Pressefoyer – Dienstag, 12. Juli 2005
"Naturschutzrat - wichtiger Botschafter für die Anliegen der Natur"
mit
Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber Landesrat Ing. Erich Schwärzler Univ. Prof. Dr. Georg Grabherr (Vorsitzender des Naturschutzrates)
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Naturschutzrat - ein wichtiger Botschafter Pressefoyer, 12. Juli 2005
Im Mittelpunkt der heutigen (Dienstag) Regierungssitzung stand die Wiederbestellung der Mitglieder des Naturschutzrates. Seit Inkrafttreten des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftsentwicklung im Jahr 1997, ist ein Naturschutzrat, bestehend aus vier Mitgliedern, jeweils für die Dauer von vier Jahren zu bestellen. Die Vorarlberger Landesregierung bestellte bei ihrer Sitzung am 12. Juli 2005 Univ. Prof. Georg Grabherr, Technischer Rat Michael Manhart, Bürgermeister Rainer Siegele und Ernst Bickel zu Mitgliedern des Naturschutzrates. Landesrat Schwärzler stellte die Schwerpunkte für die kommende Funktionsperiode vor. Der Naturschutzrat wurde als strategisches Gremium eingerichtet, welches Entwicklungen analysiert und Weichenstellungen für die zukunftsweisende Gestaltung unseres Lebensraumes vorschlägt. Sein Ziel ist auch, Handlungsempfehlungen für langfristig wirksame Entscheidungen abzugeben und notwendige Zukunftsstrategien aufzuzeigen. Kernthemen wie Naturund Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Mobilität, Raumordnung und Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sollen auf kreative Weise behandelt werden. Die Geschäftsführung des Naturschutzrates liegt in den Händen der Direktorin der inatura, Dr. Margit Schmid. Entwicklung der geschützten Gebiete, biologische Vielfalt Der Vorsitzende des Naturschutzrates Georg Grabherr koordiniert und betreut Projekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und deren Veränderung im Zuge des globalen Wandels, speziell Klimawandel, auf nationaler und internationaler Ebene. Er bringt seine Fachkenntnisse und Kontakte deshalb verstärkt in diesen Themenkreis ein. Besonders der Aufbau eines Monitoringprogrammes in den NATURA 2000Gebieten wird durch seine fachliche Unterstützung wesentlich erleichtert. Grabherr: „Die Entwicklung des ländlichen Raums und die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der betroffenen Bevölkerung ist ein wichtiges Anliegen aller Räte.“ Als Tourismusexperte, aber auch als Landesjägermeister, bringt Michael Manhart seine Fachkenntnisse ein, vertritt speziell
wirtschaftliche Aspekte unter Berücksichtigung von Natur und Landschaft, aber auch jene der Jagd. Gerade die derzeit im Gang befindliche Evaluierung des Jagdgesetzes zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit von Jagd, Forst, Landwirtschaft und Naturschutz unabdingbar ist, um die künftigen landeskulturellen Aufgaben zu harmonisieren. Landwirtschaft und Naturschutz: Chance und Spannungsfeld Traditionell ist der Vertreter der Landwirtschaft im Naturschutzrat, Ernst Bickel, für die Begleitung des Themenschwerpunktes Berglandwirtschaft zuständig. Ein großes Anliegen aller Naturschutzräte ist die Überbrückung der unterschiedlichen Schwerpunkte, die die Landwirtschaft in Vorarlberg auszeichnen. Ernst Bickel versucht ein Netzwerk für alle Vorarlberger Bauern - vom Rheintal bis in den Bregenzerwald - zu knüpfen, das als gemeinsames Anliegen die nachhaltige Nutzung des Lebensraumes Vorarlberg zum Ziel hat. Vision Rheintal Über Anregung und Initiative des ehemaligen Naturschutzrates Bürgermeister Erwin Mohr hat die Landesregierung das Projekt "Vision Rheintal" ins Leben gerufen. Die zukünftige Begleitung der Umsetzung ist deshalb allen Naturschutzräten wichtig. Wie Mohr verfügt auch sein Nachfolger Bürgermeister Rainer Siegele über hervorragende Kenntnisse im Bereich der Siedlungsentwicklung. Er wird diese Agenda deshalb in den kommenden Jahren betreuen. Im Rahmen dieses Projektes sollen Wege zur Zusammenarbeit zwischen den Rheintalgemeinden und eine Positionierung des Rheintales im internationalen Wettbewerb gefunden werden. Das Rheintal ist nicht ein Nebeneinander von 29 Gemeinden, sondern ein gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum für 237.000 Bewohner und 12.000 Betriebe, öffentliche und private Institutionen und 110.000 Beschäftigte. Vision Rheintal wird in einem offenen Prozess erarbeitet und soll künftig als Leitbild zur räumlichen Entwicklung und regionalen Kooperation dienen. Mit den fachlichen Grundlagenarbeiten wurde im Herbst 2004 begonnen. Die Ergebnisse der Bestandsanalysen liegen vor, die Fachteams haben die Arbeiten am generellen Konzept für das Rheintal aufgenommen. Im Sommer 2006 soll das Leitbild zur räumlichen Entwicklung und regionalen Kooperation vorgelegt werden.
Weitere Aktionen und Initiativen Der Naturschutzrat setzt auch positive Aktionen weiter fort wie beispielsweise die Wiesenmeisterschaft. Der Naturschutzrat vergibt zudem mehrfach Auftr채ge zur Erarbeitung von Studien zu wichtigen aktuellen Themen wie "biologische Vielfalt und Landwirtschaftsstile in Vorarlberg". Dar체ber hinaus unterst체tzt der Naturschutzrat die derzeit laufende Aktualisierung des Biotopinventars.
(Naturschutzrat05.doc)