25.000 „Sterbefälle“ historisch erfasst Präsentation der Forschungsgruppe „Sterberegister Dornbirn-St. Martin“ Das Sterberegister der Pfarre St. Martin umfasst den Zeitraum von 1723 bis 1910. Das Register enthält Informationen über Todesdatum, Familienstand, Beruf, Wohnbezirk und Alter von über 25.000 verstorbenen Personen aus der Gemeinde Dornbirn. Die Daten sind handschriftlich – zum Teil in schwer lesbarer Schrift – festgehalten. Anlässlich des 50. Treffens der Dornbirner Geschichtswerkstatt wurden die gesammelten Daten präsentiert. Diese Daten sind für die Forschung hoch interessant. Sterbefälle häufen sich sowohl jahreszeitlich als auch in verschiedenen Altersstufen. So wurde beispielsweise nach einem harten Winter häufiger gestorben als davor. In vorderster Reihe sind generell Kinder und Greise zu finden. Massive Differenzen im langjährigen Ablauf lassen Zusammenhänge mit Wetter und Missernten erahnen. Für die Dornbirner Geschichtswerkstatt, unterstützt durch das Stadtarchiv Dornbirn, war dies Anlass genug, unter Leitung des Klimahistorikers und Geografen Dr. Klaus Fessler ein Forschungsprojekt zu starten. Man erhofft sich dabei in Zusammenhang mit anderen Forschungsdisziplinen neue Erkenntnisse. Die Erfassung von Daten von über 25.000 Personen stellte sich als zeitaufwändig und heikel heraus. Die Daten wurden mühevoll entziffert und elektronisch erfasst. Nach 16 Monaten Arbeit konnten die „Übersetzer“ nun das Werk präsentieren. Als Anerkennung erhielten sie ein Buchpräsent.