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GLANZSTOFF Seidener faden URBAN: casablanca im kosovo KULTUR: fabelhafter Erzähler SZENE: Limelight verliert Leuchtkraft SPORT: kulturinvasion der invaders
MFG
DAS MAGAZIN
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4
Sie tun es Alle
von Johannes Reichl
Da staunte manch Zuseher
parteipolitisch? Wohl kaum. Dementsprechend soll-
der ZIB 2 nicht schlecht, als
ten es auch die Vertreter nicht sein!
im Zuge der angeblichen
Für die Parteien freilich ist das Aufmarschgebiet
politischen Intervention bei Postenbestellungen im
„Arbeitsplatz“ unter dem Aspekt Geben (Jobs, Auf-
Polizeiapparat auch ein namhafter St. Pöltner Ord-
stiegschancen) und Nehmen (Stimmen, Loyalität)
nungshüter in einem eingeblendeten Mail aufschien.
von enormer Bedeutung. Verliert man an Einfluss, so
Schon ecchauffierte man sich am Stammtisch über
möglicherweise auch bei den nächsten Wahlen. Ein
Freunderlwirtschaft, Korruption, Postenschacher.
Paradebeispiel hierfür war das St. Pöltner Landtags-
Igitt, pfui gack und Frechheit, und überhaupt!
wahlergebnis. Da wurde erstmals nämlich auch der
Eine Neuigkeit ist dies freilich nicht gerade, ja im
Landesklinikumfaktor (das Haus hat über 2.500 An-
öffentlichen Dienst (egal ob Gemeinde, Land, Bund)
gestellte) schlagend. Das ehemals „rote“ Spital ist in
gang und gäbe. Jeder von uns, entweder selbst
der Zwischenzeit ein „schwarzes“ geworden. Manch
erfahren (als Nutznießer?) oder aus dem Bekann-
Mitarbeiter hat die Seiten mitgewechselt. Augen-
tenkreis wissend, hat schon von den manchmal
scheinlch, warum die Stadt-SPÖ ehemals so verbis-
plumpen, manchmal auch eleganten Methoden er-
sen um das Krankenhaus kämpfte. Nicht (nur?) weil
fahren, die letztlich aber doch immer aufs Gleiche
man meinte, es besser führen zu können, sondern
hinauslaufen: Jemanden zu einer Partei zu lotsen
v. a. auch aufgrund des großen Versorungspools
oder – wenn der Günstling schon dabei ist – ihn zu
und Agitationsraumes. In diesem fischt nun das
binden. Da kann schon passieren, dass einem gleich
„schwarze“ Land, ein Mitgrund für die Übernahme.
beim Einstellungsgespräch die Beitrittserklärung zur
Ideal für die Apparate ist dies alles nicht. Abgesehen
Partei rübergereicht wird, „weil das die Sache schon
davon, dass dieses System Mittelmäßigkeit produ-
erleichtern würd“, oder der Personalchef freimütig
ziert (weil die Prioritätensetzung Partei vor Kompe-
philosopiert „Wissen Sie, ich betrachte alle unsere
tenz lautet), bekommt es in sensiblen Bereichen wie
Mitarbeiter als Kinder. Die unserer Bewegung sind
Justiz und Sicherheit, also Rechtssprechung, Heer
meine eigenen, die anderen die Nachbarskinder.“
und Polizei, eine staatssubstanzielle Dimension.
Oder dass man eben schneller Karriere macht als
Denn Staaten sind fragile Elemente. Geht es im Ex-
andere bzw. überhaupt eine Chance dazu bekommt.
tremszenario hart auf hart, und der Apparat ist für
Im österreichischen öffentlichen Dienst ist diese
eine Seite gänzlich politisch eingefärbt, dann gerät
Praxis durch die parteipolitische Durchdringung
das System schnell ins Ungleichgewicht und ist an-
quasi systemimmanent. Keine unentscheidende
fällig für autoritäre Tendenzen.
Rolle spielen dabei die „Personalvertretungen“, oft-
Neu ist das alles nicht. Bedenklich durchaus. Den-
mals nichts weiter als der verlängerte Arm der Par-
noch wird der Parlaments-Untersuchungsausschuss
teien. Da sie bei Postenbesetzungen ein gewichtiges
keine Änderung bringen, wie auch ein hoher Spit-
Wörtchen mitzureden haben, wird dies mitunter
zenbeamter des Innenministeriums, der sich über
auch parteipolitisch ausgenutzt. Personalvertre-
nächtelanges Vorbereiten von Personalakten ägerte,
tungswahlen sind parteipolitische Wahlkämpfe. Ob
überzeugt ist: „Rauskommen wird da gar nichts!“
es der Sache zuträglich ist, darf stark bezweifelt
Nicht zuletzt, weil alle, die an der Macht sind, dieses
werden. Sind Arbeitnehmerinteressen tatsächlich
System praktizieren. Sie tun es alle – ausnahmslos!
URBAN Out of Kosovo Sein und Schein Faden der Freundschaft? Glanzstoff Plattform Pro St. Pölten
28
KULTUR fabelhafter erzähler 1001 Nacht mit Saddek el Kebir Kunst Fort Knox 35.000 Mal Kunst
38
SZENE der letzte Anarcho? Hans Söllner „predigt“ im Pielachtal im sand verlaufen? Limelight verliert Leuchtkraft
51
SPORT g‘sungan & g‘spüt Invaders spielen auch nach Spiel auf
IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Verlags- und Anzeigenleitung: Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Redaktionsteam: Thomas Fröhlich, Nikolett Hellenpart, Mathias Kirner, Flo Kogler, Verena Hohengasser, Althea Müller, Michael Müllner, Michael Reibnagel, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Katharina Vrana, Barbara Waxenegger, Kati Waldhart, Isabella Wohnhas, Tobias Zuser Kolumnisten: Herbert BInder, Judith Goritschnig, Dietmar Haslinger, Althea Müller, Thomas Karl, Rosa, Christoph Wagner, Tobias Zuser Kritiker: Cigdem Dogan, Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Hermann Rauschmayr, Robert Stefan, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Cover: Hermann Rauschmayr, Christoph Schipp Art Director & Layout: REBELTECH, Christoph Schipp Lektorat: Frau Lehrer Reichl Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.
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6. Juni 2008
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URBAN
LESERFORUM
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URBAN: Prölls Haarkunft KULTUR: tonkünstlermaestro SZENE: müllHaldenblues SPORT: rasende VerwandtscHaft
Ich fahre seit Anfang des Jahres mit dem neuen LUP Bus. Meiner Meinung nach wirklich ein Meilenstein für St. Pölten! Früher musste ich 10 Minuten zu einer Busstation laufen, der Bus fuhr nur alle halben Stunden. Die Warterei war meistens äußerst nervend. Die Station in der Nähe meines Arbeitsplatzes war ebenfalls 10 Minuten von dieser entfernt. Nicht gerade Motivation, auf den Bus umzusteigen, wenn man für eine gar nicht mal so lange Strecke soviel Zeit verbraucht, v.a. weil ich mit dem Auto ebenfalls in nur 10 Minuten am Arbeitsplatz war. Trotzdem habe ich mir das manchmal, aber ehrlich gesagt schon sehr selten, angetan. Jetzt ist alles anders. Der LUP bleibt praktisch vor meiner Haustüre stehen, auch in unmittelbarer Nähe unseres Unternehmens hat man nun eine neue Haltestelle gebaut. Der Bus fährt alle 15 Minuten, weil gleich mehrere Linien die Stationen anlaufen. Kurzum, ich bin jetzt praktisch komplett umgestiegen und fahre jeden Tag mit dem LUP. Das dauert zwar noch immer ein bisschen länger als wie mit dem Privat-PKW, dafür erspare ich mir Stress und Nerven mit dem Verkehr. Der ist v.a. in der Früh nämlich nicht wirklich ein Spaß. Ganz ehrlich, ich kann den neuen LUP nur allen ans Herz legen. Es ist komfortabel, rasch und man hat endlich die Chance, wirklich auch seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das Beste, was die Stadt seit Jahren auf die Beine gestellt hat! Und im Sommer wird natürlich mit dem Fahrrad gefahren;-)
Petra
Euer Artikel zu „Wählen mit 16“ war ganz interessant. Aber ganz
MFG
ehrlich: Das Gelabere von wegen dass Jugendliche politikverdrossen
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seien, hängt mir ehrlich schon zum Hals raus. Das ist absoluter Blödsinn und simmt einfach nicht. In meinem Bekanntenkreis engagieren
DAS MAGAZIN
wir uns alle 100 mal mehr als unsere Eltern. Da ist tote Hose bei denen. Völlig angepasst. Ich weiß ja nicht, was die Erwachsenen unter Politik verstehen. Aber
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Ich packs nicht! Das Cover. PRÖLL mit HAAREN... Genial!
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nur herumsudern und auf die Politiker schimpfen kann es ja nicht sein, oder? Und die ZIB schauen und die Krone lesen auch nicht. Politik, ha-
„Wenn man heute Wahlkämpfe anschaut, so kann es nicht sein,
ben wir mal in der Schule gelernt, hat ja angeblich was mit Mitgestal-
dass Argumente in absoluten Egotrips erstickt werden und Sachdiskus-
tung zu tun. Darunter versteh ich persönlich also Aktivität und nicht
sionen inklusive inhaltlicher Auseinandersetzung im Nirvana verpuffen,
Sudern und Stammtischreden führen. Da sind ja alle Weltmeister. Wir
sich in Schönfärberei ergehen …“
Jungen sind jedenfalls viel engagierter als die Alten. Ich hab noch kei-
Schade nur, dass diese Erkenntnis erst auf Seite 35 gekommen ist und
nen Erwachsenen gesehen, der in der Fußgängerzone steht, und sich
somit zu spät für die Pröll-Hymne auf den Seiten 8 – 13: eine Home-
für Amnesty oder WWF oder was immer die Füße in den Bauch steht.
story bis hin zum Ego des Dackels Tobi („Bellterror“, „Riesentheater“
Bei jedem Wetter. Oder der herumläuft und Unterschriften sammelt.
– woher der Hund das wohl hat?) und keinerlei inhaltliche Diskussion
Der Dank von den Erwachsenen ist meistens ein schiefer Blick oder
über Sachthemen in Wahlzeiten.
man wird überhaupt gleich angepöbelt, anstatt dass sie einem zuhören
Erich Wallner
oder wenigstens zum Engagement gratulieren... Nächste Ausfahrt Radlbrunn war genial. Ein lockeres Interview mit
Also, hört endlich auf mit dem Sager wir seien politikverdrossen. Uns
einem anscheinend lockeren Politiker. Nach dieser Lektüre ist eines ge-
interessiert nur nicht die peinliche Streiterei der Politiker, aber uns
wiss: Radlbrunn ist lebenswerter als St. Pölten.
interessieren sehr wohl viele Themen wie Umweltschutz, Menschen-
PS.: Hoffentlich haben diesen Artikel auch die Verantwortlichen von St.
rechte, Fremdenhass... der feine Unterschied zu den Alten ist nur der
Pölten gelesen.
eine: wir engagieren uns auch dafür oder dagegen!
Josef Göth
Pah! Überall die Landesglatze! Halt es einfach nicht mehr aus!
Heidi
Rudi D.
Was, die versteigern das Dollfussbild der Prandtauerkirche. Ich wüsst einen Käufer. Vielleicht ist ja noch im Parlamentsklub der ÖVP
Na diesmal eben nicht mit Glatze, das is ja das Leiwande;-)
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detlef
neben dem anderen Dollfussbild Platz?
Bruno Kreisky
09.04.2008 10:42:40
[
Hi Hi >K >c[ 9^
;did/ LZ^c[gVco
lll#hi"edZaiZc#\k#Vi
8. St. Pöltner
Fitnesstour
HVbhiV\! (# BV^ '%%-
[ g GVY[V]gZg! LVcYZgZg jcY LVa`Zg! G~ihZagVaanZ [ g ;Vb^a^Zc HigZX`Zca~c\Z/ [ g GVY[V]gZg " ') `b! [ g LVa`Zg jcY LVcYZgZg " - `b HiVgi jcY O^Za/ GVi]VjheaVio $$ HiVgioZ^iZc [ g VaaZ/ .#%% " &&#%% J]g >KK"L:GIJC< HiVgi\ZW ]g/ :jgd &!*% Wol# :jgd )!%%# IDB7DA6 <GJEE:CEGtB>:GJC< >c[dh/ Idjg^hbjhW gd Hi# E aiZc! GVi]VjheaVio & $$ IZa#/ % ', )'$(*( (*)! ZbV^a/ idjg^hbjh5hi"edZaiZc#\k#Vi 9^Z KZglZcYjc\ Z^cZh ;V]ggVY]ZabZh l^gY Zbe[d]aZc 9^Z HiKD ^hi jcWZY^c\i Z^coj]VaiZc
@^gX]ZceaVio '! ((-+ =V[cZgWVX] IZa#/ %',).$'&),! ;Vm 9L )! Z"bV^a/ d[ÃXZ5YVio^c\Zg#Vi! lll#YVio^c\Zg#Vi
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Reinhard Loizenbauer Keilweg 1,3100 St. Pölten Tel.: 02742 / 25 63 78, Fax: 02742 / 25 63 784, Email: office@loizenbauer.co.at
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6
URBAN
In was für einer Stadt leben wir eigentlich...
In der die Baurechtsaktion der Stadt zuletzt
In der v. a. die SP- und VP-Politiker – und der-
In der der City-Plattform-Boss seine Position
für Schlagzeilen sorgte, weil einem Single-Feu-
zeit ist nicht einmal Wahlkampf! – verbal immer
allen Ernstes daran knüpft, ob im Süden der
erwehrmann ein Grund zugestanden wurde,
mehr Amok laufen. Sachliche Debatten, seriöser
Stadt ein großes Kongresszentrum entsteht (laut
was den Förderungsrichtlinien widerspricht.
Diskurs, konstruktive Argumentationen? Fehlan-
Experten die sinnvollste Lösung). Sucht Wildbur-
Die sehen Baugründe nämlich vor für a) Jung-
zeige! Stattdessen Polemik. Jede Kleinigkeit wird
ger nur einen billigen Vorwand, um sich aus der
familien und Einzelpersonen mit mindestens
zum Superlativ aufgebauscht. Ein Paradebeispiel
City zurückzuziehen? Den Job daran zu koppeln
einem Kind, b) Jungehepaare, c) Familien mit
war die Debatte um den Integrationsbeauftrag-
ist jedenfalls lächerlich. Noch lächerlicher sind
zwei oder mehr Kindern oder d) Familien, bei
ten: Da war die Rede vom „Wahnsinn“, vom „de-
Aussagen wie das VAZ sei „ein mühselig hochge-
denen besondere Gründe gegeben sind. Ob
nunzieren“, vom „Hetzen“ etc. Ein seriöses Ge-
schmücktes Messezentrum“. 450.000 Besucher
bei letzterem gute Beziehungen gemeint sind?
spräch zum wichtigen Thema war – kein Thema!
sind harte Fakten, zudem ist das VAZ das kos-
Denn schon bislang haben nicht immer alle die
Mittlerweile schwappt dieser Jargon sogar ins
tengünstigst (weil gänzlich privat) geführte Haus
Kriterien erfüllt, auch nicht im Hinblick auf die
Private über, wie zuletzt bei einer „Fehde“ ums
seiner Art in Österreich! Fehler wurden ehemals
„sozialen Aspekte“, wie es Willi Gruber einst
Filmfestival. Warum der politische Gegner seinen
beim Bau begangen. Diese sollte man diesmal
formulierte. Da finden sich neben kleinen auch
Senf dazugibt, wenn ein Wirt (der nebenbei auch
vermeiden. Allein deshalb ist das Krankenkas-
große Feuerwehrmänner, Ärzte, Unternehmer,
Stadtrat ist) sich zurückzieht (oder hinauskom-
senareal widersinnig: Das Grundstück kostet
Schulleiter, Richter etc. In diesen Fällen gab es
plimentiert wird?) ist wenig nachvollziehbar. Der
11,5 Millionen Euro, ca. weitere drei der Abriss!
im Ausschuss komischerweise nie Bedenken.
wiederum brillierte auch nicht mit feiner Klinge.
Verkehrslogistisch wäre es der Todesstoß für die
Um nicht falsch verstanden zu werden: Jedem
Vielleicht sollten sich die Mandatare wieder ein-
City, kurzum Unsinn und ein großer Schaden!
sei der Grund vergönnt. Nur dann sollte die Po-
mal besinnen, dass sie Volksvertreter sind und
Dabei macht Konferenztourismus in der City
litik die Kriterien gleich auflösen und sich über
für die Stadt arbeiten, anstatt einander verbal
(bis 800 Personen) durchaus Sinn. Falsche Pre-
jeden freuen, der hier baut und nicht anderswo.
aufzulauern und verbal ihr Ego zu befriedigen.
stigeprojekte hingegen besitzen den visionären
So erspart man sich mit zweierlei Maß zu mes-
Sie sollten Vorbild sein! Liebe Politiker, wann hört
Charme der Honecker-Ära, ebenso wie der
sen – und das wäre wirklich sozial!
das auf? Hört das auf? Bitte hört damit auf!
Glaube, die Innenstadt ende an der Promenade.
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An Edmund Sackbauer Hasengasse Wean
Foto: zVg, fotolia.de, photocase, rauschmayr
Sehr geehrter Herr Edmund! Lieber Mundl! Ich musste aus den Medien erfahren, dass du uns tatsächlich wieder beehren wirst, du Sack(bauer)! Du hast dir wirklich Zeit gelassen - 31 Jahre - bis du wieder ein paar G‘frastsackln in deine All-in-One-Bude reingelassen hast. Ich dachte schon, du wärst samt deinen Silvester-Krachern durch die Decke in die ewige Fernsehvergangenheit geschossen – aber ein echter Wiener geht nicht unter! Und weil’st, genau wie dei Bier, ned deppat bist, hast du betriebsratsmäßig für eine angemessene Besserstellung deines ohnehin schon unanfechtbaren Status im österreichischen Rundfunk gesorgt und dich auf die Kinoleinwand katapultiert. Auch wenn ich noch bis Ende des Jahres warten muss, so stell ich mir doch jetzt schon ein Hopfenkompott kalt und bereit mir ein Torterl mit Kerze vor, schließlich steht dein 80er im Mittelpunkt der brandneuen Story aus der bewährten Feder von Schöpfer Ernst Hinterberger. Also, auf ein Wiedersehen im Lichtspieltheater Ende 2008 – auf dass uns 14 Tog long da Schädl wocklt... Deine Erato
09.04.2008 13:57:18
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URBAN
es brennt an Manche Pressemeldung darf man seinen Lesern einfach nicht vorenthalten. So flatterte folgender Aufruf in die Redaktionsstube: „Kärntner Feuerwehr soll Samen spenden“. Klingt komisch, is aber so! Denn die Aufforderung ist durchaus ernst gemeint, werde doch – wie der Reproduktionsmediziner Dr. Stadler verzweifelt feststellt – „die Spermienqualität der Kärntner Männer von Jahr zu Jahr schlechter.“ Da kämen die Feuerwehrmänner gerade recht „die bei Katastrophen ihren Mann stehen!“ Freilich setzt man die Armen ganz schön unter Druck (eigentlich ein Spermakiller), hofft man doch auf „die Standfestigkeit der Kärnter Einsatzkräfte“ Stellt sich eine prinzipielle Frage: Was zum Teufel haben Feuerwehrmänner, was wir andern Don Juans nicht haben? Aber keine Angst Männer, es gibt Entwarnung. So wählerisch ist Doc Stadler dann auch wieder nicht, würde er doch ganz gern auch den Fußballfans der EM ihr Bestes abknöpfen: „Die Vorstellung müsste für Männer doch reizvoll sein, nicht ein Souvenir aus Klagenfurt mitzunehmen, sondern eines hier zu hinterlassen!“ Na eben.
gut, freunde zu haben
Zuvörderst: Nichts liegt uns ferner, als uns über alte Symbole welcher Religion auch immer lustig zu machen. Auch dann, wenn sie inzwischen weithin zu leeren Versatzstücken mystischer Frömmigkeit geworden sein sollten. Irgendwem ist möglicherweise dies und das noch immer heilig. Daher Respekt! Aber wenn – und nichts anderes kann es wohl gewesen sein! – eine Partei einen entsprungenen HerzJesu-Bruder anheuert, um mit dessen inbrünstigem Instrumentarium zu arbeiten, Hand aufs Herz, dann verdient das politologische Beachtung. Gut, es ging letztlich voll in die Hose. Aber war es nicht rührend, wochenlang allüberall diese wunderschönen, per Pixel entperchteten Politmenschen mit offenem Herzen um uns buhlen zu sehen? Um die wahre geschmackliche Dimension dieser Cam-
K
bitte recht freundlich
HerzSchmerz von Hebi
Postenschacher im und durchs Innenministerium hieß
Nach 300.000 Euro für den Masterplan wird der Stadt-
es vor kurzem in den Medien. Bei der Vergabe von
entwicklungs GmbH eine zusätzliche Sonderförderung
Posten bis zum kleinsten Gendarmerieposten hinun-
in Höhe von 150.000 Euro gewährt. Für City Manager
ter soll doch glatt das Parteibuch bzw. dessen Farbe
Matthias Weiländer „ein eindeutiges Bekenntnis der
eine Rolle gespielt haben! Einem Nachrichtenmagazin
Stadtregierung für das gemeinsame Innenstadt-Mar-
wurden gar schockierende E-Mails zugespielt, in de-
keting“. Dieses wurde laut Weiländer auf Basis eines
nen für gewisse Personen interveniert worden sei...
bereits erhobenen Innenstadtprofils erarbeitet und
Was ursprünglich wie der größte Skandal seit… ok, werde nun umgesetzt. „So ist die City beispielsweise seit der Bawag angeprangert wurde, war in Wirklich-
auf der WISA mit einem Gemeinschaftsstand vertre-
keit aber halb so wild, wie weitere E-Mails beweisen: ten. Außderdem wollen wir mit dem Geld die individu„Er gilt als Schwarzer, ist aber ein Idiot“ war da etwa
ellen Leistungen der City mittels einem gemeinsamen
zu lesen. Klingt nicht grad nach Freundschaft, oder?!
Auftritt präsentieren und bewerben.“
Auch in St. Pölten sei interveniert worden, so die Be-
Rund 10.000 Euro werden auch in Mitarbeiterschu-
hauptung. Ob das stimme und ob das Auswirkungen
lungen gesteckt, was politisch unter dem Titel „Be-
aufs Kommando gehabt hätte, wollten wir wissen.
nimmkurse“ für heftige Kontroversen sorgte. Wei-
Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler verneint: länder rechtfertigt den städtischen Support für eine „Was für Auswirkungen soll es da geben? Also mir
eigentliche Unternehmeraufgabe so: „Dabei werden
wäre da nichts bekannt.“
die Mitarbeiter auf die gemeinsame Marke ‚InsBeson-
Na bitte, ist doch alles in Ordnung. Wir sind doch
dere Innenstadt St. Pölten‘ eingeschworen.“ Die erste
schließlich alle Freunde(rl)!
Regel wissen wir schon: Der Kunde ist König!
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paign zu ermessen, stelle man sich vor, man hätte Haudegen wie Benya, Kreisky oder Androsch einen derartigen kardialen Exhibitionismus zugemutet. 2008 haben alle mitgemacht. Und jetzt sind sie alle nimmer da. Oder war das Ganze vielleicht sogar Absicht? Schlaue Ranküne Josef Leitners, des neuen Häuptlings der Sozialdemokraten, Teil seiner Karriereplanung? Er war ja schließlich der Wahlkampfmanager. Jetzt kann er mit einem total „eigenen“, motivierten Team ganz neu beginnen. Die Landesschwarzen sollen darob nachdenklich geworden sein, haben doch auch sie da oder dort eine Stadtpartei, in der sie am liebsten ganz neu anfangen würden. Was, so fragen sich jene Think Tanks, die bekanntlich für jeden Monatsersten einen eigenen Wahlkampf in der Tasche haben, was aus dem pietistischen Fundus könnte uns für die nächsten Wahlen nützen? Konnersreuth vielleicht? Pater Pio?
09.04.2008 13:15:25
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URBAN
Casablanca im Kosovo
Der Kosovo hat im Februar seine Unabhängigkeit erklärt. Seither flammen wieder Unruhen auf. Wir sprachen mit Roman B., der 2006 als KFOR-Soldat im Kosovo im Einsatz war, über das Leben als UN-Soldat, das Klima im Land und seine Einschätzung der Chancen für den neuen Staat. Von Johannes Reichl Können Sie vorab erläutern, was KFOR heißt und welche Aufgabe sie hat.
ist Alkohol. Man hat ja nichts zu tun im Grunde
70km von unserem Camp entfernt. Trotzdem
genommen. Von 18-23 Uhr hat man frei – viele
wurde sofort Level 3 ausgelöst. Mir kam es so
Wir haben KFOR spaßhalber immer mit „Krasse
schlagen die Zeit dann auf diese Art tot.
vor, als wollte man künstlich ein Gefahrenszenario schaffen, um unseren Einsatz zu legitimie-
Ferien ohne Rechnung“ übersetzt. Richtiger-
ren.
Einheit der NATO, die unter UN Mandat im Ko-
Und gefährdet im eigentlichen Sinne fühlten Sie sich nie?
sovo gewährleisten soll, dass es zu keinen
Kaum. Dort wo wir Österreicher stationiert sind,
einem Bürgerkriegsland ohne nennenswerte
ethnischen Übergriffen kommt. Die UNMIK wie-
gibt es nur mehr wenige Serbendörfer. Vor dem
Zwischenfälle, doch am ersten Tag zurück in St.
derum könnte man am ehesten mit einer Be-
Krieg waren ca. 20% der Bevölkerung Serben,
Pölten ballerte hier ein Amokläufer um sich und
zirkshauptmannschaft vergleichen. Sie soll den
jetzt sind es vielleicht 5%. Unsere Aufgabe be-
ich sah Verfolgungshubschrauber am Himmel.
Kosovaren den Amtsschimmel beibringen.
stand v.a. darin, serbische Klöster, die von ser-
Eine solche Situation hab ich all die Monate im
bisch-orthodoxen Poppen geführt werden, im
Kosovo nicht erlebt!
weise steht es für „Kosovo Force“ und ist eine
Es ist ja grotesk: Ich war ein dreiviertel Jahr in
Wo waren Sie stationiert?
Auge zu behalten. In der Hauptstadt Pristina,
Im Camp „Casablanca“ nahe von Suva Reka mit
wo ein höherer Serbenanteil ist, kommt es si-
der zweiten gepanzerten Jägerkompanie. Dort
cher öfter zu Übergriffen.
sind rund 1800 Soldaten stationiert. Das ist ein
Im Nachhinein muss ich sagen, dass der eigene
richtiges Containerdorf, mit Swimmingpool, Vi-
Kamerad ein größeres Risiko darstellte als der
Und was war mit dem großen Waffenlager, das von österreichischen Soldaten ausgehoben wurde und durch die Medien ging?
deothek, Fitness-Center, Bars, Geschäften etc.
Kosovare. Der gefährlichste Moment war je-
Gerade daran zeigt sich, wie unglaublich ver-
Man hat praktisch alles. Frühstücksbuffet, mit-
ner, als ein Soldat - im übrigen ein St. Pöltner
zerrt und überzogen das Bild vom Kosovo bei
tags vier Menüs, ebenso abends. Ich hab selten
- unachtsam mit der Waffe umging, sodass sich
uns dargestellt wird – und das ist kein Zufall,
so gut gegessen wie im Kosovo.
vier Schüsse lösten, die durch mehrere Zelte
sondern Kalkül. Ich war damals selbst dabei. In
schlugen. Zum Glück wurde niemand getroffen.
Wahrheit wollte ein Bauer, der wusste, dass dort
Aber dem Essen wegen wird man ja nicht runtergehen?
Die ständige Doppelbewaffnung, Sturmgewehr
ein Waffenlager ist, wieder seinen Acker bestel-
und 9mm Glock, kann bei einigen Soldaten zu
len und hat das deshalb angezeigt. Das war
Als 32jähriger Milizsoldat wie ich gehört man
Überforderung führen..
ein großes Erdloch mit Waffen. In den Medien wurde das als Mega-Bedrohung hochgespielt.
eigentlich zur Minderheit. Neben ein paar
Da stellt sich schon die Frage: Spielt es sich im
heit v. a. junge Soldaten, die gleich nach dem
Das heißt es gab während ihres Aufenthaltes keine brenzligen Situationen?
Schulabschluss Geld verdienen möchten. Das
Nein, das scheint vorbei. Zwei Jahre vor meinem
falls sicher kein Krisenherd Nr. 1 mehr.
Salär beträgt im Schnitt rund 3.500 Euro netto
Einsatz gab es noch Unruhen. Da kamen vertrie-
pro Monat. Viele von den Jungen wollen nach-
bene Serben im Zuge von „Go & See“-Visiten mit
her ein Auto kaufen, oder sie haben sich schon
Bussen aus Belgrad, um ihre Güter zu besichti-
Aber warum sollte man dieses unstimmige Bild zeichnen?
verschuldet und brauchen das Geld zum Abstot-
gen. Das Eigenartige ist ja, dass die Serben zwar
Um den Militäreinsatz zu rechtfertigen. Zum ei-
tern. Das ist natürlich sehr kurzsichtig. Was sie
vertrieben wurden, die Kosovaren ihre Häuser
nen ist der Einsatz ein Riesenwirtschaftsfaktor.
nämlich nicht bedenken, ist der Preis, den sie
– oft sogar mehrfach - abgefackelt und zerstört
Das Perverse ist ja, dass z. B. der Großteil der
dafür bezahlen: Lebenszeit! Und sie unterschät-
haben, aber sie haben sie nicht enteignet. Die
Versorgung der Österreicher unten nicht von
zen die Risken des Einsatzes.
Ruinen sind also nach wie vor im Besitz der Ser-
den kosovarischen Bauern bestritten wird, wo-
ben. Damals jedenfalls sollte unser Kontingent
mit man diese unterstützen würde, sondern al-
Im Hinblick auf die Gefahr für Leib und Seele?
ausrücken, doch die Kosovaren blockierten die
les aus Österreich importiert wird! Da verdienen
Ausfahrten. Die Botschaft war klar: Mischt euch
einige sehr gut daran. Und eine Frage sollte man
Nein. In der Gegend, wo wir stationiert waren,
nicht in unsere Angelegenheiten. Bezeichnend
sich auch durch den Kopf gehen lassen: Warum
gibt es für österreichische Soldaten kaum Ge-
ist auch, dass ständig Kameras am Laufen sind.
existiert gerade im Kosovo, mitten in Europa,
fahr. Das Problem für die Soldaten ist eher die
Auch hier ist die Botschaft eindeutig: überlegt
nicht unweit des Nahen Ostens, der größte US-
Länge des Aufenthaltes. Man kann ja mit Verlän-
euch gut, ob ihr wirklich Blutzoll riskieren wollt.
amerikanische Militärstützpunkt außerhalb der
gerung bis eineinhalb Jahre durchgehend blei-
Die Bilder von den gewalttätigen Blauhelmen
USA? Der Stützpunkt hat einen Umfang von 50
ben. Viele der Jungen waren aber vorher noch
gehen dann um die ganze Welt.
Kilometern, ist abgeriegelt. Keiner weiß, was
Freaks, die gern Kriegspielen, bilden die Mehr-
Tschad auch so ab? Der Kosovo ist heute jeden-
dort vor sich geht. Die USA werden jedenfalls al-
nie in einem richtigen Arbeitsprozess eingeglie-
les tun, um diesen so lang wie möglich aufrecht
nichts ab. Dadurch verliert man völlig den Be-
Aber so ruhig kann es doch nicht gewesen sein. Wurde nie Alarmbereitschaft ausgelöst?
zug zur Realität, den Anschluss ans Sozialsys-
Es gab einmal den Fall, dass ein serbischer Poli-
des Kosovo eingetreten, ohne zu hinterfragen,
tem. Zurück in Österreich sind viele dann mit
zist in die Luft gesprengt wurde, wobei da eher
ob er dafür bereit ist. Warum? Weil sie dadurch
dem Alltag überfordert. Ein anderes Problem
die Mafia die Hände im Spiel hatte – das war
noch freier agieren können als bisher. Die Ko-
dert. Unten wird ihnen alles abgenommen, man muss keine Entscheidungen treffen, es geht dir
zu erhalten. Und die Amerikaner sind auch am vehementesten für die rasche Unabhängigkeit
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sovo-Albaner sind den Amis ja auf ewig zu Dank
etwas vorschreiben. Die Wirtschaft liegt da-
serbische „Polizei“ damals verübt hat. Das wa-
verpflichtet, weil sie ohne diese nie gegen die
nieder. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch, im
ren in Wahrheit ausgesuchte Leute, Berufssöld-
Serben gewonnen hätten.
Durchschnitt verdient man maximal 200 Euro.
ner, die sich freiwillig gemeldet hatten, ein bunt
Viele Familien leben von den Verwandten im
zusammengewürfelter Haufen von Kriegsver-
Aber bekommt man da vor den Einheimischen keinen Argumentationsnotstand?
Ausland.
brechern!
Sicher. Ich wurde mehrmals von jungen Kosovo-
Ist der Hass verraucht?
noch, neun Jahre nach dem Krieg?“ Ich konnte
Die ja auch in Österreich leben. Wie sind die Kosovaren zu den Österreichern gewesen?
ihnen keine Antwort geben, denn zu behaupten,
Sie sind irrsinnig gastfreundlich, sehr herzlich,
aus der Geschichte gelernt hat. Denn so, wie die
wir seien hier, um Stabilität zu schaffen, obwohl
auch ein sehr heißblütiges Volk. Es verging
Kosovo-Albaner unter den Serben Menschen
augenscheinlich Stabilität herrschte, wäre lä-
keine Patrouille, wo wir nicht mindestens ein-
zweiter Klasse waren und litten, so gehen sie
cherlich gewesen.
mal eingeladen worden sind. Als Österreicher
heute selbst mit den verbliebenen Minderheiten
ist man sehr beliebt. Das rührt noch von der Kai-
um. Die Kinder der Zigeuner etwa gehen nicht
Sind die Kosovaren Ihrer Meinung nach bereit für einen eigenen Staat?
serzeit her. Es gibt Gaststätten, da findet man
zur Schule, aber nicht weil sie so faul wären,
Zinnkrüge mit dem Kaiserkonterfei drauf , und
sondern weil sie früher von den Kosovo-Alba-
Nein. Das ist noch ein langer Weg. Das hat aber
an der Wand hängt ein Kaiserbilder, manchmal
nern immer verprügelt wurden.
nichts mit den ethnischen Prozessen zu tun, wie
auch – besonders grotesk – daneben eines von
Im Hinblick auf die Serben, die man großteils
gerne suggeriert wird und womit der Militärein-
Hitler. Es ist uns nicht einmal passiert, dass wir
verdrängt hat, verfolgt man auch eine andere
satz gerechtfertigt wird, sondern mit der Infra-
von älteren Männern mit dem Hitlergruß be-
Taktik, wie mir verschiedene Kosovo-Albaner
struktur bis hin zum fehlenden Know How. Es
grüßt wurden.
erklärt haben: „Wir kämpfen nicht mit Waffen
Albanern gefragt: „Was macht ihr eigentlich hier
Der Hass zwischen den Ethnien ist noch spürbar, wobei man im Grunde genommen nichts
gegen die Serben, wir vermehren uns einfach
gibt keine funktionierende Trinkwasserversor-
schneller.“ Tatsächlich gibt es eine extrem hohe
die Rohstoffe, Benzin etc. kamen teilsweise aus
Haben die Einheimischen mit Ihnen über den Bürgerkrieg gesprochen?
Serbien. Mit der Unabhängigkeitserklärung des
Nein. Der Krieg, auch die Ressentiments gegen
in einem Bergdorf mit vielleicht 10 Häusern er-
Kosovo hat Serbien diese Lieferungen gekappt.
die Serben sind kein Thema. Das wird völlig tot-
innern, und plötzlich waren wir von 40 Kinder
Zudem hat man ein extremes Know How Pro-
geschwiegen. Man könnte meinen, niemand sei
umringt!
blem. Früher wurden die Kosovo-Albaner als
dabei gewesen. Aber viele Denkmäler – v.a. von
Menschen zweiter Klasse behandelt. Sämtliche
UCK-Kämpfern, von Albanien unterstütze Frei-
höhere Posten in der Verwaltung, in den Unter-
schärler - erinnern daran. Die schauen aus wie
nehmen, in der Politik wurden von Serben be-
Martlerl, findet man überall, und einmal im Jahr
Gibt es irgendeine Lehre, die Sie für sich persönlich aus dem KFOR-Einsatz ziehen?
setzt. Durch die Vertreibung dieser Volksgruppe
werden die Leichname ausgegraben und auf das
Ein Land braucht seine Zeit, um selbständig und
ist zugleich auch das Know How verloren ge-
Denkmal gelegt, um der Kämpfer zu gedenken.
stabil zu werden. Was es sicher nicht braucht
gangen. Zwar soll die UNMIK beim Aufbau der
In manchen Bergdörfern wiederum findet man
sind andere Staaten, die sich aus fadenschei-
Verwaltung helfen, aber die Kosovaren sind ein
Gedenktafeln von Massengräbern, die an die
nigen Gründen einmischen und sich um die Zu-
sehr stolzes Volk und lassen sich nicht gerne
ethnischen Säuberungen erinnern, welche die
kunft des Landes „annehmen“.
gung, keine Kanalisation, die Stromversorgung,
Geburtenrate. Ich kann mich an eine Patrouille
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EUROPÄER
Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo hat auch die Frage aufgeworfen, wie das Zusammenleben zwischen den Volksgruppen des ehemaligen Jugoslawien, insbesondere zwischen Serben und Albanern, hierzulande funktioniert. Dali Koljanin, Shengjil Jaija und Milaim Zyrapi sprachen mit uns über den Begriff Heimat, Glaube, den Kosovo und ein Europa, das für sie alle nicht nur im Kopf, sondern schon längst in der Realität existiert! Von Nikolett Hellenpart, Fotos: Hermann Rauschmayr
tenz aufbauen. In der Zwischenzeit sind aber
Mir wurde nie vorgeschrieben, mit wem ich mich
wir Kinder gekommen, und meine Mutter wollte
treffen darf oder nicht. Bis zum Kriegsausbruch
nicht, dass wir aus der Schule gerissen werden.
wusste ich nicht einmal, dass es zwischen Jugo-
So haben meine Eltern eingesehen, dass wir
slawen Unterschiede geben soll. Ich habe auch
langfristig nicht mehr runtergehen werden.
nie gehört, dass Kroaten, Albaner oder Bosnier schlecht seien. Dieser Hass gegenüber anderen
War das schwer für die Eltern?
Völkern ist bei uns zu Hause kein Thema gewe-
Sie haben sich Österreich angepasst, weil sie
sen. Auch über den Krieg haben die Eltern nicht
hier gelebt haben. Umgekehrt ist ihnen ihre alte
gesprochen, wenngleich sie darunter sehr ge-
Heimat manchmal auch ein bisschen fremd ge-
litten haben, insbesondere wegen unserer Ver-
worden. Viele nichtösterreichische Bürger mit
wandten in Serbien. Und meinen Vater hat die
ausländischer Abstammung passen sich nicht
unfaire Berichterstattung sehr gekränkt.
an, deshalb haben sie es oft schwer.
Was war aus seiner Sicht unfair? Was haben Sie von der serbischen Kultur beibehalten?
Dass immer die Serben als die Schlechten dar-
Das Temperament – ich bin eine typische ser-
und deutschen Medien. Meine Mutter hat aber
bische Frau! Diese sind ja sehr dominant, aber
immer gesagt: „Kind, es gehören stets zwei zum
auf eine liebliche feine Art und Weise. Und das
Streiten – einer allein ist nicht schuld!“. Politiker
Feiern. Wir feiern sehr viel, weil es bei uns Or-
missbrauchen leider oft ihre Macht, es bezahlt
Seit wann leben Sie in Österreich?
thodoxen sehr viele Feste gibt. Religion im en-
aber meist die Bevölkerung dafür.
Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Mein
geren Sinne war bei uns aber nie so wichtig. Wir
Vater wurde ehemals von einer deutschen
glauben aber an das Gute im Menschen! Und
Fühlen Sie sich als Österreicherin?
Firma in Jugoslawien – damals hat es noch Ju-
man muss auch an sich selbst glauben. Ebenso
Ich fühle mich als Europäerin! Ich denke, ich bin
goslawien geheißen – angeworben, mit der kam
sollte man andere Menschen so behandeln wie
das, was die EU ausmacht! Ich bin serbischer
er nach Österreich. Der Grundgedanke vieler
man selbst behandelt werden möchte. Gerade
Abstammung, aber in Österreich geboren und
junger Männer war damals, drei, vier Jahre im
das bringt die Religion aber oft nicht bei!
groß geworden. Mit zwei Kulturen, zweisprachig.
Dali Koljanin NATIONALITÄT: Serbien h STAATSBÜRGERSCHAFT: Österreic Megaplex od lywo Hol erin BERUF: Leit
NAME:
Ausland zu arbeiten, gut zu verdienen und dann
gestellt wurden, v. a. in den österreichischen
Das hat einen großen Vorteil: Man kann sich von
nachhause zurückzukehren und sich eine Exis-
Spielte die Frage der Ethnien eine Rolle?
Wie und warum hat es Sie nach Österreich verschlagen?
heißt. Es ist wichtig, dass die zweite und dritte
Ich komme aus dem Kosovo, war dort poli-
lernt. Den Kindern muss erklärt werden, wie
tischer Gefangener. Die Isolation der Kosovo-Al-
unsere Fahne aussieht, welche Geschichte wir
baner begann im Jahr 1989. Damals wurde uns
haben, dass wir einen Nationalfeiertag und eine
das Recht auf Bildung verwehrt. Wir haben des-
Hymne haben. Ich unterrichte auch Albanisch,
halb den Unterricht in Privathäusern organisiert.
weil das Interesse der Kinder für die Sprache
1992 sind wir dann nach Österreich geflüchtet.
immer geringer wird. Viele glauben, dass sie
Das war das einzige Land, das uns die Freiheit
in der Zukunft Albanisch nicht mehr brauchen
und das Recht gewährt hat, albanisch zu ler-
werden.
beiden Seiten das Positive aneignen.
Generation meines Volkes unsere Kultur kennen
nen, ja überhaupt etwas lernen zu können! Ich bin dem Land daher sehr dankbar, auch wenn
Wie haben Sie den Kosovo-Krieg erlebt?
der Anfang natürlich schwierig war, weil wir
Nicht direkt, weil wir damals schon in Österreich
ohne Sprachkenntnisse kaum Kontakte knüpfen
waren. Ich hatte aber während des Krieges stän-
konnten. Aber wir haben die Sprache erworben.
dig Kontakt zu meiner Mutter, meinem Bruder und zu Freunden dort. Nach dem Krieg, 1999,
Die Sprache ist also ein Schlüssel? Sind Sie deshalb Lehrer?
bin ich hingefahren. Mein Haus war völlig zerstört, das Dorf komplett bombardiert.
Ich kann damit meinem Volk bei der Integration helfen, wobei Integration nicht Assimilation
Prof. Milaim Zyrapi Kosovo-Albaner STAATSBÜRGERSCHAFT: Österreich BERUF: Lehrer NAME:
NATIONALITÄT:
Wie ist Ihr Auskommen mit Serben. Gibt
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es Kontakt?
gentlich nur ein sicheres Leben und eine Zukunft
cken. Ich lebte länger in Albanien als in Öster-
Ich habe viele serbische Kollegen. Wir haben
haben wollen. Zukunft bedeutet friedliches Zu-
reich. Ich versuche meine Kultur zu behalten,
keine Konflikte. Ich war sogar öfters in Serbien
sammenleben! Wir Menschen sind letztlich wie
ebenso bemühe ich mich aber, die Kultur von
unterwegs, schlechte Menschen habe ich dort
die Finger einer Hand: Wir sind nicht gleich, aber
anderen Menschen kennen zu lernen und zu
nie getroffen. Es ist doch so: Das deutsche Volk
um etwas aufheben zu können, müssen wir zu-
verstehen, weil wir in Zukunft alle zu Europäern
ist ja auch kein schlechtes Volk, obwohl es in
sammenarbeiten. Und wenn es jedem gut geht,
werden.
seiner Geschichte Hitler gegeben hat. In der Po-
haben die Unterschiede keine Bedeutung.
litik reißen bestimmte Menschen oder Interes-
Was sagen Sie zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo?
das gleiche ist meiner Meinung nach in Serbien
Sie sind über 15 Jahre hier. Fühlen Sie sich als Albaner oder als Österreicher?
unter Miloševic passiert. Er und seine Gruppe
Obwohl ich die österreichische Staatsbürger-
viel. Sie hat das Problem der Albaner teilweise
haben Serbien zerstört, die Politik hat den Men-
schaft habe, fühle ich mich als Albaner, weil ich
gelöst, weil diese bislang ja in mehrere Länder
schen einen falschen Weg vorgegeben. Wenn
immer noch albanisch träume und albanisch
verstreut leben. Es kann bedeuten, dass sie
ich in Serbien oder Kosovo unterwegs war, habe
denke. In meiner Muttersprache kann ich meine
wieder gemeinsam an einem Ort leben werden.
ich aber immer gesehen, dass die Menschen ei-
Gefühle und Gedanken einfach besser ausdrü-
Das ist ein sehr guter Anfang.
Es war am Anfang sehr hart. Ich hatte aber
haben. Wir haben vor allem unsere Feiertage
keine Probleme mit Österreichern oder anderen
beibehalten. Wir feiern etwa Bayram nach dem
Nationalitäten. Wir lebten sehr gut miteinander.
Ramadan, ebenso aber auch Ostern und Weih-
Heute sind drei von uns schon verheiratet – mit
nachten! Meine Eltern letztere zwar nicht im
Österreichern! Das ist für viele Muslime heute
religiösen Sinne, aber wir hatten immer einen
noch immer nicht selbstverständlich.
Weihnachtsbaum und haben Geschenke be-
sengruppen bisweilen die Macht an sich. Genau
Die Unabhängigkeit des Kosovo bedeutet sehr
kommen. Wir haben uns angepasst.
War das ein Problem?
Shengjil Jaija NATIONALITÄT: Mazedonien erreich STAATSBÜRGERSCHAFT: Öst BERUF: Friseurin
NAME:
Natürlich! Für manche in unserem Bekannten-
Haben Sie auch Kontakt zu Serben?
kreis ist es das heute noch. Meine Eltern haben
Natürlich! Meine Mutter kennt viele serbische
sich mittlerweile damit abgefunden, wenngleich
Frauen, hat viele serbische Freundinnen. Wir
es auch Ihnen schwerfiel. Wir haben ihnen so-
Kinder sind auch so aufgewachsen, hatten in
zusagen beigebracht - und sie haben es ver-
der Schule serbische Freunde, da gab es nie
standen - dass wir jetzt in Österreich sind, und
Probleme. Hass gegenüber anderen und Rassis-
dass wir nicht so leben möchten wie andere
mus wird jemandem ja als Kind eingeprägt. Das
muslimische Frauen. Meinen Eltern ist damals
war bei uns in der Familie nie der Fall. Es gab
um die Bekannten gegangen, die schlecht über
sicher Familien im Bekanntenkreis, die etwas
unsere Familie reden, und dass sie sich vor
gegen diese Kontakte gehabt haben, aber das
anderen Muslimen schämen müssen. Das war
war uns egal.
eine harte Zeit! Ohne dieses Denken wäre es viel einfacher gewesen. Aber wir Geschwister
Woher kommen Sie?
haben uns letztlich durchgesetzt.
Wir sind Albaner, aus Mazedonien. Meine El-
Glauben Sie an die Erfolgsmöglichkeit der multikulturellen Gesellschaft? Ich schon, aber nicht alle denken so wie ich. Es
tern sind ursprünglich nach Österreich gekom-
Wo fühlen Sie sich zuhause?
liegt einfach in der Hand der Eltern. Es gibt hier
men, um einen Verwandten zu besuchen. Das
Meine Zuhause ist hier in Österreich. Ich bin
in Österreich muslimische Mädchen, die z.B.
Land hat Ihnen aber so gut gefallen, dass sie
Österreicherin,
österreichische
keine Afrikanerin oder Serbin mit nach Hause
beschlossen, hier zu bleiben. Mein Opa war da-
Staatsbürgerschaft. Wenngleich ich auch, wenn
nehmen dürfen. Oder es gibt Kinder, die mit
gegen, hat fünf Jahre versucht, seinen Sohn zur
ich jemandem etwas über Mazedonien erzähle,
Kindern ausländischer Herkunft nicht spielen
Rückkehr zu bewegen – ohne Erfolg.
von „meiner Heimat“ rede. Aber ich denke nur
dürfen. Deswegen können solche Leute später
Bis zum 12. Lebensjahr lebte ich mit meiner äl-
deutsch, ich kann nicht albanisch denken. Ich
nicht gut miteinander kommunizieren. Wenn
testen Schwester abwechselnd in Mazedonien
träume auch deutsch. Ich bin eben schon die
man aber ein schönes Leben haben und mit
bei den Großeltern sowie in Österreich bei den
zweite Generation. Meine Eltern sind Maze-
anderen Menschen zusammenleben möchte,
Eltern. Auch in die Schule bin ich bis dahin in
donier. Ich bin halb Mazedonierin, halb Öster-
dann muss man aufeinander zugehen, muss
beiden Ländern gegangen. Dadurch bin ich
reicherin - aber eher Österreicherin. Und meine
sich anpassen.
zweisprachig aufgewachsen.
Kinder, die dritte Generation, werden ganze Ös-
besitze
die
terreicher sein!
Wie beurteilen Sie die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo?
Was haben Sie von der albanisch-mazedonischen Kultur beibehalten?
Die Albaner kämpfen schon lange für ihre Frei-
Wir Geschwister haben untereinander Deutsch geredet, mit den Eltern aber Albanisch. In der
Ich und meine älteste Schwester haben viel
weil irgendwie dieses Land doch ihnen gehört.
Schule lernte ich in Mazedonien noch Mazedo-
von Kultur aus Mazedonien mitbekommen,
Ich hoffe, dass es eine positive Zukunft geben
nisch sowie Französisch, in Österreich Deutsch
was die anderen Schwestern, die schon in Ös-
wird, wenngleich ich glaube, dass dieser Kon-
und Englisch.
terreich geboren wurden, nicht mehr erfahren
flikt noch sehr lange bestehen wird.
Wie wurde zuhause geredet? Wie ist es Ihnen als Teenager ergangen?
heit und Unabhängigkeit. Ich gönne sie ihnen,
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ADVERTORIAL
WISA – OHNE WENN UND ABER Vom 17. bis 20. April wird das VAZ St. Pölten wieder zum größten Schaufenster der Landeshauptstadt – mehr als 500 Aussteller präsentieren auf der WISA 2008 alles rund ums Bauen, Renovieren, Energiesparen, Wohnen, Gartenbau, Auto und Freizeit. Auch in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der größten Messe dieser Art in Niederösterreich wieder beim Thema Bauen und Wohnen. Über 500 Aussteller helfen den Häuselbauern, jenen, die ihr Heim sanieren oder auch nur aufmotzen möchten, dabei, das Richtige zu finden. Zahlreiche Vorträge geben Einblick auf die neuesten Trends am Markt. „Und wie immer sind wir na-
WISA Chef Frank Drechsler (3.v.l., im Bild mit Fußball-Legenden wie Frenkie Schinkels und Toni Pfeffer) ist ein Botschafter Leidenschaft für die Euro 2008. Einen Hauch EM wird er auch auf die WISA bringen!
türlich am Puls der Zeit“, so WISA-Veranstalter Frank Drechsler, der u. a. die topaktuellen Themen Energiesparen und Energieeffizienz in den Mittelpunkt seiner Messe rückt.
AUtoSALON Rechtzeitig zur beginnenden Autosaison gibt man auf der WISA auch wieder so richtig Gas: 13 heimische Autohändler präsentieren nicht weniger als 20 Marken. „Und es gibt jede Menge Zuckerl für die Messebesucher“, verspricht Drechsler. „So kann jeder Auto-Käufer auf der WISA eine 50 Prozent-Finanzierung (50 Prozent gleich, 50 Prozent in einem Jahr) in Anspruch nehmen, zudem gibt es ein Jahr Vollkasko gratis!“
REVIVALS & NEUHEITEN Erstmals seit längerer Zeit wird sich auch die St. Pöltner Innenstadt wieder auf der Messe präsentieren und zwar in einer eigenen kleinen „Stadt“ mit wunderschönen Häuserfassaden: „Damit haben wir etwas ganz Besonderes – passend zu unserem Slogan – um uns dem breiten Messe-Publikum zu präsentieren“, erläutert Matthias Weiländer von der Stadtentwicklungs GmbH. Aber auch – eine Neuerung – eine ganze Region wird in einer eigenen Messehalle vertreten sein und sich präsentieren: Die Rede ist vom Traisen-Gölsental!
SHOW & UNTERHALTUNG Und wenn um 18 Uhr die WISA ihre Pforten schließt, dann ist natürlich am VAZ-Gelände längst noch nicht Schluss. Da geht’s dann weiter in der WISA Show Arena sowie in Frankys Action Showzelt, wo bei tollen Showacts weitergefeiert wird. Die WISA ist und bleibt eben die Mutter aller Messeschlachten in Niederösterreich! Ein absolutes Muss.
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14 noch 180 sekunden bis null uhr, jetzt noch mal ganz schnell rein, nicht warten. 2000 euro warten auf den gewinner. 10 gewinnleitungen sind für euch freigeschaltet. 2000 euro … wie gesagt, ich geh hier ohne gewinner nicht weg. das tu ich mir nicht an. jetzt krieg ich gleich schreikrämpfe. ich brauche hier jetzt die gewinner sonst fang ich an zu schreien. um gottes willen, es muss doch irgend jemand diesen verdammten fehler finden … um gottes willen, was soll ich denn noch sagen, wenn ich nicht gleich schreien soll. keine ahnung mehr was ich noch sagen soll. 2000 euro. 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1. noch 120 sekunden bis null uhr … an alle, die den fehler noch nicht gefunden haben: vorm fernseher hinknien, mit der nase ran und vergleicht jedes detail … den fehler zu finden ist das einzigste was hier schwer ist und das ist sehr schwer. ich will eigentlich fast schon
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URBAN
Täter gesucht Opfer gefunden Anfang Mai klicken für zwei Schwarzafrikaner die Handschellen. Zwei Monate später entlässt man sie aus der Untersuchungshaft. Objektive Beweise schließen sie als Täter aus. Was bleibt ist die Zeugenaussage einer jungen Frau, einem Vergewaltigungsopfer. Zu wenig – nun ist das Verfahren eingestellt. Von Michael Müllner, Fotos: Hermann Rauschmayr. „Im Fall der Anklageerhebung wäre nicht mit einer Verurteilung zu rechnen gewesen“, erklärt Staats-
BIS ZUM SCHLUSS
anwalt Gerhard Sedlacek kurz und bündig, warum
Verteidiger Peter Krömer stellte zahlreiche Anträge,
die Ermittlungen gegen die beiden Schwarzafrikaner
neue Zeugen wurden – oft erstmalig – einvernom-
Ray und John eingestellt wurden. Vor rund einem
men und brachten immer mehr Zweifel auf, ob sich
Jahr wurde eine junge St. Pöltnerin von Passanten
die Tat wirklich so abgespielt haben könnte. Zum
aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort
angeführten Tatzeitpunkt, laut Opfer etwa 8:00 Uhr
gab sie an, Opfer einer Vergewaltigung zu sein. Vor
früh, waren auch andere Passanten in jenem Hof,
der Polizei beschuldigt sie dann zwei Besucher des
an dem es zur Gewalttat gekommen sein soll. Wei-
Lokals, die Polizei stützte ihre Ermittlungen auf die
ters kam ans Licht, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt
Aussage des Opfers und konnte bald zwei Verdäch-
knapp 2 Promille Blutalkoholgehalt hatte. Gerhard
tige ermitteln, nahm sie in U-Haft und erntete Ap-
Sedlacek: „Die junge Frau blieb bis zum Schluss
plaus von Politik und Medien. Nach einigen Wochen
bei ihrer Anschuldigung, dass die beiden im Lokal
Untersuchungshaft kamen dann aber objektive Be-
anwesenden Schwarzafrikaner die Tat begangen
weise wie beispielsweise ein DNA-Gutachten oder
hätten.“
die Analyse von Faserspuren, welche die beiden Be-
Die Verteidigung begründet ihre Zweifel an der Aus-
schuldigten als Täter ausschlossen. Die Spuren un-
sage der jungen Frau nicht nur mit der hohen Alko-
ter den Fingernägeln bzw. dem Genitalbereich des
holisierung, sondern auch mit Ungereimtheiten der
Opfers stammten nicht von den beiden.
Zeugenaussage, beispielsweise was die sicherge-
UNTERBELICHTET von Christoph Wagner
behaupten: unmöglich. 2000 euro. wer schafft es. wer hat diese adleraugen. es sind alle menschen jetzt mit adleraugen gefragt sozusagen … und ich bin wirklich jetzt langsam sprachlos. und auch langsam deprimiert, dass ich hier wirklich noch keinen gewinner habe. aber ich kann mir auch vorstellen, dass es unmöglich ist, diesen fehler zu finden. ich hab ihn auch nicht gefunden. es ist einfach unmöglich. das ist wahnsinn. wie gesagt. aber ich meine es geht um 2000 euro … der letzte countdown dieser sendung. o, o, o, o. keine minute mehr. noch 50 sekunden. um gottes willen, jetzt wirklich ganz schnell rein … oh gott, 10 sekunden noch. 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1. Nach insgesamt 75 Minuten gewann der einzige durchgestellte Anrufer 2000 Euro. unterbelichtet@kstp.at
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URBAN
St.Pöltens Bürgermeister Bernhard Wurzer, Landeshauptmann Matthias Stadler und Bundeskanzler Dr. Erwin Pröll eröffnen mit dem Kulturfestival „Hippolytiade” offiziell den neuen St. Pöltner Stadtteil „Kulturbania” Diese drei Politiker waren es auch, die nach der historischen NÖ Landtagswahl 2008 Profil zeigten, die Karten in Bund und Land neu mischten und mit Visionären und Vordenkern das sensationelle Innovations-Konzept „Kulturbania” ausarbeiteten. Die von Gery Keszler konzipierte, Eröffnungs-Gala der Hippolytiade konnte mit Größen wie Madonna, Steven Spielberg, Keith Richards, Karl Heinz Böhm, dem Dalai Lama und Bono aufwarten.
K
Das Tatopfer blieb bis zum Schluss bei ihrer Anschuldigung Staatsanwalt Sedlac ek
stellten DNA-Spuren betrifft. Im Rahmen der Ermittlungen konnte nämlich eruiert werden, von welchem
ABGESCHLOSSEN
Mann die Samenspuren stammen. Jedoch geben
Hat die Staatsanwaltschaft auch in Richtung Ver-
beide „Beteiligten“ an, den letzten Geschlechtsver-
leumdung ermittelt? „Wir haben keinen Hinweis
kehr 14 Tage vor der Tat gehabt zu haben. Ein Gut-
darauf gefunden, dass das Opfer vorsätzlich eine
achten stellte fest, dass es theoretisch möglich sei,
falsche Beschuldigung erhoben hätte. Das war si-
dass sich die im Genitalbereich gefundenen Spuren
cher eine sehr traumatisierende Situation.“ Der
tatsächlich 14 Tage lang „gehalten“ hätten, dass es
Vertreter des Opfers, der St. Pöltner Anwalt Karl Pri-
aber in der Praxis als ziemlich unwahrscheinlich be-
sching dazu: „Ich kann nur bestätigen, dass meine
trachtet werden kann, zumal man durch normale
Klientin die Angelegenheit abgeschlossen hat und
Körperhygiene diese Spuren abgewaschen hätte.
nicht mehr damit konfrontiert werden möchte.“
Eine letzte große Ungereimtheit tauchte auf, als im
Traumatisierend waren die Wochen der Untersu-
Rahmen eines medizinischen Gutachtens festge-
chungshaft sowie die Beschuldigungen an sich auch
stellt wurde, dass das Opfer den Tatzeitpunkt zuerst
für die beiden anderen Opfer. Peter Krömer berich-
im Gespräch mit einer Ärztin mit 4:00 Uhr angege-
tet: „Raymond hatte seinen Job dadurch verloren
ben hatte und erst bei der kriminalpolizeilichen Ein-
und geriet somit in finanzielle Probleme. Wir versu-
vernahme die Zeit mit 8:00 Uhr ansetzte. Verteidiger
chen eine Haftentschädigung zu erreichen. Mittler-
Peter Krömer „Die Staatsanwaltschaft sah ihre Felle
weile hat er seinen Job aber wieder. Für John gab es
davonschwimmen und hat letztlich das Verfahren
privates Glück, er hat vor Kurzem geheiratet!“
eingestellt.“
Auch wenn unklar bleibt, was in jener Nacht wirklich
KEINE PANNEN?
geschah, so ist doch eines umso deutlicher geworden: Die Unschuldsvermutung sollte für Journalisten
Somit weiß niemand, was in jener Nacht wirklich
mit Anstand keine medienrechtliche Last, sondern
passiert ist? Staatsanwalt Sedlacek: „Es waren sehr
eine Selbstverständlichkeit sein. Denn mit unter sit-
aufwändige und langwierige Überprüfungen, in alle
zen auch unschuldige Menschen in Untersuchungs-
Richtungen. Leider ist keine andere Spur aufge-
haft – und lesen Zeitung.
taucht bzw. konnten keine Beweise gefunden werden.“ Ob er Ermittlungspannen sieht? „Wenn ich das Verfahren Revue passieren lasse, dann kann ich nicht von Pannen sprechen. Weder auf Seiten der Staatsanwaltschaft, noch auf Seiten der Polizei. Die Aussage des Opfers hat eben anfangs sehr glaubhaft gewirkt.“ Beispielsweise glaubhafter als die Aussage eines Mitbewohners, der angab, einer der Beschuldigten habe zum Tatzeitpunkt schon längst zuhause im eigenen Bett gelägen.
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„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“ Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948
KULTURBANIA Die Chili-Schote
Das einmonatige Mehrsparten-Festival wurde von André Heller und St.Pöltner Kulturschaffenden entwickelt und zählt bereits jetzt zu den spektakulärsten Kultur-Projekten Europas. Die internationale Presse bezeichnet St. Pölten als das „Silicon Valley der europäischen Kultur”. Das beachtliche Investement in Kulturbania-Infrastruktur wie Hotels, Theaterhäuser, Ateliers, Universität, Restaurants, Bibliotheken, Magnetschwebebahn, Seebühne mit 5.000 Sitzplätzen in Viehofen, Wohnungen für die 20.000 zugezogenen KünstlerInnen usw. soll bereits nach fünf Jahren eingespielt sein. Zudem wurden Steven Spielbergs Europa-Studios auf dem ehemaligen Glanzstoff-Areal in Partnerschaft mit dem größten indischen FilmProduzenten errichtet. Alles nur Utopie und Spinnerei? Oder doch möglich?
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XXXXXX
Am seidenen Faden Angekündigte Revolutionen finden bekanntlich nicht statt. Dies trifft offensichtlich auch auf erwartete (Wort)Duelle mit Showdown-Faktor zu. Einen Tag, nachdem die Glanzstoff den Bescheid zur Wiederinbetriebnahme des Werkes erhalten hatte, baten wir den Geschäftsführer des Unternehmens, Dieter Kirchknopf, sowie den Obmann der Plattform Pro St. Pölten, Günther Bannholzer zum Gespräch. Ihr allererstes, nachdem sie sich über Wochen medial „Nettigkeiten“ ausgerichtet hatten. Von Johannes Reichl, Fotos: Hermann Rauschmayr MFG0408
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URBAN Die Behörde hat einer Wiederinbetriebnahme der Glanzstoff unter bestimmten Auflagen zugestimmt. Ist die Plattform damit einverstanden?
Bannholzer: Ja, das war am Faschingsdienstag
hat es schon lichterloh gebrannt! Da wird einem
und wir hatten einen Ausflug mit dem Direktor.
schon anders.
Das habe ich auch mitgeteilt.
Am nächsten Tag hab ich dann in der Zeitung
Kirchknopf: Vielleicht war es ein Missverständ-
gelesen, das Werk möchte rasch wieder auf die
Bannholzer: Wenn das, was im Bescheid drin
nis. Aber ganz ehrlich, unmittelbar unter dem
Füße kommen, und da stellte sich die Frage, un-
steht und seitens der Behörde vorgegeben ist,
Eindruck des Brandes sind so viele Themen
ter welchen Bedingungen. Als Anrainer wurden
umgesetzt wird, dann sind wir bescheidkon-
auf uns hereingebrochen: Da waren über 350
wir – so wie bisher – nicht informiert, wie’s wei-
form. Da gibt es ja eine Reihe von Auflagen zum
Arbeitnehmer, für die sich mit einem Schlag
tergeht.
Brandschutz, in Sachen Technik, Umwelt etc.
alles geändert hat. Die Frage war, was jetzt
Was uns nicht gefällt, ist die „Nichtparteienstel-
überhaupt zu tun ist? Was das für das Unter-
lung“ bei der ersten Stufe. Das werden unsere
nehmen bedeutet, für die gesamte Glanzstoff-
Das heißt, Sie fühlten sich im Regen stehen gelassen?
Juristen prüfen. Ich als Anrainer habe ja einen
Gruppe, denn wir beliefern ja andere Schwes-
Bannholzer: Wenn die Kommunikation nicht
Bescheid zugestellt bekommen, damit bin ich
ter-Unternehmen. Darauf haben wir all unsere
funktioniert, entstehen Verunsicherung und
eigentlich Partei.
Energie konzentriert. Da kann man nicht gleich
Misstrauen. Und bei der Glanzstoff ist man skep-
auf alle Themen eingehen. Mir hat dann unser
tisch, weil da sind jahrzehntelang die Politiker
Betriebsrat Flugzettel der Plattform in die Hand
ein- und ausgegangen, die hatten immer eine
gedrückt, wo schon sehr aggressiv Stimmung
gute Lobby. Da hegt man die Befürchtung, dass
gegen die Glanzstoff gemacht wurde.
vielleicht über die Bevölkerung drübergefahren
Wie beurteilen Sie Herr Kirchknopf den Bescheid. Darin wurde ja der vom Werk vorgelegte Stufenplan berücksichtigt, wenngleich an Bedingungen geknüpft? Kirchknopf: Ich kann noch nicht so detailliert Stellung nehmen, weil es nach wie vor ein laufendes Verfahren ist. Aber soviel: Am 10. Jänner hat es gebrannt. Wir haben am nächsten Tag gesagt, dass wir mit der Produktion so rasch wie möglich wieder hoch fahren möchten, aber ohne die Emissionen zu überschreiten, das heißt, dass die Situation nicht schlechter sein wird als vorher. Das war von Anfang an unsere Marschrichtung!
Günther Bannholzer (l.) und Dieter Kirchknopf (r.) im Gespräch Damit wäre doch eine grundlegende Forderung der Plattform erfüllt. Es wurde seitens der Behörde auch ein fixes Messinstrumentarium vorgeschrieben, um den Ausstoß in Hinkunft zu kontrollieren.
Bannholzer: Also wir wollen sicher keine Ag-
wird. Ich hätte, das darf ich präpotent formu-
gressivität schüren. Wir sind auch keine Aktivis-
lieren, schon erwartet, dass man uns zu einem
ten im eigentlichen Sinne. Wir haben nur eine
Gespräch ins Werk lädt und aufklärt. Wir sind ja
Bannholzer: Wir haben das gelesen. Aber die
andere Sichtweise auf die Dinge. Ich möchte
vernünftige Leute, mit uns kann man reden.
Frage ist, wie und wer kontrolliert das? Wie mel-
auch betonen, dass ich Ihre Sichtweise durch-
Kirchknopf: Das glaube ich schon, Sie wirken ja
det das die Glanzstoff?
aus verstehe Herr Kirchnkopf. Ich war selbst
seriös, andererseits zeugen Worte wie „Krieg“,
Kirchknopf: Das wird wohl permanent der Ge-
jahrelang in der Wirtschaft tätig. Man beißt nicht
wie Sie in einer Zeitung zitiert werden, schon
meinde gemeldet werden.
die Hand, die einen füttert. Aber ihr Standpunkt
von einer gewissen Aggressivität. Wenn die Mit-
Bannholzer: Und wie werden uns die Daten zu-
ist sicher ein anderer als unserer.
arbeiter Derartiges lesen, dann verschärft sich die Situation natürlich. Da zittert ja jeder um
gänglich gemacht? Können wir dann Einsicht
Aber Ihr Standpunkt hat sich in gewisser Weise ja offensichtlich geändert. Ursprünglich hat die Plattform gegen die Müllverbrennung gekämpft. Dann wurde es ruhig, war man also scheinbar mit dem Gang der Fabrik zufrieden. Warum wurde die Plattform jetzt reaktiviert?
seinen Job. Da geht es um persönliche Schick-
Bannholzer: Der Auslöser war schlicht der Brand.
auch, weil das ebenfalls wo gestanden ist, nie
Ich wohne nur einen Steinwurf vom Rauchfang
gesagt, dass wir jetzt auf die Straße demons-
entfernt. An besagtem Abend hat mich meine
trieren gehen. Das sind journalistische Kinde-
Kirchknopf: Das kann ich nicht mehr genau sa-
Frau in der Arbeit angerufen. Da ich gewusst
reien, da stehe ich drüber. Aber es bedeutet ein
gen. Unser Betriebsrat hat mich darauf hinge-
habe, dass die Glanzstoff ein Seveso II Betrieb
verfehltes Krisenmanagement, wenn man 3.200
wiesen. Ende Jänner hab ich dann auch Herren
ist, eine Chemiefabrik, habe ich ihr gesagt, sie
Bürger einfach ignoriert. Da sag ich doch zu den
Bannholzer zu einem Termin eingeladen, der
soll zu ihrer Mutter in den Süden fahren. Als ich
Leuten, schaut euch das an.
kurzfristig absagte.
20 Minuten später nachhause gekommen bin,
Kirchknopf: Sie sind herzlich willkommen. Ich
nehmen in diese Daten, Herr Kirchknopf? Kirchknopf: Damit habe ich kein Problem!
Das klingt konstruktiv. Warum ist es zwischen Ihnen beiden eigentlich bislang zu keinem persönlichen Gespräch gekommen, da hätte man doch viele Missverständnisse im Vorfeld ausräumen können. Ab wann sind Sie auf die Plattform aufmerksam geworden Herr Kirchknopf?
sale. Wenn dann so opponiert wird, herrscht Irritation. Bannholzer: Herr Kirchknopf, ich kann Ihnen versichern, dass ich Worte wie Krieg nicht in den Mund genommen habe. Wenn ich Krieg wollte, dann wäre ich heute wohl kaum hier. Ich hab
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URBAN
Zur Glanzstoff Austria Gründung: 1904 Produktion: Reifengarne: Kommen als Gewebe im Reifenaufbau zum Einsatz, als Verstärkungsmaterial für die Schlauchindustrie, Gelenkscheiben in der Automobilindustrie sowie als carbonisiertes Garn im Booster von Satellitenraketen. Textile Garne: werden aufgrund ihres seidigen Glanzes als Futter- und Bekleidungsstoffe in der Lingerie, Sport- und Funktionsbekleidung, für Dekor- und Möbelstoffe sowie für Medizinische und technische Textilien verwendet. Produktionsmenge: 11.000 Jahrestonnen Emissionen: Schwefelkohlenstoff, Schwefelwasserstoff & -dioxid Arbeitnehmer: ca 350 fix, insgesamt ca. 400 mit Laienarbeitern.
Lehrlinge: Laufend Ausbildung von 10 -20 Lehrlingen (Bereiche: Kaufmännisch, Chemielabor, Technik), eigene Lehrwerkstätte Umsatz zuletzt: ca. 50 Mio Euro/Jahr Abgaben & Steuern an die Stadt: Grundsteuer, Lohnsummensteuer, Kanal- und Müllgebühren u.ä.: ca. 1 Mio Euro Umwegrentabilität: Rund 9 Mio Euro an netto ausbezahlten Löhnen und Gehältern bleiben als Wertschöpfung in der Region Investitionen am Standort: 2007 ca. 8,5 Mio Euro, seit 1994 c ca. 80-100 Mio Euro Investitionen in Umweltstandards: ca. 40 Mio Euro in Kläranlage, Abluftreinigungsanlage 1 +2, Kamin
möchte die Qualität der 3.000 Stimmen nicht
Wir sind durchaus um Transparenz bemüht,
bewerten, wobei
– wenn man etwa Stände
laden Kunden ein, machen Führungen durchs
in der Innenstadt aufstellt und Kipferl verteilt,
Werk, haben Kooperationen mit der FH. Die
Da sind wir wohl bei den „berühmten“ Schwefelkohlenstoff-Tanks, die medial die Runde gemacht haben, angelangt.
dann unterschreibt schnell jemand.
Öffentlichkeitsarbeit ist sehr marktorientiert.
Kirchknopf: Schwefelkohlenstoff kann nicht
Bannholzer: Also ich gehe von großer Qualität
Zuletzt hatten wir auch einen Tag der Offenen
oberirdisch gelagert werden, sondern befindet
der Stimmen aus. Wir haben diese dem Bür-
Tür geplant.
sich in Tanks unter der Erde, darüber ist eine di-
germeister übergegeben, die werden jetzt vom Magistrat geprüft. Nach der Statistik wird das schon in etwa hinkommen. Und natürlich machen wir uns die Methoden des Marketings zunutze, das macht die Glanzstoff ja auch.
cke Schicht Stickstoff. Für diese Substanz gibt
Hat man vielleicht auf die Bevölkerung vorort als Zielgruppe vergessen? Die hat auch ein Informationsbedürfnis, vor allem im Hinblick auf Sicherheits- und Umweltfragen. Da herrscht Unsicherheit, vielfach auch Unwissenheit.
es ganz genaue Industrieverordnungen, deshalb sind wir ja unter anderem als SEVESO II Betrieb eingestuft. Diese ordnungsgemäße Lagerung wird regelmäßig kontrolliert. Wir lagern alles
Kirchknopf: Das stimmt schon, wenn man sich anschaut, wer mit Wörtern wie SEVESO II oder IPPC [unter diesem Aspekt läuft auch das Verfahren in Stufe 2] um sich schlägt, ohne eigentlich zu wissen, was dahinter steckt. IPPC etwa ist eine integrierte Betrachtungsweise zur Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, was absolut Sinn macht. Wir haben Fachleute für verschiedene Bereiche, etwa einen eigenen Abfallbeauftragten etc. Es gilt genaue Richtlinien und organisatorische Ab-
Zum Teil aber auf sehr suggestive Weise, wenn man etwa Punkte anführt, die ohnedies Tatsachen sind, aber so formuliert wurden, als stünden sie in Frage. Ich denke da etwa an die Betonung, dass die Glanzstoff ein SEVESO II Betrieb ist.
läufe einzuhalten, was von eigens dafür ausge-
vorschriftsmäßig und sicher. [Die Boxen waren,
bildeten Experten überprüft wird. Das passiert
wie das Werk mittlerweile mitgeteilt hat „Leerge-
bereits alles!
binde, die abgeholt wurden.“ Anm. d. Redaktion]
Es wird also schon kontrolliert Herr Bannholzer.
Bannholzer: Uns geht es allein darum, aufzuklä-
Bannholzer: Ja, aber ich bin nicht die Behörde,
Und was ist mit besagtem Zustand der Betriebsfeuerwehr, generell mit den Sicherheitsstandards?
ren, dass gewisse Dinge passiert sind, und dass
die prüft. Ich bin Anrainer, und ich erfahre dar-
Kirchknopf: Wir haben eine eigene Betriebsfeu-
wir darüber sowie über das weitere Vorgehen
über nichts. Außerdem kenne ich die Glanzstoff
erwehr, die im Betrieb mitläuft. Ein Angestellter,
informiert werden möchten. Wir haben auch im-
sehr gut. Ich hab schon als HTL Schüler Ende
ein Oberbranddirektor, ist dafür hauptberuflich
mer gesagt, wir wollen die Glanzstoff – aber nur
der 70’er Jahre das Werk besucht. Ende der
abgestellt. Es sind immer zwei bis fünf Leute im
mit allen Sicherheitsmaßnahmen. Es hat aber
80’er Jahre war ich dann wieder dort. Da waren
Einsatz. Das ist ein Konzept, das sich bewährt
keine Öffentlichkeitsarbeit seitens der Glanz-
nach wie vor dieselben kaputten Fensterschei-
und auch beim Brandfall funktioniert hat. Es wa-
stoff stattgefunden.
ben in der Spinnhalle wie Jahre zuvor. Oder wie
ren unsere Leute, die den Brand entdeckt und in
Kirchknopf: Ich glaube, das grundlegende Pro-
sieht es mit der Lagerung der Chemikalien aus.
Folge die Stadtfeuerwehr alarmiert haben.
blem ist vielleicht ein ganz anderes, dass näm-
Werfen Sie einmal einen Blick auf www.landes-
Zum Gebäude. Vielleicht ist es ein Schwach-
lich keiner weiß, was wir eigentlich genau ma-
hauptstadt.at. Da sind Fotos von Gitterboxen auf
punkt, dass nach außen manches älter wirkt,
chen. Unsere Kunden sind über die ganze Welt
Europaletten. Das sieht nicht ordnungsgemäß
so dass man glaubt, es wurde nichts gemacht.
verteilt. Vielleicht tragen Sie beide uns sozusa-
gelagert aus. Oder der Zustand des Betriebs-
Aber wir haben die letzten Jahre in die Abluft, in
gen als Kleidungsstück am Körper, vielleicht fin-
feuerwehrgebäudes. Das hebt nicht gerade das
Betriebsanlagen investiert. Das sieht man nicht
det sich ein Stück Glanzstoff in Ihrer Geldbörse.
Sicherheitsgefühl.
immer, war aber für das Werk sehr wichtig.
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URBAN Ein anderer Dorn im Auge der Plattform ist eine alte Deponie?
ist schwierig, den Schwefel gänzlich herauszu-
Kirchknopf: Es gibt eine Betriebsunterbre-
filtern. Das ist kein Unwille der Glanzstoff. Dazu
chungsversicherung, diese ist auf eine gewisse
Bannholzer: Ja, nördlich des Betriebsareals be-
genügt ein Blick auf andere Standorte wie Len-
Zeit ausgelegt. Mit unseren Versicherungspart-
stand eine Altdeponie, die angeblich geräumt
zing etwa – dort riecht es wesentlich intensiver.
nern sind wir in stetem Kontakt. Die beste Versi-
wurde. Was mich interessieren würde ist, ob
Aber wir bemühen uns redlich, sind sogar Vor-
cherung ist aber letztlich der Markt.
das Grundwasser dort in Ordnung ist. Ich war
reiter in der Frage der Abluftreinigung – welt-
diesbezüglich im Kontakt mit der NÖ Umweltan-
weit! Und wir bleiben weiter dahinter.
waltschaft, mit Dr. Rossmann und Mag. Kaspert, die konnten mir das aber nicht beantworten. Kirchknopf: Also die Deponie ist komplett geräumt worden, das Material wurde entsorgt.
Da Frage betrifft wohl generell, ob es eine Belastung gibt für das Grundwasser durch die Glanzstoff-Abwässer. Wie wird diesbezüglich Vorsorge getroffen?
Das heißt für die Marschrichtung? Kirchknopf: Wir wollen jetzt so rasch wie mög-
Nun behauptet die Glanzstoff aber, dass die ehemals vorgeschriebene Abluftstufe 3 nicht 100%ig erfüllt werden kann, weshalb man auch Einspruch erhoben hat. Darüber entscheidet der Unabhängige Verwaltungssenat. Zugleich ist aktuell die Rede von Biofiltern als Lösung.
lich auf die Beine kommen. Dass wir uns an
Kirchknopf: So ist es, dahin gehen unsere Be-
serem eigenen Nachteil.
die Auflagen halten, kann ich garantieren. Alles andere ist „denkunmöglich“. Wir wissen um die Brisanz des Themas, wissen wie kritisch die Geruchsproblematik beurteilt wird, wissen um unsere Verantwortung. Wir wollen sicher niemanden schädigen – das wäre ja auch zu un-
Kirchknopf: Wir haben seit 1992 eine betriebsei-
mühungen. Wenn ich in die Abluft investiere,
gene Kläranlage. Ich kann versichern, dass kein
dann natürlich in die modernsten Technologien.
Wasser ungeklärt irgendwohin geht. Sämtliche
Biofilter sind derzeit State Of The Art, am effizi-
Wässer durchlaufen diese Kläranlage.
entesten.
Man wird den Eindruck nicht los, dass in den Diskussionen oft ein altes Bild der Glanzstoff durch die Köpfe geistert, als es noch breiträumig gestunken hat, Schaumkronen auf der Traisen waren, das Werk kaum Engagement in Sachen Umweltschutz zeigte. Die Situation hat sich aber definitiv gebessert. Entspringt das Engagement der Plattform auch der prinzipiellen Befürchtung, es könnte wieder schlechter werden.
Ist dieser Weg für die Plattform denkbar?
wie rasch und genau der Bescheid abgearbeitet
Bannholzer: Wenn Sie, Herr Kirchknopf, bestä-
wird und wie der Informationsfluss an die Nach-
tigen, dass die biologischen Filter besser sind
barn funktioniert. Ich kann nur mataphorisch
und dass die Werte nachvollziehbar gestaltet
formulieren: Sollte die Glanzstoff in Vollpro-
werden, dann sagen wir okay und werden uns
duktion gehen ohne die behördlichen Auflagen
dagegen nicht verschließen.
einzuhalten, dann wäre der jetzt gesponnene
Bannholzer: Was Sie sagen, kann ich unter-
Bannholzer: Jeder Arbeitsplatz, der erhalten
schreiben. Die Geruchsthematik ist ja schon seit
wird, ist uns lieb und recht. Aber wir haben
Links: www.glanzstoff.at,
1972 virulent. Es bestand die Befürchtung, dass
eingeschränkt „nicht um jeden Preis“. Es muss
www.plattformprosanktpoelten.at
man jetzt hochfährt nach dem Motto: „Es stinkt
auch auf die Sicherheit, die Umwelt, auf die
zwar wieder, aber wird schon nix passieren.“
Nachbarschaft Rücksicht genommen werden.
Das klingt doch eigentlich so, wie es die Plattform fordert. Wie werden Sie weiter vorgehen Herr Bannholzer? Bannholzer: Unsere Zukunft ist davon abhängig,
seidene Faden der Freundschaft gerissen. Aber
Ein anderer Schlüsselaspekt ist natürlich die Arbeitsplatzfrage. Der Plattform wurde ja mitunter vorgeworfen, ihr seien die Jobs egal.
wir nehmen Ihr Wort für bare Münze, Herr Kirchknopf. Der Beweis liegt nun bei Ihnen! Kirchknopf: Das ist kein Thema. Wir halten uns daran! Alles andere wäre hanebüchen!
Das wäre ein unverzeihlicher Rückschritt. Ich bin
nach wie vor erbärmlich, aber Grosso Modo war
Sind die Arbeitsplätze mit der Wiederinbetriebnahme eigentlich gesichert? Man wird ja, entsprechend den Auflagen, erst zu einem späteren Zeitpunkt auf Vollproduktion laufen. Müssen die Leute weiterzittern?
es zuletzt erträglicher. Das hat auch positive
Kirchknopf: Zittern tun alle.
Effekte im Norden gezeitigt. Studenten haben
Wir haben aktuell alle Leute
sich angesiedelt, es ist eine Szene entstanden,
vollbeschäftigt. Keiner sitzt
Lokale, Infrastruktur – es wäre einfach extrem
daheim. Wir haben verschie-
schade, wenn dieser gute Ansatz durch übelrie-
dene Tätigkeiten, die erst für
chende Luft wieder zerstört wird, wenn also das
später geplant waren, vor-
hier gegebene Versprechen nicht eingehalten
gezogen. Vom Stand hat sich
würde. Wenn man uns aber versprechen kann,
bis dato nichts geändert. Wir
dass die Abluftsituation nicht schlechter sein
werden jedenfalls alles geben,
wird als vor dem Brand, und dass man für die
um die Mannschaft zu halten.
Sicherheit sorgt, dann sag ich nur: No Problem!
Aber jetzt eine Garantie zu ge-
Kirchknopf: Wissen Sie was, Herr Bannholzer?
ben, wäre vermessen.
Es wäre das Schönste, wenn der Geruch ganz
Hängt das auch von der Versicherung ab?
als Student auf die WU gegangen, damals hat es immer geheißen: „Ah, du kommst aus St. Pölten, das ist dort wo’s so stinkt.“ In den letzten Jahren hat die Glanzstoff, dieses Engagement würdige ich durchaus, mit gewissem Einsatz in die Abluft investiert. Bei Inversionswetterlage oder bei Wartungsarbeiten ist der Gestank zwar
weg wäre! Das wünschen auch wir uns. Aber es
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URBAN
ALARMIEREND Dr. Harald Artner, Lungenfacharzt in St. Pölten, findet die Zahlen alarmierend: „Es ist keine Frage, dass kindliche Atemwege durch Feinstaub, Industrieabgase, Dieselabgase und Passivrauchen wesentlich stärker geschädigt werden als diejenigen von Erwachsenen“, gibt er zu bedenken. Österreich sei beim Schutz von Nichtrauchern Schlusslicht in Europa, der Anteil der Dieselfahrzeuge sei einer der höchsten in der EU und die Feinstaubsituation kritisch. Die Industrieabgase hingegen wurden in den letzten Jahren reduziert. „Umso unrühmlicher ist hier die Firma Glanzstoff zu nennen, deren Geruchsbelästigung der Stadt St. Pölten zu einem nicht gerade ruhmreichen Ruf verholfen hat“. Zwar sei eine Besserung aufgetreten, aber die Geruchsbelästigung noch immer vorhanden. Diese sowie die genannten Zahlen der Statistik Austria sollten deshalb Alarmsignal für eine überaus kritische Neuevaluierung der Glanzstoff sein, immerhin sei Schwefelkohlenstoff mitverantwortlich für die Entstehung von kindlichem Asthma sowie für die Erwachsenenkrankheit COPD. „Wiegen 400 Arbeitsplätze tatsächlich mehr als die Gesundheit unserer Kinder?“ Laut Auskunft des Magistrats St. Pölten sei mit dem Ausstoß der Substanzen durch die Glanzstoff kein Risiko verbunden. „Keine Gesundheitsgefährdung, aber Belästigungsreaktionen.“ Auch Glanzstoff Geschäftsführer Dieter Kirchknopf widerspricht: „Wäre die Viskoseproduktion gesundheitsgefährlich würde es diese Industrie weltweit nicht mehr geben. Wir liegen mit unseren Werten weit unterhalb der WHO Grenzwerte, welche mit Abstand die strengsten Grenzwerte sind. Schwefelverbindungen sind in geringsten Konzentrationen geruchlich wahrnehmbar – dies ist die Problematik.“ Deshalb geraten wohl auch andere Fabriken im Stadtgebiet weniger ins Visier. Sei dem wie es sei. Gefordert sind in Sachen Luftqua-
ATEMNOT
Die Diskussion um die Glanzstoff hat wieder die prinzipielle Frage nach der St. Pöltner Luftqualität aufgeworfen. War es in Vergangenheit kaum möglich, Experten zu Auskünften zu bewegen, so lässt der Österreichische Todesursachenatlas nun Rückschlüsse zu: keine beruhigenden! Von Eva Seidl
lität alle, Wirtschaft sowie Privatverbraucher. Dies beginnt bereits beim einzelnen z. B. mit einem Umstieg auf den LUP, sofern möglich!
Herausgegeben wurde der Österreichischen Todesursachenatlas 1998 – 2004 kürzlich von der Statistik Austria. Leider wenig überraschend (man ahnte es) sind die Werte in den Bezirken St. Pölten (Stadt) und St. Pölten (Land) im Bereich der Atemwegserkrankungen. Zu den Krankheiten der Atemwege zählen in erster Linie chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, Emphysem, Asthma sowie akute Infektionen einschließlich Grippe, Pneumonie und Bronchitis. Etwa sechs Prozent aller Sterbefälle in Österreich sind auf diese Todesursachengruppe zurückzuführen. Jährlich sterben rund 4.200 Menschen an Erkrankungen der Atmungsorgane.
St. Pölten in höchster STufe Die standardisierte Sterbeziffer unterteilt sich in sieben Stufen. St. Pölten Stadt und Land liegen in der zusammengefassten Statistik (Männer und Frauen) in der höchsten Kategorie. Diese steht für „signifikant hoch und im obersten Zehntel“. Der Sterblichkeitsindex für Atemwegserkrankungen (Österreich = 100) ist in St. Pölten Stadt 144,8, in St. Pölten Land gar 155,0! Damit liegen beide Bezirke unter den unrühmlichen Top10 Österreichs (Großstädte wie Wien oder Graz sind im übrigen sogar unterdurchschnittlich!). In Niederösterreich erreichen nur Melk (147,3) und Zwettl (157,8) ähnlich hohe Werte. Bedenklich ist zudem, dass der Index in Relation zum Vergleichszeitraum 1988 - 1994 sowohl in St. Pölten Stadt (von 133,8 auf 144,8) als auch St. Pölten Land (von 125,8 auf 155,0) sogar angestiegen ist.
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Folke Tegetthoff präsentiert die besten Erzähler der Welt 4U 1ÚMUFO t ,SFNT t 4DIBMMBCVSH t 5VMMO t 4U 1FUFS t #BE 4DIÚOBV o .BJ 1GJOHTUFO
45 fabelhaft!e Programmpunkte: U %JF -BOHFO /ĂŠDIUF EFS .ĂŠSDIFOFS[ĂŠIMFS U Die Story Dinner U %JF 4UBEU 'MVTT -BOE 1BSUJFO U GBCFMIBGU e (FTDIJDIUFO GĂ S EJF HBO[F 'BNJMJF U Der 0,!.%4fabelhaft! GĂ S 4DIĂ MFS www.fabelhaft.at Info. 0660.7423.100 0021 Fabelhaft.indd 3
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URBAN
Das 6 x 10 des Glücks
Aufgepeitscht von Frühlingshormonen und in grober Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide (1943 vom US-Psychologen Abraham Maslow veröffentlichtes Modell, siehe unten) suchte ich nach dem ultimativen Glückskick in St. Pölten. Ungefähres Budget: 6 mal 10 Euro. Fazit: Glück ist sehr wohl käuflich. Aber nie zu 100 % …von Althea Müller, Fotos: Hermann Rauschmayr
Selbstverwirklichung Anerkennungsbedürfnis Soziale Beziehungen Sicherheitsbedürfnis Grundbedürfnisse Ob ich mich beim Bedienenlassen und Zei-
FRÜHSTÜCK IM CAFÉ MELANGE
tunglesen emotional weiterentwickle, bleibt da-
Kuscheltiere II“ auf DVD. Chips und Snips gehen auch gleich mit.
hingestellt, wenngleich das ungenierte Relaxen sehr gut tut.
Überlängensession auf der Couch, die Hand
40 %
in Knabbereien versunken, dazu liegen zwei
Glücksfaktor: 58 %
schamlose Katzen auf meinem Rücken. Besser geht’s nicht.
100 %
Flucht in die filmische Scheinwelt, die trotz
TYPVERÄNDERUNG
Monster, Mord und Totschlag immer noch net-
Tamara beim Friseur Gotschim ist die Frau meines Vertrauens: Spitzenschneiden beim Weltmeister! Dazu gibt’s persönlichen Trost, weil: Es dauert eeewig lang, ehemals 5 cm-Zotten wieder auf Steiss-Länge wachsen zu lassen. Kränkliche Haar-Enden werden schnell und schmerzlos entfernt.
60 %
Der Frau mit den Scherenhänden kann ich absolut vertrauen.
100 %
Man glaubt nicht, wieviel Information, MotiPikantes Frühstück mit Kaffee und doppelt
vation und Inspiration eine Frau und ihre Friseu-
ter ist als das wahre Leben. Thrilling. Aber – ge-
Käse statt Schinken plus Almdudler. Dazu gratis
rin in nicht mal einer Viertelstunde austauschen
sund? Egal.
Schmökern in jenen Zeitungen, die ich mir nie
können!
freundliche Bedienung.
Nach der Sitzung schaue ich endlich wieder richtig steil aus.
Essen, Trinken, Qualmen. Ich danke Gott für die Erfindung von Cafés.
100 %
Abtauchen in heimeligen Frühstücksgenuss, das Böse bleibt draußen.
100 %
60 %
Schon Kleinigkeiten machen gleich viel hübscher. Und was ist schlecht daran, nicht wie ein Irish Setter aussehen zu wollen?
Kaffeehäferl und Käseteller.
50 %
Rumsitzen bringt weder Lob noch Tadel, auch nicht von mir selbst.
0%
Furlong buddelt so einiges am Indianerfriedhof ein. Und das Beste – sie alle sind hier bei mir! Auch nen Cracker, Wardie?
50 %
60 %
Auf Schocker zu stehen, ist eine Lebensein-
Glücksfaktor: 72 %
stellung. Geht euch brausen mit euren Romantikkomödien!
Irene ist die netteste Kellnerin in town; ansonsten bleibe ich an meinem Tisch allein mit
für ihr Recht zu leben und zu lieben. Edward
30 %
Irgendwie schwant mir, dass es nicht das
FILMABEND AT HOME
wirkliche Leben sein kann, sich im dunklen Käm-
In der Videothek bei meiner Lieblingszicke leihe
merlein in Bildschirmfantasien zu verlieren. 0 %
ich mir „Gangs of New York“ und „Friedhof der
Glücksfaktor: 50 %
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2223 Glueck.indd 2
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Foto: zVg, elke freytag / Kurt Salhofer, H & M
kaufen würde, aber gerne lese sowie eine super
70 %
Leo und Cameron kämpfen blutüberströmt
80 %
23
URBAN det.
SCHNÄPPCHENJAGD
100 %
Nein, wir haben leider keinen coolen veganen
Kaufen macht glücklich. Im Mango Outlet lege ich
Laden und auch kein Anarchocafé in der Stadt.
mir im supersale gleich drei Oberteile für wenig
Aber wir haben den Inder. Solang zumindest das so
Geld zu.
bleibt, ist alles ok.
90 %
Der Mensch braucht Kleidung. Eigentlich aber hab
Die Welt wird gleichzeitig ganz groß und ganz
ich schon genug. Muss das hier also wirklich sein?
klein. Schmeckt gut und lässt den Alltag vergessen.
Bin schon beim Zahlen nicht so ganz happy. 10 %
Sehr bewusstseinserweiternd. Und das völlig dro-
Sicher ist nur, dass ich jetzt weniger Geld und noch mehr Fetzen habe.
10 %
genfrei.
100 %
Glücksfaktor: 90 %
Kaufen verbindet. Die andren Kunden schauen auch nicht zufriedener drein als ich.
20 %
Ein kleiner böser Teil meiner Seele freut sich, dass der Körper in XXS reinpasst.
YOGA FÜR ANFÄNGER
30 %
Mit meiner Freundin melde ich mich für den Yoga-
Die lang vergangenen Zeiten, als ich mein Ta-
kurs der VHS an. Das Glücksbudget reicht in etwa
schengeld für ein einziges (damals teures) CureShirt zusammensparte, haben sich irgendwie besser angefühlt.
für die erste von 12 Einheiten. Die ersten fünf Minuten machen Spaß. Danach
0%
bemerke ich, dass meine Sehnen irgendwie ver-
Glücksfaktor: 14 %
kürzt sind. Oder warum sonst tun mir plötzlich die Zehen so irre weh?
90 %
Nein. Bitte nicht wieder die Beine strecken müs-
BOLLYWOOD zum ESSEN
Es tut sich nichts. Rein gar nichts. Und wenn sich in Rosas eigenem Leben wenig regt, muss sie auf jenes anderer zurückgreifen. Heute mische ich mich mal wieder in A.G‘s beloved life. Und stellt euch vor, es gibt Leute, die in Bezug auf die Liebe und das männlich schwache Geschlecht noch uneinsichtiger sind als Rosa! Unvorstellbar? Abwarten! A.G. liebt die Liebe. Liebt es zu lieben. Liebt es geliebt zu werden. Soweit noch nachvollziehbar. Was, wenn diese Liebe aber gebraucht ist, second hand love quasi. Oder noch
K
sen. Argh! Aber in einer halben Stunde ist es sicher
schlimmer: vor Urzeiten in einer Kiste abgelegt, verstaubte sie vor sich hin. Und heute – Hokuspokus – holt man die Liebe wieder hervor, wischt ihr die unschöne Vergangenheit aus dem Gedächtnis und fängt an, ihr neues Leben einzuhauchen. Nur der faule Atem von damals
Rosa & SECOND HAND LOVE von Rosa Ein scharfes Supperl beim Inder belebt. Und entführt
50 %
Meine Freundin ist nicht böse, dass ich bei der
indisch/pakistanischer Gastfreundlichkeit und süs-
Kerze umkippe und sie meinen Fuß auf den Kopf
sen Musikklängen real ins Land hinterm Spiegel.
kriegt. Die Lehrerin korrigiert meine schiefe Rücken-
Als Wiener Proletariatskind stehe ich zwar v.a.auf Eiernockerl. Aber zwischendurch darf es ruhig auch mal exotisch würzige Wellness sein.
haltung. Und die andren Kursteilnehmer leiden mindestens so sehr wie ich.
90 %
80 %
Yoga ist lässig. Auch, wenn es schmerzt. Aber in
Klein, bunt, kuschelig fast. Die Hölle, das sind die
11 Wochen kann ich ihn, den brüllenden sonnenan-
anderen. Und überhaupt – Hölle? Plötzlich könnte
betenden Löwen. Den sterbenden Schwan beherr-
ich mich mit dem Gedanken der Reinkarnation an-
sche ich schließlich bereits jetzt.
freunden.
Foto: zVg, elke freytag / Kurt Salhofer, H & M
vorbei.
zwischen immerwährendem Weihnachtsschmuck,
80 %
100 %
Body & Soul im absoluten Einklang: In den knapp
Es gibt keinen freundlicheren Wirt als den Inder,
zwei Stunden ist nichts wichtig, außer, die Balance
dessen Name ich mir leider nie merke. Aber was
zu halten – und zu halten – und zu halten 100 %
sind schon Namen? Es ist das Lächeln, das verbin-
Glücksfaktor: 86 %
Und wenn wir schon dabei sind… Intellektueller Buchtipp „Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen – Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit“, Paul Watzlawick, 2006 Piper Verlag. Lockerleichter Surftipp www.zenpower.de/fruehlingserwachen-12_wege_zum_glueck.html Und der Weisheit letzter Schluss „Das vollkommene Glück ist unbekannt. Für den Menschen ist es nicht geschaffen.“ (Voltaire)
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liegt noch in der Luft. Rosa riecht ihn, das stinkt nach großer Kloake. Oder wie bitte liebe A.G. erklärst du dir und Rosa, dass partout er sich nach einer gescheiterten Existenz deiner entsinnt? Kurze Wochen, ach was rede ich, Tage später heißt es schon WIR und UNS und gemeinsam und trallala an diesem Wochenende habe ich für meine Freundin Rosa keine Zeit. Vergewaltigung der Liebe nennt Rosa das! Du vergehst dich an dem, was dir selbst am Wichtigsten ist. Hoffentlich hat er sich ordentlich seine Hörner abgestoßen, und nur die. Hoffentlich ist er es, der die Herde der reuigen Lover gehörnt verlassen wird und anderswo grasen muss. Ooooh Rosa, was sind denn das für Töne? Ja, ja ich weiß schon. Jetzt kann ich mir wieder anhören, dass du weißt, was du tust. Aber ich weiß auch, dass die Liebe schneller kommt, als MANN ahnt!
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24 Ich bin ein Wrack. Ein junges zwar, aber trotzdem ein Wrack: In der Früh beginnt’s mit Totenblässe, Schädelweh und Fluchtgedanken, mittags drückt der Magen und abends kämpfe ich mit Frustschüben, die mir gar das Augenlicht trüben. Ich wundere mich über plötzlich auftretende Allergieschübe, die mich – leider, leider – monatelang ans Sofa fesseln, genauso wie darüber, dass ich schon nach wenigen Minuten Waldlauf Gelenksschmerzen bekomme. Was mich wiederum – leider, leider – dazu zwingt, Sport selbst in kleinsten Dosen aus dem Tagesplan zu streichen. Noch bedrückender als das ist jedoch das Ohrensausen, das ich regelmäßig beim Autofahren kriege. Oder das fiebrige Frösteln jeden vierten Abend, wenn ich mal ein Fenster zu lang offen halte. Verdammte Luft der Außenwelt. And last but not least: Dieser Stress! Ich tue es nicht gerne, aber was bleibt mir denn schon anderes übrig, als nach dem obligatorischen Morgenkaffee einen Satz Beru-
K
CHICKEN
von Althea Müller higungskapseln einzuwerfen? Nein. Ich mach das sicher nicht aus Spaß – die Welt macht mich hin! Zum Glück aber finde ich laufend immer beeindruckendere Hilfskrücken. Preiswert. Legal. Die Apothekerin steht mittlerweile ganz oben auf meiner illusorischen Weihnachtskartenliste. Und für den Hausarzt habe ich eine Stempelkarte, mit der ich nach jedem 10. Besuch ein wahlweise sedierendes oder aufputschendes Produkt günstiger bekomme. Brauch ich alles. Dringend. Vielleicht hilft es außerdem, sich im Bett zu verschanzen. Vorhänge runter, Tabs auf den Nachttisch. Eh nur ein paar Tage. Bis es mir halt besser geht. Ich mich wieder gut fühle. Ansonsten bleibt mir immer noch eine Operation. Irgendeine. Jagged little pill.
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DAMENRUNDE
Frühlingsgefühle Dem Himmel sei Dank – es ist wieder Frühling! Zeit, um den schönen Dingen des Lebens zu frönen. Leicht und unbeschwert zu werden. Und ganz bewusst die rosarote Brille aufzusetzen. Das kann ruhig auch die schwarze Ray Ban sein. Von Althea Müller Farbenrausch Für die Modebegeisterten unter euch ist es höchste Zeit, die Pferde zu satteln und nach Wien zu düsen: Vom 17. bis 20. April findet im MuseumsQuartier der MODEPALAST statt. Auf mehr als 800 m² zeigt die Verkaufsausstellung junge österreichische und internationale Modelabels. Tägliche Modeschauen und Side Events in diversen Wiener Locations runden die Veranstaltung ab. Übrigens: Auch Niederösterreich ist vertreten – mit dem Label elke freytag aus Klosterneuburg-Weidling (siehe Foto!). www.modepalast.com Vogelgezwitscher Dass wir seit Wochen den fluffigen Song „New Soul“ als ultimative MitpfeifHymne genießen dürfen, ist eigentlich Apple zu verdanken – die nämlich wollten das feine Liedchen in ihrem TV-Spot für ein neues Notebook. (Apple rulez!) Das verhalf der schönen Urheberin Yael Naim Anfang 2008 zu ungeahnter Popularität. Zuckersüß! www.yaelweb.com
Bitte flatterhaft Come my lady, come come my lady, you‘re my butterfly, sugar, baby!!! Langem Text-Klau kurzer Sinn: Weg mit dem ganzen Plüsch- und Daunenzeugs der letzten Monate. Und her mit den zaaarten Kleidern. Lasst uns kitschig sein. Der Springtime zu Ehren.
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Europa wächst … Raiffeisen Ertragsgarantie Plus: Finanzieller Erfolg – vielleicht die schönste Nebensache der Welt? Wer kennt sie jetzt noch nicht, die erfolgreichen Ertragsgarantie Kombinationsprodukte der Raiffeisenbank Region St. Pölten? Rechtzeitig zum sportlichen Highlight - Mitte des Jahres - liegt wiederum ein attraktives Produkt mit Topverzinsung in limitierter Auflage bereit: Die Raiffeisen Ertragsgarantie Plus. Die eine Hälfte Ihrer Einlage wird auf das Raiffeisen-Vermögenssparbuch mit 6 % fix auf 6 Monate, die andere Hälfte auf den Raiffeisen-Europa-Garantiefonds 08 veranlagt. In diesem Falle sind das vier Aktienfonds, die ganz Europa repräsentieren – vom äußersten Westen bis ganz in den Osten. Damit die Europa-Auswahl besonders gut zusammen spielen kann, wurden unterschiedliche Aktiencharaktere ausgewählt: Vom angriffslustigen Raiffeisen-Osteuropa-Aktien bis zum konservativen Raiffeisen-TopDividende-Aktien. Und hat der Raiffeisen-Europa-Garantiefonds
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URBAN
A Room of One’s Own… ...war bereits 1929 das bescheidene Anliegen von Virginia Woolf. Obwohl sich seitdem die Situation der Frauen verbessert hat, bestehen doch nach wie vor Mängel in Sachen Chancengleichheit. Engagierte St. Pöltnerinnen haben deshalb einen Verein gegründet, um einen solchen „Raum“ zu schaffen. Von Kati Waldhart Das Frauenzentrum - derzeit in Bauphase - wird sich in der Linzerstraße
Einrichtung überfällig. „Auch wenn der Verein im Moment keine speziellen
16 befinden. Im Sommer soll der Probebetrieb starten, ab Herbst läuft
Angebote für Lesben bietet, so denke ich doch, dass er eine Verbesserung
dann der Vollbetrieb an. „Ich stehe aber bereits jetzt telefonisch oder per
in St. Pölten mit sich bringen wird, zum Beispiel als erste Anlaufstelle für
E-Mail für Beratungen zur Verfügung“, erklärt die fachliche Leiterin des
Beratungen oder durch die Unterstützung selbstbestimmter Sexualität.
Zentrums Ada Pochmann.
Dies impliziert meiner Meinung nach auch lesbische und transgender Le-
Generell ist das Frauenzentrum eine klassische Beratungsstelle von
bensweisen.“ Der Lesben und Frauenclub schließt auch nicht aus, in na-
Frauen (der Verein besteht ausschließlich aus Damen) für Frauen sowie
her Zukunft in Kooperation mit dem Frauenzentrum Angebote zu stellen.
Mädchen ab 10 Jahren. Geholfen wird in allen Lebensfragen- und -lagen,
Schon jetzt sei das Interesse am Verein Frauenzentrum jedenfalls groß.
egal ob es sich um familiäre, persönliche, berufliche, finanzielle oder sozi-
Etliche Interessentinnen wollen sich sowohl neben- als auch hauptberuf-
ale Probleme handelt. Auch psychosozialen und sozio-medizinischen Ge-
lich einsetzen, es herrsche enge Zusammenarbeit mit der FH St. Pölten
sundheitsfragen wird großes Augenmerk geschenkt. Angeboten werden
sowie den frauenorientierten Einrichtungen. Unterstützt wird der Verein
Einzel- und Gruppenberatungen, aber auch Workshops, Seminare, Impuls-
von Stadt, Land, AMS, Bund sowie Spendern. A Room of one‘s own... in St.
referate sowie ganz allgemein Lebensorientierung. Zudem steht schlicht
Pölten wird er für Frauen bald Realität!
dem Zentralraum, „aber auch Frauen aus anderen Landesteilen, die nicht selten aus Gründen der Anonymität kommen.“
BEDARF GEGEBEN Der Bedarf an einem Frauenzentrum bestehe jedenfalls trotz bereits vorhandenen Einrichtungen wie Mutter-Kind-Heim oder Frauenhaus, wie sich die Frauenbeauftragte der Stadt St. Pölten, Martina Eigelsreiter, und die NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte Christine Rosenbach einig sind: „In vielen Bereichen, besonders bei der Gleichberechtigung im Beruf, kann noch einiges getan werden!“, so ihr Grundtenor. Außerdem will das Frauenzentrum nichts anbieten, was schon existiert. „Wir füllen eher die Lücken und sind vor allem eine Clearing Stelle“, so Renate Gamsjäger, Vorsitzende des Vereins. Das heißt, man ist bemüht Frauen mit speziellen Problemen an die fachspezifischen Stellen weiterzuvermitteln. Auch Ingrid Müller vom Frauen- und Lesbenclub St. Pölten sowie Beirätin des Vereins findet die
Verein Frauenzentrum St. Pölten überkonfessionell – anonym – kostenlos – überparteilich Kontakt: 0676 / 30 94 773, office@frauen-zentrum.at Vereinskonto Kontonummer: 01500002009 BLZ 20256, Sparkasse NÖ Mitte West AG Spenden erbeten! Im europäischen Durchschnitt verdienen Frauen beim Stundenlohn 15% weniger als Männer, in Österreich sind es sogar 20%. In Niederösterreich verdienen Frauen im Durchschnitt gar 34% weniger als Männer und haben oft mit einem Karriereknick durch einen Teilzeitjob zu kämpfen (Schwangerschaft etc.). Der EU-Gender-Bericht kommt auf ca. 29% Frauenanteil bei Spitzenjobs in Österreich, obwohl es 1991 noch ungefähr 30% waren.
Foto: photocase, fotolia
das Knüpfen sozialer Netze im Vordergrund. Willkommen sind Frauen aus
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2600 Frauen.indd 2
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URBAN
Eine schnelle Strasse entlang der Traisen Was ist das? Es ist grau, schlängelt sich durchs Grüne und entzweit die Gemüter? Die geplante Traisental Schnellstraße (S34) und deren Verlängerung B334 sorgen nach wie vor für heftige Kontroversen. Befürworter sehen darin die bestehende Bundesstraße entlastet und die Wirtschaft angekurbelt, Gegner hingegen ein Prestigeprojekt, das das Verkehrsaufkommen verstärken und für einen Kaufkraftabfluss aus dem Traisental sorgen wird. Die S34 soll als Verlängerung der S33 von St. Pölten bis nördlich von Wilhelmsburg gebaut werden. Dabei gibt es eine Ostvariante vorbei an Brunn und Altmannsdorf sowie eine Westvariante vorbei an Völtendorf. Die Entscheidung über die Variante trifft die ASFINAG – die
Variante, die am nahesten östlich entlang der
sowie „Stopp Transit S34“. Bernhard Higer für
Schnellstraße ist Bundesangelegenheit – im
Traisen führt und aufgrund des geringsten Tun-
die letztgenannte: „Das Projekt S34/B334 ist ein
April. Präsentiert soll die gewählte Variante am
nelanteiles mit 140 Millionen Euro die billigste
politisch verordnetes und kommt nicht aus den
8. Mai im Volksheim St. Georgen werden. Frü-
ist. Ehestmöglicher Start des Baus: 2011.
Bedürfnissen der hier lebenden Menschen.“
hestmöglicher Baubeginn ist Ende 2010.
Das Straßenbauprojekt sorgte von Anfang an
Was ist grau und schlängelt sich durchs Grüne?
Die B334 hingegen fällt in Landeskompetenz.
nicht nur für politische Fehden, sondern ist auch
Die alte – eingleisige – Eisenbahnstrecke durchs
Über ihre Variantenfestlegung – die B334 wird
Gegenstand mehrerer Plattformen und Bürger-
Traisental, die, wenn sie attraktiver wäre, wohl
Wilhelmsburg umfahren und weiter bis nach
initiativen. Neben der Plattform „Pro B334“ des
auch Straßenverkehr aus den geplagten Orts-
Traisen führen – wird laut Landesregierung bis
Rohrbacher Bürgermeisters Karl Bader gibt es
durchfahrten abziehen könnte. An deren Aus-
Jahresmitte entschieden. Favorisiert wird die
auf der Gegnerseite die Initiativen „Stopp B334“
bau denkt aber leider niemand.
LAND UNTER STROM Fahrzeuge mit alternativen, umweltschonenden Antriebstechniken sind stark im Kommen. Ganz vorne mit dabei ist der E-Racer, ein strombetriebenes Moped! Der innovative Elektroscooter aus China ist so wegweisend, dass seine Anschaffung seitens des Landes Niederösterreich jetzt sogar mit 300 Euro gefördert wird! In China sind bereits über 20 Millionen dieser
ger. Einmal „Auftanken“ kostet im Durchschnitt
tigung wie bei vergleichbaren Motorbienen gibt,
Fahrzeuge unterwegs, in Europa ist die Tendenz
etwa 50 Cent. Billiger ist auch die Versicherung,
prädestinieren den E-Racer zum idealen City-
stark steigend: „Wir glauben fest an den Erfolg
die zirka 30 Euro im Jahr ausmacht.
Flitzer. Und das Umweltbewusstsein wird mit 300 Euro Förderung seitens des Landes sogar
des E-Racer, weil er in Zeiten von Klimaschutzdebatten eine richtige und sinnvolle Antwort
300 Euro Förderung
belohnt (Anträge unter: post.wst6energie@noel.
darstellt. Zudem braucht der E-Racer den Ver-
All diese Vorteile, ganz abgesehen von den Tat-
gv.at, Tel: 02742/9005-14790)
gleich zu den motorbetriebenen ‚Benzinbrü-
sachen, dass es keine schädlichen Abgas- und
E-Racer Center: KFZ Manfred Blab, Wienerstraße
dern’ in keiner Weise zu scheuen“, verlautet es
Kleinstaubbelastungen sowie keine Lärmbeläs-
129. www.e-racer.at
aus dem E-Racer Center. In der Tat sprechen die Fakten für sich. So bringt es der ca. 110 kg schwere E-Racer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und ist vom schneidigen Design her von einem Mofa nicht zu unterscheiden. Der Unterschied freilich beginnt im Innenleben, das beim E-Racer vor allem High Tech bedeutet anstatt Öl, Schrauben und Muttern. Kein Wunder, wird doch Strom anstatt Benzin getankt! Und so simpel es klingt, so einfach ist es tatsächlich: Den E-Racer kann man an jede Steckdose anstecken! Nach einer Ladezeit von drei bis sechs Stunden fährt man bis zu 70 km, bevor man wieder neuen Saft braucht. Damit kommt der E-Racer im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen auch deutlich billi-
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SCHRÄG GEDACHT
von Thomas Karl
1) Sowjetischer Vegetarier 2) Sparsam mit Fischfett umgehendes Federvieh 3) Gewandverunreinigung durch Pflaume 4) Investitionsmöglichkeit in Geflügel 5) Bürgermeister auf Englisch (geborgtes Rätsel) 6) Verschiedene Wimmerl (Englisch) 7) Schlechte Backmasse 8) Wird nicht so heiß gegessen wie es klingt 9) Peter Sellers hatte ’ne solche im „Partyschreck“
17 H
De Tr
assoziatives malen „Bisweilen beschleicht mich das Gefühl, manche
soziatives Malen“ zu heben versucht. „Viel span-
Künstler geben ihr Wissen absichtlich nicht wei-
nender ist ja die Fantasie des Menschen, das,
ter, um selbst besser dazustehen. Die machen
was in ihm steckt. Ich sag immer: ‚Denkt nicht
aus der Malerei ein Mysterium – nur, das ist sie
nach, sondern malt einfach. Ihr könnt das!’“ Und
nicht“, ärgert sich Gwendolin Burger und gibt
zwar jeder: „Das Bildnerische ist das Ursprüng-
deshalb seit Jahren Mal- und Zeichenkurse.
lichste überhaupt. Kinder kritzeln schon, bevor
Dabei geht es Burger in der Vermittlung nicht
sie sprechen können!“ Wer sich darauf einlässt,
ums technische Können an sich („Realistisch
so ist Burger überzeugt, wird belohnt: „Das ist
malen ist ja nichts Neues“), als vielmehr um den
wie eine Tankstelle, an der man sich auflädt!“
Ausdruck der Persönlichkeit durch das Malen,
Infoabend: 25. April, NXP Bowling Center
im Malen. Ein Schatz, den sie in Kursen wie „As-
Kontakt: DI Burger 0664 19 25 262
21
V
Gi Pi Ro
31
Il
Ac Ein Hundeleben
Au Bakke(n)
7.
10) Betrunkener Bettelordensmönch
G
W Fr Cl
Kulinarisches Schüttelreime Erst das G’selchte beizen wir, dann trinken wir ein Weizenbier
13
N
I find ’was klassa(er) als a Glas Wassa(er) Sie hat eine Schwäche für österreichischen Wein,
ein „meyerhold.unldt“, der ab 10. Mai dafür sor-
die Ruhe in unserem Land und „Echt Fett“ – alles
gen wird, dass es St. Pölten, Ardagger, Tulln und
Faibles, die den norwegischen Star Rebekka Bakken
Scheibbs nicht anders ergeht.
so sympathisch für uns Österreicher machen.
Unter dem Titel „Trackerdog – Spürhunde auf Wan-
Die äußerst talentierte und charmante Jazz/Pop-
derwegen“ sind Hundebesitzer aufgefordert, mit
sängerin ist in der Nähe von Oslo aufgewachsen,
ihren Lieblingen kurzerhand die Rollen zu tauschen.
seit 2003 wohnt sie aber in Wien.
Vulgo: Nicht Waldi, Struppi & Co. tanzen nach der
Vorher freilich - in ihrer experimentellen Phase, als
Pfeife ihres Herrls, sondern umgekehrt. Die Hunde
sie noch in einer Rockband sang - beschloss sie
nehmen ihre Besitzer an die Leine und zeigen, wo’s
nach New York zu gehen. Mit Erfolg. Für ihr 2003
10) Besoffener Kapuziner
langgeht. Hunde auf Abwegen? Oder vielleicht kom-
erschienenes erstes Album „The Art of How to Fall“
9) Schaumrolle
men die Besitzer gar zur der niederschmetternden
wurde sie mit dem begehrten „JazzAward“ ausge-
8) Scheiterhaufen
Erkenntnis: Es war nie anders! Einen witzigen Ver-
zeichnet. Ihre Stimme klingt auf diesem und dem
such ist es allemal wert. Die beim Spaziergang ent-
2005 folgenden „Is that You?“ Album nicht nur sinn-
stehenden Routen werden per GPS aufgezeichnet
lich und verträumt, sondern auch stark und selbst-
und im Anschluss zu Wanderkarten verarbeitet, die
bewusst. Ein Jahr später kam der dritte Longplayer
am 4. Juli im Stadtmuseum St. Pölten präsentiert
„I keep my cool“ heraus. Einer von vielen Gründen,
werden. Möglicherweise kann man in Hinkunft ja
sich Bakkens Konzert am 5. Mai im Festspielhaus
3) Zwetschkenfleck
auch touristisch daraus Kapital schlagen, indem
anzusehen, denn auch dieses Album lässt einen
2) Transparente
man den Themenspaziergang „Who let the dogs
träumen und macht vor allem eines: Lust auf mehr
1) Mo(o)skauer
out?“ anbietet. Anmeldung: www.trackerdog.at
Rebekka Bakken.
Essen Rümänen Muränen? I was net was i tät’ wär’ i auf Diät?
7) Plunderteig 6) Mixed Pickles 5) Burger King 4) Hühnerfond 2800 SC Kultur.indd 2
Ci
20
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22
A
Eu Foto: Burger, Universal, trackerdog
Auf den Hund gekommen ist der Theaterver-
09.04.2008 11:55:29
Be
Ganz
Barockfestival St. Pölten 17. Mai – Konservatorium f. Kirchenmusik Hohelied Salomos Des Nachts such‘ ich den meine Seele liebt Triagonale
21. Mai – Barockgarten im Stadtmuseum
Vive la France, vive le Roi! Giovanna Pessi – Harfe Pierre Pitzl – Viola da Gamba Ronald Bergmayr – Traversflöte
Il settecento napoletano Accordone
7. Juni – ehemalige Synagoge
Goldene Meisterwerke der Barockmusik Wolfgang & Matthias Schulz – Flöte Franz Bartolomey – Cello Claudio Brizi – Cembalo
13. Juni – Institutskirche Engl. Fräulein
Nach Sturm folgt froher Sonnenschein Circino
20. Juni – Franziskanerkirche
Sächsische Bläsermusik
OPUS 4 - Posaunenquartett des Gewandhausorchesters zu Leipzig
22. Juni – Dom zu St. Pölten
Antonio & Giraud
Europa Galante, Fabio Biondi, Marina de Liso Beginn jeweils 19.30 Uhr
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Musik und mehr
Eine Veranstaltungsreihe der Landeshauptstadt St. Pölten
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31. Mai – ehemalige Synagoge
28.03.2008 11:00:22 12:44:04 09.04.2008
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KULTUR
Das Unmögliche möglich machen Von 5. bis 13. Mai findet zum zweiten Mal das Erzählkunstfestival Fabelhaft statt. MFG sprach mit Saddek el Kebir, der beim Festival die Märchen aus 1001 Nacht neu interpretieren wird. Von Eva Seidl Warum ist das Erzählen wichtig? Weil es Kommunikation bedeutet. Das Leben fängt damit an. Wenn man sich in einer Beziehung nichts zu erzählen hat, ist das das Ende. Wenn man die Gabe hat, zu erzählen, sollte man viele Menschen davon profitieren lassen.
Was bedeutet es für Sie persönlich? Erzählen ist mein Leben! Es geht darum, den Menschen Nachrichten zu bringen. Die eine Möglichkeit ist, von etwas Tatsächlichem zu erzählen, das der Hörer noch nicht kennt. Die zweite Möglichkeit ist immaterieller Natur, dass man also von Träumen, von Fantasien, von Imaginärem erzählt: Über Helden und Antihelden, über andere Völker, Menschen, Religionen. Das Besondere ist, dass man sozusagen gemeinsam - Erzähler und Publikum - in einer Stunde oder auch in nur zehn Minuten die Möglichkeit hat, zusammen etwas zu erleben. Vielleicht zu reiten, zu fliegen. In einer Welt, die vom Erzähler und Zuhörer geschaffen wird!
Sie leben in Algerien und Deutschland. Gibt es Unterschiede im Erzählen? Es gibt keinen großen Unterschied, das Erzählen ist überall gleich, nur die Art und Weise, wie es angenommen wird, ist anders. Ich finde, dass in Deutschland die Menschen besser zuhören als in Algerien, vielleicht weil es weniger Erzähler gibt. Der Unterschied liegt in den Geschichten. Alle Geschichten kommen aus dem Orient, sie haben jedoch unterschiedliche Wege genommen, sich anders entwickelt. Es ist wie bei den Religionen, sie haben die gleichen Wurzeln.
Sie erzählen in beiden Sprachen. Eignet sich die deutsche Sprache zum Erzählen? Wenn man von der arabischen Sprache ausgeht, ist die deutsche Sprache wunderbar, weil sie dieselbe Konstruktion hat. Jede Sprache ist schön! Jede Sprache hat ihre eigene Magie. Es ist die Aufgabe des Erzählers, diese Magie, die
zulesen, ist doch anders und besser, als es vor
gibt immer einen Antagonisten im Menschen,
Töne, den Klang der Sprache herauszufinden.
den Fernsehapparat zu setzen. Welches Kind ist
eine Sonnen- und eine Schattenseite. „1001
Wenn man die Möglichkeit, ja den Luxus hat, in
nicht dankbar, jeden Tag eine Geschichte erzählt
Nacht“ wird von einer Frau erzählt, für die es
mehreren Sprachen zu erzählen, ist das wun-
zu bekommen. Wenn Eltern diese Zeit nicht ha-
ums Überleben geht. Die Geschichten sind die
derbar. Es ist eine Art Verfremdungseffekt, und
ben, ist das schon schlimm.
einzige Waffe, die sie hat. Es geht darum, aus
der Zuhörer ist dankbar, weil er sieht, dass sich
dem Tyrannen einen Menschen zu machen. Das ist auch die Liebe, dass das Unmögliche möglich
Warum braucht es ein Erzählfestival?
Sie erzählen die Märchen aus „1001 Nacht“. Was macht diese Geschichten heute noch interessant?
Wir brauchen Geschichten! Brauchen das Erzäh-
Ihre Erotik. Dass sie keine Grenzen haben. Sie
nen. Homosexualität war damals erlaubt. Alles,
len. Paare müssen einander erzählen, Kindern
erzählen von allen möglichen Völkern, Men-
was in eine Geschichte passt, kann erlaubt wer-
muss man Geschichten erzählen, damit sie sich
schen und Religionen. Alle haben eine Chance,
den. Alles kann in Frage gestellt werden, außer,
imaginär entwickeln. Seinem Kind ein Buch vor-
etwas zu werden, alle spielen eine Rolle. Es
dass es einen Gott gibt.
wird, dass man fliegen, dass man reiten kann, dass zwei Frauen oder Männer sich lieben kön-
Foto: SaddekFotoKnie
der Erzähler auf seine Sprache einlässt.
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ADVERTORIAL
„ABSOLUT GÄHNFREI“ Die Erste Bank präsentiert am 18.April im VAZ in Tulbing Alexander Bisenz im Klappsmühlen-Kabarett. Der Tullnerfelder Kulturverein und
Klappsmühlen-Ausschuss garantie-
die Gemeinde Tulbing haben den
ren für Lachkrämpfe...
Kabarettisten an Land gezogen.
Mehrwertunterhaltung
30 Jahr Jubiläum
In diesem Programm ist Tempo
Alexander Bisenz feierte 2007 sein
angesagt. Die Mehrwert-Unterhal-
30jähriges Bühnenjubiläum.
tungs-Überdosis für jung und alt.
Im brandneuen Klappsmühlen-Ka-
Kein Politiker-Wahnsinn zu groß,
barett, „ABSOLUT GÄHNFREI“ kehrt
kein Skandal zu klein, kein Star zu
BISENZ eindeutig back to the roots.
international, kein Promi zu pein-
Künstlerische Schwerpunkte sind:
lich, zu verkokst oder zu schwul.
Parodie, Schauspiel, Musik und Ka-
„ABSOLUT GÄHNFREI“ in rot weiß
barett. Mehrwert-Entertainment für
rot ist purer Parodien Rock’n’Roll
das typische Bisenz-Publikum von 9
für jeden gelernten Österreicher.
bis 90.
Die Klappsmühlen-Stars Hugo Portisch, Joe Zawinul, Alois Mauzga,
Falco, Kreisky & Co.
Ludwig
Mit den größten Klappsmühlen-
Fendrich, König Falco „Wolke 7“,
Stars die rot weiß rot zu bieten hat,
Hansi Windelseer, Prof. Dr. Kurt Ost-
ist auch der Draht zum Himmel ga-
bahn als Opern-Verführer, Robbie
rantiert. Von dort werden sich Falco,
Williamsbirne, Hans Mosers Rache
Kreisky und Co zu Wort melden. Die
an Wolfgang Ambros, Die Suflaki
beiden Anstaltsvorsitzenden Alois
Brothers, Jean Klo Bastard, LH Dr. Er-
Mauzga und Alfred Wurbala im
win Prölll, Alfred Wurbala u.v.m.
Hirschwimmerl, Beinhart
Kartenpreise: Kat 1: EUR 22,- Kat 2: EUR 19,Einlass: 19 Uhr Beginn: 20 Uhr Tickets: „Gute Unterhaltung“, Wienerstrasse 16 in Tulln (02272 / 68 909) Sowie: ÖT Verkaufstellen, Trafiken mit ÖT Anschluss, Österreichische Verkehrsbüros, Media Markt, Ruefa Reisen, sämtliche Libro Filialen, Saturn, Erste Banken und Sparkassen sowie die Raiffeisenbanken Tulln, Zwentendorf, Würmla, Sieghartskirchen und Stockerau Weiter Infos: 0699 11 72 32 48, www.mvmfm.at, www.tullnerfelder-kulturverein.at
Foto: SaddekFotoKnie
Ureinwohner Nordamerikas
SCHALLABURG 29. März bis 19. Oktober 2008
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32
KULTUR
Kunst Fort Knox
Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt wird derzeit am Stadtrand von St. Pölten das neue Kulturdepot errichtet. Durch einen Brand auf der Baustelle rückte das Gebäude erstmals ins Blickfeld. Zeit zu hinterfragen, was dort eigentlich genau entsteht und in Hinkunft gelagert werden wird. von Eva Seidl Ein „Haus für die konservatorisch optimale La-
stellungen aus diesen Beständen in niederös-
bung – an niederösterreichische Firmen“, freut
gerung, Pflege und wissenschaftliche Erschlie-
terreichischen Ausstellungshäusern wie dem
sich Grassegger. Eine ernstzunehmende Verzö-
ßung von Beständen des NÖ Landesarchivs der
Museumszentrum Mistelbach oder der Kultur-
gerung durch den Brand sei im übrigen nicht zu
NÖ Landesbibliothek und der Kunstsammlung
fabrik Hainburg gezeigt. Außerdem werden viele
erwarten, versichert er. St. Pölten wird also in
des Landes“ soll geschaffen werden, erläutert
Leihgaben für nationale und internationale Aus-
Bälde zum Kunst Fort Knox des Landes!
Friedrich
Lei-
stellungen zur Verfügung gestellt. Darüber hin-
ter der Abteilung Kultur und Wissenschaft des
aus werden einzelne Sammlungsschwerpunkte
Landes NÖ und seines Zeichens für die museal-
auch in Publikationen zugänglich gemacht. Alles
wissenschaftlichen Sammlungen des Landes
in allem lagern in St. Pölten also wertvolle Be-
stellvertretender
2
verantwortlich. Auf rund 3.700 m werden die
stände - in jeder Beziehung. Wenig verwunder-
gesamten Sammlungen des Bereiches bildende
lich, dass man mit genauen Auskünften über
Kunst gelagert, wenn sie nicht gerade ausge-
die Sicherheitsmaßnahmen geizt. „Betrieblich-
stellt sind. „Derzeit umfasst die Kunstsammlung
organisatorische
mehr als 35.000 Inventarnummern!“
Sicherheit und technische Sicherheit mit elek-
Insgesamt 14 Personen werden im neuen Kunst-
tronischen Alarmsystemen sind die drei Säulen,
sammlungszentrum beschäftigt sein. Diese be-
auf welchen das Sicherheitskonzept aufgebaut
schäftigen sich u. a. mit der exakten Beschrei-
ist“, verrät Grassegger. Und dass das Landeskri-
bung der Kunstwerke, der Auseinandersetzung
minalamt als Nachbar permanent vor Ort ist, sei
mit den Inhalten. Ebenso sind die Festlegung
ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor.
der Bedeutung des Werks, seine Einordnung in
Sicherheit,
bautechnische
ein (Gesamt-)Schaffen eines Künstlers, sowie
Umwegrentabilität
die Zuordnung zu künstlerischen Tendenzen
Rund 35 Millionen Euro stehen für die Errichtung
wissenschaftlich aufzuarbeiten.
des Landeskriminalamts und des Kulturdepots
KUNST-KAPITAL
zur Verfügung. Der Anteil des Kulturdepots daran beträgt in etwa 40 Prozent. Der wirtschaftliche
„Eine gut betreute Kunstsammlung ist das Ka-
Effekt, der durch den Bau ausgelöst wird, ist
pital für unsere großen Ausstellungshäuser“,
bemerkenswert: „Immerhin gingen mehr als 80
betont Grassegger. Regelmäßig werden Aus-
Prozent der Aufträge – bei EU-weiter Ausschrei-
FACTS
Gemäldedepot: 1000 m2 (mit fast fünf Meter hohen verschiebbaren Hängewänden) Skulpturendepot: 870 m2 (mit Schwerlastregalen und Kompaktanlagen) Fotodepot: 250 m2 (mit Schiebewänden und Ladenschränken) Grafikdepot: 375 m2 (mit Hängewänden und Ladenschränken auf mehreren Ebenen) Kunstgewerbedepot: 60 m2 Textildepot: 130 m2 Restaurierwerkstätte: 300 m2 (für Gemälde, Papier, Fotografie, Plastik) Quarantäneraum: 25 m2 Großkonservierungsraum: 55 m2 Bearbeitungsräume für Wissenschaftler: 150 m2 Reproduktionsraum: 100 m2 Fotoraum/Fachbibliothek: 175 m2 Indoor-Anlieferung: 115 m2 Rahmen- und Verpackungslager: 75 m2
Foto: Architekturbüro Ernst Maurer
Grassegger,
MFG0408
3200 Kulturdepot.indd 2
09.04.2008 13:08:15
33
KULTUR
MANNI IM LANDESMUSEUM Eine besondere Preview war
Binder als prominenten Stargast den Generaldirektor des Naturhisto-
exklusiv den Mitgliedern des
rischen Museums Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch begrüßen.
Fördervereins
Kulturbezirk
Zudem wurden die Besucher kulinarisch mit „Eisbein“ und Eis der
vergönnt. Sie durften die
Firma Schöller verwöhnt. Gleich ins Herz geschlossen wurde die natur-
aufsehenerregende
getreue Nachbildung eines Mammuts, das mancher Besucher einge-
neue
Schau „Mammut, Mensch &
denk des Filmes „Ice-Age“ kurzerhand Manni taufte.
Co. – Steinzeit in der Eiszeit“ im NÖ Landesmuseum als erste unter die Lupe nehmen. Und es wäre nicht der Förderverein
Kulturbezirk,
wenn man nicht wieder
EXKLUSIV-TIPP
mit
Exper-
Eine Kulturreise der besonderen Art er-
ten, welche höchstselbst in
wartet die Fördervereinsmitglieder am
die Ausstellung ein- und durch diese führten, aufwartete. So erklärten
19. April: Nach dem Besuch der „Kultur-
nicht nur der für den Naturkundeteil zuständige Museumsdirektor Dr.
fabrik Hainburg“, lassen ein exklusiver
Erich Steiner und der Ausstellungskurator Thomas Einwögerer die Hin-
Blick hinter die Kulissen des archäolo-
hochkarätigen
tergründe und Konzeption der Schau, da freute sich nicht nur Muse-
gischen Depots Niederösterreich, der
umsdirektor Carl Aigner über die fruchtbringende Kooperation mit dem
Besuch des neu eröffneten „Museums Carnuntinum“ in Bad
Naturhistorischen Museum Wien (die heuer sogar die 11cm große und
Deutsch Altenberg sowie die Vorab-Besichtung der rekonstruier-
in etwa 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf in die Landeshauptstadt
ten Villa Urbana in Petronell die Antike wiederauferstehen.
bringen wird), sondern da konnte Fördervereinsobmann Dkfm. Herbert
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35
ADVERTORIAL
Ein Volksfest wie damals...
Okay, es wird ja viel über St. Pöltner Veranstaltungen und Festivals gesprochen, die großartig sind: NUKE Festival, Barockfestival, Jazz-Herbst im EGON, Triathlon, Film am Dom, Hauptstadtfest und so weiter und so fort. Wer könnte sich den Veranstaltungsreigen ohne diese Highlights vorstellen. Nur, dann gibt es noch quasi die Mutter aller Events: Good old Volksfest – das jährlich an die 200.000 Besucher anlockt! Ist ja auch wirklich genial, oder?
den Worten „War eh nicht so schlimm“ abringt
Und dann treffen sich alle, wirklich alle beim
Da sind die Kleinen, die wie wild ihre Schauau-
und dann schnell auf ein Bier gehen will, „wo
Riesen-Feuerwerk (heuer sogar gleich zweien,
tos lenken und sich über jede Kurve freuen (die
man sitzen kann“. Aber ein Held ist er!
einmal von LEINER, einmal von den NÖN ge-
Wagemutigen legen sich sogar noch richtig hin-
Da sind Opa und Oma, die die Enkerl auf den
sponsert!), starren gereckten Halses in den Him-
ein), obwohl sie in Wahrheit auf Schienen fah-
Rummel ausführen, wobei Oma laufend für Zu-
mel, staunen offenen Mundes ob der Lichtspiele
ren. Andere drücken quietschvernügt die Hupen
ckerwatte-, Aschanti-Nüsse-, Riesenschaum-
da oben und können bei den ganz großen Kra-
am Flieger im Karussell oder fühlen sich wie ein
rollen- und Langoszufuhr sorgt und dafür von
chern ein „Ohhh und Ahhh“ nicht zurückhalten,
richtiger Cowboy, wenn sie auf einem Pony ihre
Opa stets ein strenges „aber das is ja soo un-
ebenso wenig wie den Schlussapplaus, wenn es
Runden drehen.
gesund“, der aber dann doch auch selbst kräftig
vorbei ist: „So schön wars wieder!“
Da sind die mit Hormonen vollgepumpten Pu-
zulangt und sich ein „Mmh, das schmeckt“ nicht
Jaja, das Volksfest. Das hat schon seine eigene
bertierenden, die mit ihrer ersten großen Liebe
verkneifen kann.
Magie. Eine Welt in der Welt, einmal im Jahr. Der
stolz, aber auch aufgeregt durch die Menge fla-
Da sind die Freundespartien, die sich traditionell
Duft von Langos in der Luft, die „Anpreisungen“
nieren, Hand in Hand, pochenden Herzens, eine
beim Hacker Pschorr treffen, sich dann weiter
der Schausteller, die bunten Lichter allüberall,
Runde Autodrom drehend, dann natürlich die
durch den Bacchus-Hain durchkosten und ir-
die stets wechselnde Musik, die Welle, auf der
Geisterbahn, wo man sich gegenseitig beschüt-
gendwann im Festzelt landen, wo sie sichzur
man mitschwimmt durchs Gelände, um immer
zen muss und aneinanderkuschlt...
zünftigen Volksmusik ein paar weitere Bierchen
wieder gerne – in einem Schaugerät, einem
Da ist Superdad, der, um den Kindern ihren
genehmigen und mit schön fetten Kotelletts
Gastgarten – zu stranden. Gut, dass es endlich
Spaß nicht zu verderben und um ja nicht als
oder Grillhenderln für die notwendige Unterlage
wieder seine Pforten öffnet. Heuer von 9. bis 18.
feige Nuss zu gelten, wagemutig mit ihnen ins
sorgen. Und zuletzt findet man sich im Showzelt
Mai am VAZ Freigelände!
„Panic“ steigt, und nachher käsebleich wieder
und tanzt noch bis in die frühen Morgenstunden
herauskommt, sich ein gequältes Lächeln mit
ab, weil der Tag heut auch so jung ist.
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36
NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL
noekulturforum.at Ein Drittel Jahrhundert NÖ Kulturforum 33 Jahre im Dienste der Kulturschaffenden
Das Urteam des NÖ Kulturforums vor 33 Jahren, Gotthard Fellerer, Leopold Grünzweig, Franz Slawik.
Das NÖ Kulturforum besteht seit einem Drittel Jahrhundert - 33 Jahre! Ein ungewöhnlich unrunder Geburtstag wurde kürzlich im Stadtmuseum St. Pölten gefeiert. Einer der letzten noch lebenden Mitbegründer
eignissen degeneriert, eine halbe Ewigkeit. Wer
Franz Slawik, Kurt Fuss, Kurt Preiss. Gemeinsam
des NÖ Kulturforums, Prof. Gotthard Fellerer
die erlebt, ist wohl ein Kultur-Dino. So lange
entwickelten wir in den 70er-Jahren für Niede-
aus Wiener Neustadt, bezeichnet sich selbst
existiert nämlich schon das NÖ Kulturforum.
rösterreich ein Kulturkonzept, das vorsah, statt
als „Kulturdino“ in Niederösterreich. Siegfried
Eigentlich bin ich ein Relikt aus einer Zeit, in der
budgetfressenden Kulturzentren wie im benach-
Nasko, vorletzter und Ewald Sacher, derzeitiger
Andreas Maurer Landshauptmann war und Hans
barten Burgenland die Kulturschaffenden vor
Obmann, bezeugen, dass nicht alle „Dinosau-
Czettel sein charismatischer Stellvertreter, in
Ort massiv zu unterstützen. Galerien am Land,
rier“ ausgestorben sind - Fellerer überlebte alle
der Leopold Grünzweig das Kulturressort führte
Künstlerinnen vor Ort, die besten Botschafter
Hochs und Tiefs der Kulturarbeit im und auf dem
und vorbildliche Kulturarbeit leistete. Dass man
von Kunst, Musik und Kulturinitiativen aller Art
Land. Hier ein Gespräch mit Gotthard Fellerer,
nach vielen Hochs und Tiefs immer noch dabei
belebten das Land. Niederösterreich wurde un-
dem „Kulturdino“ und Ewald Sacher, dem Ob-
sein kann, ist ein Grund zum Feiern.
ter Leo Grünzweig zum Kulturland. Es entstand
mann des NÖ Kulturforums:
Was gibt es nach 33 Jahren Kultur-Sisyphusarbeit eigentlich zu feiern?
ein amikales, offenes Kulturklima, von dem viele
„Die Eventkultur und sündteure Highlights tragen dazu bei, dass all zu viele Talente und Begabungen auf der Strecke bleiben.“
Aktive heute noch schwärmen und das sie immer mehr vermissen. Literaturgruppen entstanden - etwa die Gruppe Podium. Oder das Dokumentationszentrum für Moderne Kunst mit Hilfe
Fellerer: 33 Jahre sind in einer hektisch wogenden, grell fluktuierenden Kunst- und Kultur-
Wer waren die anderen Pioniere?
der Stadt St. Pölten, dessen erster Leiter der
szene, die immer mehr zu adabeiigen Eventer-
Fellerer: Klingende Namen wie Karl Gutkas,
Maler Prof. Franz Kaindl war.
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37
NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL Was war damals noch anders? Fellerer: Wir verwehrten uns damals noch erfolgreich gegen die heute grassierende Museumitis, da wir der Meinung waren, dass die Kulturgelder des Landes besser in jene zu investieren seien, die Kunst und Kultur aus eigenem Antrieb vor Ort machen. Breit wurden also Kunst- und Kulturinitiativen gefördert, und die Künstlerschaft erfreute sich reger Ankaufstätigkeit, ohne dass auf die Zugehörigkeit zu irgendeiner Partei oder die Bereitschaft als Wahlwerber für den Landeshauptmann zu agieren geachtet wurde.
Das Jetzt-Team des NÖ Kulturfourms, Gotthard Fellerer und Ewald Sacher Sacher: Gerade darum engagiert sich das NÖ Kulturforum heute so für die Kulturschaffenden in den Städten und am Land, weil wir sehen, dass die Eventkultur und sündteure Highlights
in dem Siegfried Nasko das Problem Arbeitslo-
lich nicht belohnt ...
dazu beitragen, dass allzuviele Talente auf der
sigkeit nicht schönreden, sondern Betroffene zu
Sacher: Rückschläge sind kein Grund zum Auf-
Strecke bleiben. Wir versuchen mit unseren be-
Wort kommen ließ, verbunden mit einer CD als
geben. Nach Zeiten der kulturellen Hochstim-
scheidenen Mitteln einen Gegenpol gegenüber
Ergebnis eines vielbeachteten Wettbewerbes.
mung unter Grünzweig, dem legendären Slawik
millionenschwerer Topevent-Kultur zu schaffen.
Wir machen nicht mit im Trend einer ökonomi-
oder Nasko gab es auch Phasen, in denen das
sierten Zeit, wo jeder Handgriff mit Geld bewer-
Kulturforum kaum wahrzunehmen war.
Was kann man denn konkret tun?
tet wird und das Herz keine Rolle spielt: So mit
Aber Krisen sind neue Chancen: So sehe ich es
Sacher: So wie in den 70ern und 80ern hat das
unserem Fotoprojekt „Denkmal statt Arbeit“ von
nicht als Demontage, sondern als Motivation, sich
NÖ Kulturforum als kleine, bewegliche Organi-
Ulrich Gansert, dem „Weinviertler Künstlerkata-
für Kulturarbeit, für Kunst- und Kulturschaffende
sation die Chance, jenseits des Kulturapparats
log“, dem „NÖ Kunstproviant“, dem Kunstpfad
landauf, landab einzusetzen. Mit Haltung und Ide-
schnell agieren und helfend eingreifen zu kön-
„Kunstleitn“ oder mit der CD „Wörksongs“.
alismus und nicht als zeitgeistige Abcasher! Und wenn es Not tut, packen wir selbst an, machen
nen. Waren es damals Impulse durch unzählige Ausstellungen, Herausgabe von Katalogen, Druck von Publikationen, avantgardistische Musikfestivals oder lokale kulturelle Bewegungen
„Wir schreiben Kultur weder mit C noch mit zwei O, also nicht als „Cool-tour“, sondern mit unserem Herzblut.“
es heute Projekte wie die Aktion „Hocknstad“,
die bescheidenen Geldmittel. Jedenfalls ticken bei uns die Uhren anders - effizienter, spontaner, direkter. Denn wir schreiben Kultur weder mit C
wie zum Beispiel das Modell Gutenstein, die frischen Wind in die Kulturszene brachten, so sind
wir sogar Handlangerdienste und maximieren so
Diese Arbeit wurde Ihnen als sozialdemokratischer Kulturpolitiker aber offensicht-
noch mit zwei O, also nicht als „Cool-tour“, sondern mit unserem Herzblut.
Wörksongs – eine CD des NÖ Kulturforums Gerade zeitgerecht zu seinem 33. Geburtstag hat das NÖ Kulturforum wiederum eine neue CD auf den Markt gebracht: Wörksongs. Das NÖ Kulturforum hat sich umgehört und vier Liedermacher entdeckt, die sich der Problematik der Arbeitswelt von heute musikalisch annehmen und Lieder über die Arbeitwelt und aus dem täglichen Arbeitsalltag zu schreiben. Es sind dies Klaus Bergmaier mit der Sängerin Angelika Sacher, Odilo Seisser, Hannes Winkler und Franz Zwazl. Sie alle komponierten und texteten „Wörksongs“, die sich um das Schicksal und das Leben arbeitender Menschen des 21. Jahrhunderts annehmen. Es sind kleine Schicksale, die uns bewegen, die hier vorgestellt werden. Vom rauen „Oawatssong“ bis zur subtilen Feststellung, das das Leben ein Labyrinth sei. Erhältlich ist die neue CD zum Preis von 10 Euro über das Büro das NÖ Kulturforums unter der Telefonnummer 02742/2255-123.
Ewald Sacher, Gotthard Fellerer, Angelika Sacher, Klaus Bergmaier, Hannes Winkler und Franz Zwazl (v.l.) präsentieren die neueste CD „Wörksongs“.
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38 Erst vor kurzem brachte eine der (drei) österreichischen Qualitätszeitungen eine einseitige Reportage, die sich die Ehrenrettung der Landeshauptstadt zum Ziel gesetzt hat. Knapp 800 Wörter später war klar, dass dieser Versuch klaglos gescheitert ist. Natürlich könnte man meinen, dass der Autor eine gewisse Böswilligkeit an den Tag gelegt hat, wenn er seine Route ausgerechnet im Regierungsviertel beginnt, dem er sogleich die niedliche Bezeichnung „niederösterreichisches La Defense“ gab. Doch auf den Punkt gebracht hat St. Pöltens Problem nur eine Person: eine ansässige Taxifahrerin, die St. Pöltner und Wiener auf ihr Einstiegsgebaren hin auseinander halten kann: Demnach erkennt man Einheimische in
K
RiversideFestival Traismauer Nicht die Rivers Of Babylon, sondern der River
sondern desweiteren die St. Pöltner Punkrocker
of Traismauer, kurzum die Traisen, ist das Herz-
Pocket Rocket, Herbstrock (die bereits als ös-
stück des Riverside Festivals. Nachdem man am
terreichische Genialmischung aus Mia. und Wir
Traisengestade schon im Vorjahr heimische Stars
sind Helden gefeiert werden), und last but not
wie Eric Papilaya und Nadine aufspielen ließ,
least die Herren von 3 Feet Smaller. Eine leichte
setzt man heuer noch eins drauf und hat einen
Übung, haben die Mannen doch schon am Fre-
gediegenen Mix zusammengestellt. So werden
quency, Nova Rock oder Aerodrom gegeigt.
am 31. Mai nicht nur die Gewinner des NÖ Lan-
Tix: VAZ St. Pölten, Tel. 02742/71400, ticket@nxp.
deswettbewerbs für Popularmusik aufspielen,
at, sowie Ö-Ticket Raiffeisenbanken!
Fortgehneuigkeiten
Scream Queen Contest
B-SEITEN
erster Linie daran, dass sie VORNE ins Taxi einsteigen. Gnadenlos. Da kann die Rückbank noch so schön gepolstert sein und John Cusack im Hauptabendprogramm noch so oft HINTEN einsteigen. Die St. Pöltner bleiben bei ihrer exhibitionistischen Tuchfühlung mit dem Fahrer, auch wenn sie damit eine spannende Unterhaltung provozieren, die sie eigentlich niemals führen wollten. Denn es gibt etwas, das sie immer wieder magisch in die 1. Reihe zieht und solche oberflächlichen Gespräche verkraften lässt: das ungelöste Rätsel der unverständlichen „BRSCHL-BRSCHL“-Weisheiten aus dem Funk-Orakel, die nur der Fahrer selbst zu verstehen vermag. Und bis ich herausgefunden habe wie er auf diese rätselhaften Laute mit einem bestätigenden Grunzen antworten kann, werde auch ich weiterhin VORNE einsteigen. Ohne aufzufallen. Provinz sei Dank!
3839 SC Szene.indd 2
Seit Anfang März gibt es am Mühlweg in St. Pölten
Seit 2007 gibt es sie: die Horrornächte im Cinema
ein neues Lokal. Dort wo früher schon Heartbreaker,
Paradiso. Auf Initiative von Thomas Fröhlich trifft
Inside oder Bellini beheimatet waren, findet sich nun
(etwa im Halbjahresrhythmus) ein bunter, pardon
das Bubble von Nachtschicht-Legende Rudi Kurz,
dunkler Mix aus Lesungen einschlägiger Literatur,
der von Donnerstag bis Samstag offenhält.
ausgewählten Horrorfilmen und düsterer DJ Line auf
Vorraussichtlich Mitte Mai soll in der Herzogenbur-
ein erwartungsvolles Publikum. Am 11. April, zum 40-
gerstraße 67 gegenüber des ehemaligen FH Gebäu-
Jahr-Jubiläum des Filmes „Night Of The Living Dead“,
des „Die Villa“ eröffnen. Neben Gaststube, Bar und
gibt’s ein zusätzliches Highlight: den 1. NÖ „Scream
Pub im unteren Geschoß, wird das Obergeschoß für
Queen Contest“, moderiert von KosmoProlet, der vor
Privatfeiern zur Verfügung stehen.
einiger Zeit den ersten österreichischen Contest aus
Auch außerhalb von St. Pölten wird dem Fortgehvolk
der Taufe gehoben hat. Man schreie also nach dem
seit Jänner Neues geboten. Im Pielachtal, genauer
Vorbild der Ur-Scream Queen Jamie Lee Curtis (Hal-
Mainburg, versucht das „Aufriss“ auf 900qm Trend-
loween) vor einer aus dem Publikum gewählten Jury
lounge, Musikbar und Club in einem zu sein.
glaubwürdig um sein Leben. Dem Gewinner winken
Während es also einige neue Möglichkeiten zur
Goodies von THALIA sowie die Einladung zum finalen
Abendgestaltung gibt, ist auch ein herber Verlust zu
Contest im Herbst in Wien. „Es geht um den lustvol-
beklagen: Das beliebte Batcave stellt mit 13. April
len Umgang mit dem – fiktiven – Schrecken!“, meint
den Betrieb ein. Ob und wann hier etwas nach-
Fröhlich. Und spätestens zu Halloween 2008 geht’s
kommt, ist im Moment noch nicht bekannt.
weiter: untot und sehr lebendig!
Foto: zVg, fotolia
von Tobias Zuser
09.04.2008 12:35:54
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3839 SC Szene.indd 3
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SZENE
Im Sande verlaufen?
Zack-Prack! Gleich ein großangelegter „Tag der Revolution“ war nötig um den „Prozess Jugendentwicklungsplan“ am 4. Dezember 2005 gebührend zum grandiosen Finale zu treiben. Diesem wohnte dann auch rund ein Dutzend Jugendlicher bei. Von Michael Müllner, Foto: Hermann Rauschmayr Wir erinnern uns: Im September 2005 startete
Insgesamt wurden für das Projekt Limelight
den Teilnehmern der einzelnen Arbeitsgruppen
„limelight – st. pölten wird jünger“ (der Jugend-
55.000 Euro ausgegeben, knapp die Hälfte ging
sogar untypischer Optimismus: „Das wird schon
entwicklungsplan umgesetzt vom städtischen
an die Leiter der Arbeitsgruppen. Rund 25.000
kein Wahlkampf-Gag sein. Das ist dem Bürger-
Jugendkoordinator Wolfgang Matzl), mit dem
Euro machte dieser „Rieseneinsatz“ in Cash
meister sicher ernst.“ Hoch und heilig auch die
Ziel nicht irgendeine Beratungs-Agentur zu be-
allein für Werbeagentur und Werbemittel aus.
Kampfansagen in manchen Gruppen: „Getreu
auftragen, sondern an der Basis in elf Arbeits-
Auch die Website www.lime-light.at – angelegt
dem Spruch ‚Die Geister, die ich rief’ – so schnell
gruppen den Ist-Zustand der STP-Jugend zu ana-
als „Partizipationsweb“ – wurde davon bezahlt.
wird uns die Politik jetzt nicht mehr los.“ Tho-
lysieren und Forderungen, Maßnahmen sowie
Nach einem feedback-losen Jahr mit etwa zwei
mas Karl: „Auch wenn die Umsetzung in man-
wünschenswerte Soll-Zustände zu erarbeiten.
Zugriffen pro Tag findet sich dort heute nur
chen Bereichen erst langsam einsetzt, allein die
Der ‚Tag der Revolution‘ war als „Beteiligungs-
mehr ein Daten-Nirvana ohne Nachschlagemög-
Vernetzung aller Betroffenen ist vielleicht schon
modell“ für echte Jugendliche gedacht, abseits
lichkeit. Kulturamtsleiter Thomas Karl: „Vermut-
der größte Verdienst von Limelight.“
der Fachleute. Der Publizist Werner Harauer in
lich mag die Tatsache, dass die Position des Ju-
einem Kommentar zum Event: „Das Ziel, dem
gendkoordinators ohnehin im Bewusstsein der
VERBINDLICHSTEn DANK
Plan durch eine breite jugendliche Öffentlichkeit
Jugend verankert ist, ein Grund gewesen sein,
Im Juni 2006 wurde Limelight vorerst abge-
Legitimität und Gewicht zu verleihen ist aller-
weshalb die Website offline genommen wurde.“
schlossen, in einer Rathaus-Presseaussendung
dings verfehlt worden, der Rieseneinsatz von
Dabei hätte Limelight ja ein Auftakt sein sollen.
las sich das wie folgt: „Die Ergebnisse des
Manpower und Geldmittel verpufft.“
Kurz vor der Gemeinderatswahl herrschte unter
ganzen Prozesses werden in Form eines Mani-
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4041 Limelight.indd 2
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SZENE festes – ein verbindliches Programm – präsentiert. Bei den angestrebten Zielen wird festge-
STILLSTAND & SCHUBLADEN
den Bürgermeister-Agenden alle Hände voll zu tun hat. Eine absolute Stillstand-Situation – ergo:
legt, wer für die Umsetzung verantwortlich
Edwin Prochaska blickt auf zahlreiche Sitzungen
wir sind zurück in der Steinzeit!“
ist, welche Mittel dafür aufgewendet werden,
der Gruppe Jugendkultur zurück: „Diese wun-
Der angesprochene Kultur-Chef der Stadt, Tho-
woher diese kommen und bis wann umgesetzt
derbaren Arbeiten sind irgendwo in Schubladen
mas Karl, sieht das anders: „Ich glaube, dass es
werden soll. Damit wird für einen transparenten
und somit aus den Köpfen verschwunden. Das
den ‚Wunderwuzzi‘ nicht gibt, da Kultur viel zu
Ablauf von limelight gesorgt, die Beteiligung
gilt auch für den zeitgleich von Thomas Karl in
umfassend und vielschichtig ist, als dass ein Ein-
vieler Personen garantiert, dass der Jugendent-
Auftrag gegebenen ‚Kulturentwicklungsplan’.
zelner das Spektrum objektiv abdecken könnte.
wicklungsplan auch realisiert werden wird.“ Was wurde bis heute realisiert? Josef Gruber leitete die Gruppe Jugend & Migration: „Es gab Veranstaltungen
für
jugendliche
Migranten
und die Förderung von Deutschkursen. Unsere Hauptforderung, eine ‚unabhängige Anlaufstelle’ konnte von der Stadt aber nicht umgesetzt werden. Grundsätzlich war der Austausch der Teilnehmer in der Arbeitsgruppe eine gute Sache.“ Barbara Fellöcker leitete die Arbeitsgruppe offene Jugendarbeit: „Bei limelight ist leider nicht viel rausgekommen. Die Sternschnuppe, ein
Die elf Arbeitsgruppen Offene Jugendarbeit Beratungsstellen Jugendkultur Schule und Ausbildung Jugend und Konsumwelt Migranten Verbandliche Jugendarbeit Jugend und Arbeit Jugend und Wohnen
Es würden unweigerlich gewisse Gruppen bevorzugt und somit Begehrlichkeiten anderer geschürt. Schon allein die Bestellung würde einen regelrechten ‚Kulturkampf‘ auslösen. Wir haben damals intern auch potentielle Namen abgetestet, es kamen bei jedem sofort Vorbehalte.“
TIMEOUT Die grüne Stadträtin Sylvia Hehei sitzt dem Kontrollausschuss vor: „Die Kosten waren im Vergleich zu anderen Städten gering. Aber von all den guten Ideen ist leider wenig übriggeblieben. Wie so oft in der Stadtpolitik: Ein Anfang wird
Nachtbus für Jugendliche, wurde rasch umgesetzt, aber sonst? Eine wichtige Forderung un-
In beiden Studien wurde als zentraler Punkt
gemacht, danach geht‘s konzeptlos weiter!“
serer Gruppe war beispielsweise ein Spritzen-
der ‚unabhängige Kulturmanager’ gefordert, die
Jugendkoordinator Matzl war vorerst nicht er-
tausch-Programm bzw. räumliche Infrastruktur,
dritte Person zwischen Kulturstadtrat und Kul-
reichbar. Er teilte mit, dass er gerade einen
in der jugendliche Suchtkranke eine Ansprech-
turverwaltung, jemand der Schwung reinbringt!
Wüsten-Urlaub vorbereite und ab Mai wieder
möglichkeit finden, und nicht irgendwo in der
Stattdessen hat sich die Situation dahingehend
verfügbar sei. Wie sagte der amerikanische Po-
Passage herumlungern müssen. Das wurde bis
verändert, dass der Kulturstadtrat als Ansprech-
litiker Adlai Stevenson? „Eine Revolution muss
heute nicht angegangen.“
person weggefallen ist, da Matthias Stadler mit
man am Anfang, nicht am Ende abbremsen.“
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SZENE
Austrian Pop-Punk in stp „in studio now - recording new songs“ verkündet der Status der Myspaceseite der Pop-Punk Band Pocket Rocket. Und tatsächlich schwimmen die vier St. Pöltner momentan regelrecht in Arbeit. Trotz allem fanden sie Zeit um ein bisschen mit uns zu plaudern, über ihre Musik, ihre Anliegen und Pläne. Von Vivi Hohengasser Nicht nur der Endspurt fürs neue Album „Disas-
und wir glauben schon, dass das Video wieder
ten. Aber am allerwichtigsten ist es, dass es uns
ter spreads so much faster“ sondern auch ein
auf GOTV gespielt wird.“
selbst gefällt.“
Videodreh und jede Menge Probenarbeit galt
Klarerweise konzentriert sich momentan die
Die Musik nimmt im Leben von Pocket Rocket
es in den letzten Wochen zu bewältigen. Hinter
gesamte Energie der Band
mittlerweile einen bedeutenden Platz ein und
einer großen Lagerhalle liegen die geräumigen
auf die Finalisierung des
somit auch einen Großteil der Zeit in Anspruch.
Arbeits- und Proberäume der Band. „Hier haben
neuen Albums und na-
Alles in allem haben die Pop-Punker „den Plan,
wir in den letzten Wochen fast unsere ganze
türlich wird gehofft
freie Zeit verbracht, wenn wir halt nicht gerade
„dass
im Studio waren“, erklären sie mir.
kommt bei den Leu-
es
gut
an-
dass das alles mal was wird. Aber in Österreich musst halt leider Volksmusik machen, damit‘st was verdienst.“
Mehr als zwei Jahre Arbeit stecken insgesamt im neuen Album, sieben Monate davon seien intensive Studioarbeit gewesen. Ein Ende ist jetzt allerdings in Sicht: am neunten Mai findet im Warehouse die offizielle CD-Release Party statt. Die Zufriedenheit über das neue Baby ist groß: „Es ist auf jeden Fall mehr als wir uns am Anfang erwartet haben. Das neue Album ist jetzt, ungemischt, eigentlich schon besser als die vorige CD“, erklärt Christoph enthusiastisch. „Es ist ein großer Unterschied zum Anfang. Wir machen jetzt keine komplett andere Musik, aber wir lassen uns viel mehr Zeit, die Musik ist abwechslungsreicher als vorher und wir haben vieles verfeinert“, meint Kurt weiter. Die Musik von Pocket Rocket hat sich in den letzten fünf Jahren wesentlich verändert und weiterentwickelt: „Das passiert alles fließend. Es ist wie wenn man sich jeden Tag im Spiegel sieht, man merkt die Veränderung nicht. Erst im Rückblick wird sie deutlich.“ Abgesehen davon, dass jeder sein Instrument mit der Zeit besser und selbstverständlicher beherrschen gelernt hat, sind Pocket Rocket davon überzeugt, dass man das meiste im Studio dazulernen kann. Die Fortsetzung zur Single vom letzten Album gibt es jetzt ebenfalls. Es geht darin darum, dass man in der eigenen Stadt so gut wie nie wirklich erfolgreich sein kann. Käme beispielsweise eine schlechte US Band nach St. Pölten, wären die Leute wesentlich begeisterter als würde eine gute St. Pöltner Band auftreten. „Je weiter weg was ist, umso cooler finden das die Leute.“ „Was wir am besten finden ,suchen wir dann fürs Video aus.“ Der Dreh in einem Klassenzimmer, in dem sechzig Personen tanzten, erwies sich als überaus anstrengend, aber trotzdem „war’s ein Riesenspaß
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ADVERTORIAL
OPEN HOUSE
Die Studierenden der New Design University zeigen am Tag der offenen Tür am Donnerstag, 17. April, ihr Können. Beim Tag der offenen Tür zeigen die Jungdesi-
Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie
gner/innen ihre Kreationen und die Werkstätten,
sich über das umfassende Angebot an Bache-
in denen sie tagtäglich arbeiten.
lor- und Masterstudien an der New Design University.
Auch 2008 erwarten die BesucherInnen am 17. April ab 10:00 Uhr eigene Showrooms mit inter-
Um Anmeldung unter 02742/ 890 2411 wird ge-
essanten Projektarbeiten der Studierenden und
beten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
einer Präsentation der Hard Facts. Türen auf @ WIFI-Kolleg für Design Bei einer Führung sehen Sie nicht nur die Herz-
Auch das WIFI-Kolleg für Design lädt am 11. April
stücke der New Design University, wie die to-
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SZENE
Der bayrische Rasta Bereits zum vierten Mal steigt am 23.Mai 2008 das House of Riddim Festival in der Pielachtalarena Hofstetten/Grünau. Headliner ist dieses Jahr ein ganz besonderer Künstler, der die deutschsprachige Reggaelandschaft seit Jahrzehnten prägt wie kein anderer: Hans Söllner! Von Flo Kogler Gemeinsam mit seiner Band Bayman’ Sissdem wird er in gewohnter Ma-
licher mit 14 Jahren so richtig an. Damals wurde er aus dem örtlichen
nier seine gesellschafts- und sozialkritischen Texte zum Besten geben.
Trachtenverein geworfen, da seine Haare zu lang waren.
Dass es so kommen würde, hatte am Weihnachtstag 1955 in Bad Reichen-
Als fünfzehnjähriger absolvierte er eine Lehre als Koch, die er drei Jahre
hall wohl niemand geglaubt. Dort erblickte der Liedermacher als Johann
später erfolgreich abschloss. Er wurde daraufhin zur Bundeswehr einge-
Michael Söllner als erster Sohn von Johann senior und Therese Söllner
zogen, die er jedoch nach drei Monaten Grundausbildung wieder verließ.
das Licht der Welt. Seine Eltern waren beide katho-
„Ich entschloss mich lieber den Behinderten den Arsch zu wischen, als
lisch, und so ging es für Hans mit drei Jahren
den Blöden in denselbigen zu kriechen.“ Nach Ende seines Zivildienstes
in den katholischen Kindergarten in Bad
zog es Hans nach München, wo er zwei Jahre lang vergeblich nach Arbeit suchte. Dieses Erlebnis verarbeitete er musikalisch in dem
Reichenhall.
UNANGEPASST Zum ersten Mal eckte er als Jugend-
Stück „Endlich eine Arbeit“, welches 1982 auf seinem Debütalbum „Nachdenkliches zum Schmunzeln“ erscheinen sollte. Frustriert von der Arbeitslosigkeit, beginnt Hans Söllner eine weitere Lehre als KFZ-Mechaniker, die er erfolgreich abschließt. Während seiner Lehrzeit bringt er sich auf einer geschenkten Gitarre selbst das Spielen bei. Seine musikalischen Fertigkeiten kommentiert er selbst allerdings so: „Ich hab halt das Glück gehabt, dass ich mit nur drei Akkorden zwanzig Lieder spielen kann - und das können eben nur drei auf der Welt - Bob Marley, Bob Dylan und ich. Ich begreif die Gitarre wirklich
Hans Söllner hat in seiner nunmehr 26-jährigen Karriere 22 Alben aufgenommen. Sein aktueller Longplayer mit dem Titel „Viet Nam“ erschien letztes Jahr im November 2007.
House of Riddim Festival 23. Mai 2008 Pielachtaler Sehnsucht Hofstetten-Grünau Mit: Hans Söllner und Bayaman‘Sissdem, Fantan Mojah (Jam) Leftside aka Dr. Evil (Jam), Burning Spectacular, Ganjaman, B-Seiten Sound and many more. Tickets: VVK: 29 EUR/AK 35 EUR. VVK VAZ St. Pölten, 02742/71400, ticket@nxp.at oder Ö-Ticket.
4445 Reggae.indd 2
FA Name: Johann „Hans“ Michael Söllner Geburtsdatum: 24. Dezember 1955 Familienstand: Freundin Barbara, 4 Kinder Musikalische Einflüsse: Bob (Marley & Dylan)
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SZENE nur als ein Hilfsmittel, damit ich keine Gedichte aufsagen muss.“ Es folgt
Hans Söllner stets die Stimme der kleinen Leute geblieben.
sein erster Auftritt in der Münchner Kleinkunstbühne Robinson 1979.
Spiegelbild seiner stets humorvollen und dennoch kritischen Texte war
Seine Zeit in der bayrischen Hauptstadt verläuft jedoch für ihn alles an-
die Zusammenstellung seiner Band „Bayerman Vibration“ Anfang der
dere als erfolgreich. Immer mehr reift in ihm die Ablehnung der staat-
Neunziger. Denn zur Rekrutierung der Bandmitglieder startete Söllner kein
lichen Autorität. „Ich kam zu dem Schluss, dass ich von diesem Staat
Casting, sondern marschierte einfach zum Münchner Arbeitsamt.
nichts zu erwarten habe und entschloss mich, meine mir noch verbleibende Zeit in diesem Leben diesem Staat zu verklickern, dass er mich am
EINE GLAUBENSFRAGE
Arsch lecken kann.“
Seine Liebe zum Reggae vertieft er 1993, als er aus der katholischen Kir-
Im Jahre 1982 nimmt Söllner an einem Wettstreit im bayrischen Traun-
che austritt und zum Rastafari-Glauben übertritt. So sagt er über sich und
stein teil – und gewinnt. Dies ermöglicht ihm die Veröffentlichung seines
seine Weltanschauung: „Ich liebe dieses Land und meine Heimat, ich liebe
ersten Albums mit Liedern, die er während seiner Lehrzeit in München
diese Welt und die darauf seienden Menschen und Lebewesen in all ih-
geschrieben hat.
ren Farben und Sprachen und Gerüchen. Ich erkenne die Vielfalt an und
JAMAIKA UND DIE FOLGEN
alle Gewalttätigkeiten, Schmerzen und Ängste sind ein Geschwür unserer nicht mehr im Einklang mit der Natur lebenden Gesellschaft.“
Die große Wende in seiner jungen Karriere kommt aber 1986, als er nach
Anfang des neuen Milleniums scharrt Hans Söllner die österrei-
Jamaika reist. Dort passieren zwei für Hans Söllner’s weiteres Schaffen
chische Reggae-Formation The Buccaneers um sich, aus denen später
wichtige Dinge: Er entdeckt seine Liebe zum Reggae…und zu Marihu-
Bayman‘Sissdem werden, mit denen sich Hans Söllner auch am 23. Mai in
ana! Der Konsum von Cannabis wird ihm bald zur lieben Gewohnheit
Hofstetten/Grünau die Ehre geben wird.
und bringt ihm allerlei Probleme ein. Mit dem Gesetz gerät Söllner öfter
Hans Söllner setzt sich weiterhin für die Legalisierung von Marihuana ein,
in Konflikt. Das erste Mal in den frühen Achtziger-Jahren als er an einer
erfolglos. Eine Klage auf sein Recht, dass er als Rastafari aus religiösen
illegalen Hausbesetzung teilnimmt. Für weitaus größeres Aufsehen sorgt
Gründen Marihuana rauchen dürfe, wird vom Bundesverwaltungsgericht
er allerdings, als er Staatssekretär Peter Gauweiler und Ministerpräsident
abgeschmettert. Dennoch ist er alles andere als gewillt seinen Kampf,
Franz Josef Strauß als Nazi’s bezeichnete. Bis heute wurde Hans Söllner
den er Zeit seines Lebens geführt hat, aufzugeben. „Da ich mittlerweile
zu Bußgeldern in der Höhe von über 150.000 Euro verurteilt.
auch davon überzeugt bin, daß jeder Mensch den Weg gehen muss, den
Doch gerade sein Widerstand gegen die Obrigkeit, verschaffte ihm eine
sein Rhythmus bestimmt, werde ich meinen Weg, auch wenn er durch
große und treue Anhängergemeinde. Trotz seiner bisher 22 Alben und
Gerichtssäle und Ausnüchterungszellen führt, bis zum Ende gehen. Und
zahlreichen Auftritten, unter anderem am Chiemsee Reggae Summer, ist
so wie es bis jetzt aussieht, wird es ein langer Weg.“
HANS SÖLLNER & THE BAYMAN' SISSDEM
FANTAN MOJAH (JAM) LEFTSIDE AKA DR.EVIL (JAM) BURNING SPECTACULAR (JAM) GANJAMAN (GER) - HOUSE OF RIDDIM BAND B SEITEN BAND - WICKED SQUAD BOOMARANG SOUND
23.MAI2008
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SZENE
Stereo Total
Nachdem das Stereo am See Festival letztes Jahr einen fulminanten Einstand in der Pielachtalarena in Hofstetten/Grünau hingelegt hat, geht es am 24. Mai 2008 in die zweite Runde am neuen Schauplatz. Von Florian Kogler Der heurige Headliner wird niemand Geringerer als das St. Pöltner Aushängeschild schlechthin sein: Bauchklang! Das Vocal Groove Project, welches vor kurzem in Indien seinen Siegeszug am asiatischen (Sub)kontinent startete, wird das Pielachtal zum Beben bringen. Für Andy Fränzl und Co. ist es das zweite Festivalheimspiel hintereinander nach dem erfolgreichen Nuke-Auftritt 2007. Ebenfalls Heimvorteil genießt Singer/Songwriter
gewordenen Skispringer Christoph & Lollo. Fire
Damit bei diesem geballten Programm auch ja
Ben Martin. Martin Rotheneder, so sein bürger-
in the Attic, Jerx und Kocuma runden das Ange-
nichts schief gehen kann, wurde das Festival
licher Name, war heuer in der erweiterten Aus-
bot ab.
heuer wetterfest gemacht. Einem gelungenen
wahl für den Amadeus-Award, sein aktueller
Doch das war noch lange nicht alles. Selbstver-
Startschuss in die Festivalsaison steht also hof-
Longplayer „Worn Legs“ weiß zu überzeugen.
ständlich darf auch die Beat Patrol DnB-Stage so-
fentlich nichts im Wege.
Sonst tummeln sich auf der Main Stage noch an-
wie die Samsara Stage nicht fehlen. Künstler wie
dere fidele Gäste: Da wären die Ska-Dauerbren-
Friction, Noisia und Space Buddha geben sich
Stereo am See Festival
ner Guadalajara, die (ehemaligen?) Deutschrock-
dort, unterstützt von der Creme de la Creme der
24. Mai 2008, Pielachtaler Seensucht
helden Petsch Moser sowie die erwachsen
heimischen DJ-Crews, die Ehre.
Tickets: VVK 12 EUR/AK 15 EUR
OPEN AIR GELÄNDE VAZ ST. PÖLTEN
18.-19.JULI 2008
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Ladies Days Hat es damit zu tun, dass das Hollywood Megaplex von starken Frauen geführt wird? Oder damit, dass Frauen nun einfach mal Belohnungen verdient haben, weil sie die wunderbarsten Geschöpfe auf Erden sind? Wohl beides. Denn im April lädt das Kino seine Besucherinnen wieder zu den Ladies Days. Das heißt zwei Damen (Freundinnen, Mama mit Tochter whatever) genießen gemeinsam um nur 8,50 Euro einen Spitzen-Kuschelfilm:
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WAREHOUSE ADVERTORIAL Beats us dr Schwyz
Der monatliche Samsara-Club hat schon internationale Szene-Kaliber aus der ganzen Welt ins Warehouse geholt: sei es Israel, Portugal, Russland oder Argentinien. Passend zur EURO 2008 ist nun am 30. April auch das renommierte Label Peak Records aus der Schweiz zu Gast: Die Label-Manager Ajja und Gaspard werden dann zum ersten Mal in Österreich performen und als Kollektiv Yab Yum auch ein fettes Live-Set präsentieren. Unterstützung gibt’s vom heimischen Label Ketuh Records.
Indie at its best
Live in concert Das Programm für April und Mai steht wie-
gerade fleißig an ihrem neuen Album „…bis
der ganz im Zeichen von Live-Bands, die vor
einer heult!“, das in den nächsten Wochen
allem eins verbindet: ein neues Album! Den
erscheinen soll. Bis es soweit ist, kann man
Anfang machen nach langer Pause Mono &
sich am 3. Mai bereits das neue Material zu
Nikitaman, die am 26.04. ihre neue Platte
Gemüte führen. Tanzbeats und Arschtrittat-
„Außer Kontrolle“ im Warehouse vorstellen.
titüde inklusive!
Kevin Devine ist in Indie-Kreisen kein unbe-
Für die Aufnahmen hat sich das beliebte
Am 9. Mai wartet schließlich die dritte Band
schriebenes Blatt mehr. Am 21. Mai macht der
Dancehall-Duo sogar die Ska-Truppe Russ-
mit einem CD-Release auf: Die Lokalmata-
Singer & Songwriter aus Brooklyn Station im-
kaja sowie den deutschen Reggaekünstler
doren von Pocket Rocket sind mittlerweile
Warehouse. Nach einigen Jahren mit der Band
Nosliw ins Studio eingeladen.
fester Bestandteil der österreichischen Pop-
„Miracle Of 86“ startete Devine 2002 seine Solo-
Bereits eine Woche darauf ist ein weiteres
Punk-Szene und feiern die Veröffentlichung
Karriere: Feine Akustikfragmente treffen auf
Zweiergespann am Start, das sich jedoch in
ihres zweiten Albums „Disaster spreads
straighte Power-Riffs, während Kevin’s sanfte
erster Linie dem Elektropop verschrieben
so much faster“ mit einer fetten Party im
Stimme von gesellschaftspolitischen Problemen
hat: Großstadtgeflüster aus Berlin arbeiten
Warehouse.
APRIL 2008
erzählt. Als Support fungiert Chris Magerl.
Warehouse Charts
1
2 3 4 5 6 7 8 9 10
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summer
organized by: büro V gmbH,werbe- und veranstaltungsagentur
blues
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MIKA STOKKINEN
& the one night blues band
(a rhythm & blues party)
AL COOK
(the white king of black blues)
B.B. & THE BLUES SHACKS (jump blues from germany)
AXEL ZWINGENBERGER (the boogie champ from hamburg)
MOJO BLUES BAND (foot stompin’ chicago blues)
Sa. 26.Juli Einlas s: 17:00 Uhr Beginn: 18:00 Uhr
St. Pölten Ratzersdorfer See
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SPORT
Hicke Hacke Hoi Hoi Hoi
Die Chance auf Karten für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz zu bekommen, war ungefähr so groß wie auf einen Lottogewinn. All jene, die bei der Verlosung der heiß begehrten Tickets leider leer ausgingen, können die Euro jedoch in einer der zahlreichen Public Viewing Zonen verfolgen. Eine davon befindet sich in der Eventarena in der Landessportschule St. Pölten. Von Florian Kogler
Andreas Pesl, seines Zeichens mit seiner Firma M.A.P.E Veranstalter des Film- und Kulturfestivals am Rathausplatz, erzählt nicht ohne Stolz von der Public Viewing Zone am ehemaligen Centercourt: „Wir werden alle 31 Spiele der Euro auf zwei eigens angefertigten LED Wänden live übertragen. Umrahmt wird das Angebot selbstverständlich von hochwertiger Gastronomie.“ So wird eine 50m² LED Wand auf die Tribüne gerichtet sein, auf der kleineren 10m² Leinwand kann man den Kickern von den Gastronomieständen aus zusehen. Darüber hinaus wird für die kleinen Gäste der Fanmeile ein Kinderspielplatz eingerichtet. Auch eine kleine Bühne für Rahmenprogramm wird es geben, dieses soll laut Pesl jedoch nicht täglich stattfinden: „Unsere Erfahrungen während der WM 2006 haben gezeigt,
Besonderes Augenmerk wird auf die Nachhaltigkeit der Veranstaltung
dass solche Veranstaltungen nicht viel Rahmenprogramm benötigen. Der
gelegt. Angefangen bei der Mülltrennung, soll es auch ein eigenes Trans-
Fußball soll klar im Mittelpunkt stehen“.
portkonzept geben. „Wir wollen vor allem die Anreise mit dem Fahrrad
Doch nicht nur auf der Leinwand können die Besucher das runde Leder
fördern. Es wird eigene Fahrradkojen geben, wo man sein Rad sicher ab-
bestaunen, sondern auch auf den Plätzen der LSS nebenan. Dort findet
stellen kann. Wir hoffen, dass dadurch weniger Leute mit dem Auto zu
nämlich im Rahmen der UEFA Fairplay Tour ein Turnier zwischen Schul-
uns kommen“, erklärt Pesl seine Pläne.
mannschaften aus Österreich und der Schweiz statt. Insgesamt 220 Ta-
Die Public Viewing Zone in der Eventarena in der LSS hat vom 7. bis 29.
lente von morgen werden am 11. und 12. Juni um den Sieg rittern.
Juni täglich bei freiem Eintritt geöffnet!
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SPORT
Football... INVADERS, IT‘s ShowTime! St. Pöltens Football-Asse von den Generali Invaders blasen in der heurigen Saison gleich in mehrfacher Hinsicht zum großen Angriff: Titelsturm, Aftergameparties mit Livemusik und jede Menge Action sind angesagt! „Wir können zuversichtlich auf die heurige Saison blicken“, freut sich Invaders-Präsident Günther Zanker. So wurde mit GENRALI ein potenter Sponsor geangelt und mit NXP ein Top-Partner in Sachen Ticketing (ab sofort gibts Tix für die Spiele auch im VAZ St. Pölten sowie über Ö-Ticket!) und Entertainment. „Mit NXP haben wir einen Toppartner in Sachen technischem und organisatorischem Know How gewonnen!“ Schon beim ersten Heimspiel am 26. April – im Zuge dessen auch die neue Tribüne eingeweiht wird – sorgt NXP im Zuge der Aftergame Party für die technische Ausstattung. „Zur Aftergame-Party am 26. April wird das Rockabilly Trio HemenX den Besuchern einheizen“, verrät Invaders General Manager René Grohs, und verspricht „weiters St. Pöltens beste Grillparty mit BBQ vom Feinsten. Und diese Mischung aus Party und Livekonzert wird es bei allen Heimspielen geben!“ Kurzum - American Style!
Invaders GM Grohs und NXP GF Voak sind für die Saison 08 gewappnet!
man oder für Vereine wie UBC St. Pölten oder
Und den Titel würde man am liebsten im
SKN1ein nicht mehr wegzudenkender Kooperatigagement so: „NXP08.04.2008 hat schon in Vergangenheit Anzeige_mfg_A6 12:21 Uhr Seite
Heimstadion feiern. St. Pölten ist am 11. Juli
St. Pöltens Spitzensport gefördert und ist bei ei-
onspartner. Nun folgt mit den Invaders der Ame-
nämlich Austragungsort des Silver Bowl Finales.
nigen hochkarätigen Sportevents wie dem Iron-
rican Fooball Titelanwärter für 2008.“
www.invaders.AT
NXP Geschäftsführer René Voak erklärt sein En-
Auch ich fühle mich hier wohl. Bis zu 5 Stunden gratis parken – bei St. Pöltens neuestem Club. Mehr Infos: [T] 02742 23396
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Tor zum Landhaus 29-35 3100 St.Pölten
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Wir wünschen Viel Vergnügen
HANSI HINTERSEER und das Tiroler Echo VON HERZ ZU HERZ TOUR
02. MAI 08 Tickets im VAZ St. Pölten (Kelsengasse 9, Mo-Fr: 9-17, Tel.: 02742 / 71 400-100, ticket@nxp.at), In allen Geschäftsstellen von Österreich-Ticket (www.oeticket.com, Tel.: 01/96096). Bestellen Sie Ihr Ticket online!
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KRITIKEN
MUSIK
Manshee, mikeSnare, K nolli, René, Rob.STP , G itsche (von links nach rechts)
Real E motion al Tr ash
Singer- und Songwriter Stephen Malkmus erweckt zum 2. Mal die „Jicks“ zum Leben. Mit „Dragonfly Pie“, lässt er es gleich ordentlich krachen – seine Sludge-Gitarren und der Old-School Pavement Pop lassen den Hörer in die 70er eintauchen. In manchen Passagen erinnert er an die gute alte 90er-Grunge-Zeit! Ohne es lärmend zu finden zupft sich Stephen durch 10 Songs und erweckt den fast ausgestorbenen Indie-Rock zu neuem Leben.
Ringo Starr L ive rpool 8
DJ OLIVE DJ wer? Tja, vielen dürfte der in New York ansässige Gregor Asch aka DJ Olive hierzulande noch nicht bekannt sein. Als Gegenmittel gibt es nun „Heaps“, ein Destillat zweier Live-Sets, die der umtriebige DJ in Australien zum Besten gab. Stil- wie kunstvoll werden Hip-Hop-Instrumentals mit Dub, Dance Hall, und Salsa-Einsprenkelungen verwoben, stets auf den maximalen Groove-Effekt bei minimaler Effekt-Heischerei bedacht. Herausragend!
NASCA RECORDS
BO DY & SO UL , CAMO ,...
Als bekennender Beatles Fan hört man sich naturgemäß auch nachfolgende Soloprojekte der vier Pilzköpfe an. Jüngstes Werk stammt vom Drummer himself und zollt seiner Heimatstadt den nötigen Respekt. Gerne erinnert man sich an die Magical Mystery Tour vorbei an Strawberry Fields entlang der Penny Lane. An allen Ecken schwingt noch ein Hauch der berühmtesten Band auf Erden mit. Und das neue Album? Ähm… Liverpool ist eine tolle Stadt.
„Nasca Records“ ist das längst überfällige erste drumandbass label aus St. Pölten und spezialisiert sich auf Veröffentlichungen von österreichischen Talenten und kann bereits zum Launch Namen wie Body&Soul, Camo, Krooked, Snitchbros und viele mehr im breit gefächerten ArtistRoster begrüßen. Betrieben wird das Label von Robert Stefan und Michael Willer aka Body&Soul. Ziel ist es österreichischen Produzenten und Artisten eine Plattform zu sein.
KINO
MULTIMEDIA
Manshee, Cigdem Dogan
Lars und die Frauen g raig G illespie
Lars ist ein komischer Kauz. Er haust in einer Garage, trägt immer eine Häkeldecke um den Hals und meidet sozialen Kontakt – v. a. mit Frauen. Umso größer ist das Erstaunen, als er verkündet, dass er eine Freundin habe: Bianca, eine dänisch-brasilianische Missionarin die im Rollstuhl sitzt und eine Sexpuppe ist! Eine absurd-herzergreifende Geschichte!
Sex And The City Michael
Pa t rick K ing
Ladies-Ladies-Ladies, es ist endlich soweit. Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte beehren uns wieder. SEX AND THE CITY – Der Film. Ein MUSS für alle SATC Fans! Wer das verpasst, ist selber schuld. Ab 30.05.08 im Kino. Und für unsere Jungs, damit sie nicht zu Hause sitzen müssen, haben wir endlich nach 19 Jahren und zahllosen Drehbuchfassungen den 4. Teil der Indiana Jones Reihe. Action pur mit Harrison Ford. Ab 22.05.08 im Kino!
Steve Lukather
HE aps as
H ermann Rauschmayr
eve r changing
times ...
Was eine neue „Luke“-CD? Die Freude ist groß. Hoch sind die Erwartungen, was einer der einflussreichsten Gitarrenhelden zubereitet hat. Doch bald macht sich Enttäuschung breit. Zu glatt, zu oberflächlich – ja fast seicht präsentiert sich die 6. Solo-CD des Toto-Gitarristen. Die Songs hat man schnell durch und ist bei keiner Nummer versucht länger „anzuhalten“. Gut produziert, solides Gitarrenhandwerk aber leider nicht am Puls der Zeit. Schade!
Michael Jackson T h rille r 25th
Ganz ehrlich: das Original ist auch nach 25 Jahren einfach nicht zu toppen. So sehr sich die zeitgenössischen Top-Producer, darunter Will.I.Am, Fergie, Akon, Kanye West bemühten, den ewigen Hits des letzten Pop-Universalgenies Michael Jackson ihren Stempel aufzudrücken: angesichts des nicht umsonst meistverkauften Albums der Pop-Musikgeschichte konnte es nur zur Sisyphus-Arbeit mutieren. Dennoch: Pflicht für Fans
BUCH
H . Fahrngruber, W. H intermeier
Willkommen 1984
Richard Sennett
Es wird gemunkelt, dass um 200.000 Euro ein PolizeiTrojaner produziert und der Beschluss für seinen Einsatz bereits im Sommer 08 gefasst werden soll. Nicht nur, dass ich den Trojaner gratis programmieren würde, wurde in den USA laut Herald Tribune noch keine einzige Straftat via Online-Durchsuchung verhindert oder aufgeklärt. Ergo: komplett „unnädig“!
Soziologen beobachten Dinge als Zuschauer, ohne selbst involviert zu sein. Der amerikanische Soziologe R. Sennett setzt sich mit jenen Bereichen menschlichen Schaffens auseinander, die an konkreten Dingen passieren: Klassische Handwerksberufe ebenso wie IT-und Hightech-Forschungslabors. Gemeinsam ist diesen die Orientierung am Materiellen.
Polizeit roj ane r
Battlefield heroes
www.ba ttle fiel d-he roes .com Wenn man 3D-Shooter liebt und sich mit der Optik von Team Fortress 2 angefreundet hat, kann man sich auf den Sommer 08 freuen. Ab dann wird es laut Hersteller heißen: „Download for free, play for free and not getting shot in the face by an ultra-skilled 15 year old boy who plays the game every day for 8 hours.“ Die Rede ist von Battlefield Heroes, dem kostenlosen EgoShooter im Cartoon-Style. Klingt vielversprechend!
H an dwe rk
lisa lutz
little miss
unde rcove r
Das Detektivbüro ihrer Eltern war Isabels Kinderzimmer und nun verbringt sie ihre Tage mit Beschatten und Überwachen. Als sie die von ihrer Mutter angeschleppten Rechtsanwälte allesamt links liegen lässt und einen Zahnarzt zum zukünftigen Ex-Freund Nummer neun auserwählt, schreckt ihre Familie vor keinen detektivischen Tricks zurück, und so nehmen die Dinge ihren Lauf…Die Autorin strapaziert die Lachmuskeln der Leser.
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STEPHEN MALKMUS...
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VERANSTALTUNGEN
HIGHLIGHT www.vaz.at WISA Es ist wieder soweit, die WISA – „das größte Schaufenster der Landeshauptstadt“ öffnet ihre Pforten. Vier Tage lang informieren 500 Aussteller über alle Neuheiten auf dem Sektor Bauen und Wohnen, aber auch die Innovationen am Freizeitsektor. Zudem wird am Abend im Show Arena Zelt und in Franky‘s Action Show Zelt abgefeiert, u. a. bei den Life Brothers! Kurzum: Pflichttermin!
17.-20. April
15.04.
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Best of Tricky Woman 2008 im Cinema Paradiso: Aktuelle Filme von Animationskünstlerinnen aus verschiedenen Regionen Europas werden gezeigt. Die sechs Animationen aus dem diesjährigen Wettbewerb des Tricky Women Festivals beschäftigen sich mit Demokratie, Liebe, Geschichte sowie sich wehrenden Kindern. Tauchen Sie ab 19 Uhr in faszinierende Geschichten! animation
01.05.
GH Koll cinema p aradiso
bla ck alert
Am 1. Mai gibt es wieder eine Veranstaltung vom St. Pöltner „black alert“ Event und B o o k i n g - Te a m serviert. Diesmal sind: The Heartbreak Motel (D), This Familiar Smile (UK) und die Linzer Band Law Found Guilt am Start. Mit fünf Euro bist du im Frei_Raum mit dabei und nähere Informationen zum Event findest du unter www. myspace.com/soyoubetterrun party
Foto: zVg, photocase
17.05.
GH Frei_ R aKoll um
tria gonale
Im Konservatorium für Kirchenmusik wird das Hohelied Salomos zum Besten gegeben. Selten wurde die Liebe so hingebungsvoll und mit so auserlesenen Bildern beschrieben wie im Hohelied Salomos des Alten Testaments. Der Zauber der Worte ist auch heute noch genauso spürbar wie damals. Mit dabei ist auch ein Sprecher, der die Texte vorträgt. Beginn um 19.30 Uhr! konzert
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Kloster gasse 10
16.04.
amtsbekannt
Mit SAION haben Gerald Preinfalk und Klaus Paier bereits für Furore gesorgt. Die einzigartige Mischung des Programmes spiegelt die Vielfältigkeit dieser Ausnahmemusiker wider: Jazz als Grundlinie, mit Tangorhythmen versetzt, lässt sich auch die jüdische Klezmer-Musik darin finden, pikant verfeinert mit Balkan-Drive, als Verzierung arabische Ornamentik. konzert
15.05.
ra tha us
Harvie s quintett
Eine Groovy LatinJazz-Night steht bevor: Die Musik, die Harvie S mit seiner hochkarätig besetzten Band entwickelte, verbindet moderne und traditionelle Elemente des Jazz und wechselt zwischen wilden Piano-Läufen und der außergewöhnlichen rhythmischen Intensität afro-kubanischer, brasilianischer- und latein-amerikanischer Musik. Beginn: 21 Uhr! konzert
egon
05.06. simon& farnber ger Das Publikum wird mit der kabarettistischen Lesung der beiden FußballfanExperten Simon & Farnberger auf die Heim EM 2008 praktisch in letzter Sekunde vorbereitet. Mit viel Humor und Skurrilität setzen die beiden Autoren ihre unermüdliche Motivation- und Missionierungsarbeit auf der Pielachtaler Seebühne fort. Fußballkosmos und Literatur miteinander? Verquickend! kabarett
yvonne,
26.04.
…die Burgunderprinzessin war Witold Gombrowicz erstes dramatisches Werk. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, hielt sich der Autor gerade in Argentinien auf. Anschließend ging er nach Berlin, später lebte er in Frankreich, wo er auch starb. In seinem Königsdrama findet sich nicht nur die Nähe zu Büchners Leonce und Lena, sondern auch zu Shakespeares Welt. theater
Viel Vergnügen
Beginn: 09:00 Uhr
thea terwerkst a tt
30.04.
Good O ld T imes
Revival of the good old times! Nach dem großartigen Jahresfest am Ostersonntag gibt es nun wieder die kleine, aber dafür viel feinere Clubausgabe mit DJ Schratti im Club Maquie. Also wer gerne seine Dancing Shoes zum Glühen bringen will und dabei noch auf 90ies Indie und Alternative steht wird sich an diesem Abend sehr wohl fühlen. Freier Eintritt ab 23 Uhr! ma quie
party
25.04.
Lionel Hampton Gala
02.05.
Hansi Hinterseer
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OTTO - Das Original
18.07.19.07.
NUKE
14.08.15.08.
Oldtimer & Teilemarkt Tickets im VAZ St. Pölten, ticket@nxp.at; www.vaz.at; 02742/71400, Raiffeisenbanken, Bank Austria-Creditanstalt, Verkaufsstellen von Ö-Ticket, Vertriebsstellen der Austria Ticket Online, Trafiknet-Trafiken mit ATO-Anschluss
seebühne PIela cht al
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