LAbg. Dr. Elke Sader
Klausmühle 7d, 6911 Lochau
Herrn Landesstatthalter Mag. Markus Wallner Landhaus 6900 Bregenz Bregenz, 20. März 2008
Spitalplan 2010 Sehr geehrter Herr Landesstatthalter! Vor kurzer Zeit präsentierten Sie den Spitalplan 2010. Abgesehen davon, dass ein „Planungshorizont“ von zwei Jahren nicht gerade der große Wurf darstellt, ergeben sich im Zusammenhang mit dem präsentierten Spitalplan 2010 einige Fragen. Interessant ist in diesem Zusammenhang Ihre Feststellung, dass im LKH Bregenz möglicherweise doch zu wenig Personal vorhanden ist. Eine Aussage, die so gar nicht in die Diskussion rund um den Ihnen bekannten Bericht des Landes-Rechnungshofes passt. Es stellt sich auch die Frage, ob sich die von Ihnen angekündigten Investitionen in der Höhe von EUR 200 Millionen ausschließlich auf bauliche Maßnahmen oder aber auch auf zusätzliche Personalkosten beziehen. Vor allem aufgrund der Situation in den internen Abteilungen geht man davon aus, dass es einen erhöhten Bettenbedarf von 13 % gibt. Seit Jahren liegen vor allem in diesen Abteilungen immer wieder PatientInnen auf den Gängen – niedergelassene Ärzte haben zum Teil Bedenken, dass für Notfälle keine Betten zu bekommen sind. Nachfragenswert erscheint mir auch die Situation im Bereich der Nachsorge zu sein. Interne Abteilungen und Orthopädien brauchen zunehmend eine funktionierende Nachsorge. Diesbezüglich ist meines Erachtens nach wie vor offen, ob es beispielsweise reichen wird, im Bezirk Bregenz lediglich 20 Nachsorgebetten zu haben. Am Landeskrankenhaus Hohenems hat die tageschirurgische Abteilung ihre Arbeit aufgenommen. In diesem Zusammenhang muss darauf
verwiesen werden, dass wahrscheinlich auch tageschirurgische Eingriffe einer nachfolgenden stationären Überwachung zugeführt werden müssen und sich somit die Frage ergibt, welche Betten dazu herangezogen werden bzw. ob diese Überwachung überhaupt am LKH Hohenems gemacht werden kann. Ich erlaube mir deshalb gemäß § 54 der Geschäftsordnung des Vorarlberger Landtages folgende
Anfrage an Sie zu richten: 1.)
In welche Maßnahmen werden die von Ihnen angekündigten 200 Millionen Euro investiert? 2.) Wie viele systemisierte Betten gibt es derzeit auf den jeweiligen internen Abteilungen, wie sehen im Einzelnen die Bettenbedarfsprognosen aus und wie wird dieser Situation Rechnung getragen? 3.) Ist an einen Ausbau der genannten Betten gedacht und wenn ja, wo werden wann wie viele Betten zusätzlich eingeplant? 4.) Wie wird die personelle Situation, vor allem im Pflegebereich, den geänderten Voraussetzungen angepasst? 5.) Wie lässt sich die Tatsache, dass laut Spitalplan 2010 115 systemisierte Betten weniger vorhanden sein werden, mit der Tatsache des erhöhten Bettenbedarfs in bestimmten Fächern in Einklang bringen? 6.) Werden die für den Bezirk Bregenz geplanten 20 Nachsorgebetten den Bedarf abdecken können? 7.) Wie sieht die Nachsorgesituation (Zahl der Betten etc.) in den anderen Vorarlberger Bezirken aus? 8.) Gibt es überhaupt seriöse Prognosen, was die Zahl der Nachsorgebetten für die einzelnen Bereiche anlangt und wenn ja, auf welche Prognosen stützen Sie sich? 9.) Ist Ihnen bekannt, wie viele tageschirurgische Eingriffe schlussendlich einer weiteren stationären Überwachung bedürfen? 10.) Werden die in Frage 9 angerissenen Probleme im LKH Hohenems selbst gelöst bzw. welche Betten in welchen Krankenhäusern werden dafür herangezogen? 11.) Was ist der status quo in Sachen Gaisbühel?
LAbg. Dr. Elke Sader