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38. Vorarlberger Wirtschaftsforum 12. November 2021

Mut und Innovation Stark ins neue Zeitalter

Lebenswerkpreis für Gerhard E. und Herbert Blum

500 Gäste und 9 Referenten im Festspielhaus


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Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

Editorial

Gerold Riedmann

Nach vorne, nicht zurück Innovationen ermöglichen, mutig sein, vorangehen. Das ist das Ziel vieler Unternehmerinnen und Unternehmer - auch in Vorarlberg. Und das gilt auch für diese Veranstaltung, das Vorarlberger Wirtschaftsforum 2021 selbst.

Moderatorin Nadja Bernhard im Gespräch mit den Lebenswerkpreisträgern Gerhard und Herbert Blum.

Mut und Innovation

Spannende Referenten beim 38. Vorarlberger Wirtschaftsforum. BREGENZ Mit dem Themenschwerpunkt des 38. Wirtschaftsforums, „Mut und Innovation: Stark ins neue Zeitalter“ trafen die Veranstalter nachdem das letztjährige Wirtschaftsforum digital stattfinden musste, und nicht nur Corona für eine globale Zeitenwende sorgt, den Puls der Zeit. Das zeigten die zahlreichen sehr positiven Reaktionen der Teilnehmer. Rund 500 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Wirtschaftspolitik, Interessenvertretungen und Gesellschaft aus dem gesamten Bodenseeraum folgten beeindruckt den Ausführungen der sieben Topreferenten, die das heurige Thema dieser internationalen Wirtschaftstagung aus den verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Und sie applaudierten, als die Unternehmer Gerhard und Herbert Blum mit dem von der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer und den Vorarlberger Nachrichten vergebe-

nen „Ehrenpreis der V ­ orarlberger Wirtschaft für das Lebenswerk“ geehrt wurden (siehe Seiten 4 und 5). Das Vorarlberger Wirtschaftsforum wurde auch bei der 38. Auflage seiner Rolle als wichtiger Treffpunkt mehr als gerecht und diente der äußerst bedeutsamen Vernetzung der wirtschaftlichen Kräfte in Vorarlberg. Damit leistet die größte Wirtschaftsveranstaltung des Landes auch einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur Stärkung des Standorts. Den Veranstaltern ist es auch heuer wieder gelungen, mit Themen wie „Erfolgsfaktoren für Wachstum und Innovation in einer postpandemischen Zeit“ von Verhaltensökonom Ernst Fehr, „Rückkehr zum menschlichen Maß – was morgen wirklich zählt“ des Schweizer Trend- und Konsumforschers und Präsidenten der Gottlieb & Adele Duttweiler Stiftung, David Bosshart oder „Gemeinsam die Pandemie bewältigen.“ des Vice

President Global Commercial and General Manager beim Pharmaunternehmen Biontech, Michael Böhler für spannende Diskussionen zu sorgen. Nicht zu vergessen: Der erste öffentliche Auftritt des österreichischen Bundeskanzlers, Alexander Schallenberg, in Vorarlberg, der sich den Fragen von VN-Chefredakteur Gerold Riedmann stellte. Riedmann über das Wirtschaftsforum 2021: „Das Thema Mut und Innovation und die ausgezeichneten Referenten hatten ein sehr gutes Echo bei den Besuchern.“ Eine Livepremiere war das Wirtschaftsforum für die ORF-ZiB-Moderatorin Nadja Bernhard, die kompetent und gewohnt schlagfertig durch die Veranstaltung führte. Wege aus der Pandemie und den richtigen Weg in ein neues Zeitalter zeigten die Vorträge, sind aber auch vordringliches Ziel der mitveranstaltenden Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung.

Etwas nicht zu machen, ist immer einfacher und bequemer als etwas tatsächlich in Angriff zu nehmen, umzusetzen. Erfolg ist nur für den möglich, der auch bei widrigen Bedingungen wagt, etwas zu unternehmen. So wie das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wirtschaftsforums in ihren Betrieben tun. Oft genug werden Umsätze mit dem Vor-Krisen-Niveau von 2019 verglichen, was im Prinzip ein guter Anhaltspunkt ist. Doch wollen wir wirklich zurück ins Jahr 2019? Viele Bereiche konnten durch digitales Wachstum und konsequentes Nützen von Chancen 2019 weit hinter sich lassen. Haben nicht die vergangenen beiden Jahre Veränderungen in den Betrieben gebracht, die existenziell für den weiteren Erfolg sind?

Wir haben gelernt, dass Digitalisierung und eine Beschleunigung der Kommunikation uns Datenpunkte liefern, die überlebensnotwendig geworden sind. Dass Vorarlberg insgesamt ein Hidden Champion ist, haben Sie schon zu oft gehört. Aber wir werken oft genug im Versteckten. Haben Sie gewusst, dass in einem iPhone von Apple zig Teile stecken, die in Vorarlberg erdacht und entwickelt wurden? Das geht von Schrauben über Microchips, nur offiziell darüber reden darf keiner. Die VN wollen mit dem Vorarlberger Wirtschaftsforum auch in schwierigen Zeiten eine helle Bühne für Mut und Innovation bauen und eine Plattform für Austausch sein.

GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.

IMPRESSUM TEXTE Hanna Reiner, Andreas Scalet, Susanne Bickel, Mirijam Haller, Laura Fitsch, Manuel Krenböck, Matthias Rauch, Tanja Schwendinger Tony Walser

FOTOS Philipp Steurer, Frederick Sams, VN-Archiv, Firmen GESTALTUNG Felix Holzer UMSETZUNG Valentin Ledoldis

Veranstaltungszentrum mit einem grünen Herz

STATEMENTS der Veranstalter

Kongresskultur Bregenz ist mit dem „Meeting Experts Green Award“ ausgezeichnet. BREGENZ Der

Mut und Innovation sind der Treibstoff des Unternehmergeists, der nicht einfach auf die Neuordnung der Wirtschaft und deren Zukunftsfähigkeit wartet, sondern diese mit guten Ideen gestaltet. Ohne Mut und Innovation gäbe es kein Um- und „neu“denken, keinen Bruch mit Routinen, kein Heranwagen an vermeintliche Grenzen. Wir sollten unsere Zukunft selber mitbestimmen, ansonsten werden wir fremdbestimmt. Warten ist definitiv keine gute Option, im Gegenteil, jetzt zählt innovativ denken, mutig handeln, richtig vernetzen. Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

38. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung

Der Begriff „Innovation“ ist in aller Munde. Politik, Klimaschutz, Privatwirtschaft – alle setzen auf Innovation. Es darf also nicht überraschen, dass das Wort etwas ausgeleiert und das Konzept dadurch strapaziert wirkt. Aber die Erneuerung als das Wesen der Innovation ist mehr als nur zentraler Bestandteil einer Sonntagsrede; es ist auch mehr als nur zielgerichtetes und kreatives Handeln. Innovation ist eine Einstellung, und zwar eine, die Mut verlangt. Um die Herausforderungen zu meistern brauchen wir vor Allem eines: Mut zur Tat. Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung

Eine Initiative von

Die letzten 1,5 Jahre waren herausfordernd für die ganze Welt. Unsere Gesellschaft ist in ihren Grundfesten erschüttert worden und flexibel zu bleiben, wurde zu einem Erfolgsrezept. Wir haben diese Dynamik der Veränderung genutzt und unsere zukunftsfähigen Konzepte im Sinne unserer Kundinnen und Kunden weiterentwickelt. Mit Vertrauen und Mut entstanden beeindruckende Projekte, neue Erfolgsgeschichten sowie ein gestärktes Vertrauensverhältnis. Der Herausforderung stellen und uns weiterentwickeln – das ist unser Credo. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg

Preis wurde vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und vom Verein German Convention Bureau (GCB) anlässlich der Konferenz “greenmeetings und events” erstmals verliehen und in Darmstadt an Kongresskultur-Direktor Gerhard Stübe überreicht. Damit erhält das Kongress- und Tagungszentrum am Bodensee erneut eine bedeutende Auszeichnung für seine Veranstaltungstätigkeit. Eine unabhängige Jury bewertete anhand der Kriterien Innovationsgrad und Originalität, Realisierbarkeit und Übertragbarkeit, Sinnhaftigkeit und Relevanz, Kosten und Nutzen sowie Evaluation und Dokumentation. „Das Bregenzer Beispiel beweist sehr eindrucksvoll, dass Erfolge in der Nachhaltigkeit nicht nur mit Kosten, sondern vor allem auch mit einem Gewinn für alle verbunden sind“, urteilt die

Sponsoren

Moderatorin Nadja Bernhard führte durch die Veranstaltung.

Jury. Bereits seit 2008 stünde das Thema Nachhaltigkeit mit allen drei Säulen – Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Soziales Engagement – bei Kongresskultur Bregenz permanent auf der Tagesordnung. Seit Jahren ist Kongresskultur als umweltbewusster Gastgeber Ökoprofit-zertifiziert und darf darüber hinaus selber „Green Meetings & Green Events“ zertifizieren“, heißt es seitens der preisverleihenden Verbände.


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Die ganze Familie freute sich mit den beiden Lebenswerkpreisträgern Gerhard und Herbert Blum über die Auszeichnung durch Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und VN.

Bodenständig und innovativ

Herbert und Gerhard Blum für Lebenswerk ausgezeichnet: Ausbildung, Innovation und solide Finanzpolitik. BREGENZ Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war am Donnerstag zum siebten Mal Schauplatz für eine ganz besondere Auszeichnung. Die Industriellenvereinigung Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an die langjährigen Geschäftsführer des größten Vorarlberger Arbeitgebers, der Firma Blum, Herbert und Gerhard Blum, überreicht.

Von den Besten lernen VN-Herausgeber Eugen. A. Russ erläuterte in seiner Laudatio auf die langjährigen Geschäftsführer des Höchster Beschlägeherstellers Blum, die Intention des vor sieben Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schaffensphase ein Unternehmen, wie es Herbert und Gerhard Blum gelungen ist, nicht nur zu führen, sondern kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ „Was motiviert mehr, als erfolgreiche Beispiele ins Rampenlicht zu rücken?“ Herbert und Gerhard Blum sind zweei Vorzeigeunternehmer, die gezeigt haben, was in einem Familienunternehmen steckt, die im Gegensatz zu Exitstrategien von Heuschrecken in Generationen denken“, so Russ. Bei den Kriterien für diesen Preis wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht genommen. Die Wahl fiel heuer auf Herbert und Gerhard Blum, die Russ in der Laudatio als Unternehmer mit Weitblick und sozialem Engagement bezeichnete. Zurecht, denn das Lebenswerk der beiden Eigentümer der Firma Blum ist beeindruckend, „Sie haben das von ihrem Vater vor 69 Jahren gegründete Unternehmen kontinuierlich zum Weltmarkt- und Technologieführer in der Branche weiterentwickelt“, sagte Russ über

mehr sagen - zur Politik allgemein und zur Wirtschaftspolitik. Als die beiden Brüder im Jahr 1982 die Geschäftsführung zusammen mit Bertl Widmer übernahmen, hatte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 1,02 Mrd. Schilling (74,13 Mill. Euro), heute beträgt der Jahresumsatz 1,9 Milliarden Euro. Inzwischen sind die Söhne der beiden mit dem Lebenswerkpreis geehrten Unternehmer, Philipp und Martin Blum, an der Spitze von Blum und führen das Werk ihrer Vorgänger weiter.

Die Werke des Höchster Unternehmens sind auf neuestem Stand. Die Arbeitsplätze gelten bei Mitarbeitern und Experten als vorbildlich.

die heurigen Preisträger, bevor die Werkstattbühne zum Kino wurde. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zur Verleihung des Lebenswerkpreises ein filmisches Porträt der Geehrten produziert, in dem Wegbegleiter zu Wort kommen und die beiden Brüder auf ehrliche und unterhaltsame Weise sich gegenseitig porträtierten. Von den rund 500 Teilnehmern des Vorarlberger Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung für die Brüder Herbert und Gerhard UNTERNEHMEN GEGRÜNDET 1952 von Julius Blum EIGENTÜMER Familie Blum GESCHÄFTSFÜHRUNG Philipp Blum, Martin Blum MITARBEITER 8787 weltweit, 6551 in Vorarlberg UMSATZ 2020 2,377 Mrd. Euro INVESTITIONEN 2021 259 Millionen Euro PRODUKTIONSSTÄTTEN 8 in Vorarlberg, je eine in den USA, Brasilien und Polen

heftig beklatscht. Im Interview mit ZiB-Moderatorin Nadja Bernhard erzählten die Industriellen über seine Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente im Berufsleben sowie schwierige Situationen und weitreichende Entscheidungen, die nicht immer wirklich einfach waren, aber die Firma Blum zu dem gemacht haben, was sie heute ist, Weltmarktführer und Arbeitgeber von 8500 Mitarbeitern weltweit, davon 6300 in Vorarlberg. Nur zu etwas wollte Gerhard Blum nichts

Größter Lehrlingsausbilder Die Erfolgsfaktoren, die schon den Gründer Julius Blum angetrieben haben und seine Söhne konsequent weiterverfolgt haben, sind zuerst die Mitarbeiter. Das Unternehmen ist nicht nur der größte Arbeitgeber im Land, sondern zählt seit Jahren auch zu den beliebtesten, was sich auch in Zeiten des Mitarbeitermangels auszahlt. Die Sozialleistungen und das Betriebsklima machen neben der guten Bezahlung die Attraktivität des Unternehmens aus. Nicht zu vergessen: Blum ist „der“ Ausbildungsbetrieb nicht nur im Land, sondern österreichweit und international. Derzeit werden rund 370 Lehrlinge auf höchstem Niveau ausgebildet. „Schon unserem Vater war das größte Anliegen, vertrauensvolle und selbstständige Arbeitnehmer zu haben, daher legen wir auch viel Wert auf eine Topausbildung und Motivation unserer Mitarbeiter“, so Herbert Blum. Wie top die Ausbildung ist, belegen die zahlreichen Medaillen, die Blum-Mitarbeiter von Berufsolympiaden, World- und Euroskills nachhause gebracht haben und weiterhin bringen. Viele der ehemaligen Lehrlinge - rund 60 Prozent bleiben der Firma im weiteren Arbeitsleben treu - nehmen führende Positionen im Betrieb ein, der 28 Tochterunternehmen weltweit betreibt und in über 120 Ländern präsent ist. Diese Mitarbeiter sind es auch, die der Blum-Philosophie Leben einhauchen, dem globale Kunden-

nutzen. „Wir bedienen einerseits den Möbelhersteller, aber auch den Handel und die Endverbraucher, das heißt, dass wär mit neuen Ideen auch gleichzeitig die Umsetzung mitliefern, dem Hersteller und dem Handel fertige Lösungen bringen, dem Endverbraucher praktischen

„Wir sind stolz auf die Preisträger und das was sie für Land und Mitarbeiter getan haben.“ Eugen A. Russ Herausgeber Vorarlberger Nachrichten

Nutzen“, erklärt Gerhard Blum diese Handlungsanleitung. Wie ernst das genommen wird, zeigt sich in der Innovation, die zur Blum-DNA gehört. 2100 Patente hält das Unternehmen – viele Entwicklungen haben internationale Trends gesetzt und wurden auch – z. B. vom Europäischen Patentamt – auch mit Preisen ausgezeichnet. Die stänZU DEN PERSONEN HERBERT BLUM GEBOREN 6. 8. 1950 AUSBILDUNG Volksschule Höchst, Hauptschule Lustenau, HTL Bregenz, Studium Wirschaftsingenieur Maschinenbau TU Graz LAUFBAHN Start bei Hilti Schaan in verschiedenen Bereichen, ab 1979 Assistent der Geschäftsleitung bei Fa Blum, 1983 Bereichsleiter Produktion und Geschäftsführung zusammen mit Gerhard Blum und Bertl Widmer, 2014 Pensionierung und Wechsel in die Blum Group Holding, derzeit Vorsitzender des Aufsichtsrates der Julius Blum GmbH HOBBYS Segeln, Skifahren, Bergwandern, Enkel GERHARD E. BLUM GEBOREN 14.9.1954 AUSBILDUNG Volksschule Höchst Gymnasium Feldkirch, HAK Bregenz, Betriebswirtschaftsstudium Innsbruck LAUFBAHN 1979 Ausbildung bei Fa. Blum, 1981-1988 Geschäftsführer Blum USA, 1983-2019 Geschäftsführer Blum-Gruppe HOBBYS Familie, See und Skifahren


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BISHERIGE LEBENSWERK-PREISTRÄGER

Luis Drexel, einer der Gründer von Spar Vorarlberg und Spar Österreich, war der erste Unternehmer, dem der Preis für sein unternehmerisches Lebenswerk verliehen wurde. Der Dornbirner Kaufmann hat eines der größten österreichischen Unternehmen in privater Hand geschaffen.

Alwin Lehner hat in den 50er-Jahren das Verpackungsunternehmen Alpla gegründet, das heute das größte Unternehmen mit Sitz in Vorarlberg ist. Lehner hat als Pionier buchstäblich aus dem Nichts Alpla zu einem der wichtigsten Player in der Branche gemacht, der weltweit tätig ist.

dige Entwicklung von Neuprodukten sichert die Marktposition des Höchster Unternehmens.

„Globaler Kundennutzen“ Die Blum-Produkte sind seit vielen Jahren „Trendsetter“ auf den Gebieten der Innovation, Funktion, Ergonomie sowie Design und Emotionen. Es sind Beschlägesysteme, die dem Möbelhersteller, dem Möbelhandel, dem Möbelmonteur sowie dem Küchennutzer gleichermaßen Nutzenvorteile, den bei Blum so genannten „Globalen Kundennutzen“, bringen. Schwerpunktbereiche sind Klappensysteme, Möbelscharniersysteme, Schubkasten- und Auszugssysteme. Die weltweite Präsenz sorgt auch grundsätzlich für Stabilität, die – außer im vergangenen Coronajahr – auch eine Risikostreuung ermöglicht. Als Familienunternehmen haben die mit dem Lebenswerkpreis geehrten Brüder Gerhard und Herbert auch in den fast 30 Jahren, die sie das Unternehmen führten,

eine konservative und damit vorsichtige Finanzpolitik bei Blum etabliert. „Der Großteil der Gewinne verbleibt im Unternehmen und wird reinvestiert. Heuer sind das 259 Millionen Euro Das kommt vor allem dem Standort Vorarlberg zugute. Inzwischen betreibt Blum acht Werke in Vorarlberg, drei weitere Produktionsstandorte gibt es in den USA, Brasilien und Polen. In China ist eine lokale Montage und ein automatisches Hochregallager in Umsetzung. Der Beschlägehersteller ist stabil aufgestellt und das seit der Gründung. Auch in schwierigen Zeiten und in Krisen ist das Unternehmen gewachsen – auch deshalb, weil man sich auf die Kernprodukte und damit auf wenige Geschäftsfelder und Branchen, nämlich die Möbelindustrie und das Tischlerhandwerk konzentriert. In den verschiedenen Krisen der letzten Jahre haben sich die von Herbert und Gerhard Blum verfolgten Ziele bewährt. Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen.

Heidi und Paul Senger-Weiß, die dritten Träger des Preises für das unternehmerische Lebenswerk, haben Gebrüder Weiss nicht nur in für die Branche schwierigen Zeiten souverän geführt, es ist ihnen auch gelungen, das Jahrhunderte alte Unternehmen weltweit auszubauen.

Erfolgsstationen (im Uhrzeigersinn): Herbert Blum in der Produktion, Gerhard Blum auf der Branchenmesse Interzum, Ausbildung wird großgeschrieb en - Lehrlinge, die heuer eingetreten sind. Acht Werke gibt es in Vorarlberg (Bild: Gerhard Blum und Bertl Widmer mit den Bregenzer Poltikern Sigi Gasser und Markus Linhart auf der Baustelle. Gerhard und Herbert Blum mit Vater und Firmengründer Julius Blum.

Von der Jury wurde auch ein Thema angesprochen, das die Brüder Blum nicht an die große Glocke hängen – das soziale und gesellschaftliche Engagement. Bereit seit Jahrzehnten gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen wie der Kaplan Bonetti-Stiftung, in Höchst hat das Unternehmen mit dem Kindercampus ein Projekt gestartet, das sich an alle Familien richtet, So-

zialorganisationen und -aktionen, darunter auch „Ma hilft“ werden regelmäßig seit vielen Jahren mit hohen Beträgen unterstützt.

Gesellschaftliche Notwendigkeit Wie hoch diese Beträge sind, bleibt in der Familie, das Engagement ist für die Brüder eine „gesellschaftliche Notwendigkeit“. Der Dank der Empfänger ist ihnen gewiss.

Jürg Zumtobel führte das von seinem Vater Walter gegründete Unternehmen Zumtobel Licht an die Spitze der Branche. Die inzwischen zur Zumtobel Group gewachsene Firma entwickelte sich sowohl, was Innovation betrifft, als auch im Bereich Design zum Branchenprimus.

Georg Meusburger gründete sein Unternehmen im Jahr 1964. Die Firma stellt Normalien her. Die Spezialisierung und unbedingter Qualitätsanspruch sind die Treiber des Wachstums. Über 1700 Mitarbeiter zählt das Unternehmen Meusburger heute.

Teamwork wird bei Blum seit jeher großgeschrieben: Die Geschäftsleitung des Unternehmens im Jahr 1990 bei der Strategie- und Detailplanung.

Fridolin Lucian ist ein Pionier des Tourismus am Arlberg. Er hat mit einer Bar begonnen und seine Engagement als Hotelier kontinuierlich ausgebaut. Heute zählen seine Betriebe zu den Topbetrieben am Arlberg. Er war wesentlicher Treiber bei der Untertunnelung von Oberlech.


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Sabine Nigsch und Wilfried Amann (Hypobank). Messe-Geschäftsführerin Sabine TichyTreimel (l.) und Elke Böhler.

Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser und Eva Voit.

Volksbank-Vorstände Helmut Winkler (l.) sowie Gerhard Hamel und Gerard Hann (VN).

Festspielpräsident Hans Peter Metzler (l.) mit Jackson Tan aus Singapur und Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler.

Irmi-Marie Sachs-Ritter und Sieghard Köberle.

Hotelbetreiber Dieter Oberhöller und Sabine.

Im Gespräch: Romand Giesinger (l.) und Peter Marko.

Russmedia-Geschäftsführer Markus Raith (l.) und Georg Burtscher.

SPONSOREN

Markus Comploj (l.) und Landesrat Marco Tittler.

Volksbank Vorarlberg Prisma Unternehmensgruppe People’s Österreichische Post Donau Versicherung BMW Unterberger Dallmayr Mohrenbräu Vöslauer Spar - Weingut Schloss Fels Rauch Fruchtsäfte Bäckerei Mangold

AK-Präsident Hubert Hämmerle (l.), AK-Vorstand Cornelia Lang mit den AK-Vizepräsidenten Jessica Lutz und Bernhard Heinzle.

Patrick Fleisch (VN) sowie Jürgen Gmeiner (Donau Versicherung) und Thomas Schwendinger (v. l.).


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Vorarlbergs Wirtschaft im Fokus

Forum als Plattform. 500 Wirtschaftstreibende trafen sich im Festspielhaus am Bodensee. BREGENZ Referate von prominenten Speakern aus dem In- und Ausland und darüber hinaus Zeit zum Netzwerken und zum Erfahrungsaustausch zwischen Wirtschaftstreibenden: Auch die bereits 38. Auflage des Wirtschaftsforums der Vorarlberger Nachrichten, die unter Einhaltung strenger Coronamaßnahmen im Bregenzer Festspielhaus über die Bühne ging, hatte mehr als 500 Gäste an den Bodensee gelockt. Herausgeber Eugen A. Russ und Irene sowie VN-Chefredakteur und Moderator Gerold Riedmann und Hanna Reiner als stellvertretender VN-Chefredakteurin konnten zu der von Nadja Bernhard (ORF) moderierten Veranstaltung zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben willkommen heißen.

Bundeskanzler und Präsidenten Neben Bundeskanzler Alexander Schallenberg, Landeshauptmann Markus Wallner sowie Landesrat Marco Tittler hatten sich auch

Klubobleute wie Roland Frühstück und Christoph Thoma oder Sabine Scheffknecht sowie Geschäftsführer und Direktoren wie Markus Raith und Georg Burtscher (Russmedia), Spitalsdirektor Gerald Fleisch sowie Präsident Martin Ohneberg mit Geschäftsführer Christian Zoll von der Industriellenvereinigung nach Bregenz aufgemacht. Der Einladung zum Wirtschaftsforum, das im Vorjahr coronabedingt digital und ohne physische Anwesenheit des Publikums stattgefunden hatte, waren auch die Präsidenten Hans Peter Metzler (Wirtschaftskammer) und Hubert Hämmerle (Arbeiterkammer) sowie die AK-Vizepräsidenten Jessica Lutz und Bernhard Heinzle, AK-Vorstandsmitglied Cornelia Lang, WKV-Direktor Christoph Jenny, Expansionsleiter Wolfgang Kaufmann (Spar) und Bürgermeister wie Christian Natter (Wolfurt) gefolgt. Die Referate der Speaker hatten sich darüber hinaus auch Gäste und Partner des Forums wie

die Volksbank-Vorstandsmitglieder Gerhard Hamel und Helmut Winkler, Vorstand Bernhard Ölz (Prisma Unternehmensgruppe), Jürgen Gmeiner (Donau Versicherung), Thomas Krutzler (Peoples), Markus Spiegel (BMW Unterberger) sowie Monika und Egon Haag (Bäckerei Mangold) nicht entgehen lassen.

Direktoren und Hoteliers Ebenso unter den Zuhörern im Festspielhaus, welche die Paradeunternehmer Gerhard E. und Herbert Blum als Träger des Lebenswerkpreises hoch leben ließen: Brigitte und Hadwig Blum, Carina Pollhammer (Spar), Vorstand Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch), Käseproduzent Josef „Joe“ Rupp, Vorstand Helmut Mennel (illwerke vkw), Landesdirektor Klaus Himmelreich (VLV), Karikaturist Silvio Raos mit Sohn Marcus, Hubert Marte und Stephan Kaar (Rondo), Alexander Frischmann und Melanie Fleisch (Prisma), Vorstand Wilfried Hopfner (Raiffeisen Landesbank),

Moderatorenteam VN-Chefredakteur Gerold Riedmann (l.) und Nadja Bernhard (ORF) sowie Verleger Eugen A. Russ mit Irene.

Wirtschaftsbunddirektor Jürgen Kessler, Jimmy Heinzl (Wisto), Banker Günther Rupp (Unicredit Bank Austria), Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser (viw vkw), Geschäftsführer Günther Kreuzhuber und Karl Pucher (Metro), Roman Giesinger (Meusburger), Werber und Marketingexperten wie Lukas Konzett, Nicole Schedler, Claudia Boss oder Martin Dechant (ikp), Dieter Oberhöller mit Sabine (Hotel Montfort), Projektentwickler Egon Hajek, Direktorin Brigitte EgglerBargehr (Landesrechnungshof ), Geschäftsführer Gerhard Stübe (Kongresskultur), Festspielintendantin Elisabeth Sobotka, Egon Blum, Sabine Tichy-Treimel (Messe Dornbirn), Gerd Loacker (Dorf Installateur), Alexander Klimmer (Doppelmayr), Christoph und Maria Nussbaumer, Andrea Längle (Frau in der Wirtschaft), Christoph Geringer (Immoteam 7), Peter Schmid (Inatura), Trockenbauprofi Sandro Preite, Marketingmann und Autor Wolfgang Frick, Geschäftsführer Berthold Bischof (Rueff Textil), Peter Marko (Silvretta Montafon), CEO Markus Comploj (Getzner Holding), Tourismusdirektor Hermann Fercher sowie Komm.-Rat Walter Eberle und Thomas Wachter (Wifi Dornbirn).

IV-Geschäftsführer Christian Zoll (l.) und WKV-Direktor Christoph Jenny.

Gerhard Stübe (l.) und Wirtschaftsbund­ direktor Jürgen Kessler.

Festspielintendantin Elisabeth Sobotka und Raimund Steiner (Egon Zehnder).

Landeshauptmann Markus Wallner (r.) empfing Bundeskanzler Alexander Schallenberg in Bregenz.


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Markus Kirschner (l.) und Chefredakteur Mario Oberhauser (Wann & Wo).

Patricia Erhart (l.) sowie Moses Miemelauer und Christine Marte von der BTV.

Topgelaunt: Mathias Boenke (l.) sowie Expansionsleiter Wolfgang Kaufmann (Spar) und Hermann Metzler (ZM3).

Gerd Loacker (l.) und Günther Rupp (Unicredit) sowie Andreas Neuhauser (viw vkw).

Prisma-Vorstand Bernhart Ölz (l.) und Alexandro Rupp.

Klubobfrau Sabine Scheffknecht und Michael Sagmeister.

Monika und Egon Haag sowie Tochter Andrea (Bäckerei Mangold).

Beschlägeexperte Martin Blum (l.) sowie IV-Präsident Martin Ohneberg und RaiffeisenVorstandschef Wilfried Hopfner.

Das Traditionelle Weißwurstessen war für viele Gäste des Wirtschaftsforums in Bregenz eine willkommene Stärkung.

Stephan Kaar (l.) und Hubert Marte (Rondo).

Walter Eberle (l.) und Bürgermeister Christian Natter.

VN-Karikaturist Silvio Raos (l.) mit Sohn Marcus und Klaus Thurnher.

Preisträger Herbert (l.) und Gerhard Blum mit der stellvertretenden VN-Chefredakteurin Hanna Reiner.

(v. l.) Alexander Frischmann und Melanie Fleisch (Prisma) sowie Wisto-Geschäftsführer Jimmy Heinzl.

Helena Hofer und Axel Wittig.

Leandros Tsohataridis (BMW Unterberger) und Jutta Rinderer (People‘s Holding).


10 38. Vorarlberger Wirtschaftsforum UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

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Singapur als ­Nabel der Welt

Unternehmensgruppe Mann+Hummel erzählt über den asiatischen Wachstumsmarkt.

„Der Vortrag war total interessant und hat mir sehr gut gefallen. Vor allem, weil man das Unternehmen bei uns gar nicht wirklich kennt. Den Schritt, in Singapur Fuß zu fassen, halte ich für sehr mutig und innovativ. Besonders für Vorarlberger Unternehmen, die selbst in Erwägung ziehen, diesen Schritt zu wagen, war es bestimmt sehr inspirierend und ermutigend.“ Karin Mäser, Vorarlberger Kinderdorf.

Fotos: Grabher Group GmbH | Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

„Ich habe den Auftritt schon auch etwas kritisch gesehen, da für mich immer noch das Vorarlberger Wirtschaftsforum stattfindet. Ich will vor allem Dinge aus der Vorarlberger Wirtschaft sehen und nicht über Arbeitsplätze in Singapur diskutieren. Trotzdem ist es ein innovativer Weg, den sie einschlagen, würde mich aber auch freuen, wenn die Innovationen auch hier im eigenen Land geschehen.“ Hubert Hämmerle, AK-Präsident.

BREGENZ 26 Filter pro Sekunde. In diesem Umfang wird von den Weltmarktführern im Bereich Filtration, der Unternehmensgruppe Mann+Hummel, produziert. Der Hauptsitz der Mann+Hummel Gruppe liegt im württembergischen Ludwigsburg, mit über 80 Standorten sind sie aber in rund 30 Ländern vertreten. Der erfolgversprechendste Standort ist laut Aufsichtsratsvorsitzendem Thomas Fischer Singapur. Dies hauptsächlich aufgrund der Geschwindigkeit, die in der asiatischen Metropole herrscht.

Unterschiede von Europa und Asien Auch CTO Charles Vaillant hält bezüglich den Unterschieden zwischen Europa und Singapur fest: „Es gibt kein Gut und kein Schlecht, das sind unterschiedliche Arbeitsweisen. Aber die grundsätzliche Geschwindigkeit ist in Asien viel höher. Die Rotationsgeschwindigkeit, vor allem in den technologischen Bereichen, ist ausgesprochen hoch. Ideal wäre die asiatische Geschwindigkeit und die deutsche Genauigkeit.“ Bislang hat sich die Unternehmensgruppe vor allem auf Luftfilter konzentriert und knapp 90 Prozent des Jahresumsatzes von rund vier Milliarden Euro entfallen auf die Tätigkeit als Autozulieferer. Die Transformation für die Zukunft soll sich

jedoch vom Automobilmarkt entfernen und mittels Digitalisierung nach vorne entwickeln. Fischer macht dabei den asiatischen und afrikanischen Markt als Wachstumsmöglichkeit schlechthin aus. In Europa und Amerika gut aufgestellt zu sein, sei genauso wichtig, das Wachstum ist dort jedoch überschaubar. „Seit rund 40 Jahren sind europäische Firmen in Singapur vor Ort, es war schon immer ein Zentrum der Weiterentwicklung. Nicht nur für die Europäer sondern auch für USAmerikaner und Australier. Viele Unternehmen haben lange Hongkong bevorzugt, aber mittlerweile kann es sich ein euroäpisches Unternehmen nicht mehr leisten, dort nicht stationiert zu sein“, erzählt Fischer. Im Oktober 2016 eröffnete die Mann + Hummel Gruppe ein Internet of Things Lab in Singapur. Das Ziel dieses Lab ist es, intelligente Technologien für den Markt zu entwickeln, die die derzeitigen Lösungen unterstützen und ergänzen.

Shared Services für die Zukunft Helena Hofers Hauptaugenmerk liegt auf der Prozessoptimierung: „Wir haben in den Verwaltungsbereichen Shared Services eingeführt, das ist mit Sicherheit unser größter Hebel, um die Qualität der Prozesse zu beschleunigen und zu verbessern.“ Shared Services sind

Helena Hofer, Thomas Fischer und Charles Vaillant erzählen über Singapur und warum es der einfachste Ort ist, um Geschäfte zu tätigen.

die Zentralisierung von Dienstleistungen. Einfacher erklärt: Dabei handelt es sich um eine Art internes Outsourcing. Das soll die Vorteile eines externen Dienstleisters und interner Mitarbeitender verbinden. Als Hotspot für Shared Services hat sich bereits Indien herauskristallisiert. Die UnterZUR PERSON THOMAS FISCHER Vorsitzender des Aufsichtsrats Mann+Hummel HELENA HOFER Vice President Integrated Business Services LAUFBAHN Fischer ist Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens Mann+Hummel, Enkel des Mitgründers Adolf Mann, Gesellschafterbevollmächtigter der Familie Mann und seit 2002 Vorsitzender im Aufsichtsrat.

nehmensgruppe Mann+Hummel betreibt mittlerweile schon drei Niederlassungen in diesem Bereich. Die Niederbayrerin ist seit März dieses Jahres Vice President Integrated Business Services und versucht, Budget einzusparen, das dafür an anderer Stelle wieder investiert werden kann.

Exportland Vorarlberg Am Ende lobt Fischer noch den Standort des Wirtschaftsforums und erklärt, weshalb sich das Trio so gerne hier aufhält: „Vorarlberg ist ein sehr internationales und exportorientiertes Bundesland, deswegen sprechen wir hier sehr gerne über die Zukunft.“ VIDEO Ausführliches Interview mit Mann + Hummel http://VN.AT/sul3i1

FÖRDERPROJEKT: GRABHER GROUP GMBH Das Land Vorarlberg unterstützt in der Förderperiode 2014 – 2020 gemeinsam mit der EU und dem Bund innovative Projekte von Unternehmen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Vorarlberg stärken. Gefördert werden Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen von Produktentwicklungen sowie zur Erhöhung der Fertigungskapazitäten, wie die Anschaffung einer Filter-Vliesanlage zur Herstellung von Schutzmasken bei der Firma Grabher Group GmbH in Lustenau. Informieren Sie sich auf unserer Homepage über Ihre Fördermöglichkeiten oder fordern Sie unsere kostenlose Broschüre an. T +43 5574 511 26105 | www.vorarlberg.at/wirtschaft-europa | www.efre.gv.at


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UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Ein Antrieb namens Leidenschaft Dagmar Wöhrl über ihr spannendes Engagement bei „Die Höhle der Löwen“.

„Den Vortrag von Dagmar Wöhrl fand ich sehr inspirierend. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie die Stär­ ken der Frauen in den Vordergrund gerückt hat. Das empfand ich als sehr motivierend. Ich denke, damit hat sie viele Frauen bestärkt und ermutigt. Denn Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Fleiß und Kontinuität auch erfolgreich werden kann.“ Katharina Gartmann, Wirtschafts­ kammer Vorarlberg

„Mir hat ihr Auftritt sehr gefallen, weil sie überraschend offen über alle ihre vielen Bereiche gesprochen hat. Sowohl über ihr unternehmerisches Leben wie auch über ihr politisches Engagement, was ich persönlich als sehr symphatisch empfunden habe. Vor allem ihr Aufruf, selber im politi­ schen Rahmen Initiative zu ergreifen um Veränderung herbeizuführen hat mich sehr gefreut.“ Marco Tittler, Landesrat

BREGENZ Ihr Leben war so nie geplant, wie es letztlich verlaufen ist, sagt Dagmar Wöhrl. „Das Einzige, das geplant war, war mein Jus-Studium. Aber hätte ich alles geplant, wäre ich nicht die Person, die nun hier auf der Bühne steht.“ Wöhrl ist Unternehmerin, ehemalige Politikerin und Investorin in der TVShow „Die Höhle der Löwen“. Ihr wichtigster Antrieb ist die Leidenschaft fürs Unternehmertum. „Wir sind ein typisches Familienunternehmen. Der Betrieb sitzt bei uns beim Frühstück, beim Mittag- und beim Abendessen mit am Tisch“, betont Wöhrl.

Auch nicht geplant Ihr neuestes Baby - die „Höhle der Löwen“ - war aber ebenfalls nicht Teil der Lebensplanung. „Ich wollte mich nach meiner politischen Tätigkeit eigentlich verstärkt meinem sozialen Engagement widmen. Aber dann kam die Anfrage und ich habe das in der Familie besprochen. Mein Mann wäre lieber in die TV-Show gegangen als ich. Aber es ist eine große Freude, nun Teil der Investoren zu sein. Man muss Herausforderungen annehmen. Dazu braucht man Gelassenheit und Hartnäckigkeit“, sagt sie über ihr TV-Engagement. Bei ihren Investments ist Wöhrl breit aufgestellt. Von der Softwarefirma bis zum Lebkuchen ist alles dabei. Die Herausforderung sei, dass man nicht viel Zeit habe, sich zu entscheiden, ob man in ein Start-up investieren möchte oder nicht. Dazu komme der Wettbewerb unter den anderen Löwen. „Das ist manchmal nicht einfach.“ Um Deal beneidet Ihr erfolgreichstes Engagement ist Waterdrop. Mit den Wasser-Brausetabletten wird ein Um-

Dagmar Wöhrl war viele Jahre lang ­Politikerin. Heute ist sie Unternehmerin.

satz von 85 Millionen Euro erwartet. Freude bereiten ihr aber auch andere Gründer. „Für das Investment in den Po-Duschen-Anbieter Happy Po wurde ich anfangs sehr belächelt. Aber ich habe ZUR PERSON DAGMAR WÖHRL Investorin, Unternehmerin, Rechtsanwältin, Politikerin GEBOREN 5. Mai 1954 AUSBILDUNG Abitur, Studium Rechtswissenschaft LAUFBAHN 2002-2005 wirtschaftspolitische Spreche­ rin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Investorin bei TV-Show „Die Höhle der Löwen“; breites ehrenamtli­ ches Engagement für Kinder und den Tierschutz

noch nie so viele E-Mails von dankbaren Kunden bekommen wie mit diesem Produkt. Damit haben wir einen völlig neuen Markt erschlossen“, erklärt die Unternehmerin. Und spätestens nach dem coronabedingten Hype um Toilettenpapier hätten sie viele um den Deal beneidet. Ihre Investorentätigkeit ist für die Nürnbergerin aber keine rein monetäre. Auch wenn teilweise hohe Summen investiert werden. „Jedes Start-up wird mit in die Familie aufgenommen. Viele Gründer schätzen ja unsere Erfahrung und unser Netzwerk.“ Aber es gebe genauso auch Gründer, die sich nichts sagen lassen. „Ja, manchmal schlägt man die Hände überm Kopf zusammen“, so die Investorin. Bevormunden wolle man aber letztlich niemanden. Spannend für Wöhrl ist auch, dass es immer mehr Gründerinnen gibt. Als sie 1994 in die Bundespolitik ging und in den Wirtschaftsausschuss wollte, sagte man ihr noch, sie solle sich doch lieber für die Themen Gesundheit oder Familie engagieren. Letztlich habe sie sich aber durchgesetzt.

Für gemischte Teams Gemischten Teams gehört die Zukunft, ist die Unternehmerin überzeugt. Denn Frauen würden wichtige Eigenschaften wie Empathie oder Schlichtungsvermögen mit einbringen. „Aber die Frauen müssen sich auch trauen. Sie stellen leider oft ihr Licht unter den Scheffel. Wichtig ist, dass sie stärker netzwerken“, sagt die Powerfrau, die bei sich selbst besonders auf eine Eigenschaft setzt: Authentizität. VIDEO Ausführliches Interview mit Dagmar Wöhrl http://VN.AT/sul3i2


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Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

„Bürger wollen Sacharbeit“

UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Kanzler Schallenbergs erster öffentlicher Auftritt in Vorarlberg beim Wirtschaftsforum.

„Grundsätzlich haben mich die Aussagen aus dem Gespräch nicht überrascht. Dagegen schätzte ich die guten und offen gestellten Fragen Gerold Riedmanns, welche unserem Bundeskanzler Alexander Schallenberg direkte Antworten abverlangten. Ferner war meiner Meinung nach auch die offene Kommunikation Schallenbergs erwähnens- und lobenswert.“ Georg Schaffgotsch, Zumtobel.

BREGENZ Bundeskanzler Alexander Schallenberg besuchte am Donnerstag erstmals in seiner Funktion als Regierungschef Vorarlberg. Er ließ es sich nicht nehmen, den ersten öffentlichen Auftritt im Bundesland beim Vorarlberger Wirtschaftsforum zu absolvieren. Natürlich nahm die aktuelle Coronasituation einen wichtigen Teil im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann ein. Der Bundeskanzler nahm aber auch ganz konkret Stellung zu den anderen politischen Themen Stellung.

Kanzler bis 2024 Zuvorderst natürlich über seine Rolle als Regierungschef und die Zusammenarbeit mit dem grünen

Regierungspartner. Er sei mit dem Vorsatz in das Amt gekommen, auch bis 2024 Kanzler zu bleiben. Die Partnerschaft mit den Grünen „geht immer besser“, sagt er vor den Teilnehmern des Wirtschaftsforums. Natürlich gebe es in dieser Kooperation nach den Turbulenzen um seinen Vorgänger wieder etwas zu kitten, aber es gelte für beide Koalitionspartner und darin sei man sich auch einig, dass für das Land und die Menschen Sacharbeit geleistet werde.

Projekt S 18 umsetzen Ganz konkret nahm Schallenberg auch zu Projekten stellen, etwa der Realisierung der S 18 in Vorarlberg. Er sehe nicht wirklich Handlungs-

bedarf und ist der Ansicht, dass „Projekte, die beschlossen sind, auch umgesetzt werden sollen“, stärkt er der Landesregierung im Konflikt mit Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler den Rücken.

und politische Planung“, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres 2014–2016, Sektionsleiter für Europa (Sektion III), Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres 2016–2018, Sektionsleiter für Koordination (Sektion IV), Bundeskanzleramt 2018–6/2019, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres 3. 6. 2019 – 7. 1. 2020, Bundesminister im Bundeskanzleramt 5. 6. 2019 – 7. 1. 2020, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres 7. 1. 2020 – 29. 1. 2020, Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten 29. 1. 2020 – 11. 10. 2021, Bundeskanzler seit 11. 10. 2021

Ökologie und Ökonomie Der Klimaschutz sei auch ihm ein Anliegen, sagt der Bundeskanzler, von Riedmann auf den angekündigten raschen Ausstieg aus der Verbrennermotorentechnologie angesprochen. Doch es brauche eine Partnerschaft von Ökologie und Ökonomie, um den Klimawandel erfolgreich zu stemmen, betont der Politiker, der seine Karriere als Diplomat begonnen hat. Ganz konkret erhielt er für seine Feststellung, „wir müssen dabei auch auf die Kraft des Wirtschaftssektors set-

ZUR PERSON ALEXANDER SCHALLENBERG Bundeskanzler

„Ich habe das Gespräch zwischen Gerold Riedmann und unserem Bundeskanzler sehr positiv aufgenommen. Das Interview wurde von Seiten Riedmanns in bewährter Manier geführt und Alexander Schallenberg hat für mich heute ganz klar Position bezogen. In dieser schwierigen Phase braucht es solche deutlichen Ansagen und hoffentlich daraus resultierende, konsequente Umsetzungen.“ Wilfried Hopfner, Raiffeisenbank Vorarlberg.

GEBOREN 20. Juni 1969, Bern (Schweiz) AUSBILDUNG Studium der Rechtswissenschaften, Universität Wien und Paris II Panthéon-Assas (Mag. iur.), Master of European Law, Collège d‘Europe Brügge (LL.M.) LAUFBAHN Leiter Rechtsabteilung, Ständige Vertretung Österreichs bei der EU 2000–2005, Pressesprecher, Kabinett Außenministerin Plassnik und Außenminister Spindelegger 2005–2013, Leiter Stabstelle „Koordination der außenpolitischen Informationstätigkeit“ 2009–2013, Leiter Stabstelle „Strategie

Bundeskanzler Alexander Schallenberg bekräftigte im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann seinen Anspruch, bis 2024 regieren zu wollen.

zen, entsprechenden Applaus vom Publikum im Festpiel- und Kongresshaus Bregenz. Der Kanzler nahm auch zu seinem Verhältnis mit dem Vorgänger als Regierungschef Sebastian Kurz klar Stellung auf die Frage von VN-Chefredakteur Riedmann. „Sebastian Kurz ist der Obmann der größten Partei in Österreich und Clubobmann der größten Fraktion im Nationalrat. Es ist ganz klar, dass ich mich mit ihm abstimme.“ Das habe er auch von Anfang an klargestellt. Die Bürger wollen, so der Kanzler, Sacharbeit und das wolle er auch liefern. „Wir haben eine Krise zu bewältigen und einen Aufschwung zu begleiten.“ VIDEO Ausführliches Interview mit Bundeskanzler Schallenberg http://VN.AT/sul3i7

Auszeichnung: Kongresskultur Bregenz weltweit unter Top drei Kongresskultur Bregenz wurde zum dritten Mal in Folge von Kunden unter die die Top drei Kongress- und Veranstaltungszentren der Welt gewählt. Kongresskultur hat sich zum Ziel gesetzt, ein guter Gastgeber zu sein. Dass dieses Engagement von den Kund(inn)en wahrgenommen und geschätzt wird, zeigt der kürzlich verliehene „AIPC Apex Award 2020“. Die Auszeichnung wird

Gerhard Stübe Kongresskultur-Direktor

Der Award hat für uns eine große Bedeutung, da er die hohe Zufriedenheit unserer Kunden ungefiltert widerspiegelt. Er ist eine Auszeichnung für die hohe Beratungskompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das spornt auch für die Zukunft an. vom Internationalen Verband der Kongresszentren (AIPC) alle zwei Jahre auf Grundlage umfassender Befragungen in verschiedenen Kategorien verliehen. Der Verband hat Kongresskultur Bregenz einmal

Kongresskultur Bregenz wurde bereits mehrfach als Dienstleister für Konzeption, Planung und Umsetzung von hochwertigen Events ausgezeichnet. mehr als eines der drei besten Kongresszentren der Welt ausgezeichnet. Nach 2004, 2010, 2016 und 2018 überzeugt das Veranstaltungshaus am Bodensee bereits zum fünften Mal durch hervorragende Kund(inn)enbewertungen. Hohe Kundenzufriedenheit Kriterien der Kund(inn)enbefragung sind die Veranstaltungsorganisation vom Erstkontakt bis zur Nachbearbeitung, technische Infrastruktur, Know-how und

Service. In diesen Bereichen erreicht Kongresskultur Bregenz Spitzenwerte und nimmt den Platz eines „TopPerformers“ ein. Positiv hervorgehoben wurde zudem die hohe Servicequalität sowie die professionell agierenden Mitarbeiter(innen), welche als aufmerksam, hilfsbereit, flexibel und lösungsorientiert klassifiziert wurden. Kongresskultur Bregenz bedankt sich bei allen Kund(inn)en und freut sich über die erhaltene Auszeichnung.

Fotos: Anja Koehler

Das Unternehmen hat sich international als attraktiver Gastgeber für Veranstaltungen etabliert.


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Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

„Ich werde Triathlon-Profi“

UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Andreas Niedrigs Lebensgeschichte führte ihn aus dem Drogensumpf zum Leistungssport.

„Sein Werdegang ist sehr beeindruckend. Ich bin selber einer, der nicht das klassische Programm durchgezogen hat, sondern auch ein Quereinsteiger ist. Ich teile die Meinung, dass man allein durch Willenskraft und Denkweise alles im Leben erreichen kann, was er als Referent genau auf den Punkt gebracht. Ob man heute drogenabhängig und morgen Unternehmer ist, alles ist möglich! Mathias Muther, Aerocompact.

„Am Vortrag des Willensschaffers hat mir speziell der Weg zum Ziel gefallen: Nicht die alleinige Transformation Andreas Niedrigs vom Drogenabhängigen zum Spitzentriathleten war das Spannende, sondern der lange und eindrückliche Weg, den er bis dahin zurückgelegt hat. Die Präsentation des Zeitabschnitts zwischen Tief- und Hochpunkt war somit spannend und inspirierend zugleich.“ Barbara Luger, Progress Vorarlberg.

BREGENZ

Andreas Niedrig hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Als Jugendlicher geriet er in die Drogenszene, konsumierte harte Drogen. Aber er schaffte den Ausstieg und wurde einer der besten Triathleten Deutschlands. Wie ihm das gelang? Durch enorme Willenskraft.

Ironman. Darin zählte er lange zu den besten Athleten Deutschlands. Heute ist er Unternehmer, Buchautor und Motivator. „Wenn man für eine Idee brennt, kann man auch andere begeistern“, ist Andreas Niedrig, dessen Lebensgeschichte auch verfilmt wurde, überzeugt.

Kein einfacher Weg „Die Vergangenheit ist Teil meines Lebens, aber sie ist Vergangenheit. Wichtig ist, an die Zukunft zu denken und das zu tun, was man kann. Auch wenn es bei mir kein einfacher Weg war“, sagt Niedrig. Sehr früh entdeckte er seine fatale „Liebe“ zum Thema Sucht und verlor das Ziel aus den Augen. „Mit 13 Jahren habe ich zum ersten Mal gekifft. Später kamen andere Drogen hinzu. Und schon damals habe ich eigentlich eine wichtige Eigenschaft besessen. Ich war einer der besten TopManager überhaupt. Denn als Heroinabhängiger war ich komplett fokussiert. Aufs Geld beschaffen, um die Sucht zu befriedigen. Ich brauchte schließlich 500 bis 800 D-Mark am Tag. So funktionieren erfolgreiche Menschen. Ich musste nur lernen, diese Eigenschaft umzuwandeln.“

2 Stunden 43 Minuten Angefangen hat seine sportliche Karriere im Training mit seinem Vater. „Ich habe uns ohne sein Wissen für einen Marathon angemeldet. Mein Vater dachte, ich bin größenwahnsinnig“, erinnert er sich zurück. Aber Niedrig beendete den Lauf mit einer Spitzenzeit von 2 Stunden 43 Minuten und erkannte so sein Talent für diese Sportart. So kam der Entschluss, TriathlonProfi zu werden. „Ich habe gespürt, das ist es. Aber als ich das ausgesprochen habe, hat anfangs keiner an mich geglaubt.“ Er bewies allen Zweiflern das Gegenteil und schaffte es in die Bestenliste deutscher Triathleten auf Ironman-Distanz. Und diese hat es in sich: So gilt es dabei, 3,862 Kilometer zu schwimmen, 180,246 km radzufahren und einen Marathonlauf über 42,195 km zu absolvieren.

Schlussstrich gezogen Niedrig ging 14 Monate lang in eine DrogenLangzeittherapie und bekam dort die Chance, sich zu hinterfragen und seine Persönlichkeit zu entwickeln. „Ich habe einen Schlussstrich gezogen, ging zurück zu meiner Familie und fing an, Bewerbungen zu schreiben.“ Aber die Jobsuche gestaltete sich schwieriger als gedacht. Schließlich klafften im Lebenslauf einige Lücken. Ein Unternehmen gab ihm dann die Chance. „Zum ersten Mal habe ich gespürt, dass das Einzige, was uns langfristig motiviert, das Selbstwertge-

Andreas Niedrig ist überzeugt: „Man kann fast alles schaffen, was man will.“

fühl ist. So hatte ich die Möglichkeit, mein Leben zu verändern.“ Kurzum: Er entschied sich für das Leben und sportlich für den Triathlon beziehungsweise für eine Steigerungsform - den ZUR PERSON ANDREAS NIEDRIG Autor, Motivationscoach GEBOREN 12. Oktober 1967 AUSBILDUNG Hauptschule; Ausbildung zum Orthopädiemechaniker LAUFBAHN Nach Drogen-Therapie Start der TriathlonKarriere; in der Bestenliste deutscher Triathleten auf Ironman-Distanz; sein Buch wurde auch verfilmt

Raus in die Natur Was ist sein Tipp für andere, um sich für sportliche Aktivitäten zu motivieren? Am Anfang nicht übertreiben, rät er. „24 Minuten am Tag raus zu gehen ist schon ein guter Anfang.“ Denn die physische und psychische Gesundheit sei die Grundlage für alles im Leben. VIDEO Ausführliches Interview mit Andreas Niedrig http://VN.AT/sul3i3

Millennium Park, Lustenau

VOR DEM RAUM KOMMT DAS LEBEN. #zukunftorten

Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt vielfältige Initiativen und liefert nachhaltige Impulse für Lebens-, Begegnungs- und Arbeitsräume der Zukunft. Die Einbeziehung sozialer Aspekte, die Integration kultureller und traditioneller Werte und die Erfahrungen aus dem Management von 41 Standorten mit über 88 Gebäuden in Österreich und Deutschland führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Der Millennium Park ist heute Standort für ca. 95 nationale und internationale Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit rund 900 Mitarbeiter_innen. Umfangreiche Netzwerk-, Service- und Infrastrukturangebote wie beispielsweise die KIMI Kinderbetreuung, Restaurants, Veranstaltungen oder das kürzlich eröffnete AMEDIA Hotel zeichnen den Standort aus. Intensive Kooperation, jeden Tag neu gelebt. www.prisma-zentrum.com/mp


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Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

Das Unmögliche möglich gemacht

UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Michael Böhler, General Manager bei Biontech, über den Erfolg des Unternehmens.

BREGENZ Als

„Ich glaube, dass man Regeln brechen muss und Erfahrungen nicht immer gelten. Denn Erfahrungen sind oft die größte Hemmschwelle der Innovation. Man kann viel schaffen, wenn man es auch will. Außerdem glaube ich, dass ein gewisser Druck oder eine gewisse Not Innovation und Produktivität vorantreibt, wenn auch nur für kurze Zeit. Dafür ist Biontech ein spektakuläres Beispiel“ Martin Dechant, ikp Vorarlberg.

„Grundsätzlich finde ich, dass der Vortrag von Böhler sehr beeindruckend war. Besonders gut gefallen hat mir, dass er den Menschen ein gewisses Vertrauen geschenkt hat, indem er ihnen genauere Einblicke gegeben hat. Außerdem hat er gezeigt, dass sehr vieles machbar beziehungsweise umsetzbar ist, wenn man auf etwas fokussiert ist und ein klares Ziel vor Augen hat.“ Julia Grahammer, WK Vorarlberg.

im Dezember 2020 die Unternehmen Biontech und Pfizer für ihren Impfstoff gegen Covid-19 die Notfallzulassung in den USA erhalten hatten, nahm die Erfolgsgeschichte des Mainzer Forschungsunternehmens so richtig Fahrt auf. Der mRNA-Impfstoff Comirnaty wurde im Rahmen des Projekts „Lichtgeschwindigkeit“ unter der Leitung des Gründerpaars Özlem Türeci und Uğur Şahin in Rekordzeit entwickelt. Nebst der eigentlichen Entwicklung spielte auch die Umsetzung der globalen Markteinführung des Impfstoffs eine entscheidende Rolle beim Durchbruch. Die Realisation des Mammutprojekts erfolgte unter der Leitung des gebürtigen Bregenzers Michael Böhler, Vizepräsident und General Manager des Pharmaunternehmens. Bevor er 2019 zu Biontech wechselte, arbeitete Böhler 13 Jahre lang bei anderen branchenführenden Unternehmen wie Novartis, Amgen und Takeda Pharmaceuticals.

Projekt Lichtgeschwindigkeit Dass der Impfstoff von Biontech innerhalb von nur zehn Monaten zugelassen werden konnte, führt Böhler auf folgende Aspekte zurück: Einerseits forscht das Unternehmen seit der Gründung 2008 an der mRNA-Technologie, die bei

der individualisierten Krebstherapie zum Einsatz kommen soll. „Als dann vergangenes Jahr die genetische Sequenz von SARS-CoV-2 veröffentlicht wurde, war das der Startschuss für uns, den Impfstoff zu entwickeln. Uğur kam damals aus den Weihnachtstagen zurück und stellte ganz schnell das Projektteam zusammen“, erklärt Böhler. In weiterer Folge konnte gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Pfizer die Produktionsleistung erhöht und große Studien durchgeführt werden. „Das gemeinsame Arbeiten mit Regierungen und Behörden war dann ein weiterer großer Treiber.“ Biontech gelang es, den Prozess vom Labor bis zur globalen Verbreitung zu verkürzen, indem die bis zur Zulassung nötigen Schritte nicht nacheinander, sondern soweit wie möglich parallel angegangen wurden. „Wir konnten so das Unmögliche möglich machen.“

Datenbasiert Wie lange uns die CoronavirusImpfung noch begleiten wird, sei derzeit noch nicht absehbar: „Das werden die Daten zeigen, die wir weiterhin generieren. Es ist aus Sicherheits- und Qualitätsgründen wichtig, dass Follow-ups gemacht und weitere Studien durchgeführt werden.“ In Zukunft soll das Augenmerk allerdings auf der Krebs-

Der gebürtige Vorarlberger Michael Böhler ist seit 2020 bei Biontech für die weltweite Kommerzialisierung sämtlicher Produkte zuständig. VN/STEURER

forschung liegen. Seit 30 Jahren wird in dem Bereich an der mRNATechnologie geforscht. Die Technik soll helfen, bösartige Zellen zu erkennen und zu zerstören. InKampf gegen Krebs ist die Herausforderung aber wesentlich größer als bei der Impfung gegen ein ViZUR PERSON MICHAEL BÖHLER ist General Manager beim Pharmaunternehmen Biontech, das den CoronaImpfstoff Comirnaty entwickelte. GEBURTSORT Bregenz WOHNORT Berlin LAUFBAHN Promotion an der Universität Innsbruck als Humanmediziner, langjährige Erfahrung bei branchenführenden Unternehmen wie Novartis, Amgen und Takeda Pharmaceuticals. Seit 2019 ist Böhler bei Biontech tätig. ALTER 51

rus. „Wir kommen aus dem Bereich der Onkologie, damit hat eigentlich alles begonnen. Die Onkologie mit Fokus auf der Immuntherapie ist unser Steckenpferd“, erklärt Böhler. Die Entwicklung des CoronaImpfstoffs hat Biontech zu einem der wertvollsten Unternehmen in der Branche gemacht. Für 2021 werden Verkaufserlöse mit dem Vakzin von rund 16 bis 17 Milliarden erwartet. Die Prognose basiert auf unterzeichneten Lieferverträgen über bis zu 2,5 Milliarden Impfdosen in diesem Jahr. Für das kommende Jahr wird eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Dosen angestrebt. VIDEO Ausführliches Interview mit Michael Böhler http://VN.AT/sul3i4

Digitaler Wandel als Jobmotor Die Fachhochschule Vorarlberg (FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences) bietet ab Herbst 2022 den Studiengang Wirtschaftsinformatik – Digital Transformation* an. Ein Interview mit der Studiengangsleiterin Dr. Irene HäntschelErhart über das neue Masterstudium. Frau Dr. Häntschel-Erhart, alle reden davon, wie umfassend sich die Digitalisierung auswirkt. Wie sieht es in den Unternehmen der Region aus, sind sie für diesen Wandel gut gerüstet? Die fortschreitende Digitalisierung stellt Unternehmen in allen Branchen und öffentliche Einrichtungen vor hohe Anforderungen. Mittlerweile setzt sich in der Wirtschaft mehr und mehr die Überzeugung durch, dass eine Digitalisierung, die rein den Einsatz neuer Technologien forciert, zu kurz greift. Um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bzw. Regionen nachhaltig zu sichern, ist vielmehr ein gesamthaftes Neudenken von Strategien, Geschäfts- und Führungsmodellen sowie von Zusammenarbeit erforderlich. Dafür braucht es dringend die richtigen Expert(inn)en, da

gibt es nicht nur in der Region einen Mangel. Deshalb haben Sie dieses neue Masterstudium konzipiert, wie sind Sie dabei vorgegangen? Die FHV hat den neuen Studiengang gemeinsam mit namhaften Professor(innen) anderer Universitäten und Hochschulen sowie international tätigen Unternehmen aus der Bodenseeregion konzipiert. Damit stellen wir sicher, dass unser Angebot den Anforderungen der Wirtschaft entspricht und Absolvent(innen) in der Region und auf internationaler Ebene gute Karrierechancen haben. Welche Kompetenzen vermitteln Sie Ihren Studierenden? Absolvent(innen) werden Unternehmen in die digitale Zukunft begleiten. Wir verfolgen daher einen integrativen und interdisziplinären Ansatz. Studierende entwickeln die nötigen Kompetenzen, um digitale Transformationsprozesse ganzheitlich und strategisch zu planen, zu steuern und zu überwachen sowie umzusetzen. Insbesondere die digitale Transformation des B2B-Bereiches bietet in Europa Herausforderungen und Chancen

Digitalisierung vs. Digitale Transformation: Wenn ein Automobilhersteller durch den Einsatz von digitalen Technologien lediglich seine Logistikkette digital abbildet, ist das Digitalisierung. Setzt sich ein Automobilhersteller das Ziel, sich mithilfe von digitalen Technologien zu einem Mobilitätsdienstleister zu entwickeln, d. h. seinen Kunden in Zukunft völlig neue Leistungen anzubieten, ist das Digitale Transformation.

Dr. Irene Häntschel-Erhart spricht im Interview über Herausforderungen des digitalen Wandels und Chancen in diesem Bereich. gleichermaßen – das gilt auch für Vorarlberg und die gesamte Region mit ihrer starken Industrie. Können Sie zwei Besonderheiten des Studiengangs nennen? Erstens, der hohe Praxisbezug über die gesamten vier Semester: Von Anfang an bringen wir Forschung und Praxis in Projekten zusammen. Die Studierenden können so wertvolle Netzwerke zu Unternehmen knüpfen. Zweitens, wir ermöglichen einen breiten Zugang – von der Informatik über die Betriebswirtschaft bis hin zum

Wirtschaftsingenieurwesen. Das wird sicher eine Herausforderung, bietet aber gleichzeitig für die Studierenden die Chance, unglaublich viel voneinander zu lernen. Wie sieht es mit den Zukunftsperspektiven in diesem Bereich aus? Expert(inn)en, die den digitalen Wandel strategisch gestalten und partizipativ implementieren, sind sehr gefragt. Es ist zudem ein Berufsfeld, das sich dynamisch entwickeln wird und vielfältige Perspektiven und gute Aufstiegschancen bietet. ANZEIGE

Foto: FHV

Information Wirtschaftsinformatik – Digital Transformation* – Abschluss Master of Science in Engineering (MSc) – Berufsbegleitendes Studium, 4 Semester (120 ECTS) – Optional: Auslandssemester im 4. Semester – Anzahl Studienplätze: 20 – Keine Studiengebühren – Bewerbung: 15. November 2021 bis 15. Mai 2022 Jetzt informieren: https://www.fhv.at/studium/technik/winf/

*vorbehaltlich der Akkreditierung durch die AQ Austria


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Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

„Stark in die Zukunft gehen“

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

Trendforscher und Philosoph David Bosshart versucht, die Welt besser zu verstehen. BREGENZ „Wenn

„Er hat die Welt der Digitalisierung, der Geschwindigkeit, sehr gut aufgezeigt und über den Wert von einzelnen Momenten gesprochen, den man heute häufig vergisst. Im sehr intensiven Referat wurden unter anderem interessante Wege aufgezeigt, wie man in diesen schnellen Zeiten Haltung zeigen kann. Ich stimme ihm ferner zu, dass die Menschen nicht mehr Infos, sondern Vertrauen nötig haben. Bernhard Ölz, Prisma Holding.

„Ich finde die Zukunftsforschung aus der Wissenschaft im Allgemeinen ganz spannend, weil einem klar wird, dass die Zukunftsaussichten wissenschaftlich basiert und keine Zauberei sind. Viele Sachverhalte, die man auf diesem Forschungsgebiet vorausgesagt hat, sind tatsächlich eingetreten. David Bosshart hat seinen Vortrag als Referent des Weiteren verständlich und spannend gehalten. Sabine TichyTreimel, Messe Dornbirn.

wir stark in die Zukunft gehen wollen, müssen wir bereit sein den Wandel zuzulassen, denn der Wandel beginnt im Kopf.“ David Bosshart ist Trendforscher, seine Arbeitsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich der Zukunft des Konsums und gesellschaftlichem Wandel sowie der Globalisierung und der politischen Philosophie. Deshalb ist es kein Wunder, dass Bosshart große Fragen aufwirft: Was ist das menschliche Maß? Wollen wir uns am faszinierenden Unmöglichen orientieren, wie zum Beispiel Elon Musk, oder eher am besorgniserregenden Möglichen? David Bosshart gibt auf dem Wirtschaftsforum einen Einblick, wie dringend wir Wachstum benötigen, jedoch trotzdem sinnvolles und nicht nur um des Wachstums willens. Bosshart ist gelernter Philosoph und sieht sich deshalb als jemand, der versucht, die Welt besser zu verstehen. Dabei möchte er jenseits von Optimismus und Pessimismus denken: „Menschen brauchen eine Vision für die Zukunft. Die Zukunft soll auch immer ein Möglichkeitsraum sein und Trendforscher versuchen, diese Möglichkeitsräume zu erforschen.“

Extreme Welt der Digitalisierung Laut Bosshart bewegen wir uns bei der Digitalisierung in einen Bereich der Extreme: Das Verrückte dabei sei, dass niemand sagen könne, wohin die Reise gehe, denn der Horizont beträgt 360 Grad. Bosshart ist davon überzeugt, dass wir uns wieder ändern müssen, weil so wie es ist, könne es nicht weitergehen: beispielsweise mit den Klimazielen oder mit den Finanzmärkten. „Zukunft heißt ja immer auch, dass du an etwas glauben musst. Für junge Menschen ist das enorm wichtig, dass man glaubt, dass man etwas machen kann. Heute fehlt schon vielen

mehr zunehmen werden, auch Donald Trump habe seinen Teil dazu beigetragen. Denn der Unterschied zu dem Zustand vor ein paar Jahren sei, dass man damals hauptsächlich zentralisierte Medien hatte, mittlerweile wird - auch durch Social Media - alles dezentralisiert. Und in dem Moment, in dem die Gesellschaft nicht mehr die Hierarchie habe, treffen sich Menschen nur noch in Kleingruppen, die alle dieselbe Meinung haben. Durch die Digitalisierung ist es für Experten schwerer geworden, Faktoren für Wachstum zu identifizieren. Es gibt mittlerweile viel mehr Wachstumsnarrative wie beispielsweise den Tourismus oder Skills.

David Bosshart spricht über die neue Welt, in der ein Tweet Börsenkurse beeinflusst.

der starke Wille etwas auch durchzusetzen.“ Mit der Digitalisierung einher gehen auch die Verschwörungstheorien. Der Trendforscher ist davon überzeugt, dass diese in Zukunft noch viel ZUR PERSON DAVID BOSSHART Trendforscher WOHNORT Schweiz LAUFBAHN War von 1999 bis 2020 CEO des Gottlieb Duttweiler Institute for Economic and Social Studies. Heute ist er Präsident der Gottlieb & Adele Duttweiler Stiftung, Inhaber von Bosshart & Partners und im Beirat der SIGNA Retail.

Experimente mit Trump-Fans In der Vergangenheit gab es diverse Experimente, beispielsweise mit Trump-Anhängern, die vorwiegend Fox News konsumierten: Diese mussten eine Zeit lang die liberale Zeitung New York Times lesen, und dafür haben Leser der NYT sich die Fox News angesehen. Das überraschende Resultat: Es konnte zwar mehr Verständnis für die jeweils andere Seite aufgebracht werden, aber an der Haltung und der Ideologie hat sich nichts verändert. Bosshart erklärt dazu: „Wichtig ist, weiter kritisch zu hinterfragen. Diese Basics muss man weiter fördern: In Zukunft wird die Aus- und Weiterbildung noch viel wichtiger werden. Der Lehrerberuf ist wahrscheinlich der anspruchsvollste und wichtigste in unserer Gesellschaft.“ Eine Paradoxie sieht Bosshart trotzdem im „Mehr-Wissen“. Je mehr wir tun, desto mehr lernen wir, dass wir nicht genug tun. VIDEO Ausführliches Interview mit David Bosshart http://VN.AT/sul3i8

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16 38. Vorarlberger Wirtschaftsforum UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Freitag, 12. November 2021 Vorarlberger Nachrichten

Erfahrungen für Zukunft nutzen

Ernst Fehr erklärt, wie man mit Verhaltensökonomie die Pandemie bekämpfen kann.

„Mich hat vor allem die Klarheit fasziniert, wie Ernst Fehr sein Referat auf den Punkt gebracht hat. Überrascht hat mich seine Darstellung der Zahlen, die mir klargemacht haben, dass wir als Spezies heute besser dastehen als je zuvor. Beispielsweise meinte Fehr, dass heute viel weniger Leute in absoluter Armut leben und unsere Lebenserwartung stark angestiegen ist.“ Christian Zoll, Industriellenvereinigung Vorarlberg.

BREGENZ Der aus Hörbranz stammende Ernst Fehr ist einer der führenden internationalen Vertreter der Verhaltensökonomie, Mitbegründer der Neuroökonomie und einer der meist zitierten Ökonomen der Welt. Der gebürtige Vorarlberger wurde deshalb in Folge sechsmal zum wichtigsten Ökonomen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet, er wird auch immer wieder als potenzieller Kandidat für den Wirtschaftsnobelpreis genannt. Er ist Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich und Verwaltungsrat von FehrAdvice & Partners. Fehr erklärte im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Ried-

mann welche Rolle die Eigenverantwortung der Menschen spielt, und zwar im gesellschaftlichen Umfeld. „Es gibt Leute, die handeln eigenverantwortlich, wenn sie glauben, dass auch die anderen eigenveranwortlich sind.“ Viele Leute seien dazu bereit, wenn sie wissen, dass auch andere diese Regeln einhalten. Das sei auch in der Bekämfpung der Pandemie ein wesentlicher Punkt, so der Universitätsprofessor.

Eigenverantwortung durch Regeln Er bringt ein aktuelles Beispiel, wie das funktioniert hat. In Dänemark erhielten die Bürger eine Einladung zum Impfen mit allen notwendigen

ZUR PERSON

„Es war wirklich spannend. Ernst Fehr war sozusagen das Kontrastprogramm zu Bosshart, der zuvor auf der Bühne stand. Inhaltlich sehe ich den Vortrag aber teilweise kritisch, da sein Fortschrittsglaube sich nicht unbedingt mit dem deckt, was ich denke. Dennoch war es ein spezieller Ansatz und man muss sagen, dass er diesen gut rübergebracht hat.“ Martina Pointner, TriaLog Kommunikation GmbH

ERNST FEHR Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung GEBOREN 21. Juni 1956 in Hard AUSBILDUNGStudium der Volkswirtschaftlehre an der Universität Wien 1975 bis 1980 Forschungsassistent am Lehrstuhl von Alexander Van der Bellen 1980 und 1982 tätig; Assistenzprofessur an der Technischen Universität Wien (Lehrstuhl von Helmut Frisch) an, die er bis 1991 innehatte. Zwischen 1988 und 1989 bekleidete Fehr zudem eine Forschungsstelle an der London School of Economics. LAUFBAHN Assistenzprofessur an der Technischen Universität Wien, Forschungsstelle an der London School

of Economics, Direktor des Ludwig Boltzmann Institute for Research in Economic Growth, seit 1994 ordentlicher Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich, 2011 bis 2015 Direktor des Instituts für Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich, Gründer und Verwaltungsrat Mitglied des Verwaltungsrats von FehrAdvice & Partners, Initiator und Präsident des Stiftungsrats der Excellence Foundation Zurich for Economic and Social Research Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. seit Jahren als wichtigster Ökonom im deutschsprachigen Raum, Ehrenmitglied der American Economic Association

das neue „kontur“-magazin ist ab sofort am kiosk sowie im gut sortierten fachhandel erhältlich Winter 2021 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Ernst Fehr im Gespräch mit Gerold Riedmann: „Wettbewerbsvorteil haben jene, die die pandemie hinter sich lassen, deshalb braucht es eine Herdenimmunität.“

Daten. Sie waren automatisch angemeldet. Nur wer sich nicht impfen lassen wollte, musste aktiv werden, sich abmelden. Die Impfrate war, wie man weiß, deutlich höher, als im deutschsprachigen Raum. Dieses Verhalten hätte man nutzen können, um mehr Menschen vom Impfen zu überzeugen.

Nichtpolitische Organisation Fehr sieht aber auch einen Trumpf darin, dass anerkannte, nichtpolitische Organisationen oder Menschen die Impfkampagne führen. Ein Beispiel dafür sei Portugal, wo ein Armeegeneral für die Kampagne verantwortlich zeichnete. „Das Militär hat dort ein sehr hohes Ansehen, weil es dem Land die Demokratie gebracht hat“. Er rät dazu, die

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Von der Passion für gutes Licht Foto: Mathias Rhomberg/Faruk Pinjo

Erfahrungen aus der Pandemie für die Zukunft zu nutzen und entsprechende Strukturen zu schaffen.´Die Bekämpfung der Pandemie ist, so Fehr, der erste wichtige „Erfolgsfaktor für Wachstum und Innovation in einer postpandemischen Zeit“, wie das Thema seines ersten Auftritts beim Vorarlberger Wirtschaftsforums lautete. Die Verhaltensökonomie als Wissenschaft, Ende der 80er Jahre noch ein Thema der „jungen wilden Wissenschaftler“, sei heute Mainstream und erlaube bessere Lösungen für die Menschen. Allerdings, so der Hörbranzer Wissenschaftler, gebe es in der Gesellschaft und in der Wirtschaft noch deutlich Luft nach oben, was die Anwendung der Erkenntnisse betreffe.

Foto: TUI BLUE

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