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Vivai 2014 6 de

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Das Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin der

06/2014

Die Energie richtig einsetzen: Wie Bienen erfolgreich überwintern Weshalb Trampolinspringen gesund ist für Körper und Geist Das volle Programm: Wie man schöner älter wird

Macht warm ums Herz:

Heimat Auf dem Gipfel der Gefühle


Eine reife Leistung der Natur.

Ein Teil von


Die Experten im Heft PD Dr. David Fäh

ist Ernährungsphysiologe. Der Forscher und Dozent am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich berät Vivai bei Fragen rund ums Thema Ernährung.

Christina Daeniker

ist Spezialistin Ernährung und Gesundheit beim Migros-Genossenschafts-Bund. Sie verfügt über ein breites Fachwissen und Erfahrung mit Kundenanfragen. Sie berät uns bei Ernährungstexten, die mit Migros-Produkten in Zusammenhang stehen.

Titelfoto: Walter Pfeiffer © Roland Tännler, Joschi Herczeg, Marion Nitsch, Shutterstock

Marianne Botta Diener

ist diplomierte Lebensmittelingenieurin und Fachlehrerin ETH. In dieser Ausgabe schreibt die Mutter von acht Kindern über zeitsparendes Einkaufen und Kochen.

Atlant Bieri

versteht es als Umweltwissenschaftler perfekt, komplexe Sachverhalte aus der Biologie in verständliche Worte zu fassen. Unter anderem hat er sich für diese Ausgabe mit dem Thema Winterbienen befasst.

Liebe Leserin,lieber Leser Keine atemberaubende Landschaft, nur weites grünes Land. Keine grossartige Architektur, nur ein flächenfressendes Möbelhaus. Auch kein grosser Denker kommt von hier. Nur ich – und die anderen, die auf der Dorfstrasse die Knie aufschlugen, Lianen in dem kleinen Wald am Hang rauchten und in der nach Bohnerwachs riechenden Primarschule sassen, um dialektfrei Hochdeutsch zu lernen. Heimat – dieses Wort verwende ich nur für einen Ort. Heimatgefühle hege ich hingegen für so einige(s). Einmal überkamen sie mich auf einem Flughafen in der Karibik. Zwei Wochen lang quälte mich ein Darminfekt. Keine Medizin verschaffte Linderung. Erst als ich das Flugzeug mit dem weissen Kreuz auf dem Heck betrat, fühlte ich mich auf sicherem Boden und somit gerettet. Eine Überdosis Sentimentalität kann heilsam sein. Und als ich kürzlich einen Text von Martin Walser über den Bodensee las, kamen mir die Tränen, dabei stamme ich gar nicht von dort. Das, was mich an Walsers Bodensee-Liebe so berührte, war die Vertrautheit mit etwas, was immer schon da war und scheinbar immer sein wird. Heimat ist eine wollige Strickjacke, die wärmen oder kratzen kann. Und manchmal wünscht man sich eben ein aufregendes Kleid. Dann gehts hinaus in die Welt. Häufig stelle ich dabei fest: Je weiter weg ich bin, desto grösser wird mein Heimatbegriff. Bin ich in Amerika, empfinde ich Europa als Heimat, und wäre ich auf dem Mars, würde ich wohl seufzend auf die Erde blicken und die Marsbewohner um ein Teleskop bitten, um nach dem orangen M Ausschau zu halten. Viel Freude mit Vivai!

Chefredaktorin Bisher nannte ich die Minitrampoline Hüpfburgen für Erwachsene. Jetzt weiss ich, dass sie ein effektives Trainingsgerät für zu Hause sind. Mehr dazu ab Seite 44. Vivai 6/14

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Fischgenuss ohne Nachgeschmack.

Ein Teil von


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12 Heimat – einem populären Begriff auf der Spur 14 Der Schriftsteller Alex Capus über den Wert von Heimat im Kontext der Globalisierung 20 Aus der Region. Für die Region. Warum Produkte aus der Nähe so beliebt sind 22 Angesiedelt, abgewandert ausgestorben – Infografik zur Artenvielfalt in der Schweiz 24 Heimat auf dem Teller: Warum saisonale und regionale Ernährung gesund ist

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26 Bienen – Garanten der Biodiversität im Sommer und clevere Überlebenskünstler im Winter 40 Gesund, auch wenns schnell gehen muss: Tipps zum zeitsparenden Einkaufen, Kochen und Essen 44 Trampolinspringen – das gelenkschonende und effektive Ganzkörpertraining fürs Wohnzimmer 48 Anti-Aging – von der Kunst, in Würde älter zu werden, ohne tatenlos dabei zuzusehen

© Das grosse Brot (Fotografie hinter Plexiglas, 130 × 97 cm, 2010), National Geographic Creative, Getty Images

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9 11 34 38 42 56 58 I MPRESSUM

Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Verlagsleiter: Rolf Hauser Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktorin: Susanna Heim Stellvertreterin: Christine Kunovits Koordination: Dagmar Madelung Text/Produktion: Lukas Hadorn, Sylvie Castagné (F), Alda Viviani (I) Art Direction: Dora Siegenthaler Bildredaktion: Cornelia Thalmann Bildbearbeitung: Reto Mainetti Korrektorat: Patrizia Villiger

Das freut uns Das gefällt uns Wer kauft hier ein? Kultprodukt Leicht & gesund Vivai-Wettbewerb Kolumne

Adresse Redaktion und Verlag: Vivai, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich vivai@migrosmedien.ch www.migros.ch/vivai Druck: Vogt-Schild Druck AG, CH-4552 Derendingen Papier: Holzfrei, FSC-Mix Zur CO ²-Kompensation wird ein FSC-Projekt in Brasilien unterstützt. ISSN: 1663-716X Gesamtauflage Vivai: 250 000 Exemplare D: 173 000, F: 60 000, I: 17 000

Bestellen Sie Vivai kostenlos: abo.vivai@migrosmedien.ch oder Tel. 0800 180 180 Vivai 6/14

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Die Natur macht uns den Hof.

Ein Teil von


Fünf Jahre Vivai

So haben wir Geburtstag gefeiert Fünf Jahre Vivai Der Höhepunkt unseres

Jubiläumsprogramms, das Verlag und Redaktion unseres Magazins in den letzten Wochen und Monaten auf Trab hielt, war der ausverkaufte Event «Vital mit Vivai», zu dem wir rund achtzig Leserinnen und Leser im Hotel Blume in Baden begrüssen durften. Neben einem reichhaltigen Brunch kamen unsere Gäste in den Genuss spannender und lehrreicher Vorträge der VivaiExperten Dr. David Fäh, Marianne Botta Diener und Petra Orzech. Ähnliche Events sollen auch im kommenden Jahr stattfinden.

Vivai-Chefredaktorin Susanna Heim (l.) stellt dem Publikum die Referenten Petra Orzech (M.) und Dr. David Fäh (r.) vor.

Und das sind die Gewinner unseres Jubiläumswettbewerbs: Monika Klingler, Aeschlen (Intercity-Card) Philipp Bosshard, Möhlin (E-Bike) Rosemarie Liechti, Riehen

© Aurelia Schmid, Lukas Hadorn, Martin Hemmi

(Wellness-Weekend) Pier Luigi Ballabio, Chiasso (Multimedia-Set) Verena Wasem, Murten (Romantik-Wochenende) Annemarie Schnider, Walterswil (Blattkritik) Eva Kunz, Davos-Wolfgang (Vivai-Lunch) Ulrich Schweizer, Oberdorf (Ernährungscoaching) Bernardo Schneeberger, Melano (Wunschthema) Dominique Georges, Attalens (Einkaufsanalyse)

Gespannt lauschen die Gäste den Ausführungen der Experten, die anschliessend mit Fragen regelrecht überhäuft wurden.

Auch die Mitarbeiter von Redaktion und Verlag packten mit an, so bei der Vorbereitung der Verteilaktion unserer Jubiläumsausgabe.

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Müde, müde, müde, müde, müde...

Eisenmangel Frauen aufgepasst! Lustlos, keine Energie? Die Mehrheit erschöpfter Frauen im Menstruationsalter leidet an einem Eisenmangel bei einem normalen Hämoglobin, sagt Dr. Beat Schaub, Facharzt für Innere Medizin. Das muss nicht sein! Leere Batterien Eine junge Frau (32) sagt: «Es ist mir alles zu viel, meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen.Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?»

Eisenspeicher auffüllen Ein patientenorientiertes Forschungszentrum in Binningen bei Basel hat herausgefunden, dass die aufgezählten Symptome in den meisten Fällen durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden. Der Körper verliert Eisen, wenn er Blut verliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn hauptsächlich Frauen im Menstruationsalter an einem Eisenmangel leiden. Sie bluten in ihrem Leben zusammengezählt über fünf Jahre lang. Der Eisenspeicher des Körpers ist oft schon wenige Jahre nach der ersten Regelblutung leer. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom bei Frauen im Menstruationsalter kann in wenigen

Wochen erfolgreich behandelt werden, indem der Eisenspeicher wieder aufgefüllt wird. Anschliessend empfiehlt sich das erneute Absinken des Ferritinspiegels durch ein gut verträgliches, flüssiges Eisen-Präparat aus der Apotheke, Drogerie oder Reformhaus zu verhindern. So gelingt es, Frauen, die schon immer dem «schwachen Geschlecht» zugeordnet wurden, «lebendig» zu machen. Am besten konsultieren Sie Ihren Arzt oder eines der spezialisierten ärztlichen Eisenzentren. www.eisenzentrum.net

WWW.FLORADIX.CH


Schnelle Hilfe für Flutopfer

Schwere Regenfälle sorgten im Frühling für Not auf dem Balkan. Länder wie Serbien und Bosnien-Herzegowina erlebten die schwersten Überschwemmungen seit mehr als hundert Jahren. Im Zwischenbericht zur unmittelbaren Katastrophenhilfe danach zieht das Schweizerische Rote Kreuz nun Bilanz. Mehr als 13 000 Personen konnten mit diversem Nothilfematerial versorgt werden, rund 8000 Menschen erhielten Unterstützung bei der Reinigung, Desinfektion und Trockenlegung ihrer Häuser. Das Unterstützungsprojekt, zu dem auch die Migros einen Betrag von 500 000 Franken beigesteuert hat, dauert noch bis Ende Juli 2015.

t nich er) ne n d i e t ( l i e B i e ko m h is r N o c l i n g . W W i n te . h F r ü h d e n e i t e 26 c dur : ab S n me

Palmöl ist in der industriellen Produktion ein begehrter und vielseitig einsetzbarer Rohstoff. Die weltweite Nachfrage wächst stetig. Im Vergleich zu anderen Ölpflanzen ist die Ölpalme ertragsreicher und benötigt weniger Anbaufläche. Die Kehrseite: Für den Anbau von Ölpalmen werden oft Regenwälder gerodet, Torfmoore zerstört und die Rechte der einheimischen Bevölkerung missachtet. Die Migros setzt sich seit mehr als zehn Jahren für faire Bedingungen und nachhaltigen Palmölanbau ein. Im Rahmen von Generation M hat sie versprochen, bis Ende 2015 in ihren Lebensmittelprodukten nur noch Palmöl zu verwenden, das nach den Richtlinien des Roundtable on Sustainable Palm Oil zertifiziert ist. Per Mitte 2014 hat die M-Industrie bereits 82 Prozent ihres Gesamtverbrauchs im Lebensmittelbereich als physisch nachhaltiges Palmöl bezogen.

© iStockphoto, Eberhard J. Schorr, Monika Flückiger

Ei, ei, ei, wo bisch dehei?

Sie möchten wissen, wie bio Ihr BioEi ist? Auf welchem Hof die Legehennen scharren, wer ihre Besitzer sind, und wie ihr Zuhause aussieht? Dann machen Sie den Test! Jedes in der Migros verkaufte Schweizer Ei ist dank eines aufgedruckten Codes bis zum Hühnerstall rückverfolgbar. Die Codes finden sich auf sämtlichen Schweizer Eiern. Einzig auf gekochten, gefärbten Eiern sind sie aus technischen Gründen nicht sichtbar, obwohl auch bei diesen Eiern die Rückverfolgbarkeit bis zum Produzenten gewährleistet ist. Link zum Code-Tool und weitere interessante Infos rund ums Thema: www.migros.ch/eier

Noch nachhaltiger

Die geben uns aufs Dach

Honigbienen sind die wichtigsten Bestäuber von Obst- und Beerenkulturen sowie von Wildpflanzen in der Schweiz. Damit sind sie für die heimische Biodiversität unerlässlich. In dieser Ausgabe erklärt unser Mann fürs Biologische, Autor Atlant Bieri, wie Bienen den Winter meistern. Auch das Engagement der Migros in diesem Bereich wird beleuchtet, auf ein Detail wollen wir aber schon an dieser Stelle eingehen: Wussten Sie, dass auf diversen Migros-Dächern der Schweiz Bienenvölker leben? Etwa auf dem Einkaufszentrum Marin Centre im Kanton Neuenburg oder auf dem MParc La Praille mitten in Genf? Auch auf dem Flachdach der Betriebszentrale der Migros Ostschweiz leben zwölf Bienenvölker. Eine als Imkerin ausgebildete Mitarbeiterin erntet jährlich rund hundert Kilo Honig, der im Personalladen verkauft wird. Vivai 6/14

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Zeit zum Entspannen Kraft schöpfen, Energie tanken und für kurze Zeit dem Alltag entfliehen. Lassen Sie sich in einem unserer Hotels in Arosa, Davos oder Grindelwald verwöhnen und geniessen Sie Entspannung mit bestem Ausblick.

AroSA Anreise Sonntag–Freitag

DAvoS 5 Nächte: Anreise Sonntag – Freitag 7 Nächte: Anreise Freitag, Samstag, Sonntag

GrINDELwALD Anreise Sonntag, Montag

Inbegriffene Leistungen 3 Übernachtungen im DZ/EZ Komfort 5-Gang-Wahlmenu am Abend Ski- oder Wanderpass Arosa-Lenzerheide Skischule für Kinder bis Jahrgang 1997 1 Wellness-Treatment nach Wahl à 50 und 25 Min. 1 Whirlwanne à 25 Min.

Inbegriffene Leistungen 5 bzw.7 Übernachtungen im DZ Komfort 5-Gang-Wahlmenu am Abend Benützung der Wellness-Oase mit Hallenbad, Blockhaussauna, Dampfbad, Römisch-Irische Therme und Fitness-Center

Inbegriffene Leistungen 4 Übernachtungen im DZ/EZ Economy 5-Gang-Wahlmenu am Abend Benützung der Wellness-Oase mit Hallenbad, Blockhaussauna, Dampfbad, Römisch-Irische Therme und FitnessCenter 1x Ganzkörpermassage à 50 Min. 1x Gesichtsmassage à 25 Min. 1x Körperpeeling oder Seifenbürstenmassage à 15 Min. 1x Nachtkerzenölpackung à 25 Min

Preise | pro Person/Aufenthalt

Preise | pro Person/Aufenthalt

Preise | pro Person/Aufenthalt

5 oder 7 Nächte

3 Nächte 04.01. – 23.01.2015 08.03. – 06.04.2015

CHF 798.–

23.01. – 08.03.2015

CHF 918.–

04.01. – 31.01.2015 5 Nächte CHF 890.– 07.03. – 06.04.2015 7 Nächte CHF 1ʼ246.–

Buchung | Tel. +41 (0)61 925 70 70 reservation@sunstar.ch www.sunstar.ch

4 Nächte 04.01. – 08.02.2015 05.03. – 05.04.2015

CHF 828.–

08.02. – 05.03.2015

CHF 928.–

05.04. – 30.04.2015

CHF 668.–


Diese Videos machen schlau

Dass das Internet für viele Menschen eher einer Bedrohung als einer Bereicherung ihres Lebens gleicht, darf in Zeiten von Suchalgorithmen, Identitätsdiebstahl und Big Data nicht verwundern. Da lohnt es sich, immer mal wieder über die hellen Ecken des World Wide Web zu berichten. Über die «TED Talks» zum Beispiel. Die in kurze Videos von knapp zwanzig Minuten Länge zusammengefassten Expertenvorträge machen auf unterhaltsame Weise komplexe Sachverhalte verständlich, von Architektur über Psychologie bis Raketenwissenschaft. Zu den Favoriten unserer Redaktion gehört der Vortrag des Neurowissenschaftlers Russell Foster zum Thema Schlaf. «Ein 90-jähriger Mensch hat in seinem Leben 32 Jahre schlafend zugebracht», sagt er zu Beginn augenzwinkernd. «Was sagt uns das? Irgendwas daran scheint wichtig zu sein.»

Mehr als nur Nahrung

Eine japanische Architektin, die in ihrem Schrebergarten an der Limmat ein Miniatur-Reisfeld angelegt hat. Der Maler, der auf dem Friedhof nach Goldröhrlingen fahndet. Eine ehemalige Miss-Kandidatin, die heute sechs Mahlzeiten pro Tag zu sich nimmt. Die Menschen, welche die Fotografin Vera Markus im Buch «So isst Zürich» vereint, könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Essen ist ihr verbindendes Element. Denn jeder Mensch muss essen. Aber jeder tut es auf andere, auf

© James Duncan Davidson, Vera Markus, FONA Verlag AG, Raphael Perret

www.ted.com Die Videos sind gratis, über 1500 Filme sind mit deutschen Untertiteln versehen.

Die mit dem gewissen Etwas

Die Adventszeit steht vor der Tür. Das bedeutet für uns: Blech einfetten, den Küchentisch mit Mehl bestäuben – und ran ans Guetzlen! Als erklärte Fans von Urdinkel, den alten, nicht mit modernem Weizen gekreuzten Dinkelsorten, kommt uns das Rezeptbuch «UrDinkel Guetzli» von Judith Gmür-Stalder gerade recht. Es beinhaltet viele Ideen für Kleingebäck und Guetzli, die mit diesem nährstoffreichen und bekömmlichen Mehl hergestellt werden können. «UrDinkel Guetzli», erschienen im Fona Verlag Lenzburg. Erhältlich unter www.urdinkel.ch.

seine Weise. Gemeinsam mit der Autorin Yvonne Eckert porträtiert Vera Markus insgesamt vierzehn Menschen, die in und um Zürich leben, aber genauso gut auch in Chur, Delémont oder Lugano anzutreffen sein könnten. Jede Person gibt Einblick in ihre Ernährung und damit in ihr Leben, ihre Vergangenheit und ihre Kultur. Ein spannendes, überraschendes Buch – nicht nur für Zürcherinnen und Zürcher. Das Buch «So isst Zürich» ist erschienen bei Edition 8. www.edition8.ch

Schrotthaufen mal anders

Einen ungewöhnlichen Ansatz, um auf das Thema Recycling aufmerksam zu machen, verfolgt der Schweizer Künstler Raphael Perret. Er fügt indischen Elektroschrott zu religiösen Ornamenten zusammen, sogenannten Yantras. Die im Hinduismus verbreiteten geometrischen Figuren werden in der Meditation verwendet, womit Perret wortlos einen sorgsameren Umgang mit Ressourcen propagiert. Die Arbeit «Recycling Yantra» wurde 2014 mit einem Werkbeitrag für digitale Kultur des MigrosKulturprozents unterstützt. Das «Recycling Yantra» von Raphael Perret ist vom 5. Dezember bis zum 25. Januar im Helmhaus Zürich ausgestellt.

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Heimat

HEIMAT. Je grösser uns die Welt erscheint, desto stärker sehnen wir uns nach ihr. Weil sich in der Heimat gewisse Dinge nie ändern. Weil sie uns das Gefühl gibt, Teil eines grossen Ganzen zu sein. Teil einer Gemeinschaft, deren Werte und Traditionen wir erkennen und verstehen. Diese moderne Art der Rückbesinnung auf die eigene Herkunft definiert sich nicht durch sondern durch die Wertschätzung des Vertrauten, des Bekannten, des Erlebten.

Die Bilder in diesem Dossier stammen von der mehrfach ausgezeichneten Berner Foto-, Video- und Performancekünstlerin Chantal Michel, die mit ihren Installationen in aussergewöhnlichen Räumen internationales Ansehen geniesst. Weitere Informationen unter www.chantalmichel.ch.

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© Die Töchter vom Aeschenried (Fotografie hinter Plexiglas, 130 × 97 cm, 2010), iStockphoto

die Abgrenzung von Fremdem,


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HEIMAT. Wo ist das? Dort, wo wir herkommen? Oder dort, wo wir am liebsten hingehen? Wir haben den Schriftsteller Alex Capus gebeten, seine Gedanken zu diesem scheinbar klar definierten, aber doch so schwer fassbaren Begriff in einem Essay zusammenzufassen.

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«Ganz ehrlich, ich vermisse eine kleine Migros um die Ecke und manchmal die langsame und ernsthafte Art der Schweizer.»

«Mir fehlen die indischen Feierlichkeiten. Das Diwali-Fest mit seinen Lichtern, die Farbschlacht am Holi-Fest oder unsere Hochzeiten. Indische Feste sind eine wunderbare Art, das Leben zu feiern.»

Thomas Eugster lebt seit über fünfzehn Jahren als Fotograf in Berlin.

Priya Pandey-Wig hat ihre Heimat Indien vor dreizehn Jahren verlassen. Sie lebte in New York, London und wohnt heute in der Nähe von Zürich.

Was ist Heimat? Der Ort, so könnte man sagen, an dem wir zu Hause sind. Und wo sind wir zu Hause? Dort, könnte man sagen, wo wir den grössten Teil unserer Lebenszeit verbringen. Aber wo verbringen wir unsere Lebenszeit? Frühmorgens erwachen wir in Betten aus einem schwedischen Möbelhaus. Tagsüber arbeiten wir an Computern aus China, Mexiko oder Irland. In unserer Freizeit sehen wir fern vor koreanischen TV-Geräten oder fahren in Autos deutscher, japanischer oder französischer Herkunft. Rund um die Uhr tragen wir kalifornische Smartphones und Baumwollkleider aus Indien am Leib. Und die Lebensmittel, die wir essen, wurden in riesigen Containern aus allen Ecken der Welt herbeigekarrt. Wo also ist Heimat in der weltumfassenden Warenwirtschaft? Wo immer wir uns aufhalten, sind wir Kunden von Starbucks, Hyundai und Microsoft – in Wettingen genauso wie in Acapulco oder Singapur. Macht uns das zu globalisierten Weltenbürgern? Sind wir überall zu Hause? Fühlt sich das Leben überall gleich an? Natürlich nicht. Ein Leben in Winterthur fühlt sich ganz anders an als ein Leben in Wladiwostok oder Nairobi, das kann man getrost behaupten. Die Landschaft ist anders, das Wasser ist anders, die Luft ist anders. Die Menschen essen andere Sachen und erzählen andere Geschichten, sie singen

«Weniger reden, dafür wirklich zuhören können, das ist eine Schweizer Eigenschaft, die man exportieren müsste.» Sebastian Alder lebt seit dem Sommer in der Nähe von Malmö in Schweden. Davor lebte er lange in Barcelona.

© Die Seifenblase (Fotografie hinter Plexiglas, 130 × 97 cm, 2010), iStockphoto

Heimat


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andere Lieder und sehen andere Bilder. Wir fühlen uns dort zu Hause, wo wir an der Farbe der Wolken erkennen, woher der Wind weht. Heimat ist da, wo wir die Lieder mitsingen können.Wo wir die Witze verstehen. Die Bilder erkennen. Und vor allem fühlen wir uns dort zu Hause, wo uns die Leute beim Namen kennen. Und wo jemand weiss, wie wir das Rührei am liebsten essen. Weil wir es stets so gegessen haben. Gerade im rauen Wind der Globalisierung wächst das Bedürfnis nach Heimat und kultureller Selbstvergewisserung. Mundartrock und Mundartliteratur boomen, jeder Stadtteil hat seinen Kunstmarkt und seine Trachtengruppe. Urbane junge Leute ziehen Tomaten auf Flachdächern und in Hinterhöfen, Mikro-Brauereien schiessen wie Pilze aus dem Boden. Jedes Dorf schreibt seine Dorfgeschichte, jede Familie recherchiert die Lebensläufe ihrer Ahnen. Das ist alles gut und schön, hat oft nostalgischen Charme und manchmal auch einen kleinen reaktionären Beigeschmack. Denn eines ist klar: Ein rückwärtsgewandter, an Gotthelf geschulter Heimatbegriff allein wird langfristig keine Zukunft haben, mit Kleinbrauereien und Trachtengruppen lässt sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Unser Leben und die Welt, in der wir uns bewegen, sind geprägt von der Weltwirtschaft. Und diese wird, solange sie durch viel zu billige Energie alimentiert wird, eine Ökonomie des globalen Konsums und Warenflusses bleiben.

«Schön, gäbe es hier den Schweizer ÖV, der mich pünktlich und stressfrei an die tägliche Arbeit bringen würde. Und auch die Effizienz und Zuverlässigkeit der Schweizer fehlt hier.» Der Schweizer Musiker Daniel Schwarz lebt seit acht Monaten in Los Angeles.

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Das ist vielleicht auch gut so. Denn zwei Dinge muss man der Globalisierung zugutehalten: Erstens wurden die Menschen aus der klaustrophobischen Enge bäuerlicher Dorfgemeinschaften befreit – dorthin möchte, Heimat hin oder her und Hand aufs Herz, keiner von uns Heutigen zurückkehren; wer das doch behauptet, weiss nicht, wovon er spricht. Und zweitens hat die Globalisierung einen materiellen Wohlstand über grosse Teile der Menschheit gebracht, den sich noch vor wenigen Jahrzehnten niemand hätte träumen lassen. Ich habe fünf Kinder und werde hoffentlich viele Enkel haben. In ihrem Namen bin ich froh, dass wir auch im Winter Früchte und Gemüse kaufen können, ich möchte mit ihnen nicht nur Hafergrütze essen, wie unsere Ahnen das taten. Auch finde ich es gut, dass uns der Weltmarkt mit allem technischen Krimskrams versorgt, der heute unverzichtbar scheint. Und ich bin nicht der Meinung, dass jedes Bergdorf seine Smartphones selber bauen muss. Noch nicht mal seine Milchpfandflaschen. Aber damit alles so komfortabel bleibt, bis meine Enkel erwachsen sind und ihrerseits Kinder grossziehen, wird sich doch einiges ändern müssen. Folgende einfachen Wahrheiten sind unbestreitbar und altbekannt, deswegen aber nicht weniger wahr: Wir sollten an den Rohstoffen dieser Welt nicht mehr diesen zügellosen Raubbau treiben, sonst wird das System mit mathematischer Notwendigkeit irgendwann kollabieren.

Und vor allem sollten wir zulassen, dass die Segnungen der globalen Warenwirtschaft möglichst allen Menschen zuteilwerden, nicht nur den Privilegierten – sonst fahren uns die Verdammten dieser Erde früher oder später an die Kehle. Ich denke, wir sollten allein schon aus egoistischer Schlauheit vom globalen Warenfluss ab sofort freiwillig etwas weniger in Anspruch nehmen, bevor wir auf diese oder jene Weise zum Verzicht gezwungen werden. Wir sollten uns mit unserem Reichtum mehr Qualität und weniger Quantität gönnen. Lieber nur zweimal die Woche Rindfleisch bester Qualität als täglich Poulet aus der Legebatterie. Und ein Handy pro Person reicht doch, braucht man wirklich drei? Und dann könnten wir auch einfach mal still sitzen, statt ständig in der Gegend rumzurennen. Wir könnten wieder mal beobachten, wie der Westwind die Cumulus-Wolken übers Mittelland treibt und hinter welchem Hügel zu welcher Jahreszeit die Sonne aufgeht. Oder wir könnten zum Allmend-Bauern hinaus laufen und sechs Eier kaufen. Und hernach rasch in die Kneipe gehen und sechs Geschichten anhören. Und eine zum Besten geben. Dann hätten wir auch wieder die Zeit und die Musse, Fertigkeiten zu erlernen, die uns und anderen Freude bereiten. Tomaten im Hinterhof ziehen zum Beispiel, oder Bier brauen. Um wieder zu spüren, wo wir zu Hause sind. Damit wir Heimat nicht nur als Abgrenzung vom Fremden empfinden. ●

«Bis heute fehlt mir in Paris die schweizerische Qualität im Service; diese Fähigkeit, dem Kunden Aufmerksamkeit zu schenken. Und mir fehlt die Natur meines Heimatkantons Wallis.» Die Modeberaterin und Bloggerin Jacqueline Sablayrolles-Pouget lebt seit über 25 Jahren mit ihrer Familie in Paris.

«Mir Mir fehlen höchstens der traditionelle Sonntagsbraten im Pub und die Energie der britischen Musikszene.» Andy Brownrigg zog 2010 in die Schweiz, seit drei Jahren ist der Engländer Hotelier im Berggasthaus Pirigen in Langwies GR.

© Junge mit Huhn (Fotografie hinter Plexiglas, 130 × 97 cm, 2010), iStockphoto

Heimat


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Heimat

HEIMAT. Schmeckt einfach am besten. Ob selbst gezogenes Gemüse oder Fleisch vom Dorfbauern — beim Essen wird unser Bedürfnis nach Regionalität sichtbar.

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ie Trendforscher des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) im zürcherischen Rüschlikon haben ausgelotet, wie wir morgen konsumieren werden. Dabei kamen die Experten Bettina Höchli, Mirjam Hauser und David Bosshart auf eine Kurzformel: «Global denken, regional handeln und lokal leben». Was bedeutet dies konkret für unser Essen? Eine Möglichkeit, regional zu handeln, ist die Nachfrage nach Produkten aus der Umgebung. Dadurch werden regionale Kreisläufe gestärkt. Zudem schonen kurze Lieferwege die Umwelt, die Produkte sind frischer, und die heimische Wirschaft wird gefördert. «Lokal zu konsumieren, bedeutet also ein Stück weit auch Konsumpatriotismus», hält das Institut fest. Stärkeres Heimatbewusstsein spielt dem Grossverteiler Migros in die Karten: Was 1999 mit einem lokalen Programm der Genossenschaft Luzern startete, ist

«Wir Japaner lieben Kirschblüten. Sehe ich in meiner Nachbarschaft, wie Kirschbaumäste abgesägt werden, schmerzt mich das fast so sehr, wie wenn mir mein eigener Arm abgenommen würde.» Mamiko Burkhard lebt seit fünf Jahren in Greifensee.

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heute landesweit ein Wachstumstreiber – das Programm «Aus der Region. Für die Region.» (AdR). Mittlerweile tragen über 8000 Produkte das AdR-Label. 2013 erzielte die Migros mit ihren regionalen Programmen einen Umsatz von 827 Millionen Franken, fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Neben dem AdR-Label – im Tessin läuft ein eigenes Programm unter dem Namen «I Nostrani del Ticino» – hat auch das Terra-Suisse-Gütesiegel starken regionalen Bezug. Es steht für naturnahe, tierfreundliche Schweizer Landwirtschaft. Produziert wird von über 11 000 Landwirten nach den Richtlinien der integrierten Produktion (IP) mit besonderem Augenmerk auf die Artenvielfalt. Ferner führt die Migros das Berg-Label «Heidi»; die Produkte werden mit Rohstoffen aus den Schweizer Berggebieten hergestellt. Stärker betonen will der Grossverteiler seine heimatlichen Wurzeln. Laut

«Mir fehlen unsere hawaiianischen Freunde, die Nähe des Ozeans und der tropische Regenwald.» Bill Harby tauschte 2010 Hawaii mit Neuchâtel, der Heimatstadt seiner Frau Marie-France.

Umfragen weiss nämlich nur noch gut ein Drittel der Kunden, dass die Migros viele Produkte selber produziert. Beispielsweise den Ice-Tea, der zwar 130 000 Fans auf Facebook hat, von dem aber viele Käufer nicht wissen, dass ihn die Migros auch selbst brüht. Wer was produziert, ist Konsumenten in Zukunft wichtiger. Dazu die Trendforscher des GDI: «Der Produzent steht für das Produkt, und er muss den Kunden einfach, verständlich und nachvollziehbar aufzeigen, was sie von ihm erhalten.» Je mehr Verarbeitungsschritte zwischen Hof und Tisch erfolgen, desto anspruchsvoller sei diese Aufgabe. Als weltweit einzige Detailhändlerin produziert die Migros einen grossen Teil ihres Sortiments – rund 10 000 Artikel – selber. Unter anderem geht über ein Viertel der Landwirtschaftsproduktion der Schweiz an die Betriebe der Migros-Industrie. Dort sind über 11 000 Mitarbeitende

«Bei offenem Fenster schlafen und den Duft der verschiedenen Jahreszeiten einatmen – das ist hier in Shanghai für mich nicht möglich.» Die Schweizerin Linda Borer lebt und arbeitet seit zwei Jahren in China.

© Das grosse Brot (Fotografie hinter Plexiglas, 130 × 97 cm, 2010), iStockphoto

Text: Bernhard Raos


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Heimat

beschäftigt, die 2013 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Franken erwirtschafteten – 6,3 Prozent mehr als 2012. Jährlich werden rund 200 Millionen Franken in Anlagen und Technologien investiert.

Was bedeutet das?

Urban-Farming-Anlage in Basel.

Urban Farming. Bereits konkret umgesetzt wurde solch städtisches Bauern auf dem 250 Quadratmeter grossen Dach des Lokdepots Dreispitz in Basel. Was ursprünglich als dreimonatiges Projekt geplant war, geht nun ins zweite Jahr. Auf der Basler Dachfarm werden zurzeit jährlich fünf Tonnen Gemüse und 800 Kilo Speisefisch produziert. In einem natürlichen Nährstoffkreislauf, und ohne Abfall zu verursachen: Das Wasser aus den Tanks mit den Buntbarschen zirkuliert durch das angrenzende Gewächshaus, wo Tomaten, Salate, Gemüse und Kräuter gedeihen. Dabei düngen die Ausscheidungen der Fische die Pflanzen, während diese im Gegenzug das in die Tanks zurückgepumpte Wasser reinigen. Verkauft werden die Produkte an nahe gelegene Restaurants und in der Migros-Filiale im Dreispitz. Das Miteinander von Detaillist und den Urban Farmer ist laut GDI zukunftsträchtig: «Der Handel wird so zum kreativen Kurator und schafft Transparenz.» ●

«Heimat sind Familie und Freunde, aber auch frische Luft, schneebedeckte Berge und bodenständige Beizen mit Stammtischen und Jassteppichen. Und natürlich das Moccajoghurt aus der Migros. Das lasse ich mir von den Besuchern aus der Schweiz mitbringen.» Thierry Juilland lebt und arbeitet seit dreieinhalb Jahren in Dubai.

Bevor ein Produkt das Label «Aus der Region. Für die Region.» erhält, sind hohe Anforderungen zu erfüllen: ● Produkte wie Milch, Gemüse oder Fleisch müssen zu 100 Prozent aus der definierten Beschaffungsregion der jeweiligen MigrosGenossenschaft stammen. ● Bei «zusammengesetzten» Produkten (zum Beispiel Früchtejoghurt, Wurst) müssen die landwirtschaftlichen Zutaten aus der entsprechenden Region stammen. Ist dies nicht möglich, muss dies mindestens beim Hauptbestandteil zu 100 Prozent und insgesamt bei 75 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten der Fall sein. Nur wenn die Zutaten nicht in ausreichender Menge und Qualität verfügbar sind, kann auf die ganze Schweiz und auf Importe ausgewichen werden. ● Bei allen Produkten muss die Wertschöpfung zu mindestens zwei Dritteln in der entsprechenden Region generiert werden. ● Landwirtschaftliche Zutaten müssen zu mehr als 90 Prozent von Betrieben bezogen werden, die mindestens eine der folgenden Vorgaben erfüllen: Registrierung für ökologischen Leistungsnachweis, Bio-Verordnung, Qualitätsmanagement Schweizer Fleisch. Gentechnisch veränderte Organismen und deren Folgeprodukte sind nicht zugelassen.

«Ich erinnere mich an einen Abend im Sommer, als ich nach einem Wochenende der Küste entlang nach Sevilla zurückfuhr. Aus der Ferne sah ich die Lichter der beleuchteten Giralda und hatte plötzlich ein sonderbares Gefühl im Magen. Es war das gleiche Gefühl, das sich früher einstellte, wenn ich nach längeren Reisen wieder nach Luzern heimkam und den See, die Berge und die Altstadt erblickte. In diesem Moment wusste ich, dass Sevilla meine zweite Heimat geworden war.» Christoph Gyger wohnt seit fünf Jahren in Sevilla.

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© Rafisee, iStockphoto

Neue Konzepte für neue Kunden Zum Heimattrend passt auch das Comeback der Quartierläden. Diese Prognose machen die Detailhandelsexperten der Beratungsfirma KPMG und des GDI in ihrer Studie «Wie wir in Zukunft Lebensmittel einkaufen». Was für den Laden um die Ecke spreche, sei der soziale Austausch im Quartier und die immer teurere Mobilität. Zudem sei ein Grosseinkauf einmal die Woche eher ein Auslaufmodell – die Leute würden spontaner und weniger nach Menüplan entscheiden. Die Migros reagiert auf die verschiedenen Kundenbedürfnisse mit angepassten Ladenkonzepten: Das Vollsortiment gibt es in den grossen, verkehrsgünstig gelegenen Migros-Zentren. In Quartieren und Dörfern bieten kleinere M-Märkte, M-Express, Migrolino und Voi-Läden ein reduziertes Sortiment. M-Express mit Schwerpunkt Convenience betreibt erst die Genossenschaft Zürich. Manchen Konsumenten genügt dies nicht, und sie werden, so die GDI-Experten, wieder selber zu Produzenten – zu sogenannten Prosumern. Tatsächlich werden in Gärten, auf Balkonen, Fenstersimsen und in Wohnungen vermehrt Kräuter, Gemüse und Beeren angepflanzt. Zwar gab es immer schon Stadtund Schrebergärten, neu sind Ideen wie

«Aus der Region» :


Š 2014 The Coca-Cola Company. Coca-Cola, the Contour Bottle and the Dynamic Ribbon Device are registered trademarks of The Coca-Cola Company.

Teilen ist Freude. 1-Liter-Flasche


Heimat

HEIMAT. Wo sich Luchs und Rebhuhn Gute Nacht sagen. Oder ? Überraschende Zahlen und Fakten zur Artenvielfalt in der Schweiz. Recherche: Atlant Bieri Infografik: Martin Burgdorff

19

Reptilien

20

Amphibien

73

64 000 Arten leben ungefähr in der Schweiz, so schätzen Forscher. Bekannt sind allerdings nur 45 893. Diese teilen sich wie folgt auf:

S äug

Fische

199

Vögel

8272

86

Pilze und Flechten

eti e r e

5275

(Insekten, 31 949 Wirbellose Spinnen, Würmer etc.)

Pflanzen

Gefährdet, verletzlich, ausgestorben

Der Lebensraum Schweiz ist manchen Arten in den letzten hundert Jahren etwas zu ungemütlich geworden. Darum sind in der Schweiz …

284

1053 Arten potenziell gefährdet

Arten ausgestorben

1144 Arten stark gefährdet

1788 22

Arten verletzlich Vivai Vivai6/12 6/14

255

554 Arten vom Aussterben bedroht

Lebensraumtypen gibt es in der Schweiz, vom stehenden Gewässer bis zum Flachmoor, vom Kunstrasen bis zur Zwergstrauchheide und vom Obstgarten bis zum Buchenwald.


Fernweh und Heimweh

Der Mauersegler

Der Star

Zugvögel sind hin- und hergerissen zwischen ihrer Schweizer Heimat und der Ferne:

enfernt sich am weitesten von der Schweiz. Sein Winterquartier liegt im südlichen Afrika, also bis zu 8000 Kilometer von uns entfernt.

hat von allen Zugvögeln am meisten Heimweh. Er zieht erst im Oktober oder November weg und ist oft schon Mitte Februar wieder zurück.

57, 2m

53

hö c ( Kü hste D R ig s s na oug i S c ht l a s i Z ) am e

Der Karmingimpel

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m hö c (im hste F Em Dürs ichte m e r üti n t a wa l, B ld , E) 37, 1m

Neuankömmlinge

Die Schweiz ist die Wahlheimat vieler neuer Arten aus Asien, Amerika und Afrika. Bis heute haben sich 800 von ihnen bei uns etabliert.

hö c (Pl hste a L giu un da ärch s a , la e S i l Rab sG R)

814

Die höchsten Bäume der Schweiz:

34

hält es am wenigsten lang in der Schweiz aus. Er verlässt uns bereits im Juli Richtung Indien und kommt erst im Mai wieder zurück.

Jahre ist eine Lärche in Prarion VS alt und damit sogar älter als die Schweiz.

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hö c ( M hste a r t Ei c ha l he en ZH )

Rebhuhn (2008)

Wieder angesiedelt

Einige der ausgestorbenen Schweizer Arten wurden durch aufwendige Wiederansiedlungsprojekte zurückgeholt.

Luchs (1971)

Biber (1965) Bartgeier (1991) Vivai Vivai6/14 6/12

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Heimat

HEIMAT. Sollte öfter auf dem Teller landen. Denn wer regional und saisonal isst, tut seiner Gesundheit, der Umwelt und dem Portemonnaie etwas Gutes. Text: Marianne Botta Diener

e

s braucht keine importierten Mangos oder Peperoni, um im Winter den Vitaminbedarf zu decken. Schliesslich haben schon unsere Grosseltern und Urgrosseltern die kalte Jahreszeit gut überlebt. Sie wussten, mit welchen heimischen Lebensmitteln sie sich ganzjährig gesund ernähren konnten. So assen sie etwa Birchermüesli aus Haferflocken mit Lagerobst und Milchprodukten – eine ideale, lang satt machende Kombination. Oder sie verbesserten mit einem Stück Butter an den gekochten Rüebli die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine. Auch heute haben frische, heimische Produkte nur Vorteile. «Je frischer pflanzliche Lebensmittel geerntet und je kürzer sie transportiert werden, umso mehr Vitamine haben sie», sagt Ernährungswissenschaftler David Fäh. «Da die bioaktiven Substanzen erst am Ende der Reifezeit gebildet werden, enthalten natürlich ausgereifte Gemüse und Früchte viel mehr davon.» Und weil zu diesen meistens zellschützend wirkenden Stoffen auch unzählige Geschmacksstoffe gehören, sind ausgereifte Lebensmittel auch aromatischer. Mit heimischem Gemüse hat sich auch die Köchin und Buchautorin Meret Bissegger aus dem Tessin beschäftigt. Eben hat sie ein Buch mit dem Titel «Meine Gemüseküche für Herbst und Winter» veröffentlicht. Natürlich kann man im Winter nur wenig Salat und Gemüse ab Feld ernten, etwa Nüsslisalat, Lauch, Wirz oder Rosenkohl. Aber dank 24

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Kommt von hier und tut uns gut zu können. Alpenmilch enthält bis zu doppelt so viel CLA wie Milch aus tieferen Lagen. Verantwortlich dafür ist die grössere Pflanzenvielfalt in Berg- und Alpenregionen. Rande

Die Rande ist vitamin- und mineralstoffreich. Der Randenfarbstoff Betanin soll krebsvorbeugende Wirkung haben. Studien zeigen, dass Randensaft die sportliche Ausdauer verbessern und den Blutdruck senken kann.

Nuss

Nüsse enthalten Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Lecithin und Phosphor. Sie wirken positiv auf den Cholesterinspiegel und weisen entzündungshemmende Eigenschaften auf.

Apfel

Inhaltsstoffe des Apfels – etwa der antioxidative Wirkstoff Quercetin – hemmen Entzündungen und machen freie Radikale unschädlich. Äpfel wirken dank Pektinen ähnlich wie Cholesterinsenker. Fruchtsäuren hemmen im Darm das Wachstum von Fäulnisbakterien, die Gerbsäure wirkt entzündungshemmend.

Sauerkraut

Alpkäse

Die Fettsäure CLA scheint die Entwicklung von Krebszellen hemmen

Eine Portion Sauerkraut liefert bereits die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs – dafür nur etwa dreissig Kalorien. Ausserdem enthält der saure Fitmacher viele Milchsäurebakterien, die die Darmfunktionen unterstützen.


© Schinken und Rotwein (Fotografie hinter Plexiglas, 150 × 112 cm), iStockphoto, Fotolia

der Möglichkeit des Lagerns steht uns trotzdem eine breite Palette an einheimischen Vitamin- und Mineralstofflieferanten zur Verfügung. Kürbisse, Kartoffeln, Randen, Karotten, Kohl und Sellerie etwa bleiben frisch, bis neues Frühlingsgemüse auf den Markt kommt. Auch Sauerkraut bleibt lange haltbar und hilft, den Vitamin-C-Bedarf im Winter zu decken. «Leider wissen viele Menschen nicht mehr, wie sie Gemüse zubereiten sollen», sagt Bissegger. Sie plädiert dafür, mit Gemüse umzugehen wie mit Fleisch. Es mal kräftig anzubraten, damit Röststoffe gebildet werden oder gar Karamellaromen. Es mal mit Wein abzulöschen. Und es ab und zu roh oder halbroh zu geniessen. Das schmecke garantiert besser als fade Spargeln im Februar oder halbreife Tomaten aus irgendeinem Gewächshaus. Saisonale Ernährung bringt viel Abwechslung. Dies hilft Erwachsenen und Kindern, sich im Jahreslauf zu orientieren. Die Familie pflückt Bärlauch: Es ist Frühling. Die ersten Erdbeeren: Bald beginnt der Sommer. Äpfel und Birnen vom Baum: Der Herbst kommt. Und Marroni kündigen den Winter an. Wer regional und saisonal einkauft, schützt auch die Umwelt. «Am wichtigsten ist der Verzicht auf eingeflogene Gemüse und Früchte. Nichtsaisonale Produkte haben entweder einen langen Transportwerg, oder sie werden im beheizten Gewächshaus angebaut», sagt Corina Gyssler, die Medienbeauftragte bei WWF Schweiz. Ein Beispiel: Wer im

«Ich vermisse das Ritual des Mate-Trinkens mit Familie und Freunden, bei dem der Becher von Hand zu Hand weitergereicht wird. Wenn ich an Mate denke, fühle ich Heimat.» Mariana Patria aus Buenos Aires ist vor bald zwei Jahren zu ihrem Freund nach Lenzburg gezogen.

Februar ein Kilo aus Kalifornien eingeflogene Spargeln in den Einkaufskorb legt, kauft 5 Liter Erdöl mit. Die gleichen Spargeln aus der Schweiz begnügen sich im Mai mit 0,3 Litern pro Kilo. Je kürzer der Weg vom Feld zum Endverbraucher, umso weniger Verpackungsmaterial ist zudem nötig. Nicht zuletzt sind viele saisonale Produkte günstiger, und die Schweiz verringert mit eigener Produktion die Abhängigkeit vom Ausland. Doch wie und wo findet man regionale, saisonale Lebensmittel? Etwa beim Bauern oder auf dem Markt. Hilfreich ist zudem eine Saisontabelle auf Papier oder als App auf dem Mobiltelefon (zum Beispiel die WWF-App). Produkte mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» zeichnen Migros-Produkte aus, die in

«Smalltalk beim Einkaufen gibts hier weniger. Das ist für mich aber Teil der Lebensfreude. Und gutes amerikanisches Bier gibts auch nicht.» Der Amerikaner Stephen Ferrari lebt seit neun Jahren in Meilen.

der Region angebaut und hergestellt worden sind und die es nur in dieser Region zu kaufen gibt. Übrigens gedeiht in jeder Schweizer Region etwas anderes besonders gut. Das Gürbetal ist das Chabisland der Schweiz, der Kanton Aargau liefert feine Rüebli, in Mostindien-Thurgau wachsen Äpfel und im Tessin Marroni. «Schön wäre es, wenn die Menschen etwa auf dem Weg zur Arbeit wieder mit offenen Augen durch ihre Region gingen», sagt Autorin Bissegger. Nur müssten sie wieder lernen, wie Sellerie- oder Randenpflanzen aussehen, so die Tessinerin, die ihr Buch extra deswegen reich bebildert hat. So könnten wir auch ohne Saisontabelle erkennen, was bald reif ist. Und uns auf die bevorstehenden Genüsse freuen. ●

«Am meisten fehlen mir die schönen Schweizer Berge, Seen, Wälder und das Fahrradfahren. Hier in Sambia ist man leider nur mit dem Auto mobil, denn die Strassen sind für Fahrradfahrer zu gefährlich.» Erika Kradolfer lebt seit drei Jahren in Afrika, wo sie für die Flying Mission Zambia arbeitet. Vivai 6/14

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Bienen 端berwintern als ganzer Staat im Freien. Zwischen ihnen und dem Schnee liegt nur die d端nne Holzwand des Bienenkastens.

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Bienen im Winter

Die nächste Blüte kommt bestimmt Mit grossem Energieaufwand und raffinierten Tricks schaffen es Honigbienen, die kahlen Wintermonate zu überdauern. Dafür starten sie mit grossem Vorsprung in den Frühling. Text: Atlant Bieri

© National Geographic Creative, iStockphoto

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onigbienen sind in der kalten Jahreshälfte ihrer Nahrungsgrundlage, dem Nektar, beraubt. Trotzdem ist ihr Leben mit dem Kälteeinbruch nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil. Sie haben eine Reihe von Tricks auf Lager, mit denen sie es schaffen, als ganzer Staat zu überwintern. Das macht ihnen bei den flugfähigen Insekten keine andere Art nach. «Der Vorteil davon ist, dass sie im Frühling komplett konkurrenzlos die Blüten besuchen können», sagt Jürgen Tautz, Bienenexperte am Biozentrum der Universität Würzburg. Die Völker von Hummeln hingegen sterben im Herbst ab. Nur die Jungköniginnen überleben und überdauern in einem Unterschlupf den Vivai 6/14

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Man kann es allen recht machen. Auch dem Gaumen.

Ein Teil von


Bienen im Winter

Geschäftiges Treiben: Die Muskelarbeit der Bienen lässt die Temperatur im Bienenstock auf dreissig Grad ansteigen.

Winter. Im Frühling fangen sie mit dem Aufbau ihres Staats bei null an. Diese Mühsal bleibt Bienen erspart, weil sie während des Frühlings und Sommers fleissig Nektar sammeln und diesen in Honig umwandeln. Er besteht zu über achtzig Prozent aus Zucker und ist damit ein ausgezeichneter Energielieferant. Ein Gramm davon enthält drei Kilokalorien. Bis zum Beginn des Winters hat ein Volk zehn Kilogramm in den Waben des Stocks eingelagert. Von diesem Vorrat zehrt es, bis die ersten Blumen im Frühling wieder frischen Nachschub an Nektar liefern.

© Shutterstock, iStockphoto

Schwerstarbeit im Bienenstock

Honig ist ein etwas problematischer Treibstoff, denn bei Temperaturen im Bienenstock von wenigen Grad Celsius über dem Gefrierpunkt ist er sehr zäh. Bienen, die nur eine Zunge und keine Zähne besitzen, können ihn so nicht aufnehmen. Aber sie wissen sich zu helfen. «Sie heizen ihr Nest alle paar Tage auf»,

Bienengesundheit Migros engagiert sich Über Engagement Migros, den Förderfonds für Pionierprojekte im Bereich der Nachhaltigkeit, engagiert sich die Migros-Gruppe auch für das Wohlergehen der Bienen in unserem Land. Zum einen unterstützt Engagement Migros den Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde beim Aufbau eines Lehrgangs zum Imker mit eidgenössischem Fachausweis und kommt damit einem dringenden Bedürfnis der Imkergemeinschaft nach. Zum anderen ermöglicht der Förderfonds ein Dokumentationsprojekt, das praktisches Wissen zur Bienengesundheit systematisch erfasst und all jenen zur Verfügung stellt, die den Lebensraum der Biene beeinflussen. Weitere Informationen: www.engagement-migros.ch

sagt Tautz. Dazu zittern sie mit ihren Flugmuskeln. Damit sie dabei nicht abheben, koppeln sie die Muskulatur von den Flügeln ab, so ähnlich wie ein Auto, das im Leerlauf Gas gibt. Das machen sie eine halbe Stunde lang. Danach sind sie erschöpft. Jede von ihnen hat in dieser Zeit 0,03 Kilokalorien verbraucht. Hochgerechnet auf ein Volk von 20 000 Schwestern macht das rund 600 Kilokalorien – so viel, wie ein Mensch mit einer Stunde Joggen verbrennt. Genau wie Joggen macht auch Muskelzittern warm. Die Bienenkörper werden bis über vierzig Grad Celsius warm, die Temperatur im Stock steigt auf dreissig Grad. In der Folge verflüssigt sich der Honig, und die Bienen können mit ihren Zungen ordentlich süssen Saft tanken. Der Honig enthält ausserdem genug Feuchtigkeit, dass er den Tieren auch als Wasserquelle dient. Dank des Honigs sind Bienen heissblütige Insekten, die auch der grössten Kälte trotzen. Vivai 6/14

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Bienen im Winter

© animal.press, iStockphoto

Um sich warm zu halten, lecken die Bienen ihren eigenen Honig auf und wandeln ihn in Wärme um.

Wer zu Zehntausenden auf engem Raum zusammengepfercht ist, hat unweigerlich ein Hygieneproblem. Nicht so die Bienen. «Sie gehen im Winter einige Monate lang nicht auf die Toilette. So gibt es keinen Schmutz im Nest», sagt Tautz. Trotzdem können sich bei den zeitweise warmen Temperaturen im Stock leicht Bakterienkrankheiten ausbreiten. Um diese bereits im Keim zu ersticken, überziehen die Bienen die meisten Oberflächen mit einem dünnen Film aus einem Antibiotikum. Imker nennen es Propolis. Es besteht aus verschiedenen Pflanzenharzen und tötet selbst Pilze und Viren ab. Doch das reicht als Vorsichtsmassnahme noch nicht aus. Die Bienen müssen auch ihren Körper anpassen, um mögliche Gefahren durch Mikroben abzuwehren. Darum besitzen sie im Winter ein effizienteres Immunsystem als im Sommer. Ihr Blut ist so konditioniert, dass es in der Lage ist, jede Krankheit sofort zu bekämpfen.

Bienen-Big-Brother Blick in den Stock Auf der Website www.hobos.de können Besucher live in einen Bienenstock eintauchen. Dieser ist mit mehreren Endoskopkameras und Mikrofonen ausgestattet, die einem auch im Winter einen intimen Einblick in das Treiben in den Wabengängen ermöglichen.

Eine weitere Gefahr des langen Aufenthalts im Stock könnte die Vergesslichkeit der Bienen sein. Im Sommer können sich Bienen mit steigendem Alter immer weniger an den Standort der nektarreichen Blumenwiesen erinnern. Winterbienen hingegen sind immun gegen den Zerfall ihrer geistigen Fähigkeiten. Sie behalten ihr Wissen über die besten Blumenstandorte bis zum Frühling im Gedächtnis. Um ihren Wissensschatz zu bewahren leben Winterbienen bis zu neun Monate lang, während Sommerbienen nur rund sechs Wochen alt werden. Die Lebensverlängerung ist auch nötig, weil die Königin bei Schnee und Eis keine Eier legt. Der Nachwuchs würde erfrieren. Doch beizeiten im Februar legt die Königin wieder los. «Das gehört zum Kick-Start im Frühjahr», sagt Tautz. Die neuen Arbeiterinnen schlüpfen pünktlich zum Frühjahrsbeginn. Dann heisst es wieder: «Ab an die Blütenkelche!» ● Vivai 6/14

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Der Psychologe rätselt …

Genussvoll und gesund Isst hier jemand je nach Laune Schoggi und Speckwürfeli oder Mango und Magerquark? Oder hat es unser Einkaufspsychologe womöglich mit mehreren Personen gleichzeitig zu tun? Worauf würden Sie tippen? Fotos: Nik Hunger

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ach einer kreativen Sommerpause und um die Erfahrung reicher, welche Schlüsse eine Ernährungsspezialistin aus meinem Einkauf zieht, wende ich mich voller Neugier diesem neuen Laufband zu. Eine bunte Vielfalt an Lebensmitteln präsentiert sich hier. Zuerst fallen mir die vielen Biolabels auf, doch bei näherer Betrachtung entdecke ich ebenso einen M-BudgetBrie, einen Anna’s-Best-Flammkuchen 34

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und Terra-Suisse-Speckwürfeli. Obwohl hier kaum ein Lebensmittel zufällig auf dem Laufband gelandet sein dürfte, lässt sich der Einkauf nicht nur auf die beiden auffallenden Grundmuster Gesundheitsund Genussorientierung reduzieren. Dazwischen gibt es zahlreiche Nuancen und Kontrapunkte, die mich hoffentlich zum gesuchten Haushalt führen werden. Insgesamt erscheint mir der Einkauf sehr ausgewogen, die Proportionen der

Ernährungspyramide sind recht gut abgebildet; einmal abgesehen vom Gemüse, das jedoch zumindest teilweise durch exotische Früchte kompensiert wird. Natürlich kann man sich fragen, wo hier die einheimischen Äpfel und Birnen bleiben, aber die könnten ja auch am eigenen Baum wachsen oder zu Hause noch vorrätig sein. Vielleicht wird sogar eigenes Gemüse angebaut? Auf jeden Fall deuten die vielen Bioprodukte auf eine umwelt-


Ein Paar? Oder eine WG? Fest steht nur, wo eingekauft wurde: in der Migros in Bremgarten AG.

bewusste Grundeinstellung in der Ernährung hin. Genau wie die Schokolade und die Rahmglaces für Genussfreude stehen. Leider kenne ich die Halbwertszeit der Schokolade nicht. Doch aus der Grösse der Miniglaces schliesse ich, dass massvolles Geniessen die Regel ist. Die Fleischverpackung lässt mich bezüglich Menge und Qualität des Fleischs im Dunkeln. Sonst gibt mir das jeweils ziemlich präzise Hinweise auf die Anzahl Personen im Haushalt. Ich halte also nach anderen Indikatoren Ausschau – und finde sie im Flammkuchen. Dieser dürfte mit dem Salat sicher für zwei Personen reichen – eine rasch zubereitete Mahlzeit. Es wird aber wohl auch aufwendiger gekocht, etwa Braten mit Vollkornteigwaren an einer Pilzsauce. Da ich keine handfesten Hinweise finde, die meine Hypothese vom Zweipersonenhaushalt widerlegen, beginne ich,

„Fünf Tafeln

Schokolade? Leider kenne ich deren Halbwertszeit nicht.

„

Der Ernährungspsychologe Dr. Robert Sempach ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. Sein aktuelles Projekt: «Tavolata» – Tischrunden für ältere Menschen. Infos: www.tavolata.net

nach unterschiedlichen Ansprüchen und kulinarischen Vorlieben zu suchen. Jemand scheint Vollmilch, jemand anderes Milchdrink zu mögen – oder sind es ganz einfach verschiedene Verwendungszwecke? Ausserdem stellt sich mir die Frage, ob die eine Person den Magerquark, die Blévitas und die Früchte isst, während die andere Speckwürfeli mag und nichts dagegen hat, wenn das Flammkuchenstück etwas grösser ausfällt. Sollte dies zutreffen, dürfte für ein berufstätiges Paar – vielleicht auch für eine ernährungsbewusste Männer-WG – eingekauft worden sein. Ich tippe auf sportlich aktive Menschen zwischen 25 und 35 Jahren mit anspruchsvollen Tätigkeiten. Bei einem gemeinsamen Abendessen schmunzeln sie vielleicht über den einen oder anderen Fehlschluss meiner Analyse. Wer wars? Zur Auflösung umblättern. Vivai 6/14

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Die Auflösung Eine Männer-WG sieht anders aus! Eingekauft hat Yvonne Jaggy (30). Die Teilzeit-Primarlehrerin lebt mit ihrem Mann, Software-Entwickler Marcel (34), und der gemeinsamen Tochter Lisa (14 Monate) im aargauischen Arni.

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ass Herr Sempach auf eine WG oder ein Paar statt auf eine Familie tippte, ist verständlich. Wir kaufen kaum Babynahrung, Lisa isst alles mit uns mit. Genau wie Marcel und ich ist sie ein echter Fleischtiger. In dem Beutel waren übrigens Cordons bleus – vielleicht hätte das einen Hinweis auf ein Kind im Haushalt gegeben? Die unterschiedlichen Ernährungstypen hat er hingegen schön beobachtet. Ich muss seit der Geburt unserer Tochter etwas stärker auf die Figur achten, da ich nicht mehr so viel Zeit habe, um Sport zu treiben. Ich bin die mit dem Magerquark, den ich mir morgens statt Butter mit Konfi aufs Brot schmiere, und auch die Früchte und Blévitas gehen eher auf mein Konto. Marcel hingegen schaut nie auf die Kalorien. Daher die Flammkuchen und die fünf Schoggitafeln. Deren Halbwertszeit beträgt etwa zwei Wochen. Ist vielleicht besser, hat Herr Sempach das nicht gewusst, sonst hätte er womöglich auf eine Grossfamilie getippt. Genuss ist sicherlich ein wichtiger Treiber in der Ernährung unserer Familie. Wir ernähren uns bewusst, indem wir nach Möglichkeit saisonale oder biologisch hergestellte Produkte aus der Region einkaufen. Aber die Freude am Geniessen darf nie zu kurz kommen. In diesem Kontext sind Dinge wie die Speckwürfeli, der Weichkäse und die Glaces zu verstehen. Und dass keinerlei einheimische Früchte oder Gemüse auf dem Laufband zu finden sind, hat einen einfachen Grund: Äpfel, Birnen, Rüebli, Kartoffeln und Eier holen wir direkt beim Bauern in unserer Nähe. Regionalität ist für mich übrigens auch das wichtigere Argument als bio, obwohl ich auffallend viele Bioprodukte eingekauft habe. Ich würde jedenfalls eher einen normalen Salat auf dem nahen Bauernhof kaufen als einen Biosalat aus Spanien. ● Aufgezeichnet von Lukas Hadorn.


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Präsidiales Kraftfutter Erfunden in kleinen Landhäusern Englands, hat der Hüttenkäse den Weg in die weite Welt hinaus gefunden. Leider hat er dabei nicht nur angenehme Zeitgenossen kennengelernt. Text: Lukas Hadorn Fotos: Yves Roth

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Sie kennen diese Frauen bestimmt. Täschchen in der Armbeuge, Handy im angewinkelten Händchen, Sonnenbrille im Haar. Kleidergrösse 34. Stets bedacht auf den öffentlichen Auftritt, auch wenn dieser morgens um sieben an der Tramhaltestelle Schwamendingerplatz stattfindet, vor einem Dutzend mässig interessierter Zuschauer. Diese Frauen nennt man im Volksmund gern Hüttenkäsefrauen. Denn sie alle, ob sie nun ein Michael-Kors- oder ein FendiTäschchen, ein Samsung- oder ein AppleSmartphone zur Schau stellen, verbindet beim täglichen Einkauf der routinierte Griff zum körnigen Frischkäse. Zumindest stellt man sich das so vor. Man könnte die zarten Geschöpfe auch Reiswaffelfrauen oder Cherrytomätchenfrauen nennen. Tut man aber nicht. Kein Stigma haftet so gut an den schmalen Hüften wie jenes vom Hüttenkäse, diesem geschmacksneutralen, kalorienarmen Stoff für kleine Hintern und grosse Träume. Die Logik ist simpel: Den kauft man nur, wenn man abnehmen oder nicht zunehmen will. Warum sonst? Ich sage es Ihnen gern. Und oute mich hiermit als Hüttenkäsemann. Das ist nicht ganz unproblematisch, schliesslich gilt heute auch für gesellschaftliche Vorurteile das Prinzip der Gleichberechtigung, und als Hüttenkäsemann macht man sich verdächtig, ein Brusthaarrasierer, Bierausdemglastrinker oder Beilagenesser zu sein. Ein halber Kerl also. Ein Weichei. Einer, der abends zum Mate-Tee 38

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Passt, passt, passt Einer für alle Fälle Hüttenkäse ist nicht nur ein gesunder, leicht verdaulicher Kalzium- und Eiweisslieferant, er eignet sich auch als Nahrungsmittel für jede Tages- und Nachtzeit. Ein paar Beispiele: Morgens

Mit einem geraffelten Apfel, etwas Honig und einer Prise Zimt angerührt, ist Hüttenkäse ein schnelles, sättigendes Frühstück. Mittags

Ein Salat mit Mais, roten Bohnen, Thunfisch, Hüttenkäse und Rucola ist schnell gemischt und gibt Kraft für die zweite Tageshälfte. Zwischendurch

Mit Rüebli-Sticks oder Gurkenscheiben direkt aus dem Becher: der perfekte Snack fürs Büro. Abends

Zu salzigem Trockenfleisch oder geräuchertem Fisch, dazu ein grüner Salat – ein leichtes, eiweissreiches Abendessen.

gern bei Rosamunde Pilcher reinschaut, im Schneidersitz auf dem Sofa. Im noch schlimmeren Fall wird man zu jenen durchgeknallten Typen gezählt, die aufgrund ihres Hüttenkäsekonsums für Schlagzeilen sorgen. Da wäre etwa Tim Wiese, ein Fussballgoalie, der sein plötzliches Karriereende in der Muckibude verkraftete und in Kürze 36 Kilo Muskeln zulegte. Dank Hüttenkäse mit Tabasco, gemäss eigener Angabe. Oder der russische Präsident Wladimir Putin, der angeblich bis elf Uhr schläft, bevor er sich ein Omelett mit Hüttenkäse reinpfeift. Und nicht zu vergessen der französische Diätpapst Pierre Dukan, der seinen persönlichen Verzicht auf die bösen, bösen Kohlehydrate mit rohem Gemüse und – Sie ahnen es – Hüttenkäse kompensiert. Egal. Ich mag Hüttenkäse. Ich mag seine unaufgeregte Natur, sein unterwürfiges Wesen. Wo er auch auftaucht, nie drängt er sich in den Vordergrund, stets sorgt er mit seiner luftigen Konsistenz und dem frischen, leicht säuerlichen Geschmack auf subtile Weise für mehr Substanz. Er spielt mit, übernimmt aber nicht das Kommando. Wäre Hüttenkäse ein Kleidungsstück, er wäre ein grauer Cardigan. Als musikalischer Unterhalter wäre er Elvis Costello, als Land die neutrale Schweiz. Was er nicht wäre? Ein prolliger Ex-Torwart. Oder ein schiesswütiges Staatsoberhaupt. Womit der Hüttenkäse nebenbei auch die These widerlegt, dass « man ist, was man isst». Der kann einfach alles. ●


”Als Land wäre Hüttenkäse die neutrale Schweiz. „

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Gesund essen auf die Schnelle Wer keine Zeit hat, ernährt sich ungesund. So ein populärer Irrtum. Mit diesen Tipps gelingt eine ausgewogene Ernährung auch dann, wenns schnell gehen muss. Text: Marianne Botta Diener Illustration: Grobi White

Planen lohnt sich Nehmen Sie sich einmal pro Woche Zeit, um einen Menüplan zu erstellen. Damit sparen Sie Zeit und Geld. Ein Menüplan verhindert Engpässe im und einen knurrenden Magen vor dem Kühlschrank. Und er hilft, unnötige Abfälle zu vermeiden, weil wir weniger Abgelaufenes entsorgen müssen. Schreiben Sie auf, wann Sie was einkaufen wollen und was noch vorrätig ist. Brot etwa können Sie scheibenweise im Tiefkühlabteil lagern, ebenso Butterportionen oder Reibkäse. Überlegen Sie sich auch, wie Sie Resten geschickt verwerten können. Aus geschwellten Kartoffeln gibts am nächsten Tag Bratkartoffeln, aus übrig gebliebenen Teigwaren lässt sich mit ein paar frischen Zutaten ein Teigwarensalat machen. Einkaufen lassen Wer sich vorbereitet, hat schneller eingekauft. Machen sie vorher eine Einkaufsliste, vielleicht direkt auf dem Handy. Noch bequemer: Erledigen Sie den Einkauf bequem online bei LeShop.ch. Dann ist alles pünktlich und erst noch ohne lästiges Taschenschleppen zu Hause. 40

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Einmischen erlaubt Grüne Smoothies sind im Trend – und in zehn Minuten genussbereit. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein leistungsstarker Mixer – und die richtigen Zutaten. Verwenden Sie zur Hälfte Obst, etwa Bananen oder gefrorene Himbeeren, und zur Hälfte Gemüse wie Avocado, gewaschene Spinat- oder Salatblätter. Mit der richtigen Menge Wasser wird im Mixer bei langsam ansteigender Geschwindigkeit ein feiner Smoothie daraus. Auch mit Joghurt oder Buttermilch gemixte Erdbeeren oder Bananen schmecken lecker – und überraschen als Apéro-Drink fast jeden Gast. Asiatisch essen Mit asiatischen Gerichten – auch als Takeout oder Lieferung – kann man sich schnell und relativ gesund ernähren. Etwa mit Currys in allen Variationen, zumal die Scharfmacher nach einem strengen Tag auch für gute Laune sorgen. Optimal sind auch Gerichte mit Sobanudeln, die aus dem proteinreichen Buchweizen hergestellt werden, der auch reichlich Magnesium liefert und den

Blutzuckerspiegel nur schwach ansteigen lässt. Auch Sushi ist als schnelle Mahlzeit gut geeignet. Ei, zwei drei! Eiergerichte sind schnell zubereitet. Ob 3-Minuten-Ei, Spiegelei, französische Omelette oder Rührei: Alles geht ganz fix. Dazu ein Roggen-Sauerteigbrot und ein Salat. Eier liefern von allen Lebensmitteln die beste Kombination von Aminosäuren und decken so den Proteinbedarf optimal. Vergessen Sie die Mär vom bösen Cholesterin im Ei. Das Cholesterin im Essen beeinflusst unseren Blutwert viel weniger stark als ursprünglich angenommen. Minestrone à la minute Tiefkühlgemüse ist superschnell zubereitet. Das Gemüse wird bei optimaler Reife geerntet und sofort schonend eingefroren (wie zum Beispiel die in feine Streifen geschnittenen Gemüse der Farmer-Linie von Migros). So bleiben Farbe, Aroma und wertvolle Vitamine bestmöglich erhalten. Mit Bouillon aufgekocht, wird eine schnelle Winter-Minestrone daraus.


Zeitsparend kochen

Auch mal zur Dose greifen Thon, Linsen oder Kichererbsen gibts auch aus der Dose – damit sinkt die Zubereitungszeit eines Salats rapide. Und Gemüse-, Obst und Fischkonserven sind besser als ihr Ruf. Konservierungsmittel enthalten sie keine, sie werden allein durch Erhitzen haltbar gemacht. Zwar geht bei der Sterilisation ein Teil der Vitamine verloren, viele andere Stoffe bleiben aber erhalten. In den Dosen findet anschliessend auch bei langer Lagerung kaum mehr ein Vitaminabbau statt. Sie eignen sich deshalb optimal für die Vorratshaltung. Ein Tipp: Sauerkraut ist – auch fixfertig – ein sehr guter Lieferant von Vitamin C. Den Salatteller, bitte! Ein grosser Salatteller mit oder ohne Beilage ist mit der richtigen Vorbereitung schnell gemacht. Wer sich nicht vegetarisch ernährt, kann im Tiefkühlfach einen Vorrat an tiefgefrorenem Fleisch und Fisch lagern, etwa Pouletgeschnetzeltes, Fischfilets oder Crevetten. Diese Produkte sind schnell aufgetaut und gebraten. Wer auf Fleisch verzichtet, deckt seinen

Proteinbedarf mit hart gekochten Eiern, Kichererbsen oder Linsen, mit Mozzarella oder Feta ab. Auch in Sojasauce marinierte, gebratene Tofu-Würfel schmecken gut. Rasch gerüstet sind Chinakohl, Chicorée und Zuckerhut. Wird eine Fertigsalatsauce gekauft, sollte sie mit Oliven- oder Rapsöl zubereitet sein. Auch eine selbst gemachte Salatsauce lässt sich eine Woche im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren frische Kräuter, gehackte Zwiebeln oder Samen und Kerne (Sonnenblumen, Kürbis, Chia, Mohn, Sesam, Leinsamen) darüberstreuen – fertig! Fertiggerichte hausgemacht Kochen Sie gern, haben aber nur unregelmässig Zeit dafür? Viele Gerichte lassen sich dank Kühl- und Gefriermöglichkeiten lagern. Bereiten Sie die zwei- bis vierfache Menge zu, und packen Sie die Speisen in Portionengrössen ab. Sie halten sich im Tiefkühlfach rund drei Monate. Geeignet sind Tomatensaucen und Sugos, Hackfleischgerichte, Kartoffelstock, Lasagne, Quiches und Tartes, Spätzli, Suppen und Gratins, aber auch Bamigoreng und andere asiatische Gerichte.

Das Frühstück vorbereiten Sie wünschen sich eine Viertelstunde mehr Schlaf am Morgen? Dann stellen Sie die Schale mit Fertigmüesli schon am Vorabend auf den Tisch, oder weichen Sie die Flocken in Milch über Nacht im Kühlschrank ein. Dazu eine frische Frucht geniessen. Auch ein Roggenvollkornbrötchen mit einem Stück Käse stellt ein gutes Expressfrühstück dar, lässt den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und macht lange satt. Kleine Flamme ganz gross Manche Gerichte kochen sich (fast) von selbst und schmecken aufgewärmt erst noch besser. Während Sie den Haushalt besorgen, die Korrespondenz erledigen oder ein Buch lesen, schmoren Gerichte im Römertopf, aber auch Rindsragout, Saftplätzchen, ein Rinds- oder Schweinebraten oder ein Sugo wie von selbst vor sich hin. Achten Sie darauf, dass genügend Flüssigkeit in der Pfanne ist, und lassen Sie das Gericht nach dem Aufkochen auf möglichst kleinem Feuer schmoren. Wenns schneller gehen muss, hilft der Griff zum Dampfkochtopf. l Vivai 6/14

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Leicht & gesund

Weisskohl

Kalorienarmes Winterwunder, reich an Vitaminen, Mineralstoffen und zellschützenden sekundären Pflanzenstoffen. Rüebli

Stärkt die Augen und ist dank Betacarotin gut für die Haut. Als Lagergemüse ganzjährig erhältlich. Joghurt nature

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Das geht ja ganz leicht Man muss Coleslaw nicht in Mayonnaise oder Rahmsauce ertränken, wie es die Amerikaner gern tun. Wir interpretieren den Klassiker neu – und gesund.

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as, bitteschön, soll an Coleslaw leicht und gesund sein? Danke für die Frage, sie ist nicht unberechtigt. Schliesslich kennen wir den Krautsalat primär aus dem angelsächsischen Raum, wo er – ironischerweise meist mit Rahm und Ei oder Mayonnaise angerührt – als pseudogesunde Beilage zu frittiertem Hühnchen, Burger oder Hot Dogs gereicht wird. In Schweden nennt man ihn gar nach dem Fast Food, den er in der Regel sekundiert: Pizzasallad. Dabei ist es gar nicht so schwer, aus der kalorienreichen Pampe ein leichtes und schnelles Wintergericht zu machen. Die Mayo ersetzen wir mit Joghurt nature, ausserdem kommen ein 42

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geraffelter Apfel und frische Kräuter mit rein. Etwas Dill zum Beispiel, wenn man den Salat zu geräuchertem oder kurz angebratenem Fisch serviert. Und übrigens: Auch in der gesunden Variante passt Coleslaw wunderbar zur Schweinsbratwurst, zu Chicken-Nuggets oder zu Fischstäbchen. Aber diesen Tipp haben sie nicht von uns. Zutaten und Zubereitung (4 Pers.)

500 g Weisskohl, 2 TL Salz, 400 g Rüebli, 1 Apfel, 2 EL Zitronenöl, 3 EL Aceto balsamico bianco, 180 g Joghurt nature, 1 EL flüssiger Honig, ein halber Bund Kräuter (z. B. glattblättriger Peterli oder Dill), etwas frisch gemahlener Pfeffer.

Den Kohl zuerst vierteln und den Strunk entfernen. Dann den Kohl in feine Streifen schneiden, das Salz dazugeben und mit den Händen gut durchmischen. Etwa zehn Minuten ruhen lassen. Dann die Rüebli und den gewaschenen, aber ungeschälten Apfel an der Röstiraffel dazureiben. Für das Salatdressing Öl, Aceto, Joghurt nature und Honig mischen. Die Kräuter hacken und dazugeben, die Sauce mit Pfeffer würzen. Salat und Dressing mischen und servieren. Zubereitung: circa 25 Minuten. Pro Per-

son enthält das Gericht rund 7 Gramm Fett, 4 Gramm Eiweiss und 21 Gramm Kohlenhydrate (170 kcal). ●

© iStockphoto (Montage: Vivai)

Text: Lukas Hadorn Rezept: Daniel Tinembart Foto: Pia Grimbühler


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Trampolinspringen

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Schwerelos zu Fitness und Wohlgefühl Trampolinspringen – pardon: Rebounden – ist mehr als kindisches Hüpfen für Junggebliebene. Auf dem heimischen Minitrampolin lässt sich gelenkschonend und effektiv der ganze Körper trainieren. Text: Petra Koci

© GettyImages

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ur Leute, die noch an den Schulunterricht denken, sprechen vom Trampolin – die Profis nennen das Springgerät Rebounder. Auf diesen dynamischen Minitrampolinen springt angeblich sogar die deutsche FussballNationalmannschaft im Training auf und ab. Dass die Kicker aus dem Nachbarland auch deshalb Weltmeister geworden sind, ist natürlich wilde Spekulation. Tatsache ist hingegen, dass sowohl Experten wie Laien über die Effekte des schwerelosen Springens auf der elastischen Sprungmatte schwärmen. «Das Springen tut mir gut. Besonders für meinen Rücken, meine Arme und die Beine ist es ein wunderbares Training. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Körperkontur straffer geworden ist», sagt Nicole Thalmann. Die Medienmanagerin nutzt ihr Minitrampolin, das im Wohnzimmer steht, häufig: «Manchmal springe ich nur fünf Minuten am Morgen oder zehn Minuten am Abend. Dafür mache ich ein- bis zweimal die Woche an einem einstündigen Online-Kurs mit. Das ist jeweils ein ziemlich schweisstreibendes Workout für mich.» Christoph Engel steht sogar täglich auf der Sprungmatte, und das schon seit vier Jahren. Positive Auswirkungen ver-

spürt der Physiotherapeut beim HerzKreislauf-System und beim Muskelaufbau: «Vor allem hat sich aber mein Gleichgewicht sehr stark verbessert.» «Tatsächlich stehen beim Trampolintraining die Balance, die Haltungsregulation und die Stabilität im Vordergrund. Weiter baut das koordinierte Springen Muskeln auf und bei intensiverer Bewegung dringt man auch in den Ausdauerbereich vor», bestätigt die Oberärztin an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM, Tanja Hetling: «Grundsätzlich bietet das Sprunggerät ein gelenkschonendes und effektives Ganzkörpertraining.» Anspannung – Entspannung

Der Trainingseffekt basiert auf der Bewegung von Aufschwung und Abbremsen: Trampolinspringen ist ein Wechselspiel von Ent- und Anspannung, von Leichtigkeit und erhöhter Gewichtskraft. Auf dem Abwärtsweg nimmt die Geschwindigkeit des Körpers zu. Bei der Landung hat sich das eigene Gewicht mindestens verdoppelt, diese Gewichtskraft wirkt auf den Körper. Alle Nerven- und Muskelzellen spannen sich beim Abbremsen an, damit der Körper stabilisiert wird. Vor allem diese Abbremsaktion ist für die Intensität

des Trainings zuständig, sie ist vergleichbar mit dem Bergabwandern. Auf der Sprungmatte folgt danach der Umkehrpunkt. Um wieder abzuheben, müssen die Muskeln zuerst die Schwerkraft überwinden. Auf dem Weg nach oben werden die Kräfte aufgehoben, der Körper wird leicht und schwerelos, die gesamte Zellstruktur entspannt. «Die Flug- und die Schwerkraft erfassen den gesamten Körper. Diesem rhythmischen Wechsel kann sich keine Zelle entziehen, die Kräfte wirken auf Muskeln, Knochen, auf das Bindgewebe und die inneren Organe», so die Ärztin Tanja Hetling. Kreiert wurde das moderne Sprunggerät bereits 1936 vom amerikanischen Turner George Nissen. Er nannte es Trampolin, nach dem spanischen Wort für Sprungbrett. Die kleinen Trampoline bezeichnete man später als Rebounder (englisch «rebound» für abprallen, ausfedern), umgangssprachlich nennt man sie bei uns auch Minitrampoline. Zur neueren Generation gehören die Heimgeräte mit Seilringen statt Metallfedern. Auf diesen elastischeren Sprungmatten wird man nämlich nicht gleich nach der Landung wieder in die Höhe katapultiert, sondern sinkt tiefer in die Matte. Die Vivai 6/14

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Trampolinspringen

Dehnung wird verlängert. «Die Seilring-Trampoline sind weicher, der Bremsweg länger. Wenn man einsinkt, erhöht sich die Spannung langsam, die Kräfte werden progressiv stärker. So hat der Körper gut Zeit, um sich anzupassen», sagt Physiotherapeut Christoph Engel. Die Seilringe, an denen die Matte am Rahmen befestigt wird, gibt es je nach Anbieter in verschiedenen Elastizitätsstufen. Damit kann man den Rebounder passend zu Gewicht und Fitnessgrad wählen. Effektiver als Joggen Die positive Wirkung des Trampolinspringens hatte schon die amerikanische Weltraumbehörde Nasa im Jahr 1980 untersucht. Gemäss ihrer Studie sollen auf dem Trampolin 68 Prozent mehr Kondition und Muskeln aufgebaut werden als beim Laufen. Mit anderen Worten: Zehn Minuten Trampolinspringen wirken wie dreissig Minuten Laufen. Natürlich muss man sich dazu auch auf der Sprungmatte anstrengen, also beispielsweise springen, joggen und vielleicht sogar Hanteln dazunehmen, statt nur leicht zu schwingen. «Die Effizienz nimmt zudem ab, wenn jemand schon sehr gut trainiert ist», prä-

”Zehn Minuten hüpfen, und ich habe gute Laune. „

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zisiert Sportmedizinerin Tanja Hetling. Bestätigen kann sie aber die gesundheitlichen Vorteile des Rebounding: «Durch die rhythmische Anspannung werden die inneren Organe, etwa das Herz, besser durchblutet, der Stoffwechsel – auch der Knochenstoffwechsel – wird angeregt. Wir finden somit im geringen Ausmass, bei einer Low-Impact-Sportart, eine Osteoporoseprophylaxe. Aktiviert werden zudem auch die Lymphbahnen, welche die Stoffwechsel-Endprodukte schneller abtransportieren.» Nachgesagt wird dem Hüpfen auf der Sprungmatte, dass es auch die Konzentration und den Stressabbau fördert. Das gilt wohl für Sport allgemein. Das Feeling auf dem Rebounder ist für Nicole Thalmann hingegen einmalig: «Der Flug in die Luft, diese Zehntelssekunde der Schwerelosigkeit, das ist einfach ein gutes Gefühl. Schon zehn Minuten hüpfen nach der Arbeit – und meine Verspannung ist weg, mein Kopf ist frei. Ich habe gute Laune.» l

Das richtige Gerät Zwei Arten von Rebounder 1. Metallfeder-Rebounder sind in der Regel Allroundgeräte für Menschen ohne Rücken-, Nacken- oder Gelenkbeschwerden, welche beim Hochspringen, Joggen oder Aerobic auch in den Herz-Kreislauf-Bereich vordringen möchten. 2. Rebounder mit Seilringen machen die Dehnung länger, man sinkt tiefer. Auf diesen Geräten kann man sanft federn und schwingen. Ideal für Einsteiger oder ältere Personen. Doch

auch wer sportlich trainieren möchte, kann sich den Trainingseffekt der längeren Federung zunutze machen und dynamischer üben. Generell gilt: Je schwerer die Person, desto elastischer sollte der Rebounder sein. Physiotherapeut Christoph Engel empfiehlt Anfängern, zehn Minuten täglich sanft zu schwingen. Wer sich gut einbalanciert hat, kann das Programm zeitlich ausdehnen und die Anstrengung steigern.

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Schöner altern

Gut gehalten

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s lohnt sich nicht, über den ebenso negativen wie widersprüchlichen Begriff Anti-Aging die Stirn zu runzeln. Das macht nur Falten.

Entspannter ist es, wenn man Altern als etwas

Lebendiges betrachtet – eine Welle, von der man sich tragen lässt, ohne sich von ihr verschlucken zu lassen. Denn völlig hilflos ist man dem Altern nicht ausgeliefert. Eine Studie der Universität in Cleveland mit eineiigen Zwillingen zeigt: Rauchen, zu viel Sonne und emotionaler Stress beschleunigen den sichtbaren Alterungsprozess. Investieren Sie besser in gute Beziehungen, legen Sie sich in den Schatten, und trinken Sie Kokosmilch, statt eine Zigarette zu rauchen. Wem das noch zu wenig ist, dem bietet die Anti-Aging-Industrie eine ganze Palette von Ansätzen fürs längere Jungbleiben. Vier Säulen des Texte: Gisela Femppel und Susanna Heim

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besseren Alterns stellen wir im Folgenden vor.


Pflegen und sch端tzen ist die Beautyformel f端r die Haut. Daf端r gibt es Cremes. Ausstrahlung gewinnt man auch durch Erfahrung.

Kopf hoch, Brust raus! Die richtige Haltung im doppelten Sinne wirkt besser als die x-ten Wellnessferien.

Ja leider... Fett lagert sich im Alter schneller an. Baucheinziehen ist nicht die L旦sung - besser ist Muskeltraining.

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1. Ernährung: die goldene Mitte wählen

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ie wichtigste Ernährungsregel gilt für alle Altersstufen: Das richtige Mass ist der Schlüssel zum Wohlbefinden. Das bedeutet, man sollte keiner starren Ernährungsregel folgen, sondern geniessen und bewusst essen. Das schliesst selbst Chips ein, wenn sie die Ausnahme und nicht die Regel sind. Auf die Liste der besser selten zu geniessenden Lebensmittel gehören jene, die viele Transfette enthalten (Frittiertes, Fertigsuppen, Fast Food, Margarine etc.), aber auch jene mit zu vielen Kohlenhydraten, wie sie in Weissmehlprodukten oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln stecken. Überspitzt gesagt: Kuchen, Süssigkeiten und Weissbrot landen nicht nur auf den Hüften, sondern legen auch Falten im Gesicht.

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edes Schulkind weiss, dass Obst und Gemüse gesund sind. Doch wohl erst später im Leben lockt einen der Zusatz «macht auch schön». Dabei kommt nicht nur der Menge und dem einzelnen Lebensmittel eine Bedeutung zu, entscheidend sind vor allem die Zusammensetzung und die Qualität des Essens. Das heisst Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine, Fett) und Mikronährstoffe (Vitamine, Mineral50

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stoffe und Spurenelemente) sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Und wie sieht das konkret aus? Der Ernährungswissenschaftler David Fäh sagt, wer mediterran esse, nehme die optimale Zusammensetzung zu sich. Konkret: Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl, Nüsse, mehr pflanzliche als tierische Fette, aber auch Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Fleisch (am besten in Bioqualität, da die Fettsäurezusammensetzung wertvoller ist). In der Küche sollte auch stets ein Öl stehen, das reich an Omega-3-Fettsäuren ist (unter anderem Leinöl, Olivenöl) – alternativ kann man auch Lachs, Forelle oder Makrele essen.

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ls Schönmacher für Haut und Gewebe gelten bioaktive Substanzen. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie sie in Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten sind. Bindegewebe, Haare und Nägel brauchen Kalzium und Proteine, um gesund zu bleiben. Auch der meistgenannte Tipp aus der schönen, jungen Modelwelt ist nicht veraltet: viel Wasser trinken ist gut für die Haut. Doch auch die Klosterbrüder haben recht: Ein Glas Rotwein hilft dem Wohlbefinden und dank des enthaltenen Resveratrols auch der Haut, denn dieser Stoff aktiviert die Zellreparatur.

2. Nahrungsergänzung: das En-plus

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chönheit und Wohlbefinden gibt es auch im Verkaufsregal. Bereits seit Längerem bietet die Nahrungsmittelindustrie mit Vitaminen, Kalzium oder anderen Substanzen angereicherte Lebensmittel an. Diese funktionellen Nahrungsmittel, auch Functional Food oder Nutricosmetics genannt, liefern zusätzliche Nährstoffe, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben sollen. Bis heute ist der Sinn von Functional Food umstritten. Ein wirksames Beispiel, das auch von Ernährungsexperten anerkannt wird, ist die Anreicherung von Kochsalz mit Jod. Die Beigabe von Folsäure in Nahrungsmittel gilt für gewisse Bevölkerungsgruppen ebenfalls als sinnvoll. Generell aber sind sich die Experten über die Wirkung von Functional Food nicht einig.

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uch die Pharmaindustrie bietet Lösungen gegen das Altern. Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel werden als die kleinen Wunderwaffen im Kampf gegen Vitalitätsverlust und andere Unpässlichkeiten gepriesen. In ihnen stecken lebenswichtige Nährstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders beliebt sind Multivitaminkapseln, aber auch spezielle Mischungen für die Gelenkbeweglichkeit oder für die För-


© iStockphoto

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derung von Haar- und Nagelwachstum. Bei den Inhaltsstoffen liegen die Vitamine C, E und A, Magnesium, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren ganz vorn in der Anwendung. Gegen die Folgen des Alterungsprozesses werden vor allem die Antioxidantien wie Astaxanthin, Lycopin oder Alpha-Liponsäure ins Feld geführt. Sie gelten als wirksames Mittel gegen die freien Radikalen, die das Altern beschleunigen.

Nicht für alles gibts Pillen. Ein Ersatz für gesunde Ernährung sind sie so oder so nicht.

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uch hier ist zu sagen: Die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln ist umstritten. Fachleute bemängeln, dass in vielen Fällen entsprechende Studien fehlen oder keinen Nachweis einer Wirksamkeit erbringen. Grundsätzlich gilt, so der Arzt und Ernährungswissenschaftler David Fäh, dass Nahrungsergänzungsmittel sinnvollerweise nur dann eingesetzt werden, wenn ein ärztlich nachgewiesener Vivai 6/14

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Mangel besteht oder ein solcher wahrscheinlich ist, wie bei Menschen, die sich strikt vegan ernähren.

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her schon ein Klassiker sind Schüssler-Salze. Es gibt viele Frauen, die auf die «BeautySalze» 1, 8 und 11 schwören. Sie sollen gut für Haut, Haare und Knochen sein. Schüssler-Salze sind Nutricosmetics und zugleich Nahrungsergänzungsmittel. Der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler war der festen Überzeugung, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen entstehen und somit durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden können. Die von ihm verwendeten biochemischen Mineralstoffe, das heisst Salze, bezeichnete er als Funktionsmittel. Insgesamt gibt es heute 24 Schüssler-Salze, jedes hat ein genau definiertes Wirkungsspektrum. Die Beschwerden, bei denen Schüssler-Salze die Heilung unterstützen sollen, reichen von Entzündungen über Verdauungsprobleme bis zu Nervosität und Gedächtnisschwäche. SchüsslerSalze werden aber wie schon erwähnt zur Schönheitspflege eingesetzt – die Salze Nr. 1 (Calcium fluoratum), Nr. 11 (Silicea) und Nr. 8 (Natrium chloratum) gibt es auch in damit angereicherten Cremes. Hier gilt ebenso: Die Meinungen über die Wirksamkeit gehen auseinander. Manche verweisen auf den Placebo-Effekt, und andere Experten sprechen den Salzen eine gewisse Wirkung zu. Daran zu glauben, schadet jedenfalls nicht.

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3.

Schönheit aus dem Topf: Babycreme reicht jetzt nicht mehr

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om Idealzustand «faltenfrei und ebenmässig» entfernt sich die Haut mit den Lebensjahren. Dafür oder besser gesagt dagegen werden Cremes und Seren entwickelt. Die Erforschung neuer Wirkstoffe lässt sich die Beautyindustrie viel Geld kosten. Jedes Jahr kommen neue Produkte und Methoden auf den Markt. Dabei muss es nicht blutig werden wie beim Vampirlift, einer der neuesten Methoden zur Hautstraffung. Auch mit sanften Mitteln gelangt man zu einer Haut, die frisch und jugendlich wirkt, weil sie gepflegt ist. Dazu trägt der persönliche Lebensstil bei. Ohne ein Spielverderber sein zu wollen, aber je reifer die Haut, umso weniger verzeiht sie kurze Nächte, Alkoholexzesse, zu viel Fast Food, zu wenig Bewegung. Ebenso wichtig ist ein guter Schutz der Haut, in erster Linie vor UVA-Strahlen, die wesentlich zur Hautalterung beitragen. Darüber hinaus muss der Haut von innen und aussen viel Feuchtigkeit zugeführt werden, und so wie sich eine gesunde Ernährung im Hautbild widerspiegelt, so tut es auch ein gutes Pflegeprodukt. Eine Babycreme kann einer reifen Haut nicht mehr das geben, was

sie braucht. Sie benötigt spezielle Wirkstoffe, die in der Lage sind, ihre Vitalität und Regenerationsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

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ewährte Kräfte im Kampf gegen die Hautalterung sind in Cremes und Seren unter anderem Antioxidantien wie Vitamin A, auch als Retinol bekannt, oder die Vitamine C, E und K, das Coenyzm Q 10 oder Betakarotin. Einer der populärsten Feuchtigkeitsspender ist die Hyaluronsäure. Aber die Konkurrenz wächst, denn es wird fleissig geforscht in den Laboren. Die Migros-Tochter Mibelle Biochemistry zählt zu den innovativsten


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4.

Bewegung: im Fluss

bleiben

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Hautpflegeforschern. Grosse Erwartungen setzt das Unternehmen in den Wirkstoff Snow Algae Powder. Im Labor ist es gelungen, Schneealgen zu kultivieren, die in der Lage sind, ein Langlebigkeitsgen zu stimulieren. Der patentierte Anti-Aging-Wirkstoff wurde unlängst mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Ebenfalls aus der Küche der Mibelle-Biochemistry-Forscher stammt der Wirkstoff Detoxophane, der aus Kressesprossen gewonnen wird, die besonders wertvolle Antioxidantien enthalten. Einer der grossen Forschungsschwerpunkte liegt heute bei den Pflanzenstammzellen. Die Wirkstoffe, die aus ihnen gewonnen werden, gelten als Jungbrunnen für die Haut.

© GettyImages, iStockphoto

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on der Kosmetikindustrie werden aber weitere Strategien verfolgt. Man verspricht sich nach wie vor sehr viel von sekundären Pflanzenstoffen. Aber auch Oligopeptide, das heisst Eiweissverbindungen, sind ein wichtiges Thema. Ebenso die Gentherapie. Noch ist die Creme der ewigen Jugend nicht gefunden worden, manche schwören deshalb auf eine simple Gesichtsgymnastik und lachen viel.

er viel sitzt, stirbt früher, oder sagen wir es abgeschwächt: wird schneller alt und dick. Zugegeben, das ist provokativ, enthält aber ein Stück Wahrheit. Mangelnde Bewegung gilt in der Forschung als Hauptursache vieler Zivilisationskrankheiten wie Herz-KreislaufErkrankungen, Diabetes und Übergewicht. Nein, das bedeutet nicht, dass man mit 55 Jahren zum Marathonläufer werden muss. Jeden Tag eine halbe Stunde schnelles Gehen wäre jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Zu den weniger schönen Seiten des Alters gehört es nämlich, dass die Fettmasse hormonbedingt zu und die Muskelmasse

abnimmt. Dagegen hilft auch der regelmässige Gang ins Fitnessstudio. Mit gezieltem Muskeltraining kann man nicht nur den Körper formen, man stützt ihn gleichzeitig; das gilt vor allem für die Rumpfmuskulatur. Pilates-Training hat einen ähnlichen Effekt. Und die Anhänger von Yoga schwärmen von der verjüngenden Wirkung der verschiedenen Stellungen, den sogenannten Asanas. Insbesondere die Umkehrstellungen (Kopfstand, Brücke, Schulterstand etc.) sollen einen positiven Effekt haben, weil sie die Durchblutung anregen. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es dafür bisher nicht. Tatsache ist aber, dass Yoga, ebenso wie Qigong oder Tai-Chi ganzheitliche Trainingsmethoden sind, das heisst: Sie trainieren Körper und Geist.

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eil man sich schliesslich schon ein paar Jahre länger anstrengt und abmüht als die Jüngeren, lockt in einem gewissen Alter die Versuchung, sich gehen zu lassen. Dagegen wirkt die Losung «Haltung bewahren». Und das im mehrfachen Sinne. Nehmen Sie sich die Primaballerina zum Vorbild: Man kann den Kopf nicht hoch genug tragen. Warum nicht mal zur Rückengymnastik gehen oder einen Tanzkurs besuchen? Dort

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Ein gutes Geschenk für alle über vierzig lernen Sie körperlich, was auch mental stark macht: ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln. Und wer das hat, weiss letztlich zu unterscheiden zwischen dem, was einem guttut, und dem, was man besser bleiben lassen sollte.

ps:

Die gute Nachricht zuletzt: Die eingangs erwähnte Studie der Uni Cleveland zeigte auch, dass zu viel Gewichtsabnahme ab dem Alter von vierzig Jahren eine Person älter aussehen lässt. Unter vierzig ist es wohl andersherum. Hat man die vierzig also hinter sich, ist es für das Gesicht von Vorteil, wenn man keine Radikaldiät macht, sondern «gut gepolstert» durchs Leben geht. l

Ein Buch mit hohem Nutzwert Obwohl auch hier nicht auf das Anti-Wort verzichtet wird, ist das Buch des Arztes Dr. Robert G. Koch ein ebenso praktischer wie inspirierender Begleiter zum Thema. Koch gibt in «Mein Anti-Aging-Coach» (Verlag Beobachter, 29.90 Fr.) wertvolle Tipps, wie man den Alterungsprozess positiv beeinflussen kann. Er führt Erkenntnisse aus der westlichen und östlichen Medizin zusammen. Das Buch ist lehrreich, umfassend, verständlich geschrieben und voller überraschender und umsetzbarer Ratschläge. Das Gute: Koch macht den Fächer weit auf, ohne Denkschranken schaut er über den Tellerrand hinaus. Empfehlenswert! l

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Mit Katja Gentinetta

a Katja Gentinetta ist Politikphilosophin und -beraterin. Nach Führungspositionen in Kultur, Verwaltung und Wirtschaft ist sie heute Gesprächsleiterin der «Sternstunde Philosophie» am Schweizer Fernsehen, Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen und Mitbegründerin und Partnerin von Gentinetta*Scholten Wirtschaft Politik Gesellschaft. Sie hält Vorträge und ist Autorin mehrerer Publikationen.

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uf die Gefahr hin, dass ich mich als Autofahrerin gleich für jegliche ethische Auseinandersetzung disqualifiziere, muss ich mir über die Verrohung der Sitten im Strassenverkehr Luft verschaffen. Rechts überholen ist normal, blinken ist uncool und selbst junge Mütter (wie man aufgrund des Aufklebers «Baby an Bord» annehmen darf) donnern mit sechzig durch die Dreissigerzone. Ausserdem wird so nah aufgefahren, dass ich mich manchmal frage, ob die Autos hinter mir in meinem Kofferraum mitfahren wollen. Aber auch im Fussgängerverkehr wird beliebig gerammt. Schnell und frech kommt weiter. Die althergebrachte «Ist hier noch frei»-Frage hat dennoch überlebt – man ist ja schliesslich am Ziel. Aber auch das freie Überqueren der Strasse bei Rot ist nicht etwa ein Statement für das Recht des Schwächeren, sondern ebenfalls eine Nichtbeachtung überlebensnotwendiger Regeln. Gänzlich in Vergessenheit geraten ist schliesslich die Sitte, der nachfolgenden Person die Türe aufzuhalten. Zuweilen schiebe ich ein deutliches Danke nach vorn, wenn mir die Türe mal wieder so richtig in die Nase knallt, worauf sich mein Vorgänger dann meist irritiert umdreht und ein verdattertes Sorry von sich gibt. Alle diese Verhaltensweisen machen deutlich: «Hier bin ich, und wer mir nicht ausweicht, ist selber schuld.» Dass es auch anders ginge, zeigte mir neulich

wieder ein Ausflug nach Frankreich. Auf den Autobahnen wird rechts gefahren, beim Überholen wird geblinkt, danach gehts wieder auf die rechte Spur. Klar ist das Land grösser, sind die Strassen weniger dicht befahren. Dass es aber nicht an der Dichte liegt – an der viele Schweizer ja so leiden –, zeigt schliesslich Paris. Stösst man aneinander, dreht man sich um und entschuldigt sich mit einem aufrichtigen Pardon. Und zu meiner Überraschung wird einem sogar in der Metro – diesem Kulminationspunkt der effizienten Mobilität – die Schlagtüre aufgehalten! Das Croissant wird mit einem fröhlichen Wunsch für den Tag übergeben, und das Servierpersonal strahlt, als ob immer die Sonne schiene. Irgendwie fühlt man sich – wie Gott in Frankreich. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ein französischer Philosoph – André Comte-Sponville, ich habe über ihn schon geschrieben – die Höflichkeit als die «erste Tugend» bezeichnet. Ein wertvolles Leben beginnt mit einem angenehmen Alltag. Wie man anderen Menschen begegnet und wie man selbst behandelt wird, ist ein wesentlicher Teil davon. Es braucht dazu nicht einmal ein fühliges Miteinander, wie es manchen zur Rettung der Welt vorschwebt. Es bedarf schlicht eines respekt- und rücksichtsvollen Verhaltens, das von nichts weniger als der Tatsache ausgeht, dass einem die Welt nicht allein gehört. l

© Ornella Cacace

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Zadar

3

Zadar–Skradin–Šibenik

4

Šibenik–Split–Omiš

5

Omiš–Metković

6

Metković–Korčula

7 8

Korčula–Dubrovnik Dubrovnik–Schweiz

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