Das Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin der
03/2015
ERNÄHREN Die Kuhmilch hat Konkurrenz bekommen von Soja-, Reis- und Mandel-Drinks. Was dahintersteckt.
REISEN Jeder Mensch brauche seine Insel, heisst es. Wir haben ein paar gefunden. In Ausflugsnähe.
Im Fluss bleiben! So finden Sie in diesem Sommer jede Menge
Zeit
oekom Rating 2015: Die Migros ist die nachhaltigste Detailhändlerin der Welt.
Wir versprechen Giosua, unser Sortiment für Allergiker bis Ende 2016 um 30% zu vergrössern. In der Migros gibt es immer mehr klar gekennzeichnete Produkte ohne Laktose, Gluten und andere Unverträglichkeitsauslöser. Mit diesem und zahlreichen weiteren verbindlichen Versprechen engagieren wir uns für die Generation von morgen.
Unsere Allergiker-Produkte sind in ausgewählten Migros-Filialen und bei LeShop.ch erhältlich.
Mehr auf generation-m.ch
EDITORIAL
Liebe Leserin,lieber Leser Das auch noch …
Titelfoto: Getty Images, iStockphoto (Montage: Vivai) © Roland Tännler, iStockphoto
Kann doch jeder! Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, auf www.klubschule.ch zu schauen, was man alles lernen könnte. Ein Primarschultrauma («Was soll das denn sein?») hat dazu geführt, dass ich glaubte, ich könne nicht zeichnen. Wahrscheinlich kann ich es auch nicht, aber ich möchte es gern können. Deshalb werde ich demnächst den Kurs «Zeichnen» belegen. Ganz schön schwül Der Tod ist nicht das Ende. Vor einem Jahr starb der kolumbianische Dichter Gabriel García Marquez. Seine Bücher verkaufen sich besser denn je. Ich habe zum dritten Mal «Die Liebe in den Zeiten der Cholera» gelesen. Ein wunderbares Buch, das temperaturmässig zum Sommer passt. Es ist dort ständig schwül und heiss. Und was die Hitze so alles mit einem macht!
Es war mein freier Tag. Ich wollte nur noch schnell ein Geschenk kaufen. Schon als die Verkäuferin die kleine Dose waagrecht statt hochkant auf das schmal zugeschnittene Papier legte, wusste ich: Das würde dauern. Ungeschickt versuchte sie die Enden einzuklappen, die Dose rutschte nach vorn. Sie strich das Papier glatt und versuchte es erneut. Als ihr endlich Erfolg beschieden war, stellte sie fest: «Uiih, die Klebebandrolle ist leer!» Ich atmete hörbar aus, zog die Augenbrauen hoch, wippte von einem Fuss auf den anderen. Es war seltsam. Ich hatte ja Zeit. Doch ich konnte nur eines denken: «DIE FRAU STIEHLT MIR MEINE ZEIT.» «Im Gegenteil: Diese Frau hat dir Zeit zum Nichtstun geschenkt», sagte später meine Lieblingscousine, die die Dinge immer anders betrachtet als 99 Prozent der Menschheit. Stimmt. Ich hätte die zehn Minuten dazu nützen können, mir einen passenden Bibelvers in Erinnerung zu rufen: «Alles hat seine Zeit.» Oder ich hätte mit «meinem Atem sein können», wie es entspannte Trainer in realitätsfernen Meditationsräumen gern empfehlen. Irgendwann fragte sie: «Ist es recht so?», und streckte mir ein Päckchen hin, das eine schiefe Schleife zierte. Wäre ich innerlich nicht so aufgebracht gewesen, hätte mich das wohl berührt. Wir schenken Ihnen dieses Mal ein wenig Zeit, um über die Zeit nachzudenken. Sich dem Fluss der Zeit hinzugeben, wäre eine gute Haltung, glaube ich. Fatalerweise denken ja viele, sie müssten aus der Zeit noch mehr herausholen. Und dann stoppt uns plötzlich etwas oder jemand. Manchmal ist das eben eine Verkäuferin mit zwei linken Händen. Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen
Chefredaktorin Vivai 3/15
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Rund 10’000 Produkte, selber hergestellt.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––– Was uns am Herzen liegt, das machen wir selber. Zum Beispiel unser Handy Abwaschmittel, das wir in einem unserer eigenen Schweizer Betriebe herstellen.
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Mehr auf: www.vonuns-vonhier.ch
INTERN
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Impressum
ge von der Eine Repor taey? Selten Insel Nordernne schnellere hatten wir ei Wunder – Zusage. Kein Harald unser Autor n waschBraun ist eiicht. echtes Nordl
Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Verlagsleiter: Rolf Hauser Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktorin: Susanna Heim Stellvertreterin: Christine Kunovits Koordination: Imelda Stalder Text/Produktion: Lukas Hadorn, Sylvie Castagné (F), Alda Viviani (I) Art Direction: Dora Siegenthaler Bildredaktion: Cornelia Thalmann Bildbearbeitung: Reto Mainetti Korrektorat: Patrizia Villiger Redaktion und Verlag: Vivai, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich vivai@migrosmedien.ch www.migros.ch/vivai Druck: Vogt-Schild Druck AG, CH-4552 Derendingen Papier: Holzfrei, FSC-Mix Zur CO2-Kompensation wird ein FSCProjekt in Brasilien unterstützt.
© Igor Kuprin, Sabine Braun, Paolo Dutto, Marion Nitsch
ISSN: 1663-716X Gesamtauflage Vivai: 250 000 Exemplare D: 173 000 Ex., F: 60 000 Ex., I: 17 000 Ex.
Bestellen Sie Vivai kostenlos: abo.vivai@migrosmedien.ch oder Telefon 0800 180 180
Mit seiner Gabe, Daten- und Textberge in einfache Infografiken und Illustrationen zu verwandeln, verblüfft er uns immer wieder aufs Neue: Martin Burgdorff gehört zu den Grossen seines Fachs. S. 20
Mit Stil, Charme und dem Duden bewaffnet: Vor unserer Korrektorin Patrizia Villiger ist kein Feler sicher.
Wie so oft gilt auch bei der Milch: Die Menge machts!
Die Experten
Als Gartenbloggerin eine Instanz: MigrosMagazin-Journalistin Almut Berger hat uns mit ihrem Input zum Thema Garten unterstützt. S. 24
David Fäh ist Ernährungsphysiologe und Dozent an der Universität Zürich. Er steht uns als Experte in allen Fragen der Ernährung zur Seite.
Marianne Botta Diener ist Lebensmittelingenieurin und Autorin von Fachbüchern. Aktuelles Thema: Kuhmilch – ja oder nein? S. 34 Vivai 3/15
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DAS FREUT UNS
Alles an Bord — Vivai sticht in See Wir präsentieren: das UpcyclingPiratenschiff, exklusiv gebastelt für Vivai von den Macherinnen von Kiludo, einem digitalen Kreativmagazin, das viermal im Jahr Bastelund Spielideen sowie Kochrezepte für Eltern mit Kindern zwischen drei und acht Jahren liefert. Tolles Konzept – und tolles Schiff! Danke und ahoi!
WETTERFESTE TIPPS
Eine kostenlose Probenummer von Kiludo gibt es unter www.kiludo.ch/probemagazin
Höhenfeuer bestaunen, in der Waldsauna entspannen, den Tag im Ruderboot verbringen oder – je nach Wetter – drinnen bowlen, im Wohnzimmer zelten oder einen Küchengarten anlegen: Nach dem Erfolg der «100 Sommerideen» im letzten Jahr präsentiert die Migros auch 2015 eine Ideensammlung für einen spannenden, abwechslungsreichen Sommer, für gutes wie schlechtes Wetter: Das Buch «100 neue Ideen für jedes Sommerwetter» ist in allen Migros-Filialen erhältlich.
Das Bio-Festival Am Wochenende vom 19. bis 21. Juni findet in Zofingen schon zum sechzehnten Mal der Bio Marché statt, die grösste Bio-Messe der Schweiz mit rund 200 Ausstellern aus dem In- und Ausland. Die Migros ist als Hauptsponsorin mit diversen Ausstellern der M-Industrie sowie mit Migros-BioLieferanten präsent und wartet mit verschiedenen Leckereien auf.
© Pablo Tys, www.biomarche.ch
Weitere Informationen: www.biomarche.ch
Mehr Filialen mit mehr Alnatura Seit letztem Jahr bietet die Migros mehr als 300 Produkte aus dem Alnatura-Sortiment an. Und es scheint, als wären wir nicht die einzigen Fans dieser biologisch hergestellten und einer nachhaltigen Lebensweise verpflichteten Lebensmittel. Bis Ende 2015 soll sich die Anzahl der mit dem Alnatura-Sortiment ausgestatteten Filialen von aktuell rund 100 auf mehr als 200 verdoppeln. Das freut uns! Vivai 3/15
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Magnesium-Power für den Alltag Einfach 1x täglich 1 Beutel Trinkgranulat reich an Magnesium Mit frischem Orangengeschmack
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DAS GEFÄLLT UNS
Badeferien mit Schlechtwettergarantie Es mag ältlich klingen, aber wir auf der VivaiRedaktion sind erklärte Freunde des Badens in Thermalwasser. Und zwar nicht nur im Winter. Die Therme Meran im Südtirol etwa ist in einen 50 000 Quadratmeter grossen Park mit Palmen- und Rosengärten eingebettet, der im Sommer prächtig blüht. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, locken Pools, Saunas und Spas im Innern eines mächtigen Glas-Kubus. Die TopAdresse für Besucher ist das direkt angrenzende Wellnesshotel Therme Meran, das unterirdisch mit der Badeanlage verbunden ist.
Lichtschnell durchs Weltall Wie ist es, als Lichtteilchen durchs All zu rasen? Mit einer Geschwindigkeit von 300000 Kilometern pro Sekunde? Der US-Künstler Alphonse Swinehart hat ein 45-minütiges Video geschaffen, das den Flug eines Photons von der Sonne, vorbei an der Erde, bis über die Umlaufbahn von Jupiter hinaus visualisiert – mehr als 800 Millionen Kilometer! Ein gewaltiges, nach einigen Minuten seltsam beruhigendes Erlebnis. Google-Suchbegriff: «Riding Light», das Video ist auf der Plattform Vimeo abrufbar.
Schau mal!
www.hotelthermemeran.it
© Illustration: Christopher Corr
MMMH, FRUCHTIG!
So stellen wir uns die perfekte Glace vor: Hundert Prozent Frucht, keine künstlichen Aromen oder Farben, kein zusätzlicher Zucker. Das neue Fruit Ice der Migros besteht aus drei Zutaten: Fruchtpüree, Zitrusfasern und Apfelsaftkonzentrat. Fertig. Da stellt sich eigentlich nur eine Frage: Mango oder Erdbeere?
Helfen kann so einfach sein: Mit der Gratis-App «Be My Eyes» können Sehende per Videochat Fragen von blinden Menschen beantworten, vom Ablaufdatum eines Joghurts bis zum Menü im Restaurant. Den rund 18 000 registrierten Blinden stehen aktuell mehr als 200 000 Sehende zur Verfügung. Genial einfach! www.bemyeyes.org (Die App ist im iTunes Store erhältlich und soll bald auch für Android erscheinen.)
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DOSSIER ZEIT
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Um 2 Uhr wach? Laut ayurvedischer Medizin ein möglicher Hinweis auf ein Leberproblem.
Wir haben so viel
Zeit fürs Leben wie nie zuvor. Trotzdem «Stilleben (31.5.–20.5.2008)», c-print UltrasSecG, 210 × 180 cm, Unikat © Michael Wesely, courtesy Galerie Fahnemann
fehlt sie uns scheinbar ständig. Es ist also höchste Zeit, sich mit der Zeit zu beschäftigen und über einen neuen Umgang mit diesem kostbaren Gut nachzudenken. Text: Ruth Hoffmann Fotos: Michael Wesely Illustrationen Zeitband: Martin Burgdorff
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ie Zeit ist ein sonderbar’ Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann, auf einmal, da spürt man nichts als sie», singt die Marschallin im «Rosenkavalier» von Richard Strauss. «Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel, da rieselt sie, in
meinen Schläfen fliesst sie. Und zwischen mir und dir, da fliesst sie wieder. Lautlos, wie eine Sanduhr.» Sie richtet diese Worte an Octavian, ihren jugendlichen Geliebten, wohl wissend, dass er ihre Schwermut nicht teilen kann: Er ist zu jung, um das Vergehen der Zeit wahrzunehmen, es gar als schmerzlich zu empfinden.
Spätestens jenseits der Vierzig aber kennt jeder das Gefühl, von dem die Marschallin spricht, auch wenn es nicht immer präsent ist. Wie kommt es, dass wir Zeit so unterschiedlich erleben? Dass sie sich mal ins Unerträgliche ausdehnt und dann wieder rast, während Uhren und Kalender uns doch unbeirrt ihr ewiges GleichVivai 3/15
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DOSSIER ZEIT Zwischen 5 und 10 Uhr morgens von Montag bis Freitag ereignen sich die meisten Herzinfarkte. Früh am Morgen sind die Blutgefässe noch weniger elastisch. Deshalb häufen sich zu dieser Tageszeit auch die Hirnschläge.
mass demonstrieren? Woran liegt es, dass sie, je älter wir werden, immer knapper und schneller zu werden scheint? Tatsächlich tickt in unserem Körper eine Uhr von erstaunlicher Präzision, wir können sie nur nicht ablesen. Dabei funktioniert sie selbst dann, wenn alle äusseren Orientierungen wegfallen: Menschen in der völligen Finsternis einer Höhle, ohne den leisesten Hinweis auf den Wechsel von Tag und Nacht, folgen nach einer kurzen Eingewöhnung einem exakten Rhythmus. Ihr Tag hat etwa 24,5 Stunden, bei manchen auch etwas mehr, von denen sie 16 wach verbringen. Sie selbst haben den Eindruck, jedes Gefühl für Zeit verloren zu haben, doch die Verwirrung entsteht einzig in ihrem Bewusstsein – ihr Körper arbeitet in perfekter Taktung. Dafür sorgen die Uhren, die in jeder einzelnen Körperzelle stecken und deren jeweilige Funktion passgenau steuern. 24 Stunden plus ein paar Minuten brauchen sie für einen kompletten Durchlauf. Ein winziger Nervenknoten im Hirn koordiniert sie mittels elektronischer Signale und stellt so gewissermassen unsere innere Zentraluhr dar. Diese weicht selbst im Laufe eines ganzen Lebens allenfalls um wenige Minuten vom einmal gefundenen Takt ab. In der Natur genügt dieser Grad an Genauigkeit vollkommen, und er genügte auch die längste Zeit dem Menschen: Noch bis vor etwa 200 Jahren gaben allein Tageslicht und Jahreszeiten den Rhythmus des Lebens vor. Erst mit der Industrialisierung gewannen Stunden und Minuten an Bedeutung, weil das subjektive Zeitempfinden für die komplexer werdenden Beziehungen und Verpflichtungen der Menschen nicht mehr ausreichte – die Herrschaft der Uhren begann. Zugleich griff eine Erfahrung um sich, die nicht weniger umwälzend sein sollte als die Erfindung der Eisenbahn und die unser Lebensgefühl bis heute prägt: Zeitnot. Obwohl den meisten von uns im Vergleich zu unseren Vorfahren heute so viel Freizeit zur Verfügung steht wie nie zuvor, uns allerlei Maschinen 12
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Arbeiten abnehmen, Wege verkürzen und sich unsere Lebenserwartung in den letzten hundert Jahren nahezu verdoppelt hat, haben wir paradoxerweise das Gefühl, es mangle uns chronisch an Zeit. Das Virus Beschleunigung, das beinahe die ganze Welt infiziert hat, ist jedoch nur ein kleiner Teil der Erklärung. Entscheidender ist die Art, wie wir mit Zeit umgehen und wie wir über sie denken. Wenn die Zeit verfliegt
Bei kurzen Zeitspannen dient dem Hirn Bewegung als Mass für vergehende Zeit – Lidschlag, Schritte, der Rhythmus des Atems –, bei längeren orientiert es sich an Veränderungen in der Aussenwelt und vergleicht diese mit gespeicherten Erinnerungen. Aus Erfahrung wissen wir, wie lange es ungefähr dauert, bis die Ampel auf Grün springt, ein Mensch an uns vorbeispaziert oder die Sonne untergegangen ist. Die meisten dieser Signale neh-
So bleibt mehr Zeit 1. Bleiben Sie im Hier und Jetzt! Unser Geist schweift ständig ab. Er macht Pläne für die Zukunft, hadert mit Vergangenem. Das Leben findet aber im Moment statt. Wer ihn verpasst, verpasst die Zeit. 2. Pflegen Sie den Müssiggang! Tun Sie immer wieder Dinge nur um ihrer selbst willen: Musik hören, spazieren gehen, Löcher in die Luft gucken. Das dehnt die Zeit und lässt Sie erleben, dass Sie dem Tempo der Aussenwelt nicht ausgeliefert sind. 3. Konzentrieren Sie sich! Der Verstand kann sich nicht mit zwei Dingen gleichzeitig befassen. Dass sich mit Multitasking Zeit sparen lässt, ist eine Illusion und pure Zeitverschwendung. 4. Setzen Sie Prioritäten! Fragen Sie sich, ob das, was Sie meinen, tun zu müssen, tatsächlich getan werden muss. Vieles erübrigt sich schon mit dieser simplen Frage – oder entlarvt sich als fremde Erwartung.
men wir allerdings nicht bewusst wahr, sodass wir uns beim Schätzen der verstrichenen Minuten meist täuschen. Besonders deutlich wird das in jenen Momenten, in denen die Zeit zu verfliegen scheint, weil wir ganz in der Gegenwart aufgehen: beim Flirten oder beim Küssen, während eines anregenden Gesprächs oder eines Flow-Erlebnisses bei einer spannenden Arbeit. Umgekehrt registrieren wir während eines langweiligen Vortrags, im Wartezimmer eines Arztes oder auf den Fluren einer Behörde selbst die kleinste Veränderung – es gibt ja sonst nichts zu tun. So entsteht der quälende Eindruck einer nicht enden wollenden Spanne. Albert Einstein brachte das Phänomen einmal treffend auf den Punkt: «Wenn man zwei Stunden mit einem netten Mädchen zusammen ist, hat man das Gefühl, es seien zwei Minuten; wenn man zwei Minuten auf einem heissen Ofen sitzt, hat man das Gefühl, es seien zwei Stunden.» Lernen, Zeit auszudehnen
Müssen wir uns also damit abfinden, dass ausgerechnet die schönsten Stunden die kürzesten sind? Keineswegs. Denn gerade weil es, anders als beim Hören oder beim Sehen, keinen eigenen Sinn für Zeit gibt, haben wir die Möglichkeit, unsere Wahrnehmung gezielt zu beeinflussen. Auf das Verkürzen von Zeit verstehen wir uns bereits bestens: Kaum ein Augenblick, in dem wir nicht mit irgendetwas beschäftigt wären: Schnell mal die Mails checken, bei Facebook etwas posten, weil das Tram noch nicht da ist. Selbst beim Treffen mit Freunden ist der Blick aufs Display längst gesellschaftsfähig. Tatsächlich gibt es keine effektiveren Mittel zum Vernichten von Lebenszeit als elektronische Medien. Vor allem Computerspiele fesseln die Aufmerksamkeit so umfassend, dass jedes Gefühl für das Schwinden der Stunden verloren geht. Am Ende bleibt nicht einmal eine Erinnerung, die dem Hirn als Anker dienen könnte – die Zeit ist spurlos verpufft.
«Stilleben (31.3.–7.4.2009)», c-print UltrasSecG, Unikat © Michael Wesely, courtesy Galerie Fahnemann
Von 8 bis 9 Uhr am Mittwoch kommen die meisten Kinder zur Welt. Zwischen 2 und 3 Uhr nachts die wenigsten. Überproportional viele Kaiserschnitte gibt es morgens um 8 Uhr.
Um 8 Uhr hat es in Zürich am meisten Pendlerverkehr – fast doppelt so viel wie um 18 Uhr, dem zweiten Peak des Tages.
Die Bilder in diesem Dossier stammen vom deutschen Fotografen Michael Wesely, der den Verfall von Blumen mit der Technik extrem langer Belichtungszeiten dokumentiert.
Mit dem Dehnen von Zeit hingegen haben wir kaum Erfahrung. Wir glauben nicht einmal, dass wir es überhaupt zuwege bringen können. Ein Irrtum, der sich mit Übung beheben lässt. Aufmerksamkeit heisst dabei das Zauberwort: Sie wollen einen schönen Abend in die Länge ziehen? Dann füttern Sie die Uhr in Ihrem Innern mit möglichst vielen Eindrücken und Details. Beobachten Sie, wie sich Ihr Weinglas allmählich leert, der Tag zur Nacht wird, die Atmosphäre um Sie herum sich verändert. Ja, dieser Moment ist leider vergänglich und wird
so nie wiederkehren. Bleiben Sie trotzdem oder gerade deswegen ganz bei ihm, und achten Sie mit allen Sinnen auf das, was er bereithält. Bewusste Wahrnehmung verlängert die Zeit. Aus demselben Grund ist uns vieles aus Kindheit und Jugend noch bis ins hohe Alter präsent, während die Erwachsenenjahre im Nebel der Vergangenheit verschwimmen und wir stets aufs Neue davon überrascht werden, dass schon wieder ein Jahr vorbeigezogen ist. Völlig abstellen lässt sich dieser Effekt nicht. Mit Anfang vierzig ist uns das Leben nun
einmal vertrauter als mit zehn. Vieles ist Routine und gibt wenig Anlass zum Staunen. Da kann es leicht passieren, dass man wie per Autopilot durch die Tage schwebt und die Wochen und Jahre immer schneller dahinzurasen scheinen. Mit Achtsamkeit und Abwechslung lässt sich das Tempo jedoch drosseln. Sich immer wieder Unbekanntem auszusetzen, Neues zu lernen und Gewohnheiten zu durchbrechen, lässt uns Zeit intensiver und dichter erfahren. Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage hinzuzufügen, sondern den Tagen mehr Leben. l Vivai 3/15
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Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski pflegte um 9 Uhr zu seinem täglichen Spaziergang aufzubrechen, um dann um 10 Uhr mit dem Komponieren beginnen zu können.
Zwischen 10 und 12 Uhr schlagen die Tankstellen am häufigsten mit den Preisen auf.
”Wer nichts tut, macht sich verdächtig„ In ihrem neuen Buch plädieren die Münchner Zeitforscher Karlheinz und Jonas Geissler für einen genussvolleren Umgang mit der Zeit. Insbesondere die Zwischenzeiten des Augenblicks, der Musse und der Langeweile dürften nicht unter die Räder der Beschleunigung geraten. Interview: Lukas Hadorn
Karlheinz und Jonas Geissler, wir sind absichtlich eine Viertelstunde zu früh bei Ihnen zu Hause erschienen. Haben Sie es gemerkt? Karlheinz Geissler (KHG): Mich stört so
etwas nicht. Ich lebe schon seit Jahrzehnten ohne Uhr und teile meinen Tag so ein, dass es nicht auf die Minute ankommt. Ich bin selber nicht pünktlich und erwarte es auch von anderen Menschen nicht. Jonas Geissler (JG): Bei mir ist das anders. Ich bin Freiberufler, habe eine berufstätige Frau und zwei kleine Kinder. Daraus ergeben sich viel mehr Abhängigkeiten, weshalb ich mich stärker an der Uhrzeit orientieren muss als mein Vater. Die Uhrzeit. Gemäss ihren Büchern eine Art Sündenfall der Moderne. KHG: Das hat schon was. Mit der Erfin-
dung der Uhr haben wir die Zeit – die Signale, die uns die Zeit angeben – von der Natur losgelöst. Plötzlich war es nicht mehr wichtig, ob es hell oder dunkel, Tag 14
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oder Nacht war, sondern ob es fünf oder sechs Uhr ist. Seither leben wir in zwei Zeiten: In der mechanisch gemessenen Uhrzeit und in der Naturzeit. Warum ist das ein Problem? JG: Weil der moderne Mensch dadurch
tagtäglich unzählige Male mit der Frage konfrontiert ist, ob er sich am Rhythmus der Natur oder am Takt der Uhr orientieren will. Stehe ich auf, wenn es hell wird oder wenn der Wecker klingelt? Esse ich, weil ich Hunger habe oder weil es zwölf Uhr ist? Je stärker wir unser Leben durchtakten und mit Uhren und Terminkalendern formatieren, desto weiter entfernen wir uns von der Natur. Und damit auch von uns selbst. Wir sind also gestresst, weil wir uns permanent entscheiden müssen? KHG: Genau. Und das ist das Paradoxe:
Niemals zuvor in der Geschichte der Zivilisation war der Mensch so frei, über seine Zeit entscheiden zu können, wie heute.
Und gleichzeitig fällt es uns schwerer denn je, diese Freiheiten zu unseren Gunsten zu nutzen. Weshalb? KHG: Weil Freiheit viel Zeit kostet. Die
Uhr hat die Zeit zu einer Frage des Geldes gemacht. Aus Sicht der kapitalistischen Ökonomie ist Zeit nichts weiter als ein Produktionsfaktor, der im globalen Wettbewerb über Gewinn und Verlust, über materiellen Wohlstand oder Armut entscheidet. JG: Zeit zu haben, ist in unserer Gesell-
schaft erklärungsbedürftig. Wer nichts tut, macht sich verdächtig. Zeitnot ist angesehener als Zeitwohlstand, das Tun wird eher belohnt als das Lassen. Achten Sie mal darauf, wie oft Sie selbst überflüssigerweise «schnell» oder «kurz» sagen: «Ich muss kurz zur Apotheke.» – «Reich mir mal schnell das Salz.» Wir setzen uns ständig selbst unter Druck, ohne es zu merken.
DOSSIER ZEIT Ältere Menschen gehen laut einer Umfrage am liebsten gegen 11 Uhr einkaufen. Jüngere shoppen am häufigsten zwischen 16 und 18 Uhr.
«Time is money» – Zeit ist Geld. KHG: Das ist das Credo der Leistungs-
gesellschaft. Alles muss zeiteffizient organisiert sein, alles muss immer schneller gehen. Aber zu welchem Preis? Burnouts für die Sieger, Depressionen für die Loser. JG: Die wichtigsten Dinge und Zeiten im Leben – etwa jene der Liebe, der Freundschaft oder des Genusses – haben keinen Preis. Darum heisst unser Buch auch «Time is honey». Wer Zeit nur als monetäres Gut sieht, verpasst ihre honigsüssen Qualitäten. Und genau diese gilt es neu zu entdecken. Wie? Mit Entschleunigung? KHG: Nein, Entschleunigung ist gerade
nicht die Lösung. Es geht vielmehr darum, die Zeit in der Vielfalt ihrer Zeitformen zu erkennen und zu geniessen. Dazu gehört die Schnelligkeit genauso wie die Langsamkeit, die Hektik ebenso wie das Trödeln, die Pausen und die Langeweile. JG: Zuallererst müssen wir akzeptieren,
dass wir unser menschliches Zeithandeln nicht beliebig gestalten können, sondern dass es auf unterschiedliche Weise gebunden und vorgeprägt ist. Zum einen hat jeder Mensch individuelle, innere Zeitimpulse, etwa was den Wechsel zwischen Aktivität und Passivität oder die Leistungsfähigkeit und die Aufmerksamkeit angeht. Zum anderen gibt es äussere Zeitvorgaben und Ansprüche des sozialen Umfelds, beruflich wie privat. Die Kunst besteht darin, diese Systeme in ein Gleichgewicht zu bringen.
© privat
Wie gelingt das konkret? JG: Indem wir unsere Tage nicht lücken-
los und detailliert aufteilen, sodass keine Luft mehr bleibt für Spontaneität, für Gemeinschaften, für die Zeitbedürfnisse des
Zeitdenker: Leben statt managen Der Münchner Karlheinz Geissler, 70, befasst sich seit dreissig Jahren mit dem Thema Zeit. Der emeritierte Professor für Wirtschaftspädagogik ist Gründer von Timesandmore, einem Institut für Zeitberatung, für das auch sein Sohn Jonas, 35, tätig ist. Gemeinsam veröffentlichten sie kürzlich das Buch «Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit» (Oekom Verlag), das mit dem Mythos aufräumen soll, dass man Zeit sparen, managen oder verlieren kann. Man könne mit Zeit nur eines machen, so die beiden Autoren: sie leben.
eigenen Körpers oder ganz grundsätzlich für die Zeit, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen. Wir sollten also häufiger einfach mal Pause machen. KHG: Unbedingt. Wer keine Pausen
macht, weil er Angst hat, etwas zu verpassen, versäumt sehr viel. Allerdings sollte man in den Pausen am besten nichts tun oder das Gegenteil von dem, was man zuvor getan hat. JG: Pausen helfen, Takt und Rhythmus
des Lebens in Einklang zu bringen. Nutzen Sie Pausenrituale, seien es Spaziergänge, die Zeitungslektüre oder der Morgenkaffee, um dem Tag einen rhythmischen Verlauf zu geben. Man sollte sich ganz grundsätzlich im Zeitverlieren und im Zeitverschwenden üben. Zeit anzusparen, bringt nichts, es kommt ja tagtäglich neue Zeit nach. Und ans Leben dranhängen kann man die gesparte Zeit bekanntlich auch nicht. l Vivai 3/15
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Fischer wissen, dass der Hecht zwischen 12 und 14 Uhr am besten beisst, weil er gern mittags Beute macht.
Die schönste Zeit des Tages Im Morgengrauen den Tag begrüssen? Oder das Erlebte im Abendrot Revue passieren ihre liebsten Stunden des Tages sind.
Frische Luft ”
Umfrage: Petra Koci Fotos: Marvin Zilm
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Energiekick Meine liebsten Stunden beginnen, wenn alle Kinder aus dem Haus sind. Dann trinke ich ungestört meinen zweiten Kaffee. Oft gehe ich mit unserem Hund Mäx spazieren und geniesse die Ruhe im Wald. So tanke ich die Energie, die ich für den Rest des Tages brauche.
”
Monica Herr, Mutter von vier Kindern (12 Jahre, 10 Jahre und 6-jährige Zwillinge), Horgen.
”
Im blauen Licht Ich liebe die blaue Stunde, die Zeit zwischen Tag und Nacht – vor allem die Abenddämmerung. Sobald die Sonne unter den Horizont taucht, verändert sich das Gesicht der Welt schlagartig. Erste Sterne funkeln am Himmel, auf der Erde leuchten die Lichter auf. In dieser magischen Zeit drücke ich besonders gern auf den Auslöser.
”
Alessandro Della Bella, Fotograf, Zürich. In seinem Buch «Helvetia by Night» zeigt er Zeitrafferaufnahmen des Nachthimmels.
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Meine Tage sind so vielfältig, wie die schönste Stunde sein kann. Doch oft ist es die, in der ich am Nachmittag mit dem Velo kleine Uhrenteile bei einem Zulieferer abhole oder sonstige Besorgungen mache. Dabei wird der Kopf so schön ausgelüftet, und das tut gut, um nachher im Atelier weiterzuwerken.
”
Roman Winiger, Uhrmacher, La Chaux-de-Fonds.
© Prune Simon Vermot (Porträt Roman Winiger), Claudio Bader (Porträt Nikita Uboldi)
lassen? Wir haben Menschen gefragt, welches
DOSSIER ZEIT Picasso zog sich um 15 Uhr in sein Atelier zurück, um zu malen bis 22.30 Uhr, dann ass er zu Abend und malte ab 23.30 weiter bis morgens um 2 Uhr.
”
Nach getaner Arbeit ”
Erste Aussicht Ich mag den Tagesanbruch: Aufzustehen mit dem Gefühl, am schönsten Arbeitsplatz der Welt zu sein! Bei der Morgenstimmung habe ich meist eine atemberaubende Aussicht auf unsere Bergwelt, die mir und meinen Gästen positive Energie gibt.
Für mich ist die Zeit gegen Mitternacht am schönsten, wenn ich meinen Klavierabend im Hotel beendet habe und durch Zürich spaziere. Nach der langen Fingerübung tut es gut, auch meine Füsse wieder zu bewegen. Die stille Stadt wirkt romantisch. Ich atme frische Luft und lasse mich von den Lichtreflexionen im schwarzen Wasser der Limmat berauschen.
”
”
Nikita Uboldi, Bergführer, Agarone TI.
Csilla Varga-Strobl, Pianistin und Sängerin, spielt regelmässig unter anderem im Hotel Storchen, Zürich.
Mondscheinfahrt ”
Meine liebste Stunde ist zwischen drei und vier Uhr morgens. Alles schläft noch, wenn ich mit dem Velo zur Arbeit fahre. Ich geniesse die Stille, niemand ist unterwegs, nur der Mond begleitet mich. Und ich freue mich dann schon darauf, gleich meiner Leidenschaft, der Konditorei, nachgehen zu können.
”
Noomi Minoletti, Bäckerin-Konditorin bei der Bäckerei Burkhard in Lyss, Schweizermeisterin der BäckerKonditoren an der Berufsmeisterschaft 2014.
Küchenkunst ”
Ich mag die Zeit kurz vor dem Mittag, dann tanke ich neue Energie. Ich drehe die Musik auf und beginne zu kochen, komponiere ein Gericht in der Pfanne und lasse gleichzeitig meinem künstlerischen Ausdruck freien Lauf: Ich singe, tanze und ersinne neue Experimente, die ich auf meiner persönlichen Bühne aus Küchenfliesen aufführe. Nur für mich ganz allein.
”
Carine Kapinga Grab, Schauspielerin, Tänzerin, Theaterpädagogin, Zürich.
”
Alltägliches Wunder Das Schweigen des Morgens um fünf Uhr zu erleben, wenn alles schläft, ist für mich berührend. Das langsame Erwachen des Tages – und des Lebens – empfinde ich als ein immer neues, von Gott geschenktes Wunder. Mit Jesus Christus jeden geschenkten Tag zu beginnen im Gebet, ist die Freude meines Herzens.
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Schwester Elisabeth, Kloster Leiden Christi, Jakobsbad. Vivai 3/15
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Zwischen 17 und 18 Uhr geschehen die meisten Verkehrsunfälle. Meistens innerorts und am häufigsten am Freitag.
Um 17 Uhr wird im Gefängnis zu Abend gegessen.
Hier tickt die biologische Uhr Auch Pflanzen und Tiere haben ein ausgeprägtes Zeitgefühl. Oft entscheidet es über Leben und Tod. Text: Atlant Bieri
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iesen Frühling konnten wir wieder eines der grössten Wunder der Natur beobachten: die Zeit. Pünktlich zur Schneeschmelze spross in den Wäldern wie auf Kommando landauf, landab der Bärlauch aus dem Boden. Eine Woche später reckten sich die Krokusse über den Rasen, und kurz darauf öffneten die Kirschbäume ihre Blüten, als ob sie sich insgeheim untereinander abgesprochen hätten. Dieses Mass an Koordination ist nur möglich, weil die Natur ein Zeitgefühl besitzt. In den meisten Lebewesen, vom Bakterium über Pflanzen bis zu den Tieren, tickt eine biologische Uhr. Sie besteht aus einer Reihe von Zeit-Genen. Ihre Funktionen sind so raffiniert ineinander verflochten, dass sie die Zeit sehr genau messen können. Das Prinzip funktioniert so: Das erste Gen stellt ein zweites Gen an. Dieses zweite stellt nun das erste langsam ab. Dadurch wird auch das zweite mit einer gewissen Verzögerung in seiner Aktivität unterbunden. In der Folge stellt sich das erste erneut an. So entsteht ein ein-
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facher biologischer Takt. «Typischerweise sind mehrere solche Rückkopplungsschleifen miteinander verflochten», sagt Robertson McClung, Biologe an der Universität Dartmouth in den USA. Er ist Experte für das Zeitgefühl von Pflanzen. «Wie alle Uhren, so laufen auch die biologischen nicht ganz synchron mit der Tageslänge», sagt McClung. Darum besitzen Pflanzen einige Zeit-Gene, die nur dazu da sind, die Uhr richtig zu stellen. Sie werden durch das erste Tageslicht aktiv und richten die innere Uhr jeden Tag erneut am Sonnenaufgang aus, so wie man früher die Taschenuhr nach der Kirchturmuhr gestellt hat. Ihr Uhrwerk besitzen Pflanzen und Tiere nicht zum Spass. Dank ihm sind sie in der Lage, wichtige Veränderungen in ihrer Umwelt vorauszuahnen und sich zeitig auf sie einzustellen. Das kann unter Umständen über Leben und Tod entscheiden. Würde der Bärlauch beispielsweise einen Monat früher zu wachsen beginnen, würden seine Blätter im Schnee erfrieren. Und einen Monat später hätte er den Frühstart ins Jahr verpasst und
müsste sich seinen Lebensraum mit vielen anderen Pflanzen teilen. Gänseblümchen können dank ihrem Zeitgefühl ihre Blüten bei Nacht verschliessen. Dadurch sind sie vor Fressfeinden besser geschützt. Mimosen gehen noch einen Schritt weiter. Sie falten in der Abenddämmerung sogar ihre Blätter zusammen, um Heuschrecken und anderen gefrässigen Tieren weniger Angriffsfläche zu bieten. Genau umgekehrt agiert die Nachtkerze. Sie öffnet ihre Blüten in der Abenddämmerung. Erst sind diese noch ohne Geruch. Doch sobald es ganz dunkel ist, verströmt sie einen intensiv süsslichen Duft. Auf diese Weise lockt die Pflanze Nachfalter an, welche ihre hauptsächlichen Bestäuber sind. Ohne Zeitgefühl würden ihre Blüten ihren wertvollen Duft wahllos während des ganzen Tages verströmen. Die winzige Taufliege kann mit ihren Zeit-Genen sogar ihren Geburtstermin selber festlegen. Als Made frisst sie sich durch verfaulendes Obst. Nach wenigen Tagen verpuppt sie sich und vollzieht
DOSSIER ZEIT
Borstenwurm Gänseblümchen
Taufliege
Reh
Periodische Zikade
© Corbis, Getty Images, iStockphoto, National Geographic
Nachtkerze
während vier Tagen ihre Verwandlung zur Fliege. Wenn sie schlüpft, sind ihre Flügel noch zerknittert. Sie müssen sich erst entfalten und hart werden. Erst dann ist das Insekt flugfähig. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine kühle Temperatur wirken sich günstig auf die Entfaltung der Flügel aus. Darum schlüpfen die Fliegen stets in der Morgendämmerung aus ihrem Kokon. Würden sie das beispielsweise in der Mittagshitze tun, könnten sich die Flügel wegen der trockenen Luft nicht richtig entfalten. Die Fliege wäre ein Leben lang verkrüppelt und flugunfähig. In den Siebzigerjahren entdeckten Forscher Taufliegen mit mutierten ZeitGenen. Ihre innere Uhr lief nach einem 19-Stunden-Rhythmus statt nach einem 24-Stunden-Rhythmus. Da ihre innere Uhr aus dem Takt geraten war, wussten sie nicht mehr, wann es Morgen oder Abend war, und schlüpften entsprechend zur falschen Tageszeit. Bei der Fortpflanzung spielt die Zeit eine besonders wichtige Rolle. Bei einem Rendezvous ist es schliesslich entschei-
dend, dass Liebhaber und Geliebte zur selben Zeit am selben Ort sind. Mit dieser Herausforderung muss der Borstenwurm fertigwerden. Männchen und Weibchen leben meistens getrennt am Grund des Meeres. Zur Paarung schwimmen sie an die Wasseroberfläche. Dort tanzen sie miteinander und geben dabei Spermien und Eizellen ins Wasser ab, wo die Befruchtung stattfindet. Die Paarung findet nur bei Neumond statt, und zwar genau vier Stunden nach Sonnenuntergang. Um diesen Termin auf keinen Fall zu verpassen, besitzen Borstenwürmer gleich zwei innere Uhren. Eine tickt im 24-Stunden-Rhythmus und gibt den Würmern die Tageszeit an. Die zweite Uhr richtet sich nach dem Mondzyklus. Sie sagt den Würmern, wann der nächste Neumond kommt. Damit ist die Nachkommenschaft gesichert. Noch seltener als die Borstenwürmer feiern die Periodischen Zikaden Hochzeit. Für ihre Entwicklung brauchen sie genau siebzehn Jahre. Diese Zeit verbringen sie als Larven bis zu einem halben Meter tief unter der Erde. Dort ernähren
sie sich von Pflanzensaft, den sie mit einem Rüssel aus Baumwurzeln saugen. Ihre Zeitmessung beruht auf der wechselnden Qualität des Wurzelsaftes. Im Winter nimmt diese wegen mangelnder Sonneneinstrahlung ab. Im Sommer ist sie wieder bestens. Die Zikaden zählen diese Zyklen. Bei siebzehn angekommen, kriechen Millionen von ihnen gleichzeitig an die Oberfläche. Dort häuten sie sich und gehen danach auf Partnersuche. Den wohl erstaunlichsten Umgang mit der Zeit pflegen aber die Rehe. Die Weibchen paaren sich im Sommer. Würden sie ihre Nachkommen nun gleich austragen, würden diese mitten im Winter zur Welt kommen, wenn es kalt ist und nicht sehr viel Nahrung gibt. Darum halten sie die Entwicklung der Embryonen ganz einfach an. Während vier Monaten wachsen diese nicht weiter. Erst ab Dezember setzt das Wachstum erneut ein. In der Folge kommen die Kitze pünktlich im Mai auf die Welt, wenn es warm ist und es Futter im Überfluss gibt. So hat die Mutter alle Zeit der Welt, um ihr Kitz grosszuziehen. l Vivai 3/15
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DOSSIER ZEIT
24 Stunden in Betrieb In der Migros steht die Zeit nie still. Rund um die Uhr wird produziert, transportiert, kommuniziert und konsumiert. Ein Einblick. Text: Lukas Hadorn Illustrationen: Martin Burgdorff
00.00 Uhr Im der MVN AG, dem nationalen Logistikzentrum der Migros, beginnt der Nachtverlad. Dieter Hofstetter und seine Kollegen beladen bis zu fünfzig Lastwagen, die von der Büroklammer bis zum Sofa so ziemlich alles in die Filialen bringen.
01.00 Uhr
So praktisch! Während Betty Loretan in Leukerbad VS friedlich vor sich hin schlummert, hat jemand für ein paar Stunden via sharoo.ch ihr Auto gebucht.
01.30 Uhr Sind alle Türen geschlossen? In Dierikon LU begibt sich Nachtportier Konrad Rölli auf seinen Kontrollgang.
02.00 Uhr Monika Peter, die in dieser Woche den 24-Stunden-Pikettdienst von Hotelplan Suisse betreut, erhält einen Anruf von einem Kunden in Florida, der nicht die gewünschte Zimmerkategorie im Hotel erhält. Sie findet eine Lösung und der Kunde ist zufrieden.
03.30 Uhr 02.30 Uhr Alarm! Die Ofenlinie 17 in der Midor-Produktionshalle in Meilen meldet eine Störung. Elektriker Paul Müller ist auf Pikett und kann den Fehler sofort beheben.
In Gossau beginnt Harry Hälg mit der Herstellung der beliebten Olma-Bratwurst. Er füllt das Fleisch, Vollmilch, Gewürze und Kochsalz in den Cutter, um das Wurstbrät herzustellen.
04.30 Uhr Eine Rangierlok holt gekühlte Waggons in der MVN AG ab, die durch eigene Geleise mit dem SBB-Streckennetz verbunden ist. Die Migros transportiert rund die Hälfte ihrer Waren mit der Bahn.
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Die meisten Einbrüche ereignen sich in der Zeit von 17 bis 21 Uhr. Erbeutet werden vor allem Bargeld, Schmuck, Fotoapparate, Handys und Laptops.
14.00 Uhr
15.00 Uhr
Beim Migros-Magazin rauchen die Köpfe. An der Redaktionssitzung werden aktuelle Themen diskutiert.
Psst, Konzentration! Raphael Stäger brütet über der Diplomprüfung des Jahreskurses «Handelsschule I» der Klubschule Migros in Wetzikon.
13.00 Uhr Stefan Streit nimmt im Zentrallager von digitec Galaxus in Wohlen eine Lieferung mit mehreren hundert Smartphones entgegen. Sie werden noch am gleichen Abend an die Kundinnen und Kunden verschickt.
12.00 Uhr Bon appétit! Renterin Marie Dominé aus Delémont hat im Rahmen des Tavolata-Projekts für eine Tischrunde älterer Menschen gekocht.
11.00 Uhr Die Köche der MigrosRestaurants und -Take-Aways haben das Mise en Place beendet. Zeit für eine kurze Pause vor der hektischen Mittagszeit.
08.00 Uhr In der vom Förderfonds Engagement unterstützten Imkerschule Schweiz beobachtet Schulleiter Mathias Götti mit seiner Klasse die Fluglöcher von Bienenkästen, um festzustellen, wie es den Bienenvölkern geht.
10.00 Uhr Die ersten, frisch hergestellten Olma-Bratwürste brutzeln bereits auf dem Grill der Migros Neumarkt in St. Gallen.
06.45 Uhr
09.00 Uhr Mmh, frische Himbeeren! Produktmanagerin Helen Treier degustiert mit dem Entwicklungsteam der Bischofszell Nahrungsmittel AG die saisonalen Obstsorten.
Im Fitnesspark Allmend in Luzern schwitzen Fitnesstrainerin Melanie von Rotz und ihre fünfzehnköpfige Gruppe beim ersten Kraft- und Ausdauer-Work-out des Tages.
06.30 Uhr
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05.00 Uhr Rajko Novakovic beendet seine Schicht im –26 °C kalten Tiefkühllager in Neuendorf. Die von ihm betreute Anlage stellte in der Nacht 15 300 Kartons mit Tiefkühlprodukten zusammen.
Die Migros am Hauptbahnhof Zürich öffnet ihre Tore. Bis abends um 22 Uhr werden rund 13 000 Kundinnen und Kunden durch die Filiale strömen.
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DOSSIER ZEIT Um 23.30 Uhr beginnt die Nachtflugsperre am Flughafen Kloten.
16.00 Uhr Schönes Spiel allerseits! Im Migros Golfpark in Signal de Bougy VD macht sich ein Viererflight auf die Runde.
17.00 Uhr Die Hotline M-Infoline läuft heiss! Eine Kundin aus Locarno möchte wissen, warum ihr geliebtes Joghurt nicht mehr im Regal zu finden ist. Eine von Hunderten Anfragen täglich.
23.00 Uhr Die Probe ist fertig. Das vom Migros-Kulturprozent unterstützte KammermusikEnsemble Trio Rafale packt nach einem anstrengenden Tag seine Instrumente ein.
22.00 Uhr 17.45 Uhr Auf Parkplatz Nr. 7 im Drive von LeShop.ch in Staufen AG nimmt Kundin Anina Gautschi mit dem Auto ihre Einkäufe entgegen, die sie am Nachmittag online bestellt hat.
3-D-Schmuckdesignerin Consuelo Keller plant ihre Crowdfunding-Kampagne. Sie ist eine von siebzig Designschaffenden, die von Engagement Migros beim Markteinstieg gecoacht werden.
20.30 Uhr 19.00 Uhr Das tut gut! Nach einem langen Arbeitstag entspannt sich Christa Obretto bei einer Massage im Migros Fitnesspark.
20.00 Uhr Zum Glück hat die MigrolinoFiliale noch offen. Felix Widmer holt sich noch schnell etwas Feines zum Znacht.
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In der Chocolat Frey laufen die Maschinen noch immer auf Hochtouren. Einzelne Anlagen produzieren mehr als 20 000 Tafeln Schokolade pro Stunde.
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NACHHALTIGKEIT
GARTEN
Warum alle ins Beet wollen Wer jetzt noch nicht gärtnert, wird es womöglich schon bald tun. Der Gartenboom ist ungebrochen, denn dafür gibt es gute Gründe. Text: Silvia Schaub *
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im Rücken und der Dreck unter den Fingernägeln sind schnell vergessen, wenn sich dafür die filigranen Gräser sanft im Wind wiegen und die Rosen mit Hunderten von Blüten verzaubern. Was ist es, das in uns diese Sehnsucht weckt? Trendforscherin Mirjam Hauser vom Gottlieb Duttweiler Institute erklärt es so: «Es ist nicht allein das Bedürfnis nach frischer Luft, sondern auch das Erleben von sinnlichen Erfahrungen, das viele zum Gärtnern animiert.» Jeder, der gern gärtnert, weiss, welch intensive Beziehung man mit seinem Fleckchen Erde aufbauen kann – und wenn es auch nur in einem Balkonkistchen ist. «Im Alltag ist doch vieles unecht oder Show», sagt Gartengestalter Alain Diebold. «Pflanzen hingegen stellen eine Verbindung zur Mutter Natur, zu unserem Ursprung her. Sie geben uns viel zurück – ohne Worte und Klagen.» Almut Berger ist eine der erfolgreichsten Gartenbloggerinnen der Schweiz (migrosmagazin.ch/leben/garten). Sie ist der Meinung, man lerne beim Gärtnern sehr viel über sich selbst. Die Expertin Berger hat Recht. Denn in der Tat lehrt uns die Gartenarbeit einiges: 1. Demut: Niemandem, der zum Spaten greift, bleiben bittere Erfahrungen erspart. Schneckenplage, Hitzewellen, Dickmaulrüssler-Invasionen oder Hagel zeigen, dass wir nichts weiter sind als Handlanger. «Beim Gärtnern kann man nicht mit dem Kopf durch die Wand, in der Natur ist nicht alles planbar», bringt es Almut Berger auf den Punkt. 2. Kompromissbereitschaft: Wer partout nur auf Bio setzen will, muss viel-
leicht doch hin und wieder etwas Chemie einsetzen, wenn er seine Buchsbäumchen nicht den Buchsbaumzünslern zum Frass vorlegen will. Und wer schon einmal versucht hat, in einer feuchten Schattenlage Gartensalbei oder Fackellilien anzupflanzen, weiss, dass er damit zwangsläufig scheitern wird. Denn nur wenn die Pflanzen standortgerecht gewählt werden, können sie sich ideal entwickeln. 3. Hoffnung: Gärtnern gibt uns immer wieder die Hoffnung, dass in der neuen Saison doch noch alles gedeiht und zur üppigen Blüte kommt. 4. Geduld: Die im Herbst gesteckten Tulpenzwiebeln werden erst im nächsten Frühling blühen, die Staudenbepflanzung erst in zwei Jahren wirklich top und der jung gepflanzte Baum erst in fünfzehn Jahren seine volle Schönheit entfalten. 5. Ablenkung: Stress und Druck aus dem Alltag schmelzen im Garten weg wie Eis an der Sonne. Und der Sauerstoff sorgt erst noch für die beste Durchlüftung. Ein Garten ist Luxus. Ein Luxus, der geprägt ist von Erlebnissen, Sinnenfreuden und Zeit. Wie im Garten Eden eben. Aber wer einen Garten hat, ist ohnehin schon fast im Paradies. l
* Die Journalistin Silvia Schaub hat mit dem Gartenplaner Alain Diebold ein Buch geschrieben, das zahlreiche Nutzungs- und Gestaltungsvorschläge für Gärten und Terrassen aufzeigt. «Gartensituationen – Lösungen für jeden Gartenbereich», Callwey Verlag, 39.60 Franken bei www.exlibris.ch.
© Getty Images
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ort, wo ich aufwuchs, war kein Garten: biederer Siedlungsbau aus den frühen Sechzigerjahren, dazwischen Rasen, den man nicht betreten durfte. Immerhin hatten wir einen Balkon mit Eternitkistchen voller Geranien. Meine hortikulturelle Sozialisierung war eher bescheiden – bis zu dem Moment, als er plötzlich vor mir lag: ein kleiner Garten. Meine neue Wohnung hatte nämlich einen Gartenanteil von fünfzig Quadratmetern. Die ersten Versuche, die pure Erde in so etwas wie einen Gemüsegarten zu verwandeln, missrieten jämmerlich. War es also doch wahr, was mir einst ein Freund erzählte – dass es sich mit dem Gärtnern genau gleich verhalte wie mit dem Kochen und Skifahren? Entweder man lerne es von Kindsbeinen an, oder man lerne es nie. Doch bei mir ging der Knopf auf. Vielleicht, weil mir eine Liaison mit einem Gärtner die Augen öffnete. Dass das Rupfen, Zupfen, Graben und Pflanzen durchaus seinen Reiz hat. Längst bin ich damit nicht mehr allein. Plötzlich scheint alle Welt infiziert zu sein vom Gartenvirus. So manche, die ihre Finger ansonsten nur für das Smartphone in Bewegung setzen, spüren ein Kribbeln, sobald die Sonne durch die Wolken bricht. Dann buddeln sie ebenso hingebungsvoll in der Erde, wie sie vorher virtuell durch die Welt gesurft sind. Ein Beet umgraben, die Rabatten jäten, Löwenzahn oder Winden den Garaus machen, damit die jungen Stauden nicht abgewürgt werden und kräftig wachsen können – das alles empfinden sie nicht als Arbeit im eigentlichen Sinn, sondern als Leidenschaft. Selbst das Ziehen
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NACHHALTIGKEIT
GARTEN
So macht er was her Rechtes Werkzeug ist im Garten unverzichtbar. Aber auch stilvolles Dekor hat seinen Platz. Zusammengestellt von Imelda Stalder
Zeitlos Exotisch
Biologisch
Ob auf der schlichten Holzbank, im Schaukelstuhl oder auf der Gartenliege – das Zierkissen Paca verleiht auch dem braven Balkongärtchen einen Hauch von Dschungel-Atmosphäre. Fr. 19.80, bei Micasa.
Der perfekte Nährboden für die lieben Pflänzchen: Torffreie Aussaat- und Kräutererde, erhältlich in 10- und 20-Liter-Säcken. Fr. 4.95/6.95, bei Do it + Garden.
Im Tontopf Oll wächst der Rosmarin zwar nicht schneller, aber er kommt besser zur Geltung und lässt sich frei platzieren. Das schlichte Design eignet sich vor allem für den Aussenbereich. 26 cm Durchmesser. Fr. 29.90, bei Do it + Garden.
Tiefschürfend Ohne Arbeit keine Blütenpracht. Miogarden-Blumenkelle mit Griff aus FSC-Holz und Kopf aus rostfreiem Edelstahl. Fr. 7.95, bei Do it + Garden. 26
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Umweltfreundlich Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M hat die Migros das Versprechen gemacht, ihr biologisches Gartensortiment bis 2020 auszubauen und den Umsatzanteil von Bioprodukten zu verdoppeln. www.generation-m.ch
Gründlich Zeige mir deinen Garten, und ich sage dir, wer du bist. Wer an diesen Satz glaubt, kommt ums Rechen nicht herum. Miogarden-Gartenrechen Pro, Fr. 39.90, Do it + Garden.
Bequem Auf der in der Schweiz gefertigten Bistrobank Bahamas lässt es sich herrlich ausspannen, ob man nun selbst gegärtnert oder nur zugeschaut hat. Fr. 339.–, bei Do it + Garden sowie Micasa.
Stylish Bringt südostasiatisches Flair in die Schweizer Gartenlandschaft: Der handbemalte Holzschirm Bali, in Taupe und Türkis erhältlich. Durchmesser 185 cm, Fr. 249.–, in grösseren Do it + Garden und ausgewählten MicasaFilialen erhältlich.
Romantisch
© Shutterstock
Handlich Es gibt Tage, da will man den Dreck unter den Nägeln spüren. Für alle anderen gibt es wasserabweisende, gefütterte Handschuhe. In M und L für Damen erhältlich, Fr. 3.75, bei Do it + Garden.
Was gibt es Schöneres, als eine laue Sommernacht im eigenen Garten zu verbringen? Die in vier Farben erhältlichen Honeycomb-Windlichter sorgen für die perfekte Atmosphäre. Fr. 4.90/7.90, bei Interio.
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NACHHALTIGKEIT
OEKOM-RATING
Dafür gibts Punkte Das Modewort «nachhaltig» wird meist im Zusammenhang mit umweltbewusstem Handeln verstanden. Dabei ist das Wort viel reichhaltiger: Es umfasst auch die soziale Verantwortung. Der Titel «Nachhaltigstes Detailhandelsunternehmen weltweit», den die Migros jüngst errungen hat, stützt sich also auf ein breites Fundament. Text: Susanna Heim Illustration: Lena Kunstmann
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hrlich, glaubwürdig, verantwortungsvoll – was klingt wie die Charakter-Checkliste für einen potenziellen Lebenspartner, umschreibt gleichzeitig die Erwartungshaltung der meisten Menschen an ein Unternehmen. Die Finanzkrise, Umweltskandale, aber auch Fälle von Ausbeutung von Mitarbeitern oder Lieferanten haben dazu geführt, dass das Misstrauen der Allgemeinheit gewachsen ist. Ein Folge daraus ist, dass die Unternehmen heutzutage nicht nur wirtschaftlich konkurrieren, sondern sich auch in einem Werte-Wettbewerb befinden. Für was steht ein Unternehmen? Wie nimmt es seine Rolle in der Gesellschaft wahr? Wie geht es mit Ressourcen um? Das sind Fragen, die nicht nur die Politik stellt, sondern auf die auch die Kunden Antworten wollen. Wer schaut eigentlich – nebst Gesellschaft und Medien – den Unternehmen auf die Finger und bewertet sie? Mit dieser Frage hat sich ein Betätigungsfeld für unabhängige Agenturen aufgetan, die die Unternehmen begutachten. Eine der renommiertesten im Bereich Nachhaltigkeit ist die Oekom Research AG aus München. In ihrem Rating 2014/ 2015 wurde die Migros-Gruppe als «nachhaltigste Detailhändlerin weltweit» bewertet. Für die Analyse wurden über hundert Kriterien herangezogen. Im Falle eines Handelsunternehmens wie der Migros-Gruppe bestehen diese zu 40 Prozent aus ökologischen und zu 60 Prozent aus sozialen Untersuchungskriterien. Zu 28
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letzteren gehören die Unterkategorien Mitarbeitende und Lieferanten, Gesellschaft und Produktverantwortung sowie Wirtschaftsethik. Besonders gute Noten bekam die Migros etwa als Arbeitgeberin, aber auch der Umgang mit den Lieferanten (kontrollierte soziale Mindeststandards) wurde überdurchschnittlich gut bewertet. Auch das ist nachhaltig. Neben der externen Kontrolle brauchen Unternehmen aber vor allem eine Selbstkontrolle. Die Bankenkrise hat gezeigt, dass diese nicht immer funktioniert. Wer kontrollieren will, braucht Regeln, auf die er sich im Zweifelsfalle berufen kann. Der englische Begriff «Compliance» steht für die Einhaltung eines klar definierten Verhaltenskodexes durch die Mitarbeitenden. Auch die Migros-Gruppe hat in den letzten Jahren den Bereich Compliance ausgebaut und wurde im Oekom-Rating 2014/15 dafür mit guten Noten bedacht. Zu den definierten Regeln gehört bei der Migros beispielsweise, dass sich jeder Mitarbeiter dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichten muss. Was sich hier papieren anhören mag, ist in der Realität für den «Dampfer» Migros eine Sicherheitsweste und ein Kompass zugleich. Denn es geht dabei um etwas Zentrales: Verantwortung. In einer globalisierten Welt, wo das Handy aus chinesischen Fabriken und die Babykleidung aus Indien kommt, verteilt sich die Verantwortung auf viele Schultern – auf jene von Herstellern, Lieferanten, aber auch auf jene des Einkäu-
fers hier in der Schweiz. «Verantwortung ist für Firmen heutzutage eine grössere Herausforderung als früher, weil sie auf viele Menschen in einer Kette aufgeteilt ist», sagt auch Eva Häuselmann, deren Beratungsfirma Despite Unternehmen bei der Personalrekrutierung unterstützt. Häuselmann und ihr Team haben einen Test entwickelt, mit dem sich die Wertehaltung von potenziellen Mitarbeitenden beurteilen lässt. Die Personalexpertin Häuselmann sagt auch, dass ein Unternehmen eine Kultur der Verantwortung leben müsse. Will heissen: Papier allein genügt nicht. Ebenso wichtig sei es, dass Richtlinien durchgesetzt werden. Eine Null-Toleranz-Kultur gegenüber Verstössen fördere die Integrität im Unternehmen, sagt die Fachfrau. Und wenn es der Vorgesetzte ist, der sich nicht an Regeln hält? Dann braucht es eine neutrale Stelle, wo Fehlverhalten gemeldet werden kann. Bei der Migros heisst diese interne Stelle M-concern – hier können Missstände rapportiert werden, unter Wahrung der Anonymität. Tatsache ist: Kein Unternehmen kann selbstbezogen existieren. Es ist eingebunden in ein Netz aus Abhängigkeiten und Verpflichtungen, auch gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Einmal mehr kommt man nicht umhin, an die Weitsicht von Gottlieb Duttweiler zu erinnern. Lange bevor es Unternehmensrankings und Bewertungsagenturen gab, hat er die gesellschaftliche Verantwortung zum Grundsatz der Migros gemacht. l
Oekom-Rating 2014/15 Migros ausgezeichnet Die Migros-Gruppe ist von 140 Händlern mit der Bewertung B + als nachhaltigste Detailhändlerin 2014/15 ausgezeichnet worden. Die Oekom Research AG führt Nachhaltigkeitsratings von Unternehmen und Ländern durch, basierend auf der weltweit umfassendsten Kriteriensammlung zur ethischen Bewertung von Unternehmen. Bei vielen der hundert verschiedenen Kritierien hat die Migros-Gruppe eine Top-Note erhalten. Die grössten Fortschritte zum Rating 2011 hat die Migros unter anderem durch die Lancierung des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M erzielt, aber auch durch die Einführung von ökologischen und sozialen Basisanforderungen in der Migros-Gruppe und die Etablierung eines Verhaltenskodexes für die Mitarbeitenden.
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WER KAUFT HIER EIN ?
DER PSYCHOLOGE RÄTSELT . . .
Vieles spricht für die WG Aber eben nicht ganz alles. Der Psychologe vermutet hinter dem oben abgebildeten Einkauf eine Männerbande, wenn da nur die Blumen und der Weichspüler nicht wären. War möglicherweise doch eine Frau im Spiel? Fotos: Nik Hunger
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ie Bratkelle, der Gerbera-Strauss sowie die XL-Packung Weichspüler fallen mir zuerst auf, und sie verleiten mich sogleich zu einer ersten – etwas wackligen – Hypothese. Die Bratkelle interpretiere ich als Hinweis für einen noch nicht allzu lange bezogenen Haushalt, in dem noch dies und jenes fehlt. Der Blumenstrauss wurde vermutlich gekauft, weil Besuch erwartet wird, oder ganz einfach, um den Bewohnern 30
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selbst eine Freude zu bereiten. Den Weichspüler kann ich, ohne einschlägige Wascherfahrung, schlecht einordnen. Spontan kommt mir eine Männer-WG in den Sinn. Nicht, weil Männer in der letzten Ausgabe wider Erwarten nicht vertreten waren, sondern weil das Gesamtbild des Einkaufs eher mit männlichen Ernährungsgewohnheiten korreliert. Natürlich regen sich auch Widersprüche. Frisch in eine Wohnung eingezoge-
ne Männer könnten zwar ihr neues Heim mit einem Blumenstrauss schmücken. Ob sie für ihre ersten Waschversuche aber gleich eine Grosspackung Weichspüler kaufen, ist hingegen fraglich. Meine erste Vermutung gerät ins Wanken, fallen lassen mag ich sie aber auch nicht. Acht Liter UP-Milch, Müeslimischung, Schinken, Salami und reichlich Toast kann ich mir nämlich wieder gut in einem Männerhaushalt vorstellen. Das Couscous und
Der Einkauf wurde in der Migros Calandapark in Chur getätigt.
die vier Avocados könnten zudem ein Hinweis auf internationales Flair sein. Vermutlich komme ich weiter, wenn ich mir die Koch- und Lebensgewohnheiten der Personen ausmale. Da Pouletgeschnetzeltes, Toast und Avocados nicht lange haltbar sind und sich bestimmt zwei bis drei Personen daran satt essen können, bin ich überzeugt, dass nicht für eine Person alleine eingekauft wurde. Sicher wird auch regelmässig gefrühstückt, werden Kaffee und Kakao getrunken und Müesli oder Rührei mit Schinken gegessen. Das Mittagessen findet ausser Haus statt, am Abend fehlt die Zeit oder die Lust, ein aufwendiges Nachtessen zu kochen. Alles, was eingekauft wurde, kann innerhalb von wenigen Minuten zubereitet werden. Damit der Genuss nicht zu kurz kommt, gibt es zum Dessert Stracciatella- und Vanilleeis mit frischen Himbeeren und Blaubeeren. Die Auswahl der
„Meine erste
Vermutung gerät ins Wanken. Aber fallen lassen mag ich sie nicht.
„
Der Ernährungspsychologe Dr. Robert Sempach ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. Sein aktuelles Projekt: «Tavolata» – Tischrunden für ältere Menschen. Infos: www.tavolata.net
Vanilleglace zeigt, dass vorwiegend preisbewusst eingekauft wird. Bei einzelnen Geschmacksvorlieben wie Stracciatella, höhlengereiftem Greyerzerkäse oder Gewürzgurken werden jedoch preislich keine Kompromisse eingegangen. Nach all diesen Überlegungen halte ich ein berufstätiges Paar Mitte dreissig, eventuell mit einem oder zwei Kindern, für etwas wahrscheinlicher als die junge Männer-WG. Sie wohnen eher auf dem Land als in der Stadt. Morgens und abends finden gemeinsame Mahlzeiten statt, wobei es allen wichtig ist, dass das Essen in guter, entspannter Atmosphäre genossen werden kann. Meistens kauft die Frau ein, manchmal jedoch auch der Mann, der sich mit den Waschmitteln nicht so richtig auskennt. Dafür bringt er einen Blumenstrauss mit nach Hause. Wer wars? Zur Auflösung umblättern. Vivai 3/15
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WER KAUFT HIER EIN ?
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Die Auflösung Blumen und Avocados speziell für die Ehefrau! Eingekauft hat der Informatiker Marc-Alexander Iten (27). Mit Karin (27), die als Arzthelferin arbeitet, wohnt er seit Kurzem in Rhäzüns GR.
ir sind beeindruckt. Herr Sempach hat fast ins Schwarze getroffen. Wir sind etwas jünger als geschätzt und noch kinderlos. Normalerweise gehts gemeinsam zum Einkauf, dieses Mal war Marc-Alexander jedoch alleine unterwegs, und bei der Wahl des Weichspülers tat er sich wirklich etwas schwer. Was Blumen anbelangt, ist er hingegen ein richtiger Profi, er bringt oft einen Strauss mit nach Hause. Da wir beide berufstätig sind, kaufen wir aus praktischen und preislichen Gründen grosse Mengen ein. Toast etwa lässt sich gut einfrieren. Auch vielseitig verwendbare Lebensmittel wie Pouletgeschnetzeltes, Eier und Schinken befinden sich immer in unserem Vorrat. Nicht zuletzt, weil wir gern Gäste haben. MarcAlexander hat ursprünglich Hotelier gelernt und zaubert jederzeit ein Viergangmenü auf den Tisch. Deshalb täuscht sich Herr Sempach in Bezug aufs Abendessen. Wir kochen nach der Arbeit regelmässig und eher aufwendig – natürlich innert nützlicher Frist. Da hilft es, wenn Beilagen wie Kartoffelstock rasch zubereitet werden können. Am Morgen hingegen begnügen wir uns meist mit einem Müesli. l Aufgezeichnet von Gisela Femppel.
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Milch ist nicht gleich Milch Vier Milliarden Liter Milch im Jahr geben Schweizer Kühe. Doch Konsumenten greifen immer häufiger zu pflanzlichen Alternativen – aus moralischen und gesundheitlichen Gründen. Aber der Ersatz ist nicht automatisch besser. Text: Marianne Botta Diener Fotos: Christine Benz
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er eine Weile in einer CaféBar steht, hört immer öfter den Wunsch: «Coffee to go, bitte mit Sojamilch.» Im Supermarkt stehen die anderen neuen Lieblinge: Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch. Und das im Milchland Schweiz. «Der Milchkonsum ist rückläufig, dafür werden zunehmend Milchersatzgetränke verlangt», erklärt Annina Erb, Leiterin des Bereichs Ernährung und Gesundheit beim Migros-GenossenschaftsBund. Jahrzehntelang galt Kuhmilch als notwendiger Teil einer gesunden Ernährung. Heute jedoch scheiden sich die Geister an diesem Lebensmittel. Zwei Lager stehen sich da gegenüber: die Kuhmilch34
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Befürworter und jene Menschen, die deren Konsum für mehr oder weniger schädlich halten. Nach Angaben verschiedener Marktforschungsinstitute liegt die weltweite Wachstumsrate der pflanzlichen Milchalternativen pro Jahr bei über fünfzehn Prozent. Sojadrink ist die bekannteste, daneben werden aber auch innovative Getränke aus Nüssen, Körnern, Samen sowie aus alten Getreidesorten beliebter. Viele sind protein- und fettärmer, dafür kohlenhydratreicher als Kuhmilch. Oft wird den Milchgetränken Kalzium zugefügt, bisweilen auch Zucker. Beim Nährwert können sie jedoch meist nicht mit der echten Milch mithalten. Sie dürfen denn
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ERNÄHREN
MILCH & DRINKS
auch nicht «Milch» genannt werden, sondern heissen «Drink» oder «Getränk». Milch gilt noch immer als gesund. «Wir empfehlen Erwachsenen, täglich drei Portionen Milchprodukte zu konsumieren», so Ernährungsberaterin Steffi Schlüchter, die den Medienservice der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) leitet. Christophe Lacroix, Professor am Institut für Lebensmittelwissenschaft und Ernährung an der ETH Zürich, sagt: «Kein anderes Lebensmittel ist so reich und gehaltvoll an Nährstoffen wie die Milch. Zudem ist sie die beste Kalziumquelle, die wir haben, und eines der ersten Nahrungsmittel, das wir kennen.» Er sagt auch, Milch gehöre ebenso wie daraus hergestellte Produkte zu unserer Kultur. Unsere Genetik habe sich an den Milchkonsum angepasst, und der Genuss von Milch sei vor diesem Hintergrund gerechtfertigt. Nicht unbedeutend in diesem Zusammenhang ist, dass heute in der Schweiz pro Jahr mehr als vier Millionen Tonnen Kuhmilch produziert werden. Milch ist damit das wichtigste Erzeugnis der schweizerischen Landwirtschaft. Jeder Fünfte verträgt sie nicht
Trotzdem wenden sich immer mehr Menschen vom Milchkonsum ab. «Die Zahl derer, die Milch nicht gut vertragen, steigt kontinuierlich an», sagt Georg Schäppi, Geschäftsleiter des aha! Allergiezentrums Schweiz. «Immer mehr Kinder leiden unter einer echten Allergie auf Kuhmilcheiweiss. Von einer Laktoseintoleranz ist heute in der Schweiz etwa jeder fünfte Mensch betroffen.» Es sei gut, dass es Alternativen gebe. «Der Verzicht auf Milch ist nicht nur ein Hype, der von amerikanischen Stars vorgelebt wird. Wer nach dem Milchkonsum unter happigen Reaktionen leidet, muss darauf verzichten.» Oder im Fall der Laktoseintoleranz zumindest auf laktosefreie Milch mit vergleichbarem Nährwert ausweichen. Die Nachfrage nach Alternativen zur klassischen Kuhmilch nehme stetig zu, so Schäppi. Es gibt Milchgegner, die sich weniger um ihre Gesund36
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heit als um das Wohlergehen der Kühe sorgen. Diese müssen, um Milch zu geben, regelmässig Kälber gebären. Streit um die Wirkung «Im Erwachsenenalter Milch zu trinken, könnte man als ‹unphysiologisch› bezeichnen», sagt der Ernährungswissenschaftler und Arzt David Fäh. Das mache kein Lebewesen ausser dem Menschen. Verfechter dieser These argumentieren, dass Milch lediglich im Säuglingsalter gebraucht werde. ETH-Professor Lacroix entgegnet: «Früher wurden wir aber auch nicht neunzig Jahre alt. Milch gehört zu denjenigen Lebensmitteln, die dies ermöglichen, weil sie uns mit hochwertigen Proteinen und viel Kalzium für stabile Knochen versorgt.» Ernährungswissenschaftler Fäh sieht das anders: «Für die Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung bezüglich Milch fehlt das nötige wissenschaftliche Fundament.» Es gebe keine überzeugenden Beweise dafür, dass Milchkonsum mit einem niedrigeren Erkrankungs- und Sterberisiko einhergehe. Studienresultate über die Risiken von häufigem Milchtrinken für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen in alle Richtungen: positiv, negativ, neutral. Milch und Milchprodukte können, so die Aussage verschiedener Untersuchungen, im Erwachsenenalter nicht einmal das Osteoporose-Risiko senken. Genügend Bewegung scheint da ein viel wichtigerer Schutzfaktor zu sein. Und sowieso sei, sagt Fäh, ein Kalziummangel bei einer ausgewogenen Ernährung sogar bei Milchverzicht selten. Am Ende ist es mit der Milch wie mit allem: Es kommt auf die Menge an, ob sie gesund ist oder nicht. Lebensnotwendig scheint sie nicht zu sein. Entgegen der landläufigen Meinung war sie früher kein Grundnahrungsmittel. «Milch ist für mich ein gesundheitsneutrales Lebensmittel», resümiert Fäh. Er geniesst sie jedenfalls weiterhin ohne schlechtes Gewissen, wie Ernährungswissenschaftler Lacroix auch. l
Cremig bis wässrig Milchalternativen können verwendet werden wie Kuhmilch. Sie eignen sich fürs morgendliche Müesli ebenso wie für den Kaffee. Auch zum Kochen und Backen sind die meisten Ersatzprodukte geeignet. Schafmilch
Liefert eineinhalbmal so viele Proteine und Kalzium wie Kuhmilch, aber auch mehr Fett und Kalorien. Enthält ebenfalls Laktose, ist aber leichter verdaulich als Kuhmilch. Sehr reich an essenziellen Fettsäuren (Linol- und konjugierte Linolsäure), sehr vitaminreich (B2, B6, B12, B13, C und Niacin).
Bemerkenswert ist der hohe Gehalt an Orotsäure (Vitamin B13). Sie soll unter anderem krebshemmend wirken und die Blutzellbildung im Knochenmark anregen. Sojadrink *
Vegan und laktosefrei. Enthält fast gleich viele Proteine und etwas weniger Kohlenhydrate als Kuhmilch. Gelbliche Farbe, cremige Konsistenz. Leichter Geschmack nach Sojabohnen. Mandelgetränk
Vegan und laktosefrei. Liefert nur wenig Kohlenhydrate, ist damit eines der wenigen Milchersatzgetränke, die sich mit «Low Carb»-Ernährungsformen kom-
binieren lassen. Mandelgetränk ist jedoch eine schlechte Eiweissquelle. Ähnlicher Fettgehalt wie Kuhmilch (3 Gramm pro Deziliter). Wässrige Konsistenz. Weissliche Farbe. Leichter Marzipangeschmack. Haferdrink
Liefert (wenig) Beta-Glucane, die einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte haben. Schlechte Proteinquelle. Liefert etwa gleich viele Kohlenhydrate wie Kuhmilch, ist vegan und laktosefrei. Wässrige Konsistenz, eierschalenfarbig. Leichter Porridge-Geschmack. Reisdrink *
Vegan und laktosefrei. Sehr arm an Pro-
teinen und Fett. Liefert fast 10 Gramm Kohlenhydrate pro Deziliter. Enthält weniger Fett und Eiweiss, dafür mehr Kohlenhydrate als Kuhmilch. Wichtige Inhaltsstoffe der Milch fehlen (Calcium, Phosphor, Vitamine A, D und B2). Weisse Farbe, wässrige Konsistenz. Leichter Geschmack nach Milchreis. * Beim Kauf dieser Produkte sollte man darauf achten, dass kein Zucker zugesetzt wurde. Bei Getränken aus Getreide ist zu bedenken, dass oftmals zwar kein Zucker zugefügt wird, aber ein Teil der Stärke bei der Fermentation in Zuckerarten umgewandelt wird. Diese sind nicht gesünder als herkömmlicher Haushaltszucker. Vivai 3/15
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ERNÄHREN
LEICHT & GESUND
Tipp für heisse Tage
Auf vielen Food-Blogs taucht der Chia-Pudding als Basis auf für ein Glace ohne Zugabe von Eiern oder Rahm. Einfach im Mixer – beispielsweise mit Kakaopulver – zu einer cremigen Masse verarbeiten und gefrieren.
Pudding mit Showeffekt Alle reden über Chia-Samen, doch was bereitet man aus den gesunden Körnern eigentlich zu? Einen einfachen, lustigen Pudding zum Beispiel. Rezept & Text: Daniel Stehula Foto: Christine Benz Illustration: Anja Kroencke
e
dward Palmer war ein englischer Pflanzenforscher, der Ende des 19. Jahrhunderts von einem schleimigen Brei berichtete, den die mexikanischen Indios zu sich nahmen: Pinola. Die Indios rösteten kleine Körnchen, mahlten sie zu Pulver und rührten dieses mit Wasser an. Die Körnchen stammten von einer Salbeipflanze, die Chia genannt wurde. Wäre Palmers Bericht der letzte darüber gewesen, hätte der kleine Samen aus Mexiko in den letzten Monaten keine Weltkarriere hingelegt. Aber 120 Jahre später wurde das Chia-Körnchen in Kalifornien von Schauspielerinnen und Models als Superfood und Wundermittel ausgerufen, und seither wächst die Zahl der Men38
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schen, die dem Müesli zwei Esslöffel davon beigeben. Oder sie mixen Chia in ihren Morgensmoothie, wie das Model Miranda Kerr. Nicht nur wegen der fast 25 Prozent an hochwertigen Proteinen, den Antioxidantien und Mineralstoffen wie Kalium und Kalzium, die die Samen enthalten, ist das durchaus vernünftig. Die Chia-Samen haben auch eine enorm hohe Quellkraft. Sie dicken das Morgenmüesli ganz angenehm ein und knacken dazu auch noch beim Draufbeissen. Diese Eigenschaft nutzen wir für unser Rezept. Die Chia-Samen sättigen lange und können die Dichte des Darminhalts regulieren. Die altbekannten Leinsamen verfügen ebenfalls über diese Eigenschaft, und
gesund sind sie auch. Aber Chia ist derzeit das angesagtere Körnchen. Chia-Pudding mit Erdbeeren
Für 1 Person: 4 Esslöffel Chiasamen; 250 ml Soja-, Mandel-, Reis- oder Kuhmilch; Erdbeeren; frische Minze. Chia-Samen und Milch in ein Einmachglas geben, nach Belieben süssen. Glas verschliessen und eine Stunde – oder besser über Nacht – im Kühlschrank quellen lassen. Erdbeeren rüsten, bei Bedarf zuckern, auf den Pudding geben und mit Minze garnieren. Man kann die Milch auch zu einem Teil durch Kokosmilch ersetzen oder mit einer halben Banane aufmixen und dann zu den Chia-Samen geben. l
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Gegen Armut in der Schweiz
Patrizia (33): Eine Mutter kämpft gegen die Armut Auf den Schultern Alleinerziehender lastet viel: die Verantwortung für die Kinder, der Beruf und der Haushalt. Oft kommen dann noch finanzielle Probleme hinzu, weil das Einkommen für den Lebensunterhalt nicht ausreicht. So wie bei Patrizia Monier (33), Mutter zweier Kinder aus Zürich. Frau Monier, mit welchen Problemen kämpfen Sie derzeit am meisten? Ich kann meine Rechnungen nicht pünktlich zahlen, das ist wohl mein grösstes Problem. Jeden Monat muss ich schauen, dass noch genügend Geld für Lebensmittel bleibt. Ich bin immer unter Druck und kämpfe tagtäglich, dass wir nicht zum Sozialfall werden.
Haben Sie denn ein Einkommen? Ja, aber es ist zu wenig. Ich arbeite stundenweise am Flughafen und würde gerne mehr arbeiten. Aber ich finde keinen Job und bekomme nur Absagen, weil ich alleinerziehend bin. Immer heisst es, ich sei zu wenig flexibel. Es tut weh, wenn man keine Chance erhält. Wie kommen Sie im Alltag zurecht? Unser Leben ist ein einziger Verzicht. Besonders schmerzt es mich, dass ich immer nein sagen muss, wenn die Kinder sich etwas wünschen. In den Zoo oder schlitteln gehen liegt einfach nicht drin. Das sind Momente, an denen ich fast zerbreche. Was gibt Ihnen Kraft? Meine Kinder. Ohne sie gäbe es mich nicht mehr. Ich wünsche mir so sehr, dass sie glücklich sind, und ich würde ihnen gerne mehr geben, aber ich kann nicht.
Erfahren Sie mehr über Patrizia und ihre Kinder: www.dasrichtigetun.caritas.ch
In der Schweiz gibt es rund 200 000 Mütter und Väter, die ihre Kinder allein erziehen. Jede/r sechste von ihnen ist von Armut betroffen, wobei die Mehrheit Working Poor sind – also Menschen, die trotz Arbeit zu wenig für den Lebensunterhalt ihrer Familie verdienen. Und: Armut ist vererbbar. Kinder aus armen Familien sind als Erwachsene nachweislich öfter von Armut betroffen. Caritas ruft Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft zum Handeln auf, fordert eine bezahlbare Kinderbetreuung, verbesserte Arbeitsbedingungen und Unterstützungsleistungen für armutsbetroffene Alleinerziehende. Mit einer Spende können Sie die Familien am Existenzminimum entscheidend entlasten und unterstützen dabei Hilfsangebote wie den CaritasMarkt und die Secondhandläden, die Sozial- und Schuldenberatung, die KulturLegi, Gratis-Ferien und das Patenprojekt «mit mir». Spendenkonto: 60-7000-4 Für Online-Spenden: dasrichtigetun.caritas.ch/schweiz
MIGROSKIND
Zucker fürs Leben Eigentlich sei er aus Zufall zum Migroskind geworden, sagt der 47-jährige Medienspezialist Andy Wolf aus Luzern. Seiner Treue zum orangen M tut das aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Text: Lukas Hadorn Foto: Christian Schnur (Montage: Vivai)
Seit wann sind Sie ein Migroskind, Herr Wolf?
Seit meiner Jugend. Ich bin in Neuenhof, im Kanton Aargau, aufgewachsen. Dort gab es nur einen Usego und eine Migros. Vor der Migros war gleichzeitig der Treffpunkt der Jugendlichen. Wir sind auf dem Brunnenrand gehockt und haben MigrosStängelglacé verdrückt. Diese Erinnerung beeinflusst ihr Konsumverhalten bis heute?
Es ist wohl Nostalgie und Gewohnheit zugleich. Ich bin ein Konsument, den man einmal überzeugen muss, dann hat man ihn für immer. Wer weiss, vielleicht wäre ich woanders ein Coopkind geworden. Sie definieren den Begriff Migroskind also in erster Linie über den Konsum von Nahrungsmitteln.
Hundertprozentig, ja. Ich war zwar auch mal in einem dieser Dutti-Parks und natürlich auch schon im Migros-Fitness. Und sogar den Film über Gottlieb Duttweiler habe ich mal gesehen, den fand ich richtig gut. Die verantwortungsvolle Haltung der Migros gegenüber der Gesellschaft gefällt mir, aber wenn, dann beeinflusst sie mich nur unbewusst. Dann reden wir über Produkte. Worauf könnten Sie nicht verzichten?
Auf die Schoggimäuse, auf Melasse aus dem Glas, auf die Sachertorte, den Him-
Sie sind der süsse Typ, was?
(Lacht.) Absolut! Meine Frau kriegt die Krise, wenn ich allein einkaufe. Aber ich hatte noch nie ein Loch im Zahn, das muss an dieser Stelle auch gesagt sein! Welches ist ihr Kultprodukt?
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Frühstück !
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Zuhause eine kalte Schoggi und ein Erdbeerjoghurt, im Büro einen SportVit-Riegel. Wie macht er das? «Ich habe wohl einen guten Metabolismus», sagt Migroskind Andy Wolf schmunzelnd.
Diese Schoggi-Malz-Riegel. Ich habe früher beim Radio gearbeitet und über zehn Jahre lang die Morgenshow moderiert, da musste ich um vier Uhr im Studio sein. Weil ich keinen Kaffee trinke, musste ich mir den Kick mit Zucker holen. Mein Frühstück bestand aus einer kalten Schoggi, einem Erdbeerjoghurt und einem dieser Riegel. Wie hiessen die noch gleich? SportVit?
Genau! Ich kenne die Produkte nur selten beim Namen, für mich ist die Verpackung entscheidend. Wenn das Design geändert wird, bin ich verloren. Aber in der Migros bleibt ja zum Glück vieles so, wie es immer schon war. Nichts, was sie vermissen?
(Überlegt.) Doch, ich liebte die CaramelFlans, die es früher gab. Die mit dieser dunklen, süssen Sauce obendrauf, in so einem trapezförmigen Becher. Die gibts, glaub ich, nicht mehr. Aber vielleicht hat auch bloss die Verpackung geändert. l
Sind auch Sie ein Migroskind? Melden Sie sich! vivai@migrosmedien.ch
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”Mein
beersirup, den Eistee und die Gummibärli. Auf Schoggiglace. Und auf Risoletto.
Facts
& Figures
Ein echter Klassiker: SportVit ist schon seit fünfzig Jahren fest im Migros-Sortiment. Die mit Schokolade überzogenen Malzwürfel liefern 12 Vitamine und 2 Mineralstoffe. Sie dürften seit den Sechzigern schon manches Kind in der Schweiz auf die Schulreise begleitet haben.
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Brauchen Haare Sonnenschutz? Haare bekommen zwar keinen Sonnenbrand, benötigen aber einen Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlen. Sonne, vor allem in Kombination mit Hitze, Salz- und Chlorwasser, setzt dem Haar zu, lässt es trocken, spröde und strohig werden. Zudem bleichen Haare, ob gefärbt oder nicht, in der Sonne aus. Der schönste Schutz ist ein schicker Sonnenhut, eine gute Alternative sind Sonnenschutz- oder Styling-Sprays mit UV-Filter. Wer sich seine leuchtende Haarfarbe erhalten will, setzt auf Color-SchutzProdukte mit integriertem UV-Filter. Gute Tipps rund um dieses Thema gibt es auch im Internet unter www.schwarzkopf.de.
Sind Deodorants unbedenklich ? Deodorants gehören zur täglichen Körperpflege – besonders im Sommer. Die meisten enthalten Aluminiumsalze. Diese sehen sich seit einigen Jahren dem Verdacht ausgesetzt, sie könnten Brustkrebs auslösen. Professor Peter Itin, Chefarzt Dermatologie des Universitätsspitals Basel, gibt Entwarnung: «Es gibt keinerlei wissenschaftliche Daten, die einen Zusammenhang zwischen Aluminiumsalzen und Brustkrebs belegen. Ohnehin findet sich Aluminiumchlorid nur in Antitranspirants, die dazu dienen, das Schwitzen zu reduzieren. In Deodorants hingegen, die nur lästige Gerüche verhindern, werden keine Aluminiumsalze eingesetzt.» Grundsätzlich müsse man darauf achten, dass Deodorants nicht auf offene Wunden (wie zum Beispiel Hautrisse vom Rasieren) aufgetragen werden. 42
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Noch Fragen zum Sommer? Jede Saison tauchen wieder neue Fragen auf, wie man sich unter der Sonne am besten pflegt. Hier gibts die Antworten. Text: Gisela Femppel
HAUT & HAAR
PFLEGEN
Was kann man gegen Hornhaut und Risse in den Fussnägeln tun ? «Am besten entfernt man Hornhaut in trockenem Zustand mit einer Feile», erklärt die Fusspflegerin Lotti Madera aus Chur. Noch zarter wird die Haut mit einem Fusspeeling. Die Fachfrau empfiehlt auch, die Füsse täglich gründlich einzucremen, bei starker Hornhaut ist eine Creme, die Urea enthält, am effektivsten. Auch bei leichten Rissen und rauen Fersen hilft Feilen und Cremen. Zu gepflegten Füssen gehören gepflegte Fussnägel. Diese sollten immer gerade und bündig mit den Zehenkuppen geschnitten werden, die Nagelhaut wird vorsichtig zurückgeschoben. Ein leuchtender Nagellack setzt den Farbtupfer.
Verhindert Sonnencreme die Aufnahme von Vitamin D? Ein guter Sonnenschutz ist unverzichtbar, primär als Schutz vor Hautkrebs. Gleichzeitig belegen neue Studien die Bedeutung von Vitamin D für die Knochengesundheit, und bei älteren Menschen auch für die Muskulatur. In erster Linie wird Vitamin D mit Hilfe der UV-B-Strahlung in der Haut gebildet, Sonnenschutz blockiert jedoch diesen Prozess. Die Zürcher Geriatrie-Professorin Heike Bischoff-Ferrari, eine der profiliertesten Vitamin-D-Expertinnen, empfiehlt deshalb, Vitamin D durch Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen, zumal die Sonne in unseren Breitengraden von November bis Anfang Mai kein verlässlicher Vitamin-DLieferant sei. Und wenn sie scheint, müsse man reichlich Sonnenschutz verwenden.
© Coliena Rentmeester / Trunk Archive
Haare entfernen ohne Reizung ? Rasieren ist die klassische Methode, lästige Körperhaare loszuwerden. Um Rötungen zu vermeiden, sollte stets nass rasiert und ein Rasierschaum oder Rasiergel aufgetragen werden. Einen Rundumservice bieten Rasierklingen mit eingebautem Hautconditioner. Ratsam ist es, nach der Rasur eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Creme mit Aloe vera aufzutragen. Auch Enthaarungscremes verhelfen im Handumdrehen zu einer glatten Haut, die chemischen Inhaltsstoffe können bei empfindlichen Menschen allerdings allergische Reaktionen hervorrufen. Wachsen bietet das am längsten anhaltenden Resultat, ist aber auch auch die schmerzhafteste Methode. Für den Heimgebrauch empfehlen sich einfach anzuwendende Kaltwachsstreifen. Vivai 3/15
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VELO
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as Velo ist für alle da. Kinder, Erwachsene, Sportler und Senioren, Abenteurer und Pendler. Seit es vor 130 Jahren vorgestellt wurde, hat sich seine Form kaum verändert. Es ist simpel aufgebaut, die Unterschiede liegen im Detail – und bei der Person, die im Sattel sitzt. Jedem bedeutet das Velo etwas anderes: die Pause vom Alltag, der Traum von der Ferne, die grosse Herausforderung oder das tägliche Transportmittel.
Helden, Ausbrecher, Wagemutige Daniel Eberli besitzt zwei Velos. Ein Hightech-Rennvelo, mit dem der Zürcher Arzt und Triathlet regelmässig trainiert: einmal die Woche um den Greifensee oder um den Flughafen herum. Das andere ist ein altes Exemplar aus der Oerliker Werkstatt Meier, mit dem Eberli an einem Rennen in Italien teilnimmt: L’Eroica findet jeden Herbst statt und führt über die Schotterstrassen der Toskana. «Es ist eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen», sagt er. Das Velo hat er ein halbes Jahr lang restauriert, nach Originalteilen gesucht und auf der offenen Rennbahn in Oerlikon die alten Herren nach Rat gefragt. «Es ist das gleiche Modell wie der erste Fünfgänger, der je an einer Tour de France gefahren wurde», erklärt Eberli. Um in Italien stilecht anzutreten, hat er alte Wasserflaschen besorgt. Die Velohose ist die des Kollegen eines 90-jährigen Bekannten, die historischen Schuhe sind aus Kalifornien, übers Internet ersteigert. «An der Eroica gibt es keine strengen Kontrollen», sagt Eberli, «man fährt mit altem Material auf unbefestigten Strassen.» Die Strapazen nehmen die Fahrer in Wolltrikots auf sich. Zur Verpflegung gibt es wie früher Weissbrot mit Zucker und Wein. 44
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Die erste weite Veloreise von Myrtha Kaufmann aus dem thurgauischen Stettfurt führte sie von ihrer Haustüre vor die Tore der Kathedrale in Santiago de Compostela. Das war vor sechs Jahren, und Myrtha Kaufmann hatte gespürt, dass sie raus musste. Die heute 71-Jährige hatte einige Jahre zuvor ihren Mann verloren, mit dem sie ein Geschäft geführt hatte. Sie sagt: «Mir kam das Wasser an den Hals, ich musste fliehen. Nach Spanien – das war der Anfang.» Beim Velohändler im Ort liess sie sich ein Rad empfehlen. Ein silbergraues Tourenrad mit Nabenschaltung für 5000 Franken. «Ich habe es einfach gekauft», sagt Kaufmann. Dann fuhr sie los. Bis heute hat sie über 20 000 Kilometer hinter sich gebracht. Sie sagt: «Das Velo hat vierzehn Gänge, aber eigentlich bräuchte ich nur neun.» Auf Santiago folgte eine Fahrt an den Polarkreis: 8250 Kilometer nach Hammerfest in Norwegen und zurück in vierzehn Wochen. Die Thurgauerin sitzt bei ihren Touren jeweils zehn Stunden am Tag im Sattel, damit kommt sie auf Etappen von 120 Kilometern. Obwohl sie ihre Übernachtungen nie vorreserviert, findet sie stets ein Quartier für die Nacht. «Ich treffe immer hilfsbereite Menschen. Sie versammeln sich um mein Velo und wollen alles wissen.» Jüngst bewältigte sie in sieben Wochen die 4500 Kilometer von Anchorage nach Vancouver. Durch die Wildnis Alaskas und Kanadas. Es gab nur einfache Campingplätze, sie musste erstmals im Zelt schlafen. «Ich hatte keine Angst vor Bären», sagt sie. Man sei ja nicht ganz allein und verstaue das Essen in dichten Behältern. «Aber ich glaube, ich hatte Glück.» Dem Berner Patrick Seabase genügt ein Gang. Mit seinem Fixie-Velo ohne Schaltung, Bremsen und Freilauf erklimmt
© Getty Images
BEWEGEN
Nicht ohne mein Velo Aus eigener Kraft vorankommen, dem Stau entfliehen, frische Luft atmen. Das Velo hat viele Freunde und gewinnt neue dank Elektroantrieb. Text: Daniel Stehula Portr채ts: Marvin Zilm
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VELO
er lange, steile Pässe. Die Tremola an der Südseite des Gotthards mit ihren Pflastersteinen ist einer seiner Lieblinge. «Ich mag monumentale Sachen, keine Grümscheliberge», sagt er. Je grösser die Herausforderung, desto grösser die Motivation, den Berg mit einem Velo zu bezwingen, das für die ewige Ebene im Bahnradsport gebaut wurde. «Velofahren ist eine Leidenschaft», sagt er, «und eine Lebensschule: Was locker kommt, hält nicht lange.» Am Berg hat er keine Möglichkeit, sich auszuruhen. Bergauf muss er jede Pedalumdrehung erkämpfen. Bergab muss er die Beine kreisen lassen, so schnell er kann – ohne Freilauf rotieren die Pedalen bei Tempo siebzig mit. Um zu bremsen, stemmt sich Seabase dagegen. «Bei diesem Velo musst du bei der Sache sein. Du bist wie auf einer Rakete angeANZEIGE
TS-Serie Der Allrounder mit Style. flyer-bikes.com
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schnallt.» Vor neun Jahren hat er sein erstes Bahnrad gekauft, seit vier Jahren ist er sportlich unterwegs. Er hat Sponsoren, verdient sein Geld mit dem Velofahren. Mit Rennradprofis geht er auf Trainingsfahrten, spult bis zu 20 000 Kilometer im Jahr ab. Fabian Cancellara soll versucht haben, ihn bei Paris-Roubaix ins Starterfeld zu bringen. «Doch die Organisatoren liessen mich nicht mit dem Fixie teilnehmen», bedauert Seabase. E-Bikes sind gefragt Alexander Tschäppät sagt von sich, er sei «kein wahnsinnig sportlicher Mensch». Trotzdem fährt der Berner Stadtpräsident immer mit dem Velo zur Arbeit. «Das Velo ist in der Stadt unglaublich gäbig», sagt er. Kein Stau, keine Parkplatzsuche. Früher fuhr er einen Töff, aber den konn-
te er nicht überall abstellen. Als der erste Flyer auf den Markt kam und man mit dem Elektrovelo noch ein Exot auf den Strassen war, sattelte Tschäppät um. Seither ist der Anstieg auf dem Heimweg kein Thema mehr. Tschäppät geht im Anzug arbeiten. Trotzdem legt er, wenn es nicht regnet, alle Wege mit dem Velo zurück. «Ich komme dann nicht verschwitzt in der Sitzung an.» Als überzeugter E-BikeFahrer hat er aber auch Verbesserungsvorschläge. Am wichtigsten scheint ihm, dass man E-Bikes für die übrigen Verkehrsteilnehmer klar erkennbar macht: «Viele Fussgänger und Autofahrer unterschätzen das Tempo der Elektrovelos.» Elektrovelos verzeichnen seit Jahren steigende Verkaufszahlen. 2014 war beinahe jedes fünfte verkaufte Velo ein E-Bike. Tendenz steigend. l
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Vier Enthusiasten, vier grundlegend verschiedene Velos 1. Daniel Eberli
2. Alexander Tschäppät
3. Patrick Seabase
4. Myrtha Kaufmann
Der 44-jährige Arzt aus Zürich nutzt sein historisches Rennvelo als eine Art Zeitmaschine. Im Herbst legt er die alte Velokleidung zurecht und reist nach Italien. Dort nimmt er mit seinem alten Fünfgänger am Rennen L’Eroica teil. Historische Räder fahren über Schotterstrassen wie vor hundert Jahren – platte Reifen inklusive.
Der Berner Stadtpräsident fährt mit dem E-Bike zur Arbeit. Der 63-Jährige hat einen Flyer der ersten Generation gekauft. Seither ist er dem Velo mit Motor treu geblieben. Er verfolgt die Entwicklung der E-Bikes aufmerksam und lobt die aktuellen Modelle, die punkto Gewicht und Reichweite sehr gut seien.
«Leidenschaft kommt von leiden», sagt der 32-jährige Berner. Er fährt mit seinem Fixie Passstrassen hinauf und hinunter. Für diese Höchstleistungen fährt er 20 000 Kilometer im Jahr, zum Ausgleich rudert er – «von nichts kommt nichts». Dank Sponsoren kann er vom Velofahren leben. Schöne Strassen hält er fotografisch fest.
Die 71-jährige Stettfurterin besitzt ihr Tourenrad erst seit sechs Jahren. Über 20 000 Kilometer hat das Velo jetzt auf dem Tacho. Die Thurgauerin nimmt es auf ihren Reisen mit auf ihr Hotelzimmer, damit es nicht gestohlen wird. Immer dabei ihr Notvorrat für drei Tage: Nüsse, Schokolade, Trockenfrüchte, Knäckebrot, Traubenzucker, Äpfel.
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VELO
1 "Das Durchschnittsalter
Ein Bike für jeden Vier neue Modelle
unserer Kunden sinkt„ Mario Klaus ist MarketingVerantwortlicher beim E-Bike-Spezialisten m-way.
1. Für Pendler: Flyer TS 7.70.
Der schnelle Flyer erreicht ein Tempo von 45 km/h und hat eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern. Fr. 4199.–
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Warum sind E-Bikes so beliebt?
2. Für Geniesser: Das Cannondale Mavaro Headshok Performance ist ein Tourenbike mit einem Akku, der 80 bis 190 km hält. Fr. 3999.–
Es gibt viele Gründe. Das Angebot ist heute so breit, dass jeder das passende Velo findet. Pendler nutzen diese Mobilitätsalternative. E-Bike-Besitzer geniessen die Bewegung. Die Akzeptanz des E-Bikes hat stark zugenommen.
3. Für Junge: Ob Sand,
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Die Phase der Langzeittests ist abgeschlossen. Akkus und Antriebe sind heute langlebig und zuverlässig. Die Effizienz, kombiniert mit harmonischer Motorunterstützung, nimmt stetig zu.
Schnee, oder Schlamm – das Haibike Xduro Fatsix fährt überall. Die breiten Pneus garantieren Halt, der Motor unterstützt bis 25 km/h. Fr. 4899.–
Wohin weist die Nutzung des E-Bikes?
4. Für Eltern: Der Urban
Der Antrieb hat auf diese Saison hin wieder grosse Fortschritte gemacht.
Gerade im urbanen Raum wird es zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel im Alltag. E-Bikes sind heute schon cool, und wir erleben, dass das Durchschnittsalter unserer Kunden stetig sinkt. Basierend darauf, rechnen wir in naher Zukunft mit drei- bis achtmal mehr E-Bike-Besitzern in der Schweiz.
Arrow ist eigentlich ein Lastenvelo. Zwischen Lenker und Vorderrad haben zwei Kinder Platz. Fr. 4499.–
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Die Produkte sind in m-way-Filialen erhältlich, weitere Informationen gibt es unter www.m-way.ch.
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Natur erleben Die ostfriesische Insel besteht zu mehr als achtzig Prozent aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Selbst wenn in den Sommermonaten rund 400000 Gäste auf die Insel zur Sommerfrische kommen, findet sich stets ein ruhiges Plätzchen für Naturliebhaber. Und ausserhalb der Saison ist man praktisch ein Einheimischer. Am besten, man fragt nach Wattführer Johann. 50
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Der Mann kennt das Norderneyer Watt wie seine Westentasche und verspricht fast unberührte Dünentäler und Salzwiesen, die man allein nur schwer entdecken würde. Zudem ist eine Wattwanderung auf eigene Faust nicht ganz ungefährlich. Manchmal kommt die Flut schneller, als man laufen kann. Ein Tipp: Seehunde und Kegelrobben ruhen sich auf Norderney bei Ebbe gern auf den Sandbänken am Wichter Ee und im Busetief aus.
Fernziel
Insel Norderney
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as älteste deutsche Seebad gehörte im 19. Jahrhundert zu den vornehmsten Bädern Europas, war Ferienort von Adel, Künstlern, Dichtern und Denkern. Der junge Heinrich Heine schrieb: «Die See war mein einziger Umgang – und ich habe nie einen besseren gehabt – Nächte am Meer, wunderherrlich, gross.» Der Zauber Norderneys wird auch heute noch von Meer und weiten Strandlandschaften geprägt. Es gibt nur einen einzigen, eher unaufgeregten Ort auf der Insel. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht, ist hier genau richtig.
Gut gebettet «Inselloft»: Von aussen bestimmen
Fischimbiss Le Pirate
«Seesteg»: Die extravagantere
© Getty Images
Das tut man hier Norderney ist nicht Ibiza und nicht mal Sylt – und das ist durchaus als gute Nachricht zu verstehen. Wer auf eine laute Partyinsel an der Nordsee hofft, wird hier im Aussenbezirk Ostfrieslands enttäuscht. Für Freunde nachhaltiger Sommerfrische allerdings ist Norderney eine vorzügliche Wahl. Allein schon wegen der Thalasso-Anwendungen. Norderney nämlich hat sich neben Langeoog als wichtigstes ThalassoHeilbad Deutschlands etabliert. Der Begriff Thalasso hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet schlicht «Meer»: Auf Norderney werden Meerwasser, der Original Norderneyer Schlick, Algen und der heimische Sand gesundheitstherapeutisch eingesetzt.
die Fassaden vier prächtiger Kaufmannsvillen das Erscheinungsbild des Hotels, innen sind die Häuser ineinander verschachtelt und vereinen Eleganz mit lässig-freundlichem Service. Studio ab 140 Euro für zwei Personen pro Nacht, Loft ab 210 Euro für zwei Personen pro Nacht. www.inselloft-norderney.de
Wer mehr darüber wissen will oder Anwendungen plant: Im architektonisch aussergewöhnlichen Bad, dem Haus Norderney, hat sich Deutschlands grösstes Thalassozentrum auf üppigen 8000 Quadratmetern ausgebreitet. Aber keine Sorge: Man kann sich in diesem Wassertempel in zwei grossen Bädern und diversen Saunen auch einfach nur vergnügen. Selbst ein Kino leistet sich die kleine Insel – dabei ist das Kurtheater, in dem regelmässig aktuelle Kinofilme gezeigt werden, wirklich etwas Besonderes: 1893 im Stil eines Residenztheaters erbaut, erinnert das prunkvolle PlüschLichtspielhaus auch heute noch originalgetreu an die gute alte Zeit.
ältere Schwester des benachbarten «Insellofts» mit nur sechzehn Zimmern. Luxus auf anspruchsvollstem Niveau, prima Lage und dazu ein Infinity-Pool auf der Dachterrasse – das hat Stil. Kostet aber auch entsprechend. Studio ab 280 Euro für zwei Personen mit Frühstück à la carte. www.seesteg-norderney.de
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So schmeckts Tobias Pape
Insa und Nils Klimek
Die trifft man hier Sprechen? Mag er nicht so sehr. Was machen, die Dinge an die Hand nehmen: Sofort. Tobias Pape passt gut nach Norderney. Er kam zwar erst vor zwölf Jahren her, doch dass hier jetzt sein Zuhause ist und bleibt, spürt man sofort. Lachende Augen, spektakulär kurze Sätze, ein Original mit Fantasie: Tobias Pape beschloss 2012 einfach mal so, Bierbrauer zu werden. Er packte zwei grosse Braukessel und eine Gaststätte mit einer kleinen Bühne für Livemusik in sein Privathaus im Damenpfad, studierte aus dicken Folianten, wie man überhaupt Bier braut, und schrieb «Norderneyer Brauhaus» auf die Scheiben seines Hauses, dazu den Spruch «Wo man sich Bier trinkt». Erneuerer und Kreative wie Pape sind es, die den spürbaren Kulturwandel Norderneys in Gang gesetzt haben. Wie Insa und Nils Klimek: Mit dem «Inselloft» führen die beiden angenehm lässig daher kommenden «Hoteldirektoren» ein Haus, das die freundliche Ausstrahlung einer Unterkunft bei geschmackssicheren Freunden mit dem Service smarter Premium-Hotellerie verbindet. Die Brötchen stammen aus der eigenen Bäckerei, und im «Wohnzimmer» gehen Tee und Wein aufs Haus. 52
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Die «Milchbar» ist der perfekte Ort, um den Sonnenuntergang auf Norderney zu erleben: bodentiefe Fensterfronten mit Blick auf den Strand, eine Bar für Cocktails, dazu kulinarische Kleinigkeiten. Die architektonisch an einen SechzigerjahrePavillon erinnernde «Milchbar» ist Kult auf Norderney, für den man im Sommer allerdings Geduld benötigt, wenn man einen Platz finden möchte. Und das dürfte genauso für die «Weisse Düne» gelten, eine geschmackvoll eingerichtete, lang gezogene Holzhütte mitten in der eindrucksvollen Dünenlandschaft. Sie liegt an einem eindrucksvollen Ort, die Einrichtung wirkt so rustikal wie stylish, die Küche hat Niveau (was dementsprechend kostet).
Wer auf Norderney gesehen werden will, landet früher oder später hier.
Essen «Weisse Düne»: Von aussen be-
trachtet ein eher unspektakulärer Mix aus Lagerhalle und Hütte, doch von innen ein architektonisches Kleinod mit prima Küche und einer Weltklasse-Lounge-Ecke. Einer der Treffpunkte der Insel mitten in der Dünenlandschaft. www.weisseduene.com «Friedrich»: Kleine, aber feine Spei-
sen in einem puristisch-eleganten Ambiente mitten im Zentrum der Insel. Brot und Kuchen stammen aus der hauseigenen Bäckerei, dazu gibt es sechs Ferienwohnungen zu mieten. www.friedrich-norderney.de
Info Norderney ist die zweitgrösste ostfriesische Insel mit einer Fläche von 25 km². Sie ist 14 km lang und bis zu 2,5 km breit. Die Insel liegt zwischen Juist und Baltrum mitten im 1986 gegründeten Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und im seit dem 26. Juni 2009 von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannten Wattenmeer. Die Insel Norderney verfügt über ein 80 km langes Rad- und Wanderwegenetz und über 14 km Sandstrand.
Cocktails trinken in der «Milchbar».
Der Treffpunkt: «Weisse Düne».
Nahziel
St. Petersinsel
w
enn es stimmt, dass jede Seele eine Insel braucht, dann ist die St. Petersinsel mit ihrem nostalgischen Flair und ihrer ruhigen Ausstrahlung ideal für romantische Seelen. Sind die Schulklassen und Tagesausflügler erst einmal abgezogen, taucht der Geist der Vergangenheit auf – vor dem charmanten Zwiebeldach-Pavillon oder beim einladenden historischen Klosterhotel. Spätestens jetzt kommt Sehnsucht nach stillem Rückzug auf. Text: Petra Koci
Info Die Besucher
© Klosterhotel St. Petersinsel, iStockphoto
Der bekannteste Besucher war Jean-Jacques Rousseau. Im Jahr 1765 hielt er sich sechs Wochen auf der Insel auf. Aber auch Goethe, Kaiserin Josephine oder die Könige von Preussen und Schweden haben hier schon haltgemacht. Heute trifft man festliche Hochzeits- oder Jubiläumsgesellschaften, aber auch Seminarteilnehmer oder einfach Naturgeniesser an.
Lage : Wie eine flache, lange Zunge ragt die St. Petersinsel in den Bielersee. In Erlach am Südufer ist sie mit einer Brücke verbunden. Anreise: Von Erlach aus zu Fuss oder per Velo. Angesteuert wird die Insel vom Kursschiff (www.bielersee. ch) und vom Insel-Taxi «Navette» (Voranmeldung Tel. 079 760 82 60). Ideale Zeit: Von Mitte März bis Ende Oktober, dann ist auch das HotelRestaurant St. Petersinsel geöffnet. Infos: www.st-petersinsel.ch.
Das tut man hier Spazieren, picknicken, zu den Steinstelen beim Pavillon hinauflaufen und die Energie des Kraftortes spüren oder im Restaurant des Klosterhotels einkehren. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist das spartanisch eingerichtete Rousseau-Zimmer mit Schriften des Philosophen hinter Glasvitrinen.
Naturleben Auf der St. Petersinsel sagen sich Wildkaninchen und Stockenten gute Nacht. Die autofreie Insel ist zu einem grossen Teil Naturschutzgebiet und Heimat vieler Wasser- und Zugvögel. Wer vom Festland aus über den gekieselten Heideweg spaziert, hört links und rechts den Wind durch das Schilf rauschen. In Ufernähe lachen Möwen, in den schattenspendenden Eichenoder Buchenwäldchen flötet der Pirol, begleitet von einem Vogelchor. Und wenn sich die kleine Ansammlung von Föhren am Westufer vom türkisfarbenen Wasser abhebt, dann verströmt das Eiland sogar ein leicht mediterranes Flair.
Zum Wohl Schon die Mönche im Mittelalter waren irdischen Genüssen nicht abgeneigt. Zum Chasselas-, Œil-de-perdrix- und Pinotnoir-Inselwein vom klösterlichen Rebberg werden im Restaurant frisch gefangene Zander- oder Felchenfilets aus dem Bielersee serviert oder Natura-Beef vom einzigen Inselbauern. Vivai 3/15
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Mehr bitte! Europa ist reich an Inseln. Wir haben deshalb noch mehr Inseltipps gesammelt, für einen Tagesausflug bis hin zu Inselferien.
Fraueninsel
Sie gehört ja auch ein wenig zu uns, die Halbinsel im Bodensee. Vom Schweizer Ufer ist sie mit Schiff oder Boot zu erreichen. Auch schön ist die Anfahrt über den Damm, der von einer Pappelallee gesäumt ist. Der Charme der Reichenau liegt in ihrer unangestrengten Ökokultur und in der Tradition der K: Kloster, Kaffee und Kuchen. In diesem Jahr gibts ein neues Hotel zu entdecken: Das «Inselglück». www.meininselglück.de 54
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Ufenau / Lützelau Im oberen Zürichsee, in der Nähe des Damms zwischen Pfäffikon und Rapperswil, liegen zwei kleine Inseln, die Ufenau und die Lützelau. Erstere ist von April bis Oktober mit dem Kursschiff erreichbar, allerdings sollte man Bikini und Badehose zu Hause lassen: Die Insel ist seit mehr als tausend Jahren im Besitz des BenediktinerKlosters Einsiedeln, es gilt: Baden verboten! Wer planschen will, siedelt per Motorboot oder Wassertaxi auf die benachbarte Lützelau über. Schön sind sie alle beide.
© Getty Images, iStockphoto, Keystone, Laif, Shutterstock
Reichenau
Allein wegen ihres Namens muss man die Fraueninsel (korrekt: Frauenchiemsee) im bayrischen Chiemsee mal besucht haben. Das Eiland ist autofrei und wird von der berühmten Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth geprägt. Die etwas mehr als 300 Einwohner der Insel freuen sich auch über männliche Gäste. Und im Übrigen gilt: Die Herreninsel ist in Sichtweite. Infos: www.chiemsee-inseln.de
INSELGEFÜHL
REISEN
Ile d‚Oléron Isola Bella Zusammen mit den Isole Madre und der Isola dei Pescatori bildet die Isola Bella im Lago Maggiore das Dreigespann der Borromäischen Inseln. In Sichtweite der italienischen Gemeinde Stresa gelegen, können alle drei Inseln auch an einem einzigen Tag besucht werden. Gute Schiffsverbindungen bestehen von Stresa, Baveno, Intra und Pallanza aus. Neben einem Palazzo, der ein Museum beherbergt, fasziniert auf Isola Bella vor allem der dazugehörende barocke Garten. Jahrhundertealte Bäume und unzählige Pflanzen und Blumen schaffen ein Paradies aus Düften und Farben.
Diese Insel ist keine Mimose. Aber sie duftet danach, mag der wütende Atlantik auch noch so an ihr zehren. Die Ile d’Oléron an Frankreichs Westküste ist auch keine Diva (wie die Ile de Ré neben ihr), sie empfängt mit offenen, breiten Sandstränden, die sich auf einer Länge von 34 Kilometern erstrecken. Eine Insel für «toute la famille», mit dem Charme der France profonde. Obendrein ein Austernparadies. Aber nicht weitersagen, denn im August ist es hier schon sehr voll.
Sylt Mit dem Titel «Promi-Treff» wird man der deutschen Nordseeinsel nicht gerecht. Warum die Sylt mögen, ist hingegen klar: traumhafte Dünenlandschaften, reetgedeckte Gemütlichkeit, jodhaltige Luft, gepflegtes Strandkorbleben, Wattwandern, Velofahren … Für alle, die kein Haus hier haben, ein traumhaftes Hotel: das «Budersand». www.budersand.de
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Bewegung
Gewonnen hat:
Waltraud Escher, Bertschikon
Die Gewinnerin / der Gewinner wird unter sämtlichen korrekten Einsendungen aller Sprachausgaben von Vivai ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Gewinne, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos. Mitarbeitende des Migros-GenossenschaftsBundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auflösung und den Namen des Gewinners finden Sie im Vivai 4/15.
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Müde, müde, müde, müde, müde...
Eisenmangel Frauen aufgepasst! Lustlos, keine Energie? Die Mehrheit erschöpfter Frauen im Menstruationsalter leidet an einem Eisenmangel bei einem normalen Hämoglobin, sagt Dr. Beat Schaub, Facharzt für Innere Medizin. Das muss nicht sein! Leere Batterien Eine junge Frau (32) sagt: «Es ist mir alles zu viel, meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen.Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?»
Eisenspeicher auffüllen Ein patientenorientiertes Forschungszentrum in Binningen bei Basel hat herausgefunden, dass die aufgezählten Symptome in den meisten Fällen durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden. Der Körper verliert Eisen, wenn er Blut verliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn hauptsächlich Frauen im Menstruationsalter an einem Eisenmangel leiden. Sie bluten in ihrem Leben zusammengezählt über fünf Jahre lang. Der Eisenspeicher des Körpers ist oft schon wenige Jahre nach der ersten Regelblutung leer. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom bei Frauen im Menstruationsalter kann in wenigen
Wochen erfolgreich behandelt werden, indem der Eisenspeicher wieder aufgefüllt wird. Anschliessend empfiehlt sich das erneute Absinken des Ferritinspiegels durch ein gut verträgliches, flüssiges Eisen-Präparat aus der Apotheke, Drogerie oder Reformhaus zu verhindern. So gelingt es, Frauen, die schon immer dem «schwachen Geschlecht» zugeordnet wurden, «lebendig» zu machen. Am besten konsultieren Sie Ihren Arzt oder eines der spezialisierten ärztlichen Eisenzentren. www.eisenzentrum.net
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MEIN ORT
BEN MOORE
«Die meisten Briten haben ein lokales Pub, das sie regelmässig besuchen.»
Als Professor für Astrophysik an der Universität Zürich und Buchautor beschäftigt sich Ben Moore mit der Entstehung und der Zukunft des Universums und möglichen Lebensformen im All. Daneben stösst der Brite gern in die Sphären der Gitarren-Elektromusik vor. Sein Musikername: Professor Moore.
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ie Nordbrücke ist mein Stammlokal. Ich wohne ganz in der Nähe. Die meisten Briten haben in ihrer Nachbarschaft eine Lieblingskneipe, die sie regelmässig besuchen, «ihr» lokales Pub. Die ungezwungene Atmosphäre hier erinnert mich durchaus ein wenig an ein britisches Pub – auch die Bar, die alten Holztische, die nostalgische Dekoration. Besonders am Abend ist das spürbar. Ich schaue gern gegen Abend vorbei, vielleicht zwei-, dreimal die Woche. Für mich ist es der ideale Ort, wenn ich nach58
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denken will, wenn ich gedanklich feststecke und neue Inspiration suche. Meist setze ich mich mit meinem Notizheft an die Bar oder aufs Sofa und kritzle meine Ideen aufs Papier oder arbeite an meinen Formeln. Für mein neues Buch «Da draussen» musste ich viele Berechnungen machen. Zum Beispiel, aus welcher Distanz wir hier auf der Erde einen Todesstern, der auf uns zurast, erkennen würden. Der Todesstern, «Death Star», ist das mondgrosse, zerstörerische Raumschiff aus den Star-Wars-Filmen. Erstaunlicherweise
würden wir es erst sehen, wenn es nur wenig weiter von uns entfernt wäre als unser Mond. Wir hätten theoretisch also nur wenige Tage Zeit, um unseren Planeten zu evakuieren. Das sind so typische Kalkulationen, die ich in der Nordbrücke berechnet habe. Ich fühle mich in der unaufdringlichen, freundlichen Umgebung wohl und hole mir gern Denkanstösse. Es kommt auch immer wieder vor, dass ich meine Studenten an der Bar antreffe. Das schreckt sie keineswegs ab, die finden das gut.» l Aufgezeichnet von Petra Koci.
© Ornella Cacace
Café-Bar Nordbrücke
Ihr Chefmetzger empfiehlt:
«Köstliche Steakvariationen»
Brillieren beim Grillieren. Ihr Chefmetzger an der Frischetheke Ihrer Migros empfiehlt Ihnen köstliche Steakvariationen von bester Qualität und optimaler Lagerung. Ob T-Bone, Hohrücken oder Schweinsnierstücke, mit dieser vielfältigen Auswahl brillieren Sie bei Ihrem nächsten Grillfest bestimmt. Denn unser Handwerk ist Ihr Genuss.
Faszinierendes Burma
mit den Suitenschiffen RV Thurgau Exotic 1 und 2bbbb
Reise 1: 900 km auf dem Irrawaddy Rangun–Mandalay
Reise 2: Irrawaddy und Inle See Rangun–Inle See–Bagan–Mandalay
(Rabatt Fr. 2000.– abgezogen, Hauptdeck)
(Rabatt Fr. 300.– abgezogen, Hauptdeck)
1. Tag Schweiz–Rangun Flug ab Zürich via Bangkok. 2. Tag Rangun Stadtrundfahrt. Transfer, Einschiffung. 3. Tag Rangun Stadtrundfahrt. Mittags «Leinen los!». 4. Tag Danupyu Rundfahrt mit Fahrrad-Rikschas. 5. Tag Myan Aung Rundgang mit lokalem Markt. 6. Tag Shwe Daung–Pyay Stadtrundfahrt Pyay (Prome). 7. Tag Thayet Myo Rundgang in ehemaliger Grenzstadt. 8. Tag Minhla–Magwe Festung von Minhla. Busausflug. 9. Tag Magwe Rundfahrt. Nachmittags Schifffahrt. 10. Tag Sale Fahrt Tan-Gyi-Taung Berg. Elefantentanz. 11. Tag Bagan Besichtigungen. Puppentheater an Bord. 12. Tag Yandabo Rundgang durch Töpfereidorf. 13. Tag Amarapura Busausflug. U Bein Brücke. 14. Tag Sagaing–Ava–Mingun Busfahrt Sagainghügel. Ruinenstadt Ava. Mingun Tempel. Tanzaufführung. 15. Tag Mandalay Stadtrundfahrt. Abschieds- Cocktail. 16. Tag Mandalay Ausschiffung. Rückflug via Bangkok. 17. Tag Zürich Morgens Ankunft. Individuelle Heimreise.
1. Tag Schweiz–Rangun Flug ab Zürich via Bangkok. 2. Tag Rangun Stadtrundfahrt, Hotelübernachtung. 3. Tag Rangun–Inle See Flug nach Heho. Bootsfahrt vorbei an schwimmenden Gärten. Hotelübernachtung. 4. Tag Inle See Bootsrundfahrt, Besichtigungen verschiedener Handwerksbetriebe, Hotelübernachtung. 5. Tag Heho–Bagan Vormittags Freizeit. Flug nach Bagan. 6. Tag Bagan Besichtigungen, am Mittag Einschiffung. 7. Tag Bagan «Leinen los!». Rundgang in Sale. 7. – 12. Tag Bagan–Mandalay Schifffahrt (Ähnliches Programm wie Reise 1 10.–15. Tag). 13. Tag Mandalay–Pyin OO Lwin Ausschiffung. Shan-Hochebene. Stadtrundfahrt, Hotelübernachtung. 14. Tag Pyin OO Lwin–Mandalay–Rangun Wasserfall, Kaffeeplantage. Flug Rangun, Hotelübernachtung. 15. Tag Rangun Rückflug via Bangkok am Abend. 16. Tag Zürich Morgens Ankunft. Individuelle Heimreise.
17 Tage ab Fr. 3990.–
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