Das Wohlf端hl- und Nachhaltigkeitsmagazin der
01/2015
Eine Tasse Tee auf das ges端ndeste Genussgetr辰nk der Welt Sparsam durchs neue Jahr: Tipps zum Energiesparen Massage statt Botox: Fitness f端r die Gesichtsmuskulatur
Wie uns Farben beeinflussen
Eine reife Leistung der Natur.
Ein Teil von
Die Experten im Heft PD Dr. David Fäh
ist Ernährungsphysiologe. Der Forscher und Dozent am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich berät Vivai bei Fragen rund ums Thema Ernährung.
Titelfoto: Mann: Roland Tännler, Regula Wilson (Styling), Model: Tom O. / Scout Model, Leuchtendes M: Christine Benz, Montage: Vivai © Roland Tännler, Joschi Herczeg, Marion Nitsch, iStockphoto
Christina Daeniker
ist Spezialistin Ernährung und Gesundheit beim Migros-Genossenschafts-Bund. Sie verfügt über ein breites Fachwissen und Erfahrung mit Kundenanfragen. Sie berät uns bei Ernährungstexten, die mit Migros-Produkten in Zusammenhang stehen.
Marianne Botta Diener
ist diplomierte Lebensmittelingenieurin und Fachlehrerin ETH. In dieser Ausgabe schreibt die Mutter von acht Kindern über die Farben unserer Ernährung.
Theresa Schwarz
ist als Leistungsdiagnostikerin bei Medbase, dem Zentrum für Medizin und Gesundheit in Zürich, tätig. In dieser Ausgabe befasste sie sich für uns mit der Wirkung des Langlaufens auf den menschlichen Körper.
Liebe Leserin,lieber Leser Der männliche Buntbarsch ist bei der Partnersuche nicht zu beneiden. Er hat es richtig schwer und nicht mal die Möglichkeit, sich auf Datingplattformen etwas schöner und toller zu machen. Tatsächlich sind die BuntbarschenWeibchen so wählerisch, dass die Männchen gezwungen sind, ständig in neuen, noch extravaganteren Farbgewändern daherzuschwimmen. Obendrein sind einige der Damen auf ein bestimmtes Farbmuster fixiert. Bedeutet: Der mit der falschen Schuppenanordnung dürfte noch lange allein durchs trübe Gewässer schwimmen. Ich liebe Geschichten aus dem Tierreich. Sie sind so menschlich. Und die vom Buntbarsch ist eine meiner liebsten (mehr dazu auf Seite 16). Allerdings geht es in dieser Ausgabe nicht um das Paarungsverhalten der Buntbarsche, sondern vielmehr darum, wie Farben unsere Wahrnehmung beeinflussen. Wir fanden, etwas Farbe im grauen Januar kann inspirierend wirken. Mit dem Vorsatz «Inspiration schenken» gehen wir in der Vivai-Redaktion jede Ausgabe an. Ich glaube ja, jeder Mensch kann inspirierend sein. Man muss ihm nur etwas länger als die üblichen dreissig Sekunden zuhören. Das haben wir getan (auf Seite 40). Ich hatte meine jüngste Inspiration kürzlich beim Joggen entlang eines Flusses. Schon seit Längerem sehe ich ihn öfter am Ufer stehen: einen Fischreiher. Dieses Mal schritt er so anmutig wie ein Tänzer entlang des Wassers und erhob sich dann mit leichten, harmonischen Flügelschlägen in die Lüfte, sodass ich plötzlich dachte: Dieses Jahr muss ich unbedingt einen Ballettkurs belegen. Ich wünsche Ihnen viel Inspiration und Freude bei der Lektüre!
Chefredaktorin PS: Als Kaffeeliebhaberin wird man nicht so leicht Teekennerin. Ich arbeite daran. Denn Tee ist das gesündeste Getränk der Welt. Und obendrein stilbildend (S. 26). Vivai 1/15
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Fischgenuss ohne Nachgeschmack.
Ein Teil von
10 Wir bringen Farbe ins neue Jahr – und erklären, warum uns das gesund und zufrieden macht 12 Von der Purpurschnecke bis zur Gefängniszelle – Farben machen das Leben interessanter 16 Schau hin! Nein, schau weg! Über die Bedeutung von Farben in der Tier- und Pflanzenwelt 20 Buntes Essen – warum es uns guttut 22 Die farbige Welt des orangen M
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26 Nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein sinnliches Pflegeprodukt: Es ist Teezeit! 38 Zehn Energiespartipps fürs neue Jahr 40 Lassen Sie sich inspirieren! Auszüge aus sechs Gesprächen mit sechs spannenden Menschen 50 Massieren und grimassieren statt aufspritzen: Beim Gesicht legt man am besten selbst Hand an
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54 Entschleunigen auf zwei Brettern – der Langlaufsport bietet Optionen für jeden Typ
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© Shutterstock, Christine Benz, Jos Schmid
7 9 32 34 58 I MPRESSUM
Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Verlagsleiter: Rolf Hauser
Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktorin: Susanna Heim Stellvertreterin: Christine Kunovits Koordination: Imelda Stalder Text/Produktion: Lukas Hadorn, Sylvie Castagné (F), Alda Viviani (I) Art Direction: Dora Siegenthaler Bildredaktion: Cornelia Thalmann Bildbearbeitung: Reto Mainetti Korrektorat: Patrizia Villiger
Das freut uns Das gefällt uns Kultprodukt Wer kauft hier ein? Vivai-Wettbewerb
Adresse Redaktion und Verlag: Vivai, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich vivai@migrosmedien.ch www.migros.ch/vivai Druck: Vogt-Schild Druck AG, CH-4552 Derendingen Papier: Holzfrei, FSC-Mix Zur CO ²-Kompensation wird ein FSC-Projekt in Brasilien unterstützt. ISSN: 1663-716X Gesamtauflage Vivai: 250 000 Exemplare D: 173 000, F: 60 000, I: 17 000
Bestellen Sie Vivai kostenlos: abo.vivai@migrosmedien.ch oder Tel. 0800 180 180 Vivai 1/15
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Die Natur macht uns den Hof.
Ein Teil von
Nachhaltiger denn je
Eine Umfrage zeigt: Die Migros gilt bei den Kunden als nachhaltigste Detailhändlerin der Schweiz. Dies belegt die Erhebung, die das Institut Léger Schweiz im Auftrag der Migros kürzlich durchgeführt hat. Hielten vor dem Start des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M 28 Prozent die Migros spontan für das nachhaltigste Unternehmen der Schweiz, sind es mittlerweile 34 Prozent. Das Programm bündelt alle Anstrengungen der Migros in den Bereichen Umwelt und Gesellschaft, Gesundheit, Konsum und Mitarbeitende. Dabei gibt die Detailhändlerin konkrete Versprechen ab, deren Einhaltung regelmässig überprüft wird.
Hat Bio auf dem Markt von morgen überhaupt noch eine Chance?
Podcasts neu als App
Owen berichtet aus China, Alicia aus Spanien, Marie aus dem französischsprachigen Elsass: Die Podcasts der Klubschule Migros sind Kult und haben schon unzähligen Sprachschülern dabei geholfen, eine neue Sprache nicht nur fehler-, sondern auch möglichst akzentfrei zu lernen. Neu gibt es den PodClub, den Podcast-Sprachservice der Klubschule Migros, auch als App. Natürlich völlig kostenlos, in fünf Sprachen, alle vierzehn Tage mit einer neuen Episode. Awesome, n’est-ce pas?
© Daniel Grieser, GettyImages
www.podclub.ch
«Ja», glaubt das Gottlieb Duttweiler Institut GDI. Es hat untersucht, was in Zukunft guten Konsum ausmacht und wie Nahrungsmittel aus biologischer Produktion erfolgreich bleiben. Entscheidend sei unter anderem, dass der Entscheid für Bio vom Kopf in den Bauch wandere, so die Trendforscher. Die ausführliche Erläuterung zur Untersuchung «Die Zukunft von Bio» lesen Sie auf www.gdi.ch.
Stark für Vereine
Was haben sieben von zehn Schweizerinnen und Schweizer im Alter von mindestens fünfzehn Jahren gemeinsam? Sie sind Mitglied eines Vereins. Davon gibt es rund 100 000 in der Schweiz; man bezeichnet sie gern auch als Schulen der Demokratie. Auch das MigrosKulturprozent anerkennt die gesellschaftlichen Integrationsleistungen der Schweizer Vereine, weshalb es vor fünfzehn Jahren die Fachstelle vitamin B gegründet hat, bei der sich Mitglieder von Vereinen und Organisationen mit gemeinnütziger Ausrichtung kostenlos beraten lassen können. www.vitaminb.ch
Übrigens …
Vivai plant, den Vereinen zum Jubiläum von vitamin B noch in diesem Jahr ein Themendossier zu widmen. Speziell interessieren uns freiwillige und gemeinnützige Organisationen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Haben Sie Inputs dazu? Wir freuen uns über Ihre Vorschläge per Mail an vivai@migrosmedien.ch. Vivai 1/15
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Traditionell faszinierend
Auf einem Trachtenfest tanzen, handgefertigte Meisterwerke bewundern oder regionale KĂśstlichkeiten auf der Zunge zergehen lassen: In Deutschland haben Ăźberlieferte Traditionen auch nach Jahrhunderten nichts von ihrem Zauber verloren. Gehen Sie auf Entdeckungstour unter www.germany.travel/tradition und machen Sie mit: #JoinGermanTradition.
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Kaugummi an den Kopf
Vor Kurzem ist uns mal wieder aufgefallen, wie eklig kaugummiverklebt die Trottoirs in vielen Schweizer Städten sind. Platt gedrückt von unzähligen Schuhsohlen und Gummireifen, drängen sich die bunten Kaukleckse mancherorts dicht aneinander. Da loben wir uns den kanadischen Künstler und Schriftsteller Douglas Coupland («Generation X»), der im Rahmen einer seiner Ausstellungen in Vancouver eine übergrosse Skulptur seines Kopfes aufstellen liess, zu deren Bepflasterung mit gebrauchtem Kaugummi er die Öffentlichkeit einlud. Nach vier Monaten war sein Konterfei kaum mehr zu erkennen – und Vancouvers Fussgängerzone erstaunlich frei von farbigen Flecken.
Anti-Aging für Empfindsame
Besonders im Winter, wenn Heizungsluft und Kälte zusätzlich strapazieren, reagiert empfindliche Haut mit Rötungen und Reizungen. Gerade jetzt hat man das Bedürfnis, zu cremen. Doch Allergiker, aber auch Menschen mit empfindlicher Haut fürchten, durch bestimmte Inhaltsstoffe die Haut noch mehr zu reizen. Für sie gibt es die Ultra-Sensitive-Linie von Zoé, die mit dem Gütesiegel von aha!, dem Allergiezentrum Schweiz, ausgezeichnet und frei von Parfum- und anderen Reizstoffen ist. Neu wurden die Rezepturen der Anti-Aging-Produkte dem Stand der Forschung angepasst und mit dem Wirkstoff Hyaluron angereichert. AntiAging auch für Empfindliche!
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Hier skatet Gold-Dario
© Zoonar.com, NordicFocus
Wissen Sie, wo das Schweizer Langlauf-Ass Dario Cologna am liebsten seine Runden dreht? Wir schon. «Eine meiner Lieblingsloipen befindet sich im Sertigtal bei Davos», verriet uns Cologna. «Die wunderschöne unberührte Natur und die zwei guten Restaurants ganz hinten im Tal sind sowohl für Wanderer als auch für Radfahrer oder Langläufer zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.» Wir haben noch ein paar weitere Tipps – und verraten Ihnen auch sonst, worauf es beim Langlaufen ankommt. Mehr dazu ab Seite 54.
Internet-Suchbegriff: Gumhead.
Let the Sun Shine In!
Auch wenn es Outdoor-Puristen bei diesem Gedanken schaudert: Ein Smartphone oder ein Tablet ist auf einer Bergwanderung, einem Wochenend-Hike oder einem Camping-Trip eine feine Sache. Karten, Sternbilder und geografische Daten sind im Nu verfügbar, ausserdem lassen sich mit den Geräten auch die unweigerlich aufkeimenden Dispute über Schauspielernamen, Hauptstädte und anderes Halbwissen lösen. Dumm nur, wenn der Berggipfel mal wieder ohne Steckdose dasteht. Dann hilft der AM114 Lava Solar Charger von Xtorm, ein Universal-Ladegerät, das sich mit ein paar Stunden Sonnenlicht aufladen lässt und seinerseits zweimal das Smartphone oder einmal das Tablet mit neuer Energie füllt. Natürlich variiert die Leistung je nach Modell, das Prinzip ist aber immer dasselbe: Einmal Sonne tanken, bitte! Der AM114 Lava Solar Charger von Xtorm ist zum Preis von 99.80 Fr. bei www.melectronics.ch erhältlich.
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Farbe macht froh
Farbenfroh Mitten im Winter, wenn die Tage grau und gleichförmig sind, merken wir besonders gut, dass es uns an Farbe im Alltag fehlt. Denn der Mensch kann Blau, Rot und Grün nicht nur sehen,sondern auch essen, fühlen und verstehen. Unser Dossier hilft, die farblose Zeit bis
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zum Frühlingsbeginn zu überbrücken.
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Farbe ist magisch
Gehirn trifft Weltall Das menschliche Auge kann zehn Millionen Farbtöne unterscheiden. Was sie bedeuten und wie sie auf uns wirken, ist individuell und kulturell unterschiedlich. Fest steht: Farben verleihen dem Leben Impulse. Text: Ruth Hoffmann
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ibt es ein blaueres Blau als das Blau des Himmels über der Ägäis? Gerade im Frühsommer, wenn das Grün der Inseln noch saftig ist und sich die Farben von Himmel, Land und Meer an Leuchtkraft überbieten. Und doch ist in den Texten der alten Griechen nirgends die Rede von dieser Pracht: Wenn Homer den Himmel beschrieb, griff er zu Worten wie «bestirnt», «weit» und «gross», auch «eisern» und «kupfern» nannte er ihn hin und wieder, blau aber nie. Das Meer ist bei ihm «wie Veilchen», das Fell der Widder aber auch. So meinte man lange, der grosse Dichter und seine Leser seien farbenblind gewesen. In Wirklichkeit aber fehlte ihnen nur das Vokabular. Offenbar hatte man damals kein Bedürfnis, ein Wort für die Farbe von Himmel und Meer zu finden. Zehn Millionen Farbtöne kann das menschliche Auge unterscheiden. Sprachlich hinken wir diesem Reichtum jedoch hinterher: Gerade einmal dreissig Farbbegriffe sind in unserem Kulturkreis allgemein bekannt. Künstler und Designer mögen auf mehr kommen, der Vielfalt unserer Wahrnehmung aber können auch sie nicht einmal annähernd gerecht werden. Und dabei stand unseren Vorfahren lange sogar eine noch spärlichere Auswahl zur Verfügung, um dem Sinneseindruck Farbe Ausdruck zu verleihen. Denn die Bezeichnungen haben sich, wie Sprachwissenschaftler nachweisen konn12
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ten, auf der ganzen Welt erst allmählich entwickelt: Zunächst unterschieden die Menschen sprachlich nur zwischen hell und dunkel, dann kamen Schwarz und Weiss hinzu, später Rot und nach und nach die anderen Farben. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass das Vermögen, Farbunterschiede zu sehen, mit der Fähigkeit verknüpft ist, diese auch benennen zu können. So würde die Muttersprache massgeblich unseren Blick auf die Welt prägen. Wer, wie etwa die Vietnamesen, sprachlich nicht zwischen Grün und Blau unterscheiden kann, interpretiert sie als Schattierungen ein und derselben Farbe. Auf der anderen Seite könnten begriffliche Feinheiten unsere Sensibilität für Unterschiede schärfen, wie Experimente nahelegen. So haben Russen und Italiener jeweils eigene Wörter, wo wir nur zwischen hell- und dunkelblau unterscheiden, während erfahrene persische Teppichknüpfer mühelos mehrere Dutzend Rotschattierungen auseinanderhalten können. Das bedeute aber nicht, wenden die Gegner der Theorie ein, dass andere Nationalitäten diese gar nicht erst sehen können. Unstrittig aber ist, dass die Eigenschaften, die wir Farben zuschreiben, entscheidend durch die Kultur bestimmt werden, in der wir aufgewachsen sind: Auf einer Beerdigung ein weisses Kleid zu tragen, käme uns abwegig vor; für
Buddhisten und in vielen afrikanischen Ländern aber gilt nicht Schwarz, sondern Weiss als Farbe für Tod und Trauer. Zudem unterliegen die Bedeutungszuschreibungen oft auch einem gesellschaftlichen Wandel. So galt vor nicht einmal hundert Jahren Rosa noch als Jungenfarbe – das «kleine Rot» der künftigen Krieger. Mädchen trugen Hellblau – das «kleine Blau» der Mutter Maria. Und in der Antike war nicht Gold, sondern Violett das unmissverständliche Zeichen für Macht, weil die Gewinnung des Farbstoffs aus dem Schleim der Purpurschnecken so aufwendig und kostspielig war. So dienten Farben zu allen Zeiten als nonverbale Zeichen. Auch Wirkungen auf Körper und Geist sagte man ihnen immer schon nach. Etliche haben sich bis heute erhalten: Rot gilt als Farbe des Feuers, der Energie und der Leidenschaft – im Positiven (Liebe) wie im Negativen (Aggression). Ihr auffallender Charakter macht sie zur idealen Warnfarbe. Blau hingegen tritt optisch zurück und soll beruhigend und ausgleichend wirken. Es steht für Himmel und Weite, Wasser und Leichtigkeit. Gelb als Farbe des Lichts wird eine anregende und aufheiternde Wirkung nachgesagt. Vieles davon entspringt dem Naturerleben und lässt sich leicht nachvollziehen – jeder kennt die belebende Kraft des Sonnenlichts oder das hoffnungsvoll stimmende Grün des Frühlings; jeder hat
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Farbe macht schlau
Bunte Behauptungen ? Farbige Fakten ! Rot wirkt anziehend – und zwar auf beide Geschlechter. Zu diesem Ergebnis kamen jedenfalls Psychologen der amerikanischen Universität Rochester. Sie legten einer Gruppe von Männern Fotos verschieden gekleideter Frauen vor und baten sie, deren Attraktivität zu bewerten. Frauen, die Rot trugen, schnitten dabei durchweg besser ab. Umgekehrt empfanden Teilnehmerinnen einer anderen Studie der Fakultät Männer in rotem T-Shirt sexuell am anziehendsten – und sprachen ihnen ausserdem eine machtvolle Position zu.
Weltweit geben die meisten Menschen Blau als ihre Lieblingsfarbe an. Blau gefärbte Lebensmittel werden jedoch nationenübergreifend skeptisch betrachtet und meist abgelehnt. Ernährungspsychologen erklären den Effekt damit, dass in der Natur nichts Essbares vorkommt, das intensiv blau gefärbt ist und wir diese Farbe darum nicht mit Nahrung in Verbindung bringen.
Hunde (und viele andere Säugetiere) sind rot-grünblind, denn im Gegensatz zum Menschen verfügen sie nur über zwei sogenannte Zapfen (für Grün und Blau). Der für Rotsignale empfängliche fehlt ihnen. Dafür können sie, genau wie Katzen, im Dunkeln erheblich besser sehen als wir.
Wer einen Rotstift benutzt, ist beim Korrigieren strenger. Das legt zumindest ein Experiment der Stanford-Universität in Kalifornien nahe, bei dem ein Teil der Probanden einen Text mit Rot, ein anderer ihn mit Blau korrigieren sollte. Tatsächlich fand die Gruppe, die einen roten Stift benutzte, deutlich mehr Rechtschreibfehler als die andere. Unbewusst, so die Interpretation der Studienleiter, scheint dabei eine Rolle gespielt zu haben, dass Lehrer die Arbeiten ihrer Schüler seit Generationen mit roter Tinte korrigieren. 14
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Die erste Ampel der Welt wurde 1920 in Detroit aufgestellt. Während Rot auch damals schon für "Halt !„ stand, signalisierte das grüne Licht "Achtung!„ und ein weisses "Freie Fahrt„.
Albrecht Dürer kolorierte seine Stiche mit dem legendären Russisch-Grün. Wie es sich zusammensetzte, ist bis heute ein Rätsel.
Rot könnte beim Abneh-
men helfen, meinen Forscher der Universität Basel: Bei einem Experiment tranken die Teilnehmer rund vierzig Prozent weniger von einem süssen Getränk, wenn es ihnen in roten statt in blauen Bechern serviert wurde. Auch von Salzbrezeln, die vor ihnen auf einem roten Teller lagen, assen sie deutlich weniger. Rot scheine auf das Unterbewusstsein wie ein Stoppsignal zu wirken, folgerten die Studienleiter.
Mit blossem Auge betrachtet, erscheinen uns die Sterne weiss. In Wirklichkeit aber leuchten sie in allen Farben des Regenbogens, je nachdem, welche Temperatur auf ihnen herrscht. Die meisten sind aber für unsere Augen nicht hell genug, als dass wir ihre Farbigkeit erkennen könnten.
Ob Hühner braune oder weisse Eier legen, hängt mit ihren Genen zusammen, nicht mit der Farbe des Gefieders.
Die Kombination aus roten Haaren und blauen Augen ist die seltenste der Welt. Gerade mal ein Prozent der Menschheit besitzt beides.
Die Wendung blaumachen stammt aus der Welt der Färber: Vor der Erfindung synthetischer Farbstoffe wurden Textilien zur Blaufärbung in eine Brühe aus zerkleinerten Blättern der Indigooder der einheimischen Waidpflanze und reichlich frischem Urin gelegt. Anschliessend mussten sie rund 48 Stunden an der Luft trocknen und oxidieren, um den gewünschten Farbton zu entwickeln. Da die Arbeiter dann nichts anderes färben konnten, hatten sie frei – sie machten schliesslich gerade blau.
Die meisten Schweizer (vierzig Prozent) entscheiden sich beim Kauf eines Neuwagens für eine schwarze Lackierung und folgen damit dem allgemeinen Trend in Europa. Platz zwei belegt Weiss (30 Prozent). Für Gelb entscheidet sich nur ein Prozent der Autokäufer in der Schweiz.
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sich schon einmal vom Anblick eines Sees beruhigen lassen. Wie Farben auf uns wirken, hängt eben davon ab, was wir mit ihnen verbinden, und diese Assoziationen sind zu einem grossen Teil auch das Ergebnis unserer individuellen Geschichte: Sobald wir eine Farbe sehen, ruft das Gehirn eine Fülle dazugehöriger Erfahrungen und erlernter Bedeutungen ab, wodurch innert Sekundenbruchteilen die Gefühle entstehen, die sich für uns, höchst subjektiv, mit dem jeweiligen Farbton verbinden. Generelle Zuschreibungen sind daher mit Vorsicht zu geniessen. Im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Pfäffikon ZH liess man sich vor acht Jahren dennoch auf einen kühnen Versuch ein und strich vier Zellen rosa. Die Farbe Cool Down Pink, kreiert von der Schweizer Farbexpertin Daniela Späth, sollte aggressive Häftlinge beruhigen. Da es tatsächlich zu funktionieren schien, schlossen sich nach einer Weile unter anderen das Zentralgefängnis Lenzburg und das Polizeigefängnis Zürich an. Allein in der Deutschschweiz gibt es bereits rund zwanzig rosa Zellen. Die Strafanstalten Pöschwies und Realta haben das Experiment allerdings mittlerweile abgebrochen, da sich über anderthalb Jahre keine signifikanten Unterschiede feststellen liessen. Ganz so einfach ist es also wohl nicht, und vielleicht ist das ja auch gut so. Besteht nicht schliesslich ein Teil des Zaubers, der von Farben ausgeht, darin, dass sie in ihrer Wirkung auf uns oft nur schwer zu fassen sind? Schon der uns so selbstverständlich erscheinende Vorgang des Bunt-Sehens ist in Wahrheit ein Mysterium: Zwar weiss man inzwischen, welche Sensorenzellen in den Augen für welche Farbbereiche zuständig sind und wie sie ihre Impulse ans Hirn weiterleiten. Wie genau aber die Wahrnehmung in unser Bewusstsein gelangt, ist nach wie vor ein Rätsel. «Farbe», hat der Maler Cézanne gesagt und kam der Sache damit vermutlich am nächsten, «ist der Ort, wo unser Gehirn und das Weltall sich begegnen.» l Vivai 1/15
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Farbe in der Natur
Die tragen ja dick auf Graue Mäuse haben es auch im Tierreich schwer. Die Natur ist ein Paradies von bunten Schönheiten. Doch Farbe dient hier nicht nur Werbe- und Schönheitszwecken. Sie ist auch ein Schutzmittel.
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arben verleihen der Natur ein spektakuläres Aussehen. Doch Tiere und Pflanzen kleiden sich nicht zum Vergnügen in feuriges Rot, schillerndes Blau oder leuchtendes Gelb. Hinter dieser Malpalette steckt der nackte Drang, zu überleben. Eine der wichtigsten Funktionen von Farbpigmenten ist der Sonnenschutz. So produzieren die meisten Tiere wie etwa Vögel, Reptilien oder Amphibien den braunen Farbstoff Melanin. Ihn lagern sie in ihrer Haut, im Fell oder in den Federn ein, wodurch diese einen braunen bis schwarzen Farbton erhalten. Melanin hat die Eigenschaft, dass es schädliche UV-Strahlung in harmlose 16
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Wärmestrahlung umwandelt. Das Melanin schützt die Tiere vor Gewebeschäden und Hautkrebs, indem es wie eine natürliche Sonnencreme fungiert. Bei Menschen funktioniert das genau gleich. Je mehr Melanin wir in unserer Haut haben, desto dunkler ist diese und desto besser sind wir vor Sonnenbrand geschützt. Dass die Natur nicht nur aus grauen Mäusen und braunen Hühnern besteht, liegt an den Pflanzen. Auch für sie ist zu viel UV-Strahlung schädlich. Darum produzieren sie ebenfalls ihren eigenen Sonnenschutz. Dieser besteht meistens aus den sogenannten Carotinoiden. Sie lassen Früchte, Gemüse, Samen und Blätter gelb,
Feuersalamander erinnern ihre Feinde mit leuchtendem Gelb daran, dass sie ungeniessbar sind.
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Text: Atlant Bieri
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Mit ihren knalligen Farben signalisieren Pfeilgiftfrรถsche: Nicht reinbeissen. Ich bin giftig!
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Farbe in der Natur
Die Ernährung machts Dass die Ernährung eines Tiers dessen Farbe verändern kann, hat einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt. Der Grund dafür sind die Weibchen. Sie möchten sich bevorzugt mit dem gesündesten und fittesten Partner in der Umgebung paaren. Da sie nicht von jedem potenziellen Liebhaber ein Arztzeugnis verlangen können, müssen sie sich eben bei der Beurteilung seines Gesundheitszustandes auf andere Quellen stützen. Die Farbe kommt ihnen da gerade recht. Je bunter das Männchen, desto besser genährt und überlebensfähiger ist es. Dieses Kommunikationssystem zwischen den Geschlechtern hat bei den Buntbarschen erstaunliche Blüten getrieben. Die Fischweibchen sind so wählerisch, dass die Männchen mancher Arten in immer extravaganteren Gewändern daherkommen. Wer die meisten und grellsten Carotinoide besitzt und diese auch noch geschmackvoll auf seinen 18
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Dank seiner leuchtend roten Farbe ein Hingucker in jedem Aquarium: der Diskusbuntbarsch.
Schuppen anzuordnen vermag, hat den grössten Paarungserfolg. Auf diese Weise sind schon etliche neue Arten entstanden. Denn manche Weibchen haben sich auf ein ganz bestimmtes Farbmuster fixiert und sich dann nur noch mit den Männchen gepaart, die dieses Muster aufwiesen. Die resultierende Inzucht innerhalb eines Farbmusters hat mit der Zeit zur Bildung einer eigenständigen Art geführt. Manche Tiere verwenden die Farben jedoch nicht der Liebe willen, sondern genau für das Gegenteil. Der Feuersalamander oder die Pfeilgiftfrösche enthalten starke Gifte, die Angreifer töten können. Damit die Fressfeinde das schon vorher wissen, kleiden sich Frösche und Salamander in auffällige Warnfarben. Meistens handelt es sich dabei um eine Kombination aus Rot, Gelb und Schwarz. «Warnfarben sagen den Jägern, dass die angepeilte Beute giftig ist, ohne dass sie zuerst reinbeissen müssen», erklärt Martin Stevens, Biologe am Zentrum für Ökologie und Artenschutz der Universität von Exeter. «Wenn die Warnfarben fehlen, dann beissen die Jäger immer wieder zu, ohne dabei etwas zu lernen.»
Das knallige Gelb des Feuersalamanders ist also eine Art Erinnerungshilfe für vergessliche Jäger. Es will sagen: «Hey, du, erinnerst du dich noch: Beim letzten Mal habe ich dir nicht geschmeckt, also lass es nun lieber sein.» Doch ein Gift herzustellen, ist sehr aufwendig. Darum verzichten die meisten Tiere darauf. Manche von ihnen wollen aber nicht auch auf den Schutz durch Warnfarben verzichten und kleiden sich entsprechend ein. So macht es beispielsweise die Schwebefliege. Mit den gelben Streifen gleicht sie einer mit Giftstacheln bewehrten Wespe, obwohl sie vollkommen harmlos ist. «Ihre Feinde fallen drauf rein, weil die meisten Insekten mit solchen Warnfarben tatsächlich giftig sind», sagt Experte Stevens. Mit Farbe für Verwirrung sorgen Farben eignen sich hervorragend für solche Verwirrspiele. Das gilt auch für die Kommunikation zwischen Pflanzen und Tieren. Pflanzen, die ihre Samen durch Vögel verbreiten lassen, verpacken ihre Fracht in süsses Fruchtfleisch. Das ist quasi die Bezahlung für die Luftpost. Um den Leckerbissen anzupreisen, geben sie der reifen Beere oder Frucht eine knallige Farbe. Doch statt das ganze Regenbogenspektrum auszunutzen, beschränken sie sich meist auf zwei Grundfarben, wie Forscher der Universität Freiburg im Breisgau kürzlich festgestellt haben. Demnach sind sechzig Prozent aller Früchte und Beeren entweder rot oder schwarz. Offenbar haben sich Pflanzen zu einer Art Kartell zusammengeschlossen. Durch die Annäherung ihrer Fruchtfarben verschleiern sie ihre wahre Identität. Auf diese Weise haben Vögel keine Chance, sich das Aussehen ihrer Lieblingsfrucht zu merken. In ihrer Verwirrung ziehen die Vögel dann von einem Strauch zum nächsten und tragen die Samen in ihrem Magen über grosse Strecken mit. So können Pflanzen auch weit entfernte Gebiete besiedeln. Das kann man wohl als das logistische Meisterwerk der Farben in der Natur bezeichnen. l
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orange und rot erscheinen. Das Besondere an ihnen: Wenn ein Tier Carotinoide in sich aufnimmt, dann bleiben sie für eine Weile im Körper. Via Blutstrom wandern sie in deren Haut, das Fell oder die Federn. Das funktioniert auch über mehrere Stufen der Nahrungskette. Kleine Küstenkrabben etwa ernähren sich von Algen, die den roten Farbstoff Astaxanthin enthalten. Dieser wandert in den Panzer der Krustentiere, was den rot erscheinen lässt. Wenn sie nun von Roten Ibissen verspeist werden, reist der Farbstoff weiter in das Gefieder der Vögel, wodurch dieses sich intensiv rot färbt. Verschwinden die Krabben vom Speisezettel, verblassen die Federn. Samuel Furrer, Kurator beim Zoo Zürich, muss den Effekt der Carotinoide bei der Pflege von Roten Ibissen berücksichtigen. «Damit sie ihrem Namen treu bleiben, mische ich ihnen einen Löffel Astaxanthin zur täglichen Fleischration», so Furrer. «Würden wir das nicht machen, würde die Farbe nach einigen Monaten verblassen und dann ganz verschwinden», sagt er.
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T채uschend echt: Aber die Wespe ist keine Wespe, sondern eine getarnte Fliege.
Farbstoffe unterwegs: Das rote Astaxanthin aus der Alge f채rbt zuerst den Panzer der Krabbe, danach das Gefieder des krabbenfressenden Roten Ibisses.
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Farbe für den Körper
Bunt hält gesund Farbiges Essen freut nicht nur das Auge. Auch unser Körper profitiert von den farbgebenden Substanzen. Text: Marianne Botta Diener
Fotos: Christine Benz
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ie färben die Tomaten rot, machen die Chilis höllisch scharf, führen beim Zwiebelschneiden zu tränenden Augen, verursachen den typischen Kohlgeruch oder den bitteren Geschmack von Grapefruits: sogenannte bioaktive Substanzen. Von der Pflanze werden sie vor allem als Abwehr-, Geruchs- und Farbstoffe gebildet. Sie nützen aber auch dem Menschen, etwa indem sie die Zellen schützen oder vor Krebs und Kreislauferkrankungen bewahren. Wer regelmässig verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu sich nimmt, ist gut mit sekundären Pflanzeninhaltsstoffen versorgt. Das Farbspektrum deckt die ganze Ampel ab.
Rot Granatapfel
tum von Krebszellen. Rotkohl ist reich an Nahrungsfasern, Eisen, Kalium, Kalzium, Mineralstoffen und Senfölen, aber auch an Vitamin C. Tomate
Zwei grosse Tomaten decken die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs. Rot sind sie aufgrund verschiedener Farbstoffe, etwa Lycopin. Diese sollen vor Prostatakrebs schützen und vor Hautalterung bewahren. Ausserdem halten Tomaten die Knochen gesund und vermindern die Neigung des Blutes, sich zu verklumpen und Gefässe zu verstopfen. Lycopin kann aus gekochten Tomaten besser aufgenommen werden als aus rohen. Himbeere
Himbeeren enthalten eine enorme Bandbreite an zellschützenden Antioxidantien. Diese haben eine Anti-Aging-Wirkung und können vor Krebs schützen. Sie entlasten Bauchspeicheldrüse und Leber und vermindern das Risiko für Übergewicht und Diabetes. Eine halbe Schale mit Himbeeren (125 Gramm) deckt über die Hälfte unseres Bedarfs an Vitamin C.
Der Granatapfel verfügt über besonders viele stark wirksame Polyphenole. Studien zeigen, dass diese eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis und Krebs haben könnten. Wichtig sind zudem die Phytoöstrogene, die rund um die Wechseljahre diverse Beschwerden lindern. Die Früchte sind reich an Kalium, Phosphor, Vitamin B1, B2, C, Kalzium, Magnesium und Eisen.
Grün
Rotkohl
Spinat
Anthocyane verleihen dem Rotkohl seine violette Farbe. Sie stärken das Immunsystem und wirken zellschützend und entzündungshemmend. Der Stoff Sulforaphan aus Rotkohl hemmt das Wachs20
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Spinat ist ein guter Eisenlieferant, wenn auch nicht so gut wie geglaubt. 100 Gramm Spinat enthalten 3,5 Milligramm Eisen, in der gleichen Menge Fleisch sind nur 1 bis 2,5 Milligramm enthalten. Spinat ist
reich an Vitamin C, Folsäure, Jod, Schwefel, Eisen und verdauungsunterstützenden Bitterstoffen sowie der hormonähnlichen Substanz Sekretin, welche die Bauchspeicheldrüse aktiviert. Spinat fördert die Blutbildung und stärkt das Immunsystem. Grünkohl
Grünkohl ist das Gemüse mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen! Es enthält alle Vitamine der B-Gruppe, viel Vitamin A, E und C. Eine Portion deckt den Tagesbedarf an Vitamin C und liefert gleich viel Kalzium wie 2 Deziliter Milch. Grünkohl wirkt zellschützend, stärkt das Immunsystem und beugt Verstopfung vor. Nüsslisalat
Nüsslisalat hat von allen Salatsorten den höchsten Vitamin-C-Gehalt und ist reich an Kalium, Kalzium, Eisen, Folsäure, Jod und Betacarotin. Zudem soll der Verwandte des Baldrians (die ätherischen Baldrian-Öle machen den nussigen Geschmack) bei Schlafstörungen helfen und das vegetative Nervensystem beruhigen. Avocado
Eine Avocado besteht zu einem Drittel aus hochwertigen Fettsäuren, liefert viel Vitamin A, C und E, Kalium, Eisen und Bitterstoffe. Avocados haben einen positiven Einfluss auf die Blutwerte. Das Enzym Glutathion soll verschiedene krebserregende Stoffe unschädlich machen. Die Aminosäure Tryptophan in der Avocado dient als Baustoff fürs körpereigene Glückshormon Serotonin.
Gelb Banane
Bananen liefern reichlich Tryptophan und den Aktivator Vitamin B6, den es für die Synthese des körpereigenen Glückshormons Serotonin braucht. Auch liefern sie selbst Serotonin, welches der zusätzlichen Nervenberuhigung ausserhalb des Gehirns dient. Ananas
Ananas machen zwar entgegen der landläufigen Meinung nicht schlank, sind aber reich an Natrium, Kalium, Eisen und verschiedenen Vitaminen. Grapefruit
Der Bitterstoff Naringin in Grapefruits senkt den Cholesterinspiegel, schützt die Zellen und verbessert ihre Insulinempfindlichkeit. Nicht immer wirkt er aber positiv: So gibt es viele Medikamente, deren Wirkung vom Grapefruitsaft verändert wird. Vor allem Beruhigungsmittel, Herzmedikamente oder auch Cholesterinsenker sollten nicht mit grösseren Mengen Grapefruitsaft eingenommen werden. Zuckermais
Am süssesten und gesündesten ist Mais direkt nach der Ernte. Während der Lagerung wird der Zucker in Stärke umgewandelt, die Vitamine werden abgebaut. Mais liefert viel Provitamin A, B-Vitamine, Vitamin C und E sowie Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor und Zink. Zudem enthält er lebensnotwendige Proteinbaustoffe (Aminosäuren). Pfälzer Rübe
Die Urform des heutigen Rüebli ist reich an zellschützendem Betacarotin – einer Vorstufe von Vitamin A –, das für mehr Sehkraft sorgt, vor Sonnenbrand schützt und das Immunsystem stimuliert. Ausserdem liefert die Rübe Eisen, Kalzium, Kalium, Zink und die Vitamine C, K und Folsäure. Pfälzer Rüben enthalten nur gerade 25 Kalorien pro 100 Gramm. l Vivai 1/15
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Farbe in der Migros
Das farbige M Vom violetten Blumenkohl bis zur lavendelfarbenen Kosmetikabteilung: Die Migros ist sowohl im Tagesgeschäft als auch in langfristigen Entscheiden mit Fragen konfrontiert, die das ganze Farbspektrum abdecken. Text: Lukas Hadorn Foto: Christine Benz
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aum ein Unternehmen in der Schweiz wird stärker mit einer Farbe assoziiert als die Migros. Im Volksmund ist gern vom orangen Riesen die Rede, wenn das grösste Detailhandelsunternehmen des Landes gemeint ist, dessen Hunderte Filialen allerorts mit einem leuchtend orangen M gekennzeichnet sind. Umso mehr überrascht, dass die Ursprünge dieser Farbgebung unbekannt sind. «Das orange M war in der Vergangenheit auch schon grün, schwarz oder rot», bestätigt Migros-Archivarin Corinne Imhof. «Auf dem Jahresbericht von 1965 zum Beispiel prangt auf dem Cover der orangefarbene Buchstabe, im Inneren des Berichts ist aber auch das grüne M zu finden. Wann die Farbe Orange zum ersten Mal eingesetzt wurde und ab wann man bei der Migros exklusiv auf sie setzte, wissen wir nicht genau», so Imhof. Daraus lässt sich in erster Linie schliessen, dass das Corporate Design, 22
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also die einheitliche Gestaltung des Erscheinungsbilds eines Unternehmens, eine recht junge Wissenschaft ist. Erst 1968 liess die Migros ihr M-Logo als Wort-Bild-Marke in Schwarz – und damit für die Verwendung in allen Farben – beim Institut für Geistiges Eigentum eintragen (für sämtliche Warenklassen, ausser Klasse 13: Waffen, notabene). Den «Farbanspruch Orange» fügte man gar erst im vergangenen Jahr hinzu. Das Auge kauft mit
Daraus zu folgern, Farben würden für einen Konzern wie die Migros eine untergeordnete Rolle spielen, wäre aber falsch. Sowohl in den Filialen als auch in den verschiedenen Sortimenten kommt der Farbgebung zentrale Bedeutung zu. Das weiss niemand besser als Christoph Oriet, der als Ressortleiter Total Store für das Ladenkonzept der Migros-Verkaufsgeschäfte mitverantwortlich ist. «Das aktuell gültige, nationale Ladenkonzept
stammt aus dem Jahr 2010», so Oriet. «Darin ist unter anderem definiert, welche Farben in welchen Bereichen der Filialen zum Einsatz kommen dürfen. Wir haben auch eine ausführliche Farbuntersuchung machen lassen, um herauszufinden, welche Assoziationen die Farben bei den Kunden wecken.» Die Farbe Lavendel etwa wird mit Reinheit assoziiert, darum passt sie als Akzentfarbe gut in die Kosmetikabteilung. Aktuell rücke man von allzu kräftigen Farben aber schon wieder ab, sagt Christoph Oriet. «Die Trends verändern sich schnell, da wirkt eine allzu modisch gestaltete Filiale schnell veraltet.» Deswegen gelte bei allen grossen Flächen, etwa bei Decken, Böden und Säulen, die Devise: Nicht auffallen. «Unsere Kunden sollen sich beim Einkaufen wohlfühlen. Darüber entscheidet zu grossen Teilen das Unterbewusstsein. Mit angenehmen, passenden Farben können wir positiv darauf einwirken.»
Schadstoffarm und sozialverträglich Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M hat die Migros das Versprechen abgegeben, bis Ende 2017 alle Textilien der Migros-Eigenmarken ökologisch, sozialverträglich und rückverfolgbar zu produzieren. Das betrifft auch den Prozess des Färbens. So ist der Einsatz von definierten Schadstoffen in Chemikalien im Rahmen der strengen Eco-Richtlinien nicht erlaubt. Respekt vor der Umwelt bedeutet nach dem ökologischen Verständnis der Migros die Vermeidung oder den kontrollierten Einsatz von Substanzen, die nachweislich oder potenziell
Was sich kaum verändert, sind Naturfarben im Bereich der Frische. «Hier sind Grün und Braun dominant, das passt zum Sortiment und lässt die Produkte optimal zur Geltung kommen», so Oriet. Produkte, die oft von Natur aus farbig und auffallend sind, aber nicht immer, wie Erwin Büsser, Category Manager im Bereich Früchte & Gemüse, weiss: «Das Äussere und das Innere stimmen gerade bei Früchten farblich nicht immer überein. Einer Melone oder einer Blutorange sieht man von aussen nicht an, wie das Fruchtfleisch aussieht. Diese Produkte schneiden wir auf oder zeigen einen Querschnitt auf der Verpackung.» Die Kunden hätten eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie eine Frucht farblich auszusehen hat. Stimme dies
nicht mit der Realität überein, könne der Verkauf harzen. «Ein gutes Beispiel sind Gala-Äpfel», erklärt Büsser. «Die sind oft tiefrot, was ein Grund dafür ist, dass sich diese Sorte besser als alle anderen verkauft. Es genügt aber eine ungünstige Temperaturschwankung im Herbst, und die Äpfel sehen etwas blasser aus. Dann verkaufen sie sich sofort weniger gut, obwohl sie geschmacklich identisch sind.» Gleiches gilt für die Nischenprodukte, etwa für weisse Rüebli oder violetten Blumenkohl. «Diese Produkte brechen mit unseren Erwartungen, womit sie bei den Konsumenten automatisch einen schweren Stand haben.» Grün wird wichtiger als Blau
Auch im Bereich der Bekleidung ist der Spielraum für farbliche Experimente begrenzt. «Die meisten Leute wollen in erster Linie nichts falsch machen», weiss Category-Managerin Patrizia StröbelRafaniello. «Schwarze, weisse, graue
schädlich für Mensch und Umwelt sind. Schon heute entsprechen 74 Prozent der Bekleidung der Migros-Eigenmarken diesem Regelwerk. Bei den Farben, Lacken und Lasuren, die in den MigrosFachmärkten Do it + Garden verkauft werden, setzt die Migros nach Möglichkeit auf Produkte mit dem Signet Der Blaue Engel. Sie sind emissions- und schadstoffarm und belasten die Innenluft weniger stark. Aktuell ist mehr als die Hälfte des Farben- und LackSortiments der Migros mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.
oder blaue Kleidungsstücke verkaufen sich mit Abstand am besten.» Trotzdem setze man auch auffällige Farben gezielt ein. «Wir erhalten von Trendagenturen Hinweise auf die Modefarben der Saison», so Ströbel-Rafaniello. «Aktuell ist beispielsweise Marsala-Rotbraun sehr angesagt. Diese Farben tauchen dann als Akzente in Kollektionen auf, etwa in Form modischer Prints. Der Grossteil der Kollektion ist aber in wenig auffälligen Farben gehalten, das entspricht eher unserem Mainstream-Geschmack.» Zu Letzterem gehöre übrigens neuerdings auch Grün. «Ganz allgemein sind Naturfarben sehr stark im Kommen», weiss Ströbel-Rafaniello. «Grün wird als Farbe mit Gesundheit und Ausgeglichenheit assoziiert, zwei wichtigen Begriffen des Zeitgeistes.» Zeit für die Migros, ganz zum grünen M zurückzukehren? Kaum. An den orangen Riesen hat man sich schliesslich erst gerade gewöhnt. l Vivai 1/15
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Farbe im Alltag
Macht munter Rot wird am häufigsten in Form von Warnsignalen
Frisch getoastet!
verwendet — dies, weil das
Dieser Toaster ist ein Hingucker in der Küche. Der kMix-Zwei-Scheiben-Toaster von Kenwood. 99.80 Fr., bei www.melectronics.ch.
menschliche Auge am stärksten darauf reagiert. Rot ist
Guck mal …
also die ideale Farbe, um sich
Bei dem Spiegel fällt man nicht aus dem Rahmen … Spiegel Penny, Ayous-Holz, rot lackiert, Hochglanz (68.5 × 88.6 cm). 149 Fr., bei Micasa.
aus dem Winterschlaf aufwecken zu lassen.
Teestunde Tee muss man zelebrieren. Und mit der weiss getupften roten Teekanne bekommt man auch noch gute Laune. Teekanne Punto, Steingut, spülmaschinenfest. 22.90 Fr., bei Micasa.
Lächeln, bitte Bei dem Fotoapparat sieht man hin. Die rote Kompaktkamera Coolpix S2800 von Nikon. 119 Fr., bei www.melectronics.ch.
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Eine rote Schüssel für allerlei. Schön auch, um sie einfach im Küchenregal anzusehen. 6.90 Fr., bei Migros.
Wachmacher
Erleuchtet
Espresso aus einer roten Tasse trinken hat mehr Stil als aus Pappbechern schlürfen. 5.90 Fr., bei Migros.
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Tee tut gut Bei den Chinesen war Tee lange Zeit ein Heilmittel. Längst ist Tee aber auch ein Genussmittel, eines der gesündesten, die es gibt. Seine Wirkung reicht von Anti-Aging bis Herzkreislaufschutz. Höchste Zeit für eine Teeprobe. Text: Simone Ott
Fotos: Christine Benz
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Achtsam zubereiten Eine japanische Teezeremonie ist ein meditatives Kunsterlebnis. Dafür reicht es im Alltag nicht. Schön ist es aber, wenn man weiss, wie man Tee idealerweise zubereitet. Katrin Lange erklärt, worauf es ankommt. Die Bitterstoffe lösen sich schneller, als sich das Aroma entfalten kann. Besser sind Pyramidenbeutel, in denen grössere Teeblätter Platz haben, oder grössere Beutel, die man leer kauft und dann mit losem Tee füllt. Bei Teebeuteln gilt das gleiche wie bei losem Tee: Es gibt gute und schlechte Qualität. Es wird viel von der richtigen Wassertemperatur beim Tee gesprochen. Wie wichtig ist das? Teespezialistin: Katrin Lange von Länggass-Tee in Bern.
Frau Lange, was ist das Wichtigste beim Zubereiten von Tee?
Tee besteht aus getrockneten Blättern. Sie rollen sich beim Trocknen und verziehen sich ineinander. Damit die Aromen sich lösen können, müssen die Blätter im Wasser sich öffnen und bewegen können. Deshalb sollte man sie nicht Tee-Eier oder enge Einsätze zwängen. Am besten ist, wenn sie offen und lose im Wasser schwimmen können. Dazu giesst man den Tee in einem Topf oder einem Messbecher auf. Wenn der Tee fertig ist, kann man ihn zum Servieren in die Teekanne absieben. Diese wärmt man am besten vor, damit der Wärmeverlust ausgeglichen wird und sich die Aromen besser halten. Wie steht es mit Teebeuteln?
Weil sich ganze Blätter im flachen Beutel nicht richtig entfalten können, wird der Tee für Beutel in kleine Teile geschnitten, manchmal so weit, das er fast pulverig ist.
Grundsätzlich kann bei vielen Tees einfach kochendes Wasser verwendet werden. Vor allem bei schwarzem Tee. Für weisse, grüne und zart braune Tees sollte es etwas kühler sein. Es gibt keine generelle Regel, sondern variiert von Tee zu Tee. Beim Kauf sollte man sich deshalb jeweils darüber informieren. Wie dosiert man richtig?
Die Faustregel ist: Zwölf Gramm Tee pro Liter. Doch bei den Tees ist es mit dem Gewicht wie mit Blei und Federn. Auch da muss man für jeden Tee die genaue Menge in Teelöffeln herausfinden. Wie trinkt man Tee am besten?
Bewusst, achtsam und in einem schönen Gefäss. Innen sollte die Tasse immer weiss sein, damit man die Farbe des Tees sehen kann. Das gehört zum Erlebnis. Auf keinen Fall Tee in dickwandigen Tassen trinken, das finde ich stillos. Dünnes Porzellan eignet sich am besten. Einen guten Wein trinkt man ja auch nicht aus einem Wasserglas.
© Michael Meier (Porträt)
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affee ist für die Eiligen, Tee für die Besinnlichen. Nun, ganz so schematisch kann man die Zuteilung wohl nicht machen. Insbesondere da auch der Tee eine anregende Wirkung haben kann. Dennoch verbindet man schon allein aufgrund der Zubereitung den Tee mit Musse und Geruhsamkeit. Doch Tee ist nicht gleich Tee. Seine Vielfalt ist beachtlich. Damit ein Tee die gewünschte Wirkung hat, sollte man wissen, was in welchem Tee steckt. Für Puristen ist Tee nur dann echt, wenn er vom Teestrauch Camellia sinensis stammt. Im alten China war er zunächst nur als Heilmittel bekannt, und auch als der Tee vor drei Jahrhunderten nach Europa kam, wurde er als pflanzliches Heilmittel verkauft. Das hat einen guten Grund: Echter Tee enthält gesundheitsfördernde Polyphenole, die man auch als Gerbstoffe oder Tannine kennt. Sie wirken entzündungshemmend, beruhigen Magen und Darm, und bei Erkältungen haben sie eine heilsame Wirkung auf die Atemschleimhäute. Es wird zudem angenommen, dass der in den Gerbstoffen enthaltene, in der Medizin viel diskutierte Wunderstoff EGCG die Aufnahme des Cholesterins abschwächen und zusätzlich die Arterien schützen soll. Damit wird Herz- und Kreislauferkrankungen vorgebeugt. Sogar krebsvorbeugend soll Tee wirken. Doch dazu gibt es noch keine abschliessende Untersuchung. Als gesichert gilt jedoch die Wirkung des im Tee enthaltenen Fluorids: Es schützt vor Karies und Oesteoporose. Während der Verarbeitung des Tees werden Teile der gesundheitsfördernden Polyphenole umgewandelt und Aromastoffe entwickelt. Während der schwarze Tee ganz fermentiert ist, werden beim grünen Tee die Blätter gar nicht fermentiert. Weisser Tee besteht aus anfermentierten und Oolong-Tee aus halb fermentierten Blättern. Deshalb enthält grüner Tee einen höheren Anteil an Gerbstoffen als schwarzer Tee. Damit sich die Wirkung dieser Polyphenole im grünen Tee
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1 entfalten kann, sollte man ihn fünf Minuten lang ziehen lassen. Grüner Tee enthält auch wichtige Mineralstoffe wie Mangan, Eisen, Kalium und Zink sowie Vitamine, unter anderem der B-Gruppe, die gut für die Nerven und den Stoffwechsel sind, und viel Vitamin C, das die Abwehrkräfte stärkt. Grüner und auch der halb fermentierte Oolong-Tee enthalten zudem Saponine, die die Fettverbrennung des Körpers ankurbeln. Zu einem Trendgetränk avanciert ist hierzulande der Chai-Tee, ein indischer Gewürztee, auf schwarzem Tee basierend. Angereichert wird er mit Kardamom, Zimt, Ingwer, Pfeffer. Laut AyurvedaLehre fördert Kardamom die Verdauung, Ingwer löst Krämpfe und stärkt das Immunsystem, und Zimt desinfiziert, durchblutet und wirkt stimmungsaufhellend. Aus der ayurvedischen Lehre kommen auch die Yogi-Tees. Sie werden gezielt auf eine bestimmte Wirkung aus Gewürzen und Kräutern gemischt und enthalten je nach Rezeptur gar keinen echten Tee. Kräuter, Pflanzen und Früchte bilden die Grundlage der Wellness- und Heiltees. Sie wirken je nach Komposition stimmungsaufhellend, beruhigend oder entschlackend. Kamille, Melisse oder Fenchel haben beispielsweise einen beruhigenden Effekt. Anregend wirken Zitronengras, Minze und Oregano. Früchtetees sind gute Energielieferanten, und die Inhaltsstoffe von Rooibos-Tee wirken sich positiv auf Nerven, Haut, Haare und Nägel aus. Der Förderung der Konzentration dienen Zitronenmelisse, schwarzer Pfeffer, Kardamom und Basilikum. Kräuter wie Hibiskus oder Jasmin gelten als Muntermacher. Zum Abschalten trinkt man ein Tässchen Lavendel-, Fenchel- oder Baldriantee. Letztlich ist es beim Tee wie beim Wein, man muss ihn probieren und herausfinden, welche Sorten einem am besten schmeckt. Über 400 Stoffe hat man bereits im Tee identifizieren können, viele wurden noch gar nicht entdeckt. Möglicherweise kommt da noch viel mehr Gutes zu Tage. l 30
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… ist auch ein Teeladen Für Teetrinker, aber auch für solche, die es noch werden wollen, bietet die Migros ein grosses Tee-Sortiment, das ständig ausgebaut wird. Von Kräuter- über Grüntee bis Schwarztee und auch Bachblütentee in Bio-Qualität. Yogi-Tee (1): Hat nichts mit Yoga zu tun, aber mit Indien. Denn dahinter steckt die indische AyurvedaLehre, die Balance im Körper herstellen will. Das geschieht unter anderem durch diverse Gewürze.
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Tea Time (2 und 6): Ist die Eigen-
marke der Migros und gibt es als Schwarz-, Grün- und Rooibos-Tee. Tea Time ist UTZ-zertifiziert, das heisst, der Teeanbau wird nach sozialen und ökologischen Kriterien überprüft. Es gibt den Tee in Beuteln und offen (6). Schweizer Alpenkräuterteemischung (3): Bewährtes aus dem
Schweizer Kräutergarten, unter anderem Melisse, Frauenmantel, Pfefferminze und Brennnessel. In Bioqualität.
Klostergarten-Heiltee (4): Eine
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Mischung aus Schweizer Alpenkräutern, die von Swiss Medic zertifiziert sind (unter anderem Thymiankraut, Fenchelfrüchte). Gibt es alle in Bioqualität. Neu im Sortiment sind die Tees, die mit orignal Bachblüten angereichert sind (Balance, Power). Sie werden speziell von Schweizer Bauern angebaut.
Tencha-Tee (5):
Sieht nicht nur edel aus, enthält auch auserlesene Zutaten. Zur TenchaTee-Linie gehören Früchtetee genauso wie Grün-und Schwarztee. Raffinierte Kompositionen wie beispielsweise Rosenknospen mit Erdbeeren versprechen ein Geschmackserlebnis. In schönen Stoffbeutelchen schonend verpackt. Tetley-Tee (7): Die englische Traditionsmarke darf im Sortiment der Migros nicht fehlen. Zur Tea-Time bietet sich eine grosse Auswahl an: vom klassischen English Breakfast Tea über Grün- und Schwarztee bis zu Rooibos- und Früchtetee.
Biotees: Gerade bei Tee, den man zu Wohlfühlzwecken trinkt, wie Kamille- oder Lindenblütentee, aber auch bei Schwarztee, ist vielen Konsumenten wichtig, dass die Zutaten Bio-Qualität haben. Diese Tees gibt es deshalb auch in der MigrosBio-Linie. Saisonale Tees: Das mögen ja selbst Nichtteetrinker: einen Apfeloder Rumpunsch, aber auch Tee als Mischung für Glühwein. Gibt es in der Herbst/Winter-Saison in der Migros.
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Yucatan-Salat von Anna’s Best
Kulturprodukt Am Yucatan-Salat von Anna’s Best dürften selbst mexikanische Diplomaten ihre Freude haben. Der Fertigsalat ist eine Art kulinarischer Botschafter des mittelamerikanischen Landes. Text: Lukas Hadorn Fotos: Yves Roth
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it Mexiko treibt man in unseren Breitengraden ja gern Schindluder. Ob in Filmen oder Liedtexten, meist ist die Referenz an das Land und seine Leute irgendwo zwischen romantischer Verklärung und platter Verballhornung angesiedelt. Der deutsche Schlager etwa befasst sich seit Jahrzehnten mit der Heimat der «Compañeros mit ihren Sombreros» (Costa Cordalis), eine Tradition, die im sinnfreien Brüller «Finger im Po, Mexiko!» (Micky Krause) einen unrühmlichen Höhepunkt fand. Dem mexikanischen Botschafter lupfte die Brachialzeile verständlicherweise den Sombrero – pardon, den Hut. «Caramba!», schrieb darauf ein Boulevardblatt, «dieses Lied liegt vielen Mexikanern so unverdaulich im Magen wie eine verkohlte Bohnen-Tortilla!»
Güggel und Guerilleros
Auch in der Welt der Konsumgüter wird man dem historischen und kulturellen Erbe Mexikos nur selten gerecht. Der legendäre Revolutionsführer Francisco «Pancho» Villa etwa, an den man sich in der Heimat gern als kämpferischen Volkshelden erinnert, wirbt bei uns für Maischips und Bohnenpüree aus der Dose. Für die restlichen Produkte stehen meistens irgendwelche fiktiven Dons und Doñas Pate, etwa Don Pollo – frei übersetzt: Herr Güggel – in dessen Namen sinnigerweise eine breite Palette an Geflügelprodukten vermarktet wird. 32
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Ensalada Yucatan Muy especial Daniel Tinembart, Rezeptautor beim Kulinarikmagazin «Saisonküche» (wie Vivai ein Produkt der MigrosMedien), ist ein erklärter Fan des Yucatan-Salats von Anna’s Best. Er pflegt für seine Spezialversion einen Ziegenfrischkäse oder einen Formaggino über den Salat zu krümeln und würzt mit frischen Kräutern, Öl, Essig, Salz und Pfeffer. Wer seine Menage gerade nicht mitführt, sei auch mit einem marinierten Frischkäse und einer Fertigsalatsauce äusserst gut beraten, so Tinembart. Hinweis: Der Yucatan-Salat von Anna’s Best ist nur in ausgewählten, grösseren MigrosFilialen erhältlich.
Dass man dem Yucatan-Salat von Anna’s Best ein gesundes Mass an Misstrauen entgegenbringt, wenn man ihn zum ersten Mal im Kühlregal stehen sieht, hat also gute Gründe. Die Befürchtung, er habe mit der mexikanischen Halbinsel gleich viel zu tun wie der Caesar Salad mit dem römischen Feldherrn, nämlich
nichts, erweist sich aber glücklicherweise als falsch. Der Fertigsalat besteht zu drei Vierteln aus Süssmais und roten Bohnen, womit er mexikanischer nicht sein könnte. Mehr noch: Man darf ihn schon fast als Hommage an die Milpa, ein uraltes mittelamerikanisches Landwirtschaftssystem verstehen, das auf die Anbaumethoden der Mayas zurückgeht. Dabei werden in der Regel Mais, rote Bohnen und Kürbis gemeinsam angebaut, sodass sie eine Symbiose bilden. Die Bohnen ranken sich am Mais empor, während sie den Boden mit Stickstoff nähren. Und die grossen Kürbisblätter sorgen für Schatten und schützen gegen den Regen. Den Kürbis sucht man im YucatanSalat vergeblich, hier werden der süsse Mais und die cremigen Bohnen von knackigen Peperonistücken und würzigscharfem Rucola begleitet – eine sowohl geschmacklich als auch im Mundgefühl absolut überzeugende Mischung. Dank der grosszügigen Portionengrösse (300 Gramm) und den vielen Kohlenhydraten eignet sich der YucatanSalat perfekt als gesunder und trotzdem satt machender Lunch. Finden nicht nur wir, finden anscheinend ziemlich viele Leute. In der Migros-Filiale am Limmatplatz in Zürich jedenfalls ist der YucatanSalat nach halb eins regelmässig ausverkauft, also offensichtlich sehr beliebt. In diesen Fällen bleibt nur ein herzhaftes «Caramba!» – und der Griff zum Geflügelaufschnitt von Don Pollo. l
„Mexikanischer könnte der Salat nicht sein.„
Der Psychologe rätselt …
Die Produkte wurden in der Migros Serfontana in Morbio Inferiore TI eingekauft.
Hier läufts nach Plan Wer den oben abgebildeten Einkauf getätigt hat, überlässt die Dinge nicht gern dem Zufall. Unser Einkaufspsychologe tippt auf eine pragmatische, planungssichere Mittvierzigerin, die flexibel kombiniert. Fotos: Claudio Bader
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ein erster Eindruck dieses Einkaufs: eine ausgewogene Komposition aus überwiegend traditionellen schweizerischen Produkten, die in einer abwechslungsreichen Küche verwendet werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier eine Frau für einen Zweipersonenhaushalt eingekauft hat. Dafür sprechen die Portionengrössen, zum Beispiel die zwei Pouletschnitzel, die Äpfel und die Clementinen, 34
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für eine Frau die Kosmetikartikel. Sicher könnten Kosmetikartikel auch von einem Mann besorgt werden, aber bis Mann kapiert, wo er die Produkte findet, kauft Frau diese lieber selber ein. Zwei weitere Merkmale lassen sich dem Einkauf relativ leicht entlocken: Es wurde im Tessin eingekauft, und zumindest eine der beiden Personen bäckt und kocht gern. Die gemahlenen Haselnüsse, die Schokoladenwürfel, aber auch die
Petersilie sind untrügliche Zeichen dafür. Für die Zubereitung der Mahlzeiten dürfte nicht immer genügend Zeit zur Verfügung stehen, aber diesem Problem begegnet man pragmatisch – das Gemüse für die Minestrone wird schon geschnitten eingekauft, der Salat ist schon gewaschen und servierfertig. Die Handschrift dieses Einkaufs weist zudem darauf hin, dass hier jemand vom Apéro bis zum Dessert bereits zwei
© Nik Hunger
bis drei Mahlzeiten vorausgeplant hat, und dabei auch aktuelle Aktionsangebote berücksichtigt. Wenn es mir noch gelingt, Alter und Geschlecht der anderen Person im Haushalt abzuleiten, bin ich schon fast am Ziel. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die zweite Person männlich ist – also ein Paar zwischen vierzig und fünfzig? Zum Glück weiss ich von früheren Analysen, dass es ohne eindeutige Indizien besser ist, wenn ich mich nicht vorschnell festlege und dann nur noch das sehe, was meine Hypothesen bestätigt. Klar, Salametti und Speck werden häufiger von Männern gegessen und Sélection-Produkte am häufigsten von Menschen im mittleren Lebensalter gekauft. Aber da gibt es noch ein paar Kontrapunkte, die es dringend zu klären gilt. Wer kauft ganze zwanzig Batterien aufs Mal, und für wen mögen die Schuhbändel sein? Eine Arbeitskollegin mit
„Bis Mann kapiert, wo er Kosmetik findet, kauft Frau die Produkte lieber selber ein.
„
Der Ernährungspsychologe Dr. Robert Sempach ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. Sein aktuelles Projekt: «Tavolata» – Tischrunden für ältere Menschen. Infos: www.tavolata.net
scharfem Verstand und einem Blick für die Ästhetik des Alltäglichen hilft mir weiter. Sie findet, es sei doch ganz klar: Eingekauft habe eine Person, die gut planen kann, als Gastgeberin generös ist und flexibel kombiniert. Sie hat den Haushalt im Griff, sonst würde sie nämlich keine Nachfüllpackung Glasreiniger kaufen oder nicht einmal merken, dass die Fenster wieder einmal geputzt werden sollten. Ausserdem hat sie eine ausgesprochen praktische Ader und weiss genau, was im Haushalt fehlt. Darum bemerkt sie auch sofort, wenn bei den eigenen Schuhen oder jenen des Partners ein Schuhbändel ersetzt werden muss. Da so viel Planungssicherheit eine gewisse Reife voraussetzt, tippt auch meine Arbeitskollegin auf ein mittleres Alter, und ich kann die Analyse doppelt abgesichert stehen lassen. Wer wars? Zur Auflösung umblättern. Vivai 1/15
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Die Auflösung Eingekauft hat Niska Maspoli-Brügger, 47. Die Hausfrau wohnt mit ihrem Mann Lorenz, 46, und den Töchtern Ambra, 17, und Giorgia, 14 (im Bild), in der Tessiner Gemeinde Balerna.
as war keine leichte Aufgabe für Herrn Sempach, das geben wir zu. Wir sind eine Familie mit zwei Teenagern, aber eingekauft habe ich nur für Giorgia und mich. Mein Mann arbeitet unter der Woche in Zürich, Ambra macht die Lehre in Locarno. Wir sind also quasi ein Teilzeit-Zweipersonenhaushalt. Meist kaufe ich Anfang Woche für zwei ein, bevor ich dann am Freitag den Grosseinkauf für alle mache. Was die Planungsfreude angeht, trifft Herr Sempach aber ins Schwarze. Ich bin eine vorausschauende, gut organisierte Person. Wenn etwas aufgebraucht ist, mache ich mir eine Notiz. Auch beim Essen plane ich voraus. Unter der Woche backe ich oft einen Kuchen fürs Wochenende und kaufe für die gemeinsamen Essen und Apéros ein. Denn wenn schon mal alle zu Hause sind, zelebrieren wir das auch gern und kochen gemeinsam. Auf Labels achte ich nicht speziell. Bei Verbrauchsprodukten kaufe ich gern M-Budget-Artikel, bei den Nahrungsmitteln gehe ich eher nach dem Genuss und wähle Sélection-Produkte oder «I Nostrani del Ticino», wie die regionalen Spezialitäten bei uns im Tessin heissen. l Aufgezeichnet von Lukas Hadorn.
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Sparsam ins neue Jahr Ums Thema Sparen kommt im Januar niemand herum. Die einen sparen beim Haushaltsbudget, andere bei den Kalorien. Wir empfehlen: Sparen Sie Strom. Damit hilft man nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt. Und mit unseren Tipps ist Stromsparen garantiert kinderleicht. Text: Lukas Hadorn Illustration: Lisa Schweizer
1. Ausschalten Die einfachsten Dinge fallen uns oft besonders schwer. Aber kaum eine Massnahme bringt so viel wie das konsequente Ausschalten von Licht beim Verlassen von Räumen und von elektronischen Geräten bei Nichtgebrauch. Das gilt für Computer und Fernseher wie für die Kaffeemaschine. Auch im Stand-by-Modus verbrauchen diese Geräte Strom. Wer es sich einfach machen möchte, kauft schaltbare Mehrfachsteckdosen, mit denen auf Knopfdruck alle angehängten Geräte vom Strom getrennt werden können.
2. Auf Labels achten Elektronische Geräte sind in der Regel mit einer Energie-Etikette versehen. Die Skala reicht vom grünen A, das besonders energieeffiziente Geräte kennzeichnet, bis zum roten G, das Stromfressern anhaftet. Kaufen Sie möglichst stromsparende Geräte der obersten Kategorie. 38
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Die Website www.topten.ch hilft beim Kaufentscheid: Sie listet die zehn energieeffizientesten Modelle für unterschiedlichste Geräte auf, von Rasenmäherrobotern über Geschirrspüler bis hin zu Computermonitoren.
3. Beim Papier sparen Korrespondieren Sie mit ihrer Bank, mit ihrem Telekom-Anbieter oder mit der Versicherung per E-Mail. Bestellen Sie unnötige Buchungsbestätigungen, Kontoauszüge, Kataloge und Newsletter ab, anstatt sie täglich vom Briefkasten in den Papierkorb zu transferieren. Und werfen Sie Papier, auch offene Couverts oder gelesene Briefe nicht einfach weg. Sie eignen sich als Notizpapier, für Einkaufslisten oder als Malpapier für Kinder.
4. Holz verwenden Das macht ökologisch durchaus Sinn, vorausgesetzt, das Holz stammt aus umwelt- sowie sozialverträglicher Waldbewirtschaftung. Dafür steht das FSCLabel. Achten Sie wann immer möglich darauf, ob beim Kauf von Holzmöbeln oder von Bleistiften.
5. Mit LED beleuchten Brannten in einer durchschnittlichen 4-Zimmer-Wohnung 1998 noch 14 Lampen, waren es 2008 schon 23. Umso wichtiger, dass es energiesparende Lichtquellen sind, am besten Leuchtdioden – kurz: LED. Diese Lampen leben nicht nur viel länger als Glühbirnen (rund 20 000 statt 1000 Stunden), sie brauchen auch weniger Strom, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen (10 statt 60 Watt). Bei allen Lampen gilt der Grundsatz: Immer Energieeffizienzklasse A verwenden!
Strom sparen
6. Kalt waschen
8. Abfall recyceln
10. Gehen Sie zu Fuss
Dank leistungsfähigen Waschmitteln wird ein Grossteil der Wäsche heute auch mit 20 oder 30 Grad warmem – oder besser: kaltem – Wasser sauber. Für leicht verschmutzte Wäsche reicht zudem das Sparprogramm. Zum Trocknen besser an die Leine als in den Tumbler. Und wenns beim Trocknen mal schnell gehen muss, den Tumbler nur gut gefüllt laufen lassen.
Trennen Sie Papier, Glas, Metall, Bioabfall und Plastik vom restlichen Müll, und entsorgen Sie alles fachgerecht. Machen Sie sich die Mühe auch bei komplizierten Dingen wie alten Laptops, Handys oder Akkus. Sie enthalten oft giftige Stoffe, die fachgerecht entsorgt werden müssen, aber auch wertvolle Rohstoffe, die gesammelt und wiederverwertet werden können.
Oder mit dem Velo. Schliesslich kommt die Energie nicht nur aus der Steckdose oder von der Zapfsäule, sondern auch aus unserem Körper. Wer auf Körperkraft statt Strom setzt, tut nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch der Umwelt einen Gefallen. l
7. Sparsam kochen In der Küche lässt sich mit besonders wenig Aufwand besonders viel Energie einsparen. Etwa indem man nur so viel Wasser erhitzt, wie man tatsächlich benötigt – und das am besten in einem Wasserkocher, nicht auf dem Herd. Setzt man eine Pfanne auf ebendiesen, gehört wenn möglich ein Deckel drauf. Und sogar der Backofen lässt sich umweltfreundlich betreiben. Dort gilt die Regel: Mit Umluft spart man Zeit und Strom.
9. Kein Wasser verschwenden Hat Ihre Toilette eine Spar- oder Spülstopp-Taste? Benutzen Sie sie. Auch mit Durchlaufbegrenzern, die man zwischen Duscharmatur und Brauseschlauch einsetzen kann, lassen sich bis zu fünfzig Prozent Wasser und Energie einsparen. Und ganz allgemein gilt der Grundsatz: Dusche statt Vollbad.
Auch die Migros spart 10% weniger Strom Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M hat sich die Migros zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch zwischen 2010 und 2020 um zehn Prozent zu senken. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, setzt sie bei Anlagen, Gebäuden und Fahrzeugen wenn möglich auf energieeffiziente und klimafreundliche Technologien, etwa auf Glastüren an Kühlregalen oder LED-Leuchten in den Filialen.
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Inspirationen
Denkfutter Es gibt keinen besseren Monat für frische Ideen, tiefgründige Gedanken und neue Denkanstösse als den Januar. Noch liegt das neue Jahr unverbraucht und verheissungsvoll vor uns und will mit kreativer Energie ausgefüllt werden.
Lassen wir uns inspirieren! Wir haben uns mit sechs spannenden Menschen unterhalten, die in unterschiedlichen Lebensund Arbeitswelten zu Hause sind und entsprechend einzigartige Perspektiven aufs Leben einnehmen. Auf den folgenden Seiten haben wir Gedanken und Anekdoten, aber auch konkrete Tipps und Vorschläge dieser Personen zusammengefasst. Vielleicht dient Ihnen das eine oder andere als Inspiration fürs neue Jahr. Auf jeden Fall sind die Standpunkte eine Erinnerung daran, wie vielfältig und überraschend das Leben ist, wenn man es aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet. Protokolle: Lukas Hadorn Fotos: Jos Schmid
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" Kunst ist
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nur subjektiv erfahrbar
... ”
sagt Alena Nawrotzki, die im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich den Auftrag hat, Kunst zu vermitteln. Im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen hilft sie einem breiten Publikum, Kunst zu verstehen und zu erleben.
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s gibt keine objektive Antwort auf die Frage, was ein Kunstwerk bedeuten soll. Kunst bedeutet für jeden Menschen etwas anderes, rational wie emotional. Natürlich gibt es Künstler, die zu ihrem Werk auch gleich eine Erklärung mitliefern. Aber selbst diese Wahrheit ist nur eingeschränkt gültig. Indem er es ausstellt, gibt uns der Künstler sein Werk. Dann ist es an uns, etwas darunter zu verstehen. Viele Menschen haben grosse Hemmungen, sie trauen es sich nicht zu, eine Meinung zu haben. Lustig eigentlich, denn in anderen Bereichen der Kultur – etwa in der Musik oder in der Literatur – fällt uns das viel leichter. Da sagt noch schnell jemand: Diese Autorin finde ich genial. Oder: Mit klassischer Musik kann man mich jagen. Vor der Kunst haben wir viel mehr Respekt. Manchmal vielleicht sogar zu viel. Hier kommt meine Arbeit ins Spiel. Ich vermittle Selbstvertrauen. Ich erweitere die Kunst, indem ich Hintergründe und Zusammenhänge aufzeige und damit Möglichkeiten schaffe, einen subjektiven Zugang zu finden. Lange vermittelte sich Kunst augenscheinlich von selbst. In der Malerei etwa beschränkte man sich auf Porträts, Landschaften, Stillleben und Ähnliches. Inzwischen ist Kunst mehr Idee, mehr Konzept. Sie ist abstrakt und kompliziert geworden. Aber auch spannend! Kunstwerke sind wie Rätsel, denen man mit Vermutungen und Indizien auf den Grund gehen kann – und in denen man immer eine Wahrheit findet.
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Tipp: Wenn ich ein Museum besuche, gehe ich immer zuerst ganz durch, bevor ich an jene Orte zurückgehe, die mir positiv oder negativ aufgefallen sind. Dort schaue ich dann ganz genau hin. Nach spätestens einer Stunde reichts mir meistens. Dann muss ich raus.
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Inspirationen
a
bereit sein, zurück auf Feld eins zu gehen und wieder von vorne anzufangen
...
... ”
sagt Hans Peter Beck, Physikdozent an der Uni Bern, Physiker am Cern und seit siebzehn Jahren mitprägend beim Atlas-Experiment, in dessen Rahmen 3000 Physiker in fast vierzig Ländern dem Ursprung der Materie auf den Grund gehen.
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ormal. Was ist schon normal? Ich erinnere mich an eine junge Frau, die zu uns kam. Eine vierfache Mutter. Sie schaute mich eines Abends, als ich ihr Zimmer betrat, traurig an und sagte: «Ich habe in meinem Leben nichts Aussergewöhnliches erreicht.» Ich fragte sie, ob denn ihre vier Kinder nichts Aussergewöhnliches seien? Daran habe sie gar nicht gedacht, entgegnete die Frau. Für sie sei das ganz normal. An diese Begegnung denke ich immer wieder. Sie erinnert mich daran, dass das, was für uns selbstverständlich – oder eben: normal – ist, von aussen betrachtet ganz anders aussieht. Ich ziehe daraus die Konsequenz, den Moment zu geniessen. Das, was ich jetzt gerade
© François Wavre (Porträt Hans Peter Beck)
" Man muss stets
ls Physiker muss man Fakten akzeptieren können. Auch wir beginnen oft mit einer Idee, mit einem kreativen oder gar philosophischen Moment, das wir dann mit mathematischen Modellen und Experimenten objektiv untersuchen. Dies mit der Überzeugung, dass nur das Wissen, das sich objektiv in Modell und Experiment erhärtet hat, für immer gilt. Es kann aber sein, dass sich eine Theorie als unvernünftig herausstellt und man sie aufgeben muss. Das kann sehr mühsam und schmerzlich sein. Aber nur diese Brüche bringen uns vorwärts. Wer eine Niederlage akzeptiert und einen Neuanfang wagt, kann enorm viel kreative Energie freisetzen. Das gilt nicht nur für Individuen, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Ich glaube, dass wir unsere Grundlagen immer wieder infrage stellen müssen, weil wir sonst stagnieren und untergehen. Das ist schon den Römern passiert. Sie waren ein Volk von Ingenieuren und Kriegstreibern, aber sie vernachlässigten die Wissenschaft und die Forschung. Sie glaubten, alles zu wissen und alle Antworten zu kennen. Eine fatale Fehleinschätzung. Wie man auf neue Ideen kommt und den zündenden Funken der Inspiration springen lässt, ist individuell unterschiedlich. Bei mir entsteht Kreativität im Wechselspiel zwischen Druck und Freiraum. Es braucht beides. Um den Druck braucht man sich meist nicht zu kümmern, die Freiräume hingegen muss man sich schaffen. Mir persönlich gelingt dies auf einer Bergtour, auf dem Motorrad oder auf der Skipiste.
" Es braucht
" Es ist
auch Leute,die
nicht
hinstehen und
normal,
sich für gewisse
dass ich mit 42
normen stark
noch
machen
lebe
...
... ”
sagt Andrea Ott, Leiterin im Lighthouse in Zürich. Als Kompetenzzentrum für Palliative Care bietet es unheilbar kranken und sterbenden Menschen ein letztes Zuhause.
habe. Meine Familie. Meine Gesundheit. Mein Mittagessen unter freiem Himmel. Die Arbeit mit dem Tod hat mich noch lebenshungriger gemacht. Ich schiebe die Dinge weniger auf die lange Bank und versuche, meine Pläne sofort umzusetzen. Denn nachher weiss man es immer besser. Nach dem Unfall. Nach der Diagnose. Ich glaube, die Kunst des Lebens liegt darin, den Wert jedes einzelnen Moments zu erkennen. Aus schwierigen Momenten zu lernen und die schönen Momente zu geniessen.
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Verhaltens-
Tipp: «Inkognito» von David Eagleman. Wer darin liest, versteht, wie wenig wir eigentlich von all dem verstehen, was wir tagtäglich tun. Das finde ich faszinierend.
...
... ”
sagt Barbara Bleisch, Philosophin und Moderatorin der Sendung «Sternstunde Philosophie» bei Schweizer Radio und Fernsehen.
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s wird ja im Moment viel über die Moral in der Gesellschaft diskutiert. Wir seien moralinsauer geworden, heisst es. Ständig empört. Auch ich finde, dass wir es bisweilen etwas übertreiben mit der Einschränkung der individuellen Freiheit. Jemanden dafür zu bestrafen, dass er seinen Abfall liegen lässt, halte ich für übertrieben. Aber es ist auch billig, Moral einfach uncool zu finden. Man schiebt die Verantwortung dann lieber an Fachleute oder Institutionen ab und verlangt von ihnen moralische Direktiven. So stiehlt man sich aus der individuellen Verantwortung. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es immer schwieriger wird, als Privatperson Unrecht überhaupt zu durchschauen und etwas gegen die globalen moralischen Probleme zu tun. Dass nach wie vor so viele Menschen Hunger leiden oder immer mehr Menschen auf der Flucht sind, sind derart komplexe Probleme, dass sie für uns rein auf der Sachebene fast nicht mehr zu verstehen sind.Und aus der individuellen Perspektive
scheinen sie erst noch unlösbar. Dann reagieren viele mit moralischer Apathie. Das ist verständlich, aber gefährlich. Wir müssen wieder lernen, uns nicht nur als moralische, sondern auch als politische Subjekte zu verstehen, die gemeinsam etwas verändern können. Denn die grossen moralischen Probleme unserer Zeit können wir nur gemeinsam angehen. Gerade in der Schweiz haben wir die Möglichkeit, auf den Lauf der Dinge Einfluss zu nehmen.Wir sollten diese Chance nutzen.
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Tipp: www.bigthink.com – Eine Website mit zukunftsweisenden Ideen, schrägen Thesen und visionären Menschen – sehr inspirierend!
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Tipp: «Yalom’s Cure» – Ein ruhiger, weitsichtiger Dokumentarfilm über das Leben des amerikanischen Psychiaters Irvin David Yalom, den ich im Rahmen meiner Arbeit treffen durfte.
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Inspirationen
"
Ich halte
nichts von Vorsätzen. Das Leben kann man nicht aufstellen und wieder abräumen wie einen Christbaum
...
... ”
sagt David Bosshart, Geschäftsführer des Gottlieb Duttweiler Instituts GDI. Als Vordenker des renommierten Thinktanks und Bestsellerautor ist er weltweit als Referent und Speaker zu den Trends und Gegentrends in Wirtschaft und Gesellschaft gefragt.
i
ch glaube, dass es im Leben um Kontinuität geht. Und darum, Leidenschaft zu entwickeln in allem, was man tut. Wer ohne Leidenschaft durchs Leben geht, wartet nur aufs Wochenende oder auf die Pensionierung – und das kanns ja nicht sein. Um diese Leidenschaft zu entfachen und auch zu bewahren, muss man seine persönlichen Bezugspunkte kennenlernen, auf die man sich dann immer wieder besinnen kann. Das können andere Menschen sein, Reisen in ferne Länder oder Aus44
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flüge in die Natur. Mir persönlich bringt der Austausch mit anderen Menschen enorm viel. Besonders mit Menschen, die anders ticken als ich.Wenn man sich nur mit Gleichdenkenden austauscht, verblödet man irgendwann in der Harmonie. Man darf es sich nicht zu bequem machen. Bequemlichkeit ist nicht zukunftsträchtig. In einer Welt, in der sich alles rasant verändert, schon gar nicht.
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Tipp: «Eine kurze Geschichte der Menschheit» von Yuval Noah Harari. Ein Buch voller Anregungen, über den Menschen, über seine Intelligenz und seine Dummheit nachzudenken.
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Tipp: Löschen. Wir leben in Echtzeit, alles scheint wichtig und unmittelbar. Da ist es notwendig, dass wir gewisse Dinge einfach ausblenden. Ich lösche zum Beispiel sehr freizügig E-Mails. Im Wissen dass das, was wirklich wichtig ist, schon den Weg zu mir findet.
" Denkt der Mensch mit dem Kopf oder mit dem Herzen?
i
n der traditionellen chinesischen Medizin gibt es keine Trennung zwischen Körper und Geist. Sie betrachtet den Menschen ganzheitlich. Im Zentrum steht das «Shen». Das lässt sich am ehesten mit unserem zentralen Nervensystem vergleichen. Es ist für jene Teile unseres Körpers zuständig, die wir nicht aktiv kontrollieren können, etwa den Kreislauf oder den Stoffwechsel. Das Shen wohnt im Herzen, weshalb die Frage, mit welchem Organ wir denken, alles andere als einfach zu beantworten ist. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass wir auf das Shen einwirken können, und zwar über das «Yi», die Vorstellungskraft. Ich kann mich etwa satt fühlen, nur weil ich mir vorstelle, mich satt zu essen. Mit imaginärem Muskeltraining lassen sich Muskeln aufbauen. Im Westen haben immer noch viele Menschen Mühe mit dieser Vorstellung. Sie sind zwar überzeugt, dass unsere körperliche Verfassung Einfluss auf die Psyche hat. Aber sie tun sich schwer mit dem Gedanken, dass es umgekehrt genauso sein könnte. Als ich vor 25 Jahren nach Europa kam, musste ich viele Dinge neu lernen. Nicht nur die Sprache, auch die westliche Logik. Hier denken die Menschen viel strukturierter, viel linearer. A, b, c. Erstens, zweitens, drittens. Zum Glück habe ich Informatik studiert, dadurch habe ich auch im Alltag vieles besser verstanden. Es ist eine zielgerichtete Herangehensweise, die viele Vorteile hat. Man ist schneller, effizienter. Aber das strukturierte Denken macht das Leben nicht nur einfacher, sondern auch ärmer. Der Mensch ist keine Maschine, die man mit Instruktionen füttert. Vielmehr erreichen wir immer wieder Momente im Leben, in denen wir alle Strukturen vergessen und nur mit dem Herzen denken sollten.
Für uns Chinesen ist diese Frage nicht einfach zu beantworten
...
... ”
sagt Jumin Chen, Meister und Lehrer für medizinisches Qigong, Tai-Chi und Yiquan. Aufgewachsen im Nordosten Chinas, lebt und arbeitet Chen seit 1990 in Europa. In Luzern betreibt er eine Akademie für Bewegung, Meditation und Therapie.
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Tipp: Machen Sie zehn bis fünfzehn Minuten täglich nichts. Egal, wo sie gerade sind. Schliessen Sie die Augen, und entspannen Sie. Am Anfang wird Sie das «Shen» mit Gedanken und Bildern überhäufen, aber bald schon kehrt es sich nach innen und erfüllt Sie mit Ruhe. Vivai 1/15
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Auf Fischtour nahe Inishbofin.
Aughnanure Castle stammt aus dem 13. Jahrhundert.
N
icht zehn, nicht zwanzig, nicht dreissig, nein vierzig Grüntöne gäbe es in Irland zu bewundern, heisst es in einem alten Volkslied. Wer auf dem Diamond Hill an der irischen Westküste steht und auf die Hochmoore des Connemara-Nationalparks hinunterschaut, beginnt den Reimen der irischen Barden zu glauben. In satten Farben leuchten die Moore aus den Tälern. Dahinter wirft sich der Atlantik unermüdlich gegen die schroffe Küste. Die weissen Connemara-Ponys, die wild über die Matten ziehen, wirken wie Pixelfehler auf einer kitschigen Landschaftsmalerei. Einst gehörten die Moorlandschaften am äussersten Rand Europas den Schlossherren des Kylemore Castle. Heute geben sich die Benediktiner-Nonnen, die das Schloss seit 1920 bewohnen, mit einem pingelig gepflegten Garten vor den Toren ihrer Abtei zufrieden. Das viktorianische Kleinod wirkt wie ein perfekt organisiertes Kräuterbeet inmitten einer wilden Steppe. Das Schild beim Eingangstor, das die Besucher auf den «vorübergehend schlechten Zustand des Rasens» aufmerksam macht, kann kaum ernst gemeint sein. Die raue Schönheit der irischen Atlantikküste und das Gefühl der Einsamkeit, das einen hier beschleichen kann, ziehen viele Menschen fast magisch an. Leo Hallissey, der in Dublin aufwuchs, ist dieser Magie vor langer Zeit verfallen. Er sitzt am Torffeuer, das den Lesesaal des altehrwürdigen Renvyle House Hotel mit seinem unverwechselbaren Duft erfüllt. «Bog» nennen die Iren den getrockneten Torf, den sie in den Mooren stechen und zum Einfeuern brauchen. «‹Tóg e bog›,
Von magischer Anziehungskraft Farbige Moorlandschaften, schroffe Küsten und viktorianische Klostergärten – der Westen Irlands und seine Schönheit inspiriert nicht nur Dichter.
Text und Fotos: Samuel Schumacher
Blick vom Diamond Hill auf die Hochmoore des Connemara-Nationalparks.
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Fischer vor der Insel Inishbofin.
Gehsteige aus Holz führen übers Sumpfmoor.
Aufstieg auf den Croagh Patrick. Statue des heiligen Patrick.
Malerisch: Kylemore Abbey.
nimms gelassen, lautet ein irisches Sprichwort», erklärt Leo. «Das sollten wir uns in diesen gehetzten Zeiten wieder häufiger vornehmen.» Seit vierzig Jahren lebt der pensionierte Historiker schon in der Gegend. «Nirgendwo ist Irland so urtümlich wie hier. Connemara ist für mich pure Inspiration», sagt er. Dass die Leute in Dublin über ihn lachen, wenn er von der einfachen Lebensweise schwärmt und von den alten Geistergeschichten erzählt, störe ihn nicht. Die meisten Geisterstorys glaube er nämlich. «In Connemara spukt es überall. Sogar hier im Renvyle House Hotel.» Ethelred Blake – der Sohn von Carolina Blake, die das Hotel 1883 eröffnete – soll in den Gängen des Hauses umherirren. Und auch der Geist des irischen Dichters William Butler Yeats, der einst seine Flitterwochen im Renvyle House Hotel verbrachte, wurde hier schon gesichtet. Keith, der Hotel-Barista, glaubt das alles nicht. «Keine Sorge», ruft er uns am späten Abend durch die Live-Musik und das Geplauder der Gäste hindurch über den Bartresen zu. «Geister gibts in Renvyle keine. Alles, was wir hier haben, ist fantastisches Essen, wilde Landschaften und Guinness, das beste Bier der Welt!» Tim O’Sullivan, der Küchenchef des Renvyle House Hotel, bezieht seine Zutaten ausschliesslich von lokalen Produzenten. Simon Kennedy ist einer davon. Seit 37 Jahren züchtet er in der malerischen Killary-Bucht Schalentiere. Miesmuscheln und ein paar wenige
Austern wachsen an den Seilen, die er hier gespannt hat. «Seit 37 Jahren komme ich fast jeden Tag hierher. Die Ruhe in der Bucht bedeutet mir viel», erzählt Simon und packt die geernteten Muscheln in kleine Tüten ab. Muscheln ernten, das wäre nichts für John Brittain. Der Fischer mag es rasanter. Mit seinem Motorboot fährt er jeden Tag vom Hafen des Dorfes Cleggan zu den kleinen Inseln vor der irischen Küste hinaus und sucht mit einem Sonargerät nach Thunfischen und Makrelen. Beisst einmal zwei Minuten nichts an, packt er seine Ruten ein und rast weiter durch die wilden Gewässer. Als er uns mit unserem Fang (fünf Doraden und zwei Makrelen) nach drei Stunden auf der Insel Inishbofin ablädt, sind wir froh über die Ruhe entlang der hellen Sandstrände, für die das kleine Eiland berühmt ist. Von Inishbofin aus sieht man den pyramidenförmigen Croagh Patrick auf dem irischen Festland in die Höhe ragen. Die Iren nennen den 764 Meter hohen Berg, auf dem der Nationalheilige Saint Patrick vierzig Tage lang gefastet haben soll, auch «the reek», den Gestank. Manche glauben, der Name stamme aus dem Jahr 1847, als die Braunfäule die gesamte Kartoffelernte zerstörte. Damals verhungerte fast eine Million Iren. Ein riesiges Bronze-Monument am Fuss des Croagh Patrick erinnert an die Hungersnot. Die Unfruchtbarkeit des Bodens, der die Landschaft ihre wilde Unberührtheit verdankt, bedeutete einst den Hungertod für viele Inselbewohner. Doch das ist lange her. Heute frönt man dem Genuss.
Blick von Croagh Patrick aus.
Hotel mit Tradition: Das Renvyle House.
In freier Natur: Connemara-Ponys.
Fischerstädtchen Clifden. Frisch Gefischtes kommt im Renvyle House Hotel auf den Tisch. Im Klostergarten.
Auf einen Blick: Irlands Westen bereisen
© Illustration: Anton Fluri
Anreise: Irlands Westen lässt sich am besten per Mietauto erkunden. Täglich fliegen verschiedene Airlines von der Schweiz nach Dublin. Die Autofahrt nach Renvyle dauert ca. vier Stunden. Im Sommer gibts Charterflüge von Zürich direkt in die westirische Stadt Shannon. Von dort nach Renvyle: etwa zwei Autostunden. Aktivitäten: Outdoor-Liebhaber können die wilde Landschaft auf den wenigen markierten Wanderrouten erkunden. Hochmoor-Wanderungen im Connemara-Nationalpark. www.connemaranationalpark.ie • Aufstieg auf den heiligen Berg Croagh Patrick. www.croagh-patrick.com • Velo- und E-Bike-Touren entlang der Küste. www.bikeelectric.ie • Benediktiner-Kloster Kylemore Abbey. www.kylemoreabbeytourism.ie • Sandstrandspaziergänge auf der Insel Inishbofin (tägliche Fährverbindungen ab Cleggan). www.inishbofin.com • Fischen auf dem Hotelsee (www.renvyle. com) oder vor der irischen Küste (www.seafishingireland.net) • Einkaufsbummel und Pub-Besuch in der malerischen Kleinstadt Clifden. www.visitconnemara.com • Umfassende Informationen zu Irland: www.ireland.com
Übernachten Renvyle House Hotel in Renvyle, Connemara: Das typische Landhotel liegt direkt an der Atlantikküste, ist in Familienbesitz und wurde 1883 eröffnet. Eher einfach eingerichtete Zimmer, gemütliche Kaminfeuer-Lobby, preisgekrönte Küche mit irischen Naturprodukten. Geheizter Aussenpool, Tennisplätze, Crocket-Rasen, weitläufiger Park, 9-Loch-Golfplatz, Bootsverleih. DZ im Sommer 2015 ab 140 Euro. www.renvyle.com Anbieter: Imbach, Wanderreise «Irlands Westen» Der Luzerner Wanderreisen-Spezialist Imbach bietet 2015 zwei geführte Reisen mit Unterkunft im Renvyle House Hotel an. Anreise: Direktflug mit Helvetic Airways nach Shannon. In einer kleinen Gruppe werden Wanderungen im Nationalpark, auf Inishbofin und auf kaum begangenen Pfaden unternommen. Die Gäste profitieren von den Geheimtipps der Reiseleiterinnen und der langjährigen Partnerschaft von Imbach mit dem Renvyle House Hotel. Reisedaten: 13. bis 20. Juni und 18. bis 25. Juli 2015. Mehr Infos im neuen ImbachKatalog oder auf www.imbach.ch. Katalogbestellung über 041 418 00 00 oder per E-Mail an info@imbach.ch.
Gesichtsmassage
Fitness fürs Gesicht Das ist doch einmal ein natürlicher Trend: Statt sich mit Botox künstlich zu verjüngen, setzt man neuerdings auf Massagen und Gesichtsgymnastik, um frischer und straffer auszusehen. Wie man die Gesichtsmuskeln effektiv aktiviert. Text: Petra Koci
ollywood ist der Hotspot für Botox. Doch jetzt setzt man auf eine natürliche Methode. Die Schauspielerinnen Uma Thurman und Penélope Cruz geniessen sie regelmässig in New York oder Paris. Die Japanerin Hisako Tanaka macht es auf der Internetplattform Youtube vor. Und auch für die Kosmetikerin Angelika Eicher in Zürich gehört sie zur kosmetischen Behandlung dazu: Die Gesichtsmassage für entspanntere Gesichtszüge und eine frische Ausstrahlung. Gesichtsmassagen kennt man bereits in der Antike. Auch im Yoga gibt es spezielle Übungen für das Training der Gesichtsmuskeln. Die natürliche und sanfte Methode für einen glatteren und strafferen Ausdruck liegt aber neuerdings als Alternative zu Spritze und Skalpell wieder voll im Trend. «Mit der Massage aktivieren wir Millionen von Zellen im Gewebe – in der Epidermis, dem Bindegewebe, der Fettschicht und in den darunterliegenden Muskeln. Denn wenn man sich um etwas kümmert und es pflegt und trainiert, wird es lebendiger und fängt an zu strahlen», erklärt Angelika Eicher. Dies gilt für die Muskeln im ganzen Körper, die man mit Sport und Gymnastik fit hält. Beim 50
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Tipps und Tricks Entspannt und gepflegt Die Feuchtigkeitskompresse
Bei der Massage schleusen wir auch Feuchtigkeit in die Epidermis. Dafür eignen sich hoch konzentrierte Produkte wie Seren, Ampullen oder Feuchtigkeitslotionen. Angenehm ist eine Kompresse: Dazu Lotion oder Ampulle mit Wasser mischen, die Kompresse tränken und einige Minuten aufs Gesicht legen. Ganz wichtig: Nach der Feuchtigkeitsbehandlung gleich die Tages- oder Nachtcreme auftragen, denn die Creme versiegelt die Feuchtigkeit in der Haut. Anwendungen
Neue Kosmetik-Fachschule Zürich von Angelika Eicher: www.neue-kosmetik-fachschule.ch, Telefon 043 288 58 57. Die Filme der Japanerin Hisako Tanaka, in denen sie verschiedene Massagetechniken zeigt, findet man auf ww.youtube.com. Das Buch «Japanese Skincare Revolution» von Chizu Saeki ist nur auf Englisch erhältlich: www.exlibris.ch
Joggen genauso wie im Kraftraum oder beim Grimassenschneiden. Ebenso gilt dies für die Haut, die wir mit Massagen pflegen. Ob man sich Fremd- oder Selbstmassagen gönnt, spielt dabei keine so grosse Rolle. Das Bindegewebe wird reaktiviert
In unserem Gesicht werden Bindegewebe und Fettschicht im Laufe der Zeit dünner, die Züge verlieren an Elastizität und an Spannkraft, die Haut ist weniger prall. Vor allem zu viel Sonne beschleunigt diesen Vorgang zusätzlich. Im Bindegewebe entstehen die Falten. Die Massage setzt hier in doppelter Weise an: Durch die Bewegungen werden das Bindegewebe reaktiviert und die Muskulatur stimuliert, sie geben den Gesichtszügen einen neuen, frischen Tonus. Gleichzeitig werden (mittels Cremen und Seren) Feuchtigkeit und Wirkstoffe von aussen in die oberste Hautschicht, die Epidermis, eingeschleust. Das ist wichtig, denn die Epidermis hat keine Blutgefässe, die sie mit Wasser versorgen können. Deshalb muss sie äusserlich befeuchtet werden. Wichtig ist: Die Bewegungen sollen immer nach aussen und nach oben ausgeführt werden. Nie nach unten – dies geschieht mit zunehmendem
© Corbis
h
„Mit der
Massage werden die Zellen im Gewebe aktiviert.„
Gesichtsmassage
Ein paar Handgriffe Fünf Minuten effiziente Handarbeit. Einfach, effektiv und mit gängigen Pflegeprodukten – das Morgenritual für zu Hause: Am besten werden die Massagegriffe 1 bis 3 im Liegen ausgeführt, damit die Schwerkraft nicht wirkt.
Alter aufgrund der Schwerkraft von allein. Gesichtsmassagen werden heute unter verschiedenen Begriffen und Namen angeboten: «Facial Harmony» oder «kosmetische Akupressur» etwa. «Tanaka’s Anti-Aging Massage» nennt die japanische Make-up-Artistin Hisako Tanaka ihre Anwendung. In New York wiederum bietet Star-Kosmetikerin Joanna Czech ihre «Lifting Contour Massage» an. Etwas Besonderes hat die Pariser Epidermologin Joëlle Ciocco im Programm: Sie greift ihrer Kundin in den Mund und massiert sich dann unter der Haut hoch Richtung Augen. Klingt gewöhnungsbedürftig – und ist es wohl auch.
1. Slapping: Mit allen Fingerspitzen die Wangenhaut vom Kiefer in Richtung Schläfen klatschend nach oben schwingen.
3. Gegen hängende Gesichtskonturen:
Die Hände auf die Wangen legen und die Gesichtshaut leicht von unten nach oben schieben.
4. Regelmässig zwischendurch – etwa beim Autofahren oder wenn niemand zusieht: Mit dem Mund die Buchstaben a, e, i, o, u formen. Oder einfach Grimassen schneiden.
2. Trainiert den Ringmuskel ums
Auge, sodass die Lider nicht hängen: Zeigefinger auf Mittelpunkt der Brauen legen und diese leicht hinaufziehen. Gleichzeitig den Daumen unterhalb der Augenmitte auflegen und leicht nach unten ziehen. Nun die Augen mehrmals schliessen.
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Die Grundlage jeder Gesichtsmassage ist ähnlich. Es geht darum, mit einfachen Handgriffen die Durchblutung, die Zellaktivität und den Lymphfluss anzuregen sowie die Muskeln zu bearbeiten. In ihrem Zürcher Kosmetikinstitut zieht Angelika Eicher jeweils auch Dekolleté, Oberarme, Nacken und Schulterbereich mit ein. Sie arbeitet sich vom Oberkörper aus aufwärts. Stimuliert dann mit kreisenden Bewegungen und Ausstreichungen die Ringmuskeln um Mund und Augen. Beim sogenannten Slapping klatscht sie die Haut dem Kiefer entlang nach oben. Gegen Ende legt sie ihre Hände auf und lässt diese sanft vibrieren. Das ganze Gesicht wird von Wärme überzogen. Eine Massage wirkt harmonisierend und neutralisierend. «Nach zwanzig Minuten ist man so entspannt, als hätte man acht Stunden geschlafen», sagt Kosmetikerin Eicher. «Diesen starken Effekt hat man nur, wenn man massiert wird, nur so kann man loslassen.» Wunderbar, wenn man sich ab und zu eine professionelle Behandlung gönnen kann. Genauso empfehlenswert sind Gesichtsmassagen und -gymnastik in Eigenregie. Mit wenig Aufwand kann sich jeder etwas Gutes tun. Jeden Tag drei bis fünf Minuten Zeit nehmen, rät Angelika Eicher, dann könne man mit ein paar Handgriffen strahlender und entspannter aussehen. l
© Illustrationen: LULU*/designersfamily.com
Fast wie ein Schönheitsschlaf
Müde, müde, müde, müde, müde...
Eisenmangel Frauen aufgepasst! Lustlos, keine Energie? Die Mehrheit erschöpfter Frauen im Menstruationsalter leidet an einem Eisenmangel bei einem normalen Hämoglobin, sagt Dr. Beat Schaub, Facharzt für Innere Medizin. Das muss nicht sein! Leere Batterien Eine junge Frau (32) sagt: «Es ist mir alles zu viel, meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen.Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?»
Eisenspeicher auffüllen Ein patientenorientiertes Forschungszentrum in Binningen bei Basel hat herausgefunden, dass die aufgezählten Symptome in den meisten Fällen durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden. Der Körper verliert Eisen, wenn er Blut verliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn hauptsächlich Frauen im Menstruationsalter an einem Eisenmangel leiden. Sie bluten in ihrem Leben zusammengezählt über fünf Jahre lang. Der Eisenspeicher des Körpers ist oft schon wenige Jahre nach der ersten Regelblutung leer. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom bei Frauen im Menstruationsalter kann in wenigen
Wochen erfolgreich behandelt werden, indem der Eisenspeicher wieder aufgefüllt wird. Anschliessend empfiehlt sich das erneute Absinken des Ferritinspiegels durch ein gut verträgliches, flüssiges Eisen-Präparat aus der Apotheke, Drogerie oder Reformhaus zu verhindern. So gelingt es, Frauen, die schon immer dem «schwachen Geschlecht» zugeordnet wurden, «lebendig» zu machen. Am besten konsultieren Sie Ihren Arzt oder eines der spezialisierten ärztlichen Eisenzentren. www.eisenzentrum.net
WWW.FLORADIX.CH
Durch die Natur gleiten Klassisch oder Skating, Nordic Cruising oder Backcountry – der Langlaufsport bietet fßr jeden etwas. Text: Petra Koci
Langlauf
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ls Kinder waren wir fasziniert vom Lausbub Michel von Lönneberga, der sich durch das in Watte gepackte Winterwunderland Südschwedens gekämpft hat. Heute fiebern wir mit Olympiasieger Dario Cologna oder den Biathlon-Schwestern Selina, Elisa und Aita Gasparin mit, wenn sie über die Wettkampfloipen spurten. Spitzenathleten wie sie haben dem Langlaufsport ein frisches Gesicht gegeben und viel Aufschwung gebracht. Auf den Loipen treffen sich heute Jung und Alt, Anfänger, Ambitionierte. Sportivere Techniken wie das Skating oder auch die Suche nach Aktivitäten im Einklang mit der Natur und der Trend zur Nachhaltigkeit haben ebenfalls zur Beliebtheit des Breitensports beigetragen. «Beim Langlauf fasziniert wohl genau diese Kombination aus Natur, Winter, Bewegung, Anstrengung und Konzentration auf sich selbst. Man bewegt den Körper, kommt ins Schwitzen und geniesst gleichzeitig ein tolles Naturerlebnis: Das Dahingleiten im Schnee, die glitzernde Wintersonne, die kalte, klare Luft. Auch die Stille – man hört nur das Knistern vom Schnee unter dem eigenen Ski. Dabei kommt man leicht in den sogenannten Flow, wo Raum und Zeit verschwimmen und man so etwas wie einen Glücksmoment empfindet», so formuliert es Theresa Schwarz, Sportwissenschaftlerin und ehemalige Athletin im LanglaufNationalkader Deutschlands.
© GettyImages
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Den Marketingfachmann Matthias Leber haben in erster Linie der Rummel auf den Skipisten und die langen Wartezeiten am Skilift zum Langlaufen gebracht: «Mit den Kindern fahren wir zwar weiterhin Ski alpin. Als Ausgleich gehe ich aber regelmässig auf die Loipe. Gern auch bei schlechterem Wetter, wenn wenig Leute unterwegs sind. Dann kann ich in der Ruhe und in der Landschaft auftanken. Gleichzeitig trainiere ich meine Kondi-
tion und bin ganz auf meine eigene Muskelkraft angewiesen.» Das Langlaufen ist primär ein HerzKreislauf-Training, aber mit einem hohen Kraft- und Ausdauer-Anteil. Daneben werden auch koordinative Fähigkeiten wie Gleichgewichtsfähigkeit und Rhythmisierungsfähigkeit geschult. Dies bestätigt Theresa Schwarz, die bei Medbase Zürich als Leistungsdiagnostikerin arbeitet: «80 bis 85 Prozent der Körpermuskulatur kommen zum Einsatz, von den Zehen bis zu den Fingern. Die Oberschenkelmuskulatur sowie Schultergürtel- und Armstreckmuskulatur sind die am meisten beanspruchten Muskelgruppen. Durch diese grosse Muskelaktivität haben wir einen hohen Energieverbrauch. Es ist also eine recht effektive Bewegungsform, allerdings aber viel gelenkschonender als beispielsweise Joggen.»
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Die Intensität des Trainings auf den schmalen Latten kann jeder gut selbst variieren. Die Bandbreite reicht vom technisch-dynamischen, anforderungsreichen Sport bis hin zum ruhigen, meditativen Gleiten. Vor allem mit der Technik steuert man die Intensität der Bewegung: Der klassische Stil auf gespurten Loipen ähnelt unserem Laufrhythmus. Es ist ein ruhiges Gehen mit einer Gleitphase auf dem Ski im Gleichtakt. Was leicht aussieht, muss man sich aber mit Rhythmus, guter Balance und Technik erarbeiten. Beim Skating werden die Ski seitlich nach aussen gestellt und so angefahren. Der Bewegungsablauf erinnert ans Schlittschuhlaufen. Skating gilt als dynamisches Fitnessprogramm. Zum klassischen Stil und zum Skating gesellen sich moderne Varianten wie Nordic Cruising – neudeutsch für Skiwandern –, das an den Erfolg von Nordic Walking anknüpft, und Backcountry, das Querfeldeinwandern abseits der Loipe. Für jede Langlauftechnik wird ein entsprechender Ski angeboten, obwohl auch Universalskis für Allrounder Vivai 1/15
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Langlauf
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Tipps Traumhafte Loipen Bei insgesamt 5500 Loipenkilometern in der Schweiz fällt die Auswahl schwer. Hier drei Ideen:
erhältlich sind. Und die ideale Bekleidung für diesen Sport, bei dem man schnell ins Schwitzen kommt, während die Temperaturen ins Minus fallen? «Wichtig ist, dass die Nässe vom Körper wegtransportiert wird und der Körper so trocken wie möglich bleibt», meint Nicole Bürgler. Die Produktmanagerin bei SportXX empfiehlt das Zwiebelprinzip: Direkt auf der Haut am besten funktionelle Unterwäsche. Darüber ein wärmendes Funktionslangarmshirt. Und je nach Temperatur eine winddichte und wetterfeste Jacke oder Softshell-Jacke: «Nicht zu vergessen eine gute Mütze, weil viel Wärme über den Kopf verloren geht. Ab zehn Grad Minus hilft zudem ein Tuch über Nase und Mund.» Und da der Langlaufsport vor allem in höheren Lagen betrieben wird, ergänzt Medbase-Sportwissenschaftlerin Theresa Schwarz: «Wer nach Herzfrequenz trainiert, sollte beachten, dass der Puls höher ist als im Flachland. Aus diesem Grund rate ich allen Hobby-Langläufern, sich langsam zu steigern und gut auf den Körper zu hören.» l 56
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Von Kopf bis Fuss Bestens ausgerüstet 1. Unisex-Lang-
laufschuh, Fischer RC3, Fr. 229.–. 2. Langlaufshirt für Damen, Odlo, Fr. 119.–. 3. Softshell-Jacke für Herren, Odlo, Fr. 139.–. 4. Unisex Handschuhe, Odlo Nordic Sports, Fr. 59.90. 5. Skating-Langlaufski, SCS Skate, Fischer, Fr. 348.– (ohne Bindung).
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Die Produkte sind in ausgewählten SportXX-Filialen und via www.sportxx.ch erhältlich.
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• Die Südliche: Auf der Südseite des Lukmanierpasses, im oberen Bleniotal, liegt der Ort Campra auf einer Hochmoorebene. Abwechslungsreiche Loipen für jedes Niveau führen über Lichtungen entlang des Flüsschens Brenno und schlängeln sich durch verschneite Erlen- und Nadelwälder. Auf der schwarzen Loipe ist allerdings eine gute Technik gefragt. Infos: www.campra.ch • Die Nordische : Die Hügel der Freiberge im Jura erinnern ein wenig an die Landschaften nördlich des Polarkreises. Die Loipen auf dem Hochplateau mit ihren Buckeln voller Tannenbäume verbinden Ortschaften wie Saignelégier mit Le Noirmont oder Mont-Soleil. Und entlang der Loipen lädt so manche charmante Auberge zum gemütlichen Einkehren ein. Infos: www.juratourisme.ch, www.skidefond.ch
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Für Schüler: Der Dario Cologna
Fun Parcours, eine Langlauflektion mit abschliessendem Sprint, tourt im Winter durch die ganze Schweiz. Infos: www.swiss-ski.ch (Kategorie Breitensport/Langlauf) Weitere Infos und Loipenberichte: www.langlauf.ch
© RSF / G.Didelot
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Die jurassischen Freiberge sind bei Langläufern aufgrund ihres nordischen Flairs beliebt.
• Die Weite: Das offene Tal des Oberengadins mit 230 Loipenkilometern ist der Klassiker. Zur bekannten Marathonstrecke gibt es viele Nebenloipen. Über die zugefrorenen Seen? Von malerischen Dörfchen zum mondänen Wintersportort? Auf der Höhen- oder Gletscherloipe? Jeder Abschnitt hat seine Faszination. Die weiten Flächen sind zudem ideal für Skater, gerade auch für Einsteiger. Infos: www.engadin.stmoritz.ch
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Pflanzliches Arzneimittel bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Atemwege. • Mit 5 Wirkpflanzen • Löst zähen Schleim • Lässt die verstopfte Nase abschwellen
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Finden Sie das Lösungswort Das ist Ihr Gewinn: 2 Übernachtungen für 2 Personen im Deluxe-Doppelzimmer des Landhotels Golf & Salzano SPA in Interlaken im Wert von 1000 Franken (einlösbar in der Zwischensaison, SO bis DO). Frühstück, Nachmittags-Snack und 4-Gang-GourmetMenü, freier SPA-Zutritt sowie eine Körperpackung und Massage nach Wahl sind inbegriffen. Ideal für eine entspannte Auszeit unter Freundinnen. www.golf-landhotel.ch
So sind Sie dabei Telefon: Wählen Sie die Nummer 0901 560 001
(Fr. 1.– / Anruf ab Festnetz), und sprechen Sie das Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Adresse aufs Band. SMS: Senden Sie Folgendes an die Nummer 920 (Fr. 1.– / SMS): VIVAI D, Ihr Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Adresse.
Postkarte (A-Post): Verlag Vivai, Kreuzworträtsel 1/15, Postfach, 8074 Zürich Teilnahmeschluss: 16. Februar 2015 Lösungswort der letzten Ausgabe: Leichtigkeit Gewonnen hat: Doris Stutz, Othmarsingen
Die Gewinnerin / der Gewinner wird unter sämtlichen korrekten Einsendungen aller Sprachausgaben von Vivai ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Gewinne, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos. Mitarbeitende des Migros-GenossenschaftsBundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auflösung und den Namen des Gewinners finden Sie im Vivai 2/15.
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Abonnieren Sie Vivai kostenlos auf www.migros.ch/vivai oder per E-Mail an abo.vivai@migrosmedien.ch und Tel. 0800 180 180.
Man kann es allen recht machen. Auch dem Gaumen.
Ein Teil von
Rhein-Kreuzfahrten nach Holland mit der luxuriösen MS Edelweissbbbbk
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Raba bis Fr. 10tt* 00.– *Abhäng ig vo Saison, W n Auslastung, echselku rs
Basel–Bonn–Rotterdam–Amsterdam–Basel 9 Tage ab Fr. 790.– (Rabatt Fr. 1000.– bereits abgezogen, Mitteldeck)
Tag Destination 1. Basel 2. Strasbourg 3. 4. 5.
Bonn Dordrecht– Rotterdam Amsterdam
6.
Düsseldorf
7.
Rüdesheim
8.
Plittersdorf–Kehl
Programm/Ausflug
Individuelle Anreise. Einschiffung ab 15.00 Uhr. Um 16.00 Uhr heisst es «Leinen los». Am Vormittag Stadtrundfahrt.* Besichtigung vieler Sehenswürdigkeiten wie gotisches Münster. Am Mittag Weiterfahrt nach Bonn. Passage des «Romantischen Rheins» mit Loreley. Stadtrundfahrt* in Bonn. Ausflug* zu den Windmühlen von Kinderdijk (UNESCO Weltkulturerbe). Am Nachmittag Stadt-/Hafenrundfahrt* in Rotterdam. Am Abend Weiterfahrt Richtung Amsterdam. Vormittags Besuch des Keukenhofs* (21.03. bis 08.05.) oder Stadtrundfahrt und Besuch Insel Marken* (25.02. bis 13.03. / 16.05. bis 23.10.). Grachtenfahrt* am Nachmittag. Schöne Schifffahrt nach Düsseldorf am Vormittag. Während einer Rundfahrt* am Nachmittag erhalten Sie einen Eindruck von der interessanten Messe- und Modemetropole. Am Vormittag nochmals Schifffahrt entlang dem «Romantischen Rhein». Am Nachmittag Fahrt mit dem Winzerexpress* durch die Weinberge direkt ins Zentrum. Ausflug nach Baden-Baden.* Rundgang durch die Bäder- und Kunststadt mit ihrer mediterranen Atmosphäre. Rückfahrt durch den Schwarzwald. Letzte Etappe in Richtung Basel. Ausschiffung und individuelle Heimreise.
9. Basel * im Ausflugspaket (9 Ausflüge Fr. 290.–) enthalten, vorab buchbar | Programmänderungen vorbehalten Reederei/Partnerfirma: Scylla AG
2-Bettkabine Mitteldeck und Oberdeck mit franz. Balkon
MS Edelweissbbbbk 2013 gebautes Schiff der Scylla-Flotte für 180 Gäste. Alle Kabinen verfügen über Dusche/WC, Föhn, Minibar, Safe, TV, Radio und Klimaanlage. Auf MD/OD mit französischem Balkon, auf Hauptdeck mit nicht zu öffnenden Fenstern. Bordausstattung: Restaurant Jungfrau mit Oberlichtfenstern für Gäste des HD/ MD, Restaurant Matterhorn mit Panoramafenstern für Gäste auf dem Oberdeck. Möglichkeit zum Lightlunch im Panorama-Salon/Bar. Bordausstattung: Lidobar, Boutique, Sonnendeck mit kleinem Pool, Lift zwischen HD und OD. Gratis WLAN. Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck ist erlaubt).
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• Loreley, Romantischer Rhein • Leises Schiff mit neuester Technik • Bequem ab/bis Basel Abreisedaten 2015 Es het solangs het Rabatt Frühlings- und Tulpenfahrten 25.02. 1000 21.03.• 700 14.04.• 400 08.05.• 200 05.03. 900 29.03.• 600 22.04.• 300 13.03. 800 06.04.• 500 30.04.• 200 • nur noch wenige Kabinen verfügbar Sommer- und Herbstfahrten 16.05. 200 03.07. 200 20.08. 24.05. 200 11.07. 200 28.08. 01.06. 200 19.07. 200 05.09. 09.06. 200 27.07. 200 13.09. 17.06. 200 04.08. 200 21.09. 25.06. 200 12.08. 200 29.09.
200 200 200 200 200 200
07.10. 300 15.10. 400 23.10. 500
Preise pro Person in Fr. (vor Rabattabzug) 2-Bettkabine Hauptdeck hinten 2-Bettkabine Hauptdeck 2-Bettkabine Mitteldeck französischer Balkon 2-Bettkabine Oberdeck französischer Balkon
1290 1390 1790 2090
Inkl.Vollpension, Details/Zuschläge im Internet oder Flyer verlangen.
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Rathausstrasse 5, 8570 Weinfelden, Tel. 071 626 55 00, info@thurgautravel.ch
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