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Wald Zeitung

Ausgabe 07

Winter 2019

www.waldverein.at

Boden – die belebte Haut der Erde

Drei Fragen an ...

„Holz von Hier“ in Vorarlberg gestartet

Ohne Wald geht quasi gar nix in Geschichten

Die Erhaltung des Waldbodens als zentrale Aufgabe der Forstwirtschaft

… bodenständige Fachleute

Die Vorarlberger Holzwertschöpfungskette

Von der Bregenzerwälder Geschichtenerzählerin Katharina Ritter


Wald Zeitung Winter 2019

Waldboden – das Fundament unserer Wälder Der Boden bildet die Lebensgrundlage für Tiere und Menschen. Gerade der Waldboden stellt aufgrund seiner Komplexität, seiner mannigfachen Funktion und Aufgaben die Basis des Lebensraumes Wald dar. Der Boden ist das wertvollste Gut für den Wald und sollte möglichst schonend und mitt Bedacht behandelt werden.

Deshalb ist es an der Zeit, in der mittlerweile 7. Auflage der Wald Zeitung Ihnen den Waldboden etwas näherzubringen.

In der Öffentlichkeit findet der Boden trotz seiner Wichtigkeit aber meist zu wenig Beachtung.

MAG. WALTER AMANN Obmann Waldverein Vorarlberg

Viel Spaß beim Lesen!

Vorwort

Bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen ... ... er ist alles für uns, der Boden, die Basis der terrestrischen Ökosysteme, unser Lebensraum, unsere Grundlage für die Produktion von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, er ist Filter und Speicher von sauberem Trinkwasser, effektiver Dämpfer für Hochwasserspitzen und vieles mehr. Da der Boden alles für uns ist, schlicht unsere Lebensgrundlage, müssten wir eigentlich alles für ihn tun. Ist dem so? Was denken Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser? Gerade in Zeiten des Klimawandels mit zunehmenden Starkniederschlägen kommt dem Waldboden eine wichtige Rolle zu. Gut durchwurzelter Boden wirkt dabei wie ein Schwamm. Das Wasser versickert am schnellsten in Regenwurmgängen und entlang den

Wurzeln in den Boden und gelangt so langsamer in Bäche und Flüsse. Deshalb sind belebte Böden mit tiefwurzelnden Baumarten wie Tanne, Bergahorn oder Eberesche besonders wichtig. Es ist daher begrüßenswert, dass immer mehr Fichtenreinbestände tieferer und mittlerer Lagen wieder in Mischwälder umgewandelt werden. Hier war und ist auch in der Forstwirtschaft ein Umdenken nötig. Das funktioniert allerdingst nur dort, wo sich die Wildbestände mit dem Wald im Gleichgewicht befinden, denn sonst haben Mischbaumarten durch zu hohen Verbiss keine Chance. Im Gegenteil, nur die flachwurzelnde und weniger verbissene Fichte kommt durch. Das hat wiederum negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit, denn Fichtenreinbestände versauern durch ihre schlecht abbaubare Nadelstreu den Boden. In dieser Hinsicht ist es sehr zu begrüßen,

Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Vorarlberger Waldverein, Geschäftsstelle Rathaus Dornbirn, Rathausplatz 2, 6850 Dornbirn, T +43 (0)5572 306-5500 · Konzeption und Gestaltung: Baschnegger Ammann und Partner, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Beratung: Kristina Dinser · Art Director: Sandra Maria Pöltl · Redaktion: Walter Amann, Andreas Amann, Thomas Ölz, Monika Moosbrugger, Christian Natter, Dorothee Glöckle · Redaktionsadresse: Baschnegger Ammann und Partner, „Wald Zeitung“, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Lektorat: Merle Rüdisser · Bildbearbeitung: w ww ww.profiler.cc · Druck: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach · Bildnachweise: Titelbild: Walter Fitz · Seite 04: Walter Fitz · Seite 05: Wurzelsysteme Gabriela Sous – Umweltbildung · Seite 06: iStock; Verein Bewegte Natur, Sibratsgfäll; Thomas Ölz · Seite 07: Walter Fitz · Seite 08: Conrad Amber · Seite 10: Christian Walser; Maria-Anna SchneiderMoosbrugger; Landesforstdienst; Anna Pichler; Universität für Bodenkultur, Wien · Seite 11: Wälder Versicherung VaG, Andelsbuch; Thomas Ölz · Seite 12: VLK Philip Breuß; Christian Natter · Seite 13: Adobe Stock; Claus Strigel; Katharina Ritter · Seite 14: Andreas Hauser · Seite 15: Ing. Georg Fulterer, Agrar Altenstadt; Adobe Stock; Bundesforschungszentrum für Wald (BFW); David Schreyer, Wörgl · Seite 16: Conrad Amber · Mit finanzieller Unterstützung aus dem „Holzwerbecent der Vorarlberger Waldbesitzer“, Papier aus nachhaltigen Quellen.

dass gemäß dem Arbeitsprogramm der neuen Landesregierung die Jagd naturnah weiterentwickelt wird und Waldbesitzer unterstützt werden sollen, standortangepasste Mischwälder zu etablieren. Dies wäre ein essenzieller Beitrag zur Klimaanpassung unserer heimischen Wälder und für einen zukunftsweisenden Boden- und Hochwasserschutz.

DI DR. WALTER FITZ Ingenieurbüro Boden Land Wasser Sprecher der Ortsgruppe „Bodenseewälder“ des Vorarlberger Waldvereins

Mitgliedschaft Waldverein und Gratis-Abo der Wald Zeitung Wenn Sie das Thema Wald interessiert, würden wir uns freuen, Sie als Mitglied des Vorarlberger Waldvereins begrüßen zu dürfen. Gerne können Sie diese Zeitung auch kostenlos bestellenbestellen – einfach anmelden und zwei Mal jährlich interessante Inhalte zu den Themen Wald, Lebensraum und regionale Wertschöpfung erhalten. Weitere Informationen unter: www.waldverein.at oder info@waldverein.at

Titelbild: Grundlage Waldboden (Foto: Walter Fitz)

Seite –2–


Wald Zeitung Winter 2019

Inhalt Seite 4 Seite 4

Boden – die belebte Haut der Erde Der Erhaltung des Waldbodens als zentrale Aufgabe der Forstwirtschaft ······

Seite 5

Der Waldboden aus der Sicht der Bäume Seite 6

······ Seite 6

Regeln für den Umgang mit dem Waldboden ······

Winterwanderungen im Wald ······ Seite 7

12 heimische Böden Vorarlbergs

Seite 10

Verschiedene Bodentypen mit unterschiedlichen Eigenschaften ······

Seite 8

Zirbe Hochtannberg ······

Seite 10

Drei Fragen an bodenständige Fachleute ······

Seite 11

„Holz von Hier“ in Vorarlberg gestartet

Die Vorarlberger Holzwertschöpfungskette

Seite 5

······ Seite 12

Forstwirtschaft – der Vorarlberger Weg ······

Seite 13

Ohne Wald geht quasi gar nix in Geschichten ······

Seite 14

Zahlen, Daten, Fakten ······

Wussten Sie, dass …

Seite 12

······ Seite 15

Rammpfähle aus Holz – die natürliche Baugrundbefestigung ······

Buchtipp

Seite 11

······

Produkt-Tipp Seite –3–


Wald Zeitung Winter 2019

Boden – die belebte Haut der Erde Die Erhaltung des Waldbodens, seiner Funktion und seiner Fruchtbarkeit ist eine zentrale Aufgabe der Forstwirtschaft. Nur durch einen sensiblen Umgang mit dem Boden können nachhaltig alle Funktionen gesichert werden.

Unsere Böden sind nach der letzten Eiszeit, die vor ca. 10.000 Jahren zu Ende ging, entstanden. Die physikalische und chemische Verwitterung des Ausgangsgesteins sowie die Aktivität von unzähligen Organismen bilden die Grundlage, dass aus der unbelebten Gesteinsschicht die belebte oberste Schicht der Erdkruste, der Boden, entstehen kann. Er kann nur wenige Zentimeter dünn, aber auch etliche Meter mächtig sein.

Bodenaufb fbau Wenn man den Waldboden im Profil betrachtet, kann man grundsätzlich 4 Schichten unterscheiden: 1. Auflageschicht: Sie befindet sich ganz oben und besteht vor allem aus Laub und Nadelstreu.

Im Boden sind unzählige Lebewesen beheimatet. Diese spielen beim Abbau und Umbau von organischer Substanz eine entscheidende Rolle. Diese Organismen haben die Aufgabe, die herabfallende Biomasse (Blätter, Nadeln, Äste) zu zersetzen und zu zerkleinern. Anderenfalls würden sich riesige Berge auftürmen. Durch den Abbau werden Nährelemente freigesetzt, welche den Pflanzen wiederum als Nahrung dienen. Der Boden besteht aus Mineralien unterschiedlichster Art und Größe (mineralische Substanz) sowie aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren hervorgegangenen Humusteilchen (organische Substanz). Waldboden – Trinkwasserspeicher und Filter Aber nicht nur als Lebensraum für eine Vielzahl an Bodenorganismen und „Nährstoffb fbereitstellungsfabrik“ ist der Waldboden wichtig. Gesunde und von artenreicher Vegetation bewachsene Böden sind als Trinkwasserspeicher, Wasserfilter und für den Hochwasserschutz unersetzlich. Obwohl der Boden mit all seinen Funktionen eine so wichtige Rolle spielt, wird er von der Öffentlichkeit nur wenig beachtet. Für die meisten Menschen ist der Boden einfach da – er ist selbstverständlich. Man steht, geht und baut auf Boden, gleichzeitig sind wir oftmals zu wenig sorgsam im Umgang mit ihm.

Wie unterscheiden sich Waldböden? Die Entwicklung des Waldbodens ist unterschiedlich. Abhängig von Muttergestein (Ausgangsgestein), Temperatur, Feuchtigkeit,

2. Oberboden: Er ist die als Humus bezeichnete Schicht, welche vor allem aus leicht zersetztem Laub und Nadelstreu besteht (humusreicher Mineralboden). Diese Schicht wird auch als A-Horizont bezeichnet. 3. Unterboden: Er befindet sich direkt unter dem Oberboden, ist ein humusarmer Mineralboden und wird auch B-Horizont genannt. 4. Untergrund: Dieser besteht aus dem kaum verwitterten Ausgangsgestein und ist auch als C-Horizont bekannt. aus BFW 2017 – Wertvoller Waldboden

(Mikro-)Organismenaktivität und Vegetation bilden sich unterschiedliche Böden aus. Gemeinsam haben alle Böden, dass sie sogenannte Horizonte (eine voneinander unterscheidbare horizontale Schichtung) ausbilden. Anhand dieser Horizonte kann man zwischen unterschiedlichen Bodentypen differenzieren (siehe oben „Bodenaufb fbau“ und Poster auf Seite 7). Die Bewirtschaftung des Waldes wirkt sich auf den Waldboden aus Durch die Veränderung des Bewuchses (Holzentnahme oder Bepflanzung) kommt es zur Veränderung der Bodentemperatur, der Bodenfeuchte, der Nährstoffsituation und des

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pH-Wertes. So können Kahlschläge die Bodenqualität durch Auswaschung von Nährstoffen oder aber auch durch Austrocknung verschlechtern. Eine monotone Bepflanzung z. B. mit Fichte kann aufgrund der Nadelstreu zu einer Versauerung und somit Verschlechterung des Bodens führen. Ebenfalls kann (flächiges) Befahren des Waldbodens mit Maschinen dauerhafte Schäden verursachen. Deshalb muss sich der Waldbewirtschafter intensiv mit dem Boden beschäftigen, damit er die richtigen waldbaulichen Entscheidungen treffen kann. Schließlich ist die Erhaltung eines gesunden Waldbodens die Basis für eine nachhaltige, naturnahe und dauerhafte Waldbewirtschaftung.


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Flachwurzler (Fichte)

Herzwurzler (Buche)

Tiefwurzler

(Kiefer, Eiche, Tanne)

Der Waldboden aus der Sicht der Bäume Bäume stehen mit dem Boden in enger Beziehung und haben sich durch verschiedene Wurzelsysteme und andere Tricks an die jeweiligen Böden angepasst.

Bäume sind deshalb so erfolgreiche Lebewesen – immerhin bedeckten sie ca. 90 % Mitteleuropas, bevor die Menschen nennenswert in Erscheinung traten –, weil sie es geschafft haben, über alle anderen Pflanzen hinaus dem Licht entgegenzuwachsen. Daher können sie den vollen Energiereichtum des Sonnenlichts genießen und sind nicht darauf angewiesen, was noch an Restlicht am Boden ankommt. Grundlage dafür ist ein starkes Wurzelwerk, welches den Baum im Boden verankert. Wir kennen „Flachwurzler“, „Herzwurzler“ mit mehreren starken, tiefreichenden Wurzeln und „Pfahlwurzler“ mit einer kräftigen, tiefreichenden Hauptwurzel. Da die meisten Nährstoffe in den oberen Bodenschichten konzentriert sind, sind Flachwurzler wie z. B. die Fichte hier klar im Vorteil. Allerdings leiden sie auch zuerst an Trockenheit, wenn es

länger nicht regnet. Deshalb befinden sich die natürlichen Fichtenvorkommen im Gebirge, wo die Böden eher flachgründig sind und sich die Wurzeln zusätzlich in Gesteinsspalten festkrallen können. Zudem sind die Niederschlagsmengen bei uns im Gebirge höher als an den Talböden. Aus dem Boden beziehen die Bäume vor allem aber Wasser und Nährstoffe. Die ausgewogene Nährstoffversorgung hängt dabei sehr stark vom Ausgangsgestein und weiters von der Bodenmächtigkeit sowie einer günstigen Korngrößenverteilung des Bodens ab. Die Größe und das Volumen der Hohlräume zwischen gröberen und feineren Gesteinsteilchen bestimmen die Wasserspeicherfähigkeit der Böden. Bei sehr großen Poren, wie meist auf kalkhaltigem Gestein, versickert das Wasser sehr rasch in tiefere Schichten und steht den

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Pflanzen nicht mehr zur Verfügung. Mittlere Poren speichern das Wasser im Boden aufgrund der Adhäsionskräfte, und sehr feine Poren (Tonböden) halten das Wasser derart stark fest, dass die Wurzeln es nicht mehr erreichen. Hier helfen sich viele Bäume aber mit einem genialen Trick: Sie gehen eine Symbiose mit Pilzen ein. Die Pilzfäden sind dünner als die feinsten Baumwurzeln und können daher in noch feinere Poren eindringen und von dort Wasser und Nährstoffen herausholen. In der Symbiose umhüllen die Pilzfäden die Wurzeln der Bäume und liefern ihnen Wasser und Nährstoffe – als „Gegengeschäft“ erhalten sie vom Baum Zucker und andere Kohlehydrate, die der Pilz nicht selbst produzieren kann. Eine echte Win-winSituation, welche für den Baum den zusätzlichen Vorteil hat, dass der Pilzmantel um die Wurzeln das Eindringen von Schadorganismen durch die Wurzeln hemmt.


Wald Zeitung Winter 2019

Regeln für den Umgang mit dem Waldboden Der Waldboden ist die wichtigste Grundlage für das Gedeihen der Bäume sowie die Trinkwasserfilterung. Die Auswirkungen von unsachgemäßem Umgang mit dem Boden werden meist unterschätzt. Die folgenden drei Regeln helfen, die Waldböden funktionsfähig zu erhalten.

Humusaufb fbau – Vermeidung von Nährstoffentzug Bei der Verrottung von Blättern, Nadeln, Zweigen und anderen pflanzlichen Resten entsteht unter anderem auch Humus. Ein höherer Humusgehalt beeinflusst die Eigenschaften von Böden sehr positiv. Sowohl die Wasserspeicherfähigkeit als auch die Nährstoffverfügbarkeit werden durch Humus wesentlich verbessert. Insgesamt haben humusreichere Böden eine günstigere und stabilere Bodenstruktur. Daher sollten Bestandesabfälle wie Blätter, Äste und Rinde bei der Holzernte möglichst im Wald belassen werden.

Vermeidung von Bodenverdichtung

Windruhe im Wald

Boden besteht aus einem Gemisch von Mineralstoffen, organischen Substanzen (Humus) und Lufträumen (Poren). Ein guter Waldboden hat ca. 4– 8 % Humusgehalt und ca. 45 % Porenvolumen. Der Rest ist mineralische Substanz. Wenn Böden zur Unzeit (bei Nässe) oder mit zu schwerem Gerät befahren werden, verringert sich das Porenvolumen. Dadurch vermindert sich die Wasserspeicherfähigkeit und die Bodenlebewesen arbeiten langsamer, weil weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.

In einem Wald mit entsprechenden windbremsenden Elementen ist die Wasserverdunstung aus dem Boden wesentlich geringer als in stark durchlüfteten Wäldern. Dadurch herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit und den Pflanzen steht mehr Wasser aus dem Boden zur Verfügung. Auch die Astreinigung erfolgt unter solchen Bedingungen rascher. Ein geschlossener Waldrand, eine entsprechende Strauchschicht oder ein ungleichaltriger (strukturierter) Wald sorgen am besten für ruhigere Windverhältnisse.

Winterwanderungen im Wald Es gibt im Winter kaum etwas Schöneres als eine Wanderung im ruhigen, schneebedeckten Winterwald. Nirgendwo ist die Luft frischer und die Ruhe größer.

Georunde Rindberg

Skitour mit geologischem Ausblick

Wer in das idyllische Bergdorf Sibratsgfäll und noch 2 km weiter fährt, gelangt in den Rindberg. Wo vor 20 Jahren eine Hangrutschung die Parzelle fast zerstörte, befindet sich die Georunde Rindberg. Auf dem mit dem Staatspreis für Design und mit dem österreichischen Bauherrenpreis ausgezeichneten Weg erleben Sie die Kraft der Natur. Zahlreiche Stationen an zwei unterschiedlich langen Runden geben Einblick und Aufschluss über Geologie, Wald und die Naturgewalten. Zu empfehlen ist zudem eine Führung durch Felbers Schiefes Haus, die gegen Voranmeldung und einen Unkostenbeitrag möglich ist. Die Georunde ist auch mit Kindern leicht zu erwandern.

Auf der beliebte Skitour auf das „Wannaköpfle“ im Montafon hat man faktisch auf der gesamten Tour die geologischen Formationen Rätikon und Silvretta im Blick. Die geologische Geschichte dazu ist genauso spektakulär wie die wunderbaren Bergblicke. Die Entstehungsgeschichte reicht etwa 250 Millionen Ausblick vom Wannenköpfle Richtung Rätikon Jahre in das Urmeer namens Tethys zurück und ist durch verschiedene tektonische Prozesse wie Ablagerungen, Plattenverschiebungen und Überlagerungen geprägt. Diese einfache und relativ lawinensichere Tour im Verwall führt vom idyllischen Bartholomäberg auf den unscheinbaren Gipfel des Wannaköpfle (2.032 m). Gestartet wird direkt im Dorf und man steigt im unteren Teil zwischen Häusern und Gehöften auf. Danach führt die Route durch lichte subalpine Kalkfichtenwälder höher, bis man auf einer sanften Kuppe am Ende der Tour angelangt ist. Eine Einkehrmöglichkeit ist das Hotel Bergerhof unter der Kirche mit schönem Terrassenausblick. Wichtig: Auf der Route bleiben und Wildruhezonen beachten!

Ausgangspunkt: Sibratsgfäll-Rindberg, Felbers Schiefes Haus

Tourismusbüro Sibratsgfäll T +43 (0)5513 2112-13 ww w ww.georunde-rindberg.at

Ausgangspunkt: Bartholomäberg, Montafon

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12 heimische Böden Vorarlbergs Der Boden, die Haut der Erde, bildet unsere natürliche Lebensgrundlage zur Produktion von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen wie Holz. Ein gesunder Boden filtert und speichert sauberes Trinkwasser und dämpft Hochwasserspitzen. Je nach Ausgangsgestein, Relief, Lage, Klima, Vegetation und menschlichem Einfluss entwickeln sich verschiedene Bodentypen mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Auboden SELTEN GEWORDEN

Ranker BODEN AUF SILIKAT

Rendzina BODEN AUF KALK

Kalkbraunlehm SCHWERER BODEN AUF KALK

Podsol NÄHRSTOFFARM UND SAUER

Auböden entstehen durch regelmäßige Überschwemmungen. Bleiben diese durch Flussregulierungen aus, verschwindet der Bodentyp.

Ein Boden der Berge mit Humushorizont direkt über silikatischen Ausgangsgesteinen wie Gneis oder Phyllit.

Ebenfalls ein Boden der Berge, jedoch mit Humushorizont direkt auf Kalk, Dolomit oder seltener Gips.

Braunerde DIE VIELFÄLTIGE NR. 1

Braunerde DIE VIELFÄLTIGE NR. 2

Semipodsol BODEN AN DER KIPPE

Das ockerfarbene Material ist der Verwitterungsrückstand von Kalk oder Dolomit, Basis der Alpwirtschaft in den Kalkalpen.

Braunerden gibt es viele, diese ist flachgründig, steinig, saurer, mit geringer Bodenfruchtbarkeit und wenig Wasserspeicher …

… und diese ist tiefgründig, mit wenig Steinen, neutralem pH-Wert, hoher Bodenfruchtbarkeit und großem Wasserspeicher.

Auf einer Entwicklungsstufe zwischen Braunerde und Podsol. Viele Nährstoffe sind durch Auswaschung bereits verloren gegangen.

Der helle Auswaschungshorizont wird immer mächtiger. Laubholz, Tiefwurzler und ein Verzicht auf die Vollbaumernte helfen.

Gley BODEN MIT NASSEN FÜSSEN

Pseudogley BODEN MIT NASSEM KOPF

Hochmoor BODEN AUS WASSER UND TORF

Deponieboden DER MENSCHLICHE

Ein Boden mit hohem, schwankendem Grundwasserstand. Stieleiche, Ulme, Esche und Bergahorn kommen damit gut zurecht.

Pseudogleye stauen Wasser und sind mal trocken, mal nass. Ein Paradestandort für Tanne, Stieleiche, Bergahorn, Esche oder Erle.

Entstanden durch Anreicherung von abgestorbenem Pflanzenmaterial, ein gefragter Kohlenstoff- und Wasserspeicher in Zeiten des K Kllimawandels.

Bis in die 1980er-Jahre wurde im „subara Ländle“ auch wild entsorgt. Die Zeugnisse dieser Kultur befinden sich noch immer im Boden.

In Kooperation und mit freundlicher Unterstützung von Wir schenken Ihnen einen Viertelquadratmeter Wald. Die ersten 100 Einsendungen an info@waldverein.at erhalten ein Gratisposter (420 x 594 mm).

Weitere Infos zu KLAR! Im Walgau: https://wiki.imwalgau.at/KLAR_Im_Walgau © Inhalte dieser Seite stammen von DI Dr. Walter Fitz – www.boden-land-wasser.eu Seite –7–


Zirbe Hochtannberg

Hier wird die Wichtigkeit der Wurzeln aller Baumarten im Sichern unserer Gebirgshänge verdeutlicht. Das physische Festhalten, aber auch der unterirdische Bodenaufschluss haben eine enorm hohe Bedeutung in der Vorbeugung von Hochwasser- und Murenschäden. Die abgebildete Baumart Zirbe hat in Vorarlberg eine Seite –8–

vergleichsweise untergeordnete Bedeutung. Sie kommt vergesellschaftet mit der Lärche in den obersten Waldlagen nur im Süden Vorarlbergs vor. Der Duft des Zirbenholzes symbolisiert heute die Gesundheitswirkung aller unversiegelten Holzanwendungen.


ZIRBE Hochtannberg

47.262808 N 10.130545 E GEHEN SIE AUF SPURENSUCHE! Der abgebildete Baum liegt am Hochtannberg. Hier können schöne Waldspaziergänge genossen werden. Seite –9–

info@waldverein.at www.waldverein.at


Wald Zeitung Winter 2019

Drei Fragen an bodenständige Fachleute Der Waldboden hat eine herausragende Bedeutung für gutes Wachstum, die nachhaltige Produktion von Holz, das schwammartige Rückhalten von Starkniederschlägen, die Bindung von CO2 und ein vielfältiges Bodenleben. Der Boden als wahrer Bodenschatz wird dennoch wenig wahrgenommen. Wir fragen deshalb bei drei Fachleuten nach ihrem Wissen zum Waldboden.

DI Maria-Anna SchneiderMoosbrugger Landschaftsplanerin, Egg Böden sind weit mehr als ein Gemenge organischer und mineralischer Komponenten und ein paar chemischen Prozessen darin. Welchen Wert haben gesunde Böden für uns Menschen und für Sie ganz persönlich? Böden sind unsere Lebensgrundlage überhaupt, 90 % unserer Nahrung liefert der Boden. Wir essen quasi Boden oder eben Chemie. Gesunde Böden liefern uns gesunde Lebensmittel. Angesichts des Klimanotstandes gewinnen Böden noch mehr an Bedeutung. Gesunde Böden regulieren, filtern, puffern und transformieren. Dabei habe ich große Achtung vor ihrer Vielfalt. Erst eine versierte Ansprache vermag den Schatz zu heben, und dazu bedarf es der Erfahrung, aber auch stets der Neugierde.

DI Anton Zech

Prof. DI Dr. Walter Wenzel

Bezirksforsttechniker, Bludenz

Professor an der Universität für Bodenkultur, Wien

Wir erwarten vom Wald, dass er nicht nur Schutz bietet, als Erholungsraum dient und sauberes Trinkwasser sichert, sondern auch noch nachhaltig Holz bereitstellt. Welche Auswirkungen hat die Holznutzung auf den Waldboden? Jedem Boden, sei es ein Acker, eine Wiese oder ein Waldboden, werden bei der Nutzung Nährstoffe entzogen. Bei jährlicher Ernte, wie dies in der Landwirtschaft üblich ist, muss durch regelmäßige Düngung für eine entsprechende Nährstoffnachlieferung gesorgt werden. Im Wald finden die Nutzungseingriffe hingegen nur in großen Zeitabständen statt. Der natürliche Nährstoffk fkreislauf bleibt bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung intakt.

Was für uns Menschen im Wald sichtbar ist, lässt sich gut nachvollziehen. Was sich im Waldboden drinnen tut, liegt sprichwörtlich im Dunkeln verborgen. Was spielt sich dort tatsächlich ab? Der Waldboden ist voller Leben. Eine Vielzahl von kleinen Tieren auf und unter der Bodenoberfläche wie z. B. Asseln, Insektenlarven oder Regenwürmer zersetzen das herabgefallene Laub bzw. die Nadelstreu und machen im Zusammenspiel mit Pilzen und Bakterien so die Nährstoffe wieder für die Waldbäume und andere Pflanzen verfügbar. Der Boden ist von Pilzhyphen durchzogen, die Nährstoffe an die Wurzeln der Bäume liefern und dafür Zucker und andere organische Moleküle als Energiequelle erhalten.

Werden dem Waldboden bei der Waldbewirtschaftung nicht wertvolle Nährstoffe entzogen? Der weitaus überwiegende Teil der Nährstoffe eines Baumes befindet sich in den Blättern bzw. Nadeln und in den Zweigen. Diese Baumteile bleiben bei der klassischen Holznutzung im Wald liegen und werden wieder in Humus umgewandelt.

Sie kommen beruflich als Landschaftsplanerin, privat im eigenen Garten oder in der Freizeit im Wald vielfach mit Boden in Berührung. Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, wenn Sie eine Handvoll Erde mit einem Regenwurm darin betrachten? Regenwürmer stehen für mich für das Bodenleben überhaupt. Böden sind eingespannt zwischen unbelebtem und belebtem Kosmos, fbau führt zum Kulturerfolg. PulHumusaufb sierendes Bodenleben schafft das. Im eigenen Garten zeigt mir eine zunehmend hohe Dichte an Regenwürmern, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich spüre die Krümelstruktur der Erde und begreife die Exzellenz von Bodengare. Tatsächlich sind Menschen, die sich für den Boden interessieren, in der Minderheit. Was würden Sie uns für einen Tipp geben, um in uns das Feuer der Begeisterung für das Element Boden zu entfachen? Man geht einfach barfuß durch Wald, Feld oder Acker und spürt sich selbst und die Erde, auf der man steht. Immer auf demselben Weg durch Wald, Feld oder Garten erlebt man die Kreisläufe am Boden. Oder man bricht um für ein Gartenbeet. Beim Säen, Pikieren, Pflanzen, Jäten, Gründüngen, Lockern, Ernten und Einwintern vermag der Funke überzuspringen.

Angenommen, jemand erwirbt ein Stück Wald. Was raten Sie ihm? › An erster Stelle steht die naturnahe Mischung aus standortsangepassten Baumarten. › Durchforstung macht den Wald stabil, unterstützt die Mischbaumarten und bringt Licht in den Bestand. › Anwendung bodenschonender Holzrückeverfahren – schwere Geräte gehören auf den Forstweg. › Flächige Nutzungseingriffe setzen den Waldboden den abtragenden Kräften von Wind, Wasser und Schwerkraft aus. Naturnahe Verjüngungsverfahren mit gruppenweisen oder schirmartigen Auflichtungen schonen den Boden und fördern die wertvolle Naturverjüngung. Seite –10–

Meteorologen prognostizieren für Vorarlberg, dass Starkniederschlagsereignisse durch die Klimaerwärmung zunehmen und deren Auswirkungen heftiger werden. Welche Rolle spielen Wald und Waldboden beim Hochwasserschutz? Gesunder Waldboden kann während eines Regenereignisses Wasser wie ein Schwamm aufsaugen und speichern, Waldbäume nehmen in der Folge das Wasser auf und verdunsten es wieder in die Atmosphäre und tragen damit zum Kreislauf des Wassers entscheidend bei. Die Wasserspeicherung im Boden reduziert den Oberflächenabfluss und damit die Flutwelle vor allem dann, wenn der Boden in gutem Zustand ist. Dazu bedarf es einer pfleglichen Waldbewirtschaftung, die auf den Boden Bedacht nimmt. In weiten Teilen des Landes wird bei der Waldbewirtschaftung auf Kahlschläge verzichtet. So soll die Produktionskraft des Waldes und Waldbodens erhalten bleiben. Sind wir hier in Vorarlberg aus bodenkundlicher Sicht auf dem richtigen Weg? Eine kleinteilige Bewirtschaftung, z. B. durch Einzelbaumnutzung, mit standortgerechter Baumartenwahl unter Ausbildung von Mischwäldern ist jedenfalls ein Schritt in Richtung nachhaltiger Waldwirtschaft. So können Wasser und Nährstoffe durch die Kombination von Tief- und Flachwurzlern optimal genutzt und der Boden gegen Erosion und Hangrutschungen stabilisiert werden.


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„Holz von Hier“ in Vorarlberg gestartet Regionales Holz könnte im Holzbau in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Dazu wurde jetzt in Vorarlberg das Label „Holz von Hier“ eingeführt. Eine regionale Kontaktstelle für „Holz von Hier“ wurde eingerichtet und viele Betriebe sind bereits dabei.

Wer mit Holz baut, leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Umwelt, denn in Holz wird CO2 gespeichert. Die Betriebe der Vorarlberger Holzwertschöpfungskette setzen sich zunehmend damit auseinander, wie der CO2-Ausstoß weiter reduziert werden kann. Durch kurze Transportwege werden Emissionen vermieden. Die Effekte zugunsten des Klimaschutzes können somit weiter verbessert werden, sind sich die Vorarlberger Holzbetriebe einig. Als wichtiges Umsetzungsinstrumentarium wurde jetzt das Gütesiegel „Holz von Hier“ – ein Label für die regionale Holzbeschaffung – in Vorarlberg eingeführt. Betriebe können mit der Zertifizierung den Materialfluss in der Holz-Verarbeitungskette vom Wald bis zum fertigen Produkt dokumentieren. Im Rahmen des EU-Projekt „CaSCo“ (Carbon Smart Communities) wird die Einführung und Anwendung des Gütesiegels unterstützt.

Ausschreibung mit „Holz von Hier“ Das Label „Holz von Hier“ kann rechtskonform in öffentlichen Ausschreibungen verlangt werden. Dies bestätigt die Abteilung Vergabemanagement im Vorarlberger Umweltverband in einer vergaberechtlichen Einschätzung. Das Gütesiegel wurde in die Version 2019 des Kriterienkatalogs für den Kommunalgebäudeausweis und als Zuschlagskriterium in die Ausschreibungsunterlagen des Umweltverbands aufgenommen. Gemeinden und andere Gebietskörperschaften können jetzt somit erstmals explizit und rechtlich abgesichert die Verwendung von Holz der kurzen Wege bei ihren Bauvorhaben verlangen. Alle anderen Firmen und privaten Bauherren/-herrinnen sind eingeladen, dies auch zu tun. Mit dem Gütesiegel wird garantiert, dass entsprechende Mengen regionales Holz verwendet werden.

Regional gebaut und moderne Holzatmosphäre: Das Verwaltungsgebäude der „Wälder Versicherung“ in Andelsbuch wurde mit dem „Preis für klimafreundliches Bauen im Alpenraum“ im Rahmen des EU-„CaSCo“-Projektes ausgezeichnet. Für den Vierstöcker wurden etwa 600 Kubikmeter Holz verarbeitet, etwa die Hälfte davon stammt aus der direkten Umgebung. Für die Fassaden und den Innenausbau wurde naturbelassenes, sägeraues Weißtannenholz verwendet. (Fotoquelle: Wälder Versicherung VaG, Andelsbuch)

Berücksichtigung in den Wohnbauförderungsrichtlinie Sehr erfreulich ist, dass in der kommenden Wohnbauförderungsrichtlinie sowohl Holz im Allgemeinen als auch im Speziellen regionales „Holz von hier“ einen höheren Stellenwert bekommen. Dies soll sowohl für den privaten Wohnbau (Neubau), den öffentlichen Wohnbau als auch bei der Wohnhaussanierung zutreffen. Regionale Kontaktstelle eingerichtet Um den Betrieben und öffentlichen Stellen die Anwendung des Labels möglichst einfach zugänglich zu machen, wurde eine regionale Kontaktstelle eingerichtet, die vom unabhängigen Ingenieurbüro DI Erich Reiner in Bezau betreut wird. Nur wenige Wochen nach Start der Einführung bieten bereits mehr als 20 Betriebe in Vorarlberg mit „Holz von Hier“ gekennzeichnete Produkte an. Weiter Holzbetriebe sind eingeladen, im Netzwerk mitzumachen.

Label für klimafreundliche regionale Holzbeschaffung Die Landesregierung unterstützt die Bemühungen für mehr Regionalität. Anders als andere Gütesiegel orientiert sich „Holz von Hier“ nicht an Staats- oder Landesgrenzen, sondern berücksichtigt die Transportentfernungen entlang der gesamten Verarbeitungskette. Damit steht eine CO2-arme Beschaffung im Vordergrund, ohne dass Betriebe in grenznahen Regionen benachteiligt werden. Das „CaSCo“-EU-Projekt wird in Vorarlberg von der Regionalentwicklung Vorarlberg mit Unterstützung durch die Forstabteilung des Landes, den Vorarlberger Waldverband und den Vorarlberger Umweltverband umgesetzt. Das EU-Alpenraumprojekt läuft noch bis April 2020. Eine Übersicht der Teilnehmenden finden Sie auf w ww ww.holz-von-hier.at Regionale Beispiele finden Sie unter ww w ww.holzvonhier.regio-v.at Viele Holzbaubeispiele unter ww w ww.holzbaukunst.at

HOLZ VON HIER

Der CO2-Vorteil von Holz wird mit der regionalen Holzverwendung weiter gestärkt. Gleichzeitig profitiert die regionale Wertschöpfungskette. Im Bild sehen Sie einen Rundholzeinschnitt beim Sägewerk Bitschnau im Silbertal.

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Wald Zeitung Winter 2019

Forstwirtschaft – der Vorarlberger Weg Europas Wälder sind heute mit wenigen Ausnahmen vom Menschen mitgestaltete Kulturlandschaften. Allerorts ist aktuell die Rede von Waldsterben 2.0, Borkenkäferkalamitäten, Regenwaldabholzung oder Holzplantagen. Die Art der Waldbewirtschaftung in Vorarlberg unterscheidet sich davon aber ganz grundlegend. Wenn das Orange der sich verfärbenden Buchen nach einem goldenen Herbst durch das Weiß des Schnees abgelöst wird, dann ist das der Lauf der Dinge. Die Jahreszeiten sind schöne Abwechslung für uns Menschen und bieten Vielfalt in Feld und Wald. Müssten wir Bilanz ziehen, geht in Vorarlbergs Wäldern ein unterm Strich gutes, aber gleichzeitig turbulentes und arbeitsreiches Jahr zu Ende. 2019 war auch ein Jahr, in dem Schlagzeilen wie „Angriff auf die grüne Lunge“, „Borkenkäferinvasion“ und „Waldsterben 2.0“ die Runde machten. Brennender Regenwald in Brasilien und riesige vom Borkenkäfer zerstörte Fichtenmonokulturen in Teilen Europas bringen die Forstwirtschaft teilweise in Verruf. In Norditalien liegen nach dem Orkan Vaia im Oktober 2018 noch immer 6–7 Millionen Festmeter Holz am Boden. Auch das Bild dort ist kein schönes. Heiße und trockene Sommer, Starkniederschlagsereignisse und orkanartige Winde werden uns in Zukunft vermehrt heimsuchen. Den Klimawandel müssen wir als Bevölkerung dieses Planeten gemeinsam verantworten. In der Forstwirtschaft bekommen wir die Auswirkungen aktuell besonders hart zu spüren. Wir sind heuer von großen Stürmen glücklicherweise verschont geblieben. Das soll auch so bleiben. In Vorarlberg bedecken Wälder mehr als 37 % der Landesfläche. Wald ist in vielerlei Hinsicht von entscheidender Bedeutung: Schutzwald für Siedlungen und Infrastruktur, Erholungsraum für Menschen, Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen, Garant für frische Luft und sauberes Trinkwasser, Energielieferant, Arbeitsplatz (mehr als 3500 Beschäftigte in der Forst- und Holzwirtschaft) und vor allem auch Lieferant von Holz. Die Ansprüche, die wir an den Wald in Vorarlberg stellen, sind äußerst hoch. Ein Alleskönner sollte er sein, multifunktionell eben. Alle diese Leistungen, die er gleichzeitig erbringt, sind

Naturnah bewirtschafteter Wald in Vorarlberg mit Vielfalt an Baumarten, guter Struktur und hoher Stabilität

Ein Waldspaziergang mit Herrn Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen in die Plenterwälder des Bregenzerwaldes anlässlich der Eröffnung der Bregenzer Festspiele im August 2019, hier in Begleitung von Landesrat Christian Gantner.

auch solche, die im öffentlichen Interesse stehen und die für eine Volkswirtschaft von außerordentlichem Wert, aber unbezahlbar sind.

Der Vorarlberger Weg Unser Wald wird seit Jahrhunderten genutzt. Es gab Zeiten, da war die Nutzung beispielsweise durch Ziegenweide, Streunutzung oder Schneitelung (= Rückschnitt von Bäumen zur Gewinnung der Triebe und Äste als Tierfutter) noch wesentlich intensiver als heute. Dennoch stehen in Vorarlberg die naturbelassensten Wälder Österreichs. Nicht von ungefähr kommt deshalb der hohe Waldanteil in den Naturschutzgebieten von europäischem Rang (Natura2000): Es sind 6.100 ha an wertvollen Laubmisch-, Moorrand-, Bergmisch- und Schluchtwäldern. Dennoch ist der Wald in Vorarlberg überwiegend eine Kulturlandschaft, eine von Menschen beeinflusste und mitgestaltete. Dafür sorgen unzählig viele Waldeigentümer im Privatwald, die Forstbetriebsgemeinschaften und Forstbetriebe. Das ihnen allen gemeinsame Ziel ist die nachhaltige Waldbewirtschaftung mit dem Fokus auf Mischwälder, natürliche Waldverjüngung und Erhöhung der Vielfalt. Wenn Bäume aus dem Wald geholt werden, trachten unsere Forstleute gewöhnlich danach, dass schon lange vorher der Nachwuchs bereitsteht und die Lücke füllt. Die im Fachjargon als Vorverjüngung bezeichneten kleinen Bäume wachsen zunächst im Schutz der großen und nutzen dann jede Chance, ans Licht zu kommen. Holznutzungen werden bei dieser Art der Waldbewirtschaftung einzelbaumweise oder in kleinen Gruppen gemacht. Damit diese sehr schonende Waldbewirtschaftung – auch als Dauerwald bezeichnet – wirtschaftlich durchgeführt werden kann, ist eine gewisse Mindestausstattung mit Waldstraßen erforderlich.

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Zudem gibt es in Vorarlberg flächendeckend Waldaufseher, deren Aufgabe neben der Beratung der Waldeigentümer ist, im Schutzwald jeden Baum, der entnommen werden soll, vorher freizugeben. Ist das aus fachlich-waldbaulichen Gründen nicht möglich, erfolgt keine Freigabe der Fällung. Dadurch werden unverhältnismäßige Eingriffe wirkungsvoll verhindert.

Nachhaltige Holznutzung In Vorarlberg wird im Durschnitt weniger Holz geerntet, als im selben Zeitraum nachwächst. Übrigens, im Land wachsen täglich 1780 Kubikmeter Holz dazu. Holz als regionaler, klimaneutraler Rohstoff versorgt die heimischen Sägereien und Holzheizwerke und substituiert damit vielfach energieintensivere Baustoffe wie Beton, Stahl oder Glas und fossile Brennstoffe. So ist im Vorarlberger Wald die Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Praxis.

Zusammenfassung In ganz Österreich gilt das freie Betretungsrecht des Waldes, das den Leuten in diesem Land mit wenigen Ausnahmen den Zugang zum Wald ermöglicht. Die Vielzahl an Menschen und deren Interessen, die im Wald aufeinandertreffen, erfordern ein faires Miteinander. Das Interesse der Waldeigentümer, durch den Verkauf von Holz auch Einkommen und Erträge aus ihrem Wald zu erwirtschaften, darf oder besser gesagt: soll respektiert und wertgeschätzt werden. Denn im Kielwasser einer naturnahen Waldbewirtschaftung erbringen Wald und Waldbesitzer derzeit kostenlos umfangreiche Leistungen für die Allgemeinheit. Der Waldverein steht für diesen Vorarlberger Weg der naturnahen, nachhaltigen Waldbewirtschaftung und die Interessen der Waldeigentümer*innen dieses Landes.


Wald Zeitung Winter 2019

Ohne Wald geht quasi gar nix in Geschichten Katharina Ritter erzählt von der Bedeutung des Waldes in Sagen, Märchen und Mythen – und sie verrät, wie man mit neunerlei Holz in den Raunächten in die Zukunft schauen kann …

Es waren einmal zwei Handwerksburschen, die standen vor einem großen dichten Wald, in welchen zwei Wege führten, der eine war kurz und führte mitten hinein, der andere war lang und führte um den ganzen Wald herum ... und da mussten sie sich entscheiden, welchen sie nehmen wollten ... Ohne Wald geht ja gar nix – zumindest in vielen Sagen, Märchen und Geschichten, die seit Jahrhunderten weitererzählt werden. Als Geschichtenerzählerin ist mir der Wald unverzichtbarer Ort. Sobald in einer Geschichte ein Wald auftaucht, wissen wir: Jetzt geht das Abenteuer los! Es gilt, diesen Wald zu durchwandern, ohne sich dabei zu verlaufen, er bietet Verstecke und Schutz vor Verfolgern, er verbirgt aber auch zauberische Wesen und gefährliche Ungeheuer. Im Wald kann man von wilden Tieren gefressen werden, weise Weiblein befragen, üblen Räubern begegnen, gefährliche Einhörner aufspüren, fiese Zwerge finden, und wenn der Wald groß genug ist, trifft man sogar auf den einen oder anderen Riesen. So viel Abenteuer, Spannung, Glück und Gefahr bietet meines Wissens kein anderer Ort. Immer wenn in einer Geschichte ein Wald auftaucht, weiß man: Jetzt endlich geht das Abenteuer so riiichtig los. Diese Kraft benutzt man dann natürlich, wenn man eigene Geschichten erfindet, das kostet man genüsslich aus, wenn man für eine große Kinderschar erzählt oder abgebrühte Jugendliche zum Gruseln bringen will … Abends kamen sie an einen großen Wald und waren so müde von Hunger und dem langen Weg, dass sie sich in einen hohlen Baum setzten und einschliefen ... Als Kind habe ich den Wald als ganz selbstverständlich hingenommen – ich hatte großes Glück, denn als Bregenzerwälderin bin ich ja sozusagen mittendrin aufgewachsen. Wir haben unseren Vater „beim Holzen“ begleitet, immer zu zweit, den wir hatten ein ganz steiles, schmales Waldstück. So sollten wir, falls etwas passiert, Hilfe holen. Wir haben uns mit dieser Aufgabe sehr wichtig gefühlt und ganze Tage im Wald verbracht, ohne eine Sekunde Langeweile. Wir haben uns schließlich auf dem schönsten Spielplatz der Welt vergnügt, haben mit Tannen-Kühen gespielt, das Gewimmel an Klammern-Haufen (Ameisenhügel) beobachtet, Vögeln zugehört, Znünar verdrückt und natürlich Versteckerlis gespielt. Dem Vater ist Gott sei Dank nie etwas passiert. Er ging bis ins 86. Lebensjahr regelmäßig „ga buschlo“ und meinte immer:

„Der Baron auf den Bäumen“ – eines meiner Lieblingsbücher – erzählt von einem Buben, der gequält von höfischen Tischmanieren, und weil er sich weigert, Schnecken zu essen, vom elterlichen Tisch aufsteht, aus dem Fenster in eine alte Stein-Eiche klettert und beschließt, nie wieder den Erdboden zu berühren. Sein ganzes Leben verbringt er von nun an in den herrlichen Mischwäldern seiner ligurischen Heimat. Er versteckt sich, baut, jagt, verliebt sich, politisiert, regiert … alles auf den Bäumen. Im Laufe seines Lebens unternimmt er sogar ausgedehnte Reisen im ganzen Golf von Genua, ohne seine Füße jemals auf den Boden setzen zu müssen. Italo Calvino, der Autor der Geschichte, erzählt, dass dies im 18. Jahrhundert noch möglich war … bevor die Soldaten Napoleons begannen, die Wälder abzuholzen, als wären es Wiesen, die man alljährlich abmäht und die dann wieder wachsen …

„Sa lang i in Wôld ka, goht mor guod.“ Dabei ist er so weit vom modischen Waldbaden entfernt wie die Erde vom Mond. Apropos Mond, als ghöriga Wäldar weiß er natürlich, was ein gutes Zeichen fürs Holzen ist: Fällen im Dezember, eher bei untergehendem Mond (aber man konnte nicht immer auf das Zeichen schauen). Versorgen bei übergehendem Mond, am besten im Steinbock, Wassermann oder Fische. Und nicht zuletzt weiß er, wie diese unsagbar starken Lebewesen auf uns wirken. Als mein Bruder schwer erkrankte, hat der Vater ihm geraten: Geh in den Wald, such dir einen Baum und lehn dich an, dass er dir seine ganze Kraft gibt. In meinem Lebensalltag hier in München spielen große Wälder aber keine Rolle, sondern es sind eher einzelne Bäume, die unsere Hinterhöfe schmücken, unsere Parks und – eh viel zu selten – unsere Straßen. Und es gilt, diese zu hegen, zu pflegen und zu beschützen, denn es gibt doch tatsächlich Leute, die fordern, dass Bäume weg müssen, weil sie schmutzen. Die Autoparker fühlen sich von herabfallenden Blüten und Blättern belästigt, bedroht und angegriffen, nicht zu reden von all den Hausmeistern, die mit riesigen Gebläsen bewaffnet den Übeltätern zu Leibe rücken. Es gilt, tapfer dagegenzuhalten: SUVs schmutzen, und Laubbläser! Ich vermisse das gemütliche „Schscht, Schscht, Schscht“, wenn Laub gefegt wird. Das klingt fast so heimelig, wie wenn eine Sense durchs Gras gezogen wird. Bei uns im Hinterhof, direkt vor meinem Balkon, steht ein schöner Walnussbaum. Dieser Baum begleitet jeden Satz, den ich schreibe, er sieht bei der Entstehung jeder Geschichte zu. Der Baum ist mein Anker im Gedanklichen wie im Profanen, er ist Balsam für müde Computer-Augen, erzählt mir die Jahreszeiten und wispert mir im Wind die Geheimnisse der Nachbarn zu. Seite –13–

Nur ein paar Generationen später können wir von solchen Wäldern in Europa wirklich nur noch träumen oder uns darüber Geschichten erzählen lassen. Bäume erzählen uns mit ihren Ringen von der Vergangenheit, von ihrem Alter, von den klimatischen Bedingungen. Mit Bäumen kann, wer sich auskennt, aber auch wunderbar in die Zukunft blicken: In den Raunächten (zwischen 21. Dezember und 6. Jänner) ist dafür die ideale Zeit: Nimm neun Arten Holz, flechte daraus einen Kranz, geh hinaus in die Sternennacht (Thomas-, Christ- oder Johannis-Nacht) und setz dich mit dem Kranz auf dem Kopf unter einen Baum an einen Bach. Dort wird dir das Bild des Zukünftigen erscheinen.

Katharina Ritter Die gebürtige Wälderin ist seit über 20 Jahren professionelle Geschichtenerzählerin. Sie reist um die ganze Welt. Erzählt uralte und ganz moderne Geschichten – immer frei mündlich und sehr gerne auch im Bregenzerwälder Dialekt. Nähere Informationen finden Sie unter: ww w ww.geschichtenerzaehlerin.de

Ganz Grimm

33 Std. Hörgenuss – als Download oder Stream: ww w ww.ganzgrimm.de Drei professionelle Bühnenerzählerinnen – Gabi Altenbach, Cordula Gerndt und Katharina Ritter – befreien die Märchen der Brüder Grimm aus den Buchdeckeln und lassen sie hörbar lebendig werden.


Wald Zeitung Winter 2019

Zahlen, Daten, Fakten

Veranstaltungen Haselfichte, Tonholz & Co Exkursion zum Publikumstag der Tiroler Nadelwertholzversteigerung Sa, 25.01.2020, ganztags Anmeldung unter Landwirtschaftskammer Forst & Umwelt T +43 (0)5574 400-410; forst@lk-vbg.at

Faustregel für die Bodenbildung:

100 Jahre 1 cm für

Boden

15 Hektar

In Österreich wird täglich eine Fläche von rund

verbaut oder versiegelt.

Auf 1 ha Waldfläche zersetzen Bodenorganismen bis zu

25 t

/ Jahr abgestorbene Pflanzen- und Tierreste. Andernfalls würden wir in Laub und Ästen „untergehen“.

Motorsägenausbildung am Spannungssimulator Fr, 27.03.2020, 13:00–17:00 Uhr Tipps und Tricks für die Kleinwaldbewirtschaftung mit der forstlichen Ausbildungsstätte Traunstein des Bundesamtes für Wald Mi, 01.04.2020, 09:00–17:00 Uhr Akkumotorsäge und -freischneider in der Forstwirtschaft Do, 02.04.2020, 09:00–17:00 Uhr

80%

Über

des Waldes werden in Vorarlberg im Waldentwicklungsplan als Schutzwald ausgewiesen.

Boden kann bis zu

Welche Grenzen gelten in meinem Wald Mi, 05.02.2020, 20:00–21:30 Uhr

Wellness in der Rehwildbewirtschaftung Waldbegehung im Bereich Vorderwald Fr, 24.04.2020, 14:00–17:00 Uhr Anmeldung unter: Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI) T +43 (0)5574 400-191; lfi@lk-vbg.at

200 Liter Wasser

pro Quadratmeter speichern.

Werden Sie doch Mitglied!

Wussten Sie, dass … ... es in Vorarlberg inzwischen zwei KLAR!Regionen gibt, die sich forstwirtschaftlichen Themen widmen? Neben Vorderwald-Egg (would2050.at) ist seit diesem Jahr auch die Regio Im Walgau eine von 44 KLAR!-Regionen österreichweit. KLAR! bedeutet „Klimawandelanpassungs-

Modellregion“ und ist ein Förderprojekt des österreichischen Klima- und Energiefonds, das auch seitens des Landes Vorarlberg unterstützt wird. Ziel ist es, sich mit den Folgen des Klimawandels zu befassen, sich gegen Risiken zu wappnen und auch mögliche Chancen auszuloten. Die Schwerpunkte im Walgau liegen in der Raumplanung, der Gesundheit und auf Ökologie/Boden. Speziell dem Bodenschutz gilt ein besonderes Augenmerk. Dazu wird es ein Modellprojekt zum Humusaufb fbau und einen Vergleich von Tief- und Flachwurzlern geben. Es ist auch geplant, Lernorte für Zukunftswälder einzurichten. KLAR!-Managerin im Walgau Marina Fischer T +43 (0)664 806 361 5905 klar@imwalgau.at https://wiki.imwalgau.at/KLAR_Im_Walgau

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Im Vorarlberger Waldverein sind Waldbesitzer, Forstleute, Jäger, in der Forst- und Holzwirtschaft tätige Personen oder einfach nur Freunde des Waldes. Wir setzen uns für einen natürlichen und gesunden Wald mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft ein. Stabile Schutzwälder und „klimafitte“ Mischwälder sind in einem Gebirgsland besonders wichtig. INFORMATION UND VERNETZUNG Als Mitglied bekommen Sie Informationen zu Wald, Holz und Umwelt in der bekannten „Kl Kleinen l Vorarlberger Waldzeitung“. Sie sind eingeladen, an verschiedenen Veranstaltungen, Waldbegehungen und Weiterbildungskursen teilzunehmen. Mit unseren sieben Ortsgruppen im Land sind wir lokal und landesweit untereinander gut vernetzt und setzen uns fachlich und auch gesellig für eine positive Waldgesinnung in der Gesellschaft ein. Vorarlberger Waldverein info@waldverein.at; www.waldverein.at Mitgliedsbeitrag 20,–/Jahr für Nichtwaldbesitzer und ab 25,–/Jahr für Waldbesitzer


Wald Zeitung Winter 2019

„Piloten“ – Rammpfähle aus Holz Die natürliche Baugrundbefestigung für weichen Untergrund

Ökologisch und preiswert

An vielen Orten im Land ist der Untergrund zu wenig tragfähig, um ein Gebäude darauf errichten zu können. Dort muss zuerst der Baugrund entsprechend mit Rammpfählen befestigt werden. Rammpfähle (Piloten) aus Holz sind die natürliche und bewährte Alternative zu Systemen aus Beton oder Stahl. Seit Jahrhunderten bewährt Während jede Holzart sich an der Luft früher oder später zersetzt und damit die Funktionsfähigkeit/Festigkeit verliert, sind im Erdbereich insbesondere auf wasserbeeinflussten Böden sogar Weichhölzer nahezu unbegrenzt haltbar. Daher wurden schon im Mittelalter ganze Städte wie z. B. Venedig auf Holzpfählen gebaut, die bis heute ihren Dienst erfüllen. Auch in Vorarlberg sind Rammpfähle aus Holz eine ökologische und günstige Alternative zur Baugrundbefestigung auf weichem Boden, wie er insbesondere im Rheintal und Walgau häufig vorkommt.

Je nach statischem Erfordernis werden Holzpfähle aus Fichte, Tanne oder Kiefer mit einem Durchmesser zwischen 25 und 30 cm in Längen von 6 bis 12 Metern verwendet. Diese werden dann mit Spezialmaschinen in den Boden gedrückt bzw. gerammt. In Vorarlberg haben sich die folgenden zwei Betriebe auf die Produktion und den Handel mit Holzpiloten spezialisiert. Agrargemeinschaft Altenstadt Rüttenenstraße 43, 6800 Feldkirch E-Mail: georg@agraraltenstadt.at Mobil: +43 (0)664 1404 200

Die Piloten werden mit Spezialmaschinen in den Untergrund gedrückt.

Artur Marte Holzhandel Oberberg 12, 6835 Dafins E-Mail: artur.marte@utanet.at Mobil: +43 (0)664 1410 367

Buchtipp

Produkt-Tipp

BFW-Bestimmungsbuch und -fächer für Waldböden

Wohlfühleffekt für uns!

Fächerformat für die Hosentasch he ISBN 978-3-902762-76-4 A5-Ringbuchformat ISBN 978-3-902762-80-1 Erhältlich im BFW-Shop www.bfw.ac.at/webshop

Klimaschutz und Wohlfühleffekt mit heimischer Energie (HEIN architekten, Bregenz, müller ofenbau, Ludesch, Foto: David Schreyer, Wörgl)

Das Institut für Waldökologie und Boden des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) hat das Wissen über die Vielfalt des österreichischen Waldbodens in Taschenformat herausgebracht: Im BFWBestimmungshandbuch, auch als handlicher Fächer erhältlich, sind die 20 wichtigsten Waldbodentypen Österreichs einfach und leicht verständlich zusammengefasst.

Mit der CO2-Neutralität des Brennstoffes tun wir nicht nur etwas Gutes für den Klimaschutz, sondern auch für uns selber. Die Strahlungswärme eines Kachelofens ist sehr angenehm und nach medizinischen Studien auch nachweislich gesund. Ein Kachelofen verbindet altes Handwerk mit modernster Technik. Die technischen Wirkungsgrade sind heute hervorragend und die Emissionsgrenzwerte werden selbstverständlich eingehalten. Der Kachelofen kann auch als innovatives Ganzhausheizungssystem genutzt werden. Weitere Infos bekommen Sie bei Ihrem Hafnermeister in Ihrer Region (www.kachelofenverband.at). Dazu gibt es einen Frei-Haus-Lieferservice für trockenes Qualitätsenergieholz mit über 50 Vorarlberger Ofenholz-Lieferanten. Die Liste mit den Lieferanten und den geltenden Richtpreisen kann auf der Website www.ofen-holz.at oder der Website der Landwirtschaftskammer Vorarlberg abfragt werden.

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Der Vorarlberger Waldveerein wünscht Ihnen ein erfolgreiiches neues Jahr und sch höne Erlebnisse im Wald Wohlfühlen mit klimaneutraler und erneuerbarer Holzenergie – mit moderner Heizungstechnik auch völlig feinstaubarm.

Wald Zeitung info@waldverein.at www.waldverein.at

Ausgabe 07 Winter 2019

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47.423872 N 9.803913 E


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