Frühling 2021 | 3 Euro
Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Im Vorbeigehen: Freie Kunst für alle Zu Besuch in der Buchmanufaktur Hermann Vorarlbergs ausgezeichnete Marken Wo Mode für die Ewigkeit gemacht wird Im Grätzl von Falco, Kreisky und Moser
Foto: Roland Paulitsch
Echte Pioniere mit der Leidenschaft für Holz
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Editorial Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Elementar. Bei Kaufmann Bausysteme in Reuthe liegt die Leidenschaft für Holz in der Familie. Schon Firmengründer Josef Kaufmann zählte zu den Pionieren in Sachen Holzbau. Sein Enkel Christian führt die Geschicke des Unternehmens weiter und sieht im System des Moduls immer die Ganzheit. Zugänglich. Die Menschen sehnen sich nach Kunst. Wie gut, dass es in Vorarlberg faszinierende Werke „im Vorbeigehen“ gibt. Vor allem Künstlerinnen bringen die Kunst im öffentlichen Raum im wahrsten Sinne des Wortes zum Leuchten. Bekannt. Marken stehen für ein einzigartiges und unverwechselbares Image – für Tradition und Vertrauen, Qualität und Innovation. Im Special stellen wir Ihnen Unternehmen vor, die sich regional wie international einen Namen gemacht haben. Zudem erfahren Sie, wer die Vorarlberger Markenhitparade 2020 anführt. Foto: Roland Paulitsch
Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam
Echte Pioniere mit der Leidenschaft für Holz Im Vorbeigehen: Freie Kunst für alle Zu Besuch in der Buchmanufaktur Hermann Vorarlbergs ausgezeichnete Marken Wo Mode für die Ewigkeit gemacht wird Im Grätzl von Falco, Kreisky und Moser
Inhalt 08 Modul auf Modul Bei Kaufmann Bausysteme geben sich die Pioniere von Generation zu Generation die Klinke in die Hand. Für Holzbau in neuen Dimensionen. 14 Unverzichtbar Auf welche Meisterwerke sich das Publikum des Symphonieorchesters Vorarlberg schon jetzt freuen kann.
Fotos: Johannes Fink, Thomas Schrott, Frederick Samst, Sedus Stoll AG
19 In Bewegung bleiben Homeoffice und Ergonomie. Beim Arbeiten zu Hause sollte nicht auf die Gesundheit vergessen werden. 22 Papier, Leim und Geduld Buchbinderin Eva Hermann hat den Betrieb ihres Lehrmeisters übernommen. Mit Tradition und Liebe zum Handwerk geht sie in die Zukunft. 29 „kontur“ um die Welt Der Artikel über Obrist findet in den USA, in China und Japan Beachtung. 30 Update für den Arteon Der Shooting Brake ist die Zauberformel des neuen VW-Topmodells.
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33 In der kleinen Wiener Sartoria Er schneidert sich von klein auf die Welt seiner Träume und macht heute Mode für die Ewigkeit: zu Besuch bei Christian Weber. 38 Auf die Räder, fertig los! Die Mobilität wird nachhaltiger, das Fahrrad zum beliebten Alltagsbegleiter. Dabei ist Radeln viel mehr als bewusstes Unterwegssein. Es ist eine Lebensphilosophie. Was treibt die Vorarlberger an? Und wohin führt der Weg? „kontur“ hat nachgefragt. 44 Special: Vorarlbergs ausgezeichnete Marken Tradition, Qualität und Innovation – Unternehmen aus dem Ländle haben sich in der Region und in aller Welt einen Namen gemacht. 73 Generalistin mit vielen Spezialisierungen Wo Architektur und soziale Verantwortung zusammenkommen, ist die Bregenzerwälder Baumeisterin und Architektin Cornelia Faißt tätig. Konkret vor Ort, international vernetzt und geistig offen. 76 Neue Blickwinkel Mit den Füßen am Boden, mit dem Kopf überall. 10 Fragen an den Arbogast-Geschäftsführer Daniel Mutschlechner. 78 Außen hui, innen auch Das Wohnen hat sich verändert. Gut zu erkennen auf Terrassen und Veranden. Man weiß, wie man wohnen möchte, und zeigt es auch gerne. 83 Große Weine mit Demut Das Weingut Schloss Gobelsburg feiert heuer seinen 850. Geburtstag.
90 In 80 Tagen um die Welt Solosegler Boris Herrmann hat die berühmte Vendée Globe beendet. Kollision mit einem Fischkutter inklusive. 94 Rock me Margareten Abwechslungsreichtum, geschichtsträchtige Spuren des „Roten Wiens“ und ein ganz eigener Mix aus hippen Lokalen und lässigen Shops. Ein Spaziergang durch Wiens 5. Bezirk.
IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Carotta, sabine. carotta@russmedia.com • Redaktion: Kristina Becker, Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Verena Konrad, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman, Yvonne Tscherner • Art Direktion: Bernadette Prassl, bernadette.prassl@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Petra Kremmel, +43 5572 501-356, petra.kremmel@russmedia.com; Ramona Lo Russo,+43 5572 501-437, ramona.lorusso@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@r ussmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com; Markus Wertl, +43 5572 501-852, markus.wertl@r ussmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 26. März 2021 • Nächste Ausgabe: 11. Juni 2021
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Fotos: Yvan Zedda, WEBER + WEBER GmbH, David Murray, Darko Todorovic, Michael Moosbrugger, kettal
86 Im Vorbeigehen Kunst im öffentlichen Raum wurde im wahrsten Sinne des Wortes zum Leuchten gebracht.
SeaQ Panoramadatum Tauchen Sie ein in das Original
Daten & Fakten Kaufmann Bausysteme Reuthe - 50 Beschäftigte - 2 Lehrlinge (Technische Zeichner) - Umsatz 2020: 80 Mill. Euro - Exportquote 2020: 80 Prozent - Hauptmärkte: Deutschland, Österreich
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Fotos: Paul Ott, Graz
Weltmarktführer in Modulen „Das Ziel muss immer sein, das Teil zum Vorteil des Ganzen zu machen. Das Teil ist das Raummodul.“ Das ist der Leitsatz von Christian Kaufmann, seit 2016 Geschäftsführer von Kaufmann Bausysteme in Reuthe im Bregenzerwald.
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Hand in Hand. Am Produktionsstandort Kalwang bestehen zwei Fertigungsstraßen.
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ort wurde in sechs Monaten Bauzeit eine neue Firmenzentrale entwickelt und 2020 bezogen. Produziert wird an den Standorten Kalwang in der Steiermark in zwei Fertigungsstraßen mit 55.000 Quadratmeter und in Berlin-Köpenick mit 2500 Quadratmeter Produktionsfläche. Das international tätige Unternehmen gilt als Pionier in der Modulbauweise und ist in diesem Bereich auch Weltmarktführer. Entscheidend für die Qualität und die Wirtschaftlichkeit des Holzmodulbaus ist die Konzentration der Fertigung mit ihren vielen handwerklichen Arbeitsschritten auf eine logistisch ausgereifte Produktionskette. Hoher Vorfertigungsgrad direkt im Werk und kurze Montagezeiten vor Ort verbinden sich so zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Paket – ein wichtiger Vorteil am Markt. Baustoff mit Zukunft. Der Hauptmarkt des Unternehmens ist Deutschland. Dort entstehen etwa in Berlin in den kommenden vier Jahren 32 Schulgebäude von Kaufmann Bausysteme. Für Aufträ-
Für den Architekten als Verfechter architektonischer Unikate war das modulare Bauen noch vor wenigen Jahren kaum relevant. Das hat sich dank der individuellen Vorfertigung mit neuen Verarbeitungsmöglichkeiten stark geändert. Raummodule in Holzbauweise bieten neben den Vorteilen von Flexibilität und Variabilität kurze Bauzeiten durch einen hohen Vorfertigungsgrad ein angenehmes
Produktion. Hergestellt werden die Module am Standort Kalwang in der Steiermark.
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Der Wohnbaumarkt ist ein in Zukunft überall besonders heiß umkämpfter Markt.
Fotos: Paul Ott/Graz, Thomas Mayer, Johannes Fink
ge in Kanada und in den USA sind Joint ventures in Vorbereitung. Kaufmann Bausysteme ist auf Großprojekte spezialisiert, die aus mindestens 50 bis 100 Modulen bestehen. Christian Kaufmann ist davon überzeugt, dass Holz als Baustoff immer mehr an Bedeutung gewinnen wird, unter anderem aufgrund der Klimadiskussion und weil der Baustoff auch mehrgeschoßige Bauten ermöglicht. Das spielt vor allem im Wohnbau eine große Rolle. Der Wohnbaumarkt, in dem Kaufmann Bausysteme zunehmend aktiv werden will, ist ein besonders heiß umkämpfter Markt.
Präzisionsarbeit. Kaufmann Bausysteme ist mit seinen Modulen Weltmarktführer. Hauptmarkt ist Deutschland.
Raumklima, leichte Rückbaubarkeit durch lösbare Verbindungen bei temporären Objekten und – nicht zu unterschätzen – eine allgemeine Akzeptanz durch die Nutzer. „Natürlichkeit und Nachhaltigkeit des Werkstoffes Holz sind überzeugend“, so Christian Kaufmann. Die einzelnen Module sind dabei zwischen 2,50 und vier Meter breit sowie zwischen fünf und zwölf Meter lang. Sie eignen sich für Gebäude in den Bereichen Bildung (Kindergärten, Schulen), Studentenheime, Universitäten, Hochschulen, Wohnbau, Hotellerie und im Sozialbau. Und Kaufmann weiter: „Wir nehmen bei dieser Art des Bauens eine andere Perspektive auf ästhetische Fragen ein. Die Herausforderung wird sein, wie man die einzelnen Elemente auf unterschiedliche Weise miteinander kombiniert.“
täglich bewegen, zu erschaffen“, verdeutlicht Christian Kaufmann. Ein solches Raummodul, das selbst wieder Teil eines größeren Ganzen ist, baut auf viele entscheidende Teile. Im Werk Kalwang ist die folgende Kette der Schlüssel zum Erfolg: Das handwerkliche Können aller Gewerke, die hohe Verarbeitungsqualität, ein perfektes Timing beim Zusammenbau aller Komponenten, leistungsstarke serielle Fertigung und logistische Kompetenz. Die Vorfertigung von Raummodulen mit vollständigem Innenausbau erfährt eine dynamische Entwicklung. Der Grund liegt in der Vielseitigkeit der Module. „Auf die Fragen nach der Zukunft des Wohnbaus liefert das Raummodulkonzept ökonomisch und ökologisch durchdachte Antworten“, erläutert Christian Kaufmann.
Lebensraum schaffen. Hier wird ein spannendes Spiel auf bis zu sieben Geschoßen eröffnet. Raumeinteilungen sind flexibel angelegt. Fenster und Öffnungen können frei angeordnet werden. Fassaden lassen unterschiedliche Gestaltungsvarianten zu. Dieser Spielraum in der Gestaltung macht Raummodule vielseitig in der Anwendung. Durch das Zusammenfügen der Raummodule zu Baukörpern, durch die Anordnung dieser Baukörper zueinander, entstehen fließende Stadträume, die je nach Ausrichtung Platz für Gemeinsames oder Privates bieten. „Es geht also nicht darum, Raumeinheiten möglichst effizient zu stapeln. Es geht darum, den räumlichen Zusammenhalt zu denken, den elementaren dreidimensionalen Lebensraum, die Wohnung und die Stadt, in der wir uns
Die Verbinder. Die Modulsysteme werden in einer eigenen Entwicklungsabteilung in Reuthe laufend weiterentwickelt und auf neue Einsatzbereiche abgestimmt. Ein zusätzlicher Vorteil der Modulbauweise ist, dass die Gebäude später in anderer Zusammensetzung weiterverwendet werden können. Der Werkstoff Holz verbindet die wirtschaftlich überzeugenden Lösungen mit umweltorientierten Vorzügen. Aber auch mit Komfort wie einer guten Raumakustik und einem gesunden Innenraumklima. Christian Kaufmann: „Nachhaltigkeit ist für uns die Summe aller guten Eigenschaften von Holz. Dieser Baustoff erweist sich auch als kongenialer Partner mit anderen Baustoffen.“ Und weiter: „Wir sehen uns in der Rolle des Verbinders. Wir verbinden mit unserer ganzheitlichen Betrach-
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Wir produzieren pro Jahr rund 1000 Raummodule. Dabei werden 23.000 Kubikmeter Holz verarbeitet. tungsweise von Projekten Planung und Realisation. Wir verbinden auch mehrere Funktionen als Teil-Generalunternehmer oder Generalunternehmer. Dabei verstärken wir die Zusammenarbeit mit Bauherren und Planern, indem wir uns möglichst früh in die Planungsphase einschalten und in den Entwicklungsprozess einbinden.“ Produziert werden 1000 Raummodule pro Jahr, dabei werden 23.000 Kubikmeter Holz verarbeitet.
Wegbereiter. Kaufmann Bausysteme in Reuthe ist ein Pionier der Modulbauweise.
Mit enormer Präzision. Auch Hochregallager gehören zum Portfolio des Unternehmens aus Reuthe. Die hoch automatisierte Lagerlogistik erfordert eine hohe Präzision. Ein dermaßen hoch technisiertes Netz funktioniert allerdings nur, wenn die einzelnen Holzbauteile der Konstruktion möglichst geringe Verformungstoleranzen aufweisen. Zum Beispiel können die empfindlichen Regalbedienungsgeräte bereits bei wenigen Zentimetern Durchbiegung des Holzes die Ware nicht mehr identifizieren. Dazu ist eine enorme Präzision in der Vorfertigung der BSH-Holzteile (Brettschichtholz) im Werk Voraussetzung. Nachhaltigkeit unterstreicht der Werkstoff Holz, weil er auch ohne Imprägnierungen resistent gegen die meisten chemischen Substanzen wie Säuren, Laugen oder Salz ist. Ernest F. Enzelsberger
Die Geschichte hat Anteil am Erfolg
Die Zukunft des Bauens. Holz als Baustoff wird an Bedeutung gewinnen, so Christian Kaufmann.
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gründete Josef Kaufmann einen Zimmereibetrieb wurden die ersten Holzleimbinder erzeugt trat Ing. Anton Kaufmann in das Unternehmen ein Eishalle Feldkirch mit 60 Meter Spannweiten erfolgte die Gründung der Kaufmann Holzbauwerk GmbH Rinter-Zelt in Wien mit 102 Meter langen BHS-Bindern Messehallen in Hannover mit tragenden Multi-Boxen bis 32 Meter Spannweite 1997 Ölz-Bündt Dornbirn – erstes mehrgeschoßiges Holzbausystem 1998 Sektkellerei Mezzocorona – architektonische Herausforderung durch ein auf CNC-Fertigung abgestimmtes System 2003 Kaufmann Bausysteme GmbH wird als eigenständiges Unter nehmen aus dem Geschäftsbereich Bautechnik der Kaufmann Holz Gruppe von Anton Kaufmann gegründet 2008 Eintritt von Christian Kaufmann in die Geschäftsleitung 2008 Solon Berlin – Entwicklung und Ausführung einer „low-energy- Fassade 2009 BMW-Hotel Ammerwald – erstes Großprojekt in Modulbauweise 2013 Hochregallager Lorsch – größtes Hochregallager in Holz 2015 Europäische Schule in Frankfurt – erstmals mit offenen Raummodulen. 2016 Neubau der Messehallen 9 bis 12 in Dornbirn 2016 Kauf der Fertigungshallen für den Holzmodulbau in Kalwang 2017 „UDQ“ Hamburg, Studentenheim mit 371 Wohneinheiten in Modulbauweise 2018 Erweiterung des Standorts Kalwang
Fotos: Roland Paulitsch, Paul Ott/Graz, Vogewosi GmbH
952 1 1958 1972 1973 1979 1980 1996
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Dieser Klang ist unverzichtbar W
enn sich die Musiker wie das Publikum auch noch nicht am Ende der langen Durststrecke befinden, so ist es doch sicher, dass jene Freude, die das Symphonieorchester Vorarlberg mit seinen Konzerten auslöste, noch nachwirkt. Wer möchte, kann die positiven Effekte, die ein Musikerlebnis im Bereich der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung bewirkt, in der neuen Studie nachlesen, die für das Orchester erstellt wurde. Wer die Konzerte miterlebte, weiß es sowieso. So gesehen wundert es auch nicht, dass mitwirkende Musikerinnen und Musiker auf die
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Frage nach dem Besonderen am Orchester immer wieder aussagen, dass sie die persönlichen Beziehungen schätzen, das Engagement der Kollegen oder den Willen der Spitzenmusiker, bei jeder Zusammenkunft das Optimale aus sich herauszuholen. Gründung 1984. „Rund 70 Prozent der Musikerinnen und Musiker sind hier im Land ansässig“, bestätigt der neue Geschäftsführer Sebastian Hazod. Die zweitgrößte Gruppe stamme aus dem benachbarten Ausland. „Unsere Mitglieder verpflichten sich für eine gewisse Anzahl an Produktionen, woraus sich eine sehr enge
Bindung zum Klangkörper ergibt.“ Überlegungen, die zur Gründung des Orchesters im Jahr 1984 führten, sind somit immer noch gültig. Als der Dirigent Christoph Eberle mit dem Klangkörper an die Öffentlichkeit trat, stand der Wunsch, gut ausgebildeten Musikerinnen und Musikern im eigenen Land ein Betätigungsfeld zu ermöglichen, im Vordergrund. Das Musikleben erfuhr somit nicht nur durch die Etablierung des Landeskonservatoriums und der Tatsache, dass immer mehr Vorarlberger nach der Ausbildung in Feldkirch auch ein Hochschulstudium absolvierten, einen beachtlichen Aufschwung. Beobachter
Fotos: Ayşe Gülsüm Özel, Lisa Mathis
Geprobt werden durfte „Jephtha“ von Händel, eine öffentliche Aufführung war im März noch verboten. Sie erfolgt im kommenden Jahr. Bis dahin ist hoffentlich Gelegenheit, die starken Bande zwischen dem Symphonieorchester Vorarlberg und dem Publikum wieder zu feiern.
„Jephtha“ stand zuletzt im Mittelpunkt der Orchesterarbeit.
Sebastian Hazod ist sein einigen Jahren SOV-Geschäftsführer.
der Theater- und Musiktheaterszene erinnern sich noch gut daran, als Eberle dann – sozusagen ganz sachte – gemeinsam mit Bruno Felix, dem damaligen Impresario des Theaters für Vorarlberg, eine Opernproduktionsserie in Gang setzte. Schon beim ersten kleinen Schritt mit Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ war zu spüren, dass da noch etwas nachkommt. Im Jahr darauf verfolgte das Publikum im Bregenzer Kornmarkttheater mit Begeisterung Mozarts „Cosi fan tutte“ und wurde bald auch mit Produktionen wie Puccinis „Madama Butterfly“ oder „Salome“ von Richard Strauss belohnt. Und dass der Schauspieler Tobias Moretti hier erstmals mit Mozarts „Don Giovanni“ eine Oper inszenierte, bleibt in seiner Biografie wie in der Geschichte des Orchesters festgeschrieben.
den Bregenzer Festspielen einen Koproduktionspartner fand und nach wie vor hat. Genaugenommen ist es eines der Vermächtnisse des Festspielintendanten Alfred Wopmann, dass die Bindung stärker wurde. In seinem letzten Jahr in Bregenz hatte er neben den großen Produktionen auf der Seebühne und im Festspielhaus nicht nur zeitgenössische Stücke auf der Werkstattbühne etabliert, er hat auch ein weiteres Haus für Musiktheater geöffnet. Am Kornmarkt kombinierte man im Sommer 2003 Janáceks „Tagebuch eines Verschollenen“ mit „La voix humaine“ von Poulenc. Wopmanns Nachfolger David Pountney erreichte mit der Neubearbeitung von Kurt Weills „Der Kuhhandel“ einiges Aufsehen und hielt nicht nur an diesem Schauplatz, sondern auch an der Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester Vorarlberg fest.
Festspiele als Partner. Natürlich ist die mit dem Landestheater realisierte Oper zwar ein großes, aber nur ein Projekt im Jahresspielplan des Orchesters, das nach den Gründerjahren als sein eigener Veranstalter auftrat und für die szenischen Vorhaben nicht nur in dieser Bühne, sondern auch mit
Auch Intendantin Elisabeth Sobotka hat dieses Orchester nicht nur im Konzertprogramm, am Kornmarkt wurde in den letzten Jahren ein Opernstudio eingerichtet, das Symphonieorchester, längst als SOV eine Marke, bildet die verlässliche Basis für Produktionen mit jungen Sängern. Wenn
Zwei Drittel seines Budgets verdient das Orchester selbst. Das ist im Vergleich mit anderen Orchestern ein sehr hoher Eigendeckungsgrad. kontur 15
Mahler-Zyklus. Kirill Petrenko bleibt dem SOV verbunden.
in diesem Jahr die österreichische Erstaufführung der Symphonie Nr. 3 von Thomas Larcher erfolgt, dann ist der Klangkörper auch Co-Auftraggeber dieses Werks. Sich mit der zeitgenössischen Literatur auseinanderzusetzen, gehöre genauso zur DNA des Orchesters, wie die Pflege der Stärken, die, so Sebastian Hazod, in der Wiener Klassik und in der Romantik oder der frühen Moderne liegen. „Herzog Blaubarts Burg“ von Bela Bartók hatte man nur aufgrund des Lockdowns verschieben müssen, Benjamin Brittens Doppelkonzert für Violine, Viola und Orchester soll noch heuer erklingen und auch die Märchensuite von Bernd Alois Zimmermann wurde aufgrund der Veranstaltungsverbote nicht einfach aus den Augen verloren. Neue Kompositionen von Österreichern bzw. Vorarlbergern sind zwar selten im Programm, aber sie scheinen auf. So will man sich demnächst dem bekannten Vorarlber-
Neuer Chef. Leo McFall und der Solist Kian Soltani.
ger Herbert Willi widmen. Zu den geplanten Vorhaben zählen zudem Werke von Anton Bruckner. Dass sie im Leben von Geschäftsführer Sebastian Hazod, der wie der große Komponist aus Oberösterreich stammt, eine besondere Rolle spielen, soll nicht unerwähnt bleiben. Mit Bruckners 5. Sinfonie kam er bereits als kleines Kind bei langen Autofahrten der Eltern in Berührung. Kirill Petrenko. Die Rolle der Geschäftsführer des SOV hat auch für die Programmgestaltung eine wesentliche Bedeutung. Thomas Heißbauer, Hazods Vorgänger, hatte während der langen Zeit ohne Chefdirigenten die Werkauswahl ohnehin maßgeblich mitbestimmt und Michael Löbl hat mit Kirill Petrenko jenen Vertrag geschlossen, der dem SOV besonders viel Aufmerksamkeit einbrachte. Die Realisierung eines Zyklus mit allen neun Sinfonien von Gustav Mahler wurde vereinbart, als der einstige Student am Vor-
arlberger Landeskonservatorium seine steile Karriere erst in Gang setzte. Noch als Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper in München erfolgte das Engagement für den Opernvierteiler „Ring des Nibelungen“ zum 200. Geburtstag von Richard Wagner bei den Festspielen in Bayreuth, vor wenigen Jahren wählten die Berliner Philharmoniker den aus Omsk stammenden Maestro zu ihrem Chef. Die Bestellung eines SOV-Chefdirigenten bezeichnet Hazod ebenfalls als „durchaus demokratischen Prozess“. Auf Christoph Eberle folgte bekanntermaßen Gérard Korsten, der das Orchester in nächster Zeit auch wieder einmal dirigieren wird und nach einer längeren Pause entschieden sich die Musiker für den Briten Leo McFall. Jetzt muss sich nur noch Corona schleichen, damit sich zwischen Orchester und Dirigenten eine Freundschaft entwickeln kann. Christa Dietrich
Probespiele gibt es nicht, wir lernen unsere Leute in der Orchestersituation kennen. 16 kontur
Fotos: Philipp Steurer, Mathis Fotografie
Gérard Korsten war viele Jahre Chefdirigent.
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CAMPUS V, Dornbirn
KOMPETENZ IN DER QUARTIERS- UND STADTENTWICKLUNG
Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt vielfältige Initiativen und liefert nachhaltige Impulse für Lebens-, Begegnungs- und Arbeitsräume der Zukunft. Die Einbeziehung sozialer Aspekte, die Integration kultureller und traditioneller Werte und die Erfahrungen aus dem Management von 41 Standorten mit über 85 Gebäuden in Österreich und Deutschland führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Der CAMPUS V in Dornbirn bildet mit seinen über 70 Unternehmen, Bildungs-, Kreativ- und Forschungseinrichtungen sowie dem vielfältigen Infrastruktur- und Dienstleistungsangebot eine räumliche und inhaltliche Plattform für die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. prisma-zentrum.com/campusv
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Foto: Sedus Stoll AG
Homeoffice. Bis vor einem Jahr zählte diese Art zu arbeiten in vielen Unternehmen noch zu den Ausnahmen. Das hat sich geändert. Die „Heimarbeit“ ist vielerorts nicht mehr wegzudenken.
Arbeit in Bewegung M ittlerweile haben wir uns doch schon so ein bisschen daran gewöhnt. Für den Weg ins Büro müssen wir seit vergangenem Jahr nicht erst ins Auto oder in den Bus steigen. Nein, der Arbeitsweg hat sich enorm verkürzt. Zehn Schritte an den heimischen Tisch. Das Mobiltelefon als ständiger und viel genutzter Begleiter. Der regelmäßige Zoom-Call mit dem Team gehört zum Alltag. So weit, so gut. Oder eben nicht. Denn so sehr die Arbeitsinhalte denen vor Ort in der Firma ähneln, so anders sind häufig die Arbeitsabläufe und die Umgebung. Bei vielen findet Homeoffice nämlich nicht am höhenverstellbaren Schreibtisch mit passendem, ergonomisch abgestimmten Bürostuhl statt. Vielmehr steht der Lap-
top praktischerweise am Esstisch, gesessen wird auf dazugehöriger Bank oder Stuhl. Wie gesagt: praktisch. Aber für die Haltung und den Rücken nicht ideal. Eine „Insel für den Büroalltag“. Eines der größten Probleme bei diesem Dilemma ist das räumliche. Oftmals fehlt in den eigenen vier Wänden einfach der Platz bzw. das benötigte zusätzliche Zimmer. „Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ein komplettes Büro einzurichten. Vielmehr sollte man sich einfach die Möglichkeit schaffen, in Ruhe arbeiten zu können“, erläutert Guntram Paterno von Paterno Bürowelt in Dornbirn. Quasi e ine „Insel für den Büroalltag“. Denn auch im Homeoffice dreht sich alles um Effektivität, Konzentration und Kreativität.
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Es geht nicht darum, ein komplettes Büro einzurichten. Vielmehr sollte man sich einfach die Möglichkeit schaffen, in Ruhe arbeiten zu können.
Nicht nur sitzen. Der menschliche Körper ist auf Bewegung ausgelegt. Büromöbel, die verschiedene Körperhaltungen ermöglichen, sind daher ideal.
Leichtes Design. Ein perfektes Team fürs Arbeiten zu Hause.
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Arbeitsplatz zu mieten. Gerade weil der Stuhl so flexibel einsetzbar ist, hat Guntram Paterno für Unternehmen ein besonderes Konzept entwickelt. Zusammen mit einem höhenverstellbaren Tisch, der sich mit seinem leichtem Design und einer angeneh-
men Größe leicht in die Wohnumgebung integrieren lässt, können Betriebe den se:motion net für ihre Mitarbeiter im Homeoffice mieten. 59 Euro kosten Tisch und Stuhl pro Monat. „Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen investieren die Unternehmen so in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Zum anderen können die Möbel einfach mitgenommen bzw. zurückgegeben werden, wenn die Teams wieder ins Büro vor Ort wechseln.“ Wieso ein höhenverstellbarer Tisch zum Package gehört? Weil der menschliche Körper auf Bewegung ausgelegt ist. Das bedeutet: Damit wir aktiv bleiben, haben wir die Möglichkeit, für unterschiedliche Tätigkeiten unterschiedliche Körperhaltungen einzunehmen. Und diese Chance sollten wir nutzen, ist auch Guntram Paterno überzeugt: „Es empfiehlt sich, die Körperhaltung immer wieder zu wechseln, auch wenn es nur für eine kurze Pause alle 20 bis 30 Minuten ist.“ Denn auch wenn man am Arbeiten ist, heißt das nicht, dass man an Stuhl und Schreibtisch „gebunden“ ist. Es gibt für jede Aufgabe die passende Haltung – und das muss nicht unbedingt Sitzen sein. Wie wäre es beispielsweise mit Telefonieren im Gehen? Oder dem Zoom-Call im Stehen? Bringen Sie Bewegung ins Homeoffice. Ihr Rücken wird sich freuen. Sabine Carotta
Fotos: Sedus Stoll AG
Doch dabei sollte auch die eigene Gesundheit nicht außer Acht gelassen werden. Denn was hilft die genialste Idee fürs Unternehmen, wenn diese mit Rückenschmerzen, verspanntem Nacken und Kopfschmerzen einhergeht. Umso mehr spielt Ergonomie auch im Homeoffice eine wesentliche Rolle. Es geht um gesundes Arbeiten. Und hier wären wir wieder beim Esstisch und der Sitzbank, die für eine gute Körperhaltung eher kontraproduktiv sind. „Gerade wenn man stundenlang vorm Computer sitzt, geht nichts über einen guten ergonomischen Drehstuhl mit Rückenlehne“, so Guntram Paterno. Als Beispiel nennt er den se:motion net von Sedus. Dieser Stuhl überzeugt durch ein kinema tisches Bewegungskonzept und einen Sitzkomfort, der sich ganz ohne Einstellungsaufwand ergibt. Guntram Paterno: „Die maßangefertigte Strickmembran im Rücken und das Design mit höhenverstellbaren Armlehnen eignen sich für agile Arbeits platzkonzepte: egal, ob für Co- Working-Bereiche oder das Homeoffice.“
Die neuen Leichtigkeit und Designsprache im Home Office und modernen Büros Der Große Umbruch läuft in der Bürowelt ◆ andere Strukturen ◆ andere Bedürfnisse ◆ Neu Arbeitskonzepte
DYNAMISCH – FLEXIBEL ––KREATIV DYNAMISCH DYNAMISCH– –FLEXIBEL FLEXIBEL –KREATIV KREATIV
Paterno PaternoBürowelt Bürowelt Paterno Bürowelt
Alles Alles für das moderne Büro. Allesfür fürdas dasmoderne moderneBüro. Büro.
Forachstr. Forachstr.39 39 ||A-6850 A-6850Dornbirn Dornbirn Forachstr. 393747 | A-6850 Dornbirn Tel. +43 (5572) Tel. +43 (5572) 3747 Tel. +43 (5572) 3747 info@paterno-buerowelt.at info@paterno-buerowelt.at info@paterno-buerowelt.at kontur 21 www.paterno-buerowelt.at www.paterno-buerowelt.at www.paterno-buerowelt.at
Mit Tradition in die Zukunft gehen Wer sich noch dem analogen Vergnügen des Lesens hingibt, hält heute ein hoch industrialisiertes Produkt in der Hand: gedruckt in riesigen Druckanlagen, gebunden von Maschinen in Industriehallen. Kaum mehr bewusst ist uns, dass hinter dem fertigen Buch ein jahrhundertealtes Handwerk steckt – das auch heute noch lebendig ist.
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Dabei ist Eva Hermann selbst schon Teil einer fast hundertjährigen Vorarlberger Tradition. Gegründet wurde die Buchbinderei, die sie seit Anfang des Jahres nun unter dem Namen Buchmanufaktur Hermann führt, schon 1928. Als Buchbinderei Keck-
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eisen war der Betrieb eine Institution – zunächst in Bregenz, später in Wolfurt, heute im Schindler-Areal in Kennelbach. Zuletzt leitete Manfred Keckeisen in dritter Generation das Familienunternehmen. „Ich war froh, zu meinem Pensionsantritt nach einem Nachfolger nicht weit Ausschau halten zu müssen“, erklärt er verschmitzt. „Eva hat schon ihre Ausbildung bei mir gemacht, sie hat zehn Jahre mit mir zusammengearbeitet – da konnte ich den Betrieb mit gutem Gewissen und auch Erleichterung übergeben.“ Ein Buch entsteht. Egal ob Eva Hermanns Kunden bereits bedruckte Blätter oder eine Datei zum Druck vor Ort liefern – bis zum gebundenen Buch sind es viele Schritte. Zunächst wird der Blättersta-
Fotos: Frederick Sams
Edel. Lettern für Prägeverzierungen.
atürlich helfen mir Maschinen, beispielsweise beim Schneiden oder Fräsen, aber mein Handwerk ist tatsächlich in vielen Punkten noch genau das: eine Arbeit von Hand mit traditionellen Techniken“, erklärt Eva Hermann. Wenn sie durch ihre Werkstatt führt, spürt man ihre Begeisterung für ihre Tätigkeit – und lässt man sich selbst gern anstecken von der Faszination, die dieses Handwerk mit seiner langen Geschichte ausübt.
Ich glaube an das Buch, weil ich merke, dass Menschen das Greifbare wieder zunehmend schätzen. pel an der Rückenseite in einer speziellen Maschine gefräst und damit aufgeraut. „Die Fräse hat mein Vorgänger und Mentor Manfred selbst entwickelt und gebaut, da es kein passendes Gerät am Markt gab“, verrät sie. „Durch die feinen Einschnitte in verschiedenen Richtungen liegt die Papierfaser offen – so kann sich der Buchbinderleim optimal mit dem Papier verbinden und die Klebebindung wird stabiler.“ Eine alternative Bindeart ist die Fadenheftung – hier werden die Papier-
bögen in der Mitte gefalzt und mit Nadel und Faden nach alter Tradition geheftet. Leim – und Geduld. Der gefräste Buchblock wird auf beiden Seiten mit einem gefalteten Papierbogen, dem Vorsatzpapier, versehen. Dieses wird benötigt, um später Buchblock und -mantel, also Innen- und Außenteil des Buchs, miteinander zu verbinden. Im nächsten Schritt folgt das Lumbecken. Dabei wird der Buchblock in eine spezielle Vorrichtung eingespannt, die es
ermöglicht, die Blätter an der Rückenseite aufzufächern. So werden nicht nur die äußersten Blattkanten, sondern ein etwas größerer Teil des Papiers vom Leimpinsel erreicht. Nacheinander in beide Richtungen aufgefächert und gründlich mit Leim bestrichen, ergibt sich so eine stabile Klebung. Weitere wichtige Zutat: Geduld – denn jetzt muss der Buchblock rund zwölf Stunden gut beschwert trocknen. Ist die Klebung ausgehärtet, wird er auf das Endformat zugeschnitten und am Rücken
Bewährtes erhalten und gleichzeitig den Schritt in die Zukunft wagen: das Beispiel Buchmanufaktur zeigt, wie sich die Übergabe eines Traditionsbetriebes an engagierte Mitarbeiter umsetzen lässt – und dass sich gute Ausbildung lohnt. kontur 23
In einer Zeit des virtuellen Erlebens entsteht in den Menschen eine neue Sehnsucht nach haptischen Erfahrungen, nach dem Konkreten und (An-)Fassbaren – und damit auch eine neue Wertschätzung von Handgemachtem nach alter Tradition. mit Gaze und Nasskrepp beklebt. Für einen schönen Abschluss der oberen und unteren Kante wird dabei noch ein Kapitalband eingearbeitet. „Eine Möglichkeit ist auch, als Lesezeichen ein Merkband mit einzubinden“, erklärt Eva Hermann. In jedem Fall muss auch diese Klebung nun erst einmal wieder trocknen. Die Zwischenzeit lässt sich aber wunderbar nutzen, denn nach dem „Innenleben“ des Buches ist jetzt sein schmuckes Äußeres an der Reihe: der Mantel. Hier zeigt sich: Die Buchbinderei ist nicht nur ein klebriges, sondern vor allem auch ein millimetergenaues Handwerk. Ist die exakte Höhe des Buchblocks bemessen, müssen nun nämlich passgenaue Kartonstücke für den Rücken und die beiden Buchdeckel zugeschnitten werden. Kleider machen Bücher. Für die Buchdecke, also die äußere „Haut“ des Buches, lassen sich verschiedene Materialien verwenden. Besonders edel ist natürlich Leder, aber auch Leinen ergibt eine angenehme Haptik. Hier kommen auch im alten Handwerk die Neuerungen moderner Technik perfekt ins Spiel, denn der auf einem Trägerpapier aufgebrachte Stoff lässt sich für den individuellen Einband je nach Wunsch bedrucken. „Das ist gerade ein bisschen mein persönliches Steckenpferd, weil ich die Gestaltungsmöglichkeiten damit einfach großartig finde“, erklärt
Eva Hermann. „Bei einer Prägung bin ich immer festgelegt auf die vorhandenen Sätze an Lettern und Prägeformen. Da habe ich auch dank der langen Firmengeschichte natürlich eine tolle Auswahl, die über viele Jahre zusammengetragen wurde. Aber die technische Möglichkeit, das Leinen selbst zu bedrucken, eröffnet natürlich noch ganz andere Optionen.“ Mit dem Leinen für den Buchmantel füttert sie nun die Leimmaschine, die auf die Innenseite des Stoffes per Walze gleichmäßig Heißleim aufträgt. „Das ist auch ein Eigenbau. Eigentlich ist diese Maschine für Kaltleim konstruiert – wir haben aber festgestellt, dass wir mit Heißleim bei unseren Produkten bessere Ergebnisse erzielen. Also hat Manfred sie dazu gebracht, auch Heißleim zu verarbeiten“, grinst die Buchbinderin. Auf die mit Leim bestrichene Seite werden nun die Pappstücke für Deckel und Rücken angesetzt, die Kanten umgeschlagen und festgestrichen – fertig ist der Mantel, der beispielsweise noch mit einer Prägung versehen werden kann. Im letzten Schritt werden dann die beiden äußersten Seiten des Buchblocks, also die Vorsatzpapiere, mit dem Mantel verklebt. Handwerk kommt an. So entstehen in Eva Hermanns Buchmanufaktur gebundene Fach- und Diplomarbeiten, aber auch beispielsweise Geburtstags-, Hochzeits- und Gästebücher oder Fotoalben.
Ideenreich. Kunst aus Leinen, Leder, Papier.
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Handarbeit. Vom Verleimen bis zur Prägung.
Fotos: Frederick Sams
Ich liebe meinen Beruf und kann mir keinen anderen vorstellen. Deshalb war für mich klar, dass ich den Betrieb weiterführen will. „Insbesondere im privaten Bereich erleben wir gerade einen Trend zum Handgemachten. Die Menschen haben gerade auch in einer zunehmend digitalisierten Welt gern etwas zum Anfassen und schätzen die besondere Haptik eines Buches“, erklärt Eva Hermann. „Ich merke das auch, wenn sich Kunden von mir beispielsweise Karten für Hochzeiten oder Einladungen anfertigen lassen – sie wollen vorbeikommen und die Materialien ganz real anschauen, anfassen und fühlen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass das Buch aussterben wird.“
Den Weg weitergehen. Ihr Handwerk mit der Betriebsübernahme am Leben zu erhalten, war ihr daher auch ein Herzensanliegen. „Ich bin einfach glücklich, dass ich meine Arbeit hier nach inzwischen bereits zehn Jahren weiterführen kann. Es ist toll, dass Manfred mir das alles ermöglicht hat und dass er auch weiterhin hinter mir steht“, berichtet sie lächelnd. Auch Manfred Keckeisen freut sich auf weitere gemeinsame Projekte: „Nur weil ich in Pension bin, bin ich ja nicht mit einem Schlag komplett raus. Das Schöne ist aber: Ich habe jetzt mehr
Zeit, mich auch anderen Dingen zu widmen, wie meinem Atelier für Papierhandwerk und Letterpress. Ich denke, wir haben mit der Übergabe für uns beide einen guten Weg gefunden.“ „Natürlich ist so eine Betriebsübernahme auch eine Herausforderung und es gab Momente, in denen ich gedacht habe, das ist völliger Wahnsinn“, ergänzt Eva Hermann. „Aber inzwischen bin ich mit der Entscheidung rundum zufrieden. Denn ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, etwas anderes zu sein als Buchbinderin.“ Kristina Becker
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MADE IN ITALY Gerade Linien, klares Design und zeitlose Eleganz – mit einer einladenden Einzigartigkeit. Das ist Calia Italia! Die Möbel sind schlichtweg edle dekorative Elemente für den Wohnraum. Mit seinem geradlinigen Design, das auf glatte Metallkufen stützt, ist das Sofa Romeo der absolute Protagonist der Wohnausstattung. Es bleibt in allen Ausführungen attraktiv: so wie in den fixen Standard- als auch in den kombinierbaren Wohnlandschafts-Ausführungen sind alle Typen mit manuell hochklappbaren Kopfstützen ausgestattet, die die Gesamthöhe der Rücklehnen erhöhen und so einen optimalen Komfort garantieren. Der Club-Sessel Giuggiola wurde inspiriert von einer typischen Zopffrisur der Frauen, die in den „Sassi“ (Altstadt Materas) lebten. Das Modell nimmt jeden mit seinem Schick und einer kreativen Comfort Experience auf. Sowohl in der fixen Version, drehbar und mit Stauraum im Sitz verfügbar.
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„kontur“ goes international „Das Magazin ‚kontur‘ gibt uns die Möglichkeit, u nsere Visionen, Ziele und Projekte einer breiten Öffentlichkeit weltweit vorzustellen.“ Das berichtet der Director Marketing und Communication von Obrist Powertrain, Thorsten Rixmann.
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as global tätige, österreichische Technologieunternehmen verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Entwickeln von Thermomanagement Systemen, Kompressoren sowie Komponenten/Powertrain für serielle Hybride (Hyper Hybrid). Rixmann: „Aufgrund der exzellenten Präsentation unseres Unternehmens im ‚kontur‘-Magazin, vor allem aber auch der vielen hervorragenden Rückmeldungen seitens der Leserinnen und Leser haben wir uns dazu entschieden, unseren Beitrag in die chinesische, japanische und englische Sprache zu übersetzen.“
Foto: Obrist
Verständnis für neue Technologien. Mitarbeiter und Vertriebspartner in den USA, China und Japan haben das Magazin mit der jeweiligen Übersetzung an Autohersteller und Zulieferindustrie wie GM, Toyota, Nissan, Hyundai, Geely aber auch PSA, Daimler, BMW, VW/Audi, ZF Friedrichshafen, Bosch usw. versandt. Das Echo war, wie die vielen positiven Rückmeldungen von Medien, Denkfabriken, Unternehmern und führenden Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik, äußerst positiv. So schreibt Mr. Wang, General Manager eines chinesischen Innovationszentrums für neue Autoantriebe: „Der Artikel zeigt in hervorragender Art und Weise den Beitrag der ObristGruppe zu den neuen Antriebstechnologien auf. Er trägt sehr dazu bei, den Eindruck und das Verständnis unserer Leser für neue Technologien von Obrist zu stärken.“ Der „kontur“-Artikel, der in der Herbst/Winter-Ausgabe 2020 erschienen ist, wurde auch über die wesentlichen digitalen chinesischen Onlinekanälen wie beispielsweise D1EV oder Wechat verbreitet und erreichte schon in kurzer Zeit beachtliche Zugriffszahlen. „Aktuell arbeiten wir am Aufbau von diversen Prototypenfahrzeugen, deren ZVG (zero vibration generator) mit grünem eMethanol betrieben wird. Dies bedeutet, dass die nächsten Prototypenfahrzeuge auch wieder rein elektrisch angetrieben werden und emissionsfrei auf den Straßen unterwegs sein werden – ohne Reichweitenprobleme, global und leistbar“, erläutert Rixmann abschließend. Ernest F. Enzelsberger
Um die Welt. Der „kontur“- Artikel findet in den USA, in China und Japan Beachtung.
Im Artikel wird den chinesischen Lesern eine zukunftsfähige und leistbare Elektromobilität aufgezeigt. Mr. Liu von Chinese New Energy Vehicle media kontur 29
Nie zuvor ein Ja, so kann man das machen. Der Shooting Brake ist die Zauberformel für das neue VWTopmodell. Ein Arteon mit echtem Nutzwert.
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ie neue „Avantgarde in der Business-Class“ stellt sich als das hervorstechende Resultat des großen Updates dieser exklusiven Baureihe aus Wolfsburg vor. Und beweist vor allem eines: Das Exklusive, das Besondere lässt sich mit dem Nützlichen überzeugend verbinden.
Ein Eye-Catcher. Dem setzt VW den Arteon Shooting Brake entgegen. Der kommt fünftürig daher, durchgestylt von A bis Z und mit einer stolzen Länge von 4,87 Meter. Ob Kings Red, Eisvogelblau oder Mangangrau, in seinem feschen Designkleid ist dieser VW auf jeden Fall ein beachtlicher Eye-Catcher.
Schicke Coupés, fesche Sportler. Solche Typen hätten viele gern, die Auswahl ist auch dementsprechend groß. Die Leidenschaft fürs Traumauto erlischt dann oft bei näherer Betrachtung des Gegenstands der Begierde. Er ist zwar schön und stark, aber schwach im Raumangebot familiärer Vorstellungen und vielleicht auch ein wenig unbequem für reifere Semester.
Die neue Front mit der markanten, auch das Heck zierenden Lichtsignatur birgt Vierzylinder aller Art: Benziner, Diesel und Plug-in-Hybride von 150 bis 310 PS. Aus dem aktuellen Angebot stand für die Bewertung durch „kontur“ die 200-PS-TDIVariante zur Verfügung. Sie gilt als guter Kompromiss zwischen sportiver Power und optimierter Sparsamkeit. 6,4 Liter für
ähnlicher VW
Fotos: VW
ein geräumiges Auto, das in 7,4 Sekunden auf Tempo 100 spurtet, ist in der Tat wenig, hatte unser SB doch nicht nur die schnelle DG7-Automatik, sondern auch den 4motion-Allradantrieb zu verkraften. Länge läuft … Und damit zum besonderen Charakterzug dieses Lifestyle-Kombi, der wie ein Sportwagen auftritt: Das gute alte Prinzip „Länge läuft“ hilft auch beim Treibstoff-Sparen. Aerodynamisch geglättet, allradmäßig stabil gleitet der Arteon Shooting Brake auf der Langstrecke ungerührt durch Wind und Wetter. Von Eco bis Sport eröffnet das adaptive Fahrwerk diverse Eingriffsmöglichkeiten und der tiefe Schwerpunkt tut ein Übriges zum bewegend g uten Fahrgefühl.
Noch was zur Länge: Sie schafft Platz für ein Kofferraumvolumen, das von 565 bis 1632 Litern reicht. Erschlossen durch eine flotte Klappe, mit Teppich wohnlich ausgelegt, mit Haken für Einkaufssäcke und einem Laderollo. Funktioniert zweistufig durch „anklicken“. Weitere nette, praktische Details da und dort trösten über die hohe Ladekante hinweg. Ein Begleiter für alle Fälle. Mit diesem Karosseriekonzept muss also keiner daheim bleiben. Alles ist drin. Skisport, Shopping aller Art, Fernreise-Business. Und sogar als nobler Jagdwagen ist der Allradler vorstellbar, wenn man seinen Schwerpunkt nicht überstrapaziert. Heißt doch nicht umsonst Shooting Brake. „Nie
zuvor gab es einen ähnlichen Volks wagen“, behaupten seine Erzeuger. Wir glauben das auch. Abschließend zum heiklen Thema Preis. Es beginnt bei moderaten 58.490 Euro für den besonders schicken Arteon SB R-Line. Erliegt man jedoch den Lockungen des Sonderwunsch-Katalogs und ordert allerlei Extras wie auch unser Testfahrzeug sie hatte (adaptive Fahrwerksregelung, Anhängevorrichtung, spezielles Leder, spezielles Soundsystem, diverse Premiumpakete etc.), dann beläuft sich der Preis für diesen einzigartigen VW auf 77.407 Euro. Wer noch mehr als das Besondere will, muss dafür ziemlich tief in die Tasche greifen. Franz Muhr
VW Arteon Shooting Brake R-Line; Motor: Vierzylinder, Turbodiesel, 200 PS; Antrieb: 4motion-Allradantrieb, DG7-Automatikgetriebe; Preis: ab 58.490 Euro, Testfahrzeug 77.407 Euro
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Einzigartig: Das Bijou am See Flanieren, genießen, verweilen: Die neue Uhren- und SchmuckBoutique von Huber Fine Watches & Jewellery in Bregenz macht den Ausflug an den Bodensee zu einem unvergesslichen Erlebnis.
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ahlreiche Weltmarken präsentieren sich in der neuen Uhren- und Schmuck-Boutique in einem Shop-in-ShopKonzept auf 160 Quadratmetern. Produkte von Rolex, IWC, Cartier, Hublot und Tudor sind exklusiv bei Huber erhältlich. „Wir dürfen deren Vertrieb im gesamten Bundesland Vorarlberg übernehmen“, freut sich Inhaber Norman J. Huber.
Huber präsentiert Luxus-Uhrenmarken und eine auserlesene Schmuckauswahl.
Schmeichelnde „Schmuck-Stücke“ von nicht weniger klingenden Marken wie Pomellato, Boucheron, Serafino Consoli überraschen mit kostbaren Kreationen. Die eigene Huber Private Label Collection rundet die auserlesene Schmuckauswahl ab. Und VintageFans, die Uhren und Schmuck mit Geschichte lieben, werden über seltene und wertvolle Sammlerstücke staunen. Erste Adresse für Uhren und Schmuck. Hubers neue Uhrenund Schmuck-Boutique ist an der Kirchstraße 1 auf dem Leutbühlplatz im Bregenzer Stadtzentrum beheimatet. Der Standort befindet sich in der Fußgängerzone, die zum Flanieren, Genießen und Verweilen einlädt. Neben dem exklusiven Sortiment ist für Huber auch das richtige Flair entscheidend. „Wir legen größten Wert auf eine professionelle Beratung und exzellente Dienstleistungen. Dieses emotionale Erlebnis sollen die Gäste genießen“, sagt Inhaber Norman J. Huber, der seit Längerem einen geeigneten Standort für die Uhren- und Schmuck-Boutique in Bregenz suchte.
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Dieses emotionale Erlebnis sollen die Gäste genießen.
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International bekannt. Das traditionsreiche liechtensteinische Familienunternehmen Huber Fine Watches & Jewellery ist bei Vorarlbergern und internationalen Gästen bekannt. Seit 30 Jahren betreibt es eine Uhren- und Schmuck-Boutique im Skiort Lech am Arlberg. Über den Standort auf dem Leutbühlpatz in Bregenz freut sich Norman J. Huber besonders: „Es ist ein idealer Ort, um unseren persönlichen Service zu zelebrieren und anspruchsvolle Kunden und Gäste aus nah und fern in angenehmer Atmosphäre zu beraten.“ Der Vaduzer führt das Unternehmen in vierter Generation. www.huber-juwelier.at
Foto: www.fasching.photo
Im Mai 2018 konnte Huber den Kontakt zu Marion und Petra Gröger, den Besitzern des Hauses an der Kirchstraße 1, knüpfen. Anfang 2019 erfolgte bereits die Planung für den Umbau und den Innenausbau. Das Einrichtungskonzept stammt vom renommierten Schweizer Architekturbüro Bollinger – spezialisiert auf Uhrenund Schmuck-Boutiquen im Luxusmarken-Segment und seit über 20 Jahren für Huber tätig.
Mode für die Ewigkeit
Fotos: WEBER + WEBER GmbH
Der Dornbirner Maturant schafft das Modestudium in LA: Hard life statt high life. Praxis im Sold eiserner Modeladies: Donatella Versace, Victoria Beckham. Hard life matters: Finanzkrise in den USA, Neustart im Ländle, Rückkehr nach LA, Durchstart in Europa. Seit 2014 macht Christian Weber (48) Mode für die Ewigkeit. In seiner Wiener Sartoria.
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Ein Paar. 2007 wird Christian Weber (links) US Designer of the Year. 2010 wird Manuel (rechts) Partner of his Life.
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Vom Trainee zum Chef. „Wolford hat mich für ein ganzes Leben geprägt. Als Trainee durchlief ich alle Abteilungen, lernte, wie wichtig jedes kleinste Detail für die
perfekte Qualität ist, gewann Achtung vor den unzähligen Arbeitsschritten, sah Liebe, Sorgfalt, Begeisterung der Mitarbeiter(innen) für ihr Markenprodukt. Die Marke Wolford wurde kompromisslos gelebt und geliebt.“ Die Chance, vom Trainee zum Kollektionschef von Burlington Socks aufzusteigen, lässt sich Christian Weber nicht entgehen. In seiner ersten Führungsposition hört der Youngster zu, er schafft nicht an. Er lernt von denen, die mehr Erfahrung haben als er. „Der Produktionschef war 40 Jahre in der Firma. Was hätte ich ihm sagen können?“ Am 15. Juli 1997 wird Gian-
Homebase. Italianità im herzoglichen Palais an der Wieden. Webers Wiener Sartoria.
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ni Versace ermordet. Ein Jahr später ist Christian Weber im Team von Donatella Versace. Er verlässt Burlington nicht Knall und Fall, pendelt ein halbes Jahr zwischen Italien und Deutschland. Auf der Fahrt büffelt er italienisch. „S’leba isch koa schoki.“ Versace-Glamour. Die Fluktuation im Hause Versace ist Legende. Donatella verbraucht jährlich so viele Designer wie ein Jahr Tage hat. Christian Weber bleibt sechs Jahre. „Unter dem Dach von Versace gibt es mehrere Kollektionen, die an verschiedenen Orten, teilweise für ver-
Wir schätzen Ruhe und Ambiente der Räume im Palais Erzherzog Carl Ludwig. Kunst & Kultur sind inspirativ. Im Ehrenhof träumen wir.
Fotos: WEBER + WEBER GMBH
he shortest way: Dornbirn – LA. Aus Stoffen, mit denen Vater, Oma und Tante tagtäglich zu tun haben, schneidert sich Christian Weber von klein auf die Welt seiner Träume. Daran ändert die HAK in Lustenau nichts, die er auf elterlichen Wunsch besucht. Vor Verteilung des Maturazeugnisses bricht er zum Modestudium nach LA auf. „Ich wollte raus aus Europa, neue Menschen kennenlernen, die Welt der Mode und des Films entdecken. LA war the best place to be.“ Schon mit 17 Jahren schnupperte er eine Woche lang an der Modeschule in Los Angeles. Unterricht von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, danach Hausaufgaben, sechs Tage in der Woche. „Die Ausbildung ist knallhart. Trainiert werden handwerkliche und kreative Fähigkeiten. Man lernt aber auch Time Management, damit man die Schule in zwei Jahren schafft.“ Nebenher muss er arbeiten. Eine Ausbildung in den USA ist sündteuer. Er schafft sie. Erfolgreich. Mitte der 1990er-Jahre stellt sich im Zuge der kalifornischen Unruhen Heimweh ein. Christian Weber nimmt ein Angebot von Wolford an.
Die Damenlinie trägt keine Jahreszahl. Stoffe, Schnitte, Farben, Muster sind zeitlos. Das DesignerPaar arbeitet genau, sorgfältig, achtsam an jedem einzelnen Modell, damit es nie den Abverkauf erreicht.
Victoria Beckham ante portas. Nachdem sein amerikanischer Arbeitgeber nicht wie geplant die Produktion von China nach Italien verlagert, kommt Christian Weber das Angebot von Victoria Beckham gerade recht, sie beim Aufbau einer Prêt-à-Porter-Linie zu unterstützen. „Sie hatte null Ahnung vom Modebetrieb, aber den eisernen Willen, eine erfolgreiche Designermarke aufzubauen. Posh Spice ist in der Zusammenarbeit dominant, zudem ein Kontrollfreak, aber sie arbeitet wie ein Berserker.“ Die Mitarbeit am Aufbau einer neuen Designermarke bestärkt ihn darin, es selbst zu versuchen.
schiedene Märkte und mit unterschiedlichen Partnern produziert werden. Etwa Versus, die junge Zweitlinie, die Hauptlinie Versace, Versace Atelier mit Ausrichtung auf Haute Couture und Red Carpet, die Männerlinie VEZE als Kooperation von Versace mit Ermenegildo Zegna, nicht zuletzt Versace Jeans etc. Es war spannend und lehrreich zu erleben, wie man jede Submarke mit anderen Augen sehen muss, obwohl alle zur Welt von Versace gehören.“ 2004 kehrt Christian Weber nach LA zurück. Sein Herz spricht italienisch: „Italia amore mio.“
Christian Weber Design. 2007 lanciert er seine erste Damenkollektion. Finanzieller Rückenwind kommt von koreanischen Investoren. Ein eigener Shop in der Seoul Galleria wird eröffnet. In Nachbarschaft befinden sich Zegna und Etro. Die Designermarke Christian Weber ist auch an amerikanischen Points of Sale in bester Gesellschaft. 2008 stoppt die Finanzkrise den Erfolgslauf. Der Hauptmarkt USA bricht weg. Die Verlagerung von Geschäftssitz und Produktion nach Italien bringt nichts. „Der Alemanne in mir entschied, meine Zelte im Ländle aufzuschlagen, das Haus meiner Oma zu renovieren und in Europa als freier Designer zu arbeiten.“ Unter anderem für die Marken Gössl und Werner
Moderne Frauenpower. Elegant + komfortabel. Im Office, auf Reisen, in der Welt.
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Siegermodell. Herrenblazer aus patentiertem Luxusloden. Woolmark Prize 2014.
Travel Luxe haben wir jahrelang entwickelt. Feinste Merinowolle wird nach dem Lodenprinzip verstrickt, gewalkt, geblattelt. Ein Stoff, aus dem echte Modeträume sind. Baldessarini. 2014 gewinnt er den „International Woolmark Prize“. Unter der Patronanz von Prinz Charles, Designer Paul Smith, Vogue Italia-Chefin Franca Sozzani werden die besten Entwürfe aus Merinowolle auszeichnet. Ihre Präsentation gerät während der Weltausstellung zur Supershow in der Via Monte Napoleone. Christian Webers Stern strahlt heller als zuvor. Er lockt Agenten, Kunden, Journalisten an. Prompt wird die erste Herrenkollektion für die Saison Herbst/Winter 2015 geliefert.
Mode von Weber + Weber. Wiens bester Geheimtipp.
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duktion ist eine Werkstättenfertigung in Italien. Der Stoff eine mustergeschützte Eigenentwicklung. „Travel Luxe“ wird nach dem Loden-Prinzip aus feinster Merinowolle gestrickt, gewalkt, geblattelt. Sakkos, Mäntel, Hosen bieten weichen, leichtgewichtigen Strick-Komfort. Das verfeinerte Loden-Prinzip funktioniert auch bei gewebten Stoffen. Die Home Base befindet sich im Barock-Palais von Erzherzog Carl Ludwig im 4. Bezirk. Die Sartoria im Parterre und der Showroom im Dachgeschoß haben Blickkontakt mit dem schönen Innenhof. Stil und Ambiente atmen die Liebe des Paares Christian und Manuel Weber für Italien. „Die Vollkommenheit ist erreicht, wenn nichts mehr hinzugefügt
oder weggenommen werden muss“, war das Credo des großen italienischen Universalkünstlers Leon Battista Alberti. Mode von Weber + Weber steht souverän über der Zeit, die das launische Wesen Mode nicht außer Kraft setzen kann. „Unsere Modelle kennen keinen Abverkauf. Ihre Nachhaltigkeit ist in Stoff, Verarbeitung, Stil, Farbe, Musterung garantiert. Wir haben in einer Zeit wie dieser unseren Mitarbeiterstand vervierfacht und arbeiten an einer kontrollierten Expansion. Wir wollen keine Fehler machen. Der Standort Wien bietet das kulturelle Umfeld, in dem wir kompromisslos an der Exzellenz unserer Marke arbeiten können.“ Sie verspricht Mode für die Ewigkeit. Elisabeth Längle
Fotos: WEBER + WEBER GMBH
Weber + Weber Sartoria. Zur Herrenund Damenlinie kommen Accessoires hinzu. Ihr Design ist zeitlos elegant. Die Verarbeitung exquisit. Die Distribution selektiv. „Wir möchten nur die besten Geschäfte.“ Sagmeister Bregenz gehört dazu. Die Pro-
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Radeln, Radler und Visionen
Vorbildlich. Schon heute setzen viele Vorarlberger aufs Rad.
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Auch in Vorarlberg ist die Mobilität ein großes Thema – das Radfahren ein wichtiger Aspekt, gerade wenn es um den Faktor Umwelt geht. Doch Radeln ist viel mehr als schadstoffarm. Radeln ist eine Lebens philosophie. Was treibt die Vorarlberger an? Und wohin führt der Weg?
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Foto: Land Vorarlberg/Lukas Hämmerle, Roland Paulitsch
ie Mobilität im Ländle befindet sich im Wandel – neben den E-Autos drängen auch die Radfahrer seit Jahren vermehrt ins Rampen- bzw. Straßenlicht. Mit einem hohen Radverkehrsanteil von 16 % outen sich die Vorarlberger im Österreichvergleich bereits heute als Volk begeisterter Radler. In Zukunft sollen es jedoch mehr werden. Das Land Vorarlberg möchte den Verkehrsanteil bis 2030 auf 21 % anwachsen lassen, definiert wurde das im Mobilitätskonzept 2019. „Damit der Plan aufgeht, steht noch einiges an Arbeit an“, ist sich Veronika Rüdisser, Vorstandsmitglied der Radlobby Vorarlberg sicher. Die Vereinigung für Alltagsradler hat sich die Themen Sichtbarkeit und Sicherheit auf die Fahne geschrieben. „Radfahren soll so sicher sein, dass alle Radlerinnen und Radler – vom Kind bis zum betagten Se-
Mein E-Bike benutze ich auch geschäftlich – zum Einkaufen auf dem Markt und zum Ausliefern für mein Catering. Dafür brauche ich kein Auto.
nior – bedenkenlos für jeden Weg aufs Fahrrad steigen können“, so Rüdisser. Wind- und Wetter-Radler. Bereits seit 30 Jahren steigt Günther Faigle, Geschäftsführer und Verkaufsleiter des Familienunternehmens Willy Faigle GmbH & Co KG in Hörbranz für jeden Weg aufs Fahrrad. Nicht nur, aber auch der Gesundheit wegen. Der schwarze Drahtesel ist das bevorzugte Fortbewegungsmittel des Hygieneprodukte-Experten, der den Umweltfaktor als willkommenen Nebeneffekt sieht. „Morgens geht’s von meinem Wohnort in Wolfurt zum Firmensitz nach Hörbranz. Abends wieder retour“, so Faigle. Wind und Wetter schrecken den motorlosen Biker nicht, denn für jedes Wetter gibt es die richtige Kleidung. Lediglich eine ungeräumte Schneefahrbahn hält ihn von seiner täglichen Routine ab. „Ich will keine Gefahr für andere Verkehrsteilneh-
mer sein“, erklärt der 55-Jährige. Im Winter greift er darum drei- bis viermal aufs Auto zurück. So handhabt das auch Gastronomin Stefanie Hein. Minustemperaturen sind für die 40-jährige Inhaberin des vegetarischen Bistros und Take-Aways „Potpourri“ in Bregenz kein Grund ihr EBike stehen zu lassen, schneebedeckte Straßen schon. Hier gibt es Verbesserungspotenzial. Eine bessere Schneeräumung bzw. Instandhaltung der Radwege wünscht sich auch die Radlobby Vorarlberg. Ein ebenso großes Anliegen stellt der weitere Ausbau von Radwegen dar. Good News. Zum Thema Ausbau des Radnetzes hat sich in diesem Jahr schon einiges getan. „Ganz aktuell konnten wir uns über große Schritte hin zu mehr Radverkehrsinfrastruktur freuen“, erklärt Anna Schwerzler-Nigg, Radverkehrskoordinatorin des Land Vorarlbergs. „Erst im
Umsteigerin. Vor 14 Jahren stieg Stefanie Hein aufs E-Bike um.
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Alltagsradler. Bei jedem Wetter fährt Günther Faigle mit dem Rad zur Arbeit
Radfahren bedeutet Unbeschwertheit für mich. Ich kann die Stimmung am Bodensee beobachten, Freunden begegnen oder einkehren. Vieles ist spontan möglich.
Hohe Lebensqualität. „Vor allem, dass die Pipeline weiter ausgebaut werden soll, find ich spitze, denn hier ist es teilweise sehr gefährlich“, so Stefanie Hein, die mit ihrer Familie nur einen Steinwurf von der vielfrequentierten Strecke entfernt wohnt. Gerade im Sommer ist das Verkehrsaufkommen besonders groß. Radler, Hoover-Board-Fahrer, Skater, Fußgänger und Badegäste sind dann in großer Anzahl un-
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terwegs – das bestätigt auch Günther Faigle. Dass der vierte und letzte Abschnitt der Radschnellverbindung Bregenz – Lochau erst im Zeitraum 2023–2025 umgesetzt wird, hält ihn allerdings nicht vom Radfahren ab. Denn den Kopf frei bekommen kann er am besten auf seinem Bike, am liebsten auf seiner Hausstrecke entlang des Bodensees. Dabei begeistert ihn nicht nur der Blick aufs Wasser. Es sind auch die sozialen Kontakte. „Oft treffe ich abends auf dem Heimweg Bekannte. Dann unterhält man sich kurz oder kehrt noch gemeinsam ein.“ Diese Unbeschwertheit ist der Motor, der ihn antreibt. Sie ist das Stück Lebensqualität, auf die er nicht verzichten möchte. Arbeits- und Freizeitgefährt. Stefanie Hein ist seit 14 Jahren mit ihrem E-Bike unterwegs. „Angeschafft habe ich das Rad, weil die Parkplatzsituation in Bregenz schwierig war.“ Heute setzt die Gastronomin ihr Elektro-Gefährt, das sie mit einem Anhänger ausgestattet hat, beruflich ein. „Um auf dem Markt frische Lebensmittel einzukaufen und um Fahrten für mein Catering zu erledigen“, erzählt die zweifache, sportbegeisterte Mutter. Weil
ihr auch die Umwelt sehr am Herzen liegt, benutzt die Familie, die eine Leidenschaft für skandinavische Länder hegt, ebenso im Urlaub vielfach das Rad. „Besonders beeindruckt hat mich Kopenhagen. Wegen des Lifestyles im Allgemeinen und aufgrund der Straßenhierarchie. Hier steht der Fahrradfahrer an erster Stelle, gefolgt vom Fußgänger und dem Autofahrer.“ Klare Zukunftsvisionen. Alltagsradler schielen deswegen neidvoll auf die Hauptstadt Dänemarks und fragen sich: Taugt Kopenhagen auch für Vorarlberg zum Vorbild? „Mit einer Großstadt wie Kopenhagen sind wir als Region schwer vergleichbar, grundsätzlich ist uns Kopenhagen aber ein klares Vorbild“, so Radfahrkoordinatorin Schwerzler-Nigg. „Eine Radkultur in Vorarlberg gedeiht und wächst.“ Die Vision: Sie soll sich entwickeln, damit das Fahrrad genauso zum Ländle gehört, wie es auch zu Kopenhagen gehört. Die Weichen hierfür sind auf jeden Fall gestellt. Und für viele Vorarlberger ist das Bike schon jetzt eine Lebensphilosophie – aus Umwelt-, Kosten- oder Gesundheitsgründen. Oder weil der Ritt auf dem Drahtesel einfach Spaß macht.
Foto: Roland Paulitsch
Februar wurde ein großes Radpaket gemeinsam mit dem Bund geschnürt.“ Die Ländle-Radler dürfen der Umsetzung von drei Radschnellverbindungsab schnitten sowie mehreren Landesstraßenprojekten in Summe von ca. 62 Millionen Euro gespannt entgegensehen. Mit der Vereinbarung soll der weitere Ausbau des Fahrradwegnetzes in Vorarlberg bis zum Jahr 2027 erreicht werden. Zahlreiche Infrastrukturprojekte, darunter die Radschnellverbindungen Radfahren durchs Ried und Götzis– Rankweil/Klaus–Koblach werden realisiert. Ebenso steht die „Pipeline“ (Abschnitt 3) in Bregenz auf dem Plan – zwei Abschnitte wurden in den letzten Jahren bereits erfolgreich umgestaltet.
Trendbikes 2021 Der Run auf Bikes ist ungebrochen. Die Lust aufs Radeln nimmt bei steigenden Temperaturen an Fahrt auf. Doch welche Fahrräder sorgen heuer für besonders viel Fahrspaß?
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ie Fahrrad-Saison ist noch jung, trotzdem zeichnen sich die Favoriten dieses Jahres schon ab. Wenig überraschend bleibt das E-Bike ein Dauerbrenner und sichert sich durch ständige Updates seine Poleposition. Doch auch andere Bikes werden immer beliebter. Ungebremster Trend. Der Trend zum E-Bike befindet sich wortwörtlich auf Bergfahrt. Denn neben E-Bikes für den Stadtverkehr, sind auch immer mehr motorbetriebene Mountainbikes am Start. Der Grund: Es ermöglicht auch Durchschnittsbikern Touren zu fahren, die ohne Motor nicht zu bewältigen wären. Insgesamt zeigt sich im Segment der E-Bikes eine rasante Entwicklung von Saison zu Saison – der Motor wird immer leichter und stärker, die Akkus immer größer.
Fotos: Land Vorarlberg/Lukas Hämmerle, Pro Cycle, Andreas Künk
Hype ums Gravle-Bike. Der Senkrechtstarter der Saison kommt aus den USA und ist ein für hohe Geschwindigkeiten
Gravle-Bikes werden immer häufiger nachgefragt. Vor allem von Kunden, die Rennräder schätzen, aber auch an der Bregenzerach entlangfahren möchten. Christian Pauger Inhaber, Pro Cycle Bregenz
konzipiertes Offroad-Rennrad. Das Trendbike macht sich die angenehmen Eigenschaften eines herkömmlichen Rennrades zunutze und punktet mit Extra Skills wie besserem Grip. Das macht es besonders vielseitig. Das Gravle-Bike kann sowohl für den Weg zur Arbeit und für Familienausflüge als auch zu Trainingseinheiten sowie schnellen Touren auf Kies und Schotterwegen genutzt werden. Praktische Newcomer. Das Lastenrad zählt zwar noch zu den Exoten auf Vorarlbergs Straßen, verfügt aber über eine ständig wachsende Fanbase. Genauso vielfältig wie die Erscheinungsform des Bikes ist die Nutzungsmöglichkeit. Besonders beliebt und praktisch sind die Cargobikes mit Transportkiste, Sitzbank und Gurten, die zur Beförderung des Nachwuchses geschaffen wurden. Die trendige „Kinderkutsche“ sorgt nicht nur für einen enormen Fun-Faktor, sondern ist ganz nebenbei auch praktisch und umweltfreundlich. Yvonne Tscherner
Der Trend zum E-Bike ist ungebremst. Auch die Weiterentwicklung geht rasant voran – Motoren werden immer stärker, Akkus immer größer. Alexander Borg Leitung Vertrieb Intersport Fischer
Familientauglich. Auch das Lastenrad steigt in der Beliebtheitsskala.
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ie sind weit mehr als nur Namen und Logos: mit Marken verbinden Menschen rationale Erfahrungen und emotionale Erlebnisse. Eine Marke steht für ein einzigartiges und unverwechselbares Image – und gerade in Zeiten wie diesen für Tradition und Vertrauen, Qualität und Innovation. Auch in Vorarlberg sind viele bekannte Marken beheimatet. Von regionalen Größen bis hin zu Weltmarktführern. „Man könnte sogar sagen, Vorarlberg ist überbesetzt, wenn man die Markendichte in Relation zur Größe des Landes setzt“, führt Klaus-Dieter Koch, Markenstratege und Gründer von BrandTrust, aus. Doch
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genau die Kleinheit Vorarlbergs ist auch eine wichtige Zutat zum Erfolg. „Wo wären Unternehmen wie Rauch oder Blum, wenn sie den Vorarlberger Markt nicht verlassen hätten? Sie mussten früh raus aus dem Ländle. Das ist nicht nur anstrengend, sondern erfordert auch Fleiß und Klugheit.“ Und genau das zeichnet die Top-Marken aus: Sie haben es sich nicht einfach gemacht. Mit Ecken, Kanten und Stil. Doch allein Anstrengung ist noch kein Garant dafür, zur Marke zu werden. Es gehört schon noch etwas mehr dazu. Und das klingt aus dem Mund von Klaus-Dieter Koch eigent-
„Marken können eine unfassbare Kraft haben. Allein schon ein Logo lässt Bilder im Kopf entstehen.“ Klaus-Dieter Koch BrandTrust
VORARLBERGS AUSGEZEICHNETE MARKEN Sie stehen für Tradition und Vertrauen, für Qualität und Innovation – regional wie international.
Fotos: Dietmar Stiplovsek
lich ganz simpel: „Man muss bekannt und für Menschen anziehend sein.“ Wie man das schafft? Mit spannenden Leistungen, mit Profil, Charakter, mit Ecken und Kanten. Und mit einem starken Stil, der sofort erkennbar ist „und der im Gegensatz zu Design nichts mit Geschmack zu tun hat. Stil hat man, oder nicht“, bringt es der Experte auf den Punkt. Die Story dahinter. Bekanntheit ist also die Eintrittskarte zum Spiel. „Und die ist im Grunde zunächst ganz simpel eine Frage des Geldes. Wo kann ich werben?“ Nicht minder wichtig ist aber auch das „Leben“, mit dem Markenname und -logo
gefüllt werden: Eine interessante und überzeugende Geschichte, Spitzenleistungen ... Doch Achtung, die Aufmerksamkeitsspanne sollte nicht überstrapaziert werden. „Entscheidend ist die Kunst des Weglassens“, so Klaus-Dieter Koch. Und der größte Fehler? „Kreativität ohne Grenzen. Nicht falsch verstehen: Ideen sind wichtig, um eine Marke am Leben zu erhalten. Aber die Marke sollte nie als Bühne benutzt werden.“ Es geht um Konstanz und darum, Kurs zu halten. Bestes Beispiel: die Mannerschnitten. Bei diesem Namen kommen den meisten vermutlich sofort drei Dinge in den Sinn: Waffeln,
Wiener Stephansdom und Rosa. „Und das seit Jahrzehnten. Dabei gab es Jahre, in denen die Farbe Rosa nicht gerade angesagt war. Aber genau darum geht es: man darf sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. So erhält man als Marke Einzug in die Köpfe der Menschen.“ Begehrte Adresse. Auch als Arbeitgeber übrigens. Das zeigt ein Ranking der Unternehmen, bei denen sich Akademiker bewerben. Hier finden sich fast ausnahmslos bekannte Marken. „Kurz gesagt: Wenn eine Marke für Kunden attraktiv ist, muss sie sich schon sehr anstrengen, um nicht attraktiv für Fachkräfte zu sein.“ Sabine Carotta
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ALMA
ECHT UND TRADITIONELL Die älteste Streichkäsemarke Österreichs und Vorarlberger Bergkäse g.U. nach alter Handwerkstradition – das ist Alma.
Special
Fotos: Christian Schramm, Sascha&Torsten Wett, Rupp AG
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Neu seit Oktober 2020: der Alma Direktverkauf in Hörbranz.
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ie Geschichte von Alma ist untrennbar mit der Geschichte der Bregenzerwälder Bauern und Senner verbunden. Auf Initiative von Bauer, Dichter und Freigeist Franz Michael Felder gründet eine Handvoll entschlossener Bauern im Jahr 1860 den „Landwirtschaftlichen Käseverein Bezau“. Die Idee der genossenschaftlichen Dorfsennereien ist geboren.
Daraus entsteht 1921 das genossenschaftliche Unternehmen Alma und mit ihm auch die Marke Alma. 100 Jahre ist das nun her und seitdem hat sich einiges getan.
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Eckerl und Scheiben. Die Experten bei Alma probierten stets Neues aus und setzten innovative Ideen um. So begann Alma 1925 als erstes Unternehmen in Österreich damit, Käse zu schmelzen und als praktische Eckerl und Scheiben zu verpacken. Nach wie vor zählt Alma Rahm zu einem der beliebtesten Produkte der ältesten Schmelzkäsemarke Österreichs. Ebenfalls 1925 wurde das Markenzeichen von Alma „geboren“: die Alma Sennerin in ihrer original Bregenzerwälder Tracht. Begeisterung und Erfahrung. 365 Tage im Jahr stehen die Sennermeister(innen) in der Sennerei und verarbeiten frische Heumilch mit Begeisterung, Präzision und Geschick. In vier Alma Bergsennereien werden Alma Vorarlberger Bergkäse g.U. und Schnittkäse hergestellt. Aktuell wird die Marke von ca. der Hälfte der Vorarlberger Sennalpen und weiteren
kleinen Dorfsennereien mit Berg- und Alpkäse beliefert. Bis heute und auch in Zukunft sieht Alma es als Verpflichtung, die Vorarlberger Alpwirtschaft zu fördern und zu erhalten. Denn ohne sie wäre die Käselandschaft und vor allem die Kulturlandschaft Vorarlbergs um ein bedeutendes Stück ärmer.
ALMA eine Marke der Rupp AG Krüzastrasse 8 6912 Hörbranz + 43 (0)5573 8080 www.alma.at, shop.alma.at
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RUPP AG
MIT MUT UND NEUEN IDEEN
Fotos: Rupp AG
Willkommen bei den Käsepionieren! Rupp zählt zu den ältesten und bekanntesten Marken in Österreich.
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ei Rupp liegt die Leidenschaft für Käse in der Familie. Und das schon in dritter Generation. Bereits als 13-Jähriger erzeugte Firmengründer Josef Rupp I. selbstständig Käse. Das verdiente Geld investierte er in den Besuch einer Schweizer Molkereischule. Mit Erfolg. 1908 war er der Erste, der in Österreich Emmentalerkäse nach Schweizer Art herzustellen begann. Schon in den 20erJahren exportierte er seine Emmentalerlaibe bis nach Italien, Belgien, Nordafrika und Amerika. Der Beginn der Schmelzkäseproduktion Mitte der 30er-Jahre ließ den Familienbetrieb und den Export
weiter wachsen. In den 50ern wurden schließlich die Eckpfeiler für den heutigen Erfolg gelegt. Der Enzian Käsle und andere Schmelzkäsespezialitäten bereiteten den Weg zum erfolgreichen Markenprodukt. Durch mutige und umsichtige Entscheidungen ist Rupp heute eine der bekanntesten Marken in Österreich. Mit Innovationskraft. Rupp steht für Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, aber auch Innovation. Mit impulsgebenden und ideenreich verpackten Produkten bietet das Unternehmen eine innovative Käsewelt – ohne dabei seine
Wurzeln zu vergessen. Mit starkem Familien- und Heimatbezug werden die Produkte auch oft mit der eigenen Kindheit in Verbindung gebracht. Durch neue und einzigartige Produkte beweist die Marke regelmäßig ihre Innovationskraft und erschließt neue Zielgruppen.
Rupp AG – Privatkäserei Rupp Krüzastraße 8 6912 Hörbranz ++43 (0)5573 8080-0 www.ruppcheese.at
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JULIUS BLUM GMBH
INDUSTRIE 4.0 MIT TEAMGEIST Mit Leidenschaft erforschen Mitarbeitende bei Blum, wie Möbelbeschläge die Wohnqualität steigern können.
Special
Fotos: Julius Blum GmbH
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Mit Blum-Beschlägen setzen Kunden inspirierende Lösungen einfach um.
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as Familienunternehmen Blum produziert Möbelbeschläge aus Stahl, Zink und Kunststoff. Und das seit fast 70 Jahren sehr erfolgreich. Das Geheimnis? Innovative Produkte, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine weltoffene, internationale Ausrichtung. Blum ist regional in Vorarlberg verwurzelt, gleichzeitig aber mit mehr als 30 weltweiten Tochterunternehmen in 120 Ländern vertreten. Beim Höchster Familienunternehmen steht stets der Mensch im Mittelpunkt. Trends. Bei Blum macht sich das Team der Bedürfnisforschung immer wieder auf die Suche nach den Trends im Bereich „Wohnen“. In der Laborküche des Herstellers, in der Abteilung „Forschung und Entwicklung“ und im engen Austausch mit
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Kunden und Partnern entstehen so hochwertige Produkte für mehr Wohnqualität. Mit den Beschlägen und den passenden
Blum bietet als Arbeitgeber attraktive Möglichkeiten in allen Fachbereichen. Thomas Hagen, Personalleitung Blum
Services rundherum ermöglicht Blum seinen Kunden, eigene kreative Möbelideen zu verwirklichen. Schöne, funktionale und gleichzeitig langlebige Möbel mit hochwertigen Produkten. WORK ORANGE. Bei Blum treffen dieser Forschergeist, Hightech und Industrie 4.0 auf familiäre Atmosphäre. „Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein Widerspruch wirkt, macht das Arbeiten bei Blum so besonders. Denn WORK ORANGE meint mehr als nur die Firmenfarbe. Es ist ein Gefühl, das die ‚Blümlerinnen und Blümler‘ weltweit miteinander teilen und die Leidenschaft, Bestehendes immer weiter zu optimieren und Neues zu erforschen“, erläutert Thomas Hagen, Personalleiter bei Blum. Der Beschlägehersteller setzt unter anderem auf künstliche Intelligenz,
Als Julius Blum 1952 seinen Betrieb gründete, konzentrierte sich der gelernte Schmied auf die Herstellung spezieller Hufstollen. 1958 startete er mit der Produktion von Scharnieren in Lizenz. Mittlerweile agiert Blum mit Produktionsstandorten in Vorarlberg, USA, Polen und Brasilien sowie 32 Tochtergesellschaften bzw. Repräsentanzen und beliefert über 120 Märkte. Mixed Reality und 3D-Druck und hält über 2100 erteilte Patente. Projektbasiertes Arbeiten im Team über Abteilungsgrenzen hinweg und ein Umgang auf Augenhöhe sorgen für ein menschliches, offenes und kommunikatives Arbeitsklima. Vielfalt. Die Jobmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Von der modernen Hightech-Fertigung, der Anlagentechnik und Instandhaltung über das Qualitätsmanagement bis hin zur Forschungs- und Entwicklungsabteilung, der IT oder Verwaltung warten spannende Aufgaben. Ob über eine Lehre, nach der Matura, dem Studium oder als Quereinsteiger – auch die Wege zum Beschlägehersteller sind unterschiedlich. Jeder Mensch bringt individuelle Kompetenzen mit, die das Familienunternehmen wertschätzt. „Als Teamplayer zum Erfolg einer weltweiten Marke beizutragen und gleichzeitig persönliche Entwicklungsmöglich-
keiten in einem modernen Arbeitsumfeld zu haben, ist aus meiner Sicht sehr attraktiv“, so Thomas Hagen. Vernetzt. Beim Höchster Beschlägehersteller werden Eigenverantwortung und Selbstorganisation großgeschrieben − daher haben die Mitarbeitenden vielseitige Möglichkeiten, den Arbeitsalltag zu gestalten. Für Flexibilität sorgen digitale Tools. Das macht es möglich, im Homeoffice zu arbeiten und gleichzeitig im Austausch mit dem eigenen Team zu stehen. Familienunternehmen. Als Julius Blum 1952 den Betrieb gründete, konzentrierte er sich auf die Herstellung spezieller Hufstollen. 1958 startete er mit der Produktion von Scharnieren in Lizenz. Mittlerweile agiert Blum mit Produktionsstandorten in Vorarlberg, USA, Polen und Brasilien sowie 32 Tochtergesellschaften/Repräsentanzen und beliefert über 120 Märkte. Über 8300
Bei Blum trifft Industrie 4.0 auf familiäre Atmosphäre.
Teamplayer tragen zum Erfolg der weltweiten Marke bei.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind beim Beschlägespezialisten tätig, davon 6200 in den acht Werken in Vorarlberg. Durch konsequente Investition in Forschung & Entwicklung gelingt es Blum seit vielen Jahren, die Position als verlässlicher und innovativer Zulieferer der Möbelhersteller zu behaupten und abzusichern.
Julius Blum GmbH Industriestraße 1 6973 Höchst www.blum.com Vielseitige Jobmöglichkeiten: Blum produziert und vertreibt Hightech-Beschläge für die unterschiedlichen Wohnwelten.
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AUTO GERSTER
ALLES UNTER EINEM DACH Service mit Persönlichkeit: Bei Auto Gerster stehen die Wünsche der Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt.
Special
Fotos: Auto Gerster
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Zwei Generationen in einem Boot: Christoph (li.) und Philipp Gerster.
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ohe Qualitätsstandards, persönliche Betreuung, sympathische Kundennähe: hinter dieser Philosophie steht das traditionelle Familienunternehmen, bei dem sich alles um Mobilität dreht. Auto Gerster wird in dritter Generation von Sabine und Christoph Gerster geführt, seit diesem Jahr ist mit Sohn Philipp nun auch die vierte Generation mit an Bord. Bereit für die Zukunft. Viel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten getan. Die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden sind gewachsen, das Auto ist heute mehr denn je wichtiger Begleiter in privatem Alltag und im Beruf. Vor allem aus diesen Gründen hat Auto Gerster zukunftsorientiert investiert und präsentiert sich heute mit Opel, Ford, Suzuki und – neu seit 2021
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– Peugeot als attraktiver Mehrmarkenpartner. Mit einem Absatz von rund 2500 Neuwagen, 900 Gebrauchtwagen und 30.000 Werkstattdurchgängen gehört Gerster zu den bedeutenden Autobetrieben in Vorarlberg. Vier eigene Standorte und 11 Vertragspartner sichern eine breite regionale Verteilung für die Kunden. Zeit und Wege sparen. Die Zentrale der Gerster-Betriebe befindet sich in Dornbirn. Von hier aus wird der Großhandel mit Ersatzteilen, Zubehör und Fahrzeugen betrieben. Neben einer bestausgerüsteten Werkstatt für Service- und Reparaturarbeiten haben hier auch ein Gebrauchtwagenhandel und das Lack- und Karosseriezentrum (LaKaZe), in dem Modelle aller Marken repariert werden, ihren Sitz. Die Vorteile liegen auf der Hand: der Kunde
findet den kompletten Service unter einem Dach und spart sich somit nicht nur unnötige Wege sondern auch jede Menge
Wir setzen auf hohe Qualität sowie eine persönliche und kundennahe Atmosphäre. Christoph Gerster Geschäftsführer
Bei Auto Gerster profitieren Kunden nicht nur von der jahrzehntelangen Erfahrung und Kompetenz. Das Familienunternehmen in vierter Generation bietet auch noch alle notwendigen Fachabteilungen – vom Autokauf bis hin zur Instandhaltung und Reparatur des Fahrzeuges – in einem Haus. So können sich die Kunden rundum gut betreut fühlen.
Standort Bludenz.
Die Zentrale in Dornbirn.
Neueste Technik kommt auch in der Werkstatt zum Einsatz.
Zeit. Der Dornbirner Betrieb wurde in den Jahren 2002/2003 umfassend umgebaut und erweitert, 2018 wurde ein neues Gebäude für den Vertrieb von Ford und Suzuki errichtet. Komplettpaket. Ein weiterer Standort des Familienunternehmens findet sich in Bludenz. Dort eröffnete im Jahr 1981 die erste Gerster-Filiale. Bludenz verfügt neben einem großzügigen Schauraum ebenfalls über ein Lack- und Karosseriezentrum (LaKaZe) und eine moderne Werkstatt mit Direktannahme. In Bludenz werden Opel-Neuwagen gehandelt, die Werkstatt ist jedoch für Opel und Suzuki zertifiziert. Der Betrieb in Koblach wurde im Juni 2013 erworben. Mit dem Standort in Koblach hat die Firma Gerster auch den Vertrieb und die Reparatur
der Marke Ford übernommen. Koblach ist somit ein vollwertiger Opel- und FordStandort mit Autohandel, Werkstatt und Teilehandel. Dieser Standort ist unter anderem sehr interessant für die Schweizer und Liechtensteiner Kunden. Die Tochterfirma Schwendinger & Kussian in Hard wurde im Mai 2015 eröffnet. Der Standort im Rheindelta an der Stadtgrenze Bregenz lässt viele Kunden in die Schauräume oder Werkstatt kommen. Businesspartner. Da auch zahlreiche Nutzfahrzeuge zum Sortiment gehören, schätzen viele Unternehmen die maßgeschneiderten Lösungen, die Auto Gerster ihnen bieten kann. Und auch die Themen Elektromobilität und Hybrid werden immer wichtiger. Mittlerweile finden sich 25 Modelle in der Gerster-„Familie“.
Standort Koblach.
Auto Gerster Dornbirn, Bludenz, Koblach Tel. +43 (0)5572 3751-0 office@autogerster.at www.autogerster.at
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GRASS GMBH
ZUKUNFT BEWEGEN Bewegung steckt nicht nur in den Systemlösungen der Marke GRASS – sie treibt auch die Menschen im Unternehmen an.
Special
Fotos: Jens Ellensohn
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
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eit Herbst 2020 stapelt die GRASS Gruppe noch höher als bisher: Mit dem neuen Hochregallager am Standort Hohenems, das sich über 22 Ebenen in die Höhe schraubt, wurde der größte Logistik-Bau Vorarlbergs im September in Betrieb genommen. Mit seinen knapp 38.000 Paletten-Stellplätzen auf einer über 11.150 m2 großen, überbauten Fläche wird die neue Logistik-Drehscheibe der Unternehmensgruppe zum Symbol für die Dynamik, mit der sich GRASS seit Jahren konstant weiterentwickelt.
Gut investiert in den Ausbau. Die Marke GRASS setzt immer wieder sichtbare Zeichen und entwickelt sich kontinuierlich zu einem markt- und kundenorientierten Premiumpartner der Möbelindustrie.
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„Mehr Kapazitäten, starker Kundenservice und optimierte Prozesse zur Auftragsbearbeitung sind das A und O, um
Bewegung bedeutet für uns, die Impulse zu setzen und Kunden zu inspirieren. Albert Trebo CEO GRASS Gruppe
für die Zukunft gerüstet zu sein“, betont Geschäftsführer Albert Trebo. Und natürlich die innovativen Produktlösungen, mit denen GRASS seit über 70 Jahren Kunden in aller Welt begeistert. Die Systemlösungen, die Bewegung in viele Möbel internationaler Top-Marken und exklusiven Handwerks bringen, entstehen in schlanken, effizienten Produktionseinheiten an Standorten in Deutschland, Österreich, Tschechien und den USA. Als Entwicklungspartner und Systemanbieter kann die GRASS Gruppe ein beeindruckendes Portfolio an hochklassigen Schubkasten-, Führungs-, Scharnier- und Klappen-Systemen anbieten. Ausgezeichneter Innovationsgeist. Was zeichnet diese Bewegungs-Lösungen aus?
Inzwischen sind rund 1800 Menschen an 19 Standorten Teil der kulturell vielfältigen GRASS-Familie. Sie sorgen dafür, dass die Traditionsmarke frisch, vielseitig und modern die Zukunft gestaltet.
„Wir gehen immer wieder neue Wege, was Design und Technologie betrifft“, erklärt CEO Albert Trebo. „Nie stehen bleiben, immer einen Schritt weiter sein. Bewegung bedeutet für uns, selbst die Impulse zu setzen und die Produktentwicklung unserer Kunden dadurch zu inspirieren.“ Ideen, die die Marke GRASS tragen, haben in der Vergangenheit auch die Jurys begehrter Designpreise inspiriert. Entsprechend sammeln die Bewegungs-Systeme in schöner Regelmäßigkeit Auszeichnungen ein: So zählt z. B. Kinvaro T-Slim, das dünnste und effizienteste KlappenSystem, das GRASS je entwickelt hat, 2020 zu den Gewinnern des Red Dot Awards und wurde 2021 mit dem German Design Award Special ausgezeichnet. Motiviert für Höchstleistungen Jüngster Kandidat für einen Design-Preis ist Vionaro V8. Basierend auf dem erfolgsbewährten Schubkasten-System Vionaro haben die Entwickler höchste Funktionalität und Ästhetik in einer 8 Millimeter schmalen Zarge verpackt. Als schmalstes und modernstes Schubkasten-System der Welt eröffnet das Premium-Produkt Vionaro V8 damit Küchenpartnern nahezu unendlich viele Gestaltungs- und
GRASS BewegungsSysteme begeistern Designer, Juroren und Kunden gleichermaßen.
Kombinationsmöglichkeiten. Ein weiteres Beispiel dafür, wie bei GRASS Design und technische Machbarkeit Hand in Hand gehen, um neue Lösungen marktfähig werden zu lassen. „So etwas funktioniert natürlich nur, wenn die Haltung im Unternehmen und der Teamgeist stimmen“, betont Albert Trebo. „Das ist eine unserer großen Stärken: An jedem Standort arbeiten unsere Teams unheimlich motiviert und mit Spaß an der Sache zusammen.“ Eine moderne Personalentwicklung trägt dazu bei, diesen Teamgeist und die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter weiter zu fördern. Als ein Unternehmen der WÜRTH Gruppe kann GRASS dabei auf die Stärke eines globalen Konzerns vertrauen, der in die
kontinuierliche Entwicklung der Unternehmensstandorte und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert. Inzwischen sind rund 1800 Menschen an 19 Standorten Teil der kulturell vielfältigen GRASS-Familie. Sie sorgen dafür, dass die Traditionsmarke GRASS mit ihren über 70 Jahren frisch, vielseitig und modern die Zukunft gestaltet.
GRASS GmbH Grass Platz 1 6973 Höchst +43 (0)5578 701 00 www.grass.eu
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HYDRO NENZING
DEN WERTEN TREU BLEIBEN Mit Leidenschaft die Zukunft gestalten und das Beste aus Aluminium entwickeln. Flexibel, innovativ und nachhaltig.
Special
Die vereinten Cs im Hydro-Logo stehen für die drei Unternehmenswerte im Englischen: Care, Courage, Collaboration.
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as Aluminiumunternehmen Hydro Nenzing wurde vor 49 Jahren als eines der ersten Werke des norwegischen Konzerns Norsk Hydro außerhalb Skandinaviens gegründet. Nicht zuletzt wegen der optimalen Lage im Dreiländereck. Der Konzern, der unlängst das 115 Jahr-Jubiläum feierte, wurde von zwei Pionieren ins Leben gerufen, um den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln einer hungernden Bevölkerung zu decken. Die heutigen Unternehmenswerte Zusammenarbeit, verantwortliches Handeln und Mut untermauern diese Grundsätze und zeigen, dass diese nach über 115 Jahren immer noch Gültigkeit haben.
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In den fast 50 Jahren hat sich der Standort Nenzing innerhalb des Konzerns mehrfach als bestes Strangpresswerk Europas auszeichnen lassen. Im Aluminium-Extrusion-Business und im Land Vorarlberg hat sich die Marke „Hydro Nenzing“ längst einen Namen gemacht.
Unsere Marke steht für nachhaltige Zusammenarbeit und modernen Wandel. Manfred Rotschne, Geschäftsführer
Mitarbeiter(innen) wertschätzen. Kompetente und motivierte Mitarbeiter(innen) sind die Basis eines jeden unternehmerischen Erfolges, sie sind mit Sicherheit das USP der Marke „Hydro Nenzing“. Flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Vereinbarungen, der Fokus auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance, gesundheitsfördernde Maßnah-
Fotos: Hydro
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Die Teamstärke als USP der Marke Hydro Nenzing. Zufriedene Mitarbeitende und begeisterte Kunden durch Mut, Zusammenarbeit und verantwortliches Handeln. men, Weiterbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Fach- und Sozialkompetenz sowie ein gutes Miteinander und gemeinsames Feiern sind nur einige Beispiele, die den Arbeitgeber auszeichnen. „Wir setzen auf Teamstärke und sind stolz auf unser ‚Team Nenzing‘. Zufriedene und glückliche Mitarbeitende bilden die Basis für unseren Erfolg, denn sie sind der Schlüssel zur Begeisterung unserer Kunden“, ist sich Manfred Rotschne sicher. „Die Krisen in der Vergangenheit, wie beispielsweise die Überflutung unseres Firmengeländes 2005 sowie die Cyber-Attacke 2019 aber auch die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie haben bewiesen, dass ein unschlagbares ‚Team Nenzing‘ das Erfolgsgeheimnis ist.“ Flexibilität, ein hohes Engagement und die exzellente Zusammenarbeit sind die Schlüsselfaktoren, die Hydro Nenzing jedes Mal stärker aus der Krise hervorkommen ließen. Mutig und verantwortungsvoll. „Nachhaltigkeit ist eine der größten Heraus-
Die Geschäftsleitung weiß das Engagement des „Team Nenzing“ zu schätzen.
Hydro gestaltet die Zukunft mit Aluminium nachhaltiger. Für eine zukunftsfähigere Gesellschaft.
forderungen für die moderne Gesellschaft. Die Welt von morgen braucht uns – Hydro ist eine treibende Kraft in der Aluminiumindustrie,“ betont Geschäftsführer Manfred Rotschne. Hydro stellt neue emissionsärmere Aluminiumprodukte her, die entweder mit einem hohen Recyclinganteil punkten oder durch den Einsatz erneuerbarer Energien und modernster Technologie die CO2-Emissionen in der Produktion des Rohmaterials reduzieren. Am Standort Nenzing wurde jüngst ein Projekt zur Lebenszyklusanalyse abgeschlossen, dessen fundierte Ergebnisse den Kunden weiterhelfen können, sich selbst am Markt besser zu positionieren. Man setzt auf lokale, langjährige Partnerschaften und kurze Transportwege. Mit dem nachhaltiger hergestellten Rohmaterialien und innovativen Services wie z. B. Hydro EcoDesign unterstützt Hydro Nenzing seine Kunden dabei, ihre Produkte nachhaltiger zu entwickeln und zu produzieren. Ziel ist es, dass Produkte am Ende ihres Lebenszyklus wieder in den Kreislauf rückgeführt werden können. „Damit reduzieren wir gemeinsam Emissionen und unterstützen die Kreislaufwirtschaft von morgen,“ stellt Rotschne weiter fest.
Wie ein Uhrwerk. Dieser Anspruch stellt das Kompetenzzentrum für Industrieanwendungen aus Aluminium an sich selbst. Für den „Uhrwerk-Betrieb“ sind neben dem perfekten Zusammenspiel der kompetenten Mitarbeiter(innen) auch der ständig antreibende Innovationsgedanke sowie der Anspruch, immer besser zu werden, wesentlich. „Wir wandeln unsere Schwächen in Stärken um. We do the extra step: Wir holen für jeden Kunden das Optimum heraus“, schließt Rotschne ab. Dabei wird viel Wert auf Handschlagqualität gelegt. Verlässlichkeit, Zusagen einhalten und transparente Kommunikation spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Hydro Extrusion Nenzing GmbH Austraße 16 6710 Nenzing Tel. +43 (0)5525 601-0 www.hydro.at
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INHAUS
INHAUS BÄDERPARK . . . GENAU MEIN STIL Gemeinsam. Lösungen. Gestalten. Badträume verwirklichen und eine Wohlfühloase schaffen.
Special
Foto: Inhaus, Weissengruber Fotografie, Mathis Fotografie, nam architekturfotografie
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Ob luxuriös, funktionell, klassisch oder barrierefrei: die Inhaus Einrichtungsberater finden die passende und individuelle Lösung.
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eit Generationen versorgt Inhaus Vorarlberg und die Ostschweiz verlässlich mit Bädern und Heizungen. Ein wesentlicher Grundpfeiler des Erfolges von Inhaus ist die hohe regionale Bindung. Mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt über 3000 m² bieten die zwei modernen Bäderparks in Hohenems und St. Gallen sehr viel Platz zum Träumen und sich verlieben.
Genau mein Stil. Viele schwärmen vom Traumbad, doch dieses große Wort ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Vorlieben, Lebensumstände und Badträume unterscheiden sich bei jedem von uns. Doch so unterschiedlich die Kunden auch sein mögen, die Inhaus Einrichtungsberater freuen sich darauf, die passende und individuelle Lösung für jeden Einzel-
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nen finden zu dürfen – seien die Wünsche noch so anspruchsvoll und extravagant, unkonventionell und detailverliebt, einfach oder praktisch. Als Bäderspezialisten überblicken sie die neuesten Trends und können heute schon empfehlen, welche neuen Materialien im Bad der Zukunft eingesetzt werden und in welchen Farben und Stimmungen wir uns wohlfühlen. Von luxuriös über funktionell, klassisch bis hin zu barrierefrei – es erwartet die Kunden bei Inhaus eine Vielzahl an unterschiedlichen Bädern in sämtlichen Stilrichtungen und für jeden Budgetrahmen. Die Inhaus Einrichtungsprofis beraten über die ideale Raumaufteilung, Proportionen, Lichtwirkung, die Einbeziehung von Badmöbeln und natürlich die sanitäre Ausstattung.
Digitaler Service. Viele digitale Neuerungen ergänzen heute den Badezimmerkauf. Sie unterstützen bei Entschei-
Die individuellen Bedürfnisse und die persönliche Beratung stehen im Mittelpunkt. Birgit Tichy, Leitung Bäderpark
Viele digitale Neuerungen und Planungstechnologien ergänzen heute den Badezimmerkauf. Sie unterstützen bei Entscheidungen, helfen bei der Visualisierung und vereinfachen Abläufe. So können Kunden beispielsweise die 3D-Box, einen virtuellen Raum, betreten und stehen mithilfe der hochwertigen Virtual Reality-Brille mittendrin – in ihrem zukünftigen Traumbad. dungen, helfen bei der Visualisierung und vereinfachen Abläufe. Trotz allem kommt die Beratung von Mensch zu Mensch nicht zu kurz. So kann man bei Inhaus natürlich auch weiterhin auf ganz traditionelle Art ein Badezimmer planen und kaufen. Bei einem spontanen Besuch können mithilfe von Tablets schon während der Besichtigung erste Eindrücke festgehalten und eine individuelle Wunschliste erstellt werden. Auf dieser Basis kann dann eine detaillierte Beratung umgesetzt sowie auch ein Richtpreis-Angebot erstellt werden, denn in den einzelnen Kojen erscheinen auf dem Tablet Artikelund Preisinformationen. Mit dem „Online Badplaner“ können Inhaus Kunden ihr neues Traumbad auch ganz einfach und unkompliziert vorab zu Hause an ihrem Computer planen. Der Feinschliff und die detaillierte Planung erfolgen
dann gemeinsam im Bäderpark mit einem der Badprofis. Den Kunden bei Inhaus wird mit dem Online Terminplaner ein weiterer digitaler Service ermöglicht. Damit können sie unabhängig von Öffnungszeiten oder freien Telefonleitungen einen Termin vereinbaren. Um sich das neue Badezimmer räumlich vorstellen zu können, werden neueste Planungstechnologien verwendet. Kunden betreten die 3D-Box, einen virtuellen Raum, und stehen mithilfe der hochwertigen Virtual Reality-Brille mittendrin – in ihrem zukünftigen, neuen Traumbad. Partnerschaft und Regionalität. Bei Inhaus werden zusammen mit Partnern und Kunden gemeinsam Lösungen gestaltet, um Badträume zu verwirklichen und Wohlfühloasen zu schaffen. Nicht nur die Beziehung zu den Kunden, sondern auch mit den Partnern liegt Inhaus sehr am Herzen. Daher wird sie mit viel
Engagement gepflegt. Das erfreuliche Ergebnis dieser gelebten Firmenphilosophie ist eine starke, regionale Wertschöpfung. Durch regionales Handeln werden zudem die Wirtschaft gestärkt und spannende Arbeitsplätze gesichert. Für beste Beratung vereinbaren Sie einfach online einen Termin.
Inhaus Bäderpark Lustenauerstraße 117 6845 Hohenems +43 (0)5576 77877-441 www.inhaus.eu Ein wesentlicher Grundpfeiler des Erfolges von Inhaus ist die hohe regionale Bindung.
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LÄNDLE MARKETING
SO VIEL MEHR ALS NUR HERKUNFT Das Ländle Gütesiegel wird für hochwertige Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft vergeben – natürlich kontrolliert.
Special
Fotos: Matthias Weissengruber
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Das Ländle Marketing zeigt, welche heraus ragenden Produkte die Vorarlberger Land wirtschaft produziert.
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egionalität bei Lebensmitteln wird immer wichtiger – so auch bei den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern. Allerdings ist es beim Einkauf von Lebensmitteln nicht immer einfach herauszufinden, wo das Produkt tatsächlich herkommt. Genau hier setzt die Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH (meist nur Ländle Marketing genannt) an. Das Ländle Marketing ist ein Tochterunternehmen der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und unterstützt die heimischen Landwirte beim Absatz ihrer Produkte. In den meisten anderen Bundesländern wird die zuständige Institution Agrarmarketing genannt. Für diese Arbeit wurde ein jahrzehntelanger Markenaufbau betrieben, der sehr er-
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folgreich umgesetzt werden konnte. Bei einer repräsentativen Umfrage im November 2020 gaben 95 % der Befragten
an, die Marke „Ländle Produkte“ zu kennen. Somit ist die „Ländle Marke“ vermutlich die mit Abstand stärkste Marke Vorarlbergs im landesnahen Umfeld. In Kombination mit der Marke Ländle Produkte wird das „Ländle Gütesiegel“ kommuniziert, welches auch auf zertifizierten Produkten, die unter der Marke eines Produzenten vertrieben werden, ausgelobt wird. Die Arbeit des Ländle Marketing basiert auf zwei Säulen: Marketing und Qualitätssicherung.
Das Ländle Gütesiegel steht für genussvolle Spitzenprodukte aus Vorarlberg.
Das 3G-Prinzip. Das Ländle Gütesiegel wird für landwirtschaftliche Produkte – hauptsächlich Lebensmittel – vergeben, die nach vorgegebenen Richtlinien hergestellt werden, sowohl aus biologischer als auch konventioneller Produktion. Dies bedeutet einerseits übergesetzliche Stan-
Marcel Strauß Geschäftsführung
Im Lebensmittelhandel lässt sich bereits ein umfangreiches Sortiment von Produkten mit Ländle Gütesiegel finden. Für Konsumenten, die sich ein genaues Bild von den Erzeugern und der Produktion machen wollen, bietet sich der direkte Kontakt mit den Bäuerinnen und Bauern auf Wochenmärkten und in Hofläden an. dards in der Produktion (mehr Tierwohl bei der Haltung, Verbot von Glyphosat im pflanzlichen Bereich etc.), andererseits auch den klaren Bezug zu Vorarlberg, welcher durch das 3G-Herkunftsprinzip festgelegt wird: Ländle Gemüse ist beispielsweise gesetzt, gewachsen und geerntet in Vorarlberg, Ländle Lämmer müssen hier geboren, gehalten und geschlachtet werden. Wird das eingehalten und hält den Kontrollen stand, darf der in Vorarlberg ansässige Landwirt das Produkt mit dem Ländle Gütesiegel auszeichnen. Authentisch. Die Arbeit im Bereich Marketing bezieht sich auf die Bewerbung der Ländle Produkte mit Gütesiegel. Dabei zeigt das Ländle Marketing, welche herausragenden Produkte die Vorarlberger Landwirtschaft produzieren kann und wie kleinstrukturiert und familiär viele Höfe noch geführt werden. Ein authentisches Bild, das in Kombination mit
der Spitzenqualität dieser differenzierten Produkte auch den Mehrpreis im Vergleich zum Weltmarkt erklärt. Einkaufsführer. Diesen Mehrwert hat auch der Lebensmitteleinzelhandel längst erkannt, weshalb sich bei den Handelsketten bereits ein umfangreiches Sortiment von Produkten mit Ländle Gütesiegel finden lässt. Für Konsumenten, die sich ein genaues Bild von den Erzeugern und der Produktion machen wollen, bietet sich der direkte Kontakt mit den Bäuerinnen und Bauern auf Wochenmärkten und in Hofläden an. Den größten Einkaufsführer für landwirtschaftliche Direktvermarkter in Vorarlberg gibt es auf der Website des Ländle Marketings: www.laendle.at
kostenlos. Derzeit sind knapp 1200 Landwirte in eines oder mehrere der 20 Gütesiegelprogramme eingebunden, das entspricht etwa einem Drittel der Vorarlberger Landwirtschaft. Das Ländle Marketing fungiert in der Vermarktung aber nur als Netzwerker zwischen Produzenten und Abnehmern, Produkte werden weder gekauft noch verkauft.
Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH Montfortstraße 11/7 6900 Bregenz +43 (0)5574 400–700 www.laendle.at
Die Teilnahme am Ländle Gütesiegel Programm ist für die Vorarlberger Bäuerinnen und Bauern freiwillig und
Knapp 1200 Landwirte sind in eines oder mehrere der 20 Gütesiegelprogramme eingebunden.
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BÄCKEREI MANGOLD
VON DER LIEBE ZUM BROT In der Bäckerei Mangold wird das Wissen ums Handwerk von Generation zu Generation weitergegeben.
Special
Fotos: Mangold
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
In der modernen Produktion wird altes Handwerk zelebriert.
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s geht um echtes Handwerk, um die Liebe zu Brot und Gebäck sowie um ganz viel Zeit. Denn ob Schwarz-, Dinkel-, Vollkorn- oder Weißbrot – in der Bäckerei Mangold bekommt der Teig noch die Stunden, die er braucht, um sein volles Aroma und eine unvergleichliche Saftigkeit zu entfalten. Dahinter steckt eine sorgfältige Teigführung mit langer Ruhe- und Reifezeit. Fertigmischungen kommen Familie Haag nicht in die Rührschüssel. Vielmehr geht es darum, das alte, urspüngliche Handwerk in die Zukunft zu tragen, bestätigt auch Geschäftsführerin Monika Haag, die das Unternehmen zusammen mit Ehemann Egon in fünfter Generation leitet. „Das Bäckerwissen wird bei uns seit jeher weitergegeben. Und diese über 170 Jahre alte Tradition schmeckt man in je-
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dem Brot, in jedem Gebäck und in jedem Kuchen.“ Maschinen kommen dort zum Einsatz, wo sie die Bäcker(innen) und Konditor(inn)en unterstützen und entlasten können. Der Rest ist Handarbeit. „Alois“ erobert die Herzen. Handarbeit, die die Kundinnen und Kunden immer mehr zu schätzen wissen. Vor allem in den vergangenen Monaten habe sich das Kaufverhalten verändert, so Monika Haag. „Das große Brot hat einen wahren Hype erlebt. Man könnte fast sagen, die Zeit zu Hause hat den Brotlaiben wieder neues Leben eingehaucht. Die Menschen kaufen mehr auf Vorrat und dafür sind Großbrote einfach ideal geeignet.“ Ein besonderer Renner ist dabei der „Alois“, der 2020 anlässlich des 170-Jahr-Jubiläums ins Sortiment aufgenommen wurde. Ein Brot, so pur
und einfach wie die Unternehmensphilosophie der Bäckerei Mangold. Lediglich vier Zutaten kommen rein: Mehl, Wasser,
Es ist schön, dass Brot eine neue Wertschätzung erfährt. Monika Haag Geschäftsführerin
Die neue Zentrale in Dornbirn wurde Ende 2018 eröffnet.
Die Leidenschaft für Brot und Gebäck wurde Monika Haag in die Wiege gelegt.
Hefe und Salz. Umso mehr begeistert das Jubiläumsbrot mit seinem Geschmack. Nach wenigen Wochen war Monika und Egon Haag klar: „Alois“ ist aus dem Brotregal nicht mehr wegzudenken. Namensgeber ist übrigens Alois Mangold, der im Jahr 1876 Maria Aschenbrenner heiratete. Aus der Bäckerei Aschenbrenner wurde die Bäckerei Mangold. Alles an einem Ort. Von der kleinen Backstube mit Liefergeschäft hat sich die Bäckerei Mangold in den vergangenen Jahrzehnten zu einem selbstständigen Unternehmen mit knapp 600 Mitarbeiter(inne)n in Voll- und Teilzeit entwickelt. Der Hauptsitz der Bäckerei befindet sich seit Dezember 2018 im Betriebsgebiet Dornbirn-Nord. Neben der Backstube gibt es dort auch die Kondito-
Monika und Egon Haag mit dem Liebling „Alois“.
rei, die Verwaltung, den Versand sowie ein Bäckerei-Café. Alle 37 Mangold-Filialen und Kunden in ganz Vorarlberg werden von hier mit frischem Gebäck versorgt. Nachhaltig wachsen. Schnell wird klar: bei aller Liebe zur Tradition schaut Familie Haag auch innovativ in die Zukunft. Eine umweltbewusste Produktion und nachhaltiges Handeln spielen bei allen Entscheidungen eine große Rolle. So sorgen im neuen Gebäude u. a. eine Wärmerückgewinnungsanlage und eine Photovoltaikanlage für Energieeffizienz. „Da uns die Umwelt am Herzen liegt, versuchen wir zudem, durch die Verwendung regionaler Rohstoffe die Transportwege so kurz wie möglich zu halten“, betont Monika Haag. Und was ist für die Zukunft geplant? „Ein gesundes Wachstum. Wir möchten auf
keinen Fall eine Unternehmensgröße überschreiten, in der das eigene Herstellen der Backwaren im klassischen Bäckerhandwerk nicht mehr möglich ist.“
Bäckerei Mangold Dr.-Walter-Zumtobel-Straße 7 A-6850 Dornbirn +43 (0)5572 4078043 www.bäckerei-mangold.at
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MOHRENBRAUEREI
VORARLBERGER KULTURGUT Die älteste Brauerei Vorarlbergs übernimmt Verantwortung für die Zukunft. Tradition und Innovation sind die Basis.
Special
Vielfalt: insgesamt 15 Biersorten hat Mohren im Sortiment.
A
lles begann mit Josef Mohr. Er eröffnete 1784 in der heutigen Marktstraße in Dornbirn eine Gaststätte mit angeschlossener Brauerei. Das Gasthaus „Zum Mohren“. Am 1. Mai 1834 übernahm Franz-Anton Huber die Gaststätte samt Brauerei. Da es sich um eines der beliebtesten Häuser in der Stadt handelte, beschloss er, den Namen beizubehalten. Seit diesen Tagen steht der „Mohr“ für das Bier der Brauerei und ist in Vorarlberg gleichzeitig ein Synonym für Tradition, Heimat und soziales Engagement. Teil der Identität. Die Marke „Mohrenbräu“ ist seit über 200 Jahren fixer Bestandteil im Vorarlberger Leben. Das hat auch die Diskussion um das Logo im vergangenen Jahr gezeigt. „Die Unter-
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stützung in der Bevölkerung war enorm. Viele Menschen verbinden mit Mohrenbier schöne und erinnerungswürdige
Unsere Unternehmenswerte garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität. Heinz Huber Geschäftsführer
Momente. Das merkt man auch an den Sympathiewerten, die kaum eine andere Marke in unserer Region hat. Mohren ist über die Jahre zu einem Kulturgut geworden“, erklärt Geschäftsführer Thomas Pachole. Offen für Neues ging man im Sommer als Folge der emotionalen Diskussionen in einen Markenprozess. Wie es mit dem Mohren weitergeht? Man darf gespannt sein. Handwerk mit Tradition. Diese Entscheidung unterstreicht auch einen der Grundwerte der Mohrenbrauerei: die Tradition. Der Betrieb wird mittlerweile in sechster Generation von Familie Huber geführt. Die älteste Brauerei des Landes hält mit ca. 50 Prozent den größten Marktanteil. „Wir sind stolz auf unsere Geschichte. Tradition und Innovation sind die Basis unserer
Fotos: Mohrenbrauerei, Philipp Steurer
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
Hochwertige Rohstoffe aus der Region, Handwerk mit Tradition und die Liebe zur Braukunst garantieren eine Biervielfalt auf höchstem Niveau. Unternehmenskultur“, führt Geschäftsführer Heinz Huber aus. Und so kommt zum Handwerk mit Tradition, der Liebe zur Braukunst sowie zur hohen Qualität von Rohstoffen und Produkten auch das Thema Nachhaltigkeit hinzu. Ökostrom und leichtes Glas. Energie sparen, die Umwelt schonen – so lautet einer der Werte des Familienunternehmens. Der Beitrag zur Natur: Energiesparende Anlagen, energieeffiziente Brauweise, Sparsamkeit und die Wahl des richtigen Stroms. Bereits seit 2013 bezieht die Mohrenbrauerei Ökostrom der VKW. Nach einer Investition von 600.000 Euro im Jahr 2012 gab es im Jahr 2013 bereits erste Einsparungen von 1,3 Mill. kwh. Auch der Wechsel zur Mehrweg-Leichtflasche aus Glas beim Pfiff 0,33 l im Jahr 2019 war ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. 90 Gramm weniger wiegt die Flasche, macht zwei Kilogramm pro Bierkiste. Der
Vorteil: auf dem Transportweg fallen im Jahr 585 Tonnen weniger Gewicht an. „Ein großer energetischer Einfluss auf die Logistik“, so Thomas Pachole. Adieu PET-Flasche. Und es geht noch weiter. Vor über 20 Jahren war die Mohrenbrauerei die erste Brauerei Mitteleuropas, die Bier in PET-Flaschen anbot. Nun heißt es Abschied nehmen vom Begleiter zu Festivals oder Picknicks am See. „Im Rahmen eines größeren Investitionsprogramms wird auch der Befüller ausgetauscht. Mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klima haben wir uns dafür entschieden, das Befüllen der PET-Flaschen einzustellen und uns auf Glas zu konzentrieren“, erläutert Heinz Huber. Ganz auf Einweg kann aber natürlich nicht verzichtet werden. Stichwort Festivals und Picknicks am See. Für solche Sonderanlässe wird es in Zukunft das Mohren Pfiff (0,33l) und den Radler Sauer (0,5l) in Dosen geben. Heinz
Ein eingespieltes Team: Heinz Huber und Thomas Pachole (li.).
Huber: „Wir nehmen unsere Verantwortung ernst und fühlen uns mit unserem Ländle und den Menschen verbunden. Daher werden wir auch in Zukunft in weitere, umweltverträgliche Techniken und Energien investieren.“ Und dann bleibt eigentlich nur noch eins zu tun: Sich auf ein kühles Mohren zusammensetzen und gemeinsam auf die Zukunft anstoßen. Mit Verständnis füreinander und Respekt.
Mohrenbrauerei Vertriebs KG Dr.-Waibel-Straße 2 6850 Dornbirn +43 (0)5572 3777-0 www.mohrenbrauerei.at
In Dornbirn ist auch die Mohren Biererlebniswelt zu Hause.
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PFANNER SCHUTZBEKLEIDUNG GMBH
DER MEISTER DER PATENTE Bei Pfanner Schutzbekleidung weisen eigens entwickelte und patentierte Technologien die Richtung.
Special
Foto: Pfanner Schutzbekleidung GmbH
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
3CON: Auch die Reflexstreifen und Icons am Rücken sind geschützte Patente.
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enn es um die Themen Innovation und Marke geht, kommt man in Vorarlberg an einem Unternehmen nicht vorbei: Pfanner Schutzbekleidung in Koblach. Anton Pfanner und sein Team zählen nicht nur im Ländle zu den Spitzenreitern was Neuentwicklungen und Erfindungsgeist angeht. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren über 2800 Patente angemeldet. Tendenz steigend. Und ich glaube, dass wir weltweit in unserer Branche das Unternehmen mit den meisten geschützten Marken und Patenten sind“, zeigt sich Geschäftsführer Anton Pfanner stolz. Den Markt im Blick. Es klingt so einfach: ein Patent bzw. eine Marke anmelden. Dabei steckt jede Menge Arbeit dahinter. „Allein das Abwehren ist sehr zeitintensiv“,
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so der begeisterte Tüftler. Soll heißen: hat man eine Marke angemeldet, sollte man immer auf der Hut sein. Denn geben andere Unternehmen ihrem Produkt oder ihrem Betrieb den gleichen Namen oder verwenden vergleichbare Icons, droht eine Verwässerung der Marke. Die genaue Beobachtung des Marktes ist also das Um und Auf. „Und dann sofort reagieren. Ein halbes Jahr hat Für höchste Ansprüche: Der extrem reißfeste Oberstoff Gladiator.
Mit Protos wurde ein Meilenstein gesetzt.
man Zeit. Danach hat man im Grunde keine Chance mehr, gegen ‚Kopien‘ vorzugehen.“ Für Anfänger in diesem Gebiet hat der Profi einen Tipp: „Wer eine Marke aufbauen will, sollte sie auf jeden Fall anmelden und nicht zu lange warten.“ Ebenso lohnt es sich, bereits vor Augen zu haben, in welchen Märkten man künftig durchstarten möchte. Diese Länder bzw. deren Unternehmenslandschaft sollte man schon bei der Markenentwicklung genau im Blick behalten. „Nicht dass man nach der erfolgreichen Etablierung der Marke in Österreich in anderen Ländern eine böse Überraschung erlebt.“ Echte Meilensteine. Ob Gladiator®, StretchFlex®, KlimaAIR® oder 3CON® – maßgeschneiderte und innovative Lösungen erfordern Know-how und das Wissen um aktuelle Technologien und Möglichkeiten. Für Anton Pfanner und sein Team willkommene Heraus-
Die Zusammenarbeit mit der Weltmarke Microsoft hat kürzlich eine neue Ebene erreicht: der Kopfschutz Protos mit HoloLens ist nun auch EU-Norm zertifiziert für den Einsatz in Bauwesen und Industrie. forderung und Ansporn. Mit höchster Qualität und Nachhaltigkeit hat sich das Unternehmen zum Premium-Hersteller für Schutzbekleidung und Sicherheitslösungen in den Bereichen Forst, Industrie, Jagd und Nachsuche sowie Outdoor entwickelt. Und mit dem Kopfschutz Protos Integral wurde ein Meilenstein gesetzt. Nicht nur in der Geschichte des Betriebes, sondern auch in puncto Schutzkleidung.
Pfanner Schutzbekleidung GmbH Herrschaftswiesen 11 6842 Koblach +43 (0)595050-200 info@pfanner-austria.at www.pfanner-austria.at
Auch in der Freizeit sind die innovativen Materialien von Pfanner perfekte Begleiter.
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IMA SCHELLING GROUP
MIT TRADITION UND ZUKUNFT Holz, Metall, Kunststoff – mit maßgeschneiderten Lösungen bietet die IMA Schelling Group einzigartige Möglichkeiten.
Special
Das Unternehmen entwickelt modernste Technik – für den anspruchsvollen Handwerksbetrieb bis hin zum Industrieunternehmen.
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ereits seit über 100 Jahren zählt die IMA Schelling Group zu den Pionieren moderner Sägetechnologien. Das Unternehmen aus Schwarzach startete im Jahr 1917 als Mechanikerwerkstätte und wurde nach und nach zu einem Maschinenbaubetrieb ausgebaut. In den 1960ern kam die erste Druckbalkensäge dazu, in den 1980ern präsentierte IMA Schelling die ersten computergesteuerten Plattenaufteilsägen mit grafischer Bedienerführung. Heute hat sich die IMA Schelling Group auf die Entwicklung und Fertigung modularisierter Sonderanlagen und Verarbeitungslösungen für die Holz-, Metall- und Kunststoffindustrie spezialisiert.
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„Outside the box“ über Generationen. An jedem Anfang steht eine Idee. Und der Anfang jeder Idee ist wie ein neuer Tag voller Kraft, voller Zuversicht. Bei IMA Schelling bringt die Arbeit im Team diese Ideen vorwärts. Denn Anstöße von innovativen Lösungen können von allen kommen. Jeder hat dabei seine Rolle im Gefüge und prägt mit seinem Tun und Sein die Wege, die beschritten werden. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Im Zentrum des Erfolgs und des technologischen Vorsprungs der IMA Schelling Group stehen die Mitarbeiter. Begeisterte Mitarbeitende, die das Andersdenken nicht scheuen und dadurch revolutionäre Lösungen für die Kunden entwickeln.
Der Anspruch unserer Kunden ist unser Ansporn. Gemeinsam entwickeln wir innovative Lösungen. Wolfgang Rohner, CEO der IMA Schelling Group
Fotos: IMA SCHELLING GROUP, PRILL MEDIENDESIGN, ANGEL-GREGOR
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
„Unsere Marke IMA Schelling steht für Kundenorientierung und Innovationskraft. Wir verstehen es, regionales Denken und Handeln international erfolgreich zu positionieren.“ Wolfgang Rohner, CEO der IMA Schelling Group
Die Arbeit im Team wird bei IMA Schelling großgeschrieben.
Lokale Wurzeln, globales Denken. Die Maschinen und Anlagen von IMA Schelling sind weltweit im Einsatz. So unterschiedlich wie die Werkstoffe sind auch die Kunden der IMA Schelling Group. Die weltgrößten Küchenmarken finden sich darunter ebenso wie Flugzeughersteller oder anspruchsvolle Handwerksbetriebe. Es ist eine anspruchsvolle Klientel, die eine bis ins Detail zuverlässige Technik ebenso fordert wie starken Service. Dabei baut das Unternehmen auf deren Kernkompetenzen: innovative Technologien, kundenorientierte Lösungen, langlebige und hochwertige Maschinen und Dienstleistungen. Dafür sind über 1600 Mitarbeiter an 13 Standorten weltweit tätig.
Dass die Einsatzbereiche der Produkte von IMA Schelling vielfältig sind, zeigen die folgenden zwei Beispiele. Und sie machen eines deutlich: Für jeden Kunden wird die optimale Lösung gefunden.
V-500 werden Sägen vom Typ fm6 mit spezieller Ausstattung zum Sägen von schmalen Streifen verwendet.
In die Tiefen des Ozeans. Die Zuschnitttechnologie der IMA Schelling-Sägen dient einem namhaften Kunststoffverarbeiter aus Deutschland beim Bau von großen Aquarien und Kabinen aus Acryl für UBoote, die über 1000 Meter tief tauchen.
IMA Schelling Austria GmbH Gebhard-Schwärzler-Straße 34, 6858 Schwarzach +43 (0)5572 396-0 E-Mail: info@imaschelling.com www.imaschelling.com
Nach den Sternen greifen. Für den Zuschnitt der Nutzlastverkleidungen der europäischen Trägerraketen Ariane 5 und Vega sowie der amerikanischen Atlas
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VO ÜS
GEMEINSAM – DER VORARLBERGER WEG Zwei Brauereien, eine Limonade, eine Erfolgsgeschichte „VO ÜS“ zwischen Frastanz und Dornbirn. Nachhaltig, fair, regional.
Special
Fotos: Stefan Kothner
Vorarlbergs ausgezeichnete Marken
„Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund“, so VO ÜS-Marketingleiter Philipp Wüstner.
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ie Vorarlberger machen die Dinge auf ihre Art. Zum Beispiel gemeinsam, auch wenn sie im Kerngeschäft Mitbewerber sind. Im Dezember 2019 haben die etablierten Vorarlberger Bierbrauereien Frastanzer und Mohren die „VO ÜS Vorarlberger Limo Werk GmbH“ gegründet. Damit sind sie die einzigen Brauereien im deutschsprachigen Raum, die ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam Limonade zu machen. Die Geschäftsführer Kurt Michelini (Frastanzer) und Thomas Pachole (Mohrenbrauerei) verfolgen von Anfang an die Vision, regional und nachhaltig Getränke zu produzieren, die Vorarlberg und den Werten seiner Bewohner gerecht werden.
Vordergrund. Die Limonaden werden in den Brauereien in Dornbirn und Frastanz nach den gleichen Standards wie beim
Das Limo Werk. Die Werte „Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit“ stehen im
Philipp Wüstner Marketingleiter
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Unsere Gebinde sind klimaneutral. Weil wir wollen, nicht weil wir müssen.
Bier produziert, die Wege vom Produzenten zum Kunden sind sehr kurz. Und um kein Plastik in Umlauf zu bringen, gibt es VO ÜS in der Glas-Mehrweg-Pfandflasche. Für die Getränke werden nur Zutaten verwendet, die auch wirklich nötig sind. Wo immer es der Geschmack zulässt, sind die Limonaden zum Beispiel zuckerreduziert. Die Regionalität versucht das Vorarlberger Limo Werk mit VO ÜS auch bei den Inhaltsstoffen umzusetzen. Was bei einer Cola-Nuss, Zitronen und Orangen schwierig ist, wird im Frühjahr 2021 bei einer neuen – limitierten – Sorte umgesetzt. Denn in die „Birne-Honig“-Limonade kommt zu 100 % Prozent Honig aus dem Bregenzerwald. Neuer Geschmack. VO ÜS versteht sich als innovativer Getränkeproduzent. Im
In Zukunft werden beim Vorarlberger Limo Werk VO ÜS noch mehr regionale und nachhaltige Rohstoffe verwendet. Derzeit laufen zum Beispiel schon erste Gespräche, auch die Kräuter für die Limonade komplett in Vorarlberg anzubauen. Sortiment sind Klassiker wie Cola oder Orange, aber es kommen auch Sorten wie „Zirbe-Zitrone“, „Vogelbeer-Kirsch“ oder jetzt neu „Birne-Honig“ auf den Markt. Mit „100 % Wäldar Honig“ folgt diese Sorte dem Grundsatz „regional, nachhaltig und innovativ“. Der Honig in Bio-Qualität kommt vom Immawerk in Lingenau. BioImker Michael Hagspiel verfügt über 120 Bienenvölker, verteilt im ganzen Bregenzerwald. Dem Familienvater ist Nachhaltigkeit ein großes Anliegen, daher passt er als Partner sehr gut zur Philosophie vom Vorarlberger Limo Werk. Michael Hagspiel begleitet seine Völker im Einklang mit der Natur und mit Rücksicht auf deren eigenen Bedürfnisse. Daher wird es die neue Sorte auch nur in einer begrenzten Menge geben. Der Honig ist als Naturprodukt nicht endlos verfügbar. „Birne-Honig“ ist ab 29. März 2021 direkt bei den beiden Brauereien Frastanzer und Mohren sowie im ausgewählten Vorarlberger Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Limofans dürfen sich auf eine Mischung aus dem Biss in eine reife Birne und dem angenehmen Abgang eines Honigbrotes freuen. Aber eben nur solange der Vorrat reicht.
Die beiden Geschäftsführer Kurt Michelini (Frastanzer, li.) und Thomas Pachole (Mohrenbrauerei).
Nachhaltigkeit und Aussichten. In Zukunft werden beim Vorarlberger Limo Werk „VO ÜS“ noch mehr regionale und nachhaltige Rohstoffe verwendet. Derzeit laufen zum Beispiel schon erste Gespräche, auch die Kräuter für die Limonade komplett in Vorarlberg anzubauen. Damit soll eine noch größere Portion Heimat den Weg in die Flaschen finden.
Bio-Imker Michael Hagspiel ist Nachheltigkeit ein großes Anliegen.
CO2-frei. Umwelt- und Ressourcenschonung sind fest in der Philosophie verankert. So wurden alle Flaschen und Kisten CO2-freigestellt. Mit den dadurch erworbenen Klimaschutzzertifikaten wird ein UN-Klimaschutzprojekt in Uganda unterstützt. Für VO ÜS-Marketingleiter Philipp Wüstner steht fest: „Nachhaltigkeit ist bei VO ÜS mehr als ein Lippenbekenntnis. Wir stellen unsere Gebinde klimaneutral.
Nicht weil wir müssen, sondern weil wir wollen.“ Langfristig sollen die Limonaden CO2-neutral produziert werden. Als mittelfristiges Ziel ist die Umstellung der Etiketten auf klimaneutral produziertes und FSC-zertifiziertes Papier geplant.
VO ÜS Vorarlberger Limo Werk GmbH Dr.-Waibel-Straße 4 6850 Dornbirn +43 (0)5572 3777 555 www.voüs.at
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DIE LIEBLINGE IN DER REGION Wie werden wir von den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern gesehen? Kennen sie uns überhaupt? Für jedes Unternehmen sind diese Fragen interessant. Antworten darauf gibt die Vorarlberger Markenhitparade.
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ie Studie zum Thema „Vorarlberger Marken“ wurde von Oktober bis Dezember 2020 im Auftrag von VOL.AT durchgeführt. Auf welche regionalen Marken könnten die Vorarlberger(innen) nicht verzichten? Wo würden sie gerne auch Arbeitnehmer sein? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt. Und die Online-Befragung hat gezeigt, welchen Stellenwert regionale Marken für die Vorarlberger(innen) haben. Das bestätigt auch Dr. Wolfram Auer vom durchführenden Institut für Management & Marketing in Lustenau. Was sagt die Markenhitparade über die Vorarlberger(innen) aus? Sind ihnen Marken wichtig? Wir Vorarlberger(innen) sind äußerst markenaffin. Gerade auch Produkte und Dienstleistungen die aus der Region kommen, stehen bei uns sehr hoch im Kurs. Was macht für die Menschen im Land eine „gute Marke“ aus? Der/Die Vorarlberger(in) nimmt eine Marke dann als „gut“ wahr, wenn diese in der Region produziert wurde, authentisch, nachhal-
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tig und nutzenstiftend ist. Eine Marke trägt zusätzlich zu einem Wohlbefinden der Konsument(inn)en bei, wenn durch den Kauf oder durch die Inanspruchnahme die Wertschöpfung im Land bleibt. Welche Marken haben es in Vorarlberg leichter? Gewinner sind vor allem Marken mit einem stark ausgeprägten Geborgenheitsfaktor und hoher Kundenbindung, welche in der Lage sind, die qualitätsvollen Leistungen auf einen Namen beziehungsweise auf ein Logo zu reduzieren. Es sind jene Marken, deren Kernwerte wirklich gelebt, deren Nutzen marktdurchdringend kommuniziert und natürlich von den Kund(inn)en bevorzugt werden. Welchen Tipp würden Sie Unternehmen geben, die zur Marke werden wollen? Aktives Markenmanagement setzt voraus, dass die Basisleistungen passen und dass der Bekanntheitsgrad regelmäßig gesteigert wird. Zusätzlich sollte das Unternehmen wissen, wie die Konsument(inn)en es sehen. Deshalb sind wiederkehrende Zufriedenheits- und Imagemessungen unumgänglich.
Beste Marken 2020 Bekanntheit generell
1. Vorarlberg Milch 2. Rauch Fruchtsäfte 3. Mohrenbrauerei Weiterempfehlung an Freunde oder Bekannte
1. Vorarlberg Mehl 2. Sutterlüty 3. VO ÜS Vorarlberger Limo Bekanntheit als Arbeitgeber
1. Blum 2. Doppelmayr Sutterlüty 3. Alpla Weiterempfehlung als Arbeitgeber
1. Mohrenbrauerei 2. Sutterlüty 3. Liebherr Bekanntheit als Industrieunternehmen
1. Blum 2. Doppelmayr 3. Zumtobel
Fotos: Dietmar Stiplovsek, Dr. Auer – Institut für Management & Marketing
Unverzichtbarste Vorarlberger Marke
1. Vorarlberg Milch 2. Mohrenbrauerei 3. Rauch Fruchtsäfte
Die Vorarlberger(innen) nehmen eine Marke dann als „gut“ wahr, wenn diese in der Region produziert wurde, authentisch und nachhaltig ist. Wolfram Auer Institut für Management & Marketing
Beste Marke 2020
1. Sutterlüty 2. Mohrenbrauerei Vorarlberg Milch 3. Rauch Fruchtsäfte Quelle: Studie zum Thema „Vorarlberger Marken“, Durch führung: Oktober bis Dezember 2020, Datenerhebung mittels Online-Befragung, Auswertung von 444 Fragebogen.
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vmilch.at
für den Ländle Klostertaler extra reif, den Ländle Weinkäse und den Ländle Rahmkäse
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Alles ist Architektur
Fotos: KARIN NUSSBAUMER FOTOGRAFIE
Baumeisterin und Architektin Cornelia Faißt verbindet in ihrem Berufsalltag konkrete Planungsaufgaben mit theoretischer Reflexion, Innovationsarbeit und sozialem Engagement. Dabei ist die Bregenzerwälderin international orientiert und gleichzeitig regional verwurzelt.
Internationale Baukultur. Aus einem UNSECO Workshop für Studierende wurde ein Lebensthema. Cornelia Faißt inmitten von MaasaiBaumeisterinnen in Tansania.
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Cornelia Faißt Die Bregenzerwälderin ist Architektin und Baumeisterin und kommt aus e iner Familie, die im Baugeschehen verwurzelt ist. Als Generalistin mit v ielen Spezialisierungen ist sie dort tätig, wo Architektur und soziale V erantwortung zusammenkommen. Konkret vor Ort, international vernetzt und geistig offen.
Mit dem Architekturberuf verbinden die meisten Menschen vor allem Entwurfs- und Planungsaufgaben. Du bist seit vielen Jahren an der Universität Liechtenstein beschäftigt. Warum ist es für dich als Architektin wichtig, zu lehren und zu forschen? Welche Forschungsfragen und Themen treiben dich besonders um? Was mich als Hochschuldozentin am meisten antreibt, ist der Austausch und die Entwicklung der Studierenden, aber auch dass ich selbst ständig dazulernen darf und mich weiterentwickle. Seit zirka zwei Jahren beschäftige ich mich vor allem mit dem Bereich „Architektur und Verantwortung“. Dabei geht es stark um soziales Engagement in der Architektur. Zusammen mit Clarissa Rhomberg
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und Daniel Haselsberger leite ich das Modul „Pro Bono“, in dem wir die Studierenden motivieren, eigenständig soziale Projekte im Bereich der Architektur zu initiieren. So setzten die Studierenden unter anderem schon das Upcycling-Projekt „Re:Post“ mit der österreichischen Post, den Ausstellungspavillon „WissWak“ zur Totalphütte, aber auch das Medienfestival „Lost Place“, das den Leerstand in einem seit über 20 Jahren ungenutzten Schlachthof in Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg thematisierte, um. Und aktuell sind bereits über 20 weitere Projekte in der Planung bzw. in der Umsetzung. Im Bereich des „Upcyclings: zirkulären Bauens“ leite ich zusammen mit Daniel Stockhammer ein Entwurfsstudio zum Thema „Zero Waste Architecture“. Unsere Studierenden entwerfen aktuell ein abfallfreies, zirkuläres Fast-Food-Restaurant von morgen, denn die Fast-Food-Gastronomie zählt zur kurzlebigsten Gebäude-Kategorie und gilt als Inbegriff für die schnelle Abfallproduktion, und wir wollen mit diesen Arbeiten neue Wege und Lösungen aufzeigen. Ganz besonders in deiner Biografie ist, dass du nicht nur Architektin mit einem Abschluss an der Kunstuniversität, der Universität für angewandte Kunst in Wien, sondern auch Baumeisterin bist. Beeinflusst diese Kombination deine Arbeit und Arbeitsweise? Ich bin überzeugt, dass meine beiden sehr konträren Bau-Hintergründe mich nachhaltig beeinflussen. Aber dazu gehört mit Sicherheit auch meine Kindheit in einer Baufirma mit Kies- und Betonwerk, und meine Schulzeit an der HTL Rankweil im Bereich Hochbau. Ich versuche immer wieder in meiner beruflichen Tätigkeit, eine spannende Kombination zu erreichen, so leite ich aktuell an der Universität Liechtenstein mit Clarissa Rhomberg ein EU geförder-
Fotos: STEPHANIE BÜCHEL PHOTOGRAPHY, FRAUENMUSEUM HITTISAU/INES AGOSTINELLI
Von Architekt Hans Hollein stammt der Satz „Alles ist Architektur“. Du bist u. a. eine Hollein-Schülerin. Inwiefern hat dich diese Aussage geprägt und was bedeutet sie für dich? Während meines Architekturstudiums bei Hans Hollein an der Universität für angewandte Kunst Wien hat mich besonders seine Herangehensweise an die Architektur fasziniert, seine Radikalität und Kompromisslosigkeit, und daher konnte für ihn nur alles Architektur sein. Ich gebe ihm zu 100 Prozent recht, denn es gibt keinen Bereich in unserem Dasein, in der Architektur nicht eine Rolle spielt. Sie umgibt uns zu jeder Zeit. Leider wird bei diesem Zitat von Hans Hollein der erste Teil sehr oft unterschlagen. Dieser ist für mich mindestens gleich wichtig, wenn nicht noch wichtiger: „Alle sind Architekten. Alles ist Architektur.“ Nicht nur Hans Hollein hat mich geprägt, auch meine vielen anderen bekannteren und unbekannteren Lehrer(innen), Meister(innen) und Chef(innen). Leopold Kaufmann, Erich Steinmeier, Alwin Huber, Sture Larsen, Elisabeth Hatz, Napolos Mbunito, Ben van Berkel, Greg Lynn und Peter Staub haben mich sehr beeinflusst. Die gewonnenen Erfahrungen haben mich zu der Architektin und Baumeisterin gemacht, die ich heute bin.
Es gibt keinen Bereich in unserem Dasein, in dem Architektur nicht eine Rolle spielt. Sie umgibt uns zu jeder Zeit.
Vermittlung. Im Frauenmuseum Hittisau zeigte sie 2016/17 eine Ausstellung, die erstmals einen Einblick in diese lebendige Baukultur der Maasai gab.
Next generation. Unterrichten ist nicht nur lehren, sondern auch lernen.
tes Projekt zum Thema „Social and Environmental Impact Academy for Architects“ mit Universitäten aus Norwegen, Dänemark und Belgien und ich bin seit einem Jahr die Zunftmeisterin der Handwerkerzunft Lingenau. Viel Spaß machen mir auch immer wieder Workshops mit Kindern und Jugendlichen in den Überschneidungsbereichen von Handwerk, Architektur und Baukultur. Ich möchte junge Menschen für diese Themen begeistern und da wären wir wieder bei Hans Hollein: „Alle sind Architekten. Alles ist Architektur.“ Ich glaube, was mich besonders auszeichnet ist, dass ich eine Generalistin bin mit vielen Spezialisierungen. Es ist nicht einfach, mich in eine Schublade zu stecken. Vor einigen Jahren hast du dich intensiv mit den MaasaiBaumeisterinnen auseinandergesetzt und dazu auch eine viel beachtete Ausstellung im Frauenmuseum in Hittisau gestaltet. Wie bist du auf die Arbeit der bauenden Frauen in Tansania aufmerksam geworden und warum wolltest du davon erzählen? Im Jahr 2013 wurde die Universität Liechtenstein von der UNESCO Tansania für einen Studierendenentwurfs-Workshop für ein neues Gemeinschaftszentrum bei den Maasai angefragt, und als der damalige Institutsleiter Hugo Dworzak mich gefragt hat, ob ich das
Projekt machen möchte, habe ich sofort zugesagt. Gut einen Monat später war ich für die ersten Gespräche in dem Dorf Ololosokwan an der Grenze zur Serengeti und Masai Mara (Kenia) und durfte die Baukultur der Maasai näher kennenlernen. Dabei habe ich erfahren, dass das Bauen bei den Maasai eine reine Frauenaufgabe ist. Bei der weiteren Vorbereitung für den Entwurfsworkshop musste ich dann aber feststellen, dass es zwar Unmengen an Material zu der Maasai-Kultur gibt, aber fast nichts zur deren Baukultur. Dadurch habe ich mich entschieden: dann muss ich es eben selbst machen. Ich habe für die Arbeit das Margarethe Schütte-Lihotzky Projektstipendium erhalten und damit das Forschungsprojekt aber auch die Ausstellung zu den „Maasai-Baumeisterinnen aus Ololosokwan“ gestaltet und kuratiert. Die Ausstellung und das Studierendenprojekt wurden mehrfach ausgezeichnet und bekamen auch international super Rezensionen u. a. vom Magazin „Der Spiegel“. Was aber für mich als Baumeisterin das Beeindruckteste war, war die Zusammenarbeit und der Austausch zu dem Bauprojekt nur mit Frauen – eine Erfahrung, die ich so noch nie in meinem Architektur- bzw. Baumeisterinnen-Berufsleben hatte. Da es noch so viel mehr zu erzählen gibt, arbeite ich aktuell an einer Publikation zu der Baukultur der Maasai-Frauen. Außerdem gibt es noch unseren Verein „Sidai“, mit dem wir Maasai-Mädchen und -Frauen aus Ololosokwan, Tansania unterstützen durch Workshops, eine Micro-Kredit-Gruppe und Ausbildungsstipendien. Verena Konrad
„‚Neues‘ Bauen muss sich vom Dogma des Neubaus lösen. Der Baubestand muss wieder als Quelle von Ressourcen und Ideen betrachtet und seine Wieder- und Weiterverwendung als architektonisches Potenzial verstanden werden“, so Cornelia Faißt. kontur 75
Dinge zum Guten verändern Daniel Mutschlechner, Geschäftsführer des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast, mag neue Blickwinkel, gutes Essen und Musik. Frei nach seinem Lebensmotto: Mit den Füßen am Boden, mit dem Kopf überall. „kontur“ hat dem leidenschaftlichen Familienmenschen zehn Fragen gestellt.
Wie hat sich eure Arbeit verändert und welche Veränderungen wollt ihr mit in die Zukunft nehmen? Das Seminar-Dorf Arbogast ist praktisch ganzjährig rund um die Uhr in Betrieb – da hat die Weiterentwicklung im Alltag manchmal wenig Platz. Deshalb haben wir die Coronazeit neben der Existenzsicherung dafür genutzt, um zu erneuern und aufzuarbeiten, was sich angestaut hat: inhaltlich wie infrastrukturell. Die gewonnene Flexibilität und den Mut, manch alte Muster abzulösen, das werden wir mit in die Zukunft nehmen. Es wird nach Corona vieles nicht mehr so sein wie früher. Aber es wird gut. Du arbeitest für ein wirtschaftliches Unternehmen, getragen von der katholischen Kirche. Fließen hier, auch ökonomisch betrachtet, andere Blickwinkel mit ein? Egal ob in Arbogast oder in jedem anderen Betrieb: Die Wirtschaft sollte immer für die Menschen da sein. Wenn ein Unternehmen Sinn stiftet und auf einer Wertebasis agiert, wenn es Arbeitsplätze schafft, das Gemeinwohl im
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Blick hat und der erfolgreiche Geschäftsverlauf Wertschöpfungsketten in Gang setzt, dann ist das Wirtschaft im besten Sinn. Das Gegenteil von Wirecard. Eine Besonderheit in Arbogast ist, dass wir im Auftrag der Diözese Bildung, Seelsorge und ein Kulturprogramm gestalten. Der Kirchenbeitrag unterstützt dieses Angebot, damit insbesondere junge Menschen die gute Qualität erleben können. Welches war das letzte Seminar, das du selbst besucht hast? In guter Erinnerung ist mir ein Vormittag mit Ronald Gnaiger, der in der Reihe „Arbogaster Fragen“ über die Spiritualität von Räumen sprach. Nach so einem Impuls geht man verändert aus dem Saal. Sollten Menschen viel öfter mal bewusste „Atempausen“ einlegen? Unser Programm setzt sich mit den großen Fragen des Lebens auseinander. Wir stärken Menschen in ihrer Entwicklung und Lebensgestaltung. Es ist ein ganzheitlicher Bildungsansatz, der zu einem freien, eigenverantwortlichen, guten Leben be-
fähigen soll. Der Kraftort Arbogast mitten in der Natur und unsere Slow Food-Küche bilden den geeigneten Rahmen. Diesen Ort kann man übrigens auch abseits eines gebuchten Seminars entdecken. Etwa im „Büro auf Zeit“, wo man in Ruhe für ein paar Tage einen aufgeräumten Schreibtisch mit Blick in die Natur hat, um den Überblick wieder zu gewinnen. Hat sich dein Weltbild durch die Arbeit in St. Arbogast gewandelt? Nein. Mein Weltbild hat sich nicht verändert, aber meine Blickwinkel darauf werden erweitert. Ich lerne viel dazu. Ich mag die Menschen und will im Rahmen des Gestaltungs-Spielraumes Dinge zum Guten verändern. Egal in welcher Funktion und an welchem Ort. Wie findest du privat einen Ausgleich? Mein derzeitiger Lebensabschnitt bietet wenig unverplante Zeit. Komme ich nach Hause, übernimmt die Familie die Initiative. Gut so. Und wenn alles schläft, widme ich mich Zeitungen und Musikalben oder setze mich ans Klavier.
Die gewonnene Flexibilität und den Mut, manch alte Muster abzulösen, das werden wir mit in die Zukunft nehmen.
Foto: Philipp Steurer
Das Bildungshaus St. Arbogast lebt von der Begegnung. Eine herausfordernde Zeit? Und ob! Arbogast ist live, hier geht es um den persönlichen Austausch und das Erleben mit allen Sinnen. Zoom kann den Arbogaster Spirit nicht ersetzen. Es sind emotional und wirtschaftlich angespannte Monate. Wir freuen uns auf die Rückkehr der Gäste.
Daniel Mutschlechner geboren 1978 in Dornbirn als jüngster von drei Brüdern, nach der Matura am BORG Schoren Diplomprüfung am Kolleg für Tourismus und Freizeitwirtschaft. 16 Jahre bei der Messe Dornbirn, davon drei als Geschäftsführer, seit Ende 2016 Geschäftsführer des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast. Privat. Verheiratet, Vater von drei Kindern (11, 9 und 4 Jahre).
Deine zweite „Heimat“ ist das „Probelokal“. Wie kam es dazu? Ich probiere an freien Tagen gerne in der Küche und im Musikzimmer herum. Und wurde immer wieder nach Rezepten oder Musik gefragt. Nun teile ich diese Rezeptgeschichten – gespickt mit gesellschaftspolitischen Statements und Musiktipps – in meinem virtuellen Probelokal. Es ist schön, gelegentlich Koch, DJ und Autor zu spielen und den Gästen damit Freude zu bereiten. Und das Probelokal darf ja selbst im Lockdown offen halten ... Als Genussmensch und leidenschaftlicher Koch: Hausmannskost oder Sterneküche? Ich schätze die Slow Food-Philosophie und mag am liebsten das Einfache. Das aber auf hohem Niveau. Ich ziehe einen guten KäferbohnenSalat jeder Gänseleber-Pastete vor. Und richtig gute Bratkartoffeln sind mir viel lieber als exklusiver Hummer-Schaum. Aber es dauert, bis die einfachen Dinge auf Sterne-Niveau gelingen. Freust du dich schon wieder auf den ersten Restaurantbesuch nach dem Lockdown? Zunächst freue ich mich darauf, wieder bedenkenlos Gäste bei uns daheim empfangen zu dürfen – die Kinder sehnen entspannte Nachmittage mit den Großeltern herbei, ohne Abstand, Maske und Tests. Den Gasthäusern wünsche ich regen Zulauf von verantwortungsvollen Gästen. Ich werde dabei sein. Sabine Carotta
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Innen hui, außen auch!
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ie wohnst du? Eine unscheinbare, kleine Frage. Aber wenn wir genau überlegen, bestimmt diese kleine Frage im Grunde unser ganzes Leben. Denn so wie wir wohnen, fühlen und sind wir doch im Endeffekt auch. Das wusste schon der deutsche Philosoph Martin Heidegger, der einst sagte: „Mensch sein heißt wohnen“. Und dabei geht es um viel mehr als nur um den Ort, an dem man verweilt. Wohnen ist ein elementares Bedürfnis der Menschen. Es wird verbunden mit Sicherheit, Schutz und Geborgenheit. Nicht ohne Grund leitet sich das Wort aus dem althochdeutschen wonên ab, dessen Urbedeutung „gern haben“ bzw. „wünschen“ ist. Genau diese Wünsche haben sich im Laufe der Zeit verändert. Denn Wohnen ist einem ständigen Wandel unterworfen. Gesellschaftlich betrachtet ebenso wie individuell. Und so kamen zu den Aspekten Sicherheit und Schutz in den vergangenen Jahrzehnten und Jahren auch Kommunikation und Selbstdarstellung hinzu. Man weiß nicht nur, wie man wohnen möchte, man zeigt es auch gerne und teilt es mit anderen.
Fotos: Cassina, Kettal
Die Bregenzerwälder wussten es schon immer: Nichts geht über den Schopf an der Sonnenseite! In der modernen Architektur nennt man diesen vergleichbaren Platz Veranda. Und dieser Bereich ist mehr als eine überdachte Terrasse. Er ist ein Freiluft-Wohnraum für die ganze Familie. Ein Ort zum Entspannen, Essen, Lesen, Freunde treffen . . .
Die 50er grüßen. Der Sail Out Ottoman von Cassina kann zum gleichnamigen Sofa kombiniert werden.
Das Wohnen hat sich verändert. Zu den Bedürfnissen Sicherheit und Schutz kam immer mehr die Selbstdarstellung hinzu. Man weiß nicht nur, wie man wohnen möchte, man zeigt es auch gerne.
Schön eingerichtet. Couch, Polsterstühle, Leuchten – im Outdoor-Bereich zeigt man, wie es innen weitergehen könnte.
Im Sommer-Wohnzimmer. Das Wohnen ist offener geworden – um nicht zu sagen: extrovertierter. Das Innere spiegelt sich im Außenbereich wider und die Architektur reagiert darauf. Überdachte Terrassen sind von Häusern und Wohnungen kaum noch wegzudenken. Das beobachtet auch Architektin Nici Wührer, Geschäftsführerin von Höttges in Dornbirn. „Die Terrasse oder Veranda ist immer mehr zum zusätzlichen Wohnraum geworden. Und genau so wird dieser Bereich mittlerweile auch eingerichtet.“ Adieu wackeliger, weißer Plastikstuhl – hallo komfortable Couchgarnitur! Und wenn diese dem Exemplar im Wohnzimmer sehr ähnelt, kommt das nicht von ungefähr. „Im Outdoor-Bereich zeigt man, wie es innen weitergehen könnte. Die Farbwelt wird stimmig aufeinander angepasst, ebenso die Wahl der Möbel“, so Nici Wührer. Kein Wunder, dass die Hersteller diese Entwicklung aufgreifen. Wetterfest. Die Welt der Outdoor-Möbel hat in den vergangenen Jahren enormen Zuwachs erhalten. Dabei erinnert wenig an die Terrassenmöblierung aus den 70ern oder 80ern, die schon bei
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Modulare Systeme sind gefragt. So können die Möbel angepasst und je nach Wunsch ergänzt werden. der bloßen Erwähnung nur zu gern vor dem inneren Auge erscheint. Wackelige Tische oder einfache Stühle, am besten noch versehen mit Stoff, auf dem man nach einem überraschenden Regen auch einen Tag später noch nicht wirklich wieder „im Trockenen“ sitzen kann. Nein, diese Zeiten sind vorbei. Hinter den Outdoor-Möbeln von heute stehen jede Menge Forschung und Technik, die vor allem in den Oberflächen zum Tragen kommen. Den meisten Textilien machen Sonne und Wasser mittlerweile nichts mehr aus. „Die Fasern absorbieren Feuchtigkeit, trocknen schnell und sind fleck- sowie schimmelbeständig“, erklärt Nici Wührer. Die farblich abgestimmte, mitgelieferte Abdeckung wird daher meist nur noch zum Überwintern benötigt.
Blick fürs Detail. Nici Wührer ist Architektin und Geschäftsführerin von Höttges in Dornbirn.
Dass Outdoor mehr als nur eine kleine „Nebensache“ ist, zeigt sich auch in den Kollektionen. Die Hersteller arbeiten längst mit namhaften Designern zusammen. Wie beispielsweise Cassina. Das italienische Unternehmen kombiniert in seinem Outdoor-Programm unter anderem die Kollektion LC von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand mit drei großen modernen Interpreten: Philippe Starck, Rodolfo Dordoni und Patricia Urquiola. Klassiker sowie neue Modelle aus dem Innenbereich halten nun auch draußen Einzug. Ein Weg, den auch B & B Italia, Minotti oder Tribù einschlagen. Auf Nachhaltigkeit wird dabei bei vielen Herstellern nicht nur in puncto Materialien gesetzt, sondern auch was das
Design betrifft. Zeitlos modern könnte man es nennen. Dazu kommen hohe Qualität und eine Flexibilität, die vor allem durch den Einsatz von Modulen und einer schier unendlichen Farbpalette entsteht. „Die Möbel können im Grunde an jede Gegebenheit angepasst und je nach Wunsch ergänzt werden“, so Nici Wührer. Und auch für den Bestand ohne überdachte Terrasse gibt es Lösungen. So zum Beispiel die Pavillons des spanischen Herstellers Kettal. Inspiriert durch die Architektur von Richard und Dion Neutra lassen die individuellen Ausführungen quasi im Handumdrehen einen neuen Raum im Garten entstehen. Für den ganz persönlichen „Schattenplatz“ an der Sonne. Sabine Carotta
Ab ins Freie. „Tape“ für innen gibt es bei Minotti seit 2018. Nun wurden die Sitzmöbel auch für draußen weiterentwickelt.
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Präzise. Mit „Daiki“ lässt Minotti die Bereiche im Freien als eine Erweiterung des Innenwohnbereichs aufleben.
Fotos: Adolf Bereuter, Minotti
Hinter den Outdoor-Möbeln von heute stehen jede Menge Forschung, Entwicklung und Technik, die vor allem in den Oberflächen zum Tragen kommen. Den meisten Textilien und Hölzern machen Sonne und Wasser mittlerweile nichts mehr aus.
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Symbolfoto
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David Hockney, Sunbather, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 183 cm, Museum Ludwig, Köln
Sehnsucht nach Sommer
Hollywood der 50er und 60er Jahre ist das Motto für die neue Outdoor-Kollektion. In der Stadt der Engel materialisiert sich die Essenz eines entspannten Sommertages am Pool. Draußenmöbel von B&B Italia, Kettal, Minotti, Tribù oder Cassina passen perfekt zu einem luftig leichten Lebensstil.
Höttges Showroom Dornbirn, Rhomberg‘s Fabrik, Färbergasse 15 T 05572 22175, www.hoettges.at 82 kontur
Wein, Gott, Gobelsburg Das Weingut Schloss Gobelsburg im niederösterreichischen Kamptal feiert heuer 850. Geburtstag, dass die Weine heute zu den besten Österreichs zählen, ist seit 25 Jahren für den gebürtigen Lecher Michael Moosbrugger und seine Frau Eva Aufgabe, Verpflichtung und Passion.
Foto: Michael Moosbrugger
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as niederösterreichische Kamptal ist das, was Marketingspezialisten eine Genussregion nennen. Nur wenige Minuten von Krems und der Wachau entfernt, beginnt eine Kulturlandschaft, die in Jahrhunderten entstanden ist, geprägt von den Weinrieden, die dem Tal ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Und wo Wein wächst, lässt es sich gut leben. Die Gasthäuser und Heurigen zeigen die ganze Vielfalt der Region in ihren Gerichten, die Menschen sind im besten Sinne des Wortes gelassen, zufrieden in diesem Stück Paradies zu leben und zu arbeiten. Und für Reisende wichtig: Das Stück Paradies bietet Platz, Touristenströme sind nicht zu befürchten.
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Schloss Gobelsburg zu führen, bedarf Demut, sagt Michael Moosbrugger. Es gehe hier beim Weinmachen weniger darum, die eigene Persönlichkeit einzubringen, sondern das Weingut behutsam in der Tradtion weiterzuentwickeln und in die nächste Generation zu bringen. Auch nicht in Langenlois, Österreichs größter Weinstadt, die der Hauptort dieses Tals ist, durch das die Kamp fließt, die im Sommer mit ihren nostalgischen Flußbädern auch zum Schwimmbad der Region wird. Natürlich kann die Kamp auch anders, wie das zerstörischere Hochwasser im Jahr 2002 zeigte. Die Kamp ist aber auch wichtiger Teil des Mikroklimas, das – neben den Böden und Lagen – im Kamptal Basis für den Weinbau ist, der einige der besten Weißweine weltweit hervorgebracht hat. Frei für den Wein. Dazu zählen die Weine von Schloss Gobelsburg – und das seit Jahrhunderten. Heuer feiert das Weingut sein 850-jähriges Jubiläum. Man müsste es nicht extra erwähnen, aber das Weingut hat die Geschichte des Weinbaus in Österreich wesentlich beeinflusst und mitgestaltet. Der Wein, mit dem in diesem Jahr auf diese unglaublich lange Tradition angestoßen wird, ist das Werk eines Vorarlbergers. Michael Moosbrugger ist – auch das ein Jubiläum – seit 25 Jahren Herr auf Schloss Gobelsburg. Er hat für das Jubiläum eine auf 7000 Flaschen limitierte Cuvée von Gobelsburger Weinen aus den letzten 50 Jahren aufgelegt. „Die ist praktisch ausverkauft“, freut er sich im Gespräch mit „kontur“. Moosbrug-
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ger stammt aus Lech, genauer: er ist Mitglied der Familie Moosbrugger, die mit dem Gasthof Post eines der absoluten Tophäuser am Arlberg betreibt. Mit Weinen bester Herkunft hat er deshalb immer schon zu tun. Als sich abzeichnete, dass sein Bruder Florian das Hotel weiterführen wird, war er, wie er in einem VN-Interview erzählte, „frei für den Wein“. Was folgte, waren Lehrjahre, in denen sich der junge Mann, der auch eine Ausbildung als Maschinenschlosser abgeschlossen hat, den Weinbau von der Pike auf gelernt hat. Mit seinem Wissen und Talent, mit seinem Enthusiasmus für das Kultur- und Genussgut Wein und der damit verbundenen Tatkraft bot sich 1996 die Chance für Eva und Michael Moosbrugger, das Weingut Schloss Gobelsburg zu übernehmen. Und das mit langfristiger Perspektive. Eine Chance, die für einen jungen Winzer, der zudem aus Vorarlberg stammt, in einem Gebiet, in dem viele Familien seit Generationen Wein machen, zur Last werden könnte. „Ma hupft ins Wasser und muss schwimmen“, berichtet er über seinen Einstieg in Gobelsburg. Durststrecken. Dass er es ernst meint mit dem Weinbau zeigte sich rasch, wenn-
Nach 25 Jahren auf Schloss Gobelsburg würde ich das auf jeden Fall wieder machen. Es gibt keinen schöneren Beruf für mich und das in einem der spannendsten Weingüter. gleich er die ersten fünf Jahre schwer zu kämpfen hatte. „Da haben wir schon Durststrecken gehabt. Selbst Willy Bründlmayer hat gedacht, dass es schneller geht“, denkt Moosbrugger zurück. Schloss Gobelsburg ist schließlich kein kleines Einsteiger-Weingut im einstelligen Hektarbereich, es verfügt über rund 70 Hektar zu bewirtschaftende Rieden, darunter die berühmten Lagen Heiligenstein, Lamm und Grub. Dementsprechend groß ist der Betrieb, ebenso die Mengen, die verkauft werden, müssen.
Hausherren. Die Zister zienser des Klosters Zwettl und Michael Moosbrugger sind stolz auf die Weine.
Fotos: Herbert Lehmann, Michael Moosbrugger
Weinkultur. Der neue Weinkeller (oben re.), berühmte Rieden und prämierte Weine.
Und auch die Tradition lastet schwer. „Man muss diese Aufgabe mit Demut angehen“, stellt er fest, und das macht er seit seinem Start. Er erfindet das Weingut nicht neu, er knüpft an die Tradition an, entwickelt sie behutsam weiter. Setzt auch im Weingarten und bei der Vinifizierung auf traditionelle Methoden, die Weine hervorbringen, die Weinkritiker in aller Welt begeistern, wie Auszeichnungen – etwa „Winzer des Jahres in Österreich“, „Sortensieger“, „Top Winerys of the World“, um nur einige zu nennen –
zeigen. Dabei bleibt die Zeit nicht stehen, Moosbrugger hat z. B. das „Dynamic Cellar Concept“ entwickelt, bei dem Weine nicht mehr gepumpt werden, um an andere Orte zu gelangen, sondern im „Fass auf Rädern“ in andere Kellerteile gebracht werden. Wie Tradition gelebt wird, zeigt die Erweiterung des Weinkellers, dessen ältester Teil auf das 11. Jahrhundert zurückgeht: Dem sensiblen Schlossbereich und der klösterlichen DNA entsprechend wurde der Keller
in Form eines Kreuzgangs konzipiert, für den Bau verwendet wurden nur historische Baustoffe. Gelagert werden dort ältere Jahrgänge, die auch bei den Hauptsorten Grüner Veltliner und Riesling (zusammen 80 Prozent) der Gobelsburg am Markt immer begehrter werden. Heuer wird der Keller offiziell eingeweiht. Angestoßen wird mit einem jahrhundertealten Kulturgut, das nichts an Köstlichkeit, nichts an Wohlgeschmack verloren hat. Im Gegenteil. Zum Wohl auf die nächsten 850 Jahre. Andreas Scalet
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Freie Kunst für alle Dass Kunst im öffentlichen Raum im wahrsten Sinne des Wortes besonders zum Leuchten gebracht werden konnte, das liegt vor allem auch an der Fähigkeit von Künstlerinnen. Sie holen in Vorarlberg auf.
D Zukunftsfähig. Raum für Geburt und Sinne in Hittisau.
Kunst für Passanten. Galerie Vor-Ort in Altach.
igitale Kunst im öffentlichen Raum? Wer in Vorarlberg danach sucht, wird zwar nicht schnell fündig, aber grundsätzlich ist sie wohl mit einem Namen verbunden, nämlich mit Ruth Schnell. Die Vorarlberger Künstlerin und Professorin in Wien thematisiert in ihren Arbeiten die Wahrnehmung. Wenn sie dabei politische Statements abgibt und – wie zuletzt in einer Ausstellung in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz – die mutige Haltung der Chemikerin Clara Immerwahr zur Verantwortung von Wissenschaftlern als Interaktion zwischen virtuellen und realen Personen zeigt, wird es eine große Inszenierung. Das Mitwirken des Betrachters, der sich entweder mit einer Hololens-Brille vertraut machen muss oder dem eigentlichen Sinn einer ihrer LEDInstallationen nur mit entsprechender Beweglichkeit erfahren kann, ist erforderlich. Begriffe zu Heimat und Fremde sind jedenfalls für Passanten am Bregenzer Hafen erkennbar, sobald die Installation aktiviert ist. Die „Floating Signs“ zählen zu jenen seltenen Arbeiten im öffentlichen Raum in Vorarlberg, die Künstlerinnen schaffen konnten. In diesem Fall ging der Umsetzung ein Wettbewerb voraus, bei dem Schnell die Jury überzeugte. Ein ähnliches Auswahlverfahren führte auch dazu, dass die Künstlerin beim Hallenbad in Dornbirn ein Lichtschriftband realisierte, das mit den Besuchern interagiert. Dass sie schon Jahrzehnte davor einmal Österreich bei einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen,
nämlich der Biennale in Venedig, vertrat, sei erwähnt, weil sich das Land bisher bei der Wahl von Künstlerinnen für diesen Auftritt nicht hervorgetan hat. Gerade was die Medien- oder die Lichtkunst betrifft, halten Künstlerinnen aus Vorarlberg das Terrain gut besetzt. Siegrun Appelt hatte es schon vor Jahren mit der Glashaut des Kunsthaus Bregenz aufgenommen. Das mag etwas heißen, wenn man bedenkt, dass man zur Eröffnung des Gebäudes vor mehr als 20 Jahren auf James Turrell setzte, vor dessen Farbigkeit Appelt nicht kapitulierte, obwohl sie nichts von Buntheit hält. Auch die Schattenburg Feldkirch erfuhr durch ihr Lichtkonzept eine derartige architektonische Aufwertung, dass die Arbeit dort an sich permanent installiert bzw. immer wieder gezeigt werden sollte. Ins Innere der Erde blicken. Die Außenfassade des KUB schien für Miriam Prantl eher eine leichte Übung zu sein. Die Künstlerin hatte zuvor schon an mehreren Museen Kunst-am-Bau-Projekte mit Licht realisiert. Dass sie bereits in jenen Ausstellungen vertreten war, mit denen die Biennale Venedig offiziell umrahmt wird, sollte ebenfalls Erwähnung finden. Man muss eine kleine Fahrt auf sich nehmen bzw. am besten einen Ausflug zum Silvretta-Stausee planen, um dort eine besondere Arbeit zu sehen. Angesichts jener Fernrohre, die oft an Aussichtspunkten platziert sind und mit denen sich jeder eine Landschaft heranzoomen
Miriam Prantl hat nicht nur in der Silvretta ein Lichtkunstwerk geschaffen, wer das Vorarlberg Museum in Bregenz besucht, wird von ihr auf besondere Art zu den Ausstellungsebenen geleitet. Sie hat dort ihre Kunst-am-Bau-Erfahrung eingebracht. 86 kontur
kann, stellte sich Prantl die Frage, was passiert, wenn jemand ins Innere der Erde blicken möchte. Dass das nicht möglich ist, schloss die Künstlerin aus und entwarf mit „ErdenLicht“ eine audio-visuelle Lichtinstallation, die auf der Bielerhöhe direkt am Silvretta-Stausee realisiert wurde. Der Schützenschacht, ein Bauwerk mit einer Tiefe von 45 Metern, an dessen Boden sich die sogenannten Schützen, also das Absperrorgan vom See zum Druckschacht, befinden, in dem das Wasser zum Kraftwerk fließt, lieferte die Inspiration. Er sollte künstlerisch in Szene gesetzt werden. „Wir sind hier auf über 2000 Metern Meereshö-
he, ich hatte ein Gesamtkunstwerk vor Augen und nahm mir vor, das Außen und das Innen sowie die Elemente zusammenzubringen“, erzählt Prantl. Der Ring, der eine Plattform umschließt, spiegelt nun die Landschaft wider, zieht die Bilder aber auch wie durch einen Trichter hinein ins Innere. In der Mitte steht eine Art Fernrohr, mit dem in den Schacht geblickt werden kann. Dort vermittelt die Licht-undTon-Installation in wechselnden Sequenzen die vier Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde. Prantl war es wichtig, die Kräfte, die in der Natur wirken, künstlerisch umzuset-
Fotos: Laurenz Feinig, Philipp Steurer, David Murray
Außen und innen. Miriam Prantl verbindet in der Silvretta die fantastische Landschaft mit einem Blick ins Innere der Erde.
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Es ist längst an der Zeit, die öffentlich zugängliche zeitgenössische Kunst in Vorarlberg umfassend zu dokumentieren. zen, zum Ausdruck zu bringen und in der Installation zu bündeln. Marie wie Marie Curie. Das Malen mit Licht setzt technische Kenntnisse voraus. In diesem Zusammenhang ist ein Kunstwerk im öffentlichen Raum interessant, das Ale xandra Berlinger im Stadtpark von Dornbirn realisierte. Wiederum war es ein Wettbewerb, der zur Ausführung des Werks „Marie“ führte, mit dem die Künstlerin beabsichtigte, Frauen im technischen Berufsfeld potent in Szene zu setzen. Lehrlinge wurden beauftragt, sich mit Biografien der mit ihren Leis tungen bekannt gewordenen Frauen auseinanderzusetzen. Die Vornamen wurden aufgelistet, dann digitalisiert und aus Stahlblech ausgeschnitten. Beschichtet, verzinkt, zusammengeschraubt und auf Stelen angebracht, ergibt sich eine Skulptur, deren Name – nicht schwer zu erraten – auf die Physikerin und Chemikerin Marie Curie zurückzuführen ist, die zwei Mal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
Architektur trägt zum Wohlbefinden der Menschen bei, kann die Gesundheit fördern und unter Berücksichtigung besonderer Faktoren sogar heilend wirken. Angesichts dieser wesentlichen Erkenntnisse ist auch ein Projekt im Zusammenhang mit Kunst im öffentlichen Raum aufzuzählen, das neben dem Frauenmuseum in Hittisau errichtet wurde. Ein weiteres Jahr wird es auf jeden Fall noch dort bleiben, denn die Diskussion, die damit einhergeht, wurde erst in Gang gesetzt. Mit dem „Raum für Geburt und Sinne“ wird auf höchst ästhetische Weise dargestellt, was die Architektinnen Anna Heringer und Anka Dür sowie die Designerin Sabrina Summer meinen, wenn sie sich für ein Umdenken stark machen, das auch der Lehmbaupionier Martin Rauch unterstützt hat. Ins Blickfeld gerückt. Wer den öffentlichen Raum als Ort begreift, der den Menschen offensteht, zählt etwa auch Veranstaltungsräume dazu, die Künstlerinnen gestaltet
Innovativer Ausstellungsort. Das milk_ressort in Göfis.
Starke Frauen. Kunstwerk von Alexandra Berlinger in Dornbirn.
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Alt und neu. Wandfries von Carmen Pfanner im Schloss Hofen.
Interaktiv. Lichtkunst von Ruth Schnell in Bregenz.
Fotos: Gfader, Günter König/Stadtmuseum Dornbirn, Darko Todorovic, Rudolf Sagmeister
Aufschlussreich. Sichtfenster mit Wacker-Gemälden.
aben. Mit ihrem textilen Wandfries im h Kellergewölbe des Schloss Hofen thematisiert Carmen Pfanner die Geschichte und das architektonische Charakteristikum des Gebäudes, die damit in abstrahierter Form besonders ins Blickfeld gerückt werden. Ein Künstler soll in dieser Aufzählung von Arbeiten von Künstlerinnen im öffentlichen Raum Erwähnung finden, denn die Art, wie es Gemälde von Rudolf Wacker ins Freie geschafft haben, ist beispielgebend. Wacker hat in den 1920er- und 1930er-Jahren in Bregenz und Lindau eine Reihe von Motiven und Landschaften gemalt. Diese Gemälde an ihren Entstehungsorten als leuchtende, durchsichtige Reproduktionen auf Glas zu zeigen, war das Konzept der Kunsthistoriker Kathleen und Rudolf Sagmeister, das in Bregenz und Lindau umgesetzt wurde. An sieben öffentlich zugängli-
chen Orten wurden in der Landeshauptstadt (etwa vor der Wacker-Villa in der Römerstraße, vor der Galluskirche, an der Pfänderbahn-Talstation, an der Lauteracher Brücke, im Illwerke-Park und am Schnabelhafen) Sichtfenster mit Motiven des Malers installiert. So kann unter anderem der heutige Blick mit der Sicht des Künstlers vor bald hundert Jahren verglichen werden. Der Kreativität von Kulturschaffenden ist es zu verdanken, dass aktuell geschaffener Kunst auch dann zu begegnen ist, wenn die Museen und Kunsthäuser geschlossen sind. In der Corona-Zeit erhielt das Thema besondere Relevanz. Und so entstanden neben dem so genannten milk_ressort in Göfis, dessen Ausstellungen auch von außen einsehbar sind, etwa die Galerie Vor-Ort in Altach, die nicht betreten werden muss, um Kunst zu erleben. Christa Dietrich
Voraussetzung für eine sinnvolle Bespielung von neuen Kunstorten, die frei zugänglich sind, ist eine qualifizierte Kuratorenschaft. Die ist etwa bei Initiativen wie der Galerie Vor-Ort in Altach oder dem ehemaligen Zollhäuschen in Koblach gegeben. kontur 89
„ Notfalls meinen Pulli als Segel” "
Boris Herrmann hat nach 80 Tagen die berühmte Vendée Globe beendet und den 5. Platz belegt. Kollision mit einem Fischkutter und kein Glas Whiskey am einsamsten Ort der Welt – der Solosegler über sein mutiges Abenteuer auf See.
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ls einer von 33 Seglern ist Boris Herrmann am 8. November 2020 mit seiner 18 Meter langen Seaexplorer – Yacht Club de Monaco von Les Sables d’Olonne – in Frankreich gestartet. Er war der erste Deutsche, der an der Regatta über die Weltmeere teilnahm und sich damit einen Lebenstraum erfüllte. Während der stürmischen Tage mit dabei: die Glashütte Original SeaQ. Die Vendée Globe gilt als härteste Regatta der Welt: unkomfortable Bedingungen, allgegenwärtige Gefahren, Einsamkeit und Wasser soweit das Auge reicht. Was reizt Sie, dabei zu sein?
Ich war praktisch auf der Zielgeraden und alles lief perfekt. Dann wurde ich von einem schrecklichen Geräusch geweckt und war sofort hellwach. 90 kontur
Ich bin schon als kleines Kind von meinem Vater mit auf sein Segelboot genommen worden, bevor ich überhaupt laufen konnte. Später habe ich angefangen, Wettkämpfe zu segeln. Man kann sagen, dass ich damit aufgewachsen bin. Ich habe auch viele Bücher von berühmten Seglern gelesen, die von ihren Abenteuern bei der Vendée Globe berichtet haben. Die Teilnahme wurde zu einem Lebenstraum, den ich schon sehr lange verfolgt habe – im Kopf viel länger, als ab dem Moment, wo die Erfüllung tatsächlich in greifbare Nähe gerückt ist. Segeln ist ein großer Teil meines Lebens. Ich fühle mich auf dem Meer zu Hause – wie einsam es wirklich werden
Naturgewalt. Ein Mann und sein Boot, allein unterwegs auf dem Ozean.
Boris Herrmann Während des Rennens sammelte der Solosegler ozeanographische Daten, die helfen, den Klimawandel besser zu verstehen und testete die Wassertauglichkeit der neuen SeaQ Panoramadatum unter Extremstbedingungen – Glashütte Original ist seit 8. November 2020 offizieller Partner von Boris Herrmann: kurz vor dem Ziel kollidierte die Seaexplorer mit einem Fischkutter. Mit viel Geschick erreichte sie den Hafen.
Fotos: Pierre Bouras/Team Malizia
würde, wurde mir erst während des Rennens bewusst. Ich möchte diese Erfahrung aber auf keinen Fall missen und bin unendlich stolz, es geschafft zu haben. Sie waren auf dem Weg zum Siegertreppchen, dann kreuzte ein Fischkutter Ihren Weg. Wie haben Sie den Moment des Aufpralls erlebt? Ich war praktisch auf der Zielgeraden und alles lief perfekt. Ich hatte jedes System überprüft und habe für einen Moment die Augen geschlossen. Dann wurde ich von einem schrecklichen Geräusch geweckt und war
sofort hellwach. Ab da ist man als Solosegler sofort in einer Art Notfallmodus, in dem man sehr klar denkt, darauf fokussiert ist, das Boot zu überprüfen und die ersten notwendigen Schritte einleitet. Das Nachdenken über mögliche Ursachen kommt erst später. Als Leistungssegler würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht unendlich enttäuscht gewesen bin. Allerdings wurde mir schnell klar, dass ich mein eigentliches Ziel bereits erreicht hatte bzw. erreichen würde – notfalls hätte ich meinen Pullover als Segel benutzt, um in Les Sables anzukommen.
Was ist es für ein Gefühl, wenn man den „Point Nemo“ oder das „Cap Horn“ passiert? Vor dem Rennen hatte ich mir die Passage dieser wichtigen Wegpunkte sehr feierlich vorgestellt und mir ausgemalt, wie ich einen Schluck Whiskey trinke und juble. Tatsächlich hatte ich dann aber bei jedem dieser so wichtigen Momente viel zu viel zu tun oder musste mit irgendeinem Problem kämpfen, als dass ich feiern konnte. Ich war dann kurz traurig, aber das Gesamtziel, das Ankommen, war immer so präsent, dass die Enttäuschung ganz schnell vergessen war.
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Glücklich. Boris Herrmann bei seiner Ankunft in Les Sabes d’Olonne.
„Ich bin gerade absolut erschöpft aber auch unbeschreiblich glücklich, dass ich meinen Lebens traum verwirklichen konnte“, so der charismatische 39-Jährige nach seinem Zieleinlauf in Les Sables d’Olonne. Was bedeutet Zeit für Sie? Es ist schwer zu beschreiben, wie sich der Lauf der Zeit während einer so langen Reise alleine auf so kleinem Raum, mit sehr kurzen Schlafphasen und mit sich ständig verändernden Bedingungen anfühlt. Ich bin auf der langen West-Ost-Passage immer weiter in der Zeit nach vorne gereist, um dann schließlich wieder einen ganzen Tag zurückzudrehen. Ich war sehr froh, dass ich durch Satelliten mit der Heimat in Verbindung stehen konnte – aber ich glaube, ich habe ziemlich häufig Freunde mitten in der Nacht mit Nachrichten geweckt. Zeit war während der Vendée Globe etwas schwer Greifbares. Ich denke, dass einem die Bedeutung von Zeit erst im Alltag bewusst wird. Ich wünsche
mir sehr, dass ich meine Zeit möglichst sinnvoll und glücklich verbringen kann. Wie fühlt man sich auf einer solch langen Reise allein inmitten der Ozeane? Wie sich diese so lange und extreme Einsamkeit anfühlen würde, habe ich im Vorfeld glaube ich sehr unterschätzt. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig soziale Kontakte, insbesondere aber auch menschliche Nähe ist. Dieses Schicksal habe ich in der aktuellen Situation mit vielen anderen auf der Welt geteilt – auch wenn es bei mir etwas extremer war. Schon mal seekrank geworden? Ja, das gehört absolut dazu – davor ist man
auch als Profi-Segler nicht gefeit. Aber es war nie so schlimm, dass ich mich damit gequält habe, sondern ich kann es akzeptieren und weiß, dass es vor übergeht. Welches Abenteuer würden Sie gerne noch bestehen? Aktuell erlebe ich das Abenteuer Familie und ich hoffe, dass ich mich nicht schlecht dabei anstelle. Seglerisch gibt es immer wieder neue Herausforderungen, die mich reizen und die ich mit meinem Team angehen will. Wer weiß, vielleicht bin ich in vier Jahren auch wieder in Les Sables und starte erneut in dieses unglaubliche Rennen um die Welt. Christiane Schöhl von Norman
Mit der SeaQ begleitete eine äußerst zuverlässige, präzise Uhr den mutigen Abenteurer und wurde dem ultimativen Härtetest unterzogen. Anna-Lena Hollfelder Juwelen Uhren Optik Präg Dornbirn
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Fotos: Martin Keruzoré, Pierre Bouras/Team Malizia
Reisebegleiter. Glashütte Original SeaQ Panoramadatum aus Edelstahl.
444 Stück Kunst für eine gute Sache. Exklusiv für den Kiwanis Club Bregenz hat der Künstler Gottfried Bechtold eine limitierte Edition von 444 Stück Miniaturen seines Porsche 911 gefertigt. Das Projekt geht nun ins Finale und noch 14 Stück des edlen Kunstwerks sind erhältlich.
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ir bauen den Kindern eine Brücke in die Zukunft“ lautet das Motto von Kiwanis. Kiwanis ist die zweitgrößte Kinder-Hilfsorganisation der Welt mit insgesamt 625.000 Mitgliedern in 80 Ländern der Welt. Ziel ist es, durch persönlichen Einsatz humanitäre Aktivitäten zu unterstützen.
Grauer Beton-Guss in Kartonbox verpackt, Abguss von Gottfried Bechtold handsigniert.
Wir bauen den Kindern eine Brücke in die Zukunft. Den Kiwanis Club Bregenz gibt es seit mehr als 50 Jahren. Das Projekt „444“ wurde 2009 ins Leben gerufen und soll dieses Jahr seinen Abschluss erfahren. Auf der Website www.betonporsche.at können noch für kurze Zeit die letzten 14 der 444 Betonporsches zum Preis von € 444,– erworben werden. Mit dem Erlös initiiert oder unterstützt der aktuell 44 Mitglieder zählende Kiwanis Club Bregenz mehrere soziale Projekte. So wurde beispielsweise 2013 das VorleseProjekt „Schauspieler lesen an Bregenzer Volksschulen“ für alle ZweitklässlerInnen der Bregenzer Volksschulen auf den Weg
gebracht. Unter anderem unterstützt der Kiwanis Club Bregenz Ausbildungen an der Landwirtschaftsschule für in Not geratene Familien landwirtschaftlicher Betriebe. Auch die Unterstützung der Franziskus-Stube im Klarissinnen-Kloster in Bregenz ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen des Clubs. Akuelles Projekt: Superar. Superar bietet kostenfreien Zugang zu hochwertiger musikalischer Förderung. Die Ausbildung mit professionellen MusikerInnen wird dort verstärkt, wo Kinder und Jugendliche weniger Zugang zu kultureller Förderung haben. Dieses Musikvermittlungs-, Integrations- und Bildungsprojekt für Kinder und Jugendliche in einer Schule in Bregenz anzusiedeln, war für den Kiwanis Club Bregenz Anlass genug, als Geburtshelfer tätig zu werden. www.betonporsche.at www.kiwanisclub-bregenz.at
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Rock me Margareten M
argareten ist für viele Wiener der „Underdog“ unten den Innenstadtbezirken. Nicht nur, dass er als einziger nicht an den 1. grenzt, gibt es – im Gegensatz zu den Nachbarvierteln – keine prunkvollen Theater oder schicken Einkaufsstraßen. Und doch hat sich der 5. in den letzten Jahren zu einem aufstrebenden, herrlich unaufgeregten Fleckchen Erde gemausert, in das es vermehrt Künstler, Designer und Feinspitze zieht. Der Rekordhalter in puncto Siedlungsdichte (rund 55.000 Einwohner) ist nicht unbedingt ein Ort der Gegensätze, aber bestimmt einer der abwechslungsreichsten: traditionell trifft auf modern, Werkstätten koexistieren neben angesagten Cafés und Lokalen.
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Berühmte Söhne oder es grünt so grün. Apropos Einwohner: Falco, Bruno Kreisky, Hans Moser – auf diese prominenten „Söhne“ des Bezirks ist man natürlich mächtig stolz. So wuchs der gebürtige Johann Hölzel in der Ziegelofengasse auf. Auch Bruno Kreisky, der bedeutende Sozialdemokrat und ehemalige österreichische Bundeskanzler, wurde am 22. Jänner 1911 in der Schönbrunner Straße 122 geboren. Bei Hans Moser erinnert eine Gedenktafel an der Rechten Wienzeile 93 an den Geburtsort des Volksschauspielers – das Haus „Zum Schwarzen Bären“. Nach Falco wurde eine Stiege benannt, nach Kreisky ein Park. Grünflächen sind in Margareten, aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte, eher dünn gesät. Umso mehr schätzt man die typi-
schen „Beserlparks“ wie den Bacherpark, die mit Parkbänken, Kinderspielplätzen und Hundezonen Erholungsraum schaffen. Erwähnenswert sind auch die sieben Naturdenkmäler, die im 5. unter Schutz gestellt wurden. Darunter eine Weiße Maulbeere in der Schlossgasse. Sie steht repräsentativ für den Maulbeerbaumbestand, der unter Kaiserin Maria Theresia in den Vorstädten zur Seidenraupenzucht gepflanzt wurde. Wozu damals der Aufwand? Um der Kaiserin unter anderem ein Paar Seidenstrümpfe aus rund 350 Kokons zu weben. Königliches Zentrum. Früher war Margareten übrigens ein Teil des 4. Bezirks, bis dieser 1861 von Wieden abgetrennt wurde. Heute hat sich auf den rund zwei Quadratkilometern, die der 5. umfasst, ein vielfäl-
Fotos: Klemens Özelt, Petra Rainer, versal.at
Schlossquadrat trifft auf Volkswohnungspaläste, Johann Hölzl auf Bruno Kreisky – der 5. Bezirk b egeistert durch seinen Abwechslungsreichtum und ganz eigenen Mix aus hippen Lokalen, lässigen Shops und geschichtsträchtigen Spuren des „Roten Wiens“.
tiger und eigenständiger Mikrokosmos ent wickelt. Zentrum des Bezirks ist für viele das Grätzel rund um den Margaretenplatz. Hier hat sich gerade in den vergangenen Jahren ein cooles „Weggeh-Viertel“ mit stadt bekannten Restaurants und Lokalen entwickelt, die den Vergleich mit Hipster-Bezirken wie etwa Neubau oder Leopoldstadt nicht zu scheuen brauchen. Dass sich gerade hier ein Szeneviertel entwickelt hat, kommt nicht von ungefähr. Am Margaretenplatz befindet sich eines der bekanntesten und schönsten Gebäude des Bezirkes: der Margaretenhof. Früher stand an dieser Stelle das Schloss Margareten. Der heutige Hof mit seiner prachtvollen Fassade ist eine Reminiszenz an diese längst vergangenen aristokratischen Zeiten. Geblieben sind die Begrifflichkeiten: So spricht man bis heute bei der Gegend um den Margaretenhof vom „Schlossquadrat“.
Sagenhaft. Der Wienfluss bildet im Norden die natürliche Grenze zwischen dem 5. und 6. Bezirk. Im Gewässer soll früher ein Wassermännle gelebt haben.
Heimweh. Sonja Ladstätter-Fussenegger.
Lebensader Schönbrunner Straße. In diesem vielfältigen „In-Viertel“ ist das Motto in der Schönbrunner Straße 30/Eingang Rüdigergasse seit Jahren eine feste Größe für Freunde der „Belle Cuisine“ sowie Nachtschwärmer. Tom Sampl übernahm das Szenelokal 2014 von Bernd Schlacher und führte es optisch und kulinarisch in eine neue Ära: Thonet-Sessel, kombiniert mit grünen Samtbänken, Marmortische und rustikale Wände treffen auf kulinarische Klassiker wie Schinkenfleckerl und Filetspitzen. Und weil schon Frau Helene sprach: „Auch der späte Vogel will sein Steak“, ist es im Motto Tradition, dass auch nach Mitternacht niemand hungrig ins Bett muss. Die Speak-easy-At-
mosphäre aus sinnlichem Licht, eklektischen Drinks und verrückten DJs im Barbereich tat früher ihr Übriges, dass es ein rundum gelungener Abend wurde – Zeiten, die hoffentlich bald wiederkommen. Überhaupt ist die Schönbrunner Straße eine Art Lebensader im Schlossquadrat, an der sich zahlreiche angesagte Lokale niedergelassen haben, wie der 1842 gegründete Waldviertlerhof. Im Jahr 2015 übernahmen die Brüder Alexander und Sebastian Laskowsky (ebenso für den Gmoakeller am Heumarkt und die Gelbmanns Gaststube in Ottakring verantwortlich) das ehrwürdige Gasthaus in der Schönbrunner Straße 20. Uriges Interieur und Ambiente wurden weitgehend erhalten – lediglich hinter den Kulissen hat man das Lokal behutsam erneuert. Liebevoll zusammengetragene Artefakte und gedeckte Tische laden zum Verweilen in verschiedenen Stuben ein. An heißen Sommertagen lockt der gemütliche Gastgarten unter alten Bäumen, von denen einer zu den sieben Naturdenkmälern des Bezirks zählt. Geführt wird der Waldviertlerhof von Restaurantleiter Armend Gjocaj, der seine Erfahrung im Eisvogel im Prater sammeln konnte. Küchenchef Stefan Hartl bezeichnet sein Angebot als „typische Wiener Küche mit Waldviertler Einschlag“. Saisonale Spezialitäten, wie Fische, Pilze oder Wild, ergänzen die Speisekarte. Selbstverständlich vertraut man in der Küche heimischen Lieferanten. Für Auswahl und Qualität der „edlen Tropfen“ bürgen die Brüder Laskowsky – selbstredend, dass die beiden exzellente Weinkenner sind. Es lohnt sich, hie und da die Schönbrunner Straße zu verlas-
Urig. Gelebte Gastlichkeit im Waldviertlerhof.
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„Längs dieser Straße sind heute prächtige Bauten entstanden, die in ihrer Zweck mäßigkeit und Schönheit die Anerkennung der Welt gefunden haben. So können heute die Margaretner ihren Gürtel eine zweite Ringstraße nennen. Hier ist eine Ringstraße des Volkes entstanden, des Volkes, das wir emporführen wollen zum Verständnis und zum Genuss des Schönen“, so Bürgermeister Karl Seitz bei der Eröffnung des Franz-Domes-Hofes am Wiener Gürtel, 28. Juni 1930.
sen und in vielversprechende Seitengassen abzubiegen – auch hier warten zahlreiche Hotspots nur darauf, entdeckt zu werden.
Genial. Jella Franks Porzellan-Kreationen.
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Szeneviertel. Um den Margaretenplatz herum.
warten zahlreiche aufeinander abgestimmte „Schätze“ in den verschiedenen Wohnwelten darauf, entdeckt zu werden. Neben den Textilen aus dem Ländle finden sich Accessoires für Küche, Wohnzimmer oder Bad, Büroartikel und nachhaltiges Spielzeug im nordischen Design sowie Ethno-Styles wie etwa das Binsenkörbchen aus Kenia, an dem die Flechterin ein handgeschriebenes Zettelchen mit ihrem Namen hinterlassen hat – denn Ladstätter-Fussenegger ist bei der Auswahl ihrer Produkte besonders wichtig, auch die Leute vor Ort zu unterstützen. Die Auswahl an Einzelstücken und ausgesuchten Accessoires in ihrer „Halbinsel“, wie sie das Haus mit den zwei Fensterfronten liebevoll bezeichnet, kann sich sehen lassen. „Man muss uns entdecken, und wer uns einmal entdeckt hat, kommt immer wie-
der“, so die Vorarlbergerin, die den Standort in Margareten bewusst ausgewählt hat, um abseits der großen Einkaufsstraßen ein entspanntes Einkaufserlebnis zu vermitteln. Einige Häuser weiter (Wiedner Hauptstraße 113) ist man im The Viennese Guy ebenfalls schönen Dingen zugewandt. Ziel von Inhaber Markus Oliver Radakovits ist es, das Bewusstsein für regional hergestellte Produkte zu stärken und in gemütlicher Atmosphäre einen Zugang zu diesen zu ermöglichen – der Webshop ist mittlerweile auch salonfähig. Derzeit sind 20 Designer und Künstler im Concept Store vertreten. Das ausgesuchte Angebot reicht von nachhaltig produzierter Kleidung über Lebensmittel und Schmuck bis hin zu coolen Faultierbags. „2016 habe ich mein Taschenlabel
Fotos: Klemens Özelt, Naomi Frank, A. Albrecht, Michel Pfister
Ein Herz für schöne Dinge. Parallel zur Schönbrunner Straße schlängelt sich die Wiedner Hauptstraße zielstrebig vom 4. Bezirk Richtung Reinprechtsdorfer Straße. Auch sie bietet Raum für zahlreiche coole Geschäfte. In ihrem Conceptstore Heimweh (Wiedner Hauptstraße 81) stellt Sonja Ladstätter-Fussenegger eindrücklich unter Beweis, dass sie einen Sinn für handgefertigte Produkte mit zeitlosem Design hat. Auf gut 300 Quadratmetern präsentiert die gebürtige Kroatin ihre persönlich ausgesuchten Lieblingsstücke. Dabei kommt ihre Schwäche für schöne Dinge nicht von ungefähr: Sonja Ladstätter-Fussenegger war viele Jahre für das Design der Textilprodukte des Vorarlberger Traditionsunternehmens David Fussenegger verantwortlich. „2010 ging mein Mann in den Ruhestand und übergab das Unternehmen. Das war der Zeitpunkt für mich, um beruflich durchzustarten.“ Es folgte zuerst der DF-Shop im Lagerhaus Dornbirn, dann das Heimweh in Margareten. Derzeit ist ein weiterer Ableger in Split, dem Geburtsort der umtriebigen Wahl-Vorarlbergerin, geplant. Wohnen erlebbar, spürbar machen, lautet das Credo und so
gegründet. Schnell wurde mir bewusst, wie schwierig es für kleine Labels ist, ihre Produkte einer breiten Masse anzubieten.“ So wurde die Idee zum The Viennese Guy geboren: „Unser Konzept war von Anfang an klar: Raum schaffen für qualitativ hochwertige, regionale, nachhaltige Produkte zu fairen Konditionen“, so der Designer. Ringstraße des Volkes. Verlässt man das Schlossquadrat stadtauswärts Richtung Gürtel, kreuzt man unweigerlich die Rein prechtsdorfer Straße. Auf der westlichen Seite dieser Verkehrsader befindet sich das andere, ursprünglichere Margareten: Eine klassische Arbeitergegend mit zum Teil etwas in die Jahre gekommenen GründerzeitHäusern, die durch ihre „Ranzigkeit“ einen ganz eigenen Charme versprühen. Sie ziehen sich hin bis zum Margaretengürtel mit seinen mächtigen historischen Gemeindebauten. Shops und Restaurants mit HipsterFaktor sind hier Mangelware und dennoch ist dieser Teil durchaus bei einem Stadtspaziergang erkundenswert, denn städtebautechnisch war Margareten den anderen Bezirken in mancherlei Hinsicht voraus. So wurde hier der erste Gemeindebau Wiens errichtet: Der heute denkmalgeschützte Metzleinstalerhof steht am Margaretengürtel und beherbergt mehr als 250 Wohnun-
gen. Er wurde nach einem Entwurf des Architekten Robert Kalesa 1920 unter Bürgermeister Jakob Reumann errichtet – genauso wie der Reumannhof oder der FranzDomes-Hof, die wenige Jahre später erbaut wurden. Nach deren Vorbild entstanden in der Zwischenkriegszeit immerhin 65.000 Wohnungen in ganz Wien. Vermutlich kommt daher das Arbeiterviertel-Image, denn der Straßenzug um den Wiener Gürtel ist auch als „Ringstraße des Proletariats“ bekannt. Das „Rote Wien“ betrachtete die monumentalen Bauten als „politischen Gegenentwurf“ zur bürgerlichen Ringstraße voller Stolz als „Volkswohnungspaläste“ und „Ringstraße des Volkes.“ Hoch hinaus. Einen Steinwurf davon entfernt ist der Matzleinsdorfer Platz. Der „Matz“, wie er von den Bewohnern oft genannt wird, ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Bezirks: S-Bahnen, Straßenbahnen und künftig auch die U2 verbinden Margareten mit dem Rest von Wien und
dem südlichen Umland. Hier wurde zwischen 1954 und 1957 das erste Hochhaus Wiens in den Himmel gebaut. Bis heute hat das 20-stöckige Gebäude einen hohen Prestigewert, da es das erste Wohnhaus mit Anschluss an die Fernwärme war. Gerade dieser westliche Teil des Bezirks hat noch ein unheimliches Potenzial, was den „InFaktor“ und das „Heraus-geputzt-sein“ betrifft. Das könnte sich mit dem U-Bahn-Ausbau ändern: In den kommenden Jahren wird die neugeführte U2 vom Schottentor bis zum Matzleinsdorfer Platz verlängert. Später wird die lila Linie bis zum Wienerberg weitergeführt. Für Margareten bedeutet das endlich eine Anbindung an die U-Bahn mitten im Bezirk. Öffentlich war der 5. bisher vor allem durch den Bus zu erreichen. Das Resümee am Ende dieses Stadtspaziergangs, angelehnt an Falcos berühmte Lyrics: Er ist ein Underdog in der großen Stadt. Er ist so populär, because er hat viel Flair. Christiane Schöhl von Norman
Er ist ein Underdog in der großen Stadt. Er ist so populär, because er hat viel Flair.
Design. Regionales im The Viennese Guy.
Gnüßa. Bei Katrin Schedler im Grundbira.
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Jella Frank Porzellan. Naturmotive und klare Formen prägen das Design der Teller, Becher und Vasen. Die Einzelstücke und limitierten Kleinserien werden in reiner Handarbeit vor Ort produziert. Pannaschgasse 7 Pizza Randale. Pizza Wiener Blut belegt mit Blutwurst, Apfel und Majoran oder Pizza Bud, eine Hommage an Bud Spencer, mit Wildschwein-Fenchel-Wurst – was auf den Teller kommt, darf sich aufgrund der ungewöhnlichen Ingredienzien und deren Kombinationen durchaus Hipster-Pizza nennen. Keine Sorge, der neapolitanische Pizzaiolo Carmine Cilento schiebt auch Klassiker in den Ofen. Nach Küchenschluss verwandelte Betreiber Niko Kölbl die Pizzeria früher in einen Club mit DJ-Sounds – in der PostCoronazeit hoffentlich bald wieder. Kettenbrückengasse 1 Grundbira. „Ned hudla, sondern gnüßa“, unter diesem Motto führt die gebürtige Vorarlbergerin Katrin Schedler ihre Ländle-Greißlerei. Sura Käs bis Rässkäse – nicht nur Käse gibt es in all seinen Variationen, auch Sennereibutter aus Schlins, Kalbsbratwürste, Lustenauer Senf oder Schokolade von Fenkart aus Hohenems sind hier zu erstehen. Im Grundbira muss aber auch niemand verdurs ten – Vorarlberger Wein vom Bodensee, Riebelmais Whisky, Subirer Schnaps oder
Niveau. Kreative, asiatische Küche im ON.
Mohren-Bier sei Dank. Grundbira, also Kartoffeln, gibt es im Grundbira übrigens nicht, vielmehr ist der Name eine Hommage an die Bodenständigkeit und regionale Verbundenheit der Vorarlberger. Das passt auch zu den Produkten, die größtenteils von kleinen Betrieben kommen. Wo Tradition und handwerkliches Können noch immer eine wichtige Rolle spielen. Margaretenstraße 78/III ON. Das Restaurant von Simon Xie Hong lässt kulinarisch gesehen die innere Glückskatze jubeln. Das Credo: eine modernisierte, kreative asiatische Küche, kombiniert mit regionalen sowie saisonalen Produkten. Auf den Teller kommen verfeinerte chinesische Gerichte auf hohem Niveau in Verbindung mit tollen Weinen und Tees. Simon Xie Hong betreibt neben dem ON auch das ON-Market am Naschmarkt und die China Bar im 7. Bezirk. Wehrgasse 8 Chili-Werkstatt. Eine Reise durch den mexikanischen Dschungel entfachte bei Simone Taschée und Klaus Postmann die Liebe zur scharfen Gewürzen. Wichtig ist den beiden die Verwendung regionaler Zutaten, die Komposition eigener Rezepte und die handwerkliche Produktion. Klar, dass die frischen Chilis zu 100 Prozent aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland kommen. Pilgramgasse 16
Woracziczky. Sprich: „Woraschitzki“ – Das Nachbarschafts-Beisl von Marion Jambor und Küchenchef Martin Buzernic begeistert durch sein freundliches Ambiente, die netten Menschen und das äußerst gute Essen. Der Schwerpunkt liegt auf der Austro-Cuisine: Frittatensuppe, Backhendl, Schnitzel und Zwiebelrostbraten werden mit Witz und Know-how zubereitet, so dass man gerne immer wieder kommt. Sprengergasse 52 Gregors Konditorei. Hier wird einem das Leben mit herrlichen Torten, feinster Confiserie und köstlichem Eis versüßt – selbstverständlich wird alles in liebevoller Handarbeit in der hauseigenen Backstube hergestellt. Großer Wert wird vor allem auf die verwendeten Zutaten gelegt. „Wir verwenden nur Rohstoffe, deren Herkunft und Reinheit ich persönlich kenne. Regionalität hört bei uns nicht in der Backstube auf. Unsere Teller und Tassen, ja sogar unsere Lampenschirme stammen aus einer kleinen feinen Porzellan-Manufaktur ums Eck und unsere Möbel wurden in befreundeten Handwerksbetrieben gefertigt“, so Gregor Lemmerer. Mit allen Sinnen genießen lautet also die Devise und so spiegelt sich die Verbindung zwischen regionalen Spitzenprodukten und die Liebe zum Handwerk im Geschmack und der Optik der Kreationen wider. Schönbrunner Straße 42
Köstlich. Gregors versüßt das Leben.
Hipster. Pizza Randale setzt auf coole Zutaten.
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Chili. Klaus Postmann und Simone Taschée.
Fotos: Gerhard Wasserbauer, Franziska Liepe, Gregors Konditorei, Herbert Lehmann
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