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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberg bleibt eine Wachstumslokomotive Der Dollar wird sich in den nächsten Monaten festigen Regionalität als große Chance verstehen und leben


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Liebe Leserinnen und Leser, die Wirtschaft schreibt – im Westen Österreichs mehr als im Osten – schon jetzt Erfolgsgeschichten. Am Arbeitsmarkt sind Fachkräfte Mangelware, Vollbeschäftigung ist in Reichweite. Aus der zarten Pflanze Konjunktur ist zehn Jahre nach der herben Wirtschaftskrise ein strammes Bäumchen erwachsen. Ob die türkis-blaue Regierung weitere positive Effekte zur Wirtschaftsentwicklung setzen kann? Zu erwarten ist es jedenfalls. Die österreichische Wirtschaft hat die Kraft, jetzt in die Digitalisierung konsequent zu investieren. Investitionen, welche die Zukunft zu uns holen - und nicht die Vergangenheit an unsere Fersen heftet. Viel wurde über Konzepte zur Digitalisierung gesprochen. Politik und Funktionäre gehen schon länger mit entsprechenden Strategien schwanger. Wirklich im Mittelpunkt standen sie bislang noch nicht. Mit den nun getroffenen Personalentscheidungen in der Vorarlberger Wirtschaftskammer und mit dem überwundenen Wahlkampf in der Bundespolitik wäre 2018 ein gutes Jahr, um Fortschritte zu machen, ohne auf den nächsten Posten, auf den nächsten Wahltermin schielen zu müssen. Nutzen wir also dieses frisch angebrochene Jahr, um auf Bewährtes aufzubauen, Neues dazuzulernen und bislang Unbekanntes vielleicht auch einfach mal selbst auszuprobieren. Herzlichst, Ihr

Inhalt 04 „Vorarlberg bleibt eine Wachstumslokomotive“ 05 „Unterstützung durch digitales Servicepaket“ „Wir haben einen Beschäftigungsrekord“ 06

„Dem Standort Glanz geben“

„Breitband-Infrastruktur hat Priorität“ 08 Vorarlberg in Zahlen 10 Goldpreis bleibt Spielball der US-Zinserwartungen 12 Exportaussichten 14 „Der Dollar wird sich in den nächsten Monaten festigen“ 16 Aktien bleiben attraktiv 18 Das Konjunkturhoch hält auch im Jahr 2018 an 19 Infrastruktur ausbauen

Gerold Riedmann, Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten

20 Garant für Arbeit und Wohlstand 22

Der Handel verändert sich

24 Der Motor unserer Konjunktur brummt IMPRESSUM Verleger (Medieninhaber) und Hersteller: Russmedia Verlag GmbH, Guten­bergstr. 1, 6858 Schwarzach. Redaktion: Ernest Enzels­berger, Andreas Scalet. Texte: Ernest Enzelsberger, Andreas Scalet, Alfons Kopf, Wirtschaftskammer Vorarlberg. Grafik: Johanna Zaremba. Fotos: wie bezeichnet, sowie: Philipp Steurer, VLK, WKO, Patric Martel, APA, Industriellenvereinigung Vorarlberg, Roland Paulitsch, Dietmar Stiplovsek, Voguespot. at, Frank Helmrich, USA Stocks/Andrew Kelly, Thomas Schrott, Marcel Hagen, Darko Todorovic, Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, miromedia.net, Hotel Post Bezau, Markus Gmeiner, APA/FF Steyregg/Pressestelle BFK UU, Alfons Kopf, Shutterstock, Russmedia, VN-Archiv. Anzeigen­beratung: Russmedia Verlag GmbH, Guten­berg­­str. 1, 6858 Schwarz­ ach, Telefon 05572 501-0, Fax 05572 501-145. Erscheinungstag: Montag, 8. 1. 2018

26 Neue Beschäftigungsmodelle für Saisonniers gefragt 28 „Unsere stärkste Ressource ist und bleibt der Mensch“ 29 „Regionalität als große Chance verstehen und leben“ 30 Der Stein rollt weiter 31 Der Bautrend in Vorarlberg geht in Richtung Miete


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

„Vorarlberg bleibt eine Wachstumslokomotive“

Landeshauptmann Markus Wallner blickt optimistisch in die Zukunft

Landeshauptmann Mag. Markus Wallner: „Wir streben mittelfristig Vollbeschäftigung in Vorarlberg an.“

Wie beurteilen Sie die Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2018? WALLNER Nach Jahren moderatem Wirtschaftswachstums lassen die aktuellsten Konjunkturprognosen für 2018 mit Optimismus in die Zukunft blicken. Nachdem sich Vorarlberg mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im letzten Jahr den Wachstumspreis geholt hat, rechnet das WIFO in 2018 für Österreich mit einem Wachstum von 2,8 Prozent. Vorarlberg profitiert enorm von dieser Entwicklung. Ich gehe davon aus, dass wir 2018 eine Wachstumslokomotive bleiben werden. Das Wachstum ist durch hohe Investitionen, eine hohe Eigenkapitaldecke der Unternehmen, eine steigende Exportquote und auch durch steigenden privaten Konsum gekennzeichnet. Wir streben mittelfristig Vollbeschäftigung an. Was unternehmen Sie, dass Vorarlberg bei der digitalen Entwicklung Schritt halten kann? WALLNER Die Digitalisierung schreitet voran, ob wir es wollen oder nicht. In Zu-

kunft wird dieses Thema noch viel mehr unseren Alltag prägen. Vor 20 Jahren hatte man Angst, dass durch die „Verdatung“ von Technologie eine Vielzahl von Arbeitsplätzen verloren gehen. Heute zeigt sich, dass genau das Gegenteil eingetreten ist: In der IT- und EDV-Branche wurden Tausende Jobs geschaffen. Wir müssen diese Möglichkeiten nutzen. Wir arbeiten derzeit intensiv an einer digitalen Agenda, die wir Anfang 2018 präsentieren werden. Ziel dieser Agenda ist es, die Potenziale der Digitalisierung optimal zu nutzen. Themenfelder sind die Schaffung eines digitalen Ökosystems, Bereitstellung adäquater Netz- und IT-Infrastruktur, Unterstützung der digitalen Transformation von Unternehmen und die Entwicklung der digitalen Start-up-Szene. Erstmals haben wir für die Digitalisierung auch einen eigenen Abschnitt im Budget geschaffen. In diesem stehen 1,4 Millionen Euro für den Ausbau des Breitbandes, für die Ausstattung der Schulen und für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Auch die Entwicklung der FH Vorarlberg geht in diese Richtung: Mit dem neuen Studiengang „Informatik – Business Innovation“ setzen wir einen Schwerpunkt. Welche Maßnahmen setzen Sie für den Bürokratieabbau? WALLNER. In unserem Bereich haben wir eine Reihe von wichtigen Erleichterungen umgesetzt: Die Reform des Gehaltssystems und der Beamtenpension sowie die Einrichtung von Kundenservicecentern in den BHs. Eine Vorreiterrolle hat das Land zudem in Sachen E-Government und im Rechnungswesen eingenommen. Auch die Betriebsanlagenverfahren werden in Vorarlberg so schnell erledigt wie sonst nirgendwo in Österreich – über 90 Prozent werden innerhalb von sechs Monaten positiv erledigt. Zudem haben wir ein Gesetz beschlossen, mit dem insgesamt 21 Gesetze geändert, ein Rechtsbereinigungsgesetz erlassen und fünf Gesetze aufgehoben wurden. Das ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Deregulierung.


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„Unterstützung durch digitales Servicepaket“ „Es braucht vor allem Kontrolle und Vollzug mit Augenmaß.“ Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg 2018? METZLER Sehr erfreulich. Die gute Konjunktur dürfte ihren Schwung ins neue Jahr mitnehmen und sich auch im ersten Halbjahr 2018 fortsetzen. Ich bin zuversichtlich, dass Vorarlberg österreichweit auch im kommenden Jahr wieder eine herausragende Position einnehmen wird. Der Export steuert auf eine neue Rekordmarke zu. Das gegenwärtige Wachstum ist mit hohen Investitionen verbunden und zeigt weiterhin eine hohe Eigenkapitaldecke der Unternehmen. Auch der steigende private Konsum macht sich positiv bemerkbar. Dennoch erwarte ich mir von der neuen Regierung ein rasches Umsetzen wirtschaftspolitische Akzente, wie etwa Arbeitszeitflexibilisierung und weitere Entlastungen für die Wirtschaft.

Was unternehmen Sie, damit Vorarlberg weiter mit der digitalen Entwicklung Schritt halten kann? METZLER Um sich den Herausforderungen der Digitalisierung bestmöglich annehmen zu können, unterstützen wir als Wirtschaftskammer Vorarlberg heimische Unternehmer auf unterschiedlichsten Ebenen mit einem digitalen Servicepaket. Das Angebot konzentriert sich auf die Bereiche Service und Beratung, Weiterbildung, Veranstaltungen sowie Forschung und Entwicklung. Der Bereich der Veranstaltungen beinhaltet neben der Roadshow digital.now auch die beiden Initiativen „„Digitale Perspektiven“ und das „V-Netzwerk Intelligente Produktion“. Welche Maßnahmen wollen Sie für den Bürokratieabbau ergreifen? METZLER Mit dem Land arbeiten wir daran, unsinnige Regelungen abzubauen. Dafür haben wir die Deregulierungskommission geschaffen. Insbesondere in der Raumplanung und im Baurecht konnten bereits erste konkrete Vereinfachun-

WKV-Präsident Hans Peter Metzler

gen erarbeitet werden. Aber es ist noch viel zu tun. Gesetzliche Bürokratie ist das eine, zudem braucht es aber vor allem Kontrolle und Vollzug mit Augenmaß. Wir werden noch gezielter daran arbeiten, dass sich die Behörden als Partner und nicht als Gegner der Unternehmen sehen.

„Wir haben einen Beschäftigungsrekord“ Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser: „Die Verwaltung ist sehr effizient.“ Welche Maßnahmen wollen Sie für den Bürokratieabbau leisten? RÜDISSER Die Verwaltung in Vorarlberg arbeitet sehr effizient. Neben dem Prozess „Zukunft der Verwaltung“, dem Sammelgesetz zur Deregulierung und Verwaltungsvereinfachung oder auch der Verfahrenskonzentration besteht eine Kommission unter der Leitung des Landesamtsdirektors, welche ständig in Abstimmung mit den Wirtschaftstreibenden nach Entbürokratisierungsmöglichkeiten im Land suchen und umsetzen. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg 2018? RÜDISSER Vorarlbergs Wirtschaft entwickelt sich seit Jahren erfreulicherweise immer überdurchschnittlich, 2016 wurde Vorarlberg Wachstumssieger und auch 2017 werden wir aller Voraussicht nach deutlich über dem Bundesschnitt liegen. Neben dem Wirtschaftswachstum entwi-

ckelt sich auch der Arbeitsmarkt positiv, mit mehr als 160.000 Arbeitnehmern verzeichnen wir einen Beschäftigungsrekord. Die Aufgabe der Politik ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Entfaltung und Weiterentwicklung bestmöglich unterstützen. Die Indikatoren und die allgemeine Stimmungslage sprechen dafür, dass sich die positive wirtschaftliche Entwicklung auch 2018 fortsetzen wird. Was unternehmen Sie, damit Vorarlberg weiter mit der digitalen Entwicklung Schritt halten kann? RÜDISSER Wir arbeiten schon länger an verschiedenen Aufgaben in diesem Gebiet, beispielsweise im Themennetzwerk Industrie 4.0, bei V-Research oder an der im Bundesländervergleich gut ausgebauten Breitband-Infrastruktur. Aktuell wird die digitale Agenda für Vorarlberg zur gezielten Nutzung der Potenziale der Transformation durch die regionale Wirtschaft

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser

entwickelt. Darin sollen bestehende Maßnahmen gebündelt und vernetzt sowie neue Maßnahmen entwickelt werden. Der Prozess ist breit aufgestellt, neben Institutionen wie WKV und AK, IV oder der FH arbeiten auch eine Vielzahl von Unternehmern und Privatpersonen mit.


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„Dem Standort Glanz geben“ Mehr Ansätze in Richtung E-Government. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich im Jahre 2018? SCHRAMBÖCK Laut Prognosen wird sich die Wirtschaft 2018 gut entwickeln. WIFO und IHS rechnen mit einem BIP-Wachstum von 3,0 bzw. 2,7 Prozent. Haupttreiber dafür sind die gute internationale Konjunktur und die Binnennachfrage.

Bundesministerin Margarete Schramböck

Was unternehmen Sie, damit Österreich mit der digitalen Entwicklung Schritt halten kann? SCHRAMBÖCK Es gibt viele Einzelmaßnahmen, auf denen man aufsetzen kann. Neben der notwendigen Infrastruktur, wo das Motto ‚Implementierung statt Budgetsanierung‘ sein muss, braucht es mehr Ansätze Richtung E-Government. Wir wollen die wichtigsten Behördengänge digital und mobil bündeln und gleichzeitig die vorhandenen Daten sinnvoller erfassen. Es kann nicht sein, dass Bürger und Unternehmen bei jeder Behörde dieselben Daten

jedes Mal neu anlegen müssen. Und wir müssen die ältere Generation behutsam an das Internet heranführen, um ihnen neue Lebensqualität zu ermöglichen. Im Bildungsbereich braucht es mehr Expertinnen und Experten in den sogenannten MintFächern. Berufe werden sich ändern und wir wollen diesen Prozess aktiv begleiten. Wir werden 13 neue Lehrberufe einführen, etwa den E-Commerce-Kaufmann und die -Kauffrau oder Glasfasertechniker. Welche beschäftigungspolitischen Impulse sind von Ihrer Seite geplant? SCHRAMBÖCK Wir müssen dem Standort wieder den Glanz geben, den er früher hatte. In meinem Bereich soll der bürokratische Aufwand für Unternehmen reduziert werden. Im ersten Schritt durchforsten wir im Ressort, wo man Erleichterungen setzen kann. Gleichzeitig wollen wir den Exportstandort stärken und den Außenhandel strategischer ausrichten.

„Breitband-Infrastruktur hat Priorität“ IV-Präsident Martin Ohneberg zeichnet einen positiven Konjunktur­ ausblick für das Jahr 2018. Welche Maßnahmen setzen Sie für den Bürokratieabbau? OHNEBERG Die Entbürokratisierungsmaßnahmen der neuen Bundesregierung – wie etwa der Bürokratiekostencheck, eine Verfahrensbeschleunigung oder die Reduktion der Meldepflichten – sind wesentliche Forderungen der Industrie, die 2018 umgesetzt werden sollten. Eine spürbare Entlastung wird es aber nur geben, wenn in der Praxis Politik, Behörden und die Unternehmen eng zusammenarbeiten und regionale Spielräume genutzt werden. Was unternehmen Sie, damit Vorarlberg mit der digitalen Entwicklung Schritt halten kann? OHNEBERG Wir bemühen uns, eine positive Grundeinstellung zur Digitalisierung

und digitale Ausbildungsschwerpunkte zu vermitteln. Wichtig ist uns, dass die Chance der Digitalisierung auch von der öffentlichen Hand erkannt wird und so kundenorientiertere und effizientere öffentliche Leistungen angeboten werden. Höchste Priorität hat weiterhin die notwendige Breitband-Infrastruktur, um im internationalen Wettbewerb nicht an Boden zu verlieren, sondern vorne mit dabei zu sein. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg im Jahre 2018? OHNEBERG Für 2018 zeichnet sich ein positiver Konjunkturausblick für die Industrie und die eng damit verbundenen Unternehmen ab. Das gilt für die meisten Märkte, auf denen die stark exportorientierten Vorarlberger Unternehmen tätig sind. Ein zusätzlicher Treiber könnten Länder wie Russland, Türkei und Brasilien sein, wenn sie wieder stärker an Wachstumsdynamik gewinnen. Abzuwarten gilt es bei den angekündigten Reformen in den USA. In Europa gewinnen einige Länder – abgesehen vom UK und

IV-Präsident Martin Ohneberg

den Unsicherheiten des Brexit – an Dynamik, weil notwendige Reformen vollzogen wurden. Für Österreich bleibt zu hoffen, dass die Aufbruchstimmung der letzten Monate durch angekündigte Reformen weiter verstärkt wird.


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Vorarlberg in Zahlen

Das Wirtschaftswachstum in Vorarlberg liegt seit Jahren über dem österreichischen Durchschnitt. Das zeigen die statistischen Daten für unser Bundesland eindrucksvoll.

Lehrlinge

Bevölkerungsentwicklung

Mit 8118 Jugendlichen haben die Lehrlingszahlen im Land 2011 ihren Höhepunkt erreicht. 2005 hatten sich beispielsweise nur 7480 Jugendliche für den Start ins Berufsleben auf Basis einer dualen Ausbildung entschieden, danach stieg die Zahl der Lehrlinge kontinuierlich an. Seit dem Hoch im Jahr 2011 sank die Zahl der Lehrlinge auf 7111 Lehrlinge im Jahr 2015 und im Jahr 2016 auf 6974 junge Menschen, die diese Ausbildungsform gewählt haben.

Landwirtschaft Etwa 1200 Betriebe erwirtschaften im Haupterwerb in der Vorarlberger Landwirtschaft ihr Einkommen, rund 2400 Landwirte sind es derzeit im Nebenerwerb. Die Zahl der Landwirte nimmt aber seit Jahren kontinuierlich ab. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen umfassen laut Zahlen der Landwirtschaftskammer Vlbg. mit Alpflächen zirka 85.000 Hektar. In der Landwirtschaft sind rund 7700 Personen. Eine Bauernfamilie „ernährt“ 85 Personen.

Quelle Daten: Wirtschaftskammer Vorarlberg

Quelle Daten: Landwirtschaftskammer Vorarlberg


Tourismus Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft konnte sich im vergangenen Jahr über einen Rekordsommer freuen. Insgesamt haben im Zeitraum Mai bis Oktober 1,22 Millionen Gäste (+2,4 Prozent) 3,98 Millionen Übernachtungen (+1,1 Prozent) in Vorarlberg gebucht. Im Winter war ein leichtes Minus von 1,1 Prozent zu verzeichnen. Es fehlte am Schnee.

Die Baukonjunktur im Land ist ein starker Indikator für die Lage der Wirtschaft insgesamt.

Bauwirtschaft


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Goldpreis bleibt Spielball der US-Zinserwartungen Jürgen Rupp gibt einen Ausblick auf die wichtigsten Rohstoffmärkte für das Jahr 2018.

„Die OPEC-Staaten haben sich Ende 2017 mit elf NichtOPEC-Produzenten darauf geeinigt, die bestehenden Förderquoten für weitere neun Monate beizubehalten. Ohne eine Einigung auf eine Fortführung der Kürzungsvereinbarung hätte die Gefahr bestanden, dass im Jahr 2018 das globale Angebot die weltweite Ölnachfrage nahezu das gesamte Jahr hinweg übersteigen würde. Auch wenn diese nun getroffene Vereinbarung für bis Ende 2018 getroffen wurde, so kommt es dennoch beim nächsten OPEC-Treffen am 22. Juni 2018 zu einer Evaluierung der Gesamtsituation. Das bedeutet, dass man sich je nach Situation eine Änderung der Strategie offenhält.“ So gegenüber den Vorarlberger Nachrichten der Experte Jür-

gen Rupp. Teamleiter Wertpapier Consulting bei der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg.

Der Ölpreis ist sehr labil Und Rupp weiter: „Der Ölpreis ist äußerst labil und von zahlreichen Faktoren abhängig. Die Produktionsmenge allein hat zwar stabilisierenden Einfluss, doch können Ereignisse wie etwa unerwartete geopolitische Eskalationen zu empfindlichen Ausschlägen führen. Für perspektivisch feste Ölpreise spricht zudem die starke Konjunkturentwicklung. Für das Gesamtjahr 2018 dürfte sich ein Durchschnittspreis von ca. USD 65 pro Fass Brent ergeben.“ Als reale Anlageklasse findet Gold als Absicherung gegenüber Inflation Anwendung.

Auch in Zeiten erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten oder geopolitischer Krisen profitiert Gold von seinem historischen „Sicherer Hafen“Status. Wir erwarten jedoch keinen Inflationsschock oder eine geopolitische Eskalation, die ausreichen würde, den Goldpreis nachhaltig nach oben zu befördern. Damit dürfte laut Rupp der Goldpreis auf Jahressicht weiterhin ein Spielball der US-Zinserwartungen bleiben. Die US-Notenbank wird ihre Zinsanhebungen weiterführen. Davon wird einerseits der USD profitieren, denn ein stärkerer USD belastet üblicherweise den in USD notierten Goldpreis. So dürfte sich der Goldpreis in einer Spanne von 1150 bis 1280 USD bewegen. „Der Silberpreis ist mit einem


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Gold/Silber-Verhältnis von gut 79 im historischen Vergleich niedrig. Silber besitzt gegenüber Gold Nachholpotenzial. Die positive Konjunkturentwicklung ist ebenfalls ein Argument für Silber, weil dadurch die industrielle Nachfrage weiter dynamisch sein dürfte“, fährt Rupp fort. Palladium ist ein Edelmetall, das in den Katalysatoren von Benzinmotoren zum Einsatz kommt. Palladium profitiert vom Trend der Verbraucher, Autos mit Benzinmotoren gegenüber Dieselfahrzeugen zu bevorzugen. Die Automobilindustrie stellt rund 80 Prozent der Palladiumnachfrage. Es ist kaum davon auszugehen, dass sich die Verschiebungen zwischen Diesel- und Benzinautos in dem Maße fortsetzen wer-

den wie in den vergangenen zwölf Monaten. So dürfte der Anstieg des Palladiumpreises weitgehend ausgereizt sein. „Die boomende Elektromobilität braucht Kupfer. In Elektroautos wird rund vier Mal so viel Kupfer verbaut wie in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Weil die Minenindustrie erst beginnt, sich auf die erhöhte Kupfernachfrage durch Elektromobilität einzustellen, dürften die Produzenten in den kommenden Jahren Schwierigkeiten haben, den Bedarf zu bedienen. Insbesondere die starke Nachfrage aus China hatte dem Kup­ ferpreis Auftrieb gegeben. Zuletzt brachte ein Anstieg der Lagerbestände den Kup­ ferpreis wieder etwas unter Druck“, stellt Rupp klar.

Und Rupp abschließend: „Eine hohe Industrienachfrage kann weiterhin der Rohstoff Lithiumcarbonat vorweisen. Lithiumcarbonat ist der Rohstoff für die Lithium-Ionen-Batterien, die nicht nur in Tablets und Smartphones, sondern auch in Elektroautos verbaut werden. Und diese Märkte boomen. Allein VW bräuchte für seine Pläne ein Viertel des derzeitigen Weltmarkt-Angebots an Lithium. Gleichzeitig wetteifern aber auch andere Autohersteller um den AkkuRohstoff. Bloomberg New Energy Finance prognostiziert, dass Elektrofahrzeuge bis 2040 weltweit mehr als die Hälfte der Neuwagenverkäufe ausmachen werden. Die Lithium-Produktion muss in den kommenden Jahren demnach deutlich ausgebaut werden.“


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Exportaussichten Über die Vorarlberger Exportaussichten 2018 sprachen die VN mit den Wirtschaftsdelegierten in acht wichtigen Ausfuhrmärkten.

Dr. Heinz Walter in Berlin

Mag. Manfred Schmid in Zürich

Mag. Gudrun Hager in Mailand

Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt sehr laut: Das BIP sollte 2018 um etwa zwei Prozent steigen, getrieben vom privaten Konsum, Exporten und Investitionen. Die Stimmung ist ausgesprochen gut. Branchen mit starken Zukunftschancen: Gesundheitswirtschaft, Logistik, Fahrzeug-, Flugzeug-, Maschinenbau, hochwertige Konsumgüter und Dienstleistungen. Die sechs Stützpunkte der Außenwirtschaft Austria freuen sich auf Anfragen von Vorarlberger Unternehmen. Als Nachbar ist Baden-Württemberg eine der führenden Wirtschaftsregionen Europas, mit weltbekannten Unternehmen, erfolgreichen KMUs und einer hohen F&E-Quote von 4,8 Prozent.

Die Wirtschaft des Innovationsweltmeisters Schweiz wuchs 2017 moderat um 0,9 Prozent. 2018 soll das BIP um zwei Prozent zulegen. Faktoren dafür sind die dynamische Weltkonjunktur sowie der Inlandskonsum. Der etwas schwächere Franken stützt den Export und hilft dem heimischen Tourismus. Die Wachstumsbeschleunigung schlägt sich auch am Arbeitsmarkt nieder. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent herrscht Vo l l b e s c h ä f t i g u n g . 2017 erzielte die öffentliche Hand einen Budgetüberschuss. Allgemein geht die Schweizer Wirtschaft mit viel Optimismus ins neue Jahr und der Ausblick auch für österr. Exporteure ist gut.

Die italienische Wirtschaft wird 2017 alle Erwartungen übertreffen und um 1,5 Prozent wachsen. Dieser Trend beeinflusst die österreichischen Exporte in unserem drittgrößten Absatzmarkt. Von Jänner bis September 2017 stiegen die Warenlieferungen nach Italien gegenüber 2016 um dynamische 7,9 Prozent. Das zweitgrößte Industrieland Europas investiert wieder, Lösungen zur Digitalisierung der Produktionsbetriebe sind gefragt. Mit 20 Mrd. Euro will die Regierung bis 2020 „Industrie 4.0“ fördern. Die Tourismusbranche boomt, Projekte zum Upgrade der Hotelin­ frastruktur bieten Chancen für innovative Produkte und Dienstleistungen aus Österreich.


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Mag. Christian H. Schierer in Paris

Mag. Michael Friedl in New York

Dr. Christian Kesberg in London

DI Dr. Karl Schmidt in Warschau

Dr. Martin Glatz in Peking

Frankreichs Wirtschaft befindet sich im Aufschwung und die Wirtschaftsprognose für 2018 liegt bei über zwei Prozent. Die Arbeitsmarktreform 2017 erweckte hohen Optimismus, entspannte den Arbeitsmarkt und verstärkt Investitionsvorhaben. Die Exporte steigen in beide Richtungen. Chancen finden Vorarlberger Unternehmen im „Nachbarland“ Frankreich in der Re-Industrialisierung der Wirtschaft. Ein Exportzuwachs von 39 Prozent (Jänner-August 2017) sowie eine auf 400 angestiegene Anzahl der österreichischen Niederlassungen beweisen zunehmendes Engagement und ein Wiederentdecken des Hexagons.

Die USA sind wahrscheinlich auch 2018 wieder Österreichs zweitwichtigster Exportmarkt. Mit einem derzeitigen Exportanstieg von fast 8 Prozent werden wir vielleicht dieses Jahr die magische 10 Mrd. Euro-Marke bei den Exporten überschreiten. Dienstleistungen dazugezählt kommen wir auf ein bilaterales Handelsvolumen von über 18 Mrd. Euro. Fast alle Firmen (auch aus Vlbg.) sprechen von vollen Auftragsbüchern, weiteren Investments und blicken positiv in die Zukunft. Welche wirtschaftspolitischen Akzente Präsident Trump im nächsten Jahr auch vor hat zu setzen, die Lust der Vorarlberger Unternehmen auf den US-Markt wird unverändert groß bleiben.

Nach einem Hürdenlauf beginnen die Gespräche über die Neuordnung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Briten und der EU im Februar mit großer Verspätung. Bis zum Ende einer Übergangsfrist am 31. Dezember 2020 dürfte sich am Status quo wenig ändern. Zu erwarten ist ein Freihandelsabkommen, aber weder ein Rückfall auf das Regelniveau der WTO, noch ein „Exit vom Brexit“ ist ausgeschlossen und mit „mehr Klarheit“ frühestens Mitte 2018 zu rechnen. Unsicherheit und flaches Wachstum verringern in der Zwischenzeit das Potenzial für zusätzliche Lieferungen und zwingen Unternehmen, sich auf Worst-Case-Szenarien vorzubereiten.

Polen bleibt spannend – und lohnend. Die nationalkonservative PiSRegierung ist nach wie vor mit der EU im Konflikt, der Wirtschaftsmotor brummt aber mit steigender Drehzahl: Die Prognosen für das BIP-Wachstum wurden 2017 von weniger als drei auf mehr als vier Prozent angehoben. Exporte und Steuereinnahmen sind hoch, Inflation und Arbeitslosigkeit niedrig. Der Beitritt zur Eurozone ist auf unbestimmte Zeit verschoben, die EUFördergelder nimmt man gerne und finanziert bevorzugt Industrieinnovationen und notwendige Infrastruktur. Gute Lieferchancen für Vorarlberger Betriebe bestehen in fast allen Bereichen, Firma Blum gilt als Vorbild.

Strukturreformen werden die Dynamik der chinesischen Wirtschaft 2018 vorübergehend etwas trüben. Während der Konsum das Wachstum treiben wird, versprechen die ehrgeizige Innovationsagenda „Made-in-China 2025“ und das verstärkte Auslandsengagement Chinas (Stichwort „Neue Seidenstraße“) zusätzliche Impulse. Daraus ergeben sich Chancen u.a. für Firmen, die Lösungen für die Konsumgüter- und Freizeitindustrie anbieten, sowie für Firmen, die bereit sind, Technologiekooperationen einzugehen. Auch das Potenzial für gemeinsame Projekte mit chinesischen Partnern auf Drittmärkten und die Attraktivität Österreichs als Investitions­ standort werden steigen.


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„Der Dollar wird sich in den nächsten Monaten festigen“ Die Prognose lautet 1,13 EURCHF per Jahresende 2018.

„Obwohl der US-Dollar zuletzt aufgrund des Zustandekommens der US-Steuerreform etwas zulegen konnte, zeigte er sich im Jahresverlauf überraschend von seiner schwachen Seite und verlor gegenüber dem Jahresanfang rund elf Prozent. Diese Entwicklung ist der Ausdruck einer ausgeprägten Wirtschaftsdynamik in der Eurozone mit einem nicht versiegen wollenden Strom an guten Konjunkturnachrichten.“ Das erläutert im Gespräch mit den VN Roland Rupprechter, MBA, Leiter Asset und Portfolio-Management in der Hypo Vorarlberg. Und weiter: „So erreichte das ifo Geschäftsklima für Deutschland im Oktober mit 116,7 Punkten einen zuvor in Deutschland noch nicht gesehenen Höchststand. Angesichts eines geschätzten Potenzialwachstums von etwa 1,5 bis 2,0 Prozent pro Jahr ist das derzeitige Expansionstempo in Europa mit über 2,3 Prozent zu hoch, es ist eher eine leichte Abkühlung zu erwarten als eine weitere Beschleunigung. Wir gehen daher davon aus, dass der US-Dollar sich in den nächsten Monaten festigen wird.“

Unterstützung von der Zinsseite Eine Unterstützung sollte der Greenback auch von der Zinsseite erhalten. Nach der Einschätzung der Hypo-Experten wird der US-Renditevorteil im nächsten Jahr im kurzfristigen Laufzeitenbereich weiter ansteigen, da die US-Notenbank ihr Leitzinsband mindestens zweimal anheben wird. Demgegenüber sind aufgrund der Verlängerung des Anleihenkaufprogramms mögliche Zinserhöhungen der EZB auf dem Zeitstrahl weiter nach hinten gerückt und finden – wenn überhaupt – frühestens 2019 statt. Die Stärke des Euros zeigte sich auch gegenüber dem Schweizer Franken. Dieser kletterte in kleinen Wellen bis zum Jahresende auf rund 1,17 EURCHF und kommt damit Stück für Stück in Richtung der magischen 1,20 EURCHF, die bis zum Jänner 2015 als Bewertungsgrenze von der Schweizerischen Nationalbank verteidigt wurde. Auch gegenüber dem US-Dollar wertete

der Franken ab. Das aktuelle Niveau um 1,00 USDCHF wurde zuletzt im Mai 2017 bezahlt und mit dieser Abwertung wurde bereits mehr als die Hälfte der gesamten Aufwertung seit dem Dezember 2016 wieder kompensiert.

Enttäuschende Konjunkturdaten Rupprechter: „Für Druck sorgten zuletzt enttäuschende Daten zur konjunkturellen Entwicklung der Schweiz. Das BIP wurde sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem entsprechenden

„Die starke europäische Konjunktur zwang Dollar, Schweizer Franken und Yen in die Knie.“ Roland Rupprechter Hypo Vorarlberg

Vorjahresquartal mit 0,3 Prozent veröffentlicht. Damit wurden die Wachstums­ erwartungen von 0,5 Prozent unterboten. Negativ dazu beigetragen hat der Außenhandel infolge gestiegener Importe. Trotz der jüngsten Abwärtsrevision der Wachstumserwartungen gehen wir 2018 von ei-

ner Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten in einem konjunkturell förderlichen Umfeld mit tiefen Zinsen aus. Dies spricht für einen stärkeren Franken.“

Erneute Kapitalzuflüsse? Aber auch der Umstand, dass im nächsten Jahr in Italien Wahlen anstehen und das 3. ESM-Hilfsprogramm für Griechenland ausläuft. Beides könnte für erneute Kapitalzuflüsse in der „Safe Haven“-Währung Schweizer Franken führen. Die Prognose lautet 1,13 EURCHF per Jahresende 2018. In Japan hat die neuerliche Wahl von Premierminister Shinzo Abe die Entwicklung des Yen-Kurses belastet, da dieser für eine ultraexpansive Geldpolitik steht. „Da wir von einer Erholung des US-Dollars gegenüber dem Euro und einer vorerst relativ schwächeren weiteren Abwertung des Yen zum US-Dollar ausgehen, sollte der Yen kurzfristig gegenüber dem Euro etwas zulegen können. Auf mittlere bis längere Sicht rechnen wir aber mit einer anhaltenden Schwäche des Yen und begründen dies mit der anhaltenden expansiven Fiskal- und Geldpolitik sowie auf lange Sicht unterdurchschnittlichen Wachstumsperspektive Japans gegenüber anderen Industrieländern“, so Roland Rupprechter abschließend.


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Aktien bleiben attraktiv Das globale Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen und eine verhaltene Inflationsrate unterstützen auch 2018 die globalen Aktienmärkte. Nach oben gehen dürfte es in Europa, Japan, den Schwellenländern und CEE-Staaten.

Die Weltwirtschaft hat sich 2017 sehr gut entwickelt und dieser Trend wird sich 2018 so fortsetzen. Die Rahmenbedingungen sind für die heimische Wirtschaft ausgezeichnet, das Umfeld könnte für Unternehmerinnen und Unternehmer kaum besser sein und liefert in jedem Fall stabile Wachstumsmöglichkeiten. Die Stimmungsindikatoren befinden sich auf hohen Niveaus, wovon selbstverständlich auch die Finanzmärkte profitieren. Für Anleger gilt: Solange die Leitzinsen so niedrig bleiben, stellen Aktien eine besonders attraktive Anlageform dar. Die internationalen Börsen zeigten 2017 gute Entwicklungen, dies wird

sich 2018 fortsetzen. In den USA wird die Steuerreform für zusätzliches US-Gewinnwachstum sorgen, wovon US-Börsen profitieren würden. Aufgrund der hohen Indexstände an den globalen Aktienmärkten können 2018 kleine Korrekturen vorkommen. Nicht planbar sind größere geopolitische Turbulenzen oder Krisen, die die wirtschaftliche Grundstimmung beeinflussen könnten. Geschätzte Anlegerinnen und Anleger, ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg für 2018.

Auch für 2018 erwarten wir ein positives Umfeld. Die US-Wirtschaft befindet sich in einer der längsten Expansionsphasen. Aber auch in den Emerging Markets dürften die Sorgenkinder Russland und Brasilien ihre Rezession überwunden haben. Überraschungspotenzial bergen jedoch weltpolitische Risiken. Zudem könnten Störfeuer von der Inflation und der Geldpolitik kommen. Für 2018 erwarten wir zwar nur einen moderaten Inflationsanstieg, angesichts des guten Wachstums und der niedrigen Arbeitslosenquote in den USA und im OECD-Raum bleibt aber ein Restrisiko, dass die Inflation unerwartet rasch ansteigt. Darüber hinaus drehen die

US-Notenbanker stetig an der Zinsschraube. Zu hohe Zinsen waren öfter die Ursache, dass die USA in die Rezession kippte. Die EZB wird erst im Herbst ihre Leitzinsen erhöhen. Unterm Strich sollte die Wachstumsphase für Aktien sprechen. Nach oben gehen dürfte es vor allem in Europa, Japan sowie den Schwellenländern in Asien und der Region Zentral- und Osteuropa. Auch die Wiener Börse dürfte vom CEE-Fokus österreichischer Unternehmen und der starken Gewichtung des Finanzsektors profitieren.

Die Aktienmärkte verzeichneten 2017 nennenswerte Kursgewinne. Viele Leitindizes markierten im Zuge dessen neue Allzeithöchststände. 2018 dürfte es eine Fortsetzung des positiven Aktienmarktes geben. Der weitere Aufwärtspfad dürfte sich aber deutlich schwieriger gestalten. Dafür spricht, dass verschiedene Stimmungsindikatoren bereits ein etwas überhitztes Marktumfeld nahelegen. Das bedeutet, dass viele Marktteilnehmer zu optimistisch eingestellt sind. Zudem sind viele große Investoren mittlerweile stark im Aktiensegment investiert. Das sind Anzeichen für vorerst eher zurückhaltende Aussichten für die Aktienmärkte. Im

Hinblick auf das konjunkturelle Umfeld deutet vieles nach wie vor auf einen wirtschaftlichen Boom hin. Dieses positive konjunkturelle Bild sollte im Gesamtjahr dann auch die Basis für die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung darstellen. So sollten die wichtigen Aktienmärkte vor dem Hintergrund der starken Fundamentaldaten wieder positiv abschließen. Die europäischen Aktienmärkte dürften aufgrund der expansiveren Geldpolitik und günstigerer Bewertungen zusätzlich profitieren.

Gerhard Burtscher, BTV Vorstandsvorsitzender

Ines Frei, Wertpapierspezialistin, Dornbirner Sparkasse

Direktor Toni Trojer, Leiter Investment Banking, Raiffeisenlandesbank Vorarlberg


Die billionenschweren Anleihekäufe der EZB drücken die Renditen am Geld- und Kapitalmarkt massiv nach unten. Die Folge ist ein Anlagenotstand – mangels Alternativen sind die Anleger nahezu gezwungen, ihr Geld am Aktienmarkt zu platzieren. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend noch eine ganze Weile anhalten wird. Denn die EZB hat beschlossen, das Anleihekaufprogramm bis September 2018 zu verlängern. Darüber hinaus dürfte 2018 das konjunkturelle Umfeld freundlich bleiben. Das wird sich auch in einer steigenden Ertragsentwicklung der Unternehmen niederschlagen, wenngleich die Dynamik im Vergleich zu 2017 etwas abneh-

men sollte. Ebenfalls für einen Kauf von Aktien spricht die Dividendenrendite, die nach wie vor markant über den aktuellen Mini-Renditen von Bundes- und Unternehmensanleihen liegt. Wir behalten damit unsere grundsätzlich positive Einschätzung gegenüber Aktien bei. Als Risikofaktor sehen wir die hohe Sorglosigkeit der Investoren. Auch mögliche Eskalationen geopolitischer Konfliktherde, ein überraschender Inflationsanstieg oder konjunkturelle Bremsspuren in China mahnen zu erhöhter Wachsamkeit.

Grundsätzlich unterstützen ein globales Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen sowie eine verhaltene Inflationsrate die globalen Aktienmärkte 2018. Diese Faktoren führen zu steigenden Unternehmensgewinnen und in weiterer Folge zu steigenden Aktienkursen. Viele Skeptiker sorgen sich um die hohen Bewertungen – wer aber zum Beispiel seine Börsenentscheidungen auf Grund von langfristigen Gewinnbewertungen trifft, hätte schon 2010 all seine US-Aktien verkaufen müssen und dadurch einen Großteil der Aufwärtsbewegung verpasst. Bewertungen sind bei kürzeren Anlagehorizonten kein besonders hilfreicher Indikator und

beunruhigen uns daher nur wenig. Für EuroAnleger bleiben Aktien aus Europa sowie den Schwellenländern attraktiv, sektoral betrachtet sollten die Finanz-, Industrie- und Energiewerte 2018 Freude bereiten. Die größten Gefahren für Anleger lauern weniger im Aktienmarkt, als vielmehr im Rentenbereich. Eine stärker als erwartet anziehende Inflation bzw. der Rückgang der Zentralbankkäufe sorgen für schlummernde Kursgefahren und ein weniger attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

Unser Optimismus für die Anlageklasse „Aktien“ ist ungebrochen, wenngleich Dauer und Ausmaß der aktuellen Rallye eine gewisse Vorsicht nahelegen. Die Fundamentaldaten unterstützen aber weiterhin das Umfeld für Aktien: Konjunktur und Gewinndynamik laufen überaus rund, gleichzeitig bilden die Rentenmärkte weiterhin keine echte Alternative, da sie mit einer zunehmend restriktiven Geldpolitik fertigwerden müssen. Da wir viele positive Faktoren an den Märkten aber bereits als eingepreist sehen, bleiben wir zu Jahresbeginn bei unserer „neutralen“ Gewichtung von Aktien. Renten sind untergewichtet, Rohstoffe und

Alternative Veranlagungsklassen unterstützen die Diversifizierung im Portfolio. Wir erwarten 2018 keine so spektakuläre Entwicklung an den Börsen wie 2017, sehen aber auch keine starke Korrektur. Möglicherweise wird die Schwankungsanfälligkeit zunehmen. Regional bevorzugen wir die Märkte außerhalb der USA, da wir dort mehr Potenzial nach oben sehen. Gerade die US-Börse scheint am stärksten ausgereizt und bleibt untergewichtet, auch weil wir einen mittelfristig weiter festen Euro erwarten.

Mario Fink, Leiter Portfolio Management, Hypo Vorarlberg

Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg e. Gen.

Johannes Böhler, Bank Austria Landesdirektor Private Banking


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Das Vorarlberger Rheintal gehört auch im internationalen Vergleich zu den Wirtschaftsstandorten mit dem höchsten Potenzial.

Das Konjunkturhoch hält auch im Jahr 2018 an

Vorarlberger Wirtschaft profitiert von gutem internationalen Wirtschaftsklima. Die österreichische und insbesondere die Vorarlberger Wirtschaft wächst 2017 kräftig. Die internationale Konjunktur ist lebhaft und begünstigt den Außenhandel. In den USA hält der Aufschwung an, auch wenn sich die Arbeitslosenquote schon nahe ihrem historischen Tiefstwert befindet und die hohen Aktienkurse ein gewisses Risiko für die Konjunktur bilden. Hingegen ist das starke Wachstum im Euro-Raum breit aufgestellt und dürfte sich deutlich ins Jahr 2018 hineinziehen, bevor sich die Konjunktur allmählich abkühlt. Von der raschen Expansion des Außenhandels profitiert insbesondere die Sachgüterindustrie. Ihre Produktion stieg in der zweiten Jahreshälfte 2017 merklich, und die Kapazitätsauslastung erreichte STANDORT

Höchstwerte. In der Folge nehmen auch die Ausrüstungsinvesti­tionen stark zu, weil die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten ausbauen. Zudem unter­stützt der Konsum der privaten Haushalte das Wachstum der österreichischen Wirtschaft.

Verbesserung am Arbeitsmarkt Die lebhafte Konjunktur wird in den ersten Monaten des Jahres 2018 anhalten, so das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO. Die Stimmung der Unternehmen und privaten Haushalte ist äußerst positiv. Dazu trägt auch die kontinuierli­che Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt bei. Mit dem Abflauen der internationalen Konjunk­ tur wird sich im Jahresverlauf auch das Wachstum verlangsa­ men. Das Expansi-

onstempo der Investitionen wird abnehmen, und der private Konsum, der von einer etwas günstigeren Einkommensentwicklung unterstützt wird, wird der Konjunktur in der Spätphase des Aufschwungs nur geringen zusätzlichen Schwung verleihen.Dazu trägt bei, dass die Arbeitslosenquote zwar sinkt, aber hoch bleibt und manche Perso­nengruppen nur zögerlich vom Beschäftigungsaufbau profitieren. Die Lohnzuwächse dürften daher nicht allzu kräftig ausfallen. Die Inflation ist in Österreich dennoch höher als im Durch­ schnitt des Euro-Raumes. Alles in allem rechnet das WIFO für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von 3 Prozent und für 2019 von 2,2 Prozent.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Infrastruktur ausbauen

Verkehrswirtschaft wünscht sich Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte. Einige Großprojekte, die jahrelang diskutiert wurden, befinden sich inzwischen auf Schiene. So auch das Projekt der S 18 Bodensee Schnellstraße. Deren Umsetzung ist seit wenigen Monaten gesetzlich verankert, die ASFINAG arbeitet an den Planungen, es geht auch um die genaue Trassenwahl. „Die S 18 wird die Zollabfertigung in Wolfurt positiv beeinflussen, Staus verringern und Lustenau, Fußach sowie Höchst vom Transitverkehr entlasten“, sagt Gerhard Berkmann, Spartenobmann Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Wichtig ist es, das Projekt zügig voranzutreiben“, fordert er. VERKEHR

Stichwort Wolfurt. Besonders für den emsigen Zollumschlagplatz fordert Berkmann einen Vollanschluss an die Rheintalautobahn. „Vollanschlüsse wären freilich im gesamten Rheintal notwendig und nützlich“, sagt der Spartenobmann. Im Frühjahr dürfte die Entscheidung über die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes in Wolfurt fallen, in dem alle mit der Zollabfertigung verbundenen Behörden und Unternehmen Platz finden sollen. „Mit dem Bau würde sich die Verkehrssituation in Wolfurt, Lustenau und Feldkirch-Tisis entspannen“,

meint Berkmann. In dem Zusammenhang ist ihm das erweiterte Nachtfahrverbot für Lkw in Liechtenstein von 18 bis 7.30 Uhr ein großer Dorn im Auge. Die Verkehrswirtschaft fordert dessen Abschaffung, in jedem Fall aber eine deutliche Verkürzung nach dem Vorbild der Schweiz (22 bis 5 Uhr). Diese Maßnahme würde den Verkehr flüssiger machen. Nutznießer wäre wiederum die allgemeine Bevölkerung.

Infrastrukturelle Basis Nach wie vor auf dem „Zettel“ haben die Transporteure die Ertüchtigung der Arlbergstrecke. Der Kombiverkehr StraßeSchiene mit Containern gewinnt laufend an Bedeutung, er gilt als die Logistik­ option für die Zukunft, wenn es darum geht, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. In dem Zusammenhang stellt der zweigleisige Ausbau der Arlbergbahnstrecke zwischen Vorarlberg und Tirol, von Bludenz bis Ötztal, die infrastrukturelle Basis dar. Auch ein Basistunnel unter dem Arlberg hindurch wäre denkbar. „In dieser Frage müssen wir langfristig denken“, sagt Berkmann. In jedem Fall bräuchte es ein drittes Gleis im Rheintal. Das Ausmaß des Personen-

verkehrs mit der Bahn hat untertags stark zugenommen – Tendenz steigend –, sodass für den Güterverkehr auf der Schiene nicht mehr genügend Kapazitäten frei sind. Darüberhinaus tun sich große Unternehmen im Land, die Anschlussgleise von ihrem Betriebsstandort zur Hauptstrecke betreiben, immer schwerer, ihre Züge ins Streckennetz zu bringen.

Scheinbar winziges Puzzleteil Ein zweites Gleis verlangt die Transportwirtschaft für das Nadelöhr zwischen Bregenz und Lochau. Es wäre ein – was die Länge betrifft – kleiner, jedoch bedeutender Teil des Ausbaus der Schiene Richtung Norden zu den großen Seehäfen wie Hamburg oder Rotterdam. Damit dieses – vermeintlich – winzige Puzzleteil seine Wirkung entfalten kann, muss freilich Nachbar Deutschland in seine Bahninfrastruktur investieren. Der bislang nicht elektrifizierte Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau wird jetzt endlich mit einer Oberleitung ausgestattet, sodass die Züge künftig durchgehend elektrisch verkehren können. Davon profitiert auch die Nordroute zu den Häfen. „Ein erster, wichtiger Schritt 2018“, meint Berkmann.

Der Güterbahnhof in Wolfurt wird bis Spätsommer noch mehr Kapazitäten bieten, was allerdings fehlt, ist eine starke Bahnverbindung nach Deutschland.


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Garant für Arbeit und Wohlstand

Vorarlberger Industrie orientiert sich stark an den internationalen Gegebenheiten und will dem Fachkräftemangel weiterhin aktiv begegnen.

Der Wettbewerbsdruck für die heimische Industrie, oder anders formuliert, der Druck auf die Verkaufspreise, ist weiterhin hoch. Die in vielen Branchen international vorhandenen Überkapazitäten schlagen sich in einem hohen Preisdruck nieder. Dennoch bleibt die Industrie der Garant für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg. „Die Unsicherheiten auf einzelnen internationalen Märkten werden nach wie vor hervorragend ausgeglichen“, erklärt Georg Comploj, Spartenobmann Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Hinzu kommt die große Hoffnung, dass die neue Bundesregierung endlich den Stillstand bei sozial- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen überwindet und überfällige Reformen für die Zukunft rasch und konsequent angeht. „Es braucht“, betont Comploj, „von der Politik pragmatisch gut gemachte Anpassungen, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfit zu machen. Das bedeute: Modernisierungen, die Bürokratie herunterfahren, das Bildungssystem stärken und die Steuer- und Abgabenlast deutlich reduzieren. Zudem bedarf es dringend eine zeitgemäße Anpassung der Rahmenbedingungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – der wichtigste Punkt dabei ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit“. Die größte Herausforderung der nächsten Jahre werde die Digitalisierung – „sie wird DAS INDUSTRIE

Ereignis dieses jungen Jahrhunderts sein“, unterstreicht der Spartenobmann. Dieser Megatrend bestehe aus Digitalisierung und Robotik. „Und gleich, ob man dies gut findet, dagegen ankämpft oder nicht: Es wird grundsätzliche Veränderungen geben und wir müssen dafür sorgen, dass Österreich diese Chancen nützt und bei den Gewinnern im Zuge dieser Veränderungen ist.“

Herausforderung Personal „Durch bevorstehende Pensionierungen werden vor allem qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dringend gesucht. Die Vorarlberger Industrie bildet seit Jahren Lehrlinge selbst sehr hochwertig aus, wir benötigen aber auch zusätzliche Fachkräfte, die wir nur außerhalb des Landes bekommen,“ weist der Spartenobmann auf den anhaltenden Fachkräfte­ bedarf besonders hin.

„Wir setzten konkrete Maßnahmen, um dem Fachkräfte­ mangel aktiv zu begegnen.“ Georg Comploj Spartenobmann Industrie

Das Thema Fachkräftemangel ist weiterhin ein zentrales Thema für die Vorarlberger Industrie. „Wir setzten daher selbst konkrete Maßnahmen im Bildungsbereich, um dieser Herausforderung aktiv im Land zu begegnen“, sagt Georg Comploj. Eine erfolgreiche Standortund Technologieentwicklung erfordert eine koordinierte Zusammenarbeit und bestmögliche Vernetzung zwischen Industrie, Ausbildungsinstitutionen, Wissenschaft und Politik. Verbunden werden muss dies mit einem intensiven Dialog innerhalb der Gesellschaft. „Nur so ist Weiterentwicklung am Puls der Zeit möglich“, erklärt DI Christoph Hinteregger, Bildungssprecher der Sparte Industrie, „denn heute sind andere, neue Qualifikationen gefragt. Es geht vielfach darum, branchenübergreifend und interdisziplinär Innovationen zu entwickeln.“ Darauf basiert nun der aktuelle Strategieprozess – „HTL-Standortentwicklung – Vorarlberg 2025“ der Vorarlberger Industrie

Bedarf an HTL-Absolventen Wie wichtig dieser Prozess ist und wie gefragt HTL-Absolventen für den Wirtschaftsraum Vorarlberg auch in Zukunft sein werden, zeigt eine Bedarfserhebung der Sparte Industrie unter 70 Betrieben (Industrie und Gewerbe), die über 29.000 Mitarbeiter repräsentieren. Ergebnis: Über 2.000 Absolventen der drei Vorarlberger HTL wollen die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren aufnehmen.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Der Handel verändert sich Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel, ermutigt die Vorarlberger Händler, die digitale Transformation proaktiv anzugehen.

Die Digitalisierung hat längst die Lebensbereiche der Menschen durchdrungen: Ein Leben ohne Internet – für die meisten undenkbar. Auch im Handel macht sich diese Entwicklung bemerkbar, wie Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, erklärt: „‚Handel im Wandel‘ ist dabei kein Schlagwort, sondern bringt die dynamischen Entwicklungen im heimischen Einzelhandel auf den Punkt. Neben neuen Betriebsformen und Erlebnishandel fließt immer mehr Technik in die Verkaufs- und Abwicklungsprozesse ein.“ Die Handelsbetriebe sind gefordert, ihre Mitarbeiter bestmöglich auf die damit einhergehenden HANDEL

beruflichen Anforderungen vorzubereiten. Im Lehrberuf Einzelhandelskaufmann/frau wurde dazu mit dem „Digitalen Verkauf “ ein neuer Schwerpunkt geschaffen. „Angesichts der steigenden Umsätze in der Onlinesparte wird Multichannel für die meisten Handelsunternehmen ein immer größeres Thema. Wir ermutigen unsere Händler, die digitale Transformation proaktiv anzugehen und nicht nur auf Veränderungen zu reagieren“, gibt Spartenobfrau Fröwis die Richtung vor. Um der Digitalisierung in der Ausbildung der Nachwuchskräfte künftig noch stärker Rechnung zu tragen, haben die Sozialpartner im Handel

zudem ein fundiertes neues Ausbildungsangebot auf den Weg gebracht: Den Lehrberuf E-Commerce-Kauffrau/mann. Damit werden laut

„Wir ermutigen unsere Händler, die Transformation proaktiv anzugehen.“ Theresia Fröwis Obfrau Handel WKV

Das beste aus beiden Welten: Das Fachgeschäft Ströhle Taschen bietet den Kunden auch einen Online-Shop.

Spartenobfrau Fröwis neue Wege im Handel beschritten: „Dieser Lehrberuf ist eine gute Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel und in das System der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe eingepasst. Die Absolventen können nicht nur Onlineshops aufbauen und betreuen, sondern auch Webanalysen zum Kaufverhalten durchführen sowie Schlüsse zur Optimierung der Kunden­orientierung ziehen. Es werden Statistiken erarbeitet, Datenbanken gepflegt und Berechnungen durchgeführt – insgesamt ein wirklich vielfältiger und zukunftsträchtiger Beruf.“

FOTO: STRÖHLE


Meine Donau berät mich so, wie ich’s brauch.

Foto: Fa. Kunz

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Was mir an meiner Donau so gefällt? Sie überlässt mir die Wahl, welche Absicherung ich für mein Unternehmen möchte. Je nachdem, was besser zu meiner Risikoabsicherung passt, kann ich zwischen individueller Gestaltung meiner Versicherung und kompakter Paketlösung wählen. So stell ich mir das vor. Mehr auf donauversicherung.at

Export sichert Beschäftigung

Vorarlberg ist Exportland Nr. 1 in Österreich. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1994 hat sich die Exportleistung von 2,7 Mrd. Euro auf fast 10 Mrd. Euro erhöht. In diesem Zeitraum hat auch die Anzahl der Arbeitsplätze um 31.000 zugenommen. www.vorarlberg.at/wirtschaft


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Der Motor unserer Konjunktur brummt Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk befindet sich auch im Jahr 2018 im Sog der guten Konjunktur der Bau­branche. Davon profitieren rund 30.000 Beschäftigte und deren Familien.

Die Vorarlberger Baubranche zieht am Ende des Jahres 2017 eine zufriedenstellende Bilanz. Die hohe Auslastung quer durch alle Branchen hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt – so der allgemeine Tenor in einer Blitzumfrage, bei der die Bauinnung traditionell GEWERBE UND HANDWERK

Gewerbe, Handel und Industrie wachsen – für die Vorarlberger Bauwirtschaft bedeutet dies gut gefüllte Auftragsbücher.

zum Jahresende die aktuellen Ergebnisse präsentiert und einen Ausblick auf das kommende Jahr gibt. „Der Grund für die gute Auslastung liegt in der erfolgreichen Wirtschaft und der damit verbundenen Bereitschaft von Industrie und Gewerbe, in bauliche Maßnahmen zu investieren“, sagt Ing. Peter Keckeis, Innungsmeister Bau in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Träger der Konjunktur ist nach wie vor der Wohnbau – dies begründet sich im stark steigenden Bevölkerungswachstum in Vorarlberg und der hohen Zahl an gemeinnützigen Wohnungen.

Warnung vor Überhitzung Gleichzeitig wird jedoch vor einer Überhitzung des Markts gewarnt. Aktuell wird mehr gebaut denn je – vor allem im sozialen Wohnbau. Diese Dynamik heizt die Konjunktur zusätzlich stark an und treibt gleichzeitig die Preise nach oben. Hier muss wieder Tempo herausgenommen und der Bedarf genau analysiert werden, sind sich die Experten einig. Sonst laufe man Gefahr, am Bedarf vorbeizubauen. Vernünftiges Augenmaß und eine gezielte Bedarfsorientierung auf längere Sicht sind gefragt. Freilich – laut Thomas Peter, Geschäftsführer der Bauinnung in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, gibt es in Vorarlberg einen jährlichen Zuzug von 2000 bis 3000 Personen. Nicht zuletzt für die brauche man Wohnungen. „Im Moment stimmt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Eine genaue Bedarfserhebung, was künftig gefragt ist, halte ich aber für umso wichtiger“, betont Peter. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass eine Verschiebung von Eigentum in Richtung Miete bemerkt werde. Geht es der Bauwirtschaft gut, dann profitieren ebenfalls die nachgelagerten Berufe im Gewerbe und Handwerk wie beispielsweise die Dienstleister davon. Dies wiederum hat einen Gesamteffekt auf die Wirt-

schaft. Denn nicht weniger als 30.000 Menschen sind im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk beschäftigt. Das Gewerbe und Handwerk ist ja außerdem der größte Lehrlingsausbilder im Land.

Industrie- und Gewerbebau erfolgreich Doch nicht allein der Wohnbau prägt die heimische Bauwirtschaft. 2017 war auch im Industrie- und Gewerbebau ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Prognosen der Branche für 2018 sind zwar in dem Bereich mit einem Minus von 0,91 Prozent leicht rückläufig – allerdings auf sehr hohem Niveau. Zahlreiche Industrieunternehmen planen für das kommende Jahr große Projekte. So investiert zum Beispiel Vorarlberg Milch in den kommenden eineinhalb Jahren in die Erweiterung des Käsefertigungskellers auf die doppelte Kapazität, in ein vollautomatisches Hochregallager sowie in ein neues Käseabpackzentrum.

„Der Grund für die gute Auslastung der Bau­branche liegt in der erfolgreichen Wirtschaft.“ Ing. Peter Keckeis Innungsmeister Bau, WKV

Der öffentliche Hochbau setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Dafür stehen im Jahr 2018 rund 52,9 Mill. Euro zur Verfügung. Allein 35 Mill. Euro werden in die Erneuerung der Landeskrankenhäuser Feldkirch und 18,6 Mill. Euro in die Sanierung des Krankenhauses Bregenz investiert. Ein Ende des Baubooms scheint nicht in Sicht, das Gewerbe und Handwerk wird 2018 und wohl auch darüber hinaus treibende Kraft der Wirtschaft in Vorarlberg sein.


Warum Trump auch gut für Sie ist Ertragsstarke Immobilien zu besitzen, ist eine sinnvolle, gute Investition. Die Vorteile sind vielfältig – und liegen auf der Hand. Und diese sind jetzt nicht mehr nur vermögenden Privatpersonen vorbehalten. Mit Terra Firma muss man kein Multimillionär sein, um spezielle Immobilienangebote zu nutzen. Terra Firma hilft Investoren, in kleineren Städten in den USA erschwinglichen Wohnraum und gute In-

Eleanor Parnes Terra Firma

Eine Investition in den Vereinigten Staaten ab 50.000 US-Dollar kann sehr profitabel sein. vestitionsangebote ab USD 50.000 zu erwerben. „Realistisch“, sagt Eleanor Parnes. „Wir suchen solide Renditen von fünf bis acht Prozent jährlich.“ Solche Erträge zu erzielen, ist keine einfache Aufgabe. Besonders beim Vorhaben, eine Auslandsimmobilie zu erwerben, kann die Suche zeitaufwendig sein. Zudem braucht es Know-how. Man muss den Markt kennen, die Mieteinnahmen einfordern und kontrollieren, das Eigentum zugleich verwalten und erhalten. Und hier kommt Terra

Eine Investition in US-Immobilien bringt sichere und regelmäßige Einkünfte. Firma ins Spiel. Die Profis um Eleanor Parnes sind Experten auf ihrem Gebiet und nehmen sich die Zeit, um die passende Immobilie für potenzielle Investoren zu finden. Doch nicht nur das. Ist das geeignete Objekt gefunden, koordiniert Terra Firma für den Eigentümer auch eventuell notwendige Renovierungsmaßnahmen und übernimmt die Vermietung. Auch Verwaltung und Pflege der Immobilie liegen in den Händen der Profis. Hierfür hat Terra Firma zwei Modelle entwickelt, je nachdem wie stark ein Investor involviert sein möchte (s. Factbox). Warum in den USA investieren? Nach der Immobilien- und Finanzkrise vor einem Jahrzehnt erleben die USA momentan eine neue Ära mit hervorragenden Aussichten auf künftiges Kapitalwachs-

Fotos: iStock

tum. Ein starkes Wirtschaftswachstum mit höheren Löhnen und sinkenden Arbeitslosenquoten und einem zum Euro verglichenen interessanten USD macht das Land auch für ausländische Investoren interessant. Terra Firma unterstützt Investoren daher beim Kauf von günstigen und unterbewerteten Immobilien, die vom Kauf an interessante Renditen generieren können. Das Augenmerk liegt dabei auf Einfamilienhäusern. Diese werden schlüsselfertig vermietet und verwaltet. „Dabei bleiben wir stets fokussiert. Wir fassen Investoren nicht in einem Anlageinstrument zusammen, denn wir glauben, dass ein Investor seine Unabhängigkeit bewahren sollte. Das bedeutet, dass er seine eigenen Entscheidungen treffen und sein Eigentum kontrollieren und verkaufen kann, wann immer er möchte“, so Eleanor Parnes.

Daten & Fakten Die zwei Modelle für Investoren Buy & operate: Terra Firma sucht und empfiehlt Immobilien und hilft den Investoren u. a. bei Renovierungen, beim Immobilienmanagement und bei Versicherungen. Dieses Modell erfordert Zeit und Aufmerksamkeit des Anlegers. Lend to end: Die Investition läuft als Kredit, bis sich der Anleger entschließt, zu verkaufen. Für den Kunden sorgenlos. Terra Firma kümmert sich vollumfänglich um Ihre Immobilie (Kauf, Verwaltung, Renovation, Vermietung, Verkauf etc.). Ein weiterer Vorteil dieses Modells: Terra Firma kümmert sich um alle Steueranmeldungen in den USA. Infos und Kontakt: Eleanor Parnes, Tel. Europa: +43 720 81 64 90, Tel. USA: +1(212) 877 4152, info@terra-firma.co, www.terra-firma.co

Für europäische Investoren ist der unterbewertete US-Immobilienmarkt sehr interessant. ANZEIGE


Das Tourismusland Vorarlberg punktet mit der Natur, wie hier im Biosphärenpark Großes Walsertal, sowie mit einem überzeugenden touristischen Angebot.

Neue Beschäftigungsmodelle für Saisonniers gefragt

Tourismus optimistisch. Politik soll aber bessere Rahmenbedingungen schaffen. TOURISMUS Die Zahl der Arbeitsplätze im heimischen Tourismus hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Der Tourismus wächst erfreulicherweise, was gleichzeitig die Suche nach Fach- und Hilfskräften zunehmend erschwert. Die unterschiedlich starken Saisonen verschärfen das Problem. Gerade im Winter werden rund ein Viertel mehr Mitarbeiter benötigt, die nicht durch den heimischen Arbeitsmarkt abgedeckt werden können. Die Rekrutierung von Saisonniers im EURaum wird zunehmend schwieriger. Zudem nimmt der Mobilitätsbereitschaft der EU-Mitarbeiter stetig ab, weil der Tourismus in den Herkunftsländern dieser Mitarbeiter selbst boomt. „Neue, praxisnahe Modelle bei der Saisonbeschäftigung sind dringend notwendig“, sagt Elmar Herburger, Spartenobmann Tourismus in der

Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Die Betriebe kommen nicht umhin, in Zukunft wieder verstärkt in Drittstaaten nach Mitarbeitern Ausschau zu halten. „Dafür benötigen wir aber dringend neue Saisonbeschäftigungsmodelle für diese Menschen“, unterstreicht Andrew Nussbaumer, Fachgruppenobmann Gastronomie in der WKV. Diese Modelle müssen sich an objektiven Messgrößen orientieren, mehrmalige Verhandlungen darüber in einem Jahr sind abzulehnen. Die Betriebe brauchen wieder Planungs- und Rechtssicherheit, statt Vorgaben, die sich jährlich ändern.

Früchte der Tourismusstrategie Mittlerweile erntet man schon die ersten Früchte der Tourismusstrategie 2020. Vorarlberg wird dank unterschiedlicher Maßnahmen zur starken Arbeitgebermar-

ke entwickelt. Damit werden Tourismusarbeitsplätze in Vorarlberg noch attraktiver. „2018 rechne ich mit ersten positiven Auswirkungen bei der Mitarbeiterakquise“, sagt Spartenobmann Herburger. In dem Zusammenhang wirkt sich auch das neue Bildungskonzept positiv aus. Damit gelingt es, junge Menschen für Berufe im Tourismus zu gewinnen.

Stichwort „Bildungskonzept“ Mit der GASCHT, der neuen Gastgeberschule für Tourismusberufe, hat die Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg den Grundstein für eine neue Mitarbeiterausbildung gelegt, die österreichweit ihresgleichen sucht und in den nächsten Jahren weiterentwickelt und ausgebaut wird. Hier hat man jedenfalls eine Vorreiterrolle eingenommen. Um


FOTO: VEREIN GROSSES WALSERTAL TOURISMUS, ALEX KAISER

die Marke „Gastgeber für Tourismusjobs“ zu entwickeln, wird auf Qualität gesetzt. Messbar gute Arbeitgeber, die sich regelmäßig in ihren Betrieben einer Mitarbeiterbefragung unterziehen oder sich durch „Great Place to Work“ zertifizieren lassen, gehören dazu. Die Auszeichnung

„Diese positive Stimmung wird sich auch auf die Investitionsbereitschaft auswirken.“ Elmar Herburger Spartenobmann Tourismus

„Great Place to Work“ ist eine der renommiertesten Zertifizierungen der Welt, die als Marke auch in Österreich firmiert. Ein Gütesiegel von „Great Place to Work®“ gilt bei aktuellen wie auch potenziellen

Mitarbeitern als Qualitätsbeweis für Arbeitgeber. Die Auszeichnung wird regelmäßig vergeben und wurde nun für die Tourismusbetriebe in Vorarlberg mit einem spezifischen Zertifizierungsprozess und reduzierten Kosten für Klein- und Mittelbetriebe angepasst. Im Fokus des Zertifizierungsprozesses steht die Arbeitsplatzkultur. Neben einer hohen fachlichen Qualität wird in GPTW-Betrieben echte Vertrauenskultur gelebt. Gerade bei arbeitssuchenden Menschen ist das WIE oft wichtiger als das WAS. Je mehr sich jemand angenommen, geschätzt und gefördert fühlt, desto mehr wächst die Freude und das Engagement am Arbeitsplatz. Begeisterte Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter.

Gute Arbeitgeber bekommen Mitarbeiter Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem AMS Vorarlberg wird die aktive Vermittlung von Mitarbeitern bevorzugt an Qualitätsbetriebe durchgeführt. Einfach ausgedrückt: Gute Arbeitgeber bekommen schneller Mitarbeiter. Trotz vieler hemmender Rahmenbedingungen ist die Stimmung im heimischen Tourismus gut. „Diese positive Stimmung wird sich auch auf die Investitionsbereitschaft auswirken“, glaubt Spartenobmann Herburger.

Spitzenleistungen durch neue Ausbildungs­ wege: Küche im Hotel Post in Bezau.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

„Unsere stärkste Ressource ist und bleibt der Mensch“
 Vorarlbergs Banken im Umfeld geänderter „Kaufgewohnheiten“.

„Genau das ist eine Chance für uns regionalen Finanzdienstleister“, meint Wilfried Hopfner und betont: „Natürlich sind auch wir in Vorarlberg angehalten, Geschäftsmodelle weiter zu entwickeln, das Angebot an Filialen an die veränderte, im Vergleich zu früher deutlich reduzierte Nachfrage anzupassen und das Dienstleistungsspektrum nach den heutigen Kundenbedürfnissen auszurichten. Das geschieht jedoch mit ständigem Blick auf die einzigartige Situation im Land – einem der Grundsteine für die langfristige Kundenbindung und den gemeinsamen Erfolg. Gleichzeitig müssen wir uns den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Virtuell und doch persönlich.“ Die Sicherstellung der Nahversorgung mit Finanzdienstleistungen ist eine Herausforderung mit Blick auf die internen Kosten und gleichzeitig auch eine

Bei entscheidenden finanziellen Angelegenheiten wird immer die Beratung im Fokus stehen. BANKEN Das Kaufverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Doch während einerseits immer mehr Menschen Dienstleistungen im Internet beziehen, steigt andererseits das Bedürfnis nach gelebter und erlebter Nähe. Die Vorarlberger Banken können ihren Kunden diese Nähe sehr gut bieten. In Vorarlberg kennt man sich.

Transformationsprozess „Wir regionalen Banken sind für unsere Kunden in den vergangenen Jahren vor allem durch unser Bankstellennetz wahrnehmbar gewesen. Jetzt erleben wir einen unheimlichen Transformationsprozess, eine zunehmende Technologisierung und den erkennbaren Trend, Banking rund um die Uhr jederzeit verfügbar zu machen. Das führt dazu, dass viele Kunden, besonders die jungen Kunden, nicht mehr den Kontakt mit der Bankstelle suchen, sondern diese neuen Technologien nutzen“, erklärt Wilfried Hopfner,

Obmann der Sparte Bank und Versicherung. Nach wie vor werde aber der Mitarbeiter, der Berater, im Mittelpunkt stehen, aber in anderer Form, nicht mehr wenn es etwa darum geht, sich Bargeld zu beschaffen am Schalter, sondern wenn es um eine qualifizierte Beratung geht. Und alles, was einfach ist, was schnell gehen muss, alles was jederzeit zugänglich sein muss, ist in der Technologie verfügbar. Das heißt für uns, Investitionen in neue Technologien und abnehmende Investitionen in Bankstellen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung eines gewissen Bankstellennetzes. „Unsere Aufgabe ist es, in verantwortungsvoller Art und Weise dafür zu sorgen, dass die regionalen Dienstleistungen der Banken und Versicherungen auch im Umfeld veränderter „Kaufgewohnheiten“ den Menschen dabei helfen, sich eine solide Existenzgrundlage zu schaffen“, gibt Sparten­ obmann Wilfried Hopfner die Strategie für die kommenden Jahre und Jahrzehnte vor.

„Kunden erwarten künftig ein wesentlich größeres Spektrum an Zugangswegen zu ihrer regionalen Bank.“ Wilfried Hopfner Spartenobmann Bank und Versicherungen

große Chance mit Blick auf die Erfüllung der Kundenbedürfnisse. So könne es gelingen, auch in einem zukünftigen Umfeld, das von teilweise knappen Ressourcen, vor allem in Bezug auf Grund und Boden, aber auch einer fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung geprägt sein wird, die Erfolgsstory Vorarlbergs weiterzuschreiben und den Wohlstand zu sichern.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Wenn es so weit gekommen ist, dann braucht ein Versicherungsnehmer eine Bank, die vor Ort die richtigen Schritte setzt.

FOTO: APA

„Regionalität als große Chance verstehen und leben“ Vorarlberger Versicherungen setzen auf gemeinsame Nachwuchsförderung.

VERSICHERUNG Trotz des harten Wettbewerbs untereinander setzt man innerhalb der Sparte auf ein gutes Gesprächsklima und gemeinsame Nachwuchsförderung. „Beim Ausbildungsschwerpunkt Finanz- und Risikomanagement – kurz „FiRi“ – an den Vorarlberger Handelsakademien kooperieren unsere Mitglieder erfolgreich auf einem wettbewerbsneutralen Gebiet“, sagt SpartenobmannStv. Robert Sturn. Neben der Fähigkeit, sich „persönlich“ mit dem Kunden zu befassen, stellt die Versicherungsbranche, die aktuell 806 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, hohe Ansprüche

an die fachliche Ausbildung. „Die Sicherung von hart erarbeiteten Existenzgrundlagen ist dabei eine zentrale Aufgabe der Versicherungen“, betont Robert Sturn und erklärt weiter: „Wir nützen die technischen Entwicklungen, um die Serviceleistungen für unsere Kunden zu erhöhen und die Kommunikationswege zu erweitern, von Online-Schadensmeldungen bis zu praktischen Apps. Entscheidend ist aber auch in Zeiten der Digitalisierung die persönliche und direkte Beratung der Kunden.“

Initiative zur Prävention Innerhalb eines Jahres konnten mit Unterstützung der Vorarl-

berger Versicherungen 31.720 Vorarlberger Haushalte und Gebäude nach einem Schadensfall wieder instand gesetzt werden. Über 99.000 Mal konnte finanzielle Hilfestellungen geleistet werden und insgesamt 194.500.000 Euro an Versicherungsleistungen wurden 2017 ausbezahlt. Während einerseits immer mehr Menschen Dienstleistungen im Internet beziehen, steigt andererseits gleichzeitig das Bedürfnis nach gelebter und erlebter Nähe. Sturn konkretisiert dieses Phänomen auch dahingehend, dass es diese im Notfall erwartete Nähe nur dann geben kann, wenn diese Infrastruktur auch im tag-

täglichen Leben genutzt und damit ermöglicht wird. Nach dem erfolgreichen Vorbild der Brandverhütung wurde daher in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband eine Initiative zur Prävention von Unwetterschäden ins Leben gerufen. „Das können einfache Tipps sein – wie die Umleitung von Niederschlägen an Garageneinfahrten mithilfe einer Bierbank“, erläutert Sturn. Oft kann so mit einfachsten Mitteln verhindert werden, dass Wasser eindringt. Die Vorarlberger Versicherungen finanzieren diesen Service nicht nur, sie bieten als Serviceleistung auch entsprechende Informationen an.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Berufs- und Bildungsorientierung zu schaffen, ist gelungen: „Die über 10.000 Besucher/innen an den drei Messetagen der „i“ zeigen uns, dass es richtig und wichtig war, die größte Ausbildungsmesse Vorarlbergs völlig neu zu konzipieren“, zieht der Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg, ein äußerst positives Resümee. Auf 11.500 Quadratmetern wurden für die Interessierten 80 Lehrberufe live erlebbar gemacht und zehn Schultypen vorgestellt. Die WKV-Lehrlingsstelle, das BIFO und das AMS berieten vor Ort, die regionalen Lehrlingsinitiativen präsentierten ihre Aktivitäten. Damit der Standort stark bleibt, braucht es die richtigen Schulkonzepte.

Der Stein rollt weiter

Die Wirtschaftskammer bleibt kon­sequent auf ihrem Weg, wenn es um die duale Ausbildung geht, bessere Schulkonzepte oder um eine um­fassende Berufsorientierung. Mit dem 3. Vorarlberger Bildungsforum hat die Wirtschaftskammer Vorarlberg vergangenen November fortgesetzt, was 2013 mit der ersten großen Veranstaltung begonnen wurde. Damals wurden Diskussionen auf politischer Ebene ausgelöst – aber auch fünf Jahre später beschäftigt sich die Politik über weite Strecken immer noch mit Türschildern im Bildungssystem. „Was wir aber für unsere Kinder brauchen, sind die besten Schulen“, betont der neue Wirtschaftskammerdirektor Christoph Jenny.

BILDUNG

Mit einer Großveranstaltung, wie dem Bildungsforum mit über 1.300 Pädagoginnen und Pädagogen sowie bildungsinteressierten Gästen, möchte die Wirtschaftskammer Vorarlberg entsprechende Im-

pulse setzen. International anerkannte Experten, die bildungsrelevante Themen beleuchten, sollen den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus schärfen, die Vorstellung von Schulpreis-Schulen auch in Vorarlberg motivieren und Mut zu guten Schulen machen. Erste veraltete und hinderliche Strukturen brechen nun auf, neue pädagogische Konzepte rücken immer mehr ins Zentrum bildungspolitischer Debatten und auch so manche politisch Verantwortliche haben die Notwendigkeit einer Veränderung erkannt. Gemäß dem Motto: „Wer wartet, verliert!“, haben sich drei Mittelschulen in Vorarlberg bereits auf den Weg gemacht, setzen inhaltliche Neuerungen um, unterstützt von der Wirtschaftskammer, wissen-

schaftlich begleitet von ausgezeichneten Experten und Schulpreis-Trägern. „Sie beweisen damit, dass mit Wille und Engagement Impulse für ein besseres Bildungssystem möglich sind“, erklärt Direktor Christoph Jenny. Bildung ist für die Wirtschaftskammer Vorarlberg ein absolutes Zukunftsthema. Jenny: „Wir werden daher auch künftig Vorarlberger Schulen in ihrer Entwicklung aktiv unterstützen und den Stein weiter rollen lassen, weil wir zutiefst davon überzeugt sind, dass von guten Schulen nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem auch die Gesellschaft und die Menschen in unserem Land profitieren werden.“

Erfolg mit neuer Messe Das erklärte Ziel, mit der „i“ einen großen Marktplatz zur

Neues Netzwerk für Ausbilder Mit dem von der Wirtschaftskammer initiierten Ausbilderforum wird den Lehrlingsausbildnern die Möglichkeit geboten, Ideen und Erfahrungen auf Augenhöhe auszutauschen, um die Lehrlingsausbildung im Land gemeinsam weiterzudenken. Im neuen Netzwerk „Ausbilder Vorarlberg“ schaffen Sozialpartner und Land eine besondere Ebene des Austausches in Vorarlberg. Denn Ausbildung erfordert vollen Einsatz. „Die Ausbildner“, das betont WKVDir. Jenny, „tragen eine hohe Verantwortung: Auch sind sie ein entscheidender Erfolgsfaktor für Erfolg oder Scheitern einer Lehre.“ Neue Impulse für die Lehre Gemeinsam mit der AK und dem Land stärkt die Wirtschaftskammer die duale Ausbildung in Vorarlberg. Den Weg ebnen soll ein zehn Punkte umfassendes Maßnahmenpaket. „Damit werden Defizite der Lehranfänger kompensiert, neue Qualitätsstandards gesetzt und die Lehre als Bildungsweg attraktiv gemacht. Im Mittelpunkt steht nicht das Reden, sondern das Tun“, betont Jenny.


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2018 Vorarlberger Nachrichten

Der Bautrend in Vorarlberg geht in Richtung Miete Rege Bautätigkeit überhitzt den Wohnungsmarkt – Gemeinden sollten bei der Raum­planung reagieren FELDKIRCH Die Zahl der Mietwohnungen im Land steigt aktuell stark an. Wurden 2016 in Vorarlberg noch 353 gemeinnützige Mietwohnungen gefördert, so sind es heuer beinahe doppelt so viele. Die Immobilienmakler vermelden, dass 2017 nur sehr wenige gebrauchte Immobilien in den Handel kamen. Das Neubausegment hingegen ist anhaltend stark.

„Ob diese einseitige Stärkung des Mietwohnungssektors gegenüber dem Wohneigentum im Land tatsächlich gewünscht wird, hat die Politik zu entscheiden. Immerhin geht heuer ein Großteil der Wohnbauförderung in den Mietwohnungsbau. Dazu kommt der nicht geförderte Bau durch Investoren.“ Darauf verweist Mag. Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Immobilien- und Vermögenstreuhänder. Der aktuelle Bauboom droht bereits, die ansässigen Bauunternehmen zu überfordern. Immer mehr bieten deshalb auch Unternehmen aus anderen Bundesländern und dem nahen Ausland ihre Dienste an. Der Auftragsdruck wirkt sich zudem

auch auf die Preise aus: Das Bauen wird teurer, weil auch Lohn- und Materialkosten der Preissteigerung unterworfen sind.

Grundstückspreise Die Nachfrage nach Baugrund hält an und das Sparbuch bringt nach wie vor kaum Zinsen. Deshalb gilt vielen Investoren der Kauf von Baugrundstücken als sichere Anlage, die laufend an Wert ge-

„Geringe Geschoßzahl und Baunutzungszahl führen zu höherem Bodenverbrauch.“ Mag. Günther Ammann Fachgruppenobmann der heimischen Makler

Bodenverbrauch. Statt Geschoß- und Baunutzungszahl anzuheben, wird oft weiter über den Siedlungsrand hinaus umgewidmet. FOTO: ALFONS KOPF

winnt. Die offiziell genannten Quadratmeterpreise werden in der Realität nicht selten erheblich überboten, ideale Lage und perfekter Zuschnitt eines Baugrundstückes vorausgesetzt.

Steuern und Gebühren Die Steuerreform von 2016 hat die Immobiliengeschäfte zusätzlich verteuert, auch die Gebühren steigen laufend an. „All diese zusätzlichen Kosten bleiben schlussendlich beim Nutzer hängen, also bei den Familien, die Wohnraum benötigen“, erläutert Fachgruppenobmann Mag. Günther Ammann. Er hofft für 2018 auf ein Einsehen der Politik. „Heuer waren erheblich weniger gebrauchte Wohnimmobilien auf dem Markt als 2016“, meint er in einem Rückblick. „Dafür ist allerdings das Neubausegment anhaltend stark.“ Geschosszahlen anpassen Für den Obmann der heimischen Immobilienmakler ist es hoch an der Zeit, dass Gemeinden ihre Raumplanungsziele überdenken. Ammann: „Nach wie vor gelten strenge Baunutzungszahlen und Geschoßzahlen. Viele Gemeinden wünschen sich immer noch möglichst flache Bauten. Die Folge ist ein hoher Flächenverbrauch.“ Ebenso wird an „Insellösungen“ festgehalten, also an landwirtschaftlich genutzten Flächen mitten in Wohngebieten. „Diese Inseln zu nutzen ist sinnvoller, als Umwidmungen außerhalb der Siedlungsgrenzen anzudenken.“ Diese Themen gehören für Mag. Ammann flexibel und rascher in Angriff genommen. Gewerbe an der Autobahn Ein wichtiges Anliegen sind geeignete Gewerbegebiete nahe von Vollanschlüssen entlang der Autobahn. „In diesem verkehrsnahen Bereich ist eine landwirtschaftliche Nutzung kritisch zu sehen und das Gewerbe benötigt geeignete Flächen.“ Industrie und Gewerbe suchen dringend nach geeigneten Flächen, wie Mag. Günther Ammann weiß.


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