürfen dafür nicht verantwortlich gemacht werden.


UNSERE VORSCHLÄGE

Schulhaustiere Schulen sollen bei der Anschaffung von Schulhaustieren, wie Meerschweinchen, Hamstern, Kaninchen, Hühnern unterstützt werden: ● Wir stimmen die Anschaffung von Schulhaustieren gemeinsam ab. ● Tiere räumlich vom Klassenraum getrennt halten. ● Eine Tier-AG betreut die Tiere (freiwillig, Allergien und Phobien beachten). ● In den Ferien nimmt Jemand das Tier mit nach Hause und kümmert sich darum. ● Die Tiere werden mit in den Unterricht und in die Schulsozialarbeit eingebaut. ● Mit Tierheimen zusammenarbeiten. Darum ist uns das wichtig: Wir freuen uns mehr, zur Schule zu gehen. ● Mehr Gruppenarbeit mit Tieren ● Wir lernen, Verantwortung zu übernehmen. ● Auch Kinder ohne Tiere zuhause können einen Kontakt mit Tieren bekommen. ● Psychisch belasteten Kindern wird durch Tiere geholfen. ●

Musik im Unterricht In einigen Fächern soll Musik hören erlaubt sein: ● Die Schule klärt, in welchen Fächern, das passend ist (z.B. im Kunstunterricht beim Malen oder beim Sportunterricht). ● Die Klasse stimmt ab, welche Musik läuft, oder wir hören in Einzelarbeitsphasen individuell über Kopfhörer Musik. ● Neben Lern- und Gesprächsphasen gibt es feste Musikphasen. ● Die Nutzung ist freiwillig. ● Es wird mehrsprachige Musik angeboten, um Sprachen zu lernen. ● Texte beim Sachunterricht vorspielen lassen. Darum ist uns das wichtig: Manche von uns können sich besser konzentrieren und sind motivierter, wenn sie Musik hören. ● Die Lautstärke ist insgesamt in der Klasse niedriger. ● Musik regt Kreativität im Kunstunterricht an. ● Musik kann beruhigen und wirkt gegen Stress. ● Das ist eine andere Form des Lernens. ●

Fridays for Food Mitentscheiden können, was es in Schulen zu essen gibt: ● In jeder Schule soll es die Möglichkeit geben, dass wir uns Essen besorgen können (z.B. Kantine, Stand, Kiosk). ● Das Essen soll lecker und kostengünstig sein. ● Es muss immer vegetarische oder vegane Gerichte als Alternative geben. ● Wir gestalten den Essensplan mit und können zu allen Gerichten abstimmen (über Tablets/Schulgeräte). ● Ärmere Familien werden bei den Essenskosten unterstützt. Darum ist uns das wichtig: ● Essenspausen sind wichtig für unsere Konzentration. Wir haben dann auch wieder mehr Energie für den Lernstoff. ● Für lange Schultage wollen wir uns Essen auch mal in der Schule besorgen können. ● Manche von uns müssen zuhause lange auf das Essen warten, weil die Eltern lange arbeiten müssen. ● Wir haben manchmal wenig Zeit am Morgen, um Essen vorzubereiten.


IMPRESSUM

DIE SCHULWERKSTÄTTEN DES BÜRGERRATS BILDUNG UND LERNEN Die Werkstätten des Bürgerrats Bildung und Lernen finden in ganz Deutschland an unterschiedlichen Schulformen und Bildungseinrichtungen statt. Seit 2021 wurden sie bereits an 32 Schulen und Lernorten durchgeführt (Stand: Oktober 2023) BAYERN / Kirchheim ● Gymnasium Kirchheim ● Nürnberg ● Bertold-Brecht-Schule (Mittel-, Realschule und Gymnasium) ● Adam-Kraft-Realschule ● Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule ● Konrad-Groß-Mittelschule ● Labenwolf Gymnasium ● Maria-Ward-Gymnasium ● Peter-HenleinRealschule ● Scharrer-Mittelschule ● Städtische und Staatliche Wirtschaftsschule ● Veit-Stoß-Realschule ● Willstätter Gymnasium BERLIN / Berlin ● Grundschule am Schleipfuhl ● 36. Grundschule HAMBURG / Hamburg ● Stadtteilschule Bahrenfeld NIEDERSACHSEN / Osterholz-Scharmbeck ● Schule am Klosterplatz (Förderschule für den Schwerpunkt geistige Entwicklung) ● Gymnasium Osterholz-Scharmbeck ● Integrierte Gesamtschule Osterholz-Scharmbeck mit gymnasialer Oberstufek ● Oberschule Lernhaus im Campus Osterholz-Scharmbeck NORDRHEIN-WESTFALEN / Münster ● Gesamtschule Münster Mitte ● Primusschule ● Mathilde-Anneke-Gesamtschule ● Jugendrat der Stadt Münster ● Wuppertal ● Max-Planck Realschule RHEINLAND-PFALZ / Koblenz ● Return-Projekt des Internationalen Bundes (Projekt für Schulabbrecher*innen) ● Ingelheim ● Bilinguale Montessori Schule (Rheinland-Pfalz) THÜRINGEN / Jena ● Grundschule Saaletalschule ● Gemeinschaftsschule Kaleidoskop Schule ● Reformschule nach dem Jenaplan ● Gemeinschaftsschule Kulturanum ● Werkstattschule Jena ● Lobdeburgschule ● Abenteuerspielplatz Jena SACHSEN Weinböhla ● Grundschule Weinböhla

HÖRT UNS ZU! Unsere Vorschläge für bessere Schulen Die Kinder und Jugendlichen im Bürgerrat Bildung und Lernen Bonn, 2023 Herausgegeben durch: Montag Stiftung Denkwerkstatt Gemeinnützige Stiftung Raiffeisenstraße 3 53113 Bonn www.buergerrat-bildung-lernen.de www.montag-stiftungen.de Texte Kinderbotschafterinnen und -botschafter Gülsah Arslan, Alice da Silva, Juliano Dahmen, Luna Elsner, Paula Grönniger, Luis Hageleit, Amy Sue Hobrack, Serafina Issa, Esma Kici, Rüya Killi, Lena Kriglowitsch, Sophie C. Krummheuer, Sophia Lahr, Moescha Landsberger, Cham Omran, Matilda Pfeil, Ronja Radscheidt, Romy Schrapp, Jayne Voorhaar Redaktion: Sabine Milowan (Ltg.), Gerhard Wolff Text + Bildredaktion: Stephan Tarnow, Assistenz: Elena Brenner Grafik und Layout: Cream. Büro für Gestaltung

Darüber hinaus auch besonderer Dank an die Evangelische Schule Berlin Zentrum (EZBZ), die Gesamtschule Bonns Fünfte (Nordrhein-Westfalen), die NNB in Calw (Baden-Württemberg) und ein großes Dankeschön an alle Schulen, Initiativen und Organisationen, die die Arbeit des Bürgerrats Bildung und Lernen auch bereits tatkräftig unterstützt haben (im Rahmen der Aktion #besserlernen u.v.a.).

Bildnachweis: Christoph Soeder: Seite 1, 2, 3, 4 (unten, rechts), 5 (oben), 5 (oben/Mitte, unten/rechts oben/rechts unten), 7 Mitte oben/Mitte unten/ rechts unten), 8 (links, Mitte), 10 (oben, 1. von links, unten, 2. von links), 12, 14 (rechts), 15, 16 (rechts/unten) Felix Abraham: Seite 3 (Mitte), 10 (oben, rechts/unten, 3. von links/unten, rechts), 13 (links), Fabian Sommer: Seite 3 (unten), 4 (unten, links/unten rechts), 6, 8 (links unten) 9 (unten links/oben rechts), 16 (links) Seite 5: Guido Rottmann (Mitte, Unten)?, 7 (links/rechts oben), 8 (Mitte, Mitte/rechts, Mitte), 9 (oben), 11 Carlo Bansini: Seite 5 (Mitte oben), 10 (oben, 3. von links/ unten links), 13, 14 (links), 15 (rechts) , 16 (links, Mitte / rechts, Mitte/rechts, unten) Robert Jentzsch: Seite 8 (oben links) Marcel Kusch, Seite 8 (rechts, oben) maderfoto: Seite 8 (Mitte, unten) Patric Fouad: Seite 10 (oben, 2. von links)

Wir bedanken uns bei allen … Schüler*innen, Eltern, Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen, Hausmeister*innen, Schulleitungen, die Mitarbeiter*innen der Schulverwaltungen sowie den Politiker*innen!

Verantwortlich für die Kinder- und Jugendbeteiligung im Bürgerrat Bildung und Lernen: IKU_Die Dialoggestalter: Julia Barth


IMPRESSUM 25


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