Wirtschafts- und Finanzjahr 2019 Neue Impulse fßr den Standort Vorarlberg Weltwirtschaft entwickelt sich im Jahr 2019 langsamer Blockchain verändert Banken- und Energiesektor
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Wirtschafts- und Finanzjahr 2019 Vorarlberger Nachrichten
Unternehmer sein bedeutet Chancen ergreifen.
Um uns Unsicherheit Der heutige Tag markiert den offiziellen Beginn des Wirtschaftsjahres 2019. Die Kapitäne der Vorarlberger Wirtschaft haben ihr Winterquartier am Arlberg verlassen, man trifft sich heut’ Abend hochkarätig beim Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung. Die Zeit der Wohlfühl-Empfänge ist bei den Industriellen jedenfalls vorbei – man sieht den Pflichttermin sehr programmatisch, prägte vor zwei Jahren provokant das Wort „Mittelmaß“. Auch heute machen sich Unternehmer Sorgen um Vorarlberg. Natürlich muss man mit etwas Distanz auch in den Chefetagen eingestehen, dass dies ein Jammern auf hohem Niveau ist. Es scheint jedoch tatsächlich, als entwickle sich die Konjunktur im angebrochenen Jahr nicht wunschgemäß. Eintrübungen sind sichtbar. Logistiker wissen, dass es nicht mehr so brummt, wie wir alle das gern hätten. 2019 ist das Jahr, in dem alles möglich ist. Das Zinsniveau steigt wieder, damit auch das Risiko, wenn Investitionen danebengehen. Trump, Putin, China: wir leben die Unsicherheit. Nicht zwingend in Vorarlberg, aber weltpolitisch – und an den Börsen sowieso. Bei der VN-Wirtschaftsreise ins Silicon Valley haben 30 Vorarlberger Unternehmerinnen und Unternehmer Ende 2018 aus nächster Nähe erfahren, wie wichtig das ständige Sich-neuErfinden ist – mindestens genau so wichtig wie die Bereitschaft, Risiko einzugehen. Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Wirtschaften im Jahr 2019 und dass wir alle nicht zu zufrieden sind.
DIE BANK FÜR UNTERNEHMER In Chancen denken, bewusst handeln.
Herzlichst, Ihr
Inhalt 04 „Neue Impulse für den Standort Vorarlberg“ 05 „Jetzt ist die Zeit des Säens“ 05 Wesentliche Weichenstellungen 06 Reformen vorantreiben 06 „Eine funktionierende EU ist essenziell“ 08 Vorarlberg in Zahlen 10 Ölpreis könnte mittelfristig steigen 12 Exportentwicklung 14 „Die Unruheherde werden nicht eskalieren“ 16 Börsenentwicklung 18 Chancen und Risiken 19 Digitalisierung schreitet voran 20 Vorarlberger Handel setzt Fokus auf Ausbildung 22 Wachstum stabil, aber langsamer 24 Zentrale Themen 2019: Fachkräfte und Digitalisierung 26 Regionales Banking bedeutet eine Beziehungsebene 27 2019 wird nicht weniger herausfordernd 28 Die Zukunft
Warum können wir uns in Sie hineinversetzen? Weil auch wir Unternehmer sind und wie Sie agieren: als Stratege und Macher, als Entscheider und Fachmann, als Bewahrer und Innovator.
Gerold Riedmann, VN-Chefredakteur
30 Auch 2019 ist Boden für das Handwerk golden
Ein exzellenter Ruf, Klarheit ohne Umwege und ein Betreuungsteam, das Ihr Geschäftsmodell versteht. Das macht uns zur idealen Hausbank für eigentümergeführte, exportorientierte Mittelstandsbetriebe. Ihrem Erfolg verpflichtet. Unserem Weg verbunden. Seit 115 Jahren. btv.at/firmenkunden IMPRESSUM Verleger (Medieninhaber) und Hersteller: Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstr. 1, 6858 Schwarzach | Redaktion: Ernest F. Enzelsberger, Andreas Scalet | Texte: Ernest F. Enzelsberger, Andreas Scalet, Wirtschaftskammer Vorarlberg | Grafik: Johanna Zaremba, Claudia Gölz | Infografik: Matthias Klapper | Fotos: Roland Paulitsch, Serra, Markus Gmeiner, www.fasching.photo, Jakob Glaser, Oliver Lerch, Lukas Hämmerle, Voguespot.at/Valeri Angelov, Frank Helmrich, Thomas Schrott, Matthias Weissengruber, SFH Bildkommunikation, Marcel Hagen, Marcel A. Mayer, Dietmar Stiplovsek, Philipp Steurer, Walser, Adolf Bereuter, Servus, Hirschmann, Vorarlberg Tourismus Sepp Mallaun/Florian Strigel, Ludwig Berchtold, Shutterstock | Anzeigenberatung: Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstr. 1, 6858 Schwarzach, Telefon 05572 501-0, Fax 05572 501-145 | Erscheinungstag: Montag, 7. Jänner 2019
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„Neue Impulse für den Standort Vorarlberg“
Für 2019 kündigt LH Markus Wallner neue Investitionen in den Standort an.
„Jetzt ist die Zeit des Säens“
Wirtschaftskammer mahnt höhere Geschwindigkeit bei Zukunftsthemen ein. Das vergangene Jahr war für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg von Erfolg geprägt. Die Wirtschaftsleistung ist gestiegen, die Exporte noch höher als 2017, die Arbeitslosenzahlen auf Rekordtief. Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Hans Peter Metzler, ist 2019 das entscheidende Zeitfenster, um sich für die Zukunft zu rüsten. Sich auf Erfolgen auszuruhen, komme jetzt nicht in Frage, „jetzt ist die Zeit des Säens, nicht des Erntens“, bringt er den von der Unternehmervertretung der Wirtschaft initiierte „Dis.kurs Zukunft“ auf den Punkt. FELDKIRCH
Bildung und Digitalisierung Die Themen, die das Land stärken sollen, sind bekannt: Bildung, Digitalisierung, Automatisierung. Allerdings soll es, so Metzler, schneller gehen. Die Veränderungen finden heute schneller statt, sie sind vielfältiger. Wir brauchen darauf die richtigen Antworten“, mahnt der
Landeshauptmann Wallner: „Um den hohen Lebensstandard halten zu können, ist es aber weiterhin notwendig, in den Standort zu investieren.“ STANDORT Vorarlbergs Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Zwischen 2008 und 2016 lag das Wachstum unserer Wirtschaft gegenüber der Österreichischen mit 27,1 % um über ein Viertel höher. In den vergangenen fünf Jahren lag das Entwicklungstempo in Vorarlberg dann sogar um ein ganzes Drittel höher als jenes in Österreich. Es übertraf damit sogar die meisten Regionen Europas. Um den hohen Lebensstandard, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Wohlstand halten zu können, ist es aber weiterhin notwendig, in den Standort zu investieren. Dementsprechend wurden die Schwerpunkte der Regierungsarbeit für das Jahr 2019 wieder gezielt auf die Weiterentwicklung der Wirtschaftsförderung, auf die aktive Arbeitsmarktpolitik und den Ausbau der Infrastruktur im Land gelegt. Investitionen in die Infrastruktur werden auch im nächsten Jahr wieder eine wichtige Rolle spielen und so werden im Hochbau knapp 53 Millionen Euro investiert. Starke Wirtschaftsräume benötigen aber auch leistungsfähige Ver-
kehrswege. Eine optimale Mobilität von Personen und Gütern sind deshalb die Schlüsselkriterien eines funktionierenden Lebensraumes und einer funktionierenden Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund war die Eröffnung des Güterbahnhofes in Wolfurt im letzten Jahr ein wichtiger Meilenstein. Mit den beginnenden Hauptarbeiten der A14-Anschlussstelle BludenzBürs steht im nächsten Jahr ein weiteres zentrales Projekt vor der Realisierung.
Schwerpunkt Digitalisierung Ganz entscheidend für unseren Standort bleibt der Umgang mit der Digitalisierung. Mit der Präsentation der Digitalen Agenda, dem Spatenstich der Postgarage in Dornbirn, der Eröffnung der Digital Factory an der FH und der Präsentation des Digitalen Campus sind uns hier im vergangenen Jahr wichtige Durchbrüche gelungen. Die Präsentation eines langfristigen Ausbauplanes für den Campus V und der MINT-Strategie sind weitere Schwerpunkte für das nächste Jahr. Mit der Novellierung des Raumplanungs- und
Grundverkehrsgesetztes ist uns auch in der Raumplanung ein wichtiger Durchbruch gelungen. Noch nie war es so nötig wie heute, die vielfältigen räumlichen Ansprüche gut zu koordinieren und dabei den Blick auf das Ganze zu wahren. Mit der Präsentation des Planungsleitbildes „Raumbild Vorarlberg 2030“ steht hier ein weiterer wichtiger Punkt vor der Umsetzung.
Marke Vorarlberg im Fokus Auch die Marke Vorarlberg bleibt einer unserer Schwerpunkte. Dabei geht es darum, unsere Lebensart zu einer Vorarlberger Identität zu verdichten und der Mentalität Ausdruck zu verleihen. Wir wollen festhalten, wofür Vorarlberg steht. Wir rücken nach innen enger zusammen und stärken unser Erscheinungsbild nach außen. Die Spitzenleistungen werden sichtbar gemacht. So ein Prozess dauert aber, eine Marke entsteht nicht über Nacht. Aber auch hier gilt, dass der Weg auch das Ziel ist und ich bin sicher, dass hier der Standort und somit wir alle stark davon profitieren werden.
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Wirtschaftskammer-Präsident, der zwar einen höheren Takt einfordert, aber dennoch auf Qualität der Diskussion wie der Maßnahmen setzt. Und er betont, dass die Maßnahmen auf einer breiten Basis erfolgen sollen.
Miteinander der Sozialpartner „Deshalb setzen wir auf Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, der Landesregierung und der Zivilgesellschaft“, etwa bei der Bildung: Neben weiteren Anstrengungen um die duale Ausbildung zu stärken und ihr Image zu verbessern, will Metzler auch eine stärkere Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten in der Region. Vorarbeiten dazu seien bereits im Gange, nun komme es wie bei allen Zukunftsthemen auf das „Tun“ an. Das gilt auch für die Digitale Agenda, die „klarer, eindeutiger, mutiger“ vorangetrieben werden soll, um das gute Standing des Standortes weiterhin zu gewährleisten.
WK-Präsident Hans Peter Metzler: „Die alte Welt weiß gar nicht wie neu die neue Welt ist.“
Die Wirtschaftkammer als Unternehmervertretung gehe dabei voran, verspricht er. „Geredet ist genug, jetzt müssen wir umsetzen.“ Die ersten Zwischenergebniss des „Dis.kurs Zukunft“ werden Ende Jänner präsentiert.
Wesentliche Weichenstellungen
Politisch wird das Jahr 2019 ein sehr aktives Jahr für Vorarlberg. Neben der Europawahl im Mai werden im Herbst mit der Landtagswahl wesentliche Weichenstellungen für die Zukunft unseres Landes vorgenommen. Vorarlberg hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt, es zählt zu den Top-Wirtschaftsregionen Europas und trotz einiger Herausforderungen in verschiedenen Bereichen gehe ich davon aus, dass diese positive Entwicklung anhalten wird.
Exportrekord So startet das Jahr gleich mit einer erfreulichen Meldung zum Exportvolumen. Die Vorarlberger Wirtschaft konnte die Exporte weiter steigern und einmal mehr die hervorragende Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten mit einem Volumen von rund 5,2 Mrd. Euro bzw. +1,8 % bestätigen. Positive Entwicklungen gibt es auch am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,4% auf den niedrigsten Wert seit 15 Jahren gesunken, gleichzeitig
waren im Dezember 2018 169.000 Personen in unselbstständiger Beschäftigung, was einen Rekord darstellt. Kurz vor Jahresende veröffentlichte die Statistik Austria noch einen Bericht, wonach die Vorarlberger über die höchsten Pro-KopfEinkommen österreichweit verfügen.
Qualifizierung und Digitalisierung Die Kennzahlen belegen die hervorragende wirtschaftliche Ausgangssituation und markieren gleichzeitig Herausforderungen. Eine boomende Wirtschaft braucht Fachkräfte, um weiterhin erfolgreich zu sein. Hier benötigen wir eine höhere Zahl an qualifizierten Personen, gleichzeitig bedingen Veränderungen wie die Digitalisierung inhaltlich Anpassungen, Flexibilität und mehr Geschwindigkeit. Das Land Vorarlberg hat gemeinsam mit den Sozialpartnern, dem AMS, der Fachhochschule und weiteren Partnern im Rahmen der Digitalen Agenda Vorarlberg bereits zahlrei-
Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser
che Projekte, wie z. B. die Digitale Factory, den Digitalen Campus, Chancenland 2.0 oder die Postgarage, vorbereitet und initiiert, um auf künftige Anforderungen bestens vorbereitet zu sein. 2019 werden wir weiterhin intensiv an der Umsetzung arbeiten und Vorarlberg zukunftsfit halten.
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Reformen vorantreiben Digitalisierung und Entbürokratisierung.
Bundesministerin Margarete Schramböck
Die österreichische Wirtschaft präsentierte sich im abgelaufenen Jahr sehr solide: die Auftragsbücher unserer Unternehmen sind voll, wir verzeichneten das höchste reale Wachstum seit Jahren und die privaten Konsumausgaben im Inland stiegen ebenso wie die Exporte. Wir haben also allen Grund, erwartungsvoll auf das Jahr 2019 zu blicken. In diesem wollen wir mit demselben hohen Tempo Reformen vorantreiben, wie wir das 2018 gemacht haben. Am 1.Jänner 2019 trat das Standortentwicklungsgesetz in Kraft, das erstmals zeitgerechte standortrelevante Verfahrensentscheidungen sicherstellt und Österreich für Investoren deutlich attraktiver macht. Damit der Standort langfristig floriert, braucht es auch eine Lösung für den Fachkräftemangel. Bereits im vergangenen Jahr haben wir deshalb eine breite Fachkräfteoffensive gestartet und unter anderem damit begonnen das
Lehrberufsangebot zu modernisieren. In diesem Prozess sollen bis Ende 2019 alle Lehrberufe an den heutigen Anforderungen gemessen, und um digitale Inhalte ergänzt werden. Weitere spannende Angebote wie Digital Innovation Hubs für KMUs oder Digitale Bootcamps in der beruflichen Aus- und Weiterbildung werden Expertise in Digitalisierungsfragen direkt in unsere Unternehmen bringen. Entscheidend wird neben den Leistungen unserer Unternehmen auch unsere Leistung im Bereich der Entbürokratisierung und des E-Governments sein. Kernstück ist hier die Serviceplattform oesterreich.gv.at, über die bereits ab März wichtige elektronische Behördenwege möglich sein werden. Margarete Schramböck Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
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Der Vorarlberger IV-Präsident Martin Ohneberg geht von einer Normalisierung im Potenzialwachstum aus. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg im Jahr 2019? OHNEBERG 2018 hat die Industrie rund 70 Prozent der Konjunktur getragen und das wird sich auch heuer nicht ändern. Allerdings gibt es Anzeichen, dass das Tempo nachlässt. Wir gehen daher von einer Normalisierung des österreichischen Potenzialwachstums aus. Wie wirken sich die internationalen Krisenherde auf die wirtschaftliche Stabilität Vorarlbergs aus? OHNEBERG Stark, denn wir sind ein sehr exportorientiertes Land. Daher ist eine funktionierende Europäische Union für uns essenziell. Die EU ist derzeit umgeben
von einigen Krisenherden und wir leben in volatilen Zeiten: sei es die nach wie vor ungelöste Situation in der Ukraine mit Russland, die Situation in Nordafrika und im Nahen Osten oder der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Und zudem haben wir innerhalb der EU große Herausforderungen, wenn wir beispielsweise an den Brexit, die Budgetsituation in Italien und die anhaltenden Unruhen in Frankreich denken. Daher kann die Devise 2019 für uns nur lauten: positiv, proeuropäisch, mutig und weltoffen nach vorne. Wir brauchen ein geeinigtes, starkes und mit einer Stimme sprechendes Europa. Ebenso brauchen wir viele, qualitativ hochwertige Freihandelsabkommen. Bleibt der Fachkräftemangel eine drängende Herausforderung für die Industrie? OHNEBERG Ja. In einigen Regionen Österreichs ist es fast unmöglich, zusätzliches geeignetes Personal zu bekommen. Vorarlberg gehört insbesondere bei den technischen Berufen schon länger dazu. In Vorarlberg wurde mit der neuen Mar-
Foto: Fa. Kunz Entgeltliche Einschal altu ltung u des Landes Vorarlberg
„Eine funktionierende EU ist essenziell“ kenpositionierung mit dem Ziel „2035 ist Vorarlberg der chancenreichste Lebensraum für Kinder“ etwas angestoßen, das uns nachhaltig helfen kann. Doch dazu müssen die vielen Initiativen gebündelt, konkrete Projekte und echte Leuchtturmprojekte umgesetzt werden.
Export sichert Beschäftigung
Vorarlberg ist Exportland Nr. 1 in Österreich. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1994 hat sich die Exportleistung von 2,7 Mrd. Euro auf 10 Mrd. Euro erhöht. In diesem Zeitraum hat auch die Anzahl der Arbeitsplätze um 31.000 zugenommen. www.vorarlberg.at/wirtschaft
IV-Präsident Martin Ohneberg
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Vorarlberg in Zahlen
Vorarlbergs Wirtschaft wächst seit Jahren über dem österreichischen Durchschnitt. Die Leistungen der Vorarlberger Unternehmen werden durch die statistischen Daten eindrucksvoll belegt.
Lehre in Vorarlberg 7143 Jugendliche machten 2017 eine Lehre, um ins Berufsleben zu starten. Damit setzt sich der Aufwärtstrend nach einem mehrjährigen Rückgang nach dem Höchstand mit 8118 Lehrlingen im Jahr 2011 fort. Die Lehre liegt wieder im Trend, ein Verein „Lehre in Vorarlberg“ soll ab heuer diese Aufwärtstendenz unterstützen.
Die gute Performance der Vorarlberger Wirtschaft zeigt sich am Arbeitsmarkt: 169.000 Menschen arbeiten in Vorarlberger Firmen. So viele wie noch nie.
Tourismus im Hoch Noch nie kamen so viele Sommergäste nach Vorarlberg wie im Jahr 2018. Zwischen Mai und Oktober wurden 1,24 Millionen Urlauber gezählt, die insgesamt 4,02 Millionen Übernachtungen buchten. Bei den Gästen bedeutet das einen Rekord, bei den Übernachtungen ebenfalls einen Platz im Spitzenfeld. Das letzte Mal, dass hier die Vier-Millionen-Grenze überschritten wurde, liegt schon lange zurück. Konkret war es im Jahr 1992.
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mit sich bringt. Steigen Zinsen und Anleiherenditen an, wird der Kauf von Gold gegenüber Anleihen weniger attraktiv, der Goldpreis dürfte in einem solchen Umfeld fallen oder bestenfalls gleichbleiben. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Gold mit einem Anstieg des US-Dollar gegenüber anderen Währungen. Ein stärkerer US-Dollar wirkt sich daher normalerweise dämpfend auf den Goldpreis in US-Dollar aus. Als reale Anlageklasse findet Gold als Absicherung gegenüber einer hohen Inflation Anwendung und in Zeiten erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten oder geopolitischer Krisen profitiert Gold oft von seinem historischen „Sicherer Hafen“-Status. Der Goldpreis verhält sich normalerweise anders als andere Anlagenklassen, sprich, er weist eine geringe oder negative Korrelation mit anderen Anlageinstrumenten auf. Zuletzt war die Nachfrage aus wichtigen Gold(-Schmuck)Ländern, wie Indien und Türkei rückläufig. Dazu kommt, dass trotz der schwächeren Nach-
Ölpreis könnte mittelfristig steigen Die Welt blickt gebannt auf die internationalen Rohstoffmärkte. Denn die Preisentwicklung der wichtigsten Rohstoffe ist ein wichtiger Einfluss faktor für die Weltkonjunktur.
Die VN sprachen darüber mit Jürgen Rupp, Wertpapier- und APM-Consulting bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. Hier seine Einschätzung. SCHWARZACH
Der Ölpreis Die OPEC-Mitgliedsstaaten sowie zehn weitere NichtOPEC-Produzentenländer haben sich im vergangenen Dezember nach langwierigen Verhandlungen bei ihrem Treffen in Wien auf eine Förderkürzung in Höhe von 1,2 Millionen Fass pro Tag verständigt. Die Umsetzung sollte mit Jahresbeginn 2019 erfolgen. Da als Basis für die Kürzung die Fördermenge von Oktober herangezogen wird, strebt die OPEC somit für die nächsten Monate eine Gesamtförde-
rung in Höhe von 31,7 Millionen Fass pro Tag an. Vergleicht man diese Zahl mit dem von der Internationalen Energieagentur für 2019 erwarteten OPEC-Ölbedarf in Höhe von 31,3 Mio. Fass pro Tag würde sich für das nächste Jahr ein im Schnitt immer noch mit rund 400.000 Fass pro Tag überversorgter Ölmarkt ergeben. Hierin sind allerdings zwei Dinge nicht berücksichtigt. Zum einen spricht so manches dafür, dass die Ölexporte des Irans sowie die Ölförderung in Venezuela im nächsten Jahr weiter zurückgehen werden. Zum anderen hat die Regierung in der kanadischen Ölprovinz Alberta vor einer Woche ihre Ölunternehmen dazu verpflichtet, ihre Ölförderung mit 1. Jänner 2019 aufgrund
von Kapazitätsproblemen zu reduzieren. Da diese beiden angeführten Punkte in dem von der IEA prognostizierten OPEC-Ölbedarf für 2019 nicht berücksichtigt sind, ist der verlautbarte Beschluss der OPEC-Mitgliedsstaaten durchaus eine Maßnahme, die sowohl die zuletzt verzeichnete Talfahrt beim Ölpreis stoppen als auch mittelfristig wieder zu einem Anstieg auf zumindest 70 US-Dollar pro Fass Brent führen sollte. Derzeit steht das Fass Brent bei einem Preis von 61 US-Dollar und verlor 2018 um neun Prozent an Wert.
Entwicklung beim Gold Der Goldpreis hat im Jahr 2018 um rund sechs Prozent nachgegeben. Gold ist eine Anlage, die keine laufenden Zinsen
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frage weiterhin sehr viel Gold produziert wird. Produktionssteigerungen in Kanada, Indonesien und Russland erhöhten das Angebot laut World Gold Council fast auf Rekordniveau. Kurzfristig birgt am ehesten ein ausufernder Handelskrieg oder eine politische Krise eine Chance für einen höheren Goldpreis. Mittelfristig lasten aber weitere US-Zinsanhebungen und generell eine weniger expansiv werdende Geldpolitik auf dem Goldpreis. Der Goldpreis sollte, sobald der nächste US-Konjunktureinbruch absehbar ist, eine gute Diversifizierung für das Portfolio darstellen.
Rallye beim Palladium Während sich der Goldpreis konsolidiert, befindet sich Palladium im Rallye-Modus. Ein Defizit auf dem Weltmarkt hat dafür gesorgt, dass der Palladiumpreis deutlich gestiegen ist. Diesen Dezember notierte Palladium erstmals seit 16 Jahre sogar höher als der Goldpreis. Der Palladiumpreis stieg 2018 um 15 Prozent. Der Palladiummarkt ist klein und wird von wenigen Play-
ern beherrscht. Die Nachfrage stammt mit 75 Prozent vor allem aus der Autoindustrie. Dort wird Palladium bei Katalysatoren eingesetzt. Dass Palladium ausgerechnet jetzt eine derartige Rallye auf das Parkett legt, ist überraschend, denn Elektroautos benötigen keinen Katalysator. Doch offensichtlich geht der Wechsel von Benzin- zu E-Autos doch nicht so schnell vonstatten, wie einige dachten.
Unterstützung für Silber Silber war 2018 das Edelmetall mit der schwächsten Performance. Der Silberpreis gab seit Jahresanfang um 15 Prozent nach. Auslöser für den Abwärtstrend waren der starke Dollar, die wieder angestiegenen US-Zinsen auf Anleihen, die Unsicherheit bezüglich der chinesischen Wirtschaft und schlicht und einfach eine niedrigere Nachfrage im Schmuckbereich. 2019 sollte der Silberpreis wieder etwas Unterstützung erhalten. Ein erwartet schwächerer US-Dollar und die tendenziell sinkenden Zinsen bei den US-Anleihen sollten unterstützen.
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Exportentwicklung
Die VN fragten die österreichischen Wirtschaftsdelegierten in den wichtigsten Vorarlberger Abnehmerländern.
Mag. Andreas Haiden thaler in München Weiterhin gute Chancen in Süddeutschland. Rot-weiß-rote Erzeugnisse sind in Bayern und Baden-Württemberg äußerst beliebt. Mehr als die Hälfte aller österreichischen Exporte nach Deutschland gehen in diese beiden Bundesländer. Auch für 2019 stehen die Chancen gut. Irritationen sind allenfalls von internationaler Seite (Handelsstreitigkeiten) zu befürchten, die den deutschen Exportmotor und damit auch die österreichische Wirtschaft einschränken könnten. Ansonsten bleiben die Perspektiven gut, der – nötige – Ausbau der Infrastruktur und die Umbrüche in der Automobilbranche bleiben hier die Treiber der Entwicklung.
Mag. Manfred Schmid in Zürich Nach +2,7 Prozent für 2018 wird für 2019 ein schwächeres Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert. Die Schweiz bleibt stark aufgestellt. Vollbeschäftigung, sinkende Staatsverschuldung und hohe Leistungsbilanzüberschüsse wird es auch 2019 geben. Konjunkturrisiken gibt es aber: Ein Aufflackern der Schuldenkrise brächte den Franken unter Aufwertungsdruck, eine Zinswende der EZB bedroht eine sanfte Landung des überhitzten Immobilienmarkts. Spannend bleibt, ob und wie die Schweiz ihr Verhältnis mit der EU regelt. Dieses könnte Erleichterungen für die Vorarlberger Unternehmen im Dienstleistungsexport bringen.
Mag. Gudrun Hager in Mailand Das Außenwirtschafts Center Mailand greift die positiven Entwicklungen im Jahr 2018 (Steigerung der Exporte von Österreich nach Italien um über 8,0 Prozent) auf und bietet eine Reihe innovativer Serviceleistungen. Ein Highlight ist die österreichische Designausstellung im Rahmen des Salone del Mobile in Mailand im April 2019, ein Event, das die Stärkefelder der Vorarlberger Wirtschaft anspricht. Wirtschaftsmissionen zu Zukunftsthemen wie Future of Fashion, Product Design oder Industrial Upgrading bieten Vorarlberger Unternehmen weitere Chancen, sich mit potenziellen italienischen Geschäftspartnern vor Ort zu vernetzen.
Mag. Christian H. Schierer in Paris Bereits über 40 Vorarlberger Firmen haben eine Niederlassung in Österreichs drittwichtigsten Exportmarkt. Der starke Anstieg in den meisten Exportbranchen sowie der hohe Exportüberschuss sind Beleg dafür, dass vor allem Vorarlberger Unternehmen wieder große Exportchancen in der zweitwichtigsten Volkswirtschaft Europas wahrnehmen. Der Maschinen- und Anlagenbereich, aber auch Design aus Vorarlberg haben hohes Wachstumspotenzial. Vor allem die anstehenden Investitionen im Anlagenbereich, aber auch der Infrastruktur (Olympia 2024 und Europas größtes Stadtentwicklungsprojekt „Grand Paris“) bieten enorme Chancen.
Mag. Michael Friedl in New York Im Jahr 2018 könnten die österreichischen Ausfuhren in unseren zweitwichtigsten Exportpartner USA zum ersten Mal die ZehnMrd.-Euro-Schranke durchbrechen. Das Wirtschaftswachstum von etwa drei Prozent 2018 wird sich heuer auf etwa zwei Prozent verlangsamen. Dennoch wird in Industrieanlagen und den Ausbau von Produktionsstätten investiert, auch auf Grund der protektionistischen Handelspolitik. Vorarlberger Unternehmen erweitern ihre Niederlassungen oder bauen eigene Produktionsstätten auf. Langfristig werden die USA auf jeden Fall einer der wichtigsten Überseepartner für die innovative Vorarlberger Industrie sein.
Dr. Christian Kesberg in London Jede Vorschau auf Exportentwicklungen 2019 bleibt angesichts der Unsicherheit über den Ausgang des Brexit-Dramas reine Spekulation. Ein chaotischer Abgang der Briten würde das Liefergeschäft verteuern und erschweren und langfristig Potenzial kosten. Kurzfristig könnten Hamsterkäufe in den ersten drei Monaten des Jahres gegenwirken. Insgesamt bleibt aber die Kirche im Dorf und das Vereinigte Königreich auch nach einem Chaos-Brexit die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas. Vorarlberger Nischenanbieter, die vielfach über Niederlassungen stabil am Markt verankert sind, werden auch in Zukunft gutes Geld mit den Briten verdienen.
Mag. Jürgen Schreder in Budapest Die Wirtschaft Ungarns wächst und wächst, 2018 sogar um mehr als vier Prozent, vor allem dank erheblicher Mittel aus den EU-Fördertöpfen. Sollte sich die Ankündigung aus Brüssel, dass Ungarn in der neuen Finanzperiode um ein Viertel weniger Geld bekommt, bewahrheiten, dann bekommt das Land ein Problem. Weiteres Ungemach könnte der ungarischen Wirtschaft durch die Entwicklung am Arbeitsmarkt drohen. Immer öfter können Unternehmen keine Aufträge mehr annehmen, weil ihnen die Arbeitnehmer fehlen. Der niedrigste Unternehmenssteuersatz sowie Förderungen locken weiterhin viele ausländische Investoren an.
Dr. Martin Glatz in Peking Handelspolitische Unsicherheiten und eine größere Vorsicht bei der Vergabe von Krediten werden 2019 für ein verhalteneres Wachstum der chinesischen Wirtschaft sorgen. Die österreichischen Exporte in das Reich der Mitte werden als Folge daraus weniger stark steigen. Die Dynamik in bestimmten Sektoren, z. B. im Sport-, Freizeit- und Lifestylebereich, der Industrieautomation, bei Umwelttechnologien oder bei Kooperationen auf Drittmärkten, scheint aber ungebrochen. Vorarlberger Unternehmen werden davon profitieren. Die anhaltende Reiselust wird für anhaltend hohe Nächtigungen chinesischer Touristen im Ländle sorgen.
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US-Dollar und Franken dürften sich abschwächen.
SCHWARZACH „Nachdem sich der Kurs des
Euro im ersten Quartal 2018 überwiegend in einer Spanne von 1,22 US-Dollar bis 1,25 US-Dollar bewegt hatte, begann der USDollar ab April kontinuierlich zu steigen und erreichte im Dezember die Marke von 1,13 US-Dollar. Der Grund lag darin, dass die Marktteilnehmer begannen, guten US-Konjunkturnachrichten mehr Gewicht beizumessen.“ So im Gespräch mit den VN Prokurist Roland Rupprechter MBA, CPM, Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg Bank AG.
Sorgen um Italien Und er fährt fort: „Die einsetzende EuroSchwäche wurde zudem durch Sorgen um Italien sowie die Stabilität der deutschen Bundesregierung und die Furcht vor einer allgemeinen Zuspitzung des Handelskonflikts mit den USA befeuert. Während die Europäische Zentralbank (EZB) nach unserer Prognose ihren Satz für die Einlagefazilität nicht vor September 2019 anheben wird, erwarten wir, dass die Fed ihr Zielband für den Tagesgeldsatz bis Ende 2019 auf 3,00 Prozent bis 3,35 Prozent her-
aufschleusen wird. Damit sollte noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein.“
Vorerst zinsbedingter Aufwärtstrend Dementsprechend sollte sich der Renditevorteil von kurzlaufenden US-Staatsanleihen gegenüber ihren Pendants aus dem Euroraum weiter ausweiten und somit den US-Dollar stützen. Auch die Wirtschaftsentwicklung spricht für eine Aufwertung des US-Dollars. Die US-Wirtschaft befindet sich angesichts des kräftigen Wachstums im dritten Quartal 2018 auf Kurs, unsere Wachstumsprognose in Höhe von 2,9 Prozent für das Jahr 2018 zu erreichen und damit das Expansionstempo des Euroraumes hinter sich zu lassen. Die Aussicht auf Ausweitung des US-Zinsvorsprunges sollte dem US-Dollar auch Anfang 2019 eine Stütze sein. Die Experten der Hypo erwarten daher einen Eurokurs von 1,12 US-Dollar per Ende des ersten Quartals 2019. Rupprechter: „Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir aber nicht mit einer Fortsetzung der Dollarstärke, zumal sich das Expansionstempo der US-Wirtschaft 2019 verringern sollte.
Unsere Euro-Prognose per Jahresende 2019 liegt bei 1,16 US-Dollar.“ Auch der Schweizer Franken konnte 2018 gegenüber dem Euro nennenswert zulegen. Zwei Faktoren dürften dafür hauptursächlich gewesen sein. Zum Ersten ist dem Schweizer Franken angesichts einer Vielzahl an Unruheherden auf der Welt seine Rolle als sicherer Hafen zugutegekommen.
Leichte Aufwertung des Euro Insbesondere Euro-kritische Stimmen aus Italien haben die Sorgen vor einer erneuten Euro-Krise entfacht und somit den Euro gegenüber dem Franken geschwächt. Zum Zweiten ist das Expansionstempo der Schweizer Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte überraschend hoch ausgefallen. „Da wir jedoch in unserem Hauptszenario von keiner Eskalation der Situation an den Unruheherden der Welt ausgehen und zudem eine Verlangsamung des Schweizer Wirtschaftswachstums erwarten, prognostizieren wir eine leichte Aufwertung des Euro von aktuell 1,14 Schweizer Franken auf 1,16 Schweizer Franken per Ende 2019“, so Rupprechter abschließend.
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Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken birgt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger nach § 21 AIFMG“, der vereinfachte Prospekt sowie die wesentliche Anlegerinformation (KID) können Sie in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf den Webseiten www.erste-am.com bzw. www.ersteimmobilien.at abrufen.
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Entgeltliche Einschal altu ltung u des Landes Vorarlberg. Foto: A1 Telekom Austria AG, Wilfr fried r Sparr
„Die Unruheherde werden nicht eskalieren“
Zukunft Breitband
Ultraschnelles Breitband ist für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg ein wichtiger Standortfaktor. Im Zeitraum von 2015 bis 2018 wurden rund 70 Millionen Euro in den Breitbandausbau investiert. www.vorarlberg.at/digital
Börsenentwicklung
Die Weltwirtschaft dürfte sich im laufenden Jahr langsamer entwickeln als 2018. Dazu kommen viele politische Unsicherheiten wie der Brexit und die Lage in Italien. Deshalb rechnen Experten mit einer höheren Volatilität.
Die Weltwirtschaft hat im vergangenen Jahr ihren Höhepunkt erreicht und wird sich im Jahr 2019 schwächer, aber dennoch solide entwickeln. Eine erhöhte Schwankungsintensität an den Aktienmärkten ist in dieser sehr späten Phase des Wirtschaftszykluses, in der wir uns derzeit befinden, typisch. In diesem Umfeld bleiben Aktien weiterhin attraktiv. Die Bewertungsniveaus sind günstig und vor allem in Europa besteht ein starker Attraktivitätsvorsprung gegenüber Anleihen. Gegen Ende des Jahres 2018 wurden die existierenden Unsicherheiten und Datenschwächen an den Aktienmärkten bereits eingepreist.
Wenn sich also einige Herausforderungen, wie etwa die Handelsthematik, Brexit oder die Budgetplanung Italiens lösen lassen und sich die Weltwirtschaft unseren Erwartungen gemäß entwickelt, rechnen wir zumindest für das erste Halbjahr mit positiven Aktienmärkten. Große, tägliche Kursbewegungen und somit eine hohe Schwankungsintensität werden uns in diesem Jahr erhalten bleiben. Es gilt daher, vorsichtig und aktiv zu sein sowie Risiken und liquide Anlageklassen breit zu streuen.
Die globale politische Großwetterlage hat 2018 ihre Wirkung gezeigt. Die Wertentwicklung der meisten Anlageklassen war unbefriedigend. Die Experten der Erste Asset Management sehen Anzeichen, dass die Weltwirtschaft 2019 zwar einen etwas langsameren Gang einlegen wird. Insgesamt wird global betrachtet ein kräftiges Wachstum in Höhe von etwa 3,25 Prozent erwartet. Vor dem Hintergrund der gefallenen Aktienkurse und Notierungen bei Unternehmensanleihen sind die RenditeChancen für Anleger intakt. Mögliche Störfeuer könnten erneut zu höheren Schwankungen führen. Unterstützung kommt von der Zinsfront.
So lange die Inflation in den entwickelten Volkswirtschaften niedrig bleibt, haben die Zentralbanken den Spielraum, im Fall einer drastischen Verschärfung des Finanzumfeldes bei Zinsanhebungen zu pausieren. Im Euroraum war für die zweite Hälfte 2019 eine erste Zinsanhebung der EZB erwartet worden. Ob es dazu kommt, ist fraglich. Niedrige Zinsen, stabile Dividenden und ein robuster Ausblick auf die Unternehmensgewinne 2019 machen Aktien zur attraktivsten Anlageklasse.
Die globale Konjunktur dürfte gut in das laufende Jahr 2019 starten. Jedoch wird mit dem Auslaufen der positiven Effekte durch die US-Steuerreform, weiteren zu erwartenden Handelsrestriktionen und die Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik, die Weltwirtschaft im Verlauf des Jahres 2019 tendenziell abkühlen. Insbesondere in Europa gibt es mit dem noch immer ungewissen Ausgang des Brexit und der unsoliden italienischen Haushaltspolitik, Risiken, die sowohl die Finanzmärkte als auch die Konjunktur stärker belasten könnten. Eine eventuelle Einigung in den Handelskonflikten oder politischen
Angelegenheiten könnte jedoch durchaus auch zu positiveren Konjunktur- und Marktentwicklungen führen. Im Jahr 2019 werden die Aktienmärkte von einer Mischung aus restriktiverer Geldpolitik und schwächerer Weltkonjunktur belastet bleiben. Jedoch haben die Aktienmärkte teilweise ein schwächeres Konjunkturumfeld bereits eingepreist. Viele Investoren sind schon defensiver positioniert und die Aktienbewertungen sind deutlich attraktiver geworden.
Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender Bank für Tirol und Vorarlberg AG (BTV)
Ines Frei, Wertpapierspezialistin, Vorarlberger Sparkassen
Direktor Toni Trojer, Leiter Investment Banking, Raiffeisenlandesbank Vorarlberg
Im heurigen Jahr dürften sich ein positiver Fiskalimpuls, ein niedriger Ölpreis sowie die EZBGeldpolitik als Stützfaktoren erweisen. Für Verunsicherung sollten weiterhin der Brexit, der Handelsstreit und Italiens Haushaltspläne sorgen. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass das BIP 2018 in Europa nur um 1,5 Prozent zulegen wird. In Österreich sollten noch 2,0 Prozent erreicht werden. Der Handelskonflikt hat zuletzt eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Festnahme der Finanzchefin von Huawei hat an den Märkten neue Ängste um die sino-amerikanischen Handelsgespräche und weltweite Aktienverkäufe ausgelöst. Obgleich sich auch in
Euroland das Makro-Klima 2019 abkühlen dürfte, bestehen aufgrund niedriger Bewertungen und einer immer noch expansiven Geldpolitik der EZB wieder selektive Erholungschancen. Sehr schwierig dürfte es für Hochzinsanleihen werden. Hier sorgen schon heute die abnehmende Gewinndynamik bei Unternehmen sowie das auslaufende EZB-Anleihenkaufprogramm für Druck. Ein Stimmungsumschwung dürfte eine Entschärfung des Handelsdisputs zwischen Amerika und China voraussetzen.
Nach einem überraschend schwachen Jahr 2018 ist auch der Ausblick auf das kommende Börsenjahr 2019 mit vielerlei Herausforderungen und Hindernissen, aber auch Chancen, gespickt. Die Märkte haben in den letzten Wochen bereits viele negative Nachrichten und Ausgänge eingepreist. Nichtsdestotrotz dürfte besonders der Jahresstart herausfordernd werden, da dort Wendepunkte bei vielen politischen Entscheidungen bevorstehen und vorsichtigere Ausblicke vonseiten der Unternehmen den Märkten zusetzen könnten. Anleger sind gut beraten, ihr Portfolio auf eine erhöhte Schwankungsbreite der Märkte vorzubereiten. Gleichzeitig stellen
Anleihen nicht mehr den „sicheren Hafen“ der vergangenen Jahre dar – die Diversifikationsvorteile werden deutlich abnehmen und höhere Inflationsraten führen möglicherweise zu negativen Kursentwicklungen. Alternative InvestmentProdukte mit geringen Korrelationen zu Aktien und Anleihen sowie Gold stellen im kommenden Jahr unverzichtbare Portfoliobestandteile dar und sollten für nötige Stabilität im Portfolio sorgen. An den Aktienmärkten sollten US-Aktien ihre europäischen Pendants outperformen.
Wir befinden uns im 11. Jahr einer der längsten Börsenrallyes aller Zeiten, Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie der Brexit schicken ihre Schatten voraus. Was bedeutet das alles für die Anleger? Lassen Sie mich dazu zuerst einmal klarstellen, dass auch das Jahr 2019 der Euroraum von einer weiterhin guten Konjunkturentwicklung gekennzeichnet sein wird. Das Wirtschaftswachstum wird nur leicht von zwei Prozent 2018 auf 1,7 Prozent 2019 abnehmen. Erst 2020 wird die globale Abschwächung auf die europäische Wirtschaft spürbar durchschlagen. Aber wir befinden uns in der Spätphase des Wirtschaftszykluses, mit langsamen Anstiegen
bei Inflation und Renditen. Das Potenzial für Kurssteigerungen bei risikobehafteten Assets ist begrenzt, die Volatilität steigt. Trotz des sich etwas eintrübenden makroökonomischen Ausblicks befindet sich das Konjunkturumfeld nach wie vor auf einem soliden Niveau. Zudem erweist sich die Gewinnsituation der Unternehmen als robust. Angesichts der schwelenden Themenkomplexe, die jederzeit zu Volatilitätsschüben an den Börsen führen können, belassen wir unser Anlagevotum bei Aktien jedoch unverändert auf „neutral“.
Mag. Markus Praxmarer, Portfolio-Manager, Hypo Vorarlberg Bank AG
Betr. oec. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender, Volksbank Vorarlberg
Johannes Böhler, Landesdirektor Private Banking, UniCredit Bank Austria
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Chancen und Risiken
einer Reihe an Partnern aus der Wirtschaft forscht das Zentrum an durchgängig digitalisierten Wertschöpfungsketten in einer Modellfabrik, die selbst wieder über die Grenzen hinaus vernetzt ist. Zum Hotspot für Vorarlbergs Digital- und Start-up-Szene wird bis Mitte nächsten Jahres die Postgarage am Campus V umfunktioniert und unter anderem die neue, zentrale StartupAnlaufstelle Startupland Vorarlberg und die Plattform für Digitale Initiativen beheimaten. Soeben startete auch der Digital.Campus Vorarlberg als erste Plattform für digitale Berufe und für den Nachwuchs gibt es z.B. Code4Kids, das Volksschülern erste Programmierkenntnisse vermittelt. Daneben bringt die Plattform V Unternehmen zusammen, gemeinsam sollen neue Geschäftsmodelle entstehen.
Standort Vorarlberg mit guter Ausgangsposition für das Jahr 2019. SCHWARZACH, WIEN Mit einer soliden Inlandsnachfrage stellt sich die österreichische Wirtschaft 2019 der globalen Konjunkturverlangsamung entgegen. Das Wachstumstempo verringert sich jedoch von 2,7 auf 1,9 Prozent. Vorarlberg wird mit einem Plus um mehr als 2 Prozent eines der wachstumsstärksten Bundesländer sein. Das sollte einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote ermöglichen. Das Wirtschaftswachstum ist 2018 in Österreich auf 2,7 Prozent gestiegen. Der schwungvolle globale Handel hat die österreichischen Exporte beflügelt. Zusammen mit der von einer weiterhin kräftigen Investitionstätigkeit und der höchsten Konsumdynamik seit einem Jahrzehnt angetriebenen Binnenkonjunktur führte dies zum höchsten BIP-Anstieg seit der Erholung im Jahr 2011, unmittelbar nach der Finanzkrise. Wenn auch der Konjunkturhöhepunkt schon überschritten wurde und das Wachstumstempo aufgrund ungünstiger externer Einflüsse infolge verschärfter Finanzierungsbedingungen und (handels-) politischer Verunsicherungen bereits etwas nachgelassen hat, wird die österreichische Wirtschaft dennoch eine hohe Dynamik ins Jahr 2019 mitnehmen. Österreich begegnet der globalen Abschwächung mit einer soliden Binnennachfrage und wird mit einem BIP-Anstieg von fast 2 Prozent im kommenden Jahr die Wachstumsdynamik sowohl im Euroraum als auch in Deutschland übertreffen. Dabei wird der private Konsum eine entscheidende Rolle
übernehmen, wozu die weitere Verbesserung der Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent und die höhere Lohndynamik beitragen werden. Dennoch bleibt der Inflationsdruck überschaubar, zumal der Ölpreis die Teuerung in Österreich entlasten dürfte. Die Teuerung wird in Österreich auch 2019 durchschnittlich 2 Prozent betragen.
Platz im Spitzenfeld Der durchaus positive Ausblick für die heimische Wirtschaft wird allerdings von einer Reihe von Risiken überschattet. Dazu zählt neben dem Handelskonflikt zwischen den USA und China auch die Gefahr einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft nach einer zu starken Kreditausweitung. In Europa könnten wiederum politische Spannungen im Vorfeld der Europawahlen in einigen Ländern das Klima zusätzlich belasten. Nicht zuletzt der im März anstehende Brexit dürfte sowohl für Großbritannien als auch den Euroraum und Österreich wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen. Nachdem die Vorarlberger Wirtschaft 2018 mit einem geschätzten realen Wachstum von 2,9 Prozent im Bundesländervergleich im guten Mittelfeld landete, sollte das Plus im Jahr 2019 mit 2,3 Prozent wieder für einen Platz im Spitzenfeld reichen. Aufgrund einer relativ schwachen Entwicklung im Maschinenbau lief 2018 der Industriesektor etwas schwächer als in Gesamtösterreich. Für 2019 sollte die Industrie, angetrieben von der weiterhin ro-
busten Konjunktur in der Metallindustrie und Nahrungs- und Futtermittelindustrie ein reales Plus von 4 Prozent erreichen. Sie wird dabei von dem für Vorarlberg wichtigen Maschinenbausektor unterstützt, der wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Volle Auftragsbücher im Wohnungsbau werden dafür sorgen, dass das Jahr 2019 vor allem für den Vorarlberger Hochbau ein gutes Jahr wird. Im Dienstleistungsbereich werden 2019 die unternehmensnahen Dienstleister, der Tourismus und die Transportwirtschaft wie schon 2018 die treibenden positiven Kräfte für die Konjunkturentwicklung sein.
Erhöhte Risiken Die erhöhten geopolitischen Risiken könnten sich 2019 auch auf die Konjunktur im Ländle dämpfend auswirken. Im Falle eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU wären die negativen wirtschaftlichen Folgen in Relation zur Wirtschaftsgröße in Vorarlberg im Bundesländervergleich am größten. Die durch Exporte von Waren und Dienstleistungen ins Vereinigte Königreich induzierte Wertschöpfung beträgt in Vorarlberg etwa 280 Mio. Euro oder 1,6 Prozent des Regionalprodukts. Insgesamt hängen ca. 2800 Arbeitsplätze direkt und indirekt am Handel mit UK. Am Arbeitsmarkt ist für 2019 nur mehr ein leichter Rückgang der Arbeitslosenquote auf 5,3 Prozent nach 5,4 Prozent 2018 zu erwarten. Das ist die niedrigste Quote seit 2002.
Was die Zukunft bringt, erforschen Fachhochschüler und Start-ups in Vorarlberg.
Digitalisierung schreitet voran
Digitale Agenda als Instrument für die Wirtschaft. Die Digitalisierung gibt die technologische Richtung vor und kaum eine Branche wird sich davor entziehen können. Laut Universitäts-Professor Dr. Kurt Matzler, Eröffnungsredner des kürzlich in Bregenz stattgefundenen Summit Industrie 4.0 2018, wird es noch zehn bis 15 Jahre dauern, bis die Industrie durchgängig digitalisiert sein wird. Die Initiativen der nächsten drei bis fünf Jahre aber entscheiden darüber, wer Gewinner und wer Verlierer ist. Die Bedeutung des multidimensionalen Themas – gleich in welchem Bereich, ob Industrie, Tourismus, Gesundheitsbranche, Energiewirtschaft oder Bildungssektor – kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. DIGITALISIERUNG
Digitale Agenda – Umsetzung im Gange Auch Vorarlberg erhöht dabei das Tempo, abzulesen am Start umfangreicher Aktivitäten und Maßnahmen der im April dieses Jahres vorgestellten Digitalen Agenda Vorarlberg. Sie ist als Leitfaden für den Digitalisierungsprozess im Land konzipiert. Rasch, unbürokratisch/effizient und mög-
lichst gemeinsam ist die digitale Transformation anzugehen, sind neue technologische Möglichkeiten und Voraussetzungen auszuloten. Aufbauend auf den eigenen Stärken – deutlich sichtbar in der international wettbewerbsfähigen, vielfältigen Vorarlberger Wirtschaft – unterstützt die Digitale Agenda Projekte in unterschiedlichsten Bereichen, um die Potenziale und Chancen der Digitalisierung optimal zu nutzen, den Standort bestmöglich weiterzuentwickeln und lebenswert zu erhalten. Ein Blick auf den laufenden Umsetzungsprozess zeigt, dass bereits vieles im Gange ist. Eine Besonderheit fällt auf: Kooperationen nehmen bei uns eine tragende Rolle ein, denn hinter vielen Initiativen stehen oftmals Partnerschaften zwischen Institutionen, Unternehmen und einer Vielzahl privater Akteure.
Beispiele bedeutender laufender Projekte Als ein Leitprojekt definiert, wurde vor wenigen Wochen das sechste Forschungszentrum „Digital Factory Vorarlberg“ an der FH Vorarlberg eröffnet. Gemeinsam mit
Dynamischer Prozess Im neuen Jahr wird ein weiterer wesentlicher Punkt realisiert: Die Leitinitiative Digitalisierung, die sich um die Koordination und kontinuierliche Weiterentwicklung der Digitalen Agenda kümmert, wird ihre Arbeit aufnehmen. Damit steht auch ein konkreter Ansprechpartner für Fragen und Impulse zur Digitalisierung in Vorarlberg bereit. So dynamisch und ergebnisoffen sich der technologische Wandel vollzieht, so offensiv und agil soll die Digitale Agenda fortentwickelt werden. Im Fokus nächster Schwerpunkte liegen dabei Bildung und Fachpersonal. Die Richtung ist klar: Ziel ist es, auch diese Transformation erfolgreich zu meistern. So wie Vorarlberg bislang jeglichen Strukturwandel erfolgreich bewältigt hat. Denn Aufgeschlossenheit, eine überaus hohe Leistungsbereitschaft, starkes Engagement und die Lust auf Neues zeichnen die Vorarlberger Bevölkerung nach wie vor aus.
„Kooperationen nehmen bei uns in Vorarlberg eine tragende Rolle bei der Digitalisierung ein.“ Joachim Heinzl Geschäftsführer der WISTO Vorarlberg
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Vorarlberger Handel setzt Fokus auf Ausbildung
2019: Moderne Lehrlingsausbildung und Digitalisierung sind Top-Themen. HANDEL „Der Handel ist ein stabiler Arbeitgeber in der Region und eine wichtige Säule unseres Wirtschaftsstandorts. Der stetige Zuwachs an Beschäftigten ist zudem Qualitätskriterium“, erklärt KommR Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die über 6.560 Handelsbetriebe in Vorarlberg beschäftigen aktuell 20.800 Arbeitnehmer und bilden rund 1.100 Lehrlinge aus. Damit zählt der Handel zu den wichtigsten ausbildenden Branchen in Vorarlberg. „Deshalb legen wir den Fokus auch in diesem Jahr verstärkt auf die Themen Lehre und Ausbildung“, kündigt Spartenobfrau Fröwis an. Um Jugendliche zu einer Lehre im heimischen Handel zu motivieren, wurde Online, über Apps, Facebook und Snapchat eine Werbekampagne gestartet. Unter dem Motto „Eine Lehre im Handel. Mitten im Leben. Karriere machen“ stehen die Berufsausbildung und die Karrieremöglichkeiten im Handel besonders im Fokus.
Der Fachhandel im Land punktet mit Service und einem breiten Angebot wie bei Rädler Baustoffe.
„Digitaler Verkauf“ Ganz neu ist der Lehrberuf „ECommerce-Kauffrau/-mann“: Dieser Lehrberuf ist eine gute Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel und in das System der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe eingepasst. Die Absolventen können nicht nur Onlineshops aufbauen und betreuen, sondern auch Webanalysen zum Kaufverhalten durchführen sowie Schlüsse zur Optimierung der
Kundenorientierung ziehen. Es werden Statistiken erarbeitet, Datenbanken gepflegt und Berechnungen durchgeführt. „Insgesamt ein wirklich vielfältiger und zukunftsträchtiger Beruf “, weiß Spartenobfrau
in die Verkaufs- und Abwicklungsprozesse ein. Handel bedeutet Veränderung, wir sehen die digitalen Märkte nicht als Schreckgespenst, sondern als Chance. Mit unterschiedlichen Formaten bieten wir den Vorarlberger Händlern aktuelle und hilfreiche Tipps und Informationen dazu“, erklärt KommR Theresia Fröwis. Sie ist überzeugt, dass der stationäre Handel nicht an Bedeutung verlieren wird: „Die Digitalisierung ist eine Herausforderung, bietet aber
auch interessante Möglichkeiten, um etwa das Kunden- und Warenmanagement zu verbessern oder neue Kundengruppen zu erschließen. Der Handel lebt von Erlebnissen, Produkten zum Anfassen und dem persönlichen Austausch. Wenn also Qualität, Service und Kundenorientierung stetig angepasst werden, sich Unternehmer mit Herzblut und den besten Mitarbeitern ins eigene Geschäft einbringen, lohnen es die Kunden mit Zufriedenheit und Treue.“
„Unser Fokus liegt 2019 auf den Themen Ausbildung und Digitalisierung.“ KommR Theresia Fröwis Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg
Fröwis und verweist auch auf den Ausbildungsschwerpunkt „Digitaler Verkauf “, der als zusätzliches Angebot für Lehrlinge geschaffen wurde: „Mit diesen Angeboten wollen wir die Fachkräfte von morgen fit für die digitalen Herausforderungen machen, denn gut ausgebildete Mitarbeiter sind die beste ‚Visitenkarte‘ für ein Unternehmen.“
Immer mehr Technik Neben den Themen Lehre und Ausbildung zählt die Digitalisierung zu den Schwerpunkten im neuen Jahr: „Die digitale Transformation ist gerade im Einzelhandel sehr dynamisch. Neben neuen Betriebsformen und Erlebnishandel fließt immer mehr Technik
Der Vorarlberger Lebensmittelhandel, beispielsweise Kramers Spar, setzt auf regionale Produkte.
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Wachstum stabil, aber langsamer
Rund 40 Prozent der Wertschöpfung in Vorarlberg kommen aus der Industrie. INDUSTRIE Die Industrie ist der für den Wohlstand entscheidende Arbeitgeber im Land. Heute entfällt knapp die Hälfte der gesamten Industrieproduktion auf die Maschinen- und Metallverarbeitung. Der Anteil Vorarlbergs an der gesamtösterreichischen Industrieproduktion ist in Relation zur Bevölkerung (4,4%) betrachtet – in beinahe allen Branchen (die Werte liegen zwischen 2 und 20 Prozent) – überdurchschnittlich. Vorarlbergs Industrie ist mit vielen international erfolgreichen Unternehmen und den Mitarbeitern hervorragend aufgestellt. Industrie 4.0 bietet für den Wirtschaftsstandort zahlreiche Chancen, die sich in Produktinnovationen, neuen Geschäftsmodellen, verbesserter Wettbewerbsfähigkeit und vielem mehr niederschlagen. Zukünftig wird es immer wichtiger werden,
unternehmensübergreifend in Teams zusammenzuarbeiten, gemeinsam mit anderen Unternehmen neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, überbetriebliche Forschung zu betreiben und dafür personelle und finanzielle Mittel bereitzustellen, um am Markt zu reüssieren.
„Das Wachstum wird sich 2019 stabilisieren, aber verlangsamen.“ DI Georg Comploj Spartenobmann Industrie
Vor allem der Export stützt das Industrie-Wachstum, das sich jedoch 2019 verlangsamen wird, ist sich Industrie-Spartenobmann Georg Comploj sicher. Während die aktuelle Geschäftslage, Auftragsbestand und Auslandsaufträge ähnlich wie im guten 2. Quartal beurteilt werden, rechnen die befragten Unternehmen mit sinkenden Erträgen in sechs Monaten. Es rechnen 30 Prozent mit einem Rückgang. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Industrie wird zwar noch ansteigen, allerdings weniger stark als zuletzt angenommen.
Steuerpolitik der Zukunft Die Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Unternehmensbesteuerung, die Verbesserung der Wirksamkeit steuerlicher Investitionsförderungen und die Beseitigung der „Kalten Progression“ müssen die we-
Höchstes Ausbildungsniveau, z. B. bei Hirschmann, garantiert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.
sentlichen Eckpunkte einer zukunftsgerichteten Steuerpolitik bilden. „Eine zu hohe Abgabenquote engt die unternehmerischen Handlungsspielräume extrem ein. Daher gilt, dass die Steuerquote insgesamt abgesenkt werden muss“, sagt Comploj. Allerdings könne die Steuerquote dauerhaft nur gesenkt werden, wenn gleichzeitig auch die Staatsausgaben reduziert werden. Dies mache eine gründliche Durchforstung der Staatsausgaben und auch der Staatsaufgaben sowie der staatlichen Verwaltung zu einer Top-Priorität für die Bundesregierung. „Auf Landesebene müssen wir alles daransetzen, dass wir uns im internationalen Standortwettbewerb noch gezielter und moderner positionieren.“
Fachkräfteproblematik Begrüßt wird vonseiten der Vorarlberger Industrie die Erweiterung der Mangelberufsliste auf regionaler Ebene. „Dadurch sollte unser Bedarf an hoch qualifiziertem Personal besser abgedeckt werden können.“ Die Industrie bringt zudem eine weitere Überlegung ins Spiel. So sollten befristete Arbeitsaufnahmen und eine nachträgliche Antragstellung für eine Rot-Weiß-RotCard möglich sein, wenn bereits eine Arbeitsbewilligung in einem für Österreich definierten Mangelberuf besteht. „Eine solche vorgeschlagene befristete Arbeitserlaubnis soll damit einen Zugang innerhalb Europas erleichtern und einen akuten Arbeitsbedarf decken“, so Spartenobmann Comploj.
Betriebe wie Servus sind Vorreiter der digitalen Industrie und damit international erfolgreich.
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Zentrale Themen 2019: Fachkräfte und Digitalisierung Mitarbeiter-Situation bleibt eine der größten Herausforderungen.
TOURISMUS Tourismus-Fachkräfte sind in ganz Europa heiß begehrt, der europäische Markt funktioniert nicht mehr so wie früher. „Auf politische Maßnahmen allein wollen wir uns nicht mehr verlassen und nehmen es selbst in die Hand, die Herausforderung ,Fachkräfte‘ bestmöglichst zu regeln. Daher gehen wir bereits im Bereich Bildung und Ausbildung unserer eigenen Nachwuchskräfte neue Wege“, erklärt Tourismus-Spartenobmann Elmar Herburger. Zudem wurde mit der Reform der Rot-Weiß-Rot-Card und der damit verbundenen Regionalisierung der Mangelberufsliste unsere langjährige Forderung der Tourismusbranche endlich umgesetzt. Herburger: „Eine auf die regionalen Bedürfnisse angepasste Mangelberufsliste ist unverzichtbar, um dem Fachkräftemangel adäquat begeg-
nen zu können und unseren erfolgreichen Wirtschaftsstandort für die Zukunft abzusichern.“ Auf der bundesweiten Mangelberufsliste wird ab Jänner 2019 auch der Beruf Koch/Köchin gelistet. Zusätzlich wird eine Regionalisierung eingeführt. Auf der regionalisierten Liste sind für Vorarlberg der Beruf Kellner/Kellnerin aufgezählt. Auch auf den verbliebenen Arbeitsmärkten wird sich der Tourismus neu positionieren. Employer Branding ist das Stichwort. „Doch zu all dem brauchen wir professionelle Hilfe. Mit der Servicestelle „OpenJobs.at“ haben wir einen kompetenten und seriösen Kooperationspartner gefunden und mit diesem zusammen die Initiative ,Tourismusjobs für Vorarlberg‘ ins Leben gerufen.“ In ganz Europa werden derzeit „Tourismus-Scoutpartner“ rekrutiert. Sie suchen und prüfen vor Ort
nach möglichem Personal für unsere Betriebe. Ebenso wird es zu Kooperationen mit ausländischen Tourismusanbietern zum saisonalen Personalaustausch mit dem Ziel, für eine Win-win-Situation zu sorgen.
Attraktives Bildungsangebot Die Branche hat sich in den vergangenen fünf Jahren intensiv mit der Bildung befasst und mit der Errichtung der Privatschule, die von der Branche gesteuert und begleitet wird, einen Meilenstein gesetzt. Mit der GASCHT wurde für den Nachwuchs ein neues hoch attraktives Bildungsangebot geschaffen. Nun geht die Sparte auch bei der Gestaltung der touristischen Arbeitsplätze neue Wege: „Unser Ziel ist es, neben einer erfolgreichen Gästemarke, uns langfristig auch am touristi-
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schen Arbeitsmarkt zu einer herausragenden Arbeitgebermarke zu entwickeln.“ Als nächstes Ziel wird die Sparte sogenannte „Bildungskarrieren“ gestalten, um die Botschaft nach außen zu tragen, dass mit der Basisausbildung im Tourismus die berufliche Karriere noch lange nicht zu Ende ist. Das Thema Digitalisierung im Tourismus ist die zweite große Aufgabe, die es 2019 zu bewältigen gilt. „Wir reden jetzt aber nicht davon, den Gast nur mehr digital zu servicieren und zu betreuen, sondern
„Digitale Innovationen werden für die Wettbewerbsfähigkeit von Tourismusunternehmen immer wichtiger.“ Elmar Herburger Spartenobmann Tourismus, WKV
von der Digitalisierung als Unterstützung von Gastfreundschaft, als Unterstützung von betrieblichen Abläufen, als Unterstützung für die Vermarktung eines einzelnen Betriebes gegenüber dem Gast“, sagt der Spartenobmann. Wie in Vorarlberg digitale Innovation entstehen können, die international für Aufsehen sorgen, dafür steht das Projekt „Traction“. „In einem ersten Schritt wollen wir digitales Know-how sammeln und herausfinden, was weltweit in diesen angeschnittenen Bereichen bereits vorhanden ist, um Best-PracticeModelle zu bekommen, wie ein Hotelier oder Gastronom seine innerbetrieblichen Abläufe im digitalen Bereich optimiert“, betont Elmar Herburger.
Strategie 2030 2019 wird auch das Jahr für einen neuen Prozess, „der uns eine Strategie 2030 bringt“, erklärt Herburger. „Die Tourismusstrategie darf nämlich nicht 2020 enden. Es wurde sehr viel aufgestellt, viele Projekte und Initiativen wurden gestartet, die müssen jetzt in eine nächste Phase geführt werden. Und es muss überprüft werden, ob die Themen und Inhalte der 2020-Strategie noch richtig sind bzw. die Frage gestellt werden, ob man sie nicht mit zusätzlichen Inhalten und Themen füllt.“
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Regionales Banking bedeutet eine Beziehungsebene Attraktive Jobs durch Anpassungen von Geschäftsmodellen.
BANKEN Die heimischen Banken profitierten vom günstigen wirtschaftlichen Umfeld, das sich in historisch niedrigen Kreditrisikovorsorgen und einer höheren Profitabilität niederschlägt. Auch die Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle zeigen erste sichtbare Ergebnisse. Dennoch steht der Bankensektor weiterhin vor großen Herausforderungen, wie etwa dem Niedrigzinsumfeld. Aktuell zeigt die Situation in Vorarlberg wirtschaftlichen Erfolg, und damit auch eine hohe Zufriedenheit, der Menschen, die hier wohnen und arbeiten dürfen. „So ein Umfeld ist für die regionalen Banken äußerst positiv. Wir gehen davon aus, dass sich dies auch 2019 fortsetzen und in einem hohen Ausmaß erhalten bleiben wird“, erklärt Betriebsökonom Wilfried Hopfner, Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und betont: „Herausforderung wird auch für das kommende Jahr sein, das Image der regionalen Banken weiter zu stärken, um zum einen die hochwertigen, qualifizierten
Mitarbeiter/-innen für das regionale Banking zu gewinnen und zum anderen, um der Vorarlberger Wirtschaft zu beweisen, welche Bedeutung wir regionale Banken haben.“ Die Banken haben hoch attraktive Jobs zu bieten und nicht zuletzt deswegen mit den Handelsakademien vor über zehn Jahren den Ausbildungsschwerpunkt FiRi Finanz- und Risikomanagement ins Leben gerufen. „Wir wollen den jungen Menschen auch aufzeigen, wie attraktiv Banking und daraus resultierende Jobs heutzutage sind. Die große Teilnehmerzahl ist jedes Jahr erfreulich. Mein Dank gilt den Schulen sowie Professoren für ihr Engagement.“
Immense Aufgaben Fachwissen in den Banken wird dringend benötigt, denn gerade die Regulatorik ist eine immense Aufgabe für die heimischen Banken und deren Juristen, Mathematiker sowie Ökonomen. Gleichzeitig ist das Banking stark vom Digitalisierungsschub betroffen. Positiv zum
Persönliche Beratung ist auch in Zukunft eine Stärke der Vorarlberger Banken.
einen, weil dadurch Prozesse verschlankt werden können, zum anderen stellt dies aber eine Herausforderung dar, da damit neue Anbieter auf den regionalen Markt drängen. Investitionen in die digitale Welt bedeuten daher auch für die regionalen Banken eine große Herausforderung, um
Die Naturgefahren weden durch den Klimawandel mehr. Eine Solidarversicherung wie in der Schweiz wäre eine Möglichkeit, die Schäden zu begrenzen.
„Die Vorarlberger Banken haben auch in Zukunft hoch attraktive Arbeitsplätze zu bieten.“ Betr. oec. Wilfried Hopfner Spartenobmann Bank und Versicherung, WKV
neuen digitalen Anbietern technologisch und im Kundenbereich Paroli bieten zu können. „Die Frage wird sein, wie gut es uns gelingt, in einer guten Beziehung mit unseren Kunden zu bleiben. Regionales Banking heißt, ich biete dir eine Beziehungsebene an. Eine große internationale, rein digital agierende Bank legt wenig Wert auf eine Kundenbeziehung, bietet allerdings in der digitalen Welt Convenience-Produkte, die nahe am Kundenbedürfnis sind. Unser Unterscheidungsmerkmal ist die persönliche Beziehung“, betont Hopfner. Das brauche auch in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter. Spartenobmann Wilfried Hopfner erwartet sich auch für 2019 ein moderates Wachstum der Vorarlberger Wirtschaft. „Eine gut gehende Wirtschaft wirkt sich dann auch gut auf unsere Risikokosten aus. So lassen keine Risikokosten viel mehr Rücklagenbildung zu und forcieren damit die Stärkung des eigenen Unternehmens“, sagt der Spartenobmann.
2019 wird nicht weniger herausfordernd Politische Versicherungslösung für Naturgefahren gewünscht.
Die heimische Versicherungswirtschaft konnte einmal mehr ihre Stärke und Stabilität sowie die Bedeutung für die österreichische Volkswirtschaft unter Beweis stellen. Die Versicherungswirtschaft ist und bleibt ein wichtiger und verlässlicher Arbeitgeber für Tausende Menschen in Österreich. 2019 wird nicht weniger herausfordernd werden. VERSICHERUNGEN
Dringlichkeit gegeben „Weltweit sehen wir die politischen Unsicherheiten als eine der größten Gefahren an; diese haben auch Auswirkungen auf die zunehmenden Naturkatastrophen und diese werden auch vor Vorarlberg leider nicht haltmachen. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass nun Rhesi – das Hochwasserschutzprojekt am Rhein – umgesetzt wird. Leider ist politisch eine Versicherungslösung für Naturgefahren, wie es die Versicherungswirtschaft aufgezeigt hat, (noch) nicht in Sicht. Die Dringlichkeit wäre sicher gegeben“, meint
Robert Sturn, Sprecher der Vorarlberger Versicherungswirtschaft und Stv.-Obmann der Sparte Bank und Versicherung. Seit 1. Oktober 2018 gilt die europaweit gültige Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD – Insurance DD). „Die österreichische Versicherungswirtschaft ist hier vor-
„Leider ist politisch eine Versicherungslösung für Naturgefahren noch nicht in Sicht.“ Robert Sturn Sprecher der Vorarlberger Versicherungen
bildlich unterwegs“, sagt Sturn. Die IDD regelt nun, dass alle Versicherungsvermittler (Außendienstmitarbeiter, Agenturen, Makler) jährlich mindestens 15 Stunden Weiterbildung absolvieren müssen. Zudem wurde der Beratungsprozess mit einem verpflichtenden Beratungsprotokoll auf neue Beine gestellt.
Umfassende Betreuung Wünschenswert wäre aus Sicht der Branche eine Reform der betrieblichen und privaten Altersvorsorge; die gesetzliche Klarstellung beim Rücktrittsrecht im Bereich der Lebensversicherungen seit 2019 wird positiv gesehen. Robert Sturn: „Die Digitalisierung wird sich verstärkt auch im Versicherungsbereich ausbreiten. Derzeit sind aber eher die internen Arbeitsabläufe, die möglichst automatisiert ablaufen sollen, im Fokus. Unverzichtbar ist nach wie vor die seriöse und umfassende Betreuung der Kunden durch die Mitarbeiter, Agenturen und Maklern vor Ort.“
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Die Zukunft
Die Blockchain-Technologie wird den Banken-, Energie- und Logistiksektor nachhaltig verändern.
BLOCKCHAIN Vor allem in der Finanzwelt wird sie künftig eine entscheidende Rolle spielen. Fachleute sind sich einig, dass Blockchain die Finanzwirtschaft verändern wird. In Vorarlberg hat im Herbst etwa die Hypo Vorarlberg einen ersten Schritt gesetzt und verwendet erstmals diese neue Technologie. Im benachbarten Liechtenstein hat die Regierung die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen mit dem Ziel, das Fürstentum zu einem der Zentren für Blockchain-Technologie zu machen. Auch in Vorarlberg gibt es zahlreiche Aktivititäten. So hat die Hypo ein Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen: Die Asfinag hat eine von der Erste Group neu entwickelte Blockchain-Plattform für die Emission eines Schuldscheindarle-
hens mit einem Volumen von 20 Millionen Euro genutzt. Gezeichnet wurde die Emission von den Versicherungen Wiener Städtische und Donau sowie von der Hypo Vorarlberg. Die Emission konnte dadurch europaweit erstmalig komplett digital auf Blockchain basierend abgewickelt werden. Das bedeutet, es brauchte parallel dazu keinen papierbasierten Prozess. Konkret war kein einziges physisches Dokument dazu nötig. Für die Erstellung der notwendigen Dokumente brauchte es somit nicht mehrere Tage, sondern nur wenige Sekunden.
Vorarlberger Firmen aktiv Für den Vorstandsvorsitzenden der Hypo Vorarlberg, Michel Haller, ist die Blockchain-Technologie ein zukunftsweisender Weg. „Sie
birgt große Chancen für die Automatisierung, hat Potenzial zur Effizienzsteigerung von Prozessen und bietet Sicherheit für Geschäftsabschlüsse.“ Er erwartet, dass in Zukunft viele Dienstleistungsgeschäfte auf diese Art und Weise abgewickelt werden. Aber es sei ein Prozess. „Welche Chancen und Anwendungsmöglichkeiten Blockchains für Banken und Unternehmen bieten, müssen diese in den kommenden Jahren erst lernen.“ Auch die Vorarlberger Kraftwerke haben ein Projekt am Start. Einen Monat lang war im vergangenen Jahr ein interdisziplinäres Team der Judge Business School der University of Cambrige zu Gast bei Illwerke VKW im Bregenzer Weidach. Das Ziel: Gemeinsam mit dem Innovation Lab des Energieversorgers ein zu-
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kunftsfähiges Blockchain-Projekt zu entwickeln. Bereits seit zwei Jahren arbeitet Illwerke VKW in mehreren Projekten mit der neuen BlockchainTechnologie, der Experten eine wesentliche Rolle in der Energiewirtschaft der Zukunft vorhersagen. „Wir sind im Bereich Blockchain bereits sehr aktiv. Von der Kooperation mit Cambridge erwarten wir uns wertvollen Input und Know-how im Bereich der Methodik,“ so Vorstand Christof Germann.
Kurz vor Weihnachten startete Apple seinen mobilen Bezahldienst Apple Pay in Deutschland. Auch Google sowie die meisten Banken haben ein solches Angebot im Portfo-
Großer Zukunftstrend Die Blockchain-Technologie, die ursprünglich für die digitale Währung Bitcoin entwickelt wurde, gilt als eine der großen Zukunftstrends. Wie sie funktioniert? Man kann sich das wie ein digitales Grundbuch vorstellen, das öffentlich alle getätigten Transaktionen festhält. Die Transaktionen werden in einer Kette von Datensätzen (Blöcken) gleichzeitig auf viele Rechner verteilt, also dezentral abgespeichert. Der größte Pluspunkt ist die Datensicherheit. Sämtliche Informationen werden verschlüsselt gespeichert. Außerdem verwaltet jeder Nutzer eine Kopie der Datenbank. Es ist also praktisch unmöglich, diese unbemerkt zu manipulieren. Gleichzeitig sind alle Transaktionen anonym. Die Technologie kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Anwendungsgebiete, zu denen es teils schon Pilotprojekte gibt, sind u. a.: Grundbücher, Geburten- und Eheschließungsregister, Verzeichnisse über Veranlagungen (Asset Management) bzw. die Ablesung und Abrechnung von Strom oder Gas. Hauptkritikpunkt an der Blockchain ist jedoch die mangelnde Geschwindigkeit der Datenverarbeitung im Massenbetrieb – also wenn Millionen Nutzer gleichzeitig Geld überweisen oder mit Bitcoin & Co. bezahlen wollten.
„Die BlockchainTechnologie bietet Sicherheit für Geschäftsabschlüsse.“ Michel Haller Vorstandsvorsitzender Hypo Vorarlberg
lio. Experten sind sich sicher, dass die Österreicher langsam, aber stetig häufiger auf ihr geliebtes Bargeld verzichten. „Insbesondere jüngere Menschen werden zukünftig verstärkt mit dem Smartphone bezahlen“, prognostiziert dazu Finanzexperte Comdirect-Marketingvorstand Matthias Hach. Der Mehrheit der Bevölkerung liegt dies derzeit allerdings noch fern. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom sagen drei von fünf Smartphone-Nutzern, dass sie ihren Einkauf nie mit dem Handy bezahlen. Um alle näher an das Thema heranzuführen, fordert der Verband, „Geschäfte, Restaurants, Bars oder auch Ticketautomaten“ zumindest mit einer elektronischen Bezahlmöglichkeit auszustatten.
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36. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung
Auch 2019 ist Boden für das Handwerk golden
Eine gute Auftragslage wird erwartet, aber der Fachkräftemangel bremst. GEWERBE UND HANDWERK Die Konjunkturberichte für das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk fielen im vergangenen Jahr durchaus positiv aus. Auch für das Jahr 2019 sind die Erwartungen positiv. Die Betriebe rechnen nicht nur mit einer guten Auslastung, sondern würden sogar mehr Personal einplanen – wenn nicht der Fachkräftemangel ausbremsen würde. „Wir könnten weit mehr Aufträge annehmen, wenn das geeignete Personal zur Verfügung stehen würde. Die Auftragsbücher sind nach wie vor ziemlich voll“, betont Spartenobmann Bernhard Feigl. Der Bedarf an Fachkräften bleibt soweit die größte Herausforderung der Branche. Es ist schwer, geeignete und gute Handwerker zu bekommen. Dabei bietet das Gewerbe und Handwerk als größter
Arbeitgeber in Vorarlberg dauerhafte Beschäftigung und somit sicheren Lebensunterhalt. In der Bauwirtschaft sieht man ebenfalls positiv ins neue Jahr, die letzte traditionelle Blitzumfrage war wieder zuverlässiger Indikator: Ende 2018 verzeichneten die Bauunternehmen Auftragsbestände von knapp 21 Wochen – vor allem der Wohnbausektor wird Konjunkturträger bleiben.
Leistbares Wohnen Allerdings ist leistbares Wohnen eine der großen Fragen. „Wenn wir leistbaren Wohnraum in Vorarlberg schaffen sollen, darf die Politik die Baukosten nicht ständig mit neuen Gebühren und Abgaben zusätzlich belasten“, fordert Innungsmeister Peter Keckeis. Eine wichtige Schlüsselmaßnahme gegen den Fachkräf-
temangel ist, für beste Rahmenbedingungen in Sachen Aus- und Weiterbildung zu sorgen. Vor allem die duale Ausbildung muss konsequent gestärkt werden. „Hier setzen wir auf Qualität und Qualifikation“, sagt Spartenobmann Feigl: „Junge Menschen, die sich für eine solide Ausbildung im Gewerbe und Handwerk entscheiden, haben tolle Berufsaussichten.“ Die Wahl des richtigen Berufsweges ist für junge Menschen keine einfache Sache – deshalb werden die zahlreichen Personaloffensiven wie Lehrlingscastings oder regionale Informationsveranstaltungen und -Messen weitergeführt und ausgebaut. „Das hilft uns, die Besten der Besten für uns zu gewinnen“, sagt Feigl. Regelmäßige TopPlatzierungen bei Berufs- und Lehrlingswettbewerben geben
ihm Recht: Sie dokumentieren nicht nur die hohe Ausbildungsqualität, sondern auch die starke Identifikation mit den einzelnen Berufen im Gewerbe und Handwerk. Das Thema Digitalisierung wird auch im Gewerbe und Handwerk immer wichtiger – beispielsweise im Zusammenhang mit Onlinemarketing und Verkauf. Das Vorarlberger Gewerbe und Handwerk wird
„Der Bedarf an Fachkräften bleibt auch im neuen Jahr die größte Herausforderung der Branche“ Bernhard Feigl Spartenobmann Gewerbe und Handwerk, WKV
In Vorarlberg werden die Handwerkstugenden auch in modernen Zeiten hochgehalten.
sich deshalb in naher Zukunft intensiv damit auseinandersetzen. Was gerade passiert, ist nicht mehr nur ein digitaler Wandel, sondern eine digitale Transformation, die wertvolle Chancen für unsere Betriebe bietet. Für bestmögliche Unterstützung wird die Servicierung auf allen Ebenen weiter ausgebaut: Etwa mit den digitalen Werkstattgesprächen, in denen relevante Entwicklungen und Möglichkeiten für und von Firmen erörtert werden.
Jetzt vormerken! 36. Vorarlberger Wirtschaftsforum Donnerstag, 14. November 2019 Festspielhaus Bregenz Eine Initiative von
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