Wald Zeitung
Ausgabe 09 Winter 2021/22
www.waldverein.at www.forstverein.li
Wald und Wasser
Amphibien und Reptilien im Alpenrheintal
Drei Fragen zu Wald und Wasser
Der Hunger nach Holz
Schutzfunktion und Rolle im Wasserkreislauf
Der Wald als wichtiger Lebensraum für viele Arten
Drei Persönlichkeiten geben Antworten
Geschichte des Holzflößens am Beispiel Nenzing
Wald Zeitung Winter 2021/22
Wald und Wasser – gemeinsam wirken Der Waldverein Vorarlberg und der Liechtensteiner Forstverein haben beschlossen, in Zukunft die „Wald Zeitung“ gemeinsam zu gestalten. Viel mehr, als beide Vereine eine Kooperation bilden, um sich gemeinschaftlich für die Interessen des Waldes und seine nachhaltige Bewirtschaftung einzusetzen, wirken Wald und Wasser seit jeher untrennbar zusammen. Jeder weiß, dass ohne Wasser kein Leben auf der Erde möglich wäre. Aber auch die Wichtigkeit des Ökosystems Wald in Bezug auf das Element Wasser wird gerade in Zeiten des stattfindenden Klimawandels immer mehr erkannt. Das positive
Zusammenspiel zwischen Wald und Wasser soll in dieser Wald Zeitung auch als Symbol für ein zukünftig gemeinsames Wirken der beiden Vereine gelten. Wir wünschen euch allen viel Spaß beim Lesen der neuen Ausgabe, Gesundheit und erholsame Momente im Wald.
MAG. WALTER AMANN Obmann Waldverein Vorarlberg
GERHARD KONRAD Präsident Liechtensteiner Forstverein
Liechtensteiner Forstverein
Vorwort
Die Schutzleistung des Waldes bei Starkniederschlägen
In vielen Orten in Vorarlberg fallen im Jahr ca. 2000 Liter Regenwasser pro m² auf den Erdboden. Bei Starkniederschlägen wurden schon 270 Liter pro m² am Tag gemessen, stündlich können es bis über 100 Liter pro m² sein. Beim Abfließen sammelt sich dieses Wasser in Rinnen und Gräben und danach in Wildbächen und Flüssen. Fließt das Wasser bei extremen Niederschlägen fast vollständig und ohne Verzögerung ab, so bewirkt es ein Hochwasser. Wenn das Niederschlagswasser vom Boden zumindest teilweise gespeichert wird oder mit Verzögerung abfließt, so wird die Spitze eines Hochwassers dadurch wesentlich verringert. Der Waldboden – das ist der Boden, auf dem unsere Wälder wachsen – ist der wirksamste Bodentyp für die Aufgabe des Hochwasserschutzes. Daneben hat der Wald selbst noch die Fähigkeit, eine gewisse Niederschlagsmenge in den Ästen und Blättern oder Nadeln abzufangen. Diese Menge liegt bei bis zu zehn Liter pro m² und Niederschlagsperiode. Außerdem schützt der Wald den Waldboden vor Erosion sowie vor mechanischen Schäden durch Hagel und Schlagregen.
Die wichtigste Schutzwirkung des Waldes in Bezug auf Hochwässer ist aber, dass er die Aufnahmefähigkeit des Waldbodens für Regenwasser optimiert. Der Waldboden wird durch die Wurzeln der Bäume gefestigt und tief aufgeschlossen. Dieser Boden wird in der Regel in einen für die Wasseraufnahme idealen Temperatur- und Feuchtigkeitszustand versetzt. Gemeinsam mit dem Landesforstdienst hat die Wildbach- und Lawinenverbauung als Bundesdienststelle die Aufgabe, die Schutzwirkung des Waldes gegen Lawinen und Steinschlag zu verbessern, aber auch die Funktion des Waldes als Hochwasserschutz zu optimieren. Es stellt eine große Herausforderung an die Waldbewirtschaftung dar, die Wälder in Vorarlberg entsprechend zu gestalten und auszuformen. In Hochlagen werden Steilflächen und Erosionsgebiete – oft unterstützt durch technische Hilfsmaßnahmen – wiederbewaldet. In Schutzwäldern werden instabile und hiebsreife Bäume kleinflächig entnommen, wodurch die Naturverjüngung ermöglicht wird. Außerdem
Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Waldverein Vorarlberg, Geschäftsstelle Rathaus Dornbirn, Rathausplatz 2, 6850 Dornbirn, T +43 (0)5572 306-5500 · Liechtensteiner Forstverein, Wiesengasse 27, 9494 Schaan, T +423 794 72 93 · Konzeption und Gestaltung: Baschnegger Ammann und Partner, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Beratung: Amelie Baschnegger · Grafik: Vanessa Burtscher · Redaktion: Walter Amann, Andreas Amann, Thomas Ölz, Monika Moosbrugger, Christian Natter, Dorothee Glöckle, Gerhard Konrad · Redaktionsadresse: Baschnegger Ammann und Partner, „Wald Zeitung“, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Lektorat: Merle Rüdisser · Bildbearbeitung: www.profiler.cc · Druck: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach · Bildnachweise: Andreas Reiterer, foto-serra, Manfred Trefalt, Nesters, Eddy Risch, noermel.li, Archiv der Marktgemeinde Nenzing, Rainer Fiel, Gemeinde Schaan, Christian Natter, Thomas Blank, Liechtensteiner Brauhaus, David Schreyer, Norman Nigsch, holzistgenial.at, Gerhard Konrad, Alphornmanufaktur – Wolfgang Maurer, Oliver King, Landwirtschaftskammer Österreich, Vanessa Burtscher · Illustration: Szabolcs Kókay · Stockbilder: AdobeStock, Shutterstock Titelbild: Moosiger Wasserfall in Thüringen, Foto Conrad Amber
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werden für jüngere Bestandesphasen Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Voraussetzung für alle diese Maßnahmen ist ein dem Lebensraum angepasster Wildstand. Sowohl die Baumartenvielfalt als auch die Entwicklung des Schutzwaldes darf durch Wildschäden nicht beeinträchtigt werden. Artenreiche, naturnahe und kleinflächig strukturierte Waldgesellschaften erfüllen die Anforderung an die eigene Stabilität am besten und können auch die geforderte Schutzleistung gegen Hochwasser nachhaltig erbringen.
DI ANDREAS REITERER Sektionsleiter Wildbachund Lawinenverbauung, Sektion Vorarlberg
Mitgliedschaft Waldverein Vorarlberg inkl. Abo der Wald Zeitung Wenn Sie das Thema Wald interessiert, würden wir uns freuen, Sie als Mitglied des Waldverein Vorarlberg begrüßen zu dürfen. Einfach anmelden unter www.waldverein.at oder info@waldverein.at
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Seite 4
Inhalt Seite 4
Wald und Wasser
Schutzfunktion und Rolle im Wasserkreislauf ······ Seite 6
Regeln im Wald Für WaldbesitzerInnen und BesucherInnen ······
Waldwanderwege mit Erlebnisgarantie
Seite 7
······ Seite 7
Amphibien und Reptilien im Alpenrheintal
Zwanzig ausgewählte Arten werden vorgestellt Seite 10
······ Seite 8
Felsentor „Wildmannschilchli“ ······
Seite 10
Drei Fragen an Entscheidungsträger zum Thema Wald und Wasser
Seite 8
······ Seite 11
So schauen CO2-Speicher aus! Klimaziele nur mit Holz erreichbar! ······
Seite 12
Zukunftsraum Wald – neue Vorarlberger Waldstrategie 2030+ ······
Seite 13
Der Hunger nach Holz
Seite 13
Geschichte des Holzflößens ······
Seite 14
Zahlen, Daten, Fakten ······
Wussten Sie, dass … ······ Seite 15
Alphornbau – ein fast vergessenes Handwerk ······
Webtipp ······
Produkt-Tipp
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Wald und Wasser Ohne den Wald wären Vorarlberg und Liechtenstein in weiten Teilen nicht bewohnbar. Neben seiner wichtigen Schutzfunktion spielt er auch eine bedeutende Rolle im Wasserkreislauf.
Oberflächengewässer wie hier bei Schnifis sind wichtige ökologische Nischen in Waldökosystemen und ein Habitat für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Der Wald gilt als die grüne Lunge der Erde und Wasser als ihr Blut. Ohne dieses Lebenselixier wäre kein Leben auf der Erde denkbar. In Vorarlberg sind wir zu allen Jahreszeiten mit sauberem Trinkwasser gesegnet, und auch unsere Wälder sind in einem vergleichsweise guten Zustand. Dies ist in vielen Weltregionen und auch nicht weit entfernten Bereichen Mitteleuropas durchaus anders und wird durch den Klimawandel vielleicht auch hier zu einem Thema. Der beste Schutz für das „blaue Gold“ ist eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder. Unsere Wälder haben viele wichtige Aufgaben. Sie liefern nicht nur den nachhaltigen Rohstoff Holz und bieten der Bevölkerung Erholung, sondern haben auch eine Schutzund Wohlfahrtsfunktion – und beides hat mit dem Wasserkreislauf zu tun. So erfreut
das Wasser in Form von Schnee zahlreiche WintersportlerInnen, bedroht aber auch viele Dörfer, sofern dieser zu Lawinen führt. Ein intakter Schutzwald kann die Schneemassen festhalten. Dafür sollte er aus unterschiedlichen Baumarten und unterschiedlichen Altersklassen aufgebaut sein und mindestens ein Drittel Nadelbäume enthalten. Sie tragen auch im Winter ihre Blätter und können so den Schnee besser festhalten. Dieser Zusammenhang ist offensichtlich, doch der Wald schützt zusätzlich auch viele Städte weit außerhalb des Alpenraumes. Ein intakter Waldboden kann wie ein Schwamm große Wassermengen aufnehmen. Wenn im Klimawandel Starkregenereignisse zunehmen sollten, so verzögert dies den Abfluss in die Flusssysteme und hilft Hochwasserspitzen zu mindern. Das zeigt auch die hohe Bedeutung von Wäldern die, keine direkte Objektschutzfunktion haben.
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Waldpflege ist aktiver Trinkwasserschutz Trinkwasser ist ein wertvolles Gut. Auch wenn wir hier im globalen Vergleich sehr gesegnet sind, so gilt es, diesen Schatz für künftige Generationen zu bewahren. Auch dabei kommt dem Wald eine große Bedeutung zu. Zum einen liegen Wasserschutzgebiete oft in Waldflächen, denn hier wird anders als auf vielen landwirtschaftlichen Flächen nicht gedüngt und auch Pflanzenschutzmittel werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Die Nitratbelastung unter Waldflächen ist daher sehr gering. Auch werden Waldböden nicht umgebrochen und haben eine höhere Humusauflage, die ein vielfältiges Bodenleben bedingt. Dadurch werden zusätzliche Schadstoffe ausgefiltert. Auch bezogen auf die Wohlfahrtsfunktion der Trinkwasserreinigung sind Mischwälder optimal, die mit
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Wälder spielen eine große Rolle im Wasserkreislauf. Niederschlag bleibt teilweise an den Blättern haften und verdunstet über die Spaltöffnungen. Durch den dabei entstehenden Sog nehmen Pflanzen mineralische Nährstoffe aus dem Boden über die Wurzeln auf.
Wasser hat eine enorme Zerstörungskraft. Das gute Wasserrückhaltevermögen des Waldes hilft Abflussspitzen zu dämpfen.
unterschiedlichen Durchwurzelungstiefen und variierendem Nährstoffbedarf sowie der Bildung von gutem Humus Reinbeständen überlegen sind. Die Plenterwälder im Bregenzerwald sind hierfür ein gutes Beispiel. Diese vielfältigen und schönen Wälder, die von vielen fälschlich mit Urwäldern verwechselt werden, sind durch eine jahrhundertealte bäuerliche Bewirtschaftung entstanden und haben gegenüber Urwäldern den Vorteil, dass die Zerfallsphasen fehlen. In diesen sterben die alten Bäume ab und der Wald erneuert sich. Diese Phase ist für viele Tier- und Pflanzenarten bedeutend, aber aus Sicht des Wasserschutzes weniger optimal. Sowohl die Auswaschung von Nitrat als auch der Oberflächenabfluss nehmen zu. Um einen Kompromiss zwischen der Schutzfunktion und der Biodiversität zu finden, wird auch im Wirtschaftswald Totholz belassen. Außerdem werden abgelegenere Waldflächen nicht bewirtschaftet und im Land zahlreiche Naturwaldreservate gefördert. Was viele verwundern wird: Gerade im Hinblick auf die Biodiversität sind auch einmal etwas größere Hiebe geeignet, um Naturwaldsituationen nahe zu kommen. Für den Trinkwasserschutz aber sollten die Wälder möglichst geschlossen bleiben. Durch
Pflegeeingriffe werden Mischbaumarten erhalten, die sonst durch konkurrenzstarke Arten wie Buche und Fichte verdrängt würden. Die Kronen der verbleibenden Bäume können sich entfalten und der Baum wird gestärkt. Das führt wiederum zu einem starken, weit reichenden Wurzelsystem. Stufige Waldränder mit einem Gürtel aus Sträuchern sind nicht nur optisch reizvoll und helfen unseren Bienen, sie sorgen auch dafür, dass der Wind nicht in die Bestände fährt und den Boden im Wald austrocknet.
„Sowohl das Baumkronendach als auch die Waldböden können bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen. Dies dämpft einerseits Hochwasser und verbessert andererseits das Trinkwasserangebot.“
Besonders mit Blick auf die Trinkwasserqualität ist es auch interessant, die unterschiedlichen Baumarten zu betrachten. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Wasserbedarfs, sondern auch darin, wie sie die chemische Wasserqualität beeinflussen. Kiefern brauchen zum Beispiel eher weniger Wasser als Douglasien oder Lärchen. Unter Laubbäumen gibt es mehr Sickerwasser, da die Nadeln ganzjährig Niederschlag zurückhalten, der wieder verdunstet und nie zum Boden gelangt. Dieses Phänomen wird als Interzeption bezeichnet. Je nach Standort und Niederschlagsmenge sollte die passende Baumartenmischung gewählt werden. Es laufen derzeit viele Forschungsprojekte,
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die sich mit dem Thema Wald und Wasser beschäftigen und auch spezielle Baumartenmischungen untersuchen.
Der Klimawandel ist eine Herausforderung Bäume selbst haben auch einen sehr hohen Wasserbedarf. So fehlen sie in Teilen der Welt trotz guter Böden wegen der Ferne zum Ozean und dem kontinentalen Klima mit wenig Niederschlag. Neben dem spezifischen Wasserbedarf der jeweiligen Baumarten hängt es auch vom Boden ab, wie lange Trockenphasen überstanden werden können. Ist dieser tiefgründig und lehmreich, so kann er mehr Wasser speichern als ein flacher oder sandiger Boden. Hierauf muss man achten, wenn man Bäume pflanzt, die für Jahrzehnte an den Standort gebunden sind. Durch ihre hohe Verdunstung spielen sie eine wichtige Rolle im globalen Wasserkreislauf, und in vielen Weltregionen gibt es große Aufforstungsprojekte, um die Verwüstung zu stoppen. Die Verdunstung hilft auch, an Hitzetagen die Umgebung, zum Beispiel im städtischen Bereich, zu kühlen und ist damit für ein gesundes Mikroklima wichtig. Im Hinblick auf die Klimawandelanpassung sind regelmäßige Waldpflege und die kleinflächige, naturnahe Bewirtschaftung eine optimale Anpassungsstrategie, um auch hinsichtlich unserer Wasserressourcen einen chancenreichen Lebensraum an unsere Kinder weiterzugeben.
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Regeln im Wald Sowohl WaldbesitzerInnen als auch BesucherInnen sind aufgefordert, sich im Wald an Regeln zu halten. Außerdem sind für die BesucherInnen bei Sturm und Unwettersituationen beträchtliche Gefahren zu berücksichtigen.
Nur biologisch abbaubare Kettenöle
Kein Müll im Wald
Zum Schutz von Wasser und Boden sollen bei der Waldarbeit nur biologisch schnell abbaubare Kettenöle und Hydraulikflüssigkeiten verwendet werden. Dies ist auch in den Vorgaben zur Nachhaltigkeitszertifizierung nach PEFC so vorgeschrieben. Damit gilt dies für ganz Vorarlberg. Biologisch schnell abbaubar sind Kettenöle und Hydraulikflüssigkeiten dann, wenn dafür ein Umweltzeichen (z. B. Blauer Engel, EU-Umweltzeichen) vergeben wurde oder nachweislich die Kriterien des EU-Umweltzeichens für Schmierstoffe (bei Hydraulikflüssigkeiten: DIN ISO 15380 und OECD 301) erfüllt werden.
Müllentsorgung im Wald ist ein No-Go! Dies trifft sowohl für große illegale Entsorgungen wie beispielweise von Haushaltgeräten, aber auch für den kleinen Wegwerfmüll von der Glasflasche über die Aludose oder das Plastiksackerl bis zum Zigarettenstummel zu. Plastikmüll braucht etwa 450 Jahre, Aludosen 200 Jahre und Glasflaschen bis zu eine Million Jahre, um sich vollständig zu zersetzen. Bei Zigarettenstummeln dauert es immerhin auch noch bis zu 15 Jahre, bis diese verrottet sind. Deshalb bitte vorhandene Abfallkübel verwenden oder seinen Müll einfach wieder mitnehmen und zu Hause richtig entsorgen. Boden und Wasser, aber auch die Tiere des Waldes danken es dir!
Der Wald ist auch gefährlich! Jede/r WaldbesucherIn hat grundsätzlich selbst auf alle ihm oder ihr durch den Wald und die Waldbewirtschaftung drohenden Gefahren zu achten. Vermeiden Sie unbedingt Waldbesuche bei Unwetter und Sturm. Durch Steinschlag, herabfallende Äste oder umfallende Bäume besteht höchste Lebensgefahr! Meiden Sie bei Gewitter vor allem hohe Einzelbäume, da die Gefahr des Blitzeinschlags bei diesen erhöht besteht. Aber auch nach einem Unwetter besteht noch ein erhöhtes Risiko. Festgelegte Absperrungen müssen zur eigenen Sicherheit unbedingt beachtet werden.
Spannende Waldwanderwege mit Erlebnisgarantie Wald und Wasser sind wie Zwillinge. Zwei schöne Wandermöglichkeiten, um diese beiden Elemente der Natur zu entdecken, dürfen wir vorstellen:
Waldlehrpfad Schaan
Wasserwanderweg Hittisau
Wegbeschreibung: Beginnend beim Tennisplatz oberhalb von Schaan führt dieser Weg kreuz und quer durch den Duxwald und endet wieder am Tennisplatz. Er ist mit Kinderwagen begehbar.
Wegbeschreibung: Der Wasserwanderweg beginnt beim Dorfbrunnen und führt bis Banholz, zum Schwimmbad und zur ältesten gedeckten Holzbrücke Vorarlbergs über die Kommaschlucht. Von dort geht es über die Hechtbrücke und entlang der Bolgenach bis zur eindrucksvollen Engenlochschlucht.
„Am liebsten streift der Fuchs in seiner Freizeit durch den Schaaner Duxwald. Egal ob es ein heißer Sommertag ist oder ob tiefer Schnee liegt. Hauptsache, er entdeckt wieder etwas Neues. So lernt er den Wald und seine Bewohner immer besser kennen.“ Mit diesen Einleitungsworten auf der Starttafel ist der Ansatz des interaktiven Waldlehrpfades der Gemeinde Schaan eigentlich schon erklärt: Es geht darum, den Geheimnissen des Waldes auf die Spur zu kommen. Dafür braucht es lediglich einen Funken Abenteuerlust, eine Portion Neugier und ein Handy, auf das im Vorfeld die App „Fuchs auf Dux“ heruntergeladen worden ist. Dann kann es losgehen!
Die Wanderung eröffnet die in vielen Bereichen unbeachtete Welt des Wassers um uns. Man erfährt, dass man auch streckenweise „über Wasser geht“, und erlebt unterschiedliche Formen – vom Grander-Wasser im Schwimmbad über Quellwasser am Weg bis zu kleinen Amphibienpfützen. Auch bei Regenwetter ist die Wanderung reizvoll, denn dabei erfährt man eine wassertriefende Landschaft. Bei Fragen: Tourismusbüro der Gemeinde Hittisau tourismus@hittisau.at, T +43 (0)5513 6209 250 www.hittisau.at/urlaub-freizeit
Informationen auf: www.schaan.li, www.fuchs-auf-dux.li
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Amphibien und Reptilien im Alpenrheintal Der Wald stellt für viele heimische Amphibienarten einen wichtigen Lebensraum dar. Nachfolgend stellen wir Ihnen zwanzig ausgewählte Arten aus Vorarlberg und Liechtenstein sowie einen Exoten vor.
Der Schwarze ALPENSALAMANDER
Der Leuchtende FEUERSALAMANDER
Der farbenfrohe Schönling BERGMOLCH
Der Wasserdrache KAMMMOLCH
Der Kleine TEICHMOLCH
Lebt in mittleren und höheren Gebirgslagen, ist nachtaktiv. Am liebsten ist er bei trübem Regenwetter und in den frühen Morgenstunden unterwegs. In Graubünden wird er „Quatertätsch“ genannt.
Lebt in feuchten Laubmischwäldern mit Quelltümpeln oder fischfreien Bächen bis in Höhen von 1200 m und überwintert gerne in Höhlen und alten Stollen.
Ist ein typischer Bewohner gewässerreicher Wälder bis ins Hochgebirge und wandert nach dem Erwachen aus der Winterstarre im März in die Gewässer ein.
Bevorzugt permanente, stehende, fischfreie Gewässer mit Flachwasserzonen und mäßiger bis üppiger Vegetation und ist vor allem in der Nacht unterwegs.
Ist in den Gewässern ab Ende Februar / Anfang März bis in den Sommer tagaktiv und von Juli bis Oktober in der Landphase dämmerungsund nachtaktiv.
Die Warzige GELBBAUCHUNKE
Die Ungenießbare ERDKRÖTE
Der Laute LAUBFROSCH
Der Anpassungsfähige GRASFROSCH
Der Lachende SEEFROSCH
Erstbesiedlerin von kleinen, frisch entstandenen Gewässern (Pionierart), die sich nach der Laichzeit gerne in Feuchtwiesen und an schattigen Waldrändern aufhält.
Besiedelt feuchte bis sehr trockene Lebensräume wie Wälder, Wiesen, Felder, Äcker, Gärten und Parks. Wird im Frühjahr bei ihrer Wanderung häufig Opfer des Straßenverkehrs. Hautgifte wehren Fressfeinde ab.
Der Anpassungsfähige TEICHFROSCH
Der Gefährdete KLEINER WASSERFROSCH
Besiedelt kleine und größere Gewässer. Hybrid zwischen Seefrosch und kleinem Wasserfrosch, häufigster Vertreter der österreichischen Wasserfrösche. Wandert oft in regnerischen Nächten.
Die Wärmeliebende SMARAGDEIDECHSE
Derzeit im Alpenrheintal noch nicht verbreitet, was sich mit der Klimaerwärmung aber ändern könnte. In der Wachau Symbol für die höchste Qualitätsstufe von Weinen, da sie in den Weinbergterrassen häufig zu finden ist.
Der kleine Wasserfrosch wird bis zu 7 cm groß und ist nicht ganzjährig an Gewässer gebunden. Er hat relativ kurze Hinterbeine und wird zunehmend vom ähnlichen italienischen Wasserfrosch verdrängt.
Die Täuschende BLINDSCHLEICHE
Mit ihrem langen beinlosen Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange zwar ähnlich, doch eigentlich zählt sie zu den Echsen. Ebenso täuscht der Name, denn blind sind Blindschleichen auch nicht.
Liebt gut strukturierte, offene Landschaften mit Gewässern mit Schilfgürtel und kann dank seiner Haftfüße auf Bäume und Sträucher klettern. In der Balzzeit über 90 Dezibel laut.
Die Sonnenanbeterin ZAUNEIDECHSE
Lebt in Kiesgruben, Steinbrüchen, Trockenrasen, Straßenböschungen usw., sogar in Gärten und Friedhöfen. Liebt die Sonne, trockene Stellen und buschigen Bewuchs.
Die Unbekannte SCHLINGNATTER
Die Schlingnatter ist nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange bei uns, gehört aber gleichzeitig zu den unbekannten unter den heimischen Kriechtieren. Durch ihre Zeichnung ist die schlanke Natter perfekt getarnt.
Lebt überwiegend an Land, besonders an heißen Sommertagen an und in Bächen und ist dank seiner Anpassungsfähigkeit der am meisten verbreitete Frosch.
Der Einwandererin MAUEREIDECHSE
Ursprünglich in südlichen Gefilden beheimatet fühlt sie sich an geeigneten Standorten, die auch der Zauneidechse gefallen, sehr wohl und konkurriert diese.
Die Anmutige RINGELNATTER
Die Ringelnatter verbringt die Kinderstube im Kompost, schwimmt ausgezeichnet und hat Frösche und Kröten zum Fressen gern. Wird’s brenzlig, taucht die ungiftige Schlange ab – oder blufft um ihr Leben.
Der Seefrosch kommt im Rheintal in großen und tiefen Gewässern vor. Die Vorkommen gehen auf ausgesetzte Tiere zurück. Männchen locken die Weibchen mit Rufen an, die an Lachen erinnern.
Die Höhenechse BERGEIDECHSE
Montane bis subalpine Bereiche der Alpen werden bevorzugt. Ihr Lebensraum sind Waldlichtungen, Moore und Gewässer, Bergwiesen mit Felsen oder Steinmauern sowie Blockhalden.
Die scheue Giftige KREUZOTTER
Die Kreuzotter kommt von der Ebene bis ins Hochgebirge vor – von Mooren und Flussschotterheiden bis zu Fels- und Geröllfluren oberhalb der Waldgrenze. Sie ist sehr scheu und verschwindet bei der kleinsten Erschütterung.
Zur Verfügung gestellt von Naturland NÖ. Illustration: Szabolcs Kókay
Poster zum Download unter waldverein.at
Liechtensteiner Forstverein Seite –7–
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Felsentor „Wildmannschilchli“
Ein in Jahrtausenden von Wasser und Erosion geformtes Naturdenkmal im LiechtensteinischVorarlberger Grenzgebiet am Ochsenkopf. Bedingt durch die Erosion in den letzten Jahrtausenden siedelten sich in diesem Gebiet zuerst Gräser und anschließend niedrige Sträucher an. Im Verlauf der Zeit gesellte sich Seite –8–
die Legföhre dazu, sie wird dann in einigen Jahrhunderten durch die aufrechte Bergföhre, Fichte und Lärche abgelöst. So wird dieses Felsentor in ferner Zukunft wohl einmal mitten in einem Wald stehen oder schon vorher erodiert sein. Das als Zeichen, dass nichts für die Ewigkeit bestimmt ist …
STEINBOCK
47°06′20.3″N 9°37′42.4″E
Liechtensteiner Forstverein
GEHEN SIE AUF SPURENSUCHE! Auf dem Fürstin-Gina-Weg vom Sareis zum Augstenberg ist das Tor am besten einsehbar.
info@waldverein.at www.waldverein.at Seite –9–
info@forstverein.li www.forstverein.li
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Drei Fragen an Entscheidungsträger zum Thema Wald und Wasser Ein intakter Wald ist für die Menge und Qualität der Trinkwasservorkommen von großer Bedeutung. Gleichzeitig kann eine gute Waldausstattung in einer Region bei Starkniederschlägen auch Hochwasserspitzen mindern. Wir fragen drei Persönlichkeiten, die beruflich viel mit Wasser zu tun haben, zu ihren Erfahrungen mit dem Wald.
Thomas Blank
Bruno Güntensperger
Manfred Trefalt
Abteilungsvorstand Wasserwirtschaft, Vorarlberger Landesregierung, Bregenz
Geschäftsführer Liechtensteiner Brauhaus, Schaan
Geschäftsleiter, Stadtwerke Feldkirch
Welchen Einfluss hat der Wald auf Ihren Tätigkeitsbereich im Hinblick auf Wasser? Der Wald hat eine sehr wichtige Funktion für den Wasserkreislauf. Er unterstützt den Wasserrückhalt im Gelände und leistet einen wichtigen Beitrag für die Dämpfung von Abflussspitzen. Der Waldboden leistet einen wichtigen Beitrag als natürlicher Filter. Dies ist gerade im Einzugsgebiet von Quellen oder Brunnen für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sehr wichtig. Wo Wald ist, gibt es keine versiegelten Flächen, der Niederschlag kann ohne Hindernisse versickern. Und wo Wald ist, gibt es keine Gewässerverschmutzung, hier ist der natürliche Kreislauf des Wassers gesichert. Wald und Wasser sind geradezu ideale Partner.
Wie können WaldeigentümerInnen und WaldbesucherInnen Sie bei Ihrer Aufgabe unterstützen? Wegen der sehr positiven Wirkung des Waldes auf den Wasserkreislauf ist vor allem die Erhaltung eines gesunden Waldes für die Wasserwirtschaft sehr wichtig. Wir können nur an alle EigentümerInnen appellieren, dieses Ziel zu unterstützen. Wichtig ist für uns auch, die kleinen Bachläufe im Wald regelmäßig auszuholzen und keinen Grünmüll dort abzulagern. Was verbindet Sie ganz persönlich mit dem Wald? Der Wald ist für mich eine wunderbare Erholungsumgebung. Eine besonders reizvolle Kombination sind auch die Wasserläufe und Bäche in den Wäldern, zum Beispiel die wilden Pfänderbäche mit ihren steilen Felsabstürzen oder die Anfänge der wilden Tobel am Hochsträß-Hochmoor in Sulzberg. Ganz besonders faszinierend ist der Wald auch in Kombination mit Schnee und Eis, zwei besonders schönen Formen von Wasser!
Welchen Einfluss hat der Wald auf Ihren Tätigkeitsbereich im Hinblick auf Wasser? Ohne Wasser kein Bier. Als Hauptbestandteil des Bieres nimmt das Wasser einen besonders wichtigen Platz ein. Auch wenn viele immer nur von Malz und Hopfen sprechen, das Wasser hatte immer schon einen besonderen Platz beim Bierbrauer. So entstanden Biertypen wie Pilsner, Münchner oder Wiener Biere aufgrund der Lage und Beschaffenheit des Wassers. Die Lage an einer nahen Quellfassung war oft ausschlaggebend für die Wahl des Standortes der Brauerei. Die hervorragende Filterleistung des Waldes in Zusammenhang mit dem langen Weg durch das Dreischwestern-Gebirgsmassiv macht unser Quellwasser neben dem Grundwasser speziell. Wie können WaldeigentümerInnen und WaldbesucherInnen Sie bei Ihrer Aufgabe unterstützen? Wie gesagt, aufgrund der natürlichen Filterfunktion des Waldes und dabei durch bedeckte, gut durchwurzelte Böden, die mikrobiologisch aktiv sind, ist die Wasserqualität meist hervorragend. Damit dies so bleibt, tragen die WaldeigentümerInnen eine wichtige Verantwortung. Die Bewirtschaftung des Waldes durch einen schonenden Waldbau, getragen von ökologischen Prinzipien, ist Grundvoraussetzung für ein gutes Trinkwasser. Was verbindet Sie ganz persönlich mit dem Wald? Der Wald ist für mich in erster Linie Erholung und Kraftort zugleich. Die frische, sauerstoffreiche Luft, der lockere, weiche Boden, die beheimatete Fauna und Flora, die Ruhe, aber auch das Farbenspiel speziell im Herbst sind Eigenschaften, die ich am Wald so sehr schätze. Und wer weiß, vielleicht brauen wir mal ein Waldbier, um dieses Waldgefühl bis ins Glas zu transportieren …
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Welchen Einfluss hat der Wald auf Ihren Tätigkeitsbereich im Hinblick auf Wasser? Eine wichtige Funktion des Waldes ist die Speicherung von Wasser im Boden. Erst damit wird ein intakter Wasserkreislauf überhaupt möglich. Dank unserer intakten Wälder steht uns ganzjährig ausreichend Trinkwasser in bester Qualität zur Verfügung. Durch die Speicherung der Niederschläge wird auch eine Erosion des Bodens verhindert. Für den Hochwasserschutz ist der Wald ebenfalls unverzichtbar, weil bei Starkniederschlägen auftretende Abflussspitzen gedämpft werden.
Wie können WaldeigentümerInnen und WaldbesucherInnen Sie bei Ihrer Aufgabe unterstützen? Die wichtige Schutzfunktion des Waldes muss aufrechterhalten werden. Dies erreicht man durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, also die Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Produktivität und der Regenerationsfähigkeit des Waldes. Auch die soziale Funktion des Waldes als Erholungsraum soll gewährleistet bleiben. Den WaldbesucherInnen muss dabei bewusst sein, dass sie sich in einem ökologisch sensiblen Gebiet bewegen. Was verbindet Sie ganz persönlich mit dem Wald? Als Kind war ich viel im Wald unterwegs, bin auf Bäume geklettert und habe Hütten gebaut. Das war einfach der perfekte Spielplatz. Heute nutze ich den Wald als Erholungsraum, beispielsweise beim Wandern, Bergsteigen und Mountainbiken. Während der heißen Sommermonate habe ich den Schatten und die kühlere Luft im Wald sehr geschätzt. Ich bin jedenfalls dankbar dafür, dass wir den Wald betreten und uns dort aufhalten dürfen.
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So schauen CO2-Speicher aus!
Foto: David Schreyer
Foto: Norman Nigsch
Klimaziele nur mit Holz erreichbar!
Beim Vorarlberger Holzbaupreis 2021 ausgezeichnetes Kinderhaus in Kennelbach. Es würde noch wesentlich mehr gehen; viele Schulen werden heute hoch klimaschädlich bis zum Dach hinauf betoniert.
Im Wald wird viel CO2 gespeichert. Mit der Verwendung von Holz wird die Speicherwirkung verlängert, und der Substitutionseffekt von anderen energieintensiven Baustoffen bringt nochmal einen mehrfachen CO2-Minderungseffekt, der etwa fünfmal höher ist als die ohnehin bereits sehr hohe Speicherwirkung im Wald! Der Klimawandel stellt für unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren eine der zentralsten Herausforderungen dar. Holz verursacht nicht nur keinen Ausstoß von CO2, sondern im Wald und im Holz werden große Mengen des Klima- Problemgases gespeichert und substituiert. Das können viele andere Baustoffe nicht. Im Gegenteil, sie verursachen hohe klimaschädliche CO2-Emissionen. Der bei der diesjährigen Vorarlberger Holzbaupreisverleihung anwesende Minister Peter Hauk aus dem Nachbarland Baden-Württemberg brachte die Bedeutung von Holz auf den Punkt: „Die CO2-Klimaziele sind überhaupt nur mit der verstärkten Verwendung von Holz erreichbar.“
Keine „schlimme“ Verhaltensänderung!
Auch im Gewerbebau ist noch sehr viel mit Holz möglich. Im Bild die vor Kurzem eröffnete Altstoffsammelstelle der Gemeinde Schaan (Planung und Bau: holzbau frommelt ag, schaan).
CO2-Einsparung in t/ha 80
73,6
70 60 50 40 30 20
14,8
10 2,4 0 Waldspeicher
Produktspeicher
Substitution
Nach einer jüngst in Deutschland für mitteleuropäische Verhältnisse erschienenen Studie zur CO2-Einsparung eines Hektars bewirtschafteten Waldes entfällt der weitaus höchste Teil der Klimaschutzwirkung auf den Ersatz (Substitution) fossiler Rohstoffe und Energieträger. Der CO2-Speichereffekt des Waldes wird damit um das Fünffache übertroffen! (Quelle: Klimaschutzleistungen von Forstbetrieben; AFZ-DerWald 15/2018 S. 20)
Hier geht’s zu vielen weiteren Anregungen, wie Ihr neuer „CO2“-Speicher ausschauen könnte
In Bezug auf den Klimaschutz wird von verschiedenen Seiten immer wieder die Notwendigkeit von drastischen Verhaltensänderungen betont. Wenn wir uns die CO2-Speicher- und -Minderungswirkungen mit den Vorarlberger Holzbauten anschauen, sind die Auswirkungen für BauherrInnen als sehr „verträglich“ anzusehen, zumindest was die notwendigen Verhaltensänderungen beim Bauen betreffen. Bei uns wird in Bezug auf Architektur und Handwerk ein qualitativ sehr hochwertiger Holzbau angeboten, der zudem auch wohnbiologisch sehr gesunde Wohn-, Schlaf- oder Arbeitsumgebungen bietet. Auch der Dauerbrenner „leistbares Wohnen“ ist mit Holz gut umsetzbar. Zum Glück gibt es bereits viele Beispiele, die auch besichtigt werden können. Jeder kann sich seinen persönlichen „CO2-Speicher“ selber gestalten. Auf der Homepage der Vorarlberger Holzbaukunst können viele Beispiele auch online besichtigt werden (siehe Link QR-Code).
Short Facts zu Klimaschutz mit Wald und Holz › Mit dem CO2 aus der Luft, mit Wasser und Licht wird im Wald Holz produziert. Als „Nebenprodukt“ fällt Sauerstoff an. › Bauen wir mit Holz, entsteht ein zweiter Wald aus Häusern. › Häuser aus Holz verlängern den Kohlenstoffspeicher und binden damit weiter CO2. › Das nachwachsende Baumaterial Holz ersetzt Baumaterialien aus endlichen Rohstoffen und erspart uns deren CO2-Belastungen. › Gebäude aus Holz haben einen deutlich kleineren CO2-Fußabdruck. Weitere Erklärungen und Short Facts finden sie auf holzistgenial.at
Wie geht das? Haben Sie sich auch schon gefragt, wie eine Tonne CO2 in einen Kubikmeter Holz kommt? Hier die Erklärung: 1 Kubikmeter Holz wiegt durchschnittlich 500 Kilogramm. Zur Hälfte besteht das Holz aus Kohlenstoff, d. h. in einem Kubikmeter Holz sind 250 Kilogramm Kohlenstoff enthalten. Wenn Kohlenstoff in CO2 umgewandelt wird (oxidiert), entstehen aus einem Kilogramm Kohlenstoff ca. 3,67 Kilogramm CO2. 250 Kilogramm Kohlenstoff ergeben 917 Kilogramm CO2. So kommt man auf ca. 1 Tonne CO2 pro Kubikmeter Holz (Berechnung nach Arno Frühwald, Universität Hamburg).
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Wald Zeitung Winter 2021/22
Zukunftsraum Wald – neue Vorarlberger Waldstrategie 2030+ Der Wald wird zukünftig eine noch bedeutendere Rolle für viele Lebensbereiche spielen. Daher hat die Forstabteilung des Landes in den vergangenen beiden Jahren in einem breit angelegten Prozess partnerschaftlich mit den Betroffenen die Waldstrategie 2030+ entwickelt. Die Strategie wurde im November 2021 im Landtag beschlossen. Sie soll maßgeblich dazu beitragen, die Vorarlberger Wälder an die zukünftigen Anforderungen und die natürlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Wir geben Ihnen hier eine kurze Übersicht über die neue Waldstrategie. Vorarlberg ist ein gebirgiges Waldland. 37 Prozent der Vorarlberger Landesfläche (97.600 ha) sind mit Wald bedeckt. Der Wald ist mit seinen Wirkungen auf den Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen eine wesentliche Grundlage für die ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung des Landes.
Hohes öffentliches Interesse am Wald Nutzwirkung: Erträge und Einkommen für die EigentümerInnen, nachwachsender heimischer Rohstoff, Arbeitsplätze und Wertschöpfung für Wirtschaft und Gesellschaft Schutzwirkung: Standortschutz, Schutz von Siedlungen, Verkehrswegen und Infrastruktur durch Verhinderung von Steinschlag, Lawinen, Muren sowie Hochwasser- und Lärmschutz Wohlfahrtswirkung: Sauerstoffproduktion und CO2 -Speicher, Trinkwasserfilter und Trinkwasserspeicher, Staubfilterung, Temperaturregulation, Beitrag zur Biodiversität Erholungswirkung: Raum für Bewegung, Freizeitaktivitäten und Entspannung, positiver Einfluss auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit Ziel der Strategie ist die effiziente Sicherstellung der günstigen Waldfunktionen im Interesse der Bevölkerung. Die Vorarlberger Waldstrategie 2030+ stellt dabei eine klare und möglichst allgemein verständliche Grundlage und Handlungsanleitung für die politisch Verantwortlichen und die Verwaltung dar. Insbesondere soll sie auch die ca. 18.000 WaldeigentümerInnen bei einer fachgemäßen und zukunftsorientierten Bewirtschaftung ihrer Wälder unterstützen. Die Waldstrategie 2030+ zielt sowohl auf eine gute Zusammenarbeit zwischen forstlichen SchlüsselakteurInnen und Interessenvertretungen als auch auf einen konstruktiven Austausch mit angrenzenden Fachgebieten wie Jagd, Naturschutz, Tourismus und Alpwirtschaft. Bei der Bevölkerung – als Nutznießerin der günstigen Waldfunktionen – soll die Strategie das Wissen um den Wert des Waldes über die ökologischen Zusammenhänge und die Waldbewirtschaftung erhöhen.
WaldaufseherInnen beraten und unterstützen EigentümerInnen rund um den Wald.
Bekenntnis zu naturnaher Waldbewirtschaftung Das Land Vorarlberg bekennt sich zu einer naturnahen und kleinflächigen Waldbewirtschaftung. Was darunter zu verstehen ist, wird im Kapitel „Die gute Praxis – naturnahe Waldbewirtschaftung“ unter folgenden Eckpunkten beschrieben: • erfolgreiche natürliche Verjüngung aller vorhandenen Baumarten (tragbarer Wildeinfluss) • Pflege des Bodens als Wasser- und Nährstoffspeicher • Vermeidung von Großkahlschlägen – kleinflächige Nutzung – gute Erschließung • langfristige Gleichgewicht von Lebensraum und Wildtierbeständen Generell sind gepflegte Mischwälder das Ziel der gemeinsamen Anstrengungen.
Fünf strategische Ziele Die Vorarlberger Waldstrategie 2030+ umfasst fünf strategische Ziele. Diese sind in mehrere Handlungsfelder gegliedert und mit konkreten Maßnahmenvorschlägen untermauert: 1. zum Klimaschutz beitragen und den Wald klimafit machen 2. die Wirtschaftsleistung des Waldes gewährleisten 3. die Schutzwirkungen des Waldes erhalten und verbessern 4. die biologische Vielfalt des Waldes fördern 5. die gesellschaftlichen Funktionen des Waldes stärken und sichtbar machen
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Schlüsselfaktoren und Instrumente für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie Die Strategie umfasst neben wichtigen Kennzahlen eine Beschreibung der „guten Praxis“ sowie zwei Kapitel über die Schlüsselfaktoren und die Instrumente für eine erfolgreiche Strategie-Umsetzung. Entscheidende Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Umsetzung sind einerseits eine funktionierende Naturverjüngung aller vorhandenen Baumarten und andererseits eine entsprechende Nachfrage nach Holz. Als wesentliche Instrumente der Umsetzung stehen sowohl moderne gesetzliche Rahmenbedingungen als auch fachkundige Beratung durch Landesforstdienst, Landwirtschaftskammer oder Waldverein zur Verfügung. Gezielte Förderanreize sollen die WaldeigentümerInnen bei der Waldpflege im Interesse der Öffentlichkeit unterstützen. Die Vorarlberger Waldstrategie 2030+ ist in einem etwa einjährigen Prozess entstanden. Eine Vielzahl an AkteurInnen hat zum Entstehen dieser Strategie wertvolle Beiträge geleistet. Die Strategie wurde vom Vorarlberger Landtag in der Sitzung am 17. November 2021 einstimmig angenommen.
Hier geht’s zur Broschüre der Vorarlberger Waldstrategie 2030+
Wald Zeitung Winter 2021/22
Der Hunger nach Holz Zur Geschichte des Holzflößens am Beispiel Nenzing
Fotos: Archiv der Marktgemeinde Nenzing
Dörfer und vor allem Städte benötigten früher enorme Mengen an Holz. In den vergangenen Jahrhunderten war Holz der wichtigste verfügbare Werkstoff. Er wurde in Form von Balken, Brettern, Dachschindeln für den Bau von Häusern und Ställen gebraucht, und auch Kalk wurde in Brennöfen, die mit Holz befeuert wurden, hergestellt. Dazu kommt die Nutzung als Heizmaterial und ebenso benötigten Handwerksberufe wie etwa Bäcker, Schmiede, Schlosser, Tischler und Schreiner große Mengen davon. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung kam auch Kohle in unsere Region, und auch die wurde wieder abgelöst von den verschiedenen heutigen Energiequellen, die wir meist importieren.
Der Transport des Holzes
Der ehemalige Triftplatz in Nenzing, heute der Standort des Betriebsgebäudes der Agrargemeinschaft Nenzing Solch großen Transportwege waren früher undenkbar, und so behalf man sich mit dem An der Sammelstelle wurde eine einfache einzigen Energielieferanten, den wir in ausreihabe gesehen, dass es im Oberland ein GewitKlause errichtet, bei der Holzstücke eine Sperre chender Form hatten und der auch beständig ter gibt, und gedacht, es könnte wieder Holz bildeten und dahinter das Holz aufgestapelt lag nachwuchs, dem Wald. Die Entfernung zu den kommen.“ Manche waren so fair und bezahlund Bachwasser mit aufgeStädten war gering und ten dem Triftmeister immerhin eine geringe staut wurde, ähnlich einer der Transport erfolgte Summe Geld für das Holz. Die Einnahmen aus Staumauer. Im Frühjahr, über die Flüsse und die solch einem „Flötz“ waren für die Gemeinden, wenn die Schneeschmelze Bäche. Die einzige BrinPrivaten und die Bundesforste, die früher im begann, hatten die Bäche gungsmöglichkeit war das Besitz einiger Wälder in Vorarlberg waren, sehr genügend Wasser, und Triften von Holz, bei dem wichtig. Nur so konnten die Gebirgswälder, dann wurde die Klause Einzelstücke durch die die gleichzeitig auch Schutz- und Bannwälder geschlagen und das gesamBäche geschwemmt werwaren, bewirtschaftet werden. melte Holz stürzte unter den. Das Flößen, bei dem Getöse und Gepolter durch Eine Mannschaft bestand aus sieben meist mehrere Stämme aneindie Schlucht. Bei idealem jungen und mutigen Flößern. Drei waren für andergebunden werden, Wasserstand konnte das die linke Seite zuständig, vier rechts. Bewaffnet lassen unsere Gebirgsbägesamte Holz schon nach Ein Lustenauer auf die Frage, mit speziellen Flößerhaken an langen Stangen che nicht zu. Trotzdem fünf Tagen durch sein, aber woher er das Holz habe. und mit Seilen wurde das Holz, das sich an hat sich der Gebrauch des manchmal dauerte es weEngstellen verkeilt hatte, gelöst und so nach Wortes „Flößen“ bei uns sentlich länger, bis das Holz und nach durch die Meng getriftet. Manchmal dafür durchgesetzt. Für am Triftplatz in Nenzing ankam. Die Mengen musste ein Flößer auch abgeseilt werden, um Nenzing mit dem großen Hinterland bildeten waren unterschiedlich, in Spitzenjahren kamen genügend nahe an solche Stellen zu gelangen, die Meng und der Gampbach die Transportwebis zu 4000 Raummeter ins Dorf. Es konnte daund wenn auch das nichts half, verwendete ge. Beide Bäche sind aber extreme Wildbäche nach nur als Brennoder Schindelholz verkauft man Sprengstoff. Die gesamte Arbeit, beginund ihre Schluchten sind nicht begehbar. Der werden. nend beim Fällen und Herrichten des Holzes bis Sammelplatz für das Holz lag meist im Bereich zur Bringung an den Triftplatz, war durchaus von Kühbruck. In den Wäldern weiter oberhalb lebensgefährlich. hatten Waldarbeiter in dem Jahr zuvor große Mengen an Bäumen gefällt, oder die Bäume wurden nach Windwürfen hergerichtet und ans Es konnte passieren, dass durch Hochwasser Wasser gebracht. Das Holz musste in ein Meter die Klausen durchbrochen wurden und das lange Stücke gesägt werden, um eine VerklauHolz unkontrolliert über die Ill und den Rhein sung in der Schlucht zu verhindern. schließlich in den Bodensee gelangte. Von solch einem Ereignis aus dem Jahr 1928 wird in Alexander Kaiser und das Archiv der MarktNenzing berichtet. Die 2000 rm waren teilgemeinde Nenzing erstellten 2018 zu diesem weise schon im unteren Bereich der Schlucht Thema eine Filmdokumentation mit dem angelangt und das Flößen im vollen Gange, Titel „Die Flößer aus dem Gamperdonatal“, als ein Unwetter niederging. Ein Teil wurde in der die letzten Flößer von Nenzing von ihrer weggespült. Der damalige Triftmeister als Arbeit erzählen. Hauptverantwortlicher suchte danach in den Dörfern entlang des Rheins nach dem Holz, das oft schon von Privaten mittels Flößstangen Tipp: Filmdokumentation aus dem Rhein geholt worden war und vor den „Die Flößer aus dem Häusern gerichtet da lag. Ein Lustenauer z. B. Gamperdonatal“ zum hatte sechs m³ gelagert und erklärte dem NenHerunterladen Flößerpartie beim Triften im Unterlauf der Meng zinger auf die Frage, woher er das habe: „Ich
„Ich habe gesehen, dass es im Oberland ein Gewitter gibt, und gedacht, es könnte wieder Holz kommen.“
Gefährliche Arbeit
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Wald Zeitung Winter 2021/22
Zahlen, Daten, Fakten 174 Regentage 6678 ha
Veranstaltungen
gibt es in Vorarlberg
beträgt die Waldfläche in Liechtenstein,
im Mittel
davon sind ca. 6 % Eigentum von Privatpersonen
25 %
des Trinkwasserverbrauchs werden für Klospülung verwendet
130 Liter beträgt der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf in Österreich täglich
697
Mio. Euro
1900 l / m
2
Euro wurden seit 1980 in Vorarlberg in Hochwasserschutz investiert.
beträgt im Durchschnitt die jährliche
(Wasserwirtschaft und Wildbachverbauung)
Niederschlagsmenge in Vorarlberg
Wussten Sie, dass … … die Durchwurzelung des Oberbodens für den Hochwasserschutz entscheidend ist? In einem Quadratmeter Oberboden im Wald befinden sich bis zu 12,6 km Wurzeln.
Wege zur Naturjagd mit Rehwild Vortrag mit dem bekannten WildtierExperten Bruno Hespeler, am 10.03.2022, 20 Uhr, im bäuerlichen Bildungszentrum für Vorarlberg, Hohenems. Beitrag € 15,–/Person Info und Anmeldung: LFI Vorarlberg www.lfi.at/vbg; lfi@lk-vbg.at oder T +43 (0)5574 400-191 Ein heißes Eisen: Biodiversität & Rehwild Wir beginnen nicht bei null! Vortrag von Nikolaus Urban, Begründer der renommierten Initiative bauernjaeger.de, am 17.03.2022, 20 Uhr, im bäuerlichen Bildungszentrum für Vorarlberg, Hohenems. Beitrag € 15,–/Person Info und Anmeldung: LFI Vorarlberg www.lfi.at/vbg; lfi@lk-vbg.at oder T +43 (0)5574 400-191 Motorsägenausbildung am Spannungssimulator Sie möchten Ihre Fähigkeiten an der Motorsäge verbessern? Das können Sie bei diesem Kurs unter Anleitung am Simulator. Am 25.03.2022, 13 bis 17 Uhr, Agrargemeinschaft Röthis. Beitrag € 59,–/Person Info und Anmeldung: LFI Vorarlberg www.lfi.at/vbg; lfi@lk-vbg.at oder T +43 (0)5574 400-191
… Bestände von Douglasie und Lärche den höchsten Wasserverbrauch (Transpiration) unserer heimischen Baumarten haben? (Waldwissen.net)
(WSL, B. Lange, P. Lüscher)
… Trockenheit Schadorganismen begünstigen kann? Man kann dies nicht für alle Organismen annehmen, aber sekundäre Schädlinge wie Borkenkäfer oder das Kieferntriebsterben sind zumeist Profiteure vom Wald ohne Wasser. (Bernhard Perny, Thomas Cech, Gernot Hoch; BFW)
… auch die Baumartenzusammensetzung einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Wasserqualität hat? Generell wird unter Laubbäumen hochwertigeres Trinkwasser produziert als unter Nadelbäumen.
… Kahlschlagwirtschaft sich nachteilig auf die Trinkwasserqualität auswirkt? (Köck 2009; Waldwissen.net)
… Wald den Hochwasserabfluss wesentlich beeinflussen kann? Lt. Rieger (2012) wird beispielhaft das Einzugsgebiet der Windach in Bayern angeführt: Hier wurden abhängig vom Bewaldungsprozent und der Stärke des Hochwassers Werte von bis zu 35 % Abflussdämpfung erreicht. (Waldwissen.net)
(Waldwissen.net)
Waldverein Vorarlberg
Liechtensteiner Forstverein
Im Waldverein Vorarlberg setzen sich WaldbesitzerInnen, Forstleute, JägerInnen oder einfach nur FreundInnen des Waldes für eine nachhaltige, klimafitte und naturnahe Waldwirtschaft ein. In den sieben Ortsgruppen im Land kann ein fachlicher Austausch vielfach auch im geselligen Rahmen für eine positive Waldgesinnung in der Gesellschaft stattfinden.
Der Liechtensteiner Forstverein verfolgt die umfassende Förderung der Anliegen der Wald- und Holzwirtschaft, die Unterstützung der Bestrebungen des Natur- und Landschaftsschutzes, die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für die Anliegen des Waldes, die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Vereinen und Organisationen und die Förderung der Holzverwendung in öffentlichen und privaten Bauten.
info@waldverein.at; www.waldverein.at Mitgliedsbeitrag ab € 20,–/Jahr
info@forstverein.li, www.forstverein.li
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Köhlereifest 2022 in Schaan Die Holzköhlerei wird als eines der ältesten Handwerke der Welt bezeichnet. Nach dem Jahr 2014 findet 2022 zum zweiten Mal ein Köhlereifest in Schaan statt. Am Samstag, 30.04.2022, wird der Kohlemeiler auf dem Köhlereiplatz in Schaan angezündet, um danach innert drei Wochen aus 50 m3 Brennholz Holzkohle herzustellen. Näheres unter: www.schaan.li Sonderschau Wald an der Lihga 2022: „Dr Wald goht a d’Ligha“ Unter diesem Motto organisiert der Liechtensteiner Forstverein von 16. bis 24.09.2022 eine Sonderschau an der Lihga 2022 in Schaan. Die WaldAusstellung möchte den BesucherInnen die Waldfunktionen näherbringen. Die einzelnen Bereiche Schutzwald, Erholung im Wald, Waldnutzung und Naturschutz werden überschneidend präsentiert, da der Wald als großes Ganzes wahrgenommen werden soll. Näheres unter: www.lihga.li
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Alphornbau – ein fast vergessenes Handwerk „Das Verarbeiten von edlen Hölzern und die daraus entstehenden Klänge sind eine Leidenschaft und machen süchtig.“
Die Geschichte
Die Geschichte des Alphorns ist schon einige hundert Jahre alt. Zur Zeit erlebt das Instrument vor allem im alemannischen Raum eine Renaissance und es gibt seit Kurzem wieder einen Alphornbauer im Land.
Die Arbeit
Sägen, hobeln, drechseln, bohren, schleifen … und zwar so lange, bis dem mächtig klingenden Alphorn die ersten Töne entlockt werden können. So schaut der spannende Tag von Wolfgang Maurer aus. Durch seine große Leidenschaft für Musik, aber auch für den Rohstoff Holz ist es dem Alphornbauer aus
Wolfgang Maurer in seiner Werkstatt
Sibratsgfäll besonders wichtig, seine Instrumente sowohl musikalisch (Ansprache, Klang, Stimmung) als auch optisch in bester Qualität herzustellen. Die drei Komponenten Holz, Handwerk und Musik zu vereinen und ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, ist jedes Mal spannend und eine große Herausforderung.
Der Rohstoff
Der Charakterbaum unserer Gebirgswälder ist die Fichte. Vor allem die Fichte der Voralpen und der Alpen, im Speziellen die Haselfichte, ist als Resonanzholz bei Geigen-, Gitarren- und Alphornbauern gefragt.
Vor allem der Alphorntrichter erfordert viele Stunden reiner Handarbeit.
Am wichtigsten aber ist es, neben der Schlägerung, Einlagerung und der schonenden Trocknung (Lufttrocknung) stets auf die richtigen Mondphasen zu achten. Wenn man bedenkt, wie viel Sauerstoff eine Fichte in ihrem Leben an die Umwelt abgibt und wie viel Wasser sie für uns speichert, wird man fast ehrfürchtig bei der Verarbeitung dieses so wertvollen Rohstoffes Holz! Kontakt Wolfgang Maurer, Sibratsgfäll T +43 (0)664 401 11 18 wolfgang_maurer@a1.net www.alphornmanufaktur.at
Wolfgang baut Alphörner und ist selbst leidenschaftlicher Musikant.
Webtipp
Produkt-Tipp
Waldgeschichten
Sanierung
Mit der neu geschaffenen Wissensplattform „Waldgeschichten“ werden der breiten Öffentlichkeit objektive Informationen zum Wald allgemein und besonders zu den Themen Klimaschutz und Biodiversität bereitgestellt.
Der Baustoff Holz eignet sich nicht nur hervorragend für den Neubau, sondern auch für Sanierungen, Anbauten oder Aufstockungen. Der geniale Baustoff spielt hier mit seinem geringen Gewicht, der architektonischen Gestaltungsfreiheit und der kurzen Bauzeit mit hohem möglichen Vorfertigungsgrad seine Stärken aus – nicht zu vergessen der klimafreundlichen CO2-Speicher- und -Substitutionseffekt. Einige Beispiele dazu können Sie auf der Website der Vorarlberger Holzbaukunst erkunden (holzbaukunst.at).
Als Besonderheit kommen die BewirtschafterInnen des Waldes auf dieser Plattform mit Kurzvideos selber zu Wort, was sie tagtäglich im Wald leisten. Mittels einer App-Anweisung werden sie angeleitet, über ihre Arbeit in maximal zwei Minuten langen Kurzvideos zu berichten.
Foto: Oliver King
Endlich besteht damit die Möglichkeit für den/die WaldbesitzerIn, interessierten Waldund NaturfreundInnen einen authentischen Einblick in ihre Sichtweise und ihre Anliegen zu geben. Eine höhere Präsenz in den verschiedenen Social-Media-Plattformen soll damit auch möglich gemacht werden.
Hier gehtʼs zu Infos und Videos von WaldbesitzerInnen (waldgeschichten.com)
Im Bild eine beim Vorarlberger Holzbaupreis 2021 ausgezeichnete Sanierung eines Vorsäßes in Schwarzenberg (Planung: häusler bau und architektur gmbh, Riefensberg, Ausführung: Flatz Holzbau, Alberschwende). Sehr eindrücklich kommt bei dieser Sanierung der Wohlfühleffekt bei Holzumgebungen zum Ausdruck.
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Der Waldverein Vorarlberg und der Liechtensteiner Forstverein wünschen Ihnen ein gesundes neues Jahr und schöne Erlebnisse im Wald!
Die Subersache im Bregenzerwald zwischen Lingenau und Großdorf
Wald Zeitung info@waldverein.at www.waldverein.at
Ausgabe 09 Winter 2021/22
Liechtensteiner Forstverein
info@forstverein.li www.forstverein.li