Winter 2019 | 3 Euro
Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Schauspielerin Maria Fliri und das Fremde Wie Johannes Kaufmann Alternativen schafft Special: Mit Pioniergeist in die Zukunft Ein Mann zwischen alten Steinen und Adrenalin Unterwegs auf der Wiener „Flussinsel“
Foto: Frederick Sams
Wenn aus Altpapier Innovation entsteht
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Gesundes Wachstum, nachhaltige Ernte. 6 kontur
Editorial Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Wertvoller Rohstoff. Ohne Altpapier läuft nichts bei der Rondo Ganahl AG in Frastanz. Beim Experten für innovative Verpackungen und individuelle Wellpappelösungen sind das Know-how der Mitarbeiter und ein Maschinenpark auf höchstem technischen Stand untrennbar miteinander verbunden. Geschichtsträchtig. In den Museen und Ausstellungshäusern ist die Saison der großen Gefühle angebrochen. Dürer, Artemisia Gentileschi, Hopper, Van Gogh, Carvaggio, Leonardo ... Es gibt viel zu entdecken, freuen Sie sich drauf! Echte Pioniere. In unserem Special „Mit Pioniergeist in die Zukunft“ blicken wir auf Unternehmen, die Chancen ergreifen und an Herausforderungen mit Mut und Leidenschaft herangehen. Pioniere eben, die Vorarlbergs Bedeutung als Modellregion auch künftig in die Welt tragen werden. Foto: Frederick Sams
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Wenn aus Altpapier Innovation entsteht Schauspielerin Maria Fliri und das Fremde Wie Johannes Kaufmann Alternativen schafft Special: Mit Pioniergeist in die Zukunft Ein Mann zwischen alten Steinen und Adrenalin Unterwegs auf der Wiener „Flussinsel“
Inhalt 06 Geschlossener Kreislauf Bei Rondo Ganahl in Frastanz sind Kreativität und Nachhaltigkeit Teil des Unternehmenserfolges. 13 Kooperationen statt Uni Die jahrzehntelange Diskussion um eine Universität im Land erhält aktuell neuen Schwung. 18 Ob Mann oder Frau Schauspielerin Maria Fliri schätzt die Möglichkeit, in ihrer Arbeit das vermeintlich Fremde zu erkunden. 25 Klein aber fein Mit Micro-Apartments und Co. schafft Architekt Johannes Kaufmann neue Wohnkonzepte mit dem gewissen Maß an Mobilität. 30 Der mit dem roten Gurt Schön, schnell und elegant: der Mercedes-AMG E 53 4matic Coupé. 32 Ein Leben für die Sprache Dr. Heide Lim Leher lebte in sechs verschiedenen Ländern und tat, was ihre Leidenschaft war: unterrichten.
39 „Daniel Düsentrieb“ der Textilien Günter Grabher hat schon früh erkannt, dass Textil mehr kann, als man denkt. Statt Innovation nur zu beschwören, setzt er sich tagtäglich der Suche nach neuen Möglichkeiten aus. 45 Special: Mit Pioniergeist in die Zukunft Risikofreudig, innovativ, mit Weitblick – Vorarlberger Unternehmen haben stets die Zeichen der Zeit erkannt. Mit Leidenschaft ergreifen sie auch künftig Chancen und stellen sich Herausforderungen. 75 Von der Faszination alter Gebäude Warum Steinmetz und Restaurator Burkhard Fessler in Kirchen und historischen Villen oft keinen Stein auf dem anderen lassen kann. 82 Zu Hause in einer Männerdomäne Aufgewachsen mit drei Brüdern, der Bauhof als Spielplatz. Da lernte sie nicht nur, sich durchzusetzen, sondern entwickelte auch ihre Leidenschaft für Betongold. 10 Fragen an Graziella Hefel. 85 Best coffee in town Im Bahi kredenzt Cornelius Lingg Spezialitätenkaffee und lädt ein in einen Mikrokosmos, der das Hier und Heute einfängt. 90 Das Büro von morgen Flexible und intelligente Lösungen sind gefragt, um das perfekte Umfeld für Mitarbeiter zu schaffen. 92 Im Szeneviertel Orient bis Okzident, Elektrobeat bis Walzer – im 2. Bezirk kann man Wien in all seinen Facetten erleben. 101 Vom Reden und Zuhören Psychotherapeutin Birgit HladschikKermer weiß um die heilsame Kraft des Wortes in der Medizin.
104 Das kleine Schneereich im Bregenzerwald Seit Februar 2006 ist Damüls das schneereichste Dorf der Welt. Ein Weltrekord, der Wilfried Madlener zum „Schneekönig“ kürte. 109 Große Gefühle sind vorprogrammiert Von Dürer bis Hopper, von Van Gogh bis Artemisia Gentileschi – der Winter in den Museen und Ausstellungshäusern wird abwechslungsreich, geschichtsträchtig und sehenswert.
IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Carotta, sabine.carotta@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Sabrina Galehr, Marion Hofer, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Jasmin Quast, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Bernadette Prassl, bernadette.prassl@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Lisa Fröwis, +43 5572 501-440, lisa.froewis@russmedia.com; Petra Kremmel, +43 5572 501-356, petra.kremmel@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia. com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 25. Oktober 2019 • Nächste Ausgabe: 20. März 2020
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Wo sich alles im Kreis bewegt Wenn aus Altpapier innovative Verpackungen und WellpappelÜsungen entstehen, ist man bei Rondo in Frastanz. Ein geschlossener Kreislauf, Kreativität und Nachhaltigkeit zeichnen das erfolgreiche Unternehmen aus. 10 kontur
Foto: Rondo Ganahl AG
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ie Rondo Ganahl Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Frastanz ist ein traditionsreiches österreichisches Familienunternehmen, das seine Wurzeln bereits im Jahre 1797 hat. „Die Kreislaufwirtschaft ist bei uns durchgängiges Geschäftsprinzip“, erläutert Vorstandsvorsitzen der Hubert Marte. Im Jahre 2018 wurde ein Umsatz von 420 Millionen Euro erwirtschaftet, das entspricht einer Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind in der Gruppe mit neun Standorten in Österreich, Ungarn, Rumänien, der Türkei und Deutschland über 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das K erngeschäft des Unternehmens ist die Herstellung von Wellpappe-Verpackungen, Wellpappe-Rohpapieren und die Sammlung von Altpapier. Aus Alt mach Neu. In der Papierfabrik Frastanz werden pro Jahr über 126.000 Tonnen Altpapier verwertet. Das daraus gewonnene Wellpappe-Rohpapier ist somit ein hundertprozentiges Recycling-
produkt, das in der Wellpappeindustrie – zu einem hohen Anteil in den eigenen Wellpappewerken – Verwendung findet. Gesamt werden in den Wellpappewerken jährlich 304.000 Tonnen Wellpappe hergestellt und entsprechend den Kundenwünschen zu innovativen Verpackungslösungen weiterverarbeitet. Die dort hergestellten stabilen und funktionalen Verpackungen sind zur Gänze wie-
Die Produktvielfalt nimmt ständig zu. Allein in Frastanz stellen wir über 20.000 verschiedene Artikel aus Wellpappe her. kontur 11
1977 – Übernahme der Zimmermann Rohstoffverwertung, Hall/Tirol 1995 – Wellpappewerk B udapest 1999 – Wellpappewerk Apahida/Cluj Rumänien 2008 – Wellpappewerk Targoviste Rumänien 2013 – N eues Verwaltungsgebäude in Frastanz, Übernahme des Wellpappewerkes MKB in Istanbul 2017 – Übernahme der Walz Verpackungen GmbH in Langenenslingen Deutschland 2019 – Eröffnung des neuen Hochregallagers in Frastanz mit 25.000 Palettenplätzen 2019 – 60 Prozent Beteiligung an der Transilvania Pack und Print in Sibiu Rumänien
der verwertbar. Das Know-how des Unternehmens, das sich trotz starker Konkurrenz erfolgreich auf den M ärkten behaupten kann, zeigt sich auch bei der Sammlung von Altpapier. Im Sammelbetrieb in Hall in Tirol werden die im Großraum Innsbruck gesammelten rund 63.000 Tonnen Altpapier so aufbereitet, dass es als sortenreiner Rohstoff wieder in die Papierindustrie zurückfließen kann. Die Rondo Ganahl Aktiengesellschaft schließt also den Kreislauf. Die Papierfabrik in Frastanz nimmt mit den weißen Testliner-Sorten eine führende Rolle in den Hauptmärkten Deutschland und Österreich ein. Braune Papiere werden vorwiegend für die eigenen Wellpappewerke hergestellt, die in ihren Regionen marktgestaltend sind. Die Erfolgsfaktoren von Rondo Ganahl sind der Anspruch höchster Produktqualität, der nachhaltige Umgang mit Ressourcen und die über Generationen bewährte Verlässlichkeit eines Vorarlberger Familienunternehmens.
Foto: Frederick Sams
Einige Meilensteine
Immer in Bewegung. Bereits seit 1911 wird am Standort in Frastanz Papier produziert. Damals erfolgte die Gründung der Vorarlberger Papierfabrik durch Philipp Ganahl mit 30 Gesellschaftern. Der Idee, die Vorarlberger Textilindustrie mit Papier, Verpackungsmaterialien und vor allem Papierhülsen für die Spinnerei zu versorgen, war die Tat gefolgt. Im Jahr 1954 wurde mit der Wellpappeproduktion begonnen. 1961 erfolgte dann ebenfalls in Frastanz die Inbetriebnahme der neuen Papiermaschine PM2, die sich nach Großinvestitionen in den Jahren 1978, 1988, 1994, 2003 und 2011 auf dem neuesten Stand der Technik präsentiert. Technik-Vorstand Udo Nachbaur: „Sämtliche Funktionen der Papiermaschine werden mit der neuesten Prozesstechnik gesteuert und geregelt. Eine durchgehende Visualisierung ermöglicht dem Produktionsteam den optimalen Betrieb
Die Wellpappewerke der Rondo Ganahl AG sind in Europa marktgestaltend. Durch ständige Innovationen wird die technologische Spitzenstellung gesichert, es werden neue Produktfelder erschlossen und neues Wachstumspotenzial geschaffen. 12 kontur
der Anlage. Der rege Wissenstransfer mit den Spezialisten des angrenzenden Wellpappewerks garantiert die kontinuierliche Weiterentwicklung von Prozessen und Produkten.“ Im Jahr 1962 wurde das Wellpappewerk in Frastanz in Betrieb genommen und 1971 folgte als zweiter Standort das Wellpappewerk St. Ruprecht an der Raab in der Steiermark. Den damaligen Standards entsprechend zählten beide Standorte mit ihren modernen Produktionsanlagen zu den am besten ausgestatteten Wellpappebetrieben in Europa. Von der Idee zum Produkt. Durch Verlässlichkeit, langfristiges Denken und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen werden dauerhafte Beziehungen zu den Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und der Öffentlichkeit geschaffen. Die bewusst einfache Organisationsstruktur ermöglicht Schnelligkeit und Effizienz. Da die unternehmerische Verantwortung dezentralisiert ist, kann auch den jeweiligen lokalen Gegebenheiten in hohem Maße Rechnung getragen werden. Die Wellpappewerke von Rondo sind in Europa marktgestaltend. Durch ständige Innovationen wird die technologische Spitzenstellung gesichert, es werden neue Produktfelder erschlossen und neues Wachstumspotenzial geschaffen. Die Erfüllung der Kundenwünsche ist dabei eines der wesentlichsten Zie-
Kompetenz. Das Know-how der Mitarbeiter und ein Maschinenpark auf höchstem technischen Stand sind untrennbar miteinander verbunden.
le des Unternehmens. Jedes Wellpappewerk verfügt über eine eigene Entwicklungsabteilung. „Ob es sich um eine sichere und attraktive Transportverpackung, eine präzise gestanzte Automatenverpackung, eine hochwertig bedruckte Verkaufsverpackung oder ein Aufsehen erregendes Display handelt, nichts spornt uns mehr
Fotos: Rondo Ganahl AG
Bei Rondo sind viele langjährige Mitarbeiter beschäftigt. Und auch auf die Lehrlingsaus- und Weiterbildung wird beim Familienunternehmen großes Augenmerk gelegt. Fast zehn Prozent der 370 am Standort Frastanz Beschäftigten sind Lehrlinge.
Karriere mit Lehre. Der überwiegende Teil der Lehrlinge bleibt nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen.
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Durch Verlässlichkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen werden dauerhafte Beziehungen geschaffen.
an, als all das optimal zu lösen. Von der Idee über die Produktentwicklung und den Fertigungsprozess bis hin zur pünktlichen Lieferung“, schildert Vorstandsvorsitzender Hubert Marte. „Laufende Investitionen sind ein wichtiger Teil des Qualitätsmanagements. Im Jahre 2018 betrug das Investitionsvolumen des Unternehmens 38 Millionen Euro. Nach zweijähriger Bauzeit wurde heuer ein neues Hochregallager mit 25.000 Palettenplätzen in Frastanz eröffnet. Dafür wurden 25 Millionen Euro investiert, die größtenteils durch Eigenmittel finanziert werden konnten“, so Klaus Paier, Leitung Controlling und Finanzen. Es sei eine „gebaute Zukunftsstrategie“, so Stephan Kaar, Geschäftsleitung Wellpappewerk Frastanz. Die Produktvielfalt in der Verpackungsbranche nehme ständig zu, allein in Frastanz stelle man über 20.000 verschiedene Artikel aus Wellpappe her.
fabrik, das Personalmanagement. Bei Rondo sind viele langjährige Mitarbeiter beschäftigt. Auch „Karriere mit L ehre“ ist im Unternehmen kein leeres Schlagwort, denn auf die Lehrlingsaus- und Weiterbildung wird großes Augenmerk gelegt. Fast zehn Prozent der 370 am Standort Frastanz Beschäftigten sind Lehrlinge, von denen der weitaus überwiegende Teil nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen bleibt. Angeboten werden die acht Lehrberufe Verpackungstechniker/in, Industriekaufmann/-frau, Papiertechniker/ in, Elektrotechniker/in, Metalltechniker/in, Betriebslogistikkaufmann/-frau, IT-Techniker/in (Systemtechnik) und IT-Informatiker/in.
Von der Pike auf. Großes Augenmerk wird bei Rondo auch auf die Mitarbeiter gelegt. „Bei uns arbeiten kompetente und zuverlässige Mitarbeiter, die ihr Know-how durch laufende Ausbildung weiterentwickeln. Die Mitarbeiter und der Maschinenpark auf höchstem technischen Stand sind die perfekte Kombination für beste Produktqualität“, beschreibt Sigrid Rauscher, Geschäftsleitung Papier-
„Auch der Schutz der Umwelt hat im Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert“, erklärt Technik-Vorstand Udo Nachbaur. Es besteht ein fast geschlossener Wasserkreislauf, sodass keine Abwässer in einen Vorfluter geleitet werden und am Standort entsteht kein Abfall. Rondo hat auch ein Bekenntnis für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft unterzeichnet. Ernest F. Enzelsberger
Gegründet 1911 mit damals 30 Gesellschaftern, Fa. Ganahl 1797 Eigentümer: Streubesitz (Familie Ganahl) Geschäftsführung: Hubert Marte (Vorstandsvorsitzender), Udo Nachbaur (Vorstand) Umsatz 2018: 420 Millionen Euro (+5,5%) Investitionen 2018: 38 Millionen Euro Standorte: 9, Firmensitz in Frastanz Mitarbeiter: 1530
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Foto: Frederick Sams
Rondo Ganahl Aktiengesellschaft
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Foto: shutterstock/Matej Kastelic
Kooperationen über Grenzen In Vorarlberg hat eine Debatte über eine Beteiligung an der Europäischen Hochschulinitiative begonnen.
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ie Diskussion um eine eigene Universität in Vorarlberg reicht bis in die 1970er-Jahre zurück und ist bisher nie ganz verstummt. In Vorarlberg hat jetzt eine Debatte über eine Beteiligung an der Europäischen Hochschulinitiative begonnen. Die regierende ÖVP zeigt sich der Idee gegenüber offen, die Grünen als kleiner Regierungspartner forcieren das Thema.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßte die Initiative bei einem Vorarlberg-Besuch ausdrücklich. Neuen Schwung erhielt die jahrzehntelange Diskussion durch die Initiative des französischen Präsidenten Emanuel Macron, der 2017 die Gründung Europäischer Universitäten vorschlug. Die EU-
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Kommission setzt diese Idee nun im Rahmen der Europäischen Hochschulinitiative um. Ziel ihres Förderprogramms ab 2021 sind Hochschulallianzen, die die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen bündeln sollen, um den Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist, zu begegnen. Die Internationale BodenseeHochschule vereinbarte im Frühjahr 2019 mit dem IBH-Kooperationsrat, sowie der IBK-Kommission Bildung, Wissenschaft, Forschung, einen Antrag für die Europäische Hochschulinitiative zu prüfen. Anhand von Fakten diskutieren. Zur aktuellen Diskussion nehmen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft Stellung. So meint Mag. Stefan FitzRankl, Geschäftsführer der FH Vorarlberg, dazu: „Eine Stärkung der akademischen Strukturen in Vorarlberg ist zu begrüßen, ebenso eine intensivere Zusammenarbeit der Hochschulen im Bodenseeraum. Österreich verfügt über 59 Hochschulen: 22 staatliche Universitäten, 21 Fachhochschulen und 16 Privatuniversitäten. Dazu kommen unzählige mehr oder weniger se-
riöse Fernstudienangebote. Im Umkreis von 100 Kilometern um den Bodensee liegen rund 30 anerkannte Hochschulen. Die Anzahl der Studienanfänger an den Universitäten sank 2016/17 um 4,3 Prozent und 2017/18 um 2,1 Prozent; ähnliches gilt für die Schweiz und Deutschland. 1277 Vorarlberger begannen 2017/18 ein Studium in Österreich: 748 an Unis, 529 an einer FH. Mit wenigen Ausnahmen gibt es eher zu viele Studienplätze als zu wenige, das gilt besonders für die vom Arbeitsmarkt nachgefragten MINT-Studien. Wie hoch ist der Bedarf an neuen Hochschulen und in welchen Fachgebieten? Woher kommen die zusätzlichen Studierenden? EU-Förderungen für eine ‚Europäische Hochschule‘ liegen bei maximal fünf Millionen Euro, aufgeteilt auf drei Jahre und alle beteiligten Partnerhochschulen. Für Vorarlberg heißt das höchstens 150.000 Euro jährlich. Die Kosten der letzten UniNeugründungen (Medizin in Linz, IST Austria in Maria Gugging) liegen jeweils bei über einer halben Milliarde Euro. Ein Absolvent der MedUni Wien – der teuersten in Österreich – kostet exakt 550.630 Euro, einer der öffentlichen Kunst- und Mu-
Foto: FH Vorarlberg
Strukturen stärken. Mit dem Ausbau der Fachhochschule wird mehr Raum für Forschung und Lehre geschaffen.
Die Fachhochschule hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt und ist aus Vorarlberg nicht mehr wegzudenken. sikunis rund 200.000 Euro. Zeit also, den Hochschulstandort Vorarlberg anhand von Fakten zu diskutieren.“ Nägel mit Köpfen. Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, führt aus: „Eine echte Kooperation mit einer Top-Universität in der Region ist zielführender als eine eigene, neue Universität in Vorarlberg. Als wir vor mittlerweile dreieinhalb Jahren mit unserer breit erarbeiteten Industriestrategie ,Vom Mittelmaß zur Exzellenz‘ das Thema der fehlenden Universität in Vorarlberg deutlich angesprochen hatten, war zunächst die Aufregung groß. Unsere Empfehlung nach intensiver Recherche und zahlreichen Gesprächen war es nicht, eine eigene klassische Universität in Vorarlberg aufzubauen. Unser Lösungsansatz war und ist es, die fehlende Universität im Land mit dem Aufbau von Kooperationen mit exzellenten Top-Universitäten in der Region zu kompensieren. Das könnten z. B. die HSG St. Gallen, die ETH Zürich, die TU München oder andere sein. Heute sind wir zwar einen erheblichen Schritt weiter, aber noch lange nicht am Ziel. Mit der HSG St. Gallen
Ziel des Förderprogramms ab 2021 sind Hochschulallianzen, die die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen bündeln sollen, um den Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist, zu begegnen. 18 kontur
Foto: shutterstock/Gorodenkoff Fotos: FH Vorarlberg, Julius Blum GmbH, IV Vorarlberg
Vorausschauend. Die Ausbildung von Fachkräften ist auch für den Wirtschaftsstandort von höchster Bedeutung.
werden sehr konkrete Gespräche geführt, ein Vorarlberger HSG Campus kann entstehen. Wir appellieren, diese Chance nicht, wie zu oft in der Vergangenheit, verstreichen zu lassen. Es geht darum, Nägel mit Köpfen zu machen. Bei einer solchen Partnerschaft ist es uns sehr wichtig, die Fachhochschule Vorarlberg mit im Boot zu haben. Denn sie wird weiterhin die Vorarlberger Hochschule sein, die sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat und in Vorarlberg nicht wegzudenken
ist. Für eine solche innovative und intelligente Lösung in einem inspirierenden örtlichen Umfeld werden wir uns weiterhin einsetzen. So wird es uns gelingen, eine Anziehungskraft und einen Magnetismus für Talente aus Vorarlberg und darüber hinaus zu entfalten.“ Schlüssel zum Erfolg. Mag. Marco Tittler, designierter Wirtschaftslandesrat, erläutert: „Die Vorarlberger Wirtschaft konnte sich in der Vergangenheit – auch auf-
grund kluger Innovationen – ständig weiterentwickeln, Nischenmärkte erobern und einmal gewonnene Positionen als Weltmarktführer vielfach verteidigen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei ganz oft in der betrieblichen Forschung und Entwicklung. In keinem anderen österreichischen Bundesland wird ein so hoher Anteil der gesamten Forschungsausgaben – nämlich knapp 80 Prozent – von den privaten Unternehmen selbst geleistet. Überbetriebliche Forschungszentren
Mit wenigen Ausnahmen gibt es eher zu viele Studienplätze, das gilt besonders für die MINT-Studien.
Für die Unternehmen des Landes ist Bildung auf allen Ebenen ein zentrales Zukunftsthema.
Es muss uns gelingen, eine Anziehungskraft für Talente aus Vorarlberg und darüber hinaus zu entfalten.
MAG. STEFAN FITZ-RANKL GESCHÄFTSFÜHRER FH VORARLBERG
THOMAS HAGEN PERSONALMANAGEMENT JULIUS BLUM
MARTIN OHNEBERG PRÄSIDENT IV VORARLBERG
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Gefragte Fachkräfte. Aus Sicht eines führenden Vorarlberger Industriebetriebes nimmt Thomas Hagen von der Personal-
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abteilung der Firma Blum Beschläge Stellung: „Für die Unternehmen des Landes ist Bildung auf allen Ebenen ein zentrales Zukunftsthema. Obwohl Vorarlberg über keine eigene Universität verfügt, findet sich im Land doch ein breites und attraktives Bildungsangebot: Das fängt bei der dualen Lehre an, geht über die allgemeinund berufsbildenden höheren Schulen bis hin zu den verschiedenen Studiengängen
Durch eine direkte Kooperation mit ausgewählten Partnern lassen sich Kompetenzen bestmöglich ergänzen. MAG. MARCO TITTLER DESIGN. WIRTSCHAFTSLANDESRAT
an der Fachhochschule in Dornbirn. Seit Jahrzehnten arbeiten wir mit der FHV eng zusammen und stehen sowohl den Lehrenden als auch den Studierenden als Partner zur Verfügung. Die FH orientiert sich mit ihren Studiengängen stark am Bedarf der Vorarlberger Unternehmen und ist deshalb für uns eine wichtige Bildungseinrichtung, aus der wir Jahr für Jahr gefragte Fachkräfte rekrutieren. Die internationale Zusammenarbeit im Bildungssektor kann sicher weiter verstärkt werden, nicht nur auf der Ebene der Hochschulen. Erfolgreiche Kooperationen mit Bildungseinrichtungen aus Liechtenstein, der Ostschweiz und dem süddeutschen Raum bieten den Studierenden des Landes auch heute schon verschiedenste attraktive Ausbildungsmöglichkeiten. Unser Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften und auch das Angebot der FHV wachsen stetig. Mit neuen Studiengängen gelingt es der FHV, die Attraktivität Vorarlbergs als Ausbildungsstandort weiter zu steigern. Doch die neuen Studienzweige brauchen Platz. Die logische Konsequenz daraus ist der Ausbau des FH-Standorts in Dornbirn. Qualitative und zielgerichtete Bildungsmaßnahmen sind für uns und Vorarlberg wichtig – entsprechend stehen wir auch hinter den dafür nötigen Infrastruktur-Projekten.“ Ernest F. Enzelsberger
Foto: Studio Fasching
spielen eine immer wichtigere Rolle als Entwickler und Problemlöser bei bestimmten Forschungsfragen. Durch eine entsprechende überbetriebliche Forschungsstruktur bekommt die Wirtschaft wichtige Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Forschungsstrategien. Neben dem eigenen Aufbau von Forschungskompetenzen und -strukturen im Land ist es aber auch wichtig, den Ausbau von Kooperationen mit anderen Hochschulen und Universitäten weiter zu forcieren. Durch eine direkte und unmittelbare Kooperation mit ausgewählten Partnern lassen sich komplementäre Kompetenzen bestmöglich ergänzen und Synergien nutzen. Insbesondere mit der nahe gelegenen Hochschule St. Gallen besteht hier aufgrund der dort gerade stattfindenden Entwicklungen, was den Aufbau einer neuen ,School of Computer Science‘ betrifft, gute Chancen, ein Übereinkommen zu erzielen. Durch eine Kooperation in einem wichtigen zukunftweisenden Feld kann die heimische Innovationskraft auch weiterhin abgesichert und der Vorarlberger Wirtschaft ein direkter Zugang vor Ort und somit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil geboten werden.“
Foto: FH Vorarlberg
In Zahlen. 1277 Vorarlberger begannen 2017/18 ein Studium in Österreich: 748 an Unis, 529 an einer FH.
Erfolgreiche Kooperationen mit Bildungseinrichtungen aus Liechtenstein, der Ostschweiz und dem süddeutschen Raum bieten den Studierenden des Landes auch heute schon verschiedenste attraktive Ausbildungsmöglichkeiten.
ÖSTERREICH, SO GEHT’S DIR. Wir haben Österreich gefragt: Wie geht’s dir? Und Österreich hat geantwortet. Erste Ergebnisse gibt es hier – und Lösungen, wie es besser geht. Aber das ist erst der Anfang: Gemeinsam werden wir gesund, Österreich. Seid dabei auf generali.at/sogehtsmir
3,4 MILLIONEN
71 % ALLER RAUCHER IN ÖSTERREICH WOLLEN AUFHÖREN.
ÖSTERREICHER SIND NICHT AUSREICHEND GEIMPFT. ÖSTERREICH, SO GEHT’S DIR BESSER:
Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten sind alles andere als Kinderkrankheiten. Deshalb sollten auch Erwachsene diese Impfungen auffrischen lassen. Ob man ausreichend geschützt ist, steht im Impfpass. Und den hat man mit der App „Meine Generali“ ab jetzt immer dabei. Über die App kann man den Impftermin dann auch gleich planen.
SCHAFFEN’S ABER NICHT. ÖSTERREICH, SO GEHT’S DIR BESSER:
Man kann ins kalte Wasser springen, indem man vom einen auf den anderen Tag aufhört. Oder man raucht in einem festgelegten Rhythmus weniger Zigaretten. Leichter wird es, wenn man sich Unterstützung holt. Zum Beispiel bei einem Raucherentwöhnungskurs. Generali Vitality Mitglieder sparen bei der Buchung eines Kurses beim Partner Allen Carr’s Easyway sogar 70 €.
JEDER 2. ÖSTERREICHER ERNÄHRT SICH UNGESUND. ÖSTERREICH, SO GEHT’S DIR BESSER:
Reichlich Obst und Gemüse sind die Basis einer ausgewogenen Ernährung. Wie gut, dass die Vitaminlieferanten zu allem passen: ob morgens zum Frühstück, als Snack für zwischendurch oder als Hauptgericht. Unsere Generali GesundheitsCoaches sind auch ausgebildete Ernährungsspezialisten und helfen, wie man gesunde Ernährung in den eigenen Alltag integriert.
Quelle: Meinungsumfrage Generali Versicherung AG, Umfragezeitraum: 09/2019, Stichprobe: 3.164 Personen
SO IST GESUNDHEIT NUR NOCH EINEN KLICK ENTFERNT. Die App „Meine Generali“ vereint viele nützliche Funktionen rund um die eigene Gesundheit. Damit behält man den Überblick über vergangene und anstehende Untersuchungen. Planen kann man diese auch direkt über die App. Oder man besucht ganz bequem eine Online Sprechstunde bei einem Arzt oder Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten. So geht GesundheitsCoaching.
Die richtige Entscheidung „Ich habe ein Faible für Männerrollen“, sagt Maria Fliri. „Meistens sind es Machtmenschen.“ Sie bieten der Vorarlbergerin die Möglichkeit, das vermeintlich Fremde zu erkunden. Auch das ist ein guter Grund, Schauspielerin zu werden.
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is sie mit dem Unternehmen dieheroldfliri, das sie, wie der Name schon sagt, gemeinsam mit der Regisseurin und Autorin Barbara Herold gegründet hat, ein neues Stück herausbringt, vergehen noch ein paar Monate. „Kind.Erbe.Reich“ behandelt dafür ein starkes Thema. In den Industrieländern werden Millionen und Milliarden vererbt, was die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter aufgehen lässt. Erben liefert Stoff für große Literatur, für Opern und Komödien. Eine Hinterlassenschaft hat schon Familien entzweit. Es muss nicht einmal der Vorarlberger Testamentskandal bemüht werden, um den Plot für einen jener brisanten Theaterabende zu haben, für die dieheroldfliri bekannt ist. Zuletzt ging es um die Vielfalt, auch die Vielfalt im menschlichen Leben, um mehr
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als um Mann und Frau, um Transgenderpersonen, um Rollenbilder. Zuvor widmete man sich Österreicherinnen, die die offizielle Geschichtsschreibung gerne an den Rand gedrängt hatte. Begonnen hatte alles mit „Covergirl“, der Geschichte jener amerikanischen Soldatin, die durch die Fotos vom Folterskandal in Abu Ghraib auf grausame Weise weltberühmt wurde. Maria Fliri spielte die junge Frau. Das in Vorarlberg uraufgeführte Stück blieb mehrere Jahre auf dem Spielplan, wurde an mehreren Orten in Österreich und Deutschland gespielt und schließlich auch in New York. Filme mit Karl Markovics. Zurzeit lebt und arbeitet Maria Fliri in Wien. Der Film „Nobadi“ von Karl Markovics ist gerade in
den Kinos angelaufen. Sie spielt eine Tierärztin, erinnert sich an eine „großartige Arbeit“ mit dem Schauspieler, Regisseur und Filmemacher, die für das Fernsehen fortgesetzt wurde. Im Landkrimi „Das letzte Problem“ verkörpert sie eine Hoteldirektorin. Gedreht wurde in Zürs. Und zwar zu einer Jahreszeit, in der der Wintersportort wie ausgestorben ist. „Die Situation lässt sich wie eine Mischung aus Agatha-Christie-Geschichten und ,Shining‘ beschreiben.“ Man befindet sich in einem riesigen Hotelkomplex. Ein Mord geschieht, als Leiterin des Hotels sollte sie darauf bedacht sein, das Ganze als Unfall abzutun, damit keine Hysterie ausbricht. Daniel Kehlmann schrieb das Drehbuch. Mitwirkende sind neben Karl Markovics auch Laura Bilgeri, Wolfgang Linder, Sunnyi Melles und Stefan Pohl. Obwohl
Foto: dieheroldfliri
Foto: Matthias Rauch
Rollenbilder. Maria Fliri in einer Produktion des Unternehmens dieheroldfliri.
beim Film im Allgemeinen immer alles enger gezurrt ist, habe ihr Markovics viel Freiraum gelassen, ihr somit viel Vertrauen entgegengebracht, erzählt sie mit Dankbarkeit. Was Krimis betrifft, hat sie ja durchaus Erfahrung. In der Serie „Die Toten vom Bodensee“ hat Maria Fliri ebenso bereits mitgespielt wie in „SOKO Kitzbühel“ oder „Schnell ermittelt“. Nach so vielen Jahren auf der Bühne bietet ihr der Film „eine neue Herausforderung. Es fühlt sich ganz anders an und ich muss sagen, mir macht das wahnsinnig viel Spaß.“ Der eingeschlagene Weg war alles andere als vorgezeichnet. Maria Fliri ist in einer Juristenfamilie aufgewachsen. Nachdem sie in einer Kinderproduktion mitwirkte, ließ sie die Bühne nicht mehr los. „Ich habe gemerkt, dass ich die Leute zum Lachen bringen kann, dass ich Reaktionen hervorrufen kann. Ich habe mir tatsächlich im Alter von sieben oder acht Jahren in den Kopf gesetzt, Schauspielerin zu werden.“
Foto: Klaus Hartinger
Krimi und Politik. In Zürs wurde ein TV-Film gedreht und mitunter ist der Wiedererkennungsgrad ihrer Männerrollen hoch.
Wann immer es möglich war, hat sie Theateraufführungen besucht und dann in der Theaterwerkstatt Feldkirch, einer Ama teurgruppe, die aber einen guten Ruf als Ausbildungsstätte hatte, mitgewirkt. Nach der Maturaprüfung, die sie an der Schule für Kindergartenpädagogik ablegte, fuhr sie direkt nach Wien, um eine Schauspielausbildung zu absolvieren. Der Karrierestart erfolgte am Wiener Volkstheater und in einem Ensemble in der süddeutschen Stadt Reutlingen. Einst auf dem Martinsplatz. Bald darauf wurde das Vorarlberger Publikum auf die junge Schauspielerin aufmerksam, die da
in „Der Held aus dem Westen“ auf dem Martinsplatz, einer früheren Spielstätte der Bregenzer Festspiele, in eine Männerrunde platzte. In „Magdalena“ war sie dann im Theater am Kornmarkt angekommen. Damals stand der inzwischen leider verstorbene Klaus Schöch neben ihr auf der Bühne und Barbara Herold führte Regie. Mittlerweile kam es bereits zwei Mal zum Intendantenwechsel am Landestheater. Neue Theatergruppen wurden gegründet. Das „Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung“ (ja, das heißt wirklich so), wird nicht nur mit einem der Gründer, dem Regisseur Stephan Kasimir, der Bühnenbildnerin Caroline Stark und dem Lichtdesig
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Foto: Franz Nagel
Foto: Mark Moseman
Foto: Hans Zellhofer
Bei den Festspielen. Starker Einstand in Bregenz auf dem Martinsplatz
Wandelfähig. Maria Fliri in „Große Töchter“ und „Covergirl“.
ner Thomas Bechter, in Verbindung gebracht, Maria Fliri war von Anfang an dabei. Als Kanzler bei der Pride-Parade. In der Inszenierung des Stücks „Das Knurren der Milchstraße“ des deutschen Autors Bonn Park, der der Regie die Freiheit lässt, eine Figur einer bekannten Person des öffentlichen Lebens anzugleichen, tritt sie mit einer Ohrenmaske auf. Alle Österreicher – und mittlerweile Regierungschefs über Europa hinaus – wissen, wer gemeint ist. Weil ihr diese sozusagen sehr gut stand, trug sie sie auch bei der letzten Wiener Pride-Parade, einem Fest der Vielfalt bzw. der Queer-Szene. „Ich bin da einfach mitmarschiert, mein Statement war, dass ein
schwarzer Kanzler ohnehin nicht zur Pride kommt, wie damals Christian Kern, der einmal eine Rede gehalten hatte. Die Reaktionen waren unglaublich. Viele Leute wollten ein Selfie mit mir machen. Alle hatten eine riesige Freude.“ Interessanterweise hat Maria Fliri oft Männer gespielt, vor allem, wenn sie mit dem Regisseur Stephan Kasimir gearbeitet hat, den sie sehr schätzt. „Vielleicht liegt es auch daran, dass das Machtmenschen waren oder dass Männerrollen anders geschrieben sind“, mutmaßt sie. Dabei hat sie eine starke, in ihrer Konsequenz aber freilich auch viel diskutierte Frauenrolle gut
in Erinnerung, nämlich die Medea: „Das war eine wahnsinnige Erfahrung.“ Was die Vorarlberger Bühnen betrifft, bezeichnet sie auch die Mitwirkung beim Theater Kosmos oder beim Aktionstheater von Martin Gruber als wesentliche Station. „Das war sehr spannend, weil man die gesamte Stückentwicklung sozusagen aus sich herausschöpfen muss.“ Ob sie auf der Bühne agiert oder weitere Filmrollen annimmt – Maria Fliri ist sich sicher, dass sie einen Weg eingeschlagen hat, der ihr absolut entspricht, „mit allen Hochs und Tiefs, aber nach wie vor mit der großen Sicherheit, dass ich diesen Beruf wirklich liebe.“ Christa Dietrich
Freunde des anspruchsvollen Kinos begegnen Maria Fliri im Film „Nobadi“ von Karl Markovics. Im Landkrimi „Das letzte Problem“, der in Zürs gedreht wurde, spielt sie eine Hoteldirektorin. 24 kontur
VORARLBERG HEUTE
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nmitten des neuen Komplexes haben die FB Future Bauart Immobilien GmbH und die FB Bahnhofcity Immobilien GmbH ein AAABürogebäude errichtet, welches erlebbar die Charakterzüge der Architektur des geamten Areals trägt und dessen Flächen
Urbanes Leben. Mit der Bahnhofcity bekommt Feldkirch ein neues Quartier
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Die Bahnhofcity ist ein lebendiges Stadtquartier und ein idealer Platz zum Arbeiten. kontur 27
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Foto: RADON photography
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Reisen statt Rasenmähen kontur 29
Fotos: Paul Ott
Eine Geste. Die Form des Ateliergebäudes nimmt die umliegende Landschaft auf.
Arbeitsstätte und Landschaft. Das Atelier am Kogl wurde mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet.
Der Geruch von Holz liegt in der Luft. Ein kleiner Raum, ein „urban-Space“. Die Rede ist von Micro-Living. Also möglichst viel Fläche innen auf möglichst wenig Fläche außen. Konfus? Nein, denn Bauland wird immer knapper, immer teurer. Also braucht es Alternativen.
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ie Welt verändert sich. Die Menschen verändern sich. Die Bedürfnisse verändern sich. Der Architekt Johannes Kaufmann hat diese Entwicklungen erkannt und reagiert mit flexiblen Wohnkonzepten wie dem MicroApartment darauf. Ein kleiner Raum mit nur 33 Quadratmeter Fläche und dennoch Platz für all das, was man täglich halt so braucht. Eine kleine Ruheoase sozusagen. Mehr zu diesem und anderen Wohnkonzepten hat er uns im Interview verraten.
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Johannes Kaufmann
Foto: Philipp Steurer
geboren 1967 in Bezau und leidenschaftlicher Skifahrer. Nach seiner Zimmermannslehre und einigen Stopps in verschiedenen Architekturbüros gründete er 1993 sein Büro in Dornbirn. 2007 folgte die Bürogründung in Wien. Gemeinsam mit seinem Team setzt Johannes Kaufmann öffentliche, gewerbliche und industrielle Bauten um. Er wurde in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem Vorarlberger Holzbaupreis ausgezeichnet.
Herr Kaufmann, wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt derzeit? Der Trend geht inzwischen eher zu kleineren Wohnformen. Da gibt es definitiv ein Umdenken in der Gesellschaft. Aus der Historie kennen wir das klassische Familienbild: Zwei Menschen heiraten und bekommen ein oder zwei Kinder. Daraus sind Wohntypologien wie das traditionelle Einfamilienhaus oder die Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen entstanden. Doch heute spüren wir, dass sich das Wohnumfeld durch verschiedenste soziologische Hintergründe verändert – und das bedarf Sonderwohnformen. Welche soziologischen Hintergründe sind dies? Zum einen sind es die höheren Scheidungsraten und die vielen Singlehaushalte, zum anderen aber auch die Anforderungen von älteren Menschen und jungen Familien an eine Immobilie. Wir beobachten, dass die jüngere Generation flexibel bleiben möchte. Nichts soll endgültig sein. Im Falle eines Jobwechsels oder anderen Lebensumständen will man unabhängig bleiben. Daher sind Einfamilienhäuser auch längst nicht mehr so gefragt wie noch vor 20 Jahren. Ein Haus macht schließlich Arbeit. Da muss man am Wochenende schon mal den Rasen mähen oder die Fassade richten.
Viele wollen stattdessen lieber auf Reisen gehen. Genauso verhält es sich bei Pensionisten. Sie zählen noch zu den Hauseigentümern, die Kinder sind inzwischen ausgezogen und sie fühlen sich mit der vielen Arbeit und auch den Kosten häufig überfordert. Das kann schon mal ein Fass ohne Boden sein. Wie reagieren Sie als Architekt auf diese Veränderungen? Wir beschäftigen uns schon lange mit den neuen Tendenzen, den Trends und den Entwicklungen. Bereits vor 20 Jahren haben wir die berühmte SuSi entwickelt – das Tiny Haus. SuSi ist allerdings aus einem pragmatischen Bedarf heraus entstanden. Eine Cousine brauchte ein Haus und wusste, dass sie dort nicht ewig bleiben würde. Danach hatten wir uns dann wieder mit anderen Projekten beschäftigt. Aber in den letzten Jahren, mit den steigenden Immobilienpreisen, wurde die Modulbauweise zunehmend nachgefragt, um Baukosten zu senken. Daher haben wir das Micro-Apartment entwickelt. Die Wohneinheiten sind zwar gerade mal 33 Quadratmeter groß, aber voll ausgestattet mit Bad, Stauraum, einem Arbeitsplatz, Küche, Schlaf- und Wohnraum. Man kann quasi mit dem Koffer kommen und einziehen und das auf sehr wenig Platz. Ein kleiner Raum mit vielen Funktionen sozusagen.
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Einfamilienhäuser sind nicht mehr so gefragt wie noch vor 20 Jahren. Der Trend geht inzwischen eher zu kleineren Wohnformen.
urban-Space. Viel Fläche und noch mehr Funktionen auf wenig Raum.
Was macht die Micro-Apartments aus? Der Hintergrund dieser Architektur ist sehr interessant, weil sie eine gewisse Mobilität zulässt. Viele haben ein Grundstück, wollen es aber weder verkaufen noch bebauen. Unser Ansatz war hier, dass diese Eigentümer ihre Grundstücke verpachten und Investoren die Micro-Apartments darauf errichten können. Es gibt in Vorarlberg Top-Firmen, die für ein halbes Jahr oder ein Jahr Mitarbeiter unterbringen müssen. Hotels sind teuer und auch nicht jedermanns Sache. Kleine Wohnungen gibt es auch kaum noch, der Immobilienmarkt ist größtenteils ausgetrocknet. Und genau hier kommt das MicroApartment ins Spiel. Momentan haben wir viele Anfragen von Hoteliers oder Anlegern. Sie bauen diese Wohnanlagen, um sie zu vermieten. Sollte man die Wohnanlagen in einigen Jahren nicht mehr benötigen, kann man sie entweder am nächsten Ort wieder aufstellen (sofern eine Baugenehmigung besteht) oder sie fast vollkommen rückstandslos abbauen. Oder aber: Wenn man künftig mehr Platz benötigt, stockt man einfach auf.
Fotos: Christian Grass
Micro-Living. Auch auf 33 m² ist genügend Platz zum Leben und Arbeiten.
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Sind diese neuen Wohnkonzepte eine nachhaltige Alternative zu klassischen Häusern? Wir legen viel Wert auf eine gute Tragstruktur und denken ein Gebäude gesamtheitlich. Man könnte sagen, wir haben einen pragmatischen, handwerklichen Zugang zur Architektur. Europaweit sind wir außerdem bekannt für unsere ökologische Bauweise mit Holz. Die Micro-Apartments werden ebenfalls in Holzbauweise errichtet. Große Teile werden zudem vorgefertigt, weshalb wir die Bauphase kurz und damit auch nachhaltig halten können. Wir belasten das Umfeld nur wenige Tage. Nach der Baugenehmigung brauchen wir gerade mal zwei Wochen Bauzeit und zwei Tage zum Aufbau. Jasmin Quast
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Am roten Gurt leicht zu erkennen Schön, schnell und von besonderer Eleganz: AMG sorgt für die spezielle Ausstrahlung des Mercedes-AMG E 53 4matic Coupé, das man auch als Cabrio ordern kann. „kontur“ hat den Boliden getestet.
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usstrahlung in mehrfacher Hinsicht: Der neue E-Klasse-Mercedes mit dem aparten Understatement-Outfit und den Fahrleistungen eines Hochleistungssportlers gibt nicht den brutalen Macho, wie ihn manche von der so ungemein erfolgreichen Formel-Schmiede im schwäbischen Affalterbach eigentlich erwarten würden. Die Ära der lautstarken Achtzylinder von atemberaubender Antrittskraft aber geringem Umweltbewusstsein ist auch bei AMG vorbei. Unter der Haube des Coupés werkt jetzt als deutlich sparsameres Herzstück der neue, elektrifizierte 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit doppelter Aufladung (435 PS
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Leistung) und EQ Boost Startergenerator zu 22 PS, sodass dem Fahrer im Bedarfsfall 457 PS kurzzeitig zur Verfügung stehen. Darüber hinaus hilft ein elektrischer Zusatzverdichter, den Ladedruck schnell aufzubauen. Weniger Zylinder, mehr Elektrik. Es mangelt also keineswegs an Kraft in dem luxuriösen Dreitürer für vier. In 4,4 Sekunden lässt er ohne Gekreisch, aber doch mit markantem AMG-Sound, die Hundertermarke hinter sich. Die clevere ElektroAssistenz spielt im Downsizing-AMG eine ganz wesentliche Rolle. So kultiviert die Technik, so apart auch die optische Ausstrahlung des schlanken Coupés. Zu seinen Extravaganzen gehören unter ande-
Fotos: Daimler AG
rem der Twin-Blade-Kühlergrill und die neu gestaltete Heckschürze mit klassisch runden Doppelendrohrblenden. Kontrastnähte zieren das mit Leder bezogene Armaturenbrett. Überhaupt steckt viel hochwertige Handarbeit in dem exquisiten Zweitonner. Ein abgeflachtes NappaLenkrad, 12-Uhr-Marke inklusive, betont den sportlichen Look des Carbon-Cockpits. Ein Gag und echter Hingucker: die in Rot gehaltenen Sicherheitsgurte. Um Mitarbeit wird gebeten. Fünf Fahrprogramme stellt der Bolide zur Verfügung. Man ist also sein eigener Herr über das Ansprechverhalten des Motors, bestimmt über das Getriebe, das Fahrwerk und die Lenkung. Über Paddles am Lenkrad lässt
sich der E-Klasse-AMG im manuellen Modus blitzschnell schalten. Begleitet von sechszylindrischer Musik. Emotional, aber nicht brachial. Die Coupé-Eleganz kostet einiges an Frachtraum. Und die breiten Türen erfordern großzügigen Parkraum, um ein- und aussteigen zu können. Überhaupt verlangt die Zuwendung zum Coupé nach einem gewissen jugendlich-sportlichen Elan. Die Vielzahl an Assistenten und Kommunikationsmöglichkeiten, dargestellt auf gewaltigen Bildschirmen, erfordert einen beträchtlichen Lerneifer. Und mehr Konzentration als unbedingt notwendig wäre. Das alles auf sehr hohem Niveau, was sich auch im Preis ausdrückt. Franz Muhr
Mercedes-AMG E 53 4matic Coupé; Motor: 3.0-Reihen-Sechs zylinder, 435 PS, 250 km/h, 100 km/h in 4,4 Sekunden; Antrieb: Allradantrieb 4matic; Preise: ab 72.762 Euro, Test fahrzeug: 141.924 Euro
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Ein Leben für die Sprache I
m Jahr 1941, mitten im Krieg geboren, verbrachte sie ihre Kindheit in einer Zeit des Umbruchs. Mit kaum drei Jahren musste sie mit ihren Eltern aus ihrem Häuschen in Berlin-Kleinmachnow wegen eines drohenden Luftangriffs fliehen und nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt umziehen. Ihr Vater nahm dort, wegen einer Knochentuberkulose und der daraus resultierenden Kriegsuntauglichkeit, einen Bürojob an. Das Apothekerhaus, das die Familie nun ihr Heim nannte, wurde nur wenige Monate nach ihrem Einzug bombardiert. Heide konnte sich mit ihren Eltern gerade noch im Keller in Sicherheit bringen. Die erschreckenden Bilder blieben ihr bis heute lebhaft in Erinnerung: „Ich weiß noch, wie ringsum die Flammen loderten und alle aufgeregt umherliefen. Ich schrie wie am Spieß, bis mein Vater mit einem Panjepferdchen ankam, welches er bei der russischen Besatzung eingetauscht hatte. Meine Eltern packten alles was wir noch besaßen, einschließlich meiner Wenigkeit, auf das kleine Pferd und wir flohen ein zweites Mal. Diesmal nach Saalfeld in Thüringen zu meinen Großeltern.“ Das Pferdchen war der Familie auf der gesamten Reise ein treuer Begleiter, umso schmerzhafter war es für Heide, von dem geliebten Tier Abschied zu nehmen, als es notgeschlachtet werden musste.
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Kaum war die Familie in Saalfeld angekommen, marschierten die Amerikaner ab und die Russen ein und Deutschland wurde in vier Besatzungszonen eingeteilt, Heide und ihre Eltern landeten in der russischen. „Damals hieß es, die Russen würden die Deutschen dafür hassen, was sie ihnen seit Napoleon angetan hätten. Deshalb gab es für meinen Vater nur eine Alternative: die Flucht über die grüne Grenze in die englische Zone, wo er mit seinen Sprachkenntnissen als Dolmetscher gefragt war“, erzählt die Pensionistin. Im Jahr 1948 verließ Heide somit ihr drittes Zuhause und wurde zusammen mit ihren Eltern bei Nacht und Nebel von Schleppern über die Grenze geführt. Faszination Sprache. Die ersten Volksschuljahre in Hamm in Westfalen waren für das evangelische, lispelnde Flüchtlingsmädchen kein Zuckerschlecken, wie sich Heide zurückerinnert. „Dass mir die deutsche Sprache eines Tages so viele Türen öffnen würde, hätte ich damals nicht geahnt“, sagt Heide nachdenklich. Nachdem sie jedoch auf das Neusprachliche Gymnasium wechselte, lernte sie die Person kennen, die ihr Leben für immer prägen würde. Fräulein Krafft, ihre neue Deutschlehrerin. „Sie war eine große, hagere Frau mit strohgelbem widerspenstigem Haar, welches im
Foto: Roland Paulitsch
Das Leben von Dr. Heide Lim Leher kann durchaus als einzigartig beschrieben werden. Von der deutschen Sprache und Literatur fasziniert, bereiste die gebürtige Deutsche die Welt, lebte in sechs verschiedenen Ländern und tat, was ihre Leidenschaft war: unterrichten.
Nacken zu einem losen Dutt zusammengebunden war und aus dem – zu unserem Vergnügen – immer die Nadeln herausfielen, was sie aus dem Konzept brachte“, erzählt Heide schmunzelnd. „Sie war vielleicht keine Schönheit, aber sie war damals unsere Heldin. Wenn sie die Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff aufsagte, verschmolzen Lehrerin und Dichterin zu einer Person und ich war schlichtweg begeistert. Sie weckte in mir das Interesse an der deutschen Sprache und Literatur, welches bis heute erhalten blieb. Ich begann damals auch damit, Literatur zu sammeln und habe Werke aus jedem Land, in dem ich lebte, zusammengetragen.“ Neuanfang im alten Wien. Nach dem Abitur reiste Heide mit 19 Jahren zum ers ten Mal nach London und lernte die große weite Welt kennen. Zurück in Deutschland
Dr. Heide Lim Leher Im Jahr 1941 in Berlin während des Zweiten Weltkriegs wurde sie geboren, promovierte mit 27 Jahren zum Dr. phil. in Germanistik und bereiste anschließend die Welt. Die Geschichten, die sie in ihren 78 Jahren bisher erlebt hat, könnten ganze Bücher füllen. Mit dem Herzen voller unvergesslicher Erinnerungen lebt die Weltenbummlerin heute mit ihrem indonesisch-schwedischen Ehemann Henk in Bregenz.
inskribierte sie an der Universität Münster in den Hauptfächern Germanistik und Anglistik mit Theaterwissenschaft als Nebenfach. Erst damals erfuhr sie von den Gräueltaten der Nationalsozialisten und dass in Berlin acht Jahre vor ihrer Geburt die literarischen Werke vieler deutscher Schriftsteller den Flammen zum Opfer fielen. Es brach ihr das Herz und sie beschloss, Deutschland und dessen grausame Vergangenheit hinter sich zu lassen und an die Universität Wien zu wechseln. „Es dauerte kein Jahr, da war ich verliebt – in die Stadt, in ihre aufregende Theaterwelt und in einen Wiener namens Franz Zorkoczy“, scherzt sie. Kurzum wurde geheiratet und zusammen mit dem Trauschein wurde der gebürtigen Deutschen 1964 auch die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. An das alte Wien – grau und voller Bombeneinschläge aber
mit kleinen Beiserln und Antiquariaten an jeder Ecke – und an die unzähligen gemeinsamen Theaterabende mit Franz erinnert sich Heide heute noch gerne zurück. The American Dream. Kurz nachdem die Studentin im Frühling 1968 zum Doktor der Philosophie promovierte, ging es für das junge Ehepaar nach Pennsylvania, wo Franz an der Universität Penn State eine befristete Stelle als Bibliothekar annahm und Heide als Lektorin für deutsche Sprache und Literatur gefragt war. Es war eine aufregende Zeit. Alles in Amerika war großartig. Die Amerikaner(innen) waren unkompliziert und optimistisch. „Ich fühlte mich jung, frei, glücklich und reich. Wir mieteten eine Villa und feierten Partys, grillten dicke T-Bone-Steaks und löffelten Ice Cream in allen Farben und Geschmacksrichtungen. Die zwei Jahre vergingen wie im Flug“, er-
innert sich Heide. Schließlich sollten die Arbeitsverträge verlängert werden und das Paar hatte die Chance, gemeinsam Karrie re zu machen, aber Franz zog es zurück in seine Heimat. Ihm sagte das pompöse Leben in Amerika nicht zu, er empfand die Amerikaner(innen) als oberflächlich und kulturlos. Er wollte wieder zurück nach Wien, was Heide damals überhaupt nicht verstehen konnte. Mit einem Öltanker ging es im Sommer 1970 für das Paar von New Orleans auf Umwegen über Marokko zurück nach Europa mit Endstation in Genua. Rund zwei Monate schipperten sie auf hoher See zurück in die Heimat. In Wien angekommen, ließ sich das Ehepaar scheiden und jeder ging seine Wege. Doch das nächste Abenteuer wartete schon auf die junge Frau. Noch am Flughafen entdeckte Heide in einer Zeitung ein Stellenangebot vom Sprachinstitut am Walchensee in
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In Japan habe ich gelernt, was Schönheit ist: die Kunst, sich auf das Wesentliche zu beschränken, Konzentration und Stille. Oberbayern, wo eine Lehrkraft für das Fach „Deutsch als Fremdsprache“ gesucht wurde. Die Welt hinter den Bergen. Das Institut lag in einem wunderschönen Park direkt am Walchensee und zu Füßen des Herzogstands. „Fast drei Jahre lehrte ich dort Deutsch. Unser Lehrerteam bestand aus nur vier Lehrkräften und wir unterrichteten rund 50 junge Akademiker(innen) aus aller Herren Länder. So viele Sprachen und so viele unterschiedliche Kulturen, es war einfach perfekt für mich“, erzählt Heide begeistert. Sie verstand sich gut mit ihren Arbeitskolleg(inn)en und auch ihre Schüler(innen) schätzten sie sehr. Doch eines Tages bekam die junge Lehrerin eine Chance geboten, die sie einfach ergreifen musste. Einer ihre Schüler, ein junger japanischer Kinderarzt, gab ihr den Tipp, dass in seiner Heimatstadt Kanazawa an einer alten Universität eine Fakultät für Germanistik aufgebaut wird und man wollte erstmals für zwei Jahre einen Lektor aus Deutschland engagieren. Es dürfe durchaus auch eine Frau sein, berichtete der Schüler. „Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war. Ich packte erneut mein ganzes Hab und Gut zusammen und flog im August 1973 nach Tokyo, wo mich Professor Kojima, mein neuer Chef und Leiter des Germanistik-Departments, persönlich abholte. Er nahm mich in den zwei Jahren, die ich dort verbrachte, unter seine Fittiche und war wie ein Vater für mich“, berichtet Heide. In einer Zeit, in der das Wort „Massentourismus“ noch keinerlei Bedeutung hatte, sorgte Dr. Heide Lim Leher mit ihren langen blonden Haaren und ihren blauen Augen inmitten der japanischen Bevölke-
Schachmatt. Heide Lim Leher mit ihrem Mann Henk beim täglichen Schachspiel.
rung für Aufsehen. Zum ersten Mal hörten und erlebten die Student(inn)en und sogar die meisten Professor(inn)en Deutsch als lebendige, gesprochene Sprache, denn bis dato hatten sie Deutsch nur als eine tote Sprache bzw. als Übersetzungssprache gelernt. „Ich galt bei den Student(inn)en als absolutes Vorbild. Jedes Wort, jeder Schritt schien ihnen typisch deutsch und wurde nachgeahmt. Es kostete mich daher große Mühe, sie vom Lispeln abzuhalten, weil sie auch das nachmachten“, erzählt die 78-Jährige und lacht. Über die wundervolle Zeit in Hokuriku (hinter den Bergen) könnte sie Bücher füllen, meint Heide ein wenig wehmütig. Doch die zwei Jahre in Japan vergingen wie ein Wimpernschlag und schon war die Weltenbummlerin wieder auf der Heimreise nach Europa, die rund drei Monate dauerte, weil sie in Peking, Manila, Bangkok, Varanasi, Kathmandu, Teheran, Istanbul und vielen weiteren Orten Zwischenstopps einlegte.
Aus Freundschaft wird Liebe. Der letzte Halt führte die Lehrerin nach Göteborg in Südschweden, wo sie am Flughafen von einem alten Freund empfangen wurde. „Henk war in meiner Zeit am Sprachinstitut am Walchensee einer meiner Schüler und wir hielten seit damals via Tonbandkassetten, die wir besprachen und uns zusandten, Kontakt. Wir hatten uns viel zu erzählen, war er doch ein Asiate, der in Europa lebte, während ich eine Europäerin war, die in Asien lebte“, erklärt Heide strahlend und blickt zu Henk, der das Interview aufmerksam verfolgt und zustimmend lächelt. Henk war damals nach Göteborg emigriert und arbeitete als Ingenieur bei Volvo. Heide gefiel die schwedische Stadt ebenfalls und von da an war sie auch ihre Heimat für die nächsten 24 Jahre. Die beiden heirateten, kauften ein Reihenhaus, ein Sommerhaus am Meer und zwei Autos – beide natürlich Volvos. Heide gründete ihre eigene Sprachenfirma mit dem Schwerpunkt
Die Nachkriegszeit war die Zeit des Umbruchs und sie meinte es gut mit den jungen Leuten. Der Wohlstand kehrte ein ins Land und nachdem sich die Grenzen öffneten, stand den Menschen die ganze Welt offen. 38 kontur
Foto: Roland Paulitsch
auf „Deutsch als Geschäftssprache“ und ihr Leben im reichen Schweden war nahezu perfekt. Die Schwed(inn)en waren höflich und tolerant, und auch die Sprache erlernte das Paar schnell. Unvergessliche Erinnerungen. Im neuen Jahrtausend und in der Pensionierung angelangt, wollte das Ehepaar noch einmal ein neues Leben anfangen und so zogen sie nach langer Überlegung nach Bregenz. „Diese Entscheidung habe ich seither noch kein einziges Mal bereut. Es tut gut, in der geliebten Muttersprache alt zu werden, daher ist Bregenz, mit dem wundervollen Bodensee fast direkt vor der Haustür, hoffentlich meine letzte und vielleicht auch schönste Heimat“, schließt Heide glücklich. Die gesammelten litera rischen Werke stehen nun sorgfältig in einem großen Bücherregal in ihrem Wohnzimmer und sind Zeugen eines wahrlich außergewöhnlichen Lebens. Sabrina Galehr
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Ein Ermöglicher mit langem Atem
Textil kann mehr. Der Lustenauer Günter Grabher hat das früh erkannt und intelligente Textilien auf die Agenda der Branche gesetzt. Dabei setzte er auf Zusammenarbeit in der Branche und mit der Forschung und „stickt“ Netzwerke, die Textil neu denken.
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er Lustenauer Günter Grabher hat eines erkannt: Nur zusammen kann man Großes erreichen. Ein Netzwerk ermöglicht Innovation. Und daran spinnt er – oder korrekt ausgedrückt, daran stickt er – seit dem Jahr 1995. In dem Jahr hat sich der damals junge Mann in der Stickerei wirtschaft selbstständig gemacht. Und merkte an Arbeitstagen, die oft 15 Stunden dauerten, dass die Stickerei weit mehr Mög lichkeiten bietet, als bis dahin ausgeschöpft wurden. Intelligente Textilien wurden sein Ding und sind es bis heute. Anfangs blickten die etablierten Kollegen nicht gerade mit Argwohn, aber doch mit Skepsis auf den Jungspund und seine Mission. „Die Textilindustrie hat uns zu der Zeit schon belächelt.
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Im Showroom des neues Forschungsstandortes im Millennium Park, der vor Kurzem bezogen wurde, befindet sich unter anderem auch das „Zelt“ (siehe Foto rechts). Dieses wird auch für Forschung und Entwicklung verwendet. Erst als sichtbar war, dass das eine oder andere zu Umsätzen und Kontakten führt, wurde das Interesse größer. Mittlerweile stellen sich da sehr tolle Projekte ein.“ Mittlerweile sind auch fast alle Vorarlberger Textilfirmen Mitglied bei „Smart Textile“ und entwickeln und produzieren für die ver schiedensten Anwendungen smarte Textilien. Ein Erfolg für den Lustenauer, der deswegen aber nicht „lugg lot“, sondern schon am nächsten großen Ding forscht. Zusammen mit jungen, vor Energie sprühenden Ingenieuren und „Erfindern“. Erst vor Kurzem wurden im Lustenauer Millennium Park neue Räumlichkeiten bezogen. Dort wird unter anderem an einem Computer geforscht. Konkret: Einen Computer, der fühlen kann, will man entwickeln, erzählt Grabher im Gespräch mit „kontur“. Einen Namen hat er auch schon: LUCAS. Die Versuchsreihen laufen, das Ziel ist definiert. Grabher ist guter Dinge, dass die Vision schon bald Wirklichkeit wird. Von Baustelle bis Formel 1. Wenn Grabher das sagt, darf man annehmen, dass die Vision auch Wirklichkeit werden kann, wie zum Beispiel medizinische Produkte wie die intelligente Betteinlage des Hohenemser Unternehmens Texible, oder Textilbeton, bei
dem gestickter Karbon zum Einsatz kommt. „Das ist siebenmal stärker als Stahl“, erläutert Grabher und zeigt gleich auf, wo ein perfektes Einsatzgebiet wäre – beim Sanieren von Brücken nämlich. Von großem Echo aus der Fachpresse und der Branche begleitet, wurde erst vor Kurzem auch das Smartoffice des Büro möbelherstellers Sedus präsentiert, bei dem wesentliche Elemente auf den Entwicklungen der Vorarlberger Textilexperten fussen. Die Büromöbel erkennen, welche und wie viele Personen im Raum sind und reagieren darauf. Zum Beispiel bei der Suche nach einem Arbeitsplatz in Shareoffices oder beim Energieverbrauch, der sich selbst regeln kann. Intelligente Textilien mit dem Know-how der Grabher Group kommen auch in der Formel 1 zum Einsatz, das Militär und Sportler nutzen die Erkenntnisse und Produkte aus Hohenems und Lustenau, wo die Grabher Group ihre Unternehmen hat. Der gelernte HTL-Ingenieur ist immer neuen Nutzungsmöglichkeiten auf der Spur, das macht ihn auch international zum gefragten Gesprächspartner und Experten, der auf Kongressen und Workshops, bei großen Weltkonzernen und in Forschungs instituten sowie Universitäten regelmäßig zu Gast ist und Input liefert, aber auch bekommt. „Wenn einmal Mitarbeiter von Micro soft den Weg nach Vorarlberg auf sich nehmen, zeigt das auch
Visionär. Smarte Textilien werden mittlerweile für viele Bereiche entwickelt und produziert.
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Günter Grabher
Fotos: Dietmar Stiplovsek
Geschäftsführer der Grabher Group, geboren: 29.10.1969 Ausbildung: HTL Dornbirn (Fachrichtung Stickerei), Laufbahn: 1995 Start in die Selbstständigkeit; heute Gesellschafter bei Tegra GmbH, Lustenau, Emstex Textilveredelung GmbH Hohenems, Grabher Günter Textilveredelungs GmbH Lustenau, Lohnveredelung Fussenegger & Grabher GmbH Dornbirn, Plasmabionic Grabher Lustenau, RacGmbH Lustenau, V-trion GmbH Hohenems, Grabher und Vetter Ausschneiderei OG Lustenau, Aufsichtsrat Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft.
den Stellenwert der Textilforschung, die im Land betrieben wird.“ Beim Österreichischen Forschungsförderungsfonds sitzt der Innovator außerdem im Aufsichtsrat. Nur gemeinsam, so das Credo Günter Grabhers, kann man Ideen auch umsetzen – sprich: auf den Markt bringen. Und da macht er nicht vor anderen Branchen halt, die Interesse an neuen Anwendungen haben und ihren Teil zur Technologie beitragen können: „Innovation entsteht nur in vielen Köpfen, nicht in einem. Wir brauchen viele andere Techologien, zum Beispiel die Microelektronik.“ Der Innovationsmotor wird indes ständig am Laufen gehalten. Bei wöchentlichen Sitzungen überlegen die Teilnehmer, was Thema sein könnte für neue Produkte. Auch die potenziellen Kunden sind gefragt, ihr Feedback wird eingeholt. Denn gerade zu Beginn habe man auch oft am Markt vorbeigeforscht. Tolle Produkte, gute Ideen, aber entweder gar nicht oder zu früh für den Markt. Die hohen Kosten, die bei Forschung und Entwicklung entstehen, sind ein anderes Thema. Doch Grabher gelang es, Millionen nach Vorarlberg zu holen – aus nationalen wie europäischen Fonds. Auch auf diesem Gebiet ist er heute Experte, denn auch beim Lukrieren von Geldern ist Kreativiät und Einfallsreichtum gefragt. Und Erfahrung.
Nicht wie im Comic. Zurück zu LUCAS: „Computer können schon viel. Sie können speichern, sehen, hören und haben mittler weile auch eine künstliche Intelligenz. Was sie nicht können, ist fühlen“, so Grabher. Mittels Sensoren sollen sie das lernen. „Sie müssen, einfach gesagt, zum Beispiel erkennen, ob es einer Maschine gut geht oder nicht.“ Eine Fähigkeit, die erfahrene Maschinenführer oder Mechaniker besitzen, weil sie sich jahrelang mit Motoren und Maschinen auseinandergesetzt haben. Fühlen, das ist auch sonst eine neue Dimension, es gehe nämlich auch um Emotionen, skizziert er den selbst gestellten Forschungsauftrag. Eine solche Technologie geht weit über den textilen Sektor hinaus, sie wäre für viele Branchen von Interesse. Und auch hier gilt: Voraussetzungen schaffen, Forschung ermöglichen. Denn viele Köpfe haben mehr Ideen als ein einziger Kopf. Geduld ist eine
Computer können schon viel. Was sie nicht können, ist fühlen. Das soll LUCAS jetzt lernen. kontur 45
Es gilt, Forschung zu ermöglichen. Denn Innovation entsteht nur in vielen Köpfen, nicht in einem. eitere Voraussetzung. Forschung und Entwicklung brauchen w Zeit, oft mehrere Jahre. Den Geistesblitz, der Daniel Düsentrieb zu neuen Ufern führt, gibt es höchstens im Comic.
Foto: Dietmar Stiplovsek
Neben dem Internet of Things (IoT) sieht Grabher auch im Gesundheitsbereich viel Potenzial. So berichtet er über eine der neuesten Entwicklungen der Vorarlberger Firma Fortix, einen Handschuh für Herzmassagen, der den Druck misst. Das habe sich das Europäische Konzil für Wiederbelebung gewünscht. Vor allem auch für den Privatgebrauch, denn die Auswertungen zeigen, dass die Reanimationsquote viel zu niedrig ist. Nur in 20 von 100 Fällen gelinge die Reanimation. Wer ein ausgereiftes Produkt, das von der Ethikkommission abgesegnet wurde, auf den Markt bringe, habe ob der langwierigen Zulassungsphase auch einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz, berichtet der „Ermöglicher“, der auch nach vielen Jahren noch nichts vom
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Feuer des Erfinders verloren hat und sich bereits auf das nächste in Vorarlberg stattfindende Symposium freut, das diesmal mit den Innovation Days kombiniert wird und bei der nächsten Generation der Entwickler auf großes Interesse stößt. Ein Gewinn für alle. Günter Grabher ist nicht nur in Vorarlbergs Wirtschaft ein Ausnahme-Unternehmer, seine Konsequenz ist auch international eine Benchmark, die schwer zu übertreffen ist. Denn statt Innovation nur zu beschwören, setzt er sich tagtäglich der Suche nach neuen Möglichkeiten aus, sieht er die Zukunft mit klarem Blick und dem Fokus, seinen Teil dazu beizutragen. Dass sein Engagement nicht nur seinen eigenen Unternehmen, die in der Grabher Group zusammengefasst sind, Mehrwert und Rentabilität bringt, sondern die Vorarlberger Textilindustrie insgesamt befeuert hat, ist ein Gewinn für die ganze Branche und den Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Andreas Scalet
Universal. Intelligente Textilien werden für Bekleidung im Sport genauso wie in der Arbeitswelt verwendet.
Der Wirtschaftsbund ist die Plattform für alle unternehmerisch denkenden Menschen. Umsetzen statt reden - heißt unser Motto. WK-Präs. Hans-Peter Metzler Landesobmann
Wirtschaftsbund Vorarlberg Wichnergasse 6 | 6800 Feldkirch | T 05522 / 76 631-0 office@wirtschaftsbund-vbg.at | www.wirtschaftsbund-vbg.at
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WIR GEBEN 8 AUF IHR GELD. UND AUF DIE WELT. Das erste achtsame Anlagekonzept Österreichs. Immer mehr Kunden achten bei Investments nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf ökologische und soziale Kriterien. Unser nachhaltiges Anlagekonzept (8) berücksichtigt diese Wünsche, investiert gezielt in nachhaltige Segmente und vermeidet Investments in unethische Branchen wie die Waffen- und Tabakindustrie. Ergebnis: Gute Erträge mit gutem Gewissen. Erfahren Sie mehr über die acht Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage: www.private-banking.at
KONTUR-SPECIAL
MIT PIONIERGEIST IN DIE ZUKUNFT Foto: shutterstock/CoreDESIGN
Wenn Menschen mit Weitblick und Risikofreude an Herausforderungen herangehen, gelingt ein Strukturwandel, wie er in Vorarlberg beispielhaft war und ist.
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MODELLREGION VORARLBERG
DIE ZEICHEN DER ZEIT ERKANNT Vorarlbergs Unternehmer haben stets die Fragestellungen der Zukunft erfolgreich bewältigt.
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ie Wirtschaftsregion Vorarlberg zählt auf relativ kleinem Raum in verschiedenen Branchen so viele Weltmarktführer wie kaum eine andere Region auf der Welt. Das kommt nicht von selbst und hat vielerlei Ursachen. Die Leistungen in der „Modellregion Vorarlberg“ finden heute weltweit Anerkennung und Beachtung. Das zeigen unter anderem die ausgezeichneten Exporterfolge.
Bewältigter Strukturwandel. Wenn wir uns den Gründen für diese erfreuliche Entwicklung zuwenden, müssen wir uns bewusst sein, dass hinter dieser Entwicklung
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Menschen standen und stehen, die die jeweiligen Zeichen und Herausforderungen ihrer Zeit rechtzeitig erkannt haben und mit Weitblick, unternehmerischer Risikofreude und Pioniergeist in die Zukunft gingen. So hat Vorarlberg sehr erfolgreich den Strukturwandel vom einstigen führenden Textilland zu einem Land der Metall-, Maschinen-, Elektro- und Elektronikindustrie mit einer hohen Wertschöpfung bewältigt. Es hat heute eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur, in der neben Industrie und produzierendem Gewerbe auch führende Dienstleistungsbetriebe teilweise sogar weltweit vom Standort Vorarlberg aus erfolgreich agieren.
„Ich bin mit Leib und Seele Techniker und diese Leidenschaft habe ich zu meinem Beruf gemacht.“ Georg Meusburger Unternehmer
VORARLBERGS WIRTSCHAFT
Foto: Philipp Steurer
Ein Mix aus Industrie, produzierendem Gewerbe und führenden Dienstleistungs betrieben zeichnet den Standort aus.
Darüber hinaus hatte der Standort Vorarlberg auch immer den Vorteil offener Grenzen in der Region und von dezentralisierten Strukturen. Auch die Unternehmenskooperation spielt in der Vorarlberger Wirtschaft eine größere Rolle als in vergleichbaren Regionen. Schon bald erkannten die Vorarlberger Unternehmer auch die Vorteile einer wirtschaftlichen Integration in Europa. Und früher als anderswo wurden hierzulande technische Neuerungen ohne Scheu angenommen. So wurde Vorarlberg bald zur Modellregion bei der Telekommunikation, heute ist es ähnlich mit den Herausforderungen des digitalen Zeitalters.
Bildungspolitik. Neben den herausragenden Leistungen weitblickender Männer und Frauen lag es aber auch an der Wirtschafts- und besonders der Bildungspolitik, die maßgeblich den Vorarlberger Weg zu einer Modellregion beeinflusst haben. Die Wirtschaftspolitik war von der sozialen Marktwirtschaft getragen und lange Zeit vor allem Standortpolitik. Oder denken wir in diesem Zusammenhang nur an die Erfolge der sogenannten „Dualen Ausbildung“, um die uns heute viele Länder beneiden, oder die Pionierrolle Vorarlbergs im österreichischen Fachhochschulwesen, die dazu geführt hat, dass aus dem Technikum Vorarlberg in
Dornbirn die erste Fachhochschule Österreichs entstanden ist. Sie gehört heute zu den erfolgreichsten Ausbildungsstätten ihrer Art in ganz Österreich. Neuerdings gibt es Bestrebungen für eine universitäre Zusammenarbeit im Bodenseeraum. Auch das ist eine Folge davon, dass in den Vorarlberger Betrieben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als das wertvollste Gut betrachtet werden, in das die Betriebe sehr viel Geld investieren. Dass dies der richtige Weg ist, zeigen beispielsweise die Leistungen der Vorarlberger Jugend alljährlich bei internationalen Berufswettbewerben in der ganzen Welt. Ernest F. Enzelsberger
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BISCHOFBERGER TRANSPORTE GMBH
GUT GERÜSTET FÜR DIE ZUKUNFT Das Familienunternehmen aus dem Bregenzerwald feiert sein 90-jähriges Jubiläum mit einem neuen Standort.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
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on Vorarlberg in die ganze Welt – so lautet der Anspruch, den sich Bischofberger Transporte selbst auf die Fahne geschrieben hat. Dabei steht vor allem die Nachhaltigkeit im Vordergrund, wie Geschäftsführerin Rosi Lerchenmüller erläutert: „In unserem Umschlagslager in Schwarzach bündeln wir die gesamte Ware von unseren Kunden und Partnern und verteilen sie auf unsere Fahrzeuge. Dadurch sorgen wir dafür, dass so wenig Verkehr wie möglich durchs Land und insbesondere durch den Bregenzerwald fährt.“ Das Unternehmen Bischofberger Transporte ist eng mit der Region und
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Bei uns arbeiten 100 Hände seit vier Generationen Hand in Hand.
Durch den Neubau in Reuthe haben wir einen Grundstein für die Zukunft gelegt.
Rosi Lerchenmüller Geschäftsführung
Alois Lerchenmüller Geschäftsführung
den Menschen im Bregenzerwald verbunden. „Wir bedienen die regionalen Handwerksbetriebe ebenso wie Großkonzerne“, ergänzt Alois Lerchenmüller. Das Unternehmen ist Ansprechpartner, wenn es um die zuverlässige Zustellung von Waren und Gütern, aller Art geht – gleich ob Nah- oder Fernverkehr, Kurierfahrten, See- oder Luftfracht, Messetransporte oder Express- bzw. Sonderfahrten. Bischofberger Transporte beschäftigt 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zwei Standorten. „Dies ist nur durch ein starkes Team, das täglich vollen Einsatz leistet und ein faires Miteinander möglich“, weiß Geschäftsführer Alois Lerchenmüller. Weit über die nationalen und regionalen Grenzen hinaus sorgen sie alle gemeinsam für zuverlässige Leistungen, sichere Transporte und die Zustellung von Waren und Gütern aller Art. Neuer Standort. Mit Beginn des Jahres 2019 ist die Bischofberger Transporte GmbH an ihrem neuen Standort in Reuthe tätig. „Wir sind sehr froh, dass wir nun hier sein dürfen, denn durch den neuen Standort haben wir jetzt endlich Platz“, so Rosi Lerchenmüller. Damit meint die Geschäftsführerin vor allem den Platz für eine eigene Werkstatt, Tankstelle, für Lager-und Büroflächen und auch für
eine Tiefgarage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Durch den Neubau in Reuthe haben wir einen weiteren Meilenstein für die Zukunft gelegt“, freut sich Alois Lerchenmüller. Familienunternehmen. Im Jahr 1928 legte Alois Bischofberger als Säumer den Grundstein für Bischofberger Transporte. 1947 übernahm Johann Georg Bischofberger, Sohn von Alois Bischofberger, das Unternehmen und führte es mit Holztransporten weiter. Dazu bediente er sich Besatzungsrückständen aus dem Zweiten Weltkrieg. 1953 kaufte die Familie den ersten Steyr Lkw. Etwa 16 Jahre später stieg Alois Bischofberger, Sohn von Johann Georg Bischofberger, in den Familienbetrieb ein und brachte den ersten Fernzug auf die Straße. Mittlerweile hat die vierte Generation übernommen. Rosi und Alois Lerchenmüller leiten als Geschäftsführer das operative Geschäft rund um Transport und Logistik. Robert Bischofberger ist für die hauseigene Werkstatt zuständig und kümmert sich um die Instandhaltung der 35 eigenen Fahrzeuge. „Unser Fuhrpark reicht vom kleinen Sprinter bis zum großen Sattelzug“, so Robert Bischofberger. Seit 90 Jahren ist Bischofberger Transporte mit der Region verbunden und bestens gerüstet für die Zukunft.
550 Sendungen werden jeden Tag von uns zugestellt!
41 Elefanten > 260 Tonnen, soviel Gewicht transportieren wir jeden Tag!
43,6 mal um die Welt im Jahr! So viele Kilometer legen wir für Sie zurück!
Bischofberger Transporte GmbH Hof 331 A-6870 Reuthe +43 (0)5514 2132 www.bischofberger.at Außenlager Gutenbergstraße 9 A-6858 Schwarzach
Starkes Trio (v. l.): Robert Bischofberger mit Rosi und Alois Lerchenmüller.
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COLLINI
HIER STEHT EIN GUTER TITEL „Lore ipsum tatem ipsae derciendae id que nem adia dolupta …”
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
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nur gut aussehend. Oder auch eine Kombination davon. Unser Angebot ist eben echt vielschichtig. Beispiele dazu? Sie hatten heute bereits in der einen oder anderen Form Kontakt mit Collini.
Es gibt unzählige Produkte, die mit unserer Technik den „letzten Schliff“ bekommen. Das reicht von langlebig, mechanisch extrem belastbar bis hin zu einfach
Was Collini macht? Alles besser! Jedes Produkt, dass zu Collini kommt und durch die Werkshallen läuft, kommt am Ende besser als zuvor heraus – es wird veredelt. Das liegt daran, dass Collini den Objekten ihre spezielle Funktion gibt. Bei Collini wird vernickelt, verkupfert, verchromt, vergoldet, pulverbeschichtet oder unter anderem verzinkt. Collini macht das Finishing, erzeugt die Oberfläche und
o hört es sich wahrscheinlich für viele Menschen an, wenn man detailliert erklärt, was Collini genau macht. Dabei kann es ganz einfach auf einen Nenner gebracht werden: Wir geben Produkten ihren Mehrwert. Das funktioniert mit der „Oberfläche“. Je nachdem, welche Funktion für das Produkt gebraucht wird, wir haben die richtige Beschichtung oder wir entwickeln ein perfektes Verfahren, das passt.
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letztlich das, was am Produkt sichtbar und spürbar ist. Heute schon eine Nassrasur gehabt? Mit größter Wahrscheinlichkeit ging das Hand in Hand mit Collini vonstatten. Eine Tür geöffnet? Dass deren Beschläge schon einmal in einem Werk von Collini zu Besuch waren – sehr wahrscheinlich. Mit dem Auto unterwegs gewesen? Collini war da ganz sicher mit an Bord: in Motorkomponenten, Bremssystemen oder Zierteilen, denen mit der Oberfläche die Funktion von Haltbarkeit, Abriebfestigkeit oder einfach die ästhetische Funktion gegeben wurde. Ein Mobiltelefon benutzt? Viele
Der Collini-Pioniergeist hat unsere Unternehmensgeschichte geprägt. Er steckt in unseren Genen und ist ein geradliniger roter Faden, dem wir kontinuierlich folgen. Peter Puschkarski, CEO dieser winzigen Steckverbindungen im Inneren von Smartphones sind erst wegen ihrer goldenen Collini-Oberfläche so kontaktfreudig. Wenn Sie über eine Brücke gegangen sind – das feuerverzinkte Geländer hält, sofern es von uns kommt, mindestens 50 Jahre! Auf die klassische Schweizer Uhr geschaut? Gut möglich, dass die Zeit mit Oberflächentechnik von Collini angezeigt wird. Und wenn Sie mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk ausgestattet sind, ist es naheliegend, dass bereits eine direkte und hoffentlich langfristige (Schraub-)Verbindung zur Collini Titanoberfläche besteht.
Oberfläche ist das einzige Thema. Seit über 120 Jahren beschäftigt sich Collini mit dem Thema Oberfläche. Als Scherenschleiferei gegründet, hat sich das Unternehmen tatsächlich vom EinmannHandkarren zum internationalen Betrieb mit 1600 Mitarbeitern an 14 Standorten entwickelt. Zum einen funktioniert die Expansion so gut, weil sie mit „vorarlbergerischer“ Bedachtsamkeit stattfindet, zum anderen ist Collini Technologieführer in allen Bereichen der Oberfläche.
re Mitarbeiter liegen uns am Herzen, wir bilden unsere Fachkräfte selbst aus. Neue Standorte, Wachstum und Dynamik schaffen ständig neue Aufgaben, die weltweit interessante Herausforderungen bieten: Vom erfahrenen Spezialisten an der Anlage bis hin zum Pionier-Einsatz im Ausland ist für jeden etwas dabei.“
Und die Kombination beider Elemente, das „Vorarlbergerische“ und „Technologie“ sind einfach ein perfektes Duo, das sich bislang gut auf dem Weltmarkt behaupten kann. Collini gibt es in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Mexiko und Russland und in einigen dieser Länder gleich mehrfach. Exportschlager Vorarlberger Diversität. Peter Puschkarski steuert als CEO der Collini Gruppe auch die Expansionsstrategie. „Seit 120 Jahren ist Collini ,vorarlbergerisch‘ wie ,zugereist‘ gleichermaßen. Wir sind bodenständig und dennoch offen für andere Kulturen. Bei der Integration neuer Standorte lassen wir länderspezifische Eigen- und Besonderheiten nicht nur zu, sondern nützen diese für die gesamte Gruppe. Wir haben uns auf industrielle Dienstleistung spezialisiert, alle Anstrengungen richten sich auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Collini legt Wert auf Mensch und Gesellschaft. Unse-
Exponierte Fahrzeugteile müssen resistent sein gegen Staub, Wasser und Salz. Collini sorgt dafür.
Die Ästhetik titanisierter Hüftgelenksschrauben sieht eigentlich nur der Chirurg.
www.collini.eu
Collini schafft Funktionen, keine Produkte.
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Foto: JULIUS BLUM GMBH
SPACE STEP. In der Diele sind Mützen, Hüte und Schals dank Trittfläche bequem zu erreichen.
Kleines Sockelwunder Die neue Lösung von Blum schafft Stauraum, wo vorher keiner war, und hilft hohe Stauebene besser zu erreichen. spiel. Den Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, weil sich SPACE STEP auch mit allen gängigen Sockelarten kombinieren lässt. Ein Handgriff genügt und die Trittfläche verschwindet im Sockel und gibt die versteckte Schublade frei. Über einen Meter breit kann so eine Schublade sein und somit ordentlich Staugüter aufnehmen. Alles erledigt? Dann genügt ein leichter Schubs und SPACE STEP verschwindet sanft und leise wieder im Sockel – dank der BLUMOTION-Dämpfung.
Top in allen Wohnbereichen. In der Küche sind im Sockel Backbleche gut untergebracht und Staugüter im Oberschrank lassen sich dank Trittfläche gut erreichen. Im Flur finden Accessoires ihren Platz darin und die Hutablage rückt auch näher zum Möbelnutzer. Im Badezimmer bietet SPACE STEP Raum für Handtücher und Co und ermöglicht den Kleinen, selbstständig und sicher an das Waschbecken zu kommen – Zähneputzen wird so zum Kinder-
Neugierig geworden? Unter www.blum-inspirations.com finden Sie noch mehr spannende Möbelideen von Blum.
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JULIUS BLUM GMBH Industriestraße 1, 6973 Höchst, Tel.: +43 (0)5578 705-0, E-Mail: blum.presseinfo@blum.com, www.blum.com
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ie kleine Lena sitzt am Boden des Wohnzimmers, umringt von ihren Lieblingsspielsachen, lustigen Puzzles und farbigen Bilderbüchern. Und nach dem Spielen sind all diese Sachen rasch und einfach weggeräumt, denn im Wohnzimmer ist SPACE STEP von Blum eingebaut. Die raffinierte Sockellösung – bestehend aus Schublade und darüberliegender Trittfläche – schafft zusätzlichen Stauraum, wo vorher keiner war. Mit wenigen Handgriffen sind Lenas Spielsachen darin verstaut. Und Papa freut sich auch über SPACE STEP: Er nutzt die Trittfläche über der Schublade, um weniger oft verwendete Bücher und Unterlagen, die ganz oben platziert sind, ohne Mühe zu erreichen. Dabei geht Sicherheit über alles: Schon ab einer Belastung von nur 8 kg senkt sich SPACE STEP ab und steht fest auf dem Boden. Da stehen sogar die Kinder sicher darauf und auch zu zweit geht‘s, denn der Tritt kann bis zu 150 kg tragen.
KOMPETENZ IN DER QUARTIERS- UND STADTENTWICKLUNG
HÄMMERLE KAFFEE GMBH
PAUSENGENUSS MIT TRADITION Hämmerle Kaffee lebt Beständigkeit – und das seit 1972. Das Unternehmen ist dabei mehr als nur Kaffeeproduzent.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
Hämmerle Kaffee ist seit über 40 Jahren Kaffee-Spezialist.
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aum ein Nahrungsmittel ist ein solches Synonym für Erholung, Geselligkeit und Genuss geworden wie der Kaffee. Allein der Anblick des duftenden Getränks löst bei vielen meist ein Gefühl der Zufriedenheit aus. Die Österreicher sind zudem echte "Kaffee-Freaks": Durchschnittlich konsumieren sie 7,3 Kilogramm des heißen Getränks pro Jahr. Für einen Großteil der heimischen Konsumenten gehört die Tasse Kaffee einfach zum Frühstück dazu. Für ein Drittel darf es Kaffee zu jeder Tageszeit geben und fast jeder Zweite verwendet zu Hause eine eigene Espressomaschine. „Lass uns doch mal auf einen Kaffee treffen“ – ein Satz, der privat wie beruflich nur
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allzu häufig fällt und Ausdruck für so viel mehr ist, als nur Kaffeetrinken. Dabei entstehen oft wichtige, ernste, lustige oder tiefgreifende Gespräche. Manchmal wird aus dem ersten gemeinsamen Kaffee eine Liebesbeziehung und aus einem Kaffee trinken zwischen Arbeitskollegen kann eine Freundschaft entstehen oder es lebt eine alte Bekanntschaft aufgrund einer Tasse Kaffee wieder auf. Hämmerle investiert. Der Kaffeemarkt verändert sich stetig. Es gibt Veränderungen, Modernisierungen, Innovationen. Mit modernen Kaffeemaschinen und Bohnenqualität kennt sich Hämmerle Kaffee bestens aus, denn wie Geschäfts-
Geschäftsführer Markus Hämmerle
führer Markus Hämmerle erklärt „muss die Qualität des Rohkaffees stimmen und das Rösten erfordert viel Zeit und Geduld.“ Doch das allein reicht noch nicht für guten Kaffee. Auch die Produktionsmaschinen müssen den hohen Anforderungen von Hämmerle Kaffee entsprechen. Daher hat das Unternehmen im Frühjahr 2019 auch in eine neue Stickpackanlage investiert. „Statt wie bisher auf zwei Bahnen, werden bei uns nun auf fünf vollautomatisierten Bahnen Portionssticks noch ergiebiger abgefüllt“, erläutert Markus Hämmerle. Pilotprojekt Vitamat. Ebenfalls im Frühjahr dieses Jahres starteten Hämmerle Kaffee und die Zumtobel Group ein Pilotprojekt: Drei Pausenautomaten mit dem Namen Vitamat wurden in Betrieb genommen. Im Gegensatz zu anderen Snackautomaten verfügt der Vitamat nur über zuckerfreie bzw. zuckerarme Produkte. Mit diesem Pilotprojekt tragen die beiden Unternehmen dem Wunsch der Zumtobel-Mitarbeiter nach gesünderen
Alternativen zu Schokoriegel, Chips und Co. Rechnung. Ready for Future. Bei Hämmerle Kaffee sind Papierbecher auf dem Vormarsch, denn das Unternehmen hat sich im Hinblick auf die Klimakrise zum Ziel gesetzt, 60 Prozent weniger Kunststoffbecher in Umlauf zu bringen. „Der Umgang mit der Umwelt ist ein wichtiger Punkt in unserer Firmenphilosophie, weshalb wir uns der Herausforderung gestellt haben, bis Ende 2020 die Plastikbecher im Automatenservice zu reduzieren“, so Geschäftsführer Georg Gerster. „Wir haben einen eigenen Papierbecher entworfen, der ab Herbst 2019 zum Einsatz kommen wird.“ Dass Hämmerle Kaffee die Umwelt am Herzen liegt, hat das Unternehmen in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt. So wird das Firmengebäude zum Beispiel durch das Grundwasser klimatisiert und die Fotovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für eine CO2-Einsparung von 90 Tonnen pro Jahr. Darüber hinaus
wurden eigens für die Mitarbeiter drei Elektrotankstellen eingerichtet und zwei Elektrobusse angeschafft. Nosko-Premium-Produkt. Bereits zum 17. Mal hat heuer das „Umsonst und Draußen“-Festival in Würzburg stattgefunden. Dort wurden zehn verschiedene Kaffees von zehn Produzenten einem Publikumstest unterzogen. Als Sieger ging der Hämmerle Nosko Espresso Arturo hervor, welcher das Festivalpublikum am meisten überzeugte. Der Kaffee erzielte somit den ersten Platz im deutschsprachigen Raum, worauf das gesamte Hämmerle-Kaffee-Team sehr stolz ist.
Hämmerle Kaffee GmbH Walgaustraße 48 A-6719 Bludesch +43 (0)5525 63355 office@haemmerle-kaffee.at
Durch unser Servicenetz in ganz Vorarlberg sind wir hier besonders leistungsfähig. Georg Gerster Geschäftsführung Automatenservice und Gastronomie
Was im Jahr 1972 als Einmannbetrieb in der Garage begonnen hat, ist heute ein modernes, familiengeführtes Großhandelsunternehmen mit 80 Mitarbeitern in Bludesch. Hämmerle Kaffee ist in den Bereichen Betriebsverpflegung, Gastronomie und Automaten-Füllprodukte tätig. Mittlerweile betreut das Hämmerle-Team mehr als 4.000 Automaten in ganz Vorarlberg.
Beste Rohstoffe und Qualität zeichnet Hämmerle Kaffee aus.
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BÄCKEREI MANGOLD
TRADITIONELL UND ZUKUNFTSORIENTIERT Regionalität wird bei der Bäckerei Mangold seit jeher großgeschrieben und bleibt auch zukünftig das Erfolgsrezept.
Special
Knapp über 100 Mitarbeiter(innen) sind seit Dezember 2018 im neuen Gebäude in Dornbirn angesiedelt.
MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
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ie Bäckerei Mangold entwickelte sich von einer kleinen Backstube mit Liefergeschäft zu einem selbstständigen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit. Der neue Hauptsitz der Bäckerei befindet sich seit Dezember 2018 im Betriebsgebiet Dornbirn-Nord. Neben der Backstube befinden sich auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück in einem zweistöckigen Gebäude die Konditorei, die Verwaltung, der Versand sowie ein Bäckerei-Café. Alle 35 Mangold-Filialen und Kunden in ganz Vorarlberg werden seither von hier mit frischem Gebäck versorgt. „Die Anforderungen an einen modernen Bäckereistandort haben sich in den vergangenen Jahren massiv geändert. Der neue Produktionsbereich in Dornbirn wurde
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exakt nach diesen Anforderungen geplant“, so Egon Haag, Geschäftsführer des Unternehmens. Damit sind auch modern
Jede Generation hat die Bäckerei so geführt, wie es die Zeit erforderte und so wird es auch die nächste tun. Monika Haag Geschäftsleiterin
ausgestattete Arbeitsplätze entstanden, die effizientere Arbeitsabläufe und noch mehr Qualität erlauben. Modern und nachhaltig. Eine umweltbewusste Produktion und nachhaltiges Handeln liegt nicht nur Monika und Egon Haag am Herzen, auch die nächste Generation hat großes Interesse daran, den Betrieb im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzuführen. Das neue Gebäude ist daher sowohl baulich als auch betriebstechnisch auf dem modernsten Stand der Technik. Während die Räumlichkeiten in Wolfurt zuvor sehr beengt waren, bietet die neue Backstube in Dornbirn schon Platzreserven für die Zukunft. Für Energieeffizienz sorgen im neuen Gebäude unter anderem eine Wärmerückgewinnungsanlage, die das gesamte Gebäude beheizt und kühlt,
Eine umweltbewusste Produktion und nachhaltiges Handeln liegt nicht nur den Geschäftsführern Monika und Egon Haag am Herzen, auch die nächste Generation hat großes Interesse daran den Betrieb im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzuführen. Das Herstellen der Produkte im klassischen Bäckerhandwerk und der Wohlfühlfaktor in den Filialen stehen im Vordergrund. und seit April 2019 eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Seit dem Start der umweltfreundlichen Anlage wurden knapp 48 Tonnen CO2 eingespart. Außerdem stehen zwei Elektrofahrzeuge zur Fortbewegung zwischen den Filialen zur Verfügung. „Da uns die Umwelt am Herzen liegt, versuchen wir zudem, durch die Verwendung regionaler Rohstoffe die Transportwege so kurz wie möglich zu halten und verwenden, neben Tragetaschen aus Papier, auch bald zu 100 Prozent kompostierbare Coffee-to-go-Becher“, betont Monika Haag. Außerdem sind in den MangoldFilialen Brotbeutel aus Baumwolle und französischen Bio-Leinen erhältlich, die von der Caritas (Startbahn-Jugendarbeit) gefertigt wurden. Diese Brotbeutel sind auch als Aufbewahrungstasche für Brot sowie als Brotkörberl verwendbar. Orte der Kommunikation. Im Jahr 2020 wird Mangold 170 Jahre alt. Für die Familie noch lange kein Grund, sich auszuruhen. Die weitere Entwicklung wird bereits zusammen mit der nächsten Generation vorbereitet. „Das Wachstum soll sich bei uns immer gesund entwickeln. Wir möchten auf keinen Fall eine Unternehmens-
größe überschreiten, in der das eigene Herstellen der Backwaren im klassischen Bäckerhandwerk nicht mehr möglich ist. Der anstrengende Weg vom Zulieferer zum unabhängigen Bäckerbetrieb hat sich dennoch gelohnt“, bringt es Egon Haag auf den Punkt. Neben der Eröffnung neuer Filialen werden aber auch die bestehenden immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Gemeinsam mit den Architekten Georg Bechter aus Langenegg und Thomas Mennel aus Schwarzenberg wurde ein Konzept für die Einrichtung der Geschäfte entwickelt. Besonders auffallend sind die weißen Theken, die im Bregenzerwald angefertigt werden und auch die Tische und Lampen werden extra für die Bäckerei handwerklich hergestellt. Eine der Besonderheiten in den Mangold-Cafés sind außerdem die großen Tische, an denen man mit anderen Menschen ins Gespräch kommen kann. „Die großen Tische sind verbindend und bieten viel Platz“, erklärt Monika Haag. „Oder wie eine Kundin einmal so treffend formulierte: An einem großen Tisch ist man weniger alleine.“ Pioniergeist heißt für die Bäckerei Mangold aber auch, in die Vergangenheit zu schauen. Das bedeutet
Die Geschäftsführer Egon und Monika Haag.
ursprüngliche Rezepturen aufzugreifen, dem Teig eine lange Ruhe- und Reifezeit zu geben und ganz auf Fertigmischungen zu verzichten, denn nur so kommt gutes, geschmackvolles und saftiges Brot zustande.
Bäckerei Mangold Dr.-Walter-Zumtobel-Straße 7 A-6850 Dornbirn +43 (0)5572 4078043 www.bäckerei-mangold.at
Große Gemeinschaftstische sorgen für eine offene Atmosphäre und mehr Kommunikation.
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METZLER GMBH & CO KG
GLOBALES KNOW-HOW 2600 österreichische Firmen profitieren heute vom Pioniergeist, der seit 29 Jahren bei METZLER herrscht.
Special Der Werkzeugausgabeautomat erleichtert und optimiert Abläufe.
MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
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uf 18 Quadratmetern hat Firmenchef Reinhard Metzler 1990 begonnen, Werkzeugmaschinen zu verkaufen. 29 Jahre später vertrauen rund 2600 produzierende Unternehmen in ganz Österreich auf die umfassenden Kompetenzen seines heute etwa 70-köpfigen Fertigungsprofi-Teams. Es war vor allem die Tat- und Innovationskraft des Firmengründers und Pioniers Reinhard Metzler, welche diese Entwicklung ermöglicht hat. Rasche Expansion. Bereits fünf Jahre nach der Unternehmensgründung im Eigenheim in Rankweil-Brederis erfolgte die Expansion des Unternehmens nach Osten. 1995 startete die erste Vertriebsniederlassung in Wien. Zehn zusätzliche Vertriebsmitarbeiter/innen für den österreichweiten Innen- und Außendienst
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kamen ins Team. Das Fundament für den raschen Erfolg in dieser Phase bildete vor allem die technische Kompetenz mit hohem Praxisbezug des Firmengründers. Davon profitierten damals insbesondere zahlreiche Start-Ups im Werkzeug- und Formenbau bzw. in der metallbe- und -verarbeitenden Branche in ganz Österreich. Sie benötigten für ihren Aufbau zuverlässige und kompetente Partner zum Aufbau ihrer Fertigung, inklusive intelligenter Anbindung an CAD-/CAM-Systeme. Unter ihnen befanden sich Industriebetriebe genauso wie Zweimann-Unternehmen. Viele von ihnen sind gemeinsam mit METZLER gewachsen und beschäftigen heute zwischen 50 und 500 MitarbeiternInnen. Globale Kompetenz. Eine wichtige strategische Weichenstellung fand für das rasch
wachsende Unternehmen dann zum Eintritt Österreichs in den Europäischen Wirtschaftsraum statt. Vorausschauend
Wir bauen nun unsere Schulungs- und Weiterbildungsangebote als Antwort auf den Facharbeitermangel aus. Reinhard Metzler Geschäftsführung
Die Kernkompetenzen Zerspanung, Werkstätte, Maschinen und Beschaffung bilden die Basis für ein umfangreiches Sortiment an Qualitätswerkzeugen, das viele Zerspan- und Spannwerkzeuge, Mess- und Prüfmittel, Betriebseinrichtungen sowie Produktionsanlagen und Maschinen umfasst. Jede der vier Kernkompetenzen wird von einem hoch spezialisierten Profi-Team betreut. holte sich Firmengründer Reinhard Metzler 1998 die zum Würth-Konzern gehörende Tochtergesellschaft Hahn+Kolb als Gesellschafterin an Bord. Damit konnte österreichischen Kunden ab sofort zusätzlich eine enorme und global erprobte Produktpalette unterschiedlichster Qualitätsmarken an Werkzeugen und Maschinen angeboten werden. Erster pionierhafter Schritt. Ein erster umfassender Katalog mit innovativen Produkten und Lösungen für die Fertigung wurde herausgebracht. Er beinhaltete schon dazumal alles, was das Herz von Werkstätten-Leitern und Fertigungsverantwortlichen begehrt. Der erste pionierhafte Schritt in Richtung FullService-Partner für Unternehmen mit Produktion und Fertigung war getan. Auf dieser Grundlage konnte elf Jahre nach Firmengründung der 40. Mitarbeiter angestellt werden. 2007 knackte das Unternehmen die 20-Millionen-Euro-Umsatzgrenze souverän. Optimierte Fertigung. Heute bieten die Metzler Fertigungs-Profis eine Aus-
wahl von über 100.000 qualitativen Fertigungslösungen, Werkzeugen und Betriebseinrichtungen an. Darüber hinaus stehen den Kunden vier SpezialistenTeams zur Optimierung ihrer Fertigung zur Verfügung. Beratungs- und Weiterbildungs-Schwerpunkte liegen dabei auf der effizienten Zerspanung, der innovativen Arbeitsplatzgestaltung und der digitalisierten Beschaffung. Damit wirkt Metzler dem wettbewerbsbedingten Kostendruck auf produzierende Firmen in Österreich entgegen. 2600 große wie kleine Unternehmen der metallbe- und -verarbeitenden Branche in ganz Österreich vertrauen deshalb inzwischen auf diese Gesamtkompetenz. Unternehmerische Innovation. Diese glaubwürdige Positionierung als Full-Service-Partner und -lieferant war nur mittels unternehmerischer Innovationskraft zu erreichen. So entschied sich Reinhard Metzler beispielsweise vor fünf Jahren, selbst Entwickler und Hersteller der Hartschaumeinlagen OPT-I-STORE und des Einhängesystems CLIP-O-FLEX zu werden. Beide sorgen für mehr Qualität und Ord-
Metzler bietet über 100.000 Fertigungslösungen.
nung in der Werkstätte sowie am Arbeitsplatz. Aufgebaut wurde dafür eine eigene Fertigungslinie in Feldkirch, die konfigurierte Online-Bestellungen bis Losgröße 1 ermöglichen und dafür nahezu komplett digitalisiert laufen. Auch dieser mutige Schritt zum Hersteller von Eigenmarken hat das vormalige reine Handelsunternehmen zukunftsfit gemacht.
Metzler GmbH & Co KG Interpark Focus 40 A-6832 Röthis +43 (0)5523 90909 www.metzler.at
Innovative Arbeitsplatzlösungen, kreiert von Metzler.
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MEUSBURGER
SEIT 50 JAHREN FÜR VORARLBERG Von der Gründung des Unternehmens durch Georg Meusburger im Jahr 1964 bis heute hat sich bei Meusburger viel getan.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
Mit dem Erweiterungsbau in Wolfurt setzte Meusburger bereits 2017 ein deutliches Zeichen für den Standort Vorarlberg.
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licken wir 55 Jahre zurück: 1964 gründete Georg Meusburger den Einmannbetrieb als Werkzeugund Formenbauer in Dornbirn. Für die dafür notwendige Drehbank bürgte dessen Vater damals mit zwölf Kühen – und das Vertrauen machte sich schnell bezahlt. Bereits im ersten Jahr wuchs das kleine Unternehmen um vier weitere MitarbeiterInnen. Nachdem 1970 eine Halle mit rund 670 Quadratmetern gebaut wurde, erfolgte 1978 die Spezialisierung auf die Fertigung von standardisierten Formaufbauten. Da der Raum in Dornbirn schon bald zu klein wurde, erfolgte 1980 mit 35 Mitarbei-
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terInnen der Umzug an den heutigen Standort in Wolfurt. In den folgenden Jahren bis 1997 wuchs das Unternehmen kontinuierlich und gesund weiter und der Standort wurde Schritt für Schritt vergrößert. Bekenntnis zum Standort. Im Jahr 1999 trat Guntram Meusburger in das Familienunternehmen seines Vaters ein und wurde Mitglied der Geschäftsführung der Meusburger Georg GmbH & Co KG. 2007 erfolgte die Übergabe der Geschäftsführung an Guntram Meusburger. Damals hatte das Unternehmen rund 300 MitarbeiterInnen.
In den folgenden Jahren setzte Guntram Meusburger den erfolgreichen Kurs fort und stärkte mit dem Erweiterungsbau in Wolfurt und der Produktionshalle in Lingenau den Standort Vorarlberg. Durch den für die kommenden Jahre geplanten Bau eines weiteren Büro- und Produktionsstandortes in Hohenems werden auch zukünftig Arbeitsplätze für die Region geschaffen. Aktuell arbeiten weltweit über 1.700 MitarbeiterInnen bei Meusburger, 1.130 davon in Vorarlberg. Ausbildung mit Zukunft. Eine wichtige Rolle spielt bei Meusburger seit vielen Jahren auch die Lehrlingsausbildung.
Der Erweiterungsbau in Wolfurt 2017 und der geplante Büro- und Produktionsstandort in Hohenems sind langfristige Bekenntnisse zur Wirtschaftsregion Vorarlberg. Guntram Meusburger Inhaber und Geschäftsführung Dadurch schafft das Unternehmen nicht nur Arbeitsplätze für die Jugendlichen in der Region, sondern wirkt auch dem aktuellen Fachkräftemangel entgegen. Um den Lehrlingen beste Bedingungen für ihre Ausbildung zu bieten, wurde im 2017 fertiggestellten Erweiterungsbau in Wolfurt auch eine 2.100 Quadratmeter große, neue Lehrwerkstatt eröffnet. Dadurch erhalten rund 140 Lehrlinge eine Ausbildung mit langfristiger Perspektive im Unternehmen. Wachsen für die Kunden. Die solide Basis für das Unternehmenswachstum bildet das größte Geschäftsfeld von Meusburger − der Formenbau. In den Jahren
2010 und 2013 kamen die Geschäftsbereiche Stanzwerkzeugbau und Werkstattbedarf hinzu. Zudem wurde mit der Eröffnung der Tochtergesellschaften in China, der Türkei, den USA, Indien und Mexiko zwischen 2010 und 2015 die Globalisierung vorangetrieben. 2016 wuchs die Firma durch den Zukauf des Heißkanalund Regeltechnikspezialisten PSG, dessen Produkte das Portfolio hervorragend ergänzen, erstmal auch anorganisch. Wissensmanagement als Erfolgsfaktor. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist seit vielen Jahren der strukturierte Umgang mit dem Unternehmenswissen. Mit der von Meusburger entwickelten und täglich gelebten Wissensmanagement-Methode WBI (Wissen besser integrieren) wird der Verlust von wichtigem Know-how durch Vergessen oder den Austritt von MitarbeiterInnen verhindert. Mit der Methode und einer eigens dafür entwickelten Software wird die Ressource Wissen erfasst, verteilt, weiterentwickelt und gesichert. So bildet sie langfristig die Basis für Innovation und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg in Unternehmen und Organisationen. Fortschritt in der Digitalisierung. Durch den Kauf des Berliner Softwareunternehmens Segoni im Sommer 2018 wurde auch das Angebot im Bereich der Digitalisierung bei Meusburger weiter ausgebaut. Ziel dabei ist, die Kunden neben der bereits bewährten praxisorien-
Das 18.000 m² große Fertigteillager garantiert den Meusburger Kunden kürzeste Lieferzeiten.
1980 erfolgte mit 35 Mitarbeiter Innen der Umzug an den heutigen Standort in Wolfurt.
tierten Wissensmanagementmethode WBI zukünftig auch in den Bereichen ERP (Enterprise Resource Planning) und PPS (Produktionsplanungs- und Steuerungssystem) zu unterstützen.
Meusburger Kesselstraße 42 A-6960 Wolfurt office@meusburger.com +43 (0)5574 6706 www.meusburger.com
Bei Meusburger wird viel Wert auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte sowie die Entwicklung neuer Produkte gelegt.
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OFFSETDRUCKEREI SCHWARZACH
VON DER IDEE BIS ZUR VERPACKUNG Die Offsetdruckerei Schwarzach spezialisierte sich vor mehr als 50 Jahren auf Verpackungen aus Karton.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
Von der mittelständischen Verpackungsdruckerei hat sich die Offsetdruckerei Schwarzach in den letzten Jahrzehnten zum exportorientierten europäischen Industrieunternehmen mit rund 400 Beschäftigten entwickelt.
D
ie Offsetdruckerei Schwarzach blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Zukunft erfolgreich gestalten will das Unternehmen mit nachhaltig ausgerichteten Innovationen in allen Unternehmensbereichen, gut ausgebildeten Mitarbeiter/ innen und konsequenten Investitionen in modernste Technologien. Langjährige Tradition. Mehr als einhundert Jahre besteht das Traditionsunternehmen aus dem Vorarlberger Rheintal. Vor über 50 Jahren begann eine Spezialisierung auf die Bereiche Verpackungsund Etikettendruck. Die Digitalisierung wurde im Unternehmen bereits vor 25 Jahren eingeleitet und ist ständiger Begleiter. Über die Jahrzehnte hat die Offsetdruckerei Schwarzach den Wandel der Verpackungsbranche, viele Technologiesprünge und Veränderungen an vorderster Front mitgetragen, konnte sich eine
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Menge an Erfahrungen und Know-how erarbeiten und sich als innovatives Unternehmen auf dem Markt etablieren. Service aus einer Hand. Heute sind Automatisierung und optimierte Prozesse in der gesamten Produktion, bei der Lagerhaltung, der Administration und bei der Datenhaltung Standard. Die Offsetdruckerei Schwarzach bietet ihren Kunden Services entlang des gesamten Packaging-Workflows: von der Konstruktion und dem Prototyping über Druck, Veredelung und Weiterverarbeitung bis hin zur Logistik. Am Standort Schwarzach verarbeiten rund 400 Mitarbeiter/innen jährlich 30.000 Tonnen Papier und Karton zu ökologischen Faltschachteln und Etiketten für internationale Produzenten und Zulieferbetriebe der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie. Hoch veredelte Verpackungen, mit Schwerpunkt Lebensmittelindustrie, dominieren im Kern-
geschäft. Dabei wird kontinuierlich in modernste Maschinen und Technologien investiert, um den steigenden Qualitätsansprüchen gerecht zu werden und Kapazitäten optimal zu nutzen. „Dies auch, weil es die Entwicklungen im Markt
Nachhaltig ausgerichtete Firmenpolitik verlangt nach innovativen Maßnahmen. Ing. Eduard Fischer Geschäftsführer Offsetdruckerei Schwarzach
Nachhaltigkeitspolitik umfasst neben den ökologischen und ökonomischen Maßnahmen auch zahlreiche soziale Maßnahmen, in die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden sind. erforderlich machen. Verpackungen sind neben ihrer Funktion als Produktschutz zu einem der wichtigsten Kommunikationsinstrumente rund um ihren Inhalt geworden“, sagt Geschäftsführer Eduard Fischer. „Als Produzent sieht man sich mit stets steigenden Ansprüchen konfrontiert. Bei der Konstruktion von Verpackungen ist Kreativität gefragt; zusätzlich nimmt der Veredelungsgrad stetig zu. Beides, um Aufmerksamkeit am POS zu erlangen und sich von Konkurrenzprodukten abzuheben. Gleichzeitig sind die qualitativen Ansprüche konstant hoch.“ Ein anderer Trend geht in Richtung kleiner und mittlerer Auflagen mit schneller Verfügbarkeit. Dem wurde die Offsetdruckerei Schwarzach mit ihrem Onlineshop die-verpackungs-druckerei.at im letzten Jahr gerecht. Nach einem erfolgreichen
Start stehen hier stetiges Feintuning und ein Ausbau des Sortiments im Fokus. Engagement für Nachhaltigkeit in allen Bereichen. Auf ökologische Nachhaltigkeit bedachte Beratung, klimaneutral gedruckte Packhüllen nach ClimatePartner, FSC und PEFC zertifizierte Materialien und der optimierte Einsatz von Rohstoffen bei der Konstruktion und Produktion – auf Produktebene bietet die Offsetdruckerei Schwarzach ihren Kunden eine Vielzahl an umweltverträglichen Lösungen an. „Im Vordergrund stehen, dass sich ökonomische und ökologische Prozesse ergänzen, Mehrwert generiert wird und sich sozial verträglich auf die Arbeitnehmer/innen auswirkt“, ist Geschäftsführer Eduard Fischer überzeugt. Das Unternehmen hat im Bereich Ökologie eine
Vorreiterrolle inne. Die umweltverträgliche Firmenpolitik hat Innovationen in allen Unternehmensbereichen hervorgebracht. Bereits vor über zehn Jahren wurde eine flächendeckende Wärmepumpentechnologie umgesetzt, zahlreiche weitere Energiesparmaßnahmen sind seit damals erfolgt. Optimiert werden diese durch eine Photovoltaikanlage m Firmendach. Bis 2020 soll der komplette Energiebedarf fossilfrei sein. Gemeinsam mit Kunden setzt man auf den Nachhaltigkeitsansatz „Vermeidung, Reduktion, Ausgleich.“ Seit 2012 ist das Unternehmen klimaneutral, nicht vermeidbare Emissionen werden durch Investitionen in Klimaprojekte kompensiert.
Offsetdruckerei Schwarzach Hofsteigstraße 104 A-6858 Schwarzach +43 (0)5572 3808-0 www.offset.at
Von ersten Ideen übers Prototyping bis zum fertigen Produkt – die Offsetdruckerei Schwarzach bietet ihren Kunden Services entlang des gesamten Packaging-Workflows.
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sen intensives Kolorit von Naturprodukten wie Obst, Gemüse, Nüssen und Gewür zen inspiriert wurde – in Anspielung an historische Textilien, die ausschließlich mit Farben aus der Natur gefärbt wurden.
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it dem KASCHMIR Club•Bar erhält der Otten Wirtschafts park in Hohenems ein ein zigartiges Ambiente, in wel chem die Besucherinnen und Besucher mit allen Sinnen genießen können. Der Club mit seiner Bar verbindet die beson dere, von Dieter Klammer gestaltete Archi tektur mit textiler Kultur, der Geschichte des Standorts sowie mit gastronomischen Genüssen auf höchstem Niveau. Außer gewöhnlich ist auch das Farbdesign, des
UNIVERSITÄT INNSBRUCK
BRÜCKEN IN DIE ZUKUNFT Mit 27.000 Studierenden – davon rund 2300 aus Vorarlberg – bildet die Leopold-Franzens-Universität die Köpfe für die Zukunft aus.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
Sie ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung im Westen Österreichs: an der Universität Innsbruck werden die Fragen der Zukunft gestellt.
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limawandel, Digitalisierung, Mig ration, Quantentechnologien oder Cybersicherheit sind nur einige der Kernfragen, die unsere Gesell schaft in den nächsten Jahren und Jahr zehnten nachhaltig beschäftigen werden. An der Universität Innsbruck arbeiten 3500 Wissenschafterinnen und Wissen schafter an der Beantwortung dieser Fra gen. Sie liefern die Einsichten für die rich tige Einschätzung der Ausgangslage und schaffen die Grundlagen für Lösungen. Neue Ansätze. So hat die Universität Innsbruck kürzlich ein Digital Science Center eingerichtet, in dem Forscherin nen und Forscher aus verschiedenen Fachbereichen zusammenarbeiten und neue Ansätze und Lösungen für das wis
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senschaftliche Arbeiten im digitalen Zeitalter erforschen. „Informatik, Mecha tronik, Physik, Klimaforschung, Elektro technik, aber auch Biologie, Archäologie, Sprachwissenschaften und Wirtschafts wissenschaften: In nahezu jedem Bereich, zu dem an der Universität Innsbruck ge forscht wird, kommen digitale Werkzeuge zum Einsatz und ermöglichen bzw. unter stützen Forschung auf höchstem Niveau. Mit der Schaffung von 14 Nachwuchspro fessuren, die sich quer über alle Fachrich tungen mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen werden, setzt die Universität Innsbruck einen Schwerpunkt in diesem wichtigen Zukunftsthema“, sagt Rektor Tilmann Märk. Diese Schwerpunktset zung findet auch breiten Niederschlag im Studienangebot der Universität Inns
bruck. So bietet z. B. die Fakultät für Be triebswirtschaft den Universitätslehrgang Digital Business (MSc) an und reagiert damit auf die gestiegene Bedeutung der Digitalisierung für die betriebswirtschaft liche Forschung. Studierende aller Studi enrichtungen haben die Möglichkeit, sich im Rahmen ihrer Wahlmodule oder über ein Erweiterungsstudium jene Kenntnisse anzueignen, die für ihr Fach im Bereich der Digitalisierung relevant sind und ih nen damit einen entsprechend guten Start ins Berufsleben ermöglichen. In den vergangenen Jahren hat die Uni versität Innsbruck die ehemalige Fakultät für Bauingenieurwissenschaften in eine Fakultät für Technische Wissenschaften weiterentwickelt. Das Fachspektrum wur
Fotos: Axel Springer/Target Group, Birgit Pichler, Uni Innsbruck
de dabei in die Bereiche Mechatronik, Elektrotechnik und Fertigungstechnik ausgeweitet. Ein Beispiel dafür ist die von Infineon Technologies Austria AG gestif tete Professur für Leistungselektronik, die mit einem international erfolgreichen Experten besetzt werden konnte. „Neue Technologien wie Robotik, Internet der Dinge oder Datenverarbeitung wären nicht möglich, ohne die effiziente und flexible Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie“, sagt Petar Grbović. Der gebürtige Serbe arbeitete in den Forschungslabors internationaler Indus triekonzerne wie General Electric und Huawei, bevor er im vergangenen Jahr die Professur für Leistungselektronik an der Universität Innsbruck antrat.
entsprechenden Produktionstechnologi en. „Das große Potenzial in der Textiltech nologie liegt in der Vielseitigkeit und Fle xibilität. In Kombination mit neuartigen Materialkonzepten können völlig neue Anwendungsmöglichkeiten entwickelt werden. Durch Grundlagenforschung und marktnahe Forschung wollen wir dazu beitragen, dass neue Märkte für Textilien und textile Verbundwerkstoffe erschlos sen werden können", erklärt Tung Pham.
wendigen Grundlagen und Faktenwissen ist mir besonders wichtig, dass unsere Studierenden lernen, mit Information sachgerecht und kreativ umzugehen.“ Grundlagen für morgen. Mit sechs For schungsschwerpunkten in den Bereichen Alpiner Raum, Digitalisierung, Kultur wissenschaften, Molekulare Biowissen schaften, Physik und Wissenschaftliches Rechnen sowie mehreren Forschungs plattformen und über 40 Forschungszen tren werden an der Universität Innsbruck viele Wissensgebiete bearbeitet, die we sentliche Grundlagen für die Gesellschaft von morgen schaffen. Die Studierenden sind in den Forschungsprozess eingebun den und profitieren dabei von aktuellsten Erkenntnissen. Als Absolventen tragen sie dieses Wissen in die Gesellschaft und stär ken die Wirtschaft in der Region.
Neue Märkte. Tung Pham ist BMVIT Stiftungsprofessor für Textile Verbund werkstoffe und Technische Textilien am Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn. Sein Arbeitsge biet liegt im interdisziplinären Bereich der Textilchemie, Textilphysik und Polymer materialien, aber auch in der Erforschung neuer Produktionstechniken zur Herstel lung von Textilien mit Funktionalitäten und Faserverbundwerkstoffen für die Leichtbaukonstruktion. Seine Forschungs tätigkeit konzentriert sich auf die Materi alfunktionalisierung und Modifizierung der Grenz und Oberflächen sowie die
Wie merkt die Zelle, wie viele Nährstoffe in ihrer Umgebung vorhanden sind, und wie koordiniert sie als Antwort darauf ihren Stoffwechsel, ihr Wachstum und Überleben? Diese Fragen sind die Grund lage der Forschungsarbeiten eines Teams um Kathrin Thedieck, seit Kurzem Pro fessorin für Biochemie an der Universität Innsbruck. „Wir wollen verstehen, wie Zell wachstum und Zellfunktion als Antwort auf Nährstoffe auf mechanistischer Ebene reguliert sind“, sagt Kathrin Thedieck. „In Innsbruck findet meine Arbeitsgruppe mit dem Institut für Biochemie und den Kolleginnen und Kollegen an der Fakultät für Chemie und Pharmazie, dem Centrum für Molekulare Biowissenschaften (CMBI), dem Institut für Alternsforschung und dem RNASchwerpunkt an der Universität Innsbruck und der Medizinischen Uni versität ein hervorragendes Netzwerk für ihre Forschungsarbeit. Neben dem not
Wir tragen dazu bei, neue Märkte und Anwendungs felder für Textilien und textile Verbundwerkstoffe zu erschließen.
Wir wollen verstehen, wie Zellwachstum und Zellfunktion als Antwort auf Nährstoffe auf mechanis tischer Ebene reguliert sind.
Wo der Energiefluss ohne nennenswerte Verluste gesteuert werden soll, wird Leistungselektronik eingesetzt.
Tung Pham, Institut für Textilchemie und Textilphysik
Kathrin Thedieck Institut für Biochemie
Petar Grbović Institut für Mechatronik
Universität Innsbruck ChristophProbstPlatz Innrain 52 A6020 Innsbruck +43 (0)512 5070 www.uibk.ac.at
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RE/MAX IMMOWEST
DER MAKLER ALS MARKE Pionier am heimischen Immobilienmarkt mit maßgeschneiderten Lösungen für Mensch und Raum: Reinhard Götze.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
„Anforderungen, Begabung und Berufung in Balance mit sinnvollen Zielen im Dienst der Menschen. Das ist mein Fokus.“
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us der Leichtathletik kennt man die „Diamond League“ – mehrere Meetings, bei denen die besten der Branche gegeneinander antreten. Superstars wie Usain Bolt oder Mo Farah gewannen die Auszeichnung – einmal. Reinhard Götze gewann den „Diamond Club“ fünf mal und dies hintereinander! Die höchste Ehrung der österreichischen Immobilienbranche ist aber nicht das Resultat einzelner großer Sprünge oder Würfe, sondern – fast im Gegenteil – das Ergebnis kontinuierlichen und konsequenten Arbeitens. „Ich hab’s mit Bürgermeister Häupl – die 40-Stunden-Woche erreiche ich bereits am Mittwoch“, scherzt der sympathische Bartträger, der als erster Österreicher und einer von nur drei Europäern letzten Monat den „Circle of Legends“ erreicht hat.
Wahrer Reichtum. Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr: „Ich bin Makler mit Leib und Seele“, so Reinhard. Bei aller Freude am Erfolg misst Reinhard seinen Reichtum nicht (nur) an Zahlen: „Der wahre und langfristigere Gewinn sind motivierte Mitarbeiter, eine umfangreiche maßgeschneiderte Kundenkartei oder ein gerechtes, nur bei uns genutztes anonymes Angebotsverfahren“, schwärmt der Chef von RE/MAX Immowest, der seinen Franchise-Vertrag eben erst für weitere fünf Jahre verlängert hat. „Meine Erfahrung erleichtert es mir, auch mal über den Tellerrand zu denken und für spezielle Wünsche spezielle Lösungen zu suchen und zu finden“, gibt sich Vorarlbergs Makler Nr. 1, auch im Umsatz belegt, nach so vielen Jahren immer noch kämpferisch und neugierig. Sein Know-how und sein
stetiges Interesse an neuen und maßgeschneiderten Lösungen machen ihn zum wahren Pionier der heimischen Immobilienlandschaft. Getreu dem Motto des Unternehmers Philip Rosenthal, ebenfalls ein Pionier: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“
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DAS ANDERE ARCHITEKTENHAUS IM HANG
Das außergewöhnliche Haus in der Alpenstadt Bludenz erstreckt sich über 4 Etagen und ist von viel Natur behütet. Dieser Wohnort ist ganz anders als alles was Sie bereits kennen. Ganz gleich wohin man schaut sind Einteilung, Formen und Farben eigen gewählt. So zieht sich hier der sprichwörtlich „Rote Faden“ durchs ganze Anwesen. Die Liebe zur Farbe Rot sollte gegeben sein, denn Rot dominiert hier alles. Den Wintergarten, Küchen, Türen- und Fensterbeschläge, sowie den Lift. Kombiniert mit Natur-Eschenholz ist jeder Raum bis ins letzte Detail auf ideale Platz- und Stauraumoptimierung ausgelegt. Im 1. OG steht ein bestens ausgestattetes Planungsoder Arbeitsbüro zur Verfügung.
Das allgemeine „Platzwunder“ in diesem Zuhause bietet jeder Idee genügend Raum mit sagenhaftem Weitblick.
Daten und Fakten: Baujahr 1986 | Wohnfläche 277 m2 Bürofläche 214 m2 Grundstücksfläche 1326 m2 HWB 15 kWh | A Obj.Nr. 2552/3806 Beratung und Verkauf: Reinhard Götze +43 664 44 37 058 r.goetze@remax-immowest.at Unser gesamtes Immobilien angebot finden Sie auf
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WILHELM+MAYER
IM WANDEL DER ZEIT Pioniergeist ist der Blick nach vorne – auch in einem Traditionsunternehmen wie Wilhelm+Mayer.
Special MIT PIONIERGEIST in die Zukunft
Nur die ständige Innovation bedeutet soliden Fortschritt.
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as schon mehr als achtzig Jahre lang bestehende Bauunternehmen Wilhelm+Mayer wird heute in dritter Generation von DI Johannes Wilhelm geleitet. „Bei der Feier unseres 80-jährigen Firmenjubiläums, das auch Anlass für die Herausgabe eines Buches über das Unternehmen und meine Familie war, wurde mir zum ersten Mal in aller Deutlichkeit bewusst, was Tradition bedeutet“, sagt Johannes Wilhelm. Für ihn ist Tradition und Erfolg einerseits ein tolles Erbe, aber genauso eine große Verpflichtung, den erfolgreichen Weg weiterzugehen. Dabei kann man sich nur auf eines verlassen, die Welt ändert sich rasch. Wer nicht mit der Zeit geht, wird keinen Bestand haben. Erfolg hatte auch früher nur der, der sich Neuem geöffnet hat und gewisse Risiken eingegangen ist. Ein Unternehmen muss wach
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bleiben und an der Welt Anteil nehmen. Routine ist dabei einer der größten Feinde des Erfolgs. Routine ist bequem und macht unbeweglich. „Innovativ nach Kundennutzen zu suchen, die über das reine Bauen hinaus gehen, Verfahren und neue Technologien zuzulassen, mit Pioniergeist auszuprobieren oder auch abzulehnen, sind Wirklichkeiten, die man nie aus den Augen verlieren darf“, ist Johannes Wilhelm überzeugt. Aus Erfahrung lernen. Technische Veränderungen sind die, die man am einfachsten begreift, aber sie stehen für Geld jedem offen. Viel wichtiger sind die eigenen Erkenntnisse aus gemeinsamer Entwicklung, die durch Praxiserfahrung überprüft und an neue Bedingungen angepasst werden. Stets ist es die Unruhe, die in Zeiten, in denen es gut läuft,
dazu anstachelt, neue Trends vorauszuahnen und Bestehendes weiterzudenken. Deshalb sind wache Mitarbeiter und kritische Köpfe für den Erfolg eines Unternehmens wichtig und der Mut Herausforderungen anzunehmen unverzichtbar.
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Foto: Roland Paulitsch
Der Herr der alten Steine
Seine Enkelkinder, seinen Porsche, ab und zu einen Adrenalinkick und gute Musik – recht viel mehr braucht Burkhard Fessler aus Hard nicht, um rundum zufrieden zu sein. Wenn er dann aber auch noch alte Sandsteinplatten findet, ist sein Glßck perfekt.
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Fingerspitzengefühl. „Ob bei Mauern oder feinen Elementen: Die Reinigung ist eine sensible Sache. Schließlich sollte man das Original nicht beschädigen.“
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m Anfang stand Nachbars neue Stiege – so oder ähnlich könnte die Geschichte über Steinmetz Burkhard Fessler beginnen. Denn genau diese Stiege ließ ihn das werden, was er heute ist. „Ich erinnere mich noch, dass ich mit 14 Jahren unsere Straße entlanggeradelt bin. Da haben sie beim Nachbarn die Treppe vor der Haustür gelegt – und der Steinmetz hat an der untersten Stufe angefangen. Ab diesem Moment hab ich mich nur noch gefragt: warum fängt der unten an? Und vor allem, wie kommt er rauf? Das hab ich damals meinem Papa erzählt und war scheinbar so fasziniert, dass er meinte: ‚Wenn dich das interessiert, schau dir den
Beruf doch an.‘ Ja, und so bin ich eigentlich zum Steinmetz gekommen“, erinnert er sich schmunzelnd zurück. Farbsünden. Das war vor mehr als 40 Jahren. Seither hat Burkhard Fessler die Faszination Stein nicht mehr losgelassen. „Weil die Steine leben. Malt man sie an, ersticken sie und verfaulen.“ Ein tödlicher Fehler, der vor allem in den 1970er-Jahren in zahlreichen Kirchen begangen wurde. „Damals wurde der Sandstein übermalt, heute nehmen wir die Farbe wieder runter.“ Und es gibt viel zu tun. Aktuell sind Burkhard Fessler und sein Team an den Kirchen in Hard, Lauterach und Satteins beschäftigt. Ob Bodenplatten, Türportale oder
Ob Feldkircher Dom, Schloss Reifnitz am Wörthersee oder Wanderwege in Zusammenarbeit mit der inatura. Für Burkhard Fessler ist jedes Projekt einzigartig. 80 kontur
Fotos: Roland Paulitsch
Wenn Bauherren das Endergebnis der Restauration sehen, erkennen sie oft erst, was für ein wertvolles Kleinod sie besitzen. Wände – sie kümmern sich um alles, was aus Stein ist. Aus altem Stein. Denn Burkhard Fessler ist kein „gewöhnlicher“ Steinmetz, er ist Restaurator. Und war einer der ersten, der in Vorarlberg mit dieser Arbeit begonnen hat. „Ich merkte schon während meiner Lehre beim Steinmetz Nußbaumer in Hard, dass mich die reine Tätigkeit als Steinmetz nicht mehr zu 100 Prozent erfüllte. Und da mich alte, denkmalgeschützte Gebäude schon immer fasziniert haben, hab ich mit dem Restaurieren begonnen.“
Feinarbeit. Im Winter widmet sich der 62-Jährige vornehmlich Figuren.
Es folgten Kurse des Bundesdenkmalamtes in der Kartause Mauerbach, praktisches „Training“ am Wiener Stephansdom ... „und da hab ich schnell gemerkt, das ist genau mein Ding.“ Nach knapp zehn weiteren Jahren bei seinem Lehrbetrieb war es schließlich an der Zeit für Veränderung. „Ich bin eines Morgens aufgestanden und hab gesagt: ich kündige“, erinnert er sich an den Start seiner Selbstständig-
keit. Seither ist Burkhard Fessler im ganzen Land gefragt, wenn es ums Thema Steine geht. Seine Kunden sind vor allem die Diözese, das Bundesdenkmalamt, Städte und Gemeinden sowie „Leute, die es sich einfach leisten können“. Denn die Arbeit des Restaurators ist aufwendig. Die Augen immer offen. Bevor beispielsweise eine Kirche restauriert werden kann, werden bei einer Begehung mit dem Bundesdenkmalamt die nötigen Arbeiten besprochen. „Wie umfangreich das Ganze schließlich wird, kann man aber erst sagen, wenn wir uns das Material angeschaut haben. Grundsätzlich ist es uns ein Anliegen, so viel wie möglich zu erhalten.“ Fehlen jedoch bei Figuren ganze Partien oder sind Steine verfault, werden sie ergänzt. So einfach, wie das klingen mag, ist es aber nicht. „Wie kommen wir an die Materialien, die man um 1500 verwendet hat? Das ist die Frage, die uns ständig begleitet.“ Und
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Zwilling aus Stein. Wenn Burkhard Fessler Duplikate herstellt, sieht man keinen Unterschied zum Originial. „Jeden Fehler, den die ursprüngliche Figur aus Holz hat, hat konsequenterweise auch der gegossene ‚Bruder‘.“
Die Heiligen im Keller. Eine Arbeit, die Burkhard Fessler besonders am Herzen liegt, ist das Erhalten von historischen Figuren, beziehungsweise das Anfertigen von Duplikaten. Denn der Steinmetz ist auch gelernter Kautschuk-, Formen- und Modellbauer. So druckt er beispielsweise alte Holzfiguren in Kautschuk ab und gießt sie anschließend neu. „So können die Originale unter besten Bedingungen im Museum stehen, während die Duplikate aus Stein in der Kirche oder im Freien keinen großen Schaden nehmen.“ Zwei solche
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wundervolle „Gesellen“ heißen Besucher übrigens auch vor der Haustür von Burkhard Fessler willkommen: Peter und Paul. Und der Steinmetz freut sich schon, kommt nun doch wieder die Zeit, in der er sich den Figuren verstärkt widmen kann. „Meine Mitarbeiter machen im Winter Pause und kommen im März wieder. In der kalten Jahreszeit arbeite ich daher meist alleine. Da steh ich dann in meinem Keller und kümmere mich um die ‚kleinen Dinge‘.“ Winterpause? Ein Wort, das in der Baubranche selten geworden ist. „Aber genau das ist auch das Problem, warum unsere Baukultur heute den Bach runtergeht. Alles muss schnell gehen, am besten ist man schon fertig, bevor man überhaupt angefangen hat. Dabei brauchen Materialien wie Beton oder auch historische Kalke einfach ihre Zeit, um auszuhärten. Bekommen sie diese nicht, zieht das zwangsläufig Probleme nach sich. Man muss es freiweg sagen: früher haben sie besser gebaut, sie hatten aber auch mehr Zeit.“ Brauchten sie auch, wenn man bedenkt, dass es zur damaligen Zeit keine Maschinen wie Kräne gab. „Aber genau das ist doch das Faszinierende. Wenn ich zum Beispiel auf dem Gerüst eines Kirchturms stehe, sinniere ich
Fotos: Roland Paulitsch
so macht man sich eben auf die Suche. So wie ein Mitarbeiter während unseres Gesprächs. Immer wieder gibt es Queens „Radio Gaga“ – Burkhard Fesslers Klingelton – zu hören. Thomas ist dran. Er ist unterwegs, um Sandsteinplatten für ein aktuelles Projekt zu finden. Fotos werden geschickt und abgewägt. Denn nicht jede Platte kann verwendet werden. „Wir arbeiten vor allem mit dem Rorschacher und dem St. Margarethener Sandstein, da diese bei unseren denkmalgeschützten Gebäuden hauptsächlich vertreten sind. Dann noch ein bisschen Kalkstein, Tuff und Granite.“ Idealerweise sind die Materialien, die verarbeitet werden, ebenfalls alt. Burkhard Fessler hat darum die Augen immer offen. „Eigentlich bin ich der Sucher. Wenn ich sehe, dass irgendwo ein Haus abgerissen wird, bin ich schon zur Stelle“, lacht er. 50 Tonnen Steine gab es so beispielweise beim Abbruch des alten Hafens in Bregenz zu erstehen. Alle verbaut in der Mauer beim ehemaligen Bundesdenkmalamt Richtung Oberstadt. „Für eine Nepomuk-Figur bin ich auch schon nach Italien gefahren, um das richtige Stück Kalkstein zu finden.“ Und wenn man dann tatsächlich fündig wird? „Hat man eine volle Gaudi!“
Ein super Team. Der „beste Opa der Welt“ beim Traktorfahren mit Enkel Ben.
immer, wie sie es damals nur geschafft haben, tonnenschwere Steinblöcke in diese Höhen zu transportieren. Das zollt mir stets aufs Neue größten Respekt ab.“ Es verwundert daher nicht, dass Burkhard Fessler jedes Projekt bis ins Detail dokumentiert hat. „Das muss sein, schließlich tragen wir mit unserer Tätigkeit eine große Verantwortung. Es geht ums Erhalten.“ Darum findet er es auch wichtig, dass es das Bundesdenkmalamt gibt. „Sicher, es mag vielleicht nicht immer einfach sein“, schmunzelt er. „Aber seien wir ehrlich: Wie viele wunderbare Gebäude würden ohne dessen Einsatz und das Engagement der Bauherren wohl zerstört werden?“
Flickwerk. Fehlen ganze Teile, beispielsweise Arme von Statuen, wird Stein vermahlen und u. a. mit Sumpfkalk gebunden. So entsteht passendes Ergänzungsmaterial.
Ein bisschen Adrenalin. Mit seiner Arbeit ist Burkhard Fessler in ganz Österreich unterwegs. Sechs-Tage-Arbeitswochen sind die Regel. Wo findet er da seinen Ausgleich? „Also entweder hock ich mich auf meine Harley oder ich gehe auf die Rennstrecke. Drei bis vier Mal im Jahr gönne ich mir das“, grinst er, wenn er an seinen gel-
ben Flitzer in der Garage mit Terrazzoboden – übrigens auch eine Arbeit, die er für Kunden macht, die gerne etwas Ausgefallenes möchten – denkt. Dass er mal einen Porsche möchte, wusste der Vater einer Tochter und eines Sohnes übrigens schon immer: „Vor 40 Jahren hab ich gesagt: Wenn ich mal Kohle hab, kauf ich mir einen Porsche. Als Gag hat mir mein Sohn dann vor 20 Jahren ein Modell in meiner Lieblingsfarbe Gelb geschenkt, ja und heute steht das Original vor der Tür. Ein cooles Teil“, schwärmt er. Genauso ins Schwärmen kommt er aber auch, wenn er an seine zwei Enkel denkt. „Mega! Da wird Traktor gefahren und die Zeit als Opa genossen.“ Wir wollen ergänzen: „Als bester Opa der Welt!“ Denn so stehts an der Haustür. Privat zur Ruhe gekommen ist er mit Anke. Dennoch, ein Adrenalinkick ab und zu muss sein. Den holt sich Burkhard Fessler unter anderem beim Wildwasserfahren. „Obwohl das jetzt schon weniger geworden ist. Aber mit unserer Clique waren wir jahrelang auf der ganzen Welt unterwegs, haben Videos für Eurosport gemacht.“ 18 Meter im freien Fall, ein gefährlicher Sport. „In Costa Rica hatte ich mal Pech, da hab ich mir zwei Lendenwirbel gebrochen. Aber alles gut überstanden“, nimmt er diesen Unfall rückblickend mit einer Gelassenheit, die man als Restaurator wohl haben muss. Ist er auch so gelassen, wenn es um die Zukunft seines Betriebes geht? Die Antwort: Ja. Drei Jahre will er noch machen, die Nachfolge ist geregelt. „Ich habe das große Glück, dass ich mit meinem Mitarbeiter Thomas einen guten Mann gefunden hab. Er hat bei mir schon seine Lehre absolviert und ich bin mir sicher, dass er meine Ideologie weiterträgt. Denn das ist mir das Wichtigste.“ Sabine Carotta
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Leidenschaft Betongold In der Welt von Baukränen, Beton und Co. ist sie zu Hause. Seit 25 Jahren leitet Graziella Hefel gemeinsam mit ihren Brüdern Wilfried und Christian die Hefel Immobiliengruppe in Lauterach. „kontur“ hat sie zehn Fragen beantwortet. Wie arbeitet es sich als Frau in einer „Männerdomäne“? Als einziges Mädchen, aufgewachsen mit drei Brüdern in einem Baumeister-Haushalt, habe ich schon früh gelernt, mich durchzusetzen. Der Ton am Bau ist manchmal etwas rauer, dafür aber herzlich, die Kommunikation gradlinig und klar. Auch wenn das Team in der BauAusführung ausschließlich von Männern besetzt ist, freuen wir uns im Büro über einen hohen Frauenanteil von fast 60 Prozent. Viele davon sind in Schlüsselpositionen oder in klassisch technischen Bereichen wie Architektur, Bautechnik oder Kalkulation tätig. Wie hat sich die Baubranche in den vergangenen Jahren verändert? Die Baubranche hat das Image inne, traditionell eher innovationsarm zu sein. Es wird heute nicht viel anders gebaut als noch zu Zeiten meines Vaters. Da wir uns seit mehr als 70 Jahren ausschließlich mit privatem Wohnbau beschäftigen, haben wir hier eine hohe Effizienz und echte Expertise entwickelt. Dadurch wird es möglich, dass wir uns – neben dem Tagesgeschäft – auch anderen Dingen wie beispielsweise der Digitalisierung intensiv widmen können. Mit dem Terminal V wurde dieser Leidenschaft ein sichtbares Zeichen gesetzt. Hier erhalten unsere Kunden die Möglichkeit, ihr Zuhause mithilfe von Virtual Reality bereits vor Baubeginn und im Maßstab 1:1 zu betrachten. Sie sind ja quasi in den Familienbetrieb hineingeboren. Wenn dem nicht so gewesen wäre, welcher Beruf hätte Sie interessiert? Mit einem echten Bauhof vor der Haustüre als Spielplatz und einem Vater, den ich schon als Volksschulkind auf die verschiedenen Baustellen begleiten durfte, stand für mich immer fest, dass ich für unseren Betrieb tätig sein und ihn aktiv gestalten möchte. Falls dies nicht möglich gewesen wäre, hätte ich mich vermutlich für das Handwerk der Floristin entschieden und würde heute, anstatt Wohnträume, Kunstwerke aus Blumen gestalten. Mit zwei Brüdern in der Geschäftsführung. Ist das immer einfach? Sich die Leitung eines Unternehmens gleichberechtigt zu teilen, ist immer eine Herausforderung. Es macht aber auch viel Spaß, gemeinsam Dinge zu verbessern und Neues zu entwickeln. Bei uns sorgen getrennte Aufgabengebiete und klare Zuständigkeiten seit jeher für eine ausgeglichene Aufteilung der Verantwortung. Darüber hinaus verfügt jeder von uns über eigene Geschäftsbereiche. Dies erlaubt eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und sollte gerade auf langfristige Sicht auch die Regelung der Unternehmensnachfolge an die dritte Generation erleichtern. Sie erfüllen Lebensträume. Privileg oder Herausforderung? Privileg UND Herausforderung. Wir bedienen mit unserem Produkt „Wohnen“ ein Grundbedürfnis. Wobei besonders in Vorarlberg sehr viel Wert auf schönes Wohnen gelegt wird. Was das für den einzel-
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nen Kunden genau bedeutet, gilt es für uns herauszufinden. Das Wissen, dass wir etwas Bleibendes produzieren, das mehrere Generationen überstehen kann, birgt gleichzeitig die Verantwortung, Ressourcen sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Wird Wohnen zum Luxus? Seit jeher hat das Wohnen einen großen Anteil des Familieneinkommens vereinnahmt. In den letzten Jahren hat jedoch eine Entwicklung stattgefunden, die es für den Großteil der Bevölkerung schwer macht, Eigentum zu schaffen. Die Politik, die Raumplanung und wir als Bauträger sind gefordert, Leistbarkeit im Rahmen des Möglichen zu halten. Die explodierenden Grundstückspreise müssen wir hinnehmen. Wir versuchen jedoch, über eine Gesamtkostenbetrachtung neue Ansätze zu finden: So bieten wir zum Beispiel innovative Finanzierungsmodelle und Tools, die es erlauben, langfristig Betriebskosten zu sparen. Darüber hinaus hat sich mein Bruder Wilfried mit RIVA Home bereits vor einigen Jahren ganz dem leistbaren Wohnen verschrieben. Hier erhalten besonders junge Menschen die tolle Chance, Wohnungseigentum zu schaffen. Wie sehen Sie die Immobilienlandschaft in Vorarlberg in zehn Jahren? Die Rahmenbedingungen für unsere Branche sind ausgezeichnet: Vorarlberg zählt zu den attraktivsten Zuzugsländern in der Region. Eine steigende Lebenserwartung und veränderte Soziostrukturen werden neue Wohn-Modelle (Mini-Appartements, WG usw.) fordern. Wohnen wird digitaler, davon bin ich ganz besonders überzeugt! Multimediales Wohnen, so wie wir es vor vielen Jahren begonnen haben, wird genauso selbstverständlich sein, wie heute das Handling mit dem Smartphone. Auch wird der Einsatz von Robotic in den eigenen vier Wänden nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Leben und Wohnen ist Ihr Beruf. Was ist Ihnen persönlich wichtig am Wohnen? Schönes Wohnen und ein Zuhause, das mir und meiner Familie als privater Rückzugsort dient. Ich wohne in Dornbirn. Dort haben wir vor über 20 Jahren ein bestehendes Einfamilienhaus umgebaut und so ganz zu „unserem“ gemacht. Hier findet sich auch immer ein Platz für die Erinnerungsstücke, die mein Mann und ich von unseren Reisen mitbringen. Ein gutes Stichwort. Wie finden Sie Ausgleich zum Berufsalltag? Ich genieße die Zeit mit der Familie und pflege einen großen Freundeskreis. Beim Reisen, Wandern, Skifahren oder Feiern in geselliger Runde gelingt es mir, Abstand vom Alltag zu bekommen. Haben Sie einen Lieblingsort im Ländle? Es gibt kaum etwas Schöneres, als bei sommerlichem Wetter auf dem Karren einen Sonnenuntergang zu genießen. Sabine Carotta
Foto: Roland Paulitsch
DI Graziella Hefel Nach der Matura in der Handelsakademie Bregenz Architekturstudium in Innsbruck sowie Ziviltechnikerprüfung, Konzessionsprüfungen Bauträger, Makler und Hausverwalter. Während des Studiums bereits Mitarbeit im Familienbetrieb. 1990 Einstieg ins Familienunternehmen mit Übernahme der Planung und Bauleitung von Einfamilienhäusern. 1994 Übernahme der Geschäftsleitung mit Wilfried und Christian Hefel. Aktuell Geschäftsführung für den Bereich Finanz & Controlling der gesamten Hefel Immobiliengruppe. Privat: verheiratet, zwei Töchter.
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Kaffee mit Lebensgefühl
Foto: Roland Paulitsch
Vor zwei Jahren eröffnete der Kulturanthropologe Cornelius Lingg das Café Bahi in der Bregenzer Kirchstraße. Neben Spezialitätenkaffee und vegetarischem Essen serviert der 32-Jährige ein Lebensgefühl, das dem aktuellen Zeitgeist entspricht und großen Anklang findet.
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elbst wenn es „Krotta haglat“, in Bregenz geht trotzdem morgens pünktlich um neun Uhr die Sonne auf. Dann nämlich öffnet Cornelius Lingg die Tür zu seinem Café, dem Bahi in der Kirchstraße 35. Das ist dort, wo es noch Pflastersteine gibt und doch nicht alles beim Alten geblieben ist. Bahi, das ist nicht etwa eine Abkürzung, schon gar nicht die Initialien eines Namens oder eine Verniedlichung. „Nice“ schon, weil es auf den Punkt bringt, was sich dahinter verbirgt: nämlich angenehme, warme Atmosphäre, gutes vegetarisches Essen und „Best coffee in town“. Eben bahi, wie die Apurinã-Indianer zur Sonne sagen. Sie
Die Idee. Ein Raum für Offenheit, Internationalität und Qualität sollte das Bahi in der Kirchstraße werden.
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sind im brasilianischen Bundesstaat Amazonas beheimatet und Lingg lernte einen ihrer Häuptlinge während seiner Entwicklungsarbeit kennen. Der studierte Kulturanthropologe arbeitete in der Diözese Feldkirch, bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. In die Gastronomie ganz in Learning-by-doing-Manier. Best coffee in town. Eine radikale berufliche Veränderung? „Ja und nein“, überlegt der 32-jährige Bregenzer, „bei der Kulturanthropologie geht es um die Beziehung des Menschen zu seiner Kultur.“ Gastronomiebetriebe wiederum sind Orte öffentlichen Lebens, die viel über die Gesell-
schaft aussagen. Für Lingg kommt noch ein weiterer ganz wichtiger Punkt hinzu: das „Über-den-Tellerrand-Blicken“. Im Bahi treffen Regionalität und Internationalität aufeinander und verpassen dem Ganzen ein außergewöhnliches Flair aus Urbanität, Zeitgeist und Spezialitätenkaffee. Letzeres ist ein Trend, auf den Lingg auf seinen Reisen rund um den Globus immer wieder stieß. „Dabei geht es eigentlich um nichts anderes als um die Zubereitung eines guten Kaffees“, erklärt der Fachmann. „Best coffee in town“ ist deshalb mehr als ein leeres Versprechen, das mit weißer Kreide auf einer dunklegrünen Stelltafel geschrieben ist. „Guter Kaffee zeichnet sich nicht
Fotos: Roland Paulitsch
Im Bahi treffen Regionalität und Internationalität aufeinander. Das verpasst dem Lokal ein außergewöhnliches Flair aus Urbanität, Zeitgeist und Spezialitätenkaffee. Letzeres ist ein Trend, auf den Inhaber Cornelius Lingg auf seinen Reisen rund um den Globus immer wieder stieß. „Best coffee in town“ ist kein leeres Versprechen.
Genießen. Bahi steht für Spezialitätenkaffee und internationales Flair.
nur durch eine besonders schonende Röstung aus“, setzt der Bahi-Chef fort. „Es wird außerdem großes Augenmerk auf die Herkunft und auf faire Preise für die Produzenten geachtet.“ Lingg dreht das Etikett um, das an der Kilo-Packung befestigt ist. Und schon landet der Genießer neuerlich in Brasilien. Dieses Mal in Capim im nordöstlichen Bundesstaat Paraíba. Dort befindet sich die Farm der Brüder Ismael und Eduardo Andrade. Die beiden wurden für ihren Kaffee im vergangenen Jahr sogar mit dem „Cup of Excellence“ ausgezeichnet. Lingg startet die Kaffeemaschine. Das Mahlwerk verkündet lautstark seine Arbeit, ein herrlicher Kaffeeduft breitet sich aus. Serviert mit Milch von Kühen mit Hörnern auf einem Holzbrett. „In Vorarlberg kann ich hinfahren und mir vor Ort selbst ein Bild machen“, sagt Lingg und legt ein Stück Brownie dazu. Vegetarisch. Jeden Mittag wird frisch gekocht. Montag, Kürbis-Karotten-Eintopf. Dienstag, Mixed Fruit Curry Auberginen –
Grüne Bohnen-Curry, Reis und Bulgur, ... Und am Freitag, Riebel mit Apfelmus. Menüs, die gut ankommen. Die Tische sind alle besetzt. Mamas mit ihren Kindern, zwei Frauen in der Mittagspause, ein Herr, die New York Times lesend. Yogastunden. Apropos Zeitung. Über viele Jahrzehnte befand sich in den Räumlichkeiten des Bahis der Sitz der Vorarlberger Nachrichten. Dort wo sich einst das Büro des Chefredakteurs befand, werden heute Yogastunden angeboten. Dieser große helle Raum mit einem kleinen Innenhof eignet sich auch bestens für Workshops und Meetings. Lingg vermietet ihn deshalb an Interessierte, die es schätzen, gleich nebenan frische Snacks und Kaffee zu bekommen. Eine Idee, die aus dem ursprünglichen Konzept entstand, das neben dem Café ein Coworking-Space vorsah. Doch inzwischen gibt es das Bahi zwei Jahre und es zeigte sich, dass Coworking zwar stattfindet, aber nicht in dem Ausmaß, wie es hätte sein sollen. Yoga hin-
Bei Spezialitäten kaffee wird außerdem großes Augenmerk auf die Herkunft und auf faire Preise für die Produzenten der Kaffeebohnen gelegt. kontur 91
Natürlich könnte Cornelius Lingg auch einfach Essen servieren. Aber das ist nur ein Bereich des Konzeptes, und womöglich nicht einmal der spannendste. Denn neben dem Kulinarischen ist das Bahi ein Mikrokosmos, der viel über Ort, Zeit und nicht zuletzt das Leben der Gäste verrät. Hier in Bregenz, im 21. Jahrhundert. Sonnenklar, oder? gegen, findet der Kulturantrophologe inzwischen, passt irgendwie sowieso besser in das Konzept. Und tatsächlich, die Yogi geben sich wahrlich die Klinke in die Hand. Bis die Türen schließen und sich ein feiner, kaum wahrnehmbarer Duft ausbreitet. Ein-
Back to the roots. Das Bahi verströmt den Duft der großen weiten Welt. Jedoch nicht ohne die Region miteinzupacken. Und um die Tradition nicht zu kurz kommen zu lassen. Dass am Standort Kirchstraße 35 vor zwei Jahren wieder ein Café eröffnete, setzt fort, was 1929 zu Ende gegangen war. Denn bevor sich die Räumlickeiten in eine Zeitungsredaktion und Druckerei verwandelten, befand sich hier das Gasthaus Rose. Darüber zu philosophieren, wäre jedoch eine andere Geschichte. Vielmehr ist es ein Beispiel für gesellschaftliche Veränderung und damit wieder ein Teilbereich der Kulturanthropologie. Natürlich könnte Lingg auch einfach Essen servieren. Aber das ist nur ein Bereich des Bahis, und womöglich nicht einmal der spannendste.
fach kurz die Augen schließen, tief einatmen, riechen, lauschen und schon geht sie los, die inmaginäre Reise ins Irgendwo. Barfuß in New York, wie Max Giesinger in „Wenn sie tanzt“ singt. Alleine durch Alaska oder vor Bali über Bord springen ...
Mikrokosmos. Das Bahi ist ein Beispiel für gesellschaftliche Veränderung und damit wieder ein Teilbereich der Kulturanthropologie.
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Foto: Roland Paulitsch
Denn neben dem Kulinarischen ist das Bahi ein Mikrokosmos, der viel über Ort, Zeit und nicht zuletzt das Leben der Gäste verrät. Hier in Bregenz, in der Landeshauptstadt Vorarlbergs, im 21. Jahrhundert. Cornelius Lingg steht mit seinem Bahi für das, was die Menschen aktuell beschäftigt. Er bezieht Stellung, ohne Entscheidungen vorweg zu nehmen und ganz ohne aufdringlich zu sein. Dass er damit goldrichtig liegt, zeigt die Bandbreite der Gäste. Am Tag des Weltklimagipfels war der Ansturm junger Leute kaum zu bewältigen. Sonnenklar! Marion Hofer
In Vorarlberg kann ich hinfahren und mir selbst ein Bild von den Bauernhöfen und Produzenten machen.
Nur ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren führt zum Büro der Zukunft NATUR, ARCHITEKTUR, LICHT, AKUSTIK, FARBEN, TECHNOLOGIE
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Das Büro der Zukunft K Das Arbeiten verändert sich. Der Anspruch von Arbeitnehmern verändert sich. Daher braucht es neue Bürowelten. Doch wie sehen diese aus? Was können sie? Und wodurch unterscheiden sie sich von den heutigen?
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aum ein anderes Thema beschäftigt Unternehmer heute mehr als die Organisation ihrer wissensbasierten und kreativen Prozesse. Stichwort „Office 4.0“. Stichwort „Büros der Zukunft“. Diese sogenannten „Wohlfühlbüros“ spielen im Kampf um die Talente und in Zeiten des Fachkräftemangels eine zunehmend wichtige Rolle. „Heute ist für Arbeitnehmer nicht mehr die Attraktivität einer Marke entscheidend, sondern die Attraktivität des Arbeitsplatzes“, weiß Guntram Paterno, Geschäftsführer von Paterno Bürowelten. „Die Herausforderung besteht darin, fähige Mitarbeiter zu behalten und neue zu gewinnen, analog gewachsenes Know-how und frische, digital basierte Wissensquellen zusammenzubringen und inspirierende Lernwelten zu schaffen, die ein Höchstmaß an Kreativität freisetzen.“ Der Mitarbeiter will und muss sich wohlfühlen, um sein Potenzial voll ausschöpfen
zu können. Dabei will er zudem gesund bleiben. Es bedarf also innovativer Lösungen mit modernen Technologien und einem ansprechenden Design. Das „Living Office“. Die Büromöbelexperten von Sedus beschäftigen sich intensiv mit dem „Büro der Zukunft“ – v. a. zum Thema Wissensarbeit und Lernwelten – auch im Hinblick auf Ergonomie und damit der Gesundheit von Mitarbeitern. Das neue Sedus Smart Office in Dogern wurde dafür als „Living Office“ bzw. „Smart Office“ konzipiert und gewährt interessierten Kunden aus aller Welt erste Einblicke in die Bürowelt von morgen. Hier eröffnen sich schon beim ersten Betreten wechselnde Spannungsbeziehungen: Offenheit und Privatsphäre, Treffpunkt und Rückzug, kreatives Miteinander und individuelles Schaffen – all das trifft auf eine harmonische Architektur, auf ein ausgeklügeltes Licht- und Akustikkonzept und auf ein stimmungsvolles Farben-
Fotos: Paterno Bürowelt
Wesentlich. Es sind die Menschen und ihre Ideen, die durch ihr kostbares Produktivkapital den Unternehmenserfolg steuern und die Wettbewerbsfähigkeit garantieren.
spiel. „Farben drücken unweigerlich unsere Stimmung aus“, erläutert Guntram Paterno. „Ganz gleich, ob im heimischen Kleiderschrank oder im Büro.“ Der Begriff „Living Office“ wird hier deutlich spürbar. Im „Büro der Zukunft“ vereinen sich ein Gefühl des Zuhauseseins mit der Atmosphäre eines modernen Arbeitsplatzes. Dynamisch. Das „Living Office“ veranschaulicht, wie Architektur, Raum und Einrichtung in Einklang gebracht werden können. „Unser Ziel war es, kurze Kommuni-
kationswege zu schaffen, und zwar von Mensch zu Mensch für übergreifende Teamarbeit und mehr Transparenz“, erläutert Ernst Holzapfel, Architekt und Marketing/Research-Leiter von Sedus. Verschiedene Arbeitsbereiche zeigen neue Freiräume auf und machen es möglich, ganz intuitiv, dynamisch und nach den neuesten Erkenntnissen zusammenzuarbeiten. Das „Büro der Zukunft“ vereint Offenheit und Nähe, Treffpunkte und separierte Räume sowie eine eigene Identität für jeden Arbeitsplatz. Das Potenzial des Raumkon-
zeptes verstärkt sich durch große Fenster, die den Blick ins Grüne ermöglichen und viel Tageslicht ins Gebäude fluten lassen. Der Mensch verbringt an seinem Arbeitsplatz und mit Arbeitskollegen meist mehr Zeit als zu Hause mit seiner Familie. Der Arbeitsplatz ist ein Ort für Konzentration, Kommunikation, Zusammenarbeit und Entspannung. Flexible und intelligente Einrichtungen tragen all diesen Bedürfnissen Rechnung und bieten das perfekte Umfeld für motivierte Arbeitnehmer. Jasmin Quast
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Die „Flussinsel“
Foto: Wien Tourismus/Peter Rigaud
Leoville. Leben am Donaukanal.
In der Leopoldstadt treffen Elektrobeats auf Walzerklänge und okzidentale Experimental-Gastronomen auf orientalische Holzkohlegrill-Meister, die sich zu einer facettenreichen Szenerie verbinden.
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eoville hat sich vom „Ratznstadl“, wie ihn einige Wiener früher wenig liebevoll bezeichneten, mit seinen schäbigen Wohnungen und Geschäften zu einem Szeneviertel entwickelt, in dem sich, dank neuer U-Bahnlinie, schicker Neubauten und cooler Shops, die Besserbetuchten um die Eigenheime reißen. So sind die Preise gerade um die Hotspots Karmelitermarkt und Augarten in den letzten Jahren explodiert, wobei die Rallye auf einem niedrigen Niveau startete, denn der 2. Bezirk war lange ein Nachzügler in punkto Immobilienpreise. Neben der Upperclass und dem Hipstertum ist die Leopoldstadt aber an manchen Ecken immer noch „shabby chic“ – quasi wie eine Designerjeans mit Löchern. So trifft das blankpolierte Karmeliterviertel am Donaukanal auf den wenig noblen Praterstern, das grüne Augartengrätzel auf das graue Hinterland, das von gigantischen Kränen und Industrieparks dominiert wird. Nebeneinander, miteinander. Die hervorstechendste Eigenart des Bezirks sind die jüdisch-orthodoxen Familien. Vor allem stadteinwärts dominiert die jüdische Welt, eine Reminiszenz an vergangene Zeiten. Als sei ein kleines Stück Vergangenheit wieder in das angestammte Terrain zurückgekehrt. Jungs mit Schläfenlocken und Kippa, Männer im schwarzen Mantel sowie schnee-
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weißen Socken und storchennestgroßen Pelzhüten, Frauen und Mädchen in dunklen, langen Röcken, begegnen einem auf der alten „Mazzesinsel“, dem heutigen Karmeliterviertel. Sie sehen aus wie aus einer anderen Welt, aber sie wohnen hier – wieder. Auch koschere Läden, Gebetshäuser, teilweise in Hinterhöfen versteckt, prägen das Grätzel. Dazwischen Hipster-Shops: vegane Eisdiele, Retro-Fahrradladen, Keramikwerkstatt oder die Kinderboutique für designaffine und ökologisch sensible Eltern. Man lebt nebeneinander, miteinander. Jüdisches Leben. Der Name Mazzesinsel stammt übrigens aus dem 19. Jahrhundert. Mazzes bezeichnet im Jiddischen das ungesäuerte Fladenbrot. Die Existenz des jüdischen Wohnbezirks ist Kaiser Ferdinand II. zuzuschreiben, der die jüdischen Wiener
Zusammen mit der Brigittenau liegt die Leopoldstadt auf der „Insel“ zwischen Donaukanal und Donau.
Orthodoxe Juden prägen das Stadtbild und lassen einen Hauch Vergangenheit erahnen. Sie treffen auf Künstler, „Tandler“ und hippe Patchwork-Familien. Kein anderer Bezirk spiegelt die Vielfalt des Landes so vielschichtig wider wie die Leopoldstadt. im Jahr 1624 in die Gegend des heutigen Karmeliterviertels verbannte, woraus sich dann der satirische Name Mazzesinsel entwickelte, obwohl es sich im eigentlichen Sinn um keine Insel handelt. Vielmehr wird sie auf der einen Seite durch den Donaukanal vom ersten Bezirk abgetrennt, während auf der anderen Seite die Donau die natürliche Grenze im Osten bildet. Trotz Verfolgung und Kriegen wie der Türkenbelagerung blieb das Grätzel bis zum Holocaust jüdisch geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte das jüdische Leben wieder zurück. Vor allem im letzten Jahrzehnt gab es einen enormen Aufschwung: Mit dem Zuzug orthodoxer Juden aus Osteuropa und jungen Kreativen hat sich die Gegend zu einem hippen Hotspot mit koscheren Geschäften, Handwerksstätten und multikulturellen Lokalen entwickelt.
Loft. Umrahmt wird es von den beiden bedeutendsten Verkehrsadern des Bezirks: der Prater- und der Taborstraße, wobei die zweitgenannte von zauberhaften barocken Kirchen, Klöstern und dem ältesten kontinuierlich geführten Hotel – Hotel Stefanie wurde 1600 erstmals als Gastgewerbe an diesem Standort erwähnt – der Stadt gesäumt wird. Seit frühesten Zeiten stellte sie die Haupteinfahrt von den nordöstlichen Reichsteilen in die Stadt dar. Wer stadtauswärts die Taborstraße weitergeht und den Donaukanal hinter sich lässt, erreicht linker Hand nach 500 Metern die Kleine Sperlgasse. In dieser Straße residiert in der Nummer 1a das „Brendl“. Ein Lokal mit einer guten Bierauswahl. Die Leidenschaft des Betreibers ist allerdings der Kaffee. So verwundert es nicht, dass hier ein sensationeller Espresso aus der Maschine fließt. Orientiert man sich weiter Richtung Augarten, dürfte Liebhabern der gehobenen vietnamesischen Küche der innere Glücksdrache bei einem Besuch des „Nguyen“ zu jubeln beginnen: Authentische Gerichte wie Papayasalat, gedämpfte Reisteigtaschen mit Morcheln und Schweinefleisch sowie Wantan holen ein Stück Saigon nach Wien – und das mal drei, denn Familie Nguyen legt nach dem „Viet Thao“ am Karlsplatz und dem „Pho House“ in der Lerchenfelderstraße jetzt im Karmeliterviertel in der Großen Pfarrgasse 5 noch eins drauf. Legeres Ambiente, gute Weine, fantastische Küche sind das Erfolgsrezept des Familienbetriebs, wobei Bao Nguyen, der älteste Bruder, nach einem längeren Aufenthalt in Vorarlberg nun im Neuzugang hinter dem Herd steht.
Das Karmeliterviertel stellt mit seinen schmalen Gassen und schönen Häusern den ältesten Teil der Leopoldstadt dar. Den Mittelpunkt bildet der gleichnamige Markt: Seine Mischung aus Imbissen, Viktualienständen und Ethnobuden, deren kulinarisches Repertoire vom Orient bis zum Okzident reicht, ist ein Anziehungspunkt weit über die Grenzen der Leopoldstadt hinaus. Highway des Mittelalters. Ein Spaziergang durch die Leopoldstadt könnte an der Schwedenbrücke beginnen, an deren Brückenkopf der gläserne Monolith von Stararchitekt Jean Novel, das Sofitel, in den Himmel ragt. Bekannt geworden ist es vor allem wegen der legendären Sicht aus der Penthouse-Bar – Das
Stylish. Der Tel Aviv Beach am Wasser.
Aussicht. Das Loft im 18. Stock des SO.
Fotos: Wien Tourismus/Christian Stemper, Paul Bauer
Entdecker. Vielfalt am Karmelitermarkt.
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Foto: Nicky Webb
Nachhaltig. Kaffeegenuss im Balthasar.
Die Rosskastanie ist der Baum der Leopoldstadt – zur Freude von vielen emsig sammelnden und bastelnden Kindern sind im Herbst 3882 der 8329 Straßenbäume mit Kastanien behangen.
Der Rundgang führt wieder zurück zum Donaukanal, doch dieses Mal an das Kanalufer der „Upper West Side“: „Zum Friedensrichter“ in der Oberen Donaustraße 57 wird Wiener Küche in all
Voilà. Skopik & Lohn, ein Gesamtkunstwerk.
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Fein. Wiener Küche im Friedensrichter.
ihrer Vielfalt, angefangen bei Rindsuppe mit Grießnockerln über gebackenes Schnitzel mit Erdäpfelsalat bis hin zu Mohnnudeln mit Zwetschken-Ragout, serviert. Eine Ebene tiefer, nämlich direkt am Donaukanal, können am „Tel Aviv Beach“ von April bis September (Obere Donaustraße 65) israelisch-orientalisches Streetfood, bunte Cocktails und Musik von namhaften DJs verkostet werden – die Füße barfuß gemütlich im feinen Sand. Donauwalzer und Dogenpalast. Bei einem Spaziergang durch das Viertel darf natürlich die Praterstraße nicht fehlen, eine Avenue aus K.-und-K.-Zeiten. Früher waren hier die exklusivsten Cafés und mondänsten Hotels stationiert. Auch heute noch lohnt ein Abstecher: Zu den besten und ausgebuchtesten Restaurants der Stadt gehört das „Mochi“ im Haus Nummer 15. Das kleine Designerlokal verbindet traditionelle japanische Küche mit den verschiedensten internationalen Küchen. Wer der Verkehrsader weiter folgt, erreicht das „Balthasar“ (Praterstraße 38). Neben der stylishen Einrichtung mit goldenen Lampenschirmen und bunten
Fotos: Julia Geiter/Friedensrichter, Wien Tourismus/ Peter Rigaud
Von Friedenrichtern und Pariser Cuisine. Ein paar Schritte weiter liegt in der Leopoldsgasse 23a die „Pizza Mari“. Seit 2008 serviert Maria Fuchs hier äußerst erfolgreich ihre echt neapolitanischen Pizzen. Minimalismus lautet das Credo und das zeigt sich nicht nur beim Interieur, sondern auch bei der Speisekarte – genauso wie im Schwesterbetrieb „Disco Volante“ im 6. Bezirk. Frische Zutaten wie Rindercarpaccio mit Büffelmozzarella, Tomaten und Ruccola sorgen für echt neapolitanischen Pizzagenuss ohne überflüssigen Schnick-Schnack. Nur einen Katzensprung entfernt davon befindet sich in der Nummer 17 eines der stimmungsvollsten Restaurants in Wien, das „Skopik & Lohn“. Eine gekonnte Mischung aus Wiener und Pariser Cuisine, erstklassigem Service – zuvorkommende Kellner im weißen Dinnerjacket – und einer unkomplizierten Atmosphäre. Ein Gesamtkunstwerk!
Fotos: Eva Mühlbacher/Supersense
Retro. Analoge Preziosen im Supersense.
Bildern punktet das Lokal vor allem mit seinen erstklassigen, nachhaltigen Kaffee-Kreationen, die der ehemalige Haubenkoch und gebürtige Tiroler Otto Bayer aus einer kleinen Rösterei in Garmisch-Partenkirchen bezieht. Auch große Komponisten hatten sich seinerzeit in der kaiserlichköniglichen Avenue niedergelassen. In der Nummer 54 logierte Johann Strauss Sohn und arrangierte dort den berühmten Donauwalzer. Sogar einen venezianischen Palast gibt es in der ehemaligen Prachtstraße, den Dogenhof (Praterstraße 70). Es wird vermutet, dass der Bau mit der Idee zusammenhing, den einzelnen Nationen bestimmte Bezirke in Wien zuzuweisen und den Bewohnern die aus der Heimat vertraute Umgebung nachzuahmen. Möglicherweise war geplant, in der Leopoldstadt eine italienische Kolonie anzusiedeln. Wahrscheinlicher dürfte es aber sein, dass der 1895 im Prater eröffnete Vergnügungspark „Venedig in Wien“ den Ausschlag für den Bau gegeben haben könnte. Entsprechend feudal ist die Umgebung des Cafés und Conceptstores „Supersense“, der sich an dieser noblen Adresse eingerichtet hat. Neben Kaffee, Bier und kulinarischen Spezialitäten von österreichischen Kleinproduzenten, tischt der Laden nicht nur ein hervorragendes Frühstück auf, sondern verkauft auch analoge Preziosen wie Vintage-Polaroid-Foto-Apparate, Musikkassetten, Schallplatten sowie handgeschöpftes Briefpapier.
Grüne Lunge. Die Prachtmeile führt weiter in den Wurstelprater, an dessen Eingang das berühmte Riesenrad thront. Es riecht nach gebrannten Mandeln und Langos. Der Lärm der Karussells mischt sich mit Kindergeschrei und allgemeinem Jubel aus Adrenalin-Fahrgeschäften. Am Ende der Amusement-Meile residiert das „Schweizerhaus“, Wiens größter Biergarten. Dahinter beginnt der Prater: Laufstrecken, Spazierwege, Spielplätze und die wahrscheinlich längste Allee von Kastanienbäumen weltweit. Die Rosskastanie ist der Baum der Leopoldstadt. Zur Freude emsig sammelnder Kinder sind im Herbst 3882 der 8329 Straßenbäume mit Kastanien behangen, so viele wie in keinem anderen Bezirk. Eine Besonderheit in der Leopoldstadt ist generell der Anteil der Erholungs- und Grünflächen: Über die Hälfte des Bezirks steht der Freizeitgestaltung zur Verfügung, ein Drittel ist Natur. Einen großen Anteil hat davon der Wiener Prater, der mit einer Fläche von 513 Hektar rund 27 Prozent des Bezirks und ein Prozent der Gesamtfläche Wiens ausmacht. Ursprünglich war er kaiserliches Jagdrevier. 1766 übergab ihn Joseph II. der Bevölkerung. Das Lusthaus, das am Ende der 4,5 Kilometer langen Hauptallee steht, diente früher als Jagdhaus der Habsburger sowie als Location für Festivitäten wie der kaiserlichen Feier zum ersten Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. Heute ist das Restaurant aufgrund seines historischen Ambientes sehenswert.
Foto: Lusthaus
Jagd. Historisches Ambiente im Lusthaus.
Die Praterstraße ist eine Avenue aus K.-und-K.-Zeiten. Früher waren hier die mondänsten Cafés und Hotels. kontur 99
Foto: Lisa Edi
Stark. Die Belegschaft von Mraz und Sohn.
Am Augarten treffen der 2. und der 20. Bezirk aufeinander. Doch dieses Grätzel hat einiges zu bieten, denn wer vermutet schon, dass sich ein mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant hier befindet – das „Mraz und Sohn“.
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Wenn der Vater mit den Söhnen. Die zweitgrößte Grünfläche in der Leopoldstadt ist der Augarten, der ebenfalls einst kaiserlicher Palastbesitz war. Mozart dirigierte hier die täglichen Morgenkonzerte. In der Alten Favorita, dem ehemaligen kaiserlichen Lustschloss, töpfert die weltberühmte Porzellanmanufaktur Augarten. Heute treffen an diesem grünen Fleckchen der 2. und der 20. Bezirk aufeinander – südwestlich grenzt der Park an das Karmeliterviertel, nordwestlich an die Brigittenau. Doch dieses Grätzel hat einiges zu bieten, denn wer vermutet schon, dass sich ein mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant auf der, von einigen Wienern liebevoll genannten, „Flussinsel“ (da von Donau und Donaukanal um-
schlossen), befindet. Der Abstecher in den 20. Bezirk zum „Mraz und Sohn“ lohnt sich auf jeden Fall. Vater Markus Mraz eröffnete vor rund 28 Jahren an der Wallensteinstraße 59 sein Restaurant. Weil er handwerklich begabt ist, baute er den Großteil der Einrichtung selbst – und weil er nebenbei auch noch hervorragend kochen kann, führt er es an die Spitze der kulinarischen Topadressen in Wien. Sohn Manuel unterstütze ihn später im Service. Als der zweite Sohn Lukas schließlich nach mehreren Zwischenstationen im Ausland, bei denen er sich auch international einen Namen machte (kochte unter anderem im „Cordobar“ in Berlin; FestivalKockkollektiv Healthy Boy Band mit Philip Rachinger und Felix Schellhorn), nach
Mraz und Söhne brechen mit dem Image angestaubter Gourmettempel und kredenzen ein kreatives neues Geschmackserlebnis. Die drei sind somit die perfekten Ansprechpartner für kulinarische Insidertipps im Augartenviertel: Vom Holzkohlengrill bis zum Afterwork-Bier gibt es hier jede Menge zu verkosten. Na dann: Prost!
Die „Hood“ von Mraz und Söhnen. Die drei sind also die perfekten Ansprech-
Charakter. Die Wohnküche ist gemütlich, wie ein zweites Zuhause.
Wer auf der Suche nach einem AfterworkBier ist, wird im Café Frame fündig werden. Jägerstraße 28, 1200 Wien. „Bier trinken!“, lautet das einhellige Urteil.
partner für kulinarische Insidertipps im Augartenviertel. Und doch überrascht es ein wenig, dass ein mit Holzkohle befeuerter Kebap-Grill der „place to be“ ist. Doch am Ende zählt eben die Qualität und die passt bei Diwan. Frisches, selbst gebackenes Brot und ausgezeichnetes Fleisch, so wie beim Dürum – der Verzehrempfehlung von Lukas Mraz. Wallensteinstraße 48, 1200 Wien.
Klein, aber fein. Zum Schluss hat „kontur“ ebenfalls noch zwei Tipps parat, die garantiert in keinem Reiseführer stehen: Dass die kulinarische Messlatte im Viertel auch bei kleinen Lokalen hoch liegt, beweist „ChangThai Curry“. Ein kleiner Imbiss mit drei Tischchen, der sehr authentische fernöstliche Köstlichkeiten fabriziert. Bei der sympathischen „One-Woman-Show“ überzeugt zudem die mega-saubere Küche. Wallensteinstraße 41, 1200 Wien.
Am Puls der Gastrozeit ist „Mann“ auch in der Wohnküche. Andreas Brunners modernes Grätzlbeisl ist zum Wohlfühlen und wartet mit einer ausgezeichneten Küche auf. Traunfelsgasse 1, 1200 Wien. Auch hier heißt es klar Daumen hoch von den Mraz-Brüdern!
Im „Buffet 019 Grill“ befindet sich einer der besten Holzkohlengrills der Stadt. Das familiengeführte, kleine Lokal überzeugt mit seinem selbst gebackenen Brot und typisch jugoslawischen Grillgerichten wie Pljeskavica. Gerhardusgasse 24, 1200 Wien. Christiane Schöhl von Norman
Ein Juwel der Wiener Wirtshauskultur ist das „Am Nordpol 3“. Cooler Laden mit bodenständiger, deftiger Küche – so lautet
Fotos: Josep/www.josep.co.at/de
Wien zurückkehrte, hatte Markus Mraz die Größe, einen Schritt zurückzutreten und seinen Söhnen die Freiheit bei der Neuausrichtung des Restaurants zu überlassen. So wurde vor etwa anderthalb Jahren alles umgebaut, selbstverständlich bis heute mit der vollen Unterstützung des Vaters. Der erste Raum ist nunmehr die Küche, die Einrichtung ist minimalistisch-modern, aus den Lautsprechern kommt funkige SchallplattenMusik. Das, was kulinarisch aufgetischt wird, ist lässig, präzise, grandios. 15 Gänge um 145 Euro, der Menüpreis in einem Soja-Glückskeks verpackt. Auf den Punkt gebracht: Mraz und Söhne brechen mit dem Image angestaubter Gourmettempel und kredenzen ein kreatives neues Geschmackserlebnis.
das Konzept. „Unbedingt die gemischten Knödel mit Kraut, geröstetes Brot und Mohnnudeln probieren“, rät Lukas Mraz. Nordwestbahnstraße 17, 1020 Wien.
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Wiener Blut als musikalischer Jungbrunnen
Foto: Ralf Lehmann
Spielfreude. Die K&K Philharmoniker – hier im ausverkauften Wiener Musikverein – gastieren am 15. Jänner in Feldkirch.
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ie „Wiener Johann Strauß Konzert-Gala“ bringt am 15. Jänner die bekanntesten Melodien der Strauß-Dynastie ins Montforthaus Feldkirch. Kendlingers K&K Philharmoniker zelebrieren die Musik von Johann Strauß & Co mit meisterhafter Hingabe, sichtbarer Spielfreude und Wiener Schmäh. Erfolgreichste Strauß-Gala der Welt. Ihre jugendlich-frischen Interpretationen sind längst ein Meilenstein, an dem es sich zu messen gilt. Seit 1996 besuchten mehr als 1,3 Millionen Gäste in 19 Ländern diese erfolgreichste Strauß-Gala der Welt.
Einzigartiges Erlebnis. Die „Wiener Johann Strauß Konzert-Gala“ ist ein einzigartiges Erlebnis: Unter der Leitung des bekannten Wiener Strauß-Spezialisten Martin Kerschbaum musizieren die K&K Philharmoniker „atemberaubend schön, konzentriert und präzise“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Das neue Programm ist gespickt mit feinsten musikalischen Häppchen: „Éljen a Magyár!“, „Im Krapfenwaldl“, „Feuerfest“, „Bauernpolka“, „Leichtes Blut“ oder die Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron“ sind bezaubernde Melodien, die den Alltag vergessen lassen. Puren Genuss
garantieren zudem die opulenten Walzer „Frühlingsstimmen“, „Sphärenklänge“, „Wiener Blut“, und „Rosen aus dem Süden“. Natürlich wird auch der RadetzkyMarsch an diesem Abend nicht fehlen. Unser Tipp. Besuchen Sie die K&K Strauß-Gala – sie ist ein wahrer musikalischer Jungbrunnen. Karten: an allen bekannten Vorverkaufsstellen, über die Hotline und www.kkphil.at/fk VN-Abonnenten sparen 20 Prozent Ticket-Hotline: 01 96 0 96
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Foto: Privat
Kendlingers K&K Philharmoniker. Gern gesehene Gäste in den großen Konzerthäusern Europas.
Foto: Kendlinger
Dirigent. Martin Kerschbaum aus Wien.
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Von der heilsamen Kraft des Wortes Das Bedürfnis, verstanden zu werden, ist zutiefst menschlich. Birgit Hladschik-Kermer lehrt Ärzte zuhören, verstehen und reden.
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Gönnen Sie sich Langeweile. Sie ist enorm wichtig.
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n Spitälern ist die Zeit für heilsame Gespräche knapp. Die Visiten sind getaktet. In Ambulatorien und Arztpraxen gibt es auf Krankenschein Rezepte, aber keine Empathie. Der Netdoktor informiert, mehr nicht. Viele Menschen fühlen sich mit ihren Ängsten und Sorgen allein gelassen, dem staatlichen Gesundheitssystem hilflos ausgeliefert. Der wunde Punkt in der Beziehung von
Arzt und Patient ist das Spezialgebiet von Birgit Hladschik-Kermer (52), Leiterin des Instituts für medizinische Psychologie am Zentrum für Public Health an der Meduni Wien. Die gebürtige Harderin lehrt angehende Ärzte, wie sie die Heilkräfte medizinischer Kommunikation entwickeln und nutzen können. Vom Bodensee an die Donau. In der Volksschule in Hard sind anno 1973 Buben und Mädchen auf der Schulbank und im Pausenhof getrennt. Der räumliche Gender-Gap setzt sich im Bregenzer Gallusstift für Mädchen fort. 1978 verliert Birgit Hladschik ihre Eltern bei einem Flug-
Erholung. Wandern in den Wiener Weingärten mit Ehemann Johannes.
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maßgebliche Mitarbeit bei Konzeption und Implementierung des Unterrichts eines Kommunikationscurriculums an der Meduni und Vetmeduni Wien?
Mit Freude. Birgit Hladschik-Kermer sucht immer neue Herausforderungen.
„Unter Stress geht die Resonanzfähigkeit verloren: Menschen lassen sich nicht mehr vom Leben berühren, sie verlernen zu fühlen, zu sein, wie man ist, zu leben, wie man will, sich einzugestehen, wie wichtig es ist, Fehler zu machen.“ zeugabsturz. Sie flogen mit Helmut Lehner und dessen Gattin in der Privatmaschine von Alpla in den Tod. Die Vollwaise wächst bei Oma und Opa in Hard auf. Nach der Matura folgt Birgit Hladschik ihrer Jugendliebe nach Wien. „Der Biologieprofessor weckte mein Interesse für Lebewesen. Da ich keine Zoologin werden wollte, inskribierte ich Psychologie an der Universität Wien. Mein Interesse galt den Menschen.“ 1999 promoviert sie mit Auszeichnung zur Doktorin rer.nat. Zuvor machte sie eine Ausbildung zur Psychotherapeutin. Postgradual fügt sie ein zweijähriges Aufbaustudium „Master of Medical Education“ an der Universität Heidelberg an und schreibt die beste Masterarbeit des Jahrgangs 2014. Und das ist noch lange nicht alles. Ein Leben mit immer neuen Herausforderungen. Wie schafft man so viele klinische, psychotherapeutische, didaktische Zusatzqualifikationen? Lehraufträge an drei verschiedenen Universitäten? Engagements als Lehrende, Vortragende, Beraterin, Trainerin in Arbeitskreisen wie zum Beispiel dem Trainernetzwerk der Österreichischen Plattform für Gesundheitskompetenz, der Gesellschaft für Palliativmedizin, Vorlesungen an der Cancer School, der Kardinal König Akademie ... und nicht zuletzt die
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„Ich mache meine Arbeit mit und für Menschen mit Freude und mit Neugierde auf Neues.“ Birgit Hladschik-Kermer ist die personifizierte Freude. Ihre Persönlichkeit vermittelt strahlende Energie, aufmerksame Neugierde, glückliche Ruhe. Bislang und „nebenbei“ schrieb „The Teacher of the Year“ (2016/Vetmeduni Wien) als Erst- und Co-Autorin rund 20 Bücher und Buchbeiträge. Ein glückliches Privatleben hat sie auch. Mama von Zwillingstöchtern. Sarah Juliane und Sophia Luise werden im Dezember 16 Jahre jung. Die Gymnasiastinnen sind gute Schülerinnen, lieben den Reitsport und versorgen ihr Pferd selbst. Morgens wird im Hause Hladschik-Kermer gemeinsam gefrühstückt. Abends trifft sich die Familie wieder am Esstisch, es wird erzählt und diskutiert. „Auch lautstark.“ Bevor die Mädchen schlafen gehen, kuscheln sie noch gerne mit den Eltern. „Wir führen ein traditionelles Familienleben. Nach der Geburt der Zwillinge konnte ich zwei Jahre Karenz und ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen. Ein Privileg, das es mir ermöglichte, die ersten drei Lebensjahre bei den Kindern zu sein und sie selbst zu umsorgen. Dafür bin ich dankbar. Es ist mir bewusst, dass die meisten berufstätigen Mütter diese Möglichkeit nicht haben. Persönlich gelingt es mir immer besser, Zeit für Walken, Pilates, Radfahren und medizinisches Krafttraining zu finden.“ Menschen funktionieren, statt zu leben. Die Psychotherapeutin Birgit Hladschik-Kermer behandelt in ihrer Praxis zunehmend junge LeistungsträgerInnen, die an Burn-out und Depressionen leiden. „Die Leistungsgesellschaft erwartet, dass sich die Menschen perfekt darstellen. Perfekt im Beruf, perfekte Kinder, perfekte Beziehung, perfekte Freunde. Das erzeugt Druck, Angst vorm Versagen, Krankheit an Seele und Körper. Unter Stress geht die Resonanzfähigkeit verloren: Menschen lassen sich nicht mehr vom Leben berühren, sie verlernen zu fühlen, zu sein, wie man ist, zu leben, wie man will, sich einzugestehen, wie wichtig es ist, Fehler zu machen, Langeweile und Pausen zu haben, sich fallen und los zu lassen.“ Ärzte informieren, statt zuzuhören und zu reden. „Insbesondere aus der Arbeit in der Onkologie lernte ich, dass sich Patienten häufig schlecht informiert fühlen und Ärzte mitunter überfor-
Die Medizin hat kommunikative Defizite: Hier der allwissende Arzt, da der unwissende Patient. Zwei unterschiedliche Wesen mit unterschiedlichem Wissen. dert sind, schlechte Nachrichten so zu überbringen, dass Patienten und Angehörige damit leben können.“ Durch praktische Erfahrung und zahlreiche Fortbildungen entwickelte sie ihre Kompetenz für eine medizinische, patientenzentrierte Kommunikation. Birgit Hladschik-Kermer begründete an der Meduni Wien sowie an der Veterinärmedizinischen Universität die Ausbildung von angehenden Ärzten, wie sie mit Worten, Empathie, Sensibilität eine Patientenbeziehung so aufbauen können, dass sie eine positive Wirkung auf den Heilungsprozess hat. „Jeder Mensch, der zum Arzt geht, ist in Sorge. Sorgen hemmen die Aufnahmefähigkeit. Das Bedürfnis, verstanden zu werden, ist ein zutiefst menschliches. Daher benötigen Ärzte eine medizinische Kommunikationsschulung, wie sie mit Patienten reden können, damit das Gesagte verstanden wird, wie sie überprüfen können, ob und wie das Gesagte angekommen ist und ob auch alle Fragen der Patienten beantwortet sind.“
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Zuhören, Verstehen und Reden sind entscheidend für den medizinischen Erfolg.
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Die Zukunftsmedizin ist kommunikativ. Die Medizin hat kommunikative Defizite: Hier der allwissende Arzt, da der unwissende Patient. Zwei unterschiedliche Wesen mit unterschiedlichem Wissen. Die medizinische Kommunikationslehre zielt darauf ab, das biomedizinische Verständnis mit der Patientenperspektive von Krankheit und Gesundheit in Einklang zu bringen. Kommunikative Defizite können zu Missverständnis, Angst, Verlassenheit, Unsicherheit der Patienten führen. Es ist erwiesen, dass eine wertschätzende Gesprächsbasis zwischen Arzt und Patient eine sanative Wirkung hat. Es ist ebenso erwiesen, dass eine gelungene Kommunikation die Informationsbedürfnisse der PatientInnen empathisch adressiert. Die moderne medizinische Kommunikation ist eine verbale und nonverbale Interaktion und Teil der medizinischen Behandlung. Sie ist Kommunikation und Medizin zugleich. Birgit Hladschik-Kermers bahnbrechende Arbeit trägt dazu bei, dass der Mensch in den Mittelpunkt der medizinischen Behandlung rückt. Arzt wie Patient sind Menschen. Elisabeth Längle
Gehört dazu. Spiel, Spaß und Übermut pur im heimatlichen Winter-Ländle.
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Wilfried Madlener trägt den Titel Schneekönig. Während seiner Zeit als Bürgermeister wurde Damüls zum schneereichsten Dorf der Welt gekürt. Ein Rekord, der bis heute Bestand hat. Auch ein Temperaturanstieg von 1,8 Grad konnte daran bis dato nichts ändern. Damüls ist und bleibt bis auf Weiteres schneereich.
Top 5 Schneedörfer 1. Damüls 2. Schröcken 3. Braunwald in der Schweiz 4. Langen am Arlberg 5. Stoos in der Schweiz
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Foto: Damüls Faschina Tourismus
Der Schneekönig in seinem Reich
Weltrekord. Wilfried Madlener zeigt die besagte Urkunde.
Legendärer „1800er“. Wilfried Madlener kam 1956 in Damüls zur Welt. Es war das Jahr, als die erste Ausgabe der Bild am Sonntag erschien, das erste Flugzeug am Südpol landete und Bill Haleys „Rock Around the Clock“ die deutschen Singlecharts stürmte. Ereignisse, die weltweit Geschichte schrieben. Für die 300-Seelen-Gemeinde hingegen hatten diese Meldungen einen eher nebensächlichen Stellenwert. Hier ging ein anderes, nicht weniger aufsehenerregendes Ereignis in die Annalen ein. Der Baustart des legendären „1800er“-Schlepplifts ein Stück oberhalb der Kirche. Madlener hat damit einen ganz besonderen „Jahrgänger“. Wer, wenn nicht er wäre also der geeignete Schneekönig für den höchstgelegenen Ort zwischen dem Bregenzerwald und dem Großen Walsertal. Und wer krönt ihn? Es war der deutsche Journalist Reinhardt Wurzel. Ein Mann, dem bei zweistelligen
Foto: Roland Paulitsch
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ilfried Madlener schmunzelt, wenn man ihn Schneekönig von Damüls nennt. „Ja, ja“, lehnt er sich zurück. „Schnee spielt schon mein ganzes Leben lang eine bedeutende Rolle.“ Über seinem Kopf stehen hinter Glas jede Menge Pokale. Zeugen der Jugend, als für ihn die beiden Bretter die Schneewelt bedeuteten. Nicht die große, also die des internationalen Ski-Weltcup-Zirkus. „Dafür hat mein Können nicht gereicht“, gibt der Hausherr des Hotel Sonnalpen ehrlich zu. Dennoch können sich auch die kleinen Erfolge des Damülser durchaus sehen lassen. „Ich war Vizejugendmeister im Riesentorlauf und österreichweit unter den ersten acht“, erzählt er und ist schon ein wenig stolz auf die Leistungen in den 1960er- und 70er-Jahren. Schließlich war es der Start einer großen Karriere, einer die ihn und sein Dorf schneereich machte – damals wie heute.
Minusgraden erst so richtig warm ums Herz wird. Grund genug für den Nürnberger, seinen Winterurlaub bei 61 Grad Minus im fernen Osten Russlands, in Oimjakon zu verbringen. Obwohl Oimjakon übersetzt „heiße Quelle“ heißt, handelt es sich um das kälteste Dorf der Welt. Und dazu kürte es der Journalist auch kurz nach Beginn der Jahrtausendwende, um sich anschließend weiter auf die Suche zu begeben. Dieses Mal nach dem schneereichsten Dorf weltweit. Vater hielt Nachtwache. Wilfried Madlener war damals der Bürgermeister von Damüls. Dieses Amt brachte auch die Leitung der Lawinenkommission mit sich. So musste er entscheiden, wann eine Straße oder ein Lift gesperrt wird oder wann keine Gefahr bestand. Doch der einstige Seilbahner – Madlener absolvierte eine Lehre bei Doppelmayr und arbeitete als Betriebsleiter-Stellvertreter bei den Damülser Seilbahnen – kennt die Bergwelt wie seine Westentasche. Er erlebte die Veränderungen, die Entwicklungen und die Unberechenbarkeit der Natur hautnah. Schon früh lehrte ihn sein Vater, welche Gefahren in den Bergen herrschen können. Zog ein Wetter auf, hielt man im Hause Madlener Nachtwache. „Das ist mir in Fleisch und
Schnee spielt schon mein ganzes Leben lang eine große Rolle. Er hat mich nie los gelassen – bis heute. kontur 109
Am schneereichen 9. Februar 2006 überreichte uns der Journalist Reinhardt Wurzel die begehrte Urkunde. Blut übergegangen“, erzählt der 63-Jährige und verrät: „Es geht mir noch heute so, dass ich bei Unwetter nicht schlafen kann.“ Umso mehr überraschte es ihn, als er entdeckte, dass in Damüls oft mehr Schnee lag, als ein paar Kilometer weiter am Arlberg. „Ich erkannte das anhand der täglichen Messungen der Schneehöhe, die uns in der Lawinenkommission als Entscheidungsgrundlage dienten.“ 9,30 Meter je Saison. Der Journalist Reinhardt Wurzel hatte inzwischen mit einer aufwendigen Recherche begonnen. Er durchforstete Wetterdaten und verglich amtlich registrierte Schneehöhenberichte und Niederschlagsmengen auf der ganzen Welt. Dabei stieß er zuerst auf den Mount Baker in den USA, der als schneereichster Punkt bekannt ist. 2003 etwa wurde an einer Skistation mit 28,96 Metern in einer Wintersaison ein neuer Weltrekord aufgestellt. Doch der Mount Baker entsprach nicht seinen Kriterien. Die sahen nämlich vor, dass es ich um ein bewohntes Dorf mit ganzjährig besuchter Schule und einer
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Foto: Roland Paulitsch
Erfolge. Wilfried Madlener war einst ein erfolgreicher Skifahrer.
Kirche handelte. Also ging die Suche weiter. Bis er Damüls entdeckte, wo seit Jahrzehnten die meisten Schneefälle und höchsten Schneedecken registriert wurde. Im Mittel rund 9,30 Meter Neuschnee je Wintersaison und gut 65 Meter Schnee in sieben Jahren. Als sich Wurzel am 9. Feburar 2006 auf den Weg machte, um das schneereichste Dorf der Welt zu küren, schneite und schneite es, wie er später in der Tageszeitung schrieb. Und nicht nur das. Die weiße Pracht wurde ihm fast zum Verhängnis, denn es kam auf der Fahrt in den Bregenzerwald zu einer Kollision mit einem anderen Pkw. Gott sei Dank entstand dabei nur Blechschaden. Wie ein Schneekönig. Wilfried Madlener freute sich wie ein Schneekönig. Er erhoffte sich durch den Titel „Das schneereichste Dorf der Welt“ einen Imagegewinn für seinen Ort. Damüls lebt vom Tourismus. Wenig später, am 24. Februar, stellte die Bezirkshauptmannschaft einen positiven Bescheid für die Verbindung der beiden Skigebiete Mellau und Damüls aus.
Naturpanorama. Für Langlauf-Liebhaber gibt es präparierte Loipen.
Fotos: Damüls Faschina Tourismus
Schneereich. In Damüls gibt es seit 1979 amtliche Aufzeichnungen der täglichen Schneehöhen.
Es schneite und schneite. Die weiße Pracht wurde dem Journalisten Reinhardt Wurzel deshalb fast zum Verhängnis. Es kam auf der Fahrt in den Bregenzerwald zu einer Kollision mit einem anderen Pkw. Gott sei Dank entstand dabei nur Blechschaden.
Foto: Damüls Faschina Tourismus
Klimawandel. Die Wälder knacken bei Nächtigungen die Millionenmarke. Es konnte in der Saison 2018/19 das drittbeste Ergebnis erzielt werden. In Damüls wurde das Vorjahrsergebnis sogar um mehr als 2000 Nächtigungen übertroffen. Den Titel „Das schneereichste Dorf der Welt“ trägt Damüls noch immer – auch wenn der Klimawandel nicht aufzuhalten ist. Die durchschnittliche Höchsttemperatur in Vorarlbergs Gemeinden ist in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 2,1 Grad Celsius gestiegen. Zwar bleibt Damüls der kälteste Ort im Ländle, jedoch mit einem Anstieg um 1,8 Grad. Aus den vormals gemessenen 16,5 Grad wurden damit 18,3 Grad. Und die Zukunft? Skifahrer brachten Wende. „Ich erinnere mich daran, dass uns der Lehrer erzählte, wie um 1700 auf der Mittagsspitze Trauben angebaut wurden.“ Madlener runzelt die Stirn. Vor rund 100 Jahren sei Damüls – so wie viele hochalpine Dörfer – ein sterbender Ort gewesen. Der Skitourismus brachte die Wende. Für die Bewohner be-
deutete der Winterfremdenverkehr eine neue Einnahmequelle. Der Schnee wurde zum „weißen Gold“ und der Weltrekord trug auch ein Quäntchen dazu bei. „Es war ein eher schneearmer Winter, als eine Gruppe bestehend aus acht Skifahrern bei mir im Hotel anreiste“, erzählt der Hotelier Wilfried Madlener. „Sie haben im Internet gegoogelt und sind auf das schneereichste Dorf der Welt gestoßen. Da hätten sie sich gesagt: Wenn es irgendwo Schnee gibt, dann bestimmt hier.“ Doch Sicherheit gibt es auch in Damüls nicht. Der Schnee fällt, wann er will. Und der Schneekönig? Der weiß wenigstens, wann es soweit ist. „Es gibt bei uns einen Vogel, der einen bestimmten Laut zwitschert, wenn es soweit ist“, verrät er sein Geheimnis. „Ja, ja“, lehnt sich der Damülser lachend zurück, „dass, der Madlener einen Vogel hat, haben in seinem Leben schon viele gesagt.“ Viele haben diese Meinung aber auch wieder revidiert. Und der Schneekönig weiß nur eines ganz gewiss: „Einen Ort ohne Schnee kann ich mir nicht vorstellen!“ Muss er auch nicht. Marion Hofer
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Foto: Leonhard Foeger
Die Saison der großen Gefühle Ob Maximilian, Van Gogh, Leonardo, Dürer, Caravaggio, Hopper oder Artemisia Gentileschi und Architektur – die Museen und Ausstellungshäuser sind für die dunkleren Monate gerüstet.
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Neben der ernsthaften Auseinandersetzung mit seinen Reformen oder der Art der Diplomatie bietet dieser Maximilian in Vorarlberg aber auch Anlass zum Schmunzeln. Im Gegensatz zu Tirol bzw. Innsbruck mit dem Goldenen Dachl, der Hofkirche und dem imposanten Grabmal sowie den Sammlungen auf Schloss Ambras hat das westlichste Bundesland zwar keine Maximilian-Schätze vorzuweisen, mittlerweile
gilt es aber als gesichert, dass der „letzte Ritter“, wie er gerne genannt wird, auch hierzulande eine Geliebte hatte. Die Liaison mit der Gräfin Anna von Helfenstein blieb auch nicht ohne Folgen, ein Sohn, nämlich Friedrich Max von Amberg, musste aufgrund der unehelichen Geburt aber zumindest nicht darben, die Mutter vererbte ihm das Schlösschen oberhalb von Feldkirch-Altenstadt. Eine Anbetungsszene eines niederländischen Malers in der Magdalena-Kirche in Levis soll ein Geschenk Maximilians gewesen sein, der zahlreichen Damen intensiv zugetan war, aber im Übrigen anordnete, dass sein Herz im Sarkophag der früh verstorbenen ersten Ehefrau Maria von Burgund beigesetzt wird, während sich die sterblichen Überreste in Wiener Neustadt befinden. Erbberechtigt waren freilich nur die ehelichen Kinder Maximilians, die Habsburger-Geschichte ging mit Philipp und, wie wir wissen, schließlich mit den Enkeln Ferdinand und vor allem Karl weiter. Das New Yorker Publikum wird sich wohl nur für die gekrönten Häupter interessieren. Im Metropolitan
Die Albertina widmet sich aber nicht nur Dürer: Anlässlich des 100. Geburtstages der österreichischen Malerin Maria Lassnig (1919–2014) sind in einer umfassenden Retrospektive Haupt- und Schlüsselwerke der bedeutenden Künstlerin des 20. Jahrhunderts zu sehen. 114 kontur
Fotos: Leonhard Foeger
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n Maximilian I. kommt man noch länger nicht vorbei. Am Habsburger (1459–1519), dessen 500. Todestag heuer in mehreren Ausstellungen thematisiert wurde, will man auch nicht vorbeikommen. Wenn die Wiener Albertina nun zur sensationellen Dürer-Ausstellung ruft, sind selbstverständlich auch eine Reihe jener Arbeiten, etwa die Ehrenpforte, Porträts und der Triumphzug zu sehen, mit denen der Meister aus Nürnberg zum bestens funktionierenden Marketing-Konzept jenes Kaisers beitrug, der die Geschichte Österreichs und Europas entscheidend prägte.
Foto: Herbert Neubauer
Albrecht Dürer und Kaiser Maximi lian I., das war eine der erfolgreichsten Künstler-Auftrag geber-Beziehungen der Geschichte.
Beeindruckend „Der große Triumphwagen Kaiser Maximilians I.“ aus dem Jahr 1508 in der DürerAusstellung in der Wiener Albertina.
Museum of Art wird bis Jänner mit all dem Prunk – inklusive Rüstungen und Waffen – aufgefahren, den man mit „The Last Knight“, so der Titel der Ausstellung, in Verbindung bringt. Zahlreiche Objekte kommen aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien. Dick aufgetragen. Dort gibt man sich in Sachen Sonderausstellungen nach dem riesigen Erfolg mit der im Frühjahr beendeten Bruegel-Schau überhaupt nicht bescheiden. Auf Emotionen und Pathos ist der Blick gerichtet, wenn man Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610) und Gian Lorenzo Bernini (1598–1680) zusammenbringt. Der Wiener Boden ist dafür ein guter, auch hier hielt der Barock Einzug, der sich in Italien bzw. in Rom zu
Verfrachtet. Aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien wurden zahlreiche Rüstungen nach New York gebracht.
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Mehr als die Mona Lisa. Wer nach großen Namen aus ist, muss sich auch vor dem Pariser Louvre in die Reihe stellen bzw. sein Ticket im Vorverkauf sichern. Bis Ende Februar kommt neben der Mona Lisa noch eine Reihe weiterer LeonardoMagneten hinzu. Der Maler, Bildhauer, Mechaniker, Naturkundler und Philosoph bzw. der wohl berühmteste Universalgelehrte aus der Toskana starb vor 500 Jahren in einem Schlösschen an der Loire. Ein Grund für die Franzosen, mit nahezu 20 Gemälden, darunter auch „Johannes der Täufer“, und zahlreichen Zeichnungen aufzuwarten. Damit auch der Vitruvianische Mensch gezeigt werden kann, brauchte es zuletzt die Zustimmung italienischer Politiker. Sie wurde allerdings zwischenzeitlich aufgrund einer Klage von der Justiz als gegenstandslos erklärt. Dass ausländische Museumsleiterinnen und -leiter rechtskonservativen Politikern
Foto: KHM/Provost
entwickeln begann. Die prachtvolle Schau großer Gefühle enthält auch Arbeiten von Artemisia Gentileschi (1593–1653), die sich ja nicht nur mit der tapferen Judith im Kampf mit Holofernes in unserem Gedächtnis festgeschrieben hat, sondern auch mit in Ekstase geratenen Frauen. Ein etwas höherer Besucherandrang als sonst in der Vorweihnachtszeit dürfte dem Kunsthistorischen Museum somit beschieden sein.
in Italien ein Dorn im Auge sind, hat zuletzt Schlagzeilen gemacht. Nachdem Peter Assmann die Besucherzahlen im Palazzo Ducale in Mantua nach oben schießen ließ, übernimmt er nun wieder das Tiroler Landesmuseum (wo man bis März neben den Sammlungen mit einem besonderen Van Dyck lockt) und verabschiedet sich aus der oberitalienischen Stadt mit Giulio Romano (1499–1546). Auch dieser war nicht nur Maler, sondern auch Architekt. Bleiben wir bei den Italienern und besonderen Anlässen. Für jene, die nach den Gängen durch die Pavillons und Ausstellungshallen der großen Biennale von Venedig zur Abwechslung einmal etwas Älteres vor den Augen haben wollten, emp-
Wer auf Gold aus ist, findet im Kunstmuseum Basel das Gewünschte. Dort ist versammelt, womit sich die ottonischen Kaiser vor rund 1000 Jahren schmückten. Darunter einzigartige Goldschmiedearbeiten aus mehreren Ländern. 116 kontur
Üppig. Der Venezianer Tiepolo lockt in die Staatsgalerie Stuttgart.
Foto: Jana Sabo
Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Starke Künstlerin. Artemisia Gentileschi zählt als eine der wenigen Frauen zu den Meistern des Barock.
Schön. Stefan Sagmeister ist mit „Beauty“ auch weiterhin unterwegs.
Zeitgenossen. Das Werk „Gas 140“ ist in der großen Schau in Basel-Riehen zu sehen.
Foto: Francois Mori
fahl sich auch heuer wieder die Spurensuche nach Tizian und Tiepolo. Während der Erstgenannte in der Lagunenstadt leicht zu finden ist, machte sich Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) in seiner Heimat bekanntlich etwas rarer. Er nahm mehrere Aufträge in Deutschland an, was die Staatsgalerie Stuttgart nun zum Anlass nahm, zum 250. Todestag Werke zusammenzutragen, die bis Anfang Februar das gesamte Schaffen des Malers und Zeichners des Spätbarocks bis hin zu den Karikaturen nachvollziehen lassen. Van Gogh und seine Bewunderer. Mit einer Ikone des späten 19. Jahrhunderts macht sich das Städel-Museum in Frankfurt bis Mitte Februar zum Hotspot. Van Gogh (1853–1890), der Mitbegründer der Moderne, fand – freilich posthum – vor allem unter den Künstlern in Deutschland zahlreiche Bewunderer seiner Radikalität. „Van Gogh war uns allen ein Vater“, sagte Max Pechstein. Rund 50 Gemälde des Niederländers sind zu sehen, beinahe doppelt so viele dokumentieren seinen
In Wien wurde die Schau „Beauty“ von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh gestartet. Diesen Winter macht sie in Hamburg Station. Einfluss auf die deutschen Kollegen. Dabei sind auch Arbeiten von Otto Dix und Paula Modersohn-Becker. Blicken wir von Frankfurt Richtung Süden: Während sich das Museum Frieder Burda in Baden-Baden bis 8. März den fotorealistisch anmutenden Bildern der deutschen Künstlerin Karin Kneffel (geb. 1957) widmet, hat auch die Fondation Beyeler in Basel-Riehen Zeitgenossen im Programm. Dabei sind mit Rachel Whiteread und Susan Philipsz Künstlerinnen, denen im Kunsthaus Bregenz bereits Personalen ausgerichtet wurden. Von Ende Jänner bis Mai lockt eine R etrospektive mit Seltenheitswert in die Grenzregion zwischen der Schweiz und Deutschland, angekündigt ist nämlich Edward Hopper (1882–1967), dessen Blick auf das moderne Leben zu den am meisten vervielfältigten Bildern des 20. Jahrhunderts führte. Der Sprung ist gewagt, aber im 15. und angehenden 16. Jahrhundert war es Albrecht Dürer (1471–1528), dessen Be-
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AD nicht nur absolute Könnerschaft bzw. Genialität, sie stehen auch für eine Marke, die sich Albrecht Dürer gemeinsam mit seiner geschäftstüchtigen Frau Agnes erarbeitete. Apropos Wien: Zur Ausstellungssaison in der Bundeshauptstadt zählt neben dem österreichischen Surrealisten Wolfgang Paalen (1905–1959) und der bekannten Malerin Johanna Kandl (geb. 1954) im Belvedere auch die Präsenz innovativer Vorarlberger Baukünstler wie Hans Purin, Rudolf Wäger und Gunter Wratzfeld ab 5. Dezember im Architekturzentrum im Museumsquartier. Christa Dietrich
Tipp für die Region: Nathalie Djurberg & Hans Berg, die im Kunstraum Dornbirn waren, treten im Kunstmuseum Ravensburg in den Dialog mit Asger Jorn.
Foto: Belvedere/Stoll
Innovativ. Dürer schuf vor über 500 Jahren das erste Logo.
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Malerei. Der Österreicherin Johanna Kandl ist im Wiener Belvedere eine Ausstellung gewidmet.
Meisterwerke aus den Fürstlichen Sammlungen, darunter auch manieristische Arbeiten von Giuseppe Arcimboldo, werden im Kunstmuseum in Liechtenstein mit Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert zu einer üppigen und informativen Ausstellung verbunden.
Foto: Leonhard Foeger
kanntheitsgrad sich über Vervielfältigungsmethoden wie dem Holzschnitt oder dem Kupferstich enorm erhöhte. Die Blätter mit religiösen oder profanen bzw. trivialen Inhalten faszinierten ob ihrer Brillanz und Detailgenauigkeit nicht nur, aber vor allem in Kreisen, die im damaligen Europa durch das Aufblühen des Humanismus entstanden sind. Abgesehen davon, dass der b erühmte Feldhase und weitere Naturstudien ja nicht lange dem Ausstellungslicht ausgesetzt werden dürfen und die Originale nach der bis Anfang Jänner dauernden Ausstellung somit wieder jahrelang in den Depots der Albertina verbleiben müssen, versinnbildlichen die Initialen
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04.12.2019
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Das Weihnachtsmusical für die ganze Familie
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