Wald Zeitung
Ausgabe 05 Winter 2018/19
www.waldverein.at
Waldbewirtschaftung – Geniales Holz und vieles mehr ...
Drei Fragen an ...
Bauen mit Holz schafft einen zweiten Wald aus Häusern
Was mir der Wald erzählt
Vielfältige positive Wirkungen auf Mensch, Klima und Lebensraum
Waldbewirtschafter unseres Landes
Holz ist unsere nachwachsende Ressource „Nummer 1“
von Peter Natter
Wald Zeitung Winter 2018/19
Wald – Wir alle leben davon Vor mehreren Jahren wurde seitens des damaligen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft der Slogan „WALD – Wir Alle Leben Davon“ initiiert. Dieser Leitspruch hat aus unserer Sicht heute mehr Bedeutung denn je. Denn die Produktionsstelle des besten Rohstoffes der Welt, die zugleich Schutz-, Lebens- und Erholungsraum bietet, ist einzigartig. Eine weitsichtige Bewirtschaftung des Waldes nutzt nicht nur dem Grundbesitzer, sondern gerade in Zeiten des Klimawandels uns allen! Und dafür steht der Vorarlberger Waldverein. Wenn Sie das Thema Wald interessiert, würden wir uns freuen, Sie als Mitglied des Vorarlberger Waldvereins begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen unter: ww www.waldverein.at info@waldverein.at
Vorwort
Waldbewirtschaftung ist Verantwortung Im Wald können weit über 100 Jahre zwischen der Aufforstung und der Holzernte vergehen, während in der Landwirtschaft meist nur einjährige Zyklen zwischen Saat und Ernte üblich sind. In solchen Zeiträumen können sich sowohl die klimatischen Rahmenbedingungen als auch die Ansprüche der Bevölkerung an den Wald ändern. Die Betreuung von Wäldern ist daher eine generationenübergreifende Aufgabe, welche ein hohes Verantwortungsbewusstsein und gleichzeitig Anpassungsbereitschaft an sich ändernde Rahmenbedingungen erfordert. Aufgrund der großen Bedeutung der Wälder für die Bevölkerung wurde die Waldbewirtschaftung schon sehr früh gesetzlich reglementiert. Anlass dazu waren die zunehmende Holzknappheit im Zuge des Raubbaus für Salinen und Metallgewinnung sowie sich häufende Lawinenkatastrophen und Vermurungen in den Gebirgstälern. Als Ausweg aus dieser Krise wurde vor über 300 Jahren von Forstleuten das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung verankert. Dieses besagt, dass nur so viel Holz geerntet werden darf, wie jährlich zuwächst. Seither konnten sich die geplünderten Wälder wieder erholen und sowohl die Waldfl fläche als auch die Holzvorräte
nahmen bis heute stetig zu. Auch die Waldbewirtschaftung hat in dieser Zeit eine enorme Entwicklung durchgemacht. Die Fachbücher der Anfänge geben noch „Anweisung zur Holzzucht für Förster“ (Hartig, 1791), während bereits 100 Jahre später der Münchner Professor Karl Gayer die Notwendigkeit von Mischwäldern betonte. Die moderne Waldbewirtschaftung basiert auf soziologisch-ökologischer Grundlage, da dies langfristig sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich der vernünftigste Weg der Waldbewirtschaftung ist. Die heutige Waldbewirtschaftung geschieht unter den Augen der Öffentlichkeit und stellt die Waldbewirtschafter vor große Herausforderungen. Neben der Versorgung der heimischen Wirtschaft mit dem genialen Rohstoff Holz müssen die Wälder ihre Schutzfunktion für Siedlungen und Infrastruktur erfüllen und breiten Bevölkerungsschichten die Erholung im Wald ermöglichen. Waldbewirtschaftung schafft insbesondere in ländlichen Regionen Arbeitsplätze und macht unser Land unabhängiger von Rohstoff- und Energieimporten.
Leistungen für die ganze Bevölkerung. Sie verdienen daher Anerkennung und Respekt für die Pfl flege „unserer“ Wälder. Waldbewirtschaftung ist vor allem auch die Gestaltung von Landschaft und hat Auswirkungen auf viele Generationen. Der Landesforstdienst bekennt sich zu einer naturnahen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung und unterstützt die Waldeigentümer bestmöglich bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe – sei es durch Wissensvermittlung, durch Unterstützung von Waldpfl flegemaßnahmen oder durch Aufk fklärung der Bevölkerung über die Zusammenhänge im Wald. Ich wünsche Ihnen im Namen des Landesforstdienstes viel Freude mit der Lektüre der Wald Zeitung und im kommenden Jahr viele schöne Momente in Vorarlbergs Wäldern.
Neben der Erwirtschaftung eines Einkommens erbringen die Waldeigentümer unverzichtbare
Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Vorarlberger Waldverein, Geschäftsstelle Rathaus Dornbirn, Rathausplatz 2, 6850 Dornbirn, Tel. 05572/306-5500 · Konzeption und Gestaltung: Baschnegger Ammann und Partner, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Beratung: Kristina Dinser Art-Direction: Laura Micka · Grafi fik: Tatjana Hofmann · Redaktion: Walter Amann, Andreas Amann, Thomas Ölz, Monika Moosbrugger, Christian Natter, Dorothee Glöckle · Redaktionsadresse: Baschnegger Ammann und Partner, „Wald Zeitung“, Zollgasse 7, 6850 Dornbirn · Korrektur: Merle Rüdisser · Bildbearbeitung: www.profi filer.cc · Druck: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach · Bildnachweis: Lisa Mathis, Thomas Ölz, Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Wälder Versicherung VaG, Pro Holz Österreich, Kachelofenverband Österreich, Shutterstock, Wikipedia, Conrad Amber Mit ffiinanzieller Unterstützung aus dem „Holzwerbecent der Vorarlberger Waldbesitzer“, Papier aus nachhaltigen Quellen. Titelbild: Ein Vorarlberger Holzakkordant bei der Arbeit mit der Motorsäge. Seite –2–
ANDREAS AMANN Landesforstdirektor
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info@waldverein.at
Wald Zeitung Winter 2018/19
Seite 4
Inhalt Seite 4
Waldbewirtschaftung
Seitte 7
Geniales Holz und vieles mehr ······ Seite 5
Seite 11
Der Plenterwald
Eine besondere Form der Waldbewirtschaftung ······ Seite 6
Regeln der Waldbewirtschaftung ······
Winterwanderung und Skitour ······ Seite 7
16 Holzarten ······
Seite 8
Naturdenkmal Winter auf der Waldalpe ······
Seite 10
Drei Fragen an Waldbewirtschafter unseres Landes ······
Seite 11
Bauen mit Holz schafft einen zweiten Wald aus Häusern
Holz ist unsere nachwachsende Ressource „Nummer 1“ ······
Seite 12
Warum es besser ist, mit Holz zu bauen ... ······
Seite 13
Was der Wald erzählt von Peter Natter ······
Buchtipps ······ Seite 14
Zahlen, Daten, Fakten
Seite 10
······
Veranstaltungen ······
Wussten Sie, dass ... ······ Seite 15
Werkzeugstiele aus Ho olz ······
Buchtipp
Seite 15
······
Produkt-Tipp
Seite –3–
Wald Zeitung Winter 2018/19
Waldbewirtschaftung Geniales Holz und vieles mehr ... Eine zukunftsweisende Nutzung und Pfl flege der heimischen Wälder bringt einen Mehrwert für uns alle.
Die Pferdebringung ist nicht nur beeindruckend anzuschauen, in einigen Bereichen wird sie auch wirtschaftlich eingesetzt.
rentabel gewirtschaftet werden und der Waldbesitzer kann ein Einkommen erwirtschaften. Das ist gut so, das soll er auch! Denn das ist der Motor für die Erbringung der von der Gesellschaft beanspruchten Waldwirkungen. In einem Gebirgsland sind hier natürlich an erster Stelle die Schutzwaldwirkungen zu nennen. Zwei Drittel der Landesfl fläche wären ohne Schutzwald nicht oder nur sehr eingeschränkt besiedelbar. Mit dem hohen Wasserrückhaltevermögen der Wälder werden Hochwasserspitzen wirksam abgefangen. Daneben sind die Wohlfahrtswirkungen wie Trinkwasserproduktion, Sauerstoffproduktion und Luftreinigung sehr wichtige Leistungen. Nicht zuletzt schätzen eine Vielzahl an BürgerInnen die Erholungsfunktion des Waldes. Dieses Bedürfnis sollte allerdings nicht überbordend sein, weil es sonst zu Schaden an Tieren, Pfl flanzen und dem Wald selbst führen könnte.
Mit der Bewirtschaftung des Waldes wird der „geniale“ Rohstoff Holz produziert. Gleichzeitig werden neben vielem anderen die sehr wichtigen Schutzwaldleistungen verbessert. Und es wird nicht gegen die, sondern mit der Natur gearbeitet. Die Waldbewirtschaftung ist in Vorarlberg sehr naturnah ausgerichtet. Die Pfl flege- und die Nutzungsmaßnahmen basieren auf natürlicher Waldverjüngung und sind angepasst an die jeweils natürliche Waldgesellschaft. Dadurch müssen nur wenige Pfl flanzen aufgeforstet werden. Mit der „Ausnutzung“ der natürlichen Entwicklungsdynamik ergibt sich eine ökologisch, aber auch ökonomisch optimierte Bewirtschaftungsweise. Unsere nachhaltig bewirtschafteten Wälder sind damit Lebensräume für viele, teils seltene Tier- und Pfl flanzenarten. Sie dienen damit auch dem Erhalt der Biodiversität.
Nachwachsender Rohstoff, Klimaschutz und gesundes Wohnen Holz ist bei uns der bedeutendste nachwachsende Rohstoff. In einer Minute wächst in Vorarlberg ein Kubikmeter Holz nach. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus werden etwa 100 Kubikmeter Rundholz benötigt. Damit kann mit dem Holzzuwachs von zwei Stunden bereits mehr als ein Einfamilienhaus errichtet werden. Das bringt Wertschöpfung und Arbeitsplätze in die Region, und der Kl Klimaschutz wird gleich zweimal erfüllt: Einmal wird im Wald das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gespeichert, und ein zweites Mal verlängert die Holzverwendung den gewünschten Speicherungseffekt. Ganz persönlich profitiert jede und jeder AnwenderIn von der besonders gesunden Wohnbiologie von Holz. Holzumgebungen wirken beruhigend, entstressend und damit positiv auf das gesamte Herz-Kreislaufsystem. Die Reduktion der Herzschläge wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Ein starker Vorteil für Sie beim Wohnen und Arbeiten!
Mit modernen Maschinen kann die Waldbewirtschaftung rentabel durchgeführt werden. Das ist kein Widerspruch, sondern wie in anderen Wirtschaftsbetrieben notwendig.
Holzharvester und Schutzwälder Zur Bewirtschaftung werden auch im Forst moderne Maschinen wie Seilkräne oder Harvester eingesetzt. Eine entsprechende Erschlieflächen mit Forststraßen ist eine ßung der Waldfl Grundvoraussetzung für eine naturnahe und kleinfl flächige Waldbewirtschaftung und Waldpfl flege. Das ist kein Widerspruch. Damit kann
Mit Seilkränen ist eine bodenschonende und wirtschaftliche Holzbringung im Gebirge möglich.
PEFC Award an Vorarlberg
PEFC Award an den Waldverein Vorarlberg: Obmann PEFC Austria DI Dr. Kurt Ramskogler mit Obmann Vorarlberger Waldverein Mag. Walter Amann (Foto: FHP / Peter Melbinger)
Seite –4–
Im Rahmen der österreichischen Holzgespräche, die im November in Graz stattgefunden haben, wurde dem Vorarlberger Waldverein für den besonderen Einsatz für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung der PEFC Award 2018 verliehen. Der Vorarlberger Waldverein engagiert sich mit seinem Team seit Jahrzehnten für eine positive Waldgesinnung und eine nachhaltige, naturnahe Waldbewirtschaftung. Eine aktive und klimafitte Waldbewirtschaftung, Bewusstsein und Achtsamkeit im Wald und die Verwendung von Produkten aus dieser Bewirtschaftung werden in der Öffentlichkeitsarbeit vorbildlich vermittelt. Der Verein ist Mitglied in der ARGE Alpenländischer Forstvereine und eine anerkannte Naturschutzorganisation in Vorarlberg.
Wald Zeitung Winter 2018/19
Der Plenterwald
Eine besondere Form der Waldbewirtschaftung Plenterwälder sind im Erscheinungsbild Urwäldern sehr ähnlich mit dem Unterschied, dass Plenterwälder eben bewirtschaftet werden.
Plenterwälder sind solche, in denen ganz dicke Bäume neben dünnen, große oberhalb von kleinen, Schattbaumarten an der Seite von solchen mit höheren Lichtansprüchen und Flach- neben Tiefwurzlern im Wald stehen, und das alles auf engstem Raum. Vergleichbar wären Plenterwälder vielleicht mit einer Großfamilie früherer Zeit, wo mehrere Menschengenerationen in einem Haus mitund nebeneinander wohnten. Die Waldtextur, so nennt der Fachmann die Struktur dieser Wälder, ist vielfältig und geprägt von hoher Stabilität. Das Ganze klingt etwas nach Urwald. In der Tat sind Plenterwälder Urwäldern im Erscheinungsbild ähnlich, abgesehen von der Tatsache, dass Plenterwälder eben bewirtschaftet werden.
der Waldarbeit wird besonders Wert darauf gelegt, dass vorhandene Jungbäume bestmöglich flächen entstegefördert werden und keine Kahlfl hen. Die Förderung der Mischbaumarten und Waldstruktur hat hohe Priorität. Dabei werden die schattentoleranten Baumarten bevorzugt, speziell die Weißtanne. Daher ist auch ein ausgeglichenes Verhältnis von Wald und Wild notwendig, da die Weißtanne zu den Leibspeisen des Rehwildes zählt. Wenig Licht am Boden verhindert zudem übermäßige Verkrautung des Waldbodens, in der sich die Waldverjüngung schwer tun könnte. Werden Plenterwälder längere Zeit nicht bewirtschaftet, gibt es die Tendenz, dass die sogenannte Plenterstruktur verlorengeht. Deshalb sind regelmäßige Eingriffe mit jeweils nur überschaubaren Entnahmemengen an Holz erforderlich.
Und so geht’s: Mäßig, aber regelmäßig
Stärken von Plenterwäldern
Bei der Bewirtschaftung werden in der Regel nur Bäume entnommen, an deren Stelle bereits junge darauf warten, ans Licht zu kommen. Bei
Bezugnehmend auf die beste Kenntnis der Eigenschaften der Baumarten und die enormen Anforderungen an das Können des Waldarbeiters wird diese Form der Waldbewirtschaftung manches Mal als die Königsdisziplin des Waldbaus bezeichnet. Es ist aber mehr eine aus der Tradition der klassischen Bauernwälder entstandene Art des Waldbaus, welche es versteht, die Produktion von Holz, ständige natürliche Verjüngung, anhaltende Schutzwaldleistungen, Biodiversität und hohe Attraktivität zu Erholungszwecken bei minimiertem Aufwand an Waldpfl flegemaßnahmen zu nutzen und zu vereinen. Voraussetzung für eine aktive Plenterwaldbewirtschaftung ist eine gute Forststraßenerschließung, damit die Einzelnutzungen regelmäßig, wirtschaftlich und waldschonend durchgeführt werden können.
In der Zeichnung wird die stabile vertikale Struktur des Plenterwaldes mit den Baumarten Weißtanne, Fichte und Buche deutlich hervorgehoben.
In Vorarlberg wird die „Plenterwaldbewirtschaftung“ mit kleinfl flächigen Eingriffen relativ häufig angewendet.
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Plenterwaldbewirtschaftung Die in Österreich eher seltenere Plenterwaldbewirtschaftung wird in Vorarlberg vielfach angewendet. In der Beratungsarbeit des Landesforstdienstes mit dem Waldaufseher und der Vorarlberger Landwirtschaftskammer wird diese verantwortungsbewusste Bewirtschaftung des Waldes sehr unterstützt (05574/511-25305, forstwesen@ vorarlberg.at oder 05574/400-410, thomas.oelz@lk-vbg.at). Wer sich mehr für dieses Thema interessiert, sollte sich unbedingt den Termin des Kurses „Der Plenterwald“ aus dem Vorarlberger LFI-Programm am Freitag, 7. Juni 2019, nachmittags, vormerken. Zur Waldbegehung sind Waldbesitzer, aber auch sonst alle waldinteressierten Personen eingeladen (Anmeldung und Infos unter www.vbg.lfi.at, lfi@lk-vbg.at).
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Regeln der Waldbewirtschaftung Folgende drei Regeln gelten für eine „enkeltaugliche“ Waldbewirtschaftung.
Geschlossener fkreislauf Nährstoffk
Nachhaltigkeit Vor über 300 Jahren wurde der Begriff der Nachhaltigkeit von einem Forstmann erfunden. Nachhaltigkeit bedeutet in der Waldbewirtschaftung, dass nicht mehr Holz geerntet werden kann, als jährlich nachwächst. Dadurch wird das Holzkapital auch für künftige Generationen erhalten, da die Bewirtschafter nur von den „Zinsen“ leben. Die Nachhaltigkeit ist in Österreich das Grundprinzip jeder Bewirtschaftung und auch im Forstgesetz verankert. Die Nachhaltigkeit stellt auch die kontinuierliche Versorgung der österreichischen Holzverarbeiter sicher.
Im Gegensatz zur Landwirtschaft wird im Wald üblicherweise nicht gedüngt. Daher muss darauf geachtet werden, dass dem Boden im Zuge der Holzernte möglichst wenig Nährstoffe entzogen werden, damit auch in der nächsten Baumgeneration gutes Wachstum möglich ist. Die meisten Nährstoffe befinden sich in Blättern und Nadeln bzw. in der Rinde, im Holz sind hingegen fast keine Nährstoffe gespeichert. Für einen geschlossenen Nährstoffk fkreislauf ist es daher wichtig, dass Astmaterial und Rinde nach der Holzernte möglichst im Wald verbleiben. Durch die fortschreitende Verwitterung des Grundgesteins sowie Einträge von Stickstoff, Staub und Verfrachtungen von Laub werden die Ökosysteme mit zusätzlichen Nährstoffen angereichert. Daher gibt es auch Böden, die sich bei Entnahme von Astmaterial nicht verschlechtern.
Bodenpfl flege Der Boden ist das wichtigste Kapital jeder Waldbewirtschaftung. Einerseits werden im Boden die Pfl flanzennährstoffe gespeichert bzw. aus Pfl flanzenabfällen recycelt, andererseits speichert der Boden das von den Pfl flanzen benötigte Wasser. Ein guter Boden ist reich an Bodenlebewesen, welche die Pfl flanzenabfälle rasch wieder zu Nährstoffen zersetzen. Ebenso sollte der Boden viele Feinporen enthalten, welche das Wasser speichern und an die Wurzeln abgeben können. Befahren des Bodens mit schweren Maschinen zerstört die Feinporen und vermindert dadurch die Wasserspeicherkapazität und den Sauerstoffgehalt für die Bodenlebewesen. Laubbäume haben durch ihre basischen Bestandesabfälle eine positive Wirkung auf Humusbildung und aktive Bodenlebewesen. Daher beeinfl flussen Mischwälder den Boden positiv.
Winterwanderung und Skitour Winterwanderung Dreiklang
Skitour mit Waldgesellschaften
Im Herbst des Vorjahres wurde eine neue Winderwanderwegverbindung für das Dreiklang-Tourismuskonzept Schnifis-Düns-Dünserberg geschaffen. Winterwanderer können mit der Seilbahn von Schnifis bis zur Bergstation fahren und anschließend ohne Zuhilfenahme von Schneeschuhen über einen knapp 4,5 Kilometer langen, maschinell präparierten Winterwanderweg durch den verschneiten Winterwald vom Hensler über das Dünser Älpele und das Gerachhaus bis nach Dünserberg/Boden wandern. Ab dort besteht die Möglichkeit zur Rückkehr zur Talstation entweder mit dem öffentlichen Bus der Linie 75a oder natürlich wieder zu Fuß. Der Höhenunterschied beträgt 230 Höhenmeter. Der neue Panoramawinterwanderweg ist auch optimal für Familien mit Kindern, und an den Anfangs- und Endpunkten sowie am höchsten Punkt laden gemütliche Gasthäuser zum Verweilen ein.
Bei vielen Skitouren im Lande kommen wir durch einzigartige Wälder mit vielen verschiedenen Waldgesellschaften. Hier ist als Beispiel die Skitour auf den Hochrohkopf (1975 m) von Bad Laterns angeführt.
KONTAKT Geschäftsstelle ARGE Dreiklang, GF Matthias Mayr, Düns 11, 6822 Düns, 05524/2311-16, oder info@region-dreiklang.at
Genießen Sie Skitouren im Wald. Bleiben Sie aber auf den Routen, um unnötige Beunruhigung der Waldbewohner zu vermeiden.
Zuerst ist man Richtung Gerenspitze unterwegs, dann biegt man links durch einen „Hochstauden-FichtenTannenwald“ ab und, kommt über einen „Hainsimsen- Fichten-Tannenwald“ in einen typischen „Karbonat-Fichten-Tannen-Buchenwald“ und vor der Furkastraße zu einem typischen „Brandlattich-Fichtenwald“. Danach gibt es freie Hänge mit wenigen Baumgruppen bis zum Gipfel, die wir auch als Abfahrt nutzen. Statt der Furkastraße kann man mit einem Gegenanstieg zum Furkakopf auch die Hänge direkt ins Talbecken der Gerenspitze hinunter befahren.
MEHR INFOS Im „Handbuch der Vorarlberger Waldgesellschaften“ vom Land Vorarlberg oder mobil in der „Waldfinder-App“ können Sie weitere Infos zu den Waldgesellschaften einholen.
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16 Holzarten Wir präsentieren Ihnen hier eine Auswahl der Vielfalt von Holzarten, die im Vorarlberger Wald wachsen. rwendungszweck ettwas dabei. Die WaldbesitzerInnen und die holzverarbeitenden Es ist sicher für jeden Geschmack und Verw Betriebe ebe sind gerne Ihre AnsprechpartnerIn nnen in der Vorarlberger Wertschöpfungskette.
Ahorn DAS HELLE SCHÖNE
Zählt zu den hellsten heimischen Holzarten, hart, leicht bearbeitbar, dekorative Furniere, für Möbel, Fußböden, Treppen, Verwendung für Holzblasinstrumente und Böden für Streichinstrumente
Eiche DAS MODERNE KLASSISCHE
Zählt zu den wertvollsten heimischen Nutzhölzern für Möbel, Innenausbau, Fenster, Treppen, klassisch für Parkettböden, Verwendung für Barriquefässer
Esche DER ELASTISCHE SPORTLE ER
Ulme DA AS HARTE SELTENE A
Ha artes, elastisches Holz mit hoher Festigkeit, für Fußböden, Treppen, Möbel und Innenaussbau, speziell für Sportgeräte und Werkzeug gstiele geeignet, durch Eschentriebsterbe en nimmt Verfügbarkeit ab
Schweres, S h hartes Holz, zählt zu den schönsten heimischen Hölzern, Ulmenmaser ist im Furnierhandel begehrt, sonst für Möbel, Parkett und Innenausbau, durch Ulmensterben inzwischen sehr selten
Buche DIE UNIVERSELLE „MUTTER“
Edelkastanie DAS DAUERHAFTE NEUE
Linde DAS LEICHTE WEICHE
Nuss DAS EXKLUSIVE DUNKLE
Wird als „Mutter“ des Waldes bezeichnet, schweres und hartes Holz, vielseitig im gesamten Innenausbau verwendbar (Parkett, Stiegen, Möbel et etc tc.), ) lleicht bearbeitbar für z. B. Stühl ühle, jeder Farb bton möglich, da gut b beizbar, für Zellstttoffproduktion
Durch Klimawandel steigt Verbreitung bei uns, Holz ähnlich der Eiche, kompletter Innenausbau bis Parkett, Verwendung auch im Wasser- und Schiffsbau
Das Holz für Schnitzarbeiten, deshalb im Mittelalter als „lignum sacrum“ (heiliges Holz) bezeichnet, daneben für Spielwaren, Prothesen, Bilderrahmen, diverse Haushaltsgeräte h altsg und Holzschuhe
Exklusives Holz für Furniere, Möbel, Böden und Innenausbau, sonst für Drechslerware, Musikinstrumente, Gewehrschäfte; luxuriöse Maserfurniere für Armaturenbretter bei Autos
Schwarzerle DAS BEARBEITBARE LEICHTE
Fichte DER WEGBEGLEITER
Tanne DAS HARZFREIE EDLE
Douglasie DAS D A UNIVERSELLE NEUE
Einfache Oberfl flächenbehandlung (z. B. Beizen), für Innenausbau, Wand- und Deckenverkleidungen, Kinderspielzeug und Küchengeräte, Schnitzholz in der Bildhauerei sowie im Modellbau
Kiefer DAS VIELSEITIGE RUSTIKALE Leicht zu trocknen und zu bearbeiten, Splintholz leicht zu imprägnieren, hoher Astanteil ergibt rustikale Note, vielseitig einsetzbar, als Bau- und Konstruktionsholz, als Tischlerholz für Bautischlerarbeiten, Innenausbau und Möbelbau, für Böden, Verpackungsware
Bei uns wichtigstes und vielseitig einsetzbares Bau- und Konstruktionsholz, für Bautischlerarbeiten, Außenschalungen, Fenster, Innenausbau, Verpackungsmittel; engringig gewachsenes wird als Wertholz für Tonholz verwendet, Besonderheit „Haselfichten“
Zirbe DAS BEARBEITBARE GESUNDE
Leicht und weich, gut zu bearbeiten, positive Auswirkungen auf Kreislauf, Schlafb fbefinden und Herzschläge (gilt für jedes unbehandelte Holz), schützt z. B. vor Motten und Schaben, für Innenausbau, Zirbenstube, Betten, rustikalen Stil, Wellnessbereich, Holzschnitzarbeiten
Harzfrei, edle Oberfl fläche und Holzhaptik mit Riftschnitt (stehende Jahrringe), für den gesamten Innenausbau, gleich wie Fichte im Bau- und Konstruktionsbereich, beständig gegen Säuren Sä äu und Alkalien, Resonanzholz fü für ür tief ge estimmte Saiteninstrumente e
Ähnlich der Lärche, Zunahme mit Klimaänderung, Bau- und Konstruktionsholz im Außen- und Innenbereich, Fenster, Fassaden, Balkone, Freizeitanlagen, Wasserbauten
Lärche DAS WIDERSTANDSFÄHIGE DAUERHAFTE
Eibe DAS BESONDERE SCHWERE
Rotbraun mit kräftiger Nachdunkelung, im Vergleich zur Fichte gilt sie als wesentlich dauerhafter, Verwendung im Außen- und im Innenbereich, für Fenster, Fußböden, Möbel, Brücken-, Erd- und Wasserbau, Außenschalungen, Terrassenholz
Das schwerste Nadelholz, äußerst zäh und extrem elastisch, dauerhaft gegen Pilzbefall, als Furnierholz, Holz für Bogen- und Armbrustbau, Grenzpfähle, Holz für Kunsttischler, vielerlei Geräte im Haushalt
Mehr zu den Holzarten und zum Thema Holz insgesamt finden Sie unter
Wir schenken Ihnen einen Viertelquadratmeter Wald. Die ersten 100 Einsendungen an info@waldvereiin.at erhalten ein Gratisposter „16 Holzarten Vorarlb bergs“ (420 x 594 mm). Seite –7–
Bergahorn Winter auf der Waldalpe
Im Herbst erstrahlen die Bergahorne in einem goldenen Laubkleid. Auf der Waldalpe in 1100 Metern Höhe im Mellental ist der erste Schnee gefallen und hüllt die Natur in ein nebelfrostiges Kleid. Die Ahorne trotzen jetzt fünf bis sechs Monate dem Winter. Sie stellen sich jährlich
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auf die harten Bedingungen des Winters ein. Sie sind vorbereitet, haben die Sonnenenergie und Nährstoffe sorgfältig eingelagert und gespeichert, damit sie dann im Frühjahr wieder mit voller Kraft ihre neuen Blätter und Blüten austreiben können.
Naturdenkmal
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BERGAHORN Waldalpe
47.339361 N 9. 8 316 9 4 E GEHEN SIE AUF SPURENSUCHE! Mit den hier angegebenen GPS-Daten und Ihrem Smartphone finden Sie unser Naturdenkmal bestimmt. Bildautor: Conrad Amber, www.conradamber.at Seite –9–
info@waldverein.at www.waldverein.at
Wald Zeitung Winter 2018/19
Drei Fragen an Waldbewirtschafter unseres Landes Waldbewirtschaftung ist in erster Linie Gestaltung unseres Lebensraums zum Wohle der Eigentümer sowie der gesamten Bevölkerung. In einem dicht besiedelten Tourismusland wie Vorarlberg erfüllt der Wald vielfältige und lebensnotwendige Funktionen. Dies bedeutet für die Bewirtschafter Verantwortung und Herausforderung. Wir fragen drei Waldbewirtschafter nach ihrer ganz persönlichen Sichtweise auf die Waldbewirtschaftung.
Werner Abbrederis
Obmann der Agrargemeinschaft Rankweil Was sind für Sie die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Waldbewirtschaftung? Sie bestehen darin, „Prophet zu sein, was in den nächsten 100 Jahren geschieht“, um darauf richtig vorbereitet zu sein. Die Anforderungen an einen intakten Wald mit seinen natürlichen Ressourcen sowie deren nachhaltige Nutzung nehmen aufgrund verschiedenster globaler Entwicklungen weiter zu. Dem ökologischen Rohstoff Holz kommt eine wichtige Bedeutung zu, weil er im stoffl flichen und energetischen Bereich als nachwachsender Rohstoff und erneuerbarer Energieträger eingesetzt werden kann.
Johann Küng
Staatspreisträger Raggal Was sind für Sie die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Waldbewirtschaftung? Große Schwierigkeiten bereitet die Aufarbeitung vom immer wieder anfallenden Schadholz (Windwurf, Schneebruch und Käferholz) in den steilen und schwierigen Lagen. Der wirtschaftliche Ertrag von diesen Holzverkäufen ist sehr gering und kaum kostendeckend. Eine weitere große Herausforderung ist die Regulierung der Wildbestände. Nur genaue Vorgaben des Waldbesitzers an die Jagdberechtigten und eine konsequente Bejagung führen zum Erfolg. Der Kl Klimawandel bedeutet für die Bewirtschaftung unserer Wälder ein weiteres Problem. Worauf muss man in der Waldbewirtschaftung besonders achten, damit man die Bedürfnisse der Grundeigentümer und die gesellschaftlichen Ansprüche „unter einen Hut“ bringen kann? Um den verschiedenen Ansprüchen halbwegs gerecht zu werden, ist es wichtig, die Betroffenen zu beraten und die Bevölkerung über die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen aufzuklären. Eine möglichst naturnahe Bewirtschaftung des Waldes und die Durchführung von Waldtagen für die Bevölkerung sind sehr hilfreich.
Worauf muss man in der Waldbewirtschaftung besonders achten, damit man die Bedürfnisse der Grundeigentümer und die gesellschaftlichen Ansprüche „unter einen Hut“ bringen kann? Der Wald hat generell für alle Menschen eine große Bedeutung. Er ist Rohstoffl flieferant, K Kllimaregulator, Lebensraum für Flora und Fauna und Rückzugsraum für die Menschen. Bei der Waldbewirtschaftung ist dabei darauf zu achten, größtmöglichen Einklang von ökologischen und auch ökonomischen Zielen zu verfolgen. Welche Bedeutung hat der Wald für Sie persönlich und welche Ziele verfolgen Sie in der Waldbewirtschaftung? Für mich bedeutet Wald Multifunktionalität, Problem und Lösung zugleich. Während der Erhalt unserer Wälder sowie eine nachhaltige Waldwirtschaft und Holznutzung das Klima positiv beeinfl flussen, wirken sich Klimaveränderungen (Sommer 2018) negativ auf Waldbestände aus.
Welche Bedeutung hat der Wald für Sie persönlich und welche Ziele verfolgen Sie in der Waldbewirtschaftung? Als Obmann der Agrargemeinschaft ist es mir von größter Bedeutung, dass sich der Objektschutzwald oberhalb von Raggal weiterhin natürlich verjüngt und ein stabiler Schutzwald mit Tanne, Fichte und Bergahorn heranwächst. Nur ein gesunder und vitaler Mischwald kann unser Dorf vor Lawinen, Steinschlag, Muren und Geröll bestmöglich schützen. Auch die beiden Quellen in den Waldungen sind mir sehr wichtig. Die Weiterführung der Jungwuchspfl flege und die Durchforstungseingriffe der bereits bestehenden Bestände sind ein weiteres Anliegen. Ein Spaziergang im Wald ist für mich sehr erholsam und gibt mir immer wieder neue Kraft.
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Clemens Metzler Holzakkordant Au
Was sind für Sie die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Waldbewirtschaftung? Der Preisdruck durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland. In diesem Sommer 2018 waren zum Beispiel die extrem heißen Wetterverhältnisse eine Schwierigkeit, dadurch ist viel Schadholz entstanden, und somit ergibt sich eine Senkung des Holzpreises.
Worauf muss man in der Waldbewirtschaftung besonders achten, damit man die Bedürfnisse der Grundeigentümer und die gesellschaftlichen Ansprüche „unter einen Hut“ bringen kann? Die Faktoren einer nachhaltigen sowie waldschonenden und, ganz wichtig, einer geländeangepassten Bewirtschaftung. Diese müssen sich mit einem wirtschaftlichen Preis vereinbaren lassen. Daher machen wir auch Pferderückungen und Seilkran-Arbeiten. Welche Bedeutung hat der Wald für Sie persönlich und welche Ziele verfolgen Sie in der Waldbewirtschaftung? Durch die enge Verbindung seit meiner Kindheit war für mich immer schon klar, dass ich einen Beruf in Richtung Waldwirtschaft ausführen möchte. Mein Ziel ist es, durch eine waldschonende und standortangepasste Bewirtschaftung zu erreichen, dass auch die nächste Generation einen gesunden und vitalen Wald zur Verfügung hat.
Wald Zeitung Winter 2018/19
Bauen mit Holz schafft einen zweiten Wald aus Häusern Holz ist unsere nachwachsende Ressource „Nummer 1“. Sowohl die Produktion in unseren Wäldern als auch das Produkt an sich können bzw. müssen wir als „genial“ bezeichnen.
Grundlage der Produktion in der Fabrik „Wald“ ist die Photosynthese, die eine Grundvoraussetzung für das Leben auf unserem Planeten ist. Mit Hilfe von Kohlendioxid, Wasser und Licht werden organisches Zellmaterial und Sauerstoff produziert. Gleichzeitig wird klimawirksames CO2 gebunden. Keine andere „Firma“ kann mit solchen Produktionsgrundlagen arbeiten. Das ist einfach „genial“. Ein zweiter Wald aus Häusern Wenn wir Holz als Werk- oder Baustoff verwenden, wird die Kl Klimaentlastung nicht nur verlängert, sondern sogar wesentlich erhöht. Häuser aus Holz wirken wie ein zweiter Wald und leisten einen bedeutenden Beitrag zum K Kllimaschutz. Im Wald wachsen anstelle der genutzten Bäume wieder neue Bäume nach und entziehen Kllimader Atmosphäre wieder aktiv CO2. Der K schutzeffekt besteht also doppelt – im Wald und in den gebauten Holzhäusern. Mit dem Substitutionseffekt anderer energieintensiver Baustoffe wie Ziegel, Beton oder Stahl wird der Kl Klimaschutzeffekt weiter um ein Vielfaches gesteigert
Die Holzanwendung beim „Bildungscampus Bludesch“ stärkt die Klimaschutzwirkung und die regionale Wertschöpfungskette.
Holzcampus mit „Holz von hier“ Ein gelungenes Holzanwendungsbeispiel entsteht derzeit mit dem Kinder- und Bildungscampus in Bludesch. Hier werden 900 Festmeter „Holz von Hier“ von der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg verwendet. Das Holz wird in den 26 Zentimeter dicken Diagonaldübeldecken und den Diagonalschalungen mit 30 Zentimeter Ständerbauweise Wänden eingesetzt. Außen drauf ist eine Weichfaserholzdämmung mit einem normalen weißen Verputz. Der Bildungscampus beinhaltet die Volksschule, den Kindergarten, die Kinder- und Schülerbetreuung, die Bücherei, die
Die „Kür“ für Ihr Holzprodukt Wenn wir die regionale Holzwertschöpfungskette nutzen, legen wir mit der Vermeidung von Transportkilometern in der K Kllimaschutzwirkung nochmals einen drauf – sozusagen die „Kür“ in der Holzverwendung. Und wir haben bei uns in der Region die Wälder, die Sägewerke, die Zimmerer und die Holzhandwerker. Sie unterstützen als Bauherr/in damit gleichzeitig die regionale Wertschöpfungskette vom Wald bis zu Ihrem Holzprodukt.
Gebirgsholzqualitäten Wenn Sie Holz aus unseren Wäldern wählen, kommen Sie in den „Genuss“ von Vorarlberger Gebirgsholzqualitäten. Die Vorarlberger Waldstandorte liegen zum großen Teil in Berglagen über 1000 Meter Seehöhe. Im Vergleich zu Tieflagenholz wachsen die Bäume hier langsamer und damit engringiger, was sich positiv auf die Holzdichte, die Holzeigenschaften und in den entsprechenden Sortierungen auch auf die Optik auswirkt. Nicht zu vergessen sind die edlen und modernen Weißtannenholzqualitäten bei uns.
Elternberatung und das zukünftige Familienzentrum. Im kommunalen Gebäudeausweis wird mit der bauökologischen Holzanwendung von 1000 möglichen Punkten ein Spitzenwert von über 900 Punkten erreicht. Die Fertigstellung unter der professionellen Bauleitung der Vogewosi ist für September 2019 vorgesehen. Baupreis für regionale Holzanwendung Im Rahmen des EU-CaSCo-Projektes wurde der Bildungscampus Bludesch im November mit einem internationalen Baupreis für regionale Holzanwendung ausgezeichnet. Von der Jury wurde die Übertragbarkeit auf andere Bauprojekte als sehr hoch bewertet.
Schöne Weißtanne aus unserer Waldbewirtschaftung Die Weißtanne hat als schattenertragende Mischbaumart und als Tiefwurzler eine besonders wichtige Funktion in unseren Wäldern. Ihr Holz wird von ArchitektInnen, PlanerInnen und BauherrInnen für ihre moderne „Holzhaptik“ geschätzt. Ein Anwendungsbeispiel, bei dem diese moderne Weißtannenholz-Haptik erlebbar wird, ist das Kunden- und Bürogebäude der Wälder Versicherung in Andelsbuch. Die unbehandelte und sägeraue Weißtanne im Innenausbau und bei den Fußböden ergibt eine eigene und außergewöhnliche Raumatmosphäre und Materialästhetik. Das Holz dazu stammt zum größten Teil aus dem Bregenzerwald und wurde von Handwerkern vor Ort verarbeitet. Für die vorbildliche Einstellung des Bauherrn das Holz aus der regionalen Wertschöpfungskette zu nehmen, wurde das Projekt wie der Bildungscampus Bludesch international ausgezeichnet. Wir gratulieren sehr herzlich und laden zum Nachmachen ein! Seite –11–
Modern mit heimischer Weißtanne im Bürogebäude der Wälder Versicherung in Andelsbuch. (Fotoquelle: Wälder Versicherung VaG, Andelsbuch)
Wald Zeitung Winter 2018/19
Warum es besser ist, mit Holz zu bauen ... Holzumgebungen sind gesund, Holz wächst laufend in unseren Wäldern nach und hat hervorragende bautechnische Eigenschaften. Vieles spricht für Holz.
Bau gesünder mit Holz Eine Holzumgebung wirkt beruhigend, entstressend und positiv auf das Kreislaufsystem. Laut einer Praxisstudie ist der Herzschlag in Holzumgebungen im Durchschnitt um sechs Schläge pro Minute niedriger. Ätherische Öle, die warme Lichtatmosphäre, geringer elektrostatisch aufgeladene Oberfl flächen und der Feuchteausgleich haben positive Effekte auf die Wohnbiologie. Ein entscheidender Vorteil für Sie beim Schlafen, Wohnen und Arbeiten. Bau mit Holz, schone deine Nerven! Derr Bau eines Holzhauses mit 100 m² ist in etwa 150 Tagen abgeschlossen – schlüsselfertig. Voraussetzung ist eine gute Planung im Vorfeld. Bauen mit Holz findet weniger auf der Baustelle, sondern vielmehr in der Produktionshalle statt. Die fertigen Gebäudeteile werden zur Baustelle transportiert. Der Bau erfolgt lärm- und störungsarm. Die Gebäude sind in kürzester Zeit errichtet. Austrocknungszeiten wie beim Stahlbeton gibt es nicht. Einfach besser für Sie. Echter Brandschutz Holz verkohlt gleichmäßig und bildet eine Schutzschicht, die die Ausbreitung der Flammen nach innen hin verzögert. Decken und Stützen aus Stahl oder Stahlbeton knicken bei Erhitzung ohne Vorwarnung ein. Zudem ist die häufigste Todesursache bei Brandfällen das giftige Rauchgas, welches vor allem durch den Abbrand von nicht natürlichen Materialien in Böden, Vorhängen, Teppichen, Möbeln oder Lampen entsteht. Das
Bioökonomie und Holz Grundsätzlich versteht man unter Bioökonomie die Transformation von einer marktwirtschaftlichen erdölbasierten Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft, in der fossile Ressourcen durch verschiedene nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden (Wikipedia). Die Bioökonomie sieht den Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft als wesentliches Leitbild an. Hier kommt dem Rohstoff Holz eine besondere Bedeutung zu, da dem vor allem aus Zellulose, Hemizellulose und Lignin bestehenden Naturmaterial vielseitige Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten zugeordnet werden. Unter anderem werden mittlerweile Biokunststoffe, die auf Holz basieren, in verschiedensten Branchen (Bekleidungsindustrie, Automobilindustrie, Spielzeugindustrie, Verpackungsindustrie ...) eingesetzt. Dadurch können aus fossilen Ressourcen produzierte Materialien umweltschonend und nachhaltig ersetzt werden.
Ob modern schlicht oder etwas rustikaler mit Ästen: Es gibt viele Gründe, Holz zu verwenden. (Fotoquelle: Wertvollholzhaus, Zimmerei Berchtold, Schwarzenberg, Foto Lk Vorarlberg)
hat der Gesetzgeber längst erkannt und schreibt für Gebäude nicht mehr die „Nichtbrennbarkeit von Materialien“, sondern wichtige Schutzziele vor, die dir eine sichere Flucht aus einem brennenden Gebäude garantieren. Holz brennt „sicher“! Vergleichbare Kosten Beim im Holzhaus führen die kürzere und wetterunabhängige Bauphase und der später meist erheblich geringere Energiebedarf schnell zu deutlichen Einsparungen. Und mehr Raum gibt’s fbauten auch. Der Preis durch dünnere Wandaufb eines Holzhauses ist bei einer entsprechenden Vorplanung und vergleichbarem Wohnstandard absolut konkurrenzfähig. Nicht eingerechnet sind dabei die Einsparungen bei den geringeren Entsorgungskosten eines Hauses. Die Enkel freuen sich noch über Ihre ökologische und umweltfreundliche Bauweise. Holz schützt das Klima Holz l ist aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit und seiner Isolationseigenschaften besonders geeignet für den Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern. Zudem verlängern Holzbauten den Kohlenstoffspeicher aus dem Wald. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet eine Tonne CO2 langfristig. Jeder gefällte Baum schafft Platz für neue Bäume, die der Luft wiederum aktiv CO2 entziehen. Jedes Haus aus Holz trägt dazu bei, dass CO2-Emissionen für die Herstellung anderer CO2-intensiver Baustoffe wie Beton oder Stahl vermieden werden. Einfach besser – unser CO2 Speicher Holz! Holzknappheit? Holz wächst nach! Während andere Rohstoffe, die zum Bauen beW äh nötigt werden, immer knapper werden, wächst Holz laufend nach. In Vorarlbergs Wäldern wächst jede Minute ein Kubikmeter Holz nach. Holz genug für viele zusätzliche Holzbauten und -anwendungen. Moderner Holzbau – Zukunft schaffen mit Holz Wie gut Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Qualität aussehen können, beweisen die zahlreichen Holzhäuser, Gewerbebauten und öffentli-
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chen Bauten, die in den letzten Jahren entstanden sind. „Architektur + Handwerk + Ökologie“ ist die Erfolgsformel der Vorarlberger Holzbaukunst. Da gehen die Ideen nicht aus. Und schon steht die nächste erfolgreiche Generation von PlanerInnen, TechnikerInnen, HandwerkerInnen, SägerInnen und Forstleuten in den „Holzschuhen“.
Gesund, Hightech und regionale Wertschöpfung mit nachhaltigem Holz aus der Region.
Hightech-Naturprodukt Holz Gesunde Bäume trotzen dank ihrer intelligenten Strukturen den heftigsten Stürmen und starken Niederschlägen. Die ausgeklügelte Mikro-Struktur des Holzes sorgt trotz geringen Eigengewichts für eine erstaunlich hohe Belastbarkeit. Bezogen auf sein Eigengewicht trägt Holz 14-mal so viel wie Stahl, und seine Druckfestigkeit entspricht der des Stahlbetons. Zudem wachsen diese natürlichen Tragwerkstoffe permanent in unseren Wäldern nach. Nutzen Sie die Kraft der Natur für Ihr Gebäude und freuen Sie sich an der Schönheit eines ökologischen und sicheren Tragwerks.
Wald Zeitung Winter 2018/19
Was mir der Wald erzählt – eine kleine Waldphilosophie Der Schriftsteller Peter Natter, Autor der Inspektor-Ibele-Krimireihe, mit seinem ganz persönlichen Zugang zum Wald und der längst fälligen Wiederentdeckung eines amerikanischen Naturphilosophen des 19. Jahrhunderts.
Der Wald ist Lebensraum, Spielraum ist er auch. Bei Ersterem denkt man wahrscheinlich an verschiedenes Getier, vom Hirsch bis zum Käfer, und an Bäume natürlich; bei Letzterem denke ich an Kinder, genauer, an das Kind, das ich einmal war. Im Wald zu spielen, stundenund tagelang, bildete die Hauptbeschäftigung meiner regelmäßig in Egg-Großdorf im Bregenzerwald verbrachten Ferien. Doch was heißt hier spielen? Es ging um mehr, es ging darum, im Wald zu sein. Es war immer viel zu erleben im Wald, viel zu erkunden, zu erfahren für uns Kinder. Von heute aus betrachtet war es ein Lernen über uns selbst, ein Kennenlernen eigener Möglichkeiten, Vorlieben, Fähigkeiten, ein Testen und Üben. Viel später ist mir ein anderer Waldgänger begegnet, ein philosophischer Praktiker ersten Ranges, der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau (1817–1862). Seine Antikarriere umfasste Stationen als Lehrer, als Waldbewohner, Häftling, Landvermesser, Gelegenheitsarbeiter und Widerständler, sein früher Tod mit 44 Jahren verhinderte weiteren Aufstieg. Aber zurück in den Wald. Genau das hat sich auch Thoreau gesagt und zwei Jahre in einer selbst gebauten Blockhütte in den Wäldern von Massachusetts gelebt, allein, praktisch als Selbstversorger, aber alles andere als weltabgewandt. Thoreau war kein Weltfl flüchtiger, wenn schon, dann ein Zivilisationsfl flüchtling. Am intensivsten war er jedoch ein Selbstentdecker, und verbunden damit ein hellsichtiger Analytiker der Gesellschaft. Der Wald bot ihm
den angemessenen, idealen Lebensraum, um seine Forschungen zur Work-Life-Balance durchzuführen, also zu einem geglückten Leben. Von dieser höchst modernen und aktuellen Walderfahrung erzählt Thoreau in einem berühmt gewordenen, noch immer lesenswerten Buch1. Was heißt „erzählt“? Es ist ein Nachspüren. Der Wald ermöglicht eine Spuren- und Fährtenlese der ganz besonderen Art. Das bildete einen wichtigen Bestandteil unserer Kindheitsstreifzüge durch den Wald: Spuren suchen und, ganz in der anarchischen Art von Pippi Langstrumpf, Sachen suchen, angefangen bei Pilzen bis zu skurrilen Wurzeln oder gar Geweihen. Was den Wald schon für uns Kinder ausgezeichnet hat und es heute für den herbstlich gestimmten Erwachsenen noch viel mehr tut, ist seine Stille. Es ist eine erhabene, tiefe Stille, in der die Worte Unterschlupf suchen: „Nur durch Sprache kommen wir dahin, wo Sprache vielmehr Schweigen wird.“ (Karl Jaspers) Was mir der Wald erzählt, ist mithin mehr, als durch Worte gesagt werden kann; es ist ein Hinweis auf ein Größeres. Der Wald schweigt, weil irgendwann alles gesagt ist. Verstehen, dass es etwas zu verstehen gibt: Viel weiter kann Erkenntnis nicht kommen, nicht einmal für Waldgänger. Aber immerhin! 1
Henry David Thoreau: siehe Buchtipps
Buchtipp ps Inspektor Ibele
Walden
Die Axt im Wald
Peter Natter 2015, 456 Seiten, Haymon Verlag ISBN 978-3-7099-7836-8 Eine Erzählung aus dem Wald, die nicht nur Heimatkunde sein will oder gute Unterhaltung. Es steht mehr auf dem Spiel, wenn Isidor Ibele von der Kripo Bregenz auf abgelegene Sennalpen klettert und dunkle Geschäfte durchleuchtet. Einer muss dran glauben und noch einer, bevor die Typen kapieren, dass es aus ist. Fast verdirbt es Ibele den Appetit, fast nur, denn Rösles Kochkunst ist unbeirrbar. Wie geht das mit der Motorsägensegnung in Hittisau? Es bleibt spannend im Wald, das muss man schon sagen.
Mord unterm Hirschgeweih
oder Leben in den Wäldern
Peter Natter 2015, 184 Seiten, Haymon Verlag ISBN 978-3-7099-7806-1
H. D. Thoreau 2015, 512 Seiten, Diogen nes Verlag ISBN 97 78-3-257-06932-7
So hat sich das der alte Vonderleu nicht vorgestellt. Bisher hat es immer funktioniert mit den Appenzellern: Nur heuer wollen sie nicht so wie der Bauer. Bevor er sich den Alpsommer versauen lässt, greift er zu drastischen Mitteln. Was tun mit dem blöden Denkmal in Silberberg, das die Ewiggestrigen unbedingt haben wollen? Zudem sorgt ein Pilzgericht für Tote. Inspektor Ibele hat ein wenig Mühe, für Recht und Ordnung zu sorgen. Wenn die richtigen ihren Senf dazugeben, klappt es.
In „Walden“ beschreibt Thoreau seine Zeit in einer Blockhütte, die er sich 1845 baute. Heute stellt sich dieses Experiment als ein früher Versuch dar, einen ausgewogenen Lebensstil zu verwirklichen: „Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem wirklichen Leben näher zu treten, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte“, schreibt er als echter Philosoph, d. i. einer, dem es ums Ganze geht, ums geglückte Menschsein.
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Wald Zeitung Winter 2018/19
Zahlen, Daten, Fakten Photosynthese:
6 H2 O +
6 CO2+ Licht
= Glucose Glucose = Grundstoff für die Holzbildung.
m
3
heimisches Rohholz werden jährlich von der Säge-, Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie aufgenommen.
Borkenkäfer-Warnstufe rot! Bei der Hauptbaumart Fichte steigt die Borkenkäfergefahr. Was gibt es für Vorbeugeund Gegenmaßnahmen? Am Vorarlberger Forsttag steht dieses Thema im Mittelpunkt. Fr, 22.02.2019, 09:15–12:30 Uh Uhr Beitrag: EUR 12,– Anmeldung und Info: w ww ww.lfi.at/vbg, lfi@lk-vbg.at oder 05574 / 400-191 Großeltern und Enkel gemeinsam im Wald hr Gründonnerstag, 18.04.2019, 10:00–13:00 U Uh Anmeldung und Info: ww www.waldschule-bodensee.at
+ 6 O2
13 Mio.
Veranstaltungen
Hochwasserschutz: Fallen
100
Liter Wasser
Was mir der Wald erzählt Ein kurzweiliger Waldspaziergang mit Peter Natter und Andreas Amann über die Beziehung zwischen Wald und Mensch. Sa, 16.03.2019 14:00–16:00 U Uh hr Feldkirch, Treffpunkt 14:00 Uhr Kiiosk im Wildpark K Sa, 23.03.2019 14:00 –16:00 U Uh hr Bregenz, Treffpunkt 14:00 Uhr Parkplatz Landesbibliothek, Fluherstraße Info: w ww ww.waldschule-bodensee.at
auf einen gesunden Waldboden, können 90 Liter zurückgehalten werden.
280.000
Menschen
leben in Österreich buchstäblich von den Bäumen. Sie arbeiten in der österreichischen Forst- und Holzwirtschaft.
Staatspreis für die Agrargemeinschaft Frassenwald Mit Beharrlichkeit und Kooperation zum Erfolg.
Wussten Sie, dass ... ... der Dornbirner Tobias Ilg in Deutschland als Landwirt des Jahres 2018 ausgezeichnet wurde? Tobias Ilg stieg als Land- und Forstwirt in die erneuerbare Energieerzeugung ein. Der Familienbetrieb zeigte Mut zur Vielfalt und Innovation. Heute wird in sieben Holzheizkraftwerken erneuerbare Wärme und Strom erzeugt. Der Ceres Award gilt als höchste landwirtschaftliche Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. ... Sie mit einem Kachelofen Ihr ganzes Haus heizen können? Die Vorarlberger Hafner bieten sowohl im Ganzhaussystem als auch im normalen Kachelofen höchste Qualität in der Umwelttechnologie. Die geltenden strengen Emissionswerte werden sowohl am Prüfstand als auch in der Praxis eingehalten. Gleichzeitig holen Sie sich mit dem Kachelofen eine Wellness-Oase und einen Wohlfühlspender ins Haus. Die positiven Auswirkungen der angenehmen Strahlungswärme wurden inzwischen auch medizinisch nachgewiesen. ... dass wir mit einer vermehrten Verwendung des nachhaltig nachwachsenden Baustoffes Holz
den in der aktuellen öffentlichen Diskussion kritisierten Kiesabbau verringern könnten? Laut Waldinventur wird in Vorarlberg der jährliche nachhaltige Holzzuwachs bei Weitem noch nicht genutzt. ... dass viele Pfl flanzen- und Tierarten von unserer kleinfl flächigen Waldbewirtschaftung in Vorarlberg profi fitieren? Zum Beispiel: Die „Natur-Zeigerart“ Auerwild profi fitiert nachweislich von Holznutzungen. Die Vorarlberger Waldbesitzer bieten damit eine hervorragende Leistung für den Naturschutz. Die umfassende Nachhaltigkeit des Vorarlberger Waldes wird mit der international anerkannten PEFC-Zertifi fizierung bestätigt. ... dass in unseren Wäldern Wasser wie in einem Schwamm zurückgehalten wird? Das wird immer wichtiger für den zukünftigen Hochwasserschutz. Gleichzeitig wird durch die Filterfunktion des Waldökosystems sauberes Trinkwasser produziert. Die aktive Waldwirtschaft verbessert diese für uns so wichtigen Waldwirkungen.
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Die Agrargemeinschaft Frassenwald bewirtschaftet in der Berggemeinde Raggal den Schutzwald direkt über dem Siedlungsgebiet. Zudem stellen die ca. 200 ha Ertragswald für die ca. 70 Mitglieder zählende Agrargemeinschaft die einzige Einnahmequelle dar. Aufgrund der schattseitigen Lage der Waldflächen und der wüchsigen Böden im niederschlagsreichen Großwalsertal ist Potenzial für sehr hochwertige Holzqualität bis hin zum Klangholz für Instrumentenbauer vorhanden. Seit den Achtzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts bestand der Spagat für die Betriebsführung darin, den Wald in Wert zu setzen und gleichzeitig die Schutzfunktionsfähigkeit zu verbessern. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderung durch die Verantwortlichen der Agrargemeinschaft zeigt, wie beharrliche und innovative Waldbewirtschaftung auch im Schutzwald zu Erfolgen führt. Die Agrargemeinschaft Frassenwald wurde Ende September in Salzburg vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus mit dem Staatspreis für vorbildhafte Waldwirtschaft ausgezeichnet.
Wald Zeitung Winter 2018/19
Werkzeugstiele aus Holz Ein „maßgeschneiderter“ Werkzeugstiel erleichterte früher die harte Waldarbeit. Heute beherrschen nur noch wenige dieses interessante Handwerk.
Zuschnitt des Rohlings mit der Bandsäge.
Mit dem Zugmesser nimmt der Stiel Form an.
Früher gab es in fast jedem Dorf einen Wagner, welcher auch für die verschiedensten Werkzeuge „maßgeschneiderte“ Stiele anfertigte. Auch heute noch gibt es einige wenige im Land, die dieses anspruchsvolle Handwerk beherrschen. Bernhard Latzer aus Nenzing ist einer von ihnen, der die Stielerzeugung als kleinen Nebenerwerb in der Freizeit betreibt.
nahe am Bach gewachsenes Eschenholz vom m Stammfuß verwendet, da es die höchste Zähigkeit aufweist. Je nach Werkzeugtyp müsssen die Jahrringe stehend oder liegend verarbe eitet werden. Ergonomie und Vorlieben des Ben nutzers können bei Handanfertigungen eben nfalls berücksichtigt werden. Sehr entscheiden nd sind auch die richtige Holzfeuchtigkeit sowie e die Passgenauigkeit beim Einstielen. Profih holzer schwören auf handgefertigte, individu uell angepasste Werkzeugstiele.
Ein guter, haltbarer Werkzeugstiel fängt bei der Auswahl des geeigneten Holzes an. Meist wird
KONTAKTDATEN Bernhard Latzer Beschlingerstraße 51 6710 Nenzing 05525 / 64316 bernhard.latzer@aon.at
Buchtip pp
Produkt-Tipp
Waldwirtschaft heeute
Holzherd: Es gibt ihn wieder!
Gilge, Grulich, Pfeiffer, Sandler r, Spreitzhofer, Stadlmann ISBN 978-37040-2165-6 „Waldwirtschaft Heute“ ist ein auch für Laien verständliches Buch zur modernen Waldbewirtschaftung. Neben den ökologischen Grundlagen wie Baumartenkunde und Standortkunde werden Grundsätze und Techniken der Waldbewirtschaftung praxisnah vermittelt. „Waldwirtschaft heute“ zeigt, welche Bedeutung der Wald für uns alle hat und wie er nachhaltig bewirtschaftet werden soll, um seine Ertragsfähigkeit und Artenvielfalt am besten auszuschöpfen. Die österreichische Waldwirtschaft und das österreichische Forstgesetz sind international anerkannt. Der Wald trägt heute wesentlich zur österreichischen Außenhandelsbilanz, zur Finanzierung und Stärkung der bäuerlichen Betriebe und zur Erholung der Menschen bei. Dem Wald und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung muss daher verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Schneedruckereignisse und Sturmschäden der letzten Jahre sowie die Erderwärmung haben dem Thema „Laubholz“ zu großer Bedeutung verholfen – in diesem Buch erfahren Waldbesitzer, wie sie mit Laubholz einen höheren Ertrag erwirtschaften können als beispielsweise mit Fichte. Eine Übersicht über den Wald in Österreich bietet das Einleitungskapitel. Von Standortkunde, Baumartenkunde, Bestandespfl flege bis hin zum Forstschutz und zur forstlichen Betriebswirtschaftslehre mit der Bewertung des Waldes spannt sich der weitere inhaltliche Bogen. Praktische Tipps zum Thema Forstwege finden die Leser im Abschnitt „Forstaufschließung“. Schulbuch Nr.: 1131
Es gibt ihn noch, den Holzherd. Jetzt wird er in der Spitzengastronomie wiederentdeckt. Vorarlbergs Spitzenkoch Thorsten Probost im Burg Vital Resort in Oberlech schwört auf das Kochen am Holzherd. „Die Gerichte werden einfach sensationell“, ist der Spitzenkoch begeistert. Vor allem Gerichte, die durch langsames Köcheln ihre Geschmacksnote entfalten, gelingen besonders gut. Die Bedienung des Herdes erfolgt intuitiv und benötigt etwas Übung: Statt die Temperatur anhand eines Reglers zu verändern, werden die Töpfe auf der Kochplatte verschoben. Da gibt es die heißeren Zonen direkt über dem Feuer, auf die seitlichen Bereiche werden die Töpfe verschoben, wenn etwas „schmurgeln“ soll. Mit zunehmender Erfahrung haben auch Hobbyköche bald den richtigen Dreh heraus. „Nach zwei Wochen möchte man den Holzherd nicht mehr missen“, ist Haubenkoch Probost überzeugt.
Thomas Schiffert, Geschäftsführer des österreichischen Kachelofenverbands, mit Spitzenkoch Thorsten Probost vor dem Holzherd.
OFENHOLZ-SERVICE Das Qualitätsofenholz für Ihre Holzherde, Kamin-, Kachelöfen oder Stückholzzentralheizungen gibt es bei den Ofenholzproduzenten in Ihrer Nähe. Produzentenliste inkl. Richtpreise unter: ww w ww.ofen-holz.at oder 05574 / 400 466
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Der Vorarlberger Waldverein wünscht Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr und schöne Erlebnisse im Wald.
Winterlandschaft am Bödele: Entlang der moorigen Böden hat sich ein gesunder Fichtenwald entwickelt.
Wald Zeitung info@waldverein.at www.waldverein.at
Ausgabe A usgab bee 0 05 5 Winter 2018/19
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47.419333 N 9.810222 E