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Vorarlberg ist weiblich

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Samstag, 16. April 2022 | Ausgabe 02

Sonderpublikation der Vorarlberger Nachrichten


3.727 MITARBEITERINNEN Die Landeskrankenhäuser sind weiblich Ob in der Medizin, in der Pflege, im Medizinisch-Technischen Dienst, in der IT, der Technik oder Administration etc. – die Vorarlberger Landeskrankenhäuser bieten engagierten Persönlichkeiten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und spannende Karrierechancen. Immer mehr Frauen erkennen und nutzen dieses Potenzial: 70 Prozent unserer 5.100 Mitarbeitenden sind weiblich! Gemeinsam entwickeln wir die Gesundheitsversorgung im Land weiter. Gemeinsam stellen wir uns den Herausforderungen der Zukunft. Gestalten Sie mit – wir freuen uns auf Sie!

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VORARLBERG IST WEIBLICH | ANZEIGE


Liebe Leserinnen, liebe Leser, Die Reaktionen auf die erste Ausgabe von „Vorarlberg ist weiblich“ waren überwältigend und für uns Ansporn, auch in dieser Edition wieder ganz besondere Frauen vor den Vorhang zu holen, um ihre Geschichten zu erzählen. Starke Frauen, die jeden Tag Großartiges leisten: Sie führen ihr eigenes erfolgreiches Unternehmen, managen ihre Familie, leiten eine Schule oder ein Netzwerk der Solidarität für die nachfolgenden Generationen – Super-Heldinnen-Power in unterschiedlichsten Lebenslagen und eine Inspiration für alle weiblichen Geschöpfe im Land. Auch der Blick in die Vergangenheit zeigt: wir können stolz sein auf unzählige Powerfrauen, die es wagten, zu träumen und mit viel Leidenschaft und Charme für ihre Sache eintraten. Herausforderungen oder Hürden gehören zum Leben. Wichtig ist nicht aufzugeben und mutig weiter voranzugehen. In diesem Sinne: Vorhang auf für unsere „Heldinnen des Alltags“, die uns mit ihrem Engagement und ihrer Passion begeistern!

Ihr Redaktionsteam

IMPRESSUM | Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, Gutenbergstraße 1, A-6858 Schwarzach Redaktion: Christiane Schöhl von Norman, Sabine Carotta, Yvonne Tscherner, Johanna Walser Layout/Umsetzung: Bernadette Prassl | Titelbilder: Handout Kunden und wie im Innenteil ­angeschrieben Fotos: Handout Kunden und wie angeschrieben | Anzeigenberatung: Ramona Lo Russo, Nadja Mauser | Erscheinungstag: 16. April 2022

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Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist planbar.

Für dich ist es Familienglück, für uns Mutterschutz, Wochengeld, Papamonat, Karenz, Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe, Kinderbetreuung, Wiedereinstieg und vieles mehr. Wir machen Beruf und Familie vereinbar. Für alle Mamas und Papas in Vorarlberg. Gefördert vom Land Vorarlberg. Vereinbare jetzt deine kostenlose Beratung auf ak-vorarlberg.at!

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Starke Frauen. Starke Geschichten. Ob in Kunst und Kultur, in der Politik oder in Medizin und Pädagogik – die vier Frauen auf diesen Seiten hinterlie­ ßen im vergangenen Jahr­ hundert durch ihr Engage­ ment große Spuren. Und sie erlebten mit, wie einige wichtige Meilensteine auf dem Weg zu Gleichberech­ tigung von Frau und Mann ­gesetzt wurden. Gesell­ schaftlich wie politisch.

Grete Gulbransson (1882–1934)

1897

Dass Frauen in Österreich heute studieren können, was sie wollen, ist keine Selbstverständlichkeit. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde die Zulassung von Frauen zum Studium an Hochschulen genehmigt – ­zunächst schrittweise. So stand weiblichen Studierenden ab 1897 nur die philosophische Fakultät offen, 1900 folgte die Medizinische. Ab 1919 hatten Frauen schließlich auch Zutritt zur juridischen Fakultät, zur Tierärztlichen Hochschule und zur Technischen Hochschule, ab 1920/21 zur Akademie der bildenden Künste, ab 1922 zur evangelischtheologischen und ab 1945 zur katholisch-theologischen Fakultät.

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VORARLBERG IST WEIBLICH

1918

Seinen Ausgangspunkt hatte der Kampf um das Frauenwahlrecht im Revolutionsjahr 1848. Frauenbewegungen pochten auf mehr ­politische Rechte. Die Auflösung der Habsburgermonarchie und die Errichtung einer Republik nach dem Ersten Weltkrieg boten schließlich die Gelegenheit zur Einführung des Frauenstimmrechts. Am 12. November 1918 wurde das „allgemeine, gleiche, direkte und ­geheime Verhältniswahlrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechtes“ gesetzlich verankert. Bei den Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919 konnten Frauen erstmals kandidieren und wählen.

Fotos: Stadtarchiv Bludenz, Vorarlberger Landesbibliothek, Hans Zellhofer, Roland Paulitsch, shutterstock, Bernd Hofmeister

Als Margarethe Jehly wurde die Schriftstellerin im „Haus an der Halde“ in Bludenz geboren. Schon früh wandte sie sich der Dichtkunst zu. Nach dem Tod der Eltern zog sie mit 20 Jahren nach München, wo sie 1906 den Maler Olaf Gulbransson heiratete. Ihren größten Erfolg, den posthum erschienenen Roman „Geliebte Schatten“, erlebte Grete Gulbransson nicht mehr. Zu ihren Ehren erfolgte 1957 die Benennung des Grete-Gulbransson-Wegs unweit ihres Geburtshauses.


Elisabeth Neier (geb. 1953)

Elfriede Blaickner (1904–2001) Elfriede Blaickner (geb. Bitschnau) hat – gemeinsam mit Anna Mayr – Vorarlberger Geschichte geschrieben. Knapp 40 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts wurde sie 1959 als erste Frau in den Vorarlberger Landtag gewählt. Sie war Lehrerin und Kursleiterin für Hygiene, Kinder- und Krankenpflege. Politisch tätig war sie zunächst auf kommunaler ­Ebene in Feldkirch. Sie war ­Gemeindevertreterin und ­Mitglied der ÖVP-Stadtparteileitung, Landesleiterin der österreichischen Frauenbe­ wegung und Mitglied der ­Bundesleitung des Frauen­ referats des ÖAAB.

Maria Summer (1921–2007) Die große Pionierin der Sprachheiltherapie war davon überzeugt, dass Kinder Persön­ lichkeiten von absoluter Einmaligkeit sind. 1921 als fünftes von sechs Mädchen einer ­Bauernfamilie in Rankweil geboren, besuchte sie nach der Volksschule die Lehrerbildungs­ anstalt in Innsbruck und Feldkirch. Es folgten u. a. Tätigkeiten als Lehrerin, ein „Lernjahr“ bei Prof. Asperger an der Heilpädagogischen Abteilung der Universitätsklinik Wien sowie Sprachheilkurse in Vorarlberg. Im Jahr 1977 gründete sie die Sprachheilstätte Rankweil. Für ihr Lebenswerk wurde Maria Summer ­unter anderem mit dem Silbernen Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet.

Als Volksschullehrerin startete die gebürtige Dornbirnerin ihre erste berufliche Laufbahn. Doch schon bald wurden die Weichen ihres Lebens neu gestellt. Mit 22 Jahren begann Elisabeth Neier ein Medizinstudium und promovierte 1982 zum Dr. med. univ.. Eine tropenmedizinische Ausbildung festigte den Entschluss für einen Einsatz in der Dritten Welt. Der Weg führte sie mit „Ärzte ohne Grenzen“ nach Kamerun, wo sie seit mehr als 30 Jahren das Krankenhaus in Ngaoubela leitet. Für ihr Engagement erhielt Elisabeth Neier u. a. den höchsten Verdienstorden der Republik Kamerun sowie das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

1975

Ob eine Frau arbeiten darf, entschied in der Geschichte im Normalfall der Ehemann. Denn er galt laut Paragraph 91 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches aus dem Jahr 1811 als „Haupt der Familie“, dem es oblag, für den Unterhalt der Familie zu sorgen. Dies änderte sich mit der großen Familienrechtsreform im Jahr 1975. Als „Herzstück“ der Reform gilt das Gesetz über die persönlichen Rechtswirkungen der Ehe, das mit 1.1.1976 in Kraft trat und das die Paragraphen 91 und 92 aus dem Jahr 1811 ersetzte. Es enthält den Grundsatz, dass Mann und Frau in der Ehe ­gleiche Rechte und Pflichten haben. Frauen dürfen nun ­ohne Zustimmung des Mannes arbeiten.

1990

Ein weiterer Schritt in Richtung Gleichberechtigung wurde im Jahr 1990 gemacht. Mit der Novelle des Karenzurlaubsgesetzes wurde es in Österreich erstmals möglich, dass auch Männer in Elternkarenz gehen. Doch die Zahlen sind nach mehr als 30 Jahren eher ernüchternd. Die Väterkarenz führt in Österreich immer noch ein Schattendasein und wird nicht in dem Ausmaß wahrgenommen, wie es für eine gleichberechtigte Gesellschaft wünschenswert wäre. Es sollte also weiter gemeinsam daran gearbeitet werden, dass traditionelle Rollenbilder endlich aufgebrochen werden. Und vor allem sind auch die Unternehmen gefordert, Männer in ihrer Rolle als Vater zu bestärken und ihnen keine Steine in den Weg zu legen.

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MIT LEIDENSCHAFT UND GANZ VIEL CHARME

Eine wie keine Uli Zumtobel hat ein Gespür für Mode und Menschen – die Fashionqueen beweist: Wer seinen Job mit Leidenschaft macht, ist auch richtig gut darin. Kundinnen begeistert, neben einem neuen Look, der kommunikative Mehrwert.

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nternehmerin, Stilikone, Dornbirner Institution: Uli Zumtobel. Um einen Eindruck von ihrem facettenreichen Leben zu bekommen, muss man dem Geschäft in der Marktstraße 15 nur einen Besuch abstatten. Hier bekommt „frau“ zum schicken Kleidungsstück mit Wiedererkennungswert bei Bedarf auch gleich die passende Lebensweisheit serviert: „Alt muss man sich nicht anziehen, alt wird man von ganz allein.“ Soll heißen: Neben Qualität setzt die Entrepreneurin stark auf Farben. Doch erst einmal der Reihe nach.

„Mit 15 Jahren bin ich schon alleine nach Wien gereist, um dort Pullover für das Geschäft einzukaufen.“ Uli Zumtobel Modehaus Zumtobel stilvolle Lieblingsstücke mit zeitlosem Design hat. Dabei kommt ihre Leidenschaft für Mode nicht von ungefähr: 1862 gründete ihr Urgroßvater Franz Martin eine

Wachszieherei sowie einen Krämerladen – mit Mausefallen, Sägespänen und mehr. Sein Sohn August übernahm später das Geschäft. Er interessierte sich besonders für die Spitzen- und Stickereiproduktion, reiste von New York bis Amsterdam. „Mein Vater, ebenfalls auch mit Namen August, war ein Großkaufmann. Er leitete das Kolonialwarengeschäft meines Urgroßvaters weiter und betrieb daneben noch eine Handelsagentur.“ In den 50er-Jahren führte das Geschäft unter anderem neben ­ Pullovern auch die „schönsten erotischen BHs im Ländle“, unterstreicht Uli Zumtobel und führt weiter aus: „Mein Vater war überzeugt, dass sich so manches arme Mädchen nur wegen der schönen Wäsche einen reichen Vorarlberger angeln konnte.“

Fotos: Roland Paulitsch

Von Mausefallen und BHs. Während es in der Fußgängerzone donnerstags um 9.30 Uhr noch recht gemächlich zugeht, wird im Modehaus Zumtobel schon emsig gearbeitet: bunte Mäntel werden ausgepackt, Sessel verschoben, Pullover

und Accessoires kunstvoll arrangiert. Uli Zumtobel stellt eindrücklich unter Beweis, dass sie einen Sinn für persönlich ausgesuchte

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VORARLBERG IST WEIBLICH


Uli Zumtobel macht ihren Job mit viel Leidenschaft und Herzblut, wie sie auch im Gespräch mit „Vorarlberg ist weiblich“-Redakteurin Christiane Schöhl von Norman beweist. Sie kreiert stilsicher lässige Looks, u. a. mit exklusiven Entwürfen von Cavalli, Missoni und Lena Hoschek, inklusive individueller Betreuung für die Seele versteht sich. Bunte Miniröcke. 1965 stieg die gebürtige Dornbirnerin in das elterliche Geschäft ein und veränderte die Unternehmensphilosophie gänzlich. Sie reiste schon damals alleine nach Wien, um im Lager am Kai Pullover einzukaufen. „Mein Vater ließ mir freie Hand und hat mir schon in jungen Jahren die Verantwortung überlassen.“ Doch während bei Vater August bis dato allein die Zweckmäßigkeit, hohe Stückzahlen und die Erschwinglichkeit der Kleidungsstücke im Vordergrund standen, setzt Uli Zumtobel von nun an auf Exklusivität. Getreu dem Motto „Klasse statt Masse“ weitete sie ihre Einkaufstouren später auf Paris, London und Bologna aus, ging unter anderem bei der britischen Designerin Mary Quant – der Erfinderin des Minirocks – einkaufen, und legte so den Grundstock für das heutige Modehaus. „Statt der 50 Schilling teuren Pullover habe ich sukzessive 500 Schilling teure eingekauft, was bei meinem Vater zu einem ungläubigen Kopfschütteln und einem ‚wer kauft das bloß?’ führten“, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln. Einzigartiger Charme. Das Gespür für Stil und Ästhetik kommen ihr im Laufe der Jahre zupass. Auf ihrer Suche nach dem modisch Außergewöhnlichen war und ist Uli Zum-

tobel stets offen für neue Formen, Schnitte und Farben – abseits der üblichen Massenproduktion. „Ich habe ein visuelles Gedächtnis. Wichtig ist, dass alles zusammenpasst.“ Neben bunten Kreationen von Missoni finden sich aktuell exklusive Outfits von Lena Hoschek, Versace, Ice-

berg oder Cavalli in den Auslagen. Wiedererkennungswert haben aber nicht nur die Kleidungsstücke, sondern die Enterpreneurin selbst. Uli Zumtobel kreiert nicht nur Looks, die per se eher neugierige Menschen so für sich hätten kultivieren können, sondern sie garniert sie mit ihrem einzigartigen Charme – lässig, lustig, bodenständig, könnte man es auf den Punkt bringen. So bekommt „frau“ zum passenden Look auch gleich noch die individuelle Betreuung für die Seele verpasst. Die Stammkundschaft weiß das zu schätzen und der Besuch im Geschäft wird somit manchmal zu einer Art Happening bei einem Kaffee, Wasser oder Glas Champagner. „Ich habe so tolle Kundinnen. Sie kommen auch mal für einen Rat oder wenn sie schlecht gelaunt sind. Das ist eine schöne Wertschätzung“, schwärmt die Unternehmerin. Absolut stilsicher. Der Wohlfühlfaktor im Geschäft stimmt also, denn Stil bleibt – in modischer oder persönlicher Hinsicht. Das wusste übrigens auch schon Vater August, als er weitsichtig prophezeite: „Ein Kaufmann bist Du keiner, aber in Konkurs wirst Du auch nicht gehen.“ So verlässt man am Ende glücklich die Marktstraße 15, modisch und intellektuell gleichermaßen inspiriert.

Uli Zumtobel kreiert nicht nur modische Looks, sondern sie garniert sie mit ihrem einzigartigen Charme. 7


„Zuhause auf der Couch werde ich unruhig“

Frau Wucher, gibt es die klassische Kinderdorfmutter noch?

Jein. Das Vorarlberger Kinderdorf hat sich in den letzten 70 Jahren stetig weiterentwickelt. Heute haben wir sieben Fachbereiche: Das Kinderdorf Kronhalde mit Kinderdorffamilien und Wohngruppen ist einer davon. Jedoch gibt es die klassische Kinderdorfmutter, die 24 Tage 24 Stunden im Haus bei den Kindern wohnt, bald nicht mehr. Das Modell, das sich jetzt durchsetzt, geht in Richtung familiäre Wohngruppen.

Der Fachbereich Netzwerk Familie mit „Frühe Hilfen“ ist Ihr ganz persönlicher Meilenstein. Inwiefern waren Sie hier involviert? Von 2000 bis 2017 arbeitete ich bei der aks gesundheit im Fachbereich Prävention und Gesundheitsförderung. 2008 entstand einrichtungsübergreifend mit dem Vorarlberger Kinderdorf und der Fachgruppe der Kinder- und Jugendärzte das gemeinsame Angebot Netzwerk Familie. Nach meiner Karenz stieg ich 2011 in die duale Leitung von Netzwerk Familie ein. Die „Frühe Hilfen“ sind ein freiwilliges Angebot, das auf Prävention setzt. Das Ziel ist, Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen von Kindern zwischen 0–3 Jahren und deren Familien frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu verbessern. Denn dieser Zeitraum entspricht der kritischen Lebensphase. Wenn die Familien in einer belastenden Lebenssituation sind, könnte das Kind gefährdet sein. In Vorarlberg gibt es das Konzept flächendeckend seit 2011. Es wurde zum Best Practice Modellprojekt für ganz Österreich.

Jedes Kind braucht einen Menschen, der an es glaubt. zwischen den Geschlechtern? Teilweise. Frauen schenken Symptomen meist früher Beachtung und holen sich eher Unterstützung. Männer übergehen öfter erste Anzeichen, manchmal bis zur totalen Erschöpfung. Entsprechend lang können Krankenstände, sprich Arbeitsausfälle sein. Ein ganz wichtiges Warnzeichen sind Schlafprobleme. Forschungen haben einen starken Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Diabetes festgestellt. Wer ständig unter Stress steht und nicht ausreichend entspannen kann, treibt seinen Blutzuckerspiegel in die Höhe und kann einen Diabetes riskieren. Nach Fachleuten durchläuft ein Burnout-Betroffener 12 Stadien. In den ersten Phasen kann der Prozess durch rechtzeitiges Handeln noch gestoppt werden. Je tiefer sich die Spirale dreht, desto mehr ist professionelle Hilfe notwendig.

In diesem Kontext haben Sie auch mit Burnout-Erkrankten zu tun. Beobachten Sie einen Unterschied

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dern mit meinem Mann und meinem 13-jährigen Sohn. Wir wohnen ja im Grünen, da können wir direkt loslaufen. Schlafen, Bewegung und gute Ernährung – das ist es auch, was unsere Psyche und unser Körper als Ausgleich brauchen. Ansonsten mag ich Kurzurlaube: ein Städtetrip mit Freudinnen oder eine Auszeit übers Wochenende mit meinem Mann. Immer wieder mache ich auch ein Nähwochenende: „Nähen und Wellness“ – ein feines Hotel und mit im Gepäck die Nähmaschine, Overlock, Stoffe und Schnittmuster. Start mit einem Glas Prosecco, dann geht’s los mit den Nähprojekten. Dazwischen genüsslich essen, schwimmen und austauschen. Nur zuhause auf der Couch liegen kann ich nicht, da werde ich unruhig.

In Ihrer Freizeit engagieren Sie sich auch im Verein Burgfreunde Blumenegg? Ich bin Obfrau des Ver-

Sie sind auch selbstständig als Gesundheitspsychologin tätig. Wie kam es dazu? Nach der Karenz

habe ich anfangs 25% in der Leitung von Netzwerk Familie gearbeitet. Gleichzeitig gründete ich eine Praxis für Arbeitspsychologie und Gesundheitsmanagement, weil eine Selbstständigkeit sich mit Familie für mich gut vereinbaren ließ. Zu dieser Zeit kam die Arbeitnehmerschutz-Novelle heraus. Alle Betriebe mussten hinsichtlich der psychischen Gesundheit bzw. Belastungen am Arbeitsplatz evaluiert werden. Das Thema fand ich sehr spannend und ich mache nach wie vor Projekte.

Gönnen Sie sich auch selbst Auszeiten – wie können Sie abschalten? Ich lese gern und gehe viel wan-

„Ich hatte viel Glück im Leben. Heute sehe ich es als meine Pflicht, etwas zurückzugeben.“ Alexandra Wucher, Geschäftsführung Vorarlberger Kinderdorf

eins, den ich 2007 mit dem Ziel gründete, die Ruine Blumenegg am Thüringerberg zu erhalten. Symbolisch gesehen bin ich ein Burgfräulein. Zeitweise hatte ich schon schlaflose Nächte, denn wir planten einen Kulturraum im „Burghof“ zu errichten, der doch einiges kostete – durch Crowdfunding und vielen Helfer:innen und Sponsor:innen ist die Finanzierung schlussendlich gelungen. Heute finden dort verschiedenste Veranstaltungen wie Firmenworkshops, Seminare, Konzerte und Lesungen statt. Der Raum kann auch privat gemietet werden. Die Einnahmen fließen in die Restauration und den Erhalt der Burgruine.

Sie sind eine vielbeschäftigte Frau und dennoch strahlen Sie Gelassenheit und eine unglaublich positive Energie aus. Woher

kommt das? Ich hatte einige kritische Lebenssituationen. Nach meinem Ausbildungsabschluss sind meine Eltern in kurzem Abstand nacheinander verstorben, da waren sie erst 64 Jahre alt. Meine Geschwister und ich haben das Familienunternehmen übernommen – eine große Verantwortung mit damals ca. 350 Arbeitsplätzen, aber es musste weitergehen. Später hatte ich eine schwere Herzklappen-Operation. Die OP habe ich gut überstanden, aber im selben Jahr bin ich in Südafrika mit einem Flugzeug abgestürzt – im Sturzflug in ein Haus, wir hatten viele Schutzengel. Probleme relativieren sich nach solchen Erlebnissen. Ich hatte viel Glück und Chancen im Leben. Heute sehe ich es als meine Pflicht, etwas zurückzugeben, etwas Sinnvolles zu leisten. Welche Voraussetzung braucht es für ein erfülltes Leben, und haben Sie einen Rat speziell für Frauen?Frauen sollten netzwerken,

das schafft Spielraum, macht vieles leichter. Wichtig ist es auch das zu tun, von dem man innerlich überzeugt ist. Man sollte nicht einer aufgesetzten Rolle entsprechen. Frauen sind so hochbegabt in ihren vielfältigen Talenten. Ich hatte immer das Glück, dass ich Menschen um mich hatte, die an mich geglaubt haben – manchmal vielleicht sogar mehr als ich an mich selbst. Es ist wichtig, wenigstens einen solchen Menschen im Umfeld zu haben, den hat aber nicht jedes Kind. Für unseren Blog „Wir KINDER VORarlbergs!“ zum 70-Jahr-Jubiläum fragten wir 70 Menschen: „Wer hat dir in deiner Kindheit eine Perspektive eröffnet?“ Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Menschen an dich glauben. Wie der Gründer des Vorarlberger Kinderdorfs Hugo Kleinbrod sagte: Wir müssen Kindern Lebensmut geben.

Foto: Vorarlberger Kinderdorf, Michael Kreyer Fotografie, Michael Kreyer Fotografie

Wenn die Geschäfts­ führerin des Vorarlberger Kinderdorf Alexandra ­Wucher etwas nicht kann, dann ist es auf der faulen Haut liegen. Ein Interview über ­Erfolge, Schicksalsmomente, Nähkurse und ­Kinderdorfmütter.


Vom Lehrling zur CNC-Ausbildnerin. KARRIERE BEI KRAL.

„Maschinenbautechnikerin – ein guter Beruf für Frauen? “

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Mit Metalltechnik zum Erfolg 2021 war unter den drei beliebtesten Lehrberufen bei den Mädchen erstmals die Metalltechnik vertreten. Für diesen Beruf entschieden sich auch die Zwillingsschwestern Nina und Kim Vetter. Inzwischen sind sie beide Werkmeis­ terinnen und die ersten weiblichen Werkstattlehrerinnen an der HTL in Bregenz.

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Durch den großen Team-Zusammen­ halt werden auch körperliche Hinder­ nisse überwunden.

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ährend Nina als CNCFachkraft beim Maschinenbauunternehmen Kral in Lustenau arbeitet, entschied sich ihre Zwillingsschwester Kim hingegen als CNC-Fachkraft für das Lustenauer Maschinenbauunternehmen Zimm. „Es ist ein sehr schöner Beruf, weil wir abwechslungsreiche Tätigkeiten haben“, sind sich beide einig. „Man kann sich extrem viel Wissen aneignen, Dinge ausprobieren oder mit Kreativität aus einem Metallstück sehr viel herausholen.“ Für Kim ist auch die Genauigkeit faszinierend: „Wenn man ein Haar hernimmt und das zehn Mal spaltet, so fein kann das Werkstück bearbeitet werden.“ Ninas CNCKarriere begann mit einer 4-jährigen Metalltechniklehre mit dem Hauptmodul Maschinenbautechnik und dem Zusatzmodul Konstruktionstechnik. Kim startete mit der Metalltechniklehre und dem Hauptmodul Zerspanungstechnik durch.

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Ihr seid beide die ersten Werkstatt-Lehrerinnen an der HTL Bregenz. Wie funktioniert das? Wir haben beide nach absolvierter Lehre und zwei anschließenden Jahren Berufserfahrung den ‚Werkmeister‘ in Maschinenbau und Betriebstechnik mit ausgezeichnetem Erfolg am WIFI abgeschlossen und waren dort schon Vorreiterinnen. Da haben wir auch viel nützliches Hintergrundwissen mitbekommen. Danach haben wir uns auf die freien Stellen an der HTL beworben und unterrichten dort jetzt seit September 2021 je einen Tag pro Woche die Fächer CNC-Drehen und CNC-Fräsen. Im Werkstattunterricht haben wir die Räume nebeneinander, die Schüler:innen sind in Kleingruppen aufgeteilt. Es gibt ein Rotationssystem und so haben wir auch immer wieder andere Schüler:innen. Darunter sind auch zwei Mädchen. Das Unterrichten ist eine schöne Abwechslung zum eigenen Berufsalltag im Unternehmen. Wie ist es für euch, in der Metalltechnik bzw. in der CNC-Technik zu arbeiten? Zu Anfang waren die Kolleg:innen und die Leute in unserem Umfeld zurückhaltend und

skeptisch. Von Zuhause hatten wir immer einen starken Rückhalt. Bei Kral GmbH ist es jetzt aber kompletter Standard, Frauen im Team zu haben. Ich bin zwar die einzige Frau in meiner Abteilung, aber eine unserer Lehrmädchen ist auch gerade fertig mit ihrer Lehre. Meine Kollegen finden es gut, dass ich als Frau die gleiche Arbeit

„Unser Arbeitsfeld ändert sich ständig, so bringen wir Stück für Stück ­Innovationen ins Unternehmen.“ Nina Vetter CNC-Fachkraft, Vertragslehrerin wie sie mache und es bringt ja auch Abwechslung und neue Denkweisen in ein Team. Bei Kim im Unternehmen Zimm GmbH sind es inzwischen sogar drei fertig ausgebildete Frauen. Die Vorurteile der Gesellschaft gibt es so auch nicht mehr, dass man schwer heben muss oder dreckig wird. Die Automatisierung ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass körper-

Durch die Schicht­ arbeit hat Nina ­immer den halben Tag frei.


liche Hindernisse überwunden werden können. Die heutigen Maschinen sind alle geschlossen und so verteilt sich auch kein Dreck. Wenn wir dann doch Unterstützung brauchen, bekommen wir diese natürlich immer im Team.

„Das Unterrichten an der HTL in Bregenz macht großen Spaß und erlaubt es uns auch, kreativ dabei zu sein.“ Kim Vetter CNC-Fachkraft, Vertragslehrerin Unser Freundeskreis war anfangs auch zwiegespalten, aber inzwischen hat sich jeder weiterentwickelt und keine:r muss in eine Schublade passen. Manchmal sind wir schon selbst erstaunt, wo wir mit unseren 24 Jahren bereits gelandet sind.

Die Vielfältigkeit des Materials ­fasziniert die Zwil­ lingsschwestern.

Was brauchen Mädchen, um diesen Berufsweg zu gehen? Offenheit und man muss sich trauen, aus dem gewohnten Umfeld hinauszutreten. Zudem sollte es noch mehr Möglichkeiten für Schnuppertage

außerhalb der Schulferien geben. Auch wenn jeder sagt, dass verschiedene Berufe nichts für ein Mädchen sind, sollten sie es trotzdem machen und sich diese ansehen. Eine Erfahrung ist es immer wert. Wenn man sich nicht allein traut, ist es hilfreich, gemeinsam mit Freund:innen zu den Schnuppertagen zu gehen. Die Männerwelt hat es mit den Frauenberufen auch nicht einfacher. Dabei sind wir alle gleich, egal ob Frau oder Mann. Auf jeden Fall ist es wichtig, in sich hineinzuhören, welche Ausbildung und welche Berufsrichtung für einen selbst die richtige ist. Nina, bei welchen Projekten beim Mädchenverein Amazone hast du dich engagiert? Ich war unter anderem beim Projekt „I kann’s“ dabei, an dem Kral GmbH und andere Unternehmen aus der Region beteiligt sind. Jedes Jahr werden Techniktage für Mittelschul- und Gymnasiumklassen organisiert, um gemeinsam mit den Mädchen Roboter zusammenzubauen, individuell zu gestalten und zu programmieren. Auch wenn sich die Mädchen am Anfang das Zusammenbauen und Programmieren nicht zutrauten, bekamen wir am Schluss immer super Feedback von ihnen und sie

haben bemerkt, dass die das ja eben doch können. So kann man den Mädchen auf spielerische Art und Weise Technik, Konstruktion und Handwerk näherbringen. Eine Idee ist hier sicherlich auch, den Werkunterricht in den Schulen gemischter zu gestalten, wo auch Jungs mal zum Stricken und Nähen müssen, genauso wie die Mädchen lernen, mit Hammer und Säge umzugehen.

Kim erstellt mit den Schüler:innen Werk­ stücke, die sie dann auch im Alltag ­verwenden können.

Wie sind eure Tage durch Arbeit und Freizeit strukturiert? Wir arbeiten in Schichten und können uns dadurch die Freizeit gut einteilen, denn wir haben immer den halben Tag frei – entweder vormittags oder nachmittags. Im Sommer können wir dann schwimmen gehen, wenn wenig Leute sind und im Winter haben wir in unserer Freizeit noch Tageslicht. Das erlaubt es uns auch, mit Freund:innen oder der Familie ohne Stress Dinge zu unternehmen. Sowohl die Früh- als auch die Spätschicht haben ihre Vorteile. Was sind eure nächsten Ziele? Das lassen wir uns jetzt noch komplett offen. In der aktuellen Situation sind wir zufrieden wo wir sind.

Fotos: Studio Fasching, Frederick Sams, Philipp Steurer

Nina und Kim sind Vorbilder für starke Frauen in handwerklichen Berufen.

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Unternehmerin mit Herz

Kreativer Kopf, Designerin und Unternehmerin Anna-Lena Hollfelder.

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VORARLBERG IST WEIBLICH

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Wo Feuer ist . . . Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus – wir kennen diesen Vergleich. Aber sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wirklich so eklatant? Oder treffen sich Sie und Er nicht doch manchmal auf dem Kompromissplaneten Erde? Hier jedenfalls bringt der Alltag oft die großen Herausforderungen, und seien sie so noch so klein.

B

Was sie denkt

ist du glücklich?“, fragt er eines Abends. Achtung, Fangfrage! schrillen sämtliche meiner Alarmglocken auf und ich kontere geistesgegenwärtig mit einer Gegenfrage. „Ja schon, wieso?“ „Ach, nur so.“ Doch ich ahne, dass da noch was kommt. „Aber weißt du, es gäbe da schon noch was, das mir zum vollkommenen Glück fehlt …“ Und noch bevor ich mir wildeste Szenarien auch nur ansatzweise ausmalen kann, spricht er es aus: das S-Wort, das ich über die kalten Wintermonate so schön hatte ausblenden können und das doch wie ein Damoklesschwert des BBQ über unseren Köpfen hing: „Wir brauchen einen Smoker“. Okay, der Smoker ist mir vertraut, das „Wir brauchen“ neu. Weil ich komme gut ohne solch ein Monstrum, das an eine Dampflok erinnert, aus. Das denke ich, während ich meinen mir gegenüber sitzenden Göttergatten betrachte, flankiert von zwei unserer „Terrassenbewohner“ – Gasgrill zu Rechten, Holzkohle-Kugelgrill zur Linken. Der Elektrogrill wurde aufgrund Platzmangel bei den Schwiegereltern untergebracht, wo er sich im Gartenschuppen ein lauschiges Plätzchen mit unserem Dutch Oven teilt. Der im übrigen auch seit zwei Jahren kein Sonnenlicht gesehen hat. Aber, wie sagt mein Mann immer so schön: Haben ist besser als brauchen. Und dass er ja nur nicht benutzt werde, da er keinen richtigen Dutch Oven Stand dafür kaufen durfte. Ja, ich bin die Böse. Armer Topf aus Gusseisen, es tut mir leid.

Akribische Vorbereitung – und ich mittendrin

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Was er denkt

önnen Sie mir mal verraten, wie man ein vernünftiges Beef Brisket, Spareribs oder Pulled Pork ohne ordentlichen Smoker zubereiten soll? Mir fällt da ehrlich gesagt nichts ein. Weder in meinem Kugelgrill, noch in meinem Gasgrill und schon mal gar nicht in meinem Elektrogrill vom Marktführer wäre das machbar! Also kann die logische Schlussfolgerung aus diesem Dilemma doch nur heißen, dem Trend zum Viertgrill zu folgen und sich einen neuen Pelletsmoker zu holen. Ist doch wohl klar. Aber diese Logik und Frauen zusammenzubringen, scheint irgendwie nicht zu funktionieren. Dabei weiß ich genau, dass meine bessere Hälfte die Resultate genauso zu schätzen wissen wird wie meine unschlagbaren Burger, Piccanha-Spieße, Braten oder auch nur eine ganz simple Bratwurst mit – ja ich gebe es an dieser Stelle gerne zu, ich stehe mittlerweile auch drauf: Grillgemüse. Dazu noch meine selbst gemachte Currysauce. Ein Traum! Stattdessen kriegt man aber nur zu hören: „Nicht schon wieder ein neuer Grill!“, „NEEEEEIIIIIN! – du brauchst keinen Pizzaofen!“ oder „Deine Steaks schmecken auch so hervorragend, wozu willst du einen Oberhitzegrill?“ und, die wohl beliebteste Frage: „Wo stellst du den überhaupt noch hin?“ Aber wie ich immer zu sagen pflege: „Wo ein Wille, da auch ein Platz.“ Gut, beim Genialsten-Pizzaofen-den-ich-je-gesehen-habe hat sie ja vielleicht ein kleines Bisschen recht – nachdem ich schon zwei verschiedene Pizzaaufsätze für Gasund Kugelgrill habe. Da schlaf ich nochmal eine Nacht drüber.

Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich genieße ich es, mit Burger, Maiskolben, Grillgemüse oder Churrasco (seine Entdeckung des letzten Sommers) kulinarisch beglückt zu werden. Aber müssen Hobbys immer gleich zum unbezahlten Voll(frei)zeitjob ausarten? Denn mit „Ich habe Feuer gemacht“ und am Grill stehen allein ist es ja nicht getan! Es bedarf der akribischen Vorbereitung! Und so bin ich im Frühling und Sommer allabendlich vollauf „begeisterte“ Nutznießerin, wenn auf YoutTube Klaus grillt und die Sizzlebrothers ebenso. Ich weiß auch nicht, aber selbst ernannte Profigriller scheinen aus der Erde zu sprießen wie Pilze nach einem lauen Regen. Und wir kennen sie alle! Doch ich will einfach nicht zum hundertsten Mal auf Französisch erfahren, wie man „La Paella de Mamie“ macht. Nebenbei bemerkt: Paellapfannen in verschiedenen Größen und der passende Aufsatz für den Grill dazu gehören natürlich auch zum Repertoire meines ganz privaten Grillmeisters. Doch zurück zum Thema: Ich will nicht stundenlange Grillvideos anschauen – aber irgendwie mache ich es dann doch. Warum? Weil das Ergebnis solcher Sessions am Ende des Tages meist lustige Abende mit Familie und Freunden sind. Und keine Frage, die Burger meines Mannes und die dazu gehörenden Partys sind legendär. Aber über den Smoker, da reden wir noch.

Illustration: Bernadette Prassl

Insgeheim liebt sie es ja doch Weiter geht es dann, wenn wir mal wieder an einem Sonntag Gäste zum Grillen eingeladen haben: „Mach doch bitte nicht so viel!“, „Wer soll das denn alles essen?“ Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sie ironisch meint, wenn sie fragt, ob es wirklich reicht, wenn wir neben Senf und Ketchup nuuuur noch Tsatsiki, eine Tomaten-Oliven-Paste, Chimichuri und eine Bosna Sauce reichen. Wie dem auch sei, insgeheim vermute ich, dass sie meinen Grillkünsten dann doch nicht ganz abgeneigt ist. Denn was schenkt sie mir zu Weihnachten und zum Geburtstag? In den vergangenen drei Jahren vier, ich wiederhole, VIER Grillbücher und einen Grillkurs! Und alle, die jetzt vielleicht denken: „Na die Bücher und den Kurs wird er dann wohl brauchen, der Schuhsohlengriller“, liegen absolut falsch. Ausnahmslos alle Gäste kommen nämlich immer wieder gerne, wenn ich zum Grillen einlade. Naja, versteh mal einer die Frauen.

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Petra Rumpl

Yvonne Schrott-Greussing

Elena Käppler

Leitung Kommunikation, AK Vorarlberg

Marketing Corporate Communications, Blum

Produktmanagerin Strom, illwerke vkw

„Frauen können Vorbilder sein, nicht nur für andere Frauen sondern auch für Männer. Wir können vorleben, dass man auch Emotionen zeigen darf. Die eigenen Gefühle zeigen zu können, ist ein Zeichen von Stärke. Egal, ob weiblich, männlich oder divers. Frauen übernehmen hier ­sozialgesellschaftlich eine wichtige Rolle.

„Es ist spannend zu sehen, wie Frauen mit ihren eigenen Sichtweisen und ­Haltungen einen Mehrwert in die Gesellschaft einbringen. Dabei ist wohl die emotionale Intelligenz ein wichtiger ­Aspekt. Besonders aus dem Zusammenspiel Frau und Mann entsteht oftmals etwas Neues, Überraschendes und Schönes.“

„Komischerweise fallen mir bei der Frage zuerst nur Nachteile ein, typische ­Klischees flammen auf. Sicherlich müssen sich Frauen immer noch mehr ­behaupten, aber genau das macht uns ehrgeizig und ausdauernd. Und das ­Beste, wir können unsere Emotionen z­ eigen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren.“

Nachhaltigkeitsmanagerin, Raiffeisen Vorarlberg

„Die emotionale Stärke und Resilienz von Frauen sind unerschütterlich und sind für Gemeinschaften von großer Bedeutung. Auch die Solidarität zwischen Frauen kennt kaum Grenzen und formt so ein ­Sicherheitsnetz für alle. Zudem sind Frauen Alleskönnerinnen und schrecken vor keiner Herausforderung zurück.“

Andrea Marosi-Kuster Leitung Unternehmenskommunikation, KHBG Vlbg.

„Das Beste an uns ist unsere Vielfältigkeit. Wir können so vieles sein: liebende Mama, Partnerin, Freundin, selbstbewusste ­Geschäftsfrau, Kollegin, Verhandlungspartnerin… Wir sind facettenreich, sehr ­verbindend und besonders empathisch. Die ­besten Momente für mich als Frau waren bisher die Geburten meiner Kinder.“

Verena Eugster

Nina Gugganig

Susanne Lechleitner

Vorstandsvorsitzende Junge Wirtschaft Vorarlberg

Junior-Bauleiterin, Karrenblick Wohnbau

Technische Redakteurin (tekom), KRAL

„Wir können unsere Potentiale frei ausleben und bauen auf den Schultern unserer Großmütter und Mütter auf. Wir haben vielmehr Möglichkeiten als die letzte Generation. Deshalb finde ich es anspornend, diese Chancen zu nutzen, das Beste aus sich selbst rauszuholen und so auch ein Vorbild für unsere Kinder zu sein.“

„Dass man als Frau nicht immer stark sein muss, aber kann. Eine Frau kann oft auf ihre weibliche Intuition vertrauen, die meist hilft, zwischen den Zeilen zu ­lesen, aus Gesprächen mehr Inhalt ­herauszufiltern, das Gegenüber besser zu verstehen und so Situationen mit viel ­Fingerspitzengefühl zu bewältigen.“

„Frauen können verschiedene Dinge gleichzeitig erledigen und dabei trotzdem gelassen bleiben. Soziales Engagement ist uns sehr wichtig. Wir Frauen können stark sein – müssen aber nicht. Dabei sind die gegenseitige Wertschätzung und ­Akzeptanz sehr wichtig.“

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VORARLBERG IST WEIBLICH

Foto: Nina Bröll, Blum, illwerke vkw, weissengruber-fotografie.at, Birgit Riedmann, Raiffeisen Landesbank Vorarlberg, Marcel Hagen, Studio Fasching

Lara Bodlak

Was ist das Beste daran eine Frau zu sein? Nun, da gibt es viele verschiedene Gründe. Wir haben uns umgehört.


Von der Kassiererin zur Direktorin Der Karriereweg der türkischstämmigen Ümran Sen ist beeindruckend, denn ihr ist es gelungen von der geschiedenen Alleinerzieherin ohne Schulabschluss, zur Direktorin der Mittelschule Lochau aufzusteigen.

Ü

Foto: shutterstock, Roland Paulitsch

mran Sen wird 1979 in Bregenz in eine türkische Gastarbeiterfamilie geboren. Erzogen wird sie konservativ. Ümran wächst in der Leiblachtalgemeinde Hörbranz auf – die türkische Kultur ist in ihrem Elternhaus stets präsent. „Ich hatte allerdings viele hiesige Freundinnen und Freunde und hab’ deren Ansichten und Einstellungen übernommen“, erklärt die 42-Jährige, die seit September 2021 die Mittelschule Lochau als Direktorin sowie als Lehrerin für Mathematik, Physik und Handarbeiten unterstützt.

Düstere Prophezeiungen. Ihre Herkunft sollte dennoch zum Stolperstein werden, denn während der Wirtschaftskrise hält das heimische Umfeld düstere Prophezeiungen für die 17-jährige Schülerin des BORG Lauterach bereit: „Man wird dir als türkisches Mädchen nicht die Chance für ein Studium und einen Beruf geben. Die Österreicher brauchen die Plätze selbst.“ Sie beendet die 7. Klasse, verlässt die Schule, heiratet mit 19 Jahren und wird schwanger. Ümran will sich fortan ihrer eigenen Familie widmen, doch das Leben schlägt ihr ein Schnippchen. Die erhoffte heile Welt bricht wie ein Kartenhaus zusammen, die Scheidung folgt. „Ich weiß immer noch, wie ich mich damals gefühlt habe: Ich bin dagestanden – die riesengroße Welt um mich herum, und ich allein und schwanger“, erzählt die Hörbranzerin. In ihrem Kopf hämmerte eine verzweifelte Frage: Was machst du jetzt?

Wunsch nach Unabhängigkeit. 20 Jahre alt ist Ümran, als sie ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Die junge Frau will unabhängig von ihren Eltern sein, möchte eine eigene Wohnung mit ihrem Baby beziehen: „Mir war klar, wenn ich etwas falsch mache, muss mein Sohn büßen.“ Ihr Kampfgeist erwacht, Ümran arbeitet als Supermarktkassiererin und sorgt als

„Man darf sich nicht als Opfer des eigenen Schicksals sehen. Es gibt immer Möglichkeiten, die eigene Lage zu verbessern.“ Ümran Sen, Direktorin Mittelschule Lochau Teilzeitkraft für ihr Einkommen. Schnell bemerkt sie, dass sie auf der Stelle tritt. „Ich wollte nicht lebenslang Hilfsarbeiterin sein, darum hab ich die Lehrabschlussprüfung zur Einzelhandelskauffrau gemacht“, verrät die taffe Frau. „Weil ich wusste, dass ein erfolgreicher Lehrabschluss die Voraussetzung war, um die Berufsmatura machen zu können. Ich wollte studieren – ich wollte Lehrerin werden.“ Anstrengende Monate folgen, aber die junge Mutter ist perfekt organisiert, hat einen strukturierten Tagesablauf und hält die 2 Jahre bis zur Berufsmatura durch. Vormittags arbeitet sie: vorerst weiterhin

im Supermarkt, später als Zimmermädchen. Nachmittags schenkt sie ihre ganze Aufmerksamkeit ihrem Kind, das mittlerweile den Kindergarten besucht – abends lernt sie. „Ein straffer Zeitplan, aber wenn man sich daran hält auch machbar“, ist sie überzeugt. Mit Kind an die PH. Mit demselben Engagement startet die junge Mutter auch in der Pädagogischen Hochschule durch, sie studiert Mathematik und Biologie auf Lehramt. „Morgens um 7 Uhr habe ich meinen Sohn zur Schule gebracht, bin mit dem Zug nach Feldkirch gefahren und zwischen 15 und 17 Uhr wieder nach Hause.“ Auf die Frage, wer sich um ihren Buben gekümmert hat, antwortet sie: „Manchmal meine Mutter und auch die Freundin meines Bruders. Hatte ich nachmittags keine Betreuung für ihn, was ab und zu vorkam, dann ist er mittags mit dem Zug nach Feldkirch gefahren, wo ich ihn vom Bahnhof abgeholt habe. Nachmittags ist er dann im Aufenthaltsraum der PH gesessen und hat auf mich gewartet.“ Sen gesteht, dass sie deswegen Schuldgefühle plagen, schließlich habe sie den damaligen Volksschüler um die Spielzeit mit seinen

Ümran Sen hat gezeigt, was alles möglich ist, wenn man etwas wirklich erreichen will.

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Heute leitet die Hörbranzerin die Mittelschule in Lochau. Ihr Weg zum Ziel: Ent­ schlossenheit, ­Disziplin und Durch­ haltevermögen.

Freunden g ­ ebracht. Oft spricht sie über diese Zeit mit dem heute 21-Jährigen, der aktuell in Frankreich studiert und gerne zurückdenkt: Mit Nintendo und Buch im Aufenthaltsraum zu sitzen oder gemeinsam mit Mama und ihren Mitstudierenden an einer Exkursion im Biologieunterricht teilzunehmen – für ihn sei das eine tolle Zeit gewesen. Für Mama Ümran umso anstrengender, denn auch damals arbeitet sie, um finanziell besser um die Runden zu kommen: Mal gibt sie Nachhilfe oder nimmt Aufträge als Dolmetscherin an. Hat sie einen freien Nachmittag oder ein freies Wochenende, weil der Sohn den Vater besucht, springt sie weiterhin im Hotel ein.

Weibliche Unterstützung. Wie kann man als alleinerziehende blutjunge Frau diesen kräftezehrenden Weg gehen? Gab es Hilfe? „Meine damals 74-jährige Vermieterin hat uns sehr viel unterstützt. Sie war wie eine zweite Mama für mich. Mut gegeben hat mir auch, was sie sagte: Ümran, ich hab den Krieg erlebt, schlimmer kann‘s dir nicht gehen. Und das stimmte, so schlimm konnte es mir nicht ergehen.“ Sen traf im Laufe ihres Lebens immer wieder auf Menschen – oft Frauen – die ihr neue Richtungen und Möglichkeiten aufzeigten. Gelegentlich waren das nur kurze Begegnungen, aber von großem Wert. Fragt man sie, was sie sich gewünscht hätte, muss sie nicht lange

überlegen: „Mehr Informationen aus einer Hand. Was Erwachsenenbildung angeht, musste ich mir sämtliche Infos und Möglichkeiten selbst zusammensuchen. Oft bin ich auch nur zufällig darauf gestoßen: Bekannte erklärten mir beispielsweise, wie ich den Lehrabschluss machen kann und wie das mit der Berufsmatura funktioniert.“ Fallstrick Geld. Was ihr heute auffällt, ist, dass viele Menschen zwar davon sprechen, sich gerne weiterbilden zu wollen, es schlussendlich aber nicht wagen, weil sie das Geld dafür nicht aufbringen können oder wollen. „Dabei gibt es verschiedene Arten der Finanzierung. Ich weiß, dass auch Banken Geld zur Bildungsfinanzierung vorstrecken.“ Sie wird nicht müde zu betonen, dass sich diese Investition tausendfach lohnt, denn Bildung sei das Werkzeug, um die persönliche und finanzielle Situation zu verbessern. Sen selbst hat sich das Geld für die Berufsmatura zusammengespart und die Zeit des Studiums durch das Selbsterhalterstipendium, Wohnbeihilfe sowie Nebenjobs finanziert. Ihr und ihrem Sohn sei es meistens gut gegangen. Ümran Sen konnte nach

„Es ist wichtig, sich nicht immer die kleinsten Ziele auszusuchen. Man muss sich auch größere Ziele setzen – Step-by-Step ist es möglich diese zu erreichen.“ Ümran Sen, Direktorin Mittelschule Lochau

Ratschlag für Frauen. Das Gelernte aus der Traumapädagogik fließt in ihre Arbeit als Lehrerin und Direktorin mit ein, vordergründig hat sie das Studium allerdings für sich selbst gemacht. Aus Interesse und weil sie eben auch Traumata erlebt hat. Das überrascht weniger als die Tatsache, dass sie dennoch so geradlinig ihren Weg über viele Jahre gegangen ist. Als türkischstämmiges Arbeiterkind. Als alleinerziehende, junge Mutter. Heute kann sie mit Stolz sagen, dass sie die erste Direktorin Vorarlbergs mit türkischem Hintergrund ist. Welchen Ratschlag sie Frauen aufgrund ihrer Erfahrung geben möchte? „Man darf sich nicht als Opfer des eigenen Schicksals sehen. Habt keine Angst. Es gibt immer Möglichkeiten, die eigene Lage zu verbessern. Und wichtig: Nicht immer die kleinsten Ziele aussuchen, man muss sich auch größere Ziele setzen – Step-by-Step ist es möglich, diese zu erreichen.“

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VORARLBERG IST WEIBLICH

Foto: Roland Paulitsch

ihrem Abschluss der PH in ihren Traumberuf einsteigen: Von 2011 bis 2021 unterrichtete sie in der Mittelschule Kirchdorf in Lustenau und schloss zusätzlich berufsbegleitend das Diplomstudium Traumapädagogik erfolgreich ab.


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Das Leben ist bunt! Wie sieht die Familie der Zukunft aus? Die Antwort lautet: vielfältig! Alternative Lebensmodelle bereichern heute das Familienglück – wie bei Vanessa und Tamara Bösch, die zusammen mit ihrer Tochter in Form einer Regenbogenfamilie in Lustenau leben.

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Das Paar ist sich einig, dass ihre Tochter noch ein Geschwisterchen haben soll.

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VORARLBERG IST WEIBLICH

schon viel verändert“, so Vanessa. Nach zwei Jahren Spielzeit in Leipzig verlegten sie ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Vorarlberg und heirateten 2018. Die eingetragene Partnerschaft konnten sie mit dem neuen „Ehe für alle“-Gesetz aber erst im Jahr darauf umschreiben lassen. Tatsächlich dauerte es dann noch zehn weitere Monate, bis sie tatsächlich auch auf dem Papier Eheleute waren. Familienplanung. Dass Vanessa und Tamara gemeinsam Kinder möchten, war für sie immer schon

klar. Die eingetragene Partnerschaft bzw. später die Ehe legte den Grundstein für eine künstliche Befruchtung. Beide waren sich einig, dass Vanessa das Kind zur Welt bringen wird. Bei der Spenderauswahl konnte das Paar genau drei Wunschkriterien angeben: Haarfarbe, Augenfarbe und Größe. Die passende Blutgruppe wählt die Vorarlberger Klinik aus. Da die österreichische Samenbank eher klein ist, stammt ihr Spender aller Wahrscheinlichkeit nach aus der europäischen Samenbank.

Vanessa und Tamara lernten sich über den Handballsport kennen und später lieben.

Fotos: Bettina Kogler, Roland Paulitsch, HC Lustenau

n Österreich ist die Ehe für alsich ihre enge Freundschaft zu mehr entwickelte, mussten auch sie le seit 1. Jänner 2019 möglich. selbst erst akzeptieren. „Das war Trotzdem entstehen manches auch für uns ein Prozess, in dem Mal noch Missverständnisse wir viel lernen durften“, sagen sie. und Irrtümer. Vor allem die UnterVorarlberg zu verlassen war für beischiede zwischen der sogenannten eingetragenen Partnerschaft und de ein wichtiger Schritt: „Das hat der Ehe für alle auch unseren Horiführen zu offenen zont erweitert, wir „Wir wünschen Fragen und Verhaben neue Menwirrungen. „Es ist uns, dass die ­ schen und auch immer noch jeden selbst besser Menschen einfach uns Tag eine Herausforkennengelernt und derung, wenn man offen Fragen stel- gesehen, dass es sich ständig outen len, wenn sie mehr auch andere ‚Leute wie uns‘ gibt. In St. muss“, erzählt Tamara. Über neue zu unserer Regen- Gallen haben wir uns dann das erste Fa m i l ien mo del le bogenfamilie jemanden anund ihre eigene wissen möchten.“ Mal Geschichte zu sprevertraut.“ Die GroßTamara Bösch chen, soll zu noch stadt Leipzig habe mehr Offenheit in ihnen gut getan, der Gesellschaft beitragen. „Wir auch für die Beziehung, weil es dort müssen jetzt auch Vorbilder sein.“ von Anfang an klar war, dass sie ein Paar sind. Die AuslandsaufentNeues Sichtfeld. In ihrer Jugend halte bedeuteten für sie wesentliche spielten Tamara und Vanessa geSchritte, um auch in Vorarlberg als Regenbogenfamilie glücklich sein meinsam erfolgreich Handball beim zu können. „In unserer Jugend HC Lustenau, wobei Tamara im haben wir es als gesellschaftliches Laufe der Jahre nach St. Gallen Tabuthema empfunden. In den verwechselte und dann einen ProfiVertrag in Leipzig bekam. Dass gangenen 15 Jahren hat sich jedoch


Foto: Dietmar Stiplovsek

Vanessa und Tamara waren das erste gleichge­ schlechtliche Traupaar bei Gstach in Rankweil.

Vanessa nach der Geburt etwas zugestoßen, hätte ich für unsere Tochter keine Rechte gehabt.“ Durch das Umschreiben der eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe wurde im Gesetz ein wesentlicher Paragraf nicht angepasst, wodurch Tamara nicht auf der Geburtsurkunde als Elternteil galt. Nach langen Rechtsdiskussionen mithilfe eines Anwalts bekamen sie schlussendlich die Geburtsurkunde der Tochter mit beiden eingetragenen Elternteilen ersetzt. Zu Hause gilt Vanessa als Mama und Tamara als Mami, das kann auch das Kind bereits voneinander trennen. „Wir können uns beide sehr gut vorstellen, dass unser Kind in Zukunft auch ein Geschwisterchen bekommen wird“, sagt Vanessa.

Grundsätzlich gibt es in Österreich nur nicht-anonyme Spenden. Möchte ein Kind ab 14 Jahren mehr über den Spender erfahren, ist die Klinik verpflichtet, die Daten weiterzugeben. Der Spender selbst weiß nicht, wo seine Spende eingesetzt wird, Bunter Alltag. Das Leben als Reund kann eine Kontaktaufnahme genbogenfamilie in Vorarlberg des Kindes jederzeit verweigern. Vabringt tägliche Herausforderungen, die sie mit Humor nehmen. Es nessa und Tamara unterscheiden ist gleichzeitig in die Begriffe Vater bisherigen und Spender ganz „Für unsere Fami- ihrem Umfeld und auch klar und werden dies auch so ihrer lien, Freunde und immer mehr geTochter vermitteln. Bekannten ist es sellschaftlich NorDenn für sie ist ein malität. Ihr Kind Vater ein Mann, der ganz normal, dass wächst mit zwei Rechte und PflichMüttern auf und unsere Tochter daher nichts ten übernimmt zwei Mütter hat.“ kennt anderes. Genauso und sich um sein normal ist es auch Kind kümmert. Ein Vanessa Bösch für die Kinder aus Spender hingegen dem Verwandten- und Bekanntenhilft mit seiner Samenspende Familien – wie sie es sind – den Kinderkreis. „Persönlich haben wir noch nie schlechte Erfahrungen gewunsch zu erfüllen. macht oder fühlten uns ernsthaft diskriminiert“, erzählen Tamara Endlich Eltern. „Wir haben uns und Vanessa. Sie würden sich jevorab gründlich informiert, fragten sogar bei einem Notar nach, wie doch wünschen, dass die Menschen es mit Elternteil-Eintragungen auf offener ihre Fragen stellen. der Geburtsurkunde des Kindes ist. Uns wurde versichert, dass es „Auch für uns ist vieles noch unmit dem neuen Ehe-Gesetz keine klar. Das zeigt allein schon die Probleme geben soll. Später stellten Prozedur mit der Geburtsurkunwir leider das Gegenteil fest, was de.“ Und letztendlich geht es am uns nicht nur hohe AnwaltskoEnde doch einfach darum, dass Menschen leben können, wie sie sten einbrachte, sondern auch Unwollen. sicherheit“, erklärt Tamara. „Wäre

Zwei mal zwei gibt sechs

Katrin machte sich kürzlich mit dem Family-Concept-Store ­„allesBUNT“ selbstständig und verwirklichte damit ihren Traum.

Vater, Mutter, Kind? Das Bild einer typischen „Kernfamilie“ hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Neue Familienmodelle werden immer mehr zur Normalität. Katrin Kabiri ist Mutter einer Patchworkfamilie mit vier Kindern in Lochau. Sie erzählt über die täglichen Herausforderungen. Geboren ist Katrin in Norddeutschland. Der neuen Liebe wegen zog sie mit ihrem Lebenspartner Ralph Braun schließlich von Rosenheim (D) nach Lochau. „Nach meiner Scheidung blieb ich mit meinen zwei Kindern Leni und Kamo in Süddeutschland und lernte kurz darauf Ralph kennen. Ein Jahr später waren auch schon unsere Zwillinge Marlo und Ben unterwegs, weshalb wir dann als sechsköpfige Familie unseren Lebensmittelpunkt nach Vorarlberg verlegten“, erzählt Katrin. „Ralph wurde ein wenig ins kalte Wasser geworfen, von null auf vier Kinder. Er hat sich total gefreut, als die Zwillinge unterwegs waren. Ich hingegen habe erst einen Schock bekommen und mir ausgemalt, was das für uns bedeutet“, erinnert sie sich zurück. Kommunikation ist das A und O. Die älteren zwei Kinder, Leni und Kamo, sehen ihren Vater alle zwei Wochen und konnten mit der neuen Person im Leben von Katrin schnell gut umgehen. Zwischen den Vätern bestehe auch heute ein gutes Verhältnis, was besonders im Co-Parenting und bei Anlässen wie der Erstkommunion der Kinder wichtig. „Klar gibt es Spannungen, beispielsweise wenn ich Dinge höre wie ‚du bist nicht mein Papa und du hast mir nichts zu sagen‘. Wenn man das aber vorher bespricht und man sich darüber im Klaren ist, dass solche Situationen kommen können, dann fängt man sie auch anders ab. Kommunikation ist in einer Patchworkfamilie elementar“, so Katrin. „Für die Herausforderungen geben wir alle unser Bestes, man wächst ja auch mit seinen Aufgaben. Ich bin ein positiv eingestellter Mensch und somit immer auch die Säule der Familie, die alles zusammenhält und auffängt“, fügt sie hinzu. Es brauche jedenfalls gute Nerven, viel Energie und positives Denken sowie eine gewisse Leichtigkeit. Ihr Ziel: Dass jeder abends zufrieden ins Bett gehen kann. „Ich möchte meinen Kindern eigenverantwortliches Handeln und Selbstachtung mit auf ihren Weg geben.“ Gemeinsame Lösungen. Wie überall, braucht es auch in einer Patchworkfamilie klare Grenzen und Regeln. „Ich vermittle meinen Kindern, dass Handlungen immer Konsequenzen nach sich ziehen und wir aber gemeinsame Lösungen finden können. Am Anfang war das ehrlich gesagt auch für Ralph nicht so einfach, aber ich lebe es allen vor und zeige somit, dass es funktioniert.“ Unter der Woche hält sie Ralph den Rücken für seinen Job frei, welcher der Familie das finanzielle Überleben sichert. An den Wochenenden genießt er umso mehr die Zeit mit den Kindern. Wie Katrin verrät, bleibt momentan nur wenig Zeit als Paar oder für sie selbst übrig, das gehe nur, wenn ihre Eltern zu Besuch sind. Einen persönlichen Ausgleich hat sie sich aber mit ihrem Family-Concept-Store „allesBUNT“ in Bregenz. Vom Land Vorarlberg wünscht sie sich vor allem noch mehr Unterstützung im Bereich der Kinderbetreuung.

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Fuß fassen in einer Männerdomäne Auch wenn sich die Berufswelt in den letzten Jahrzehnten doch sehr verändert hat, gibt es noch immer Berufe, die als „typisch männlich“ angesehen werden. Wer den Weg in eine Männerdomäne wählt, stößt dort noch immer auf Hindernisse. Doch manche Frauen lassen sich davon nicht einschüchtern und wählen bewusst diesen Weg, wie auch Nina Gugganig.

Wie viele Frauen waren mit dir in der Ausbildung an der HTL in Rankweil? Unter rund 25 Männern waren wir nur zu viert.

„Vorarlberg ist weiblich“ hat mit Nina Gugganig über ihren Arbeitsalltag gesprochen. Worin liegen deine Stärken? Ich bin strukturiert und organisiert, selbstständig, zielstrebig, selbstbewusst, freundlich, charmant und offen für alles.

Fotos: Marcel Hagen - studio 22

Was sind deine Aufgaben? Meine Aufgabe liegt im Grunde darin, die Bauleiter in allen Bereichen (Massenermittlungen, Ausschreibungen, Koordination der ausführenden Professionisten, Beziehungsmanagement zu Kunden, Fachleuten, Behörden und Zulieferern) vom Planungsstart bis hin zur Schlüsselübergabe inklusive der Nachbetreuung zu unterstützen.

voreingenommener, was mein Wissen oder Können betrifft. Da muss ich eben meine Frau stehen.

Was war überraschend für dich oder was hast du dir anders vorgestellt? Ich dachte eigentlich, Welche Erfahrungen hast du als dass es mehr Frauen in der BauFrau im Business-Umfeld gebranche gibt. Seit ich meine Karrimacht? Auch wenn ich mich in ere bei Karrenblick Wohnbau bemeiner Freizeit gerne weiblich kleigonnen habe, hatte ich zu 98% nur de, war mir von Anfang an klar, mit Männern zu dass ich bei meinen tun. Das war mir K o nt r ol l g ä n g e n „Wer sagt, dass bei meiner Schulauf der Baustelle wahl damals siaus Sicherheitseine Frau nicht nicht begründen passend ebenso gut Kran- cherlich wusst. Ich finde angezogen sein muss und mir so fahren, elektrische das eigentlich sehr auch mehr Akzep- Leitungen verlegen, schade und würde mir wünschen, in tanz entgegengeWände malen Zukunft auch anbracht wird. Manchmal passiert oder eine Baustelle dere Frauen auf der Baustelle anes, dass mich die leiten kann?“ zutreffen. Handwerker mit einer WohnungskäuNina Gugganig, Junior-Bauleiterin Wie schaffst du ferin verwechseln. Karrenblick Wohnbau es, mit Sexismus Dieses Missverund unschönen Kommentaren ständnis bringt mich zum Schmunfertigzuwerden? Bisher wurde ich zeln und wird gleich klargestellt. eigentlich noch nie direkt damit konfrontiert. Mir sind schon die ein Fühlst du dich immer ernst geoder anderen Kommentare zu Ohnommen? Speziell die Begegren gekommen oder ich habe ein nungen mit den Arbeitern auf der verstecktes Grinsen bemerkt. Das Baustelle sind immer ganz unterkümmert mich wenig, da steh ich schiedlich. Manche reagieren verdrüber. wundert, manche positiv überrascht, manche abwertend. Je mehr Kontakt ich dann zu ihnen habe, Was würdest du anderen jungen umso besser wird das Verhältnis Frauen empfehlen? Wir leben in und umso mehr werde ich akzepeiner Zeit, in der unendlich viele berufliche Möglichkeiten geboten tiert. Was mir jedoch auffällt: Jünwerden. Es muss schlussendlich gere Gesprächspartner auf der jede Frau ihren Weg, der meiner Baustelle zeigen mehr Akzeptanz Meinung nach sehr wohl auch in als „Urgesteine“. Ältere, erfahrene der Baubranche sein kann, finden. Personen sind misstrauischer und

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VORARLBERG IST WEIBLICH

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Karrenblick Wohnbau bietet Nina die Chance, Assistenzaufgaben einer Junior-Bauleiterin auszuüben und in ihren Traumberuf der Bauund Projektleiterin hineinzuwachsen. Ein kompetentes Team von rund 20 Mitarbeitern arbeitet tagtäglich an der Umsetzung lebenswerter Wohnträume. Respekt und gegenseitiges Vertrauen sind hier ein wichtiges Fundament für den Erfolg. Das spürt auch Nina, die als junge, selbstbewusste Frau ihre Visionen mit einbringt und ­ sich gerne neuen, spannenden Aufgaben stellt.


„Wir hoffen, dass die Menschlichkeit bleibt“ Sie machen aktuell Matura, die Welt steht ihnen offen. Doch wohin wird die Reise gehen? Annabell Omann-Flax und Hannah Klement über ihre Zukunftspläne und Träume, aber auch über Gleichberechtigung und ein oftmals fehlendes Verständnis.

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ie haben eine nicht einfache Zeit hinter sich. CoronaLockdowns, das Minimieren sozialer Kontakte. Keine Partys, Konzerte, aufregende Reisen. All das, was eine Jugend prägt, musste in den vergangenen zwei Jahren großteils ausgeblendet werden. Das hat sich klar auf die jungen Menschen und ihre Psyche ausgewirkt, wie auch Annabell Omann-Flax (18) und Hannah Klement (17) im Interview bestätigen. Auch wenn man das Wort Corona fast nicht mehr hören möchte, kann man das Virus im Gespräch mit euch nicht ausblenden. Schließlich hat es zwei Jahre lang euer Leben bestimmt. Annabell: Absolut. Unser Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich bin vor dem ersten Lockdown gerade 16 Jahre alt geworden und konnte noch genau einmal abends mit Freunden ausgehen. Das wars. Und das ist sehr schade, wenn man gerade so reinkommt ins jugendliche Alter, in dem man sich ja eigentlich ausprobieren sollte, und diese Erfahrungen dann nicht machen kann. Ich merke jetzt, dass ich viel nachzuholen habe. Was in der Maturaklasse natürlich blöd ist und für Konflikte sorgt. Die vergange-

nen zwei Jahre haben auf jeden Fall psychische Auswirkungen. Laut einer Studie sollen ja 40 Prozent mehr Jugendliche in psychologischer Behandlung sein. Das schockiert mich und zeigt, dass diese Krise uns alle ziemlich mitgenommen hat. Mehr als man wahrscheinlich denken mag und mehr als unsere Schulleitungen, Lehrperso­ nen und

„Wir wollen jetzt wieder anfangen, zu leben. Weg­gehen, Leute kennenlernen, reisen.“ Annabell Omann-Flax die Politik denken. Denn wir spüren schon, dass das Verständnis für unsere Generation oftmals fehlt. Habt ihr das Gefühl, ihr werdet nicht ernst genommen? Hannah: Mein Gefühl ist, dass das von oben herab oft der Fall ist. Als Beispiel nehme ich die Politik. Natürlich verstehe ich, wenn sich ein Bildungsminister nicht in die Jugend hineinversetzen kann. Aber dennoch sollte er Verständnis für

uns haben. Die Aufgabe der Politik wäre dann meines Erachtens, mit Schüler:innen ins Gespräch zu kommen und zu fragen, wie die Lage wirklich ist. Das klappt auf Landesebene recht gut, aber bundesweit sehe ich da großen Nachholbedarf. Vor einem Monat wurdet ihr dann mit einem weiteren schrecklichen Ereignis konfroniert: Krieg. Welche Gefühle hattet ihr in diesen Augenblicken? Hannah: Noch vor Beginn der Angriffe hatte ich wirklich Angst. Es war nichts fix und es herrschte eine ständige Anspannung. Als es dann traurige Wirklichkeit wurde, hab ich mich am Morgen hingesetzt, hab mir die Schlagzeilen angeschaut und hab angefangen zu weinen, weil das irgendwie so unverständlich für mich war. Zum jetztigen Zeitpunkt jedoch, und das finde ich eigentlich gar nicht gut für mich selber, ist es irgendwie schon wieder so eine Normalität geworden. Aber es ist absolut keine Normalität. Doch das zeigt wohl auch, wie wir in den letzten zwei Jahren gelernt haben, mit solch schlimmen Schlagzeilen und schrecklichen Situationen umzugehen. Also es ist schon sehr angsteinflößend.

Engagiert für andere: Annabell Omann-Flax (re.) ist in der Schüler:innenvertretung, Hannah Klement stellver­tretende AHS-Landes­ schulsprecherin.

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„Ich wünsche mir einfach eine Welt, in der wirklich jeder Mensch gleichberechtigt ist.“

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VORARLBERG IST WEIBLICH

Ihr Gerechtigkeits­ sinn und der Wunsch, anderen zu helfen, sind Hannahs Motivati­ on. Sie will ein Sprachrohr für Vorarlbergs Schüler:innen sein.

Fotos: Oliver Lerch

Neben ihrem politi­ schen Engagement gilt Annabells Lei­ denschaft dem Vol­ tigieren. Sie trai­ niert eine Gruppe mit Kindern von 7 bis 13 Jahren.

Hilfsbereitschaft, die gegenüber Annabell: Ich habe ehrlich gesagt Und wie steht es um eure prider Ukraine gezeigt worden ist, nicht gedacht, dass es so weit komvaten Zukunftspläne? hat mich total überrascht. Es gibt men würde. Bis zum letzten Tag Annabell: Gute Frage. Früher unzählige Spendenläufe, Menschen habe ich gehofft, dass Putin doch wollte ich immer ganz viele Kinder spenden privat – ich hoffe, dass noch ein Stück Menschlichkeit in haben. Aber wenn man Karriere diese Hilfsbereitschaft auch in Zusich trägt. Umso schockierter war machen will, muss man mit der ich, als ich die Nachricht vom Krieg Familienplanung später anfangen. kunft beibehalten wird. in der Ukraine bekommen habe. Da Ich denke aber schon, dass ich in ist es mir schon anders geworden den nächsten zehn Jahren gerne Blicken wir ein bisschen in eure und ich habe einige Tage wirklich ein Kind bekommen würde. persönliche Zukunft. Wohin soll Panik geschoben. es nach der MatuDie ersten zwei WoHannah: Ich will auf jeden Fall ra gehen? „Ich kann mir Familie. Ob diese nur aus meinem Annabell: Ich werchen hatte ich auch Partner und mir oder auch aus so ein schlechtes vorstellen, dass es de im Sommer mit Kindern besteht, ist völlig offen. Ich Gewissen, dass ich aus unserer Gene- meinen zwei besten habe eben auch das Problem, dass jetzt Matura schreiFreundinnen nach ration viele gute Teneriffa reisen. ich gerne Karriere machen würde. be, mich über meiUnd als Frau ist es halt schwieriger, ne Noten verkopfe Politiker:innen ge- Anfang August ziBeruf und Kinder unter einen Hut und andere Menehe ich dann nach ben wird.“ zu bringen. Darum will ich meine Wien und werde im schen kämpfen um Annabell Omann-Flax Karriere voranstellen und dann mit Herbst entweder ihr Leben. Ich sollte Ende 20 mal schauen, wo ich stehe. mit dem Studium doch eigentlich ge„Soziale Arbeit“ beginnen oder, je rade anderen helfen. In solchen Monach Ergebnis der Aufnahmeprümenten wird einem dann klar, wie Frauen müssen sich also entirrelevant die Schule ist. scheiden. Denkt ihr, diese Situafung, erst noch ein Jahr in dieser tion wird sich bessern? Richtung arbeiten. Haben die letzten Wochen eure Hannah: Egal ob als erwachsene Hannah: Ich würde gerne für ein Sicht auf das Leben verändert? Frau oder als Jugendliche, man ist paar Monate ins Ausland gehen. Es irgendwie immer mit Kritik konHannah: Im Internet redet man zieht mich nach Spanien. Ein bissvon unserer Generation schon so frontiert, die nur an das weibliche von einer Art „Chaos-Generation“, Geschlecht gerichtet ist. Darum finchen Erfahrungen sammeln, das weil bei uns einfach Schlagzeile auf Leben genießen. Danach will ich de ich, dass Feminismus unglaublich Schlagzeile folgt. Zuerst Corona, eiebenfalls in Wien Jura studieren. wichtig ist. Annabell und ich sind ziemlich überzeugte Feministinnen ne weltweite Pandemie, dann Krieg und wir kriegen oft zu hören, dass in Europa, was man sich auch nicht Und wo seht ihr euch dann in wir in Österreich doch keinen Fehatte vorstellen können. Ich denke, fünf oder zehn Jahren? Welche wir müssen ein Stück weit einfach Pläne habt ihr? minismus mehr brauchen. Es passe damit leben, dass schlimme Dinge doch alles. Wieso macht man es Annabell: Also ich hab schon eipassieren. Auf der ganzen Welt gibt Frauen dann so schwer, Kinder zu nen genauen Plan. Denn ich träues Krieg und das nicht erst seit bekommen? Eine me seit drei Jahren einem Monat. Ich habe auch ein Gesellschaft lebt von davon, eine eigene „Wir sehen uns bisschen die Hoffnung, dass dieKindern. Ich glaube, Firma zu gründen. Ähnlich dem SOS immer wieder mit es braucht eine neue ser Krieg mehr Verständnis bringt Generation in der Kinderdorf. Sprich, für andere Katastrophen und ein Kritik konfronum da vieles ich würde gerne bisschen mehr Menschlichkeit. Die tiert, die nur an Politik, zu verändern. Jugendlichen, die kein Zuhause oder das weibliche Probleme daheim Aber ich Geschlecht geht.“ Annabell: haben, eine Heimat denke, wir geben Hannah Klement bieten. Ebenso Obda mehr Gas als die Generationen vor dachlosen für die uns. Ich kann mir absolut vorstelNacht ein Dach über den Kopf. Meine Vision ist, das Unternehmen len, dass es aus unserer Generatieuropaweit auszubreiten, um auch on viele gute Politiker:innen geben in Ländern helfen zu können, in wird. Ich bin zuversichtlich. denen die Lage diesbezüglich besonders brenzlig ist. Mit Blick auf die Welt. Was würdet ihr euch wünschen? Hannah: Ich denke, dass ich in Hannah: Da hab ich eine ganz einRichtung Menschenrecht gehen fache Antwort: Gleichberechtigung werde. Mein Traum wäre, irgendfür alle Menschen. wann so gut gestellt zu sein, dass Annabell: Offenheit gegenüber anich als Anwältin viele Gratis-Cases übernehmen kann. Denn oft scheideren Kulturen, anderen Geschlechtern Menschen vor Gericht, weil sie tern, anderen Mindsets. Probieren, sich keine guten Anwälte leisten sich in andere Leute hineinzuverkönnen. Hier würde ich gerne etsetzen. Mehr Verständnis. Und auf die Gefühle von anderen zu achten. was bewegen.


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Fotos: Casino Schaanwald, Birgit Riedmann, Fotowerk Lampelmayer GmbH

„Welche weibliche Persönlichkeit ist für Sie ein Vorbild und warum?“

Ionela Sorina Savulescu

Patricia Zupan-Eugster

Anna-Lena Hollfelder

Duty Managerin, Casino Schaanwald

Geschäftsführerin, W3 Marketing GmbH

Eigentümerin, PRÄG Dornbirn

„Für mich ist die US-amerikanische ­ V-Größe und Unternehmerin Oprah T Winfrey ein Vorbild. Sie musste wegen ihrer harten Kindheit und Jugend nicht bei null anfangen, sondern sogar bei ­minus. Dennoch hat sie es mit viel Selbstvertrauen und Selbstdisziplin geschafft, ein wahres Imperium aufzubauen. Sie hat gezeigt, was mit harter Arbeit und ­Leidenschaft möglich ist, auch wenn man von ganz unten kommt.“

„Jacinda Ardern, die neuseeländische ­ remierministerin. Anstatt in der Politik P abzustumpfen, schafft sie es, das System zu ändern. Mit ihrem Wellbeing Budget macht sie die Gesundheit und Zufriedenheit der Bürger:innen zur Maßeinheit für Fortschritt. Sie hat während ihrer Amtszeit ihr Kind bekommen, konnte die Wiederwahl mit absoluter Mehrheit ­gewinnen und zeigt, dass es neue Ideen und Wege für die Zukunft gibt.“

„Ein Vorbild ist für mich eine Person, die man bewundert und spannend findet. ­Jedoch wollte ich schon immer sowohl im privaten aber auch im geschäftlichen ­Leben meinen eigenen Weg gehen. Dabei habe ich mich natürlich von verschiedenen Personen inspirieren und moti­ vieren lassen. Dazu zählen u. a. Frauen wie Julia Roberts oder aber auch Tamara Comolli. Auch Magdalena Neuner hat mich oft motiviert und angespornt.

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WIR MACHT’S MÖGLICH. Es ist nicht der Einzelne, der die Welt verändert. Es ist die Gemeinschaft, die stärker ist als alles andere. Das Wir, das füreinander sorgt und füreinander Mehrwert schafft. So ermöglichen wir die Verwirklichung großer Träume und gestalten eine nachhaltige Zukunft. 24

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