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MFG - Das Magazin / Ausgabe 9

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P.b.b. Verlagspostamt 3100 St. Pรถlten, 04Z035974M, 01/06, EURO 1,50

www.dasmfg.at

G MF

DAS MAGAZIN

URBAN: MFG geht baden MOZARTJAHR: WIE MEINEN , BEETH OVEN ? SZENE: Schla cht im Hof? SPORT: A l s der A nd i Herz og

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JUNG v.MATT/Donau

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Sex ismus

von Johannes Reichl

Ist Ihnen das auch schon

Bruder die NÖN haben - ganz Profis - die empörte

aufgefallen?

Pöl-

Stadträtin vor besagtem Sujet abgebildet, damit das

In

St.

URBAN MFG ge ht bade n Als ich die Blackhole bezwang!

ten scheint ein bisserl die

von ihr beanstandete Bild gleich noch einmal zig-

Platte hängen geblieben zu sein. „Die City stirbt“,

fach unters Volk gebracht wird, auf dass jene 99,9%

„Der hässlichste Bahnhof“, „Die sicherste Stadt“,

der Bevölkerung, die niemals im Leben auf den Ge-

“Warten auf das Buskonzept“ und seit Monaten ein

danken von Sexismus verfallen wären, zumindest

unter Seufzen und Augenrollen vorgebrachtes „Also

darüber ins Grübeln geraten. „Hui! Ein Bikini-Mädl

so ein kalter Winter!“ Immer die selbe Leier.

auf einem Hallenbadplakat! Jo, wo gibt’s denn so-

Und wissen sie was? Schuld sind wir! Jawohl! Wir!

was! Und die Assoziation mit Urlaub ist ja wirklich

Also, jetzt nicht Sie und ich. Nein, sondern wir – die

weit hergeholt.“ (Warum komm ich hier eigentlich

Medien. Denn wir lieben es ja, Gschichterln immer

immer auf Plakate zu sprechen. Ist nicht Absicht,

und immer wieder aufzuwärmen, solange, bis sie so

verzeihen Sie!)

lauwarm schmecken, dass einem das Gesicht beim Lesen einschläft. Bisweilen wenden wir auch die

Jedenfalls, wir – also jetzt nicht Sie und ich, sondern

umgekehrte Guerilla-Taktik an. Wir pumpen solang

wir vom MFG, wollten diesen vermeintlichen, gegen

heiße Luft in eine an sich belanglose Sache, bis di-

Frauen gerichteten Sexismus nicht länger hinneh-

ese für ein, zwei Schlagzeilen den Anschein von Be-

men und haben deshalb zum ultimativen Gegen-

deutung gewinnt, bevor sie wieder in sich zusam-

schlag ausgeholt, wollten ein Exempel statuieren.

mensinkt. Beispiel: Die „Operettendiskussion“. Da

In einem Akt von sexueller Selbstausbeutung (ja,

jammern alle, und dabei wurde Operette noch nie

unser Job erfordert mitunter Opfer) und unter größ-

so gut dargebracht wie jetzt! Topschauspieler. Opu-

ter Überwindung (wie man dem Bild leicht entneh-

lente Inszenierung! Titel: „Viel Lärm um Nichts!“

men kann) haben wir für das MFG-Cover nackt in

LUST IGEs Frage-A ntw ort Sp ie l Ja oder nein, das ist hier die Frage

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KULT UR Junge r dirige nt le man Ein Mann wie ein Rufzeichen

BEET HOVE N ZUM MOZART JAHR „Ich kann es nicht mehr hören“

der Aquacity-Sauna (Wos! Nackte Männer in einer Und wissen Sie, was noch schlimmer ist. Wir – also

Sauna! Wo gibt’s denn so was!) posiert. Ja, wir sind

jetzt nicht Sie und ich. Nein, sondern wir - vom

– ohne Rücksicht auf Verluste - sogar noch einen

MFG, wir sind um nichts besser! Wir sind uns in die-

Schritt weitergegangen und haben auch unsere

ser Ausgabe nicht einmal zu billig dafür, das wohl

Köpfe gezeigt. Denn – so unsere Botschaft – wir

abgestandendste Thema von allen überhaupt auf-

lassen uns nicht reduzieren! Jawohl. Das finden Sie

zugreifen: die Aquacity!

sexistisch? Wirklich? Äh... na ja... Dankeschön auch!

Wobei, um uns jetzt ein bisschen zu verteidigen:

Wir sind ja doch auch ein bisschen eitel.

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SZE NE Be n Mart in Hinein ins RnR-Wohnzimmer ZW ISCHE N ZWE I WE LTE N Kein Freiraum am Schlachthof

Der aktuelle Anlass für unser Cover ist schon ein, ja man kann fast sagen, didaktisch-aufklärerischer.

Übrigens: Der Magistrat bekommt eine eigene Frau-

Gendermainstreaming! Denn immerhin haben die

enbeauftragte, die sich ausschließlich um genau

Grünen die Werbekampagne der Stadt für die Aqua-

diese Fragen der Gleichberechtigung, gegen Sexis-

city „Urlaub mitten in der Stadt“, welche einen

mus etc. kümmern wird. Eine wirklich gute Sache!

weiblichen, mit einem Bikini bekleideten Damen-

Darüber redet aber komischerweise bislang nie-

torso zeigt, als sexistisch bezeichnet. Wir Medien,

mand – und schuld daran sind wir. Also jetzt nicht

also, um jetzt ganz genau zu sein, unser großer

Sie und ich. Nein, sondern wir - die Medien.

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SPORT Die Ze he de r Nat ion Andi Herzog springt ins kalte Wasser Ein Daue r(P)re nne r Heli zurück in St. Pölten

IMPRESSUM Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742 / 71400330, Fax: 02742 / 71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Mag. Johannes Reichl Anzeigenleitung & administrative Geschäftsführung: Mag. (FH) Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Anzeigenservice: Renate Lameraner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 0664 / 37 27 310; Email: renate.lameraner@dasmfg.at Redaktionsteam: Renate Lameraner, Althea Müller, Michael Müllner, Rosa, Thomas Schöpf, Dieter Schrattenholzer, Eva Seidl, Matthias Steinperl, Tobias Zuser Kolumnisten: Heli Deinboek, Hebi, Althea Müller, Thomas Karl, Rosa, Christoph Wagner, Tobias Zuser Mitarbeiter dieser Ausgabe: Gerhard Axmann, Mathias Kirner, Florian Kogler, Michaela Lipa, Edwin Prochaska, René Voak; in redaktioneller Zusammenarbeit mit www.joynt.at Kritiker: Wolfgang Hintermeier, Peter Kaiser; Johannes Maria Knoll, Dali Koljanin, Rainer Lepuschitz, Manuel Pernsteiner, Steve Ponta, Robert Stefan, Alexander Terrer, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: REBELTECH, DI (FH) Schipp Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs-, Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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URBAN

In was für e iner St adt leben w ir e igentl ich...

In der doch glatt auf den Genius des Jahres

In der die s-Schreibung noch immer nicht

In der die Zahl der angezeigten strafbaren

vergessen wird! Wo andere Mozart-Streich-

gekneist wird. So lud das Auto-Resti vor Weih-

Handlungen im Jahr 2005 laut Kriminalstatistik

wurst, Symposien, Sonder-Konkret-Nummern

nachten zum „Süssen Advent“, was besessene

stark angestiegen ist (wir berichteten in MFG

oder zumindest eine Gedenktafel aus Gold mit

Sprachfanatiker gar nicht süß (so ist‘s richtig)

12/05). Und das, obwohl die Zahlen für Niederös-

dem Spruch „Hier fuhr Wolferl vorbei“ ange-

fanden, ja manche außer sich brachte. Zum

terreich und Österreich deutlich rückläufig wa-

bracht hätten, übt sich die Stadt im Understate-

Glück war der Scheiterhaufen mit „heisser

ren. Doch die Kriminalstatistik geriet – kaum war

ment und behält die unglaubliche Begebenheit

Vanillesosse“ nur orthographisch ein Missge-

sie veröffentlicht – ins Fadenkreuz der Kritik. Von

für sich: Ja, Wolferl Superstar nächtigte zweimal

schick, denn schlüssig heißt es „mit heißer Va-

einem „Lehrbeispiel für Schwindel und Schönfär-

in St. Pölten. Das erste Mal 1767, das zweite Mal

nillesoße“. Doch schon nach dem ersten Bissen

berei“ war da seitens der Bundes-SPÖ die Rede,

1781. Und zwar, wie er selbst schreibt, weil ihn

vergisst man den Ärger und isst die Semmel-

da mehrere Delikte neuerdings zu einem zusam-

sein Allerwertester „so gebrennt, dass ich ohn-

Apfel-Masse genüsslich. Auf dass uns das Au-

mengefasst würden und Fahrraddiebstähle gar

möglich hätte aushalten können.“ Daher kam

toresti ob der Aufschlüsse nicht hasst oder gar

nicht mehr in der Statistik aufschienen. Partei-

er „Donnerstag. den 15:ten müde wie ein Hund

rausschmeißt, sei festgehalten, dass es sich um

geplänkel? Nur Gerüchte? Zumindest solche, die

abends um 7 Uhr in St: Pölten an – legte mich

ein allumfassendes, scheußliches, ja maßloses

MFG von mehreren Exekutivbeamten zugetra-

bis 2 uhr Nachts schlafen, und fuhr dann gerade

Phänomen handelt. Ein Klassiker: Neuerdings

gen wurden. Das Bundeskriminalamt versichert,

bis nach Wien.“ Wer weiß schon, wie sehr diese

scheinen alle recht viel Spass zu haben, obwohl

dass es keine Änderung der Datenbasis gebe.

sieben Stunden Schlaf Amadeus für den Rest

es doch Spaß heißt. Müßig zu fragen, auf wes-

Ebenso dementiert der Sicherheitsdirektor für

seines Lebens beeinflussten?! Ja, er nahm den

sen Mist derlei fußt, wer solches verfasst. Wir

NÖ, Dr. Franz Prucher, jede Manipulation. Dies

Namen St. Pölten in den Mund, schrieb ihn mit

wollens nicht wissen, sind nicht heiß darauf!

wäre schließlich ein „aufgelegter Elfer“.

seiner eigenen genialen Hand, der auch Werke

Faktum ist: Es passt nicht! Wer also die Regeln

selbst die werden manchmal übersehen.

wie Don Giovanni oder Die kleine Nachtmusik

nicht weiß, kann sich mittels Duden verbessern!

Man mag der einen oder anderen Seite glauben.

entflossen, nieder! Halleluja, wir sind gesegnet!

Mit ein bisserl Fleiß muss das doch möglich

Ist die Statistik aber tatsächlich geschönt, hat

Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

sein! Und damit Schluss!

man dabei auf St. Pölten wohl vergessen.

OR UM

Leider kann nur ein Teil der Leserbriefe veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserbriefe direkt an: MFG -D as Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, e-mail: leserbriefe@dasmfg. at oder direkt unter www.dasmfg.at

„Englischen Fräuleinpower“ sowie die Dollfuß-Malerei in der Prandtauerkirche (siehe auch S. 14) sorgten für Gesprächsstoff. GRATULATION zu den Artikeln über Bernhard

Englische Fräulein Power. Respekt vor diesen

Paul und Heli Deinboek. So macht Lesen Freude.

Damen. War Zeit, dass man die vor den Vorhang

WEITER SO.

bittet! Dass die Ordensgründerin Mary Ward noch

Bernd

immer nicht seliggesprochen wurde, während

Na das ist ja wieder typisch. da gibt die kirche

andere widerspruchsvolle Charaktere wie etwa

zu allem & jedem ungefragt den senf dazu, wenn

Kaiser Karl die Seligsprechung quasi im Schnell-

sie aber selbst mit etwas unangenehmem kon-

verfahren bekamen, wird doch nicht damit zu

frontiert und dazu befragt wird (Austrofaschist

tun haben, dass Mary Ward den hohen Herren

Dollfuß-Bild in Prandtauerkirche) schweigt sie.

der Amtskirche die Stirn bot und sich lieber auf

sehr schwach!

Gott verließ?

jochen

angelika

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Fotos: Rauschmayer, Vorlaufer, salzburg.gv.at, Krafft, zVg, landesmuseum

LESERF

Nur,


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URBAN

Versäumt? So still hab ich nach Filmende noch selten einen Kino-Saal erlebt. Man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Alle waren betroffen, in Gedanken versunken, traurig. Den älteren Besuchern, die diesen „Scheißdreck Krieg“ noch miterlebt hatten, standen Tränen in den Augen. Eine alte Dame zitterte am ganzen Körper. „Die Brücke“, Bernhard Wickis Antikriegsfilm über den sinnlosen Tod junger Menschen, ist Bericht, Anklage und Aufruf zugleich. Nie wieder! Warum? Deshalb! Wicki, einer der Größten dieser Stadt, erhielt dafür den Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert. Ein St. Pöltner! Was an den Prandtauerpreisträger erinnert, ist heute gerade einmal ein kleine Straße im Norden, die nicht einmal den Terminus „Gässchen“ verdiente. Unwürdig! Da hat die Witwe des Verstorbenen absolut recht, wenn sie sich eine „richtige“ Bernhard Wicki Straße wünscht, am besten in der Nähe seines Geburtsortes. Der ist in der Dr. Karl Renner Promenade 26. Nicht einmal eine Gedenktafel erinnert dort an den großen Sohn. Ein Versäumnis, das man nachholen sollte!

Cit y-n ich t r a u n ze r zo n e

Ist sie eine Untugend oder doch eine Tugend, die Neugier? Jedenfalls geht sie prinzipiell davon aus, dass sich Dinge ändern können. Neugierig darf man z.B. sein, ob sich unter der Vielzahl an Interessenten, die in St.Pölten ein weiteres Viersternhotel bauen wollen, bald ein Sieger profiliert, damit unser aller Hauptstadler sein inzwischen fast schon schüsselhaftes Schweigen endlich brechen kann. Neugierig bin ich, was die St.Pöltner ÖVP, nachdem sich die Leute sichtlich ans neue Hallenbad zu gewöhnen scheinen, zur Füllung der dadurch für die nächsten Jahre drohenden ideologischen Inhaltsleere aushecken wird. Neugierig wär´ ich, ob die City-Kaufmannschaft angesichts bevorstehender neuer Anläufe die Leute von H&M, C&A, Mango, Thalia &&& inzwischen tatsächlich als Kolleginnen und Kollegen sieht und nicht länger als

K

E n t l ohn un g

NEUGIER

Fotos: Rauschmayer, Vorlaufer, salzburg.gv.at, Krafft, zVg, landesmuseum

von Hebi

Cafetier Helmut Pusch brachte es im Zuge der Er-

Da war sie also wieder, die alljährliche Polit-Ge-

öffnung der Josef Tobner Ausstellung auf den Punkt:

hälterdiskussion. Verdienen Stadträte (3.500 Euro

„Das stimmt nicht!“ Gemeint war der ewige Sud

brutto) zuviel oder angemessen? Das bissl Groteske

von wegen „Die City stirbt“. Pusch ist nämlich einer

ist ja, dass die einen sozusagen gerne mehr ma-

jener, die sich nicht im Raunzen ergehen, sondern

chen würden für ihr Geld (Stichwort amtsführende

aktiv sind - mit Erfolg! So hält er sein Kaffeehaus in

Stadträte) und damit implizieren, dass sie überbe-

der Domgasse trotz Unkenrufen („na, do wirst allein

zahlt sind, die andern wieder sagen, das ist gesetz-

im Café sitzen“) sonntags geöffnet, Vernissagen und

lich nicht vorgesehen, das Geld dafür sei also okay.

Bilder peppen das Lokal auf. Pusch - ein Vorbild.

Vorrechnen braucht man das Salär aber auch nicht

In die City kommt endlich Bewegung. Die „Plattform

(ob man davon der Partei was abliefern muss, ist

Innenstadt“ versammelt einige der renommiertesten

den Leuten egal). Immerhin ist der Politjob in der Re-

Wirtschaftstreibenden der Stadt, allein deshalb ist

gel ja ein „Nebenjob“, also zusätzliches Einkommen,

ihr die notwendige Dynamik zuzutrauen. Die Stadt

das aber zu einem Gutteil für die Tätigkeit selbst

befreit sich vom Vorwurf der City-Alibihandlung,

wieder drauf geht. Man soll aber nicht den EIndruck

indem sie die nächsten drei Jahre jeweils 100.000

eines Ehrenamtes erwecken. Was würden da die

Euro in die City pumpt, und die „R-Vereinigung“

Feuerwehrleute, Rettungsfahrer oder anderen Frei-

sorgt mit Akzenten wie dem „ballo maschiera“ für

willigen sagen? Wenn man in die Politik geht, zeugt

attraktive Anziehungspunkte. Es wird doch nicht so

das a) von Sendungsbewusstsein und Engagement,

weit kommen, dass die City zur Nichtraunzerzone

b) Masochismus oder c) Eitelkeit. Das Gehalt dafür

mutiert? Wünschen würden wir es uns. Weiter so!

ist angemessen - nicht mehr und nicht weniger.

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globalisierungsbedingt eingesickerte, unfaire Konkurrenten. Neugierig werd´ ich immer sein, warum sich im Laufe der Kirchengeschichte (und so auch derzeit bei uns in der Klostergasse) die katholischen Administrationsflächen jeweils in umgekehrter Relation zur Zahl der Gottesdienstbesucher zu entwickeln scheinen. Neugierig sein hilft wohl nix, wenn´s darum geht, ob Julius, der Liegenschaftslöwe, mit seiner seit mehr als einem Jahrzehnt am Bahnhofsplatz hinter einem Tschador dahinbröckelnden, schandbaren Hoffnungsruine ein ebensolches Masl haben wird wie mit den Sophiensälen. Neugierig ist die kulturelle Öffentlichkeit aber ganz besonders in Sachen Festspielhaus: Vor kurzem trafen sich in selbiger Weihestätte nämlich wieder die niederösterreichischen Jagdhornbläser. Hätten die Operettensüchtigen vielleicht doch eine Chance, wenn sie dem Intendanten den „Zigeunerbaron“ vorschlügen – mit Landesjägermeister Christian Konrad in der Titelrolle?

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URBAN

MFG geht B aden!

Pack die Badehose ein und mach „Urlaub in der City“. Wir wollten’s wissen und begaben uns in die Aquacity: Tröpferlbad, Saunarunde, Badenixen und die gefürchtete Black Hole. Von Michael Müllner und Johannes Reichl Zu Beginn eine Überraschung: Wir finden (es ist

– mein Gott, die gibt es auch in anderen Bädern.

gemäß sieht man auch hinein. Ob das jemanden

Freitag 19 Uhr) ohne große Schwierigkeiten ei-

Da sind wir keine Ausnahme!“ Als erprobter

stört? Liesi Maikisch erzählt von seltenen Be-

nen Parkplatz (im übrigen auch tags darauf um

Thermengänger kann man das nur bestätigen.

schwerden: „Interessanterweise haben eher

10 Uhr beim Fotoshooting). Ein Eindruck, den

Freilich kann man die Wartezeiten auch „po-

die jungen, hübschen Damen Probleme damit.“

auch regelmäßige Aquacity-Besucher bestätigen. „Von zwölf Mal, die ich schon hier war, hab ich 10 mal ohne Probleme einen Parkplatz ge-

„Wo s soi de s sein? Sexi sti sch? Fe sch i st die, das i st alle s!“

Und ein Herr schüttelt den Kopf: „So ein Blödsinn. Was machens denn da im Freibad – da geht auch die Straße direkt vorbei. Da hat sich noch nie jemand aufgeregt. Im Gegenteil: Ich

funden.“, verrät Saunalegende Helmut Bichler. „Eine Tiefgarage mit direktem Zugang – etwa

sitiv“ sehen. Immerhin sind sie Beweis dafür,

find diese Transparenz eher angenehm, da wirkt

am Gerichtsvorplatz - wär natürlich genial.“,

dass die Aquacity offensichtlich eingeschlagen

ja gleich alles luftiger und größer.“

sinniert er weiter, schränkt dann aber ein. „Das

hat. „Früher hatten wir täglich 70 Badegäste im

Auch die Diskussion rund um die Werbelinie

ist natürlich eine Frage, ob man sich das leisten

Durchschnitt, das ist jetzt kein Vergleich mehr.“,

der Aquacity unter dem Motto „Lust auf Urlaub

will. Leisten kann!“

erinnert sich Frau Maikisch. Heute hingegen

mitten in der Stadt“ können die Badegäste nicht

ganzen Tag Dienst versehen.

sind die 400 Kasterl im Schwimmbereich und

nachvollziehen. Ein junger Damenkörper in Ba-

Um uns nimmt sich Kassa-Lady Liesi Maikisch

die 160 in der Sauna bisweilen völlig ausge-

dekleidung wurde von den St. Pöltner Grünen

an, die uns – obwohl es schon nach Dienst-

bucht. Neue Besucher konnten offensichtlich

als sexistisch beanstandet. Im Bad fragen wir

schluss ist – durch „ihr“ Reich begleitet. Das

angesprochen werden, wie zum Beispiel Mu-

herum und ernten skeptische Blicke, als wir die

nennt man motiviert.

stapha Nefatti, seines Zeichens Obmann des

offizielle Broschüre mit dem gleichen Foto hin-

Wie das denn mit den Beschwerden ist, wollen

tunesischen Vereins St. Pölten: „Früher war ich

halten: „Wos soi des sein? Sexistisch? Fesch ist

wir eingangs in Bezug auf Leserbriefe in den

nie im Hallenbad. Seit dem Umbau komme ich

die, das ist alles!“

Medien wissen. Was hatte es etwa mit dieser

aber regelmäßig her! Und das Personal ist echt

Kaugummi-Story auf sich. Frau Maikisch kann

spitze!“ Frau Maikisch lacht wieder. „Das muss

ein Lachen nicht unterdrücken. „Sie hören ja

er jetzt sagen. Seine Gattin ist Saunawartin!“

Und weil wir gleich die „üblichen Fragen“ abklopfen wollen, kommen wir auf den Standort zu sprechen. „Naja, die Idee vom Nonner am Ratzersdorfer See wär sicher attraktiver gewesen, aber der Gruber hat sich halt diesen Standort eingebildet. Das war wohl auch eine Frage des Geldes. Das Argument der Nähe für die Schüler freilich war ein Politikum. Die kämen nach Ratzersdorf genauso gut mit dem Bus. Aber prinzipiell hat man hier das Maximum herausgeholt. Wir sind zu 99% zufrieden. Es ist nett!“

Aqu a-Familie Nett wie die Mitarbeiter (erkennbar an den poppigen Aquacity-PoloShirts), die von allen Befragten gelobt werden. Mitunter kommt es sogar vor, dass treue Gäste als Dankeschön einen Kaffee spendieren und zur Kassa schicken lassen, wo die Damen den

selbst meine Stimme. Wir sind derzeit fast alle

IM H ÄRTETE ST Das Maximum aus dem Standort rausholen, war wohl die Devise.

verkühlt oder heiser, deswegen nehmen wir

HIN GUC KE R

Durchaus abwechslungsreich mutet etwa der

ab und zu ein Hustenzuckerl. Kaugummi kauen

Gesprächsthema war auch die weit-

„Action-Bereich“ mit Jacuzzi, Strömungskarus-

wir sicher keinen.“ Und wie geht man mit jenen

läufige Glasfassade. Nimmt man bei-

sell und Massageliegen an. Da will man den

Motschgerern um, die sich übers Warten bekla-

spielsweise im Jacuzzi Platz und lässt die Seele

„richtigen“ Badetempeln um nichts nachstehen.

gen, wenn die Aquacity ausgebucht ist? „Wir

baumeln, gibt es stimmungsvolle Ausblicke auf

Ein Ritt durch die Black Hole sorgt für den nöti-

bemühen uns zu kalmieren. Aber Wartezeiten

das hektische Stadttreiben gratis dazu. Natur-

gen Adrenalinschub. Abbauen kann man diesen

a yr Foto schm s: Hermann Rau

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URBAN der Sauna blieb er dennoch stets treu. Neben Gesundheit spielt natürlich der soziale Aspekt eine tragende Rolle. „Die Leute freuen sich aufeinander, es wird Schmäh geführt - das ist wie in einer großen Familie.“, bestätigt Saunawartin Brigitte Nefatti.

SAUNAWITZE - Die KLassiker Welche Sprache spricht man in der Sauna? Schwitzerdeutsch! Wie erkennt man einen Exhibitionisten in der Sauna? Am Mantel! Helmut beispielsweise gehört zur FreitagsRunde. Irgendwann rutscht man rein, aus Gewohnheit entsteht Freundschaft, die Mitglieder bleiben ihren Runden oft über Jahre treu. Was in der wöchentlichen Spielpraxis bedeutet, dass die Gesellschaft nach dem Aufguss zum kollektiven Durstlöschen in die wirtliche Verlängerungen geht. Schnapsaufguss revisited, sozusagen, etwa beim Rossmarktstüberl. Legendär dann im Sauna- und Wellnessbereich, der sich

sein heißes Hobby seit dem 16. Lebensjahr. Als

etwa die Erzählungen der Samstagsrunde, mit

dem Härtetest der etablierten Saunarundengän-

einer von drei Lehrlingen fing alles an, der Meis-

dem prominenten Mitglied Rudolf Leiner, die

ger stellen muss. „Anfangs haben wir uns schon

ter hat sie damals auf die Idee gebracht. Ge-

nach der Sauna zum Wirten und in weiterer

auf den Kopf gegriffen, etwa wenn in den Du-

rade mal einen bescheidenen Saunaraum gab

Folge zur Morgenstunde dann aufs Gemeindeg-

schen keine Seifenspender montiert waren. Di-

es damals. Seit mittlerweile 46 Jahren verfolgt

schnas gegangen ist.

ese Kleinigkeiten wurden mittlerweile behoben.

der pensionierte Lokführer die Saunaszene.

Den Aufguss besorgen sich die Herren selber,

Heute sind die meisten Besucher begeistert“,

Neuerdings spielt er

die Saunawartinnen stellen lediglich den Auf-

erzählt Helmut Bichler. Der Saunaveteran pflegt

zwar

gusskübel bereit. Die Samstagsrunde hat sogar

auch

Golf,

einen obersten Repräsentanten, Hans Peböck wurde auf demokratischem Wege zum „Präsidenten der Samstagsrunde“ gewählt. Wichtigste Aufgabe seines Amtes ist die Wahrung von Ruhe und Anstand während des Aufgusses. Während der Umbauzeit stand die Gemeinschaft vor einer Zerreißprobe. Umso größer ist jetzt die Freude darüber, dass kaum jemand verloren gegangen ist. Die meisten haben sich wieder in ihre Saunarunden eingegliedert – zahlreiche neue Gesichter wurden entdeckt. „Lang hat es so ausgesehen, als würde die Saunakultur aussterben. Mit der Aquacity kommen jetzt vermehrt junge Leute, auch regelmäßig“, freut sich Helmut über Nachwuchswachler. Damit das so bleibt, gibt es noch den einen oder anderen Wunsch. Das Saunabuffett gehört verglast, “Wir sind wie eine Familie!” Liesi Maikisch, Saunalegende Helmut Bichler und Saunawartin Nefatti (v.l.n.r.)

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derzeit ist es durch den Schwimmbetrieb zu laut, eine normale Unterhaltung ist unmöglich. Auch das Kaltwasserbecken im Freien – bzw. der

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9

URBAN Einstieg über die Leiter – gilt als unglückliche Archi-

Und wie lange kann man die nutzen? „Also, ich bleib

tektur. Und im Winter ist er als besondere Heraus-

immer so eine halbe Stunde.“ Die Utensilien nimmt

forderung vereist.

sie von zuhause mit: Handtuch, Duschbad, Seife,

Im Schweiße ihres Angesichts und vorm Saunaofen

Waschlappen. „Alles, was man halt so braucht.“ Bis

sind alle gleich: Vom einfachen Hackler bis hin zur

vor etwa sieben Jahren hatte die ehemalige Bedie-

Plantschprominenz, beispielsweise Alt-Vizebürger-

nerin ein eigenes Badezimmer. Dann übersiedelte

meister Amand Kysela, die pensionierte Bademeis-

sie in ein altes Haus, „wo es kein Badezimmer gibt.

terlegende Willi Schreiber oder St. Pöltens ehema-

Seither geh ich ins Hallenbad, weil zuhause ein

lige First Lady Hermi Gruber (natürlich haben auch

neues Badezimmer einzurichten zahlt sich auch

die Damen ihre eigenen Runden!).

nimmer aus.“ Ob das eine große Umstellung war

TRÖPFE RLBAD

damals, wollen wir wissen. „Eigentlich nicht wirklich. Jetzt geh ich halt zusätzlich eine halbe Stunde

Zuletzt werfen wir noch einen Blick ins

spazieren, das ist gar nicht so schlecht. Und nach

sogenannte „Tröpferlbad“. Gedacht für

dem Badbesuch fühl ich mich pudelwohl.“

Menschen, die zuhause prinzipiell oder vorüber-

Auch die 2,50 Euro fürs Wannenbad schrecken den

gehend (etwa im Falle eines Umbaus) über keine

Stammgast nicht. „Das ist zwar ein bissl teurer als

Waschräume verfügen, schlägt sich in der Reduk-

vorher, aber das Bad ist dafür recht schön gewor-

tion dieser sozialen Einrichtung der gestiegene

den. Ich bin zufrieden!“

Wohlstand nieder. Gab es im alten Hallenbad noch elf Badewannen und sechs Brausen, so wurden sie auf eine „Öffentliche Badewanne“ und eine „Öffentliche Brause“ reduziert.

Nach dem Au fguss geh t es zum k o llek tiven Du rstlöschen in die V e rlänge rungen .

Heute nutzen nur mehr wenige Herrschaften die Einrichtung, wobei sie aus unterschiedlichsten

So wie alle Besucher der Aquacity, die wir be-

Gründen kommen. Gab es ehemals etwa zwei

fragten. Und auch MFG hat sich überzeugen lassen

Herren, die ihren Gattinnen die Badputzerei erspa-

und geht ab nun regelmäßig baden. Übrigens: Zum

ren wollten, so pilgert ein Herr aus Hohenberg (!)

Abschluss eine gute und eine schlechte Nachricht.

nach wie vor regelmäßig mit dem Bus extra nach

Die Gute: Die benachbarten Blutbuchen erfreuen

St. Pölten, um sich ein ausgiebiges Bad zu gönnen.

sich bester Gesundheit!

Zu den Stammgästen zählt auch die St. Pöltnerin

Die Schlechte: Der Chipuhr fehlt das Ziffernblatt

Josefa Lechner, die einmal in der Woche kommt.

zum Zeitablesen.

„Ich nehm immer die Badewanne.“, klärt sie uns auf.

In fos: www .aqu ac ity.at

Ins Schw immen k ommen Gute Legenden halten sich lang schlechte saufen umso schneller ab. Angeblich sind wir ein Ski-Volk. Ein Gerücht, das schwer ins Schwimmen kommt. Besonders, wenn man den Protz-Wettbewerb einzelner Gemeinden um den jeweils schönsten und natürlich familientauglichsten Schwimmtempel beobachtet. Wozu die vielen feuchten Worte, fragt sich trocken der Kästchen-Stripper? Wenn ohnehin jeder weiß, dass sich wahrer Breitensport an einem Bankschalter oder in einem tränenfeuchten AMS-Warteraum abspielt? Dass sich mittlerweile auch in der stolzen Wasserstadt St. Pölten Abertausende Athletikstars um ihr überfälliges NÖN-Foto abrackern, versteht nur einer im großen Zusammenhang: der Heilige Rogan, Schutzpatron aller Überlebenskämpfer. Und nur er vermag richtig einzuschätzen, wer sich in der weltweit übertragenen

K

Olympiade des Durchkommens

noch für einen

C RIME TIME von Heli Deinboek

Nina macht Urlaub mitten in der City

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Spitzenplatz qualifizieren könnte. Der Flachschwimmer? Mit seiner Affinität zur Notstandshilfe-Sandbank? Kaum. Der Trockenschwimmer? Der nur mehr durch die ausgedörrte Erinnerung an flüssigere Zeiten dahinschwimmt? Keine Chance! Vielleicht der Nichtschwimmer mit dem Herrn Papa als Bademeister, der immer noch das eine oder andere Rettungsringerl ins leere Kontobecken wirft? Oder der Schmetterlings-Schwimmer, der sich gerne in rosarote Illusionswolken hochflattert – bis im Zuge des ehelichen Bauchflecks auch dem Nachwuchs die Schwimmflügerln platzen? Am Erfolg der neuen Swimania wird so ein kleiner Unfall im europäischen Siebenmeterbecken nichts ändern. Sport soll ja trotzdem total gesund sein.

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ABENTEUER

„Als ich die Bl ackhole

bezw an g!“

Sie ist verschrien, gefürchtet, legendär. Die Black Hole! Ausgeschlagene Zähne, Aufschürfungen, „lukate“ Badehosen, Gehirnerschütterungen soll das „Biest“ schon verursacht haben. MFG wollte es wissen, und schickte - nachdem die Beckenrandschwimmer der Redaktion versagten - einen wahren Mann ins Gefecht: HEAVY! Von Johannes Reichl, Fotos Hermann Rauschmayr

[

10.00 HEAVY trifft pünktlich in der Aquacity ein. Für gewöhnlich ein hartgesottener Bursche, steht selbst diesem Hero die Nervosität ins Gesicht geschrieben. „Das ist die größte Herausforderung meines Lebens!“

10.15. Letzter EquipementCheck. Alles da. Plötzlich kommt Panik auf: Wo ist der Hodenschutz? Bald darauf Entwarnung: HEAVY wird die Black-Hole am Rücken nehmen. Die Kronjuwelen liegen auf der sicheren Seite..

[

10. 40 HEAVY sinkt auf die Knie. letztes Gebet. „Was hat Ihnen Gott sagt?“, wollen wir wissen. „Feigheit länger weh als Schmerz!“ Nun gibt es Zurück mehr.

[

10.25 Der beschwerliche Aufstieg zur BlackHole Einstiegsstelle beginnt. Ab nun ist HEAVY auf sich allein gestellt. Helden sind einsam.

[

[

10.10 Nach ausgiebigem Geschäker mit dem Aquacity-Damenpersonal hat HEAVY den Umkleideraum erreicht. Mit indianischen Schrei-Ritualen und Kriegsbemalung versucht er sich Mut zu machen.

Ein getut kein

10.30 HEAVY wärmt sich auf.

[

10.44 HEAVY geht an den Start und nimmt eine unorthodoxe Haltung ein. Verwirrung macht sich breit! Höhenkoller? Die Nerven sind wie Drahtseile gespannt..

[

10.44.30 Nachdem ihn sein Betreuer darauf hingewiesen hat, dass hier nicht Akapulco sondern Aquacity ist, und HEAVY unsicher fragt „Kein Köpfler?“, nimmt der Hero die konventionelle Startpostion ein. Die Ampel zeigt noch immer rot. Jeden Moment kann es soweit sein.

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ABENTEUER

[

10.45.10 Die Black-Hole verschlingt den Hero. Finsternis. Nun kann man nur mehr warten und hoffen. Ein Mann und das Element. Mensch gegen Rutsche! Der ewig alte Kampf!

[

10.45 Die Ampel springt auf Grün. HEAVY stürzt sich in die Fluten. Doch was ist das? Der Hero erwischt den Start nicht ideal, bekommt Seitlage. Ein entsetztes Raunen geht durch die Menge.

[

10.45.05 Aufatmen. Nach wenigen Metern findet HEAVY die IdealLinie.

[

10.45.20 10 Sekunden sind vergangen. Unruhe im Zuschauerraum. Bange Blicke nach oben. Wo bleibt HEAVY? Ist etwas passiert? Doch dann Erleichterung. Der Hero taucht aus der Röhre auf. Frenetischer Applaus. HEAVY Sprechchöre. Die Menge zuckt aus!

10.45.40 Der Champ in Jubelpose. Er schreit die ganze angestaute Angst heraus. Er hat tatsächlich die Black-Hole bezwungen! Das ist ein historischer Moment! Davon wird er noch seinen Enkeln erzählen. So sehen [ wahre Sieger aus!

EXKLUSIVINTERVIEW Gratulation. Wie fühlen Sie sich?

gemächlich, dann drückts dich aber plötzlich

schrift, kann praktisch nix passieren!

HEAVY (noch keuchend): Ich bin überglück-

voll in die Kompression hinein und es wird

lich. Das hat vor mir noch keiner geschafft!

finster. Die Mausefalle war kein Problem,

Sie würden die Black Hole also weiterempfehlen?

(Die MFG Redakteure tauschen wissende

Ausfahrt Steilhang hab ich aber nicht ideal

HEAVY: Unbedingt. Es ist ein Riesenspaß.

Blicke, verraten HEAVY aber nicht, dass auch

erwischt, und die Willi Gruber Gedenkkurve

Auch Voak?

schon Kleinkinder die Black Hole bezwungen

ist der absolute Hammer – da bekommst die

HEAVY: Sicher. Wer Schinkels birnt, braucht

haben.)

Fliehkräfte so richtig zu spüren. Der Zielhang

vor der Black Hole keine Angst zu haben.

Können Sie uns den Kurs kurz schildern. Wo haben Sie die entscheidenden Hunderstel verloren?

ist dann nur mehr Kinderfasching.

Und wie geht’s jetzt weiter. Haben Sie schon, wie Steve Forbes, eine neue Herausforderung gefunden?

HEAVY (verwirrt): Hunderstel?

Es heißt, die Black Hole sei ein Sportgerät mit Restrisiko, TÜV hat die Strecke freigegeben. Ist das okay?

HEAVY: Ja! Ich werde im Frühling als erster

(MFG Redakteure untereinander tuschelnd.) „Des is ned die Streif, Herrschoftszeiten! Da geht’s ned um Zeit! Wie oft hab ich euch schon gesagt, ihr sollts ordentlich recherchieren!“ „Ah so… äh ja… (wieder an HEAVY gerichtet) Also, wie wars?

HEAVY: Da hat der Herr Tü.., Tü… wie heißt

den Klangturm ohne Sauerstoffmaske er-

der? TÜF?! Ist wohl Franzose, wie? Jeden-

klimmen!

falls hat der absolut recht! Wer sich da den

HEAVY: Das Flachstück zu Beginn ist recht

übersehen. Nimmt man den Kurs nach Vor-

(MFG Redakteure schauen einander verständnislos an, zucken schließlich mit den Achseln.) „Äh ja. Na dann, viel Erfolg!“ (für sich beim Abgehen) „Ob er sich vielleicht doch den Kopf ein bissl gestoßen hat?“

Kopf anhaut oder gar die Zähne ausschlägt, fährt entweder mit dem Kopf voran hinunter, versucht im Kanal umzudrehen oder hat das Stoppschild vor der Ausfahrt Steilhang

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ADVERTORIAL

XX

B a u st ar t bei B ahnho f und Fa chhoch schule, Da ch gleiche bei Ge sundheit szentr u m

St . Pöl ten erlebt neuen

B a uboo m

„Mit der neuen Fachhochschule, den Studen-

Modell in Sachen Public-Private-Partnership. Die

der Ausbau von Schiene und Bahnhof. Die Er-

tenwohnheimen, dem Bahnhofsumbau inklusive

gute Kooperation mit der Stadt ermöglichte eine

richtung von Parkraum ist mit den ÖBB und

Verlegung der Busabfertigung und dem PVA-

rasche Realisierung. Landesrat Dr. Wolfgang So-

dem Gesundheitszentrum abgestimmt. Per Ge-

NÖGKK-Gesundheitszentrum erfährt St. Pöltens

botka bei der Grundsteinlegung: „Hier wird Pro-

meinderatsbeschluss wurden in Sachen Grund-

Norden eine Aufwertung sondergleichen“, freut

fil gezeigt, die Hauptstadt geht unbeirrbar ihren

stücksvorsorge für eine 2. Park & Ride-Anlage

sich Bürgermeister Mag. Matthias Stadler über

Weg. St. Pölten hat großartig das Projekt des

von der Stadt Vorarbeiten geleistet. Trotz Eis

den Bauboom in St. Pölten. „Damit wird ein

und Schnee hält der Zeitplan. Im April folgt

wichtiger Impuls städtebaulicher Entwicklung

der nächste Schritt, die Baumaßnahmen um

gesetzt, erhält der Stadtteil eine unverkennbare

die Brücke Eichendorffstraße. Die Bauphase 1

moderne Skyline.“

beim Hauptbahnhof läuft bis Juli 2006. Im Auzwischen Bahnhof und Schöpferstraße betrifft.

tigsten Projekte der Stadtentwicklung, sondern

Im Endausbau wird es am Hauptbahnhof einen

essentiell für den Bildungs- und Wirtschafts-

Bahnsteig mehr geben.

standort. Damit wird eine neue Ära im Bereich

5 Millionen Euro fließen alleine in die Vorplatzgestaltung. Schnittstelle für alle innerstäd-

Bildung, Forschung und Wissenschaft eingeleitet. Der Aushub ist im Gange, die weitere Baustelleneinrichtung durch die PORR AG Niederösterreich erfolgt sukzesive. Für 23. März 2006 ist die Grundsteinlegung vorgesehen.

Baustart für das große Projekt Fachhochschule: Polier Stefan Solböck, Bgm. Mag. Matthias Stadler, Porr AG Landesdirektor Bmstr. Ing. Johann Aigner, Projektleiter Ing. Christoph Dazinger

tischen Buslinien ist der südliche Bahnhofsplatz, nördlich des Bahnhofes kreuzen künftig alle regionalen Busse. Eingebunden in dieses Konzept sind ebenso die Radwege. Am Vorplatz Nord

Gesundheitsviertels unterstützt.“

sind 350 überdachte Rad-Abstellplätze geplant.

Nur wenige Meter Luftlinie entfernt feierte man

Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „1.100

Bauphase 1 läuft bis Juli 2006. Im August läuft

die Dachgleiche für das PVA-NÖGKK-Gesund-

Mitarbeiter beziehen dort Büros, Labors und

Phase 2 an, die den neuen Tunnel zwischen

heitszentrum hinter dem St. Pöltner Haupt-

Ambulatorien. Für die naheliegende Innenstadt

Bahnhof und Schöpferstraße betrifft. Das archi-

bahnhof. Nach Mag. Erwin Hameseder, Chef der

neue Kundschaft.“

tektonische Prunkstück des alten Bahnhofes

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, ein einzigartiges

Eng verknüpft mit der Stadtplanung ist ebenso

bleibt erhalten und wird zum Zentraleingang.

Foto: magistrat, vorlaufer, rauschmayr, nonner, sassmann, zvg

gust läuft Phase 2 an, die den neuen Tunnel Der FH-Neubau ist nicht nur eines der wich-

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URBAN

Das LU STIGE Po litik er FRA GE-A NTWOR T SPIEL Da immer öfter die Kritik laut wird, dass Politiker keine präzisen Antworten mehr geben, beweisen St. Pöltens Mandatare nun das Gegenteil und stellen sich in den nächsten Ausgaben dem lustigen Frage-Antwort-Spiel.

Silvia BUSCHENREITER

Haben Sie – so wie Benita Ferrero-Waldner im ZIBInterview meinte– auch noch nie in Ihrem Leben gelogen? Haben Sie es schon jemals bereut, in die Politik gegangen zu sein? Würden Sie Ihre politische Funktion auch um 2.000 Euro brutto pro Monat verrichten? Würden Sie zweisprachige Ortstafeln aufstellen, wenn dies der Verfassungsgerichtshof vorschreibt? Ist es Ihrer Meinung nach für einen Job im öffentlichen Dienst von Vorteil, das „richtige“ Parteibuch zu haben?

Foto: magistrat, vorlaufer, rauschmayr, nonner, sassmann, zvg

Dürfen Politiker Fehler zugeben, wenn sie erfolgreich sein wollen? Haben Sie in den letzten drei Monaten aus Gründen der Parteiräson oder aus politischer Berechnung eine Meinung vertreten, von der sie persönlich nicht vollkommen überzeugt waren? Würden Sie in Lack & Leder gekleidet auf den Life-Ball gehen, wenn man Sie dazu einlädt?

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NEIN

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Johannes SASSMANN

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Hermann NONNER

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UNTER BELICHTET

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Haben Sie schon einmal die Sonntagszeitung „gefladert“?

JA

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Schauen Sie Musikantenstadl?

JA

NEIN

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Matthias STADLER

Ich könnte dem schon etwas abgewinnen, in einem Postwagon zu reisen: quer durch die Prärie, der Zug fährt Schritttempo, die Füße baumeln im warmen Fahrtwind, im Eck der Tramperrucksack. Aber an einem frostigen Wintermorgen von St. Pölten nach Wien, unter den Schuhen ein zugiger Holzboden, der Arsch so lange auf eisigen Metallrohren geparkt, bis seine Backen für den Rest des Tages kalt und taub waren? Da verlieren Postwagons ihre Romantik. Ich weiß gar nicht mehr, welche Stimmung in so einer „ÖBB-Situation“ adäquat ist. Ich habe schon jede Mischung aus verärgert, zynisch, explosiv und meditativ durch. Wirklich geholfen hat keine. Wenigstens hatte der Schaffner

K

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von Christoph Wagner

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NEIN

diesmal so viel Selbsterhaltungstrieb, die Leute im Postwagon nicht nach ihren Fahrkarten zu fragen. Ich hätte sonst für nichts garantieren können. Fahrpreis zurück verlangen? Bitte, man zahlt für´s Mitfahren. Ein bequemer Sitz ist nur eine Laune des Bahnfahrerschicksals an einem seiner besseren Tage. Wenn der Zug dann auch noch zirka pünktlich ist, zusätzlich die Heizung so funktioniert, dass der Wintermantel zwar abgelegt werden kann aber trotzdem keine Saunastimmung aufkommt, und als Draufgabe das Thrombosengefühl in den Beinen aus bleibt, weil es so etwas wie Fußfreiheit gibt, ja dann: scheint einem eh schon die Sonne aus dem Arsch vor lauter Glück. Weil uns das Schicksal aber selten gut gesonnen ist, fordere ich alle Westbahnpendler auf: Mails an mich! Sie werden gesammelt weitergeleitet bzw. veröffentlicht. Auch wenn es sonst nichts hilft, so glaubt mir eines: darüber schreiben macht es erträglicher. unterbelichtet@kstp.at

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URBAN

Foto: zvg

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URBAN

da s neue A l t arbil d in der Pr A n dt a uer kirche sorgt für A ufregung.

Sehr geehr ter DDr. Knittel!

Zunächst bin ich erstaunt, dass sie es als „kühn“ emp-

dischen Front“ als „Einheitspartei“, der Wiedereinführung

finden, wenn ich als Staatsbürger meine Meinung

der Todesstrafe bis hin zur Maiverfassung 1934 , welche

kundtue. Dies sollte in einer Demokratie

Gottesgnadentum heuchelt, wenn sie einleitet: „Im Na-

selbstverständlich

men Gottes, des Allmächtigen, von dem alles Recht aus-

sein, ja ist ver-

geht, erhält das österreichische Volk für seinen christli-

brieftes Recht –

chen, deutschen Bundesstaat auf ständischer Grundlage

im übrigen eines,

diese Verfassung.“

das Engelbert Dollfuß beschnitten hatte.

Falsch ist ebenso, dass ich Dr. Dollfuß in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt habe. Dollfuß hat den National-

kann

sozialismus offen bekämpft. Seine „Strategie“ der „Über-

ich ihre Unterstel-

hitlerung“ freilich war grotesk. So meinte er wörtlich:

lung

nachvollzie-

„Die braune Welle können wir nur auffangen, wenn wir

hen, wonach ich

das, was die Nazi versprechen und in Deutschland getan

die

„Geschichte

haben... selber machen“ (zitiert nach Hugo Portisch, Ös-

nur

ideologisch

terreich I). Sehr wohl war Dollfuß aus oben angeführten

Ebensowenig

gefärbt“ kenne und

historischen Fakten ein Faschist.

bewerte. Sie selbst sagen, es handelt sich um

„Woher der Wind in unserem Blatt weht“, kann ich Ihnen

Geschichte. Diese muss

gerne auseinandersetzen - aus den Köpfen engagierter

man aber allumfassend

Menschen, die nicht alles unwidersprochen hinnehmen

betrachten, nicht se-

möchten. Wo Sie die Unabhängigkeit verletzt sehen, weiß

lektiv nach dem Motto

ich nicht! Wir haben auch sicher keine antikirchliche Ten-

„Ich pick mir nur die

denz, wie unsere Coverstory über die verdienstvollen

Rosinen, die positiven

Englischen Fräulein beweist!

Seiten raus.“ Schön für die Prandtauerkirche,

Und wir pflegen schon gar keinen Stil von „Hass und

wenn Dollfuß 1934 di-

Verketzerung“. Freie Meinung, Diskussion, Konfliktkultur,

ese ihrer Bestimmung

Konsens sind Grundsäulen der Demokratie! Umso wi-

zurückgegeben

hat.

dersprüchlicher mutet es an, dass sie just mit Engelbert

1934 hat er aber auch

Dollfuß einen Mann verewigen, der genau diesen Weg des

die 1. Republik demontiert und

Zusammenstehens in seinem politischen Handeln nie er-

an ihrer statt einen faschistischen Stände-

kennen hat lassen.

staat errichtet. Zuletzt eine persönliche Frage: Wie ist Dollfuß Handeln in Wie sie richtig feststellen, verdient Dollfuß

Einklang mit Grundgeboten der katholischen Kirche wie

keinen Heiligenschein, ebenso wenig möchte

„Du sollst nicht töten!“ oder „Liebe deinen nächsten wie

ich ihn verteufeln. Er war ein Mensch in sei-

dich selbst!“ zu bringen?

nen Widerspruch, leider an historisch fataler Stelle. Es sei aber schon darauf verwiesen,

Dass Sie das Bild trotz angeführter historischer Fakten

dass in einer Beschreibung des Altarbildes

und der damit - ob gewollt oder ungewollt - verbunde-

vom „Märtyrertod“ Dollfuß gesprochen wird.

nen Botschaft nicht entfernen lassen, ist bedauerlich und

Das war er ja nun sicher nicht!

zeugt von wenig Sensibilität. Natürlich kann und muss ich damit leben, wir leben ja wie gesagt in einer Demokratie.

„Geschichtsfälschung“ liegt sicher nicht vor.

Es ist aber jedenfalls wichtig, dass man auch um diese

Sämtliche erwähnte Aspekte sind historische

Seiten Engelbert Dollfuß weiß, wenn man ihn auf einem

Fakten, an denen es nichts zu rütteln gibt. Von

neuen Kirchenbild verewigt.

der Hinderung des Wiederzusammentritts des Parlaments und der Räumung ebendesselben

mit freundlichen Grüßen

Foto: zvg

durch Kriminalpolizei, des Verbotes von Landtagsund Gemeinderatswahlen, der Einschränkung von Rede- und Pressefreiheit, der Internierung politischer Gegner, der Ausschaltung des Verfassungsgerichtshofes, der Hinrichtung von Februarkämpfern, dem Verbot oppositioneller Parteien, der Gründung der „Vaterlän-

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KULTUR

EITELKEIT

1) In der Art von Bäumen (amerikanisch)?

... förderte die Eröffnung der Stadtbibliothek zu-

2) Große Öllacke bei bestimmter Tankstelle?

per Strichcode registriert sind) gesprochen wurde,

3) Honorar für Kinderaufpasser?

V.a. ein Autor fühlte sich in seinem offensichtlich

tage. Anstatt, dass über das neue Haus und die tollen Neuerungen (etwa, dass nun alle Bücher kreiste die Diskussion um die entbehrliche Frage, wer warum zur Eröffnung liest bzw. wer nicht. großen Ego gekränkt und sprach gar - wie der KU-

4) Wenn er es nur schaffen würde (irakisch)?

RIER zitierte - von einer „Ungeheuerlichkeit“.

5) Flüsschenufer (arabisch)?

als vielmehr einer solchen Veranstaltung würdig.

6) Im Haus von Leuwerik? 7) Es sind einige hier (frz.)?

Dass man letztlich Peter Henisch als „Hauptleser“ engagieren konnte, war aber nicht ungeheurlich, So zählt Henisch zu den anerkanntesten Literaten Österreichs, und - das kommt dazu - er veröffentlicht in einem St. Pöltner Verlag! Der Residenz Verlag - einst der österreichische Belletristik-Parade-Verlag schlechthin – gehört nämlich mittlerweile zum Pressehaus-Konzern! So gesehen ist

8) Teurer Käse (venezulanisch)?

Henisch sogar eine Art „St. Pöltner“ Autor, wo-

9) Immer im Osten (engl.)?

ohnedies lächerlich anmuten, denn Schriftstel-

10) Steuerparadies in Sierra Leone?

„St. Pöltner Autoren“ versteift, entpuppt sich als

11) Belgischer Kavalier (Kurzwort)? 12) Kunstreiches Land in Mittelamerika?

bei Herkunftsnachweise im literarischen Gebiet ler sind als Künstler universal. Wer sich also auf kleinkariert. Darüber ließe sich eine nette Posse schreiben, oder ein Kasperltheater. Die könnte man dann in der Stadtbibliothek ausleihen.

Zuckerbr

13) Sonnenuntergang auf Finnisch (ausgeborgtes Rätsel)? 14) Erdbeben auf Oberösterreichisch?

ot und Peitsche

Zappa

O PERETTEN

-O PERETTE

Schon als Neugeborener

„Die

befand sich Edwin „Didi“

aus der k.u.k Monarchie

Operette

ist

ein

Prochaska in der miss-

hervorgegangenes

lichen

(Steiß)lage, dem

terreichisches Kulturgut,

ös-

allgemein gültigen Welt-

welches gepflegt werden

15) Elektrisch geladene Eilande?

bild die rückseitigen Ba-

muss und viele Leute an-

ckerl zeigen zu müssen.

spricht!“, erläutert Spre-

16) Reicht mir ein Ei nach unten (amerikanisch)?

Im Laufe seiner persön-

cher

Hermann

lichen Lehrjahre bei Weib,

vom

„Musikverein

Gesang und Kunst war er

Operettenfreunde“

einer, der vor Musik und

Beweggründe zur Wie-

Kultur nicht halt machte und sogar als Kolumnist

derbelebung des Genres. Nachdem man mit einer

Kultstatus erlangte. Doch nicht alle Beiträge waren

ersten Produktion im Festspielhaus abgeblitzt war,

„Konkret“-tauglich, und so entstand die Idee, ein

was einiges „böses Blut“ erzeugte , fand die Auf-

13) Helsinki

schräg-drüber und quer-durch Programm daraus zu

führung in den Stadtsälen statt. Eine große Gala ist

12) Guatemala

machen. „Ich dachte mir, bevor ich mir Geschichten

für Mai geplant, Nonner träumt aber auch von Frei-

11) Gent

von anderen Leuten anhören muss, erzähle ich lie-

luft-Aufführungen im Südpark. Ab Herbst wird wohl

10) Freetown

ber selbst!“ Erbarmungslos ehrlich und authentisch

auch das Festspielhaus sein Versprechen, Operette

9) Everest

macht Didi sein Publikum mit dem Mysterium Män-

zu liefern, einlösen. Und man streckt die Hand zum

8) Caracas

nerklimakterium, Midlifecrisis, Männer im zweitbes-

neuen „Musikverein“ aus, hat mittels Brief zu Ge-

ten Alter, Frauen, Sex & Erotik, Singlebörsen, Mo-

sprächen geladen. „Das Festspielhaus ist selbstver-

torräder und Kofferanten vertraut und versteht es,

ständlich sehr interessiert, Sie und Ihre Mitglieder

mit einer gewissen Ironie zwischen den Zeilen, von

als Gäste zu gewinnen!“, lassen Intendant Prof.

sich hören zu lassen. Also liebe Leute. Wer Edwin

Birkmeyer und GF Mag. Gludovatz wissen und beto-

„Didi“ Prochaska bisher noch nicht live (mit)erleben

nen „dass wir selbstverständlich bemüht sind, den

3) Babylo(h)n

konnte, schreibe sich schon jetzt den 6.4.2006 hin-

Wünschen des Publikums entgegen zu kommen.“

2) Aralsee

ter die Ohren und begebe sich ins Egon. Denn, so

Vielleicht wird ja bald die Friedenspfeife geraucht,

sprachs: „vasamtsas net“.

und diese „Operette“ hat ein Ende.

Nonner der die

K

A

M

Ka

16) Gebts ma a Iowa 15) Ionische Inseln 14) Hausruck 7) Es san a Bordeaux 6) Beirut(h) 5) Bachrain 4) Wann er’s nur Bagdad 1) Alabama

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© Pavel Antonov

SCHR ÄG GED ACHT

von Thomas Karl

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KULTUR

Wider die Heuc helei Starreigen im Landestheater. Ab 4. März brilliert Mercedes Echerer in Molieres „Tartuffe“. Wir baten die charismatische Schauspielerin zum Probentalk. Von Eva Seidl In Molieres Stück geht es um das Vorspiegeln falscher Tatsachen. Eine Ebene, der vielfach Heuchelei nachgesagt wird, ist die Politik. Sie selbst waren für die Grünen politisch aktiv im EU-Parlament. Können Sie diesen Eindruck bestätigen?

„Heute leben wir in einer vernetzten Welt voll unterschiedlicher Wahrheiten, die verschieden bedingt sind. Die Blickwinkel sind unterschiedlich und limitiert.“ (Mercedes Echerer, l.)

Meine Erfahrungen im europäischen Parlament waren durchaus positiv und die Arbeit sehr

und gesellschaftlich, geografisch und klimatisch

zart-Jahr? Was sagen Sie zum Hype?

sachlich. Es geht nicht um Heuchelei, es geht

bedingt. Eine Welt voller Medienwahrheiten. Ist

Es ist aus gesellschaftlichen und kulturpoli-

um Kompetenz und Macht. Wer bekommt eine

das wahr, was die Zeitung schreibt? Das, was

tischen Gründen schon richtig und wichtig,

Mehrheit, welche Idee eine Mehrheit. Sachlich

ich selbst vor Ort gesehen habe? Oder das, was

ein Mozartjahr zu feiern. Die Idee, mit einem

und dabei auch brutal. Man braucht Kompetenz

ein Zeuge erzählt? Die Blickwinkel sind unter-

eigenen kreativen Ansatz an die Figur und das

und Macht, um Interessen durchzusetzen.

schiedlich und limitiert. Ist es wahr, dass eine

Phänomen Mozart heranzugehen, finde ich

Inszenierung gut ist, weil der Kritiker es gut be-

besonders spannend. „Nur“ seine Werke rauf-

Was ist aus Ihrer Sicht die Konsequenz, die Aussage von Molieres Stück?

sprochen hat, oder hat das Publikum recht mit

und runterzuspielen, auch wenn auf höchstem

seiner ablehnenden Haltung? Wahrheit lässt

Niveau, wäre doch zu einfach. Wir sollten aber

Zu seiner Zeit ging es um Demaskierung und

sich nicht mehr so eindeutig festmachen.

nicht nur ein Mozartjahr lang feiern, sondern

um reale Wahrheitssuche. Was ist wahr? Wer

Sie haben für die Doku „Mozart wer“ als Zappa_mfg_200x137 30.01.2006 15:32 Uhr Sprecherin Seite 1 fungiert. Ihr Beitrag zum MoWelt voll unterschiedlicher Wahrheiten, politisch

uns immer wieder die Zeit nehmen und Mozart einfach aufmerksam zuhören. Davon würde jeder am meisten lernen und profitieren!

© Pavel Antonov

hat Recht? Heute leben wir in einer vernetzten

KRISTJAN JÄRVI’S ABSOLUTE ENSEMBLE:

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MIT VISUALS VON YEAST CULTURE D o 2 3 . F e b | 1 9 . 3 0 U h r

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Foto: pawel antonov

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KULTUR

Ein Mann

wi e ein R u fz eich eN

Er schaut MTV, würde gerne einmal mit Björk zusammenarbeiten, bezeichnet Madonna als Künstlerin und hält Frank Zappa für eine Art Beethoven der Neuzeit. Tonkünstler-Guru Kristjan Järvi ist das, was man einen unkonventionellen Dirigenten nennen könnte. Mit seiner grammy-nominierten Fusionband „Absolute Ensemble“ stellt er das am 23. Februar im Festspielhaus eindrucksvoll unter Beweis. Von Johannes Reichl Damit wir das Mozartjahr gleich hinter uns bringen: Was sagt Järvi zu Amadeus?

Ausbildung so um die fünf Jahre herum und

was auch Schuhmann, Beethoven, Haydn – halt

hören bis zu ihrem Lebensende nicht mehr

mit anderen Mitteln – versucht haben.

Mozart war eine Ausnahmeerscheinung, ein

auf damit. Die leisten so gesehen viel mehr als

Frank Zappa, der für mich so ein bissl der Bee-

allumfassendes Phänomen. Viele sehen nur die

etwa ein Arzt, wo man in Ehrfurcht erstarrt und

thoven der Neuzeit ist, war auch so einer. Der

Musik, aber Mozart hat in Wahrheit – so wie

meint: „Ah, der hat solange studiert.“ Der Beruf

würde heute die verrücktesten Dinge machen.

auch Haydn und Beethoven - die gesamte Kul-

des Musikers ist in Wahrheit härter. In gewisser

Dieses Mischen der verschiedensten Sachen,

tur Europas mitgeprägt. Wien war damals das

Weise sind sie Verrückte, im positiven Sinne

das Suchen nach neuen Zugängen, das macht

Musikzentrum schlechthin, und zwar eines für

Fanatiker. Das ist genau das Spannende, auch

die wirklich Großen aus!

zeitgenössische Musik! Das ist vor allem wichtig

für ein Orchester! Diese Energie, die Risikobe-

zu begreifen: Was Mozart und die anderen Ge-

reitschaft, das Hineinfinden in neue Orchester-

nannten machten, war zeitgenössische Musik,

werke und Herausforderungen, so dass sich die

etwas völlig Neues. Deshalb hatten Sie es auch

Musiker wie Rock’n Roller fühlen. Das versuche

nicht so leicht, Anerkennung zu finden. Mozart

ich zumindest mit meinen Orchestern. Dabei

als ehemaliges Wunderkind am allerwenigsten.

muss man nicht perfekt sein. Wichtig ist die

„Diese stu pend e U nt ersch eidun g zwisch en E- und U -Musik n ervt!“

Frage, wie man die Sache angeht! Selbst große

Ist es auch das, was Sie selbst suchen beim Dirigieren – neue Zugänge?

Waren Sie auch ein Wunderkind? Immerhin ist Ihr Vater Dirigent, ebenso Ihr Bruder, Ihre Schwester Flötistin. Das klingt nach Druck vom Elternhaus?

Musiker wie ein David Oistrach oder Miles Da-

Ja, das ist mein Ansatz des Dirigierens im 21.

vies waren nicht fehlerlos, aber sie waren zu

Jahrhundert. Du musst offen sein für interes-

100% bei der Sache.

sante Musik, und die finde ich genauso auf MTV,

Überhaupt nicht. Wenn du ein Wunderkind för-

Berechtigung. Die Puristen rümpfen da immer

derst, so wie es Leopold Mozart getan hat, dann

Miles Davies? Aber der kommt ja vom Jazz!

musst du dein eigenes Leben völlig zurückstel-

Und? Zwischen E-Musik und Jazz ist nicht viel

nun einmal hören – auch weil es sie emotio-

len – das haben meine Eltern nicht gemacht. Sie

Unterschied. Wenn die Leute meinen „Na, beim

nal anspricht. Diese stupende Unterscheidung

haben uns zu nichts gezwungen, ich war auch

Jazz improvisieren die Musiker halt ein bissl

zwischen E- und U-Musik in Mitteleuropa ist

sicher kein Wunderkind. Als ich mit sechs zum

herum“, dann haben Sie keine Ahnung. Der Jazz

ohnedies nervend. Ich versuche einen breiten

Klavierspielen angefangen hab, war mir das viel

läuft nach strikten Strukturen ab, ist immens

Zugang. Meine Mentalität ist in gewisser Weise

zu fad. Das Üben freute mich überhaupt nicht,

schwer. In Österreich habt ihre große Musiker,

mehr die eines Jazz-, eines Rockmusikers.

stattdessen bin ich lieber unterm Klavier her-

wie etwa Joe Zawinul. Der kommt, wie viele

umgekraxelt. Aber wir waren ein musikalischer

Jazzer, ursprünglich vom klassischen Fach her.

Haushalt. Musik war allgegenwärtig. Entweder

Wenn man die Brahms-Haydn Variationen an-

Was ist dann Ihr „Absolute Ensemble“ Järvis Klangkosmos in Reinkultur?

es übte jemand, oder wir hörten Musik aus der

hört, die er mit Friedrich Gulda eingespielt hat

Ich wollte meine Ideen umsetzen, wusste aber

Konserve - Oper, Konzerte etc. Ich glaubte als

– das wurde nie besser gespielt! Was Zawinul

nicht wie. Darum haben wir uns zum Ensemble

kleiner Stöpsel ja, dass die Musik aus der Box

als Künstler ausmacht ist dieser ganz eigene

zusammengefunden, das ja ein Sammelsurium

kommt. Dazu gibt es eine witzige Episode, pas-

Groove, ist die Offenheit für Neues. Musik ist ja

von tollen und kreativen Musikern, Komponis-

send zum Mozartjahr. Es lief grad irgendwas von

keine starre Wissenschaft, wo man sagt, zwei

ten, Arrangeuren aus den verschiedensten Be-

Amadeus. Ich rüttelte an der Box so heftig, dass

Takte sind zwei Takte – auch wenn das an den

reichen ist. Anfangs war noch alles undefiniert,

mir der Gegenstand, der darauf stand, auf den

Konservatorien mitunter gelehrt wird. Aber das

aber es kam etwas in Fluss und heute haben

Kopf fiel. Ich bin in Tränen ausgebrochen und

ist Blödsinn! 99% halten sich blind daran, aber

wir zu einem völlig neuen, eigenständigen Stil

hab geklagt: „Mozart hat mich geschlagen!“ Das

1% überschreitet die Grenzen. Genau dieses 1%

gefunden. Wir sind eine Fusionband, die kein

ist noch heute ein Running-Gag in der Familie.

interessiert mich.

fixes Repertoire spielt, sondern Projekte ver-

bei Usher, Crag Davies. Das hat genauso seine

Das war meine erste Erfahrung mit Mozart!

gleich die Nase, aber das ist es, was die Leute

wirklicht. Wie Arabien Night, wo wir mit Künst-

Diese Grenzgänger findet man aber überall. Fiele da zum Beispiel auch eine Musikerin wie Madonna rein?

lern aus dem Libanon und Tunesieren zusam-

Warum nicht. Du hörst Dirigenten nie über Ma-

im Festspielhaus präsentieren. Wir planen unter

donna reden - zu Unrecht! Okay, früher war ihre

dem Titel „Absolut Zawinul“ im übrigen auch et-

Die Sie aber nicht von der Musik abgehalten hat. Heut sind Sie selber Dirigent. Was fasziniert sie an der Spezies „Musikus“?

Musik nicht hochwertig, da machte sie nette,

was mit Joe. Absolut steht dabei nicht für etwas

austauschbare Songs, mehr nicht. Aber die letz-

Statisches, Unumstößliches, sondern für Univer-

ten drei Alben zeigen Madonnas Entwicklung

salität, Vielfalt!

Musiker, insbesondere Orchestermusiker, sind

zur echten Künstlerin hin. Sie mischt Musikstile,

Künstler. Das ringt mir Respekt ab. Die Leute

wie dies vor ihr noch keiner gemacht hat, schafft

sehen das ja nicht, aber Musiker beginnen ihre

völlig neue Klangwelten. Das ist nichts anderes,

„Bjö rk, od er a uch Mo by ö ffn en d as We sen d es Po p Richtun g K lassik.“

mengearbeitet haben, mit Größen wie Dahfer Yussef. Oder das Zappa-Projekt, das wir jetzt

Auf Ihrer Homepage findet man einen Link zu Björk. Würden Sie gern mit ihr

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KULTUR

zusammenarbeiten? Sind Fusionen zwischen E- und U-Musik möglich?

Es ist ein Prozess, der sich aber sehr positiv

nach dem Konzert die Groupies auf Sie?

entwickelt. Am Anfang wussten die Leute nicht

(lacht) Ach ehrlich, ist das so mit den Damen?

Björk, oder auch Moby sind immens interes-

so recht, was sie mit mir anfangen sollten. Die

Das hab ich gar nicht gewusst. Groupies - viel-

sant, weil sie das Wesen des Pop Richtung Klas-

dachten, ich bin irgend so ein kulturloser Ami,

leicht sollten wir da einmal mit dem Manage-

sik öffnen. Ich bin überzeugt davon, dass es in

der nicht einmal Deutsch kann, sondern ein

ment reden, ob wir das vertiefen können.

der Mitte einen Platz gibt, wo wir uns alle finden

american-Englisch palavert und sich wahr-

und überlappen können. Das ist es im Grunde,

scheinlich Fastfood reinzieht. Aber jetzt, ein-

was ich suche: Eine völlig neue, dritte Musike-

einhalb Jahre später, ist das Eis, sind auch die

Sie sind jung, Jahrgang 1972. Wo sehen Sie sich in, sagen wir einmal, 10 Jahren?

bene, die zwischen E- und U-Musik angesiedelt

Ohren geschmolzen. Wir waren gemeinsam in

Das ist schwierig, eigentlich unmöglich zu beant-

ist. Wagner hatte mit seinem Konzept vom Ge-

meiner Heimat, Tallin in Estland – ich bin ja est-

worten. Ich strebe nach der höchsten Qualität,

samtkunstwerk schon die richtige Idee, wobei

nischer Staatsbürger, mit fünf aber nach New

möchte besser werden, aber wohin das letztlich

das aber nichts Monumentales sein muss. Da

York gekommen und dort aufgewachsen. Der

führt, weiß nur Gott. Das ist eine Reise, die nie

genügen schon zwei Leute dazu. Nehmen wir Künstler wie David Bowie. Der hat das in den 70’ern genial vorexerziert!

aufhört, denn es kommt ja nie der Punkt, wo du

„Die letzten drei Alben Madonn as zei gen ihre E ntwicklun g zur echten K ünstlerin hin!“

absolut mit dir zufrieden bist. Ich bin gespannt auf die Leute, die Kulturen, die Musik. Wichtig ist, dass man auch Risiko eingeht, Neues aus-

Heißt das dann, dass sich die Orchestermusik verändern muss?

Hauptplatz in Tallin schaut in etwa so aus wie

Nein! Aber die Form, der Zugang muss sich än-

der in Bremen. Da haben manche begriffen: Ach

dern. Das heißt nicht, dass ich das Orchester

so, der ist ja europäisch, kein US-Rockguru mit

kille, aber dass ich das Orchester neu definiere.

Fastfood-Präferenz. Und wir machen großartige

Indem ich nämlich jeden einzelnen Musiker als

Sachen, wo das Orchester seinen eigenen Stil

Wie wärs zum Beispiel mit fünf Grammies im Regal? Immerhin waren sie schon einmal für den „Musik-Oscar“ nominiert.

Künstler wahrnehme, ihn nach seinen Talenten

definiert, wenn man nur an Bernsteins MASS

(lacht) Mir würd schon einer genügen. Außer-

bestmöglich einsetze, ihn einbinde, an seiner

denkt. Zudem werden wir die Werke von H. K.

dem... wenn du einen hast, kommen die ande-

Kreativität interessiert bin. Indem ich das Or-

Gruber einspielen.

ren von selbst!

Wenn schon kein Rockguru, dann aber zumindest ein Sexsymbol. Es heißt, dass manche Damen nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen Ihres knackigen Hinterns ins Konzert kommen. Warten

Wenn Sie sich mit einem Satz beschreiben müssten, wie würde der lauten?

probiert. Ich freue mich auf die Zukunft - und die ist letztlich das Einzige, was wir haben.

chester also wie eine Band führe, wo die Musiker die aktiven Bandmitglieder sind.

Und Kristjan Järvi ist der Bandleader! Haben die Tonkünstler bei diesem Ansatz bislang mitgespielt?

Das wär kein Satz, sondern ein Zeichen: !

www .kristj

anj ar vi.co m

Fotos: pawel antonov, zvg, musicnet

Disco gr aphie Fix - Enja Records Architectonics - CCn’C Records Absolution - Enja Records (Grammynominierung) Habanera – Enja Records Absolute Mix - CCn’C Records Adams/Schoenberg – CCn’C

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KULTUR

WO geh ts h ier zum festival? In jedem Fall auf das Areal des VAZ St. Pölten, denn die Traisenstadt ist 2006 d i e Festivalstadt schlechthin. Nicht nur das NUKE übersiedelt vom Pielachtal in die Hauptstadt, sondern mit den LOVELY DAYS feiert ein völlig neues Festival seine Premiere - und das wird Legenden wie THE WHO nach St. Pölten bringen. Sensationell!

14. und 15. Juli NUKE Festival www.nuke.at

21. und 22. Juli LOVELY DAYS Festival www.lovelydays.at

Hitliste der Sensationsfaktoren: 1.) Sensationelles Lineup 2.) Direkt an der Autobahn 3.) Parken in unmittelbarer Nähe 4.) Befestigtes Gelände, beste Infrastruktur 5.) Chilliges Campen neben dem Festivalgelände und am Badestrand der Traisen

DIE ULTIMATIVEN ANTI-WINTERBLUES-KICKS Die Zeit von Jänner bis Mitte April ist für gewöhnlich die scheußlichste: Weihnachten ist vorbei, eisige Kälte, finanzielle Tiefpunkte, zwischen Gatsch und Steuererklärung ersoffene Romantik, dunkle Tage, reibeisenraue Haut etc. Aber: don’t panic. Wir haben die Lösungen, bis der Frühling kommt... Von Althea Müller 1 Nicht nur Schokolade essen

Zitrone verwenden und Tiefsee-

– stattdessen wahre Orgien aus

muscheln um die Wanne drapie-

Kakao, Milka, Zimt und Zucker fei-

ren. Bob Marley einlegen.

ern. Wir wollen sie jetzt in Massen,

8 Im Büro eine offizielle Cocktail-

diese verfluchten Endorphine!

Happy Hour einberufen. Danach

2 Drei Stunden lang Snowboar-

Sitzstreik inszenieren, um ein fir-

den gehen. Davon 1 Stunde lang

meneigenes Solarium durchzuset-

am Berg liegen und sich sonnen

zen. Danach neuen Job suchen.

lassen, weitere 1 1/2 Stunden

9 Einen privaten Glücksbambus-

beim Après Ski mit den Bar-Miezen

Garten anlegen, ihn jeden Morgen

und dem Jägermeister verbringen.

um mehr Sonne anbeten, und die

3 Den Lebensabschnittspartner

Nummer von der Therapeutin, die

Fotos: pawel antonov, zvg, musicnet

zu einem (verdammt noch mal!)

einem und Oberschenkel schauen wird.

die

Tante

aufdrängen

gemütlichen Kuschelabend am Ka-

nessplan erstellen, den man dann

min zwingen, inkl. „Legenden der

während der zweistündigen Sit-

6 Das Sparbuch mit den Rückla-

10 Hitzige, die Durchblutung anre-

Leidenschaft“-DVD und fettigem

zung bei der Lieblingskosmetikerin

gen für den sommerlichen Intel-

gende Diskussionen führen. Be-

Intermezzo aus der Mikrowelle.

getrost verwerfen kann, weil man

lekt-Schweden-Urlaub

plündern,

sonders feurig mit den Eltern,

4 Bloß nicht Nick Cave hören.

dank der peelenden, cremenden

eine sofortige Reise in die Karibik

Thema z.B.: „Warum ich mich auch

Auch nicht The Mission. Und schon

und manikürenden Dame sowieso

buchen und sich fragen, wozu man

als Mittzwanziger/in wie ein/e

gar nicht Nine Inch Nails.

so scharf aussieht, dass niemand

eigentlich nach Schweden wollte.

Fünfzehnjährige/r aufführe(n darf/

5 Tagelang einen ausgefeilten Fit-

mehr auf die ausufernden Hüften

7 Badezusätze von Avocado bis

muss)“. Kabeln garantiert.

möchte, entschieden ablehnen.

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KULTUR

Ein echt er Öst err eich er

Foto: beethoven-haus bonn, zvg

Auch unser Magazin leistet seinen unverzichtbaren Beitrag zum Mozartjahr und bat aus diesem Anlass einen wahren Kenner der damaligen Szene zum Gespräch: Ludwig van Beethoven. Wen sonst. Und bei manchen Antworten dachten wir, wir hören schlecht. Von Matthias Steinperl

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KULTUR Herr Beethoven, können Sie mich hören?

Und das Österreichische Nationalteam?

Hm?

Ja, ok. Das war vielleicht ein schlechtes Beispiel.

Ob Sie mich hören können?! Natürlich dürfen Sie stören. Wozu haben wir uns den Interviewtermin sonst ausgemacht.

Auf Mozart scheinen Sie also nicht sehr gut zu sprechen! Ich vergleich das immer mit dem alten Spiel

Na das kann ja lustig werden.

Eberharter gegen Maier. Wennst in jedem Pim-

Wos?!

perl-Interview quasi auf den Maier angesprochen wirst, nervts irgendwann. Ich mein, es ist

Zur Person Geboren in Bonn 1770, abgetreten 1827 in Wien. Klassicher Komponist, gilt darüber hinaus als Wegbereiter der Romantik, wer’s kennt. Nach einem Kurzauftritt 1787 dann 1792 verständlicherweise endgültig nach Wien übersiedelt. 1795 beginnendes Hörleiden, das 1808 zu starker Schwerhörigkeit und 1819 zur völligen Taubheit führt. Schrieb vorwiegend Instrumentalmusik (10 Symphonien, wobei die 10. von Beethoven nur mehr geplant und entworfen wurde, und vieles mehr) sowie eine einzige Oper (Fidelio, ursprünglich Leonore).

Nix. Ich wollte nur vorab wissen, ob Sie mich eh hören!!

ja nicht so, dass ich überhaupt nix gemacht hab

Was schrein’s denn so in der Gegend herum?!

halt nicht gleich als Kleinkind vor dem Reden

Sie wecken mir ja ganz Grinzing auf! Natürlich

schon Klavierspielen können hab. Mein Vater

kann ich Sie hören. Oder glauben Sie auch an

wollt mich zwar auch in die Richtung treten

den Osterhasen oder die Legende vom tauben

und hat mich in der Nacht oft aufgeweckt zum

Ja, beim Sterben trennt sich halt dann die Spreu

van Beethoven?

Üben. Aber ich hab ihm, mit Verlaub, etwas

vom Weizen und man sieht, wem man wirklich

g’schissen und hab mit meinen Playmobilman-

was bedeutet hat. Aber so schlimm war’s ja

Naja, was weiß man. Aber woher kommt das Gerücht?

derln gespielt. Das ist meiner Meinung nach

auch wieder nicht. Nur weil die Straßen wegen

auch der Grund, warum der Mozart bis zum

der Tausenden Gäste gesperrt werden musste,

Na so schlimm ist es nun auch wieder nicht,

Schluss so kindisch komponiert hat. Das mit

weil der Grillparzer Fraunz die Rede geschrie-

dass ich Sie deshalb gleich vor Gericht bringe.

dem Wunderkindwahn ist ja überhaupt so eine

ben hat und der Schubert Frank den Sarg be-

Schließlich bin ich es ja schon gewohnt, darauf

Sache, die mit dem Mozart begonnen hat und

gleitet hat. Eigentlich hat nur der Finanzminis-

angesprochen oder angebrüllt zu werden.

sich bis heute fortsetzt. Heute glaubt ja schon

ter mit seiner künstlichen Intelligenz gefehlt.

in meinem Leben als Musikant. Nur dass ich

jede Mama, sie hat ein Wunderkind, wenn es

Das Gerühücht! Ge-rü-hücht! Woher das kommt!

nicht mehr ins Wohnzimmereck scheißt.

Jetzt plärrt er mir schon wieder die Birne voll. Das mit dem Gerücht ist ganz einfach: Zur da-

Fühlen Sie sich also ein bisserl unterbewertet?!

maligen Zeit haben in Wien alle von diesem an-

Nein, das passt schon. Seit ich nach Wien über-

sein. Ich finds einfach dufte, ein waschechter

geblichen Wunderteenie Mozart geredet. Das

siedelt bin, haben’s mich eh auch recht lieb ge-

Wiener zu sein. Obwohl bei der WM helf ich

war ja schon fast peinlich dieser Starkult um

habt. Obwohl am Anfang waren die sogenann-

schon zu den Deutschen, weil wir ja leider nicht

diesen Salzburger mit seinen Kugeln. Irgendwie

ten Kenner halt nicht an so ein hohes Niveau

dabei sind. Früher hätt’s das nicht gegeben. Da

erinnert mich das heurige Jahr auch schon an

gewöhnt. Ich hab ja nicht nur herumgeklimpert,

wären wir mit den Deutschen automatisch mit-

damals. Den spielen’s ja 2006 noch toter als er

sondern mir auch immer was dabei gedacht.

qualifiziert gewesen. Ich seh mich ja quasi als

eh schon ist. Keine Wurscht oder kein irgend-

Ich mein jetzt politisch mit Revolution und so

historische Umkehrung vom Hitler. Nur mit dem

was kannst dir kaufen, ohne dass der Amadeus

feinen Sachen. Und finanziell ist es mir ja auch

Unterschied, dass ich’s mir imagemäßig ver-

dir beim Essen zuschaut. Aber egal. Jedenfalls

nie wirklich schlecht gegangen. Das muss ich

bessert hab. Da waren wir Österreicher immer

ist mir das ganze Affentheater schon so auf die

schon der Ehrlichkeit halber dazusagen. Obwohl

schon g’scheiter und haben die Depperten ins

Socken gegangen, dass ich nach einem mei-

der Woifi ja auch nicht gerade das Finanzgenie

Ausland geschickt, weil wir uns geniert haben

ner genialen Konzerte einmal gemeint habe:

war. Da hätt er sein Geld auch irgendeinem Ver-

für die. Deutschland oder Amerika sind da im-

Ich kann diesen Mozart nicht mehr hören! Ja,

mögensberater geben können. Da wär das Glei-

mer dankbare Exillösungen für die Poidl’n. Und

und Sie wissen ja wie das ist. Das schnappt ei-

che rausgekommen.

die, die man herzeigen kann, haben wir uns ge-

Foto: beethoven-haus bonn, zvg

ner von diesen Society-Schreibfritzen auf und

Was Anderes: Sehen Sie sich jetzt eigentlich als Deutscher oder als Österreicher?! Das ist wieder eine Frage. Na, a Piefke werd’ ich

holt. So wie mich oder den Vastiz.

schon kannst nix mehr dagegen machen.

Auf Mozarts Begräbnis waren Sie aber nicht!

Vastic.

Das hat Sie aber unter anderem zur Legende gemacht, oder?!

Das stimmt. Viele glauben ja, es war, weil er mir

Hm?

Na so richtig gewehrt hab ich mich dagegen

weil er angeblich ja soooo beschäftigt war mit

natürlich nicht. Weil irgendwas brauchst schon

dem Don Giovanni und seinen Geldsorgen. Aber

Vastic! Danke für das Interview! Ein Tipp noch: Schauen’s einmal zum Hartlauer!

als Marketinggag. Früh abtreten wie der Woifi

das hat mir nix ausgemacht. Da bin ich halt da-

Bergsteiger ist mir lieber.

oder der Jimmy (Dean, Anm. d. Red.) wollt ich

mals zur Konkurrenz, zum Salieri Toni, und zum

von vornherein nicht – das hab ich meinem Ma-

Haydn Pepi in die Schule gegangen. Ein Haydn-

nager gleich gesagt. Ja und »Komponist ohne

Spaß, sag ich Ihnen. Aber im Ernst: Mein Credo

Gehör« ist schon ein ordentlicher USP, aus dem

war und ist nach wie vor: Wenn einer stirbt, geh

sich was machen lässt. Jetzt ehrlich: Glaubt

ich nicht auf sein Begräbnis, weil er geht ja auf

wirklich jemand, dass man ohne Hören Musik

meins auch nimmer. So einfach ist das.

damals keinen Unterricht in Wien geben wollte,

schreiben und spielen kann? Das wär ja, wie wenn ein Blinder Fußball spielt.

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Ihr Begräbnis war ja dagegen der reinste Promiauflauf!

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24

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

Ewald Sa ch er i st n eu er N Ö Kul tur for u m-Vor sitz end er Das NÖ Kulturforum hat einen neuen Vorsitzenden: Nach Siegfried Nasko steht Ewald Sacher an der Spitze dieser Plattform zur Förderung niederösterreichischer Kulturprojekte, Kulturschaffender und Künstler.

Ewald

Sacher wurde bei einer außerordent-

Neustadt, der nicht erst mit Prof. Nasko, son-

Heimatstadt Krems sichtbare Spuren hinterlas-

lichen Generalversammlung Ende 2005 zum

dern auch weit davor seit Jahrzehnten mit dem

sen. In seiner Zeit als sozialdemokratischer Vi-

Nachfolger von Prof. Dr. Siegfried Nasko gewählt,

NÖ Kulturforum aufs engste verbunden ist.

zebürgermeister von Krems (1983 bis 2000) und

der sein Landtagsmandat und seine übrigen

Ressortchef für das Bauwesen (1987 bis 1997)

Funktionen zurückgelegt hatte. Nasko hatte

B rüc ken schla gen

in den letzten beiden Jahren eine erfolgreiche

Inhaltlich ist es Ewald Sacher, als neuem Vor-

mehr wegzudenkende Kulturprojekte bereits im

Neuausrichtung des NÖ Kulturforums umge-

sitzenden des NÖ Kulturforums, aber auch

Frühstadium stark gemacht und mitgeholfen,

setzt. Der Kremser Sacher, 2. Präsident des NÖ

ein großes Anliegen, Brücken zu schlagen und

den Boden dafür auch bei jenen aufzubereiten,

scheinbare Gegensätze abzubauen, Zugänge

die ihnen skeptisch bis ablehnend gegenüber-

zu öffnen und Hemmschwellen zu überwinden,

standen. Eine Kunsthalle Krems oder der, in die

z. B. : Junge und Alte, Stadt und Land, Moderne

historische Tabakfabrik integrierte, zeitgemäße

„Ich möcht e d en Re ich tu m an kun st und kU l tur in N Ö stär ken“

hat sich Sacher für, heute anerkannte, nicht

und Tradition, Volkskultur und Hochkultur sollen Landtages, wird die Linie des St. Pöltners Nasko

in der Kulturarbeit des NÖ Kulturforums

aufnehmen und fortführen.

vernetzt werden. „Ich möchte im kul-

Mit Gewissheit werden allerdings zahlreiche

turellen Bereich Engagierte mit zu

neue Akzente gesetzt. „Ich möchte nicht nur

Gewinnenden

auf der engagierten Arbeit meines Vorgängers

um gemeinsam den Reichtum

zusammenbringen,

aufbauen, sondern vor allem neue Impulse set-

an Kunst und Kultur in unserem

zen. Offene Begegnung mit Kunst und Kultur in

Land zu stärken.“

all ihren Facetten tut Niederösterreich gut“, so

Und dabei schwingt bei Ewald

Sacher. Große Bedeutung legt er auf die Regi-

Sacher, als dem Kultursprecher

onalisierung der Tätigkeit des NÖ Kulturforums.

der NÖ Sozialdemokraten, ein

R Egion alb eira t

zutiefst politisches Motiv mit: „Initiativen und Alternativen,

Diesem Ziel dient der Aufbau regionaler Struk-

Lust und Mut, Chancen und

turen – ein fünfköpfiger Regionalbeirat wird bis

Offenheit, Freiheit statt Abhän-

März 2006 etabliert sein. Ihm wird je ein Ent-

gigkeit braucht das Land. NÖ

scheidungsträger der vier Viertel und des Zen-

ist bunter, NÖ ist kreativer, NÖ

tralraumes Niederösterreichs angehören.

ist alternativer als es uns oft und

„Unsere Aufgabe als NÖ Kulturforum ist es, künstlerische

Leistungen,

gerne präsentiert wird.“

wissenschaftliche

B io graP H ie

Arbeiten und kulturelle Aktivitäten in NÖ und von Niederösterreichern auf hohem Niveau zu

1949 in Krems geboren, ist Ewald Sacher als

fördern“, so Sacher weiter. „Um diese Aufgaben

Politiker, musischer Mensch und selbst

optimal zu erfüllen, werden wir einen künstle-

aktiv kulturell Tätiger (Musiker) für den

risch-wissenschaftlichen

Vorsitz des NÖ Kulturforums wohl

Beirat

installieren“,

nimmt sich Sacher vor. Ein jahrelanger Mitstrei-

prädestiniert.

ter und Wegbegleiter wird darin eine wichtige

Er hat mit umfassendem

Rolle spielen: Prof. Gotthard Fellerer aus Wr.

Engagement

seiner

Fotos: foto gartler, vorlaufer

in

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NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL Universitätscampus wären heute genauso undenkbar

(diesbezügliche

Gestaltungswettbe-

werbe wurden noch unter seiner Ressortverantwortlichkeit gestartet), wie die Überwindung kleingeistiger Distanz zu zeitgenössischer Architektur in der von historischen Bauten geprägten Donaustadt. Die Heimholung eines weltoffenen, kunstsinnigen Baudirektors gegen den Widerstand der vorherrschenden politischen Mehrheit und die darauf folgende Etablierung eines Gestaltungsbeirats von höchster internationaler Qualität für Krems waren Initiativen Sachers, die in dieser Form damals gerade einmal in Salzburg möglich waren. Seit 1993 Mitglied des Landtages, seit 2003 dessen 2. Präsident, ist Sacher

„Off e ne Be ge gnu ng mit Ku nst u nd Kul tur tut nie der österreich gut!“ nunmehr Kultursprecher der SPÖ NÖ, Mitglied des NÖ Musikschulbeirates (er war maßgeblicher SPÖ-Verhandler des NÖ Musikschulgesetzes), Vertreter der SPÖ in diversen Kulturgremien des Landes, aber auch in der Volkskultur NÖ und so weiter. „Dass ich gerade diese Funktion einmal ausüben werde, habe ich vor über 30 Jahren nicht zu träumen gewagt, als ich mit einem Leo Grünzweig, einem Kurt Fuss, einem Dr. Franz Slawik als großen Persönlichkeiten in der NÖ Kulturpolitik beginnen durfte.“

Ewald Sacher, im steten Kontakt mit NÖ Künstlern. Im Bild mit Prof. Josef Tobner, dessen jüngste Ausstellung derzeit im St. Pöltner Café Pusch läuft. Tobner leitet auch den „Kremser Kreis“.

Pr o gra mm des NÖ Kul tur for u ms für 2006 Das NÖ Kulturforum hat sich für 2006 viel vorgenommen. Eine Reihe von Kunstprojekten, Ausstellungen und wissenschaftlichen Aktivitäten scheint im Jahresprogramm auf. Den im Vorjahr mit großem Erfolg in St. Pölten präsentierten Kreativwettbewerb „Die Zukunft ist mein“ wird es auch 2006 wieder geben. Die Ausschreibung dafür läuft bereits. Die Unterstützung von Künstlerinitiativen, wie jene des „Aktionsraumes Lilienfeld“ oder des „Kremser Kreises“, steht ebenso auf dem Programm, wie die Präsentation eines Kataloges Weinviertler Künstler. Diese wird im Frühjahr in der Kulturmühle in SeefeldKadolz als erster Schwerpunkt des Kulturforums stattfinden.

Viel fäl ti ges Pr o gra mm Fotos: foto gartler, vorlaufer

Das bittere Kapitel der Arbeitslosigkeit wird vom NÖ Kulturforum thematisiert: „Arbeit macht

Im Vorjahr verantsaltete das Nö Kulturforum den Kreativwettbewerb „Hocknstad“ (im Bild die Vorjahressieger). Heuer sind Künstler zum Wettbewerb „Die Zukunft ist mein“ eingeladen.

Sinn. Sinn macht Arbeit.“ Und das in einem umfassenden Paketprojekt: Ein Aktionsbogen vom

bewerb soll das Thema Arbeitslosigkeit bewuss-

und Bildhauer, sortiert, archiviert und für eine

Fotoprojekt (Prof. Ulrich Gansert „Stätten der

ter machen – vielleicht mehr, als es manchem

weitere wissenschaftliche Behandlung aufberei-

Arbeit“) bis zum Musik-CD-Projekt „Das alte und

lieb ist.

tet werden. Eine ganze Reihe regionaler Initiati-

neue Arbeitslied“ (Klaus Bergmaier/Angelika Sa-

In Kooperation mit der Stadt Wr. Neustadt wird

ven wird in ähnlichem Sinne vorbereitet.

cher) verbunden mit einem Kompositionswett-

der Nachlass Prof. Kurt Ingerls, Maler, Grafiker

www.noekulturforum.at

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SZENE

Anno DazumaL: peter Pan

Mario B Erger und Christian Deix

Didi Prochask a in Action

ONCE UPON A TIME IN THE Eighties Manchmal fallen im Leben Anfang und Ende zusammen, schließen sich Kreise. Just zu einem Zeitpunkt, an dem ich mich aus dem Musik-Management zurückgezogen und auch die langjährige Zusammenarbeit mit Größen wie Drahdiwaberl oder Andy Baum beendet habe und mich nun anderen Dingen zuwenden will, holt mich die Vergangenheit wieder ein. Besser: Das Leben führt mich zurück zum Anfang einer meiner bedeutendsten Lebensabschnitte. Das Telefon läutet und eine Dame vom „Hilfswerk“ ist dran und erklärt mir, sie möchten eine Benefizveranstaltung mit den Größen der Stadt aus den 80ern machen und ob ich ihr helfen könne dabei. Sie habe dabei an „Peter Pan“, „Espresso“, Paul Coxx“ usw. gedacht. Nach dem ersten Erstaunen kamen die Erinnerungen….. Von Edwin Prochaska. Fotos: Archiv Heinz Döller Leuten… Nur einige Wochen nach dem Beginn

ner an der Gitarre) gewann den NÖ-Bandwett-

mit der Zusammenarbeit mit „Peter Pan“ stand

bewerb, „Chico“ lieferte ein gefeiertes Album

im „Kuckucksnest“ ein anderes Konzert einer

ab („Meanin´ Of A Man“), „Fresh Freddie“ rollten

St.Pöltner Band am Programm: „Espresso“ ga-

die Undergroundszene auf und selbst der Schla-

kalen Medien irgendwann Mitte der 80er Jahre!

ben ihr Debut. Die zweite Band neben „Pan“, die

ger hatte seinen Newcomer mit Chris Heart

Tatsache, das gab´s! In ein und derselben Wo-

aus einer Schülerband namens „Taktlos Exakt“

- und die Zentrale fast aller war das legendäre

che lagen „Peter Pan“ („Love is on your side“)

hervorgegangen war. Und uns blieb neuerlich

auf Platz 4, „Espresso“ mit „Say“ auf 6 und Paul

die Spucke weg! Was „Espresso“ an groovigem

Coxx mit dem „Lovesong“ auf Platz 9! Und es

Funk von der Bühne donnerten, war beeindru-

waren ausschließlich St.Pöltner Bands!

ckend! Und auch mit „Espresso“ gelang es uns,

„GLEICH DREI ST.PÖLTNER IN DEN TOP 10 AUSTRO-CHARTS!!“

So in etwa lauteten die Schlagzeilen in den lo-

sofort einen Plattenvertrag zu ergattern. Begonnen hatte alles damit, dass mich mein

Parallel dazu arbeitete Albin Wegerbauer gerade

Cousin Stefan eines Tages besuchte und meinte:

an der Karriere eines tollen Sängers aus Wil-

„Hearst, dem Franz (Pansky – ehm. „Löwenkel-

helmsburg namens Paul Swoboda, alias „Paul

ler“-Chef) sei Bua spielt do mit ana ziemlich lei-

Coxx“, dessen Debut ebenso erfolgreich verlief,

wanden Band im Proberaum – hör ma uns des

sowie an der Karriere eines Kleinkünstlers und

an…“ Gesagt getan. Und die Überraschung war

Parodisten namens Alexander Bisenz…

„Peter Pan“ waren: Peter Pansky (b), Harry Friedl (dr.), Dieter Libuda (Gogo Mikulic, Günther Böck –g.), Werner Sandhacker (key) und Simone Stelzer (voc. – später Karl Wimmer) „Espresso“ waren: Berhard Moshammer (b.), Mario Berger (g.), Bernhard Aigelsreither (g., heute Studioproduzent von „Bauchklang“), Oliver Jung (key.) und Christian Deix (voc.)

Tatort Cab rio

Bei Paul Coxx spielten u.a. Dieter Libuda (g.) und Peter Böhm (dr.)

thodoxen Pop – ein wenig in Anlehnung an die

Zwei Jahre später: Ganz Österreich schaut auf

„Cabrio“ in der Linzerstraße, heute ein bedeu-

damals so aktuelle „Neue Deutsche Welle“. Wir

St.Pölten! In den (Fach-) Medien wird St. Pöltens

tungsloser Italiener… es war irgendwie fast irre,

begannen zu checken…Und dann gings Schlag

Musikszene als „stärkste neben den Wienern

was sich in der zweiten Hälfte der 80er Jahre

auf Schlag: Nach einem „Warm Up“-Gig im „Lö-

und Steirern (STS, EAV, Wilfried, Bukowski u.a.)

abspielte in der Stadt!

wenkeller“ veranstalteten wir einen Auftritt in

gehandelt, ein Interviewtermin jagt den ande-

der damals topaktuellen „Fabrik“ – und es ka-

ren, Fernsehsendungen. Livekonzerte, große

men 2.000 Besucher!! Und das Fernsehen. Das

Bühnen, Touren…

Aber wie sooft in Karrieren – die ersten Fehler

Jungendmagazin „O.K.“ drehte einen Beitrag, im

Dabei war dies nur die Spitze des Eisberges. Das

schlichen sich ein. „Espresso“ ging eigene Wege

selben Atemzug hatten wir einen Plattenvertrag

„Cafe Schmalz“ erspielte sich grade ihren heu-

und experimentierte mit Funk-Pop-Gemischen,

an der Hand und nur ein Jahr später spielten

tigen „Legendenstatus“, das „Reini Dorsch Trio“

was zwar noch Radioerfolge ergab („Why don´t

„Peter Pan“ mit allen österreichischen Größen

wurde zur Partyband Nr. 1 in der Region, die

you listen to my music“), aber die Eigenart von

am Wiener Rathausplatz vor zig-Tausenden

„P.O.-Box“ (mit „Büro-V – Manager Peter Puch-

„Espresso“ verschwand langsam, Simone split-

groß! Vier 17-ährige Jungs und ein 15jähriges Mädel spielten da unbeschwerten, völlig unor-

CHANGES

MFG0205

2627 80er.indd 2

15.02.2006 01:28:38


27

SZENE tete sich in Richtung Solokarriere von „Peter Pan“ ab

Land“-Syndrom zu erleben. Viele sahen den Rie-

und fuhr zum Songcontest, Paul Coxx war das Risiko

senerfolg der hiesigen Musikszene nicht oder ver-

zu groß, und er zog einen Topjob in einer Botschaft

suchten, diesen abzuwerten. Welches Potential

der Karriere vor. „Peter Pan“ starteten danach noch

aber in diesen Bands tatsächlich steckte, zeigt, dass

einen vielgelobten und respektierten Album-Erfolg

mehr als die Hälfte der damaligen knapp 18jährigen

(„Sweet Little America“) mit Karl Wimmer alias „Mr.

Musiker heute etablierte Größen in nationalen Mu-

Corge“ an der Front. Doch immer schnellere Band-

sikgeschehen sind: Mario und Silvio Berger, Bern-

Umbesetzungen ließen ahnen, dass die großartige

hard Moshammer, Peter Pansky, Dieter Libuda, Si-

Zeit langsam zu Ende gehen würde…Ein Schicksal,

mone, Werner Sandhacker, Goran „Gogo“ Mikulic,

das auch schon in den späten 70ern die großartige

Oliver Jung, u. a. m. … und auch meine eigene Kar-

und erfolgreiche St. Pöltner Rockband „New Mal-

riere war untrennbar mit dieser damals so sensatio-

formation“ (mit Billy Liesegang aus London, später

nellen Szene verbunden…

lange Bandleader der Nina Hagen Band, an der Gi-

80‘er Gala, 21. 2. Bühne im Hof mit Bisenz, Coxx, Peter Pan, Espresso, Cosa Nostra...

tarre) ereilte: Der Zerfall. Auch damals schon war das „Prophet im eigenen

Gut e Mus ik, E. T . & Fö nfr isur en – Wel co me to t he 80s MFG hat sich an der FH St. Pölten umgehört – sind die Stars und Trends der 80er bereits in Vergessenheit geraten, oder wissen Studenten von heute, was damals so alles „IN“ war? Ist Espresso heute noch als Band ein Thema, oder nur mehr als koffeinhältiges Heißgetränk? Drei Studentinnen haben sich, trotz Prüfungsstress, die Zeit genommen, mit uns eine kurze Reise in die Vergangenheit anzutreten. Von Renate Lameraner Express’, auch die ‚Bravo’ hat es damals schon gegeben.“ Der 22jährigen Karin Putschögl fallen zu den 80er Jahren v. a. Filme und Fernsehsendungen ein, „Ich mag Filme, wie ‚Dirty Dancing’ oder ‚E. T.’, aber auch Serien, wie das ‚A-Team’, ‚Knight Rider’ und ‚Mac Gyver’.“ Bewegende Momente der 80er waren „der

Sonja Puttinger gehört mit ihren 30 Jahren be- Mauerfall in Deutschland und reits zu den „älteren Semestern“ an der Fach-

natürlich meine Geburt“, meint

hochschule und entpuppte sich daher als 80er-

Karin mit einem Augenzwinkern. Bei der Frage,

Expertin: „Die 80er haben mir immer am besten

was sich damals wohl so in den Charts abgespielt

gefallen, vor allem die gute

hat, tippt die Studentin auf Altbewährtes, „ich

Musik. Ich habe damals gerne

glaube, dass vor allem Tina Turner, Nena und Falco

Songs von Madonna, Falco,

damals sehr erfolgreich waren.“

Depeche Mode, den Sisters of Mercy und The Clash gehört.“

„Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll“ verbindet die 21jäh-

Sonja Pöcksteiner mit den 80er Jahren.

Auf die Frage, was denn be-

rige

sonders kultverdächtig war, meint Sonja: „Vieles,

Auch sie mag vor allem Fernsehserien aus dieser

wie die ‚Großen 10’ mit Udo Huber, Discokugeln,

Zeit: „Ich habe ‚Doogie Howser’ und ‚ALF’ immer

das U4, Kreolen, Neonfarben, Legwarmer, Röhren-

sehr gerne gesehen.“ Musikalisch gesehen sind

jeans, Stiefeletten und natürlich die Fönfrisuren.

die 80er Jahre jedoch nicht ihr Spezialgebiet, so

Außerdem gab es viele tolle Magazine wie ‚Basta’,

hat Sonja zwar schon von Culture Club gehört,

‚Wiener’ und den ‚Rennbahn

aber Paul Coxx ist ihr gänzlich unbekannt.

Eines haben alle drei Befragten gemeinsam, Espresso kennen sie nur in flüssiger Form, und den hätte auch Kottans Präsident Anfang der 80er gerne gehabt, wäre da nicht die Auseinandersetzung mit seinem Kaffeeautomaten gewesen… ob sich daran wohl noch jemand erinnern kann?

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K

DEAR EST DIAR Y!

1.1. Tag Eins der selbstgewählten Arbeitslosigkeit und Selbstfindung! Werde Wohnung putzen und im Garten Schneehasen bauen. Juhu! 3.1. Schnee ist kalt. Hasse den Winter. Habe nicht geputzt, weil ich Künstlerin bin und keine Putze. 6.1. Habe zwei Tage lang geputzt, weil alles so eklig. Katze hat danach in die Kakteen gekotzt. Habe weiter geputzt. Aber nicht geweint. 9.1. Musste großes Bild von Krähen auf Baum an Küchenwand malen, weil mir danach war. Boyfriend’s not amused. Bild bleibt aber auf jeden Fall! 11.1. Hab Küche komplett neu ausgemalt. Werde außerdem keinen Tee mit Rum mehr zum

CHICKEN

von Althea Müller

Frühstück trinken. 17.1. Suche im Internet nach Jobs. Höre zum Rauchen auf. 20.1. Will studieren gehen. 22.1. Mir ist langweilig. 24.1. Bin zu faul zum Studieren,, brauche Job. Mal ins Netz schauen, gähn. Rauche wie ein Schlot. 26.1. Habe Haare abgeschnitten. Sehe aus wie J. Depp mit den Scherenhänden (nur männlicher). Katze ist zu den Nachbarn gezogen. 30.1. Möchte harte Band gründen. Rufe Sil an, sie soll trommeln. Pierce mir die Augenbraue. 5.2. Sil ist da. Hat Yoga-Bücher und Xanor mitgebracht und versucht per Telefon, meinen Boyfriend zurückzuholen (ist in Nizza. Weiß nicht, wieso). 9.2. Habe Piercing entfernt, war eitrig. Wäh. Kann außerdem nicht singen. Muss geplante Musikerkarriere darum an den Nagel hängen. 15.2. Habe beschlossen, fix studieren zu gehen. Alle freuen sich. Nur Katze meint, sie kommt erst zurück, sobald ich mich sicher eingeschrieben habe.

15.02.2006 01:30:02


28

SZENE

Musik metr opole

St . PÖLTE N

Vorarbeit wurde bereits geleistet

hörtes kund zu tun.

indem sich die noch unbekannten

Zur Belohnung könnt ihr euch

Damen und Herren mit mindestens

schon jetzt den 24. März 2006 rot

einem ihrer Songs bei Campus Ra-

im Kalender anstreichen, da an

dio 94.4 beworben haben.

diesem Tag das Finale des Campus

O NLI NE VOTI NG Und jetzt seid bereits ihr gefragt:

ADVERTORIAL

Vergesst Shows wie „Starmania“ oder „Deutschland sucht den Superstar“! Denn jetzt kommt der Bandcontest von Campus Radio 94,4, wo Newcomer ihr Können unter Beweis stellen können.

Radio 94.4 Bandcontests im Frei. Raum St. Pölten stattfindet.

Mittels Online-Voting könnt ihr

FI NALE AM 24.3.

eurem Favoriten dazu verhelfen,

Welche der vier Bands an diesem

eine der vier beliebtesten Bands

Abend über den ersten Platz ju-

zu werden, die am 24. März 2006

beln wird, entscheidet nicht nur

die Gunst der Stunde nutzen dür-

eine fachkundige Jury - beste-

fen, um ihr Können live unter Be-

hend aus Markus Unterberger

weis zu stellen. Alles was ihr tun

von Warner Music Austria, Hannes

AB INS STU DIO

müsst, ist von 20. Februar bis 5.

Boyer vom Tonstudio Doing!Music,

Und, so viel sei gesagt - der erste

im Warehouse St. Pölten rechnen

März 2006 auf www.campusra-

Alex Obermaier vom WUK Kultur

Platz kann sich sehen lassen: Die

und sich auf ein einstündiges Spe-

dio.at vorbeizuschauen, euch die

und Julia Haselhofer von Campus

Sieger dürfen vier Studiotage zu je

cial in der Sendung „band.cafe“

taufrischen Songs anzuhören und

Radio 94.4. – auch das anwesende

acht Stunden inklusive Tontechni-

auf Campus Radio 94.4 freuen!!!

dann eure Meinung über eben Ge-

Publikum wird sich der entschei-

ker im Tonstudio Doing!Music in

www .c ampusr adio .at

Tulln nutzen, können fix mit dem Auftritt bei der Campus Radio 94.4 Geburtstagsfeier am 12. Mai 2006

Fotos: zvg, campus radio, ugly fritz, hermann rauschmayer

denden Qual der Wahl stellen.

2829 Campus_SC Szene Druck.indd 2

15.02.2006 01:32:09


29

SZENE

= GOO DBYE F r edi Es war wie eine Granate mitten ins Herz der St. Pöltner Kultformation „Ugly Fritz & The Spanners“, die sich traditionell als „Ugly Family“ versteht, als die Nachricht kam: „Der Fredi ist verstorben“! Was soll ich da schreiben drüber? Dass er grafisches Talent hatte und die entsprechende Ausbildung und die Ugly Fritz-Plakate aus seiner Feder stammten? Dass er sein Segelboot liebte und gutes Essen? Dass er seit 18 Jahren eine der unverwechselbaren Frontfiguren bei „Ugly Fritz“ war

Manfred „Stinky Fred“ Schöggl (re.) starb am 28. Jänner 2006 plötzlich und völlig unerwartet im 44. Lebensjahr. Ein Goodbye von Edwin Prochaska.

und davor bei „Kasperltheater“? Dass er seine

wollt der Fredi. Noch hat es keiner von uns richtig

eigene Vorstellung vom Leben hatte, die deutlich

realisiert. Aber ist das nicht immer so, wenn wie-

abwich vom Herkömmlichen? Dass er ein Enter-

der einer geht? Was mit „Ugly Fritz“ sein wird,

tainer der Extraklasse war? Soll ich was von „viel

fragen viele. Woher sollen wir das heute schon

zu früh“ faseln – was wohl sowieso klar ist? Oder

wissen… Wenn überhaupt, dann können wir nur

aus seinem Privatleben erzählen? Einen Nachruf

wieder einmal etwas Neues entstehen lassen,

schreiben mit Biografie? Wozu? Sinnlos.

gemeinsam mit allen Freunden dieser Kultver-

„Ugly Fritz“ haben ihren Fredi standesgemäß

anstaltung. Das was es war, kann es nicht mehr

verabschiedet. Bei der Zeremonie in der Aufbah-

sein. Niemand von uns redet noch davon, weil alle

rungshalle hielt Fritz die einzig wahre Rede und

noch unter Schock stehen. Aber wir wissen auch,

danach rockten die „Fritzen“ drauf los, dass die

was er gesagt hätte: „reat´s net – lebts, geht’s auf

ehrwürdige Halle bebte. Yes - so hätte er es ge-

a Bier und rockts!“ Jo Fredi – moch ma…

LET‘S DANCE

Man brüstet sich und wird gebrüstet: Die Generation des Computer-Zeitalters, die Generation des bahnbrechenden Fortschritts und die Generation des unüberschaubaren Multimedia-Overflows. Und wir, die Experten, die allzu gern ob der unqualifizierten Aussagen von Laien verständnislos die Köpfe schütteln, kommentieren es am liebsten mit einem überlegenen Lächeln, wenn ein Fach-Vokal von einem Älteren / Jüngeren wieder gnadenlos durch den Fleischwolf gedreht wird. Und doch haben wir die Realität genauso verdrängt, wie die Politik die Vernunft, die Medien die Objektivität und die Werbung die Willensfreiheit. Denn die nächste Außenseiter-Generation hat sich schon längst herauskristallisiert – und dieses Mal trifft es sie wirklich hart. Während es die Zwölfjäh-

K

form alf eh ler o lé!

B-SEITEN

Fotos: zvg, campus radio, ugly fritz, hermann rauschmayer

mit Tobias Zuser

„Die Tanzfläche steht im Vordergrund“, erzählt

Ende Oktober 2004 erhielt Kuhbus-Obmann Andreas

Marco Winter vom „Batcave“-Team. „Junge DJs und

Tober Post von der St. Pöltner Polizei. Sein Verein

kein Eintritt, das ist unser Konzept. Die Besucher-

habe zu verantworten, dass in der Kulturwerkstatt

zahl der ersten Wochenenden hat uns überrascht,

(kW) unangemeldete Veranstaltungen durchgeführt

wir sind zufrieden.“ Mit verwertbarem Kommerz des

werden. Es folgte eine Berufung an den UVS. An die-

alternativen Mainstreams (Alternative, eventuell mal

sem Präzedenzfall sollte inhaltlich geklärt werden,

Ragga) wird die Innenstadt belebt. Bis zur Sommer-

ob die kW „nur“ Vereinshaus, oder doch öffentliche

pause öffnet das Innenstadtlokal vis-a-vis vom Un-

Location sei. Anfang Februar freut sich Tober: „Das

derground jeden Freitag und Samstag die Pforten.

Strafverfahren wurde eingestellt, dem Verein Recht

Ende Februar wird es für „Klub Vorsicht!“ ernst.

gegeben! [...] Somit war die kW definitiv nur Vereins-

Nach den ersten Test-Events im Dezember arbeiten

haus.“ Nachsatz: „Traurig mit welchen Mitteln die

Christian „Meph“ Lakatos (Urban Art Forms) sowie

Stadt versuchte, die kW zur Schließung zu treiben.“

Peter Wallner und Franz König (beide Kuhbus) an

Der UVS sieht das Ganze anders: Zu einer rechtlich-

der Betriebsstättengenehmigung für die ehemalige

inhaltlichen Prüfung kam es gar nicht. Das Verfahren

„Charly Bar“ in der Bräuhausgasse. Eine neue Brand-

wurde aufgrund eines Formalfehlers der Polizei ein-

schutztüre und ein Akustikgutachten später soll

gestellt. Diese nimmt‘s zur Kenntnis: „Tober soll sich

dann „tanzbare elektronische Musik in allen Facet-

freuen! Der UVS hat §44 strenger ausgelegt als wir.

ten“ das 18-Plus-Publikum ins Herz der Stadt locken

Aus unserer Sicht war der Akt sehr wohl vollstän-

– und damit die Szene stärken. Auch ein DJ-Pool ist

dig.“ Die kW schloß unterdessen von sich aus.

in Vorbereitung. Linktipp: www.klub-vorsicht.at

2829 Campus_SC Szene Druck.indd 3

Linktipp: Langfassung auf www.joynt.at

rigen bestens verstehen uns mit ihren chiffrierten Dialogen und ihren großkotzigen Lebern ordentlich einzuschüchtern, haben wir vor allem mit den verächtlichen Blicken der „Flower-Power-Zeitzeugen“ zu kämpfen, die uns mit wahrem Genuss verständlich machen, wie qualitativ minderwertig sich unsere Musik im Vergleich zu den perfekt arrangierten Songs ihrer Tage anhört. Außerdem grenzt es ja fast schon an Blasphemie die CD auf irgendeine Weise mit Vinyl zu vergleichen, oder? Tja, was bleibt uns, den schwarzen Schafen der Gesellschaft, da anderes übrig als uns zurückzuziehen, uns klingende Namen wie „Subkultur“ oder „Szene“ zu geben und unaufhaltsam der größten Strafe des Ältwerdens entgegen zu driften: der gesellschaftlichen Isolation. Ob das alles irgendwann eskalieren wird? Naja, solange wir keine Karikaturen davon machen...

15.02.2006 01:33:17


30

SZENE

“H ätte ich gew usst , dass es so wi rd, hätte ich mich damals nicht so dafü r ein geset zt .“ DSA Nat asch a Klin ka

Zwischen

zwei W el ten

Die Zukunft des ehemaligen Schlachthofareals ist ungewiss. Bleibt es bei den zwei bestehenden Einrichtungen, oder hat das Gelände Wachstumspotential? Und: Wer entscheidet überhaupt? Von Michael Müllner Zwei eigenständige Einrichtungen haben sich am

Die „Einbettung“ in der Herzogenburgerstaße sei

der Steppenwolf aber sicher nicht“, ist sich das

Schlachthofareal mittlerweile eingelebt. Was ur-

den Sozialarbeitern geglückt, in Zukunft sollen

Team der Sozialarbeiter einig. Wie man mit dem

sprünglich als Jugendkulturhalle im letzten Wahl-

nun neue Angebote und vermehrt Kooperationen

Veranstaltungsangebot zufrieden sei? „Hätte ich

kampf versprochen wurde, ist nun unter dem

mit den Nachbarn am Areal angebahnt werden.

gewusst, dass es so wird, hätte ich mich damals

neuen Bürgermeister Mag. Matthias Stadler (SPÖ)

Wolfgang Matzl sieht das ähnlich: „Wir haben

nicht so dafür eingesetzt“, meint heute Natascha

in einer kleinen Variante realisiert worden. Den

bewusst sehr wenig Überschneidung mit dem

Klinka. Die Sozialarbeiterin setzte sich vor der

Veranstaltungsbereich deckt Jugendkoordinator

Steppenwolf. Wir machen Kultur mit möglichst

Gründung besonders vehement dafür ein, weil

DSA Wolfgang Matzl und sein ehrenamtliches

breiter Vielfalt, unsere Besucher sind im Schnitt

es ihr um Nischenangebote ging: „Es gibt auch

„frei.raum“-Team ab. Daneben betreibt das Team

deutlich älter als die vom Steppenwolf.“ Auch die

heute noch Jugendliche, die sich 5 Euro Eintritt

rund um DSA Barbara Fellöcker das Jugendzent-

Öffnungszeiten unterscheiden sich.

nicht leisten können. Und aus den Minderheiten-

rum Steppenwolf. Unterscheidung tut da not. „Wir waren mit dem Auseinanderklauben der

KEIN BAC KST AGE RAUM

projekten etwa im Bereich weiblicher Kunst oder Angebote für Migranten ist bisher auch nichts geworden.“

Steppenwolf

Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass das

kümmert sich um Sozialarbeit für Jugendliche,

Klima zwischen beiden Teams nicht gerade herz-

dabei geht es um Beziehungsarbeit, nicht um die

lich sei. „Korrekt“ nennen es hingegen Wolfgang

N ACH DEN KPAUSE

Gruppe. Wir sind keine Einrichtung für Events wie

Matzl und Barbara Fellöcker. Wie in Zukunft ge-

Die Nachdenkpause Anfang des Jahres nutzte

der frei.raum, bei uns steht nicht der Konsum

meinsame Projekte aussehen können? Räum-

das frei.raum-Team um sich über genau diese

im Vordergrund, darum wollen wir uns auch so

lichkeiten könnte man sich gegenseitig zur

Kritikpunkte den Kopf zu zerbrechen. Neben ei-

deutlich abgrenzen“, erklärt Barbara Fellöcker.

Verfügung stellen, etwa für ein von Step-

ner neuen Personalstruktur, welche die Leistung

penwolfbesuchern angedachtes

der ehrenamtlichen Mitarbeiter widerspiegelt,

Einrichtungen

beschäftigt.

Der

„Backstagebereich

wurde auch die Programmierung überdacht.

für Partys im frei.raum wird

„Die Freitage gehören ab sofort den Nachwuchs-

Theater.

künstlern, die bei geringem Eintritt und einem dass zahlreiche Ideen an uns herangetragen werden, um neben der Musik auch anderen Kunstformen eine Plattform zu bieten“, so Matzl. Die Samstage werden wie bisher vom Team

3031 Freiraum Druck.indd 2

Fotos: rauschmayer

pauschalen Spesenersatz auftreten. Wir hoffen,

15.02.2006 01:36:34


31

SZENE

f rei.raum Die Location fasst rund 250 Besucher, freitags und samstags wird sie bespielt, für die Programmierung ist Jugendkoordinator Wolfgang Matzl und das von ihm bestellte Team an Ehrenamtlichen verantwortlich. Montags wird zudem ein Trommelworkshop angeboten. Der viel versprechende St. Pöltner Künstler Wolfgang „Labinsac“ Gstettner gestaltete unterdessen den zweiten Floor mit seiner „Stencil Art“ – nicht versäumen! Linktipp www.freiraum-stp.com

Barbara Fellöcker, Michael Hogl, Natascha Klinka und Ingrid Müller betreuen die rund 50 Besucher pro Tag. Neben dem offenen Betrieb werden auch Sport, Freizeit sowie Beratung angeboten. Dienstags findet ein DJ Workshop statt, Einstieg jederzeit möglich, Vorkenntnisse und Equipment nicht. Jeden Mittwoch richtet sich das Lehrlingscafé besonders an Jugendliche im Lehrlingsalter, zahlreiches Rahmenprogramm begleitet Beratung, etwa als Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Die kostenlose Skatehalle boomt – und ist ein Vorzeigeprojekt für ganz Österreich: Nicht mal in Wien gibt es derzeit eine Skatehalle! Am 11. April findet ein Nachwuchs-Contest statt. Für das 10-jährige Jubiläum am 4. Oktober laufen bereits Planungen. können. Der Grund: Das Schlachthof-Areal ist alt. Es

Lokalen abgestimmt werden. „Größere Geschichten

ist gar nicht klar, ob es aus sicherheitstechnischen

wie im Vorjahr werden wir 2006 nicht mehr ma-

Gründen möglich ist, die übrigen Räume zu nutzen.

Womit wir bei der zentralen Frage wären: Was soll

ZIEL KREATIVZENTRUM

daraus werden? Im ursprünglichen Konzept ging es

Dr. Thomas Karl leitet die städtische Kulturverwal-

um die Ansiedelung freier Initiativen: darstellende

tung – und ist damit der Vorgesetzte sowohl von

Künstler, die Ateliers und Werkstätten gründen, oder

Fellöcker, als auch von Matzl: „Seit Jahresbeginn ist

Bands, die Proberäume einrichten. Bis dato blieb es

die Immobiliengesellschaft zuständig, ein Sachver-

bei leeren Versprechungen.

ständiger wird beauftragt das Areal zu prüfen. Man-

QUO VADIS

Fotos: rauschmayer

JuZE Stepp enwolf

programmiert, in Zukunft soll vermehrt mit anderen

chen“, so der Jugendkoordinator.

che Räume werden schon noch nutzbar sein, es gilt aber eine Kosten-Nutzen-Rechnung anzustellen.“

„Wir haben zahlreiche Ideen gesammelt. Das reicht

Welche Vision verfolgt die Stadt eigentlich mit dem

von Proberäumen und Kreativwerkstätten bis hin zu

Areal? „Ziel ist die Entwicklung zu einem Kreativ-

Vereinslokalen“, erklärt Matzl. Nicht nur der Jugend-

zentrum. Kleine Maßnahmen sind wohl dieses Jahr

koordinator hat fertige Konzepte in der Schublade,

noch möglich, aber von heute auf morgen wird es

auch das Steppenwolfteam hat die Wünsche ihrer

leider nicht gehen. Sicherheit geht vor.“

Besucher erhoben. Fellöcker: „Bei uns steht Indoor-

Übrig bleiben vorerst zahlreiche Künstler und Initia-

Sport im Vordergrund. Überraschend viele Besucher

tiven, die schon länger ein Auge auf den Schlachthof

wünschten sich eine Kegelbahn. Wir haben uns mal

als Homebase geworfen haben. Neben unterschied-

erkundigt, rund 30.000 Euro müsste man für zwei

lichen Kulturschaffenden sind auch soziale Projekte

Bahnen investieren.“ Ähm… Eine Kegelbahn als

für junge St. Pöltner an einem Standort am Areal in-

städtischer Auftrag, bloß weil vorhandene Bahnen

teressiert. Ein Beispiel wäre „Native Activities“, ein

ausgebucht sind? Okay, man wird doch noch träu-

Verein für Erlebnispädagogik: „Wir brauchen drin-

men dürfen. „Warum nicht? Wenn die Jugendlichen

gend Räumlichkeiten, haben schon lange mündliche

das wünschen?! Bei der Skaterhalle stand am An-

‚Zusagen’, bis dato ist aus den Versprechungen aber

fang auch ‚nur‘ der Wunsch von ein paar Jugend-

nichts Konkretes geworden“.

lichen, heute ist es ein Vorzeigeprojekt. Es kann nie

Barbara Fellöcker versteht die Enttäuschung: „Lei-

genug geboten werden“, macht sich auch Matzl für

der gibt es oft unüberlegte Aussagen von ehrenamt-

die Idee der Nachbarn stark.

lichen Mitarbeitern des frei.raums. So wird die Er-

Beide Einrichtungen haben also den Auftrag Ideen

wartung hochgeschraubt, die Erweiterungsschritte

zu sammeln. Ein Mandat zur Umsetzung hat keiner.

bleiben aber aus.“ Der ehemalige Schlachthof bleibt

Auch im Budget finden sich keine Mittel, um grö-

somit weiterhin ein schwieriger Fall. Dafür mit umso

ßere Investitionen noch im Wahljahr vornehmen zu

größerem Potential.

3031 Freiraum Druck.indd 3

Die Türe war noch nicht lange ins Schloss gefallen gewesen. Rosa lehnte ihren vom Wein schwer gewordenen Kopf einen Moment länger als gewöhnlich an das Holz und horchte in den stillen Gang hinaus. Wahrscheinlich hätte sie erwartet, dass J. seine Meinung änderte und er außer ein „Gute Nacht Rosa, schlaf schön“-Gesurre doch die Überlegung ausführte, die Nacht mit ihr zu verbringen. So aber konnte sie sich nur enttäuscht in ihr

K

S ch l a f z i m mer schleppen, wo sie ihre Kleider fallen ließ und unter die Decke schlüpfte, nicht ohne sich noch einmal vergewissert zu haben, dass sich draußen nicht doch etwas rührte. „So ein feiger Idiot aber auch! Macht einen auf Frauenversteher. Er wird noch

HINTER SCHLOSS UND RIEGEL von Rosa sehen, was er davon hat“, zappelte Rosa ungeduldig herum, ehe sie mit einem Ruck energisch aus dem Bett hüpfte und in die Küche stapfte. Obwohl sie schon längst aufgehört hatte zu rauchen, war sie jetzt aufgebracht auf der Suche nach Zigaretten und fragte sich, warum J. bloß so mit ihr umging. „Kann es sein, dass J. seines stolzen Pfauengehabes selbst schon leid geworden war? Oder würde er wieder nur für eine Nacht bei mir bleiben?“ Am nächsten Abend verabredeten sie sich zum Essen. „Rosa, du siehst echt toll aus!“, hauchte J. und versucht im selben Atemzug ihre Taille zu umfassen, und sein Gesicht näherte sich. „Das hättest du wohl gerne, was? Erst lässt du mich monatelang zappeln, und nun kann es dir gar nicht schnell genug gehen. Nimm deine Pfoten weg, und …“, sprudelte es aus ihrem Mund, und wieder einmal fiel die Türe ins Schloss, ohne dass sie einen Schritt weiter gekommen wären.

15.02.2006 01:39:04


32

SZENE

R ‘N ‘R HI MMEL Der

Hauptgrund

liegt

Produktion. Nachdem Vorgänger

in

der

er

„Travelling“

den selbst

produziert hat, war er auch beim neuen Album nicht nur vor, sondern auch hinter den Reglern tätig. Beinahe das ganze Album wurde von

Ben

Martin

geschrieben,

arrangiert und produziert. Lediglich beim Einspielen holte er sich seine Band ins Studio, sozusagen als Wegbegleiter auf dem steinigen Weg in den Rock 'n' Roll Himmel. Die

Drums

überließ

Letschka, seinem

Jugendtagen. Dieser Drumspuren

„W e want to win b a ck the glor y o f R ock 'n' R oll – I wish you all the best!”

er

Daniel

Begleiter spielte

übrigens

in

seit die der

Wohnung im Dachgeschoß seiner Eltern ein, das er sich noch dazu mit seiner 94-jährigen Großmutter teilt. Doch auch hier konnte Ben Martin nicht still halten. Nachdem drei Viertel des Songs „I’m with you“ mit Besen, der Rest mit Sticks gespielt wird und Daniel Letschka sich mit dem Wechseln schwer tat, legte Martin selbst Hand an und spielte zwei Takte lang Becken. „Somit hatte Daniel genug Zeit zum Wechseln und ich meine DrumCredits.“

Ben Martin ist anders. Stille. Wie kommt man auf so eine Idee? Ruhige, introvertierte Musik, der Soundtrack für die stillen Stunden des Lebens, klassischer Singer und Songwriter, oder? Warum also anders? Von Flo Kogler

Vielleicht liegt’s an seiner Jugend.

nicht untersten (aber dennoch)

Mit seinem neuen Album wagt der

Da war der kleine Martin Rotheneder

Schublade bricht der St. Pöltner

St. Pöltner nun auch den Schritt

auch „anders“. Natürlich nichts

Musiker

aus:

raus in die weite Musikwelt, wird

Grundlegendes, eher in Bezug auf

mitten hinein ins Rock 'n' Roll

es doch sowohl in Deutschland, als

Kleinigkeiten wie Kleidung oder

Wohnzimmer. Mit seinem zweiten

auch in der Schweiz vertrieben!

Musikgeschmack. „The Tiny Bits

regulären Album zeigt er, dass das

Erstaunlich am neuen Material ist

and Pieces“ eben.

Genre vom Singer und Songwriter

vor allem die Wandlungsfähigkeit

sowie der zugehörige Leitsatz „Quiet

des 27-jährigen. Denn nach seinem

„The Tiny Bits and Pieces“, das

is the new loud“ längst überholt ist:

mp3-Album „Travelling“, mit dem

bringt uns gleich zu seinem neuen

„Ich will nicht NUR in die ruhige

so manch „Großer“ als CD wohl

Album. Darauf rechnet Ben Martin

Schublade gesteckt werden. Ben

viel

gnadenlos ab. Mit wem? Mit all

Martin ist vieles, nicht nur ruhig

ihm wohl keiner diesen nächsten

jenen, die meinen, dass Singer und

oder nur laut. Man ist auch nicht

Schritt zugetraut. „The Tiny Bits and

Songwriter ruhige, auch wenn der

nur gut drauf oder nur depressiv.

Pieces“ präsentiert sich als Rock 'n'

Meister sich jedes Mal bei diesem

Man hat verschiedene Launen und

Roll Album aus einem Guss. Nicht

Ausdruck ärgert, „Schmusemusik“

Stimmungen. Das Leben setzt sich

obwohl, sondern eben genau weil

machen müssen. Aus dieser, zwar

aus vielen Aspekten zusammen.“

es nach Ben Martin klingt.

nun

eindrucksvoll

Kohle

gemacht

HARD FACTS Bürgerlicher Name: Martin Rotheneder Beruf: Musiker Davor: Telefonist Bisherige Bands: Holly for Kings, Starman, Pohn/Scheer/Rotheneder Auszeichnungen: Youngster of Arts 2002 DIE BAND Daniel Letschka (drums) Max Köllner (bass) Lap Vinh Georg Tran (guit) Wegbegleiter: René Mühlberger (Velojet) Manfred Scheer (House of Riddim)

hätte, hat

DAS ALBUM The Tiny Bits and Pieces Label: Wohnzimmer Records VÖ: 17.02.2006 Prädikat: Hörenswert!

Foto: haiderer - wohnzimmer records

hinein ins r ock'n' R ollwohnzi mmer

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3233 Bandportrait_SPK Druck.indd2 2

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34

SZENE

im Pop- zent rum Dann ging alles Schlag auf Schlag: Im Dezember wurde bereits die erste Single „Rosegardens“ veröffentlicht, die nach kurzer Zeit bis auf Platz 2 der Austrain Top 40 kletterte, was bedeutete: Dauerrotation auf Ö3. Mittlerweile haben SheSays ausreichend Song-Material, sodass am 24. Februar ihr selbstbetiteltes Debüt-Album erscheinen wird. Ihre darauf zu findenden melodiösen Pop-Rock Nummern sind allesamt Eigenkompositionen und aus Fantasie sowie „face the reality“ verflochten.

Oder wie man selbst sagt: „Musik, die unsere

sie kam, sang und siegte Der neueste Wurf von EMI Music kommt aus Österreich und darf mit einer vielversprechenden Zukunft liebäugeln. Denn SheSays haben vor allem eins bewiesen: Durchsetzungsfähigkeit. Von Tobias Zuser

Herzschrift trägt!“ Dabei machen die vier Wiener rund um Sängerin Gudrun Liemberger erst seit Mai 2004 miteinander Musik. Dass man nun plötzlich im Zentrum der österreichischen Popmusik steht, damit hat wohl keiner von ihnen gerechnet. Umso größer ist die Freude auf die anstehende

Dass die Band ungeheures Potenzial hat, be-

So setzte man sich gegen 600 Mitbewerber

„Rosegardens-Tour“: Zahlreiche Locations in

wies sie am größten Bandcontest Österreichs:

durch und ergatterte auf Grund der meisten

ganz Österreich warten ab Ende März auf ihre

Der Ö3 Soundcheck

05, den im Jahr davor

Hörer-Stimmen den Hauptpreis: einen Platten-

Ankunft. Am 31.03. sind SheSays auch im Ware-

die Grazer Shiver für sich entschieden haben,

vertrag bei EMI Music. Ein Traum, den nur die

house in St. Pölten zu Gast!

wurde zum großen Sprungbrett.

Wenigsten träumen können.

Linktipp:

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ADVERTORIAL LOc a l Her oes A ustria 11. März 2006 WARE HOUSE ST . PÖLTEN

Am 27. Mai wird in Wien der Local Hero Austria Die Alternative Nation lässt es am 11. März

und führt live regelmäßig zum Höhepunkt. Das

auf hochmotivierte Teilnehmer und drücken die

mit drei Top-Acts wieder krachen. Emil Bulls

Vorspiel übernehmen die Schwechater Naca7, längst für ihren eigenständigen „aiport rock“

Daumen! Damit nach dem Fight der glorreichen

kann man aus der deutschsprachigen Gitarren-

Sieben der Abend nicht schon vorbei ist, gibt es

Landschaft nicht mehr wegdenken. Über den

bekannt und als sichere Live-Bank ebenso be-

jeweils einen Special Guest.

Verdacht des NuMetal längst erhaben, wird

liebt. Und dann wären da noch Days in Grief,

Wärmstens ans Herz legen wir euch Vanilla Sky,

brachialer Schweinerock durchaus vielseitig

zwischen Punk und Metal sind die vier Kölner

bekennende STP-Fans. Umgekehrt verhält es

und einflussreich aufgetischt. Sogar ein A-ha-

daheim, lautstark und emotional soll’s zuge-

sich genauso, STP liebt die vier Römer, die neue

Klassiker namens „Take on me“ ist mit dabei –

hen. Wir sind gespannt!

10.3.06 Special Guest: Vanilla Sky (I) Trashcanned Monoi FATE Fictionplay Opposom Seek and Destroy Stone Couch Riders Disturbance 17.3.06 Special Guest: Multiball (SLO) Die Gretchen Frage Mighty Ganesha The Gogets Creap Cottonwood Globus Stay-due-Beauty Psychospank

FOR MORE IN FORMATI ON : WWW.W-HOUSE .AT

Songs im Gepäck haben!

März 2006

Fotos: zvg, rs künstlermanagement, teamrider, mono&nik

2006 ermittelt, davor gibt’s im Warehouse zwei Vorrunden und ein Seminfinale! Wir freuen uns

nur live sc hmeckts ric

Mono & Nikitaman sind das Maß der Dinge im

htig gut!

meinsam mit Mono & Nikitaman groß geworden.

deutschsprachigen Dancehall. St. Pölten lieben

Ende 2005 wurde das neue Album fertig, man

die Linzerin und der Düsseldorfer heiß, immerhin

darf sich also auf ein frisches Programm freuen.

ist die Crowd hierzulande gewissermaßen ge-

Und: Die Royal Flash Band ist mit auf Tour!

Warehouse Charts

1

2 3 4 5 6 7 8 9 10

Foo Fighters Resolve Pendulum Hold your color D-Flame feat. Tolga Gwaany House of Riddim Rebellion Mono & Nikitaman Für immer System of a down Hypnotize Mauracher Mr. Ego Rebellion the recaller Devine culture Bloodhound Gang Foxtrot uniform charlie k Tomte Ich sang die ganze zeit von dir

0206MFG

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36

SPORT

T ea mche fa ssistent AN DREA S HERZO G (37) Geburtsdatum: 10. September 1968 Geburtsort: Wien Familienstand: verheiratet mit Kathi Stationen als Spieler: Admira Wacker, Rapid, Vienna, Rapid, SV Werder Bremen, FC Bayern München, Werder Bremen, Rapid, Los Angeles Galaxy Erfolge als Spieler: Meister, Cupsieg und Supercup-Sieg mit Werder Bremen; 1996 UEFA-Cup-Sieger mit Bayern, 264 Spiele in der deutschen Liga (Österreicher-Rekord); 61 Tore 103 ÖFB-Länderspiele (Rekord), 26 Tore; Debüt am 6.4.1988 in Athen: Griechenland - Österreich 2:2 (Teamchef Hickersberger) WM-Teilnahmen 1990, 1998 1992: Österreichischer Fußballer des Jahres

TRIAT HLON CHALLEN GE 06

a m 24./25. Juni R a tzer sdor fer See In fo & A n mel dun g: www .st p-tria t hlon .a t

Herzo g ni mmt Die C hallen

ge an

D

Im Juni taucht die „Zehe der Nation“ in den Ratzersdorfer See ein. Andi Herzog startet bei der St. Pöltner Triathlon Challenge und sagt dem Wasser den Kampf an. Von Thomas Schöpf

Er ist Rekord-Teamspieler mit 103 Fußball-Län-

bauer (im Bild rechts) zustande. Der 37-Jährige

erinnert sich Herzog. Er wäre nicht abgeneigt

derspielen für Österreich. Er ist Assistent von

Herzog will sich nach wie vor körperlich ertüch-

gewesen, seine Trainerkarriere in St. Pölten zu

Teamchef Josef Hickersberger beim National-

tigen und absolvierte letztes Jahr auch schon

beginnen. Dann aber rief auch ÖFB-Präsident

den Kurz-Triathlon von Neufeld. Den Marathon

Friedrich Stickler an …

in New York hat er hingegen nicht ganz bewältigt. „Aber damals ging es auch um eine Wette“,

e IN HERZO G BEI stur m 19

erklärt Herzog, „ich musste nur die ersten 25

Es ist auch nicht das erste Mal, dass ein Her-

team. Und er ist unser Botschafter für die EURO

Kilometer schaffen. 28 bin ich dann gelaufen,

zog St. Pölten die Ehre erweist. Andis Großvater

2008 in Österreich und der Schweiz: Andreas

dort lag praktischerweise mein Hotel gleich ne-

kickte seinerzeit schon für Sturm 19 St. Pölten.

Herzog. 1997 schoss er uns u.a. mit seinem

ben der Strecke. Und in die Bronx hinein laufen

„Mit dem legendären Bimbo Binder, wie er mir

Prachttor gegen Schweden zur Weltmeister-

wollte ich dann auch nicht mehr unbedingt.“

öfters erzählt hat“, so der Neo-Triathlet.

schaft. Ein paar Wochen nach seiner Schweden-Bombe mussten wir aber alle um die „Zehe

In s „kal te“ wa sser

Von den aktuellen St. Pöltner Kicker-Talenten kennt Herzog „natürlich Leute wie den Knaller

er Nation“ bangen. Dr. Benno Zifko stellte den

Wette gilt’s bei seinem Triathlon-Antreten in

oder den Prenner.“ Aber auch Daniel Sikorski,

malträtierten linken großen Zeh von Andi Natio-

St. Pölten (vorerst) keine zu gewinnen. Kampf-

der von der Akademie St. Pölten zum FC Bayern

nale in einer über zweistündigen OP um 20 Grad

ansage gibt’s von Herzog auch keine: „Bei

München gewechselt ist. „Leider muss er sich

nach oben und alles wurde wieder gut.

meiner Schwimm-Technik wird das höchstens

erst von seinem Kreuzbandriss erholen, aber

ein Kampf mit dem Wasser.“ Beim Triathlon in

der hat ein enormes Potenzial“, bescheinigt

Neufeld habe er noch den halben See ausge-

Herzog.

Am 15. Juni 2006 wird die „Zehe der Nation“ in

trunken.

Sein Potenzial beim Triathlon halte sich freilich

den Ratzersdorfer See eintauchen, Herzog wird

Ins kalte Wasser hätte sich Herzog ja auch bei-

in Grenzen. Aber vielleicht geht’s ihm ja wie

nämlich mit dem Ronny-Reisenbauer-Team bei

nahe beim SKN St. Pölten gestürzt. Als Frenkie

seinem Spezi Rekord-Teamtorschütze Toni Pols-

der Triathlon Challenge in St. Pölten antreten.

Schinkels im Dezember 2004 zur Austria wech-

ter bei Dancing Stars. Der hat sich ja auch erst

Der Kontakt kam zwischen Triathlon Master-

selte, wollten ihn die Wölfe unbedingt als Ru-

allmählich mit der Aufgabe gesteigert, und ist

mind Christoph Schwarz und Ronny Reisen-

delsführer. „Wir haben ein paar Mal telefoniert“,

quasi ins kalte Wasser gesprungen…

VON new York n a ch ST P

Fotos: ronny reisenbauer, zVg, SKN St. Pölten

„Bei meiner S chwi mmT e chnik wir d da s hö chsten s ein K a mpf mit de m Wa sser.“

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37

SPORT

Heli ist

wieder d a hei m

Rückkehrer Helmut Prenner ist der prominenteste „Winter-Einkauf“ des Regionalligisten SKN St. Pölten. Was er in dem halben Jahr bei Rapid für Abenteuer erlebte, erzählte er MFG. Von Thomas Schöpf Nach deinem Dreierpack beim legendären 5:1-Cupsieg gegen Salzburg herrschte ein riesen Griss um Dich. Warum machte Rapid das Rennen?

schenkt hatte. Meinen ersten Bundesliga-Ein-

Sportdirektor Schöttel war schon länger inter-

Admira auf die Tribüne verbannt wurde, hat

essiert. Am Vormittag nach dem Spiel haben

‚Funki’ mich reingeschickt.

satz für Rapid habe ich übrigens ‚Funki’ Feurer (Anm.: dessen Sohn Mario kickt auch beim SKN) zu verdanken. Als Trainer Hickersberger gegen

er und der damalige GAK-Manager Weninger fast gleichzeitig angerufen. Bei Rapid hatte ich

Was war in Wien anders?

das Gefühl, dass ich meine Chance kriege. Es

Hier in St. Pölten wird auch sehr professionell

wurden nur drei Kurzeinsätze. Leider. Auf mei-

gearbeitet. Beim ersten Laktat-Test bei Rapid,

ner Position im rechten Mittelfeld habe ich den

ich war damals allerdings angeschlagen, war

starken Hofmann vor mir gehabt. Das Spielsys-

ich aber negative Spitze. Die meisten hatten ei-

tem war auch nicht unbedingt ideal für mich

nen Wert von 300 bis 600 und ich 1.357.

als Außenläufer. Ich hatte aber auch schöne Erlebnisse. Die Vorstellung im Rapid-Dorf am Tag

Jetzt konntest du auch wieder sondieren?

der Offenen Tür - ich auf der Bühne, und 5.000

Ja. Aber als klar wurde, dass Rapid den Vertrag

Fans machen mit Heli die Welle. Oder der Ein-

auflöst, also mich nicht verleihen wird, wollte

satz in der Champions League, auch wenn der

ich nur mehr nach St. Pölten zurück. So wohl

Gegner nur Düdelingen war. Gegen Bayern und

wie hier habe ich mich noch nirgends gefühlt,

Juventus war ich auf der Bank, habe nachher

und ich bin überzeugt, dass wir das Potenzial

mit Ismael und Nedved geplaudert und ihre Tri-

zum Meistertitel haben.

kots bekommen. Nedved hat sogar extra eines aus der Kabine geholt, weil er schon eines ver-

Die Tanz-Sensation

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GALA-KONZERT

präsentiert das neue Programm

MULAN Lieder, die das Leben schrieb

Fotos: ronny reisenbauer, zVg, SKN St. Pölten

isterte 1 Million bege opa! Besucher in Eur

Ein Mann und seine Lieder: „Die Gitarre und das Meer“ „Hundert Mann und ein Befehl“ „Junge komm bald wieder“ „La Paloma“ „Heimatlos“ u.v.m.

Weltstars präsentieren Highlights berühmter Stepp- und Tanz-Shows

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KRITIKEN

Zum Hören

Manshee, Weasel, Knolli, R ené Voak, R ob.ST P, R ainer L epuschitz (von links nach rechts)

tide

Das Wort EMO ist ja heutzutage in der Musikwelt kein Fremdwort mehr und wird fast schon von jeder 2. Punkband missbraucht! Als aber dieser Musikstil noch am Anfang war, hat ein Trio aus Seattle ein emotionales Gitarren-Rockalbum mit Gänsehautgarantie zur Welt gebracht! Sunny Day Real Estate (SDRE) haben mit ihrem 4ten und letzten Studioalbum einen Treffer mitten in mein Herz erzielt. Ein EMO-Album das nicht zu toppen ist. Traurig schön!

Die tot en Ho sen un plugged

Hou se of riddim ch apter ii

Das lang erwartete zweite Album des Roots-Produzenten Sam Gilly - nach dem Debütalbum und zahlreichen Auskoppelungen - präsentiert sich sehr gelungen, man kann von einem Meilenstein der österreichische Reggaeproduktionen sprechen. Artists wie Mykal Roze, Tolga, Ranking Joe, Rebellion The Recaller & Lukie D oder auch Thai Stylee sind nur einige Namen. Erhältlich im Fachhandel, auf den passenden Konzerten und unter sonnenversand.de.

Dim en sion s

Various ar tists

Wer nicht live dabei war, kann seinen Schmerz nur ein bisschen mit den Aufnahmen der Toten Hosen in der Burg lindern. Unplugged - ohne Netz und doppelten Boden. Dafür mit einer bezaubernden Esther Kim am Piano/Akkordeon und Raphael Zweifel am Cello, die für einfallsreiche Intros sorgen. Die Hosen sind jedenfalls nicht zu alt für Popmusik. Visionär und kreativ. Sie gehen mehr denn je unter die Haut. Mit Bild macht´s noch mehr Spaß.

Endlich wieder ein kräftiges Lebenszeichen von Andy C´s Lable. Gute Releases aus diesem Haus waren in den letzten zwei Jahren bis auf etliche 12“ s eher Mangelware. Auf der Dimensions EP ist das who-is-who der nu-skool-jumpup Fraktion dabei: Subfocus, Baron, Xample und Sparfunk. Speziell „Citizen Kane“ von Subfocus wird jedem der in den letzten 6 Monaten auf Dnb Parties war geläufig sein – Must have E.P.

Zum Schauen

Zum Spielen

D ali Koljanin, Manshee

Alexander T errer

MÜN CHEN

A GE OF EMPIRES III

Ausgangspunkt des Filmes ist die Geiselnahme und Ermordung israelischer Sportler während der Olympischen Spiele 1972 durch das palästinensische Kommando „Schwarzer September“. Ein jüdischer Agent erhält den Auftrag, mit einer Gruppe die Teilnehmer der Terroraktion zu liquidieren! Was er zu Beginn als Ehre empfindet, zieht er zunehmend in Zweifel.

Wie schon die Vorgänger entpuppt sich dieses Strategiespiel als hervorragender Zeitvertreib. Diesmal steigt man direkt in die Kolonialzeit ein. Der Spieler kann zwischen unterschiedlichen Nationen wählen. Neben neuer 3D-Grafikengine, die wunderschöne Bilder produziert, wurde auch der Mehrspielermodus verbessert. www. ageofempires3.com

Steven s pielberg

Der ewi ge gä rtn er F ern ando Mereilles

Der Film des jungen brasilianischen Regisseurs Fernando Mereilles (City Of God) führt in eine gottverlassene Gegend Kenias, wo die Leiche der politischen Aktivistin Tessa Quayle gefunden wird. Als der der Fall unter den Teppich gekehrt wird, bricht der introvertierte Diplomat Justin Quayle seine innere Starrheit und muss erfahren, was mit Tessa geschah! War es wirklich Lustmord? Hatte sie wirklich eine Affäre, wie die Gerüchte sagen?

micr osoft

DER PAT E

E lectr

onic Ar ts

Gewalt ist eine Lösung – zumindest wenn es nach der Mafia in den 1950er Jahren geht. Wie im Film darf man sich hier so ziemlich alles erlauben was per Gesetz verboten ist. Im Spiel „Der Pate“ verschafft man sich mit Schlägertrupps den nötigen Respekt, um in der Gunst der Corleone-Familie aufzusteigen. Electronic Arts bringt den Titel für alle gängigen Plattformen voraussichtlich ab März in den Handel. www.godfathergame.com

xa vi er N ai doo T elegr amm für X

Die Energie des Mannheimers scheint tatsächlich von höherer Gewalt gespeist. Jedenfalls ist sein kreativer Output immens, egal ob mit Söhnen oder solo. Ein ausführliches Textbook und eine umfangreiche Bonus-DVD bereiten einen edlen Rahmen für die 14 Songs. Textlich besingt er eher Persönliches als religiöse Statements. Unterm Strich bleibt Naidoos Ausnahmestellung als treibende Kraft des deutschen Souls weiterhin unangetastet. Reinhören!

lan g lan g Me mor y

Was hebt den chinesischen Pianisten vor anderen heraus? Antworten gibt sein neues Album. Er verbindet mit Mozart (Sonate KV 330), Chopin (3. Sonate), Schumann (Kinderszenen) und Liszt (3. Ungarische Rhapsodie) persönliche Geschichten, die er in sein brillantes Spiel einbindet. Er gibt seine Gefühle mit besonderen Verzögerungen und atemberaubenden Steigerungen preis. Er bricht Konventionen auf, macht das Klassische zum zeitlosen Gut.

Zum Lesen

Peter Kaiser, Wolfgang H intermeier

Geo rges Sim enon

mann mit de m kleine m H und Der große Simenon nimmt sich eines kleinen Mannes mit zwielichtiger Vergangenheit an. Der hat kein Glück, aber viel Einsamkeit und eine unheilbare Krankheit. Das bescheidene Dasein eines Buchhändlers und der kleine Hund an der Seite helfen nicht mehr weiter. Was bleibt ist der Freitod. Da aber hat er ein Erlebnis und beginnt zu schreiben...

Ma tt B ea umont st aying Alive

Wie regieren Sie, wenn Ihnen der Arzt mitteilt, dass Sie nur mehr 3 Monate zu leben haben? Nun, bei Collin Murray sieht das so aus: Er geigt seinem Chef die Meinung, wird gefeuert, leiht sich zu Wucherzinsen einen Batzen Geld, hinter ihm die Sintflut! Die Ereignisse überstürzen sich und sein Leben nimmt rasend an Fahrt zu. Wie das endet, verrät Beaumont nach 556 Seiten voll Wortwitz und überraschenden Gags.

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SDRE

the rising

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VERANSTALTUNGEN

KONZERT HIGHLIGHT VAZ St. Pölten

02.03. FIRE OF DANCE Sie haben Riverdance, Lord Of The Dance, STOMP, Fame, Grease versäumt, oder würden die Produktionen gern nochmals sehen? Kein Problem: Fire Of Dance am 2. März im VAZ St. Pölten machts möglich! Tanz auf dem Vulkan, so könnte man die atemberaubende Show nennen, die bereits über eine Millionen Besucher in ganz Europa begeistert hat. Als besonderes Zuckerl wird zudem ein Fred Astaire & Gene Kelly Special getanzt. Als Akteure sind dabei wahre Weltstars ihres Faches im Einsatz, u.a. Mitglieder der ehemaligen Original Riverdance Show.

VVK Euro 37 /42 / 47 / 52

24.02.

Backst ag e BanD

Das „Imperium“ schlägt zurück. Was dem Cinema-Paradiso die legendäre „Stage-Band“ war, ist dem EGON ab sofort die „Backstage-Band“. Böse Zungen behaupten, weil die Protagonisten - Harry Friedl (drums), Dieter Libuda (guit.), Oliver Jung (key.), Bernd Tenner (bass), Judith Goritschnig (voc.) & Didi Prochaska (Moderator) vor allem Backstage dick da sind. musik

EG On

20.00 Uhr

Venezia

27.02.

Einen Hauch venezianischen Karnevals zaubert die „R”-Gemeinschaft am Rosenmontag ab 13 Uhr in die Altstadt. So wird man in den Geschäften mit Musik & Kulinarik verwöhnt, im paradioso läuft „Casanova“. Den Höhepunkt bildet ab 20 Uhr ein „ballo maschiera“ im Gewölbekeller des Stadtmuseums, wo die capella incognita aufspielt. Tickets: joanna‘s, Rathausgasse 1! Al tst adt

Ba ll

03.03. chinesischer zirkus Erstmals widmet sich der Chinesische Nationalzirkus einer chinesischen Heldin, dem legendären Mädchen Mulan. Getragen wird die Show von den atemberaubenden Leistungen der Spitenkünstler aus Shenyang, eine der großen Artistenschulen Chinas. Ein Grund, warum die Programme des Chinesischen Nationalzirkus zu den weltweit spektakulärsten des Genres zählen. zirkus

VAZ St. Pöl t en

21.03.

Ausl ese

Zur „Auslese“, der St. Pöltner Version des Literarischen Quartetts, lädt die Buchhandlung Thalia ins cinema paradiso. Diesmal werden folgende Bücher besprochen: Elfriede Mayröcker „Und ich schüttelte einen Liebling“; Georges Simenon „Der Mann mit dem kleinen Hund“; Leo Perutz „Nachts unter der steinernen Brücke“; Arnold Stadler „Der Tod und ich, wir zwei“. ta lk

cinema paradiso

VERLOSUNG

Einsendungen an: verlosung@dasmfg.at

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22.02.

heit erer mozart

Grandiose Sängerinnen und Sänger, wie etwa Kammersängerin Renate Holm oder Peter Jelosits, gepaart mit witzig-derben Texten von „Geburtstagskind“ Mozart sind die Ingredienzien des Faschingskonzertes im Rahmen der Meisterkonzerte. MFG verlost 3x2 Eintrittskarten. E-musik

11.03.

Stadtsäl e

VIVA Espania

Tanz pur im Festspielhaus. Die „Juniorkompanie“ der renommierten spanischen Gruppe COMPAÑÍA NACIONAL DE DANZA gibt den temperamentvollen Choreografien des künstlerischen Leiters Nacho Duato zusätzliches, jugendliches Flair. MFG verlost 3x2 Karten! ta nz

fests pielh aus

23.02.

Wol f Haas

Von Hygieneschweinchen und Kampfmüttern. Von Hühnerbrüsten und Menschenknochen. Von fehlenden Händen und amputierten Beinen. Wolf Haas liest aus seinen BrennerRomanen. Von „Auferstehung der Toten“ bis zum „Ewigen Leben“. Amen. MFG verlost 2x2 Karten! Litera tur

31.03.

cinema paradiso

SheSAYS

Die vier Wiener von SheSays gewannen den Ö3 Bandcontest „Soundcheck“ und setzten sich damit gegen über 600 Bewerber durch. Im Rahmen der Rosegardens Tour gastieren sie mit ihrem EmoPopRock auch im Warehouse St. Pölten. MFG verlost 3 x 2 Karten für den Tourstopp! POP-roc k

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Email mit dem Veranstaltungstitel im Betreff, sowie Name, Vorname und Telefonnumer an verlosung@dasmfg.at!

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