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Vivai 2014 4 de

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Das Wohlf端hl- und Nachhaltigkeitsmagazin der

04/2014

Teilen statt besitzen: Wie Mobilit辰t in Zukunft aussehen kann Der Mix machts: Wie aus zwei Trainingsmethoden eine neue wird Gut zu Fuss: Warum die F端sse eine besondere Pflege brauchen

Da steckt mehr drin Das sollten Sie 端ber Brot wissen


Eine reife Leistung der Natur.

Ein Teil von


Die Experten im Heft PD Dr. David Fäh

ist Ernährungsphysiologe. Der Forscher und Dozent am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich berät uns bei Ernährungsfragen. Seine Ansichten zum Thema Brot ab Seite 10. Christina Daeniker

ist Spezialistin Ernährung und Gesundheit beim Migros-Genossenschafts-Bund. Sie verfügt über ein breites Fachwissen und Erfahrung mit Kundenanfragen. Sie berät uns bei Ernährungstexten, die mit Migros-Produkten in Zusammenhang stehen. Marianne Botta Diener

ist diplomierte Lebensmittelingenieurin und Fachlehrerin ETH. Sie hat sich dieses Mal mit Brot und Wasser – genauer gesagt mit Sportgetränken – beschäftigt.

Titelfoto: Tina Steinauer, Model: Max Speckert © Roland Tännler, Joschi Herczeg, Simon Iannelli

Jörg Beckmann

ist Direktor der Mobilitätsakademie, einer TCSDenkfabrik, die sich mit Fragen der nachhaltigen Mobilität befasst. Vivai hat den Verkehrssoziologen zum Thema Ko-Mobilität befragt.

Liebe Leserin,lieber Leser Die subtile Wirkung des Duftes wissen vor allem Frauen und Detailhändler zu nutzen. Ich verrate Ihnen kein Betriebsgeheimnis, wenn ich sage: Frischer Brotduft lockt Kunden in die Läden. Brot – das ist ein Wort, das die meisten von uns riechen können. Für ein frisches, knuspriges Brot würde ich ein Steak vom Kobe-Rind stehen lassen. Davon halten mich auch die Diättrends nicht ab, die das Brot verteufeln. Denn Brot ist die Beilage von schönen Erinnerungen. An stundenlange Gespräche mit Freunden, bei denen Brot, Käse und Wein den Tiefgang begleiteten. An französische Boulangerien, wo die Welt lässig-stilvoll duftet, nur weil eine zerzauste Französin im Trenchcoat ein Baguette unter den Arm klemmt. Und ich denke an Herrn Knecht, den Bäckermeister in meinem Dorf. Wenn ich um 14 Uhr von der Schule kam, sass er auf der Bank vor seiner Bäckerei. Zwischen den kräftigen Fingern (vom Kneten natürlich!) hielt er eine Zigarette. Er strahlte jene etwas müde Zufriedenheit von Menschen aus, die ihr Tageswerk als erfüllt betrachten. Wir lächelten uns zu und wussten: Wir beide rühren heute keinen Finger mehr. Sie werden hoffentlich überrascht sein, welche Brosamen wir in der Schweiz und in der Welt aufgelesen haben. Und falls Sie wieder mal den Brotkorb im Restaurant geleert haben, empfehle ich Ihnen die neuen Fitnesstrends (Seite 52). Wie in den Backstuben wird auch in den Fitnessstudios gern mit den Zutaten experimentiert. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit Vivai!

Chefredaktorin PS: Seit bei 1,62 m grössenmässig Schluss war, trage ich nur zum Sport flache Schuhe. Ganz schlecht, ich weiss. Deshalb die Fusspflegetipps auf Seite 48. Vivai 4/14

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Fischgenuss ohne Nachgeschmack.

Ein Teil von


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10 Auch wenn die jüngsten Diättrends an seinem Image knabbern: Es geht nicht ohne Brot 14 Currybrot in Tokio, Graubrot in Hamburg, Wonder Bread in Los Angeles: So duftet die Welt 20 Wie oft, wie viel und was genau? Zahlen und Fakten zum Brotkonsum in der Schweiz 22 Wir fragen, die Experten antworten: Etwa, ob man altes Brot an Tiere verfüttern darf 24 Was Brot mit Biodiversität zu tun hat 28 Carpooling und Bikesharing: Warum geteilte Mobilität den Weg in die Zukunft weisen könnte

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38 Isotonische Getränke: Was ist dran an den knallbunten Durstlöschern? Und was steckt drin? 48 Fusspflege ist nicht nur eine Sache der Ästhetik, sondern wichtig fürs körperliche Wohlgefühl 52 Bokwa, Piloxing & Co. – die jüngsten Fitnesstrends erfinden Altbekanntes neu

© Luca Gabino, GettyImages, Illustration: Anja Kroencke

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7 9 36 41 42 46 56 58 I MPRESSUM Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Verlagsleiter: Rolf Hauser Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktorin: Susanna Heim Stellvertreterin: Christine Kunovits Koordination: Dagmar Madelung Text/Produktion: Lukas Hadorn, Sylvie Castagné (F), Cora Gianolla (I) Art Direction: Dora Siegenthaler Bildredaktion: Cornelia Thalmann Bildbearbeitung: Reto Mainetti Korrektorat: Patrizia Villiger

Das freut uns Das gefällt uns Kultprodukt Leicht & gesund Wer kauft hier ein? Was ist eigentlich … Vivai-Wettbewerb Kolumne

Adresse Redaktion und Verlag: Vivai, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich vivai@migrosmedien.ch www.migros.ch/vivai Druck: Vogt-Schild Druck AG, CH-4552 Derendingen Papier: Holzfrei, FSC-Mix Zur CO ²-Kompensation wird ein FSC-Projekt in Brasilien unterstützt. ISSN: 1663-716X Gesamtauflage Vivai: 250 000 Exemplare D: 173 000, F: 60 000, I: 17 000

Bestellen Sie Vivai kostenlos: abo.vivai@migrosmedien.ch oder Tel. 0800 180 180 Vivai 4/14

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Die Natur macht uns den Hof.

Ein Teil von


Immer locker bleiben

Ein Konfibrot zum Frühstück – das gibt Kraft für den Tag! Dumm nur, wenn ebendiese Kraft fehlt, um das Glas zu öffnen. Kinder, aber auch ältere Menschen oder Rheumapatienten bekunden oft Mühe mit dem festen Dreh. Für sie setzt die Migros den neuen «Easy-Open»Verschluss ein, der sich mit halbem Kraftaufwand öffnen lässt. Alle Extra-Konfitüren sind ab sofort mit dieser Verschlusstechnik ausgestattet, die auch von der Rheumaliga Schweiz empfohlen wird.

Grün ist messbar

So läuft das

© Illustration: Shutterstock (Montage: Vivai), Fotos: Plainpicture, Paolo Dutto

Weniger PET pro Schluck

Das Triasgestein in den Walliser Alpen, durch welches das AprozWasser ins Tal fliesst, ist Millionen Jahre alt. Und das ist gut, schliesslich gelangen so die wertvollen Mineralien – viel Kalzium und Magnesium – ins Wasser. Beim Flaschen- und Etikettendesign hingegen darf es ruhig etwas neuzeitlicher zugehen. Gerade wurden sämtliche Aproz-Mineralwasserflaschen neu designt, was nicht nur ästhetisch Freude macht, sondern auch aus Sicht der Umwelt überzeugt. Für die neue Flaschenform wird nämlich weniger PET verwendet, womit knapp 71 Tonnen Verpackungsmaterial pro Jahr gespart werden können. Darauf trinken wir!

Der Herbst naht in schnellen Schritten. Schliesslich wissen wir: Herbstzeit ist Laufzeit. Noch ist es nicht zu spät, an den wunderschönen Herbstläufen mit dabei zu sein, ob als Zuschauer oder als Teilnehmerin. Etwa am Jungfrau-Marathon (12./13. 9.), am Greifenseelauf (20. 9.), beim Stralugano (27./28. 9.), am Murtenlauf (5.10.) oder am Hallwilerseelauf (11.10.). Die grandiose Kulisse gibts bei diesen Läufen gratis dazu. All jene, die lieber mittendrin statt nur dabei sind, erhalten die passende Ausrüstung und Tipps von den Experten bei Ryffel Running by SportXX.

Wie viele nachhaltig produzierte Produkte hatten sie beim letzten Einkauf im Körbchen? Keine Ahnung? Diese Antwort gilt ab sofort nicht mehr. Die Migros hat ihr kostenloses Bonusprogramm Cumulus um die Funktion CumulusGreen erweitert, die automatisch den prozentualen Anteil nachhaltiger Produkte am gesamten Einkauf berechnet. Sie weist die Produkte von zwölf nachhaltigen Labels (unter anderem Migros Bio, Max Havelaar, UTZ, Alnatura …) im Cumulus-Kontoauszug oder auf der Cumulus-Website aus. Das gemeinsam mit dem WWF entwickelte Projekt soll das Bewusstsein der Konsumenten für nachhaltiges Einkaufen steigern. www.migros.ch/cumulus-green

www.sportxx.ch/ryffelrunning

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Müde, müde, müde, müde, müde...

Eisenmangel Frauen aufgepasst! Lustlos, keine Energie? Die Mehrheit erschöpfter Frauen im Menstruationsalter leidet an einem Eisenmangel bei einem normalen Hämoglobin, sagt Dr. Beat Schaub, Facharzt für Innere Medizin. Das muss nicht sein! Leere Batterien Eine junge Frau (32) sagt: «Es ist mir alles zu viel, meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen.Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?»

Eisenspeicher auffüllen Ein patientenorientiertes Forschungszentrum in Binningen bei Basel hat herausgefunden, dass die aufgezählten Symptome in den meisten Fällen durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden. Der Körper verliert Eisen, wenn er Blut verliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn hauptsächlich Frauen im Menstruationsalter an einem Eisenmangel leiden. Sie bluten in ihrem Leben zusammengezählt über fünf Jahre lang. Der Eisenspeicher des Körpers ist oft schon wenige Jahre nach der ersten Regelblutung leer. Das sogenannte Eisenmangelsyndrom bei Frauen im Menstruationsalter kann in wenigen

Wochen erfolgreich behandelt werden, indem der Eisenspeicher wieder aufgefüllt wird. Anschliessend empfiehlt sich das erneute Absinken des Ferritinspiegels durch ein gut verträgliches, flüssiges Eisen-Präparat aus der Apotheke, Drogerie oder Reformhaus zu verhindern. So gelingt es, Frauen, die schon immer dem «schwachen Geschlecht» zugeordnet wurden, «lebendig» zu machen. Am besten konsultieren Sie Ihren Arzt oder eines der spezialisierten ärztlichen Eisenzentren. www.eisenzentrum.net

WWW.FLORADIX.CH


Die haben gut lachen

Ein Lachanfall pro Tag muss sein. Finden wir; finden auch Mediziner und Psychologen. Beim Lachen produziert der Körper Endorphine, die uns helfen, Stress abzubauen, Schmerzen zu lindern und Glücksgefühle zu empfinden. Weil das Leben aber nicht stets die richtige Pointe parat hat, empfehlen wir professionelle Anleitung. Etwa von spanischen Politikern (Suchbegriff auf Youtube: «Lachanfall im andalusischen Parlament»), amerikanischen TV-Moderatoren («News reader cannot stop laughing») oder zwei ziemlich talentierten Tennisspielern («Federer Nadal lachen»).

Es grünt ums Grün

© Raffael Waldner, Plainpicture, iStockphoto

Knirpse an den Herd

Für Kinder zu kochen, ist keine leichte Aufgabe. Das Essen soll nicht nur schmecken, auch ausgewogen muss es sein, optisch ansprechend und abwechslungsreich. Und schnell soll es ja meistens auch gehen. Wie man diese Ansprüche unter einen Hut – oder besser: in einen Topf – bringt, und sich dabei erst noch umweltbewusst verhält, zeigt das neue Familienkochbuch «Green Gourmet Family». Das Gemeinschaftsprojekt von Migros, Saisonküche und WWF bietet siebzig saisonale Rezepte, dazu Koch- und Umwelttipps sowie Ratschläge fürs Kochen mit Kids. Das Buch ist bis Ende September in allen Migros-Filialen erhältlich.

Eine Tümpellandschaft, mehrere Weiher, Streuobstwiesen, ein Birkenhain, eine Kieslandschaft und ausgedehnte Feuchtgebiete. Was klingt wie ein abgelegenes Naturschutzgebiet, ist in Tat und Wahrheit ein Golfplatz. Oder besser: Soll schon bald ein Golfplatz sein. Jedenfalls stellt sich die Genossenschaft Migros Zürich den Golfpark so vor, den sie bei Wädenswil über dem Zürichsee realisieren möchte. Aktuell wird die Detailplanung gemeinsam mit Fachstellen und Spezialisten ausgearbeitet. Wie bei sämtlichen Migros Golfparks soll auch in Wädenswil nur rund ein Drittel der Gesamtfläche auf die Spielbahnen entfallen, der ganze Rest auf naturbelassene, extensiv genutzte und ökologische Ausgleichsflächen.

Geschenkte Gedanken

Man muss nichts tun. Nur zuhören und mitdenken, wie zwei andere Menschen Gedanken entwickeln. Ein faszinierender Vorgang, dem man beiwohnen kann im «Philosophischen Radio» auf dem deutschen Spartensender WDR 5. Eine Schatztruhe für Menschen, die neue Fragen und andere Antworten hören wollen zu Themen wie «Der Ego-Tunnel» oder «Kann man moralisch spekulieren?». Moderator Jürgen Wiebke ist der Anwalt der Unwissenden. Er fragt bei seinem Philosophen-Gast so lange nach, bis man zu Hause im Sessel beglückt ausruft: «Heureka – ich habe es (verstanden)!» www.wdr5.de/sendungen (Podcast-Download)

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Brot

Unser täglich Brot Ein Nahrungsmittel, das man weltweit kennt und geniesst. Ein Kulturgut der Menschheit, von dem sie sich seit Jahrtausenden ernährt. Obendrein ist es ein Produkt, mit dem man die Artenvielfalt erhalten kann. Das alles ist Brot. Zwar knabbern derzeit die Diättrends an seinem Image. Doch Brot wird ständig auch kalorienarm oder glutenfrei. Text: Marianne Botta Diener Illustrationen: Flavia Travaglini

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© GettyImages, Hintergrund: iStockphoto

neu erfunden, wenn es sein muss,


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Brot

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risch gebackenes Brot – das sind Worte, bei denen viele nicht nur ein Bild, sondern auch einen Duft in der Nase haben. Und weil Gerüche eng mit unserer Erinnerung verbunden sind, weckt Brot auch Gefühle. «Wir wachsen mit Brot auf. In unserem Kulturkreis ist es ein Grundnahrungsmittel, mit dem wir auch viel Positives verknüpfen», sagt der Ernährungswissenschaftler David Fäh. Da sind etwa die Erinnerungen an das gemeinsame Frühstück und Abendbrot in Kindertagen oder an dieses feine Sandwich auf einer Schulreise. Tatsächlich «riecht» Brot aber auch nach Energie. Der Mensch ist so veranlagt, dass er bevorzugt nach energiereichen Lebensmitteln greift, wie Brot es ist. Für unsere Vorfahren, die karge Zeiten überstehen mussten, war das ein überlebenswichtiger Instinkt. Die Lust auf Brot scheint zwar ungebrochen. Doch das wachsende Gesundheitsbewusstsein hat auch vor dem Brot nicht haltgemacht. Doch dazu später mehr. Denn erst müssen wir ein wenig schwärmen. Dieser Duft. Dieser Geschmack. Diese Knusprigkeit. Woher kommts? Seinen unvergleichlichen Geschmack erhält Brot durch die verschiedensten Röstund Backaromen in der Kruste. Die rund fünfhundert bisher identifizierten Aromen verdankt das Brot zu einem grossen Teil der Getreidesorte. Urdinkel schmeckt und riecht anders als Hafer oder Roggen. Die wichtigste Phase für die Entwicklung der Aromen ist die Fermentierung des Teigs mit Hefe oder Sauerteig. Beim Backen bilden sich weitere Röstaromen. Professor Michael Kleinert, Leiter des Instituts für Lebensmittel- und Getränkeinnovationen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, hat ein Aromarad entwickelt, um Brotaromen zu benennen. Damit kann Brot ähnlich wie Wein beschrieben werden. «Ein frischer Hauch von Fruchtnoten, die sich im Spiel reifer Hefearomen entwickeln. Im Abgang findet sich das für den Dinkel typische nussige Aroma»; mit diesen Worten etwa beschreibt Professor Kleinert ein Dinkelbrot. Können Sie das schmecken? 12

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Wer bei Brot vorsichtig sein muss Unverträglichkeiten und Allergien

Nicht alle Menschen vertragen Brot problemlos. Das «aha! Allergiezentrum Schweiz» erklärt Unverträglichkeiten und Allergien. Mehr Infos unter www.aha.ch Zöliakie oder Gluten-Sensitivität Was es ist: Eine Unverträglichkeit

des Darms gegenüber Bestandteilen des Klebereiweisses Gluten. Dieses ist in Weizen, Gerste, Hafer, Dinkel und Roggen enthalten. Wenn keine Zöliakie diagnostiziert werden kann, kann auch eine Gluten-Sensitivität dahinterstecken. Symptome können sein: Durchfall, Verstopfung, Müdigkeit, Eisenmangel, bei Kindern auch Weinerlichkeit. Alternativen: Brote und Lebensmittel aus glutenfreien Getreiden wie zum Beispiel Hirse, Mais, Reis, Quinoa oder Amarant. Weizenallergie Was es ist : Eine echte Allergie auf

Weizenproteine gehört vor allem bei Kindern zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien. Symptome können verschieden sein; von Schnupfen über Verdauungsbeschwerden bis zu Asthma. Alternativen : Geeignet sind Brote aus anderen Getreiden wie zum Beispiel Brote aus hundert Prozent Roggen.

Brot ist ein «einfaches» Lebensmittel. Es setzt sich in seiner Basisversion aus diesen Zutaten zusammen: Mehl, Wasser, Hefe oder Sauerteig und etwas Salz. Rund neunzig Prozent der Rohstoffe, welche die Migros-Bäckerei Jowa zur Brotherstellung verwendet, stammen aus der Schweiz. Um täglich Brot in der gleich hohen Qualität zu backen, setzt die Jowa sehr zurückhaltend Backhilfsmittel ein. Diese enthalten in der Regel natürliche Zutaten, welche im Mehl schon vorhanden sind. Um es mal wieder in Erinnerungzurufen:MehlisteinNaturprodukt, das je nach Witterung und Bodenqualität Schwankungen unterworfen ist. Handwerk und Regionalität

Wie jedes Konsumprodukt unterliegt auch das Brot verschiedenen Trendwellen. Derzeit ist Brot, das von Hand gefertigt und aus regionalen Rohstoffen ist, nachgefragt. «Auf dieses Bedürfnis der Kundschaft reagiert die Jowa mit den Hausbäckereien. Das sind in die MigrosFilialen integrierte Bäckereien, meist mit direktem Einblick für die Kunden», erklärt Daniel Hiestand, Leiter Marketing, Entwicklung, Beschaffung bei der Jowa. Beeindruckend ist das Angebot: Allein die Jowa bietet rund zweihundert Brotsorten an. Die Auswahl an Broten war noch nie so gross. Doch seit einigen Jahren ist der Brotkonsum europaweit leicht rückläufig. Dafür gibt es zwei mögliche Ursachen: Diäten wie die Low-CarbDiäten, die von Kohlenhydraten abraten, sowie vermutete und tatsächlich bestehende Unverträglichkeiten (siehe Kasten). David Fäh entschärft die AntiBrot-Haltung vieler Diäten: «Es ist sicher besser, Brot zu essen als Süssigkeiten und fette Snacks.» Brot sei, mit Ausnahme von Weissbrot, eine gute Quelle für Nahrungsfasern, Vitamine der B-Gruppe, einige Mineralstoffe wie Zink und Magnesium sowie bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe. Vom regelmässigen Weissbrotkonsum rät aber auch Fäh ab. Es enthält vergleichsweise wenig wertvolle Inhaltsstoffe und ist reich an Kohlenhydraten.


© Leo Patrone

Diese liefern zwar Energie, aber sie beeinflussen das Insulin dahingehend, dass es Speicher aufbaut und den Abbau der Fett- und Zuckerspeicher im Körper hemmt. Das ist vor allem ein Problem für Menschen, die sich wenig bewegen und übergewichtig sind. Für Leute, die aufs Gewicht achten, ist es laut Ernährungsexperte Fäh sinnvoll, beim Abendessen aufs Brot und andere Kohlenhydratquellen zu verzichten. So können nachts Reserven abgebaut werden. Roggen- und Haferbrot bevorzugen Für alle Brotliebhaber gibt es aber auch die gute Nachricht: Nicht alle Brotsorten haben dieselben Dickmacher-Eigenschaften. Beim Genuss eines Brotes, das viele Nahrungsfasern und Schleimstoffe enthält, wie sie im Hafer- oder Roggenbrot vorkommen, gelangt der Zucker langsamer ins Blut. Auch Fett bremst den Blutzuckerspiegelanstieg, ebenso Zutaten

wie Nüsse und Soja. Ernährungsexperte Fäh schlägt vor, öfter ein Walliser Roggenbrot zu probieren: «Ich halte es für gesünder, unter anderem weil es bei der Herstellung stärker fermentiert wird.» Für viele Menschen ist es dadurch bekömmlicher. Das bedeutet: Milchsäurebakterien vergären den Teig zu Sauerteig und bringen das Roggenbrot erst zum Aufgehen. Sie bauen dabei Stärke aus dem Mehl zu Säure ab. Der Blutzuckeranstieg ist deshalb nach dem Konsum von Roggenbrot geringer. Es schmeckt durch den Sauerteig anders, bleibt länger feucht und ist auch länger geniessbar. Längst hat die Industrie auf das Bedürfnis der Figurbewussten reagiert: Das kohlenhydratarme Proteinbrot ist eine echte Alternative. Aber bei allem Gesundheitsbewusstsein sollte man etwas nicht vergessen: den Genuss. Und gibt es einen grösseren Genuss als frisches Brot mit Käse oder Butter oder auch einfach pur?

Weniger Kohlenhydrate Proteinbrot: Bereits seit Septem-

ber 2012 gibt es in der Migros ein Proteinbrot zu kaufen. Es enthält nur 6 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm, im Gegensatz zu herkömmlichen Broten mit 30 bis 45 Gramm Kohlenhydraten pro 100 Gramm. Die zusätzlichen Proteine kommen aus Weizen, Soja oder Lupinen. Das hochwertige Fett stammt aus Leinsamen, Sonnenblumenkernen und Sesam. Es ist ein dunkles, körnerreiches Brot, das auch getoastet schmeckt. Mit dem Proteinbrot werden Kunden angesprochen, die Low-CarbDiäten befolgen oder wegen Diabetes auf eine kohlenhydratarme Ernährung achten. Vivai 4/14

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Brot

So duftet die Welt Ob aus Maismehl, mit Gemüsecurry gefüllt oder als knuspriges Baguette — Brot kommt überall in der Welt auf den Tisch. Texte: Harald Braun, Lisa von Ortenberg, Karen Naundorf, Simone Ott, Judith Reker, Silke Bender, Petra Koci Illustrationen: Flavia Travaglini

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© Japan: Luca Gabino, Deutschland: Sabine Braun, Argentinien: Karen Naundorf, USA: Alberto Engeli, Südafrika: Sally Shorkened, Frankreich: Julien Benhamou, England: Andrea Artz

” In Japan können wir uns über mangelnde Auswahl nicht beklagen.„ «Ich esse ziemlich oft Brot, etwa vier- bis fünfmal pro Woche. Gern esse ich Baguette, das ich mit Butter und Konfitüre bestreiche. Neben den aus Europa stammenden Brotarten gibt es bei uns eine Menge typisch japanische Kreationen. Ich glaube, bei den Tokiotern ist das Curry-Brot am beliebtesten, ein mit dickem Gemüsecurry gefülltes Brot. Ausserdem gibt es das YakisobaBrot, das mit gebratenen Nudeln gefüllt ist. Korone ist eine Art Brioche mit Vanille- oder Schokoladencreme. Das läuft bei uns auch unter Brotsorte – genau wie das ‹an pan›, das mit süsser roter Bohnenpaste gefüllt ist. Ganz allgemein nennen wir Brot auf japanisch ‹pan›. Brote, die man geschnitten bekommt, heissen ‹shoku-pan›, die süssen Teilchen heissen ‹kashi-pan›. Und die herzhaften Snacks nennt man ‹souzai-pan›. Über mangelnde Auswahl können wir uns nicht beklagen!»

Miki Sudo arbeitet in einem Schönheitssalon in Tokio.

” Eine grosse Graubrotkante reicht hier in Hamburg für eine ganze Woche.„ «Für richtig gutes, frisches Graubrot fahre ich durch die halbe Stadt. Am liebsten kaufe ich bei ‹Rettungsbrot›, einem kleinen Biobäcker in Hamburg. Sein Walnussbrot ist mein momentaner Favorit. Aber auch die grosse Graubrotkante vom Stadtteilbäcker auf St. Pauli nehme ich gern mal mit – die reicht dann eine ganze Woche lang.»

Oliver Zimermann ist Banker in Hamburg.

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” In Argentinien hat man sich an fades Weissbrot gewöhnt. Wir haben entschieden: Schluss damit!„ «Brot gehört in Argentinien immer dazu. Morgens ein Stück Toast oder Süssgebäck, mittags und abends Weiss- oder Kleiebrot, egal zu welchem Gericht. Leider gibt es in den Bäckereien vor allem Weissbrot mit wenig Eigengeschmack und viel Konservierungsmittel. Die Argentinier haben sich daran gewöhnt. Deshalb haben wir, als wir unser Cafe Malvón eröffnet haben, entschieden: Schluss damit! Wir wollen zurück zu traditionellen Rezepten! Inzwischen backen wir nicht nur Roggen- oder Vollkornbrot, sondern auch Focaccia mit Rosmarin und Oliven oder Mandelhörnchen. Und zwar ohne industrielle Hefe; der Teig durchläuft einen natürlichen Gärungsprozess. Dafür braucht man viel Erfahrung. Zum Glück hat unser Bäcker Diego alles im Griff.»

Dario Muhafara ist Besitzer des CaféRestaurants Malvón in Buenos Aires.

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Brot

” Küstige und knusprige Brote im Stil Europas gibt es in Los Angeles erst seit fünfzehn Jahren.„ «Ich bin mit Wonder Bread aufgewachsen, diesem weichen, vorgeschnittenen Industrietoastbrot aus gebleichtem Mehl. Damit machten wir Sandwichs, klatschten Aufschnitt, Salatblätter und üppig Mayonnaise zwischen die Scheiben. Damals fanden wir das köstlich.

Heute lasse ich die Finger von Broten, die aus mehr als einem halben Dutzend Zutaten hergestellt werden. Eine grosse Rolle bei meiner Umwandlung zum bewussten Brotesser spielte die La Brea Bakery in Los Angeles. Sie löste vor fünfzehn Jahren eine Brotrevolution aus, weil sie als erste Bäckerei küstige und knusprige Brote nach europäischer Tradition anbot. Inzwischen haben sich kleine Artisan Bakeries überall in der Stadt verbreitet.»

Steve Chagollan ist Senior Editor beim Film- und Branchenmagazin «Variety» in Los Angeles.

” Zum Frühstück esse ich immer Brot. Vier Scheiben Weissbrot, leicht getoastet.„

” In Indien muss Brot rund, weich und gleichmässig geformt sein.„ «Ich esse nicht nur gern Brot, ich backe auch sehr gern. Brotbacken ist viel Arbeit und eine Kunst, die nur eine Mutter richtig vermitteln kann. Brot muss rund, weich und gleichmässig geformt sein. Ich habe schon als Schulkind backen gelernt. Die Teigzubereitung hat mir immer besonders viel Spass gemacht. Zu meiner Alltagskost gehört heute

ein rundes Weizenbrot, das täglich frisch gebacken wird. Je nach Jahreszeit experimentiere ich mit verschiedenen Mehlsorten, etwa mit Maismehl oder im Winter mit Sorghum-Mehl. Am liebsten esse ich Mehrkornbrot, das ich wertvoller finde als Vollkornbrot. Diese verschiedenen Brotsorten sind ein wichtiger Bestandteil der indischen Küche. Ich experimentiere auch gern mit gefülltem Brot. Gesund und schmackhaft sind mit Kartoffeln, Cottage-Cheese oder Grüngemüse gefüllte Brote.

«Bei uns zu Hause gibt es geschnittenes Weissbrot. Das kaufe ich abgepackt im Supermarkt. Es ist schön weich, das ist gut für meine sechsjährige Tochter, die noch keine Schneidezähne hat. Seit ich in einem Café arbeite, in welchem Brot frisch gebacken wird, mag ich Roggenbrot ganz besonders, das ist ein bisschen säuerlich, mir schmeckt das. Aber ich nehme es selten mit nach Hause, weil meine Tochter und mein Mann Weissbrot bevorzugen. Zum Frühstück esse ich immer Brot. Vier Scheiben, leicht getoastet, dazu zwei Spiegeleier, eine halbe Avocado und ein bisschen Tomate. Butter schmiere ich nie aufs Brot, die Eier sind schon fettig genug. Wenn wir um sieben, halb acht zu Abend essen, legen wir uns oft Brot dazu auf den Teller. Dann toaste ich die Scheiben nicht, sondern halbiere sie einfach nur. Ich finde, es passt sehr gut zu Hühnerleber oder Hammelfleisch-Curry.» Fiona Dube stammt aus Simbabwe, lebt aber in Johannesburg in Südafrika, wo sie als Kellnerin arbeitet.

Anusha Soni ist Journalistin in Delhi, Indien.

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”Zu oft hab ich die Hälfte des Baguettes schon auf der Strasse verdrückt.„ «Croissants und Pain au Chocolat kommen bei mir seit fast zehn Jahren nicht mehr auf den Tisch. Zu viel Butter, zu viel Fett. Und frisches Baguette kaufe ich nur, wenn ich Gäste erwarte. Zu oft passierte es mir nämlich, dass ich die Hälfte schon auf dem Weg von der Bäckerei nach Hause verputzte, wenn es ganz warm und knusprig ist und so gut duftet. Ein Baguette schmeckt auch nur tagesfrisch richtig gut – und ist viel zu gross für mich allein. Für mich ist der klassische Vollkorntoast aus dem Supermarkt heute viel praktischer und weniger verführerisch: Wenn ich mittags keine Zeit zum Kochen habe, toaste ich es und belege es mit Käse, Schinken und Tomaten – auch als Zwischenmahlzeit. Zum Frühstück gibt es eigentlich fast immer nur Tee mit drei bis vier Bio-Schoko-Keksen.» Stephanie Valère arbeitet als Entspannungstherapeutin in Paris.

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” Aus unerklärlichen Gründen mögen die Kinder das gummige Toastbrot.„ «Unsere Familie isst ziemlich viel Brot, da ich meinen Töchtern Lunchpakete in die Schule mitgebe. Für die Sandwichs wechsle ich ab zwischen Vollkornbroten, hellen und dunklen Semmeln und Bagels. Am Morgen gibt es bei uns ein schnelles Frühstück mit Flocken und Toast. Aus unerklärlichen Gründen ziehen die Kinder das gummige weisse Toastbrot vor. Das gibt es aber nur ausnahmsweise. In der Regel kaufen wir für meinen Mann glutenfreies Brot und für uns das knusprige englische BloomerWeissbrot. Klassisches englisches Gebäck wie Hot Cross Buns oder Cottage Bread mögen wir zwischendurch auch sehr.» Fiona Corby gibt Schwimmunterricht und lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Purley, in der Nähe von London.


DIE VORTEILE DES GETREIDES OHNE ZUCKERZUSATZ. OHNE ZUCKERZUSATZ

lecker leicht verdaulich und sättigend einfach zuzubereiten

ENTDECKEN SIE DIE 8 UNTERSCHIEDLICHEN GESCHMACKSRICHTUNGEN UNSERER MILCHBREIE UND GETREIDESORTEN:

Milchbreie: Griessbrei, Griessbrei mit Weizen, Brei mit Biscuits, Brei mit Birne und Zwieback, Brei mit Getreidemischung und Brei mit Früchten Vielseitig einsetzbare Getreidesorten: 7 Korn, Griess Die Rezepte der Getreidesorten und Breie von Milupa kommen ohne Zuckerzusatz aus und basieren auf unserer mehr als 90-jährigen Erfahrung im Bereich Babynahrung. Dank der ausgewählten Zutaten und des besonderen Herstellungsverfahrens sind sie natürlich lecker und leicht verdaulich. Ausserdem enthalten sie den gesetzlichen Bestimmungen gemäss weder Konservierungsstoffe noch Farbstoffe oder künstliche Aromen. Informationen und Gratismuster: www.milupa.ch oder unter 0800 55 06 09 (gratis )

ALLES GUTE FÜR MEIN BABY.


Brot

Brotzeit ist immer Fast fünfzig Kilo Brot werden in der Schweiz jährlich pro Kopf konsumiert. Unsere Grafik zeigt, dass das im internationalen Vergleich eher wenig ist. Trotzdem steht Brot auch in unserem Land ganz oben auf dem Speisezettel. Recherche: Lukas Hadorn Illustrationen: Flavia Travaglini

135 g

77 %

Brot essen die Schweizer pro Kopf und pro Tag (2010). Das entspricht fast

essen regelmässig Früchte

50 Kilo pro Jahr.

61 % essen regelmässig Teigwaren

84 % der Schweizerinnen und Schweizer essen regelmässig Brot (2006).

Der internationale Vergleich

55 %

(pro Kopf und Tag):

essen regelmässig Fleisch

bis Osteuropa

450 g :

250 g :

bis Australien, Argentinien, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Niederlande, Israel

160 g :

77 % essen regelmässig Reis

essen regelmässig 44 % Kartoffeln

80 g :

bis Brasilien, Asien

Preis für 500 g Ruchbrot in der Schweiz (Gesamtmarkt, in CHF)

0.28

0.18

1926

1936

bis England, Schweden, Kanada, Schweiz, Österreich, USA

0.24

0.29

1946

1956

1.75

2.00

1.74

0.98

0.43 1966

1976

1986

1996

2006


Zusammensetzung des durchschnittlichen Brotpreises in der Schweiz (2013)

Quellen: Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), Schweizer Bäcker-Confiseure SBC, Schweizerische Brotinformation SBI, Migros, JOWA

JOWA

Die Jowa wurde 1931 von Gottlieb Duttweiler gegründet – zunächst als Schoggifabrik. Heute ist das Unternehmen die führende Bäckerei der Schweiz. Sie umfasst 10 Regionalbäckereien, eine Hartweizenmühle, eine Teigwarenfabrik, einen Standort für glutenfreie Produktion sowie mehr als 90 Hausbäckereien in der ganzen Schweiz.

24 %

92 ‚ 128 ‚ 133 kg

Produktionslöhne

Brot backte die Jowa im Jahr 2013. In den 125 Hausbäckereien der Migros wird das Mehl zu täglich 200 verschiedenen Brotsorten verarbeitet. Täglich werden in der Migros rund 350 000 frische Brote verkauft.

18 % Für jedes Kilo Brot braucht es rund 2 Quadratmeter Getreidefläche, die einmal jährlich bewirtschaftet wird.

Aus 1 Kilogramm Getreidekörner können 730 Gramm Mehl gemahlen werden, woraus 1 Kilogramm Brot gebacken werden kann.

Verkaufskosten

15 %

Mehlkosten

9 ,5 % Übrige Betriebskosten

Kein Migros-Brot ist so beliebt wie der Krustenkranz. Täglich werden 30 000 Stück verkauft. Dahinter kommen Zopf und Bio-Sonnenkranz.

7%

Retouren/Verluste

5%

Administration

5%

Risiko/Gewinn

5%

Energie

550 t

12 ‚ 570 t

Butter/Fette

Mehl

495 t 328 t Hefe

Amortisation

4%

Div. Rohmaterial

2 ,5 %

Rohstoffverbrauch der Jowa-Hausbäckereien (in Tonnen pro Jahr; 2013)

Rahm/Milch/Milchpulver

4%

208 t Eier

Mehrwertsteuer

149 t Zucker

232 t

1% Salz

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Brot

Kein Loch im Bauch Fragen rund ums Brot gibt es viele. Wir haben uns einige notiert und nach den Antworten gesucht.

Š iStockphoto

Text: Petra Koci

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Wie soll Brot aufbewahrt werden, damit es so lange wie möglich frisch und knusprig bleibt? Am besten bewahrt man das Brot in der Originalverpackung (meist Papiertüte) auf und wickelt es dann in ein Tuch aus Leinen oder Baumwolle. Die Schnittfläche mit Frischhaltefolie abdecken. Gordana Tomljenovic, Kochstudio njam njam, Wettingen

Kann man frisches von aufgebackenem Brot unterscheiden? Heutzutage unterscheiden sich diese Brote nur sehr gering. Die Tiefkühlbrote haben manchmal eine knusprigere, aber auch etwas härtere Kruste. Martin Marthaler, Leiter Produktentwicklung bei Jowa

Wer hat den Zwieback erfunden? Schon in der Antike kannte man diesen haltbaren knusprigen Proviant. Die Bezeichnung Zwieback taucht im 17. Jahrhundert auf und ist eine ans Italienische angelehnte Übersetzung von «biscotto» («bis coctus panis» = zweimal gebackenes Brot). Museum der Brotkultur, Ulm

Wieso wird Toastbrot in genormter Form und vorgeschnitten verkauft? Dahinter steht der Convenience-Gedanke: Ursprünglich sollte jede Brotscheibe in die gängigen Toaster passen. Heute wird Toastbrot auch oft für Sandwichs verwendet. Der gleichmässige Schnitt sorgt hier für ein optimales Verhältnis von Brot und Füllung. Aldo Kern, Geschäftsleiter der Hegnauer Bäckerei AG

Gibt es einen Brotgraben? Im Tessin und in der Romandie werden die helleren Brote (Weiss- und Halbweissbrot) bevorzugt gegessen, in der deutschen Schweiz sind es die dunkleren, also die eher rustikalen Sorten. Doch wir würden da nicht von einem Brotgraben sprechen. Am gesamtschweizerisch beliebten Pain Paillasse zeigt sich zudem beispielhaft, dass sich die Präferenzen laufend verändern.

Warum gibts bei der Wohnungseinweihung Brot und Salz? Brot und Salz sind die Urspeisen der Menschheit und gelten als Zeichen der Verbundenheit unter Menschen oder als Symbol der Güte und Gastfreundschaft. Brot und Salz sollen den neuen Bewohnern Reichtum, Fruchtbarkeit und Gesundheit bescheren.

Schweizerische Brotinformation SBI

Museum der Brotkultur, Ulm

Darf man altes Brot an Tiere verfüttern?

Welche Rolle spielt Brot in der Religion?

Schimmelfreies, nicht muffig riechendes, getrocknetes Brot darf in geringen Mengen zugefüttert werden. Da Brot aber viel Energie enthält und je nach Verdauungsstrategie des Tieres die Bakterien im Magen-Darm-Trakt in ihrer Funktion stark beeinflusst, würde ich es nur als Belohnung (etwa beim Pferd) oder in sehr geringen Mengen (bei Enten oder Schwänen) und immer der Grösse des Tieres angepasst verfüttern. Vor allem bei kleinen Tieren (etwa bei Zwergkaninchen und Enten) kann Brot zu Fettleibigkeit führen.

Der christliche Glaube sieht im Brot eine Gabe Gottes. Jesus hat das Brot mit den Armen geteilt. Im Abendmahl hat er mit den Zeichen von Brot und Wein sein Leben zusammengefasst. Im Vaterunser bitten wir um das tägliche Brot, das auch wir mit den anderen teilen sollen.

Prof. Dr. med. vet. Annette Liesegang, Direktorin Institut für Tierernährung, Vetsuisse, Zürich

Wie entsteht die Kruste beim Brot ? Die Brotkruste entsteht durch Wasserentzug beim Backprozess und wird durch die Ofenhitze gebräunt. Bei Temperaturen von 140 bis 220 Grad entsteht eine Vielzahl von Back- und Röstaromen aus der Karamellisierung von Zucker, aber auch durch die Verbindung von Eiweiss und Zucker. Die Kruste bewirkt auch den Schutz der weichen, feuchten und nährstoffreichen Brotkrume vor mechanischen und biologischen Schädigungen, etwa Schimmel. Eine einwandfreie Brotkruste ist gleichmässig in Dicke und Bräunung, frei von Rissen und trocken. Prof. Michael Kleinert, Brotsensoriker und Leiter des Instituts für Lebensmittel- und Getränkeinnovation, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Prof. Edmund Arens, Theologische Fakultät, Universität Luzern

Im Judentum ist Brot der Inbegriff für Nahrung, denn «Brot ernährt den Menschen» (Psalmen 104, 15). Zu Beginn jeder Mahlzeit – vor allem am Sabbat und an den jüdischen Feiertagen – wird ein Segensspruch über das Brot gesprochen. Als Dank an Gott, dass er uns ernährt. Für das Judentum ist die geistige Nahrung, das Religiöse und Metaphysische, ebenso lebenswichtig wie das Brot. Rabbiner David Bollag, Institut für Jüdisch-Christliche Forschung, Universität Luzern

Was sind die Brottrends von morgen? Da gibt es viele: Im Gespräch sind beispielsweise kleinere Portionengrössen, noch mehr Convenience (vorgeschnitten, länger frisch …), gesundheitlicher Mehrwert (Proteinbrot, glutenfrei, ohne Milcheiweiss …), Natürlichkeit (Sauerteig, ohne Backhilfsmittel, Urgetreide …) und Nachhaltigkeit (Labels wie TerraSuisse oder Aus der Region. Für die Region). Martin Marthaler, Leiter Produktentwicklung Jowa

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Sein Bett im Kornfeld Zwischen dem Brotkonsum in der Schweiz und der FÜrderung der Biodiversität besteht ein Zusammenhang. Wie dieser aussehen kann, zeigt ein Projekt im Klettgau. Text: Atlant Bieri Fotos: Markus Jenny Illustrationen: Flavia Travaglini

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Brot

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eizenfelder liefern nicht nur eine wichtige Zutat für das Brot, sie sind auch Tummelplätze von vielen Tier- und Pfl Pflanzenarten. anzenarten. Doch die moderne Landwirtschaft hat die meisten Weizenfelder in grüne Wüsten verwandelt, in denen sich Feldlerche und Hase kaum noch gute Nacht sagen. Das wollen Forscher und Naturschützer ändern und suchen darum nach Möglichkeiten, die Artenvielfalt in den Acker zurückzuholen. Im Klettgau im Kanton Schaffhausen ist das bereits gelungen. Die Region war vormals eines der am stärksten belasteten Ackerbaugebiete der Schweiz. Das Grundwasser war Anfang der Neunzigerjahre so sehr mit Pflanzenschutzmitteln und mit Nitrat aus Dünger verschmutzt, dass der Kanton die Notbremse zog und ein grossangelegtes Projekt zum Grundwasserschutz und zur Biodiversitätsförderung lancierte. Unkraut wieder eingeführt

Rückkehr der Natur: Dank dem Rettungsplan für die Biodiversität gibt es viermal mehr Feldhasen als vorher in den Weizenfeldern des Klettgaus.

Am Anfang des Rettungsplans stand die Wiedereinführung seltener Ackerunkräuter. Sie bilden eine Gruppe von rund dreihundert wilden Pflanzenarten, die am liebsten auf dem Weizenacker leben wollen. Zu ihnen zählen beispielsweise der Ackerrittersporn, das Adonisröschen, die Möhrenhaftdolde oder der Venusspiegel. «Der übermässige Einsatz von Herbiziden hat diese wertvollen Unkräuter beseitigt», sagt der Biologe Markus Jenny von der Vogelwarte Sempach. In der Folge gingen auch die von ihnen abhängigen Insektenarten verloren. Am Ende der Nahrungskette standen bodenbrütende Vögel wie Feldlerche oder Rebhuhn. Sie fanden

nunmehr nichts mehr zu fressen und verliessen das Weizenfeld für immer. Um die Ackerunkräuter zurückzuholen, säten die Bauern Buntbrachen an. Das sind Flächen, die aus einer Mischung von bis zu drei Dutzend Pflanzenarten bestehen. Sie liegen zwischen den Weizenfeldern und werden weder mit Stickstoff gedüngt noch mit Herbiziden oder Pestiziden behandelt. «Sie bilden einen wertvollen Lebensraum sowohl für Ackerbegleitpflanzen wie Mohn oder Kornblumen wie auch für seltenere Arten wie Kornrade oder Venus-Frauenspiegel», sagt Matthias Albrecht, der Biologe bei der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope ist. Der kleine Venusspiegel kam zurück

Ausserdem bewegten Markus Jenny und seine Kollegen aus dem Kanton Schaffhausen die Bauern dazu, auf integrierte Produktion (IP) umzustellen – eine landwirtschaftliche Produktionsweise, die mit weniger Dünger und Pestiziden auskommt. Die einhergehenden Ertragseinbussen wurden vom Bund durch Direktzahlungen kompensiert. Sensationell war, dass durch diese Massnahmen vormals in der Schweiz ausgestorbene Pflanzenarten wie der Ackermeister oder der Kleine Venusspiegel zurückgekehrt sind. «Sie keimten aus Samen, die während Jahrzehnten im Boden schlummerten und nur auf den richtigen Moment gewartet haben», sagt Jenny. Eine weitere Strategie war die Reduktion von Dünger. Dadurch stand das Getreide nicht mehr so dicht, und es gab wieder mehr Licht und unbewachsene Stellen im Feld. Dort konnten nunmehr die beiden seltenen Vogelarten Feldlerche und Grauammer wieder ihre Nester bauen. «Dadurch stieg die Grauammer-Population im Klettgau von fast null auf über zwanzig Brutpaare an», sagt Jenny. Auch bei den Feldhasen gab es Nachwuchs. Heute leben in den aufgewerteten Gebieten rund vierzehn Hasen pro Quadratkilometer. «Das sind fast viermal mehr als vorher», sagt Biologe Vivai 4/14

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Brot

Kornblume mit Dickkopffalter. Heideschnecken am Einkorn (Mitte), das ist eine alte Getreideart. Ackerwildräuter wachsen in einem Brachfeld, das zur Förderung des Rebhuhns angelegt wurde (unten).

Junge Feldlerchen, sie sind circa acht Tage alt. Das Nest liegt am Boden in einer Buntbrache.

Markus Jenny. Der Anteil an ökologisch wertvollen Flächen wie Buntbrachen liegt heute schweizweit bei zwei Prozent. Erst ab fünf Prozent kommen Feldhase und andere Arten zurück. Doch die Ziele des Bundesamtes für Landwirtschaft sind ehrgeizig, denn es strebt langfristig einen Anteil von zehn Prozent an. Agroscope forscht derzeit an weiteren Ökoflächen, die sich in die Äcker integrieren lassen. In der Entwicklung ist beispielsweise ein Nützlingsblühstreifen. Er wird neben dem Weizen angesät und ist eine Art Nektar-Tankstelle für nützliche Insekten wie Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen oder parasitisch lebende Wespen. Diese dringen auf ihren Raubzügen in die Weizenfelder ein und machen dort Jagd auf Blattläuse und andere Schädlinge. Auf diese Weise profitiert der Bauer direkt von der Biodiversität in seinem Feld. Die Insekten leisten so einen Beitrag zur Reduktion von Pestiziden und einer nachhaltigeren Weizenproduktion.● 26

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TerraSuisse

Biodiversität fördern 2007 hat die Migros gemeinsam mit der Schweizer Vogelwarte Sempach und der IP-Suisse das Label TerraSuisse entwickelt. IP-SuisseLandwirte, die TerraSuisse-Rohstoffe produzieren, treffen unter anderem Massnahmen zugunsten der Biodiversität, also der landschaftlichen und biologischen Vielfalt. Sie bauen beispielsweise Buntbrachen an oder bieten mit kleinen Steinhaufen und Hecken zwischen ihren Feldern den Insekten, Hasen und Vögeln Lebensraum. Seit 2010 haben diese Bauern die artenreichen Lebensräume auf ihren Betrieben um fünfzig Prozent gesteigert. Das TerraSuisse-Label ist mittlerweile umsatzmässig bereits zum zweitwichtigsten Label der Migros geworden – nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit mit

der Vogelwarte und IP-Suisse. Mit einem Fünfjahresvertrag garantiert die Migros den IP-SuisseGetreideproduzenten die Abnahme für Brotgetreide sowie einen fixen Zuschlag. Klettgau ist das Paradebeispiel des TerraSuisse-Labels: Wer im Morgengrauen Hasenfamilien auf den Feldern spielen sieht und die Feldlerchen zwischen den Getreidehalmen erspäht, wird nicht daran zweifeln, dass sich landwirtschaftliche Produktion und Artenvielfalt vereinen lassen. Mit dem Kauf von TerraSuisse-Produkten sorgen Migros-Kunden dafür, dass das Klettgau kein Einzelfall bleibt.


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Kollaborative Mobilität

Mein Auto ist dein Auto Selten, aber immer häufiger wird von «kollaborativer Mobilität» gesprochen, wenn es um Lösungsvorschläge für den drohenden Verkehrskollaps geht. Die Idee ist bestechend einfach: Wenn wir miteinander teilen, bleibt am Ende mehr für alle übrig. Text: Lukas Hadorn Illustrationen: Anja Kroencke

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2 Tage Flussreise mit Sternekoch

Excellence E ll Gourmetfestival ab Fr. 285.– Schweizer Spitzenköche an Bord der Excellence Queen

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1 Michelin Stern, 16 Punkte Gault Millau Restaurant Der Kunsthof, Uznach

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1 Michelin-Stern, 15 Punkte Gault Millau, jüngster Sternekoch der Schweiz Hotel Rigiblick, Restaurant Spice, Zürich

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02. – 03.11.2014 03. – 04.11.2014

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Bernadette Lisibach

Roland Schmid

1 Michelin Stern, 18 Punkte Gault Millau Restaurant Locanda, Hotel Castello del Sole, Ascona

15 Punkte Gault Millau, Aufsteigerin 2014 im Bertelsmann Guide Restaurant Neue Blumenau, Lömmenschwil

1 Michelin Stern, 17 Punkte Gault Millau Gourmetrestaurant Äbstestube, Grand Resort Quellenhof, Bad Ragaz

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Ihr Reiseprogramm Route 1

Nicht eingeschlossen

Tag 1 – Komfort-Busanreise von Ihrem gewählten Schweizer Einsteigeort nach Basel. Zeit zur freien Verfügung in der Kunst-/Kultur- und Shoppingstadt Basel. Abfahrt mit der «Excellence Queen» in Richtung Strassburg. Entspannter Nachmittag an Bord bei Kaffee und Kuchen. Abends Begrüssung durch einen Chef de Cuisine des Excellence Gourmetfestivals 2014. Anschliessend geniessen Sie Köstlichkeiten von Meistern Ihres Fachs, erläutert von einem Kenner gehobener Küche, kredenzt in der stilvollen Ambiance des Luxusliners Excellence Queen. Tag 2 – Strassburg. Gemütliches Frühstück à la Excellence und Zeit, die romantischen Gassen, das Münster und die Fachwerkkulissen der Elsass-Metropole zu erkunden. Bootsrundfahrt auf dem Flüsschen Ill. Rückfahrt in die Schweiz.

Buchungsgebühr (Fr. 20.–, entfällt bei Internet-Buchung), Getränke, persönliche Auslagen, Trinkgelder, Annullierungskosten-Versicherung

Ihr Reiseprogramm Route 2 Reise in umgekehrter Richtung: Strassburg – Basel. Preise & Leistungen An-/Rückreise ab/bis Ihrem gewählten Einsteigeort | 2 Tage Excellence-Flussfahrt mit der Excellence Queen | Excellence Gourmetfestival 2014: Gourmet-Abend mit mehrgängigem Menü eines Spitzenkochs | Excellence Frühstücksbuffet | Bootsrundfahrt in Strassburg | Gebühren & Hafentaxen | Reiseleitung Zuschlag Abreise 09.11., 14.11., 17.11. Fr. 25.– p. P.

Arrangementpreis pro Person Kabinentyp 2-Bett-Kabine Hauptdeck, 13 m2 2-Bett-Kabine Mitteldeck, frz. Balkon, 16 m2 2-Bett-Kabine Oberdeck, frz. Balkon, 16 m2 Mini-Suite Mitteldeck, frz. Balkon, 17 m2 Mini-Suite Oberdeck, frz. Balkon, 17 m2

Katalogpreis 435.– 485.– 525.– 545.– 605.–

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Abfahrtsorte und Zeiten Wil p 07.15 | Bern 08:00 | Burgdorf p 08:45 | Winterthur-Rosenberg 08:15 | Zürich-Flughafen p 08:45 | Baden-Rütihof p 09:30 | Basel SBB 10:30

Information & Buchung Reisebüro Mittelthurgau Fluss und Kreuzfahrten AG, Oberfeldstrasse 19, CH-8570 Weinfelden, Tel. 071 626 8585. Online-Buchung auf www.mittelthurgau.ch


Kollaborative Mobilität

d

ie Schweiz steht im Stau. Nicht nur während der Sommerferien, sondern das ganze Jahr hindurch. Wie das Bundesamt für Strassen unlängst meldete, hat die Zeit, in der sich der Verkehr allein auf den Nationalstrassen staut, zwischen 2010 und 2012 um 34 Prozent zugenommen. Besonders stark sind die Metropolen Zürich, Genf, Lausanne und Bern verstopft. Das Bevölkerungswachstum gilt genauso als Ursache wie die höheren Einkommen und die wachsende Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort. Fest steht: Die klassischen Mobilitätsmodelle – allen voran der individuelle Berufsverkehr mit dem Auto – stossen an ihre Grenzen. Die Schweiz pendelt in den Kollaps. Lösungsansätze gibt es viele: gebührenpflichtige Strassen, der Ausbau von Engpässen, Umlagerung auf die Schiene. Den Begriff kollaborative Mobilität hingegen hört man noch selten. Dabei führt möglicherweise genau dieses Konzept schon in wenigen Jahren aus der Verkehrskrise. Ko-Mobilität ist eine intelligentere Form der heutigen Mobilität. Im Prinzip geht es darum, Fahrzeuge, aber auch Fahrten, Dienstleistungen und Verkehrsinfrastruktur miteinander zu teilen, um so die vorhandenen Ressourcen besser – sprich: effizienter – zu nutzen. Es braucht weniger von allem Wenn man weiss, dass ein Personenwagen im Schnitt 23 von 24 Stunden am Tag auf einem Parkplatz oder in einer Garage herumsteht, liegt die Idee, das Gefährt in der ungenutzten Zeit jemand anderem zur Verfügung zu stellen, auf der Hand. Gleiches gilt für den freien Parkplatz, den freien Beifahrersitz, die freie Ladefläche. Was nicht genutzt wird, steht allen zur Verfügung. Das schnelle Internet und mobile Endgeräte machen es möglich, dass der Markt transparent wird, dass sich Anbieter und Nutzer schnell und unkompliziert finden und miteinander kommunizieren können. Mittelfristig führen diese effizienten Lösungen dazu, dass der absolute Bedarf an Fahrzeugen, aber auch

an Treibstoffen, an Dienstleistungen und an Infrastruktur sinkt. Ökonomisch, ökologisch und sozial Kollaborative Mobilität sei nachhaltige Mobilität, findet Jörg Beckmann. «Sie ist ökonomisch nachhaltig, weil sie vorhandene Kapazitäten besser auslastet und keine zusätzlichen Infrastrukturinvestitionen benötigt. Ökologisch nachhaltig, weil sie aufgrund der besseren Auslastung endliche Ressourcen schont, und sozial nachhaltig, weil sie neue Formen gemeinschaftlicher Mobilitätsorganisation fördert.» Beckmann muss es wissen. Er ist Direktor der Mobilitätsakademie, eines 2008 vom TCS gegründeten Mobilitäts-Thinktanks. Alljährlich veranstaltet er in Bern einen Kongress mit dem lustigen Namen Wocomoco (World Collaborative Mobility Congress), um Ideen und Menschen aus dem stark wachsenden Bereich der geteilten Mobilität zusammenzuführen. Zeitenwende der Mobilität Was man derzeit erlebe, mit dem Aufkommen von Car- und Bike-SharingAngeboten, Mitfahrzentralen, privaten Taxi-Diensten oder öffentlichen Parkplatz-Netzwerken, sei nichts weniger als eine Zeitenwende in der Mobilität. «Die alte Verkehrswelt war geprägt von einem eisernen Vorhang zwischen dem privaten, motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen, kollektiven Verkehr», sagt Jörg Beckmann. «Man stand auf der einen oder auf der anderen Seite, aber dazwischen gab es nichts. Die Ko-Mobilität beginnt nun, diese Grenzen zu verwischen. Der öffentliche Verkehr wird individualisiert, der Privatverkehr wird öffentlicher.» Auch Trendforscher Lars Thomsen spricht angesichts dieser neuen Dienste von einem Paradigmenwechsel. «Zugang wird wichtiger als Besitz», sagt er. Das habe Jeremy Rifkin, der US-Soziologe und grosse Theoretiker der Zugangsgesellschaft schon vor fast fünfzehn Jahren erkannt. Rifkin legte dar, wie der

Mobility Kategorie: Carsharing

Kaum ein Land weist eine höhere Dichte an Carsharing-Nutzern auf als die Schweiz. Der Erfolg hat einen Namen: Mobility. Seit 1997 bietet die in Luzern beheimatete Genossenschaft an fast 1400 Standorten in der Schweiz ihre roten Fahrzeuge zur Kurzmiete an. 112 000 Personen nutzen den Dienst und können sich so ein eigenes Erst- oder Zweitfahrzeug sparen. Aufgrund der zentralen Organisation und der eigenen Autoflotte gehört Mobility zur älteren Garde der Carsharing-Dienste, die Zukunft wird gemäss Experten von sogenannten P2P-Netzwerken geprägt sein, in denen sich Privatpersonen direkt miteinander verbinden. www.mobility.ch

Tooxme Kategorie: Carpooling

Als «soziale Mobilität» vermarktet der in der Wetschweiz bereits etablierte Carpooling-Dienst Tooxme sein Angebot. Wer von A nach B fährt, gibt dies via App bekannt und kann eine Person mitnehmen, die zur gleichen Zeit nach B will (und dies via App kundtut). Der Gast zahlt weniger als mit dem Taxi, der Fahrer lässt sich eine Fahrt vergüten, die er ohnehin unternimmt. Beide profitieren. Weil solche Dienste immer auch von Fahrern mit rein kommerziellem Interesse genutzt werden, sind die Widerstände, insbesondere seitens der Taxi-Industrie, gross. Dem international tätigen Anbieter Uber etwa schlägt vielerorts massiver Protest entgegen, in Brüssel wurde Uber gar verboten. www.tooxme.com Vivai 4/14

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Kollaborative Mobilität

traditionelle Wert des Besitzerwerbs, der als Mittel zur Vergrösserung der eigenen Autonomie und damit als Gefühl der Freiheit gilt, gegenüber einem neuen Wert an Bedeutung verliere: jenem der Zugangsoptimierung. «Langsam setzt sich auch in der breiten Bevölkerung die Erkenntnis durch, dass man etwas nicht mehr besitzen muss, um es nutzen zu können», so Thomsen. Man müsse sich nur umsehen: «Die Jungen hören schon heute den ganzen Tag Musik, ohne einen einzigen Tonträger zu besitzen.» So dürfte es auch dem Auto bald ergehen: Warum eines besitzen – sprich: anschaffen, aufbewahren, instand halten, reparieren, versichern –, wenn man es sich im passenden Moment schnell und unkompliziert ausleihen kann? Wichtige Rolle der Schweiz Geht es nach der Migros, so soll die Schweiz in diesem Entwicklungsprozess eine prägende Rolle einnehmen. «Wir gehören schon heute zu den führenden Ländern im Bereich der kollaborativen Mobilität», sagt Hans-Jörg Dohrmann, Geschäftsführer der m-way AG, einer Migros-Tochter, die auf den Verkauf von Elektrofahrzeugen spezialisiert ist. Als Beispiel nennt er Mobility Carsharing, den weltweit zweitgrössten Dienstleister dieser Art. Auch m-way mischt im Markt der geteilten Mobilität mit, unter anderem mit der Carsharing-Plattform Sharoo und dem Projekt eMOTION Zürich, einer weltweit einzigartigen Kombination aus Elektromobilität und Carsharing, in dessen Rahmen Privatpersonen ein Elektroauto zu vergünstigten Konditionen beziehen konnten, wenn sie es im Gegenzug bei Nichtgebrauch der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. «Ich finde es toll, dass die Migros das Entstehen dieser neuen Mobilitätsformen aktiv mitprägt», sagt Dohrmann. «Noch wissen wir nicht, welche Modelle sich künftig durchsetzen werden. Darum darf auch mal etwas nicht klappen oder gar schiefgehen. So funktioniert Unternehmertum. Das ist Duttweiler pur!»

Dass sich die Schweiz einen Namen als Standort für Mobilitätsinnovationen machen kann, glaubt auch Stefan Schöbi, Leiter von Engagement Migros, dem Förderfonds der Migros-Gruppe, der im Bereich Nachhaltigkeit Projekte unterstützt, in denen Pionierleistungen erbracht werden. Im Innovationsfeld der kollaborativen Mobilität sei man noch in der kreativen Findungsphase, sagt Schöbi. Genau das mache die Branche so interessant (siehe Interview Seite 34). Nicht jedermanns Sache «Die Leute haben bereits gemerkt, dass kollaborative Mobilität keine Zweitklassmobilität ist», stellt Trendforscher Thomsen fest. «Heute nutzen längst nicht mehr nur jene Personen Carsharing-Angebote, die sich kein eigenes Auto leisten können. Viele wollen es sich nicht leisten.» Entscheidend für den Durchbruch auf breiter Front sei, dass die Dienste besser, billiger und bequemer seien als die etablierten Verkehrslösungen. Erst dann wird die grosse Masse auf den Ko-Mobilitäts-Zug aufspringen. Dabei müsse klar sein, dass Ko-Mobilität nicht jedermanns Sache sei. «Aber wenn nur schon zwanzig bis dreissig Prozent aller Verkehrsteilnehmer auf geteilte Mobilität setzen, ist das ein gigantischer Markt», so Thomsen. Und was kommt noch? Als Trendforscher hat er natürlich auch eine Vision, wie Ko-Mobilität dereinst aussehen könnte. «Irgendwann stellen wir uns auf die Strasse, drücken einen Knopf auf dem Smartphone, und es kommt ein ferngesteuertes Gefährt angerauscht, in welches wir einsteigen können. Im Inneren sind wir mit unseren Kontakten vernetzt, können arbeiten oder Musik hören. Das Fahrzeug fährt automatisch, es spuckt uns am Zielort aus und parkiert selbständig oder fährt gleich weiter zum nächsten Mieter.» Gewiss, das sei Zukunftsmusik, so Thomsen. Bis diese Form kollaborativer Mobilität Realität sei, dauere es schon noch eine Weile. «So etwa bis 2019.» ●

Sharoo Kategorie: P2P-Carsharing

Das Prinzip ist einfach: Du kannst mein Auto benutzen, während ich es nicht brauche. Auf der Carsharing-Plattform kann sich jedermann registrieren und sein Privatfahrzeug der Allgemeinheit – oder auch nur Freunden oder Nachbarn – zur Miete anbieten. Im Mai in Zürich, Bern und Luzern lanciert, will die Firma, an der die Migros-Tochter m-way, die Mobiliar und Mobility beteiligt sind, bald die ganze Schweiz abdecken (aktuell werden Pioniere in Basel, St. Gallen und Winterthur gesucht). Sharoo hat erkannt, dass eine einfache Nutzung, Sicherheit und Vertrauen essenziell sind im Kampf um breite Akzeptanz. Eine Schlüsselübergabe etwa ist nicht nötig, der Zugang zum Fahrzeug erfolgt via Smartphone. Jede Fahrt ist automatisch versichert, die Mitglieder werden von der Community bewertet. www.sharoo.com

CaKi-Bike Kategorie: E-Bike-Sharing

CaKi-Bike steht für Cargo-Kinder-Bike. Der Name sagt es schon: Mit dem Elektro-Lastenvelo lässt sich Gepäck, aber auch der Nachwuchs transportieren, was für junge Familien, die in der Stadt oder Agglo wohnen, eine Alternative zum Auto darstellen soll. In Bern läuft ein Projekt, bei dem sich drei Familien gemeinsam um ein CaKiBike bewerben können. Erhält die Gemeinschaft den Zuschlag, wird ihr das Velo gratis während dreier Monate zur Verfügung gestellt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Vielfaches. www.ewb.ch/de/angebot/ mobilitaet/electrodrive/caki-bike.html Vivai 4/14

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Kollaborative Mobilität

"Schweiz kann Entwicklung der Ko-Mobilität prägen „ Kann die Schweiz die Entwicklung dieser neuen Mobilitätsform aktiv prägen?

Davon sind wir überzeugt, ja. Aufgrund ihrer Kleinräumigkeit und des gut ausgebauten öffentlichen Verkehrs hat die Schweiz Modellcharakter und kann neuartige Mobilitätslösungen im Kleinen vorzeichnen und erproben. Wenn es uns gelingt, schon heute die Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Mobilität zu schaffen, dann kann sich die Schweiz als Standort für Mobilitätsinnovation noch weiter etablieren. Herr Schöbi, Ko-Mobilität ist eines jener Gebiete, das von Engagement Migros finanziell unterstützt wird. Warum?

Weil kollaborative Mobilität eine neue Form der Mobilität ist, deren Entwicklung notwendig ist, wenn man die Verdichtung unserer Lebensräume betrachtet. Wir versuchen, Themen und Projekte zu unterstützen, die uns als Gesellschaft weiterbringen. Konkret fördern wir dort, wo Pionierleistungen erbracht werden, wo auf der grünen Wiese gearbeitet wird, mit Kreativität, Mut zur Veränderung und dem Blick für die Zukunft. Im Bereich der Ko-Mobilität ist das sicherlich der Fall. Welche Projekte unterstützen sie?

© Tomas Dikk

Wir unterstützen die Mobilitätsakademie, einen Schweizer Mobilitäts-Thinktank, beim Aufbau von Wocomoco, einem Kongress zum Thema geteilte Mobilität. Dieser vernetzt die bestehenden Akteure in diesem Bereich und sorgt dafür, dass neue Konzepte vorangetrieben werden. Unser Ziel ist es, mit unserer Unterstützung entscheidend zur Weiterentwicklung von Standards und zur breiten Umsetzung nachhaltiger Konzepte beizutragen. 34

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Publibike Kategorie: Bikesharing

Was Mobility im Bereich Carsharing ist, ist Publibike im Segment Bikesharing. Wer ein Abo besitzt, kann an mehr als hundert Standorten in der Schweiz ein Velo oder ein E-Bike ausleihen. Wie viele Ko-Mobilitäts-Dienste ist Publibike als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr gedacht und soll die letzte Meile zwischen ÖV-Endstation und Zielort abdecken. Entgegen der landläufigen Meinung sollen diese Dienste dem ÖV nicht Konkurrenz machen, sondern ihn sinnvoll ergänzen und letztlich fördern. Auch bei Publibike sorgt eine App für RealTime-Transparenz. www.publibike.ch

Welche anderen Themenbereiche und Projekte werden vom Förderfonds unterstützt?

Aktuell sind es im Bereich Nachhaltigkeit ein halbes Dutzend Projekte. Dazu gehören die Erforschung von Alternativen zu Palmkernöl in Waschmitteln, ein Pilotprojekt zur Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen aus biologischen Rohstoffen und Abfallprodukten sowie eine Machbarkeitsstudie zum Projekt einer Migros-Filiale, Fisch und Gemüse künftig von der eigenen Dachfarm zu beziehen. Alle diese Projekte haben gemeinsam, dass sie möglicherweise scheitern. Aber dieses Risiko nehmen wir bewusst in Kauf, weil wir nur so verhindern können, dass zukunftsträchtige Lösungsansätze irgendwo in einer Schublade liegen bleiben.

Stefan Schöbi (37)

ist Leiter von Engagement Migros, einem Förderfonds der MigrosGruppe. Mit dem 2012 ins Leben gerufenen Fonds unterstützt die Migros freiwillig Projekte in den Bereichen Kultur, Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Sport.

Parku Kategorie: Parkplatzsharing

«Buchen statt suchen» heisst der Slogan des Schweizer Parkplatz-Netzwerks Parku. Wer einen Parkplatz besitzt, wo andere häufig einen suchen, kann diesen vermieten, während er ihn selbst nicht braucht. Eine App zeigt Parkplatz-Suchenden in Echtzeit, wo freie Parkplätze zu welchem Preis verfügbar sind. Während Kritiker monieren, der Privatverkehr in Innenstädten nehme damit noch zu, führen Befürworter das Argument ins Feld, durch die effiziente Nutzung der bestehenden Parkflächen würden der Suchverkehr und damit die Verkehrsbelastung ganz allgemein massiv reduziert. Seit Kurzem ist Parku nicht nur in Schweizer Städten, sondern auch in der deutschen Hauptstadt Berlin präsent. www.parku.ch


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Der lutscht nie ab Die Verpackung der Migros-Rahmglace-Lutscher hat sich seit den Siebzigern nicht verändert, auch der Geschmack ist praktisch gleich geblieben. Das beweist, dass vieles gut ist, so wie es ist. Text: Monique Rijks

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Fotos: Yves Roth

uf den Laufstegen dieser Welt sind in diesem Sommer alle Farben des Regenbogens angesagt. Der Trend ist in unserem Alltag allgegenwärtig, auf der Strasse wie im Kühlregal. Die aktuellen Eiskreationen fallen auf, mit neonfarbigen Zuckerhütchen, mit kleinen und grossen Nüssen im Schokoladenguss oder mit marmorierten Oberflächen. Daneben wirken die MigrosRahmglace-Lutscher in ihrer schlichten Verpackung wie Bauhaus-Fenster an einer barocken Fassade. Dabei haben die kultigen Stängel alles, was ein gutes Glace braucht: eine Basis aus bestem Rahmeis, einen knusprigen Kakaoüberzug und einen einfachen Halter aus Holz, der schön aussieht und sich gut anfühlt. Ob es am Aussehen, am Geschmack oder an der bewährten Verpackung liegt: Die Tatsache, dass jedes Jahr rund zehn Millionen Stück Rahmglace allein von der Sorte Vanille verkauft werden, ist der beste Beweis dafür, dass schlichte Sachen nie langweilen. Das Bedürfnis, die vom legendären Migros-Zeichner Hans Uster entworfene Umhüllung mit dem kecken Seehund zu verändern, ist seit der Einführung im Migros-Sortiment 1975 jedenfalls nie aufgekommen. Ganz alles ist aber doch nicht beim Alten geblieben – im Laufe der Zeit wurden da und dort Anpassungen an gesellschaftliche Trends vorgenommen. Der 36

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„Zeitlos

wie das kleine Schwarze.„

Kakaoüberzug wird heute mit ungehärteten Fetten produziert und das Aroma der Vanilleglace ist dem wachsenden Bedürfnis nach Authentizität im Geschmack angepasst worden. Die Veränderungen sind allerdings so minim, dass selbst echte Fans sie kaum wahrnehmen. A propos Fans: Eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Lieblingsglaces (und aller anderen Leibspeisen) spielen die Essgewohnheiten aus unserer Kindheit. Wie süss jemand sein Glace oder wie rezent seinen Käse mag, hat weniger mit Geschmackssicherheit zu tun als mit Vertrautheit. Der französische Parfumeur Serge Lutens ist überzeugt, dass sich der Mensch in den ersten sieben Jahren seines Lebens im Kopf ein grosses Archiv mit unterschiedlichen Bildern, Düften und Geschmäckern anlegt. Dabei gelte, je schlichter etwas sei, desto leichter präge es sich ein. Dieses sehr persönliche Register sei die Grundlage, auf dem jeder einzelne Mensch seine Präferenzen aufbaut: «Der erste Schritt findet immer über das Wiedererkennen statt. Erst dann lässt sich eine Beziehung zu einem Objekt, einem Buch oder einem Geschmack aufbauen», sagt Lutens. Das alles spricht für den Vanille-Lutscher, der so betrachtet auch als «das kleine Schwarze im Kühlregal» bezeichnet werden kann und dank seiner Schlichtheit und seinem authentischen Geschmack genauso zeitlos ist wie dieses. l


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Der Energiekick Der Fitnesstrend hat längst auch den Getränkemarkt erfasst. Isotonische Getränke versprechen mehr Leistung. Und wer braucht das? Text: Marianne Botta Diener Fotos: Yves Roth

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er Anblick eines Leistungssportlers, der zur Flasche greift, ist dem Fernsehzuschauer vertraut. Die Fussballspieler tun es in der Pause oder nach dem Spiel: Sie trinken hastig aus Flaschen, die ihnen gereicht werden. Und bei den Velofahrern an der Tour de France fragt man sich, ob in der Flasche, die sie an den Mund führen, auch wirklich nur reine Flüssigkeit drin ist. Salopp gesagt: Es ist legales Doping. Denn bei den Getränken, die Leistungssportler zu sich nehmen, handelt sich neben Wasser vor allem um isotonische Getränke, die schnelle Energie liefern. Die bunten Flaschen füllen längst auch die Regale der Supermärkte und finden guten Absatz. Auch Freizeitsportler und Büromenschen wollen dem Bild des fitten Leistungsmenschen entsprechen. Was unterscheidet also ein isotonisches Getränk von simplem Wasser? Die schnelle Antwort: Zusatzstoffe, vor allem Mineralien, Vitamine und Kohlenhydrate. Allerdings unterscheidet sich die Konzentration von Getränk zu Getränk. Wegen der zugesetzten Kohlenhydrate (insbesondere verschiedener Zucker) sollte man bei der Wahl des Getränks genau hinsehen. Mario Müller von den Migros Fitnesssparks in Luzern stellt fest, dass viele Kunden isotonische Getränke dem ebenso nützlichen Wasser vorziehen. «Wir achten aber auf sehr kalorienreduzierte Getränke. Es ist ja nicht das Ziel, dass die Kunden mehr Kalorien zu sich nehmen, als sie bei uns tatsächlich verbrennen», sagt Müller. 38

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•

Bei Belastungen von einer Stunde oder weniger ist Wasser ideal.

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Laufanfänger verlieren mehr Natrium als trainierte Läufer. Deshalb sollte das Sportgetränk für Anfänger auch mehr Natrium enthalten.

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Trinkmenge dem Wetter anpassen. Hitze und hohe Luftfeuchte sind besonders schweisstreibend. Ist es trocken und kalt, geht mehr Wasser über die Atemluft verloren.

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Getränke, die Zucker und Mineralstoffe enthalten, können die Flüssigkeitsaufnahme beschleunigen.

•

Wer länger als eine Stunde intensiv trainiert, sollte darauf achten, dass dem Sportgetränk auch Kohlenhydrate zugesetzt sind.

Wissenswertes über Sport und Trinken •

Sportgetränke, Elektrolytgetränke und Iso-Getränke sind Mischungen aus Wasser, Kohlenhydraten und Mineralstoffen.

• Vor der Anstrengung sollte man nicht zu viel trinken und auf Kaffee (auf Alkohol sowieso) verzichten. • Faustregel: Rund einen halben bis einen Liter Flüssigkeit pro Stunde körperlicher Anstrengung trinken.

•

In kleinen Schlückchen trinken und nicht mehr als zwei Deziliter aufs Mal.

• Getränke sollten ungekühlt und frei von Kohlensäure sein. Sie sollten nicht zu süss und zu sauer sein. • Alternative Getränke: Tee, Gemüsesaft oder selber mischen: natriumhaltiges Mineralwasser mit Apfelsaft beispielsweise.


© GettyImages

Isotonische Getränke

Der «Sprit», den Sportler (auch Freizeitsportler) tatsächlich benötigen, ist vor allem Natrium. Denn wer sich körperlich anstrengt und schwitzt, verliert über den Schweiss das Körpersalz Natrium. Dieser Mineralstoff (oder auch Mineralsalz genannt) ist enorm wichtig für den Blutdruck, die Nervenzellen und die Muskulatur. In einem isotonischen Getränk werden Mineralsalze in Wasser gelöst, dadurch entstehen elektrisch leitende Lösungen, die sogenannten Elektrolyten. Die wasserlöslichen Stoffe wie Natrium, Magnesium und Kohlenhydrate verändern den osmotischen Druck eines Getränks, was dazu führt, dass die Flüssigkeit im Dünndarm schneller aufgenommen wird und damit auch schneller in den Blutkreislauf kommt. Ein Effekt, der spürbar ist: Der Körper bekommt schneller Energie. Nun ist es aber so, dass der Körper im Grunde über genügend Reserven verfügt, die er bei körperlicher Anstrengung und bei ausreichender Wasserzufuhr abrufen kann. Erst nach schätzungsweise sechzig Minuten Joggen beginnt der Körper mit dem intensiven Abbau von Glykogen, dem Zuckervorrat in Muskeln und Leber. Mit einem zunehmenden Flüssigkeitsverlust verstärkt sich der Energieeinbruch. Man hat das Gefühl, man «knicke» ein. Tatsächlich kann jetzt ein isotonisches Getränk schnell verfügbare neue Energie liefern. «Wenn die Leistung eine Rolle spielt, können isotonische Getränke unterstützend wirken», erklärt der Ernährungswissenschaftler David Fäh. Er fügt aber auch hinzu: «Bei normaler sportlicher Betätigung reicht Wasser aus. Wird intensiver trainiert, kann eine Einnahme von Glukose (in Form von Traubenzucker), und nicht Fruktose (Fruchtzucker), Sinn machen». Fäh rät auch, bei der Wahl des isotonischen Getränks auf die Menge an Salzen zu achten. Der Experte empfiehlt 0,5 Gramm Natrium pro Liter sowie weitere Elektrolyten wie Magnesium. Es lohnt sich also, die Etikette mit dem Kleingedruckten zuerst zu lesen, bevor man die Flasche ansetzt. l Vivai 4/14

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Herbstwandern in Bella Italia Wenn bei uns Anfang September die Schwimmbäder schliessen, bietet sich im Mittelmeerraum die Möglichkeit, um sich nach einer Wanderung bei herrlichen Temperaturen vom Meer zu verabschieden. auf Freie Plätze ! Herbstreisen

Kaum ein Land bietet interessierten Besuchern auf einer Wanderreise so viel wie Italien: eine vielseitige Natur, spannende Zeugen aus einer reichen Geschichte und erst noch eine ausgezeichnete Küche mit vielen lokalen Spezialitäten! Zu Fuss sieht, erlebt und spürt man mehr als durch getönte Scheiben eines Fernreisebusses. Der Mix aus frischer Luft, Bewegung, Entdeckungen und der Genuss von kulinarischen Spezialitäten der Region lüftet den Kopf und befreit den Geist. In Italien gibt es nur wenige markierte Wanderwege und deutlich schlechtere Landkarten. Der Receptionist im Hotel kann in den wenigsten Fällen mit Wandertipps aufwarten – nicht einmal in die unmittelbare Umgebung. Da lohnt es sich, von der langjährigen Erfahrung von Schweizer Italien-Fans zu profitieren. Die IMBACH-Reiseleiter sind Kenner ihrer Reiseregion. Sie sprechen italienisch und kennen versteckte Grotti und Trattorias. Auf Küstenpfaden und Bergwegen wandern die kleinen Gruppen vorbei an bis zu 1000-jährigen Olivenbäumen. Das Ziel ist eine einsame Badebucht oder ein Bauernhof, der seine eigenen Produkte anbietet. Das öffnet Türen, die den meisten Touristen verschlossen bleiben und ermöglicht spannende Kontakte zur einheimischen Bevölkerung. Während man im Frühling vielerorts noch zögerlich ins kühle Meer steigt, laden im Herbst nach einer Wanderung glasklares Wasser und angenehme Temperaturen zum Schwimmen ein.

IMBACH Herbst-Wanderreisen in Italien Preis pro Person

Cinque Terre Apulien und Basilicata Cinque Terre Sardinien Ligurische Küste und Portofino Elba Cinque Terre Sardinien Bergwandern Südtoscana – Maremma Cinque Terre Kalabrien Siziliens Highlights Liparische Inseln Elba Siziliens Westen Cilento Südtoscana – Maremma

06.09. – 13.09. 06.09. – 18.09. 13.09. – 20.09. 13.09. – 20.09. 13.09. – 20.09. 14.09. – 20.09. 20.09. – 27.09. 20.09. – 27.09. 27.09. – 03.10. 27.09. – 04.10. 28.09. – 05.10. 28.09. – 05.10. 04.10. – 14.10. 05.10. – 11.10. 05.10. – 12.10. 06.10. – 13.10. 11.10. – 17.10.

Sa – Sa Sa – Do Sa – Sa Sa – Sa Sa – Sa So – Sa Sa – Sa Sa – Sa Sa – Fr Sa – Sa So – So So – So Sa – Di So – Sa So – So Mo – Mo Sa – Fr

1390.– 2780.– 1390.– 1890.– 1480.– 1250.– 1390.– 1950.– 1490.– 1390.– 1890.– 1780.– 2350.– 1250.– 1880.– 1750.– 1490.–

EZ-Zuschlag

280.– 330.– 280.– 240.– 210.– 140.– 280.– 210.– 210.– 280.– 280.– 140.– 350.– 140.– 250.– 240.– 210.–

Zusätzlich: Auftragspauschale von 20 Franken pro Person Inbegriffene Leistungen Bahnfahrt 1. Klasse (Cinque Terre, Ligurisches Küste), Carfahrt (Elba und Südtoscana) oder Linienflug inkl. Taxen. Unterkunft in guten Mittelklasse-Hotels, Halbpension plus zusätzliche Mahlzeiten in typischen Restaurants, Wanderungen mit Begleitbus, Eintritte und Besichtigungen, Trinkgelder in Hotel & Restaurants, IMBACH-Reiseleitung und Wanderleitung.

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XXXXxxxxxxx Leicht & gesund

Wassermelone

Rot dank Lycopin, einem antioxidativen Stoff, der auch in Tomaten vorkommt. Feta-Käse

Fettig und salzig, aber auch sehr nahrhaft: Viel Protein, Vitamine und Mineralien. Pistazien

Generell gilt: Grün ist gut! Pistazien enthalten viel Eisen, gesunde Fettsäuren, Proteine und Ballaststoffe.

Da haben wir den Salat Die Wassermelone wird gern unterschätzt. Dabei hat sie nährwerttechnisch und kulinarisch viel zu bieten. Etwa als süsse Begleitung zu Salzigem und Pikantem. Text: Lukas Hadorn Rezept: Daniel Tinembart Foto: Ruth Küng

© iStockphoto (Montage: Vivai)

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eim Namen fängts schon an. Wassermelone. Eine Melone mit Wasser drin. Wer war denn hier fürs Marketing verantwortlich? Honigmelone, das klingt gut. Oder CantaloupeMelone, das klingt wenigstens exotisch. Aber Wassermelone? Da liegen die Karten offen auf dem Tisch: Die Frucht besteht zu knapp 96 Prozent aus Wasser. Trotzdem ist es ungerecht, sie als Durstlöscher in Kugelform abzutun. Immerhin haben US-Forscher kürzlich nachgewiesen, dass der Verzehr von Wassermelone den Blutdruck senken kann. Das liegt am Citrullin, einer Aminosäure, die gefässerweiternd wirkt. Eine deutsche Zeitung verstieg sich daraufhin sogar zum Vergleich der roten Frucht mit einer kleinen, blauen Pille: Wassermelonen wirken wie

Viagra! So weit gehen wir nicht. Wir begnügen uns damit, die – ebenfalls unterschätzten – kulinarischen Vorzüge der Wassermelone herauszustreichen. Diese macht sich dank ihrer Süsse nämlich hervorragend in Kombination mit salzigen oder pikanten Speisen. Etwa als Salat mit salzigem Feta, scharfen Zwiebelringen, frischer Minze und knackigen Pistazienstückchen. Passt hervorragend zu grilliertem Fleisch, frisch gemähtem Gras und einem freien Wochenende. Zutaten und Zubereitung (4 Pers.) 4 EL Olivenöl, 3 El Aceto balsamico bianco, 1 TL Honig, Pfeffer aus der Mühle, Salz, 800 g Wassermelone, 1 kleine rote Zwiebel, 200 g Feta, ½ Bund Pfefferminze, 2 EL Pistazien.

Für das Dressing Öl, Balsamico und Honig verrühren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Melone in mundgerechte Stücke, die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Einige Pfefferminzblättchen abzupfen und für die Garnitur beiseitestellen. Die restliche Minze fein hacken. Den Feta in grobe Stücke brechen. Zum Schluss die Melonenstücke mit dem Feta, den Zwiebelringen, der Minze und dem Dressing mischen. Die Pistazien hacken und über den Salat streuen. Mit den beiseitegestellten Minzeblättchen garnieren und servieren. Zubereitung: circa 20 Minuten. Pro Person enthält das Gericht rund 22 g Fett, 11 g Eiweiss und 21 g Kohlenhydrate (330 kcal). ● Vivai Vivai4/14 4/14

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Der Psychologe rätselt …

Ganz schön viele Kalorien Wer diese Lebensmittel aufs Band gelegt hat, backt gern, achtet aber auch auf eine ausgewogene Ernährung. Der Psychologe ist sicher: Der Einkauf ist für lebensfrohe und offene Menschen bestimmt. Fotos: Nick Hunger

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ein Bauchgefühl sagt mir, hier macht es dir jemand einfach und schwierig zugleich. Das Laufbandfoto verrät ein paar eindeutige Ernährungsgewohnheiten, aber mindestens so viel bleibt verborgen. Gewiss, hier backt jemand mit Leidenschaft, hat ein Faible fürs Tessin und für die asiatische Küche und würzt gern mit frischen Kräutern. Doch es gibt kaum Nahrungsmittel, die Rückschlüsse auf 42

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Alter und Geschlecht zulassen. Mein Spürsinn wird dieses Mal offenbar besonders hart auf die Probe gestellt. Zu welchen Gerichten und Gebäcken werden zum Beispiel Sternanis, Basilikum oder frische Himbeeren, Eier und Urdinkelmehl verarbeitet? Die Einkaufskombination aktiviert sämtliche Neugier-Sensoren in mir. Zweifellos werden damit schmackhafte Speisen zubereitet, und offensichtlich wird auch eine Balance

zwischen Genuss und ausgewogener Ernährung gesucht. Das zeigt sich am Gemüse-Früchte-Index, den man berechnet, indem man die Anzahl eingekaufter Gemüse und Früchte durch die Menge aller gekauften Lebensmittel teilt und mit hundert multipliziert. Bei diesem Einkauf liegt er im grünen Bereich. Der Energiegehalt von 1 Kilo Kochbutter, 20 Eiern, 1 Kilo Zucker und 3 Kilo Mehl fällt mit über 20 000 Kalorien stark ins Gewicht.


Eingekauft wurde in der Migros am Limmatplatz in Zürich.

Entscheidend ist die Frage, in welchem Zeitraum und für wie viele Münder die Backzutaten verwendet werden. Zusammen mit den übrigen Nahrungsmitteln reicht die Energiemenge locker, um drei Erwachsene eine Woche zu ernähren. Damit eröffnen sich mir zwei Spuren. Entweder wird für einen besonderen Anlass, zum Beispiel eine grössere Einladung, gekocht und gebacken oder es leben drei bis vier Personen in einem Haushalt und kochen und essen täglich mindestens eine gemeinsame Mahlzeit. Die letztere Variante halte ich für die wahrscheinlichere, weil sowohl mediterran als auch asiatisch gekocht wird. Gut möglich, dass auch abwechslungsweise zwei verschiedene Personen den Kochbeziehungsweise Backlöffel rühren. Mindestens eine Person hat ausserdem einen grünen Daumen und pflegt auf dem Balkon oder in der Umgebung einen

„Mindestens eine Person hat einen grünen Daumen und pflegt einen Kräutergarten.

„

Der Ernährungspsychologe Dr. Robert Sempach ist Projektleiter Gesundheit beim Migros-Kulturprozent. Sein aktuelles Projekt: «Tavolata» – Tischrunden für ältere Menschen. Infos: www.tavolata.net

Kräutergarten, in dem unter anderem Rucolasamen gepflanzt werden. Vermutlich wächst da noch weiteres Gemüse und Salat, das die Stärkeprodukte energetisch ausgleicht. Obwohl Gärten häufiger auf dem Land vorkommen, vermute ich, dass in einer Stadt eingekauft wurde. Seit dem Aufkommen von Urban Gardening sind Kräuter und Samen auch für Stadtmenschen attraktiv. Weil der Trend vor allem bei jüngeren Menschen beliebt ist, schliesse ich auf ein jung gebliebenes Paar, das entweder sehr viel Sport treibt oder, was mir naheliegender scheint, mit seinen bald erwachsenen Kindern zusammenlebt. Auch wenn dieser Schluss zweifellos gewagt ist, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass für lebensfrohe und offene Menschen eingekauft wurde. Wer wars? Zur Auflösung umblättern. Vivai 4/14

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Die Auflösung Eingekauft hat Ralph Schelling. Der 27-jährige Koch wohnt in Zürich. Für das Kulinarikmagazin «Saisonküche» entwirft er Rezepte für den Alltag, ausserdem bietet er Kochkurse an.

ein, einen grünen Daumen habe ich nicht. Ich finde es aber cool, Kräuter oder Salate, die ich zum Kochen brauche, auf meinem Balkon zu ziehen. Das Tessiner Risotto habe ich für meine Mini-WG zubereitet. Dazu gabs Forelle aus der Schweiz. Ich achte darauf, mich möglichst ausgewogen zu ernähren. Darum habe ich immer verschiedene Früchte im Haus. Zwar sind die Chips recht kalorienreich, aber da ich viel Sport treibe, macht es nichts, wenn ich ab und zu welche esse. Wegen des Sports braucht mein Körper genügend Proteine, davon stecken besonders viele in Eiern und im Geflügel. Am liebsten kaufe ich ganze Poulets. Nur so kommt man an die sogenannten Pfaffenschnittchen, das sind kleine, filetartige, zarte Stücke, die sich wie Chicken-Nuggets frittieren lassen. Da ich wegen meiner Catering-Jobs oft unterwegs bin, koche ich selten für mich allein. Wenn ich daheim am Herd stehe, probiere ich meist neue Rezepte aus. Mit der Kokosmilch habe ich Bananenbällchen und eine Erdnusssauce zubereitet, die ich an einem Kochkurs vorgestellt habe. Mit den verschiedenen Mehlsorten habe ich neue Brotrezepte getestet. Vor dem Einkaufen schreibe ich auf, was ich benötige. Auf jeden Fall stehen immer ein paar Sachen für den Vorrat auf dem Zettel. Zum Beispiel Butter, die ich einfriere, oder Teigwaren. ● Aufgezeichnet von Anette Thielert

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Wir danken dem Verlag für die freundliche Unterstützung dieses Inserates.

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Was ist eigentlich … Bauchgefühl ? Jeder hat es, viele hören, manche schwören sogar darauf: aufs Bauchgefühl. Wie aber macht es sich bemerkbar? Was bedeutet und wie entsteht es? Wir haben bei bauchfühligen Menschen nachgefragt. Umfrage: Simone Ott

„obMein Bauchgefühl sagt mir, ein Essen gut zubereitet ist

oder eben nicht. Das hat nichts mit Geschmack und Sinnesfreuden zu tun, sondern ganz einfach mit der Qualität der Zutaten und mit der Zubereitung. Wenn die nicht stimmt, dann liegt das Essen schwer im Bauch und macht schlapp. Wenn die Zubereitung gut ist, dann fühlt man sich fit, wohl und voller Energie.

„

Patrick Zbinden, Foodsensoriker, Kulinarikexperte und Food-Autor

„guteBeiStelle meinem Entscheid, eine bei einem inter-

nationalen Konzern zu verlassen, um selber ein Unternehmen zu gründen, war das Bauchgefühl wichtig. Es setzt sich aus Hunderten von Eindrücken und Erfahrungen aus der Vergangenheit zusammen, die ich unbewusst gespeichert habe, und ist so ein wichtiger Kompass. Vor der Kündigung trug ich die Idee bewusst ein paar Wochen mit mir herum, um dem Bauchgefühl freien Lauf zu lassen. Es fühlte sich stimmig an. Da wusste ich, dass ich das Wagnis angehen muss.

„

Priska Schoch, Gründerin des Online-Offertenportals Gryps

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„undMein Bauch ist voller Melodien Rhythmen. Wenn ich mich auf dieses Bauchgefühl einlasse, entsteht Tanz. Die Bewegung aus meiner Mitte heraus macht mich glücklich, denn das Karussell der Gedanken kommt zur Ruhe, wenn die Hüften kreisen.

„

Maya Farner, Bauchtänzerin und Choreografin


Frage & Antworten

Sorry, Buddha! Die Grösse des Bauchs ist fürs Bauchgefühl nicht entscheidend.

„

Das Bauchgefühl zeigt sich nicht nur im Bauch. Es kann sich irgendwo im Körper bemerkbar machen. Oder auch als Gefühl. Weil es aus den Erfahrungen, die man in der Vergangenheit gemacht hat, entsteht. Doch es kann einen auch mal in die Irre führen. Man sollte sich also nicht einfach so auf das Bauchgefühl verlassen. Erst wenn der Verstand als zweiter Ratgeber beigezogen wird, hat man eine gute Basis, um Entscheidungen zu treffen.

„

© iStockphoto

Dr. Maja Storch, Psychologin und Buchautorin

„Vorstellung Entgegen der allgemeinen „Schwangerschaft So intensiv wie während der findet das Bauchreden nehme ich

nicht im Bauch statt, sondern ist eine Spezialtechnik von Atmung und Artikulation. Es ist ein Zusammenspiel von Kehlkopf, Stimmbändern, Zwerchfell und Konzentration. Deshalb spüre ich beim Bauchreden auch kein besonderes Bauchgefühl. Als Entertainer ist Bauchgefühl für mich aber sehr wichtig. Es ist Intuition, Gespür und Erfahrung gleichzeitig. Für mich ist es wie mein zweites Hirn. Damit merke ich schnell, mit wem ich im Publikum interagieren, wen ich auf die Bühne holen kann und wen besser nicht.

meinen Bauch nie wahr. Manchmal fühlt es sich an (und sieht aus), als würde eine ganze Mannschaft in meinem Bauch Fussball kicken. Endlich kann der Bauch rausgestreckt werden, ohne Schamgefühl. Nach der Schwangerschaft ist mein Bauch plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt, und das ist dann auch wieder gut so – jedenfalls bis zur nächsten Schwangerschaft.

„

Lilly Anderegg, Mutter eines Zweijährigen und mit dem zweiten Kind im neunten Monat schwanger

„

Urs Kliby, Bauchredner

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Gut zu(m) Fuss Sie sind das Fundament, auf dem wir stehen. Selten jedoch schenkt man ihnen besondere Beachtung. Dabei ist Fusspflege nicht nur eine ästhetische Frage im Sommer, sondern ein wichtiger Beitrag fürs körperliche Wohlgefühl. Die Palette an Pflegetipps ist fast so gross wie jene für Gesicht und Haare. Text: Gisela Femppel

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Füsse

© Plainpicture, GettyImages

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Knochen, 33 Gelenke, 20 Muskeln, 114 Bänder, 1700 Nervenenden, ein Längsgewölbe, ein Quergewölbe, eine Ferse, fünf Zehen, ein Spann – das sind grob gesagt unsere Füsse. Sie sind nicht nur ein komplexes Gebilde, sie tragen uns im Durchschnitt auch 120 000 Kilometer durchs Leben. Es sei daran erinnert: Bevor Velos und Autos erfunden wurden, war das Zufussgehen die billigste und die alltäglichste Art, sich fortzubewegen. Heute liegt Zufusslaufen aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen zwar im Trend, trotzdem werden die Füsse oft sträflich vernachlässigt. Sie werden stundenlang eingesperrt, festgeschnürt, hochgedrückt, zusammengepresst oder auch einfach nur ignoriert. Die so Gequälten melden sich dann in Form von Brennen und Drücken, Hühneraugen oder unschöner Hornhaut. Am Ende werden die Füsse platt, sie senken oder spreizen sich. Das A und O gesunder Füsse ist gutes Schuhwerk. Diese Binsenweisheit bestätigt auch der Ortho-

"Meist werden

sie stundenlang einsperrt, festgeschnürt oder zusammengepresst..„

päde Alexej Barg, Oberarzt und Teamleiter Fuss- und Sprunggelenkschirurgie in der Orthopädischen Klinik des Universitätsspitals Basel. Schuhe sollten den Fuss nicht einengen und keinen zu hohen Absatz haben. «Ein Schuh», so Dr. Barg, «muss perfekt und bequem sitzen, einen guten Halt bieten und von guter Qualität sein.» Der Trägerin von High Heels schwant bei diesen Worten nichts Gutes. High Heels, sagt Facharzt Barg, seien

zwar ein attraktiver Blickfang, aber Höhe und Form sprechen gegen sie. Schuhe sollten ihre jeweilige Funktion erfüllen. Und bei High Heels ist das eben «nur» der schöne Anblick. Den meisten ist immerhin klar: Zum Wandern brauchts einen robusten, stabilen Schuh, und ein Freizeitläufer ist idealerweise mit einem bequemen Sportschuh unterwegs. Der Orthopäde empfiehlt, vor allem Sportschuhe regelmässig zu ersetzen, da diese mit der Zeit an Stabilität verlieren. Jogger müssten ihrem «Sportgerät» besondere Aufmerksamkeit schenken. Orthopäde Barg rät Anfängern, möglichst nicht auf Asphalt, sondern auf weichen Böden zu laufen. Selbst das als gesund geltende Barfusslaufen dürfe man nicht übertreiben, auch hier sollte man auf die Unterlage achten, ein warmer, weicher Sandstrand sei ideal. Der Fachmann betont jedoch, dass es keine allgemeingültigen Ratschläge gibt. Was gut ist für unseren Fuss, ist in erster Linie abhängig von Alter und Gesundheitszustand. Nach langem Stehen oder Vivai 4/14

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Das tut gut Für gepflegte Füsse

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1. Foot Bath Salt von Pedic: Das

Badesalz belebt und erfrischt müde Füsse mit Jojobaöl, Aloe vera und grünem Tee.

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2. SOS Anti-Hornhaut-Stick von Pedic: Damit regenerieren ver-

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hornte und rissige Füsse. Der Inhaltsstoff Urea sorgt für spürbar geschmeidigere Haut. Einfach aufzutragen. 3. Fuss-Cremebad von Pedic: Teebaumöl, Kamille und Rosmarinöl pflegen besonders trockene Füsse und wirken ebenso gegen verhornte Haut. 4. Fussbalsam von Kneipp: Pflegender Ringelblumen-Extrakt und erfrischendes Rosmarinöl sorgen für ein Wohlfühlerlebnis. 5. Fuss-Deospray von Pedic: Ein wirksames Mittel gegen schwitzende Füsse. Der Antitranspirant-Spray schützt vor Schweissbildung und erfrischt zugleich.

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6 4

6. Fusscreme von I am Natural Cosmetics: Macht trockene Füsse

5

geschmeidig und verleiht ein Frischegefühl dank Shea Butter, Jojobaöl und Rosmarinextrakt aus biologischem Anbau. 7. Hornhautfeile von Pedic: Überschüssige Hornhaut lässt sich mit der speziellen Feile in wenigen Minuten leicht entfernen. 8. Nagellack! Das wichtigste BeautyUtensil für Füsse ist nach wie vor der Nagellack. Der Farbpalette sind kaum Grenzen gesetzt. Passend zu Kleidung und Schuhen auftragen. Die Nagellacke von Maybelline versprechen intensive Farben, die mit einem neuen Pinsel leicht aufzutragen sind. Passend zu den Laufstegtrends gibt es alle zwei Monate eine trendige Limited Edition mit je vier Nuancen. Der Nail-Lacquer von Covergirl besticht mit seinem Glanzeffekt, und der Super-Stay-7-Days von Maybelline mit der Gel-Formel sorgt für langen Halt. Produkte bei Migros erhältlich.

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Gehen empfiehlt der Experte das, was auch schon unseren Grossmüttern half: belebende Wechselbäder. Verwöhnprogramm zu Hause Während der Orthopäde sich vorwiegend den Knochen, Gelenken, Sehnen und Muskeln annimmt, geht es in der Podologie um die medizinische Fusspflege, das heisst um die Behandlung von eingewachsenen Nägeln, von Hühneraugen oder starker Hornhaut. Eher ein Verwöhn- als ein Reparaturprogramm ist hingegen eine Pedicure, die kosmetische Fusspflege, die man auch zu Hause durchführen kann. Man beginnt mit einem rund fünfminütigen Fussbad, das nicht heisser als 38 Grad sein sollte, damit die Hornhautschicht nicht zu sehr aufquillt. Anschliessend werden die Nägel mit einem Nagelknipser, einer Nagelzange oder einer Schere mit abgerundeten Spitzen geschnitten. Ein gerader Cut verhindert, dass scharfe Nagelecken entstehen, die einwachsen können. Fussnägel sollten nicht zu kurz geschnitten werden, ideal ist es, wenn der Rand mit der Zehenkuppe abschliesst. Dann werden die Nagelspitzen mit einer feinen Feile geglättet, gefeilt wird immer von der Seite zur Nagelmitte hin. Störende Nagelhaut kann vorsichtig zurückgeschoben werden, am besten mit einem flachen Holzstäbchen. Bei robuster


Füsse

schluss einer heimischen Pedicure wird eine pflegende Fusscreme einmassiert. Da die Füsse keine Talgdrüsen besitzen, brauchen sie viel Feuchtigkeit. In einer guten Fusscreme stecken pflanzliche Öle, Feuchthaltefaktoren wie Glyzerin oder Harnstoff und kühlende, wohlriechende Stoffe. Von Frühling bis Sommer gehört ein Nagellack fast zwingend zum Fusspflegeprogramm, Grundierung und Decklack verlängern die Haltbarkeit.

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Cremen, kneten und massieren

Nagelhaut hilft es, einen Nagelhautentferner zu verwenden, der kurz einwirken muss. Massagen mit Nagelöl lassen das Problem erst gar nicht entstehen. Hornhaut entfernt man am besten mit einer flachen Feile, das ist schonender als mit einer Raspel oder einem Hobel. Die bequemste Variante ist aber ein elektrischer Hornhautentferner. Um die Entstehung neuer Hornhaut zu verhindern, gibt es auch Cremes, die allerdings regelmässig aufgetragen werden müssen. Zum Ab-

Eine Fusscreme schätzen die Füsse nach jeder Dusche. Wenn sie dabei noch ein wenig geknetet und massiert werden, ist das ideal. Unangenehmen Fussschweiss verhindert ein Antitranspirant, aber auch erfrischende Fusssprays oder Gel-Polster, die brennenden Ballen entgegenwirken, tun den Füssen gut. Speziell nach ausgiebigen Touren durch Grossstädte oder nach dem Wandern empfiehlt sich ein erholsames, entspannendes oder belebendes Fussbad. Sollten die Füsse auf die Beanspruchung aber doch etwas heftiger reagieren: Ein Blasenpflaster bietet Schutz vor Infektionen, und die Haut darunter kann in Ruhe heilen. l

Fussreflexzonenmassage Wie sie wirkt Die Fussreflexzonenmassage ist ein alternativmedizinisches Behandlungsverfahren und beruht auf der Annahme, dass jedes Organ, jeder Muskel und jeder Knochen mit unseren Füssen in Verbindung steht. Das Drücken und Massieren der Reflexzonen wirkt sich positiv auf das dazugehörende Organ aus, Heilungsprozesse werden unterstützt. Auf diese Weise kann ein verspannter Nacken oder ein träger Darm unterstützend behandelt werden. Eine Fussreflexzonenmassage wird von einem ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Man darf aber auch mal selbst Hand anlegen. Die richtige Technik sollte man lernen. Die Klubschulen der Migros bieten Basiskurse, Aufbaukurse und Workshops an. Den Teilnehmern werden die Grundlagen der Anatomie und der Reflexzonen des Fusses vermittelt, sie erhalten einen Überblick über die Wirkungsweise der Massage und erlernen die Grundtechniken. Infos: www.klubschule.ch

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Gut gekreuzt Bokwa? Piloxing? Nein, fĂźr diese Fitnesstrends brauchen Sie keine neue Sprache zu lernen. Hier wurden einfach bestehende Disziplinen zu neuen efďŹ zienten Traingscocktails gemixt. Wir haben sie ausprobiert. Text: Petra Koci

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Fitnesstrends

© Keystone, piloxing.com, Heidi Krauss Bokwa B.E.S.T./bokwa-fitness-switzerland.com

Kriegertanz: Aroha

Wer schon einmal die neuseeländische Rugby-Mannschaft vor einem Spiel beobachtet hat, weiss, worum es geht: Haka ist der ausdrucksstarke Maori-Kriegstanz. Augen weit aufreissen, Zunge raus. Diese Kriegserklärung soll den Gegner verunsichern. Das Fitnessprogramm Aroha ist inspiriert vom Haka und kombiniert es mit Elementen aus Kampfsport und Tai-Chi. Ausfallschritte, wenn möglich in der Hocke, sind die Basis. Der Oberkörper ist aufgerichtet und gespannt. Kraftbetonte Kicks oder explosive Faustschläge wechseln mit geschmeidigen Tai-Chi-Armbewegungen. Das Tempo bleibt dynamisch im Rhythmus der speziell komponierten Musik. Diese trägt viel zur Faszination von Aroha bei: Ethnoeinflüsse und Trommeln regen an, der Dreivierteltakt geht in die Ohren und von dort direkt in die Beine. In einer intensiven Stunde Aroha festigt man vor allem Bauch, Beine, Po und Arme. Und wenn man in aufrechter Körperhaltung mit rotem Kopf und grossen Augen aus dem Training hinausgeht, hat dies nichts mit einer Kriegserklärung zu tun, sondern mit ganz viel innerer Energie.

Das neue Zumba: Bokwa

Man muss keinen Afrotanz beherrschen und auch kein Boxer sein. Selbst wenn sich der weltweite Fitnesstrend dem Namen nach von Boxen und Kwaito, einem afrikanischen Tanzstil, ableitet. Die Grundschritte formen Buchstaben und Ziffern. Im Hintergrund dröhnt dazu Charts- und House-Musik. Dynamische Armund Hüftbewegungen sowie Minisprünge, «Bounce» genannt, runden das Ganze ab. Bokwa gilt als das neue Zumba. Die Schrittfolgen und die Art der Musik sind zwar unterschiedlich, doch auch Bokwa ist ein powerndes HerzKreislauf-Training, das zudem Beweglichkeit und Koordination fördert. Das Nachtanzen von Buchstaben hilft tatsächlich, der Choreografie zu folgen. Ans Boxen erinnern einzig die gelegentlich geschwungenen Fäuste. Gewisse stampfende Schrittfolgen und Hüftschwünge sowie Ausdrücke wie «Waka, waka» lassen den Afrotanz spürbar werden. Aber hauptsächlich ist Bokwa eine stimmige Aerobicparty – nach einer Stunde ist man verschwitzt und gut gelaunt. Einige Kalorien sind dabei wohl auch auf dem Tanzboden geblieben.

Pilates, getanzt: Piloxing

Eigentlich dachten wir, Pilates sei eher ein sanftes Training. Nicht, wenn man es mit Tanzschritten und Boxen kombiniert und die Musik aufdreht. Dann hat man nämlich Piloxing, ein intensives Intervalltraining, das den Körper strafft und Ausdauer und Beweglichkeit fördert. Also, boxen wir drauflos, linker Haken, rechter Haken. Wer nicht genau weiss,wie er die Fäuste halten soll: mal hoch beim Gesicht wie beim Telefonieren oder mal so, als würde man ein Glace halten. Wer möchte, trägt Handschuhe, die mit dreihundert Gramm Granulat gefüllt sind. Doch auch ohne Gewichte fordert Piloxing die Oberarmmuskeln, denn die Arme sind meist in Bewegung, die Schultern dabei entspannt. Wer einen schlechten Tag gehabt hat, darf sich austoben und Schläge austeilen. Unter dem Einfluss von Pilates stehen die Übungen mit den kleinen Arm- und Beinbewegungen, und diese lassen die Muskeln bereits nach kurzer Zeit zittern. In der letzten Runde auf der Matte dürfen auch Gesäss und Körpermitte mitarbeiten, bei Pilatesübungen, Liegestützen oder Rumpfbeugen. Während einer Stunde bieten sich Powertraining und Muskelkräftigung einen hitzigen Schlagabtausch – und die Gegensätze Pilates und Boxen passen unerwartet gut zusammen. Vivai 4/14

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Fitnesstrends

Passt zusammen: Yogalates

Den Sonnengruss, den Baum, die Kobra und all die anderen YogaAsanas kennen wir nach vielen Jahren des Dauerhypes um Yoga. Auch Pilates wird heute in fast jeder Turnhalle unterrichtet. Der PilatesGrundsatz von der Stärkung der Körpermitte leuchtet ja auch ein. Die Konzentration auf die Mitte verbindet Yoga mit Pilates. Wieso also nicht die beiden Workouts kombinieren? Und schon hat man Yogalates. Nur, wie wird hier geatmet? Durch die Nase wie beim Yoga oder durch den Mund wie beim Pilates? Nun – beide Atmungsarten wechseln sich ab. Genauso wie beide Disziplinen aufeinanderfolgen und nicht ver-

mischt werden. Man steigt mit Asanas aus dem Yoga ein. Darauf folgt meist eine Pilates-Sequenz und danach zum Abschluss eine YogaAbfolge. Während es beim Pilates vorwiegend um die Aktivierung der tiefer liegenden Bauch- und Rückenmuskeln – Powerhouse genannt – geht, setzt Yoga mehr auf die Flexibilität des Körpers. Garniert sind die Bewegungsabläufe mit der Konzentration auf die Stabilität im Körperzentrum und auf die präzise Ausführung, sodass auch der Geist zur Ruhe kommt. Noch skeptisch? Tatsächlich ist Yogalates eine harmonische Kreuzung für alle, die sich nicht für das eine oder das andere entscheiden wollen.

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© Indira Hrapovic / pilates-indira.at, Bernhard Jakszt / aroha-academy.de

Das Vollprogramm: Crossfit

Er sieht nicht aus wie ein gestyltes Fitnessstudio, eher wie eine Halle mit Industrie-Chic für den lokalen Turnverein: Auch im Crossfit-Raum stehen Rudermaschinen, Hanteln, Reckstangen, hängen Ringe und liegen Medizinbälle. Hier trainiert aber nicht jeder für sich, sondern man bucht einen Parcours in einer Kleingruppe unter Anleitung eines Coachs. Nach einer Aufwärmrunde mit Rudern folgen ein Krafttraining wie Hantelnstemmen und Handstand an der Wand oder ein High-IntensityTraining mit Liegestützen, Rumpfbeugen und Seilspringen im Wechsel. Crossfit verbindet Krafttraining, Leichtathletik und Gymnastik. Das

Überzeugendste an dieser Melange: Hier werden sowohl Kraft wie Ausdauer, Beweglichkeit wie Koordination, Schnelligkeit und Kondition trainiert. Keine Disziplin kommt zu kurz. Eigentlich hätten wir vor allem jüngere Bodybuilder und militärischen Drill erwartet. Der Umgangston ist aber freundlich, jedes Alter ist willkommen, ob mit Bauchansatz oder Muskeln spielt keine Rolle. Jeder Teilnehmer bekommt seinem Level entsprechende Übungen, wird korrigiert und gefordert. Crossfit ist ein effizienter Fitparcours mit Muskelkater-Garantie, der mit anderen noch mehr Spass macht. ●

Zum Mitmachen Klubschule, Fitnessparks Die Klubschule Migros bietet Bokwa-, Aroha- und Piloxing-Kurse an: www.klubschule.ch. Piloxing lässt sich auch im Migros Fitnesspark Puls 5 in Zürich und Bokwa im Migros Fitnesspark Heuwaage in Basel erleben: www.fitnesspark.ch. Eine Übersicht mit Crossfit-Anbietern in der Schweiz findet sich unter www.crossfit.com

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Die Gewinnerin / der Gewinner wird unter sämtlichen korrekten Einsendungen aller Sprachausgaben von Vivai ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Gewinne, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos. Mitarbeitende des Migros-GenossenschaftsBundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Auflösung und den Namen des Gewinners finden Sie im Vivai 5/14.

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Die Philosophin

Bienen und die Welt retten

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Katja Gentinetta ist Politikphilosophin und -beraterin. Nach Führungspositionen in Kultur, Verwaltung und Wirtschaft ist sie heute Gesprächsleiterin der «Sternstunde Philosophie» am Schweizer Fernsehen, Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen und Mitbegründerin und Partnerin von Gentinetta*Scholten Wirtschaft Politik Gesellschaft. Sie hält Vorträge und ist Autorin mehrerer Publikationen.

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ffenbar gibt es immer mehr Hobby-Imker, die entgegen ihrer Absicht die Bienen nicht retten, sondern vielmehr gefährden. Denn Bienen, die unsachgemäss gepflegt werden und denen Blüten fehlen, werden aggressiv und krank. Der Volksmund hält für ein solches Verhalten einen treffenden Spruch bereit: «Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.» Wer die Bienen retten will, sollte also etwas präziser ans Werk. Wie können wir überhaupt die Welt retten? Diese Frage ist an sich schon eine Anmassung. Welche Position der Mensch in der Welt – oder sagen wir heute: auf dem Globus – hat, darüber gehen die Meinungen schon seit jeher auseinander. Der berühmte Satz des Protagoras, wonach der Mensch das Mass aller Dinge sei, wurde unterschiedlich interpretiert. Einmal wurde er auf das Individuum gemünzt, dessen Massstab für Erkenntnis sein eigenes Empfinden und seine persönliche Einschätzung ist. Das meint, weil es eine absolute Wahrheit nicht gibt, genüge es, sich auf sich selbst zu verlassen. Mehr noch: Was nützen objektive Feststellungen – die sogenannten Daten und Fakten – wenn mein Gefühl eine andere Sprache spricht? Diesem individuellen Relativismus, dem wir auch in gegenwärtigen Auseinandersetzungen über wichtige wirtschaftsund sozialpolitische Fragen begegnen, steht eine andere, grundsätzlichere Interpretation gegenüber.

Diese nimmt nicht das einzelne Individuum, sondern die ganze Menschheit in den Blick. Weil letztlich wir Menschen es sind, die die Welt zu erkennen versuchen, ist alle Erkenntnis menschlich bedingt. Platon wählte den Mittelweg, nämlich: die Politik. Für ihn war die Polis «die Quelle der rechtlich-sittlichen Normen». Die politische Gemeinschaft war das Mass aller Dinge – jene Organisationsform, in der Individuen sich zusammentun, um als Gesellschaft Regeln zu definieren, die jedem Einzelnen und allen zusammen am meisten dienen. Diese Regeln wiederum hätten so lange Bestand, wie sie als richtig erscheinen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass für Platon die Klugheit – heute würden wir sagen: Bildung und Wissen – eine wichtige Voraussetzung für den Erlass guter Regeln war. Vielleicht wäre sich Platon mit den Bienenexperten also einig gewesen, dass die Politik eine Vorschrift erlassen muss, nach der es einen Fähigkeitsausweis als Bedingung für den Erwerb eines Bienenvolks braucht, um dem unkoordinierten Vorgehen Einhalt zu gebieten. Vielleicht aber ist es schon ein erster Schritt, wenn man, statt nur das eigene Gewissen zu beruhigen, sich auch etwas Wissen aneignet. Und wenn man dann, statt sein eigenes Gefühl zum Massstab zu nehmen, mit etwas mehr Bescheidenheit auftritt. Wer die Welt retten will, muss wissen, dass er selbst nur ein Mensch ist. l


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Tag Destinationen

Programm / Ausflüge Flug mit Croatia Airlines nach Dubrovnik. Transfer zum Schiff, Einschiffung. Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt. Mittags «Leinen los!» Richtung Korcˇ ula. Ankunft am Abend. Nachtessen individuell in Korcˇ ula. 3 Korčula– Hvar/Stari Grad Schifffahrt bis zur Insel Hvar. Freie Zeit in Stari Grad. Nachmittags Stadtbesichtigung Hvar. Individuelles Nachtessen. 4 Hvar/Stari Grad– Omiš Schifffahrt nach Omiš. Flussfahrt mit Ausflugsbooten auf dem Cetina-Fluss bis zu «Radmanove mlinice». Nachtessen an Bord oder individuell in Omiš. 5 Omiš–Split–Rogoznica Kurze Fahrt nach Split. Nachmittags Stadtrundgang Split. Kapitäns-Dinner. 6 Rogoznica–Skradin– Fahrt Richtung Skradin. Besuch der Wasserfälle von Krka. Fahrt im Ausflugsschiff Šibenik zum «Skradinski Buk». Rundgang durch die einmalige Fjordwelt. Stadtrundgang durch Šibenik. Individuelles Nachtessen. 7 Šibenik–Zadar Fahrt entlang der Kornati Inselgruppe. Busausflug zum Zrmanja Canyon. Mittagessen mit einheimischen Spezialitäten in einem traditionellen Gasthof. Stadtrundgang Zadar. Apéro und Abendessen. 8 Zadar–Zagreb–Schweiz Ausschiffung und Bustransfer nach Zagreb mit Ausflug zu den Plitvicer Seen (fak. Verpflegung im Nationalpark). Rückflug in die Schweiz. Individuelle Heimreise. Zadar–Dubrovnik Reise in umgekehrter Reihenfolge mit kleinen Anpassungen. Alle Ausflüge sind im Arrangementpreis inbegriffen | Programmänderungen vorbehalten 1 2

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