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MFG - Das Magazin / Ausgabe 14

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P.b.b. Verlagspostamt 3100 St. Pรถlten, 04Z035974M, 10/06, EURO 1,50

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SEX IN THE CITY URBAN: am Highway ist die hรถlle los KULTUR: keine unbekannte Kapelle SZENE: Die Mutter aller schlachten SPORT: captain Neno als STeuermann

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URBAN

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The Days after

skandal, der sperrbezirk? St. Pöltner tour d‘amour

von Johannes Reichl

Die Schlacht ist geschla-

St. Pölten FPÖ und BZÖ. In der vermeintlich linken

gen. Wahlplakate werden

Stadt hat es ein Comeback der Rechtsaußen gege-

abgebaut. Wunden werden

ben, und das – jetzt kommen wir zum Bedenklichen

geleckt, parteiintern wird peinlich um Mandate (und

– mittels der Verbreitung einer falschen Behauptung

damit Geld- und Pensionsansprüche) gefeilscht oder

(Stichwort Kopal-Kaserne). Hatte die FPÖ 2002 noch

der Kater vom Feiern auskuriert. St. Pölten hat den

1808 Stimmen, so brachten es die „Nachfolgepar-

Super-Wahl-Oktober hinter sich gebracht. Die Bilanz

teien“ FPÖ und BZÖ diesmal gemeinsam auf 3745!

Verkehrte Welt? S34 - pro & contra

fällt zwiespältig aus. Die Gemeinderatswahl wiederum brachte einen Beginnen wir bei der Nationalratswahl, im Zuge de-

strahlenden Bürgermeister als Sieger auf allen Li-

rer sich St. Pölten im Bundesdurchschnitt als Aus-

nien, was einerseits an dessen Dynamik, anderer-

reißer erwies. Zwar feierte auch bei uns die SPÖ

seits auch an der (teilweisen) Schwäche der Gegen-

den überraschenden „Wahlerfolg“, dieser täuscht

kandidaten lag. Vielleicht war hier aber umgekehrt

jedoch nicht darüber hinweg, dass die Genossen

– im Vergleich zu seiner eigenen Bezirkspartei – der

in St. Pölten mit 2,6% minus weit über dem Nie-

Stil des Bürgermeisters förderlich, der sich „staats-

derösterreich-Durchschnitt (-0,4%) verloren haben.

männisch“ gab und auf jedwede Verbalattacken

Überschwängliche Euphorie ist also nicht oppor-

verzichtete. Die Leute verbinden mit Stadler Dyna-

tun, sondern Ursachenforschung angesagt. Eine

mik, Konstruktivität, Konsensorientiertheit. Es wird

Vermutung: Die St. Pöltner haben am 1. Oktober

am Bürgermeister selbst und seinen Parteigenos-

beide Großparteien abgestraft: Die einen für eine

sen liegen, diesen Kurs auch abseits der Kameras

abgehobene Politik (gleich mit -7,1%), die anderen

und Journalistenblöcke in die Tat umzusetzen. Fast

für einen auf Bezirksebene seit Jahren praktizierten

60% sind ein beachtlicher Erfolg, keine Frage. Sie

Dauerwahlkampf mit peinlichen Plakaten. Bezüglich

sind zugleich auch eine große Herausforderung, der

letzterem ist St. Pölten blamablerweise, wie Reak-

man sich erst als würdig erweisen muss. Sie sind

tionen von Besuchern zeigen, nach wie vor Spitze.

jedenfalls ein Bekenntnis der Bevölkerung, dass sie

Man darf sich nur wünschen, dass nunmehr die

die vor ihr entworfene Vision eines dynamischen,

Konsequenzen daraus gezogen werden, kurzum:

urbanen, weltoffenen St. Pöltens bereit ist mitzutra-

Der Plakat-Dauerkrieg auf unseren Straßen muss

gen, ja diese einfordert!

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KULTUR barock-Band 10 Jahre capella incognita kabale & liebe Heimspiel fürThanheiser

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SZENE

sound of dirty south 3151 mal mehr als Ärsche und Titten so wählst du richtig Melting Pot statt Wahlveranstaltung

endlich vorbei sein – jetzt ist die Chance dafür. Eine (nicht zuletzt) verbale „Abrüstung“ steht im übrigen

Eines sei übrigens allen Parteien ins Stammbuch

nicht minder der ÖVP gut an, denn wenn der Lan-

geschrieben: Das eigene schlechte Abschneiden,

desgeschäftsführer im ORF Interview das schlechte

wie passiert, sozusagen auf den Wähler zu schie-

Abschneiden seiner Partei u. a. mit einem dirty

ben, ist ein bisserl grotesk! Der Wähler würde gern

campaigning der SPÖ erklärte, so entbehrte dies

den Wettstreit der Ideen beurteilen. Nur – die sind

nicht einer gewissen Keckheit. Nicht nur neue Fair-

halt leider immer häufiger Mangelware. Und die

ness braucht das Land - auch neue Seriosität!

Wahl, wer den andern besser beflegelt, hat noch nie gezogen – der höchste Nichtwähleranteil der Ge-

Noch bedenklicher: Die großen Wahlsieger waren in

schichte spricht diesbezüglich Klartext.

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SPORT

Captain Nenos grosser Fang Asceric is back IMPRESSUM Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742 / 71400330, Fax: 02742 / 71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Mag. Johannes Reichl Anzeigenleitung & Administrative Geschäftsführung: Mag. (FH) Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Anzeigenservice: NGL mediamondial (Greis Langer Nestelberger OEG), Schillerplatz 1/1/6, 3100 St. Pölten, Tel.: 02742/71191-20, Email: greis@ngl-mediamondial.com Redaktionsteam: Mathias Kirner, Renate Lameraner, Althea Müller, Michael Müllner, Rosa, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Matthias Steinperl, Katharina Vrana, Kati Waldhart, Tobias Zuser; in Zusammenarbeit mit www.joynt.at Kolumnisten: Hebi, Althea Müller, Thomas Karl, Rosa, Christoph Wagner, Tobias Zuser Kritiker: Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, Peter Kaiser, Dali Koljanin, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Robert Stefan, Alexander Terrer, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Cover: Hermann Rauschmayr, Christoph Schipp Art Director & Layout: REBELTECH, Dipl.-Ing. (FH) Christoph Schipp Lektorat: Frau Lehrer Reichl, Renate Rattenberger Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs-, Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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URBAN

In der tatsächlich der erste (auf Basis des Mo-

In der neuerdings gefährliche Schizophrenie um

In der Politik furchtbar scheinheilig ist. So hat

bilfunkpaktes) umgelegte Handymasten aus Föh-

sich greift. Als in den Spät-80’ern in szenischer

sich ein schwarzer Gemeinderat am Wahltag (8.

renau (where the fuck is Föhrenau) hochoffiziell

Ödnis aufgewachsener Teen ist man über die

Oktober) – durchaus nicht zu unrecht – echauf-

im Freigelände des Landesmuseums aufgestellt

blühende Szene in STP heute hocherfreut. Doch

fiert, dass die Jungbürgerfeier just zwei Tage vor

wurde. Das ist bitte KEIN SCHERZ! Okay – na-

plötzlich werden Stimmen laut, die meinen, es

der Wahl stattfindet. Freilich war der ÖVP-Ver-

türlich ist das historisch zumindest mit der ur-

gäbe ZUVIEL Angebot? Super! Leute, sperrt alle

treter bei der Feier dann aber nicht abgeneigt,

kundlichen Erwähung Ostarrichis gleichzusetzen

wieder zu, wir laufen Gefahr, urban zu werden!

sich mediengerecht mit den Jungbürgern abbil-

und die Touristen werden aus aller Welt zu Tau-

Am traurigsten ist, dass diesen Humbug just

den zu lassen. Und natürlich war auch der Ter-

senden nach St. Pölten pilgern, um an diesem

Leute verzapfen, die in Vergangenheit viel dazu

min des heurigen Wirtschaftsballs einen Tag vor

telekommunikativen Hergottswinkel ihr Handy

beigetragen und herbeigeschrieben haben, dass

der Wahl sicher reiner Zufall. Selbiger Mandatar

zu zertrümmern. Dass die Frage offen bleibt, ob

wir endlich dort sind, wo wir sind, wofür ihnen

polterte übrigens auch über Transparente des

weniger Masten (mit mehr Betreibern und mehr

eigentlich ein Orden gebührt. Und jetzt betrei-

Bürgermeisters in der City, vergaß aber, jenes

Strahlung) überhaupt besser sind als viele Mas-

ben sie Kindesweglegung – weil ihnen als in die

seiner Partei in der Kremsergasse zu erwähnen.

ten (mit weniger Betreibern und weniger Strah-

Jahre Gekommenen das jugendliche Spielzeug

Worüber sich interessanterweise niemand mo-

lung), ist nicht so wichtig! Geht ja schließlich um

fad geworden ist? Oder sie faseln vom viel bes-

kierte, was aber viel fragwürdiger erschien, war

Geschichtemachen!

seren Wien – na viel Spaß dort.

das Inserat der Stadt zur Gemeinderatswahl. Im

Wir sind jedenfalls schon gespannt auf die

Um den Markt braucht man sich auch keine

„St. Pölten konkret“ noch ganz allgemein und

nächsten weltbewegenden Schaustücke des

Sorgen zu machen – der regelt sich schon von

ohne Foto gehalten, war es in der Stadtzeitung

Landesmuseums. Vielleicht das erste umge-

allein. Wer gut ist, wird vom Publikum angenom-

und im KURIER plötzlich zur „Information des

fallene Rad im Waldviertel? Ein anderes Haus

men. Wer nicht, bad luck – der muss halt wieder

Bürgermeisters“ mutiert samt Konterfei des

dürfte übrigens ob der Vorgänge in St. Pölten in

zusperren. Mehr an Angebot bedeutet jedenfalls

Stadtoberhauptes genau neben einem ange-

Aufruhr sein: Das Nonseum! Nur – die sammeln

mehr Konkurrenz, mehr Anstrengung, mehr

kreuzten roten Kreis. Sehr suggestiv, und sehr

bewusst Skurrilitäten.

Qualität. Was soll daran schlecht sein?!

schwer von Parteiwerbung zu unterscheiden.

www.dasmfg.at

LESERFORUM

Leider kann nur ein Teil der Leserbriefe veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserbriefe direkt an: MFG-Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, e-mail: leserbriefe@dasmfg. at oder direkt unter www.dasmfg.at

Die Häfn-Story hat eine Reihe von positiven Reaktionen hervorgerufen. Für viele wurde diese verschlossene Welt hinter Gittern mitten in der Stadt erstmals fassbarer. als sozialarbeiterin möchte ich euch ein lob

Bedanke mich recht herzlich für das tolle Pol-

aussprechen. ich verfolge eure zeitung nun schon

tiker Frage-Antwortspiel. Es ist einfach immer

einige zeit und muss sagen, dass besonders die

amüsant! P.S: Die Buch-/CD-Vorschläge sind echt

sozialen themen äußerst gut recherchiert und

super!

kathy

mit viel fingerspitzengefühl dargestellt werden. interessante themen, die durchaus für diskussionsstoff sorgen.

MFG

gerti k.

wieder einmal lob an die damen und herren! griffige stories, launige statements und intensive blicke hinter die kulissen.

rita

althea und rosa, ihr seid meine helden... oder besser heldinnen;) weiter so!

alex

he leute...respekt!! macht weiter so!!!! dadoktah

DAS MAGAZIN

URBAN: HÄFN IS DULI KULTUR: MANISCHE STARS SZENE: URBAN WAR FORMS SPORT: DER STIER VON BERLIN

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Fotos: Rauschmayr, freiheitlicher Gemeindekurier, stadtzeitung, photocase

P.b.b. Verlagspostamt 3100 St. Pölten, 04Z035974M, 09/06, EURO 1,50

In was für einer Stadt leben wir eigentlich...


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URBAN

„Post coitum omnis animal triste“, ihr Beichtvater übersetzt ihnen sicher gerne diese Erkenntnis des großen Thomas von Aquin. Zur Not tut´s als Dolmetscher auch ein nahe stehender Jurist mit kleinem Latinum. Nachher sind also alle immer ein wenig müde, die zwei Wahlen hätten wir hinter uns. Einem Drittel der St.Pöltner (auch hier gilt wie überall die gleichgewichtige Weiblichkeitsvermutung) ist es offensichtlich inzwischen wurscht, was in ihrer Stadt geschieht oder auch passiert. Sie wollen sich in ihre eigenen Angelegenheiten nicht wirklich einmischen oder genießen den stillen Seelenfrieden der Meinungslosigkeit, man blieb den Urnen überhaupt fern. Und von den politischen Kräften, Exponenten, vormals Lagern, sind

K

lügenpolitik? Stellen Sie sich vor, Sie behaupten einfach eine Lüge, um daraus Kapital zu schlagen. Stellen Sie sich weiters vor, diese Lüge wird als solche entlarvt und zerplatzt wie die sprichwörtliche Seifenblase. Wie reagieren Sie? Ihr Gesicht läuft vor Scham rot an? Sie verziehen sich in eine finstere Ecke und werden ganz kleinlaut? Als „Normalsterblicher“ würde man so reagieren, wenn man noch den Funken von Anstand besitzt. Als FPÖ St. Pölten machte man aus der peinlichen Not einfach eine geschmacklose „Tugend“. Man behauptete in Folge einfach, dass man etwas verhindert hat (was aber ohnedies nie gekommen wäre und auch nie zur Diskussion gestanden ist!). Manche nennen das noch Politik. Demagogie ist wohlt treffender! Dieses Verdikt hat im übrigen nichts mit der von der FPÖ gern als „Gegenargument“ gebrachten „Toleranzkeule“ zu tun, sondern einfach mit Fakten! Von denen im übrigen auch HC Strache bei seinem St. Pölten-Besuch keine Ahnung hatte. So forderte er polternd gebührenfreie Kindergartenplätze – nur, die gibts in NÖ schon seit langem! Traurig!

Streng geheim

parkfront

Fotos: Rauschmayr, freiheitlicher Gemeindekurier, stadtzeitung, photocase

Post Coitum von Hebi

Zum Verkauf des 29 ha großen Kopal-Kasernen Ge-

Im Regierungsviertel und im Kulturbezirk werden

ländes kursieren die wildesten Gerüchte, die von der

– nach zweijährigem Anlauf – jetzt doch endlich die

für den Verkauf zuständigen SIVBEG (Strategische

Garagen umgebaut. Steter Tropfen höhlte sichtlich

Immobilien Verwertungs- Beratungs- und Entwick-

auch hier den Weisheitszahn (siehe MFG vom Sep-

lungs GmbH) dementiert werden. GF Stephan We-

tember). Hell und freundlich ist er inzwischen schon

ninger: „Es gab Anfragen, aber mit denen beschäfti-

geworden, der Beamtenhades, bei den Wendeltrep-

gen wir uns nicht, da die Ausschreibungsunterlagen

pen am Landhausboulevard kann man in Hinkunft

noch nicht vorliegen.“ Das Gerücht „IKEA“ schmet-

nicht nur auf P1, sondern, welcher Fortschritt, sogar

tert er ab: „Natürlich haben große Firmen an großen

auch auf P2 gelangen. Und die Krönung wird wohl

Geländen Interesse, das nö. Raumordnungsgesetz

das neuartige Orientierungssystem konzentrischer

verbietet jedoch eine Nutzung als Einkaufszentrum

Kreise (als Bodenmarkierung um den jeweils nächst-

oder Ähnliches.“ Die SIVBEG wünscht sich v. a. einen

gelegenen Aufgang) bedeuten. Früheres Prinzip: un-

hohen Verkaufspreis, den man durch eine Kombi-

terirdisch bis zum gewünschten Haus, neues Prinzip:

nation aus Wohnbauten und gewerblicher Nutzung

möglichst schnell an die angstfreie Erdoberfläche.

erreichen möchte. „Je mehr man bauen kann, desto

Noch vor Weihnachten soll´s so weit sein.

höher wird der Erlös, egal wie letztendlich gewidmet

Länger dauert es leider noch beim seit Monaten un-

wird.“ Man versuche sich auch den Wünschen der

fertigen Radweg-Anschluss beim Festspielhaus, was

Gemeinde anzupassen. Die hofft - so der Bürger-

für manch Kopfschütteln sorgt. Auflösung: Dies ist

meister - auf Platz für den ADEG-Ausbau, auf attrak-

die einzig stabile Baustellenzufahrt zur NÖ Versiche-

tive Betriebe und v.a. eine rasche Verwertung!

rung-Baustelle - also „Bitte warten!“

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eigentlich auch alle irgendwie zufrieden: Der stille, vornehme Herr an der Spitze der Schwarzen ist sichtlich erleichtert, dass er nur eine und nicht zwei Watschen bekommen hat. Der quirrlige Hermann Nonner wird im Stile eines Operettenbuffos die in der Stadtverfassung eigentlich nicht vorgesehene Funktion eines kommunalen Ombudsmannes ohne Portefeuille anstreben. Den Freiheitlichen wird sich nach den enttäuschten Erwartungen hinsichtlich der Kopal-Kaserne möglicherweise das leere Ex-LöwaAreal am Neugebäudeplatz oder das Schloss Viehofen als drohende Asylantenunterkunft als tragendes politisches Thema aufdrängen. Die drei charmanten grünen Damen fühlen sich sowieso spürbar unter sich am wohlsten. Und dem Leibfotografen unseres siegreichen Stadtoberhauptes könnte man ja jetzt endlich ein paar Wochen Zeitausgleich geben …

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XXXXXX

Sex In The City

Erinnern Sie sich noch an die Fußball WM in Deutschland, als eigene Container-Puff-Dörfer errichtet wurden, um die Bedürfnisse der offensichtlich nicht nur fußball-, sondern auch sexhungrigen Fans frei nach dem Motto „Ein Fest bei Freunden“ zu befriedigen? In St. Pölten bäckt man die erotischen Brötchen zwar kleiner, dennoch floriert auch hier das Geschäft mit dem Sex, wenn teils auch unter einer heuchlerischen Bettdecke. Von Sexshops, Etablissements, Peep Shows und Dienstleistungen, die offiziell nicht existieren und die es doch angeblich gibt. Von Johannes Reichl, Michael Müllner, Elisabeth Kreil; Fotos: Hermann Rauschmayr Raum für Fantasie und statt des Klavierspielers

der Stadt erkundigten, begann sie zu überlegen,

kommt die Musik längst aus der Konserve, wo-

und als schließlich eine durchaus als konserva-

Drehen wir vielleicht kurz das Rad der Zeit zu-

bei sich zwischen Eros Ramazotti, Prince oder

tiv zu bezeichnende Arztgattin meinte „Wissen

rück, Anfang 20. Jahrhundert, als im legendären

Boney M. schon mal der „Anton aus Tirol“ oder

Sie, wenn Sie kein Geld haben, reden die Leute

Bordell am Hammerweg eine dem Untergang

das „Knallrote Gummiboot“ verirren. Auch das

blöd über Sie. Und wenn Sie mit so einem Lokal

geweihte dekadente Oberschicht in Agonie ihr

Klischeebild vom roten Herz in der Auslage, das

Geld machen, werden sie ebenso blöd reden.

feucht-frivol-erotisches Spiel zelebrierte. Wäh-

sehnsüchtig frohlockend in die finstre Nacht

Was ist Ihnen lieber?!“, war die Entscheidung

rend ein Pianist im Frack am Salonflügel musi-

blinkt, ist passé.

gefallen.

„HEUT GEH ICH INS MAXIM“

zierte, dinierten derweil die Herren aus „bes-

Dass es im übrigen tatsächlich so gekommen

serm Hause“ und ihre Milchbart-Söhne an edel

Am ANFANG WAR...

eingedeckten Tischen in Gesellschaft angeblich

Interessant ist, wie die Lokalitäten in St. Pöl-

der Negativseiten des Jobs. „Druaßen ernte ich

wunderschöner Dirnen, bevor sie mit diesen in

ten überhaupt entstanden – oder besser, pas-

schiefe Blicke draußen. Auch von Gästen, selbst

opulent-plüschigen Separees verschwanden.

sierten. Im Falle des Cabaret, das schon gute

wenn sie am Vortrag vielleicht noch mit Perü-

Die zwei heutigen Animierlokale in St. Pölten

15 Jahre auf dem Buckel hat, kam die Idee

cke, Strapsen und Stöckelschuhen bekleidet auf

(keine Puffs wohlgemerkt), die Pussycat Bar

etwa vom WIFI Betriebsberater (!), weil evident

der Bühne getanzt haben. Ich will deshalb gar

und das Cabaret, warten zwar ebenfalls mit ge-

wurde, dass die Besitzerin die Schuldenlast auf

nicht mehr außer Haus gehen!“

dämpftem Licht und – teils kitschiger – Ausstat-

dem Gebäude mit dem „konventionellen“ Lo-

Dass man hier war, dazu stehen die wenigsten.

tung wie Engeln, roten Samtbezügen, drappie-

kalbetrieb nicht würde tilgen können. „Ich hab

„Der Feind ist das schlechte Gewissen“, philo-

rten Champagnerflaschen oder neonfarbenen

zu ihm gesagt ‚Wissen Sie was, packen Sie Ihre

sophiert ein Gast, „deshalb ist das auch alles

Sternen an der Decke auf, dennoch schlägt der

Sachen.’ Ich war empört“, erinnert sie sich zu-

noch irgendwie tabu – und das beim angeblich

kühlere Zeitgeist durch. Eine Bühne mit ein-

rück. Als sich ein paar Tage später Gäste aus

ältesten Gewerbe der Welt“, doziert er augen-

deutiger Stange zum Tanzen lässt kaum mehr

dem Ausland nach einem netten Nachtlokal in

zwinkernd.

ist, wie die Arztgattin prophezeit hat, ist eine

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URBAN Im Fall der Pussycat Bar wiederum war der

nicht geben darf, erahnt man paradoxerweise

Ein Szenario, welches die Polizei – die ja quasi

erste Besitzer ganz dem Klischee entsprechend

just durch den expliziten Hinweis, dass es ver-

an vorderster Front steht – allerdings für un-

ein „Koberer“, wie das in der Szene heißt. Ein

boten ist. „Es gibt Räumlichkeiten in den Häu-

wahrscheinlich hält. Im Gegenteil brächte eine

schwerer, gewaltbereiter Bursche, der angeb-

sern, wohin man sich zurückziehen kann. Dort

Aufhebung des Sperrbezirks eher Vorteile, wie

lich wegen Mädchenhandls im Häfn landete.

steht in verschiedenen Sprachen, dass hier

Major Sautner überzeugt ist. „Dass wienähn-

Doch das ist lange her. Der heutige Geschäfts-

Prostitution nicht gestattet ist. Was dort tat-

liche Zustände oder Rivalitäten eine Rolle spie-

führer war vorher Taxler und begann irgend-

sächlich passiert, kann die Polizei nicht immer

len, seh ich nicht für St. Pölten. Wenn ich von

wann zu rechnen. „Als Taxler verdient man kein

feststellen, aber wir können es uns denken, wie

der derzeitigen Situation ausgehe – ohne also

Geld, aber ich hab gewusst, wie viel die Gäste

es sich die Gesellschaft denken kann.“

zu wissen, was die Zukunft tatsächlich bringt

in den einschlägigen Lokalen ausgeben!“ Als

DIE ANGST VOR DER „SEXPLOSION“

jenes in Stattersdorf in Konkurs ging, schlug er zu. Freilich, auch er klagt über Abnutzungser-

– wäre meine private Ansicht, die sich mit der dienstlichen im Prinzip deckt, dass eine Legalisierung sinnvoll ist, weil es für uns einfacher

scheinungen. „Das Geschäft kannst nicht ewig

Tatsächlich dürfte gerade die Angst vor einer

und besser zum Kontrollieren ist.“ Ein Faktum,

machen, sonst stumpfst du komplett ab. Ich bau

„Sexplosion“ die Hauptwurzel sein, warum das

welches auch der Bürgermeister als Pro-Argu-

mir parallel im Immobilienbereich ein zweites

Thema seitens der Stadt bislang wie eine heiße

ment bestätigt. „Die Legalisierung brächte den

Standbein auf.“

Kartoffel behandelt wird, wenngleich derzeit

Vorteil, dass die Damen angemeldet sind, regel-

– wenn man zwischen den Zeilen liest – wie-

mäßig untersucht werden, zum Amtsarzt gehen

der etwas Bewegung in die Sache kommen

etc. Das ist nicht von der Hand zu weisen.“

Etwas, was den Etablissement-Besitzern – und

dürfte. Zwar meint der Bürgermeister „Das ist

Und dass man nur in gewissen Stadtgebieten,

zwar insbesondere psychisch - ebenfalls zu

kein akutes Problem“, räumt aber ein, dass „es

also etwa rund um die derzeitigen Etablisse-

schaffen macht, weil sie in einen Graubereich

Gespräche und Überlegungen hinsichtlich des

ments, den Sperrbezirk aufhebt, wäre dies eine

gedrängt werden, ist ein kleinkariert-prüdes

Sperrbezirks gibt. Beide Varianten, sowohl die

Kompromiss-Möglichkeit? Da winkt das Stadt-

Provinzpflänzchen namens „Sperrbezirk“, das

Aufhebung, als auch die Beibehaltung haben

oberhaupt ab. „Die Juristen sagen, du kannst

durch den Hauptstadtasphalt wächst. Soll hei-

Für und Wider. Das muss von den Experten ge-

nicht auf eine Parzelle quasi Bann legen und

ßen, dass Prostitution in der Landeshauptstadt

nau überprüft werden!“ Nachsatz: „Wir wollen

auf die andere daneben nicht. Das könnte ein-

verboten ist, während „Weltstädte“ wie Göblas-

jedenfalls vermeiden, dass wir zu einem Sex-

geklagt werden. Umgekehrt müssten manche

bruck, Wölbling oder Krems diesbezüglich längst

Zentrum werden oder es zu massiveren Formen

Lokale unter der Prämisse vielleicht sogar zu-

die Hosen runtergelassen haben.

bis hin zum Straßenstrich kommt.“

sperren.“ Damit spielt er wohl auf die Pussycat

SKANDAL IM SPERRBEZIRK

„Keiner will politisch Verantwortung übernehmen“, ärgert sich ein Gast, ein anderer formuliert es noch drastischer. „Die Politiker sind konservative Affen und haben keine Ahnung. Außerdem ist das lächerlich und verlogen. Würd so ein Lokal einen Zentimeter außerhalb vom Stadtgebiet stehen, wär alles erlaubt!“ Die Besitzer selbst zeigen teilweise Verständnis, halten die Ängste der Politiker (die Bürger sind da im übrigen bei weitem gelassener) aber für unbegründet. „Das Problem ist das Image, welches das Milieu hat. Die Leute – und mir ging es früher nicht anders - verbinden damit Rauschgiftschmuggel, Waffenhandel, Messerstechereien!“, so die Besitzerin vom Cabaret. „Nur“, so setzt sie nach „Ich bin jetzt seit fast 15 Jahren im Geschäft, und so etwas hat es bei mir noch nie gegeben – dabei hab ich nicht einmal einen Türsteher!“ Auch in der Pussycatbar stößt man ins selbe Horn. „Bei uns passiert weniger, als in

„Eine Legalisierung ist sinnvoll, weil es besser zum kontrollieren ist.“ einem Dorfwirtshaus!“ Ein Eindruck, den auch die Polizei im Grunde bestätigt. „Wir kontrollieren laufend – in alle Richtungen, auch hinsichtlich Beschäftigungsgesetz, Aufenthaltsgesetz, Ausländergesetz. Die eine oder andere geringfügige Übertretung gibt es natürlich bisweilen, aber es ist kein unüberschaubares Problem“, formuliert es Major Siegfried Sautner von der Kripo. Dass es freilich geben könnte, was es

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URBAN einen Piccolo. „Das schaut auf den ersten Blick viel aus, aber man bekommt ja auch etwas geboten – das Ambiente, die Mädchen, die Tänzerinnen. So setzt sich der Preis zusammen.“ Lieblingsgäste sind im übrigen sogenannte „Champagnergäste“, also jene – nomen est omen – die es großzügiger geben. „Wenn ich nur einen guten Gast hab, kann das schon reichen. Von der Masse könntest nicht leben!“, so ein Besitzer.

VON ANIMIERDAMEN und Sexarbeiterinnen Die Damen selbst kommen zum Großteil aus dem Osten – Ungarn, Slowakei, Tschechien etc. Bar an, die seit Jahrzehnten in der Nähe – ohne

Die Nicht-Legalisierung drängt nach Experten-

Das war nicht immer so. „In den 80er Jahren

dass dies die Leute großartig aufregen würde

meinung jedenfalls eher in die Illegalität, als dass

gab es etwa einen Thailänderboom“, erinnert

– sowohl von Schule als auch Kirche situiert ist.

sie umgekehrt aus einer solchen herausführt.

sich der Besitzer der Pussycat Bar und gerät

Das nö. Prostitutionsgesetz bleibt diesbezüglich

„Wenn das rechtlich geregelt ist, dann können

fast ein wenig ins Schwärmen. „Das waren Gol-

im übrigen äußerst vage. So heißt es unter §3

sich alle legal bewegen. Wir als Polizei tun uns

dene Zeiten.“

Verbotsbestimmungen, Abs. 2.: „Die Prostitu-

leichter, die Damen üben ihren Beruf völlig legal

Zumeist stehen die Damen, die als Selbständige

tion darf weder angebahnt noch ausgeübt wer-

aus, und die Gäste können die Dienstleistung

arbeiten, eines Tages einfach vor der Tür und

den [...] in Gebäuden, die religiösen Zwecken

ebenfalls legal konsumieren“, meint diesbezüg-

bieten ihre Dienste an. Viele kommen aus zer-

gewidmet sind, Amtsgebäuden, Schulen [...], in

lich Major Sautner.

rütteten Verhältnissen. „Es gibt viele tragische

unmittelbarer Nähe aller dieser Einrichtungen.“ Nur, wie definiert man unmittelbar?

CHAMPAGNERGAST

Schicksale. Frauen, die schon als Kind vom Vater oder Bruder vergewaltigt worden sind. Die

Dafür steht im Gesetz ein anderes, etwaiges

Zurück in die Lokale. Die Animierdamen – im

nie etwas anderes gekannt haben. Die jahrelang

Schlupfloch hinsichtlich des Verbotes von Pros-

einen Lokal gewagt sexy, aber nicht vulgär

von Lokal zu Lokal ziehen und es irgendwann

titution „5. an Orten oder zu Zeiten, für welche

gekleidet, im andern schon etwas spärlicher

übersehen, an einen Strizzi geraten, der sie aus-

die Gemeinde mit Verordnung ein Verbot erlas-

mit Rökken Marke „Gürtel“ – sitzen zu früher

beutet für ein paar Streicheleinheiten, in völlige

sen hat.“ Sind also doch einzelne Sperrbezirks-

Stunde wie beim Damenkränzchen zusammen.

Abhängigkeit bringt. Schließlich landen sie bei

zonen möglich anstatt eines generellen?

Als Gäste anläuten (einfach so erhält man nicht

Alkohol und Drogen, und zuletzt – mit 50 oder

Dr. Christian Hirzberger, welcher sich als Anwalt

mehr - am Straßenstrich. Es gibt kein deprimie-

bereits intensiv mit der Materie auseinander-

rendes Bild“, so ein Insider.

gesetzt hat, hält im übrigen gerade die beste-

Die Besitzerin des Cabaret sucht sich deshalb

hende Verordnung aus dem Jahr 1984 verfas-

ihre Mädchen genau aus und sieht sich in einer

sungsrechtlich für angreifbar. „Die Gemeinde ist

Art Mutterrolle. „Ich versuche den Mädchen so-

verfassungsrechtlich nur befugt, die öffentliche

zusagen in den Arsch zu treten, sage ihnen: ‚Setz

Ausübung von Prostitution zu regeln. Die St.

dir Ziele. Zieh nicht von Lokal zu Lokal. Kauf dir

Pöltner Verordnung bezieht sich aber auf die

eine eigene Wohnung. Spar Geld für später und

Ausübung schlechthin, differenziert also nicht

stell nicht alles auf den Kopf.’ Die Mädchen sol-

zwischen öffentlicher und nichtöffentlicher. Demnach überschreitet die Gemeinde ihre Kompetenzen. Das wäre ähnlich wie beim Ortstafel-

„Wenn ich nur einen guten Gast hab, kann das schon reichen. von der Masse könntest nicht leben.“

len ein Ausstiegsszenario entwickeln, denn die psychische Belastung in dem Job ist enorm. Und was ist, wenn sie krank werden, länger ausfal-

Streit: Wenn der Magistrat oder die Polizei auf

Zutritt), kommt Bewegung in die Runde. Die Da-

len? Dann stehen sie mit nichts da.“

Basis dieser Verordnung straft, könnte man das

men mischen sich unters (großteils) Männervolk

Ein anderes, oftmaliges Phänomen in dem Beruf

vor dem Verfassungsgerichtshof anfechten und

und leisten Gesellschaft. Der Chef oder die Che-

ist soziale Isolierung. „Ich hab zu einem Mäd-

ausjudizieren – mit guten Chancen, dass man

fin, so hat man den Eindruck, gibt dabei wie der

chen gesagt, ob sie nicht einmal eine Woche

recht bekommt. Diesbezüglich gibt es im Falle

General am Feldherrenhügel Zeichen, welche

nachhause fahren möchte. Da hat sie gemeint:

anderer Städte schon Vorentscheide.“

Dame sich welchem Gast widmet. Je nach Of-

Ich hab kein Zuhause!“

Persönlich hält er, wie wohl ein Gros der Bevöl-

fensiv-Faktor „animieren“ die Damen zunächst

Wenig verwunderlich also, dass das Lokal und

kerung, den Sperrbezirk für überholt. „Das ist

mal zum „Piccolo“, und weil die Herren schließ-

die Kolleginnen zu einer Art Ersatzfamilie mu-

jetzt eine staatsbürgerliche, keine juristische

lich Gentlemen sein sollen, erwartet man sich

tieren. „Wir gehen gemeinsam an den See ba-

Aussage: Man fragt sich schon, ob es klug ist,

selbst auch eine Einladung. Kurzum, Trinkfestig-

den, ins Fitness-Studio trainieren, wandern“, so

mit Verboten gegen Dinge vorzugehen, die

keit ist eine der Grundvoraussetzungen für den

eine der Damen. „Stutenbissigkeit“ wird von der

nicht umzubringen sind. Es wär viel klüger, das

Job, dies umso mehr, da die Getränke-Konsu-

Chefin übrigens nicht geduldet – damit schaden

zuzulassen und damit aus der Schmuddelecke

mation de facto die wichtigste Einnahmequelle

die Mädchen dem Geschäft und sich selbst.

rauszuholen, damit es kontrollierbar wird. Man

darstellt, nicht nur für die Etablissement-Besit-

„Gäste kommen nicht nur wegen einer Dame.

muss ja nicht gleich in der FUZO ein Lokal mit

zer sondern auch für die Damen, die daran be-

Und wenn zwei nett sind, zahlt der Gast auch

roten Lichterl aufmachen.“

teiligt sind. Im Schnitt berappt man 25 Euro für

gern für beide.“

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URBAN sonders gut bescheid weiß – unverhältnismäs-

Wahrheit wird es zumeist verdrängt, wie Irina

siges Misstrauen entgegengebracht. „Ich würde

erläutert. Ihr erstes Mal war „eine Katastrophe.

Wenn man danach fragt, wie viele der Damen es

für keinen Mann, der hier herein kommt, auch

Ich konnte überhaupt nicht die Sprache. Der

wirklich schaffen, nach einigen Jahren Business

wenn nur zum Spaß, die Hand ins Feuer legen.

Freier hat gesagt Sado-Maso. Ich hab nur lieb

mit einem schönen Geldpolster am Sparbuch

Irgendwann macht es bei jedem Klick – dann

gelächelt und genickt, weil ich keine Ahnung

auszusteigen, fällt die Bilanz ernüchternd aus.

regieren ausschließlich die Hormone. Mein Part-

hatte, was er sagte. Da hatte ich schon eine

„Ich hab sicher 200 Mädchen kennengelernt

ner müsste ‚rein’ sein, in jeder Beziehung!“

Ohrfeige. Das war nicht wirklich schön.“

„Kollatoralschäden“

– wirklich geschafft haben es vielleicht drei.“

Und wie läuft das mit dem Verdienst ab? In vie-

Eine davon ist Irina [Name geändert], mit der

DAS 1. ZIMMER

wir ins Gespräch kommen. Sie ist gelernte Kran-

Irina plaudert auch aus dem Nähkästchen von

es so, dass die Damen einerseits wie die Ani-

kenschwester (eine vielleicht 20 jährige Kollegin

ihrer Zeit als Professionelle. Das erste Mal oder

mierdamen am Getränkeumsatz beteiligt sind,

daneben hat übrigens gerade Jus zu studieren

das „1. Zimmer“, wie es die Damen nennen, ist

zum anderen für die Benutzung des Zimmers,

begonnen, also auch das gibt es). Seit mittler-

zumeist eine schlimme Erfahrung, an die sich

wohin sie mit dem Gast verschwinden, eine

weile sieben Jahren ist sie hier, äußerst unüb-

die meisten nicht mehr „erinnern“ können. In

„Miete“ bezahlen – in der Regel 50% des Frei-

len Häusern – den seriöseren wohlgemerkt – ist

lich für die Branche. „Sie ist unser Dinosaurier“, lachen deshalb die Kolleginnen. Der Dinosaurier hat freilich schon viel erlebt und kann somit unsere Neugierde über das horizontale Gewerbe im allgemein stillen. Grundmotivation für die Berufswahl war, wie bei so vielen, der Traum vom großen Geld. „In Ungarn verdient eine Putzfrau besser als eine Krankenschwester.“ Deshalb hat sie mit 26 Jahren, also relativ spät, als Tänzerin zu arbeiten begonnen – im übrigen gemeinsam mit ihrem Freund. „Aber davon wird man auch nicht reich, deshalb hab ich ihm gesagt, dass ich auch mehr machen kann.“ Das „Mehr“ wurde dann zum Beruf, den sie heute noch als „Teilzeitkraft“, wenn man es so nennen möchte, ausübt. Sechs Wochen ist sie zuhause bei der Familie in Ungarn, hilft der Mutter im Haushalt, führt ein stinknormales „bürgerliches“ Leben. Dann fährt sie für zwei, drei Wochen nach Österreich zum Arbeiten – offiziell nach wie vor als Tänzerin. „Ich glaube schon, dass meine Mutter etwas ahnt, aber sie fragt nicht näher nach und ich erzähle auch nichts“, erklärt sie eine Art Verschwiegenheitspakt innerhalb der Familie. Auch Partnerschaften aufzubauen ist in dem Job schwierig, wobei eine Kollegin einwirft „Wenn ein Mann akzeptiert, dass seine Frau Prostituierte ist, dann muss er selbst ein Strizzi sein.“ Die Alternativen sind also völliger Ausstieg oder Bruch. Zweiteres ist die Regel, ein „Pretty Woman“-Schicksal hingegen die glorreiche Ausnahme, wenngleich selbst dies ab und an vorkommt. Irina selbst war in Ungarn neun Jahre mit einem Mann liiert. „Das Problem war die Zeit. Ich war oft in Österreich, er allein daheim.“ Die Beziehung ging in die Brüche. Zudem, was auf den ersten Blick interessant erscheint, sind Damen aus dem „Rotlichtmilieu“ angeblich manisch eifersüchtig. „Wenn Frauen aus dem Gewerbe solche Gefühle zulassen, dann hat das eine besondere Tiefe. Ein Gspusi des Mannes nebenbei würden sie nie akzeptieren“, so die Cabaret-Chefin. Männern wird

„Das geschäft mit dem Sex wird es geben, Solange männer hormone haben.“

überhaupt – vielleicht weil man eben (nur bzw. v.a.?!) um deren Abgründe und Schwächen be-

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URBAN

20 Deka Liebeskugeln – zum Mitnehmen, bitte!

„Wir verkaufen unsere Waren Ganz normal - wie andere ihre Wurstsemmeln“

Wunderbare Dessous, gefinkeltes Spielzeug, verruchtes Lack & Leder sowie jede Menge DVDs – das ART-X ist einer von nur zwei einschlägigen Shops in St. Pölten. Wir fragten den Boss, die 22jährige Martina, wie es sich anfühlt, in einem „Erotikfachgeschäft“ zu arbeiten. Und wir wissen jetzt: es ist nicht wie im Film ... Von Althea Müller, Fotos: Hermann Rauschmayr Wie wird man die Leiterin eines Sex-Shops?

Unterschied zum Sexshop?

So wie in jedem anderen Geschäft auch – ich hab als ausgebildete Ver-

Die Arbeit ist dieselbe – ich kümmere mich um die Waren, führe Ver-

käuferin hier zu arbeiten begonnen, und nach ein paar Jahren bin ich

kaufsgespräche, erledige die Abrechnungen. Aber die Kundschaft ist

dann zur Filialleiterin aufgestiegen.

selbstverständlich eine andere.

Wie reagieren Familie und Freunde auf so etwas?

Wie sind die Kunden drauf, wenn sie hereinkommen?

Mein Vater war anfangs nicht sehr begeistert – er war sogar richtig

Es gibt junge Leute, meistens in Gruppen – die sind neugierig, lachen

erschrocken. Mittlerweile aber hat niemand mehr ein Problem damit.

und schauen einfach. Auch Pärchen kommen. Viele – egal, ob jung

Es ist ja auch ein guter Job – mit guter Bezahlung!

oder älter – sind aber auf jeden Fall schüchtern, zumindest wenn sie

Und hattest du selbst keine Scheu, hier zu arbeiten?

reinkommen. Das ist in St. Pölten schon noch so. In Wien eher nicht.

Eigentlich nicht. Ein bisschen vielleicht, was gewisse Fetische angeht.

Wieso – hast du in Wien auch schon Erfahrung gesammelt?

Aber unsere Kunden sind alle total nett und höflich. Wir haben auch

Nein, aber das ART-X ist wie eine große Familie – es gibt in Österreich

viele Stammkunden und bieten z.B. eine VIP-Card an. Nein, es rennt bei

mittlerweile 11 Filialen, und alle Mitarbeiter sehen sich immer wieder:

uns genauso wie in anderen Geschäften. Ich fühle mich sehr wohl.

Bei Meetings, Feiern etc. Da tauscht man sich natürlich aus.

Welche Eigenschaften sind – trotzdem! – nötig?

Und was geht in St. Pölten am besten?

Neben Freundlichkeit ist Offenheit natürlich total wichtig. Man muss

Viele Damen kommen wegen der Dessous. Unsere Lack&Leder-Sektion

sehr aufgeschlossen sein –Vorurteile darf man keine haben!

ist auch sehr beliebt. Die meisten – vor allem männlichen – Kunden

Beschreib mal das Flair in eurem Geschäft.

kaufen aber DVDs. Das ist unser Hauptgeschäft.

Es ist eine lockere Atmosphäre – die Kunden kommen ja meistens zu

Klingt alles ganz und gar nicht, wie in diesem Film „8mm“

ihrem Vergnügen, zum Schauen und Zeitlassen, und nicht, weil sie jetzt

Den kenne ich gar nicht, kannst du mir ja mal borgen... Aber ich kann

unter Druck irgendetwas Notwendiges kaufen müssen.

dir versichern: wir verkaufen unsere Waren ganz normal – wie andere

Du hast vorher im Sportfachhandel gearbeitet – wo liegt der

ihre Wurstsemmeln!

erbetrages. Die halbe Stunde kostet in unseren

in St. Pölten“, seufzt sie - wohl mit ein Grund,

Mädchen setzen sich zu ihnen, reden mit ihnen.

Breiten um die 120 Euro, die ganze 200. Wenn

warum es sie ehemals hierher verschlug.

Die zahlen quasi für die Illussion. Die dritte Ka-

der Kunde sexuelle Sonderwünsche hat, verlangen die Damen meist Aufschläge, die in ihre eigene Tasche fließen.

VOn GÄSTEN, Kunden und PAtienten

tegorie sind Kunden, die bewusst kommen, um ihre sexuellen Neigungen auszuleben.“ Was die Damen mitunter selbst verwundert, ist

Wie erfolgreich oder erfolglos man ist, hängt

Bleibt noch die Frage, welche Typen überhaupt

der Besuch von Männern, die vermeintlich be-

auch vom Talent ab. „Man muss schon eine

kommen? „Es gibt drei Kategorien“, erläutert

friedigt sein müssten. „Ich hab einen Kunden

gute Schauspielerin sein“, lacht Irina. „Wir bie-

eine Dame mit Berufserfahrung. „Die Gäste

gefragt: ‚Aber du hast doch eine junge, hübsche

ten Illusionen.“

– das sind jene, die zumeist in einer Gruppe

Frau zuhause, liebe Kinder - was machst du

Dass viele „Illusions-Damen“ selbst in der Des-

kommen, wo es sich, etwa nach einer Geburts-

hier? Er hat gemeint, er hätte seit drei Jahren

illusion und Verzweiflung landen, habe sie im

tagsfeier, so ergeben hat. Die wollen einfach nur

keinen Sex mehr gehabt.“

Laufe der Jahre auch erlebt. Am schlimmsten

Spaß haben und etwas trinken. Dann gibt es die

Eine weitere Erklärung ist ein überbordendes

dran seien Opfer von Zwangsprostitution und

Patienten, das sind jene, die dieses Milieu brau-

Schamgefühl

Menschenhandel. Frauen, deren Zuhälter – Kri-

chen, in gewisser Weise abhängig sind. Dazu

zwischen den Paaren. „Viele können über ihre

minelle - ihnen nicht nur den Pass, sondern jegli-

zählen viele Stammgäste, vorwiegend Männer,

sexuellen Neigungen und Wünsche nicht offen

che Würde raubten, sie völlig abhängig machten

die allein leben. Die würd draußen niemand

reden, weil sie sich schämen oder Angst haben,

und ausbeuteten. „Das gibt es zum Glück nicht

anschauen, hier sind sie plötzlich wer, hübsche

den Partner zu verletzen. Während Frauen dann

und

Kommunikationslosigkeit

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URBAN frustriert sind und den Fehler bei sich suchen, ge-

seiner Wahl“ in die „Solokabine“ zu bestellen – hier

hen Männer in dem Glauben, wenn sie dafür bezah-

bietet nur ein Fenster Einblick in die Körperkunst,

len, handle es sich nicht um Betrug, ins Puff. Dabei

man genießt also „exklusiv“. Etwas günstiger sind

wären die Frauen zuhause großteils aufgeschlos-

Video-Kabinen mit neuesten Pornos „in DVD-Qua-

sen, wenn sie nur um die Wünsche ihrer Männer

lität“.

wüssten. Und ganz ehrlich - was ist Schlimmes

Für Rätselraten sorgte die frühe Sperrstunde (23

daran, wenn eine Frau mal die Stiefel anlässt im

Uhr). Aufklären konnten wir dieses Mysterium

Bett, oder - wenn der Mann drauf steht - in ein La-

nicht, ein Gespräch mit „jemandem von der Zeitung

tex-Kleid schlüpft?“

ist bei uns nicht möglich“, ließ der Chef ausrichten.

Man liege aber überhaupt einem Irrglauben auf,

Warum denn, wenn doch gar nix Böses zu berich-

wenn man denkt, es gehe nur um Sex. Viele, wenn

ten sei? „Kein Kommentar.“ Auch die Polizei lässt

nicht gar die meisten Männer, kommen großteils,

die Peep-Show kalt: Gerüchte, wonach man die

um sich auszuweinen oder Anerkennung zu su-

Glasscheiben schnell entfernen und somit „mehr“

chen. Irina ist es im Laufe ihrer Berufskarriere nicht

stattfinden könnte als nur der „passive Konsum“,

erst einmal passiert, dass ein Mann zwar fürs Zim-

seien nach Prüfung vor Ort widerlegt. Freilich wisse

mer bezahlt hat, dann aber nur kuscheln und reden

niemand, ob nicht nach erfolgreicher Tanzdarbie-

wollte. „Das sind die Besten“ lacht sie.

tung noch im Privaten weitergefeiert würde. Wer fi-

Weniger zum Lachen ist die Situation für Lebens-

nanziert denn schon sein Leben ausschließlich von

partnerinnen, wenn sie dahinter kommen – am

ein paar eingeworfenen Münzen?

schlimmsten in jenen Fällen, wo der Mann ein gewisses Suchtverhalten an den Tag legt und, wie es einer der Besitzer formuliert, „sein ganzes Geld

kein Sodom & Gomorrha

in Puffs verhurt.“ Nicht erst einmal ist eine verbit-

Man mag zum Sex-Business stehen wie man

terte Ehefrau vor der Tür gestanden. „Früher hab

möchte, eines ist nicht von der Hand zu weisen,

ich Skrupel gehabt gegenüber solch armen Teufeln,

wie es eine Dame treffend formulierte: „Das Ge-

weil ich ja gewusst hab, der kann es sich nicht leis-

schäft mit dem Sex wird es geben, solange Män-

ten. Ich hab die Herren vor die Tür gesetzt, mit dem

ner Hormone haben!“ Die St. Pöltner Männer und

Ergebnis, dass sie ins nächste Nachtlokal gefahren

jene der Region bilden da beileibe keine Ausnahme.

sind – heimgefahren ist keiner“, so ein Besitzer.

Aus diesem Blickwinkel ist nicht nur das österrei-

WELCOME IN DER SOLOKABINE

chische Gesetz überholt, wonach – etwa im Gegensatz zu Deutschland, wo seit 2002 Prostitution als Beruf anerkannt ist – Prostitution noch immer als

Dabei gibt es, überspitzt formuliert, auch die ver-

„sittenwidrig“ eingestuft wird, sondern auch der

meintliche Schmalspur-Variante für die kleine

Sperrbezirk in St. Pölten.

Börse - in der Daniel Granstraße lädt die Peep Show

Zu akzeptieren, was einfach Realität ist, wird die

„Hardcore-Sexpress“ zum Münz-Wett-Einwerfen.

kleine Landeshauptstadt nicht umbringen, und es

Neben den klassischen Sexprodukten wie Cremen,

wird auch nicht mit einem Mal Sodom & Gomorrha

DVDs und Spielereien bietet das Etablissement

ausbrechen. Wir werden bestenfalls ein Stück libe-

auch Einzelkabinen an. Dort nimmt man Platz, wirft

raler und - sozialer. Denn profitieren würden von

1-Euro-Münzen ein und sieht durch eine Plexiglas-

der Legalisierung v. a. die Sexarbeiterinnen, die jetzt

wand einer (echten) Dame beim Tanzen auf einer

in ein willkürliches (auch rechtliches) Niemandsland

runden Bühne zu, um die herum die Kabinen an-

gedrängt sind. Darüber sollte man einmal – unauf-

geordnet sind. Zudem ist es möglich, die „Dame

geregt und sachlich – in Ruhe nachdenken!

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In Österreich ist ein Salzfass mehr wert als die Menschenrechte. Und kaum jemand sieht sich veranlasst, dagegen zu protestieren. Man rufe sich folgende beiden Verbrechen und ihre „Beurteilung“ in Erinnerung: 1. Ein Mann macht sich über das Sicherheitssystem eines Museums lustig, klettert hinein und nimmt ein kunstvolles Salzfass im Wert von 50 Millionen mit nach Hause. Drei Jahre narrt er Polizei und Versicherung, ehe er gefasst wurde und das Salzfass kaum beschädigt ins Museum zurückkehrt. Der Dieb spricht von einem dummen Streich, den er sich erlaubt hat. Das Urteil: vier Jahre unbedingte Haft. 2. Drei Polizisten misslingt die Abschiebung eines Schwarzafrikaners. Sie fahren mit ihm

K

UNTERBELICHTET von Christoph Wagner

zu einer Lagerhalle. Es sollen Sätze fallen, wie: „Wir haben den Auftrag dich zu töten.“ oder: „Hitler hat sechs Millionen Juden umgebracht, du bist der sechs Millionen und erste.“ Der Mann wird geschlagen und getreten. Während er am Boden liegt, fahren die Polizisten mit dem Auto auf ihn zu – Scheinexekution nennt man das. Vor Gericht sind sie weitgehend geständig. Im Verlauf des Prozesses wird der Gefolterte zum Provokateur und die psychische Belastung der Polizisten im Dienst zum mildernden Umstand. Das Urteil: acht Monate bedingte Haft. Die Reaktionen fallen bescheiden aus: Kein lauter Aufschrei in der Gesellschaft, kein nachdrücklicher Protest von Politikern. Die Ausnahme bilden der Menschenrechtsbeirat und amnesty international Österreich, die Medien schenken ihnen aber nur kurz Aufmerksamkeit. Im Lichtermeer herrscht schon lange Ebbe. Und eine lebendige Zivilgesellschaft hat es nie an Land gespült. unterbelichtet@kstp.at

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URBAN

Bringt die s34 die langersehnte entlastung für die b20?

Neue Strassen braucht das Land?

„Anschlag auf Pendler“, Verkehrsverhinderer“, „Stopp Transit“ – Statements dieses Tonfalls sind Zeugnis eines emotionalisierenden Themas: Kann das Verkehrsaufkommen im wirtschaftlich und ökologisch sensiblen Raum südlich von St. Pölten durch eine Schnellstraße sinnvoll bewältigt werden? Von Mathias Kirner, Foto: Rauschmayr Wären die Fakten zur geplanten Traisental

dessen Auftrag die Autobahnen- und Schnell-

Wilhelmsburg analysieren sollte.

Schnellstraße S34 und ihrer Verlängerung, der

straßen- Finanzierungs- Aktiengesellschaft (AS-

Seine Schlussfolgerungen, die er auch im MFG-

B334, ebenso mannigfaltig wie die bisher geäu-

FINAG) verantwortlich. Die B334 soll unter den

Interview erläutert, sind unter anderem:

ßerten politischen Positionen, würden wir wohl

Agenden des Landes im Anschluss an die Fer-

noch vor Weihnachten von Krems bis Wilhelm-

tigstellung der S34 gebaut werden.

sätzlich Straßenverkehr erzeugt, was eine ver-

sburg vierspurig unterwegs sein können. Doch

Doch bereits hier beginnen Fakten mit Spekula-

mehrte Belastung für Wilhelmsburg bedeute.

die Tatsachen lassen sich in wenigen Sätzen

tionen zu verschwimmen. Weder lässt sich un-

Die neue Verkehrsinfrastruktur sei wirt-

zusammenfassen:

missverständlich feststellen, ob die B334 eine

schaftlich zweimal so ineffizient wie die beste-

Das Land Niederösterreich ist Initiator des Pro-

vierspurige Schnellstraße oder eine ausgebaute,

hende Lösung.

jektes zur Fortsetzung der S33 nach Süden in

zweispurige Landesstraße werden soll, noch ist

Touristische Erholungsgebiete sowie land-

Form der Schnellstraße S34 bis Wilhelmsburg

der Trassenverlauf der B334 – und hier vor allem

wirtschaftliche Nutzflächen würden abgewer-

Nord. Von dort soll es mit der B334 eine Ver-

die Umfahrung Wilhelmsburg – festgelegt. Die-

tet.

bindung bis zur B18 (Gemeinde Traisen) geben.

ser ist nämlich zurzeit Verhandlungsgegenstand

Es käme zu keiner Lärmentlastung, in Wil-

Die Intentionen sind, durch eine leistungsfähige

zwischen der Stadtgemeinde Wilhelmsburg und

helmsburg selbst käme es im Gegenteil zu einer

Anbindung an A1 und S33 die Standortqua-

dem Land NÖ.

Lärmpegelerhöhung, die einer Verdoppelung

lität des Traisentales zu erhöhen, die B20 und damit Ortsdurchfahrten zu entlasten und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die S34 wurde

DIE SCHNELLSTRAsse bringt nichts...

Durch den Bau der Schnellstraße werde zu-

der Verkehrsbelastung entspräche. Die bereits bestehende hohe Feinstaubbelastung würde noch erhöht werden.

mit 09.05.2006 in das Bundesstraßengesetz

Just während dieser Verhandlungen kam ein

Wirtschaftlich würden nicht die Traisentalge-

aufgenommen, der Baubeginn soll nach Anga-

Papier des TU-Professors Hermann Knoflacher

meinden, sondern der Zentralraum St. Pölten

ben des Landes bereits 2007 erfolgen. Für die

an die Öffentlichkeit, der im Auftrag der Stadt-

profitieren.

Umsetzung der S34 ist der Bund und somit in

gemeinde die Auswirkungen des Projektes auf

Eben diese Stellungnahme rief die Befürworter

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URBAN

„Eine klare Fehlinvestition!“ Prof. Hermann Knoflacher vom Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der TU Wien hat für die Stadt Wilhelmsburg die Projektunterlagen zur Traisental Schnellstraße unter die Lupe genommen. Mit seinen pointierten Aussagen gegen das Projekt hat er eine heftige Debatte ausgelöst und sich unter anderem den Kosenamen „größter Verkehrsverhinderer“ (Karl Bader, Bürgermeister von Rohrbach an der Gölsen) eingefangen.

schwindigkeit gefahren werden, deswegen

sental genügen oder müsste man die Strecke massiv ausbauen?

kann man nicht von einer Erhöhung der Ver-

Man müsste die Eisenbahn erstens moder-

kehrssicherheit sprechen. Auf der Bundes-

nisieren, zweitens selektiv ausbauen – zum

Die Traisental-Schnellstraße bringt eine zu-

straße muss die

Beispiel auch die Bahnhöfe attraktiver ma-

sätzliche Verkehrsbelastung mit sich. Große

Tempolimits erhöht werden.

Was bringt die S34 in Bezug auf eine eventuelle Verkehrsentlastung, die Verkehrssicherheit und den Wirtschaftsstandort Traisental?

Auf der Schnellstraße wird mit höherer Ge-

Verkehrssicherheit durch

kommt höchstens kurzfristig zu einer Ver-

chen und besser erreichbar – und drittens bahnfreundliche Betriebe ansiedeln.

Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an. Es

Welche Bedeutung hat die Schnellstraße für die Umwelt und Landwirtschaft?

dass eine größere Straße mehr Verkehr be-

Ist der Umweltbericht zum Projekt ihrer Meinung nach unbewusst schlampig oder bewusst einseitig geschrieben?

deutet. Das können Studenten bei mir im

Ich kann nicht beurteilen, wie hier gearbei-

ersten Semester rechnen, die Leute, die über

tet wurde. Die ganzen Projektunterlagen

Verkehrspolitik entscheiden, können das of-

sind mehr als mangelhaft. Für die Behaup-

fensichtlich nicht rechnen.

tungen über die positiven Auswirkungen der

Eine Verkehrsverlagerung des LKW-Verkehrs

Schnellstraße gibt es keinen einzigen Beweis

auf die S34 wird nicht stattfinden, da die

im Bericht. Der Umweltbericht entspricht

Schnellstraße bemautet wird und der Transit

nicht dem elementaren Standard. So wird

auf der mautfreien B20 bleiben wird. Die Lär-

etwa nicht einmal erwähnt, dass die Straße

mentlastung ist – unter der Annahme gleich

in einem Gebiet gebaut werden soll, in dem

bleibender Geschwindigkeit – vernachlässig-

die Alpenkonvention, ein völkerrechtlicher

bar. Im Falle einer Geschwindigkeitserhöhung

Vertrag, gilt.

kehrsentlastung, die internationale, qualifizierte Fachwelt ist sich aber darüber einig,

wird sogar mehr Lärm produziert. Abgase und

Straße, sondern verteilen sich. Wirtschaftlich

Immerhin sind im Umweltbericht aber die Einwände der ASFINAG und des Umweltministeriums dokumentiert …?

werden die Nebentäler verlieren und die Zen-

Die ASFINAG darf das gar nicht machen, weil

tren gewinnen. Große Straßen bringen einen

sie gesetzlich verpflichtet ist, die Einnahmen

Vorteil für große, internationale Konzerne und

aus der Maut möglichst wirtschaftlich einzu-

Nachteile für die kleinen. Großkonzerne sie-

setzen. Hier wird es aber keine Einnahmen

Feinstaub treten durch die Schnellstraße verstärkt auf, und diese bleiben ja nicht auf der

deln sich immer in der Nähe von Autobahnen an.

geben, weil die LKWs weiterhin auf der BunLandwirtschaftsflächen werden in industrielle

desstraße fahren werden.

Flächen umgewidmet. Der Verlauf der S34

Wenn es einen Verkehrsengpass gibt, dann ist

Das heißt aber, dass der Süden von St. Pölten von der S34 in Form von neuen Betriebsansiedlungen profitieren wird?

zwischen St. Pölten und Wilhelmsburg ist eine

das Wilhelmsburg. Daher müsste man zuerst

typische Verkehrsplanung der 50er Jahre des

eine Umfahrung um Wilhelmsburg bauen. Aus

vorigen Jahrhunderts. Für die Umwelt wäre

der internationalen Perspektive ist dieses

Ja, aber die Ausgangssituation für meine Stel-

die Eisenbahn das wichtigste Verkehrsmittel.

Projekt eine ganz klare Fehlinvestition.

lungnahme zur Traisental Schnellstraße war

Die vorhandene Strecke müsste modernisiert

eine andere: Es ging um die Auswirkungen

werden und mit einem zeitgemäßen Halb-

Ist das Projekt politisch motiviert?

auf die Stadt Wilhelmsburg. Und hier ist es

Stunden-Takt ausgestattet werden. Das Geld

Das Projekt ist ein politischer Willkürakt des

ein Irrtum zu glauben, dass die kleinen Wirt-

für die S34 sollte in die Eisenbahn investiert

Verkehrsministers und des niederösterrei-

schaftsbetriebe von großen Straßen profitie-

werden.

chischen Landeshauptmannes gegen den Ge-

ren. Diese Vorstellung, wird von den großen Konzernen genährt die die kleinen vernichten wollen.

Zur Verkehrssicherheit: Bringt die Schnellstraße im Vergleich zur B20 eine Verbesserung?

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neralverkehrsplan. Das sage ich, obwohl ich

Würde eine Modernisierung der Eisenbahnverbindung von St. Pölten ins Trai-

kein Befürworter des Generalverkehrsplanes bin.

„Der Verlauf der S34 zwischen St. Pölten und Wilhelmsburg ist eine typische Verkehrsplanung der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts.“ Pr of . Hermann Knofla c her

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14 Wer keinen Gott mehr hat, braucht zumindest Götzen. Meine sind um die 20 cm groß, wuschelig und hauptberuflich Meerschweinchen. (Alle Stylettos unter euch, die Schlangen etc. haben, können jetzt bitte zum Lesen aufhören, ja, dankeschön.) Diese zwei Tiere haben das alleinige Privileg, mich jederzeit tyrannisieren zu dürfen, ohne dass ich deshalb grollen würde. Ich kaufe für sie immer noch 1st-Class-Gemüse, wenn ich mich mangels Kleingeld nur noch von verdorbenem Joghurt ernähre. Und wenn sie quieken, springe ich selbst dann sofort auf, wenn ich gerade mit der neuesten, männerverachten-

K

CHICKEN

von Althea Müller

den Frauenzeitschrift sowie einer Großpackung Mini-MilkyWay auf der Couch liege. Sie sind die einzigen Wesen, vor denen ich (nüchtern, ähem) freiwillig in die Knie gehe. Gestern z.B. besorgte ich die superteuren Körner. DIE nämlich. Mr. Watson (nachtschwarz, strubbelig, gerissen) trippelte misstrauisch heran, um zu schnuppern. Mit einer gezielten Pfotenbewegung fegte er dann verächtlich die Schüssel um. Körner überall. Gleich folgte Emily (aufgrund ihrer grazilen Schönheit zweifellos eine dreifärbige Dita van Teese), besah sich das Chaos – und kotete nach einigen Sekunden angestrengten Nachdenkens auf meine liebevoll besorgten Gaben. So schenkte ich ihnen demütigst jenes Vollkornweckerl, das ich eigentlich selbst hatte frühstücken wollen. Danach fühlte ich mich besser. Die Schweinchen auch. Sollte ich jemals alt werden, bin ich sicher eine jener dünnen Damen, die kettenrauchend kleine Hündchen am Schoß wiegen und mit Lindorkugeln füttern. Aber das schreckt mich nicht. Denn: Es ist lächerlich sagt der Stolz. Es ist was es ist, sagt die Liebe.

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URBAN des Straßenprojektes auf den Plan, darunter den

kraft als Tourismusziel gewinnen. Die Baukosten

Bundesrat und Bürgermeister der Gemeinde Rohr-

werden mit 380 Millionen Euro beziffert, die jähr-

bach an der Gölsen, Karl Bader. Für den Initiator

lichen Erhaltungskosten mit drei Millionen. Dem

und Sprecher der „Plattform B334“ ist der Univer-

stünden öffentliche Einnahmen in der Höhe von

sitätsprofessor ein rotes Tuch: „Knoflacher braucht

24,1 Millionen Euro jährlich gegenüber, die u.a. aus

keiner!“ Das Projekt bringe bereits jetzt einen ge-

Steuereinnahmen, Maut und Betriebsansiedlungen

waltigen wirtschaftlichen Impuls. Und Druck auf

resultieren sollen. Für die gesamte österreichische

die Landwirtschaft gebe es bei jeder Bautätigkeit:

Wirtschaft könne durch die Schnellstraße eine zu-

„Wenn das das Argument ist, darf es gar keine Bau-

sätzliche Wertschöpfung von 85,4 Millionen Euro

tätigkeit mehr geben.“ Zu den laufenden Verhand-

pro Jahr erzielt werden. Der Beschäftigungseffekt

lungen über die Trassenführung will er sich nicht

sei mit 1.373 zusätzlichen Arbeitsplätzen jährlich

äußern.

zu benennen.

...oder bringt sie doch etwas?

...AUF JEDEN FALL MEHR VERKEHR!

Zur Untermauerung ihrer Argumente bringen die

Die Ergebnisse der IHS-Studie und der Knoflacher-

Verteidiger des Projektes gerne eine Studie des

Stellungnahme könnten gegensätzlicher nicht sein.

Institutes für Höhere Studien (IHS) ins Spiel. Im

Dennoch, zumindest in einem Punkt gibt es Über-

Gegensatz zur Knoflacher-Stellungnahme hat die

einstimmung: Durch die Schnellstraße wird auch

IHS-Studie einen breiteren Fokus: Es geht um die

laut IHS ein stärkeres Verkehrsaufkommen erzeugt,

Auswirkungen der Schnellstraße auf die österrei-

und zwar um 15 Prozent.

chische Wirtschaft, eine – immer wieder – herge-

Doch die Freude über eine endlich gefundene

stellte Vergleichbarkeit der beiden Arbeiten ist so-

Übereinstimmung währt nur kurz: Im Rahmen der

mit nicht unmittelbar gegeben. Bemerkenswert ist

strategischen Prüfung durch das Verkehrsministe-

auch, dass die IHS-Studie von einer durchgehenden

rium wandte die ASFINAG bereits im Februar ein,

vierspurigen Schnellstraße von Traisen bis zur A1

dass „die Strecke in dieser Form [Anmerkung: S34

bei St. Pölten mit einer östlichen Umfahrung von

St. Pölten – Wilhelmsburg] keine sinnvolle Netzer-

Wilhelmsburg ausgeht.

gänzung im ASFINAG Streckennetz“ darstelle. Einer

Die Ergebnisse der IHS-Studie in der Zusammen-

betriebswirtschaftlichen Prüfung durch die AS-

fassung: Die wirtschaftliche Entwicklung im Raum

FINAG hielt das Projekt ebenso nicht stand. Auch

Krems – St. Pölten – Traisen – Lilienfeld werde ge-

das Umweltministerium meldete Bedenken an: Der

fördert, da durch erhöhte Verkehrsdurchlässigkeit

Umweltbericht weise „inhaltliche Mängel auf.“ Wer

und verbesserte regionale Erreichbarkeit die Stand-

auch immer Recht behalten mag, eines stimmt je-

ortqualität erhöht werde. Das IHS geht auch davon

denfalls traurig: Der Ausbau des öffentlichen Ver-

aus, dass die Ortsdurchfahrten entlastet werden

kehrs als Alternative oder Ergänzung ist nicht gep-

und es somit zu einer Erhöhung der Lebensqualität

lant. Übrigens: Mögliche Trassenverläufe findet man

kommt. Weiters würde die Region an Anziehungs-

unter: www.noe.gv.at/service/st/st1/s34/s34.htm

Ü

am abstellgleis scheint der Zugverkehr gelandet zu sein - über den ausbau der schiene redet niemand

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Alles beim Alten

Hirsus Absolutus: „Veni, vidi, vici! - Ich kam, sah und Siegte!“

Man stellt sich irgendwann unweigerlich die Frage: Was war eigentlich damals anders, zu Zeiten eines Aelium Cetium (wie Sankt Pölten in grauer Vorzeit vor der Hauptstadtwerdung hieß)? War es anders? Von Matthias Steinperl Wir werden ungewollterweise Ohrenzeugen

Willus Antiquus: So freue er sich doch, dass ihn

Petrus Aurus: Aber die haben alle weiter

eines Gesprächs auf dem Kapitol, dem Amtssitz

so viele gewählt haben und sich nicht schämen,

nichts zu melden. Ist das nicht toll, so eine De-

des Statthalters von Aelium Cetium, zwischen

die purpurne Toga nach draußen zu tragen.

mokratie?

Freunden innerhalb der Familie (allen beiden).

Hirsus Absolutus: Ite cacatum!* Muss man

Hirsus Absolutus: Ich frage mich, ob das ganze

Mit von der Partie: Sein Schreiber Petrus Aurus

euch hier alles erklären?! Erstens einmal: ein

Gewähle überhaupt noch dafür steht bei sol-

und sein Lehrmeister der Philosophie Willus

Drittel des Volkes war anscheinend wandern

chen Ergebnissen. Ich glaube, ich werde mich

Antiquus. In diesem Moment stürzt ein Bote in

oder ist in das pulsierende Leben von Aelium

zum Kaiser krönen.

den Palast:

Cetium eingetaucht. Und überhaupt: Die haben

Hirsus Absolutus und seinen besten politischen

Willus Antiquus: Nicht so schnell, werter HirDer Bote: Ave, Hirsus! Ich überbringe eine wahrhaft frohe Botschaft! Sie sind auserwählt! Petrus Aurus: Das muss ich gleich in mein »Aelium Cetium Concretum« ritzen! Hirsus Absolutus: Du solltest mir Neuigkeiten berichten, Bote! Dass ich auserwählt bin, weiß

Wissen tut nicht weh Aelium Cetium war unter den Römern das, was St. Pölten heute unter den Roten ist. Ursprünglich nur eine einfache Siedlung, wurde sie von Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) zum Municipium Aelium Cetium erhoben und hat sich seither nicht mehr vom Feiertaumel erfangen können.

sus. Was gedenkst du mit den anderen zu tun? Hirsus Absolutus: Da hab ich mir schon was überlegt. Nonnus Singulus mache ich zum Verbündeten und übertrage ihm die wichtige Aufgabe, Streitwagenwege zu pflastern. Silvia Hortensia wird zur Streitwagenfahrerin. Das kommt ihrem Naturell entgegen, und der Umwelt kann

ich dank meines väterlichen Freundes, Willus

nicht mich gewählt, sondern die anderen nicht

sie ohne Katalysatus auch was Gutes tun. Ger-

Antiquus, selbst. Veni, vidi, willi, sag ich da nur.

gewählt. Ich meine, Homosassus zum Beispiel,

manus Extremus Dexter verkaufen wir am Skla-

Und das mit der Wählerei, wollte ich ohne-

der ist ja die fleischgewordene Resignation vor

venmarkt nach Afrika, oder verschenken ihn.

hin gerade ansprechen. 60 Prozent, pah. Wie

der Wahlniederlage. Da kränkt mich ja sogar

konnte das passieren? Zum Diktieren zu wenig,

noch die eine Vorzugsstimme, die er sich selbst

Petrus Aurus: Welcher Sklavenmarkt? Ich krieg

zum Tachinieren zu viel. Werft den Boten den

gegeben hat.

wieder mal nihil mit.

Hasen zum Fraße vor! * Grammatikalisch: Supinum auf –um. Übersetzt: Geht, um euch eurer Fäkalien zu entledigen!

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17

GESCHICHTE Hirsus Absolutus: Ich erzählte euch doch im

Im Palast zu Cetium ist Hirsus mittler-

Senat vom neuen Konzept für das Forum Pes-

weile ins Schwärmen gekommen.

lianum. Was ich mich aber trotzdem frage: Warum konnte ein Germanus Extremus Dexter

Hirsus

überhaupt Zuspruch erhalten? Bei uns landen

Was

doch wirklich keine fremden Besucher.

Plebs

Abolutus: ich

der

alles

Willus Antiquus: Ich glaube, er meinte auch eher den Zuzug aus den benachbarten Barbarenprovinzen. Und warum hier keiner stehen bleibt, nährt eine Vermutung.

Mich

bringen

dünkt

will,

nämlich, wir haben uns etwas

möchtest du wissen?

verplant. Ich hörte, dass ein

Tavernen für die Ewig-

paar Meilensteine weiter nördlich von hier ein

keit zum Beispiel. Ich ver-

großer Fluss an uns vorüberfließt.

spreche dir, diese Gaststätten werden in

Hirsus Absolutus: Wahrlich?! Wir brauchen

2.000 Jahren noch genauso

umgehend eine Via Appia Rapida!

dastehen. Weiters

will

ich

mein Volk mit der Cloaca MaPetrus Aurus: Aber dann fährt doch das Leben

xima beschenken. Auf dass es

noch schneller an uns vorbei!

dort sich säubere – außer Montags, da will ich die römische Therme für

Hirsus Absolutus: Papperlapapp. Ich befehle

mich. Und die Halle C wie Caesar

Schritttempo für Personensänften.

im Circus Maximus soll wieder zu dem werden, was sie einmal

Während im fernen Vindobona Rapid regiert

war.

und im noch ferneren Rom Valentinian III., steht die Provinz Noricum unter der Herrschaft des

Petrus Aurus: Ackerland?

berüchtigten Feldherrn Proellius Absolutus. Hirsus Absolutus: Oh, Saturn! VerProellius Absolutus: Absolute für Absolutus?!

gib ihm! Natürlich nicht! Zu einem

Die werden einfach nicht weniger!

großen Forum für Gladiatorenkämpfe aller Art.

Lupus Sobotus: Wir schon. Willus Antiquus: Hast du Proellius Absolutus: Mit so was macht man

da konkret an irgendetwas

keine Witze! Sorge lieber dafür, dass es auch

gedacht?

sie erwischt und erspar mir deine halblustigen Sentenciae. Wo bleiben deine genialen Ideen

Hirsus Absolutus: Naja,

jetzt!

den Robbie Spartacus werden wir wohl nicht

Lupus Sobotus: Sieh, Imperator. Das Provinzla-

kriegen. Aber ich könnte

zarett nennen wir unser eigen. Aber dort ist der

mir vorstellen, dass vielleicht

Schoß noch fruchtbar für die Legionäre des Hir-

Rainus Cocus seine Weisen zum Besten

sus. Daher werden wir in Zukunft alle Sklaven

gibt.

des Lazaretts auf Hautrötungen prüfen und sie gegebenenfalls am Markt freisetzen. Denn sol-

Willus Antiquus: Schrecklich! Blutrünstig!

che Rötungen sind der Anfang unseres Endes.

Das Volk wird dich lieben, wenn du den gefürchtetsten aller Gladiatoren Noricums in die

Proellius Absolutus: Du bist ein Genius, Lu-

Arena holst!

pus! Hirsus Absolutus: Nur dann? Lupus Sobotus: Außerdem beschenken wir alle Kinder mit gelben Plastiktogen, auf denen groß geschrieben steht: »Proellius optimus est!«. Proellius

Absolutus:

Nur

geschrieben?

Schade.

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18

XXXXX

SCHRÄG GEDACHT

von Thomas Karl

1) Tirolerisch: nicht Vaters, sondern ...? 2) Südkärntner Reisanbaustätte? 3) Ganz junger Lehrling aus dem 19. Wiener Gemeindebezirk? 4) Dort wo die wahren Tiroler Kerle herkommen? 5) Kurze ligurische Feststellung, dass man über keine Briefmarken mehr verfügt? 6) Gewehrdiebstahl (ostdeutsch)? 7) An mehrere Personen gerichtete lapidare Weinviertler Aufforderung zu sprechen?

Thanheiser-„heimspiel“ im Landestheater, wieder am 8.11.

Riesenhit

Die Premiere von „Kabale und Liebe“ im Landes-

Mit dem geplanten Museum für seine Harmoni-

theater wurde begeistert aufgenommen. „Das

kasammlung kommt er leider nicht so gut voran:

Publikum hat mitgeatmet“, erzählt Lokalmatador

„Es ist ein schwieriger Weg, weil ich noch nicht

8) Tratsch tirolerisch?

Hannes Thanheiser, der im Stück den Kammer-

die geeigneten Lokalitäten gefunden habe.“ Die

diener gibt. Eigentlich wünscht er sich ja heitere

bisher besichtigten seien zu groß oder zu teuer

9) Fürs Fußballspielen vielleicht besser als fürs Autofahren geeigneter Ort in der Steiermark?

Rollen, „das Stück ist mir eigentlich zu drama-

für seine Sammlung von Kuriositäten und Ra-

tisch“. Aber ein Klassiker wie Schiller sei „immer

ritäten. Aber er gibt nicht auf: „Es ist eine sehr

interessant, auch zeitgeschichtlich und politisch.“

kostbare Sammlung, und ich werde sie irgendwo

Die Rolle habe jedenfalls „gerade so gepasst“.

ausstellen, und dann wird sie ein Riesenhit!“

10) Feinschottrige Stadt an der dalmatinischen Küste? 11) Österreichische Bezeichnung für Stenton?

Adventgespräche

12) Man muss sich schon überwinden, wenn man in dieses oberösterreichische Gewässer reingehen will 13) Wasserklosett anglo-belgisch?

Am 2. und 4. November

letzten vier Sonntagen vor

folgt die nächste Opern-

Weihnachten

Schauplatz

produktion im Festspiel-

von „Adventgesprächen“.

haus - Monteverdis „Die

Den Anfang macht am 26.

Krönung der Poppea“.

November Bürgermeister

Der Komponist zeigt sich

Mag. Mathias Stadler, der

hier als Meister eines

Weihnachten eines Stadtoberhauptes mit jenen sei-

musikdramatischen Stils, der für eine ganze Peri-

ner Jugend und Kindheit in St. Pölten vergleicht.

ode der Operngeschichte - der so genannten Vene-

Die in drei Ethnien dichtende und denkende Schrift-

zianischen Schule - richtungweisend wurde.

stellerin Zdenka Becker wiederum reflektiert, von ih-

„Besteig, oh meine Geliebte, den höchsten Platz

rem Werk ausgehend, über Weihnachten unter dem

der kaiserlichen Macht“, singt König Nerone. Wem

15) Zermatt

Roten Stern und einem Österreich von heute.

hier Unmoralisches in den Sinn kommt, liegt nicht

14) Zeltweg

Dompfarrer Norbert Burmettler erinnert sich seiner

falsch. Denn was Nerone seiner Geliebten, der No-

Pielachtaler Kindheit und der Studienjahre in St. Pöl-

belhure Poppea, ins Ohr säuselt, gilt nicht nur dem

ten und will die theologische Position zur christlichen

Thron. Poppea will an die Macht und wählt den Weg

Frohbotschaft im 21. Jahrhundert näher bringen.

durch Nerones Bett, nachdem sie dessen Mutter

VAZ-Chef René Voak MBA und Mag. Johannes Reichl

und Gattin beseitigt hat. Was für ein pralles und

werden schließlich der Frage nachgehen, ob – oder

fesselndes Skandalwerk des vierundsiebzigjährigen

ob gerade deshalb - ein in Stroh gebettetes Knäblein

Claudio Monteverdi, der sich so wenig um die gän-

aus Bethlehem das Licht unserer überkommerzi-

gige Moral und Opernpraxis scherte!

ellen, entseelten (?) Welt überhaupt hätte erblicken

Ideal die Besetzung. Die Schweizer Sopranistin

wollen.

Maya Boog als leichtlebige Poppea besticht durch

Unter der Diskussionsleitung von Prof. Dr. Ferdinand

ihre spielerisch-amouröse Intensität, bezwingend

4) Pfunds

Zeller wird jeweils um 15 Uhr am 26. November

und gleichzeitig unaufdringlich. Nicht weniger mar-

3) Neustift

und den drei folgenden Adventsonntagen im Pusch

kant der südafrikanische Tenor Kobie van Rensburg,

2) Nassfeld

aus politischer, poetischer, theolgischer und ökono-

der seine Männlichkeit ausdrucksstark in Szene

1) Muuters

mischer Sicht der Weihnachtsgedanke hinterfragt.

setzt. Infos: www.festspielhaus.at

14) Diebstahl eines wichtigen Teils der Campingausrüstung (steirisch)? 15) Zu erschöpft (schweizerisch)?

13) Waterloo 12) Traunsee 11) St. Anton 10) Split 9) Spielfeld 8) Schwaz 7) Retz 6) Querfurt 5) Portofino 1819 SC Kultur_SPK1.indd 2

in Bed with poppea

Das Cafe Pusch ist an den

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* b M l


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KULTUR

Niederösterreichs einzige Barock-Band

Sonntag, irgendwann zwischen 16 und 17 Uhr. Tatort Wohnzimmer von Marcus Hufnagl – headquaters der capella incognita, wo die „Barock-Band“ allwöchentlich die Stücke für die Jubiläums-Saison 2006/2007 (man feiert das zehnjährige Bestehen) einübt. Wir plauderten mit Band-Leader Mag. Marcus Hufnagl. Zehn Jahre – das ist gar nicht mal wenig. Wie habt Ihr euch gefunden?

sich aus Spaß an der Sache treffen, keine Profis. Wir sind vielleicht nicht so virtuos, aber wir ha-

Ihr habt euch ja auf Barockmusik spezialisiert? Ist das nicht ein hartes Pflaster?

Das kann man sich ganz „primitiv“ vorstellen.

ben unseren ganz eigenen Stil entwickelt, weil

Wir sind bemüht, Schwellenängste abzubauen,

Wir haben für eine Benefizgeschichte eine kleine

ein Angebot zu kreieren, welches die Leute

Partie zusammengestellt. Dort wurden wir dann

– egal ob sie jetzt einen musikalischen Back-

gleich für eine weitere Veranstaltung engagiert

ground haben oder nicht – unverkrampft und

– so ist das Ganze ins Laufen gekommen. Aus

unkompliziert in Anspruch nehmen können.

heutigem Blickwinkel war das natürlich eine lä-

Das Schöne an der Barockmusik ist ja die Tat-

cherliche Geschichte.

sache, dass vieles sozusagen nicht in den Noten steht, man also ein hohes Maß an Freiheit hat

Klingt ein bissl nach Kindesweglegung

hinsichtlich Interpretation. Hinzukommen als Ei-

Nein, aber man kommt halt erst beim Werken

genheit unsere teils ungewöhnlichen Spielorte.

auf gewisse Sachen drauf - am Anfang findet man noch alles großartig. Begonnen haben wir mit sieben Leuten, von denen sind Joe Dollfuss und ich übriggeblieben, der Rest wechselte ständig. Heute bilden zehn Leute das Ensemble.

Kurzum – eine fixe Band. Eher ungewöhnlich für ein Ensemble, oder?! Ja, aber für uns das Beste. Der Unterschied zu

Nächste Termine 28. Oktober, „Die Nacht“ im Dormitorium Stift Lilienfeld 28. November, „Teleman geht baden“ im cinema paradiso wir schon so lang zusammenspielen. Jeder weiß

von Seite jedem, wie anderen ist unsere Heransgehensweiseund Zu- Uhr mfg_FSH_manudibango 23.10.2006 12:21 1 er drauf ist, wo er seine Stärken und Schwächen hat. sammensetzung: Wir sind ein paar Freunde, die

Das heißt, raus aus dem klassischen Konzertsaal, rein ins Leben? Das ist die Herausforderung. Wir spielen ganz bewusst oft vor „Nicht Fachpublikum“ – diese Zuhörer sind extrem ehrlich, sagen dir aus dem Bauch heraus: ‚Das find ich gut’ oder Das find ich voll fad.’“ Aber gerade das gefällt mir, die Musik muss sich selbst beweisen. Als Musiker sind wir sozusagen Anwalt der Musik .

www.capella-incognita.at

Die Jazzlegende aus Afrika: MANU DIBANGO & SOUL MAKOSSA GANG Sa 18. Nov, 19.30 Uhr Anschließend, Haydn-Saal: Party «Afrika»

A Swinging Christmas: NEW YORK VOICES Sa 16. Dez, 19.30 Uhr Die Queen of Jazz: DIANNE REEVES Sa 10. März, 19.30 Uhr Latin Jazz: SPANISH HARLEM ORCHESTRA Sa 16. Juni, 19.30 Uhr Anschließend, Haydn-Saal: Party «Harlem Nights» Schüler/innen, Lehrlinge, Präsenz-/Zivildiener, Student/inn/en bis 27 bezahlen den halben Preis.

Karten & Info: 02742/90 80 80-222 www.festspielhaus.at

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20

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

Künstler aus dem Kosovo und aus Österreich mit ehrengästen

Kulturforum-Doppelpack

Das NÖ Kulturforum veranstaltete am 7. Oktober im Blauen Saal des Alten NÖ Landhauses in der Wiener Herrengasse ein Symposium zum Thema „Kunst und Kultur - Brücken zur Freiheit“. Im Anschluss dazu wurde im Palais Palffy die Ausstellung des NÖ Kulturforums „Zeitgenössische Kunst Kosovos und Österreichs“ durch Landtagspräsident Ewald Sacher, Obmann des NÖ Kulturforums, eröffnet. Schauplatz eins, Altes Landhaus (heute „Palais

Die Menschen wollen aber Frieden. Kunst und

bolisieren den Willen zur Kultur, zur Kunst, zur

Niederösterreich“). Ein höchstrangig besetztes

Kultur bauen dabei mit. Die Brücke Mostar steht

Begegnung, zur Solidarität, zum Frieden. Kultur

Podium verlieh dem Symposium „Kunst und Kul-

wieder. Sie wurde dank internationaler Solidari-

und Kunst als Brücke - dieses so dahin Gesagte

tur - Brücken zur Freiheit“ großes Gewicht: Univ.

tät wieder errichtet. Es wurde den Menschen,

wollen wir mit Leben, mit Kraft und Inhalten er-

Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow, der ehemalige

den Feinden von einst, wieder möglich, ans an-

füllen, damit es vom Schlagwort zum Auftrag

Kunststaatssekretär Dr. Peter Wittmann, der be-

dere Ufer zu gehen, dem anderen zu begegnen,

wird. „Diesem Auftrag entziehen wir uns nicht.

kannte Soziologe Prof. DI Ernst Gehmacher, Dr.

Ganz bewusst fördert das NÖ Kulturforum das

Edmond Hajrizi, Präsident der University of Busi-

gegenständliche Projekt, um mit Künstlerinnen

ness and Technology in Prishtina und der NÖ

und Künstlern aus dem Kosovo und aus Öster-

Landtagspräsident Ewald Sacher beschäftigten

reich Brücken zu bauen. Wir wollen dabei ein

sich vor einem interessierten Künstlerkreis mit

Stein im Fundament, ein Pfeiler sein, der die

Theorie und Praxis grenzüberschreitenden Kul-

Brücke der Verständigung, des Miteinanders,

tur- und Kunstgeschehens.

des Verstehens, der Gemeinsamkeit trägt“, so Landtagspräsident Sacher in seinem Beitrag.

Kultur und Kunst als Brücke

Schauplatz zwei, Palais Palffy

Kunst schlägt Brücken. Kunst baut Verbindungen von Ufer zu Ufer. Sie eröffnet Wege von Mensch zu Mensch. Kulturlosigkeit, Kunstfeindlichkeit,

NÖ Kulturforum Obmann Sacher: „Wir wollen ein Pfeiler sein, der die Brücke der Verständigung trägt!“

„Kunst ist jene Brücke, welche die Freiheit des Geistes mit der Tiefe des Herzens verbindet. Sie überwindet mittels ihrer Unfassbarkeit und Un-

Unkultur zerstört. Als im Zuge des Balkankrieges die Brücke von Mostar - dieses einzigartige

sich mit ihm zu verständigen, sich mit ihm zu

definiertheit alle Grenzen und mündet über das

Bauwerk und Kulturgut - in Schutt geschossen

versöhnen.

‚Du‘ im alles verbindenden ‚Wir‘. Sie überschrei-

wurde, wurde im wahrsten Sinne des Wortes

Umgekehrt - die Brücke als Symbol und Hoff-

tet Sprachbarrieren, räumliche Distanzen und

menschliche Kultur zerschossen. Menschen tö-

nungsträgerin für den Frieden. Menschen ste-

blüht als Erkanntes auf der wunderbaren Wiese

ten, Menschen leiden, Menschen sterben durch

hen auf gegen die Unkultur des Wahnsinns - vor

‚Vielfalt‘, sie ist definiert durch Authenzität, ge-

Unkultur. In Bosnien, im Kosovo, in Serbien, in

allem die Künstler sind dabei die friedlichen Vor-

tragen von einer fundierten Identität und wird

Europa! Sterben in der Welt, überall!

kämpfer. Sie animieren, sie motivieren, sie sym-

zur neu geschaffenen Parallelwelt, vielleicht so-

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21

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL gar zu einer idealen Welt. Kunst zeigt auf, schaut

Menschen nicht trennt, sondern zu Freunden

Prof. Dr. Christian Ehalt von der Akademie der

nach vorne und bannt das zeitlich determinierte

verbindet und dies über weite geografische Dis-

Bildenden Künste hielt die Einführung in die

Nacheinander in einem ‚Ein-auf-einmal‘ eines

tanzen, Haltungen und Sprachbarrieren hinweg.

Ausstellung, Landtagspräsident Ewald Sacher

Erlebnisses.“ So bringt Prof. Fatmir Krypa, ei-

Kunst ist eine Botschaft von Mensch zu Mensch,

eröffnete diese, die Im Anschluss auch in der FH

ner der führenden Künstler des Kosovos und

vom ICH zum DU.“

Wr. Neustadt gezeigt wurde.

Professor an der Akademie in Prishtina, seine Gedanken zu Papier, der die Ausstellung „Zeitgenössische Kunst Kosovos und Österreichs“ gemeinsam mit Prof. Gotthard Fellerer im Palais Palffy kuratierte. Zweiterer meinte: „Wenn nun zehn wichtige KünstlerInnen des Kosovos mit zehn bekannten KünstlerInnen Österreichs unter der Partnerschaft der University for Business and Technology, Prishtina, und des NÖ Kulturforums die Möglichkeit erhalten, im Palais Palffy in Wien und anschließend in der Fachhochschule Wiener Neustadt eine Ausstellung zu gestalten, so ist dies kein Wettbewerb, kein gegenseitiges Aufwiegen, sondern ein Zeichen, dass Kunst

DenkMAL statt Arbeit?

Eine Ausstellung wird zum Denkanstoß für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Ehemalige Arbeitstätten, die früher Menschen

dieser Zeit, stellte LHStv. Heidemaria Onodi in

Arbeitsplätze boten, heute oft leer stehend

ihrer Eröffnungsrede zu dieser Wanderausstel-

oder dem Verfall preisgegeben, im günstigsten

lung klar, die vom NÖ Kulturforum auf die Reise

Fall umfunktioniert für neue Verwendungszwe-

durch Niederösterreich geschickt wird.

cke vom Museum bis zum Veranstaltungssaal,

Unser Bild: Prof. Gotthard Fellerer, Initiator der

dokumentiert Prof. Ulrich Gansert in seiner Fo-

Ausstellung, LAbg. Karin Kadenbach, der Künst-

toserie.

ler Prof. Ulrich Gansert, LHStv. Heidemaria On-

Niederösterreich war und ist ein wichtiges In-

odi,

dustrieland mit Tausenden Arbeitsplätzen und

Ewald Sacher und GR Schatzl als Vertreter von

hat hohe Industriekultur. Diese zu bewahren und zu erneuern ist eine Aufgabe der Politik

Im Nö-Haus der SPÖ NÖ ist derzeit die Ausstellung „Denkmal statt Arbeit?“ zu bestaunen.

NÖ-Kulturforumsobmann

LT-Präsident

Bgm. Mag. Stadler bei der Eröffnung am 25. 09. im NÖ-Haus der SPÖ in St. Pölten.

MEMBRAN. Gehör los tanzen!

Ein ambitioniertes Projekt will Barrieren zwischen Gehörlosen und Hörenden abbauen. Das NÖ Kulturforum hat Anfang Oktober gemein-

Hörenden abzubauen. Das dreiteilige Konzept

reichen gehörlosen und hörenden Künstlern.

sam mit der tanzfabrik-wien (künstlerischer Lei-

wendet sich an hörende Jugendliche ab ca. 12

3. Visualisierung: Im Juni 2007 wird die Auffüh-

ter Mario Mattiazzo) sowie in Zusammenarbeit

Jahren, die mittels Tanz Zugang zu Gebärden-

rung des integrativen Theaterstücks „Membran“

sprache und der Kultur gehörloser Menschen finden möchten. Es will Lust wecken, mittels Bewegung andere Kommunikationsformen auszuprobieren. Videos, Rhythmen, Gebärdensprache, Theatertechnik, Improvisation, Musik, Humor, Mimik, Körperkontakt sowie die bewusste Wahrnehmung von Personen, Körpern und Raum stehen im Vordergrund. Die drei Stufen des Projektes: 1. Sensibilisierung und Vorbereitung im Unterricht: Die Schulen bekamen Unterrichtsmaterialien, Informationen zur Gehörlosen-Kultur und Gebärdensprache sowie Anleitungen für mit Gebärden, Tanz und Musik im Festspielhaus

mit dem Festspielhaus ein ambitioniertes Pro-

Übungen im Klassenzimmer.

jekt gestartet, das sich zum Ziel setzt, Barrieren

2. Miteinander: Im zweiten Schritt begegneten

St. Pölten unter der choreografischen Leitung

zwischen Gehörlosen-Kultur und der Welt der

die SchülerInnen in einem Tanzworkshop zahl-

von Mario Mattiazzo besucht.

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24.10.2006 13:22:08


22 Aus der Ferne liebt sich leicht, oder zumindest leichter. Auch St. Pölten, aus eben dieser größeren Distanz betrachtet. Dennoch wirft ein unschlüssiges Handeln seiner selbst frappierende Fragen auf. So wie man diese Stadt in direkter Nähe schlecht redet, so kann man in der Ferne vor allem eins nicht leiden: Dass irgendjemand Unkundiger mit der Stadt dasselbe macht. Plötzlich fühlt man sich angegriffen und von Geburtsurkunde & Meldezettel dazu genötigt zu einem Plädoyer für die Stadt anzusetzen. Ein schrecklich neuer Blickwinkel, denn eigentlich ist man ja nur ausgeklügelte Anklageschriften gewohnt. So schwafelt man letztendlich Sachen daher, von denen man kaum überzeugt ist und deren Gegenteil man vor kurzem noch angeprangert hat. Eine Kurzschlusshandlung?

K

B-SEITEN

macht platz für den könig! Jackson

kommt! Schon im November

rants in 60 Ländern kommt nun

wusste 1994 als “Jules” in

2004 gab es ernste Gerüchte,

auch eines in STP dazu. Warum

Quentin Tarantinos Meisterwerk

doch bis ein richtiger Standort

hat‘s solange gedauert? „Bei al-

“Pulp

„Hamburgers.

(und Betreiber) gefunden war,

ler Freude an der Expansion legt

The cornerstone of any nutriti-

dauerte es eben noch. Jetzt wird

Burger King dennoch mehr Ge-

ous breakfast.“ Und weil Fast

schon an Dienstplänen getüftelt,

wicht in die Qualität der Stand-

Food Restaurants – oder wie

Ende November soll in der Fuß-

orte, als in die Quantität. Die Ex-

wir sie liebevoller nennen wol-

gängerzone St. Pöltens erster

pansion hängt also immer von

len – Quick Service Restaurants

Burger King aufsperren!

der Qualität der Immobilien ab“,

auch hierzulande längst zur Ba-

Was erwartet uns? 11 Millionen

so eine offizielle Aussage. Die St.

sis-Infrastruktur einer urbanen,

Gäste pro Tag kaufen jährlich

Pöltner Mannschaft geht hoch

lebenswerten Stadt dazugehö-

rund 2 Milliarden mal den be-

motiviert ans Werk: „Wir sind

ren, sei es hiermit freudenvoll in

liebtesten Burger der Kette: den

sehr zuversichtlich, dass wir in

die Welt geschrieen: Der König

Whopper. Zu den 11.000 Restau-

St. Pölten gut ankommen!“

Schon

Samuel

Fiction”:

L.

ABDAMPF, BÄCKEREI!

PAX ELECTRONICA

Oder ist dieses 50.000 Seelendorf vielleicht gar nicht so schlecht? Wahrscheinlich beides. 400 km entfernt kann man über dieses kleine Heimatstädtchen einfach keine bösen Gedanken mehr hegen. Viel mehr bleibt die Erinnerung an ein heimseliges, überschaubars und transparentes St. Pölten. Man hat sich an das ruhige Tempo gewöhnt, die ausgestorbenen Sonntage mit Leichtigkeit verbracht, die AquaCity mit Wohlwollen integriert, die besten Parkplätze erkundschaftet (Man kann ja schon lange vor 16 Uhr gratis parken...), sich den signifikanten Duft einverleibt und oft genug zum Katzensprung nach Wien angesetzt. Kurzum: Man kommt ebenso gern zurück, wie man wegfährt. Und so bald die „St. Pölten darf nicht Traiskirchen werden“-Plakate wieder verschwunden sind, kann man auch wieder Leute einladen!

Am 25. Oktober hat die legendäre EDB ihre letzte

„Es gab noch nie einen guten Krieg oder einen

Party genossen. Die letzte Party? Nein, Veranstalter

schlechten Frieden“, erklärte Benjamin Franklin.

Norbert Bauer legt noch eins drauf, um die kultige

Auch im „Urban Art Forms“-Konflikt sind weiße

Event-Location (man erinnere sich noch an das ful-

Tauben im Anflug. Wie berichtet, gab es zwischen

minante BORG Gschnas und das Donots-Konzert)

Norbert Bauer und seinem Ex-Mitarbeiter Christian

gebührend zu verabschieden, bevor ihre alten Mau-

Lakatos unterschiedliche Auffassungen über angeb-

ern Ende des Jahres endgültig abgerissen werden.

liche Deals und Markenrechte. Ein Streit, der nicht

Also kann man am 17. und 18. November nochmals

nur deren Anwälte, sondern auch die elektronische

ausgiebig in Nostalgiegefühlen schwelgen: Allen

Szene beschäftigte und in zwei Lager riss. Nun gibt

voran mit Schratti, Hubsi & Pauli und ihrem „Revival

es eine Annäherung: „Beide Seiten haben nachgege-

Of The Good Old Times“, ein Tribut an die endlosen

ben“, meint ein Insider. Ein schriftlicher Vertrag soll

Jesters-Nächte. Währendessen werden St. Pöltens

Klarheit schaffen, Lakatos begleicht offene Forde-

liebste Live-Bands, Petsch Moser und Mauf, den

rungen, Bauer erhebt keine Ansprüche an Urban Art

„Main-Floor“ zum Einstürzen bringen. Also noch ein-

Forms. Zur Praxis: Andy C findet am 7.12. doch im

mal ordentlich Dampf in der Bäckerei – wie es sich

Warehouse statt – ein großer Schritt, bedenkt man

für einen ordentlichen Abgang gehört! Ade EDB!

wie scharf vor kurzem noch geschossen wurde.

Fotos: Rauschmayr, zVg Burger King

von Tobias Zuser

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23

SZENE

fünf NICHT SO GUTE HERBST-IDEEN KASTANIEN Man sammelt sie auf.

lich die Heizung angestellt. Es ist schön

Kriegt rote Wangen dabei. Fühlt sich in

warm in der Wohnung. Außerdem ist zu-

die gar herrliche Kindheit zurückver-

fällig jede Menge heißer Tee da. Wie, um

setzt. Nimmt sich vor, daraus herbstli-

Himmels willen, soll man denn da jetzt

chen Wohnungsschmuck zu basteln.

noch raus gehen ins Wind-und-Regen-

PROBLEM: Sobald man die 4 Kilo heim-

Wetter?

geschleppt hat, telefoniert man, schaut

DRACHEN Im Herbst lässt jedes nor-

man TV, betrinkt man sich usw. – und

male Kind Drachen steigen. Aber: Dra-

vergisst die goldglänzenden Herbstbo-

chensteigenlassen ist auch für Erwach-

ten. Man findet sie erst einen Tag vor

sene ziemlich cool.

Ostern wieder. Schimmlig und hinnich.

PROBLEM: Als kinderloser Erwachse-

IGEL Sie sind lieb. Schnuffeln rum.

ner kommst du dir irgendwie doch ein

Man will mit ihnen spielen. Man will ih-

bisschen bescheuert vor, wenn du so

nen kleine Äpfel auf die Stachel stecken,

ganz allein mit deinem 2-Euro-Turmfal-

weil das die Igel im Märchen auch im-

ken-Drachen auf der Wiese stehst. Blöd,

mer so machen.

aber dein inneres Kind ist nun mal leider

PROBLEM: Was in Märchen steht, funkti-

nicht sichtbar.

oniert in Wirklichkeit nicht. Reality bites.

ROMANTIK Nebelschwaden, güldene

Und Igel fühlen sich durch Futter auf ih-

Sonnenstrahlen, buntes Laub, das sanft

rem Rücken bestenfalls arg belästigt.

zu Boden rieselt – perfekte Zeit für Lie-

SPORT Er ist bitter notwendig. Er ist

besschwüre und traute Spaziergänge!

gesund. Macht gute Laune. Und: der

PROBLEM: Die Leute machen grad alle

Sommer mitsamt seiner theoretischen

einen großen Bogen um dich, seit sie

Hitze ist vorbei – wir haben jetzt keine

dich beim Kastaniensammeln, Drachen-

Ausrede mehr.

steigenlassen, Igelquälen und Fett-und-

PROBLEM: Die Hausverwaltung hat end-

Faul-Werden beobachtet haben.

Fotos: Rauschmayr, zVg Burger King, Photocase.com

ohne uns wäre es finster & still • bei Ihrer Weihnachtsfeier • im Innsbrucker Tivoli Stadion • bei Ihrem Business-Event • im VAZ St. Pölten

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SZENE hat einen Sohn, der andere studiert in Wien, wieder ein anderer in Leoben. In einer ganz wich-

„geht um mehr als titten und ärsche!“

tigen Sache sind sie sich aber auf jedem Fall einig: Nämlich, dass bei ihnen nicht die möglichst hohen Besucherzahlen im Vordergrund stehen, sondern einzig und allein die Musik. MikeMedic, CHiLL-iLL und X-Pirienz erklären: „Auch wenn dann keine Leute kommen würden, wir legen trotzdem auf, was uns gefällt.“

Der gute, alte Hip Hop Vom deutschen Hip Hop, den beispielsweise Fler oder auch andere Artists etwa des Labels Aggro Berlin produzieren, distanzieren sie sich klar. „Bei Hip Hop geht es mir um mehr als um Titten, Ärsche, Drogen und Gewalt. Es geht auch um eine ehrliche und authentische Message“, erkärt CHiLL-iLL, Hip Hop DJ und MC. In Radio und Fernsehen ist genau diese Art von Hip Hop aber am stärksten vertreten. „Der gute, alte Hip Hop ist einfach nicht mehr so präsent. Deshalb ist es auch schwer sich damit durchzusetzen.“ Was sie auch schade finden ist, dass es in St. Pöl-

3151 – the Sound of the Dirty South

Mit der Popularität von Hip Hop und Drum ‘n’ Bass, steigt auch der Bekanntheitsgrad des Soundsystems 3151. Im Portrait klären die Acht über Hinter- und Beweggründe auf. Von Kati Waldhart, Foto: H. Rauschmayr „Unsere erste Party fand am 1. April 2005 statt.

mer mehr DJs leisteten den beiden Gesellschaft,

Also irgendwie ein Aprilscherzal“, erzählt Mi-

und bald entstand aus dem Auflegen als Hobby

chael aka DJ X-Pirienz. Dass es das Soundsystem

im Freundeskreis die Idee ein Soundsystem zu

geben wird, stand aber schon Ende 2004 fest. An

gründen. Auf ihre Pseudonyme sind sie großteils

der Homepage und am Logo wurde schon fleißig

durch Brainstorming gekommen. An Kreativität

gebastelt. Was fehlte, war nur noch die Bühnen-

mangelte es dabei nicht, wie etwa der Name 79

erfahrung, die für die DJs und MCs aber nach

KMH beweist, der aus dem Geburtsjahr 1979 und

langem Üben „daheim im stillen Kammerl“ kein

den Initialien von Klemens Hufnagel entstand.

Verschiedene Menschen verschiedene Musik Dafür sind 3151 ein perfekter Beweis. Mit Hip Hop, House, Breakbeat, Groove, 2 Step, Drum ’n’

ten zwar einige Hip Hop DJs, aber fast keine Live Acts mehr gibt. Neben Akuztic und Liquid Squad gibt es noch einige andere Crews, die sich aber bis jetzt noch nicht auf die Bühne getraut haben. Sollten sie aber, denn 3151 ist es ganz besonders wichtig, dass Hip Hop in St. Pölten präsent bleibt, womit sie sicher nicht alleine sind.

THE MEMBERS MikeMedic: Michael Kietreiber DJ (Hip-Hop, House, Breakbeat) Kiterider: Stefan Chung DJ (Hip-Hop, House, 2 Step) Dex: Michael Schmid - DJ (Hip-Hop) X-Pirienz: Michael Hochegger DJ (Drum‘n‘Bass, Ragga Jungle) DaBoom: Stefan Gruber DJ (Drum‘n‘Bass, Ragga Jungle) Mc Flax: Roman Wurzenberger MC (Drum‘n‘Bass) 79 KMH: Klemens Hufnagel - VJ CHiLL-iLL: Siegfried Gansch MC/DJ (Hip-Hop)

Bass und Ragga Jungle bieten sie ein unglaublich breites Spektrum an Musikrichtungen. Und dabei ist nicht jeder einer bestimmten Richtung zugeordnet. Manche kümmern sich nur um ein allzu großes Hindernis darstellte. Auch wenn sie

Gebiet, andere beschäftigen sich gleich mit drei

zunächst nur in der kleinen Hip Hop Szene be-

verschiedenen Richtungen. Einige haben ihren

kannt waren, hatte man aber spätestens ab dem

Stil auch geändert – oder besser gesagt wei-

Melting Pot 2005 auch außerhalb der St.Pöltner

terentwickelt. Denn darin, dass man nach einer

Szene schon von ihnen gehört.

gewissen Zeit auch mal etwas anderes braucht,

Der Ursprung des Soundsystems liegt im Ort St.

sind sich alle einig. Von Ragga und Dancehall hat

Georgen am Steinfelde, dessen Postleitzahl na-

sich die Crew etwas entfernt: „In St.Pölten gibt

mensgebend war. Hier starteten 1999 Michi aka

es mehr als genug Soundsysteme dafür.“

CHiLL-iLL und MikeMedic ihr Hip Hop Projekt,

Bei so vielen verschiedenen Personen ist es na-

das übrigens auch heute noch aktiv ist und sich

türlich nicht leicht sich oft zusammenzusetzen

bald mit einer ersten EP präsentieren wird. Im-

und alles unter einen Hut zu bringen. Der eine

3151 im WEB www.3151-sound.at www.myspace.com/3151sound www.chillill-mikemedic.com www.myspace.com/chillilldjmikemedic DIE EP Vorrausichtlich werden MikeMedic und ChiLL-iLL mit ihrem Soloprojekt bald die EP „Für Körper und Seele“ herausbringen. In den ersten fertigen Track „Seht Euch Um“ kann schon mal vorab auf ihrer Homepage reingehört werden.

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ADVERTORIAL

SAMSARA IST 1

Die weiteren Ziele sind klar: samsara weiter ausbauen und ein kleines festival verwirklichen!

Es war knapp vor einem Jahr als Josef „Gio-

mieren aufhorchen! Mittlerweile genießt die

„All Stars Birthday Party“, die den 1. Geburts-

vanny“ Schmid (Warehouse) und Mario „Mar-

Event-Reihe in heimischen Kreisen einen her-

tag bis Sonntag 12 Uhr non stop (!) durchfei-

cato“ Sadiki (Sunshine Explosion) die Veran-

vorragenden Ruf, auch Dank des besonderen

ert. Mit dabei Top Acts wie C.P.U. (ESP), Azax

staltungsreihe „Samsara“ ins Leben riefen

Einsatzes von Sunshine Explosion, die jedes

Syndrom (ISR), Mademoiselle ChaOz (GER) und DJ P_Mac (POR)! Natürlich wieder mit

und somit der Goa & Psytrance-Szene im St.

Mal mit einer aufwendigen Deko begeistern!

Pöltner Nachtleben ein fixes zu Hause gaben.

Nach 1-jährigem Bestehen sind die weiteren

gemütlicher Chill Out Area, inkl. Chai Shop,

Monatlich versorgt man seitdem das Publikum

Ziele klar: „Samsara“ weiter ausbauen und ein

Indian Food und Sleeping Space!

mit erstklassigen nationalen & internationa-

kleines Festival entwickeln. Am Freitag, den

len Acts und ließ mit einigen Österreich-Pre-

17.11., startet ab 22 Uhr im Warehouse die

TOT ODER LEBENDIG?

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Warehouse Charts

„Punk is dead!“ - So tot, dass heuer bereits zum dritten Mal die legendäre Tour durch die Länder streift! Dabei pfeifen die Bowling Punks 3 feet smaller, die Ska-Truppe Guadalajara und die Italiener Vanilla Sky auf jegliche Genre-Grenzen und erteilen der selbsternannten Punkpolizei eine klare Abfuhr! Am 14. November ist dieses fulminante Live-Trio auch im Warehouse zu Gast! Mit dabei: Hindoslem aus Wien, die mit schmutzigem Rock’n’Roll aufwarten! Beim Punk-Karaoke kann man an diesem Abend aber auch selbst sein Können unter Beweis stellen! Für alle „shopping victims“ ist außerdem „Fire Empire“ mit der neuesten Punk-Mode zur Stelle! Tickets: VVK 12€, AK 14€ (MegaCard-Members: 10,50€ bzw. 13€)!

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2 3 4 5 6 7 8 9 10

Muse Starlight Billy Talent Red Flag Beck Nausea Beenie Man Hmm Hmm Louie Austen Disco Dancer John B Hey Mickey Cheek Dakota A Last Good Night The Streets feat. Pete Doherty Prangin‘ Out Mauf House of Love Mando Diao Long Before Rock‘n‘Roll

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SZENE die anderen wenden sich mit Gräuel ab“, weiß Rob.stp. Warum? „Wahrscheinlich weil wir einen rockigen Einschlag haben, das ist beim Drum’n’Bass in Europa unüblich, kommt dafür in den USA aber umso besser an! Bad Company haben in den Staaten ja auch die größere Fanbase.“ STP-Rock-City findet sich also auch im elektronischen Erfolgsprojekt. Und gleich noch mal Rock. Gemeinsam mit Marcus Smaller (Sänger von 3 Feet Smaller) wird derzeit fleißig recordet. „17th Boulevard“ nennt sich das gemeinsame Bandprojekt von Body & Soul und geht in die Richtung „DnB, Hip Hop, Elektro und natürlich Rock mit vielen verzerrten Gitarren über elektronischen Beats!“ An einem US-Deal wird derzeit gezimmert. Schon für den österreichischen „Horror“-Film „In 3 Tagen bist du tot“ steuerten Body & Soul einen „3 Feet Smaller“-Remix bei.

Michael Willer und Robert Stefan: gemeinsam

Auf der CD-Version des Samplers werden sie

mischen sie als „Body & Soul“ – St. Pöltens

– neben den „Hausherren“ – Bad Company (UK),

Drum’n’Bass-Export #1 – wieder das Music Busi-

sowie „State of Mind“ (Neuseeland) und „The

ness auf. Nach dem ersten weltweiten Release

Upbeats“ (Australien) weltweit im gut sortierten

noch als „Newcomer“ gehandelt, folgt Mitte No-

Fachhandel zu erwerben sein. „Wir polarisieren

vember ein Vinyl-Release mit 6 Tracks des Duos.

stark, die einen haben seit ewig drauf gewartet,

Der Release von Bad Company und Body & Soul wird am 4.11. in der Wiener Arena gefeiert. Am 11.11. steigt im frei.raum das Reload Birthday Bashment mit dem holländischen Stargast „Noisia“ und der 7 Jahre alten Reload-Crew.

LINKTIPP www.myspace.com/17thboulevard www.myspace.com/bodyandsoulmusic

Porschestraße 23 3100 St. Pölten Tel. 0 27 42-731 80 Mail: info@staff24.at I-Net: www.staff24.at

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Fotos: Tanja Wagner, PhotoCase.com, zVg

Gute Gesellschaft am 17th Boulevard

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XX

XXXXX

Die Mutter aller Schlachten hat begonnen!

Am 16. Dezember kocht das VAZ St. Pölten wieder groß auf: Zahlreiche Jugendkultur-Röstungen, großteils aus heimischem Anbau, vereinigen sich zur wohl g’schmackigsten Melange des Jahres und verzücken Tausende Besucher im Taumel eines kollektiven Jugendkultur-Hochgenusses auf sieben Floors. Doch bevor gefeiert werden kann, ist das Partyvolk lautstark am Wort und wählt aus jenen Künstlern, die sich auf www.vaz.at angemeldet haben. Mit 35 Bands, 25 DJs, 21 Soundsystemen und 4 VJs ist die Melting-Pot-Community stark wie nie – und macht die riesige Auswahl tatsächlich zur Qual!

Fotos: Tanja Wagner, PhotoCase.com, zVg

BANDS

SOUNDSYSTEME

VJS

A Beautiful Mistake :: ApproxX :: Back to Avenue ::

annemarie feat airbag & crashdummy :: Badfish

creen

Bastard Peels :: Big Kahoona :: Bloodshed Remains

Sound :: burn|out|Syndicate :: Cristian **zensiert***

nik gegen hansi :: v-Motion :: vj razorblade

:: Cheiron :: ChiLL-iLL & DJmikeMedic :: Deep Throat

and the motherfuckin heartbreakers :: Die INDIEaner

:: Doge Jelly :: Einundzwanzig :: Epsilon :: Feast of

:: Dj. PA.MA.KL :: Dr. Grisu :: Gaylord Opraland :: Ge-

Flames :: Freakazoid :: Goldfish :: Gretchen-Frage ::

gen Intoleranz :: Irie Sound :: Knarzzz! Soundsytem

Grütze :: Insecure :: Krambambuli :: Laff Riot :: Local

STP :: Less Talk More Rock :: MashUp-Crew :: Panik!

Splendid :: Milch :: Proletarian Barbarian :: Rooga

in der Pampa ::quattroB alias die BlondenBreakBeat-

:: Sanguis et Cinis :: Skooma :: someone else ::

BaBsis :: Rootsrunna Sound :: Soul Rebels feat. 79km/

Sunstone :: Tears Of Silence :: Teh Amps :: the C.H.-

h :: Sunshine Explosion :: Tekkstil Instruments :: The

Club :: the fictionplay :: The Void :: Trahscanned

Closness :: Triple Treason :: tsfa

on

screen

::

domi-

+85% mehr auswahl an acts im vergleich zu 2005

DJs BruceWayne :: C-Mens :: Code-X Crew :: Dexter Cold

So wählst du richtig! Pro gültiger Email-Adresse kann man einmal auf www.vaz.

& DJ Dreck :: Dick Steel feat. Electric Suzy :: Die Plat-

at abstimmen. Beim Wahlvorgang kürt man in jeder Kategorie drei Favoriten – und be-

tenspieler Trömer & Mangelberger :: die prinzessin

stimmt so den perfekten Programm-Mix. Zwischenstände kann man am 29. Oktober,

auf der erbse :: Ketti & MatjaZ :: Matt-Style (Lowmex)

sowie am 5., 12. und 19. November einsehen. Das Voting läuft bis einschließlich 26.

:: Nelson :: Grandmaster Flop :: habschi vs mins ::

November. Das Endergebnis findet ihr ab 1. Dezember in der neuen Ausgabe von „MFG

Hr. Vorragend :: Jubabaju :: MashUp :: Pult :: Random

– Das Magazin“ und online ab Sonntag, dem 3. Dezember 2006, auf www.vaz.at. Mel-

4 Metamusic :: rednax ‚n‘ illy :: Reinard Nell :: sideffex

ting Pot V öffnet am 16. Dezember seine Pforten, Tickets gibt es im VAZ St. Pölten!

b2b p80 (liquid squad) :: Thoms‘n‘Roll :: Universal-

Die Siegerband gewinnt 2 Gratis-Studiotage in den Freakout Studios Karlstetten!

kralle :: Warbird :: WTP DJ-Team

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SPORT Raphael Landthaler, der Geschäftsführer einer GmbH des SKN (Name ist noch offen) werden soll. „Der Umbau ist aber kein Signal, dass wir nicht nach wie vor ein Stadion wollen“, versichert er. Man könne aber nicht ewig zuwarten, außerdem sei der Platz bis 2026 gepachtet. Umstrukturierungen wird es auch in der Mannschaft geben. Ist der Titelkampf nach der Herbstsaison noch realistisch, könnten im Winter Verstärkungen geholt werden. Wie viele (der Trainer wünscht vier), ist v. a. davon abhängig, ob Sambo Choji bleibt. Selbst Red Bull Salzburg hat den Goalgetter schon beobachtet, mehrere größere Klubs haben angefragt. „Verbauen wollen wir ihm nichts“, ist Präsident Christian Walter verhandlungsbereit. Der oberste SKNBauherr versuchte zuletzt auch zwischen dem

Viele Baustellen

Der SKN baut um: Den Voith-Platz, die Mannschaft und vielleicht auch das Betreuer-Team. Trainer Hörmann hat sich wieder dem Liechtensteiner Verband als Teamchef angeboten. Von Thomas Schöpf, Foto: Rauschmayr

sportlichen Leiter Markus Kernal und dem Trainer Walter Hörmann zu vermitteln. Vergeblich. Kernal bekam wegen „vereinsschädigenden Aussagen“ den Laufpass. Hörmann, im Jänner 2004 beim SV Salzburg selbst wegen „unüberbrückbaren

Differenzen“

rausgeschmissen,

Beim SKN St. Pölten stößt man derzeit von einer

„Stadion Voith-Platz“ heißen. 1.000 überdachte

bleibt im Amt. Vielleicht geht aber auch er

Baustelle auf die nächste. Der Voith-Platz wird

Schalensitze, mehr VIP-Boxen und VIP-Plätze,

bald, denn laut der Zeitung „Liechtensteiner

für 150.000 Euro (Stadt, Land und Verein zahlen

neue sanitäre Einrichtungen, Parkplätze usw.

Vaterland“ ist er ein heißer Kandidat für den

je ein Drittel) saniert, soll schon ab dem Früh-

werden errichtet. Projektleiter ist Ing. Josef

vakanten Teamchef-Posten und soll sich auch

jahr für die Erste Liga tauglich sein und künftig

Brindlmayer, treibende Kraft im Hintergrund

schon angeboten haben.

Viel Neues auf Campus Radio 94.4 Pünktlich zum Start des neuen Semesters geht auch der neue Sendeplan des Campus Radio 94.4, des Ausbildungsradios der Fachhochschule St.Pölten on air. Neben zahlreichen altbekannten und be-

sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsen-

auch über Neuigkeiten aus Kunst und Kultur

liebten Sendungen, gibt es einige Neustarts,

tieren. „Home Made“ gibt es jeden Mittwoch

berichtet. Zu hören, jeden Dienstag von 11.00

die im Folgenden vorgestellt werden.

von 19.00 – 20.00 Uhr.

bis 13.00 Uhr.

Eine dieser neuen Sendungen nennt sich

Ebenso gibt es ab sofort den „Sport Pot“,

Neben den erwähnten Neustarts gibt es noch

„CCFM“ und beschäftigt sich mit den neuen

eine Sendung, die sich mit Sport und Kultur

weitere Neuerungen auf Campus Radio 94.4.

technologischen Entwicklungen und den da-

befasst. Hierbei handelt es sich um eine Mi-

Zuhören lohnt sich also. Genauere Informati-

mit verbundenen Einschränkungen, sowie

schung aus dem „alten“ Melting Pot und dem

onen sind auf www.campusradio.at zu erfah-

den damit verstärkt möglichen Angriffen auf

„Sportplatz“. Dabei wird sowohl das Sportge-

ren.

die Privatsphäre jedes einzelnen. Außerdem

schehen der letzten Woche geschildert, als

brauch von Überwachungseinrichtungen Aufklärungsarbeit geleistet werden. Es wird Information über den Sinn, die Wirkung aber auch über Hilfe gegenüber solchen Maßnahmen geben. „CCFM“ ist jeden Mittwoch von 22.00 – 23.00 Uhr auf Campus Radio 94.4 zu hören. Ein anderes Format, welches erstmals am 18. Oktober ausgestrahlt wurde, ist „Home Made“. Hierbei werden heimische Bands vorgestellt, um diesen zu mehr Bekanntheit zu verhelfen und ihnen die Möglichkeit zu geben,

Fotos: Rauschmayr, Campus Radio, PhotoCase.com, zVg

soll mit Berichten über den Einsatz und Miss-

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SPORT

Rosa spielt postillon d’amour – diesmal in eigener Sache. Ja, auch Rosa ist nicht immer immun gegen Liebestaumel. Und ja, diesmal hat es sie erwischt. Und auch wenn Rosa für euch bis jetzt zuversichtlich, energisch, unerschrocken und großmaulig erschien, hat Rosa manchmal (Definition manchmal: passiert 1 bis 2 Mal im Jahr – einmal bei Windringen auf Weihnachtsbäumen und das zweite

K

captain neno (3.v.l.) is back - diesmal auf der kommandobrücke

„Das ist mein Klub! Ich mache alles.“

Captain Neno ist zurück. Die Galionsfigur aus den erfolgreichen 90er-Jahren, Neno Asceric, ist bei der UKJ St. Pölten nicht nur wieder an Bord, sondern direkt am Steuer. Offiziell ist der 41-Jährige Assistant-Coach, aber in Wahrheit Mädchen für alles. Österreichs erfolgreichster Basketballer der jüngeren Vergangenheit (Asceric war Stütze bei Top-Klubs wie Paris SG und Le Mans sowie bei Roter Stern Belgrad) holt vielleicht auch noch „effant terrible“ Stjepan Stazic (28) ins UKJ-Boot zurück. Von Thomas Schöpf, Foto: H. Rauschmayr Sie ja Assistant-Coach.

Als Sie 1998 aus St. Pölten weg sind, haben Sie sich da gedacht, dass Sie je wieder zurückkehren werden?

Das ist nur ein Begriff. Ich mache alles! Ich habe

Nein, überhaupt nicht. Ich habe mir allerdings auch

Trainerdiplom in Frankreich, was überall in Europa

nicht gedacht, dass ich noch so lange im Ausland

sehr anerkannt ist. Hier leite ich das Training und

spielen kann.

habe auch die Spieler geholt. Allerdings hätte ich

Ausland – das heißt also, Sie fühlen sich hier daheim?

gerne mehr Geld zur Verfügung gehabt.

Absolut. Ich habe ja neun Jahre hier gelebt, fünf

Ich habe schon im Juni mit ihm darüber gespro-

Meistertitel und drei Cupsiege gefeiert. Ich habe

chen. Was er verlangt hat, können wir nicht bezah-

hier viele Freunde. Hier ist meine Heimat. Ich

len. Wie das in Traiskirchen geht, weiß ich nicht. Er

wohne in St. Pölten, meine Familie in Wien, damit

war ein riesiges Talent (Anm.: Stazic war schon mit

den Sportprofessor in Serbien gemacht und das

Dann wäre wohl auch Stazic gekommen?

die Kinder weiter in eine franzö-

20 Jahren mit Benetton Treviso

sische Schule gehen können.

Was war in Frankreich anders? Das ist ein sportliches Land.

Fotos: Rauschmayr, Campus Radio, PhotoCase.com, zVg

Dort gibt es viel mehr Patrioten.

TERMINE So, 29. Oktober (17 Uhr) gegen Oberwart So, 19. November (17 Uhr) gegen Fürstenfeld

Bei jedem Spiel sind weit mehr

Europacupsieger, davor in St. Pölten). Schade, dass er dann nicht mehr aus sich gemacht hat. Ich hatte immer einen guten Draht zu ihm, kann mit ihm umgehen. Aber ich vertraue

Zuschauer. Die Klubs haben alle viel bessere Struk-

auch den Spielern, die ich geholt habe - obwohl

turen. Und vor allem gibt es dort unfassbar viele

viele wenig Matchpraxis haben. Deshalb brauchen

freiwillige Helfer, die gerne was für ihre Vereine ma-

wir noch etwas Zeit, um vorwärts zu kommen.

chen. Das ist hier anders. Auch das Geld fehlt hier.

Und was ist diese Saison Euer Ziel?

Dennoch sind Sie trotz anderer Angebote hierher zurück.

Wir wollen unter die ersten acht. Das wird schwie-

Das ist mein Klub. Ich identifiziere mich mit dem

auch bei Null angefangen. Jetzt geht es eben wie-

Verein und will helfen, dass er schnell wieder da

der bei Null los, oder eher bei Minus Fünf.

unten raus kommt. Das ist meine Motivation.

Und wirst Du selbst auch mal einlaufen?

Sie haben angeblich gar keinen Vertrag?

Nur, wenn wir eine große Personal-Not haben. Was

So was brauche ich nicht.

ist das für ein Signal an meine jungen Spieler, wenn

Und was sind Ihre Aufgaben? Offiziell sind

ich mich selbst aufs Feld schicke …

2829 SKN_Sport1.indd 3

rig. Aber als Spieler habe ich damals in St. Pölten

Mal, wenn es um einen bestimmten Mann geht) einen durchaus schwachen Moment. Also los. Seit Ende Juli ‚tümpelt’ sie in diesem Zustand herum. Einmal heftiger, einmal launiger, das andere Mal scheint ER ihr nichts anzuhaben, und

LIebe in eigener Sache von Rosa dann tröstet sie sich mit anderen Großgewachsenen. Den einen Tag verbringt Rosa mit Gelöbnissen der ewigen Entsagung, das männliche Geschlecht betreffend, den anderen damit, Liebesschwüre und sehnsüchtige Gedanken zu senden - mit unterstützenden Voodoo Puppen, Hexenkraut und viel, viel Suderei an ihre liebste Arbeitskollegin - in der Hoffnung, Mann würde Rosa erhören. Doch, Pustekuchen. Da rührt sich nichts. Liegt wahrscheinlich daran, dass Michael Sp. noch nicht auf übersinnlichen Wellen empfängt oder daran, dass Rosa endlich mal Tacheles – also die unverblümte Wahrheit quasi - reden sollte. Also bitte, springe sie über ihren Schatten und spreche sie: Lieber Michael Sp., der du in Gerersdorf tischlerst. Rosa würde dich gerne wieder sehen und 2006 ist doch ihr Glücksjahr. Das müsste doch ganz in deinem Sinne sein. Alles Liebe. In Ewigkeit Damen.

24.10.2006 13:28:40


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KRITIKEN

Zum Hören

Manshee, mikeSnare, Katanoy, R ené Voak, R ob.ST P, G itsche (von links nach rechts)

dto

„...sind die nicht schon tot?“ Evan Dando, Kopf der Lemonheads, ruft nach 10 Jahren Band-Koma seine Gurkentruppe wieder ins Leben! Dando singt, als hätte es nie Drogenprobleme gegeben und knüpft an Erfolge wie „It’s A Shame About Ray“ an. Indie-CountryRock mit einer Prise Grunge und dem Segen von Sonic Youth. Ein zeitloses Album, das eigentlich schon vor 10 Jahren erscheinen hätte sollen oder erst 2016 released wird.

tom petty

hig hway co mpanion

Don Johnson bb dito

Klischee adé! – vier Finnen rütteln weiter an den Hip-Hop Barrieren. Das Hip-Hop-Quartett aus Helsinki meldet sich in bestechender Form zurück: 3 Geschichten gewürzt mit Hip-Hop, Jazz, Pop und IDM werden erzählt, und siehe da: Die Balance zwischen Party-tauglichen Nummern und inhaltsstarken Stücken gelingt! Obwohl auf einem Major-Label erschienen, ist die Scheibe bislang nur über die Homepage zu erwerben: donjohnsonbigband.com

logistics

no w more t han e ver

Tom Petty setzt bei seinem neuen Album auf die bewährte Zusammenarbeit mit Jeff Lynne (ELO, Travelling Wilburys – Sie wissen schon) als Produzent, der durchaus an Erfolgsalben wie „Into The Great Wide Open“ oder „Full Moon Fever“ anknüpft. Petty ist es gelungen Tom Petty zu bleiben und das merkt man ab der ersten Sekunde bei „Saving Grace“ oder dem wunderbaren Song „Square One“. Ein beruhigend schönes Album des Altmeisters!

Logistics´ Eltern dürften irgendetwas ins Abendessen gemischt haben, was den Ausstoß an sehr souligem, sample-orientiertem drumandbass begünstigt - auch sein älterer Bruder nu:tune ist seit vielen Jahren eine fixe Größe in der Szene. Vor kurzem hat also jetzt auch der „Kleine“ sein Debut Album vorgelegt und wie sonst auch alles was auf Hospital – Recordings rauskommt enttäuscht auch dieser Longplayer nicht.

Zum Schauen

Zum Spielen

Manshee, D ali Koljanin

Alexander T errer

johnny cash americ an v

Alben, die posthum erscheinen, sind ja immer mit Vorsicht zu betrachten. An diesem soll Johnny Cash bis kurz vor seinem Tod noch gearbeitet haben und das bekommt der Hörer auch zu spüren. Statt seinem kräftigen Bariton quält sich eine brüchige Stimme durch das Lightfoot-Cover „If You Could Read My Mind“ und droht kurz vor Ende einzubrechen. Ein Vermächtnis, das tief unter die Haut geht. Für Cash-Verehrer ein Muss!

Richter

audioexile

Es werden viele Vergleiche mit stilverwandten Größen der jüngeren Musikgeschichte angestellt werden beim herausragenden Debüt des St. Pöltner All-in-one-Genies Christoph Richter - das wäre aber nicht nur billig, sondern sogar grob fahrlässig! Neuartiger, eigenständiger, internationaler, vielseitiger und zugleich homogener wurde selten hierzulande produziert. Elektronische Musik neu: revolutionäre Arrangements, elegante Funk-Akzentuierung.

Zum Lesen

Peter Kaiser, Wolfgang Hintermeier

science of sleep

gothic 3

Evylin Grill

Der Zeichner Stéphane schwelgt in bizarren Tagträumereien. Als er sich in die Nachbarin Stéphanie verliebt, verschwimmen Traum und Wirklichkeit zu einem undurchdringlichen Gestrüpp. Eine fabelhafte, poetische Reise, die in eine Welt unbewusster Wünsche und Träume verführt! Die Steigerungsform von Amélie ... unbedingt ansehen!

Bei Gothic 3 handelt es sich um ein Rollenspiel, das im Singleplayer zu spielen ist. Als namenloser Held versucht man von der Insel, auf die man verbannt wurde, ans Festland zu gelangen, wo Krieg zwischen Orks und Menschen ausgebrochen ist. Nicht nur die atemberaubende Grafik beeindruckt, sondern auch die unendlichen Welten, in denen man sich befindet.

Das Märchen von einem Mann, der sich in einer Welt aus Müll begräbt. Nur dass der Müll für ihn mindestens so wertvoll ist wie Gold, und er wäre deshalb glücklich bis ans Ende seiner Tage, wäre es nur erlaubt, glücklich zu sein anstatt normal. Eine Geschichte voll skurriler Charaktere, die so überzeichnet erscheinen, dass sie schon wieder menschlich sind.

Der Teufel trägt prada

anno 1701

In der Mode-Welt New York Citys, wo Kleidergröße „XS“ die neue Größe „S“ ist und schlecht liegende Haare das Ende der Karriere bedeuten können, ist das „Runway Magazine“ der Heilige Gral. Seine Herausgeberin Miranda Priestly ist die mächtigste Frau im Bizz, ihr Magazin die größte Herausforderung für jeden, der es zu etwas bringen möchte. Für alle Sex in the City Fans - es wäre ein Verbrechen den Film nicht zu sehen!

Ende Oktober soll auch Anno 1701 in den Handel kommen. Die beiden Vorgänger dieser Wirtschaftssimulation waren bereits sehr gut angekommen, wobei aber der fehlende Mehrspielermodus in der letzten Version doch zu vielen schlechten Kritiken führe. Als Spieler startet man mit einen Schiff und sucht sich eine Insel um diese anschließend zu kolonialisieren. Eine detaillierte Aufbauarbeit ist nötig für die man gerne viele, viele Stunden vor dem PC verbringt.

Mic hel gondr

y

david fr an kel

jo Woo D

Sunflo wer s

D er S ammler

José luis correa

D rei W oc hen i m N ove mber Die Urlaubsinsel Gran Canaria als Schauplatz eines Krimis: Ein reicher Snob wird tot aufgefunden. Seine Verlobte sucht Rat bei dem mäßig erfolgreichen Privatdetektiv Ricardo Blanco, da sie nicht an Selbstmord glaubt. Blancos Versuche, einen Mord nachzuweisen, kosten weiteren Menschen das Leben. Die Clique der Verlobten entpuppt sich als mörderische Bande, die vor Selbstjustiz nicht zurückschreckt. Gran Canaria, wie es keiner kennt.

Foto: zVg, Residenz, metro, Egon, meisterkonzert, Festspielhaus, Hollywood Megaplex, JoWooD, Maxis, Spiegel Edition, Outerlight, Landesmuseum, Perpetuum

lemonheads

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VERANSTALTUNGEN

HIGHLIGHT

VAZ St. PĂślten, www.vaz.at CHIPPENDALES Sie sind wieder da! Die Chippendales - der Inbegriff von Ladies Entertainment. Die gutaussehenden Tänzer werden ihr KĂśnnen auch diesmal bei ihrer erotisch-provokanten - aber durchaus professionellen - BĂźhnen-Show unter Beweis stellen. Die Veranstaltung verspricht MĂźtter, TĂśchter, Freundinnen und Arbeitskolleginnen gleichermaĂ&#x;en zu begeistern, ein richtiger Damen-Abend also! Mit den limitierten VIP-Tickets genieĂ&#x;t man zusätzlich Vorteile wie ein Meet & Greet samt Sektempfang, handsigniertem Poster, Foto und natĂźrlich den Chippendales hautnah! 30. Oktober

BUNTE 6IELFALT

AM 3ONNTAG DEM .OVEMBER BIS 5HR 19.11. bunte vielf al

t

Foto: zVg, Residenz, metro, Egon, meisterkonzert, Festspielhaus, Hollywood Megaplex, JoWooD, Maxis, Spiegel Edition, Outerlight, Landesmuseum, Perpetuum

â&#x20AC;&#x17E;Das NĂ&#x2013; 4.Landesmuseum Geburts Das feiert Geburtstag!â&#x20AC;&#x153;

tagsfest steht unter dem Motto â&#x20AC;&#x17E;Bunte Vielfaltâ&#x20AC;&#x153;. Dies spiegelt sich auch im Programm wieder: geboten werden heuer Kinderstationen, KĂźnstlerin Irena Racek zeigt Malen mit Naturfarben, es gibt SpezialfĂźhrungen. Ein reichhaltiges Filmprogramm rundet das Fest ab. Kinder und Jugendliche haben +INDERSTATIONEN 4HEMENF~HRUNGEN UND 5HR freien Eintritt! &ILMPROGRAMM Ă&#x201A;!NDERS !RTIGÂą Ă&#x201A;$IE +yNIGIN DER &ARBENÂą

Ă&#x201A;$IE -ACHT DES 2EGENBOGENSÂą Ă&#x201A;$AS 6OLK DER 3ONNENKINDERÂą

GH Koll landesmuseum $I 3O 5HR +ULTURBEZIRK 0& 3T 0yLTEN 4 museum

14.11.

Pun k is dead tour

Diese findet nun schon das dritte Mal in Serie statt, und diesmal sind die Wiener Jungs von 3 feet smaller, die groĂ&#x;artigen Guadalajara und schlieĂ&#x;lich die Italo-Band Vanilla Sky mit dabei. Im Warehouse wird auĂ&#x;erdem noch das Trio Hindoslem als Special Guest mit von der Partie sein. In diesem Sinne: â&#x20AC;&#x17E;Punk is dead!â&#x20AC;&#x153; Oder etwa nicht? Beginn 20.00 Uhr! ware house

rock

18.11.

Jazz herbst Mit kompaktem Ensemblesound und prominenter Bestzung stellt Heinrich von Kal-

nein seine aktuelle CD â&#x20AC;&#x17E;Blackbird the lennon / mccartney songbookâ&#x20AC;&#x153; vor. Einige der schĂśnsten Melodien der â&#x20AC;&#x17E;Fab Fourâ&#x20AC;&#x153; in neuen Gewändern - mit spannenden, zeitgemässen Grooves und freitĂśnerischem SpĂźrsinn. EGON

jazz

17.11.

proc has ka didi

â&#x20AC;&#x17E;Im zweitbesten Alter!â&#x20AC;&#x153; heiĂ&#x;t das kabarettistische Solo von Multi-KreativbĂźndel Edwin â&#x20AC;&#x17E;Didiâ&#x20AC;&#x153; Prochaska. Was darf man erwarten? Einen Abend voller schräg-ironischer Geschichten, manchmal mit elektrisierender Gitarrenbegleitung, oft in Gedichtform zu Themen wie Midlifecrisis, Männer im zweitbesten Alter und Frauen. Man darf sich also zerkugeln! GH Graf

Kultur

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VERLOSUNG

Einsendungen an: verlosung@dasmfg.at 24.11.

4 Ja hre cP

Den 4. Geburtstag feiert das Cinema Paradiso â&#x20AC;&#x17E;trĂŠs francaisâ&#x20AC;&#x153;. Am 23. macht Maria Bill den Anfang. Am 24. gehts mit Saint Privat und DJ Waldeck weiter: Sixties-Riviera, BossaNova und Rokoko-Jazz Chansons gespickt mit Dub und Elektronik. MFG verlost 1 x 2 Karten! musik

17.11.

Paradiso

per petuum

Die Theatergruppe PERPETUUM spielt das Roadmovie â&#x20AC;&#x17E;Jacobowsky und der Oberstâ&#x20AC;&#x153; von Franz Werfel. Das StĂźck fĂźhrt mit viel Witz durch das von Nazis besetzte Frankreich und zeigt die absurden HĂśhen und Tiefen einer Dreiecksbeziehung. MFG verlost 1 x 2 Tickets! theater

FORUM

12.12.

Iris h c hristmas

Breda und Cora Smyth, zwei blonde Spitzen-Fiddlerinnen vom TanzSpektakel â&#x20AC;&#x17E;Lord Of The Danceâ&#x20AC;? und â&#x20AC;&#x17E;Celtic Tigerâ&#x20AC;?, werden den Beginn machen. Danach geben sich SOLAS, die in den USA ein â&#x20AC;&#x17E;mustâ&#x20AC;&#x153; der irisch-keltischen Szene sind, die Ehre. MFG verlost 1 x 2 Tickets! festival

04.12.

STEHAUFMANDLN

Meister konzert

Klassisch und Klassizistisch wirds beim nächsten Orchesterkonzert der Meisterkonzert-Reihe. Reconsil Sinfonetta spielt die Klassiker Haydn und Beethoven, auĂ&#x;erdem erklingt Musik von Nino Rota und Sergej Prokofieff. MFG verlost 1 x 2 Tickets! konzert

16.01.

BĂźhne im Hof

st adtsäle

Email mit dem Veranstaltungstitel im Betreff, Name, Vorname und Telefonnummer an verlosung@dasmfg.at!

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Viel VergnĂźgen

15.02.

LEI DREI Tickets im VAZ St. PĂślten, ticket@nxp.at; www.vaz.at; 02742/71400, Raiffeisenbanken, Bank Austria-Creditanstalt, Verkaufsstellen von Ă&#x2013;-Ticket, Vertriebsstellen der Austria Ticket Online, Trafiknet-Trafiken mit ATO-Anschluss

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