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Wald Zeitung

Ausgabe 08

Winter 2020/21

www www.waldverein.at

Schöne Wälder – Spiel mit Licht und Schatten

9 weniger bekannte Nadelbäume Vorarlbergs

Drei Fragen zum Plenterwald

Vitamin N – Geschenk Natur

Nachhaltige Holznutzung im Plenterwald

Mammutbäume, Parkbewohner und weihnachtliche Klassiker

Drei Persönlichkeiten geben Antworten

Grünkraft im digitalen Zeitalter!


Wald Zeitung Winter 2020/21

Plenterwald – Spiel mit Licht und Schatten Die achte Auflage der Wald Zeitung hat als Schwerpunkt das Thema Plenterwald gewählt. Warum? Weil der Plenterwald, der als edelste Form der Dauerwaldbewirtschaftung gilt, aufzeigt, wie integrative Waldbewirtschaftung optimal funktionieren kann. Darunter versteht man, dass alle von uns vom Wald erwarteten Funktionen auf ein und derselben Fläche ideal erfüllt werden können. Die im Bregenzerwald aus der bäuerlichen Kleinwaldbesitzstruktur entstandene Form der Waldnutzung schafft es, neben der Bereitstellung des wunderbaren Rohstoffes Holz auch Natur- und Klimaschutz zu

leisten. Zudem wird auch die Schutzund Wohlfahrtswirkung des Waldes optimal gewährleistet. Der Dauerwald mit all seinen möglichen Varianten und Facetten kann somit alle Erfordernisse und Ansprüche, die wir in Zeiten des Klimawandels stellen, optimal erfüllen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe, außerdem Gesundheit und erholsame Momente im Wald!

MAG. WALTER AMANN Obmann Waldverein Vorarlberg

Vorwort

Wald im Klimastress Die Klimakrise bewirkt eine tiefgreifende Irritation des forstlichen Erfahrungsschatzes. Das Hauptproblem ist jedoch: Kann die Erwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzt werden? Und der Wald? Er musste sich nach der letzten Eiszeit immer wieder neu erfinden. Heute allerdings rennt uns die Klimaänderung davon. Wie soll da die Anpassungsfähigkeit der Wälder mithalten? Was können, was müssen wir tun? Wir müssen Baumarten mit mehr Trockenresistenz und tief wurzelnde, sturmfeste Baumarten fördern, vorhandene Baumartenmischungen zusätzlich „anreichern“ als Investition in die Klimazukunft. Ja, das allein ist schon eine gewaltige Herausforderung in einer Zeit, in der auch in Vorarlberg Dürreschäden, Buchdrucker, Windwurfschäden und Co zunehmen. In dieser Bedrängnis halte ich sehr viel von einem besonderen „Helfer“, den wir zur Verfügung haben. Jeder intakte Wald ist nämlich ein dynamisches Ökosystem. Das ist ein riesiger

Schatz, den man nicht „herstellen“ kann. Ein intaktes Waldökosystem liefert beständiges Wachstum, erlaubt nachhaltige Holznutzung, bringt natürliche Verjüngung aus den Samen der Baumarten, Sträucher und krautigen Pflanzen, nährt Wildtiere, deren Dichte ökosystemgerecht sein muss (nicht nur: sein soll), erneuert seinen Nährstoffpool durch ständiges Recycling abgestorbener Biomasse und Humusbildung. Ähnlich wichtig ist der Wasserhaushalt. Die organische Substanz des Waldbodens kann das Drei- bis Fünffache ihres Eigengewichtes an Wasser festhalten. Intakte Wälder haben ein spezifisches Waldinnenklima entwickelt, das sich wesentlich unterscheidet vom Freilandklima. Schließlich haben solche Wälder einen hohen Grad an Selbstregulierung im Sinne von Anpassung an neue Umweltbedingungen. Blickt man auf andere Bundesländer, so hat das Land Vorarlberg durch seine bisherige Tradition in der Waldbewirtschaftung eine ziemlich gute Ausgangsposition. Für die Forstleute geht

Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Vorarlberger Waldverein, Geschäftsstelle Rathaus Dornbirn, Rathausplatz 2, 6850 Dornbirn, T +43 (0)5572 306-5500 · Konzeption und Gestaltung: Baschnegger Ammann und Partner, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Beratung: Amelie Baschnegger · Art Director: Sandra Maria Pöltl · Redaktion: Walter Amann, Andreas Amann, Thomas Ölz, Monika Moosbrugger, Christian Natter, Dorothee Glöckle · Redaktionsadresse: Baschnegger Ammann und Partner, „Wald Zeitung“, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Lektorat: Merle Rüdisser · Bildbearbeitung: www.profiler.cc · Druck: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach · Bildnachweise: Seite 02: Eckart Senitza · Seite 04–05: LK Vorarlberg Thomas Ölz · Seite 06: Christian Natter; Herbert Dünser · Seite 07: Illustration: Nikola Cazzonelli · Seite 08: Walter Amann · Seite 10: HBF / Karlovits; Dietmar Mathis; Dorothee Glöckle; Christian Natter · Seite 11: Johannes Fink; Sutter Holzbau · Seite 12: Andreas Amann · Seite 13: Elisabeth Gaus; Isolde Pfefferkorn · Seite 14: Andreas Hauser · Seite 15: Doris Zimmermann; Küblereigenossenschaft Laterns; Vorarlberger Hafner, Hubert Ratz · Seite 16: Conrad Amber · Stockbilder: AdobeStock, Shutterstock · Mit finanzieller Unterstützung aus dem „Holzwerbecent der Vorarlberger Waldbesitzer“ und KLAR! Vorderwald-Egg, Papier aus nachhaltigen Quellen. Titelbild: Plenterwaldstrukturen in Langenegg, Foto LK Vorarlberg Thomas Ölz

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es um die Beachtung und Rückgewinnung der Stärken, die dem Wald als Ökosystem eigen sind, darum, am konkreten Waldort herauszufinden, welche ökosystemaren Eigenschaften wirksam sind und welche gestört. Es empfiehlt sich, die Bewirtschaftung gezielt darauf aufzubauen. Dauerwaldstrukturen, in denen niemals ganze Waldflächen auf einmal abgeerntet werden, könnte man in Hinblick auf Ökosystem-Pflege als Best Practice bezeichnen. Plenterwälder sind hervorragende Beispiele dafür. Ökosystem-Pflege, eine gewaltige forstliche Hausaufgabe für Wälder!

UNIV.-PROF. I. R. DR. JOSEF SPÖRK

Mitgliedschaft Vorarlberger Waldverein inkl. Abo der Wald Zeitung Wenn Sie das Thema Wald interessiert, würden wir uns freuen, Sie als Mitglied des Vorarlberger Waldvereins begrüßen zu dürfen. Einfach anmelden unter www.waldverein.at oder info@waldverein.at


Wald Zeitung Winter 2020/21

Inhalt Seite 6

Seite 4

Schöne Wälder

Nachhaltige Holznutzung mit „urwaldähnlicher“ Waldbewirtschaftung ······ Seite 6

Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftung ······

Lernorte für naturnahe Waldbewirtschaftung ······ Seite 7

9 weniger bekannte Nadelbäume Vorarlbergs

Seite 4

Mammutbäume, Parkbewohner und weihnachtliche Klassiker ······ Seite 8

Plenterwald in Langenegg

Seite 8

······ Seite 10

Drei Fragen zum Plenterwald in unserem Land Seite 10

······ Seite 11

„kumm ga luaga“ – H Holzbau ist aktiver Klimaschutz Mit Wald und Holz Klimasünden reduzieren

Seite 7

······

Seite 12

Erholung im Wald – Die Chance in der Krise ······

Seite 13

Vitamin N: Das Geschenk Natur ······

Seite 14

Zahlen, Daten Daten,, F Fakten akten ······

Wussten Sie, dass … ······ Seite 15

Küblerei in Laterns – Herstellung von Holzgeschirr ······

Webtipp ······

Produkt-Tipp

Seite 12

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Schöne Wälder Von BesucherInnen werden „Plenterwälder“ als besonders schöne Wälder wahrgenommen und oft als urwaldähnlich empfunden. Beides stimmt natürlich, aber es gibt auch Unterschiede.

Vorbildhaft in Vorarlberg: nachhaltige Holznutzung mit einer urwaldähnlichen Waldbewirtschaftung

Als ganz besonderer Waldbesucher war letztes Jahr der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen überwältigt von der Ästhetik eines Plenterwaldes bei Krumbach im Bregenzerwald. Der Mischwald mit Fichte, Tanne und Buche ist auf kleinster Fläche mit der rV Verjüngung, der Mittel- und der Baumschicht gestuft. estuf estuft. Diese Strukturen sind nicht nur urwaldähnlich und schön, sondern bieten viele Vorteile in der Waldbewirtschaftu haf ng. haftu

Störung wieder gut und schnell regenerieren. Und das wird dann in der Wissenschaft und Forschung als hohe Resilienz in einem System bezeichnet. Im Plenterwald können, selbst wenn große Bäume durch einen Orkan geworfen werden, die bereits vorhandenen Jungbäume aus der Mittelschicht schnell an deren Stelle treten. Das ist besonders in Schutzwäldern wichtig, weil uns dadurch große unbewaldete Flächen erspart bleiben. Solche Kahlflächen kennen wir im Plenterwald nicht.

Kleine Lichtschächte und Weißtanne In der Waldbewirtschaftung ist Licht das wichtigste Steuerungsinstrument. Lichtbaumarten wie Lärche oder Eiche sind daher nicht für die Plenterwaldbewirtschaftung geeignet, weil die Lichtschächte eher klein und die Bestände mehrschichtig aufgebaut sind. Die Fichte als häufigste Baumart Vorarlbergs tritt

In einem Urwald würde die Plenterphase nur einen relativ kleinen Zeitabschnitt in einer mehrhundertjährigen Entwicklung darstellen. Mit einer laufende auf aufende n kleinflächigen Nutzung wird die Urwald-Plenterphase dauerhaft rhaf rhaft erhalten. Und das Geniale dabei: Es wird auf die natürliche Verjüngung und die natürliche dynamische Waldentwicklung gesetzt. Ziel ist es, möglichst wenige waldbauliche Eingriffe if iffe machen zu müssen. Daraus ergibt sich auch ein Teil des wirtschaftlichen Vorteiles: Die Kosten, die sonst für eine künstliche Waldverjüngung oderr ffür Pflegemaßnahmen aufgeauf wendet werden müssen, fallen weg.

Hohe Resilienz Ein zweiter zentraler wirtschaftlicher Vorteil liegt in der Betriebssicherheit. Diese Wälder sind nicht nur gegenüber Windwürfen und biotischen Schäden wie Borkenkäferkalamitäten wesentlich widerstandsfähiger, sondern sie können sich auch nach einer eingetretenen

Für die klimafitten Waldstrukturen braucht es eine aktive Waldwirtschaft.

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als Halblicht-/Halbschattbaumart anteilmäßig in den Plenterwäldern hinter die Tanne zurück. Die Weißtanne ist die klassische Plenterwaldbaumart, da sie sehr schattenertragend ist. Beide liefern wertvolles Bauholz. Die ebenfalls schattenertragende Buche trägt zur Stabilität bei und bringt mit dem relativ leicht zersetzbaren Laub eine sehr nützliche bodenpflegliche Komponente mit ein. Zudem sind vielerorts heimische Mischbaumarten wie beispielsweise der Bergahorn oder die seltenere Eibe im Plenterwald vertreten. Diese Baumartenmischung ergibt zusammen mit der sehr kleinflächigen Struktur einen Lebensraum für eine extrem hohe Vielfalt an Arten, die sogar wesentlich höher als in Urwäldern ausfallen kann.

Klimafitter Wald und klimafreundliches Bauen

Die schattenertragende Weißtanne bringt stabile Strukturen.

Voraussetzungen für Plenterung ERSCHLIESSUNG Von Naturschutzseite wird dies zwar immer wieder kritisiert, aber eine Voraussetzung für diese sehr naturnahe Waldbewirtschaftung stellt eine gute Erschließung mit Forststraßen und Rückewegen dar. Die Holzernte im Plenterwald sollte sehr kleinflächig und regelmäßig erfolgen. Die Holznutzungen können damit wirtschaftlich, bodenschonend und ohne größere Schäden an der nachkommenden Verjüngung durchgeführt werden. TRAGBARER WILDEINFLUSS Im Plenterwald liegen von der dicht bestockten Fläche bis zur kleinen Lichtung räumlich alle Bestandesphasen eng beieinander. Mit der Nahrung in der Kraut- und Strauchschicht und den vorhandenen Rückzugsgebieten ergibt sich ein wildökologisch sehr attraktiver Lebensraum. Gleichzeitig stellt die ausreichende natürliche Verjüngung aller Baumarten des Plenterwaldes eine Grundvoraussetzung dar. Ein künstliches Aufhegen aus jagdlichen Interessen, das zu einem „Wegfressen“ der jungen Pflanzen führt, steht dem Prinzip der Plenterung diametral entgegen. Eine ökologisch orientierte Jagd mit einer lebensraumangepassten Wildstandsregulierung spielt also eine entscheidende Rolle.

Für die zukünftigen Herausforderungen mit der Klimaänderung stellt die Plenterwaldbewirtschaftung neben allen anderen naturnahen Waldbewirtschaftungsformen eine gute, stabile Basis für einen klimafitten Wald dar. Auch die Integration sogenannter Gastbaumarten wie beispielweise der Douglasie oder des äußerst schattenertragenden Riesenlebensbaums bietet neue Möglichkeiten und Herausforderungen im Plenterwald. Sehr viel CO2 wird im Wald gebunden, und mit der laufend

Zahlen aus der Plenterwaldstudie Leiblachtal – Pfänder – Vorderer Bregenzerwald der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): + 87 % Wälder mit mehrschichtiger und plenterwaldartiger Struktur + durchschnittlicher jährlicher Zuwachs von 12,26 Vorratsfestmetern/Hektar + Totholzmenge liegend und stehend: 35,1 m³/Hektar (zum Vergleich österreichische Waldinventur für Österreich gesamt: 20,6 m³/Hektar)

nachhaltig möglichen Holznutzung kann die CO2-Speicherung im Holzprodukt verlängert werden. Ein hochwillkommener Effekt ergibt sich auch durch die Substitutionsmöglichkeit von anderen klimaschädlichen und CO2intensiven Baustoffen.

Plenterwald-Fibel 50 Seiten stark und in einem Format, das gut in jede Hosentasche passt, ist die vom Land Vorarlberg herausgegebene, nagelneue Plenterwald-Fibel: ein kleines Waldhandbüchlein, das interessierten WaldeigentümerInnen Lust machen soll auf die Plenterwaldbewirtschaftung. Mit kurzen Texten und anschaulichen Darstellungen und Bildern werden die Grundzüge der Plenterung erklärt.

Aktuell ist, aufbauend auf der Plenterwald-Fibel, die Entwicklung einer Plenterwald-App gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur in Arbeit. Sie wird der/dem WaldeigentümerIn mit wenigen und einfach zu erhebenden Parametern praktische Empfehlungen für die Plenterwaldbewirtschaftung geben können.

Mit einfachen Mitteln – einer Messkluppe und Schreibzeug – kann die Die Plenterwald-Fibel ist bei der Abteilung ForstDurchmesserverteilung der Bäume wesen im Amt der LandesrePlenterwälder sind bewirtschaftete ermittelt werden. Die Baumdurchgierung T +43 (0)5574 511 25305 erhältlich oder Wälder. Folglich ist es wichtig, die messer aller Bäume einer Probefläunter www.vorarlberg.at/ Entnahmekriterien bei der Holzausche werden dabei gemessen und zu plenterwald abrufbar. zeige und Fällung von Bäumen gut sogenannten Durchmesserklassen zu kennen. Eine wichtige Rolle spielen Wälder zusammengefasst. Ergibt sich eine Kurve, die für eine große Anzahl von Tieren und Pflanzen. einer Sprungschanze ähnelt, die zunächst steil Totholz ist für viele Insekten die Lebensgrundist und dann flach ausläuft, dann kommt das lage, wie eine artenreiche und üppige Krautder Struktur eines Plenterwaldes schon ziemund Strauchschicht und Naturverjüngung von lich nahe. Bäumen für wildlebende Tiere Nahrung und Lebensraum bieten. Darauf wird in der Fibel Wer sich über die Fibel hinaus im Plenterwald genauso eingegangen wie auf die Anpassungsvertiefen möchte, kann sich an die örtlich fähigkeit der Plenterwälder im Hinblick auf die zuständigen Waldaufseher wenden oder findet klimatischen Änderungen. in der forstlichen Fachliteratur etliche Publikationen dazu. Als Klassiker gilt „Der Plenterwald“ Das Schöne an dieser Form der Waldbewirtschafvon Jean-Philippe Schütz. tung ist, dass bei entsprechenden Rahmenbedingungen keine Kosten für die Baumpflanzung und Als Bundespräsident Alexander Van der Bellen Waldpflege entstehen, sondern durch regelmäim Rahmen der Eröffnung der Bregenzer Festßige, aber sehr sorgsam und kleinflächig durchspiele 2019 vom Zauberwald sprach, war er geführte Holznutzung die Struktur der Plentertags zuvor in einem Plenterwald in Krumbach. wälder gefördert bzw. erhalten wird. Sie liefern damit wertvolles Holz, das laufend nachwächst. Sein Eindruck täuscht keineswegs!

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Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftu haf ng haftu Unter naturnaher Waldbewirtschaftung versteht man eine Wirtschaftsweise, welche sich in hohem Maße die natürlichen Abläuf Abläufe im Ökosystem zunutze macht bzw. diese berücksichtigt. Dadurch haben die Wälder eine höhere Widerstandskraft gegenüber den verschiedenen Naturereignissen und für die Bewirtschafter entstehen weniger Kosten und Risiken. Naturnahe Waldbewirtschaftung setzt auf Arten- und Strukturvielfalt urvielf urvielfalt in den Wäldern und berücksichtigt neben Ertragszielen auch die Zusammenhänge im Ökosystem inklusive Bodenfunktionen.

Natürliche Verjüngung aller Baumarten

P ege des Bodens Pfl als Wasser- und Nährstoffspeicher

Zentraler Punkt der naturnahen Waldbewirtschaftun haf haftun g ist die natürliche Verjüngung der am jeweiligen Standort bewährten Baumarten sowie die Anreicherung derr W Waldökosysteme mit zusätzlichen passenden Baumarten, welche gut an künf ge Klimabedingungen angepasst sind. künfti Für das Keimen und dA Aufkommen der reichlich produzierten Samen sind je nach Baumart bestimmte Boden- und Lichtverhältnisse Voraussetzung. Die „Handwerkskunst“ der FörsterInnen liegt in der geschickten Steuerung der Lichtverhältnisse durch verschiedene Waldbaumethoden bzw. Eingriffsstärken bei Durchforstung und Holzernte.

Ein wesentliches Element der naturnahen Waldbewirtschaftung ist die Bodenpflege. Der Boden ist Wasserspeicher und Nährstofflieferant für Pflanzen und damit Grundlage für Wachstum und Ertrag. Ziel der Bodenpflege ist die Begünstigung einer guten Wasserspeicherung und der Nährstoffverfügbarkeit. Bodenverdichtung durch unsachgemäßes Befahren sowie Nährstoffentzug durch Erosion, Ausschwemmung und Entnahme von Ast- und Laubmaterial verschlechtern die Bodenfunktionen. Eine Beschattung des Bodens durch Sträucher und Jungbäume sowie Mischbaumarten verbessern den Boden.

Gleichgewicht von Lebensraum und Wildtierbeständen Eine naturnahe eW Waldbewirtschaftun af aftun g bietet auch ausreichende und attraktive Lebensräume für Wildtiere. Deren Bestände müssen aber in einer Kulturlandschaft so reguliert werden, dass sie im Gleichgewicht mit dem Lebensraum sind und nicht ihre eigenen Nahrungsgrundlagen bzw. Wohnhabitate zerstören. Dies tritt ein, wenn Wildbestände länger über der natürlichen Lebensraumkapazität gehalten/gehegt werden. Der Verbissdruck wird dann so groß, dass Mischbaumarten als natürliche Äsung und Unterwuchs als stressarmer Wohnraum verloren gehen.

Lernorte für naturnahe Waldbewirtschaftung Lernen im „Klassenzimmer Wald“ macht Spaß. Zwei neueröffnete Anschauungsbeispiele zum Thema dürfen wir hier vorstellen:

Lernort Plenterwald Langenegg Langene

Wald-Wissen-Weg ssen-W Schnifi ssen-Weg Schni s

Wegbeschreibung: Langenegg Richtung Krumbach, gegenüber Hotel Krone vorbei am Tennisplatz und entlang des Güter- und Forstweges ins Waldgebiet „Nord“.

Wegbeschreibung: Der Weg beginn beim Fallersee und erstreckt sich über eine Länge von 3,7 km auf Forst- und Spazierwegen um den Tschanischawald. Die Wassertrete am See und das Blockhüsle mit herrlichem Blick auf Schnifis laden zum Verweilen ein.

Der Plenterwald in Langenegg ist ein Beispiel für eine erfolgreiche und naturnahe Waldbewirtschaftung. Bäume aller Altersklassen und Höhenstufen wachsen hier nebeneinander. Die Hauptbaumarten im Plenterwald Langenegg sind Weißtanne, Fichte und Buche. Im Plenterwald wird in der Regel keine Pflanze gesetzt, sondern der Wald verjüngt sich selbst. Diese Bewirtschaftungsform erfordert hohes Können und sorgfältige Pflege. Es ist dies die Bewirtschaftungsform, die der Natur am nächsten kommt, denn vom Keimling bis zum Baum wachsen alle Bäume auf derselben Fläche.

Auf den Hinweistafeln werden die von der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg betreuten Waldbestände sowie die vorkommenden Baumarten und die waldbaulichen Ziele beschrieben. Der Weg ist frei zugänglich und für jedermann kostenlos nutzbar. Vor allem für Schulklassen mit waldpädagogischer Begleitung ist dies ein sinnvolles und lehrreiches Angebot, um den Schulunterricht vom Klassenzimmer in den Wald zu verlegen. Bei Fragen: Forstarbeiter und Waldpädagoge Günter Dünser guenter.duenser@gmail.com, T +43 (0)680 1222 188, www.duenser-wald.at Initiative von Günter Dünser, Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg und KLAR! Im Walgau

Bei Fragen: Waldaufseher uf ufseher Egon Schelling egon.schelling@vorarlberg.at, T +43 (0)664 6255 629 Projekt der KLAR!-Region Vorderwald-Egg

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9 weniger bekannte Nadelbäume Vorarlbergs Unsere Nadelbäume sind – mit der Lärche als Ausnahme – im Winter grün. Hier sind Kurzporträts von Nadelbäumen, die in Vorarlberg wachsen.

Atlaszeder (lat. Cedrus atlantica) DIE PARKBEWOHNERIN

Riesenlebensbaum (lat. Thuja plicata) DER SCHATTENERTRAGENDE

Douglasie (lat. Pseudotsuga menziesii) DIE HÖCHSTE

Die Zeder fristet in Vorarlberg ihr Dasein hauptsächlich in Parks. Lohnenswert ist hier ein Besuch des Areals hinter dem Palais Thurn und Taxis in Bregenz mit vielen Baumarten, unter ihnen eine mächtige Atlaszeder. Zu finden: Bregenz, Park Thurn und Taxis

Der Anbau von fremdländischen Baumarten war Ende des 19. Jhdts. zunächst neu, dann aber schnell „in Mode“. Die Riesenlebensbäume im Bregenzer Stadtwald wachsen in schöner Qualität und sind daher sehenswert. Zu finden: Bregenzer Stadtwald

140-jährige Douglasien im Bregenzer Stadtwald sind mit 58 Metern Höhe die höchsten Bäume Vorarlbergs. Ihre Nadeln duften, wenn man sie reibt, nach Orange. Zu finden: Bregenzer Stadtwald

Weißkiefer, Föhre (lat. Pinus sylvestris) DIE LICHTHUNGRIGE

Der Kiefernbestand am Pfänder ist eine Rarität. Im Kronenbereich großer Föhren entwickelt sich am Stamm eine fuchsrote sogenannte Spiegelrinde. Diese lässt sich wie feines Pergament abziehen. Zu finden: Hörbranz, zwischen Backen- und Lutzenreute

Eibe (lat. Taxus baccata) DIE GIFTIGE

Vielfach um Burgen und Schlösser zu finden, da ihr wertvolles Holz früher für Bögen und Armbrüste verwendet wurde. Das meiste der Eibe mit Ausnahme des roten Samenmantels ist giftig. Zu finden: Feldkirch-Tosters, St. Corneli

Riesenmammutbaum (lat. Sequoiadendron giganteum) DER RIESE

Nordmanntanne (lat. Abies nordmanniana) DIE WEIHNACHTLICHE

König-Boris-Tanne (lat. Abies borisii-regis) DIE KÖNIGLICHE

Spirke (lat. Pinus mugo ssp. uncinata) DIE SELTENE

Als Klassiker unter den Weihnachtsbäumen ist sie unserer Weißtanne in vielem sehr ähnlich. Ihr Grün mit dichtstehenden Nadeln und Ästen wird zur Weihnachtszeit viel besungen. Zu finden: Rankweil, Landesforstgarten

Eine der heimischen Weißtanne ebenfalls sehr ähnliche Art aus der Familie der Tannen. Ihre ursprüngliche Heimat ist der Balkan. Sie erträgt Trockenheit und Hitze geduldig. Zu finden: Satteins, Krist (BOKU-Versuchsanbauflächen)

In Kooperation mit und unterstützt von der Klimawandel-Anpassungsmodellregion (KLAR!) Vorderwald-Egg. Weitere Infos unter would2050.at Poster zum Download unter waldverein.at Seite –7–

Mammutbäume zählen zu den höchsten und mächtigsten Bäumen der Erde und stehen in Vorarlberg mancherorts in Parks. Sie erreichen ein biblisches Alter und könnten aus der Bronzezeit berichten. Zu finden: Dornbirn, Gütle

Die Spirke besiedelt Schuttflächen von Kalk- und Dolomitgestein und mancherorts Moorränder. An heißen Tagen duftet der Bärenwald in Nenzing nach dem ätherischen Öl der Spirkennadeln. Zu finden: Nenzing, Bärenwald Richtung Nenzinger Himmel


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Plenterwald in Langenegg

Hier sehen Sie einen Plenterwald von oben. Sehr gut sind die Baumarten Fichte, Tanne und Buche erkennbar. Auch die Lücken dazwischen für stabile Waldstrukturen mit Mittel- und Unterschicht sind gut sichtbar. Vorhandene Totholzanteile fallen dem Naturschutzfan auf. In einem größeren Bildausschnitt könnte man auch Seite –8–

Forststraßen sehen. Diese sind notwendig, um eine wirtschaftliche, bodenschonende Durchführung notwendiger Eingriffe zu ermöglichen, ohne größere Schäden an der nachkommenden Naturverjüngung zu verursachen. In Vorarlberg haben wir hohe Anteile der sonst in Europa eher seltenvorkommenden Plenterwälder.


PLENTER PLENTERWA LD Langenegg

47 75433 N 47.4 9.891323 E GEHEN SIE AUF SPURENSUCHE! Wegbeschreibung: Langenegg Richtung Krumbach, gegenüber Hotel Krone vorbei am Tennisplatz und entlang des Güter- und Forstweges ins Waldgebiet „Nord“.

FILMLINK ZUM DROHNENBILD! Seite –9–

info@waldverein.at www.waldverein.at


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Drei Fragen zum Plenterwald in unserem Land Der Plenterwald ist eine ganz besondere Form der Waldbewirtschaftung. Es wächst wertvolles Holz, die Schutzaufgaben des Waldes werden optimal erfüllt und wir Menschen können darin „Waldbaden“, weil er als Lebens- und Erholungsraum sehr attraktiv ist. Wir fragen drei Persönlichkeiten, die den Plenterwald schätzen oder tagtäglich darin arbeiten.

Dr. Alexander Van der Bellen

DI Peter Feuersinger

Bundespräsident der Republik Österreich

Leiter der Forstregion Nord

Herr Bundespräsident, wir durften Sie anlässlich des Besuchs bei den Bregenzer Festspielen 2019 in einen Plenterwald im Bregenzerwald begleiten. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen? Der Plenterwald ist zunächst einmal einfach schön, bunt und vielfältig. Zudem speichert er ganz andere Quantitäten von CO2 als ein normaler Wald.

Herr Feuersinger, wie ist es um den Zustand der Plenterwälder im Land bestellt? Natürlich leiden unsere Wälder unter den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels (#Borkenkäfer) und unter den Folgen der Globalisierung (#Eschentriebsterben). Unseren Plenterwäldern geht es aber verhältnismäßig gut. Das liegt einerseits an der sehr natürlichen Baumartenmischung, anderseits ist der strukturierte Aufbau der Bestände von Vorteil. Die permanente natürliche Verjüngung fördert auch die genetische Anpassung an eine sich verändernde Umwelt. Die Waldpflege ist in Zeiten des Klimawandels in aller Munde. Wie sieht die Waldpflege im Plenterwald aus? Ist ein Plenterwald „richtig eingestellt“ – damit meine ich, dass er die optimale Plenterstruktur aufweist –, dann sind teure Pflegemaßnahmen nicht notwendig. Das wenige Licht, das bei der einzelstammweisen Holzernte in den Wald eindringen kann, fördert gezielt die bereits in Warteposition vorhandene Verjüngung. Durch die entstandenen Lücken im Kronendach entsteht Konkurrenz um das wenige Licht, die zu einer Selbstdifferenzierung in den Verjüngungen führt. Gute Holzqualitäten ohne großen Pflegeaufwand sind das Resultat. Ich bezeichne das gerne als Produktionsautomatisierung!

Sie haben in Ihrer Eröffnungsrede der Festspiele anschließend von einem Zauberwald gesprochen. Was hat Sie daran so fasziniert? Im Wald wurde mir ein ganz kleines Bäumchen gezeigt. Es sei schon etwa 20 Jahre alt, wurde mir gesagt. Es warte mit seinem Wachstum, bis die großen Bäume rundherum ihm Licht geben. Das ist doch faszinierend. Unsere Wälder sind sehr vielfältig in ihrer Mischung und Struktur und liefern den klimafreundlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz. Welche Rolle spielen sie Ihrer Meinung nach in der Bewältigung der Klimakrise? Die Wälder spielen in der Klimakrise eine wichtige Rolle. Bäume können im Wachstum das klimaschädliche CO2 fixieren und dadurch eine Zeit lang als CO2-Puffer wirken. Im Bauholz wird das CO2 sogar langfristig dem Kreislauf entzogen. Als nachwachsender Rohstoff ersetzt Holz fossile Brennstoffe. Die Wälder werden aber durch die zunehmende Erwärmung gestresst. Daher müssen die komplexen Waldökosysteme, die für unsere Biodiversität von großer Bedeutung sind, erhalten bleiben.

Der Waldbau entwickelt sich ständig weiter. Wie wird Plenterwald 2050 bewirtschaftet? Es gibt drei Hauptaufgaben: die Erhaltung der Plenterstruktur unserer vorhandenen Plenterwälder, die Überführung einschichtiger Fichtenreinbestände in strukturierte Mischbestände – im Idealfall in Plenterwälder – und die Integration von Baumarten mit Migrationshintergrund in das Plentersystem. Beim Letzteren braucht es Baumarten, die mit wenig Licht in der Jugend auskommen, sich natürlich verjüngen, aber nicht invasiv sind. Gute Erfahrungen gibt es mit der Douglasie und der Thuja plicata (Lebensbaum).

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Richard Raid Waldeigentümer, Langenegg

Herr Raid, Sie bewirtschaften Ihren Wald nach den Regeln eines Plenterwaldes. Auf was passen Sie bei der Waldarbeit am meisten auf? Nachhaltige Forstwirtschaft nutzt dem Wald. Sie verjüngt, pflegt und bewirtschaftet ihn. Ich versuche, dass sich die Natur ungestört entwickeln kann. Es bedarf eines guten Gleichgewichts zwischen alten bzw. großen und jungen Bäumen. Junge Bäume brauchen Licht, damit sie sich gut entwickeln können. Wenn ich fälle, achte ich darauf, dass nach Möglichkeit wenig andere Bäume beschädigt werden. Ohne kleinere Schäden ist die Plenterwald-Bewirtschaftung jedoch nicht möglich.

Können Sie abschätzen, wie viel Holz Sie in den letzten 20 Jahren aus Ihrem Wald herausgeholt haben? Mein Wald ist ca. 3,2 ha groß. Da wir ausschließlich mit Holz ein Zweifamilienhaus heizen, werden ca. 30–35 Kubikmeter Holz im Jahr gefällt, Nutzholz wird verkauft und der Rest zu Brennholz verarbeitet. Der Brennholzbedarf liegt bei ca. 18 fm. Wenn regelmäßig gefällt wird, können junge Bäume wachsen. Ich achte auch darauf, dass in meinem Wald alle Größen von Bäumen vorhanden sind. Auch meine Kinder, die den ganzen Wald erben werden und sich für Heizen mit erneuerbarer Energie interessieren, werden genügend Holz vorfinden. Gehen Sie auch einmal ohne Motorsäge in den Wald, einfach um ihn zu genießen? Der Wald ist mein Hobby. Ich gehe fast täglich und bei jedem Wetter in den Wald, da ich in Pension bin und sich alle meine Waldparzellen in der näheren Umgebung befinden. Außerdem sind sie durch einen wunderbaren Forstweg perfekt erschlossen. Während meiner Spaziergänge werden junge „Tännele“ von Brombeerranken befreit, also das Angenehme wird mit dem Nützlichen verbunden.


Wald Zeitung Winter 2020/21

„kumm mg ga luaga“ ua Holzbau ist aktiver Klimaschutz Mit Holz aus unserer nachhaltigen Waldwirtschaft können wir unsere „Klimasünden“ verringern. Erstens stellt der rW Wald selbst eine wichtige Möglichkeit zur CO2-Senkung dar und zweitens wird im Produkt Holz CO2 während der Verwendung gespeichert: Wie in einem zweiten nW Wald wird in Häusern und anderen Bauten der Kohlenstoffspe ff ffspe ichereffekt verlängert. Anstelle der genutzten Bäume wachsen wieder neue Bäume nach und entziehen der Atmosphäre wieder aktiv CO2. Durch den Ersatz anderer energie- und CO2-intensiver Baustoffe können dann noch zusätzlich große Mengen von CO2-Emissionen eingespart werden. Schlussendlich kann Holz auch noch CO2-neutral energetisch eingesetzt werden, womit wieder fossile klimaschädliche Energieträger ersetzt werden können. Damit werden „Wald und Holz“ zu einer effektive ef n und wirksamen Klimaschutzmaßnahme.

Foto: Johannes Fink

In Vorarlberg wird viel mit Holz gebaut. Es geht aber noch wesentlich mehr! Im digitalen Filmkanal der „kumm ga luaga“ der Vorarlberger Holzbaukunst kann sich jede Bauherrin und jeder Bauherr von der architektonischen Vielfalt, der besonderen Wohnbiologie und der ausgezeichneten Handwerkskunst überzeugen.

Hier bekommen Sie „Gusto“ auf Klimaschutz und gesundes Wohnen (im Bild: Doppelhaus Ritter, Lingenau).

Klimafreundliches Verhalten Foto: Sutter Holzbau

Vorarlberg gilt als Holzbauland. Aber auch hierzulande wird noch viel zu viel „klimaschädlich“ gebaut. Eigentlich ist es alarmierend, wenn im Wohnbau in nV Vorarlberg und in vielen öf ntliche Bauten heutzutage immer noch öffe vorrangig und ohne Prüfung von Alternativen Einige Beispiele stehen im „Kumm „K ga luaga“-Kino zur Verfügung rf rfügung (im Bild: din vision LAB Vorarlberg). sehr klimaschädlich gebaut wird. Es kann nicht und muss auch nicht komplett auf Baustoffe wie konventionellen Beton- und Ziegel-Baustellen Stahlbeton verzichtet werden, eine Verschie(auch für die Nachbarn wesentlich angenehbung in Richtung klimafre limaf undlicher Baustoffe limafre tof toffe mer), Holz ist erdbebensicher, bietet gute wäre aber ohne Probleme umsetzbar. Wie eine Wärmedämmeigenschaften und warme Ober„Mission Zero V“ (Beschluss des Landtages zur flächen, damit ist energiesparendes Bauen mit Umsetzung einer klimaneutralen Verwaltung) schlanken Konstruktionen und mehr Raum mögWeil wegen der Corona-Situation die „kumm brauchen wir eine „Mission – wood first“, bei der lich, und durch sicheren ga luaga“-Aktion vor Ort ausgefallen ist, wurde wie in Britisch-Kolumbien Brandschutz gibt es heute ein eigener Filmkanal mit einer Vielzahl von in Kanada die Durchführ chf chführ auch keine höheren FeuerHolzbeispielen eingerichtet. Alle Interessierten barkeit in Holz geprüft versicherungen mehr. Der sind eingeladen, die Beispiele digital zu besichwerden muss. Wir haben Bau eines Gebäudes aus tigen und sich Anregungen und Tipps für die in Vorarlberg einige posiHolz kostet heute unter Umsetzung der eigenen Bauvorhaben zu holen. tive Beispiele, es geht aber Einkalkulierung aller Selbstverständlich können mit den ausführennoch wesentlich mehr! Die Faktoren etwa genausoviel den Holzbaubetrieben Besichtigungstermine nachhaltig verfügb erf erfügb aren wie ein vergleichbares individuell vereinbart werden. Die Vorarlberger Holzzuwachs-Potenziale gemauertes oder beWaldbesitzerInnen unterstützen als Netzwerkwerden bei Weitem noch toniertes Haus. Dabei sind partner der Vorarlberger Holzbaukunst aus nicht genutzt. Zum Ersatz selbstverständlich eine dem Holzwerbecent pro gesägtem Festmeter klimaschädlicher BauDI Thomas Ölz, frühzeitige und fachkunund freuen sich über die tolle und breite Aktion stoffe stehen in Vorarlberg Landwirtschaftska af aftska mmer Vorarlberg dige Planung und Beratung der Zimmereibetriebe im Lande! zusätzlich etwa 150.000 durch Architekten und Festmeter nachhaltiger Baumeister mit ausreichend Holzbauerfahrung Holzzuwachs zur Verfügung rf rfügung . In Einfamilienwichtig. Dann steht nachhaltigem und architekhäusern gerechnet entspricht das einem Plus 2 tonisch wertvollem Bauen nichts im Wege. von circa 1.500 Einheiten pro Jahr.

Digitaler Filmkanal mit QR-Code

„Eigentlich genial: Mit Wald und Holz reduzieren wir unsere ‚Klimasünden‛ und tun gleichzeitig etwas für unser Wohlbefi be nden.“ befi

Viel besser mit Holz … Daneben spricht noch eine Reihe von anderen Argumenten für das Bauen mit Holz: Holz bietet geringes Gewicht bei hoher Belastbarkeit, kurze Bauzeiten ohne Austrocknungsphasen sparen Geld und Nerven, es gibt weniger Lärm, Staub, Abfälle und LKW-Fahrten als bei

Gratis dazu:: W Wohlfühlen! Nicht nur gut fürs Klima! Holzumgebungen wirken für uns entstressend und bieten besondere Wohlfühleffekte beim Wohnen und Leben! Der Gesundheits- und Wohlfühleffekt von Holz kommt sozusagen gratis dazu! Dies allein ist es eigentlich schon wert, Holz zu verwenden.

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CO -Effekte von Holz als Baustoff tof toff und Energieträger

› großer Waldspeicher › Speicher in allen Holzprodukten › Ersatz Ersatz anderer klimaschädlicher Bau- und Rohstoffe › CO2-neutrale Verbrennung und Substitution fossiler klimaschädlicher Energieträger


Wald Zeitung Winter 2020/21

Erholung im Wald – Die Chance in der Krise Den Wald mit allen Sinnen erleben

Lösungswege im Umgang mit wesentlichen Fragestellungen des Lebens. Sehr schön kommt das im folgenden Gedicht von Ute Latendorf zum Ausdruck: Von der Sonne lernen, zu wärmen Von den Wolken lk lernen, leicht zu schweben lken Vom mW Wind Anstöße zu geben Von den Bäumen standhaft zu sein Von den Blumen das Leuchten lernen Von den Steinen das Bleiben Von den Büschen im Frühling Erneuerung lernen Von den Blättern im Herbst das Fallenlassen Vom Sturm die Leidenschaft lernen Vom Regen lernen, sich zu verströmen Von der Erde mütterlich zu sein Vom mM Mond sich zu verändern Von den Sternen lernen, einer von vielen zu sein Von den Jahreszeiten lernen, dass das Leben immer von Neuem beginnt

Ein Waldspaziergang hat für die ganze Familie etwas zu bieten.

Die weltweite Gesundheitsbedrohung durch ein neues Virus stellt die Gesellschaf Gesellschaft in allen Lebensbereichen vor riesige Herausforderungen. Viele Aktivitäten sind eingeschränkt, Urlaube und grenzüberschreitende Kurztrips abgesagt. Feiern und Massenveranstaltungen sind derzeit nur unter großen Einschränkungen möglich. Es ist ruhig geworden im Nachtleben und in den touristischen Hotspots. Ganze Wirtschaftszweige sind vorübergehend lahmgelegt – verbunden mit entsprechenden Existenzängsten, sowohl wirtschaftlicher als auch gesundheitlicher Art. Die täglichen Hiobsbotschaften von steigenden Krankheitszahlen, neuen Einschränkungen sowie unkontrollierbaren wirtschaftlichen Auswirkungen sind deprimierend und belasten die Psyche von uns allen. Bei allem Ernst der Lage übersehen wir aber oft, wie viele lebensnotwendige Dinge uns noch immer zur VerV fügung stehen und wie viel freie Zeit uns diese spezielle Situation schenkt. Zeit, die wir positiv nutzen können – zum Beispiel für Erholung im mW Wald.

Neben viel beruhigendem Grün und einer unendlichen natürlichen oder menschengemachten Formenvielfalt, die sich dem Auge darbietet, kann auch ein Spaziergang durch den dunklen Wald sehr anregend sein. Man staunt, wie viel das Auge noch im Dunkeln gerade auf vertrauten Strecken sehen kann und wie man durch diese hohe Aufmerksamkeit vollkommen mit der Natur verbunden wird. Wie viel Abwechslung hat der Wald für die Ohren zu bieten. Zunächst dämpft er allen Lärm von Verkehr und Stadthektik und macht dann empfänglich für die Stimmen der Natur, seien es Wind oder Regen, verschiedene Tierstimmen, das Rascheln des Laubes oder die unscheinbare Musik der Gewässer. Die Haut als riesiges Tastorgan spürt den Temperaturunterschied zwischen Freiland und Wald sowie die Windruhe. Es gibt keine bessere Fußreflexzonenmassage, als barfuß im Wald zu gehen – die erforderliche Achtsamkeit hilft bei der Entschleunigung. Ganz vieles findet man auch zum „Begreifen“ – von warmem Holz und Rinde bis zu weichem, feuchtem Moos oder formenreichen Zapfen. Da der Wald so viele Störfaktoren wegfiltert, ist er auch ein Paradies der Gerüche. Je nach Jahreszeit und Wetter, je nach Standort und Vegetation sind viele Gerüche erlebbar. Diese schärfen die Sinne und stärken das Immunsystem. Auch der Geschmacksinn kommt im Wald nicht zu kurz – von essbaren Beeren und Pilzen, Wurzeln wie denen des Tüpfelfarns, welche einen natürlichen Süßstoff enthalten, bis zu vielen Kräutern und Blüten, welche unverfälschte Geschmackserlebnisse bieten. Neben den fünf bekannten Sinnen gibt es im Wald auch den berühmten sechsten Sinn zu finden: Der Wald kann uns in vielem ein Lehrmeister sein! Er zeigt uns sowohl Grenzen als auch

„Der Wald gibt uns die Erholung umsonst – WaldeigentümerInnen verdienen Respekt dafür.“

Schon immer hat der Wald auf die Menschen eine magische Faszination ausgeübt, einerseits mit Ängsten verbunden, vor allem aber mit ganz vielen positiven Assoziationen. Das Gedicht „Die Wälder schweigen“ von Erich Kästner, dem großen Menschenfreund, bringt sowohl das Übel unserer Zeit als auch Mittel zur Abhilfe treffend zum Ausdruck. Ein Besuch im Wald ist anregend für alle Sinne, und deshalb kommt man oft gestärkt, hellwach und als neuer Mensch aus dem Wald zurück. Der Weg in den Wald kann uns in unsere ureigene Kraft führen.

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Das Schönste an allem: Der Wald gibt uns das alles umsonst, weil seit 1975 mit ganz wenigen Ausnahmen dass ffreie Betretungsrecht (wohlgemerkt: Betretungsrecht – nicht Befahrungsrecht) des Waldes gilt. Dennoch dürfen rf wir eines nicht rfen vergessen: Jeder Wald hat EigentümerInnen und wir sind seine oder ihre Gäste. So wie auch wir von unseren Gästen erwarten, dass sie respektvoll mit unserem Eigentum umgehen, so sollten wir uns auch im Wald verhalten. Es ist auch gut, wenn wir uns bewusst sind, dass wir nicht die einzigen Gäste im Wald sind, sondern auch andere die wohltuende Wirkung des Waldes ohne unnötigen Lärm und Abfälle Abf genießen bzw. ihrer Arbeit von der Holzernte bis zur Jagd nachgehen möchten.. V Vor allem verdienen die vielen Bewohner des Waldes, Wildtiere,, V Vögel und Pflanzen, Respekt und Schonung, damit die Vielfalt an Eindrücken und Lebensformen für alle erhalten bleibt.

Erholungswald in der Gisinger Au in Feldkirch


Wald Zeitung Winter 2020/21

Vitamin N: Das Geschenk Natur – Grünkraft im digitalen Zeitalter! Eine einzige Blume auf dem Nachttisch eines Kranken im Spital kann alles verändern. Die Blüte zeugt von Leben, ihr Anblick verbindet den Schauenden mit der Lebenskraft, erfreut durch Schönheit, ist Zeichen von Verbundenheit lieber Menschen und spricht gute Besserung und Heilung zu. Eine einzige Blume … Die Natur trägt diese Kraft in sich, die Grünkraft und die Kraft der Schönheit: Heilkräfte einer Ärztin und Therapeutin! Wie sehr der Mensch für seine Gesundheit von Leib, Geist und Seele die Beziehung zur Natur braucht, hat die moderne wissenschaftliche Forschung immer wieder bestätigt. Gerade im Zeitalter von Digitalisierung und globaler Vernetzung braucht der Mensch umso mehr den direkten Bezug zur Natur und zum Lebendigen. „Je mehr hightech wir werden, desto mehr Natur brauchen wir“, schreibt Richard Louv in seinem Buch „Das Prinzip Natur“. Und wir brauchen dafür „Digital Detox“, digitale Entgiftung – insbesondere das Abschalten unserer Smartphones und Computer, um uns wieder neu zu verbinden: miteinander – nicht nur auf Facebook, sondern „face to o fface“ –, mit der Natur, mit uns selbst! Das Rausgehen an die e ffrische Luft bringt uns in einen intensiven Kontakt mit der Natur, mit den Elementen Erde, Luft, Wasser und manchmal auch Feuer, lässt uns mit allen unseren Sinnen erleben: den Wind auf unserer Haut und die Temperatur, herrliche Düfte in der Nase und andere Gerüche, das Hören vielfältiger Geräusche und Töne, das Sehen und Schauen. Eine bewusste und tiefe Atmung versorgt uns endlich mit viel Sauerstoff, beruhigt, baut Stress ab. Ob im Wald, in Wiesen und Mooren, in den Bergen, im Hochgebirge, am Bach, Fluss, See oder am Meer, all das lässt sich in der Komfortzone der Ofenbank nicht erleben – das Leben in dieser Fülle findet tatsächlich „draußen“ statt und das Er-Leben, dass uns dies guttut, auf allen Ebenen.

Faszination Bürserschlucht: Fülle, Kraft & Schönheit der Natur

Lawinenbannung …, eine wunderbare Bedeutung für unsere Gesundheit und Regeneration. Eine Pause in der Natur, eine Auszeit vom ständigen Funktionieren in unseren vielen Verpflichtungen, ein Versunken- und einfach nur DA-Sein in einem Naturraum bewirken außerdem in unserem Gehirn eine Regeneration von Denk- und Merkfähigkeit, vertreiben mentale Erschöpfung, verbessern unsere Stimmung, stärken unsere Kreativität, schenken neue Frische, Ruhe und Klarheit.

„Heute geht es nicht mehr nur darum, die Natur vor dem Menschen zu retten, sondern auch darum, den Menschen durch die Natur zu retten. Zu retten vor seinem Absterben, seinem Wurzelloswerden.“

Wenn dann noch Bewegung zum Sein in der Der neue Trend „Shinrin Natur dazukommt, „grüne Yoku“, zu Deutsch „WaldBewegung“ sozusagen, baden“, ist vor einiger Zeit vermehren sich die aus Japan nach Europa gesundheitsfördernden gekommen – mit vielen Wirkungen noch durch medizinischen Erkenntden immensen Segen von nissen dazu. Dabei geht körperlicher Aktivität. es in erster Linie darum, Und wenn diese in Achtim Wald zu SEIN, mit samkeit und Bewusstheit allen fünf Sinnen zu Leonhard Jost-Zeller praktiziert wird – und spüren. Im Wald atmen nicht schon wieder unter wir einen Cocktail aus Leistungsdruck und Stress verschiedenen bioaktiven –, dann reden wir von wahrhaft gesundem Substanzen ein, vor allem ätherische Öle, die Lebensstil. Die vielen wunderbaren Geschenke nachweislich gesundheitsfördern tsf tsfördern de Wirkunder Natur in Form von Obst, Gemüse, Kräugen in unserem Körper entfalten: Nicht nur tern, Gewürzen, Heilpflanzen sind nochmals Stressabbau, Blutdrucksenkung und Entkostbare Arznei für uns mit zahlreichen spannung treten ein, sondern eine Stärkung heilwirksamen Effekten im Stoffwechsel durch unseres Immunsystems, insbesondere eine Vitamine, Phytamine und Mineralstoffe. Vermehrung der sogenannten Killerzellen, die gerade in der Virusabwehr aktiv werLetztlich geht es darum, dass wir unserer den. So haben unsere Wälder, neben ihrer eigenen Natur als Mensch gerecht werden – immens wichtigen Funktion als CO2-bindende Grüne Lungen unseres Globus und ihren jede und jeder von uns auf seinem oder ihrem Schutzfunktionen n ffür Böden, Wasserhaushalt, einzigartigen Lebensweg unterwegs –, dass wir

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verstehen, wie wunderbar wir gemacht sind, was wir brauchen, was alles uns geschenkt ist, wie viel wir in der Hand haben, unser Leben zu gestalten und zu formen. Wir wissen heute auch, wie sehr unsere „Umwelt“, das heißt alles, was uns umgibt, auf uns und unsere Biologie wirkt. Alles, was wir leben, wie wir leben, mit was wir uns beschäfti äf gen, wo wir leben, in äfti welchem Rhythmus, in welchen Beziehungen, mit welchen Gedanken, Einstellungen und Bildern im Kopf, ist bedeutsam und hat Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel und auf unser Immunsystem, formt uns, Körper und Gehirn. Die Beziehung zur Natur, auch unserer eigenen, steht so im Zentrum des Lebens, IST das Leben. Die Natur: unser kostbarer Lebensraum, den es zu bewahren gilt. Inspiration. Belebung. Heilort. Schatztruhe für heilsame Nahrung und Heilkräuter. Meisterin der Anpassung und des Überlebens. Vorbild. Resilienz-Trainerin. Geschenk! Lebensquell! Lebensfreude!

Dr. med. Elisabeth Gaus Gebürtig aus BietigheimBissingen (D). Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatzqualifikationen in Phytotherapie, Mind Body Medizin, Reisemedizin. Langjährige Hausarzttätigkeit in D, A, CH. Heute als Referentin mit Themen der Salutogenese unterwegs: Gesundheit, Prävention, Heilung, Selbstheilungskräfte, Formbarkeit des Seins, gesunder Lebensstil, Stressbewältigung, Resilienz … Wanderführerin und Tourenleiterin beim Alpenverein Montafon. Wohnhaft in Schruns im Montafon und in Mönsheim im im Heckengäu (D).


Wald Zeitung Winter 2020/21

Zahlen, Daten, Fakten Rund ein Drittel Vorarlbergs ist mit Wald bedeckt. Das entspricht ca.

erspart der

1 Tonne CO2

65

verschiedene Baumarten gibt es in Österreichs Wäldern.

Wege zur Naturjagd mit Rehwild Vortrag mit dem bekannten WildtierExperten Bruno Hespeler am Mittwoch, 24.02.2021, 20 Uhr, im bäuerlichen Bildungszentrum für Vorarlberg, Hohenems. Beitrag € 15,–/Person Info und Anmeldung: LFI Vorarlberg www.lfi.at/vbg; lfi@lk-vbg.at oder T +43 (0)5574 400-191

97.400 Hektar

1 m³ Holz Atmosphäre

Veranstaltungen

Der Plenterwaldanteil in Österreichs Wäldern beträgt

weniger als 2%

der Fläche.

35 m³/ha

Die Besonderheiten des Plenterwalds Waldbegehung am Lernort Langenegg (S. 6) mit Stephan Philipp, Landesforstdienst am Samstag, 20.03.2021, 13.30–17 Uhr, hier bekommen Sie nähere Infos zum Thema des Leitartikels von Seite 4 und 5 dieser Zeitung. Info und Anmeldung: KLAR! Vorderwald-Egg www.would2050.at; info@would2050.at oder +43 (0)676 4085860 Phänologie – Was Hecken und Bäume uns über das Klima verraten Vortrag mit Thomas Hübner, ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Wien, am Dienstag, 20.04.2021, 19 Uhr, inatura Dornbirn. Beitrag € 5,–/Person Info und Anmeldung: inatura www.inatura.at; naturschau@inatura.at oder +43 (0)676 83306 4770

Totholz befinden sich in den Plenterwäldern Vorarlbergs, österreichweit nur rund 20 m³/ha

Wussten Sie, dass … ... bei einem bewirtschafteten Wald der CO2-Speichereffekt vielfach höher ausfällt als bei einem unbewirtschafteten Wald? Waldpflege, Holznutzung und die Substitution anderer Materialien steigern den Klimaschutzeffekt des Waldes um ein Vielfaches. … die Klimaschutzleistung von Wald und Holz über 50 Prozent des jährlichen österreichischen CO2-Gesamtausstoßes beträgt? Aus einer deutschen Berechnung ergibt sich für Österreich eine Leistung von ca. 44,6 Millionen Tonnen CO2 Speicher- und Einsparungsleistung pro Jahr. Der Gesamtausstoß in Österreich beträgt derzeit etwa 79 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalent. … sich das phänologische Jahr aus zehn Jahreszeiten zusammensetzt? Diese sind: Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter. Den Vorfrühling zeigt z. B. die erste Blüte der Hasel an, im Hochsommer blüht die Sommerlinde, Anzeiger für den Frühherbst ist die Reife des Schwarzen Holunders, und im Vollherbst beginnt die Laubfärbung. Die Phänologie befasst sich mit der Entwicklung

von Pflanzen und Tieren im Jahresverlauf und erforscht ihre Veränderungen. Studien belegen, dass Pflanzen unserer Breiten auf den Anstieg der Temperatur während der letzten Jahrzehnte reagiert haben. Die Vegetationszeit hat sich im Frühjahr z. B. nach vorn ausgedehnt. Näheres auch unter naturkalender.at … es in der Vorarlberger Wohnbauförderung eine Zusatzförderung bei der Verwendung von regionalem Holz bei Holzfassaden und Holzfenstern gibt? Das kann bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bis zu € 8.000,– ausmachen. Bei einer Wohnanlage entsprechend mehr! Mit einer Ausweitung auf Decken und Wände könnten die Bauherren/herrinnen für weiteren Klimaschutz belohnt bzw. dazu angeregt werden. … dass Holz physiologische Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat? Einer Studie des Human Research Instituts (Stmk.) nach weisen beispielsweise SchülerInnen in Schulklassen aus Holz im Gegensatz zu anderen im Laufe eines Tages durchschnittlich um 8.600 Herzschläge weniger auf, was eine deutliche kardioprotektive Rolle spielt.

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Waldverein Im Vorarlberger Waldverein sind WaldbesitzerInnen, Forstleute, JägerInnen, in der Forst- und Holzwirtschaft tätige Personen oder einfach nur Freunde des Waldes. Wir setzen uns für einen natürlichen und gesunden Wald mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft ein. Stabile Schutzwälder und „klimafitte“ Mischwälder sind in einem Gebirgsland besonders wichtig. INFORMATION UND VERNETZUNG Als Mitglied bekommen Sie Informationen zu Wald, Holz und Umwelt in der „Vorarlberger Wald Zeitung“. Sie sind eingeladen, an verschiedenen Veranstaltungen, Waldbegehungen und Weiterbildungskursen teilzunehmen. Mit unseren sieben Ortsgruppen im Land sind wir lokal und landesweit untereinander gut vernetzt und setzen uns fachlich und auch im geselligen Rahmen für eine positive Waldgesinnung in der Gesellschaft ein. Vorarlberger Waldverein info@waldverein.at; www.waldverein.at Mitgliedsbeitrag € 20,–/Jahr für NichtwaldbesitzerIn und ab € 25,–/Jahr für WaldbesitzerIn


Wald Zeitung Winter 2020/21

Küblerei in Laterns – Herstellung von Holzgeschirr Die Küblereigenossenschaft Laterns wurde im Jahre 1902 gegründet, um die eV Vermarktung des erzeugten Holzgeschirrs besser zu bewältigen.

Das Küblerhandwerk ist das älteste Gewerbe im Tal und wird bereits um das Jahr 1636 erstmals erwähnt. Nach wie vor wird alles in privaten Hauswerkstätten in Handarbeit mit dem bekannten Qualitätsholz aus den Laternser Stürcherwaldungen erzeugt.

Das Rohmaterial Das wichtigste Rohmaterial für den Küfer ist das Holz der heimischen Fichte.

Diese ist durch enge Jahresringe – d. h. langsames Wachstum – besonders wertvoll. Die ausgewählte Fichte muss beim passenden Zeichen gefällt, gerüstet und aus dem Wald gebracht werden. Die Bretter werden gut getrocknet und bei übergehendem Mond eingelagert. Sie kommen erst nach Jahren zur Verarbeitung. Bemerkenswert und Qualitätsmerkmal sind die hochwertigen Gebinde (Reifen) aus dem Holz der Esche und des Nussbaumes.

Das Werkzeug Wichtig sind Hohl- und Schneidemesser unterschiedlichster Art. Zur Feinbearbeitung der Kübelwandungen werden besondere Hobel benötigt. Dazu kommen noch diverse Stößel, Raspeln, Stemmeisen und Bohrer. Kontakt Obmann Jakob Nesensohn T +43 (0)5526 381; kueblerei.laterns@aon.at

Josef Matt beim Verfertigen rf rfertigen des kunstvollen „Gebindes“ aus Nussholz

Die Nut für den Boden der „Brente“ wird händisch gezogen.

Vielfalt der hochwertigen Laternser Küblereiprodukte

Webtipp

Produkt-Tipp „Raus aus Öl und Gas“!

Sie sind interessiert an Wald und Natur? Dann können Sie auf unsere Website waldverein.at schauen oder gerne unseren Newsletter gratis abonnieren (Anmeldung auf der Website oder direkt unter info@waldverein.at). Wir sind mit aktuellen Beiträgen auch auf Facebook und d ffreuen uns natürlich über Ihre Mitgliedschaft im Vorarlberger Waldverein.

Bund und Land d ffördern derzeit mit bis zu 11.000,– Euro den Umstieg von Ölheizungen auf erneuerbare Heizsysteme. Alle Holzheizsysteme stehen als Alternative zur Verfügung. Sowohl der automatische Pelletskessel oder die Hackschnitzelanlage können gewählt werden, als auch die im Brennstoff besonders günstige Stückholzzentralheizung. Gefördert wird auch die mit Strahlungswärme behagliche Kachelofenganzhausheizung oder auch der für den/die AnwenderIn besonders komfortable Anschluss an ein Holzheizwerk. Neue Kombinationskessel von Pellets mit Stückholz stellen ebenfalls eine interessante Variante dar. Vorteil: kein Winterstrom! Ein nV Vorteil liegt darin, dass im Gegensatz zu den vielfach elf elfach gewählten Wärmepumpensystemen faktisch kein zusätzlicher Strom benötigt wird. Im Winter ist die erneuerbare Stromproduktion aufgr auf und niedrigerer Fotovoltaik- und Wasserstromerträge wesentlich geringer und es müssen nicht erneuerbare Quellen genutzt werden. Mittel- bis langfristig dürfte sich diese

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Knappheit im Winter auf den Strompreis auswirken, was dann die Betriebskosten der Wärmepumpensysteme erhöht. Neben dem „Raus aus Öl“ folgt auch zeitversetzt „Raus aus Gas“. Ab 2025 dürfen im Neubau auch keine Gasheizungen mehr installiert werden. Bis 2035 möchte die Bundesregierung die komplette Wärmeversorgung von fossilen auf erneuerbare Energien umgestellt haben.

Kachelofenganzhausheizung als Alternative zu fossilem Öl und Gas


Wald Zeitung Winter 2020/21

Der Vorarlberger Waldverein wünscht Ihnen ein gesundes neues Jahr und schöne Erlebnisse im Wald

Waldweg zum Hochälpele am Bödele/Dornbirn auf ca. 1.200 Meter

Wald Zeitung info@waldverein.at www.waldverein.at

Ausgabe 08 Winter 2020/21

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47 0721 47,4 07 4 N 9,800655 E


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