Titel
MAGAZIN Vorarlbergs Naturvielfalt entdecken, erleben, erhalten | Ausgabe 2017
te zum r a K t i M men h e n s u a Her e zgebiet t opaschu Alle Eur gs r e Vorarlb
Unsere Wiesen
Exkursionen und Termine
Wie Blätter sauber bleiben
Mit Weitblick handeln
Von einheitsgrün zu blütenbunt | Seite 04
Gratis-Führungen in Vorarlbergs Natur | Seite 08
Naturwissen für Kinder | Seite 24
Zusammenarbeit im Naturschutz | Seite 26
Vorwort & Inhalt Titel
Naturvielfalt Vorarlberg Entdecken. Erleben. Erhalten.
In Kooperation mit
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Vorwort & Inhalt Titel
„Natur und Landschaft sind kostbare Lebensgrundlagen für Vorarlberg. Sie bieten Menschen, Tieren und Pflanzen Lebens- und Erholungsraum. Ihre Schönheit ist ein Wert an sich, den es zu erhalten gilt.“ So steht es im Arbeitsprogramm der Landesregierung festgeschrieben. Mit „Naturvielfalt Vorarlberg“ möchten wir Sie ermuntern, unser Land in seiner ganzen Schönheit zu entdecken, zu erleben und durch dieses Erleben zur Überzeugung zu kommen: Ja, wir müssen darauf achten, dass auch kommende Generationen noch eine intakte Naturlandschaft vorfinden. Wenn möglichst viele Menschen einen Blick dafür bekommen, dass Artenvielfalt, Ruhezonen, Natur- und Erholungsräume für uns alle lebensnotwendig sind, ist die Grundlage dafür geschaffen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine lange, intensive Entdeckungsreise durch die Naturvielfalt Vorarlbergs!
Landesrat Johannes Rauch
14 Europaschutzgebiete 24 Kinder 26 Naturvielfalt-Partner 28 Naturvielfalt in der Gemeinde 30 Vielfalter Fragen & Antworten
Ludescherberg
04 Unsere Wiesen 06 Vielfalter-Wissen 08 Exkursionen und Termine 10 Naturführer-Ausbildung 12 Respektiere deine Grenzen
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Lebensraum Wiese Titel
Unsere Wiesen Von einheitsgrün zu blütenbunt Es ist angerichtet: Heimische Wiesen bieten nicht nur der Landwirtschaft heiß begehrtes Grünfutter, sondern auch vielen Hunderten Tier- und Pflanzenarten den idealen Lebensraum. Aber aufgepasst: Wiese ist nicht gleich Wiese! Fette Weiden sind dünn besiedelt In den Tallagen sind blühende Wiesen und Weiden rar geworden. Denn bei der modernen Grünlandbewirtschaftung geht es darum, energiereiches Futter mit hohem Eiweißgehalt zu erzeugen. Der Futterwert der Gräser steht im Vordergrund. So dominiert das artenarme Grünland, das hauptsächlich Gräser vorweisen kann.
Bild: Georg Gantner
Hintergrund sind die intensive Düngung und zahlreiche Wiesenschnitte. Wurde früher pro Saison maximal dreimal gemäht und Heu gemacht, sind heute zur Herstellung von Silage fünf und mehr Schnitte die Regel. Das trifft bestäubende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. hart. Sie sind auf den Pollennektar der Blüten angewiesen. Mit der ständigen Mahd fällt diese Futterquelle aber dauerhaft aus. Eine Ausnahme bildet neben dem gelb blühenden Löwenzahn zum Beispiel der Wiesenkerbel.
Das blühende Leben entsteht dort, wo nicht gedüngt wird Interessanterweise trägt Mutter Natur besonders dort gerne dick auf, wo es mit den Nährstoffen knapp zugeht: An nährstoffarmen Standorten haben Blühpflanzen weniger Konkurrenz durch Gräser. Sie sind ein kleines Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Damit dies so bleibt, ist es wichtig, landwirtschaftliche Bewirtschaftung anzupassen. Magerwiesen werden nur einmal, und zwar nach der Blüte, gemäht und nicht gedüngt. Der richtige Mähzeitpunkt ist entscheidend, damit die Blühpflanzen Samen zur Vermehrung bilden können. Deswegen sollten noch vorhandene Blumenwiesen so bewirtschaftet werden, dass die Artenvielfalt erhalten bleibt. Denn sind die Blumen erst verschwunden, kommen sie so schnell nicht wieder.
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Magerwiese in Dalaas
Lebensraum Wiese Titel
Vielfalter-Wissen
n e s s i W r e t l Vielfa Wiese
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Blumenwiese selber machen in zwei Schritten Wer einen klassischen Rasen sein Eigen nennt, kann ihn wieder auf blühen lassen – und damit zur Naturvielfalt beitragen.
Naturvielfalter-Tipp
Vorarlbergs Naturvielfalt ist groß – und fängt schon bei der Wiese an. Hier gibt es einen Überblick über die wichtigsten Wiesenarten. Magerwiesen
Fettwiesen
Bis vor wenigen Jahrzehnten war dieser Lebensraumtyp eine der häufigsten Wiesengesellschaften Mitteleuropas. Mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Gräsern und Kräutern zählt dieses Urbild einer Wiese zu den artenreichsten Pflanzengemeinschaften.
Traditionell wurden Fettwiesen zur Heugewinnung zwei- oder dreimal im Jahr geschnitten. Intensiv genutzte Fettwiesen werden heute bis zu sechsmal pro Jahr geschnitten, das Schnittgut wird meist nicht als Heu getrocknet, sondern durch Silage konserviert. Je intensiver die Nutzung ist, desto geringer fällt die Artenvielfalt einer Fettwiese aus.
Gibt es keine artenreichen Wiesen in der Nähe, empfiehlt sich in Stufe zwei die „Impfung“: Den Rasen entweder mit der Pflanzung von heimischen Kräutern aufwerten oder streifenweise entfernen, um dort gezielt heimische Blütenpflanzen auszusäen. Dann heißt es: abwarten, den wundersamen Wandel im Garten genießen und quasi live die Rückkehr der Natur erleben! Mit der neuen Blütenpracht wird auch wieder ein fleißiges Summen und entspannendes Brummen die Luft erfüllen.
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Bilder: Magerwiesen – Markus Burtscher, restliche Bilder – umg
Stufe eins: Die Düngung einstellen und nur noch wenige Male im Jahr mähen. Wichtig: Das Schnittgut immer entfernen und so den Nährstoffgehalt des Bodens senken. Für die Blütenvielfalt braucht es danach vor allem Geduld. Man muss der Natur Zeit lassen, denn die Zuwanderung typischer Wiesenpflanzen ist vom Samenflug aus der Umgebung abhängig.
Moor- und Riedwiesen
Alpweiden
Sie sind prägende Landschaftselemente und tragen wesentlich zur Ausprägung der Kulturlandschaft bei. Sie sind wichtige Refugien für die Tierwelt, viele seltene und gefährdete Arten haben hier ihren Lebens- und Rückzugsraum. Ist es kein intaktes Hochmoor, müssen solche Wiesen gepflegt werden, da sie sich sonst wie fast alle Landlebensräume unterhalb der Waldgrenze langsam Richtung Wald entwickeln.
Sie sind ursprünglich größtenteils bewaldete Flächen an und unterhalb der Waldgrenze, die vor langer Zeit gerodet wurden. Eine gut bewirtschaftete Alpe weist eine hohe Artenvielfalt auf – andernfalls würden die Flächen zu Buschland werden. Umgekehrt würde eine Intensivierung der Alpwirtschaft mit verstärktem Maschinen- und Düngereinsatz die Naturvielfalt gefährden.
Schützenswerte Tierwelt
Heller WiesenknopfAmeisenbläuling (weiblich)
Großer Wiesenknopf
Lieben bunte Riedund Streuewiesen:
Die WiesenknopfAmeisenbläulinge
Subalpin-alpine Lebensräume In diesen weitestgehend natürlichen bis ursprünglichen Lebensräumen ab 1.500 Höhenmetern sieht die Situation am besten aus: Der menschliche Einfluss ist gering und somit liegt die Artenvielfalt hier auf ihrem natürlichen Niveau.
Noch mehr Informationen zum Thema Wiese finden Sie auf: www.walgau-wunder.at
In den Riedwiesen Vorarlbergs finden sich zwei äußerst rare Schmetterlingsarten, der Helle und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. In ihrer Entwicklung sind diese beiden Arten hochspezialisiert und auf das Vorkommen einer einzigen Wirtspflanze sowie auf bestimmte Wirtsameisen angewiesen. Ausschließlich in den Blüten des Großen Wiesenknopfs legen die Weibchen ihre Eier ab. Die Raupe ernährt sich bis zur dritten Häutung von den Blütenständen und lässt sich dann auf den Boden fallen. Durch verführerische Duftstoffe ausgetrickst, tragen Wirtsameisen die Raupe in ihren Bau, wo sie sich über die Wintermonate bis zu ihrer Verpuppung an der Ameisenbrut labt.
Quelle Illustration: Wikipedia, Aleksandar Popovi und Miloš Popović
Streuobstwiesen Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstbaus und beheimaten eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Diese traditionelle Wirtschaftsform führt zu einem einzigartigen Biotop für unzählige Insekten, Vögel, Kleinsäuger und Wiesenkräuter. Durch moderne Landwirtschaft wird dieser Lebensraum immer seltener.
Optimale Lebensbedingungen finden diese beiden Bläulingsarten heutzutage noch in den traditionell bewirtschafteten Streuewiesen des Rheintals und Walgaus vor. Streuewiesen werden einmal jährlich im Herbst gemäht. Sie zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Vorarlberg und beherbergen eine Vielzahl seltener und teils gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Durch die Ausdehnung der Siedlungsund Gewerbegebiete sowie Intensivierungstendenzen in der Landwirtschaft gehen wertvolle Streuewiesen unwiederbringlich verloren. Dank der Streuewiesenverordnung des Landes genießen viele dieser einzigartigen Lebensräume seit 1990 einen besonderen Schutz – damit werden sich auch zukünftige Generationen an den seltenen Bläulingen erfreuen können!
Lebensraum Bangs und Matschels, Gsieg – Obere Mähder, Mehrerauer Seeufer – Bregenzerachmündung, Rheindelta, Soren, Gleggen-Köblern, Schweizer Ried und Birken – Schwarzes Zeug 07
Waren Sie schon einmal auf einer Biotopexkursion? Wenn Sie die faszinierende Tierund Pflanzenwelt der Vorarlberger Biotope kennenlernen wollen, dann begeben Sie sich doch auf eine der zahlreichen Exkursionen mit Expertinnen und Experten des Landes Vorarlberg und seiner Partner.
Schützenswerte Schätze Freitag, 7. Juli 2017 | 9 Uhr | Großes Walsertal
Bild: umg
Veranstaltungskalender Titel
Exkursionen und Termine
Der Biosphärenpark Großes Walsertal ist geprägt von traditioneller landwirtschaftlicher Nutzung und naturräumlichen Besonderheiten. Über Jahrhunderte spielt die bäuerliche Nutzung der unterschiedlichen Grünlandtypen eine große Rolle für den Artenreichtum im Tal. Die Teilnehmenden wandern von Buchboden aus auf das Maisäß Unterüberlut, ein Europaschutzgebiet mit wunderbarem Blumenreichtum. Weitere Informationen unter: www.inatura.at
Zusammen mit unseren erfahrenen Fachleuten können Sie zum Beispiel bereits frühmorgens begleitet von Vogelgezwitscher die Vorarlberger Riedlandschaften erkunden oder in der Abenddämmerung die Fledermäuse am Alten Rhein in Altach bei der Insektenjagd beobachten.
Treffpunkt: Buchboden, Dorfplatz vor der Kirche Dauer: ca. 4–5 Stunden Exkursionsleitung: Josef Türtscher, Günter Bischof
Das „Bergli“ im Klostertal
Samstag, 16. September 2017 | 9 Uhr | Sibratsgfäll
Freitag, 16. Juni 2017 | 14 Uhr | Klostertaler Bergwälder
Bild: Carola Bauer
Bild: Georg Gantner
Mit dem Ranger unterwegs
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Ganz Sibratsgfäll ist in Bewegung. Eindrücklich sieht man das an Felbers Schiefem Haus in der Pazelle Rindberg, das sich ohne nennenswerte Schäden insgesamt 18 Meter bewegt hat. Nach einem Besuch im Schiefen Haus erwandern wir die schräge Welt von Sibratsgfäll am Rindberg. Rangerin Carola zeigt uns, wie man die Landschaft lesen kann. Jede Veränderung bringt Chancen für die Natur. Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach der neu geschaffenen Vielfalt. Weitere Informationen unter: www.nagelfluhkette.info
Wer offenen Auges durch das Gebiet wandert, dem wird schnell klar, welche Vielfalt an Lebensräumen sich hier verbirgt. Unsere Exkursion führt uns von den Geröllmassen des Radonatobels über trockene Föhrenwälder südexponierter Felskuppen bis hin zu artenreichen Magerwiesen inmitten sonniger Buchenmischwälder. Im Fokus soll dabei die Bewirtschaftung der zahlreichen Magerwiesen stehen, ohne die das Gebiet längst an Bedeutung verloren hätte. Weitere Informationen unter: www.inatura.at
Treffpunkt: Auskunft über Tourismusbüro in Hittisau Dauer: ca. 3 Stunden Exkursionsleitung: Carola Bauer
Treffpunkt: Bushaltestelle Außerwald, Wald am Arlberg Dauer: ca. 2–3 Stunden Exkursionsleitung: Christian Kuehs, Georg Gantner, Roman Margreitter
Titel
Biotopexkursion Spona Donnerstag, 1. Juni 2017 | 17.40 Uhr | St. Gallenkirch
t Bild: Herbert Erhart
Montag, 5. Juni 2017 7 Uhr Lustenau | Vogelwelt am Alten Rhein Treffpunkt: Parkplatz Alter Rhein (Am Rohr) 13.30 Uhr Raggal | Orchideenschätze am Wiesweg in Raggal Treffpunkt: Kirchplatz Raggal Gerade einmal 25 Hektar umfasst das neue Europaschutzgebiet Spona in Gortipohl / St. Gallenkirch. Trotz der überschaubaren Größe hat das Gebiet allerhand zu bieten, finden wir hier doch eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen. Im Fokus dieser Exkursion steht der Buchenwald von Spona und damit auch der letzte große zusammenhängende Laubwald im Talschluss des Montafons. Weitere Informationen unter: www.vorarlberg.at/biotope Treffpunkt: Bushaltestelle Gortipohl Zentrum Dauer: ca. 2 Stunden Exkursionsleitung: Christian Kuehs
Der Wiegensee
Dienstag, 6. Juni 2017 18.30 Uhr Wolfurt | Fahrradexkursion zu den Streuewiesenbiotopen in Wolfurt Treffpunkt: Gemeindeamt Wolfurt, mit dem Fahrrad Donnerstag, 8. Juni 2017 18.30 Uhr Hörbranz/Hohenweiler | Steinkrebs, Biber und Orchideen – die Leiblach und der Weiher im Koo Treffpunkt: Parkplatz Gasthaus zum Bad Diezlings, Hörbranz Freitag, 9. Juni 2017 20 Uhr Altach | Fledermäuse – kleine Flugakrobaten am Alten Rhein Treffpunkt: Schwimmbad Rheinauen, Haupteingang
Sonntag, 3. September 2017 | 8.45 Uhr | Partenen
Bild: umg
Samstag, 10. Juni 2017 9 Uhr St. Anton i. M. | Marenta Au, Kogaäule und Alma – Vielfalt und ein Hauch von Wildnis Treffpunkt: Gemeindeamt St. Anton 10 Uhr Alberschwende | Vom Brüggelekopf übers Rohra zum Tannerberg Treffpunkt: Talstation der Brüggelekopfbahn
Auf etwa 1900 Metern über Partenen hat sich eine wahre Besonderheit entwickelt: der Wiegensee und die ihn umgebende Moorlandschaft. Hier finden sich nicht nur Hoch- und Niedermoore, sondern viel mehr kann man hier wie in einer Zeitreise die Verlandung von Seen beobachten. Auch seltene Tier- und Pflanzenarten finden hier einen Lebensraum. Die Wanderung führt von der Mittelstation der Tafamuntbahn über schöne Bergwälder zum Wiegensee. Weitere Informationen unter: www.inatura.at Treffpunkt: Talstation Tafamuntbahn, Partenen Dauer: ca. 4 Stunden Exkursionsleitung: Christian Kuehs, Johanna Kronberger
Sonntag, 11. Juni 2017 9.30 Uhr Sonntag | Familienwanderung rund um die Lagune Treffpunkt: Rheindeltahaus 9.30 Uhr Sonntag | Zur Frauenschuhblüte ins Gadental Treffpunkt: Buchboden, Kirche 10 Uhr Weiler | Flachmoor, Hahnenberg und Pfaffenkellerloch Treffpunkt: Parkplatz beim Gemeindeamt Weiler
Die Facebook-Seite für Naturbegeisterte: Auf facebook.com/naturvielfalt.vorarlberg findet man aktuelle Veranstaltungen, neueste Informationen und interessante Beiträge. Am besten gleich abonnieren!
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Naturführer-Ausbildung
Weil unsere Natur in unserer Natur liegt Naturführerinnen und Naturführer geben Einblicke in die hiesige Artenvielfalt Seit diesem Frühjahr bildet die inatura im Auftrag des Landes Vorarlberg die ersten 20 Naturführerinnen und Naturführer dazu aus, mehr Menschen für die heimische Flora und Fauna zu begeistern. Naturführerinnen und Naturführer sind leidenschaftliche Vermittler und Netzwerker in den Regionen und treten für die vielfältige Naturund Kulturlandschaft Vorarlbergs ein. In ihrer einzigartigen Ausbildung werden ihnen dazu tiefe und faszinierende Einblicke in die verschiedenen Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt vermittelt. Themen wie Blütenpflanzen, Insekten, Geologie, Vogel- und Pilzkunde, aber auch Jagd-, Forst- oder Wasserwirtschaft sind auf dem Lehrplan
zu finden. Abgerundet wird die Ausbildung durch naturpädagogische Einheiten, Teambuilding sowie Konfliktmanagement. Die Initiative zu fundierten Naturführungen kommt von vielen Seiten. Unter anderem haben sich hierfür Schulen, Institutionen, Schutzgebiete und der Tourismus zu einer partnerschaftlichen Allianz zusammengeschlossen. So bleiben alle Interessen gewahrt – und die Schätze der Natur geschützt!
Nähere Informationen unter www.inatura.at
Jetzt anmelden! - Mitmachen können alle, die ein natürliches Interesse haben - Dauer: 16 Kurstage, an vier Wochenenden - Die vier Themenmodule: Wald, Wasser, Wiese, Hochlagen - Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich - Kosten: 1.500 Euro plus Übernachtungen Anmeldung unter karin.silla@inatura.at sowie Tel.: 0676 / 83306 4770
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LR Johannes Rauch und Ruth Swoboda
Für die Ausbildung 2018 sind noch wenige Restplätze frei!
Naturführer-Ausbildung Titel
Vorarlbergs Vorzüge
Die Vielfalt Vorarlbergs auf einen Blick - Gesamtfläche von 2.601 km² - niedrigster Punkt am Bodensee bei 395 Höhenmeter - höchster Punkt bei 3.312 Höhenmeter am Piz Buin - insgesamt 3.933 Flüsse und Bäche - über 700 Berggipfel - 1.700 Blütenpflanzen und Farne - 2.307 verschiedene Schmetterlingsarten - 157 Brutvogelarten - ungezählte Moore, Schluchten, Gletscher, Ried- und Bergwiesen - mehr als 5.000 verschiedene Pilzarten
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Respektieredeine deine Grenzen Grenzen Titel Respektiere
Respektiere deine Grenzen!
Großer Brachvogel im Lauteracher Ried
Die Naturschönheiten Vorarlbergs sind für jeden zugänglich. Es gibt dabei jedoch Grenzen, die man respektieren muss. Die Vorarlberger Kampagne „Respektiere deine Grenzen“ klärt auf. So erfolgreich, dass andere Länder mitmachen.
Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen, sagte ja schon Albert Camus. Tatsächlich darf man glücklich sein, wie sich die Intitiative „Respektiere deine Grenzen“ entwickelt hat. Der stetige Einsatz für die Bedürfnisse der Natur hat viel Unterstützung gefunden: von Fachleuten, Naturbegeisterten, Regierungen und eben Leuten wie dem Lecher Hotelier.
„
Der Schnee in Lech ist nun auch schon geschmolzen. Als jedoch eine Gruppe Variantenfahrer aus Deutschland diesen Winter um Anerkennung gierend ihr Video auf Facebook postet, lag er noch hüfthoch im Zuger Tal. Das Video zeigt eine rasante Skiabfahrt durchs Gelände und wie die Gruppe dabei völlig unüberlegt an einer Wildfütterung vorbeifährt. Auf Facebook erntet das Video jedoch nicht nur Anerkennung. Ein Hotelier aus Lech weist die Gedankenlosen sofort zurecht. Er steht ja wirklich nicht im Verdacht, ein Spaßverderber für Skigäste zu sein, kommentiert das Video aber mit: „Respektiere deine Grenzen!“
Bloße Appelle und Bewusstseinsbildung erzielen nicht mehr die gewünschte Wirkung. LR Johannes Rauch
„Respektiere deine Grenzen“ wurde 2004 von der Vorarlberger Landesregierung ins Leben gerufen, um Sportbegeisterte und Erholungssuchende in der Natur für die Bedürfnisse von Flora und Fauna zu sensibilisieren. Da dieses Anliegen grenzenlos ist, arbeitet man mittlerweile international. Die Schweiz, Teile Bayerns und verschiedene österreichische Bundesländer haben die Initiative von Vorarlberg übernommen. Im Mittelpunkt von „Respektiere deine Grenzen“ stehen Information und Aufklärung. Wer die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen versteht, zeigt normalerweise Respekt vor der Natur und ihren Bewohner.
Klar, diese Episode ist nun auch schon wieder Schnee vom letzten Winter. Aber der Schutz der Wildtiere in sensiblen Zonen vor unbedachten Menschen ist eine Daueraufgabe, vielleicht sogar eine Sisyphusarbeit.
„Wir merken jedoch zunehmend, dass wir mit ‚Respektiere deine Grenzen‘ an unsere Grenzen stoßen“, führt Umweltlandesrat Johannes Rauch aus. „Einerseits müssen wir feststellen, dass Rücksichtnahme und Sensibilität
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Bild: Manfred Waldinger
Weitere Informationen /naturvielfalt.vorarlberg www.vorarlberg.at/respektiere und www.respektiere-deine-grenzen.at
Grundsätzlich setzt „Respektiere deine Grenzen“ auf Kommunikation in Form von Werbung, PR und konstanter Medienarbeit. Mit deutlichen Hinweistafeln vor Ort in der Natur und Markierungen in Kartenmaterial werden die wichtigsten Schutzzonen entsprechend gekennzeichnet. Bis jetzt galt dabei das Motto: Weniger ist mehr. Umweltlandesrat Rauch setzt weiterhin auf die Einsicht der Menschen. Er macht jedoch auch klar: „Wenn die bewusstseinsbildenden Maßnahmen nicht ausreichen,
Die glorreichen Sieben in Wald und Flur Sieben einfache Verhaltensregeln, mit denen jeder die Artenvielfalt in Vorarlberg schützen kann.
1. Respektabstand zu Wildtieren Im Frühjahr und Sommer sind viele Wildtiere mit Balzen, Paarung und Aufzucht der Kleinen beschäftigt. Wer hier beim Flirten oder Füttern stört, riskiert ihre Fortpflanzung, sprich: die nächste Generation. Deshalb gilt: Die Liebe zu Wildtieren zeigt sich direkt proportional im Abstand, den man einhält. Ein Fernglas hilft dabei beiden Seiten!
2. Nicht beim Fressen stören! Die Nahrungsaufnahme ist bei Tieren ein Full-Time-Job. Eine Hirschkuh braucht etwa 14 Kilogramm Grünmasse und 10 Liter Wasser pro Tag. Meisen-Eltern fliegen bis zu 600 Mal täglich das Nest an, um die hungrigen Schnäbel der Jungen zu füllen. Jede Unterbrechung kann da zu Nahrungsmangel führen und stört dabei, sich auf den harten Winter vorzubereiten. Daher bitte auf den Wegen bleiben – insbesondere in der Dämmerung.
3. Wasserspaß mit Augenmaß Der Uferbereich von Gewässern und Feuchtbiotope sind ein besonders sensibler Lebensraum. Im Schilf und Flachwasser brüten seltene Vögel und laichen Fische. Beim Baden und Wassersport deshalb unbedingt Hinweisschilder beachten und respektieren!
braucht es eine verstärkte Überwachung sensibler Gebiete, und wo Vernunft alleine nicht genügt, sind eine konsequentere Bestrafung und höhere Bußgelder notwendig.“ Bleibt zu hoffen, dass die Appelle an die Vernunft und beherzte Vorbilder wie der postende Hotelier wirken. Es ist ja gar nicht schwer, die Bedürfnisse der bedrohten Pflanzen und Tiere zu respektieren. Schon mit sieben einfachen Verhaltensweisen kann jeder beim täglichen Ringen um den Erhalt von Vorarlbergs Naturvielfalt mithelfen. Vielleicht war Sisyphos ja ein glücklicher Mensch, weil er immer draußen war?
Respektiere deine Grenzen
für Naturräume und Wildlebensräume eher abnehmen, gleichzeitig ist wahrnehmbar, dass bloße Appelle und Bewusstseinsbildung nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen.“
4. Bitte Biken mit Bedacht In freier Natur verlangt selbst das so umweltfreundliche Verkehrs mittel Rad nochmals mehr Sensibilität. Indem man nur beschilderte und befestigte Strecken benutzt, bleibt man für Wildtiere berechenbar. Vorrausschauendes Fahren und angepasste Geschwindigkeit dienen darüber hinaus auch der eigenen Sicherheit und fördern das Miteinander von Bikern und Wanderern.
5. Hinweisschilder unbedingt beachten! Die Natur in Vorarlberg ist für alle Menschen zugänglich. Manchmal sind jedoch Einschränkungen notwendig. Ein Schild für ein forstliches Sperrgebiet, eine Sperre wegen Viehtriebs oder Ähnliches bitte unbedingt respektieren! Auch zur eigenen Sicherheit! Das Schließen von Weidegattern ist ohnehin eine Selbstverständlichkeit.
6. Hunde an die Leine, wo es sein muss Hundebesitzer beweisen jeden Tag viel Tierliebe. Ganz besonders dadurch, dass sie ihre treuen Begleiter in sensiblen Naturschutzgebieten an die Leine nehmen. Das vermeidet Stress für die Wildtiere und für Frauchen oder Herrchen.
7. Vorbild sein und überzeugen Meist ist es Gedankenlosigkeit, die dazu führt, jene Grenzen zu überschreiten, die unsere Pflanzen und Tiere schützen. Wer sich informiert, abwägt und als Vorbild handelt, kann viel bewegen. Unterwegs beim Wandern und Biken bleibt meist genug Zeit, seinen Begleitern den Standpunkt der Natur zu erläutern und ihn zu vertreten. 13
Europaschutzgebiete
Vorarlberg schützt seine Schätze
Die fachlichen und rechtlichen Grundlagen für unsere 39 Vorarlberger Europaschutzgebiete sind definiert. Nun geht es darum, die Vielfalt dieser Schätze in unserer Natur zu erhalten. So ziemlich jede Vorarlbergerin und jeder Vorarlberger hat das Glück, in der Nähe eines Schutzgebiets zu leben. Diese laden ein, sie zu entdecken, zu erleben und bei ihrer Erhaltung mitzuhelfen.
Den Europaschutzgebieten, auch Natura-2000-Gebiete genannt, kommt eine wichtige Rolle in der Bewahrung dieser Vielfalt zu. Mittlerweile zählt Vorarlberg bereits 39 dieser Schutzgebiete, die weit über die Landesgrenzen hinaus wichtig sind. Hinter dem Begriff „Europaschutzgebiet“ verbirgt sich ein Netzwerk aus Schutzgebieten von europaweiter Bedeutung. Alle Mitgliedstaaten der EU sind verpflichtet, ihre besonderen Lebensräume und Arten dauerhaft zu erhalten. Schutzgüter wie Steinadler, Wachtelkönig, Alpenmannstreu, Sumpfgladiole, Pfeifengraswiesen, Bergmähder und viele mehr sollen im Ländle auch künftig Jung und Alt erfreuen.
„Wir stellen diesen natürlichen Reichtum nicht unter eine Glasglocke“, erklärt Landesrat Johannes Rauch den Weg des Landes. „Menschen sollen sich in der Natur bewegen können. Ein behutsamer Umgang ist aber gerade deshalb Gebot der Stunde. Denn die Devise lautet: Handeln – oder Abschied nehmen. Das Land Vorarlberg hat sich für Ersteres entschieden.“ > weiter auf Seite 19
Bild: umg
Schöneberg
„
14
… die Devise lautet: Handeln – oder Abschied nehmen. Das Land Vorarlberg hat sich für Ersteres entschieden. LR Johannes Rauch
Hier Karte herauslösen und Schutzgebiete entdecken
Bild: Georg Amann
Vorarlberg ist ein reiches Land. Die Wirtschaft ist gut aufgestellt, im internationalen Wettbewerb erfolgreich und bietet vielfältige Arbeitsplätze. Die Lebensqualität ist hoch. Nicht zuletzt, weil der wahre Reichtum unseres Landes vor der Haustür liegt – Vorarlbergs Naturvielfalt.
Gortniel
Europaschutzgebiete in Vorarlberg
1 Alpenmannstreu Gamperdonatal
Der Alpenmannstreu ist eine Distel, die in den Hochstaudenfluren der Alpen vorkommt. Zu ihrem Schutz wurden die 37,61 Hektar des Gamperdonatals ausgewiesen.
Die Schmelzwiese bietet einem der seltensten Wasserkäfer Europas einen einzigartigen Zufluchtsort. Der Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer ist österreichweit nur noch in Vorarlberg zu finden.
Bild: umg
Auf den ersten Blick scheint das 112 Hektar große Gebiet von Raugrasflur beherrscht. Auf den zweiten Blick offenbart sich Artenreichtum mit Schwalbenwurz, Alpenkratzdistel, Ochsenkraut und vielem mehr.
14 Ludescherberg Diese wunderschöne Wiesenlandschaft ist durch menschliche Nutzung entstanden. Jetzt müssen wir ihren Artenreichtum schützen. Über 250 Farn- und Blütenpflanzen, darunter rund zwanzig Orchideen-Arten, wachsen hier.
10 Ifen
5 Fohramoos Dieses Hochmoor ist von nationaler Bedeutung. Allein Regen und Schnee sorgen hier für nasse Verhältnisse. Die urtümlich anmutende Landschaft ist ein leider selten gewordener Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten.
Bild: umg
13 Leiblach Naturschutz kennt keine Grenzen. Das Europaschutzgebiet Leiblach verbindet Vorarlberg und Bayern. Hier leben Arten, die anderswo selten geworden sind. Der Strömer zum Beispiel zog einst in Schwärmen durch viele Flüsse.
9 Gsieg – Obere Mähder Das Europaschutzgebiet ist Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Sie können überleben, weil die Riedwiesen so wie früher nicht gedüngt und erst im Herbst gemäht werden. Seltene Vogelarten und Insekten sind hier zu entdecken.
4 Davenna
Die Karstlandschaft des Ifen ist international bedeutend. Pflanzen wie der gefährdete Ungarische Enzian sind hier noch zu finden. Steinhühnern, Steinadlern, Auerhühnern, Turmfalken und Alpenschneehühnern bietet der Ifen ein Rückzugsgebiet.
15 Mehrerauer Seeufer – Bregenzerachmündung Das kleine blaue Bodensee-Vergissmeinnicht ist das bekannteste Schutzgut des Gebietes. Darüber hinaus leben hier zahlreiche weitere Pflanzen und Tiere, die anderswo schon längst verschwunden sind.
Bild: Christian Kuehs
6 Frastanzer Ried In diesem Naturjuwel leben mehr als 100 gefährdete Arten. Der Glanzstendel, auch SumpfGlanzkraut genannt, tritt hier als bedeutendstes Einzelvorkommen Österreichs auf. Auch die wunderschöne Sumpfgladiole blüht hier.
8 Gortniel An diesem sonnenreichen Standort werden Linden hunderte Jahre alt. In dem steilen, mehrschichtigen Blockschuttwald sind noch Turiner Waldmeister, Hängendes Widerhakenmoos und Braungelbes Gabelzahnmoos zu finden.
11 Klostertaler Bergwälder Die urigen Wälder und bunten Wiesen dieses Europaschutzgebietes sind Lebensraum für seltene Arten, die andernorts schon verschwunden sind. Fast die Hälfte aller in Vorarlberg brütenden Vogelarten kommt hier vor.
Bild: umg
3 Bregenzerachschlucht Die vielfältige Waldschlucht ist eine beeindruckende Landschaft. Sie bietet einen abwechslungsreichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere mit sehr gegensätzlichen Ansprüchen. Gelbbauchunke, Spirke und Kies-Steinbrech sind hier Nachbarn.
12 Lauteracher Ried Es ist einer der wichtigsten Lebensräume im ganzen Bodenseeraum für die bedrohte Vogelgruppe der Wiesenvögel. Brachvogel und Wachtelkönig haben hier eines ihrer letzten Refugien. Die Birkhühner sind schon verschwunden.
Bild: umg
2 Bangs – Matschels Unter den Naturschätzen sind die 80 Hektar mit Feldgehölz-Inseln durchzogenen Streuwiesen besonders bedeutend. Hier wachsen Sibirische Schwertlilie und Sumpfgladiole. Gefährdete Vogelarten und Schmetterlinge leben dort geschützt.
7 Gadental Bis heute führt kein Güterweg ins Gadental. Das vielgestaltige Waldbild, traditionelle Alpweiden, eindrucksvolle Karsthochflächen, schroffe Gipfel, Schutthalden und spektakuläre Wasserfälle lohnen den Aufstieg.
Titel
Europaschutzgebiete Vorarlberg
15
Frastanzer Ried 6
Bangs – Matschels 2
Gsieg – Obere Mähder
9
12 Lauteracher Ried
32 Walsbächle
26 Übersaxen–Satteins
27 Üble Schlucht
Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried 22 und Birken – Schwarzes Zeug
16 Rheindelta
5 Fohramoos
Unterüberlut
3 Bregenzerachschlucht
36 Witmoos
15 Mehrerauer Seeufer – Bregenzerachmündung
13 Leiblach
18 Rohrach
30
28 Unterargenstein
Widdersteinmähder 33
10 Ifen
31 Unter Stellerhöhe
29 Unter der Winterstaude
9
6
Kammmolch
Fieberklee
Ufergehölze mit Lavendelweide
3
Sibirische Schwertlilie
2
Auswahl besonderer Schutzgüter
Europaschutzgebiete Vorarlberg
23 Spirkenwälder Brandnertal
4 Davenna
Naturvielfalt entdecken, erleben, erhalten.
Bilder: 23 – Georg Amann, 26 – Andreas Beiser, 13 – Jörg Gebert, restliche Bilder – umg
Schöneberg 20
24 Spona Rifa 17
19 Roßbündta
8 Gortniel
21 Schuttfluren Tafamunt
35 Wiegensee
34 Verwall
11 Klostertaler Bergwälder
In jedem Europaschutzgebiet gelten individuelle Bestimmungen für Besucher. Mehr Informationen erhalten Sie auf www.vorarlberg.at/naturvielfalt und www.naturvielfalt.at
1 Alpenmannstreu Gamperdonatal
Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer
13
Sumpfgladiole
26
Spirkenwälder
23
14 Ludescherberg
23 Spirkenwälder Oberer Tritt
23 Spirkenwälder Innergamp
23 Spirkenwälder Saminatal
Torfriedbach 25
7 Gadental Raufußkauz
Steinadler
Moorkomplex Wiegensee
35
34
Zwergdommel
16
Libellen-Schmetterlingshaft
14
Bodensee-Vergissmeinnicht
15
11
Titel
16 Rheindelta
23 Spirkenwälder (4 Schutzgebiete)
Das Rheindelta ist das größte Feuchtgebiet am Bodensee. Bis heute ist es durch Flachwasserbereiche, Schilfröhrichte, Streuwiesen und Auwälder geprägt. Seine einzigartige Vogelwelt genießt weit über die Grenzen hinaus großes Ansehen.
30 Unterüberlut
Die Spirkenwälder Saminatal, Innergamp, Oberer Tritt und Brandnertal sind je ein eigenes Schutzgebiet. Spirkenwälder findet man österreichweit nur in Tirol und Vorarlberg. In unseren bedeutenden Vorkommen lebt eine ausgesprochen vielfältige Flora und Fauna.
Jeden Sommer sind die Wiesen von Unterüberlut eine Augenweide. Schmetterlinge, Heuschrecken und Wildbienen zeugen von enormer Artenfülle. Der Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft wird noch viele Generationen erfreuen!
17 Rifa
Die Vielzahl der – zum Teil vom Aussterben bedrohten – Moosarten hier ist einzigartig. Sie wurzeln übrigens nicht im Boden. Im Herbst verzaubern die silbernen Fruchtstände der Mondviolen den lindenreichen Ahornwald.
Bild: Rudi Schennach
24 Spona
18 Rohrach
Nicht fern vom menschlichen Siedlungsraum gibt es mit dem Europaschutzgebiet Rohrach noch ein urwaldähnliches Waldgebiet. Das schwer zugängliche Gebiet zählt zu den wildesten und natürlichsten Winkeln Vorarlbergs.
22 Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried
und Birken – Schwarzes Zeug Im nördlichen Rheintal liegt eines der größten Talmoore Österreichs. Vom Aussterben bedrohte Blumen, Gräser, Schmetterlinge, Wiesenvögel und andere Tiere überleben hier – weil die Landwirtinnen und Landwirte den Lebensraum schützen und nur im Herbst mähen.
18
Bild: Harald Mesensohn
Bild: umg
Die exponierten Abhänge befinden sich im innersten Montafon bei Partenen. Die Rasen, Krautfluren und Wiesen zwischen Steinschlagschneisen und Lawinenbahnen sind Musterbeispiele für Urwiesen bis in Tallagen.
Die prachtvollen alten Bergheumähder bestehen aus einem eng verzahnten Mosaik aus Goldhafer- und Borstgraswiesen unterschiedlicher Prägung. Auch Horstseggenblaugrasrasen und Blaugrashalden kommen an den südexponierten Hängen des Widderstein-Massivs vor.
26 Übersaxen – Satteins
Auf den großflächigen Streu- und Magerwiesen gedeihen 54 gefährdete und zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten wie Sumpfgladiole, Moororchidee, Fieberklee und Sonnentau.
21 Schuttfluren Tafamunt
33 Widdersteinmähder
Die Strukturvielfalt des Torfriedbachs sichert der kleinsten Flusskrebsart Europas ausreichend Unterschlupf. Der Steinkrebs fühlt sich hier pudelwohl. Er wird bis zu zehn Jahre alt und zwölf Zentimeter lang.
Der Roßbündtawald im Montafon ist ein Wald wie aus einem Märchen. Grauerlen, knorrige Bergahorne, Eschen mit Spechthöhlen und viel Totholz bilden einen magischen Lebensraum. Hier lebt die vom Aussterben bedrohte Laubholz-Säbelschrecke, eine Heuschrecken-Art.
Die prachtvollen Berg-Mähwiesen auf dem Schöneberg bei Lech haben einen unermesslich großen kulturellen Wert. In der traditionellen Wiesenlandschaft kommen lebensraumtypische Goldhaferwiesen von rund 24 Hektar vor.
Das Walsbächle ist hierzulande einer der letzten isolierten Lebensräume des Steinkrebses. Das Walsbächle bildet Wasserstufen mit unterschiedlichen Strömungen und „Wohnhöhlen“ für die nachtaktiven Tiere.
25 Torfriedbach
19 Roßbündta
20 Schöneberg
32 Walsbächle
Der sehenswerte Hainsimsen-Buchenwald von Gortipohl bildet ein geschlossenes Kronendach. Knorrige Altbuchen und Totholz ermöglichen einen artenreichen Lebensraum. Auch das bedrohte Laubmoos wächst hier.
Bild: Nat. Verein, Verwall-KBW
Der Buchenwald ob Rifa ist mit seinen Moosen auf Felsblöcken und Baumrinden ein grünes Schauspiel der Natur. Hier finden Schwarzspechte, Fledermäuse, Eulen und andere seltene Tiere ihren Unterschlupf.
31 Untere Stellerhöhe
34 Verwall
27 Üble Schlucht
Die Üble Schlucht ist naturnah, wild-romantisch und ungezähmt. Die Felswände erzeugen ein kühles, feuchtes Klima. Hier wachsen spezielle Felsflure mit Gräsern, Moosen und Flechten. Eine hoch spezialisierte Tierwelt belebt diesen seltenen Lebensraum. 28 Unterargenstein
Ahornmischwälder wie am Ostfuß der Kanisfluh sind selten und immer nur kleinflächig ausgebildet. Die hohe Luftfeuchtigkeit der Region lässt Moose wie das seltene Grüne Gabelzahnmoos üppig wachsen. 29 Unter der Winterstaude
Der Ahornwald bei der Oberen Falzalpe zählt zu den seltensten Wald-Typen in Vorarlberg. Selten, weil er in einer von Nadelhölzern dominierten Höhenlage gedeiht.
Der Verwall ist mit 120 km2 das größte Europaschutzgebiet Vorarlbergs. Der harte Lebensraum ist Rückzugsgebiet für viele Gebirgspflanzen und scheue Tiere. Gams, Steinadler, Schneehuhn und der kleinste Baum der Welt, die Kraut-Weide, sind hier daheim. 35 Wiegensee
Im Gemeindegebiet von Gaschurn liegt eine echte Kostbarkeit Vorarlbergs, ja ganz Mitteleuropas: Der Wiegensee ist ein natürlich entstandener Stausee. Hier haben sich unterschiedliche Moortypen sowie der sogenannte Schwingrasen gebildet. 36 Witmoos
Das Mosaik aus Niedermooren, Hochmooren und Moorwäldern macht das Witmoos zu einem attraktiven Lebensraum. Anderswo längst verschwundene Seltenheiten wie Sommerdrehwurz und Mittlerer Sonnentau – eine fleischfressende Pflanze – sind hier zu finden.
Bregenzerachschlucht
Europaschutzgebiete – Europa setzt sich ein für seine Naturvielfalt!
Bild: umg
In Vorarlberg gilt es zusätzlich, eine nachhaltige Nutzung sicherzustellen, die es Mensch und Natur ermöglicht, in Harmonie zusammenzuleben.
Mit der Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie setzt die Europäische Union bereits seit Ende der 1970er-Jahre ein starkes Zeichen für den Naturschutz. Diese beiden Richtlinien schützen besondere Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume in den Europaschutzgebieten. Vom Atlantik über die Alpen bis ans Schwarze Meer erstreckt sich so ein beeindruckendes und das weltweit größte Netz an Schutzgebieten. - 28 Mitgliedstaaten der EU schützen Areale von nur wenigen Hektar bis hin zu Flächen von mehreren tausend Quadratkilometern. - Die über 27.000 Schutzgebiete umfassen insgesamt 18 % der Landfläche und 6 % der Meere. - Die am stärksten gefährdeten Arten sind geschützt: ungefähr 1.200 Pflanzenund Tierarten von Säugetieren und Vögeln bis hin zu Schmetterlingen und Käfern. - Auch ca. 230 seltene und gefährdete Lebensraumtypen stehen unter Schutz, von Küsten und Dünengebieten über Heidelandschaften, Hochund Niedermoore bis hin zu alpinen Rasen.
Weitere Informationen zu den Europaschutzgebieten finden Sie auf www.vorarlberg.at/naturvielfalt und www.naturvielfalt.at sowie www.facebook.com/naturvielfalt.vorarlberg
Fohramoos
Natura 2000 ist mehr als nur ein Netzwerk von Schutzgebieten: Ziel sind der Schutz und die dauerhafte Erhaltung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sowie deren natürlicher Lebensräume.
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Europaschutzgebiete
Der vielfältigste Job der Welt Regionsmanagerinnen und Regionsmanager betreuen Vorarlbergs Europaschutzgebiete
Ganze 39 Europaschutzgebiete hat allein das Ländle vorzuweisen. Diese Schutzzonen erhalten den wild lebenden Pflanzen- und Tierarten wichtige Lebensräume. Durch die mittlerweile große Anzahl an Europaschutzgebieten wurde nun ein Regionsmanagement initiiert. Das Fünferteam deckt ein breites fachliches Spektrum ab und ist in fünf definierten Regionen (Bodensee, Bregenzerwald – Kleinwalsertal, Rheintal, Walgau – Großes Walsertal – Arlberg und Verwall – Klostertaler Bergwälder) tätig. Neben der Organisation und Durchführung von Naturschutzprojekten, Informationsveranstaltungen und Forschungsarbeiten gehört die Überwachung der Gebiete zu ihren Aufgaben. Gefragt sind aber auch Mittlerfähigkeiten, denn der Naturschutz hat bekanntlich viele Akteurinnen und Akteure. Es gilt, zwischen den verschiedenen Interessengruppen wie Gemeinden, Landwirtschaft, Tourismuswirtschaft, Bevölkerung und nicht zuletzt der Natur zu vermitteln. Im Interview mit dem Naturvielfalt Magazin geben die fünf Fürsprecher und Fürsprecherinnen der Natur Einblicke in ihre besondere Tätigkeit.
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Mag. DI Martin Bösch BSc. Bregenzerwald – Kleinwalsertal
Europaschutzgebiete Mag. Walter Niederer Bodensee
Petra Häfele, BSc. Vorarlberger Rheintal
DI Romana Steinparzer Walgau, GroĂ&#x;es Walsertal und Arlberg
Mag. Christian Kuehs Montafon und Klostertal
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Europaschutzgebiete
„Einen Mehrwert für Natur und Menschen schaffen“ Die Regionsmanagerinnen und Regionsmanager des Landes Vorarlberg im Gespräch Warum braucht der Naturschutz jetzt auch Managerinnen und Manager? Martin Bösch: Naturschutz funktioniert nicht mehr unter der Käseglocke, wo alles verboten wird, im Gegenteil: Durch verträgliche Nutzung soll ein Mehrwert für Natur und Menschen geschaffen werden, der für beide Seiten ein Gewinn ist. Um dieses Potenzial richtig auszuschöpfen, sind wir da.
Romana Steinparzer: Walgau, Großes Walsertal und Arlberg weisen eine reich strukturierte und vielfältige Kulturlandschaft auf, die durch jahrhundertelange traditionelle Bewirtschaftung entstanden ist.
Was ist das ganz Besondere an Ihrer Region? Worin unterscheidet sich Ihre Region von den anderen Vorarlberger Europaschutzgebiete-Managementregionen? Martin Bösch: Die Region Bregenzerwald – Kleinwalsertal deckt alle Höhenstufen ab – von der Bregenzerachmündung am Bodensee bis hinauf in alpine Gebiete.
Christian Kuehs: Allein die Unterschiede der Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal sind ja schon sehr bemerkenswert. Was alle Gebiete jedoch eint, ist die abwechslungsreiche Hangbzw. Gebirgslage.
Walter Niederer: Der Bodensee ist für alle Vorarlberger identitäts stiftend. Am See öffnet sich das eigentlich so bergige Land zur Ebene hin und gewährt einen freien Blick wie sonst nur am Meer.
Mein Lieblingsplätzchen? Das Rheinholz in Gaißau. Hier befindet sich der letzte regelmäßig überflutete Auwald in Vorarlberg. Dank der regelmäßigen Über flutung gibt es hier noch viele vom Aussterben bedrohte Arten.
Wiegensee
Rheinholz Gaißau
Petra Häfele: Die Region Rheintal beherbergt weiträumige Moorlandschaften mit nachhaltig bewirtschafteten Feuchtwiesen, die bedeutende und wertvolle Refugien für selten gewordene Wiesenbrüter sind.
Walter Niederer Wer die Wahl ha die Qual: Die ei t, der hat bei uns n den schönen G en erfreuen sich an eb die anderen an irgsseen im Verwall, ten Bergwäld den herbstlich-buner Vorarlbergs N n im Klostertal. Bei at für alle etwas urvielfalt ist wirklich dabei! Christian Kueh
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Europaschutzgebiete
Ganz besonders beeindruckend ist das Unterried im Europaschutzgebiet Bangs – Matschels. Im Frühjahr stehen hier hunderttausende Schwertlilien für kurze Zeit in voller Blüte.
Bangs – Matschels
Petra Häfele
Gelbbauchunke
Ein Spaziergang im neuen Europaschutzgebiet Übersaxen – Satteins über den Dächern von Walgau und Rheintal ist zur Orchideenblüte ein Erlebnis für sich! Romana Steinparzer
Welches ganz besondere Tier oder welche besondere Pflanze würden Sie uns vorstellen, wenn es nur Zeit für eines/eine gäbe? Petra Häfele: Die zwei Schmetterlingsarten des Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings sind in ihrer Entwicklung auf das Vorkommen ganz bestimmter Arten angewiesen: Nur in den Blütenständen des Großen Wiesenknopfs und im Bau von speziellen Ameisenarten kann sich aus der Raupe ein Schmetterling entwickeln. Was hat Sie eigentlich motiviert, Regionsmanagerin zu werden? Romana Steinparzer: Ich möchte mit meiner Arbeit einen Interessenausgleich und Synergien zwischen Landwirtschaft und Naturschutz schaffen. Hierfür praktikable Lösungen zu entwickeln und zum Erfolg zu führen, motiviert mich besonders! Wo waren Sie gestern Nachmittag und was haben Sie da für den Naturschutz gemacht? Walter Niederer: Ich war im Höchster Ried und habe die Gräben in den Streuewiesen aufgestaut. Dadurch erhöht sich der Grundwasserstand und die Sibirische Schwertlilie und andere seltene Riedgräser können hier wachsen.
Rohrach
Wenn Sie eine Bitte an alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger aussprechen dürften, worum würden Sie bitten? Christian Kuehs: Eine intakte Natur nutzt uns allen! Wir neigen oft dazu, die Verantwortung auf andere abzuschieben, dabei kommt es doch auf jeden von uns an. Klar, dafür muss vielleicht manchmal auf etwas verzichtet werden. Aber hey, das ist es uns doch wert, oder?
n Schönenbach Mein Tipp? Der Weg vo f dessen au zum Hohen Ifen bzw. it der naturPlateau. Am besten m aus dem Wanng kundlichen Beschreibu fenthaler dazu. Tie derführer von Helmut Martin Bösch
Bilder: Wiegensee - Nat. Verein Verwall-KBW, restliche Bilder – umg
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Kinder
Wie Blätter sauber bleiben Hast du dich schon mal gefragt, warum man beim Spielen draußen so schnell staubig und dreckig wird? Wo doch die Pflanzen bei jedem Wetter so schön sauber und grün sind?
it Felix dem E ntdec ke m nis se die Ge h eim Vielfalt er ! der Nat u r
Die Natur ist sehr erfinderisch! Blätter haben einen Trick, mit dem sie sich sauber halten. Auf der Oberfläche sind klitzekleine wachsartige Kügelchen. Die Oberfläche ist also nicht ganz glatt. Der Regen perlt so in Tropfen ab. Dabei nehmen die Tropfen Staub und Schmutz ganz einfach mit. Der Trick der Pflanzen wurde bei der Lotuspflanze zuerst entdeckt. Der Mensch versucht ihn nachzuahmen und nennt ihn den „Lotuseffekt“.
ur können Vo n der Nat lernen el vi wir
Saubere Sache
Wassertropfen perlen auf Blättern einfach ab. Dabei nehmen sie Schmutz-Teilchen mit.
Vorbild Nat ur Der Mensch versucht, von der Natur zu lernen. Zum Beispiel für Kleider, die sich selbst sauber halten.
AUSPROBIEREN UND STAUNEN Du brauchst: Kleeblatt
Durstig? In Vorarlberg kannst du fast überall Wasser aus einem Bach trinken. Beachte aber:
> Schnell fließende, kalte Gewässer bevorzugen > Nicht in der Nähe von gedüngten Wiesen, Siedlungen oder Industrie trinken
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1. Tauche das grüne Kleeblatt ins Wasser. Siehst du, Naturvielfalter-Tipp
Wissensdurstig?
Glas Wasser
wie sich die Farbe verändert? Durch die Wachskügelchen bildet sich eine Luftschicht um das Blatt. Das Blatt schimmert plötzlich silbern.
2. Reibe jetzt das Kleeblatt vorsichtig zwischen den Fingern. Tauch es noch mal ins Glas – und staune! Das Blatt bleibt grün!
Erklärung: Du hast die Wachskügelchen weggerubbelt, die für das Abperlen der Regentropfen verantwortlich sind.
Kinder
! iz u q r u t a N ?
Bild: Naturschutzverein Rheindelta
sc hlaue Fünf Fragen für Nat ur vi el falt er
für kleine Nat ur vi el faltentdec ker
AUF FORSCHUNGSTOUR IM RHEINDELTA Kinder können bei einem Rundgang durch das Rheindelta vieles entdecken und erforschen. Manchmal sieht man die Spuren eines Fuchses. Oder man entdeckt die ersten Molche im Tümpel. Der Naturschutzverein Rheindelta bietet Schulklassen und Gruppen die Gelegenheit für eine kleine Forschungstour. Gemeinsam mit dir versuchen wir Spuren und Tiere zu entdecken. Und wir lüften Geheimnisse der Pflanzen. Hast du auch Lust auf so eine Entdeckungstour? Dann bitte deine Eltern, eine E-Mail an office@rheindelta.org zu schreiben! Wir informieren euch über die nächsten Termine.
1. In welcher Farbe blüht Löwenzahn?
gelb
2. Wo liegt normalerweise der Eingang eines Biberbaus? am Ufer
Wusstest du übrigens, dass Gänseblümchen abends ihre Blüten schließen?
in der Erde
Holz, um Larven zu finden? der Specht
der Spatz
die Eule
4. Welche Tiere jagt der Mäusebussard am liebsten?
Kühe
Fische
Mäuse
5. Alle Spinnen haben acht Beine.
Wie viele Beine haben alle Insekten? acht
zehn
Auflösung: 1. gelb, 2. unter Wasser, 3. der Specht, 4. Mäuse, 5. sechs
n lümc h e W e nn B fe sc hla n b eim Ein hle n … ä Gänse z
Jeder liebt sie. Manche essen sie sogar im Salat oder auf dem Butterbrot. Gänseblümchen findet man häufig auf verdichteten, kurz gehaltenen Wiesen. Das waren früher häufig Gänseweiden – damit ist schnell der Name erklärt. Heute findet man Gänseblümchen häufig in unseren Gärten.
unter Wasser
3. Wer hämmert mit seinem Schnabel gegen
sechs
Warum heißen die eigentlich so?
blau
GÄNSEBLÜMCHEN
rosa
d t er si n Vi el fal bu nt!
Felix der Vielfalter ist heute ein wenig blass um die Fühler. Bring wieder Farbe in sein Leben und mal in bunt aus.
Bring Fa rb e in mein Leb en
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Naturvielfalt-Partner Titel
Rheindelta
Mit Weitblick handeln Wie man in Vorarlberg im Naturschutz zusammenarbeitet
Vorarlberg setzt beim Schutz und Erhalt seiner Naturvielfalt auf integrativen Naturschutz, also auf Naturschutz durch die Naturnutzerinnen und -nutzer. Alle wichtigen Institutionen und Stellen arbeiten dafür zusammen. Seit mehr als 100 Jahren beschäftigt man sich in Vorarlberg mit dem Thema Naturschutz. Heute setzt man auf Bewusstseinsbildung und Aufklärung. Die Naturschönheiten Vorarlbergs sollen den Naturnutzerinnen und -nutzern zugänglich sein, um sie als Werte zu erkennen, die es gemeinsam zu schützen gilt. Für die Naturvielfalt Vorarlbergs engagieren sich viele Menschen, die ganz selbstverständlich über die Grenzen von Institutionen zusammenarbeiten. 26
„Auf Seiten des Landes sind Landesrat Johannes Rauch und unsere Abteilung Umwelt- und Klimaschutz für die Initiative Naturvielfalt Vorarlberg verantwortlich“, erklärt Herbert Erhart die Struktur. „Aber wir sind auch in der Organisationsstruktur wahre Vielfalter. Der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder, der Naturpark Nagelfluhkette, der Biosphärenpark Großes Walsertal, der Naturschutzverein Rheindelta, die Walgau-Wiesen-Wunder-Welt, die inatura und ‚Naturvielfalt in der Gemeinde’ bringen sich ein und leisten wertvolle Arbeit für die Natur. Ihr Fachwissen und ihr Engagement ist für uns unverzichtbar.“ Die vielfältige Gruppe teilt vor allem die Überzeugung, dass die Naturvielfalt die Grundlage für ein gutes Leben aller Vorarlbergerinnen und Vorarlberger darstellt. „Der Schutz der Natur dient letztendlich der Bewahrung der hohen Lebensqualität in Vorarlberg“, fasst Erhart das übergeordnete Ziel zusammen.
Naturvielfalt-Partner Titel
Die Partner im Kurzporträt
inatura
Die Erlebnis-Naturschau in Dornbirn Die inatura hat für jeden Besucher etwas zu bieten. Im Mittelpunkt stehen das Ausprobieren, Spielen, Erleben und Begreifen. Die Ausstellung führt durch die für Vorarlberg typischen Lebensräume Gebirge, Wald und Wasser. Zusätzlich leistet die inatura mit Fachberatung, diversen Forschungsprojekten und Wissensvermittlung wertvolle Arbeit für Vorarlbergs Natur. www.inatura.at
Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder
Einsatz für die Natur im Süden Vorarlbergs Seit 2013 betreut der Naturschutzverein Verwall – Klostertaler Bergwälder die Europaschutzgebiete im Montafon und Klostertal. Als wichtige Kontaktstelle für Gemeinden, Tourismus, Jagd, Forst und Bevölkerung hat es sich der Verein zum Ziel gemacht, das Wissen über und die Akzeptanz für die Europaschutzgebiete in der Region zu steigern. Der Erhalt der natürlichen Lebensräume geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten hat dabei natürlich oberste Priorität.
Naturschutzgebiet Rheindelta
Rheindelta – Lebensraum zwischen Wasser und Land Der Naturschutzverein Rheindelta ist der Mittler zwischen Naturschutz- und Nutzungsinteressen, zwischen Interessenvertretern und Behörden. Als Anlaufstelle dient das Rheindeltahaus, das Ausgangspunkt vieler Exkursionen und anderer Veranstaltungen ist. www.rheindelta.org
www.naturvielfalt.at/verwall
Walgau-Wiesen-Wunder-Welt
Naturpark Nagelfluhkette
Biosphärenpark Großes Walsertal
Erhaltung der Biodiversität im Walgau
Die großartige Kulturlandschaft zwischen Bregenzerwald und Allgäu
Die Modellregion für nachhaltiges Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur
Die Initiative zur Erhaltung des Artenreichtums bietet den einzelnen Walgaugemeinden ein umfangreiches Vortrags- und Exkursionsprogramm an, das den Bedürfnissen der einzelnen Gemeinden gerecht werden soll. Dabei ist man immer bemüht, auch alle anderen Umweltaktivitäten in den Kommunen zu vernetzen. Das Herzstück der WalgauWiesen-Wunder-Welt ist die Aktion Heugabel. Die Bevölkerung ist eingeladen, bei den 22 teilnehmenden Heugabel-Bauern freiwillige Arbeitseinsätze zur Erhaltung der Magerheu- und Riedwiesen zu leisten.
Der Naturpark Nagelfluhkette ist der erste länderübergreifende Naturpark zwischen Österreich und Deutschland. Heute engagieren sich 15 Gemeinden für die einzigartige Naturund Kulturlandschaft. Alpweiden mit 290 Pflanzenarten, wertvolle Hochlagenmoore, Weißtannen und Schluchtwälder sowie eine österreichweit einmalige Alpdichte zeichnen den Naturpark aus. Auf 25 ausgewählten beschilderten Wanderungen lassen sich die schönsten Plätze im Naturpark abwechslungsreich erkunden.
Seit der Zertifizierung zum Biosphärenpark im Jahr 2000 arbeitet man daran, das Leben im Großen Walsertal noch interessanter, genussvoller und lebenswerter zu gestalten.
www.walgau-wunder.at
www.nagelfluhkette.info
www.grosseswalsertal.at
Herzstück im Biosphärenpark ist die traditionell genutzte Kulturlandschaft mit artenreichen Bergwiesen, Alpgebieten und mosaik artiger Landschaft aus Wäldern, Wasser und alpinen Bereichen. Das Wechselspiel von Naturschätzen und menschlicher Nutzung spielen dabei eine große Rolle.
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Naturvielfalt in der Gemeinde
So setzen sich die 30 Vorarlberger NaturvielfaltGemeinden für das Zusammenleben von Mensch und Tier ein. Jede und jeder kann mithelfen, die heimischen Lebensräume ökologisch wertvoll zu erhalten und zu entwickeln.
Naturschutz kann einfach jede(r)!
Naturvielfalt leben
Bild: Stadt Feldkirch
Feldkirch will das Engagement und die Ideen der Bürgerinnen und Bürger stärken, vernetzen und unterstützen. Dafür wird in der Stadt eine Plattform geschaffen, auf der die Bürgerinnen und Bürger ihre Beiträge und Ideen zur Förderung der heimischen Tiere und Pflanzen einbringen können. Denn deren Vielfalt soll im Stadtgebiet gefördert werden. Gemeinsame Veranstaltungen machen Lust auf Naturschutz im eigenen Einflussbereich. Nähere Informationen unter www.feldkirch.at/naturvielfalt
Götzis
Seit vielen Jahren setzt sich die Marktgemeinde gemeinsam mit dem Naturschutzbund für siedlungsnahe Moorlebensräume ein. Ein schützenswertes Biotop nach dem anderen wird in Beteiligungsaktionen reaktiviert. Das dient der Naherholung und vor allem dem Klimaschutz! Nähere Informationen unter www.goetzis.at/umwelt-mobilitaet/naturvielfalt
Bild: umg
We want Moor!
Vielfalter sind vielfältig
Bild: ÖÖI
Die ganze Welt ist ein Dorf – willkommen!
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Beim Erfahrungsaustausch „Naturvielfalt in der Gemeinde“ stand in Götzis die gelebte Integration von Asylsuchenden auf der Agenda. Dabei geht es um gemeinsame Aktionen zum Schutz der Naturvielfalt. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 17 Gemeinden berichten dazu von ihren Erfahrungen und Ideen, wie sie mit Hilfe der Natur das Ankommen von Asylsuchenden in einer neuen Welt fördern.
Naturvielfalt in der Gemeinde
Ein Projekt zum Wissensaufbau rund um bunte Blumenwiesen und vielfältige Straßenränder im Siedlungsraum
Vorarlberger und Liechtensteiner Gemeinden
Biotopverbund für Bienen, Schmetterlinge und Co.
3 Jahre
sammeln Gemeinden und Mitarbeitende Wissen rund um Blumenwiesen und Wildbienenlebensräume (2013–2015; 2016–2018).
Damit bei den Wildbienen das Geschäft wieder brummt, braucht es mehr insektenfreundliche Biotope im öffentlichen Raum. Vorarlberger und Liechtensteiner Gemeinden legen dafür artenreiche Blumenwiesen und Staudenbeete mit regionalem Saatgut an. Die sind nicht nur schöner, weil bunter, sondern bieten den heimischen Insekten einen reich gedeckten Tisch. www.buntundartenreich.at
35 Gemeinden
aus Vorarlberg und Liechtenstein tragen mit ihren Erfahrungen zum gemeinsamen Wissen bei.
Mitmacherinnen und Mitmacher gesucht!
Arbeiten in der Naturoase
Bild: Birgit Werle
Was gibt es Schöneres als natürliche Rückzugsräume – für Mensch und Natur! Naturnahe Firmenareale sind dafür ideal. Sie können als grüne Inseln im Siedlungsraum dienen und stellen damit ideale Rückzugsräume für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen dar. Das bietet auch Unternehmen echten Mehrwert! Nähere Informationen unter: www.vorarlberg.at/pdf/bluehflaechestattgrauzone.pdf
über 300 Wildbienenarten
konnten bisher in Vorarlberg nachgewiesen werden, allein auf Blühflächen im Siedlungsraum von Rankweil konnten an die 90 Wildbienenarten gefunden werden
80 Prozent
153 Milliarden Euro
Der wirtschaftliche Wert der jährlichen Bestäuberleistung in der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist enorm.
Bild: Rainer Kühnis
der Blütenpflanzen und Feldfrüchte sind auf Bestäubung angewiesen
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Vielfalter Fragen & Antworten
t
?!
t l a f l e i v r u t a N r zu in Vorarlberg
Geht man mit offenen Augen durch die Natur, tun sich dabei manchmal auch Fragen auf. Die inatura-Fachberatung beantwortet Fragen, die sich wahrscheinlich viele von uns schon mal gestellt haben. Foto Briefkasten?
inatura-Fachberatung: In Vorarlberg leben 70 verschiedene Ameisen-Arten. Ameisen haben nahezu alle Lebensräume erobert, auch menschliche Behausungen. Dort können einzelne Arten Schäden an Holz oder Isoliermaterial anrichten. Auf Terrassen und bei Sitzplätzen im Garten werden Ameisen oft als lästig empfunden. Die Nahrung der Ameisen ist sehr vielseitig: Je nach Art und Jahreszeit werden Nektar, Obst und Süßspeisen ebenso genutzt wie Insekten, Kleintiere oder Fleisch.
Wenn die eigene Beköderung nicht den gewünschten Erfolg zeigt, ist ein professioneller Schädlingsbekämpfer zu Rate zu ziehen.
In den Häusern fallen Ameisen meist schon zeitig im Frühjahr unangenehm auf, zu einer Zeit, in der es für sie in freier Natur an Nahrung mangelt. Bei Ameisenbefall in Gebäuden ist eine Artbestimmung vorab wichtig, um die Tiere gezielt bekämpfen zu können.
Die oft propagierten Ameisensprays haben nur eine kurzzeitige Wirkung. Mit ihnen kann man bei mehrmaligem Einsatz verhindern, dass Ameisen, die ihr Nest außerhalb des Hauses haben, ihre Straßen in die Wohnräume legen.
In der Nähe der Nester oder an stark frequentierten Ameisenstraßen können die Tiere mit Ködern (Köderdosen, Gel) in Eigenregie bekämpft werden. Nehmen die Ameisen die Köder nicht an, sollten vergleichbare Produkte getestet werden, die andere Lockstoffe enthalten. Die Köderpräferenz ist je nach Ameisenart und Jahreszeit verschieden.
Da Ameisen einen gut ausgeprägten Geruchssinn haben, können statt der Sprays auch verschiedene Hausmittel verwendet werden, um die Duftmarken der Ameisenstraßen zu unterbrechen. Bewährt haben sich Essig- und Zitronenessenz, aber auch Gips oder Hirschhornsalz. Das Ziehen eines Pinselstrichs aus Paraffinöl entlang der betroffenen Hausfassade schafft eine unüberwindbare Barriere für die Ameisen. Ebenso wird Diatomeenpulver von Ameisen gemieden, weil das Pulver den Chitinpanzer der Tiere angreift und den Tieren Feuchtigkeit entzieht.
Große Wiesenameise
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Bild: umg
An unserer Hauswand führt eine Ameisenstraße entlang. Wie kann man diese umleiten? Ich mag weder Ameisen im Haus noch die Chemiekeule dagegen einsetzen!
Springkraut
Ameisen können auch auf Terrassen und Gartensitzplätzen lästig werden. Kennt man den genauen Platz des Nestes, so kann man die Ameisen dort gezielt durch Überbrühen mit heißem Wasser bekämpfen. Vom Einsatz von Insektiziden gegen Ameisen im Garten wird abgeraten, denn diese Mittel wirken nur kurzfristig und schädigen auch andere Gartenbewohner. Wenn man beim Anlegen von Terrassen groben Kies statt Sand als Unterlage für Stein- oder Betonplatten verwendet, kann man eine Besiedelung dieses Raumes durch Ameisen meist gänzlich verhindern.
Wichtig ist, die Samenreifung dieser einjährigen Pflanze zu verhindern. Einzelpflanzen und kleine Bestände am besten vor der Blüte jäten. Größere Bestände vor der Blüte bzw. spätestens vor der Samenbildung möglichst tief abmähen und das Mähgut entfernen. Mulchen zerkleinert die Pflanzen zwar so stark, dass sie sich nicht regenerieren können. Durch Mulchen reichern sich jedoch auch unerwünschte Nährstoffe an. Außerdem begünstigt Mulchen die Entwicklung von Springkraut-Keimlingen, da die gleichmäßig verteilte Streu die Feuchtigkeit in der obersten Bodenschicht erhält und die Lichtstärke reduziert.
Das gelb blühende Große Springkaut (Impatiens noli-tangere) ist im Gegensatz zum Drüsigen Springkraut heimisch und sollte nicht bekämpft werden.
Vielfalter Fragen & Antworten
inatura-Fachberatung: Wie viele andere Neophyten gelangte auch das aus dem Himalaja stammende Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) als Gartenpflanze nach Europa. Die Bestände lassen sich nur durch konsequente Pflegemaßnahmen über mehrere Jahre entfernen.
Die Bekämpfung daher am besten unmittelbar vor der Blüte, aber noch vor Beginn der Samenbildung durchführen. Erfolgen die Maßnahmen zu früh, können die Pflanzen nachkeimen und im Herbst blühen. Auch zu hoch abgeschnittene oder geknickte Stängel können erneut austreiben. Hat die Fruchtreife bereits eingesetzt, besteht die Gefahr, dass Samen beim Transport verstreut werden.
Maikäfer
Bild: Klaus Zimmermann
Was kann man gegen dieses alles überwuchernde Springkraut tun, das nach Vorarlberg eingeschleppt wurde?
Als Kind wurde ich noch fürs Maikäfersammeln belohnt. In den letzten Jahren habe ich kaum mehr welche gesehen. Heuer hat mir eine Nachbarin von vielen Engerlingen in ihrem Garten berichtet. Kommt ein Maikäfer-Jahr? inatura-Fachberatung: Noch vor 40 Jahren wurden regelmäßig Prämien ausgesetzt, um speziell in Maikäferjahren die Fraßschäden an Kulturpflanzen zu dezimieren. Die massive Bekämpfung auch mit chemischen Pestiziden führte dazu, dass die Maikäfer über viele Jahre fast verschwunden waren. In den letzten Jahren werden besonders im Walgau kleinräumig wieder vermehrt Massenflüge beobachtet. Dies ist eigentlich ein sehr positives Anzeichen dafür, dass in der Landwirtschaft keine systemisch wirkenden Pestizide mehr eingesetzt werden.
geschlossene dichte Vegetationsdecke erschwert die Eiablage für die Käfer grundlegend. Das Mähen der Wiesen erst nach dem Flug der Käfer verhindert die Eiablage an der Bodenoberfläche. In der Vegetation selbst abgelegte Eier laufen Gefahr auszutrocknen oder von Fressfeinden entdeckt zu werden.
Die Maikäfer hinterlassen in den wenigen Wochen ihrer Flugzeit deutlich sichtbare Spuren bei verschiedenen Baumarten durch Kahlfraß der jungen Blätter. Was auf den ersten Blick schlimm aussieht, ist für die Bäume in Wirklichkeit kein Problem: Sobald die Käfer verschwunden sind, treiben die Bäume neue Blätter aus – die Bäume werden also nur selten dauerhaft geschädigt.
Häufige Bodenbearbeitung vermindert die Anzahl der Engerlinge, da sie sehr verletzungsempfindlich sind.
Umgekehrt können die unterirdisch lebenden Engerlinge durch Wurzelfraß Schäden an Gemüsekulturen und Rasenflächen anrichten. Eine
Engmaschige Insektengitter oder -netze über gefährdeten Gartenbeeten verhindern den Anflug der Käfer und damit auch die Eiablage zuverlässig.
Im professionellen Bereich hat sich der Einsatz von Nematoden (Fadenwürmern) oder Pilzgersten bewährt. In Hausgärten ist deren Einsatz nur bei extrem starkem Befall zu rechtfertigen. Die Anwendung hat durch geschulte Profigärtner oder Schädlingsbekämpfer zu erfolgen. Der Einsatz chemischer Pestizide gegen Engerlinge in Hausgärten ist grundsätzlich abzulehnen.
Eine Information der inatura-Fachberatung. Merkblätter zu vielen Fragen und Service-Informationen auf www.inatura.at/fachberatung. Beratungshotline (Mo–Fr 9–12 Uhr): T +43 676 / 83306 – 4766, fachberatung@inatura.at
IMPRESSUM Medieninhaber: Amt der Vorarlberger Landesregierung Abteilung Umwelt- und Klimaschutz (IVe) T +43 (0) 5574 / 511 - 245 05, naturvielfalt@vorarlberg.at Stand: Mai 2017 Konzept und Layout: Baschnegger Ammann Partner
/naturvielfalt.vorarlberg www.vorarlberg.at/naturvielfalt und www.naturvielfalt.at31
Titel
„ Ich pfeif ’ auf
Murmeltier im Verwall
Abkürzer und Wegabschneider!
Danke,
dass du auf den markierten Routen bleibst!
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www.vorarlberg.at/respektiere und www.respektiere-deine-grenzen.at