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Leitlinien_zur_Gestaltung_von_barrierefreien_Websites

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Leitlinien zur Gestaltung von barrierefreien Websites

2. Auflage, Okt 2004

Inhalt: Online Schulungs- und Beratungsges.mbH 1010 Wien, Schottenring 33 Tel. +43-[0]1- 316 55 www.teleonline.at www.web-barrierefrei.at

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... bedenken Sie, dass manche Benutzer/innen möglicherweise in einer Umgebung arbeiten, die sich von der Ihren stark unterscheidet:

•

Sie sind möglicherweise nur unter Schwierigkeiten oder überhaupt nicht in der Lage, zu sehen, zu hören, sich zu bewegen oder bestimmte Arten von Information zu verarbeiten.

•

Sie haben möglicherweise Schwierigkeiten, einen Text zu lesen oder zu verstehen.

•

Sie haben möglicherweise keine Tastatur oder keine Maus oder sind nicht in der Lage, davon Gebrauch zu machen.

•

Sie haben möglicherweise einen reinen Textbildschirm, einen kleinen Bildschirm oder eine langsame Internet-Verbindung.

•

Sie sprechen oder verstehen möglicherweise die Sprache nicht fließend, in der das Dokument abgefasst ist.

•

Sie sind möglicherweise in einer Situation, in der ihre Augen, Ohren oder Hände beschäftigt oder behindert sind (z.B. bei der Fahrt zur Arbeit, in einer lauten Umgebung o.Ä.)

•

Sie haben möglicherweise einen älteren Browser, einen völlig anderen Browser, einen Sprach-Browser oder ein anderes Betriebssystem.“ aus der Einleitung zu den WAI-Richtlinien

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung.................................................................................................................. 4 Umgang mit dem Leitlinienkatalog ................................................................................ 5 Zur Entstehung dieses Leitlinienkataloges ...................................................................... 6 Allgemeine Anforderungen an den Aufbau von Websites................................................... 7 Gestaltung von Websites ohne Barrieren........................................................................ 7 Generelle Anforderungen .......................................................................................... 7 Behebung von Barrieren und Optimierung für blinde Nutzer/innen .................................. 8 Behebung von Barrieren und Optimierung für sehbehinderte ....................................... 11 Nutzer/innen ........................................................................................................ 11 Behebung von Barrieren und Optimierung für gehörlose und hörbehinderte Nutzer/innen 12 Behebung von Barrieren für Nutzer/innen mit motorischer .......................................... 13 Behinderung ......................................................................................................... 13 Behebung von Barrieren für Nutzer/innen mit fotosensitiver Epilepsie ........................... 13 Behebung von Barrieren und Optimierung für Nutzer/innen mit Lernschwierigkeiten ....... 13 Anmerkungen zum Einsatz von Gestaltungselementen ................................................... 15 Alternativ- und Textversionen ................................................................................. 15 Weiterführende Informationen.................................................................................... 16 WAI – Richtlinien................................................................................................... 16 Accessibility-Checks............................................................................................... 16 Barrierefreiheit im Internet ..................................................................................... 16 Barrierefreies Webdesign........................................................................................ 16 Sag es einfach! ..................................................................................................... 16 Technische und inhaltliche Beratung, Rückmeldungen................................................. 16

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Einleitung Die vorliegenden Leitlinien und Anregungen zur Gestaltung von Websites ohne Barrieren sind ein Ergebnis aus einer konstruktiven Kooperation vieler Akteurinnen und Akteure. Das Projekt web-barrierefrei1 hat zum Ziel, das Thema der barrierefreien Internetgestaltung an die Öffentlichkeit zu tragen und gleichermaßen die BenutzerInnen als auch die BetreiberInnen und GestalterInnen von Webseiten auf das Thema aufmerksam zu machen und dessen Wichtigkeit für Alle begreiflich zu machen. Als Grundlage dienen die WAI2-Richtlinien des W3C3. Leider sind diese aber allgemein schwierig formuliert und es kann daher vorkommen, dass einzelne Punkte missverstanden werden. Weiters sind die Richtlinien in 3 Stufen der Zugänglichkeit gegliedert (A, AA, AAA), was mancherorts dazu verleitet, nur die „unterste“ Stufe (A) anzustreben. Es gibt aber viele Punkte mit der Rangordnung AA und AAA, deren Erfüllung für gute Zugänglichkeit von Webseiten unerlässlich sind. Unsere Leitlinien zielen daher in erster Linie darauf ab, die tatsächliche Barrierefreiheit zu fördern, nicht einen bestimmten Level vollständig zu erfüllen.

web-barrierefrei ist Teil der Entwicklungspartnerschaft sensi_tec und wird von der Online Schulungs- und Beratungsgesm.b.H getragen. Sensi_tec 4steht für Sensibilisierung und Technologie und ist eine Initiative der Europäischen Union, die sich für den barrierefreien Zugang zu Information, Kommunikation, Ausbildungs- und Arbeitswelt einsetzt.

Durch web-barrierefrei wurde das Netzwerk für barrierefreie Webgestaltung gegründet. Dies ist ein Netzwerk von und für BetreiberInnen und GestalterInnen von Internetseiten, die sich ernsthaft mit dem Thema der Barrierefreiheit im Internet auseinandersetzen. Unser Anliegen ist es: -

ExpertInnenwissen zu bündeln

-

Die Diskussion von Problemfeldern im ExpertInnenkreis

-

Die WAI-Richtlinien mit Leben zu füllen

-

Anlaufstelle für Fragen zur Barrierefreiheit zu sein

1

http://www.web-barrierefrei.at

2

Web Accessibility Initiative, http://www.w3.org/WAI/

3

World Wide Web Consortium, http://www.w3.org/

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gefördert vom Bundessozialamt im Rahmen der Beschäftigungsoffensive der Österreichischen Bundesregierung und des Europäischen Sozialfonds.

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Das Thema Accessibility (=Barrierefreiheit) gilt insbesondere für öffentliche Webseiten, da eGovernment-Funktionalitäten5 einen zentralen Punkt für öffentliche Webseiten darstellen. Von der Inanspruchnahme dieser Dienstleistung darf niemand von vornherein ausgeschlossen werden. Aber auch für alle anderen Anwendungen im Internet, die für alle Bürgerinnen und Bürger vorgesehen sind, ist die barrierefreie Gestaltung besonders wichtig. Als Beispiele seien hier die Bereiche e-Commerce (Bestellung/Verkauf von Waren per Internet), e-Banking (Erledigung von Bankgeschäften) und e-Learning (Ausbildungen und Kurse) angeführt, deren Stellenwert heute schon sehr hoch ist und in Zukunft noch steigen wird. Auf die Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung im Internet hinzuweisen ist wichtiger denn je, da sich die meisten Website-BetreiberInnen und –GestalterInnen in Österreich noch zu wenig mit dem Thema der Internetzugänglichkeit auseinander gesetzt haben. Das bloße Studium der Richtlinien und deren Umsetzung, ohne sich mit den Gründen und Auswirkungen auseinander zu setzen, bringt oftmals Missverständnisse. Auch wird die Anwendung der Richtlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) von den ExpertInnen durchaus kontroversiell eingeschätzt. Im Zuge des regen Diskussionsprozesses wurden einzelne behinderungsspezifische Aspekte der Internet-Accessibility herausgearbeitet und vertieft, Fragen der inhaltlichen Konzeption erörtert und Optimierungsvorschläge entwickelt.

Umgang mit dem Leitlinienkatalog Die Umsetzung von Barrierefreiheit kann von vielen Faktoren beeinflusst werden. Das Thema und der Umfang einer Seite spielen genauso eine Rolle wie das technische Serviceangebot. Obwohl Barrierefreiheit, sofern sie schon bei der Planung eines Webangebotes berücksichtigt wird, keinen sehr großen Mehraufwand in der Umsetzung bedeutet, kann es trotzdem dazu kommen, dass einzelne Punkte schwieriger umzusetzen sind. Deshalb wurde bei die Wichtigkeit der zu beachtenden Problemfelder zur besseren Übersichtlichkeit folgendermaßen gekennzeichnet:

! &

unbedingt zu beachtende Problemfelder wünschenswerte Optimierungen

Websites sind so zu gestalten, dass sie prinzipiell für alle zugänglich sind: Alle mit zeichneten Problemfelder müssen Berücksichtigung finden.

! gekenn-

Es wurde eine Gliederung der Problemfelder nach Behinderungsarten gewählt und spezifische

Optimierungsmöglichkeiten (Kennzeichnung durch &) aufgezeigt, um ein besseres Verständnis für die speziellen Bedürfnisse herzustellen. Es zeigt sich aber auch, dass eine vorteilhafte Lösung für eine Gruppe einen nachteiligen Effekt für eine andere Gruppe haben kann. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die Konzipierung von Websites ohne Barrieren. Für die Umsetzung ist die Vorlage eines Pflichtenheftes hilfreich, in dem die Funktionalitäten der Website, die eingesetzten Gestaltungselemente, Scriptsprachen u. dgl. ausgeführt sind. Wird die Programmierung auch aussagekräftig dokumentiert, so können die technischen Standards nachträglich besser überprüft werden.

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e-Government: das erledigen von Amtsgeschäften per Internet

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Wie eingangs ausgeführt, ist es das Ziel dieses Kataloges, auch bei Nicht-TechnikerInnen ein grundsätzliches Verständnis für Fragen der Accessibility auszubilden, sowie die unterschiedlichen Blickwinkel und den aktuellen Diskussionsstand zu diesem Thema widerzuspiegeln. Die WAI-Richtlinien selbst sind damit keineswegs in Frage gestellt, sondern vielmehr bei der Programmierung von öffentlichen Websites unbedingt zu berücksichtigen (s. Literaturhinweise).

Zur Entstehung dieses Leitlinienkataloges Im Rahmen des Diskussionsprozesses mit VertreterInnen von Behindertenverbänden über die Internetzugänglichkeit kristallisierten sich grundsätzliche Feststellungen heraus:

•

Die bestehenden Richtlinien zur Accessibility sind wichtige Meilensteine für die Entwicklung eines barrierefreien Internet. Sie stellen jedoch einen Kompromiss dar. Es gilt, nicht nur (technische) Barrieren zu beseitigen, sondern auch eine optimierte Nutzbarkeit für alle BenutzerInnengruppen anzustreben.

•

Da das Internet nach wie vor ein überwiegend visuelles Medium ist, bestehen zweifellos für blinde und sehbehinderte Menschen die massivsten Barrieren für die Zugänglichkeit. Die bestehenden Richtlinien beziehen sich daher wesentlich auf die Beseitigung dieser Hindernisse. Weiterführende Anregungen zur Verbesserung der Webnutzung konnten nun gesammelt und in die Leitlinien aufgenommen werden.

•

Die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit anderer Behinderung, insbesondere von gehörlosen bzw. von lernbehinderten NutzerInnen werden jedoch vergleichsweise wenig berücksichtigt. Es bedarf weiterer Optimierungen für diese NutzerInnengruppen.

•

Kontroversiell wurde auch die Frage diskutiert, ob Gestaltungselemente, die potenziell Barrieren bilden, zur Gänze vermieden werden sollen. Schließlich wurde überwiegend die Meinung vertreten, dass bei der Gestaltung von Websites das kreative und technische Potential des Mediums ausgeschöpft werden soll. Gleichzeitig soll eine gezielte Optimierung des Zugangs für alle, beziehungsweise - bei spezifischen Websites - für besondere Zielgruppen angestrebt werden.

•

Alle Verbesserungen in der Nutzungsfreundlichkeit und Zugänglichkeit kommen auch anderen NutzerInnengruppen zugute, z.B. Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache oder NutzerInnen, die wenig Übung in der Erfassung komplexer Texte haben bzw. bei langsamen Internetverbindungen.

Der folgende Leitlinienkatalog beinhaltet demnach eine Zusammenstellung wichtiger in der Literatur beschriebener Kriterien, ergänzt um Anregungen und zielgruppenspezifische Optimierungsvorschläge von betroffenen ExpertInnen und Projektträgern. Die gewählte Gliederung der Kriterien soll nicht einen desintegrativen Ansatz vermitteln, sondern vielmehr das Verständnis für die besonderen Bedürfnisse schärfen, die sich aus den verschiedenen Arten der Behinderung ergeben.

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Allgemeine Anforderungen an den Aufbau von Websites Die Klarheit des Konzepts und der Aussagen sowie die Transparenz über Zielsetzung und Trägerschaft stellen grundlegenden Anforderungen an eine gute Website dar.

!

Auswahl des Aufbaus, der Struktur, der eingesetzten Programmiersprachen und Anwendungen in Abstimmung mit der Zielsetzung der Website

!

Klarheit von Aufbau und Struktur: logische Struktur, nachvollziehbare Abfolge der einzelnen Seiten, Beibehaltung der Struktur auf den einzelnen Seiten

& &

Überblick über die Seitenstruktur und Gliederung (Index, „Sitemap“)

&

Links zu Hilfeseiten

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Kontaktmöglichkeit zu technischer und inhaltlicher Website-Betreuung (e-MailNennung, e-Mail-Link und Formular)

!

Impressum: Darstellung von Inhalt, Ziel und Trägerschaft der Website

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Reduktion der Texte auf das Wesentliche, klare Aussagen

! &

Verwendung einer einfachen Sprache

bei umfangreicheren Websites: zusätzliche seiteninterne Suchfunktionen

laufende Evaluierung des Konzepts, möglichst in Zusammenarbeit mit betroffenen Nutzer/innen

Gestaltung von Websites ohne Barrieren Generelle Anforderungen

!

Generell ist die Trennung von Inhalt und Layout anzustreben: HTML soll für die Strukturierung, und nur dafür, CSS (Cascading Style Sheets) für das Layout eingesetzt werden. Seiten werden dadurch linear lesbar und können leichter für verschiedene Bedürfnisse (Assistive Technologien, PDA-Version, Druckfassung etc...) angepasst werden. Tabellen sollen nicht für das Layout verwendet werden, Framesets sollen nicht mehr eingesetzt werden.

!

Eine wesentliche Grundlage für Barrierefreiheit im Internet ist die syntaktisch und formal korrekte Programmierung. So sollen Überschriften auch tatsächlich als solche ausgezeichnet werden, und nicht nur durch eine größere Schrift. Daher sind für einwandfreie Programmierungen Technologien und Richtlinien des World Wide Web Consortium W3C zu verwenden (z.B. zur Validierung von HTML, CSS etc.).

!

Wichtig ist weiters, dass eine Website nicht für eine bestimmte Browserversion, beziehungsweise für ein bestimmtes Betriebssystem programmiert wird. Vielmehr muss auf eine gute Nutzbarkeit durch unterschiedliche Versionen verschiedener (auch textbasierter) Browser geachtet werden. Dies ist insbesondere für den Einsatz von Hilfsprogrammen wichtig. (Unter diese sogenannten „assistiven Technologien“ fallen zum Beispiel Screenreader, die den Inhalt des Bildschirmes über eine Sprachausgabe vorlesen.)

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Alle Informationen müssen auch als Text zur Verfügung stehen, um die Lesbarkeit mit allen Ausgabegeräten ohne Grafikanzeige und mit allen Sinnen zu gewährleisten. (Auch mit einer Braillezeile, die den Text in Brailleschrift wiedergibt.)

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Geräteunabhängige Navigation: Generell muss der reibungslose Einsatz der unterschiedlichsten Ein- und Ausgabemedien möglich werden. Insbesondere müssen alle Navigationselemente per Tastatur ansteuerbar sein. Links, die ausschließlich per Mausklick aktivierbar sind, sind auch anders zugänglich zu machen.

!

Die Navigationsmöglichkeiten müssen klar erkenntlich, notfalls erklärt sein. Idealerweise stehen Navigationsmenüs, entsprechend dem Lesefluss, oben oder links. Navigationselemente im inhaltlichen Teil sollen unten stehen oder zusammengefasst unter einem seiteninternen Link (Sprungmarke) erreichbar sein.

&

Links sollen so formuliert sein, dass aus dem Linktext selber ersichtlich ist, zu welchen Informationen die Verknüpfung führt. Vor allem ist dies bei den Navigationslinks zu beachten, nicht minder wichtig ist dies aber auch bei Links im Inhaltsbereich.

Behebung von Barrieren und Optimierung für blinde Nutzer/innen Mit Hilfe von assistiven Technologien können digitale Texte für blinde Nutzer und Nutzerinnen aufbereitet werden, die diese Texte entweder über eine dynamische Braillezeile lesen, mit einem Brailledrucker ausdrucken oder sich mit einer synthetischen Sprachausgabe anhören können. Die grundsätzlichen Voraussetzungen zur barrierefreien Nutzung bestehen für diese Zielgruppe also darin, dass alle wichtigen Informationen und Navigationselemente auch als Text vorliegen, und dies in einer Form, die von den Browsern und Screenreadern gelesen werden kann.

!

Grafische Darstellungen Grafiken, Videos und Animationen sowie Diagramme und grafische Aufzählungszeichen haben für blinde User/innen keinen Informationswert. Auch Texte, die in einer Grafik vorliegen, können vom Screenreader nicht gelesen werden. Imagemaps (Links, die in Bilder eingebettet sind) stellen ebenfalls ein gewisses Problem dar.

Lösungsansatz: Alle Grafiken, Bilder, Animationen und Videos sind mit Alternativtexten zu versehen. Transparente Grafiken (z.B. sogenannte Dummy-Grafiken, die oft zum Schaffen von Abständen zwischen Textteilen eingesetzt werden) sind mit einem sogenannten leeren Alt-Attribut zu kennzeichnen, damit sie von Vorlesesoftware ignoriert werden.

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Diese Alternativtexte müssen eine aussagekräftige Beschreibung von Inhalt und Funktion enthalten, die so lang wie nötig und so kurz wie möglich ist. Beinhaltet das Bild wichtige Informationen, wie z.B. ein Diagramm, so kann die Erläuterung des Bildes auf einer eigenen darunter liegenden Textseite erfolgen, auf die ein Link gelegt wird; es ist zu vermeiden, dass wesentliche Informationen ausschließlich bildlich transportiert werden oder Grafiken und dergleichen für die Navigation wesentlich sind. Texte und Überschriften sollen nicht als Grafik ausgeführt werden; bei nicht barrierefreien pdf-Dokumenten alternative Textversionen anbieten. Bei Imagemaps muss darauf geachtet werden, dass für das ganze Bild ein beschreibender Text zur Verfügung steht und die Links eindeutig und sinnvoll benannt sind, damit eine Navigation mit der Tastatur ermöglicht ist.

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Links Der Text von Links muss für sich allein stehend genügend Information darüber geben, was sich hinter dem Link verbirgt. Zum Beispiel soll vermieden werden, Links mit „Hier Klicken“ oder „mehr...“ zu benennen. Auch soll Auskunft darüber gegeben werden, ob es sich um einen Link zu einer externen Seite handelt, ob der Link in einem neuen Fenster öffnet oder ob es sich um eine Datei handelt, die heruntergeladen wird. Als Grafik definierte Links können vom Screenreader nicht richtig interpretiert werden und werden von textbasierten Browsern nur mit dem Namen der Grafik oder mit dem angegebenen „alt“-Tag dargestellt. Aber auch nichtssagende Alternativtexte (wie z.B. „Start“) behindern die Nutzung.

Lösungsansatz: Linktexte nicht so gestalten: ... den Quartalsbericht können Sie sich hier ansehen... sondern etwa so: ... Sie können den Quartalsbericht als Word-DOC downloaden ...

Wenn ein längerer Linktext nicht möglich sein sollte, (etwa in der Navigation, wo oft nur kurze Wörter zum Einsatz kommen) soll ein längerer beschreibender Text mittels des „title“Attributes eingesetzt werden. In normalen Browsern wird dies über sogenannte „Tooltips“ sichtbar, die auftauchen, wenn man den Mauszeiger darüber positioniert und nicht klickt:

Grafische Links müssen ebenso mit einer aussagekräftigen Bezeichnung unterlegt werden (in Form des „alt“-Attributes). Dieses wird beispielsweise auch in Screenreadern vorgelesen, wodurch die Navigierbarkeit in grafischen Menüs sichergestellt wird.

!

Applets und Scripts Sämtliche Inhalte der Internetseite müssen auch abrufbar sein, wenn programmierte Elemente wie Applets, aber auch Javascript nicht ausgeführt werden. Nur selten werden Inhalte über sogenannte Java-Applets angeboten, aber sehr häufig ist das Menü nur mittels Javascript erreichbar.

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Lösungsansatz: Überprüfen Sie, ob die Seite in einem Textbrowser navigiert werden kann und alle Seiteninhalte ohne Informationsverlust lesbar sind. „Drop-Down“-Menüs, die eine komfortable Navigierbarkeit in einer mehrstufigen Seitenhierarchie ermöglichen, können auch so programmiert werden, dass bei nicht aktivem Javascript das Menü automatisch in Textform verfügbar ist. Der Einsatz von Javascript ist nicht verboten und darf durchaus zusätzlichen Komfort bei der Bedienung einer Seite bieten.

!

Tabellen HTML-Tabellen sind für die Strukturierung von Daten gedacht, werden jedoch sehr häufig für die Gestaltung des Layouts verwendet. Dies ist für blinde User/innen besonders problematisch, da der Screenreader sich von Zelle zu Zelle vorarbeitet. Wenn verschachtelte Layouttabellen zum Einsatz kommen und nicht auf die „Linearisierbarkeit“ geachtet wurde, wird die logische Reihenfolge des Inhalts zerstört.

Lösungsansatz: Layouttabellen sind nur dann einzusetzen, wenn die Linearität beibehalten und der Sinn bewahrt wird. Es gibt verschiedene Werkzeuge im Internet, mit denen dies überprüft werden kann. Datentabellen sind besser lesbar, wenn die Zeilen- und Spaltenköpfe entsprechend gekennzeichnet sind und eine sinnvolle Beschreibung tragen. Idealerweise wird der Inhalt bzw. die Aussage einer Tabelle zusätzlich als (linearer) Text zusammengefasst bereitgestellt.

!

Frames Frames sind Gestaltungselemente, mit denen eine Website gegliedert werden kann; in jedem „Rahmen“ kann eine eigenständige HTML-Seite angezeigt werden, und der grafische Browser fügt diese so zusammen, dass sich ein Sinn ergibt. Das Problem dabei ist, dass Textbrowser und Screenreader immer nur eine HTML-Seite (unabhängig vom Rest des Frameset) darstellen können. Dadurch wird z.B. das Menü getrennt vom Inhalt dargestellt. (Auch Suchmaschinen können Informationen quer über Frames nicht indizieren.) Resultat ist eine mitunter sehr schlechte Übersichtlichkeit der Seite.

Lösungsansatz: Von der Strukturierung einer Webseite mittels Frames ist dringend abzuraten. Eine Zusammenführung von Elementen einer Webseite ist besser mittels serverseitiger Scriptsprachen (z.B. PHP, ASP, Python, ...) realisierbar, wobei auch die Zugänglichkeit höher ist da jeweils eine ganze zusammenhängende Webseite verfügbar ist. Falls doch Frames eingesetzt werden, ist auf logischen Aufbau und aussagekräftige Benennung (Funktion und Inhalt) zu achten. In das „noframes“-Tag sind Erläuterungen zur Bedienung des Framesets unterzubringen und Änderungen in Frames müssen für blinde Nutzer/innen nachvollziehbar sein.

&

Audio-Dateien Bei Inhalten und Beiträgen, die im Audioformat vorliegen, ist zweierlei beachtenswert: Zum einen müssen diese abgespielt werden können, ohne dass besondere Software („Plugins“) heruntergeladen und installiert werden muss. Zum anderen ist der Inhalt der Audiodateien als Text zur Verfügung zu stellen, um Gehörlose nicht davon auszuschließen.

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Lösungsansatz: Um den Benutzer/die Benutzerin nicht von spezieller Abspiel-Software abhängig zu machen, ist es ratsam, möglichst offene („Open-Source“) Dateiformate zu verwenden, bzw. diese als Alternative anzubieten. Bei gesprochenen Inhalten ist die Bereitstellung des äquivalenten Textes meist noch eine einfache Sache, bei künstlerischen Aufnahmen ist dies mitunter schon schwieriger. Es sollte eine Lösung gefunden werden, die den Inhalt am besten transportiert. Im Zusammenhang mit dem Dateiumfang ist dabei allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Downloadzeiten im Verhältnis zu Textseiten stark verlängern. Daher ist einerseits auf vernünftige Dateigrößen zu achten; andererseits soll die Größe der Dateien angegeben und die Möglichkeit, das Herunterladen dieser Dateien auszuschalten bzw. abzubrechen, angeboten werden.

Behebung von Barrieren und Optimierung für sehbehinderte Nutzer/innen Sehbehinderte Menschen können, wenn die Programmierung der Websites dies erlaubt, in ihren Browsern die Schriftgrößen, Schriftfarben sowie die Hintergrundfarben entsprechend ihren Bedürfnissen einstellen. Vergrößerungsprogramme stellen die Bildschirmansicht vergrößert dar, zeigen aber dadurch nur einen Ausschnitt des Gesamtbildes.

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Schrift, Farbe und Hintergrund Kleine Schriften, geringe Farbkontraste und unruhige Gesamterscheinung einer Website erschweren die Lesbarkeit generell, besonders aber für sehbehinderte User/innen. Generell ist auf eine gute Lesbarkeit von Websites zu achten. Die Einstellungen für die Bildschirmauflösung, die Schriftart, die Schriftgröße sowie die Farben der Schrift und des Hintergrundes müssen von den User/innen individuell gewählt werden können.

Lösungsansatz: Schriftgrößen sollten nicht in absoluten Einheiten festgelegt werden (z.B. die Einheit „em“ anstatt „px“ verwenden). Das veraltete „FONT“-Tag soll nicht verwendet werden; stattdessen wird die Festlegung von Schrift und Farbe in CSS (Cascading Style Sheets) empfohlen. Es muss für ausreichende Kontraste gesorgt werden, was die Farb- wie auch die Helligkeitskontraste betrifft; mit Rücksicht auf die häufigste Farbfehlsichtigkeit sollten Rot – Grün – Kontraste vermieden werden. Hintergrundbilder sollten vermieden oder so gewählt werden, dass die Lesbarkeit des Inhaltes bei allen Auflösungen und Farbeinstellungen durch das Hintergrundbild nicht behindert wird. Man sollte in monochromer Ansicht überprüfen, ob die Kontraste der Texte und Grafiken ausreichen und die Inhalte auch ohne Farbe erkenntlich sind. Man sollte weiters keine blinkenden oder bewegten Schriften und Bilder einsetzen und allenfalls die Möglichkeit anbieten, die Bewegungen einzufrieren.

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Deutliche Lokalisierung des Cursors Der momentane Fokus sollte optisch eindeutig markiert werden. Dies ist vor allem für die Navigation per Tastatur hilfreich. Das momentan aktive Element (ein Textlink, ein Grafiklink oder ein Formularfeld) sollte farblich eindeutig hervorgehoben werden.

Lösungsansatz: Möglich wäre dies z.B. durch eine eindeutig wahrnehmbare Umrandung, oder eine Änderung der Hintergrundfarbe.

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Behebung von Barrieren und Optimierung für gehörlose und hörbehinderte Nutzer/innen Für gehörlose und hörbehinderte Menschen stellt die Webgestaltung vor allem dann Barrieren dar, wenn die Inhalte akustisch vermittelt werden. Aber auch wenig gegliederte und nicht illustrierte „Textwüsten“ erschweren es, die Informationen einer Website zu erschließen. Die bildhafte Gebärdensprache ist nicht 1:1 in Schriftsprache übersetzbar. Komplizierte Nebensatz- und Passivkonstruktionen sind deshalb für Gehörlose schwerer verständlich.

!

Audio-Dateien Werden Audio-Dateien eingesetzt, um wesentliche Informationen oder Anleitungen zur weiteren Navigation zu vermitteln, so entgehen diese sowohl den gehörlosen User/innen als auch jenen, deren Computer keinen Sound ausgeben. Das gilt natürlich auch für Warnsignale und akustische Fehlermeldungen.

Lösungsansatz: Die in den Audio-Dateien vermittelten Informationen müssen auch visuell dargestellt werden. Es soll unbedingt vermieden werden, dass wesentliche Informationen ausschließlich akustisch verfügbar sind oder akustische Informationen für die Navigation wesentlich sind. Eventuell vorhandene gesprochene Texte der Audio-Dateien müssen auch in klar erkenntlicher Textfassung angeboten werden. Auch inhaltlich irrelevante Audio-Clips sind zumindest kurz zu beschreiben. Bei zeitgesteuerten Medien synchrone Untertitel einsetzen.

!

Texte Für gute Verständlichkeit sorgen (siehe oben)

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Schrift, Farbe und Hintergrund Für gute Lesbarkeit sorgen (siehe oben)

&

Grafische Darstellungen Grafiken, Videos und Animationen oder Symbole können den Seiteninhalt veranschaulichen und auflockern und damit (für alle sehenden Besucher der Webseite) die Zugänglichkeit erleichtern. Analog zu Audio-Dateien ist auch in diesem Zusammenhang auf die Dateigröße zu achten.

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Videoclips in Gebärdensprache Ideal für gehörlose Nutzer/innen ist die Bereitstellung von Videoclips, in denen wesentliche Informationen einer Website in der österreichischen Gebärdensprache dargestellt sind. Auch hier gilt: Dateigröße und daraus resultierende Download-Zeiten beachten!

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Behebung von Barrieren für Nutzer/innen mit motorischer Behinderung

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Navigationselemente Für viele ältere Menschen und Menschen mit motorischer Behinderung ist das Ansteuern von Links in kleiner oder gedrängter Darstellung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden, da die Maus unter Umständen nicht sehr genau gesteuert werden kann.

Lösungsansatz: Die horizontalen wie vertikalen Abstände zwischen Links (vor allem in der Navigation) sollten genügend groß sein, sodass diese mit dem Mauszeiger leicht angesteuert werden können. Ebenso sollen die Klickflächen ausreichend groß definiert werden. Um die Navigation per Tastatur zu gewährleisten, sollte vor allem in Formularen die Tab-Reihenfolge der einzelnen Elemente überprüft werden und gegebenenfalls ein logischer „tabindex“ (Reihenfolge der Elemente) definiert werden.

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Geräteunabhängige Bedienbarkeit Manche Arten motorischer Behinderung verhindern die Arbeit mit der Maus, aber eventuell auch mit der Tastatur. Unterschiedliche technische Hilfsmittel ermöglichen es jedoch auch Menschen mit schweren motorischen Einschränkungen, Computer und das Internet zu nutzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass nicht nur mit der Maus, sondern auch mit der Tastatur und mit anderen Eingabegeräten (z.B. Sprache, Touchscreen, Kopfstab, …) navigiert werden kann.

Lösungsansatz: Keine proprietären Lösungen verwenden, die einen speziellen Browser voraussetzen oder ein spezielles Browser-Plugin benötigen, bzw. diese Inhalte auch in alternativer Form bereitstellen. Bedienbarkeit ohne Mausbenutzung gewährleisten.

Behebung von Barrieren für Nutzer/innen mit fotosensitiver Epilepsie

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Animationen, Blinken Mit diversen Bildschirmanimationen, wie rasches Aufblinken einzelner Wörter oder Grafiken, Laufschriften und dgl. werden einzelne Produkte oder Informationen besonders hervorgehoben und beworben. Die Aufmerksamkeit der User/innen wird auf diese Elemente gezogen. Viele User/innen fühlen sich dadurch aber belästigt und in ihrer Konzentration beeinträchtigt.

Lösungsansatz: Bildschirmanimationen wie rasch blinkende Elemente, Bildschirmflackern und schnelle Kontrastwechsel unbedingt vermeiden, insbesondere die Bereiche zwischen 5 –59 Hz; besonders stark auslösend und daher absolut zu vermeiden sind Bildwiederholfrequenzen von 20 Hz (= 20 Bildwechsel pro Sekunde).

Behebung von Barrieren und Optimierung für Nutzer/innen mit Lernschwierigkeiten Prinzipiell sollen die Inhalte aller Websites so verfasst sein, dass diese auch von Menschen mit Lernschwierigkeiten verstanden und genutzt werden können. Dies gilt insbesondere für öffentliche Online-Dienste sowie Websites mit Tagesnachrichten, Konsument/inneninformationen, Dienstleistungen und Freizeitangeboten.

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Daher gilt es, bei der inhaltlichen Gestaltung von Websites auf eine besondere Klarheit der Struktur und leichte Verständlichkeit („Easy to read“ = „Leichter Lesen“) der Texte zu achten. Mehr Informationen dazu im Literaturhinweis „Sag es einfach“.

!

Komplexe Seitenstruktur Komplexe, unübersichtliche Seitenstrukturen können für Menschen mit Lernschwierigkeiten eine Barriere darstellen. Wenn zu viele Auswahlmöglichkeiten auf einmal angeboten werden, kann leicht die Orientierung verloren gehen.

Lösungsansatz: Einfache Struktur der Webseite und einheitliche Navigation verwenden. Übermäßig viele, verzweigte Ebenen vermeiden und übersichtliche Inhaltsverzeichnisse bereitstellen.

!

Texte Viele User/innen, nicht nur Menschen mit Lernbehinderung, haben Schwierigkeiten dabei, den Sinn von längeren Texten zu verstehen. Dies gilt auch für Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache sowie für jene, die in ihrem Alltag wenig lesen oder keine besonders gute Schulausbildung genießen konnten. Knappe, leicht verständliche Texte kommen neben der Zugänglichkeit auch der allgemeinen Nutzungsfreundlichkeit jeder Website zugute. Auch gut lesende User/innen vermeiden im allgemeinen, lange Texte am Bildschirm zu lesen, und schätzen es, rasch zu den wesentlichen Informationen zu gelangen.

Lösungsansatz: Auf allen Seiten die Texte nach „Easy to read“-Richtlinen gestalten. Bei Websites mit komplexen Inhalten zumindest eine „Easy to read“-Zusammenfassung unter einem speziellen Symbol anbieten. (Wichtig dabei: diese Seiten bei der Aktualisierung nicht vergessen!). Um einen Text leicht verständlich zu verfassen, ist dieser klar zu gliedern und auf die wesentlichen Aussagen zu reduzieren. Jeden Satz auf je eine Aussage beschränken. Fachausdrücke und Abkürzungen vermeiden oder verständlich erklären. Abstrakte Aussagen durch Beispiele erläutern. Positiv formulierte Aussagen und aktive Verben (z.B. „... wir machen ...“ anstatt „... es wird gemacht ...“) verwenden. Zahlen nach Möglichkeit vermeiden und umschreiben (z.B. anstatt „64%“ „fast ein Drittel“). Wo immer möglich, Menschen mit Lernschwierigkeiten bei der Erstellung oder Überarbeitung von Texten hinzuziehen.

!

Schrift, Farbe und Hintergrund

Durch das entsprechende Layout wird die Verständlichkeit der Texte unterstützt. Für gute Lesbarkeit sorgen (siehe oben). Weitere Tipps: Schrift linksbündig setzen; Blocksatz und Silbentrennungen vermeiden.

&

Grafiken, Videoclips

Durch grafische Elemente und Videoclips können Informationen illustriert und so leichter verständlich gemacht werden. Auch wenn keine Informationen durch Illustrationen transportiert werden, so lockern sie den Text auf und geben dem Auge Anhaltspunkte.

&

Audio-Dateien

Auch Audio-Clips können eingesetzt werden, um Websites interessanter zu gestalten und Informationen akustisch wiederzugeben oder zu unterstreichen.

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Anmerkungen zum Einsatz von Gestaltungselementen Die Gestaltungsmöglichkeiten einer Website sind vielfältig und eröffnen den Expertinnen und Experten ein herausforderndes Arbeitsfeld – abhängig von Kreativität und technischem Know-How. Wie dargestellt, stecken in dieser Vielfalt technischer Möglichkeiten jedoch auch viele potentielle Zugangsbarrieren. Unter der Voraussetzung, dass sich die Web-Entwickler/innen der immanenten Zugänglichkeitssproblematik bewusst sind und gezielt Lösungen suchen, können prinzipiell alle (oder doch die meisten) Programmiersprachen und Multimedia-Anwendungen bei der Gestaltung einer Website eingesetzt werden, ohne deren Zugänglichkeit zu beinträchtigen. Auch Flash beispielsweise kann mittlerweile für assistive Technologien zugänglich gemacht werden.

Alternativ- und Textversionen Der Einsatz von Textversionen zur Erreichung eines barrierefreien Web-Angebotes ist die letzte Möglichkeit für bereits bestehende Webseiten, aber keine Alternative für neu gestaltete Auftritte. Laut den WAI-Richtlinen sind Text- oder Alternativversionen nur erlaubt, wenn nach bestem Bemühen das Internetangebot nicht in einer Weise barrierefrei gestaltet werden kann, die äquivalente Funktionalitäten und Informationen gleicher Aktualität enthält, soweit es die technischen Möglichkeiten zulassen. Bei Verwendung nicht barrierefreier Technologien sind diese zu ersetzen, sobald aufgrund der technologischen Entwicklung äquivalente, zugängliche Lösungen verfügbar und einsetzbar sind. Für neu gestaltete Internetseiten kann es somit niemals eine Alternative sein, eine zusätzliche Textversion als barrierefreie Version anzubieten, da ja bereits zugängliche Lösungen zur Verfügung stehen. „Textwüsten“, die ohne Bilder und grafische Elemente gestaltet sind, stellen weiters für alle sehenden Benutzer eine Barriere dar, was ein weiterer Grund ist, Textversionen als nicht barrierefrei gelten zu lassen.

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen der barrierefreien, für alle NutzerInnen optimierten Webgestaltung lohnt sich auf jeden Fall. Die Betreiberinnen und Betreiber von Websites erreichen damit nicht nur generell eine bessere Zugänglichkeit, sie sind auch gefordert, bei der Konzeption und Umsetzung verstärkt auf eine allgemeine Benutzungsfreundlichkeit zu achten. Diese wird sich durch eine größere Zufriedenheit der User/innen und damit durch höhere Zugriffszahlen bezahlt machen.

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Weiterführende Informationen WAI – Richtlinien Ausführliche Richtlinien einer internationalen Arbeitsgruppe des W3C (World Wide Web Consortium); die Richtlinien richten sich an Webgestalter/innen sowie an Entwickler/innen von Browser und (Hilfs-) Programmen. http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html

Accessibility-Checks Es gibt eine Vielzahl von Hilfsmitteln und automatischen Prüftools, mit denen die technischen Aspekte der WAI-Richtlinien überprüft werden können. http://www.web-barrierefrei.at/index.php/Validatoren.html

Barrierefreiheit im Internet Broschüre, herausgegeben vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband BadenWürttemberg, Projekt WEB for ALL; übersichtliche Zusammenfassung von Richtlinien mit Glossar; richtet sich an fortgeschrittene Nutzer/innen und Programmierer/innen. http://www.webforall-heidelberg.de/

Barrierefreies Webdesign Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen, Hauptautor Jan Eric Hellbusch, herausgegeben von Christian Bühler, viele Co-AutorInnen. Das Buch bezieht sich auf die 2002 gesetzlich vorgeschriebenen Standards der BITV (Internet, Barrierefreiheit, Barrierefreies Webdesign) und präsentiert eine Fülle von illustrierten Gestaltungs- und Programmierbeispielen. ISBN 3-89864-260-7. http://www.barrierefreies-webdesign.de/dpunkt/index.html

Sag es einfach! Europäische Richtlinien für die Erstellung von leicht lesbaren Informationen für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Die Broschüre der Europäischen Vereinigung der ILSMH; richtet sich an Autor/innen, Herausgeber/innen, Informationsdienste, Übersetzer/innen und andere interessierte Personen“. http://www.inclusion-europe.org/documents/SAD66EETRDE.pdf

Technische und inhaltliche Beratung, Rückmeldungen Wünschen Sie für die Neugestaltung oder das Redesign einer Website konzeptionelle Beratung und technische Hilfestellungen, so setzen Sie sich bitte mit der Online Schulungs- und BeratungsgesmbH. in Verbindung. Mag.a Maria Putzhuber Tel: +43-[0]1-316 55

m.putzhuber@teleonline.at

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