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WFJOUR_2020

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Wirtschafts- und Finanzjahr 2020 Digitale Impulse fĂźr den Standort Vorarlberg Weltwirtschaft entwickelt sich im Jahr 2020 langsamer Zukunftsinvestitionen in den Standort


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Wirtschafts- und Finanzjahr 2020 Vorarlberger Nachrichten

btv.at

Vier Länder eine Kraft Eine Bank für die Zukunft: grenzüberschreitend aktiv.

Weiter nach vorne blicken Vorarlberg kann es sich leisten, weiter nach vorne zu blicken als nur 365 Tage. Zu Beginn der Zwanzigerjahre stehen Vorarlbergs Wirtschaftsbetriebe nach wie vor gut da: kraftvoll, um für die Zukunft vorzusorgen. Denn die Hauptherausforderung ist – abseits der sich ständig ändernden Konjunktur – glasklar: Vorarlbergs Wirtschaft dürstet nach Nachwuchstalenten. Mitarbeitende, die forschen, die sich der Innovation verschreiben, die Erkenntnisse anwenden und Strukturen neu erfinden. Es liegt vordergründig an der Wirtschaft, nicht an der Politik, den Gedanken einer Universität in Vorarlberg ernsthaft zu verfolgen. Nicht nur das Interesse der Unternehmer muss vorhanden sein, auch die Bereitschaft, gemeinsame Projekte zu starten und dafür finanzielle Mittel bereitzustellen. Mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH steht eine technische Universität von Weltrang vor unserer Haustür. Hier gemeinsam weitere Schritte zu unternehmen, um einen Vorarlberger Campus der ETH entstehen zu lassen, wäre ein hervorragender Vorsatz zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2020. Ich wünsche Ihnen namens der VN-Wirtschaftsredaktion ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020!

Überregional denken, regional handeln: Wir bewegen uns in einem starken Wirtschaftsraum voller Möglichkeiten. Mit der Kompetenz fürs große Ganze, aber auch für die kleinsten Details. Vier Länder, eine Bank.

Herzlichst, Ihr

Inhalt 04 „Zukunftsinvestitionen für den Standort Vorarlberg“ 05 Vorsichtig zuversichtlich 05 Mutig und selbstbewusst ins neue Jahr! 06 Was Österreich jetzt braucht 06 Bekenntnis zu heimischen Betrieben 08 Vorarlberg in Zahlen 10 Zinspolitik der Notenbanken setzt Impulse für Gold 12 Exportentwicklung 2020 14 Politische Unsicherheiten treiben Devisenmärkte 16 Börsenaussichten 2020 18 Leben und Arbeiten 19 Viele Hebel in Gang gesetzt 20 Handel setzt auf Erlebnisse 22 Ein starker Standort 24 Thema Mitarbeiter bleibt die zentrale Herausforderung 26 Starke regionale Verankerung

Gerold Riedmann, VN-Chefredakteur

27 Auch 2020 bleibt nichts „sicher“ 28 „Konjunktur rieselt leise vor sich hin“ 30 Handwerk ist guter Dinge für das neue Jahr

IMPRESSUM Verleger (Medieninhaber) und Hersteller: Russmedia Verlag GmbH, Guten­bergstr. 1, 6858 Schwarzach | Redaktion: Ernest F. Enzels­berger, Andreas Scalet | Texte: Ernest F. Enzelsberger, Andreas Scalet, ­ irtschaftskammer Vorarlberg | Grafik: Bernadette Prassl | Infografik: Matthias Klapper | Fotos: Roland Paulitsch, Philipp Steurer, Oliver Lerch, Adolf Bereuter, Frederick Samst, Timberline, Dietmar Stiplovsek, W Mirjam Mayer, Matthias Weissengruber, Dietmar Mathis, lisamathis.at, Studio Fasching, Markus Gmeiner, Costin Dobai, WKO, Blum, V-Research, Shutterstock | Anzeigen­beratung: Russmedia Verlag GmbH, Guten­berg­­str. 1, 6858 Schwarz­ach, Telefon 05572 501-0, Fax 05572 501-145 | Erscheinungstag: Montag, 13. Jänner 2020


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„Zukunftsinvestitionen für den Standort Vorarlberg“ Hohe Investitionen in Standort und Ausweitung der Fachkräfteoffensive.

Die Landesregierung hat im Budgetentwurf 2020 ein Investitionsvolumen vorgesehen, das deutlich höher ist als in den letzten Jahren. Für hohe Investitionen in Bildung und Forschung, für Wohnbau, ÖPNV und für die Infrastruktur werden Mittel in der Rekordhöhe von 292 Millionen Euro eingesetzt. Ziel ist es laut Landeshauptmann Markus Wallner, „hohe Investitionen für wichtige Generationenprojekte und für kommende Generationen“ zu tätigen. Allein im Infrastrukturbereich sind beträchtliche Investitionssteigerungen STANDORT

gegenüber dem Landesbudget 2019 vorgesehen, nämlich um 43 Prozent, von knapp 50 auf über 71 Millionen Euro. Maßgeblich verantwortlich dafür ist der enorme Finanzbedarf für Projekte wie die Aufstockung und Sanierung der Fachhochschule, die Erweiterung der Landesberufsschule Dornbirn sowie den Bau des Autobahnanschlusses Rheintal-Mitte, der Rheinbrücke in Fußach und die erste Bauetappe des Stadttunnels Feldkirch. Zusammen mit Wohnbauförderung und Beitragszahlungen an die Gemeinden

Landeshauptmann Markus Wallner legt Wert darauf, mit den Menschen vor Ort zu reden, wie bei diesem Besuch im Autohaus Gerster.

sind in Summe rund 292 Millionen Euro als Investitionen veranschlagt. „Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist für den Wirtschafts- und Lebensraum Vorarlberg von elementarer Bedeutung“, so Wallner. Die Bauinvestitionen des Landes sind ein wichtiger Beitrag für Verbesserungen in Zukunftsbereichen wie Bildung und Gesundheit, für die Wertschöpfung in der Region und die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie ein spürbarer konjunktureller Impuls, gerade in einer Zeit, da das wirtschaftliche Hoch abzuflauen beginnt.

Fachkräftebedarf offensiv entgegentreten Auch im Jahr 2020 begegnet das Land der Herausforderung Fachkräftebedarf mit einem starken Schulterschluss von Landesregierung, heimischen Sozialpartnern und vielen weiteren engagierten Partnern. Das Bündeln der Kräfte in dieser wichtigen Zukunftsfrage ist entscheidend, um als Produktions- und Wirtschaftsstandort attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben, bekräftigt Landeshauptmann Markus Wallner. Vorarlberg setzt dabei auf ein breites Bündel an Maßnahmen, das sich vom Bereich der Berufsorientierung, Qualifizierung und Weiterbildung, über eine bessere Einbindung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen, die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und einen einfacheren Wiedereinstieg bis zur gezielten überregionalen Rekrutierung von Fachkräften erstreckt. „Sehr großes Augenmerk wird zudem auf den Bereich der dualen Bildung und den weiteren Ausbau der Fachhochschule Vorarlberg gelegt“, so Wallner. Um auch weiterhin erfolgreich bleiben zu können, ist es notwendig, als Region attraktiv zu sein. Im Wettbewerb um Fachkräfte, Unternehmen oder Gäste brauchen wir deshalb ein klares Profil und die Fähigkeit, unsere Leistungen und unser Angebot auch über die Grenzen sichtbar zu machen.

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Vorsichtig zuversichtlich

Erfolgreichen Kurs trotz eingetrübter Konjunktur beibehalten. Vorarlberg ist ein Wirtschaftsstandort mit einem breiten Branchen- und Technologiemix, wir zählen als Wirtschaftsund Lebensraum zu den Top-Regionen Europas. Wir profitiert von einem innovativen und engagierten Unternehmertum, geprägt von international tätigen Leitbetrieben – viele davon in Familienhand – und einer Vielzahl von Klein- und Mittelbetrieben, die mit Qualität und Nischenprodukten erfolgreich auf internationalen Märkten punkten. Ein leistungsfähiger industrieller Kern, hochwertiges Handwerk und innovative und kreative Betriebe im Dienstleistungssektor sind die Eckpfeiler der erfolgreichen Entwicklung Vorarlbergs. Als Exportland ist unsere wirtschaftliche Entwicklung eng mit der internationalen Konjunktur verzahnt. Diese trübt sich voraussichtlich etwas ein, WIFO, IHS und OeNB korrigierten ihre Wachstumsprognose für 2020 auf 1,1 % - 1,3 %. Die Konjunktur

gebremst werden dürfte. Für 2021 und 2022 fallen die Prognosen dann wieder etwas besser aus, was letztlich aber stark von geopolitischen Entwicklungen abhängen wird.

BREGENZ

Wirtschaftslandesrat Marco Titler.

wird derzeit von fiskalischen Impulsen sowie einer stabilen Konsumnachfrage gestützt. Der Arbeitsmarkt bleibt weitgehend stabil, wobei das Beschäftigungswachstum etwas

Kriesen schneller überwinden Der bereits erwähnte breite Brachenmix hilft Vorarlberg volatile internationale Vorgänge und Entscheidungen zu glätten. Auch waren die letzten Jahre wirtschaftlich erfreulich erfolgreich, Vorarlberg konnte Krisen schneller und besser überwinden, als viele andere Regionen. Das ist nicht selbstverständlich, sondern ein Ergebnis engagierter Arbeit, basierend auf Vorarlberger Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Verantwortungsgefühl, Verlässlichkeit und Innovationskraft. Unter diesen Vorzeichen bin ich zuversichtlich, dass der erfolgreiche Kurs – trotz etwas eingetrübter Konjunktur – auch in den kommenden Jahren beibehalten werden kann.

Mutig und selbstbewusst ins neue Jahr! Vorarlberger Antwort auf Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.

Die Zeiten werden anspruchsvoller, die Themen komplexer und die Herausforderungen vielfältiger. Die demografische Entwicklung, die den Arbeitsmarkt austrocknen lässt, der technologische Wandel, der die Betriebe vor große Herausforderungen stellt – unsere Wirtschaft steht vor einer Weggabelung. 2019 hat die Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten, die Zeichen stehen auf Abschwächung. Globale Risiken und Unsicherheiten trüben die wirtschaftliche Entwicklung – das geht auch an Vorarlbergs Unternehmen nicht spurlos vorüber. Deshalb ist es gerade jetzt Gebot der Stunde, die Unternehmen zu entlasten. Im zu Ende gehenden Jahr ist für die heimische Wirtschaft einiges gelungen – vor allem die erste Etappe der Steuerreform, die per September 2019 fixiert wurde, bringt den Betrieben im neuen Jahr spürbare Erleichterungen. In diese Richtung muss es weitergehen! Dafür setzt sich die Wirtschaftskammer auch 2020 weiter ak-

tiv ein. Hier ein Überblick über die Entlastungsmaßnahmen, die schon per Jahresbeginn 2020 greifen. Mit dem Dis.Kurs Zukunft haben wir zweifellos den größten Strategieprozess in der bisherigen Geschichte der Wirtschaftskammer Vorarlberg ins Leben gerufen. In den Themenfeldern Bildung, Kommunikation, digitale Innovation, Mitgliederservice, Regionalität, Wirtschaftsstandort, Zukunftspartnerschaft und Nachhaltigkeit bringen wir konkrete Projekte in Umsetzung, um unsere Interessensvertretung und die Organisation weiterzuentwickeln. Auf all diese Themen müssen wir wirtschafts-, aber auch kultur- und gesellschaftspolitisch eine „Vorarlberger“ Antwort finden. Dabei vergessen wir aber nicht, dass die Kraft stets in der Gemeinsamkeit liegt. Verantwortung für das Ganze und nicht nur für den eigenen Bereich zu übernehmen, betrachte ich dabei als eine große Chance.

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler.

Mein Dank und mein Respekt gilt allen Vorarlberger Unternehmerinnen und Unternehmern, die tagtäglich mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beweisen, wie erfolgreich zum Wohle unseres Lebens- und Wirtschaftsstandortes gearbeitet werden kann.


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Was Österreich jetzt braucht Der Standort benötigt eine Fitnesskur.

WKO-Präsident Harald Mahrer

Die aktuellen Konjunkturprognosen zeigen, dass in den kommenden beiden Jahren die Wachstumsdynamik abnimmt und wir mit zunehmenden Risiken konfrontiert sind. Auch wenn die Binnenkonjunktur noch gut läuft, spürt unsere exportstarke Wirtschaft globale Entwicklungen wie Handelskonflikte und Protektionismus und ist auch vom sich eintrübenden internationalen Umfeld betroffen. Deshalb ist es wichtig, jetzt mit einer Fitnesskur für den Standort zu beginnen. Wir benötigen kein Konjunkturpaket, aber geeignete Werkzeuge, die rasch und zielgerichtet helfen. Das heißt: Investitionsanreize, Entlastung sowie Bürokratieabbau, um unseren Standort gegen die Gefahren der globalen Konjunktur-Abschwächung zu rüsten. Denn als kleine, offene Volkswirtschaft mit einem hohen Export-Anteil

ist Österreich besonders davon abhängig, auf internationalen Märkten erfolgreich zu sein. Gleichzeitig wird es wichtig sein, den Konsum zu stärken. Gerade im nächsten und übernächsten Jahr braucht es Entlastungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es braucht mehr „Netto vom Brutto“. Das Rezept dafür ist eine standortfreundliche Politik, die eine Steuersenkung genauso wie die Zukunftsthemen Bildung und Innovation im Fokus hat. Davon profitieren die Unternehmerinnen und Unternehmer, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – sprich: das ganze Land. Weil Wirtschaft wir alle sind. Gemeinsam schaffen wir das.

Wie schaffen wir perfekte Rahmenbedingungen für die Vorarlberger Wirtschaft?

VISION

Wir setzen uns dynamisch für alle Unternehmerinnen und Unternehmer für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort und Lebensraum ein.

Jetzt mitmachen auf diskurszukunft.at

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Reformen umsetzen, ­ Entlastung realisieren und den Standort attraktiver gestalten will die ­Industriellenvereinigung.

Ganz entscheidend ist das Bekenntnis zu den heimischen Betrieben vor Ort. Die Betriebe brauchen Rechtssicherheit für nachhaltige Investitionen, das muss in der

Die Industriellenvereinigung hat 2019 das „Jahr der Entscheidungen“ ausgerufen. Wie wurden Ihre Erwartungen erfüllt und was erwarten Sie 2020? OHNEBERG Wir haben auf drei politischen Ebenen – Europa, Österreich und Vorarlberg – gewählt. Die Entscheidungen sind großteils so ausgegangen, wie es zu erwarten war. 2020 gilt es nun das Beste daraus zu machen: Auf europäischer Ebene für ein starkes und handlungsfähiges Europa zu kämpfen. Auf Bundesebene den Weg der Entlastung für die Bevölkerung, die Mitarbeiter und Betriebe weiterzugehen und Reformen umzusetzen. Und in Vorarlberg mit Leadership und Mut den Standort im Einklang zwischen Wirtschaft und Natur weiterzuentwickeln.

IV-Präsident Martin Ohneberg

Foto: Fa. Kunz Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

Bekenntnis zu heimischen Betrieben Realität spürbar sein. Ich bin grundoptimistisch, dass uns das gelingt. Was erwarten Sie für wirtschaftliche Entwicklungen im Jahr 2020? OHNEBERG In der Industrie ist seit dem letzten Jahr fast quer durch alle Branchen ein Dämpfer bei der Konjunktur zu erkennen. Das hängt mit schwächelnden wichtigen Absatzmärkten und globalen Unsicherheiten wie Handelskonflikten zusammen. Gerade wir als exportorientiertes Land spüren das. Daher ist ein fairer Freihandel, bei dem unsere hohen Standards Vorbild in der Welt sind, auch so in unserem Interesse. Welche standortpolitischen Herausforderungen erwarten Sie? OHNEBERG Auf Bundesebene brauchen wir eine positive Vision. Es geht darum, Österreich zukunftsfit aufzustellen, die öffentlichen Systeme zu reformieren und die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Das gilt auch für Vorarlberg. Im Programm der neuen Landesregierung sehen wir eine gute Basis für ein lebenswertes und wettbewerbsfähiges Vorarlberg.

Export sichert Beschäftigung

Vorarlberg ist Exportland Nr. 1 in Österreich. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 hat sich die Exportleistung von 2,7 Mrd. Euro auf über 10 Mrd. Euro erhöht. In diesem Zeitraum hat auch die Anzahl der Arbeitsplätze um 31.000 zugenommen. www.vorarlberg.at/wirtschaft


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Vorarlberg in Zahlen

Vorarlbergs Wirtschaft ist Exportweltmeister. Das kommt nicht von ungefähr. Die Leistungen der Unternehmen werden auch durch die statistischen Daten eindrucksvoll unterstrichen. Lehre in Vorarlberg Die duale Ausbildung ist für viele Jugendliche im Land der Einstieg in ihre Berufskarriere. 7047 Jugendliche machten 2018 eine Lehre, um 21 mehr als im Jahr zuvor. 53,84% der Jugendlichen haben sich für eine Lehre entschieden, 71,03 Prozent der Burschen, und 36,18 Prozent der Mädchen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend weiter fort. Die Lehre liegt im Trend, das zeigten auch die Ausbildungsmesse „i“ im vergangenen Herbst mit über 11.000 Besuchern.

Die gute Performance der Vorarl­berger Wirtschaft zeigt sich trotz a ­ ngespannter Lage auch am Arbeitsmarkt. 171.000 Menschen arbeiten in den Vorarlberger Betrieben. Ein neuer Rekord.

Tourismus im Hoch Vorarlberg wird bei Touristen immer beliebter. In der Sommersaison 2019 besuchten rund 1.282.900 Gäste Vorarlberg. Diese buchten 4.180.100 Übernachtungen. Verglichen mit dem Rekordsommer 2018 wurde nochmals ein Gästeanstieg von 3,1 Prozent erzielt. Ebenso meldeten die Vorarlberger Tourismusbetriebe ein Übernachtungsplus von 3,9 Prozent. Für die Urlauber – die meisten aus Deutschland – macht der Mix aus Kultur, Gastronomie und der Natur ­ den Reiz Vorarlbergs aus.


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sorger Eskom kam es zu Stromausfällen. Zahlreiche südafrikanischen Bergbauunternehmen stellten deshalb ihren Betrieb ein. Das verkürzte am Markt das ohnehin knappe Palladium-Angebot. Palladium wird hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendet. Derzeit ­ wird hauptsächlich Palladium zur Abgasreinigung von Benzinern eingesetzt. Alleine in Deutschland stieg von 2016 bis 2018 der Absatz von Benzinern um knapp 23 Prozent. „Die Automobilindustrie hat ihre Käufe erhöht, um die immer strikter werdenden Emissionsstandards einhalten zu können. Die Automobilbranche ist zudem nicht sehr sensitiv bezüglich der höheren Preise, da Palladium nur einen sehr kleinen Teil ihrer Gesamtkosten ausmacht. Daher dürfte der Preis für Palladium aufgrund des anhaltenden Angebotsdefizits im Jahr 2020 weiter gut unterstützt bleiben“, ist Jürgen Rupp abschließend überzeugt.“

Zinspolitik der Notenbanken setzt Impulse für Gold Der Öl- und Goldpreis wird stark von den kommenden Konjunkturdaten abhängen.

Goldpreis hat Korrekturpotenzial Bereits 2019 hat die Leitzinssenkungsfantasie in den USA und anderen Notenbanken das gelbe Metall bis auf 1555 USD je Feinunze getragen. In Euro gerechnet wurde mit 1412 Euro sogar ein Rekordwert verzeichnet. „Gold ist grundsätzlich eine unverzinste Anlage und hat somit im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine Konkurrenz weniger. Angesichts fallender Konjunkturvorlaufindikatoren in den letzten Quartalen hat die US-Notenbank inzwiDie internationalen Rohstoffpreise sind einer der wichtigsten Einflussfaktoren der Weltwirtschaft. Die VN sprachen daher über die voraussichtliche Entwicklung der Preise wichtigter Rohstoffe mit Jürgen Rupp, Wertpapier- und APM-Consulting, bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. Er führte gegenüber den VN unter anderem zum Ölpreis aus: „Der Kursverlauf vom Rohöl der Sorte Brent war im Jahr 2019 von wechselnden Vorzeichen gekennzeichnet. Zunächst konnte der Ölpreis vom Strategiewechsel der USNotenbank, auf weitere Leitzinserhöhungen zu verzichten, und von den erneuten Spannungen mit dem Iran, deutlich profitieren. Ab Mai lastete dann vor allem der Handelskonflikt zwischen USA und China und die damit verbundene spürbare konjunkturelle Abschwächung auf dem Preis des schwarzen Goldes.“ SCHWARZACH

Und Rupp weiter: „2020 wird der Rohölmarkt von einem gedämpften Nachfragezuwachs und positiven Meldungen vom Rohölangebot der OPECplus (inkl. elf nicht OPEC-Ländern) gekennzeichnet sein. So wurde Ende des Jahres im Zuge des Meetings der OPECplus-Staaten in Wien eine weitere Kürzung der Ölfördervolumina der Mitgliedsstaaten beschlossen. Dies soll insgesamt der rasant wachsenden Ölförderung der NichtOPEC-Staaten wie USA oder Norwegen entgegenwirken und den Ölpreis auf einem höheren Niveau halten. Diese Maßnahme dient aber bestenfalls dazu, die Versorgung des weltweiten Erdölmarkts auszubalancieren, und wird daher dem Rohölpreis auch keinen deutlichen Schub verleihen.“ Der Preisverlauf für 2020 sollte trotz einer Verbesserung der globalen Industriedynamik nach wie vor von dem

bestehenden Überangebot und einem lahmenden Nachfragewachstum leicht gedrückt werden, woran auch die angekündigten Maßnahmen der OPECplus nichts ändern wird. Vom fundamental gerechtfertigten Wert von 60 US-Dollar je Fass dürfte sich das schwarze Gold im Jahr 2020 daher nicht allzu weit entfernen.“

Palladiumpreis bleibt „gut unterstützt“ „Das Edelmetall Palladium setzte 2019 seine Rallye fort. 2019 stieg der Preis um nahezu 50 Prozent. So ist eine Feinunze Palladium mittlerweile mehr als 450 Dollar teurer als die gleiche Menge Gold“, verweist Rupp auf die Tatsachen. Unter anderem war der Auslöser für die positive Kursentwicklung eine Stromkrise in Südafrika. Südafrika produziert 40 Prozent des weltweiten Palladiums. Durch Betriebsstörungen beim staatlichen Ver-

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schen die Zinsen bereits mehrmals gesenkt. Tiefe Zinsen und damit einhergehend tiefe Anleihenrenditen unterstützen den Goldpreis. Gleiches gilt für die neuerliche Lockerung der EZB-Geldpolitik. Jedoch erste Konjunkturvorlaufindikatoren haben zuletzt bereits nach oben gedreht. Es wird erwartet, dass sich die Situation in den nächsten Quartalen, insbesondere im Industriesektor als Zentrum der aktuellen Konjunkturschwäche, verbessern wird“, erläutert Rupp. Zinssenkungserwartungen des Marktes dürften somit nicht mehr allzu viel Fantasie besitzen. Der allgemeine Optimismus betreffend Gold hat bereits 2019 stark zugenommen, der Preis ist binnen kurzer Zeit stark gestiegen und der Markt hat bereits sehr hohe Erwartungen betreffend einer expansiven Geldpolitik der Zentralbanken vorweggenommen. Sollten somit die US-Konjunkturdaten wieder nachhaltig besser ausfallen, wäre der Goldpreis dementsprechend korrekturanfällig. Trotzdem bleibt Gold für eventuelle Konjunkturpessimisten ein guter Hedge für eine US-Rezession. Allerdings sind die Volkswirte aus aktueller Sicht nicht allzu pessimistisch für die Konjunktur 2020. Entsprechend ist einiges an Korrekturpotenzial im Goldpreis vorhanden. Trotzdem stellt Gold aufgrund der negativen Korrelation mit anderen Anlageinstrumenten eine sinnvolle Diversifizierung für das Portfolio dar.


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Exportentwicklung 2020 Die VN fragten die österreichischen Wirtschaftsdelegierten in wichtigen Vorarlberger Abnehmerländern.

Mag. Roman Rauch, Prag

Mag. Michael Friedl, New York

Dr. Christian Kesberg, London

Mag. Klaus Hofstadler, São Paulo

Mag. Günther Schabhüttl, Tel Aviv

Dr. Heinz Walter, Berlin

Mag. Rudolf Lukavsky, Moskau

Dr. Martin Glatz, Peking

Seit sechs Jahren wächst ­Tschechiens Wirtschaft konstant, 2019 mit 2,5 Prozent. Die Erwartungen für 2020 sind gedämpft positiv, das Wachstum wird sich auf rund zwei  Prozent abkühlen. Gründe sind die sinkende Auslandsnachfrage, die Abhängigkeit von der schwächelnden Autoindustrie und der Fachkräftemangel. Öffentliche Investitionen und der Inlandskonsum werden auch 2020 treibende Kraft sein. Die Bevölkerung hat sich an sichere Arbeitsplätze (Arbeitslosenrate: 2,1 Prozent) und hohe Lohndynamik (jährlich fünf bis sieben Prozent) gewöhnt und bleibt in Kauflaune. Um das Land langfristig wett­ bewerbsfähiger zu machen, setzt Tschechien verstärkt auf Innovationen. Das bedeutet gute Chancen für österreichisches Know-how.

Das vor uns liegende Jahr 2020 wird für die Vereinigten Staaten besonders spannend. Die große Frage ist: Kann jemand von den Demokraten Präsident Trump im Wahlkampf gefährlich werden? Die Wirtschaft wird auf jeden Fall im Fokus sein. Die USA haben einen der längsten Wirtschaftsaufschwünge und ein Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit hinter sich. Das Wirtschaftswachstum wird sich voraussichtlich zwar etwas einbremsen, aber bei 1,6 Prozent immer noch gut für einen OECD-Staat sein. Die Handelskonflikte werden einen negativen Einfluss auf Industrieinvestitionen und Arbeitsmarkt haben, aber die USA werden auch im nächsten Jahr vom Konsum getragen werden und der zweitwichtigste Exportmarkt für Österreich bleiben.

Nach dem Wahlsieg der Konservativen wird das Vereinigte ­Königreich am 31. Jänner 2020 die EU verlassen, aber zumindest bis zum Ende einer im Austrittsvertrag vorgesehen Übergangsfrist bis Ende 2020 im Binnenmarkt und der Zollunion verbleiben. Trotz gegenlautender Wahlversprechen wird eine Verlängerung dieser Frist um ein, vermutlich sogar zwei Jahre erwartet. Auf Basis dieses Szenarios soll die britische Wirtschaft 2020 um 1,3 Prozent und 2021 um 1,7 Prozent zulegen. Erst bei endgültigem Verlust des Zugangs zum Binnenmarkt könnte die Kurve merkbar nach unten knicken (+1,0 Prozent). Langfristig kostet der Brexit den Briten in den auf den endgültigen Austritt folgenden zehn Jahren drei bis acht Prozent an potenziellem Wachstum.

Nach einer lange dauernden Wirtschaftskrise stehen die Zeichen in Brasilien endlich wieder auf Erholung. In den vergangenen Monaten legten Privatkonsum und Bauwirtschaft deutlich zu, ebenso stieg der Vertrauensindex der brasilianischen Industrieunternehmer. Der Leitzinssatz fiel auf den historischen Tiefstand von 4,5 Prozent, der Börsenindex Bovespa verzeichnet Rekordwerte von über 110.000 Punkten. Nach der Verabschiedung der dringend notwendigen Pensionsreform im vergangenen Oktober werden noch zusätzlich weitere Modernisierungsschritte bei den Steuern und in der öffentlichen Verwaltung erwartet. Für das laufende Jahr und danach ­rechnen wir daher mit robusten Wachstumsraten von über zwei Prozent p.a.

Israels führende Position als ­internationaler Hub für Inno­vation und Technologien sieht sich auch weiterhin durch die starke Performance des israelischen Hightech Sektors bestätigt. Das für das laufende Jahr 2020 erwartete Wirtschaftswachstum liegt bei drei Prozent; wobei der High­tech-Sektor weiterhin der Hauptantriebsfaktor bleiben wird. Hingegen besteht in den Bereichen Infrastruktur, Umwelttechnologie und in der traditionellen Industrie noch ein Nachholbedarf. So ergeben sich auch im Jahr 2020 in Israel wiederum interessante Chancen für einschlägige österreichische Unternehmen. Aus Technologiesicht bleibt Israel weiterhin ein hervorragender Partner für Hightech-Kooperationen mit österreichischem Know-How.

Während sich das Bruttoinlandsprodukt-Wachstum des laufenden Jahres voraussichtlich bei 0,5 Prozent einpendeln wird, sind die Erwartungen ans neue Jahr deutlich besser: Für 2020 werden bis zu 1,1 Prozent Wachstum prognostiziert, für 2021 sogar 1,6 Prozent. Der Wachstumsschub ist vor ­allem in der deutschen Finanzpolitik begründet: Steuerentlastungen – wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ab 2021 – werden die Konsumausgaben und Investitionen ankurbeln. Dennoch verbleiben auch noch Risiken: Eine Verschärfung internationaler Handelskon­flikte und auch der Strukturwandel der Automobilindustrie könnten der deutschen Konjunktur durchaus auch im laufenden ­Jahre 2020 noch kräftige ­Dämpfer verpassen.

Russland befindet sich derzeit in einer Situation zwischen den Sanktionen und einem Aufschwung: Nach einer Rezession im Jahre 2015 erholt sich die russische Wirtschaft wieder, 2019 mit plus 1,3 Prozent. Russland profitiert von höheren Ölpreisen, hat es aber auch geschafft, den Rubel zu stabilisieren und die Inflation zu senken. Die Sanktionen der EU und der USA bremsen zwar, Russland erhöht aber auch seine eigene Produktion und reduziert so die Import­ abhängigkeit. Investitionen und Lokalisierung bringen Chancen für Exporte österreichischer Firmen für die Modernisierung und Diversifizierung der Industrie und der Landwirtschaft. Das geht von der metallurgischen bis hin zur lebensmittelverarbeitenden Industrie.

Meine Einschätzung der Exportentwicklung Vorarlbergs nach China 2020: Der anhaltende Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten sowie ein gebremster Binnenkonsum werden im vor uns liegenden Jahr 2020 für ein langsameres Wachstum der chinesischen Wirtschaft sorgen. Davon sind auch österreichische Unternehmen direkt oder indirekt betroffen. Zur Dynamik werden andererseits die Industrieautomation, Umwelttechnologien und der Sportund Freizeitsektor beitragen. Die Neue Seidenstraße wird zudem neue Geschäftschancen auf Drittmärkten bieten. Die Reiselust chinesischer Touristen ins Ausland, insbesondere der Individualtourismus, ist ungebremst, ein Umstand, von dem auch Vorarlberg profitieren wird.


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In den Lehrbüchern steht: „Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung.“ Das ist selbstverständlich richtig, vielmehr ist der Wechselkurs aber von großer Bedeutung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes. Das erklärt Karl-Heinz Strube, CIIA, Leiter Asset- und Port­ foliomanagement bei der Hypo Vorarlberg, gegenüber den VN. Und Strube weiter: „Für den Investor, der in fremde Währungen veranlagt, stellt der Wechselkurs ein schwer kalBREGENZ

kulierbares Risiko dar. Wechselkurse können sich schnell und heftig gegen den Euro bewegen. Im Jahr 2019 haben sich die Hauptwährungen gegenüber dem Euro stets für den Euro-Investor entwickelt, d. h., zu möglichen Kursgewinnen kamen noch satte Wechselkursgewinne hinzu. Doch wie könnte es im Jahre 2020 weitergehen?“ Hierzu die folgende Einschätzung für das Jahr 2020.

In den USA stehen Wahlen an Die geopolitischen Risiken sollten nach Prognose der Hypo-Experten im Jahr 2020

an Brisanz verlieren. Zudem stehen die US-Wahlen an, in dessen Wahlkampfzeit eher von keinen erneuten Eskalationen auszugehen sein wird. Damit sollte jedoch ein wesentlicher Treiber der zurückliegenden Stärke des US-Dollar an Schlagkraft einbüßen. Angesichts dessen erwarten wir eine Aufwertung des Euro auf 1,16 US-Dollar per Jahresende 2020.

von einer Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit aus. In diesem Falle sollte sich die Risikoaversion japanischer Investoren wieder etwas legen und diese zu verstärkten Auslandsinvestitionen veranlassen und der Yen könnte wieder an Boden verlieren. Karl-Heinz Strube: „Wir erwarten eine Aufwertung des Euro auf 128 Yen per Jahresende 2020.“

Einigung wäre „pro Euro“ Noch gibt auch bei den JPYWechselkursen der Handelskrieg den Ton an. Im HypoHauptszenario geht Strube

Euro erholt sich zum Franken Der Euro neigt seit geraumer Zeit gegenüber dem Franken zur Schwäche. Die Gemeinschaftswährung sank von über 1,14 Franken im April 2019 im Saldo auf rund 1,09 Franken im Dezember 2019. „Nach unserer Prognose sollte sich der Euro in den nächsten Quartalen gegenüber dem Schweizer Franken indes wieder leicht erholen. Die Rolle des Schweizer Franken als ,sicherer Hafen‘ wird in diesem Szenario weniger gesucht sein. Wir erwarten ein Abflauen der geopolitischen Risiken. Dies sollte eine Erholung des Euro gegenüber dem Franken bewirken, und zwar auf 1,16 Franken per Ende 2020“, so Strube weiter. Daraus zieht Karl-Heinz Strube folgendes Fazit: „Bei einer Entspannung der geopolitischen Risiken ist von einer grundsätzlichen Abwertung des Euro gegenüber den Hauptwährungen auszugehen. Daher sollten Fremdwährungsrisiken bewusst eingegangen werden und es sollte regelmäßig neben der Kursentwicklung des Wertpapiers auch auf den Wechselkurs geachtet werden, besonders im Jahre 2020.“

Karl-Heinz Strube: „Für den Investor stellt der Wechselkurs ein schwer kalkulierbares Risiko dar.“

KONFERENZ

AM BODENSEE

Ausblick 2020: Experte erwartet Aufwertung des Euro auf 1,16 US-Dollar.

D I G I TA LMESSEQUARTIER DORNBIRN

S AV E T H E D AT E # I AW 2 0

Politische Unsicherheiten treiben Devisenmärkte

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Börsenaussichten 2020

Vorarlberger Banker und Wertpapierexperten sind hinsichtlich der Entwicklung der Aktienmärkte im heurigen Jahr positiv gestimmt.

„Ein neues Jahr, ein neues Glück“ so könnte das Motto für 2020 lauten – wenn da nicht die Kombination aus konjunkturellen und geopolitischen Risiken wäre. Nach jahrelangem Aufschwung breiten sich rund um den Globus Ermüdungserscheinungen aus. Für zusätzlichen Sand im Getriebe werden vorerst auch weiterhin die ungelösten Handelsstreitigkeiten und der Austritt Großbritanniens aus der EU sorgen. Vor diesem Hintergrund gehen wir für den Euroraum 2020 von einer Expansion in Höhe von +0,9 Prozent aus. Etwas stärker dürfte sie mit +1,5 Prozent in den USA ausfallen. Besonders hart wird es jedoch das Wachstumswunder China treffen. Dort dürften die avisierten plus 6,0 Prozent nur sehr schwer zu halten sein. Die großen Notenbanken werden sich von ihrer expansiven Geldpolitik nicht abwenden. In Europa dürften Anleger somit nicht vor Ende 2020 mit positiven Zinsen rechnen können. Wir erwarten eine fortwährende Gold-Hausse. Ein Anstieg der Feinunze auf 1600 USDollar liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Hingegen wird der Ölpreis weiterhin nachgeben. In Summe stehen den Märkten auf dem Weg zum Glück auch 2020 einige Stolpersteine im Weg.

Die aktuelle Mischung aus sich abschwächender, aber noch solider Konjunktur, niedrigen Zinsen, guten Unternehmensgewinnen und Unterstützung durch die Notenbanken stimmt mich positiv in Bezug auf die Entwicklung der Aktienmärkte 2020. Das Beibehalten der Niedrigzinsniveaus sowie das Versorgen der Märkte mit Liquidität, lässt uns für heuer auch keine Rezession erwarten. Neben den Konjunkturdaten wird aber auch das Verhalten von US-Präsident Trump im Handelsstreit mit China für den weiteren Verlauf an den Börsen ausschlaggebend sein. Er wird die Wahlen im November für sich entscheiden wollen. Da US-Wähler stark an den Börsen investiert sind, braucht Trump dafür intakte Kapitalmärkte und kann eine anhaltende Schwäche dieser nicht riskieren. Er wird daher bemüht sein, zumindest eine Beruhigung des Konflikts herbeizuführen, um dies als Erfolg für sich verbuchen zu können. In Vorarlberg sehe ich aufgrund der stabilen und diversifizierten Wirtschaftsstruktur sowie der hier tätigen Unternehmerinnen und Unternehmer, die täglich Spitzenleistungen vollbringen, eine weiterhin sehr positive ökonomische Entwicklung.

2019 ist eines der besten Börsenjahre in der jüngeren Geschichte. Gegen Ende des Jahres ließen auch erste Anzeichen auf ein leichtes Anziehen der Wirtschaft sowie Signale der Entspannung im Handelskrieg die Börsen neue Höchststände erklimmen. Auch die Anleihenmärkte konnten signifikant zulegen. Die weiterhin lockere Geldpolitik sowie die zu erwartende Erholung im verarbeitenden Gewerbe sollten die Aktienmärkte im nächsten Jahr immer noch positiv beeinflussen. Dementsprechend erwarten wir ein positives Aktienjahr 2020. Regional sollten europäische Aktien die US-amerikanischen Pendants outperformen, da die Bewertungen von europäischen Aktien derzeit attraktiver erscheinen und die zu erwartende Erholung im verarbeitenden Gewerbe dem zyklischeren Aktienmarkt Europa entgegenkommen sollte. Anleihen scheinen derzeit teuer bewertet zu sein und sollten bei einem Anziehen des verarbeitenden Gewerbes etwas unter Druck geraten. Zudem stellen sie keinen „sicheren Hafen“ dar. Um für die nötige Diversifikation im Portfolio zu sorgen, sollten Anleger daher auch heuer vermehrt auf Gold sowie Alternative Investment-Produkte setzen.

Für das neue Jahr können wir optimistisch sein: Auch 2020 dürfte ein positives Aktienjahr werden. Gründe dafür sind die schwindende Unsicherheit bei der Konjunktur und das Fehlen attraktiver, alternativer Anlagemöglichkeiten. Manche Themen aus dem vergangenen Jahr werden im neuen erneut eine Rolle spielen: So wird der Handelsstreit zwischen den USA und China die Aktienmärkte auch 2020 beschäftigen. China dürfte in der aktuellen konjunkturellen Schwächephase nicht auf Risiko gehen. Auch US-Präsident Donald Trump ist unter Druck, Erfolge einzufahren. Nur so kann er sich im Wahlkampf um das Präsidentenamt als „Dealmaker“ präsentieren. Positiv stimmt auch der Blick auf den zuletzt schwächelnden Industriebereich. Für 2020 rechnen wir speziell in den zyklischen Sektoren mit einer positiven Entwicklung. Alles in allem hat der Aktienmarkt auch im Jahr 2020 Luft nach oben. Die nachlassenden Rezessionsrisiken und die zu erwartenden positiven Entwicklungen im Industriesektor legen das nahe. Anleger können 2020 die Chance wahrnehmen, die erfreuliche Entwicklung an den Aktienmärkten langfristig für sich zu nutzen.

Die Themen von 2019 werden uns auch 2020 an den Börsen begleiten. Aktuell scheint es so, als ob der ungeklärte Brexit und die Handelsdiskussionen zwischen den USA und China an den Handelsplätzen offenbar niemanden mehr verunsichern, doch die Lage bleibt angespannt. Zudem deuten die zuletzt veröffentlichten ökonomischen Daten großteils auf eine Eintrübung hin. Jedoch sollte der sehr robuste private Konsum der Wirtschaft in den nächsten Quartalen dabei helfen, nicht in eine tiefgehende Rezession zu schlittern. Auch die US-Notenbank Fed hat nach den Zinserhöhungen der letzten Jahre wieder Spielraum für konjunkturelle Stimuli. Auf der Anleihenseite warnen wir seit Langem vor der sukzessiven Geldentwertung, die mit dem Nullzinsumfeld einhergeht. Für den Aktienmarkt sind wir langfristig optimistisch gestimmt und werden auch im kommenden Jahr selektiv Kaufgelegenheiten nutzen. Voraussetzung für berechtigten Anlegeroptimismus in einer Rezessionsphase ist, dass Qualität bereits bei der Titelauswahl an erster Stelle stand. Als führender Vermögensverwalter des Landes bieten wir Orientierung in diesem komplexen Anlageumfeld.

Eine milde Erholung der Weltwirtschaft 2020 wurde wahrscheinlicher. Indikatoren zeigen, dass die Weltkonjunktur nicht mehr ganz so rund läuft. Von einer Rezession sind wir aber weit entfernt. Der private Konsum und die niedrige Arbeitslosigkeit stützen die Weltwirtschaft. Die Börsen spiegeln die Zuversicht über den weiteren Konjunkturverlauf wieder. Die Aussicht auf eine Erholung der Weltkonjunktur und ein mögliches Ende des Handelskonfliktes USA/China rücken Aktien auch 2020 in den Mittelpunkt. Das Ertragspotenzial von Dividende plus Gewinnwachstum liegt zwischen sechs und acht Prozent. Als chancenreich werden die Börsen Asiens gesehen. Die USA, Europa, Japan und Zentral- und Osteuropa sollten nicht enttäuschen. Aussichtsreiche Branchen sind Rohstoffaktien, Industrie- und Konsumwerte sowie Finanzwerte. Dass der Bullenmarkt nun schon seit über einem Jahrzehnt anhält, hat den Anlegern überdurchschnittliche Gewinne beschert. Die Alternativen zu Aktien und Aktienfonds sind rar, sieht man von höher rentierenden Unternehmensanleihen im Euro-Raum und in den USA sowie Anleihen der Schwellenländer ab.

Tobias Knoblich, MSc Portfoliomanager, Hypo Vorarlberg

Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender Bank für Tirol und Vorarlberg AG (BTV)

Betr. oec. Gerhard Hamel, Vorstands­ vorsitzender Volksbank Vorarlberg

Wilfried Hopfner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg

Johannes Böhler, Landesdirektor Region Österreich West Schoellerbank

Ines Frei, Private Banking Sparkasse


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Starke regionale Verankerung Banken im Zeichen von Regionalität, Digitalisierung, Sicherheit und Finanzbildung.

BANKEN Vorarlbergs Banken haben sich stets in schweren, herausfordernden Zeiten als krisenfest erwiesen. Regionale Verankerung, regionale Verantwortung und finanzielle Nahversorgung machen sie zu einem zuverlässigen Partner sowohl für die Wirtschaft als auch für die Menschen in Vorarlberg. „Daher sind sie auch ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst, dafür zu sorgen, dass die regionalen Dienstleistungen der Banken und Versicherungen auch im Umfeld veränderter Kaufgewohnheiten den Menschen dabei helfen, sich eine solide Existenzgrundlage zu schaffen“, meint Wilfried Hopfner, Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

„Transformationsprozess“ Hopfner: „Wir leben in einem Transformationsprozess gigantischen Ausmaßes. Das Kundenverhalten hat sich massiv verändert und wird sich aufgrund immer

„Wir bekennen uns dazu, eine Regionalbank zu sein. Umso wichtiger ist uns ­unser Engagement für den ­Lebensraum – auch in ­Sachen Umweltschutz.“ Betr. oec. Wilfried Hopfner Spartenobmann Bank und Versicherung, WKV

besser werdender, noch leichter nutzbarer Angebote in der digitalen Welt noch weiter verändern.“ Nicht nur junge Kunden – alle

Immer mehr Kunden nutzen die digitalen Angebote der Banken und pochen dennoch auf Regionalität.

Kunden würden sich ein solches Angebot von ihrer regionalen Bank erwarten. Der große Vorteil für Vorarlbergs Banken sei, dass man auf moderne Angebote und eine traditionelle Stärke aufbauen könne. „Regionalität und Nähe sind für unsere Kunden wichtig. Nähe gemessen in Kilometern vom Wohnort zur nächsten Bankstelle wird aber definitiv an Bedeutung verlieren. Gewinnen wird dagegen die beziehungsmäßige Nähe. Eine maximale Verbindung zwischen digitaler und analoger Welt über das Motto ,Wir treten in Beziehung‘ ist die große Herausforderung und Chance zugleich.“ Die Finanzbildung der Gesellschaft ist in Zeiten der Digitalisierung und der raschen Veränderungen eine wesentliche Aufgabe der Vorarlberger Banken. Bereits vor 14 Jahren wurde daher der Ausbildungsschwerpunkt für die Handelsakademien „Finanz- und Risikomanagement“ (FiRi) von der Wirtschaftskammer Vorarlberg ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Schüler/innen in praxisorientiertem Unterricht die Grundlagen der Banken und Versicherungen zu vermitteln. 500 Jugendliche haben seit 2005 den Zertifizierungsprozess erfolgreich abgeschlossen, österreichweit haben den Ausbildungsschwerpunkt bereits über 6000 Schüler­Innen besucht

Kampf gegen Cyberkriminalität Um die Sicherheit der Banken sektorenübergreifend in Vorarlberg stetig zu verbessern, wurde bereits 1994 ein interdisziplinäres Expertengremium gegründet. Die Themenfelder reichen dabei von verschiedenen Straftaten im Umfeld der Banken bis hin zur Darstellung kriminalpolizeilicher Phänomene oder konkreten Sicherheitsmaßnahmen. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Fälle in Verbindung mit dem sogenannten Enkel/­ Neffen-Trick sowie der Cyberkriminalität kommt dem Expertengremium weiterhin eine ganz wesentliche Bedeutung zu. „Das durch die Systempartnerschaft aufgebaute gegenseitige Vertrauen ermöglicht insbesondere in Krisenfällen ein rasches und effizientes Handeln, das sowohl den Bankmitarbeitern als auch den Kunden zugute kommt. Wir werden 2020 diese Partnerschaft weiter intensivieren“, erklärt Hopfner.

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Viele Hebel in Gang gesetzt Digitalisierung wird aktiv vorangetrieben – sowohl in Vorarlberger Unternehmen als auch in der Forschungsszene „Die Digitalisierung in Vorarlberger Unternehmen schreitet unaufhaltsam voran. Wir sehen, dass sich überaus viele betriebliche Forschungsund Entwicklungsprojekte, die u.a. von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert werden, mit dem digitalen Wandel beschäftigen“, erläutert Jimmy Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO). „Das Innovationstempo steigt durch erfolgreiche Digitalisierungsprojekte deutlich an.“ An unterschiedlichen Standorten im Land entstehen zusätzlich Initiativen, die diesen Wandel aktiv unterstützen. „Auch dafür sind wir überaus erfolgreich in der Erschließung von Mitteln des Bundes.“ Diese werden verwendet, um neuartige Innovationsumgebungen, Forschungseinrichtungen und Angebote mitzufinanzieren, wie die folgenden Beispiele zeigen. DIGITALISIERUNG

Industrie 4.0-Area Ein bedeutendes Beispiel ist der Aufbau eines der größten Industrie 4.0 Forschungszentren in Österreich, dem „CdPAustrian Center for digital Production“. Ein eigener Zweitstandort des Zentrums, das durch das COMET-Programm der FFG gefördert wird, befindet sich bei VResearch in Dornbirn. Darin befasst sich die Abteilung „Digital Engineering“ von V-Research speziell mit der Digitalisierung von Produktentwicklungsprozessen. Bearbeitet werden Themen zur digitalen Vernetzung bestehender Prozesse bis hin zur Optimierung von Produkten und Abläufen mit Algorithmen der künstlichen Intelligenz. Eng zusammengearbeitet wird u. a. mit Firmen aus Vorarlberg, wie z. B. Liebherr-Werk Nenzing oder IMA Schelling. Daneben ist die verstärkte Kooperation mit der FH Vorarlberg hervorzuheben: „Das ermöglicht uns die Kompetenzen aus digitaler Produktentwicklung und Fertigung zu kombinieren,

Verschiedene Initiativen treiben in Vorarlberg die Digitalisierung voran.

sodass neue Ansätze für Digital Engineering nicht nur theoretisch entwickelt, sondern gleich im Labormaßstab mit der Digital Factory validiert werden können“, so Heinz Seyringer, CEO von V-Research und seit November 2019 auch Forschungsleiter der FH Vorarlberg.

Erstes IoT Textil-Lab Die Entwicklung modernster TextilTechnologien in Vorarlberg gewinnt mit Europas erstem Entwicklungszentrum für intelligente Sensortextilien noch mehr an

„Kooperation ermöglicht uns die Kompetenzen aus digitaler Produktentwicklung und Fertigung zu kombinieren“ Heinz Seyringer CEO V-Research

Fahrt. Das vor Kurzem eröffnete IoT Lab im Millennium Park Lustenau steht prinzipiell jedem Unternehmen aus allen Bereichen offen, um in kürzester Zeit Funktionsprotoypen herzustellen. „Realisiert werden können unterschiedlichste Sensoren und Funktionen für Druck-, Feuchtigkeits-, Vitaldaten-, Vibrations- oder Widerstandsmessungen, um nur einige Beispiele zu nennen“, berichtet Initiator Günter Grabher, Leiter der Smart-Textiles Plattform Austria, die ab jetzt ebenfalls vom Lab aus agiert.

Digital Innovation Hub Um KMU eine weitreichende, leichte Zugangsschiene zu Digital-Know-how zu bieten, wird per Startschuss Jänner 2020 auch ein „Digital Innovation Hub“ gemeinsam mit Tirol und Salzburg geschaffen. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk, in dem Kompetenzen und Leistungsangebote in den Themenfeldern IT-Security und Künstliche Intelligenz gebündelt werden. „In den letzten Jahren ist Bemerkenswertes gelungen. Diese und weitere Aktivitäten helfen, die Aufgabenstellungen der Zukunft zu bewältigen. Sie werden aktiv von v-digital als Koordinationsstelle bei der WISTO unterstützt“, so Jimmy Heinzl abschließend.


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Leben und Arbeiten

In Vorarlberg entsteht eine Vielfalt an innovativen Arbeitsumfeldern.

Die Naturkatastrophen nehmen auch in unseren Breitengraden zu. Die Versicherungswirtschaft reagiert mit neuen Angeboten darauf.

Auch 2020 bleibt nichts „sicher“ Versicherungsunter­nehmen sind auf Herausforderungen im neuen Jahr vorbereitet. Die heimischen Versicherungsunternehmen müssen sich die Frage stellen, wie sie in einem sich ständig verändernden Wettbewerbsumfeld konstant und am Puls der Zeit positionieren können. Was es an Grundkompetenz dazu braucht, bringen sie jedenfalls nicht erst seit gestern verlässlich mit: Kundenorientierung, Effizienz, Beständigkeit und vor allem Reaktionsfähigkeit – denn längst geht es nicht mehr „nur“ um Altersvorsorge, Gesundheit, Schutz in Freizeit und Verkehr, Sicherheit von Eigentum und betriebswirtschaftlicher Tätigkeit. „Der technologische und strukturelle Wandel sowie eine weltweit wachsende Unsicherheit birgt berechtigte Sorgen: Cybercrime etwa ist eines der am stärksten zunehmenden Kriminalitätsfelder, das Betriebe aller Größen zu

­VERSICHERUNGEN

schaffen macht“, sagt ­Robert Sturn, Sprecher der Vorarlberger Versicherungswirtschaft und Stv.-Obmann der Sparte Bank und Versicherung. Vorarlberg war 2019 vor extremen Naturkatastrophen weitestgehend verschont geblieben. Die gute Bausubstanz

„ Cybercrime ist eines der am stärksten zunehmenden Kriminalitätsfelder.“ Robert Sturn Sprecher der Vorarlberger Versicherungen

und der gewohnte Umgang mit ordentlichen Schneemengen hielten die immer öfter auftretenden Schneedruckschäden in finanziellen Grenzen. Andere Bundesländer waren nicht nur von Schneedruckschäden sondern auch von Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen extrem betroffen. Vorarlberg hatte diesbezüglich Glück. Es ist sehr erfreulich, dass nach den derzeit bekannten Informationen bald mit dem Bau des Hochwasserschutzprojekt Rhesi begonnen werden kann. Durch Rhesi werden neben der Verbesserung des Schutzes für Leib und Leben (was ja eigentlich nicht mit Geld bewertet werden kann), der Schutz vor Hochwasserschäden deutlich verbessert. Das Schadenpotenzial liegt bei ca. 10 Milliarden Euro – die zahlreichen Arbeitsplätze in dieser

Region noch gar nicht berücksichtigt.

Bestens geschulte Mitarbeiter Unerlässlich bleiben bestens geschulte Mitarbeiter: Die seit Oktober 2018 europaweit geltende Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) werde vor allem von der heimischen Versicherungswirtschaft vorbildlich umgesetzt. Sie regelt, dass alle Versicherungsvermittler – Außendienstmitarbeiter, Agenturen sowie Makler – jährlich mindestens 15 Stunden Weiterbildung absolvieren müssen. Zudem wurde der Beratungsprozess mit einem verpflichtenden Beratungsprotokoll auf neue Beine gestellt. „Damit bieten wir den Kunden nicht nur eine effiziente Beratung, sondern auch die vom Kunden mit Recht zu erwartende Qualität“, sagt Sturn.

New Work gilt als Megatrend der Zukunft. Der Begriff beschreibt laut dem Trendund Zukunftsforscher Mathias Horx die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten. Auf dieser Basis entstehen vielerorts neue Orte, die Arbeits- und Lebenswelten vereinen. Es sind inspirierende Standorte, an denen sowohl Individualität als auch Kooperation über kreative Wege erfolgversprechend zelebriert werden. Auch in Vorarlberg orientieren sich Quartiersentwicklungen, Revitalisierungen und Neubauten am Konzept, um interessante Arbeitsplätze zu schaffen und das gemeinsame Tun in den Vordergrund zu stellen. „Die Unternehmen in der Region bieten ein hochattraktives Karriereumfeld in den unterschiedlichsten Bereichen. Darüber hinaus entstehen neue Formen der Arbeit und Zusammenarbeit, die das Denken über Unternehmensgrenzen hinweg fördern. Diese neuartigen, besonderen Settings sind von hoher Relevanz für einen modernen Wirtschaftsstandort. Wir werden sie über geeignete Rahmenbedingungen unterstützen und weiterentwickeln“, erläutert dazu Landesrat Marco Tittler. Gleich mehrere aktuelle Beispiele verdeutlichen das Spektrum aufkeimender Initiativen im ganzen Land.

Bregenzerwald, der bereits seit vielen Jahren die Zusammenarbeit der Bregenzerwälder Handwerks- und Gewerbetreibenden fördert. Eine Chance, Innovation und Kooperation im Tischlerhandwerk zu stärken, bietet der erste ComakingSpace in Dornbirn. Das Besondere daran ist, dass selbstständige Handwerker neben dem Zugang zu einer eigenen Arbeits- und Lagerfläche die Möglichkeit erhalten, den Maschinenpark vor Ort gemeinschaftlich zu nutzen. „Die hohen Fixkosten im Tischlergewerbe lassen sich nur über große Auftragsvolumen – meist auf Kosten von Qualität und Kreativität – bewältigen. Deshalb gibt es auch relativ wenig Neugründungen bei Schreinereien. Demgegenüber bietet der ComakingSpace eine unternehmerische Chance für junge Kleinbetriebe“, beschreibt Werner Tauscher, Gründer und Leiter des Comaking-Space, seinen Ansatz, der Anleihen an der sogenannten „sharing economy“ nimmt. „Immer mehr Menschen und Firmen teilen anstatt zu besitzen.“

seinen prämierten Zirbenprodukten auch international Erfolge feiert. Seine Ideen lässt er nicht nur in die Weiterentwicklung seiner Manufaktur einfließen. Auch die Fabrik Klarenbrunn mit ihrem einzigartigen Charakter profitiert als Ganzes davon. Sie wurde zum Anziehungspunkt innovativer und nachhaltig orientierter Unternehmen und Start-Ups, wie SANLight, das herausragende und effiziente LED-Leuchten herstellt oder die Fliesenmanufaktur Karak Fliesen, die sich mit handgefertigten außergewöhnlichen Design-Fliesen positioniert.

„Acceleratoren“ für Start-Ups Daneben gibt es eine Reihe weiterer neu entstehender Standorte, an denen Digitalisierungs-, Innovations- und Vernetzungsinitiativen ihren räumlichen Niederschlag finden. Rege Aktivität geht z. B. von der POSTGARAGE in Dornbirn aus, neue Heimat u. a. der Plattform für Digitale Initiativen, die die digitale Community im Land vernetzt und vorantreibt. Firmenoffen ist ebenso das IoT-Lab in Lustenau, das für die praxisnahe Umsetzung smarter Sensor-Textilien zur Verfügung steht. In Dornbirn eröffnete eben erst der Corporate Innovation Hub „weXelerate am Lindengrund“ der Start-Ups mit Großunternehmen zusammenbringt. Zu nennen ist auch der Verein Plattform V, dessen unternehmensübergreifendes Netzwerk beständig wächst.

Erster Comaking Space Insbesondere aus dem Handwerk heraus entstehen in Vorarlberg gänzlich neue Zugänge. Weithin bekannt ist der Werkraum

Neu interpretiertes Denkmal An einem weiteren Ort erfindet sich das Handwerk immer wieder neu. Einen Namen weit über die Landesgrenzen hinaus errang die Bludenzer Fabrik Klarenbrunn, die von Koje-Chef Christian Leidinger 2016 gekauft und vollständig saniert und revitalisiert wurde. Leidinger selbst gilt als Innovator der Szene, der mit

Werner Tauscher hat den Comaking-Space eröffnet.

Im Comaking-Space arbeiten selbstständige Tischler für sich und bei Großprojekten auch gemeinsam.


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Beratung auf höchstem Niveau und Einkaufserlebnis. Der Vorarlberger Handel (Bild: Fa. Paolini, Feldkirch) überzeugt die Kunden.

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Handel setzt auf Erlebnisse Die Vorarlberger Händler gehen die digitale Transformation proaktiv an.

Die digitale Transformation ist gerade im Einzelhandel sehr dynamisch. Neben neuen Betriebsformen und Erlebnishandel fließt immer mehr Technik in die Verkaufs- und Abwicklungsprozesse ein. „Handel bedeutet Veränderung: Wir sehen die digitalen Märkte als Chance und ermutigen unsere Händler, die digitale Transformation proaktiv anzugehen“, gibt KommR Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) die Richtung vor. Sie ist überzeugt, dass der stationäre Handel nicht an Bedeutung verlieren wird: „Die Digitalisierung bietet interessante Möglichkeiten, um etwa das Kunden- und Warenmanagement zu verbessern oder neue Kundengruppen zu erschließen. Im Kern lebt der Handel aber von Erlebnissen, Produkten zum Anfassen und dem persönlichen Austausch. Wenn also Qualität, Service und Kundenorientierung stetig angepasst werden, sich Unternehmer mit Herzblut und den besten Mitarbeitern ins eigene Geschäft einbringen, lohnen es die Kunden mit Zufriedenheit und Treue.“ HANDEL

Handel ist ein stabiler Arbeitgeber Der Handel ist ein stabiler Arbeitgeber in der Region und eine wichtige Säule unseres Wirtschaftsstandorts. Der stetige Zuwachs an Beschäftigten ist zudem Qualitätskriterium“, erklärt sie. Die über 5.500 Handelsbetriebe in Vorarlberg beschäftigen aktuell 21.300 Arbeitnehmer und bilden rund 830

Seit Jahrzehnten beliefert die Familie Peherstorfer ihre Kunden mit Früchten aller Art.

Lehrlinge aus. Damit zählt der Handel zu den wichtigsten ausbildenden Branchen in Vorarlberg. Die Handelsbetriebe sind gefordert, ihre Mitarbeiter auf künftige Herausforderungen und die damit einhergehenden beruflichen Anforderungen bestmöglich vorzubereiten.

„Mit modernen Ausbildungsmöglichkeiten machen wir die Fachkräfte fit für die digitalen Herausforde­ rungen im Handel.“ KommR Theresia Fröwis Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Neues Ausbildungsangebot „Deshalb legen wir den Fokus auch in diesem Jahr verstärkt auf die Themen Lehre und Ausbildung. Um der Digitalisierung in der Ausbildung der Nachwuchskräfte künftig noch stärker Rechnung zu tragen, wurde im Handel zudem ein fundiertes neues Ausbildungsangebot auf den Weg gebracht: Den Lehrberuf E-CommerceKauffrau/-mann. Damit werden laut Spartenobfrau Fröwis neue Wege im Handel

beschritten: „Dieser Lehrberuf ist eine gute Ergänzung zu den bisherigen klassischen dualen Ausbildungswegen im Einzel- und Großhandel und in das System der kaufmännisch-administrativen Lehrberufe eingepasst.“ Die Absolventen können nicht nur Onlineshops aufbauen und betreuen, sondern auch Webanalysen zum Kaufverhalten durchführen sowie Schlüsse zur Optimierung der Kundenorientierung ziehen. Es werden Statistiken erarbeitet, Datenbanken gepflegt und Berechnungen durchgeführt. „Mit diesen modernen Ausbildungsmöglichkeiten wollen wir die Fachkräfte von morgen fit für die digitalen Herausforderungen machen, denn gut ausgebildete Mitarbeiter sind die beste Visitenkarte für ein Unternehmen“, betont Spartenobfrau Fröwis.


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Ein starker Standort ist kein Zufall

Klimaschutz, Fachkräfte und Entlastung als zentrale Herausforderungen. INDUSTRIE „Unsere Betriebe brauchen ­lanungs- und Rechtssicherheit. Ohne P rasche und nachhaltige Maßnahmen für Österreichs Unternehmen sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter läuft der Standort Österreich Gefahr, vom Rezessionsvirus in Deutschland angesteckt zu werden. Das können und wollen wir uns nicht leisten“, sagt Industrie-Spartenobmann Georg Comploj. Man schaue mit Argus-Augen auf unseren wichtigsten Handelspartner Deutschland, der sich in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befindet. Da Österreichs Wirtschaft eng mit der deutschen verflochten ist, sei es jetzt höchste Zeit, zu handeln. Dazu brauche es gezielte steuerliche und bürokratische Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, damit allen mehr Netto vom Brutto bleibt. Ebenso sind effektive Impulse notwendig, um die Investitionstätigkeit anzukurbeln. Comploj: „Eine kluge Standortpolitik heißt, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten.“ Die gesamte Wirtschaft und Bevölkerung profitieren von unseren internationalen Industriebetrieben im Land. Vorarlberg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in punkto Arbeitsplätze, Kaufkraft und Wohlstand so positiv entwickelt, weil unsere Betriebe und ihre Mitarbeiter als Kernsubstanz einer Volkswirtschaft in Vorarlberg investiert haben und sich so erfolgreich auf den internationalen Märkten behauptet haben. Hinzu kommen die vielen KMUs, mit ihren Mitarbeitern, die gemeinsam mit den Leitbetrieben wirtschaftliche Erfolgsgeschichten geschrieben haben.

Höchste Qualität, Innovation und hoch qualfizierte Mitarbeiter zeichnen die Vorarlberger Industrie aus. (im Bild: Z Werkzeugbau)

Neue Strategien Versorgungssicherheit und Schutz der Arbeitsplätze sind zentrale Themen. Klimaschutz und wirtschaftspolitische Ziele müssen angemessen und ausbalanciert miteinander verknüpft werden, damit Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftsstandort und Beschäftigung als volkswirtschaftliche Ziele stärker in die Betrachtung miteinbezogen werden. Volkswirtschaftliche

und ökologische Ziele stehen keineswegs miteinander in Konflikt. Schon in der Vergangenheit hat es die österreichische Wirtschaft sehr gut geschafft, Energie- und Ressourcenverbrauch vom Produktionswachstum zu entkoppeln.

„Unsere Industriebetriebe leisten den größten Beitrag zur wirtschaftlichen Leis­ tungsfähigkeit im Land und exportieren ihre Produkte in alle Teile der Erde. Georg Comploj Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Um möglichst viele neue Fachkräfte in den Beschäftigungsprozess zu integrieren, braucht es neue Strategien. Der aktuelle und künftige Fachkräftemangel sei dabei nicht nur eine Riesenherausforderung für die Unternehmen, sondern für die gesamte Gesellschaft und das gesamte Sozialsystems, denn der öffentlichen Hand entgehen wichtige Steuereinnahmen. Aufgrund des Fachkräftemangels, aber auch durch die hohe Innovationsorientierung der Vorarlberger Industrie, hat die Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer einen breiten HTL-Beteiligungsprozess mit dem Ziel angestoßen, die technischen Schulen im Land noch besser für die Zukunft zu rüsten. „Für die Wirtschaft und die Menschen im Land ist es entscheidend, dass unsere Schulen auch zukünftig vorne mit dabei sind und beste Bildungsqualität anbieten“, betont Spartenobman Georg Comploj. Großen Handlungsbedarf für 2020 sieht Comploj im qualitativen Angebot, bei den Öffnungszeiten und den Schließtagen der Kinderbetreuung in Vorarlberg.

Vorarlberger Marktführer wie Blum sind auch bei Forschung und Entwicklung top.


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Thema Mitarbeiter bleibt die zentrale Herausforderung Weiterentwicklung der Tourismusstrategie braucht es konkrete Maßnahmen.

TOURISMUS „Wir werden die Projekte und

Prozesse der Tourismusstrategie über 2020 fortführen. Dringend notwendig werden stimmige und passende Strukturen sowie Ressourcen sein. Davon hängt die Fortführung der Strategie in Zukunft ab. Das Thema Nachhaltigkeit braucht ebenfalls noch mehr Engagement. Zudem werden wir den Bereich Digitalisierung als einen weiteren Schwerpunkt definieren“ erklärt Tourismus-Spartenobmann Elmar ­Herburger. Das Thema Fachkräfte der Zukunft ist auf Schiene. Von der Qualität des touristischen Arbeitsplatzes bis zur Akquisition, Kommunikation oder auch Bewerbung auf europäischer Ebene wurden konkrete Projekte erfolgreich gestartet. Bezüglich der GASCHT gibt es schon ganz neue Ideen zur Erweiterung des Portfolios. Herburger: „Wir arbeiten konkret an Sonderangeboten, einer GASCHT-Hochschule sowie Lösungen in der Erwachsenenbildung.“ Vorarlbergs Tourismusbetriebe benötigen im Winter knapp 2000 Mitarbeiter mehr als im Sommer. Der Tourismus boomt überall, doch der Arbeitsmarkt für Mitarbeiter ist begrenzt. Auf das gilt es zu reagieren. Zum einen können die Betriebe selbst durch Investitionen in das Personal aktiv werden, zum anderen sind das Beschreiten neuer Wege in der Mitarbeiterakquisition für die Zukunft des Vorarlberger Qualitätstourismus lebensnotwendig.

Vorarlbergs TourismusDestinationen passen ihre Angebote auch 2020den Gästewünschen an.

Mehr Unterstützung durch die Politik Die Politik setzt für den Tourismus nach wie vor auf den EU-Arbeitsmarkt und erkennt dabei nicht, dass dieses Mitarbeiterpotenzial in der EU immer mehr austrocknet. Die derzeit 258 Saisonkontingente-Bewilligungen reichen bei Weitem nicht aus. Spartengeschäftsführer Harald Furtner: „Wir brauchen daher langfristig neue praktikable Saisonbeschäftigungsmodelle, die auch Mitarbeiter aus Drittstaaten wieder verstärkt miteinbeziehen und die den Betrieben Rechtssicherheit und Planbarkeit geben.“ Zudem fordert

„Entscheidend wird sein, wie das Landesressort Tourismus in personeller und finanzieller Hinsicht künftig für Themen wie Bildung/ Fachkräfte oder Digitali­ sierung im Tourismus aufgestellt sein wird.“ Elmar Herburger Spartenobmann Tourismus, WKV

die Sparte Tourismus eine Anpassung der Rot-Weiß-Rot-Karte an die Bedürfnisse im Tourismus, die mit anderen Branchen

nur bedingt vergleichbar seien. Wer als Mitarbeiter – aufgrund mehrjähriger saisonbedingter Arbeit im Betrieb – zum Stammmitarbeiter wird, sollte automatisch eine Genehmigung bekommen und aus dem Saisonkontingent herausfallen. Die Sparte plädiert für eine Wiedereinführung dieses Modells, das es zwischen 2006 und 2010 bereits gab. Der Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Wachstumsbranche gezeigt. Rund 2500 neue Arbeitsplätze wurde zwischen 2008 und 2018 im Vorarlberger Wintertourismus geschaffen. Der Zuwachs an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirft aber ein zusätzliches Problem auf: „Der Wohnraum für das Personal wird knapp. Das erfordert neue intelligente Wohnkonzepte für unsere Fachkräfte“, sagt Spartenobmann Herburger. Der Spartenobmann wünscht sich zur Weiterführung der Tourismusstrategie konkrete strukturelle und ressourcenmäßige Unterstützung. „Wenn wir das mit Hilfe der öffentlichen Hand schaffen, sind wir ideal aufgestellt“, betont Herburger.


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Handwerk ist guter Dinge für das neue Jahr

WIR GEBEN 8 AUF IHR GELD. UND AUF DIE WELT.

Die gute Auftragslage stimmt positiv – Herausforderungen sind anzupacken. UND

HANDWERK

Für 2020 stehen die Zeichen im Vorarlberger Gewerbe und Handwerk gut. Die Betriebe rechnen nicht nur mit einer guten Auslastung, sondern planen auch mehr Personal ein: „Es müsste nur zur Verfügung stehen“, betont Spartenobmann Bernhard Feigl. Trotz Fachkräftemangel sind bei etwas Geduld durchaus günstige Preise für beste Vorarlberger Handwerksqualität zu bekommen. Der Bedarf an Fachkräften bleibt eine der großen Herausforderungen der Branche, obwohl der größte Arbeitgeber in Vorarlberg – mit mehr als 11.000 Betrieben und rund 33.500 Beschäftigten – langfristig einen sicheren Lebensunterhalt garantiert. „Es gehen uns die Hände aus, nicht die Köpfe! Den Termin beim Rechtsanwalt bekommt man

rasch, aber auf den Installateur muss man schon länger warten – und das wird sich in Zukunft verschärfen“, sagt Feigl. Die aktuelle Blitzumfrage der Bauwirtschaft mit einer Rücklaufquote von 75 Prozent war wieder ein zuverlässiger Indikator: Für das kommende Jahr rechnet die heimische Baubranche mit einer zufriedenstellenden Auslastung, die Auftragslage war im Dezember 2019 um gut neun Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Handlungsbedarf besteht allerdings im Bereich Ressourcen und Deponien. Fehlende Abbau-Bewilligungen für mineralische Rohstoffe machen den Unternehmen zu schaffen. Heimische Ressourcen werden derzeit oft über große Distanzen ins Land geholt. Der damit einhergehende Kostendruck erschwert

„Wir könnten ­sogar weit mehr Aufträge ­annehmen, wenn geeignetes Personal zur Verfügung s­ tehen würde“ Bernhard Feigl Spartenobmann Gewerbe und Handwerk, WKV

es, der Forderung nach leistbarem Wohnraum nachzukommen. Schwierig ist die Situation auch bei den Aushub- und Bauschuttdeponien. Gemein-

Bei der dualen Ausbildung wird im Gewerbe und Handwerk auf Qualität und Qualifikation gesetzt.

sam mit dem Land muss hier dringend eine Strategie ausgearbeitet werden. Immer deutlicher zeichnet sich bei vielen Gewerbe- und Handwerksbetrieben zudem ab, dass „die S18 jetzt umgesetzt werden muss. Denn unsere Handwerker sind mit Sicherheit lieber bei den Kunden, statt sinnlos im Stau zu stehen“, ärgert sich Feigl.

Solide Ausbildung Bei der dualen Ausbildung wird weiterhin auf Qualität und Qualifikation gesetzt: In 1057 Lehrbetrieben werden derzeit mehr als 3200 Lehrlinge ausgebildet. Die Lehre ist an den Bedürfnissen der Arbeitswelt orientiert und bietet eine optimale Verzahnung aus Praxis, fachtheoretischem Wissen und wichtigen Schlüsselqualifikationen. „Junge Menschen, die sich für eine solide Ausbildung entscheiden, haben tolle Berufsaussichten“, betont der Spartenobmann. Nicht nur in punkto Ausbildung werden die Zukunftsthemen Digitalisierung und Modernisierung wörtlich genommen. Das Thema ist wichtiger denn je, vor allem im Zusammenhang mit Onlinemarketing und Verkauf. „Was heute passiert, ist nicht mehr nur ein digitaler Wandel, sondern eine Transformation mit vielen Chancen. Diese müssen wir nützen und entsprechend auch bei der Servicierung ansetzen“, sagt Feigl: Etwa durch das KMUDigital-Förderprogramm oder über die digitalen Werkstattgespräche, in denen relevante Entwicklungen und Möglichkeiten erörtert werden.

Immer mehr Menschen investieren nicht nur nach wirtschaftlichen, sondern auch nach ökologischen und sozialen Kriterien. Unser nachhaltiges Anlagekonzept (8) berücksichtigt diese Wünsche. Als erste Bank Vorarlbergs investieren wir im Rahmen unseres achtsamen Investmentansatzes gezielt in jene Unternehmen, die sich aktiv an der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) beteiligen. Weil Achtsamkeit gute Erträge mit gutem Gewissen bringt. Erfahren Sie mehr über die acht Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage: www.privatebanking.at oder in unserem Private Banking Standort in Dornbirn am Marktplatz.

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31 schaftsaufschwung ist laut IHS nicht zu erwarten, es gebe „weiter beträchtliche“ Abwärtsrisiken für die globale Konjunktur: Eine Eskalation der Handelskonflikte könnte die Weltkonjunktur bremsen, es gebe aber auch die Chance auf eine bessere Entwicklung. Bei den Stimmungsindikatoren habe sich die negative Tendenz fortgesetzt, jedoch gebe es in den letzten Monaten zunehmend Hinweise auf eine Stabilisierung. Auch auf den zuletzt positiven ifo-Index am Mittwoch wiesen die Experten hin – sowohl die Lage als auch die Zukunft wurden rosiger gesehen. Die Einschätzung des internationalen Konjunkturbildes hat sich für das IHS gegenüber der letzten Prognose von Oktober nicht verändert. Die USWirtschaft dürfte 2020/21 um 1,8 bzw. 1,5 Prozent zulegen, nach heuer 2,3 Prozent. Im Euroraum sollten es mit 1,2 bzw. 1,4 Prozent auch mehr sein als die 1,1 Prozent heuer. Die Schwellenländer sind moderat unterwegs, China wächst wohl nur 5,8 bzw. 5,7 Prozent, so wenig wie lange nicht – die Weltwirtschaft um 3,0 bzw. 3,1 Prozent.

„Konjunktur rieselt leise vor sich hin“

Wifo/IHS: Kein Einbruch des Wirtschaftswachstums, allenfalls eine Abschwächung. „Der Kater nach der Konjunkturparty bleibt vorläufig aus“, betonte IHS-Chef Martin Kocher am Donnerstag bei der Vorlage der Prognose für das Wirtschaftsjahr 2020. Wifo-Leiter Christoph Badelt sprach von einem „Dahindümpeln bei niedrigen Wachstumsraten“. Wegen der schwachen Weltwirtschaft, die über die geringere Exportnachfrage vor allem die heimische Industrie trifft, geht das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) für 2019 von 1,7 Prozent realem BIP-Plus aus, nach 2,4 Prozent im Vorjahr – das Institut für Höhere Studien (IHS) von 1,6 Prozent Anstieg. 2020 dürfte der Zuwachs sogar nur 1,2 bzw. 1,3 Prozent betragen. Allerdings dürfte sich – spätestens – im zweiten Halbjahr 2020 eine Erholung WIRTSCHAFTSFORSCHUNG

einstellen, nach einer davor noch weiter gedämpften Dynamik, so das Wifo.

Keine Rezession „Wir bringen keine ganz hohe, aber auch keine schlechte oder unerfreuliche Kunde“, meinte der IHS-Chef. Viele würden eine Krise, eine Rezession „herbeireden“, aber „das Gegenteil ist der Fall. Leise rieselt die Konjunktur so vor sich hin.“ Auch sein Haus rechnet im Lauf des Jahres 2020 wieder mit einer etwas beschleunigten Konjunkturdynamik. Für 2021 dürfte dann mit +1,4 bzw. +1,6 Prozent ein etwas stärkeres Wachstum bevorstehen, lauten die Annahmen von Wifo und IHS. Eine Rezession drohe nicht, betonten beide Experten. Nur der Sektor Industrie sei

für sich genommen bereits in einer technischen Rezession. Durch die nur mäßige Konjunkturdynamik nimmt der Aufbau der Beschäftigung ab und der Abbau der Arbeitslosigkeit gerät ins Stocken. Damit ist laut Wifo auch 2021 zu rechnen. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung dürfte kommendes Jahr – nach heuer 7,3 Prozent – auf 7,4 Prozent steigen und dort 2021 verharren, sagt das Wifo, das IHS sieht je 7,5 ­Prozent für 2020 und 2021. Schon seit Frühjahr 2018 läuft der Konjunkturmotor langsamer – doch ist nun auch eine Zweiteilung zu beobachten: Das verarbeitende Gewerbe, also die Industrie, befindet sich in einer Rezession, während der Dienstleistungssektor nach wie

vor mit hohen Zuwachsraten expandiert, so das Wifo. Auch das IHS fragt sich, ob die Schwäche der Industrie auf die noch robusten Dienstleister überspringen kann. Je länger die Schwäche der Industriekonjunktur anhalte, umso größer werde die Wahrscheinlichkeit eines Übergreifens, meinte das Institut für Höhere Studien (IHS) bei der Vorlage der neuen vierteljährlichen Konjunkturprognosen. Die Diskrepanz zwischen den beiden Sektoren bestehe schon „untypisch lange“, betont das Wifo – was die Frage aufwerfe, ob und wann die Schwäche des verarbeitenden Sektors auf die Dienstleister übergreifen könne. Die positiven Einschätzungen für die Dienstleister würden noch überwiegen, doch hätten sich die Industrie-Einschätzungen deutlich verschlechtert. Gesamtwirtschaftlich zeichne sich für Frühjahr 2020 „noch keine durchgreifende Besserung“ ab, so das Wifo. Jedoch gebe es auch keine Hinweise auf eine ausgeprägtere Rezessionstendenz. Die Konjunktur werde von einer anhaltend lebhaften Binnennachfrage getragen. Dabei präge ein weiter stabiler Konsum der Privathaushalte die Dynamik – gestützt

auf stabile Zuwächse der verfügbaren Haushaltseinkommen. Der Privatkonsum dürfte – nach 1,5 Prozent 2019 – 2020 und 2021 um je 1,6 Prozent zunehmen. Österreichs Exporte werden den beiden Instituten zufolge zwar weiter expandieren, aber nur mäßig. Die Exportdynamik dürfte 2020 weiter verhalten bleiben, so das Wifo – es dürfte die Exportdynamik aber schon im Frühjahr 2020 „im Einklang mit der internationalen Konjunktur“ ihren Tiefstand erreicht haben „und sollte in der Folge wieder etwas an Schwung gewinnen“. Nach +2,8 Prozent heuer werden die Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Einschätzung des Wifo 2020 und 2021 real um 2,3 bzw. 2,9 Prozent steigen.

Unsicherheit im Außenhandel Die außenwirtschaftlichen Risiken der aktuellen Prognose seien „verstärkt abwärtsgerichtet“, erklärte das Wifo. Neben den Unsicherheiten bezüglich künftiger Handelsschranken für den Warenhandel mit den USA würden wirtschaftspolitische und auch geopolitische Risiken den Ausblick dämpfen. Die binnenwirtschaftlichen Risiken seien aber „in Summe aufwärtsgerichtet“. Ein rascher Weltwirt-

Arbeitslosigkeit steigt Auf Österreichs Arbeitsmarkt schlägt sich die Konjunkturabschwächung deutlich nieder, erklärt das Wifo. Schon heuer habe sich die Beschäftigungsdynamik verringert und der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamt. Das Arbeitskräfteangebot werde weiter steigen, durch eine höhere Erwerbsquote älterer Arbeitskräfte und eine kontinuierliche Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen. Den Preisauftrieb sehen beide Institute nur schwach. Das IHS geht für 2020 von 1,7 Prozent (das Wifo von 1,6 Prozent). Grund ist die gedämpfte Energiepreisentwicklung. Das EZB-Ziel einer Eurozonen-Inflationsrate von nahe an zwei Prozent nehmen beide Experten locker. Die Marktteilnehmer würden an das Ziel nicht mehr glauben, meinte Kocher: „Die EZB hat sich zwischen den Zeilen schon etwas davon verabschiedet.“ Ein neues Ziel müsse man „gut überlegen“. Aus seiner Sicht würde aber „reichen zu sagen, dass knapp unter zwei Prozent nicht 1,8 oder 1,9 sein muss, sondern dass es auch 1,5 Prozent sein können“. Der frühere Präsident Mario Draghi habe das „eng definiert“. Badelt erinnerte daran, dass das 2-Prozent-Ziel aus einer Zeit herrühre, als man eher eine Deflation in der Eurozone befürchtete und bezeichnete es als „Irrglaube“, dass die Zinsen vor allem wegen der EZB niedrig seien: „Es gibt weltweit einen Kapitalüberschuss.“


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