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Vivai 2015 2 de

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Das Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin der

02/2015

ERNÄHREN Das muss man erst mal verdauen: Warum der Darm die Schaltzentrale für das Wohlgefühl ist

BEWEGEN Bei Ihnen tickts wohl? Wie moderne Messgeräte beim Fitnesstraining helfen können

Wir packen aus … Schön ! Überflüssig ! Notwendig! Nervig! Ein Umweltproblem! Was Verpackung ist und kann


Eine reife Leistung der Natur.

Ein Teil von


EDITORIAL

Liebe Leserin,lieber Leser

Lust auf Neues

© Roland Tännler, Christian Schnur, Samuel Trümpy; Titelfoto: Gian Marco Castelberg, Jehan Radwan (Hair und Make-up), Lea Küng (Styling), T-Shirt: edc, Hose: Esprit, Schmuck: Yoshiki

Wir Migroskinder Nicht nur das Bild der Chefredaktorin braucht ab und zu eine Auffrischung, auch dem Heft tut Neues gut. Wir haben Frühlingsputz gemacht, und herausgekommen ist eine sanfte Layoutanpassung und die neue Rubrik Migroskind. Hier erzählen Menschen, wie eng verwoben ihre Kindheit mit dem orangen M ist. Eine Beziehung fürs Leben, wie unser erstes Beispiel zeigt (S. 30).

Mein Ort Es ist gut, einen Ort zu haben, an dem man sich wohlfühlt, der inspiriert oder Ruhe schenkt. In unserer zweiten neuen Rubrik verraten Menschen, warum es sie immer wieder an dieselbe Stelle zieht. Den Anfang macht die Extremsportlerin Anne-Marie Flammersfeld. Weiss man, was die Frau sonst so macht, versteht man die entspannende Wirkung des Muottas Muragl auf sie (S. 58).

Ich habe mal gelesen, dass guter Stil bedeutet, auch dann nicht in der Nase zu bohren, wenn man allein auf dem Sofa sitzt. Ich führe das weiter: Guter Stil ist wohl auch, nicht auf fremde Menschen zu schimpfen, die den Verschluss einer PET-Flasche entwickelt haben, dessen Plastikring einmal rundherum abgetrennt werden muss, damit sich die Kappe öffnen lässt, nun aber auf halber Strecke von mir abgerissen wurde. An der Aufforderung «Hier öffnen» scheitere ich meistens – und der gute Stil gleich mit. Die wenigsten Verpackungen sind eben so genial wie die vom Ei. Dabei weiss ich, Verpackungen sind keine verkappte Geduldsübung, die sich ein Zen-Buddhist in einem Hightech-Labor ausgedacht hat, sondern eine Herausforderung für jeden Hersteller, der ein Produkt sicher von A nach B bringen will. Obendrein soll sie sich nach Gebrauch am besten schadlos in Luft auflösen. Den Verpackungstüftlern widmen wir unser Dossier – eine Art Wiedergutmachung für die bösen Worte, die mir entschlüpft sind. Das ist umso treffender, als ja auch Worte Verpackungsmaterial für unsere Wünsche und Gedanken sind. Eine Paradedisziplin der Schweizer, finde ich. Kritik und Lob werden hierzulande ja sorgfältig in feines Seidenpapier eingeschlagen. Obwohl ich nur fünf Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt aufgewachsen bin, habe ich Jahre gebraucht, um den Kern der Botschaft zu verstehen. Alles war so schön verpackt, dass ich glatt den Inhalt übersehen habe … Mit Vivai wollen wir selbstverständlich beides: Schön verpacken, aber den Inhalt sollten Sie schon finden. Viel Freude damit!

Chefredaktorin Vivai 2/15

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Fischgenuss ohne Nachgeschmack.

Ein Teil von


INTERN

ukas RedakrntorhaLtte mit deml Hado ckungsthema vie Verpa n und packte zu tu ch fleissig Leser denno us. post a

Impressum Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Verlagsleiter: Rolf Hauser Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktorin: Susanna Heim Stellvertreterin: Christine Kunovits Koordination: Imelda Stalder Text/Produktion: Lukas Hadorn, Sylvie Castagné (F), Alda Viviani (I)

Der Origami-Vogel wurde exklusiv für Vivai gefaltet und von Art Director Dora Siegenthaler in Szene gesetzt.

Art Direction: Dora Siegenthaler Bildredaktion: Cornelia Thalmann Bildbearbeitung: Reto Mainetti Korrektorat: Patrizia Villiger Redaktion und Verlag: Vivai, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich vivai@migrosmedien.ch www.migros.ch/vivai Druck: Vogt-Schild Druck AG, CH-4552 Derendingen Papier: Holzfrei, FSC-Mix Zur CO2-Kompensation wird ein FSCProjekt in Brasilien unterstützt.

© Marion Nitsch, Yves Roth, Aurelia Schmid, Tina Sturzenegger, Pablo Tys, Illustration: Flavia Travaglini

ISSN: 1663-716X Gesamtauflage Vivai: 250 000 Exemplare D: 173 000, F: 60 000, I: 17 000

Bestellen Sie Vivai kostenlos: abo.vivai@migrosmedien.ch oder Telefon 0800 180 180

Neu auf der VivaiRedaktion: Imelda Stalder kümmert sich unter anderem um die drei K: Koordination, Kontrolle und Kreativität.

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Illustratorin Anja Kroencke ist in Wien aufgewachsen und lebt in New York. Sie ist für ihre stylishen Figuren bekannt. Ideal also, um für uns das Thema Verdauung ästhetisch umzusetzen.

Die Experten

Daniele Paar leitet den Migros Fitnesspark Puls 5 in Zürich. Er gibt Tipps zu den trendigen Messgeräten im Fitnesssport. S. 44

David Fäh ist Ernährungsphysiologe und Dozent an der Universität Zürich. In dieser Ausgabe hat er uns beim Thema Verdauung beraten. S. 32

Neuer Star: Kurkuma. S. 26

Marianne Botta Diener ist Lebensmittelingenieurin und Autorin von Fachbücher. Hier gibt sie Lebensmitteltipps für die Verdauung. S. 32 Vivai 2/15

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Die Natur macht uns den Hof.

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DAS FREUT UNS

LED leuchtet ein — in allen Filialen Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M verspricht die Migros, ihren Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent zu reduzieren. Einen wichtigen Schritt hat sie mit dem Entscheid getan, bei allen Neu- und Umbauten in den Filialen auf LED-Beleuchtung zu setzen. Diese Lichtquellen sind energiesparend, langlebig und schadstoffarm. www.migros.ch/generation-m

NACHHALTIGKEIT: DIE MIGROS IST SPITZE !

Stammeln,brutzeln,

© Illustration: Christopher Corr, Foto: GettyImages, Barbara Hess

schwitzen Sie ist und bleibt die Königin im Schweizer Weiterbildungsmarkt: Die Klubschule Migros. 386 700 Personen besuchten 2014 einen der rund 600 Lehrgänge und Kurse. Besonders hoch im Kurs standen auch im vergangenen Jahr Sprach- und Kochkurse sowie Fitnessangebote (Pilates, Zumba, Bodytoning). www.klubschule.ch

Ein Vergleich von 140 Detailhändlern auf der ganzen Welt zeigt: Kein Unternehmen ist nachhaltiger als die Migros. Was heisst das genau? Wir haben bei Cornelia Diethelm, der Direktorin für Nachhaltigkeit & Issue Management bei der Migros, nachgefragt. Wer hat die Studie durchgeführt, und nach welchen Kriterien wurde entschieden?

Die renommierte Ratingagentur Oekom Research hat weltweit 140 Handelsunternehmen untersucht, basierend auf hundert sozialen und ökologischen Kriterien. Diese decken alle relevanten Aspekte eines verantwortungsvollen Unternehmens ab, etwa die Mitarbeiterpolitik, den Umgang mit Lieferanten, die Beschaffungs- und die Sortimentspolitik oder das Umweltmanagement.

Wo hat die Migros besser abgeschnitten als die anderen?

Wir gelten ganz klar als vorbildliche Arbeitgeberin. Dazu gehören zum Beispiel flexible Arbeitsmodelle, faire Löhne und gezielte Investitionen in die Weiterbildung und die Gesundheit der Mitarbeitenden. Zu den weiteren Pluspunkten gehören die strengen Mindestanforderungen an unsere Lieferanten, das überdurchschnittliche Angebot an nachhaltigen Produkten sowie die ehrgeizigen Ziele beim Strom-, Energieund CO2-Verbrauch. Ein schöner Erfolg – hinter dem aber auch viel Arbeit steckt.

Genau so ist es! Für die Mitarbeitenden ist es eine wichtige Wertschätzung ihrer täglichen Arbeit. Und natürlich spornt uns die Auszeichnung als nachhaltigste Detailhändlerin der Welt an, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Wir wollen auch in Zukunft Pionierleistungen erbringen.

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Dieses Jahr hat die Natur uns einen Streich gespielt. Sie befolgt nicht unsere Qualitätsstandards. Ich möchte mich hier direkt an diejenigen wenden, die unsere Qualität kennen und zu schätzen wissen. Die jüngste Produktion von Olivenöl Extra Vergine wurde in Italien durch ungünstige Wetterbedingungen beeinträchtigt. Bedauerlicherweise gibt es sehr wenige gesunde und intakte Oliven, welche die Produktion von Olivenöl Extra Vergine ermöglichen, wie wir von Monini es verstehen und mit den Qualitätsstandards, welche Sie von uns kennen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die beste Qualität aus der Italienischen Ernte für das GranFruttato zu reservieren und unseren Classico und Delicato eine sorgfältige Auswahl an hochwertigen europäischen Ölen zu widmen. Somit garantieren wir Ihnen weiterhin die hohe Qualität, die Sie von uns gewohnt sind.


DAS GEFÄLLT UNS

Man ist, was man isst. Oder? Eben nicht. In seinem neuen Buch «Stressfrei abnehmen» entlarvt der Ernährungswissenschaftler David Fäh diese und andere Mythen und Lügen rund um das Thema Ernährung und Diät und zeigt, wie man ohne lustfeindlichen Verzicht zum gesunden Wohlfühlgewicht gelangt. Dass er daneben weiterhin für Vivai schreibt und uns in Ernährungsfragen berät, freut uns grad auch noch.

David Fäh: «Stressfrei abnehmen», BeobachterEdition, erhältlich zum Beispiel via www.exlibris.ch

Ei auf Sparflamme

Kulturvermittlung

© Illustration: Paul Garland, Foto: Anita Affentranger

mal anders Wir finden: Die Gesellschaft braucht mehr Austausch zwischen Jung und Alt. Eine tolle Idee sind die LiveEvents des vom Migros-Kulturprozent orchestrierten Projekts GiM – Generationen im Museum, die noch bis Ende Juni in verschiedenen Schweizer Museen stattfinden.

Warum lassen viele Leute die Herdplatte eingeschaltet, wenn sie Eier kochen? Es genügt doch, die Eier in siedendes Wasser zu legen und bei geschlossenem Deckel zehn Minuten zu warten? Diese Anregung von Hélène Henriques-Roggo aus Boudry zum Thema Stromsparen steht stellvertretend für die Tipps und Ideen, die uns unsere Leserschaft als Reaktion auf den Artikel zum gleichen Thema in der Januar-Ausgabe zukommen liess. Herzlichen Dank!

www.generationen-im-museum.ch

HIMMLISCHER HELLENE

An den Griechen lässt man derzeit kaum ein gutes Haar. Immerhin ist unbestritten: Die können Joghurt! Wir sind erklärte Fans der neuen «Oh! Yogurt Greek Style»-Linie der Migros. Warum? Doppeltes Eiweiss, 0,1 Prozent Fett, darmfreundliche Bakterienkulturen und extra viel Frucht. Göttlich. Vivai 2/15

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DOSSIER

VERPACKUNG

Alleskönner Verpackungen müssen unsere Lebensmittel haltbar machen. Aber längst nicht nur das. Sie sollen auch informieren und animieren, den Transport und die Logistik ermöglichen, die Kosten tief halten und nicht zuletzt die Umwelt schonen. Ganz schön viele Ansprüche. Text: Lukas Hadorn Origami: Sipho Mabona Fotos: Yves Roth

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DOSSIER

VERPACKUNG

Ist eine in Plastik eingeschweisste Gurke nachhaltiger als eine unverpackte? Kann das sein? Und warum ist es so schwierig, Verpackungen ökologischer zu machen?

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ie Idee überzeugte: Aus Molkeprotein, einem Abfallprodukt aus der milchverarbeitenden Industrie, sollte eine hauchdünne Verpackungsfolie für Kuchenteig hergestellt werden. Engagement Migros, der Förderfonds der Migros-Gruppe, nahm sich dieses Forschungsprojekts an. Es klang vielversprechend: Bio-Kunststoff statt Plastik, Kuhmilch statt Erdöl. Und auch: Zukunft statt Vergangenheit. Umso grösser war die Enttäuschung, als das Projekt zeigte, dass die Ökobilanz der untersuchten Verpackung deutlich schlechter ausfiel als jene der ursprünglichen Folie. Dies, weil zum einen die doppelte bis dreifache Menge an Material benötigt wurde, um die gleiche Schutzfunktion zu erreichen. Zum andern, weil die Kuhhaltung, deren Umweltbelastung zumindest teilweise eingerechnet werden musste, den ökologischen Fussabdruck entscheidend vergrösserte. Die Konsequenz: Das Projekt wurde beerdigt. «Solchen Pionierprojekten haftet oft ein gewisses Risiko an, das wir aber in Kauf nehmen, weil es ein Bestandteil der Suche nach neuen Erkenntnissen und innovativen Lösungen ist. Trotzdem ist es frustrierend», sagt Elisabeth Hasler von Engagement Migros. «Aussergewöhnlich ist das Resultat aber keineswegs. Nicht selten schneiden Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen in Öko12

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bilanzen schlechter ab als solche, die wie Plastik auf Erdöl basieren.» Diesen Befund bestätigt auch Selçuk Yildirim, der an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) die Fachstelle Technologie und Verpackung leitet. «Biologisch bedeutet nicht automatisch ökologisch», erklärt der Professor, «auch wenn das gerade die Verbraucher gern so sähen.» Die schwächere Schutzfunktion von Bio-Kunststoffen sei besonders problematisch, schliesslich sei eine Verpackung nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie Lebensmittel – insbesondere schnell verderbliche – möglichst lang vor dem Verderb schütze. Hinzu kämen aber auch komplexere Sachverhalte, etwa das Problem der Nahrungsmittelkonkurrenz: «Wie nachhaltig ist eine Verpackung aus Mais- oder Kartoffelstärke, wenn diese Stoffe anderen Menschen als Ernährungsgrundlage fehlen?» Öko allein reicht nicht Die Herausforderungen bei der ökologischen Optimierung von Lebensmittelgebinden sind also vielseitig. Trotzdem setzt die Migros weiterhin bei den Verpackungen und beim Recycling an, um bewusst Ressourcen zu schonen. Hinzu kommt, dass unsachgerecht entsorgte Verpackungen auch teilweise in natürlichen Kreisläufen landen, wo sie grossen Schaden anrichten können (siehe Seite 18).

Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M hat die Migros deshalb das Versprechen abgegeben, bis Ende 2020 mehr als 6000 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch zu optimieren. Nur: Wie soll das gehen, wenn vermeintlich umweltfreundliche Verpackungen eine schlechtere Ökobilanz aufweisen als solche aus Alu oder Plastik? «Die Aufgabe ist in der Tat nicht ganz einfach», sagt Heidi Oswald, die sich beim Migros-Genossenschafts-Bund mit der Nachhaltigkeit von Verpackungen auseinandersetzt. «Wir arbeiten nach dem Grundsatz, dass eine Verpackungsinnovation stets in allen Funktionsbereichen überzeugen muss, um zum Einsatz zu kommen. Das ökologische Argument allein reicht nicht aus. Die neue Verpackung muss das Produkt gleich gut schützen, sie muss gleich gut transportierbar sein und den Ansprüchen der Kunden an die Gebrauchstauglichkeit in gleichem Masse genügen.» Laut Oswald gibt es zwei grundsätzliche Veränderungen, die auf breiter Front erfolgreich abschneiden: Die Reduktion der Verpackungsmenge und der Einsatz von Rezyklat. Bei Ersterem übertreffen sich die Unternehmen der Migros-Industrie geradezu mit Innovationskraft. Chocolat Frey beispielsweise schaffte es nach langwierigen Tests, die Dicke der Alufolie, mit der sie ihre Tafeln der Suprême-Linie

© Hintergrund Origami: Getty Images (Montage: Yves Roth), Packpapier: iStockphoto

Ausflug in eine Welt voller Widersprüche.


Biologisch bedeutet nicht

© xxxxxxx

automatisch ökologisch.


DOSSIER

VERPACKUNG

ummantelt, ohne qualitative Einbusse um 17 Prozent von 12 auf 10 Tausendstelmillimeter (!) zu reduzieren. Pro Jahr werden so 6500 Kilogramm Alufolie eingespart. Gleichzeitig reduzierte man das Gewicht des Kartons um 8,5 Prozent, was eine Einsparung von 16 Tonnen Karton im Jahr bewirkte. Bei der Bina reduzierte man die Glaswände der Konfitürengläser (jährlich 118 Tonnen Glas weniger), die Jowa verzichtete auf den Kartonboden in den Kuchen- und Blätterteigverpackungen (jährlich 7,7 Tonnen Karton weniger). Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Auch mit dem Einsatz von Rezyklat lassen sich Unmengen von Verpackungsmaterial einsparen. Seit Jahren setzt die Migros bei den PET-Flaschen ihrer Eigenmarken bis zu 35 Prozent rezykliertes Material ein. Bei den Flaschen der Eigenmarke Ice Tea beispielsweise kann man so jährlich auf 850 Tonnen Neu-PET verzichten. Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von FSC-zertifiziertem statt herkömmlichem Karton. Bei den M-ClassicFruchtsäften etwa sank die Umweltbelastung dank der Umstellung schlagartig um 8 Prozent. Die Micarna schaffte es, den Plastikanteil der Unterschale von BioCharcuterie-Produkten um 60 Prozent zu reduzieren, indem sie eine neuartige Schale entwickelte, die zu 80 Prozent aus FSC-zertifiziertem Karton besteht. Plastik statt Karton Angesichts dieser Beispiele kommt beim Konsumenten unweigerlich die Frage auf, warum nicht konsequenter auf ökologischeres Material umgestellt wird. Von Plastik auf Glas beispielsweise. «Hier offenbart sich ein weiteres Paradox», sagt Heidi Oswald. «Natürlich ist ein Kilo Glas ökologischer als ein Kilo Plastik. Aber Tatsache ist, dass in der Regel viel weniger Plastik als Glas benötigt wird, um ein Produkt zu verpacken: So ist die Ökobilanz von Plastik oft besser.» Beispiel Bio-Essig: Dank der Umstellung von Glas auf PET reduzierte sich das Gewicht der Verpackung von 429 auf 27 Gramm. Jährlich konnten 200 Tonnen 14

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Komplexe Kekskiste Beispiel Brownies: So vielseitig sind die Ansprüche an die Verpackungen von Nahrungsmitteln. Verpackungen haben unterschiedliche Funktionen. Primär müssen sie die darin enthaltenen Nahrungsmittel schützen (Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht) und damit möglichst lange haltbar machen. Dann müssen sie den effizienten Transport, die Lagerung und die Entsorgung ermöglichen, selbstverständlich zu

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einem fairen Preis. Nicht zuletzt haben sie eine Marketingfunktion, indem sie den Kunden zum Kauf bewegen sollen, und bieten Platz, um den Deklarationsund Informationspflichten nachzukommen. Ach ja, umweltfreundlich sollte das Ganze auch noch sein. Verpackungen? Wohl eher: kleine Kunstwerke!

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Backform Material: Hitze-

Innenbeutel Material: Verbundfolie

Papier/Kunststoff (1) und Kunststofffolie (2), beide geschmacksund geruchsneutral. Funktion: Die Beutel schützen die Backmischung und die Nüsse getrennt vor Feuchtigkeit und Sauerstoff. So erhalten sie die Aromen und garantieren eine lange Haltbarkeit (12 Monate).

3 Faltschachtel Material: Recyclingkarton,

FSC-zertifiziert, wiederverwertbar. Funktion: Ermöglicht die optische Darstellung des Produkts und informiert über Zutaten, Zubereitung und Nährwerte. Ist dank einer Aufreisslasche leicht zu öffnen und schützt die inneren Verpackungen beim Transport und gegen äussere Einflüsse. Das Format hat logistische Vorteile: Pro Palette können 864 Packungen gestapelt werden. So wird der Platz optimal genutzt.

resistent, beschichteter Karton, FSC-zertifiziert. Funktion: Die Backform dient den Zubereitungsansprüchen der Konsumenten. Sie ermöglicht das unkomplizierte Abfüllen und Backen des Produkts und garantiert dank Antihaftschicht ein perfektes Gelingen.


Eine Verpackung aus Plastik kann รถkologischer sein als eine aus Glas. Vivai 2/15

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DOSSIER

VERPACKUNG

1,5 Gramm Kunststoff Material eingespart werden – die Ökobilanz verbesserte sich markant. Ein noch verblüffenderes Beispiel ist die Quinoa-Verpackung, bei der von einer Kartonschachtel auf einen Plastikbeutel umgestellt wurde. Ökologischer Blödsinn, oder? Mitnichten: Der ökologische Fussabdruck verringerte sich um nicht weniger als 65 Prozent. Das beste Beispiel ist und bleibt aber die Gurke: Unverpackt hält sich diese rund drei Tage im Gemüseregal. Aber 1,5 Gramm Kunststoff halten sie zwei Wochen lang frisch. Die Frage ist erlaubt: Was ist nachhaltiger? «Eigentlich ist die Frage nach der nachhaltigsten Verpackung ganz einfach zu beantworten», sagt ZHAW-Professor Yildirim. «Es ist in erster Linie die, die das Produkt am besten vor dem Verderben schützt.» Nichts sei aus Sicht der Umwelt schädlicher, als wenn Lebensmittel im Abfall landeten. «Wenn sie beispielsweise ein Kilo Fleisch in den Müll schmeissen, können sie genauso gut bis zum Hundertfachen an Verpackungsmaterial verbrauchen – die Umweltbelastung ist vergleichbar.»

halten

Keine einfachen Lösungen Die Widersprüche machen eines offensichtlich: Der Abfallproblematik rund um das Verpacken von Nahrungsmitteln in unseren Wohlstandsgesellschaften ist mit starren Grundsätzen und blinder Überzeugung nicht beizukommen. Das Thema bedarf einer differenzierten Betrachtung, Vor- und Nachteile müssen sorgfältig abgewogen werden. Die Verbraucher sind dabei genauso in der Pflicht wie die Hersteller. Mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln beginnt schon bei der Haushaltsplanung, setzt sich beim täglichen Einkauf fort und schlägt schliesslich bei der sachgerechten Entsorgung voll durch. Mit dem Versprechen, ihre Verpackungen in Zukunft noch ökologischer zu machen, trägt auch die Migros einen wichtigen Teil dazu bei. Allen Herausforderungen und Widersprüchen zum Trotz. l

Sipho Mabona

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die Gurke vierzehn Tage frisch. Nachhaltig,

Häufige Fragen

oder?

zum Thema Was kann ich als Konsument tun, wenn mir ein nachhaltiger Umgang mit Verpackungen am Herzen liegt?

Der Mann hinter dem Origami

Für unser Themendossier baten wir den Luzerner Origami-Künstler, Migros-Verpackungen in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Wer mehr über den Faltspezialisten wissen will: www.mabonaorigami.com Haben Sies erkannt?

Diese Produktverpackungen liessen wir zu Origami-Figuren umfalten.

Zuallererst: Material vermeiden. Das bedeutet zum Beispiel, dass man eigene Taschen mitbringt. Auch Nachfüllverpackungen sind vorzuziehen, sie bestehen meist aus deutlich weniger Material. Sehr wichtig ist auch, die Verpackungen wann immer möglich dem Recycling zu übergeben. So werden die Ressourcen geschont. Warum darf man nur Getränkeflaschen in die PET-Sammlung geben?

Weil Öl- und Essigflaschen, aber auch Schalen und Blister aus PET die Sammlung verunreinigen können. Grund dafür sind die unterschiedliche Materialqualität und entsprechende Reststoffe. Gibt man fremdes PET trotzdem in die Sammlung, kann diese nicht mehr für die Herstellung neuer Flaschen verwendet werden. Wo soll ich mit den anderen Plastikflaschen hin?

In die nächste Migros-Filiale! Seit Ende 2013 nimmt die Migros als erste Detailhändlerin der Schweiz neben den PET-Getränkeflaschen auch alle leeren Plastikflaschen aus dem Haushaltsbereich zurück, etwa von Shampoo, Wasch- oder Reinigungsmitteln. Für sie gibt es ein eigenes Einwurfloch. Wichtig ist, dass die PET-Getränkeflaschen weiterhin separat gesammelt werden.


© Marion Nitsch (Porträt Sipho Mabona)

Werden auch die Plastikflaschen rezykliert?

Ja, sie werden zu Granulat verarbeitet, das hauptsächlich in der Bauindustrie Verwendung findet, etwa in Form von Kunststoffrohren oder Kabelummantelungen.

Dabei spielt das leichte Gewicht ebenso eine wesentliche Rolle wie die relativ gute Verwertungsmöglichkeit. Über 80 Prozent der PET-Flaschen werden rezykliert, wobei 35 Prozent direkt wieder in die Herstellung von PET-Flaschen gehen.

Was ist ökologischer, die PETFlasche oder der Getränkekarton?

Aber Karton ist grundsätzlich schon ökologischer als Kunststoff?

Das kommt auf das Getränk und die jeweilige Verpackung an. Der Getränkekarton etwa gehört zu den umweltfreundlichsten Verpackungsvarianten von Fruchtsäften – trotz der Tatsache, dass er nicht rezykliert wird. Dies ist auf das geringe Gewicht und den hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen zurückzuführen. Allerdings ist Karton für kohlesäurehaltige Getränke nicht geeignet, weshalb dort PETFlaschen zu den Verpackungen mit der tiefsten Umweltbelastung zählen.

Grundsätzlich nicht, nein. Das Gewicht und damit der Materialverbrauch der Verpackung sind entscheidend. Bei der Umstellung von Karton auf Kunststoff konnte beispielsweise die Umweltbelastung der Quinoa-Verpackung um 65 Prozent reduziert werden. Eine systematische und flächendeckende Umstellung auf Karton ist daher nicht sinnvoll. Trifft diese Logik auch auf die Plastiksäckli zu, die im Offenverkauf

von Früchten und Gemüse verwendet werden?

Genau. Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheinen mag: Die Säckli belasten die Umwelt viel weniger als materialintensive Papiertüten. Auch Kunststoffe kann man heute aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Warum setzt die Migros nicht nur diese ein?

Das stimmt, auch aus Zuckerrohr oder Mais kann man Kunststoffe herstellen und zu Verpackungen verarbeiten. Allerdings schneiden diese oft schlechter ab als erdölbasierte. Das Problem liegt beim energieintensiven Anbau der Rohstoffe und beim durchschnittlich höheren Materialverbrauch, um die gleiche Tragfähigkeit zu erreichen. Problematisch ist auch, dass biologisch abbaubare Materialien die Nahrungsmittelproduktion konkurrenzieren können.

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DOSSIER

VERPACKUNG

Kleine Teilchen, grosses Problem Verpackungen aus Plastik sind dann speziell umweltschädlich, wenn sie unsachgemäss entsorgt werden. Über Seen und Flüsse landet auch Schweizer Abfall im Meer — und schadet dort dem fragilen Ökosystem. Text: Atlant Bieri

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or einigen Monaten publizierten Forscher aus den USA eine beunruhigende Studie. Sie hatten aufgrund von Messungen und Hochrechnungen herausgefunden, dass zurzeit fünf Billionen Plastikstücke in den Weltmeeren schwimmen. Das Gesamtgewicht dieses Abfallteppichs beläuft sich auf 250 000 Tonnen. Das entspricht dem Transportvolumen einer Flotte von zehntausend vollbeladenen Lastwagen mit Anhängerzug. Die Zahl führt uns einmal mehr vor Augen, welche Schattenseiten die Ver18

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wendung von Plastik hat und wie sorglos die Gesellschaft mit dem Stoff umgeht. 2013 wurden weltweit rund 300 Millionen Tonnen Plastik produziert. Rund vierzig Prozent davon werden laut dem Verband Swiss Plastics für Verpackungen verwendet. Diese machen den grössten Anteil am Plastikmüll in den Meeren aus. Doch wie kommt ein Stück Verpackungsfolie von einem Keks oder einer Zigarettenschachtel in den Bach? Die Antwort ist so einfach wie deprimierend. «Eine der wichtigen Ursachen der Umweltverschmutzung durch Plastik ist das

Littering», sagt Manuel Kunz, Gewässerexperte beim Bundesamt für Umwelt. Das Plastikstück wird meist mit dem Regen in das nächste Gewässer getragen. «Von dort geht es letztendlich ins Meer», sagt Kunz. Auf dem langen Weg zerfällt der Plastik unter anderem durch die Einwirkung des UV-Lichts der Sonne in immer kleinere Teile. Ab einer Grösse von fünf Millimetern spricht man von Mikroplastik. Den findet man inzwischen flächendeckend auch in der Schweiz. So haben Forscher der ETH Lausanne sechs Schwei-


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DOSSIER

Was wird getan gegen

© NOAA

Abfälle im Meer?

zer Seen untersucht und im Schnitt pro zehn Quadratmeter Seeoberfläche ein Stück Mikroplastik gefunden. In den Flüssen sind die Konzentrationen noch um einiges höher. So schwemmt beispielsweise die Rhone rund zehn Kilogramm Plastik pro Tag aus der Schweiz Richtung Frankreich und ins Mittelmeer. Es gibt also einen direkten Zusammenhang zwischen unsachgemäss entsorgten Verpackungen in der Schweiz und der Verschmutzung der Meere. Forscher schätzen, dass rund achtzig Prozent des Mülls im Meer vom Land kommt.

Diverse Kantone und Nichtregierungsorganisationen in der Schweiz führen Anti-Littering-Kampagnen durch. Die Migros unterstützt einige dieser regionalen Kampagnen. Einen eigenen Beitrag leistet sie unter anderem damit, dass sie seit 2014 sämtliche Kunststoffflaschen in den Filialen zurücknimmt. Darüber hinaus engagieren sich diverse Tauchvereine im Kampf gegen die Plastikverschmutzung, indem sie Gewässer manuell säubern. Einen Beitrag leisten auch die Hersteller von Duschmitteln und Kosmetikprodukten, welche kleine Plastikkügelchen, die für einen Peeling-Effekt des Produkts sorgen sollen, wieder vermehrt entfernen. Aufklärung im Internet

www.littering-schweiz.ch (von Migros mitfinanziert), www.plasticoceans.net, www.theoceancleanup.com, www.oceancare.org/plastik

Der Rest stammt von Schiffen oder aus Aquakulturen. «Die grösste Gefahr vom Mikroplastik ist, dass Tiere ihn fressen», sagt Martin Löder, Umweltingenieur an der Universität Bayreuth. Jedes Plastikstück kann wie ein kleiner Schwamm fungieren, der Schadstoffe in sich aufsaugt und anreichert. Wenn Meerestiere solche Partikel fressen, nehmen sie eine Giftpille zu sich. «Die Schadstoffe können so in das Tier übergehen. Im schlimmsten Fall kann das zur Tumorbildung führen, wie Laborstudien zeigten», sagt Löder. l Vivai 2/15

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VERPACKUNG

Äussere Werte Es gibt Menschen, die befassen sich beruflich mit Verpackungen. Andere haben kulturell bedingt einen Bezug zum Thema oder pflegen ein Hobby, bei dem es um das schöne Drumherum geht. Protokolle: Daniel Stehula und Lukas Hadorn Fotos: Roland Tännler

Hat die Verpackung in Japan einen anderen Stellenwert als bei uns, Frau Sakamoto?

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bsolut, ja. Selbst einfache Produkte, die man in einem Laden kauft, werden schön verpackt, meistens mit dem eigens vom Geschäft designten Verpackungsmaterial. Aber auch im Privaten hat Verpackung eine viel wichtigere Bedeutung. Frauen, die ihrem Mann oder den Kindern ein Bento-Kästchen zum Lunch mitgeben, dekorieren dieses liebevoll und wickeln es zuletzt kunstvoll in ein Furoshiki-Tüchlein. Besonders wichtig ist die Verpackung aber bei Geschenken. Mir käme es beispielsweise nie in den Sinn, eine Flasche Wein oder eine Pralinenschachtel unverpackt mitzubringen. In Japan ist Schenken ein Ritual. Mitbringsel werden aufwendig verpackt, bei der Übergabe verneigen sich beide Personen mehrmals, und der Schenkende entschuldigt sich für die Minderwertigkeit des Geschenks. Ausgepackt wird dann erst später, wenn die Gäste gegangen sind. Das finde ich inzwischen selbst etwas schade, denn oft möchte man ja dem Geschenk noch eine Erklärung beifügen. Die Japanerin Sanae Sakamoto lebt seit 1971 in der Schweiz. Als Künstlerin hat sie vielerorts Kalligrafie und japanische Tuschmalerei unterrichtet, unter anderem an der Schule für Gestaltung in Basel.

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Warum filmen Sie sich beim Auspacken von technischen Geräten, Herr Frick?

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eil sich das sogenannte Unboxing im Internet grosser Beliebtheit erfreut. Dabei stellen Technikfreaks, wie ich einer bin, Videos ins Netz, auf denen sie beim erstmaligen Auspacken eines Smartphones oder Laptops zu sehen sind. Das wollen sich dann viele andere Leute anschauen, entweder weil sie beabsichtigen, dasselbe Gerät zu kaufen, oder weil sie einfach Freude haben, diesem speziellen Moment beizuwohnen. Als Tech-Blogger kriege ich zudem viele neue Geräte zugeschickt, da haben solche Videos auch einen gewissen News-Charakter. Viele Hersteller haben inzwischen auf den Trend reagiert und investieren sehr viel Aufwand ins Material und ins Verpackungsdesign. Am Anfang der Entwicklung stand übrigens wie so oft Apple. Als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, war schlagartig klar: Die Verpackung ist Teil des Produkts. Jean-Claude Frick bloggt als iFrick seit 2007 über Trends und Neuerungen in der Unterhaltungselektronik. Pro Monat verzeichnet sein Blog rund 500 000 Besucher.

Wie verpackt man ein Kunstwerk, um es durch die Welt zu transportieren, Herr Aebischer?

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ir haben eine eigene Schreinerei, in der die Kisten dafür massgefertigt werden. Die Kunstwerke sind oft sehr empfindlich und wertvoll. Wir bauen zum Beispiel doppelwandige Holzkisten, die stossfest sind, oder isolierte Behälter, die gegen Temperaturschwankungen im Flugzeug schützen. Für Skulpturen oder alte Vasen bauen wir Truhen mit Halterungen, Zwischenböden und Schubladen. Dabei ist es massgebend, dass wir ein logisches Ein- und Auspacken im Museum ermöglichen. Bei diesen Schritten werden die Objekte am häufigsten beschädigt. Unsere Mitarbeiter haben jahrelange Erfahrung und finden für jedes Werk die sicherste Verpackung. Thomas Aebischer ist verantwortlich für den Versand und die Aufbewahrung von Kunstwerken bei der Umzugsfirma Welti-Furrer. Wenn es um Kunstwerke geht, bleiben er und seine Mitarbeiter gern im Hintergrund. Vivai 2/15

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Wie verpackt man Kritik am Partner oder an der Partnerin, Frau Oehler?

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m besten ist es, wenn man eine Kommunikationsform findet, in der Kritik als Anliegen formuliert wird. Zudem kann ich meine Empfindung aussprechen, wenn mich etwas stört. Etwa so: Mich verletzt es, wenn du das tust. Es geht auch darum, mit welcher Haltung man Kritik anbringt. Ob diese wohlwollend und konstruktiv ist. In einer Beziehung ist Kritik wichtig, aber man muss sie auch annehmen können. Partner können respektvoll miteinander umgehen und sich beim Kritisieren Mühe geben; kann der Empfänger das nicht annehmen, weil er sehr kränkbar und schnell beleidigt ist, nützt die schönste Verpackung nichts.

Judith Oehler ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und hat eine eigene Praxis für Paartherapie und Psychotherapie in Basel.

Was macht gutes Verpackungsdesign aus, Herr Schmitt?

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uf diese Frage kann ich Ihnen verschiedene Antworten geben, je nachdem, ob ich den Standpunkt des Produktverantwortlichen, jenen der grafischen Gestaltung oder der Qualitätssicherung einnehme. Ich bin die Schnittstelle zwischen diesen Abteilungen. Und wenn Sie mich fragen, dann zeichnet sich gutes Verpackungsdesign dadurch aus, dass es einerseits gefällt und verführt, andererseits dem Kunden aber auch hilft, sich zu orientieren und zu informieren. Wer das Produkt nicht versteht, das da vor ihm im Regal steht, legt es vermutlich auch nicht ins Körbchen. Die Verpackung soll daher möglichst schnell Aufschluss geben über den Inhalt, aber auch über die Qualität

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und die Preisklasse des Produkts. Die Früchtewähe, die auf einem M-Budget-Kuchenteig abgebildet ist, wird absichtlich ganz einfach und ohne Schnickschnack fotografiert, damit dem Kunden intuitiv klar ist, dass sich dieses Produkt über den Preis definiert. Gutes Verpackungsdesign hilft dem Kunden, sich zwischen Hunderten Produkten, die nach seiner Aufmerksamkeit schreien, zurechtzufinden. Martin Schmitt koordiniert die Verpackungsgestaltung beim Migros-Genossenschafts-Bund. Pro Jahr gehen 600 bis 800 Verpackungsdesigns über seinen Schreibtisch.


VERPACKUNG

DOSSIER

Warum lassen Sie Ihre Schuhe in der Verpackung, Herr Muster?

© Daniel Auf der Mauer (Porträt Martin Schmitt)

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eil Schuhe für mich Kunstwerke sind, wie für andere Menschen Bilder oder Skulpturen. Und bei speziellen Modellen oder limitierten Auflagen ist oft auch die Verpackung sehr aufwendig gestaltet. Da gibt es alles, von Origami-Schuhschachteln über Holzkistchen bis zu transparenten Bienenwaben. Die Sammler kennen die Bedeutung dieser Verpackungen. Sie wissen dann zum Beispiel, dass ein Schuh in Hongkong gekauft wurde und wie viele Exemplare es davon gibt. Da bezahlt man dann schon mal 400 statt 200 Dollar für ein Paar, das abgesehen von der Verpackung völlig identisch ist. Und es kann auch mal sein, dass ich den Schuh zweimal kaufe. Einmal als Sammelobjekt und ein zweites Mal, um ihn auf der Strasse anzuziehen. Der Berner Sergio Muster sammelt schon sein halbes Leben lang Turnschuhe. Inzwischen hat er mehr als 700 Paar Sneakers angehäuft, den Wert seiner Sammlung schätzt er auf rund 60 000 Franken. Vivai 2/15

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DOSSIER

VERPACKUNG

Packend! Verpackungen sind mehr als schönes Drumherum: Sie gehen mit der Zeit, bilden gesellschaftliche Trends ab und erzählen so ihre eigenen Geschichten. Recherche: Lukas Hadorn

Denkt mit In Zukunft werden Verpackungen aktiv und intelligent sein, sagen Forscher. Schon 2008 experimentierte die Migros mit einer Verpackung für Birnen, welche mittels Sensor den Reifegrad der Frucht eruierte und anzeigte. Die Nachfrage war damals aber noch zu gering. 24

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© Archiv Migros-Genossenschafts-Bund

Dienst an der Demografie Die Schweizer Bevölkerung wird immer älter. Das hat Folgen, auch fürs Verpackungsdesign: Die Blumen-Drehverschlüsse auf Tuben etwa lassen sich mit wenig Kraftaufwand öffnen. Viele weitere Hilfsmittel für den Haushalt finden sich übrigens im Shop der Rheumaliga: www.rheumaliga-shop.ch


Produkte im Wandel der Zeit Verpackungen sind immer auch ein Spiegel der Zeit: Das Design ändert sich mit den ästhetischen Ansprüchen der Kundschaft.

Schlankere Form Dank einem neuen Design der PETFlasche spart der Getränkehersteller Aproz ganze 71 Tonnen PET im Jahr.

Die ersten MigrosProdukte 1925 verkauft die Migros nur sechs Produkte, darunter Würfelzucker und weisse Kernseife.

Gut gespart Nach langem Experimentieren konnten die Delica-Kaffeekapseln luftdicht verschlossen werden, womit die Plastiksäckli überflüssig wurden und die Kartonverpackung verkleinert werden konnte. Resultat: 60 Prozent weniger Materialverbrauch.

Geringe Belastung Obwohl ökologische Optimierungen bei der Verpackung viel bewirken können, darf nicht vergessen gehen, dass das Gebinde oft nur einen kleinen Teil der Umweltbelastung ausmacht. Bei kartonverpacktem Rahm etwa ist es nur rund 1 Prozent, während mehr als 90 Prozent des ökologischen Fussabdrucks auf die Herstellung entfallen.

Design für die Ewigkeit Gutes Verpackungsdesign vergeht nie: Die 1975 vom Zürcher Grafiker Hans Uster entworfenen Sujets der Glacestängel sind noch heute im Einsatz. Vivai 2/15

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Die gelbe Wunderwurzel In Indien gilt Kurkuma als heilige Pflanze und Universalheilmittel gegen Krankheiten. Heute wird sie auch bei uns vielseitig eingesetzt. Text: Simone Ott Illustrationen: Flavia Travaglini

Risiko bei Diabetikern, verbessert die Leberfunktion, kann Diabetes vorbeugen und Blutfette bei Übergewichtigen positiv beeinflussen. Der «Zauberwurzel» wird auch zugeschrieben, dass sie vor Alzheimer schützt und Krebs vorbeugt sowie bei Depressionen helfen kann. Es gibt mittlerweile Studien, die eine effektive Wirkung nachweisen können. Tägliche Einnahme hilft

Herkunft und Aussehen

Kurkuma gehört zu den Ingwer-Gewächsen und ist im tropischen Südostasien zu Hause. Die «heilige Ambrosia» mit trompetenförmigen weisslich gelben Blüten und hellgrünen Blättern wächst schilfartig und kann bis 1,5 Meter hoch werden. Für den kulinarischen und medizinischen Gebrauch sind die gelborangen Wurzeln interessant: Denn dort sind die gesundheitsfördernden Curcuminoide gespeichert. Eine vielseitige Hilfe

Kurkuma ist in der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden ein Universalheilmittel. Es wird vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Verdauungsproblemen sowie bei Entzündungen eingesetzt. Es soll Gedächtnis und Immunsystem stärken und sich positiv auf Blutzuckerspiegel, Cholesterinwert und Blutdruck auswirken. Weiter senkt es das Herz-Kreislauf26

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Damit das gelbe Pulver wirkt, müsste man täglich mindestens einen halben bis einen Teelöffel Kurkumapulver zu sich nehmen – immer mit etwas Öl gemischt, da es schlecht wasserlöslich ist. Auch das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin unterstützt eine bessere Aufnahme. Einfacher und wirksamer ist es aber, Kurkuma in Form von Kapseln oder Extrakten zu sich zu nehmen. Die aktiven Stoffe werden präpariert deutlich besser vom Körper aufgenommen.


KURKUMA

ERNÄHREN

Das Färbemittel

Dank der stark färbenden Eigenschaft, wird Kurkuma auch zum Färben von Textilien (oder Eiern) eingesetzt: In einen Topf mit einem Liter Wasser zwei Teelöffel Kurkumapulver geben, aufkochen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Vier Teelöffel Salz dazugeben, das Färbegut hineinlegen, sodass es ganz mit dem Färbwasser bedeckt ist. Zwanzig Minuten stehen lassen und das Gefärbte mit kaltem Wasser auswaschen und trocknen lassen. Das indische Aroma

Das intensiv schmeckende gelbe Gewürz mit pfeffrig frischer Note fehlt in keiner Currymischung. Es sorgt auch für einen wohlig warmen Geschmack in Eintöpfen, Suppen, Saucen, Gemüse, Risotto und marokkanischen Gerichten. Zudem verleiht es ihnen eine schöne gelbliche Farbe.

Gut für Haut und Zahnfleisch

Die ätherischen Öle in der Kurkuma beschleunigen Hautheilungsprozesse. Sie enthalten eine hohe Anzahl an Antioxidantien und haben antiinflammatorische und antibakterielle Eigenschaften. Sie wirken Zahnfleischentzündungen entgegen, aber auch Hautrötungen und -unreinheiten. Eine gesunde Mundspülung kann man selber machen: einfach zwei Teelöffel Kurkumapulver und zwei Gewürznelken aufkochen. Hautcremes mit Kurkuma gibt es in India-Shops. Goldene Milch

Yogis und Yoginis schwören auf das heisse, beruhigend wirkende Getränk: Eine Tasse Milch (auch pflanzliche), ein halber Teelöffel Kurkumapulver, eine Messerspitze Zimt, ein Teelöffel Mandeloder Kokosöl und etwas gemahlener schwarzer Pfeffer aufkochen und mit Honig (oder Agavensirup) süssen. Schlafen Sie gut! l Vivai 2/15

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Einmal auftanken! Entspannung und Erholung im Kleinwalsertal: ein einzigartiges Erlebnis für Körper und Geist

Dichtestress. Das Wort war letztens in vieler Munde. Es stammt eigentlich aus der Biologie, wird aber immer dann bemüht, wenn es um die engen Platzverhältnisse in der Schweiz geht. Was viele nicht wissen: Schon unsere Vorfahren im Mittelalter hatten Dichtestress. Die Walser etwa, die grosse Teile des Berner Oberlands, des Wallis und des Rhonetals besiedelten. Sie machten sich vor rund 800 Jahren auf nach Osten, um mehr Platz und neue landwirtschaftliche Nutzflächen zu finden. Sie landeten auch in einem idyllischen Tal, wo über saftigen Wiesen schneebedeckte Berggipfel thronen. Die Walser gaben dem wunderschönen Ort ihren Namen und blieben sesshaft. Hier gab es alles, was sie zum Leben brauchten. Auch heute noch gibt es gute Gründe, dem Kleinwalsertal einen Besuch abzustatten. Die Naturkulisse ist atemberaubend und bietet unzählige Möglichkeiten der aktiven und passiven Entspannung und Erholung. So führen 185 Kilometer markierte Wanderwege von 1000 auf über 2500 Meter, über sonnengeflutete Bergweiden und durch lichte Wälder, vorbei an stillen Felsen und rauschendem

Wasser. Auf manchen Pfaden lässt sich ausspannen und regenerieren, andere fordern Körper und Geist. Mit dem Blick auf das fabelhafte Panorama und mit tiefen Atemzügen voller frischer Bergluft werden alle belohnt. Dichtestress ist hier ein Fremdwort. Erholung und Entspannung sind im Kleinwalsertal Erfahrungen für alle Sinne. Auch die Ernährung spielt eine zentrale Rolle, dafür zeichnen die Vertreterinnen und Vertreter der Walser Genussküche verantwortlich. Diese bleibt ihren Wurzeln seit Jahrhunderten treu und vertraut auf regionale Produkte und traditionelle Rezepte. Ein wichtiger Bestandteil sind etwa heimische Alpenkräuter und Gewürze, die mit ihrer wohltuenden Wirkung einen wichtigen Baustein für Gesundheit und Vitalität bilden. Eindrücke der Vielfalt dieser Region erhält man auf dem Walser Wochenmarkt, wo die Waren der lokalen «Buura» feilgeboten werden, von frischen Früchten über Käse und Speck bis hin zu Duftölen, Cremen und Schurwollprodukten. Dabei gelten die Grundsätze Regionalität, Saisonalität und Fairness zwischen Landwirten, Jägern und Gastronomen des Kleinwalsertals.


© Photographie Monschau, Frank Drechsel, BMLFUW Rita Newman, G. Fritz

Publireportage

Dieser Respekt vor der Wechselwirkung zwischen dem Menschen und der Natur ist auch auf dem Walser «Omgang» zu spüren, einem aus acht Wegen bestehenden Netz von Vitalwegen im Kleinwalsertal. Diese wurden nach den natürlichen Rhythmen konzipiert und beziehen sich auf verschiedene Aktivitätsimpulse. Entsprechend geht es auf dem Walser Omgang auch nicht um den schnellsten Weg von A nach B, sondern darum, den Ballast des Alltags abzustreifen, zu innerer Ruhe und Ordnung zu gelangen und seinen individuellen Lebenstakt neu zu entdecken. Die Walser verstehen unter dem Wort Omgang denn auch zwei Dinge: einen Rundgang im wörtlichen, aber auch die Beschäftigung mit sich selbst und mit anderen Menschen und der Natur im übertragenen Sinne. Das Beste daran: Die im Kleinwalsertal neu gewonnene Vitalität ist nicht nur spürbar, sondern auch messbar. Dies geschieht mittels Aufzeichnung der Herzratenvariabilität, die mit minimalem Aufwand haargenau Auskunft gibt über die physische und psychische Befindlichkeit und Gesundheit, den Lebensstil und die individuelle Leistungs-

fähigkeit. Diese Lebensfeuer-Messungen – optimalerweise finden sie sowohl vor als auch nach dem Aufenthalt im Kleinwalsertal statt – sind also auch ein Versprechen: Wer hier Urlaub macht, kehrt garantiert ausgeruhter, ausgeglichener und vitaler nach Hause zurück. Die Erfahrung wirkt nachhaltig, die Entspannung sitzt tief. Ein Risiko müssen die Gäste indes in Kauf nehmen: Jenes nämlich, dass sie nicht wieder abreisen, sondern gleich für immer in Österreich bleiben möchten. Wie die Walliser Siedler vor Hunderten von Jahren.

Info: Kleinwalsertal

Ab Zürich erreichen Sie das Kleinwalsertal nach rund zweieinhalb Stunden Fahrt, entweder via Bregenz, Oberstaufen und Oberstdorf oder über Hittisau und den Riedbergpass. Wer mit dem öffentlichen Verkehr reisen möchte, nimmt den Zug bis ins zehn Kilometer entfernte Oberstdorf. Im Tal verkehrt der kostenlose «Walserbus». Weitere Infos unter www.kleinwalsertal.com.


MIGROSKIND

Mit dem Grosi zum Dutti Sie sei ein «Migroskind», sagt die 35-jährige Kommunikationsfachfrau Seraina Peter über sich selbst. Wir wollten von ihr wissen, woraus diese Identität besteht. Nach dem Gespräch ist klar: mehrheitlich aus Glace. Text: Lukas Hadorn Foto: Christian Schnur (Montage: Vivai)

Seit wann sind sie ein Migroskind, Frau Peter?

Seit ich denken kann. Ich erinnere mich an die Nachmittage mit meiner Grossmutter in St. Gallen, die stets damit endeten, dass wir noch schnell zum Dutti gingen. Zum Dutti?

So nannte sie den Besuch in der Migros, ja. Sie sagte es in einem trotzigen, stolzen Tonfall. Als ob sie glaubte, sich für etwas rechtfertigen zu müssen. Lange schämten sich die Leute ja dafür, dass sie in der Migros einkauften. Das hat Sie beeindruckt?

Als Kind interpretiert man das nicht gross. Aber es ist mir geblieben. Sowieso verbinde ich viele Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend mit MigrosProdukten, weil auch meine Mutter nur in der Migros einkaufte. Immer am Freitagmorgen machte sie den Wocheneinkauf, mit einem nach Regalen sortierten Einkaufszettel. Und als ich dann am Freitagabend nach Hause kam und mit dem Wochenende vor Augen sowieso bester Laune war, begrüsste mich ein randvoller Kühlschrank. Wunderbar! Mit anderen Produkten kamen Sie also gar nicht in Kontakt?

Nein, tatsächlich kaum. Auch auf der Schulreise hatte ich stets die MigrosPendants der Markenprodukte dabei, also

Mivella statt Rivella, und Migros-Chips statt jene von Zweifel. War das nicht uncool?

Im Gegenteil! Ich mochte die Produkte ja so, wie sie waren. Und bin auch heute noch der Überzeugung, dass viele MigrosArtikel besser schmecken als vergleichbare Produkte der Konkurrenz. Aber darüber kann man wohl streiten.

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doch die

Schokolade weg !

”

Migros-Kind Seraina Peter träumt von einer StracciatellaGlace, die aus genau dem weissen Mittelteil des Schwarzwälder-Eisblocks besteht.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt?

Da gibt es einige. Die Schwarzwälderglace im Block etwa begleitet mich seit dreissig Jahren. Ich esse sie auch seit meiner Kindheit genau gleich. Zuerst die Schoggi und erst am Schluss die weisse Stracciatella-Glace. Die schmeckt himmlisch. Sind Sie jemand, der immer die gleichen Dinge einkauft?

Nicht grundsätzlich, nein. Natürlich habe ich meine Favoriten, aber ich streife nach einem langen Arbeitstag auch einfach gern durch den Laden und überlege mir, was ich kochen könnte. Dann dreht sich meine Welt nur um diese eine Frage. Das finde ich sehr entspannend. Ein Geheimtipp vom Migroskind?

Ich nehme auf Reisen immer die hellblaue Milchschoggi von Chocolat Frey als Geschenk mit. Die ist im Ausland kaum bekannt, und die Rückmeldungen sind immer super. l

Sind auch Sie ein Migroskind? Melden Sie sich! vivai@migrosmedien.ch

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”Lasst

Facts

& Figures

Im Sommer 1951 lancierte die Migros Glace in der «unwahrscheinlich billigen Haushaltspackung». Ab 1960 war auch die Geschmacksrichtung Schwarzwälder erhältlich. Heute wird das Produkt von der zur MigrosIndustrie gehörenden Midor in Meilen am Zürichsee hergestellt.


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ERNÄHREN

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VERDAUUNG


Das müssen Sie erst mal verdauen Der Darm ist ein raffiniertes Wunderwerk der Natur. Verarbeitet wird, was wir essen und erleben. Das es gut verdaut wird, können wir beeinflussen – dafür muss man aber wissen, was dem Darm guttut. Text: Ruth Hoffmann Illustrationen: Anja Kroencke

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ERNÄHREN

VERDAUUNG

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ährend Sie dieses Heft lesen, dazu vielleicht ein Gipfeli knuspern und einen Milchkaffee trinken, vollzieht sich in Ihrem Körper ein Wunder: Milliarden von Zellen, Rezeptoren und eine schier unüberschaubare Armada von Bakterien sind ohne Ihr bewusstes Zutun damit beschäftigt, aus dem, was Sie in den letzten Stunden gegessen haben, das herauszuholen, was Sie brauchen, und das unschädlich zu machen, was Sie krank machen könnte. In perfektem Zusammenspiel, rund um die Uhr, Tag für Tag. Die Beteiligten dieses hochkomplexen Vorgangs, den wir despektierlich schlicht Verdauung nennen, scheinen uns kaum der Beachtung wert. Allenfalls halten wir den Magen für den entscheidenden Player und verkennen dabei, dass der eigentliche Star der Darm ist. Ein Star? Und ob! Ein Superstar sogar. Mit seiner Arbeit steht und fällt unser gesamtes Wohlbefinden. Auch unsere Immunabwehr, die Neigung zu Allergien oder Unverträglichkeiten, Aussehen und Körpergewicht, ja selbst unsere Gemütslage werden massgeblich von ihm beeinflusst. Rund sieben Kilometer Darm

Völlig zu Unrecht gilt er als Schmuddelkind, das man weitgehend sich selbst überlässt. In Wahrheit verdient er liebevolle Pflege – und eigentlich auch ein Denkmal. Das immerhin hat ihm kürzlich die junge deutsche Medizinstudentin Giulia Enders mit ihrem Buch «Darm mit Charme» errichtet, das innerhalb kurzer Zeit die Bestsellerlisten stürmte und nun auch in der Schweiz Furore macht. Gut so. Denn um zu verstehen, was dieses international unterschätzte Organ so bedeutsam für unsere Gesundheit macht und wie wir ihm helfen können, optimal zu funktionieren, lohnt sich der Blick auf seine tägliche Arbeit. Da ist der Dünndarm mit seinen drei bis sechs Metern Länge, der geschlungen in der Bauchhöhle liegt. Er hat eine Verdauungsfläche von fast 200 Quadratmetern, platzsparend in dichte Falten gelegt, 34

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die mit winzigen Ausstülpungen, sogenannten Zotten, besetzt sind: Dreissig Stück auf jedem Quadratmillimeter. Auf diesen wiederum sitzen Tausende noch winzigere Zotten. Glatt gestrichen wäre der Dünndarm fast sieben Kilometer lang – ein Kunstwerk maximaler Effektivität: Milliarden Zellen sind auf dieser gewaltigen Fläche damit befasst, in der Nahrung Nährstoffe zu identifizieren, sie mithilfe von Enzymen in ihre chemischen Bestandteile zu zerlegen und an den Organismus weiterzugeben. Unterdessen schiebt der Dünndarm den Nahrungsbrei Stück für Stück weiter, was umso besser klappt, je mehr Ballaststoffe sich darin befinden. Im Bauch stecken viele Erinnerungen

«Was wie unnötiger Ballast klingt, ist in Wirklichkeit ein Segen», sagt die Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta Diener. «Denn die Nahrungsfasern, die zum Beispiel in Vollkornbrot, Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchten stecken, quellen im Verdauungstrakt auf und regen den Darm so zu mehr Bewegung an. Das erleichtert den Stuhlgang und mindert das Risiko für Hämorrhoiden, vorausgesetzt, man nimmt genug Flüssigkeit zu sich.» Zahlreiche Studien belegen, dass eine faserreiche Ernährung ausserdem das Risiko für Darm- und vermutlich auch für Magenkrebs senkt, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel verbessert. Und es gibt noch einen guten Grund, Ballaststoffe in den Speiseplan einzubauen: Sie sind Futter für Mikroorganismen, die zu Billionen in friedlicher Koexistenz unseren Dickdarm bevölkern, der nächsten Station unserer Nahrung. Jenes Heer dienstbarer Geister also, welches mit penibler Gründlichkeit auch noch das letzte bisschen Nährstoff aus dem bisher Verdauten holt und ganz nebenbei Vitamine, Antikörper und diverse Botenstoffe produziert, die für uns überlebenswichtig sind. Ständig muss der Darm dabei zwischen Nahrung und potenziell Schädlichem unterscheiden. Kein Wunder also, dass rund achtzig Prozent der Immunzellen

„Der Darm,

ein Star? Und ob! Ein Superstar sogar.„


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VERDAUUNG

im Darm sitzen, unserer grössten Kontaktfläche mit der Aussenwelt, wo sie lernen, mit gefährlichen Zellen fertigzuwerden. Die Darmbakterien sind dabei Trainer und Helfer zugleich. Im Darm eines Erwachsenen leben rund 1600-mal mehr Mikroorganismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Ihre Zusammensetzung ist derart vielfältig und wandelbar, dass jeder Mensch seine ganz eigene, individuelle Darmflora besitzt, so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck. Sie entwickelt sich gleich in den ersten Minuten nach der Geburt, wächst und verändert sich, bis sich nach etwa drei Jahren ein relativ stabiles Ökosystem einpendelt. Je nachdem, was wir essen und welchen Keimen wir ausgesetzt sind, besiedeln andere Bakterien unseren Verdauungstrakt. Im Darm von Japanern beispielsweise kommen Spezies vor, die genetisch mit Meeresbakterien verwandt und besonders gut im Aufspalten von Algen sind. Dafür kommen mitteleuropäische Därme in der Regel besser mit Milchzucker zurecht als asiatische. Auch die Psyche hat Einfluss auf die Zusammensetzung unserer Bakteriengesellschaft. So hinterlassen sowohl positive als auch schmerzliche Erlebnisse in der Kindheit Spuren im Darm. Wir gehen also bereits mit einer bakteriellen Grundkonstitution ins Erwachsenendasein, doch die Darmflora kann sich im Laufe des Lebens noch verändern. «Das erklärt möglicherweise, warum wir manche Nahrungsmittel mit dem Älterwerden nicht mehr so gut vertragen», meint David Fäh, Mediziner am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich. «Blähungen, Unwohlsein oder Verstopfung können ein Signal dafür sein, dass wir etwas an unserer Ernährung verändern sollten.» Tatsächlich lässt sich unsere Mikrobenlandschaft gezielt beeinflussen: durch Nahrungsmittel, die das Wachstum guter Bakterien fördern, die dann die schädlichen in Schach halten. Dazu gehören etwa Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Chicorée, Spargeln, Topinambur, Lauch, Zwie36

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beln, Knoblauch, Joghurt, Rüebli oder Kiwis. Denn sie enthalten sogenannte Präbiotika – Ballaststoffe, von denen sich nur die guten Mikroben wie Bifidobakterien oder Laktobazillen ernähren. So züchten wir uns ein Milieu, das für Wohlbefinden sorgt. Wer sich bisher hauptsächlich von Weissbrot, Nudeln, Kuchen und Pizza ernährt hat, sollte die Ballaststoffmenge allerdings nur langsam steigern, damit sich die Darmflora allmählich umstellen kann. Im Versuch, die komplizierten Vorgänge der Verdauung zu verstehen, ist die Wissenschaft noch ganz am Anfang. Vieles lässt sich bisher nur konstatieren, aber nicht erklären. Zum Beispiel, dass der Darm und seine Bewohner offensichtlich auch einen gewaltigen Einfluss auf unser Gefühlsleben und sogar auf unsere vermeintlich so rationalen Entscheidungen haben. Tatsächlich führen mehr Nervenstränge von der Körpermitte ins Gehirn als umgekehrt. Was das genau bedeutet und wie dieses Zusammenspiel funktioniert, ist noch völlig unklar. Ausser Frage steht hingegen das Fazit, das sich aus allen bisherigen Erkenntnissen ergibt: Wer gesund sein und sich wohlfühlen will, tut gut daran, seinen Darm in Ehren zu halten und ihm die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die er verdient. l

Giulia Enders «Darm mit Charme» Eine Hommage an den Darm, ein Hoch auf die Verdauung. Die junge Wissenschaftlerin klärt auf über die inneren Vorgänge im Bauch. Sie tut es erfrischend und mit viel Kompetenz. Im Verlag Ullstein erschienen.


Das tut dem Darm gut Haferflocken: In vierzig Gramm

Haferflocken sind drei Gramm Beta-Glucan enthalten. Dies verbessert den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel nachweislich. Hafer ist zudem sehr gut verträglich, auch für Menschen, die Probleme mit Gluten haben. Verschiedene ätherische Öle in

Fenchel, Anis, Kümmel und Liebstöckel wirken krampflösend und

fördern das Bewegungsvermögen des Magen-Darm-Traktes. Sie können als Gewürz direkt einem schwer verdaulichen Gericht beigegeben und mitgekocht werden (zum Beispiel Kümmel an Rösti-, Käse- oder Eintopfgerichte, Anis, Fenchel und Kümmel als Brotgewürz) oder als Tee zubereitet werden (vor allem Fenchel). Bei Blähungen oder Völlegefühl den Tee schluckweise trinken. Wasser, ungesüsste Kräuterund Früchtetees sind optimale

Getränke für den Darm. Damit die mit der Nahrung aufgenommenen Nahrungsfasern im Magen quellen, bis ein geschmeidiger, rutschfähiger Nahrungsbrei entsteht, braucht es reichlich Flüssigkeit. Je mehr Nahrungsfasern ein Essen enthält, umso mehr muss dazu getrunken werden. Trinkt man zum Beispiel zu einem Vollkornroggenbrot zu wenig, binden die Nahrungsfasern Wasser aus dem Verdauungstrakt und verursachen Verstopfung, anstatt einen problemlosen Stuhlgang zu ermöglichen. Je nach Bedarf sind zwei oder mehr Liter Flüssigkeit pro Tag für eine reibungslose Verdauung nötig. Warme Getränke sind für unsere Verdauungsorgane verträglicher als kalte.

Verschiedene Inhaltsstoffe der

Äpfel wie Polyphenole und Pektine

(lösliche Nahrungsfasern) sind sehr darmfreundlich, etwa indem sie mithelfen, durch Infekte geschädigte Darmschichten zu reparieren.

Die Milchsäurebakterien im Joghurt (am besten Joghurt, nature) fördern das Wachstum der natürlichen Darmflora, stimulieren das Immunsystem und helfen dem Körper, gesund zu bleiben. Besonders gut gegen Durchfall und Verstopfung. Sauerkraut wirkt dank Milchsäurebakterien ähnlich wie Joghurt. Noch besser: mit Kümmel gewürzt! Zwiebeln können zwar Blähungen verursachen, die darin enthaltenen Nahrungsfasern steigern jedoch auch Anzahl und Tätigkeit der erwünschten Bakterien im Darm und unterstützen dadurch das Immunsystem. Mit kleinen Mengen (zum Beispiel in der Salatsauce) beginnen und langsam steigern!

Viele Studien belegen, dass Ingwer positiv auf den Darm wirkt. Verschiedene Inhaltsstoffe wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend, antibakteriell und wahrscheinlich krebshemmend. Ingwer regt die Darmbewegung an und hilft zudem gegen Übelkeit. Fein geraffelt, passt er zu vielen (asiatischen) Gerichten oder ergibt, mit Wasser, Zitronensaft und wenig Zucker, ein erfrischendes Getränk. Je länger Ingwer gekocht wird, umso milder schmeckt er. Text von Marianne Botta Diener

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LEICHT & GESUND

Ideale Kombi

Avocado und Ei sind ein gutes Paar. Das Ei steuert hochwertige Proteine bei und die Avocado viele Vitamine.

Grüne Energiewende Je geschäftiger die Menschen, desto beliebter sind Sandwichs zum Lunch. Hier wird der Salami durch Avocado ersetzt. Text: Daniel Stehula Rezept: Marianne Botta Diener Foto: Claudia Linsi Illustration: Anja Kroencke

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ulturwissenschaftler nennen die Schweiz ein Sandwichland. Das Angebot ist gross, und die Verfügbarkeit der Sandwiches ist hoch. Im Laden, an der Tankstelle, am Kiosk und selbst im Snackautomat – als haltbare Variante mit Crackern – sind Sandwichs zu haben. Es ist der kleinste gemeinsame Nenner in der Verpflegung des geschäftigen Menschen. Je geschäftiger die Menschen, desto mehr belegte Brote? Die Hersteller von Fabriksandwiches verzeichnen jedenfalls seit Jahren steigende Absätze. Das Angebot wird immer breiter, diese Zutaten bleiben an der Spitze: Schinken, Salami, Käse, Thon. Doch der geschäftige Mensch muss nun neben dem 38

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Zeitmanagement auch auf seine Gesundheit achten. Da bietet sich ein Vollwertbrot mit Ei und Avocado als Belag an. Das Brot sättigt lange und fördert dank vieler Nahrungsfasern die Verdauung. Das Protein des Eis kann der Körper zu hundert Prozent aufnehmen, im Gegensatz etwa zu jenem aus Hülsenfrüchten. Die Avocado kann zwar bis zu 25 Prozent aus Fett bestehen. Aber sie gilt als gesunde Frucht. Sie sättigt, auch bei Low-Carb-Ernährung, und soll dank der Aminosäure Tryptophan glücklich machen. Avocado-Ei-Sandwich

2 Scheiben Migros-Proteinbrot Léger; 1 TL Butter; 1 Ei, hart gekocht; ¼ Avoca-

do, geschält; ½ EL Crème fraiche; wenig Zitronensaft; Salz, Pfeffer aus der Mühle; ½ Handvoll Rucola, gewaschen. Die Proteinbrotscheiben dünn mit Butter bestreichen. Die Avocado mit einer Gabel zerdrücken und mit Crème fraiche mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Anschliessend mit Zitronensaft abschmecken. Die Avocadomasse auf beide Brotscheiben streichen. Das Ei schälen und in Scheiben schneiden, den Rucola waschen und abtropfen lassen. Die eine Brotscheibe mit dem Rucola und dem Ei belegen, nach Belieben leicht salzen und pfeffern. Mit der zweiten Brotscheibe bedecken, in Frischhaltefolie einwickeln. Bis zum Genuss kühl stellen. l


Suheil Semdan (6), Fl端chtlingskind aus Syrien

Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Lesen Sie Suheils Geschichte auf www.dasrichtigetun.caritas.ch


WER KAUFT HIER EIN

DER PSYCHOLOGE RÄTSELT . . .

Individuelle Dreissiger Dieser Einkauf war eine Knacknuss für unseren Einkaufspsychologen. Vom 32-jährigen Mann über ein frisch verliebtes Paar bis hin zur multikulturellen Dreier-WG schien ihm alles mal plausibel. Fotos: Nik Hunger

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as Laufband-Rätsel löse ich lieber im Gespräch als im stillen Kämmerlein. Ich zeige deshalb das Einkaufsfoto zuerst meiner Schreibtisch-Nachbarin mit differenzierter Urteilsfähigkeit. Sie kommt zum Schluss, dass hier ein 32-jähriger Mann einkaufte, der häufig Gäste einlädt und gesundheitsbewusst, sportlich lebt. Mit diesem kühnen Einstieg ist das Eis gebrochen. Sicher, Trockenfleisch und Cola zero weisen auf 40

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einen Mann hin, und auch die Alterskategorie dreissig scheint mir stimmig. Doch die zwei Milch-Varianten M-Drink und laktosefrei deute ich so, dass für mindestens zwei Personen eingekauft wurde. Jemand könnte eine Laktoseintoleranz haben und konsumiert deshalb die aha!Produkte. Eingekauft wurde zweifellos im Kanton Zürich. Dies ist auf der Eierpackung noch knapp erkennbar. Doch wer isst Babybel-Käse? Wer bevorzugt

Honey Nuts, und für wen ist der Rosenkohl und der einzelne Fenchel? Wurde hier für eine Familie eingekauft? Kaum, da ich unterschiedliche Ernährungsstile zu erkennen glaube. Es gibt kein einheitliches Muster, das sich eindeutig einer spezifischen Haushaltsform zuweisen lässt. Da ich noch ziemlich unschlüssig bin, nehme ich das Foto zum Treffen mit zwei Professoren der Ernährungswissenschaft, einem befreundeten Paar, mit.


Dieser Einkauf fand in der Filiale Limmatplatz in Zürich statt.

In einer lebhaften Diskussion kombinieren wir viele mögliche Varianten. Wir philosophieren lang über das spannende Phänomen, wie sich aus unterschiedlichen Ernährungsstilen im Verlaufe einer Beziehung ein einheitliches Muster entwickelt. Wir Männer sind uns einig, dass wir mit einigen Produkten aus dem Junggesellenleben nicht mehr nach Hause kommen dürfen – was die Frauen mit bestätigendem Lächeln quittieren. Schliesslich meint der Vitamin-D-Spezialist: «Wenn wir alle Fakten beachten, hat ein Paar um die dreissig eingekauft, das sich noch nicht lange kennt. Sie nimmt die laktosefreien Milchprodukte, kocht Linsen mit Rosenkohl, während er das Cola zero trinkt.» Auf meine Bemerkung, dass vielleicht Kinder mitessen, welche gern Babybel-Käse auspacken, entgegnet die Stoffwechselforscherin: «Das macht auch verspielten Männern Spass … Und für

„Ein Paar, das sich

noch nicht lange kennt. Sie kocht Linsen mit Kohl, er trinkt Cola zero.

„

Der Ernährungspsychologe Dr. Robert Sempach ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. Sein aktuelles Projekt: «Tavolata» – Tischrunden für ältere Menschen. Infos: www.tavolata.net

eine Familie wäre anderes Gemüse eingekauft worden, kein Rosenkohl und bitterer Radicchio.» Das überzeugt mich, von der Familienhypothese Abschied zu nehmen. Aber ausser eines Paares, scheint mir auch eine geschlechtergemischte DreierWG aus verschiedenen Nationen oder gar Kontinenten denkbar. Denn: Im Einkauf können problemlos drei unterschiedliche Ernährungsmuster abgegrenzt werden. Erstens: genussorientiert – ohne Zubereitung verfügbar. Zweitens: gesundheitsbewusst – vegetarische Vollwertküche. Und drittens: traditionelle Schweizer Küche. Zusammenfassend bin ich mir, trotz Unwägbarkeiten, sicher, dass mindestens zwei, eher drei Personen Anfang dreissig und mit grosser Individualität mitbestimmen, was da auf den Tisch kommt. Wer wars? Zur Auflösung umblättern. Vivai 2/15

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WER KAUFT HIER EIN

Die Auflösung Individuell? Passt. Dreissiger? Okay. Ein Mann? Ganz und gar nicht! Eingekauft haben Alexandra, 27, Nadine, 26 und Lena, 27 (von links). Die drei Frauen wohnen seit rund einem Jahr in dieser WG-Konstellation zusammen im Kreis 5 in Zürich.

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ugegeben, wir hatten unseren Spass mit der Analyse von Herrn Sempach. Er hat es ganz gut getroffen, aber alle Produkte, die er einem Mann zuschrieb, waren jene, die Alexandra einkauft hatte. Sie mag Babybel, auch weil das Auspacken so Spass macht. Und sie isst sie mit Honig drauf. Colazero-süchtig ist sie schon lange, sie findet aber nicht, dass das typische Männerprodukte sind. Gut erkannt hat Herr Sempach die verschiedenen Milchprodukte: Lena hat eine Laktoseintoleranz, deshalb die aha!Produkte. Von uns dreien ist sie ganz klar die Gesundheitsbewusste. Vegetarierinnen sind wir zwar alle nicht, aber Lena und ich essen fast kein Fleisch, im Gegensatz zu Alexandra. Lena schaut sehr auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, für sie waren auch Rosenkohl, Fenchel und Radicchio. Dazu rümpfen Alexandra und ich eher die Nase – ganz wie es Kinder wohl auch machen würden. Beim Thema Nationalitäten denkt Herr Sempach zu weit. Wir sind alle drei waschechte Schweizerinnen – sehr weltläufige eben. Es darf bei uns durchaus auch mal etwas Währschaftes zu essen geben – die Vermutung «traditionelle Schweizer Küche» passt deshalb. Und wir liegen gern mal auf dem Sofa vor dem Fernseher und verputzen Honey Nuts, Party Crackers und Salzbrezel-Gebäcke – die Gesundheitsbewusste natürlich meist ausgenommen. Wir haben alle drei Jobs mit sehr unregelmässigen Arbeitszeiten. In der Regel schaut drum jede für sich beim Essen und kauft auch so ein. Wollen wir mal zusammen kochen und essen, müssen wir das im Voraus planen. Dann schlägt Lena ein QuinoaGericht vor, wir anderen denken eher an ein Café complet. Aber wir finden immer eine gute Lösung für alle drei. l Aufgezeichnet von Imelda Stalder.

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BEWEGEN

TECHNOTRAINING

Und täglich tickts am Handgelenk Man trägt sie als Uhr oder als Armband, klebt sie sich auf den Rücken oder lädt sie aufs Smartphone: Moderne Messgeräte für Fitness und Bewegung motivieren Lauffaule, therapieren Schmerzgeplagte und verzücken Mitteilungsbedürftige. Text: Marc Bodmer

ufzug oder Treppe? In Anbetracht der Röllchen, die sich über der Gürtellinie bilden, ein einfacher Entscheid: Treppe. Nur: Im zweiten Stock angekommen, rast der Puls. Die Atmung geht schnell. So kann es nicht weitergehen, schiesst es durch den Kopf, aber das weiss man nicht erst seit heute. Die neujährlich gefassten guten Vorsätze versanden binnen weniger Wochen im üblichen Trott von «métro, boulot, dodo» – pendeln, arbeiten, schlafen. Mit der Entschuldigung, als Mensch sei man halt 44

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© Plainpicture, iStockphoto (Montage: Vivai)

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BEWEGEN

TECHNOTRAINING

ein Gewohnheitstier, wird das nötige Fitnessprogramm vertagt. Und doch wünscht man sich, den inneren Schweinehund etwas häufiger Gassi zu führen. «Der Mensch ist genetisch bedingt ein faules Tierchen», bestätigt Daniele Paar, Sportwissenschaftler und Centerleiter des Migros Fitnessparks Puls 5 in Zürich, und lächelt wissend. Doch in den letzten Jahren sei mit dem Bewusstsein für Work-Life-Balance und Burnout auch das Bedürfnis nach Gesundheitsvorsorge gestiegen. Gleichzeitig veränderten sich die Trainingsmethoden. Stundenlanges Schinden im Kraftraum oder auf Ausdauergeräten ist ein Ding der Vergangenheit. Intensive, kurze Trainingseinheiten reichen, um den Körper in Schwung zu bringen und auf Trab zu halten. Wichtigste Funktion: Motivation

Immer häufiger kommt in diesem Zusammenhang auch modernste Technik zum Einsatz. Aktivitätsmesser etwa, die den Fortschritt mess- und damit auch sichtbar machen. «Die Qualität und die Präzision der heutigen Activity-Tracker ist deutlich höher als noch vor einem Jahr», sagt Daniele Paar. Dank integrierten Beschleunigungsmessern erfassen sie nicht bloss, was per pedes abgeht, sondern geben Aufschluss über das gesamte Bewegungsmuster. Andere Geräte, etwa das von der Schweizer Firma Hocoma entwickelte Valedo, zeichnen mithilfe von Sensoren, die auf den Körper geklebt werden, Bewegungen am Computer auf und erlauben so präzise therapeutische Übungen für Problemzonen wie den Rücken. Ein zentrales Element bei allen technischen Produkten ist die Fähigkeit, den Nutzer dazu zu motivieren, sich mehr zu bewegen. «Als Menschen lieben wir es, uns einen Gütemassstab zu setzen und diesen zu erreichen oder gar zu übertreffen», erklärt Hansjörg Künzli, Professor für Methodenlehre und Motivation an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. «Das löst positive Emotionen wie Stolz aus. Wird das Ziel nicht erreicht, können die negativen Gefühle 46

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ten und Apps unübersichtlich ist. Praktisch jede Sportmarke hat diverse Gadgets am Start. Einige, etwa das SamsungArmband Gear Fit, funktionieren nur mit anderen Geräten vom gleichen Hersteller. Der Wildwuchs hat aber auch positive Seiten: «Neuartige Apps, etwa eGym, mit der wir arbeiten, tracken nicht nur unterschiedliche Aktivitäten, sondern können auch Daten von anderen, spezialisierten Apps verwalten.» Achtung, Datenschutz!

„Das Feedback ist unmittelbar – und objektiv.„ als Ansporn zur Leistungsverbesserung genutzt werden.» Feedback ist ebenfalls wichtig. Am liebsten erhalten wir es unmittelbar und objektiv – etwa von einem Computer. Dass es nicht ein Mensch ist, der die Rückmeldung gibt, sei ein Vorteil, so Künzli. So entstehe nicht der Eindruck von Überwachung oder Fremdkontrolle. «Entscheidend ist auch, dass ich das Feedback anfordern kann, aber nicht muss. Befinde ich mich auf dem richtigen Weg, ist das eine Belohnung und bestätigt mich in meinem Tun.» Den positiven Einfluss auf die Motivation und folglich auf das Training sieht auch Daniele Paar: «Die Aktivität mit einem Tracker zu messen, ist eine tolle Ergänzung, egal ob sich dieser am Handgelenk befindet oder in einer App auf dem Smartphone.» Paar fügt aber an: «Trotzdem sind Messgeräte kein vollwertiger Ersatz für Trainingspläne oder Übungen, die von einem professionellen Trainer erstellt und begleitet werden.» Erschwerend kommt hinzu, dass das Angebot an Gerä-

Das klingt nach Arbeit und nicht nach Spass. «Es gibt unterschiedliche Zielgruppen», sagt Sportwissenschaftler Paar. Für Einsteiger empfiehlt er ArmbandMessgeräte, die zwar nicht sonderlich präzise, aber gut für die Motivation seien. Fortgeschrittene können auf eine Smartwatch umsteigen, die eine Vielzahl von Daten misst, darunter die Herzfrequenz, aber auch fragwürdige Messungen vollzieht, etwa vom Schlafmuster. Wo verläuft die Grenze zwischen Nutzen und Nutzlosigkeit? «Das entscheidet jeder selbst», findet Daniele Paar. «Wenn ich darüber informiert werde, dass ich schlecht geschlafen habe, macht es Sinn, im Training zurückhaltender zu sein. Nicht alle Menschen haben ein gutes Körpergefühl.» Der Fachmann rät dennoch zur Zurückhaltung bei der Freigabe von Daten und weist darauf hin, dass sich Krankenkassen vermehrt für die persönlichen Informationen interessieren. Auch Hansjörg Künzli meldet Bedenken an: «Man sollte vermeiden, dass der Arbeitgeber oder gar Krankenkassen Einblick in solche Daten erhalten, bieten sie doch die Basis für eine ungewollte Einflussnahme.» Es empfiehlt sich deshalb, sich Zeit für die Installation und die Konfiguration zu nehmen und sich zu überlegen, mit wem und wie öffentlich man den Wettbewerb aufnimmt. Einmal so weit, führt man den inneren Schweinehund vereint Gassi. Und das macht doppelt Spass. l Umblättern! Auf Seite 48 haben wir eine Auswahl an Apps und Geräten zusammengestellt.


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beschreiben: Unten im Tal verteilen sich rund um die Dörfer gemütliche Wege. Viel Vergnügen gibt es auch auf herrlichen Höhenwegen mit grandiosen Ausblicken eine Etage höher. Auf der dritten Etage locken anspruchsvolle Touren für erfahrene Alpinisten wie etwa der Aufstieg zum 2.249 Meter hohen Geißhorn. Berühmt ist das Hochtal auch bei Radsportlern. Denn die Rennradfahrer lieben es nicht nur wegen des legendären Rad-Marathons Tannheimer Tal im Sommer, sondern auch wegen der genialen Lage eines umfangreichen Tourennetzes Richtung Allgäu und Lechtal.

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TECHNOTRAINING

Smarte Helfer Fitness-Apps und -Geräte Rückentherapeut: Valedo

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Schwer von Begriff In Kosmetikprodukten sind häufig Substanzen enthalten, deren Namen für den Laien unverständlich sind. Hier erfahren Sie, welche der Inhalts­ stoffe straffen, verfeinern oder die Haut langsamer altern lassen sollen. Text: Gisela Femppel

sind Grundbausteine der Proteine, also der Eiweisse, aus denen der menschliche Körper zu rund zwanzig Prozent besteht. Einen Teil dieser Aminosäuren kann der Körper selber produzieren, einen Teil nimmt er über die Nahrung auf. Aminosäuren tragen zu straffer Haut und gesundem Haar bei und sind oft in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Ausserdem werden Aminosäurenkomplexe in Cremes gegen die Hautalterung eingesetzt.

Ceramide gehören zu den körpereigenen Fetten (Lipiden). Diese bilden mit anderen Bestandteilen eine natürliche Barriere auf der Haut und schützen sie vor äusseren Reizen und Wasserverlust. Ein meist altersbedingter Mangel an Ceramiden schwächt die Hautbarriere, und die Haut wird empfindlicher oder trockener. Cremes, die der Haut einerseits Ceramide spenden, andererseits die natürliche Produktion von Ceramiden anregen, unterstützen die Regeneration der Hautbarriere.

Elastin gehört zu den Eiweissen, die der Körper selbst bildet. Als Gegenstück zu Kollagen trägt Elastin ebenfalls zur Festigkeit der Haut bei, ist aber speziell für deren Elastizität zuständig.Wenn sich die hauteigene 50

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Kollagenproduktion mit den Jahren verlangsamt, erschlafft auch das Elastinnetz. Es kommt zu einem Elastizitätsverlust, Falten entstehen, und die Haut verliert an Festigkeit. In Hautcremes sorgt Elastin für neue Elastizität und Geschmeidigkeit.

Glycerin ist chemisch betrachtet ein sogenannter dreiwertiger Alkohol und bei Raumtemperatur eine farblose, geruchlose und zähe Flüssigkeit, die vielseitige Verwendung findet. In der Hautpflege wird Glycerin vor allem wegen seiner befeuchtenden Eigenschaften geschätzt und weil es die Barrierefunktion der Haut regeneriert. Nicht zuletzt fördert Glycerin die Hautelastizität.

Hyaluronsäure ist ein hauteigener Wirkstoff und einer der populärsten Feuchtigkeitsspender in der Kosmetik. Dies wegen seiner einzigartigen Fähigkeit, Wasser zu speichern. Sie ist fast überall im Körper vorhanden und ein Grundbaustein des Bindegewebes. Mit dem Alter nimmt die Hyaluronsäureproduktion ab und die Haut verliert ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern. Hyaluronsäure kommt in vielen Hautcremes zum Einsatz, wird aber auch für die Faltenunterspritzung verwendet.

Kollagen ist ein natürlicher Eiweissbestandteil der Haut, dient ihr sozusagen als stützendes Korsett und hält sie straff. Im Laufe der Jahre verändert Kollagen seine Struktur, und die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, nimmt ab. Kollagen ist in vielen Anti-Aging-Produkten zu finden, wird dazu aber künstlich hergestellt. Zudem ist es in der Lage, die natürlich Kollagenproduktion in der Haut anzukurbeln.

Lipide sind Fettstoffe, die von pflanzlichen Ölen stammen (zum Beispiel Mandelöl), oder aus mineralischen Ölen gewonnen werden wie das viel verwendete Paraffin. Auf unserer Haut liegt eine Lipidschicht, die sie vor dem Austrocknen und vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt. Bei sehr trockener Haut besteht oft ein Mangel an Lipiden, was sich durch Hautpflegeprodukte mit diesen Fettstoffen beheben lässt.

Niacinamid kennt man auch als Vitamin B3. Der Anti-Aging-Wirkstoff gilt als besonders hautverträglich und verfügt über ein breites Wirkungsspektrum. Er stärkt die Hautbarriere und regt den Stoffwechsel an, reduziert Fältchen, wirkt gegen Pigmentflecken sowie gegen Hautverfärbungen und verfeinert die Poren.

© Sabine Villiard / Trunk Archive (Montage: Vivai)

Aminosäuren


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sind körpereigene Eiweissbausteine, die den Zellen das Signal geben, den natürlichen Regenerationsprozess der Haut in Gang zu setzen. In der Anti-Aging-Pflege werden sie verwendet, um das Kollagennetzwerk zu stimulieren, das für eine straffere Hautstruktur sorgt. Auch das Prokollagen, die Vorstufe des Kollagens, wird durch die Oligopeptide aktiviert.

pH-Wert ist ein Mass dafür, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14, wobei ein pH-Wert von 7 neutral ist. Auch unserer Haut kann man einen pH-Wert zurechnen, dieser liegt bei durchschnittlich 5,5. Das heisst, die Haut des Menschen ist leicht sauer, man spricht deshalb von einem Säureschutzmantel. Um diesen nicht zu stören, gibt es Reinigungsprodukte mit hautfreundlichem pH-Wert.

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Bitte lesen Sie die Packungsbeilage.

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heisst eine von der Migros-Tochter Mibelle entwickelte Technologie. Diese ermöglicht es, besonders wertvolle Inhaltsstoffe von seltenen und fast ausgestorbenen Pflanzen auch in der Kosmetik ohne Schaden einzusetzen. Mit der PhytoCellTec können hochwertige Pflanzenstammzellen gewonnen werden. Auf diesen wiederum basieren Wirkstoffe, die die Vitalität der Hautstammzellen erhöhen und der Hautalterung vorbeugen.

ist ein sogenanntes Coenzym und befindet sich von Natur aus in jeder unserer Zellen, wo es dem Körper hilft, sich vor freien Radikalen zu schützen. Doch mit zunehmendem Alter oder auch als Folge von Stress nimmt die Konzentration von Q10 in den Zellen ab. Kosmetikprodukte mit Q10 bekämpfen die umweltbedingte vorzeitige Hautalterung und verbessern die Zellerneuerung.

Retinol ist die chemische Bezeichnung für Vitamin A und gehört zu den bekanntesten Antioxidantien. Es kann die schädlichen freien Radikale daran hindern, die Haut zu beschädigen und alt aussehen zu lassen. Retinol verlangsamt vor allem die lichtbedingte Hautalterung, wirkt anregend auf die Kollagenproduktion, reduziert Falten und lässt Pigmentflecken verblassen.

Snow Algae Powder ist ein mehrfach ausgezeichneter AntiAging-Wirkstoff, der einen völlig neuen Weg eröffnet. In den Laboratorien der Migros-Tochter Mibelle ist es gelungen, Schneealgen zu kultivieren, die in der Lage sind, ein Langlebigkeitsgen zu simulieren. Snow Algae Powder verbessert die Hautstruktur, hat eine verjüngende und straffende Wirkung und hilft auch, Altersflecken zu bekämpfen.

Urea ist die lateinische Bezeichnung für Harnstoff. Sie ist ein natürlicher Bestandteil unserer Haut – trockene weist oft einen Mangel an Urea auf, der sich durch Ureahaltige Pflegeprodukte beheben lässt. Früher wurde Urea aus dem Pferde-Urin gewonnen, heute wird sie aber synthetisch hergestellt. Urea spendet Feuchtigkeit, glättet die Haut und wirkt antibakteriell. l

© Sabine Villiard / Trunk Archive

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Müde, müde, müde, müde, müde...

Eisenmangel Frauen aufgepasst! Lustlos, keine Energie? Die Mehrheit erschöpfter Frauen im Menstruationsalter leidet an einem Eisenmangel bei einem normalen Hämoglobin, sagt Dr. Beat Schaub, Facharzt für Innere Medizin. Das muss nicht sein! Leere Batterien Eine junge Frau (32) sagt: «Es ist mir alles zu viel, meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen.Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?»

Eisenspeicher auffüllen Ein patientenorientiertes Forschungszentrum in Binningen bei Basel hat herausgefunden, dass die aufgezählten Symptome in den meisten Fällen durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden. Der Körper verliert Eisen, wenn er Blut verliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn hauptsächlich Frauen im Menstruationsalter an einem Eisenmangel leiden. Sie bluten in ihrem Leben zusammengezählt über fünf Jahre lang. Der Eisenspeicher des Körpers ist oft schon wenige Jahre nach der ersten Regelblutung leer. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom bei Frauen im Menstruationsalter kann in wenigen

Wochen erfolgreich behandelt werden, indem der Eisenspeicher wieder aufgefüllt wird. Anschliessend empfiehlt sich das erneute Absinken des Ferritinspiegels durch ein gut verträgliches, flüssiges Eisen-Präparat aus der Apotheke, Drogerie oder Reformhaus zu verhindern. So gelingt es, Frauen, die schon immer dem «schwachen Geschlecht» zugeordnet wurden, «lebendig» zu machen. Am besten konsultieren Sie Ihren Arzt oder eines der spezialisierten ärztlichen Eisenzentren. www.eisenzentrum.net

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Darf überallhin mit Das Deo verleiht einem Sicherheit vor Körpergeruch, und nun schafft es auch eine andere Sicherheitskontrolle: Der 75-ml-Rexona darf im Handgepäck mit an Bord.

Spart CO2 Ein Vergleich verdeutlicht den Spareffekt: Das bei der Herstellung und der Lieferung eingesparte CO2 entspricht einer Autofahrt von hundert Erdumrundungen.

Weniger Aluminium 31 Tonnen Aluminium können nun jährlich bei der Herstellung der Verpackung eingespart werden. Mit dieser Menge könnte man 5500 Velos herstellen.


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Verschafft ein Wohlgefühl: Das neue Deo compressed von Rexona ist kleiner, kompakter und hält genauso lange.

Weniger ist mehr

Verpackungsmaterial belastet die Umwelt. Von Rexona gibt es jetzt ein Deo, das mit kleinerer Verpackung auskommt, aber genauso lange hält wie die doppelt so grosse Dose. So kams dazu

Rexona-Deos stammen aus dem Markenhaus von Unilever. Der internationale Konzern hat sich einem globalen Nachhaltigkeitsplan verschrieben. Darin hat man sich verpflichtet, den CO2-Austoss, den Wasserverbrauch und den Abfall zu reduzieren.

Das steckt drin

© Gallery Stock

Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer bevorzugt Deodorants als Spray. Sie enthalten Treibgas. Für das neue Deo compressed von Rexona wurde nach langjähriger Forschungs-

arbeit ein Sprühsystem entwickelt, das nur noch 50 Prozent der bisherigen Treibhausgasmenge benötigt.

Das bringts

Neben der verringerten Umweltbelastung dank weniger Material wurde das neue Deo compressed auch praktischer und damit alltagstauglicher. Das kleine handliche Format ist platzsparend und passt überall rein. Und das unschlagbare Argument: Das kleine wirkt genauso gut und lange wie das vormals grosse Deo.


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Lösungswort der letzten Ausgabe: Fairness Gewonnen hat: Cécile Spicher, Posieux

Die Gewinnerin / der Gewinner wird unter sämtlichen korrekten Einsendungen aller Sprachausgaben von Vivai ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Gewinne, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos. Mitarbeitende des Migros-GenossenschaftsBundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auflösung und den Namen des Gewinners finden Sie im Vivai 3/15.

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MEIN ORT

ANNE-MARIE FLAMMERSFELD

«Ich nehme die Energie auf, die mit dem Malojawind emporsteigt.» Die Extremsportlerin Anne-Marie Flammersfeld hat Ultramarathons durch die Wüsten Sahara und Gobi gewonnen, dazu Extremevents wie den Nordpol- und den Volcano-Marathon. Wenn sie nicht gerade irgendwo auf der Welt an einem Wettkampf startet, arbeitet die DiplomSportwissenschaftlerin als Personal Trainer in St. Moritz und hält Motivationsvorträge.

i

ch liebe den Muottas Muragl am frühen Morgen, wenn die Alpengipfel gerade von der Sonne berührt werden. Und auch die blaue Stunde der Abenddämmerung, in der man die Zeit nicht fassen kann. Die Standseilbahn benutze ich nie. Nein, ich renne bergauf und bergab, manchmal sogar dreimal hintereinander, je nachdem, für welchen Wettkampf ich trainiere. Entweder laufe ich die kleinen Serpentinen des Schlittel- und Wanderwegs hoch. Oder ich sprinte die 4000 Stufen neben der Bahn hinauf. Schon der Weg ist magisch: Zuerst laufe 58

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ich durch einen lichten Arvenwald, danach wird die Landschaft offener und weiter. Oberhalb der Baumgrenze eröffnet sich mir dann dieser wahnsinnige freie Blick über das ganze Engadin Richtung Süden. Mich fasziniert dieses Schattenspiel mit dunklem Wald und hellem freiem Feld. Wenn ich loslaufe, füllt sich mein Hirn mit vielen Informationen. Bis es irgendwann wie von selbst abschaltet. Plötzlich kann es geschehen, dass ein Geistesblitz kommt – ein guter Titel für einen Vortrag oder eine neue Idee. Oben stehe ich nicht auf einem Gipfel mit Rund-

sicht, sondern ich habe Berge im Rücken. Während diese Berge eine Art Schutzwall im Rücken bilden, fällt mein Blick talwärts. Ich nehme die Energie auf, die mit dem Malojawind emporsteigt. Sie ist immer speziell, egal ob ich kurz auf dem Philosophenweg verweile, noch ein Stück zur Segantinihütte aufsteige oder mich einfach in den Strandkorb draussen setze. Meistens mache ich ein Foto und beobachte, wie sich jedes Mal alles verändert – die Tageszeit, das Licht. Ich selbst verändere mich. l Aufgezeichnet von Petra Koci.

© Samuel Trümpy

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1. Tag Schweiz–Passau Busfahrt nach Passau. 18.00 Uhr «Leinen los!». 2. Tag Wien Stadtrundfahrt* inkl. Stephansdom und Hofburg 3. Tag Ordas/Südungarn

Ausflug+ Schwarzes Meer mit Stadtrundgang Constanta. 8. Tag Rousse Stadtrundfahrt/gang* 9. Tag Eisernes Tor Flussfahrttag 10. Tag Novi Sad Rundgang/-fahrt* mit Festung Petrovaradin. 11. Tag Mohács Ausflug* nach Pécs.12. Tag Budapest Stadtrundfahrt* mit Burgviertel, Matthiaskirche und Fischer Bastei. 13. Tag Bratislava. Rundfahrt/-gang* in Bratislava. 14. Tag Wachau Im Bus zum Benediktinerkloster Melk* mit Weindegustation. 15. Tag Passau–Schweiz Ausschiffung. Busrückfahrt.

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