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Kontur Magazin Winter 2020

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Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

vorarlberg museum, Bregenz

LÄNDLE. KLINGT NIEDLICH,

WENN MAN NICHT DIE KONKURRENZ IST.

Die neue Mobilität wird enkeltauglich und leistbar

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Foto: Oliver Lerch

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Was aus Urlaub im Winterwunderland wird Eine meisterliche „Arche Noah“ in Vorarlberg Warum die Work-Life-Balance überholt ist Wiener Originale und kaukasische Flügelnüsse In der Welt der großen und kleinen Pfeifen


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Editorial Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Willkommen in der Denkfabrik. Nachhaltige Lösungen für die Umwelt, bezahlbare und emissionsarme Mobilität auch für die kommenden Generationen – bei der Obrist Group in Lustenau wird jeden Tag Entwicklungsarbeit geleistet. Werfen Sie gemeinsam mit uns einen Blick auf neueste Technologien. „kontur“-Special. In Vorarlbergs Unternehmertum gehen Pioniergeist und Innovationskraft seit jeher eine erfolgreiche Verbindung ein. Nicht ohne Grund sind die Produkte und das Fachwissen der „Gsiberger“ in aller Welt gefragt. Auf Ausstellungsrundgang. In die Museen und Kunsthallen in und um Vorarlberg kommt nach einer gefühlten „Sommerstarre“ nun endlich wieder Bewegung. In vielen Häusern werden mittlerweile neue Projekte entwickelt und auch Verschobenes konnte endlich eröffnet werden. Foto: Oliver Lerch

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Die neue Mobilität wird enkeltauglich und leistbar Was aus Urlaub im Winterwunderland wird Eine meisterliche „Arche Noah“ in Vorarlberg Warum die Work-Life-Balance überholt ist Wiener Originale und kaukasische Flügelnüsse In der Welt der großen und kleinen Pfeifen

Inhalt

Fotos: Regionsmanagement Europaschutzgebiete, Berndorf AG/Christian Husar, Klaus Vyhnalek, Philipp Steurer

06 Neue Perspektiven Enkeltauglich, leistbar und nahezu emissionsfrei – an dieser neuen Mobilität wird bei Obrist gearbeitet. Die Prototypen fahren schon. 12 Arbeitswelt von morgen Trendforscher Tristan Horx wirft mit uns einen Blick in die Zukunft. 16 Wahrhaft meisterlich Mit Kunst und Natur werden in der „Arche Noah“ die Leidenschaften einer Unternehmerfamilie präsentiert. 19 Unabhängig und weltoffen Sonja Zimmermann, Aufsichtsratsvorsitzende der Berndorf Gruppe. 24 Ach, du Schöne Dass ein Fluss weit mehr als nur dahinfließendes Wasser ist, zeigt die Bregenzerach eindrucksvoll. Man könnte sie als Multitalent bezeichnen. 31 Brainstorming mal anders Vorbei sind die Zeiten von starren Möbeln. Leichtigkeit und Flexibilität halten auch beim Lernen Einzug.

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34 Kunst mit der kleinen flinken Flasche Zwar hat er Bildhauerei studiert, aber wirklich angetan haben es ihm Design und eine klebrige Flüssigkeit. 10 Fragen an Marco Spitzar. 39 Wenn Häuser ihre Geschichte weiterschreiben Architektin Julia Kick schätzt das Arbeiten mit Bestand. Reizvolle Herausforderung: Etwas zu belassen und gleichzeitig zu verändern. 44 Eine handwerkliche Reise durch Europa Handwerk aus dem Bregenzerwald, aus Kroatien, Slowenien und Serbien zeigt „Made in: Crafts – Design Narratives“ im Werkraumhaus. 46 „kontur“-Special: Wo Pioniergeist auf Innovation trifft Unternehmen zeigen, wie Chancen erfolgreich genutzt werden können. 72 Urlaub im Winterwunderland Vorarlberg ist beliebte Destination. Für Sportler, für Familien, für Genießer. Viele Hotels haben sich spezialisiert, heuer auch auf Sicherheit. 78 Ein bisschen mehr? Auf Probefahrt mit dem sicher nie langweiligen BMW X3 xDrive30e. 83 Pfeife für Pfeife Oft unbewusst begleitet sie viele von uns durch das Leben: die Orgel. Bei Rieger Orgelbau steht das besonde re Instrument täglich im Mittelpunkt.

93 Des Kaisers altes Grätzel Ein lebendiger Mix aus Historie, coolen Hotspots und Wiener Charme. Willkommen in Wiens 1. Bezirk.

100 Von Brot und Geisterküchen Corona hat viele Veränderungen mit sich gebracht – auch in Gastronomie und heimischen Küchen. Ein Blick auf die Trends. 103

Wir gönnen uns wieder Kultur Die Welt der Museen und Kunsthallen zeigt sich bunt. Von Beethoven über die Azteken bis hin zu Emoticons gibt es für Kulturfreunde in den kommenden Monaten viel zu entdecken.

IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Carotta, sabine. carotta@russmedia.com • Redaktion: Kristina Becker, Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Marion Hofer, Verena Konrad, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman, Yvonne Tscherner • Art Direktion: Bernadette Prassl, bernadette.prassl@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia ­ GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenberg­straße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard. hann@russmedia.com; ­Petra Kremmel, +43 5572 501-356, petra.kremmel@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@­russmedia. com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, g ­ abriel.ramsauer@russmedia.com; Markus Wertl, +43 5572 501-852, markus.wertl@­russmedia.com • Druck: ­Buch­druckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 30. Oktober 2020 • Nächste Ausgabe: 19. März 2021

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Fotos: Rieger Orgelbau, Rote Wand, Angelika Lamprecht, Historisches Museum St. Gallen, Matthias Dietrich, shutterstock

88 Männer im Schnee Drei Bergfreunde gründeten vor 20 Jahren bergfex.at, heute die größte Tourismusplattform Europas. Und der Gipfelsturm soll weitergehen.


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12.10.2020 09:51:50

Symbolfoto

BMW 530e/530e xDrive A Limousine: 215 kW (292 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 1,3 l/100 km bis 1,6 l/100 km, CO2-Emission von 31 g CO2 /km bis 36 g CO2 /km, Stromverbrauch von 16,3 bis 18,9 kW/h. Angegebene Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte ermittelt nach WLTP.


Einfach einen Schritt zurück

Daten & Fakten Mitarbeiter: 45 – keine Lehrlinge Umsatz: 18,6 Millionen Euro (2019) Exportquote: 100% weltweit Investitionen: 2,9 Millionen (2019) Eigentümer und Geschäftsführer: Frank Obrist & DI Frank Wolf Weitere Gesellschafter: Dr. Willi Sonderegger, Richard Fischer

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Foto: Philipp Steurer

Bei der Obrist Group mit Sitz in Lustenau wird jeden Tag Entwicklungsarbeit geleistet. Das Ziel: automobile Technologien, die nicht nur global einsetzbar, sondern auch leistbar, enkeltauglich und nahezu emissionsfrei sind.

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ch liebe es, über nachhaltige Lösungen für die Umwelt nachzudenken. Das Schlüsselziel ist, bezahlbare umweltschonende Mobilität bereitzustellen, die global noch für viele Generationen nützlich ist.“ So Frank Obrist (58), 1996 Gründer und CEO der seither ständig gewachsenen Obrist Group mit dem Stammhaus im Unternehmerpark „Fabrik Lustenau“. Sie versteht sich als eine Denkfabrik, deren Aufgabe es ist, die Emissionen gegen Null zu drücken. „Dazu werden Engineeringdienstleistungen mit einem starken Automobilbezug angeboten. Am Standort Lustenau sind mehr als 40 hoch

spezialisierte Mitarbeiter tätig und wir halten mehr als 200 Patente. Dabei machen wir alles bis hin zum gut funktionierenden Prototypen“, so Obrist, ein gebürtiger Dornbirner. Das Team ist eine motivierte Gruppe von Personen mit fundierten Kenntnissen in allen wichtigen technischen Disziplinen, insbesondere im Bereich Wärmemanagement, Entwicklung von Hybridantrieben und Steuerungstechnologie. Darunter befinden sich auch zahlreiche Absolventen der Fachhochschule Vorarlberg. 100 Millionen neue Autos. Sein Bestreben, ein emissionsarmes Auto zu bauen,

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Das gesamte Aggregat ist auf Laufruhe optimiert – dank gegenläufiger Kurbelwellen werden jegliche Vibrationen weggefiltert. Obrist spricht von einem „Zero Vibration Generator“ und verspricht Laufruhe wie bei einem Zwölfzylindermotor. Diese Kombination wird zudem noch eingekapselt, sodass sie nahezu unhörbar ist. das aber – und darauf kommt es ganz besonders an – auch für jedermann leistbar sein muss, erklärt Frank Obrist folgendermaßen: „Pro Jahr kommen weltweit rund 100 Millionen neue Autos auf den Markt. Bei dieser immens großen Zahl spielt es natürlich eine ganz wesentliche Rolle, welche Autos das sind. Im Zusammenhang mit dem Pariser Klimaabkommen sind wir als Techniker und Ingenieure gefordert und sogar verpflichtet, entsprechende Lösungen anzubieten. Denn schließlich werden uns unsere Enkel später einmal fragen: Was genau habt ihr dafür getan, dass unsere Umwelt besser

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wird? Wir wollen daher ganz klar eine Technologie entwickeln, die enkeltauglich und bezahlbar sein muss.“ „Das Unternehmen verfügt über ein exzellentes Netz an Zulieferern, was Voraussetzung für die sehr hohe Produktqualität ist. Und der hohe Eigenkapitalanteil gibt uns die Möglichkeit, unabhängig von anderen Geldgebern in unsere Entwicklungen zu investieren. Auch in der Integration von Außenstellen sehen wir einen wichtigen Erfolgsfaktor“, so CEO und Mitgesellschafter Frank Wolf (54). Auch er hat die Vision, Emissionen zu senken bzw. ganz

zu vermeiden. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Marken wie Audi, BMW oder Daimler zusammen. Die erste umweltfreundliche Klimaanlage mit dem Kühlmittel R744 für die Mercedes-S-Klasse etwa wurde von Obrist entwickelt. Von der Technik zur Innovation. Frank Obrist ist ein Absolvent der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Bregenz (Maschinenbau) und besuchte später nebenberuflich ein Studium für Innovations- und Technologie-Management an der TU in Graz und die Management School in St. Gallen. „Das brachte eine


Zero Vibration. Wie ruhig das gesamte Aggregat läuft, zeigt der Coin Demonstrator eindrucksvoll.

Fotos: Philipp Steurer

Innenleben. Einen umfassenden Einblick in die Innovation bietet das HyperHybrid Powertrain-Model.

neue Ausrichtung von der reinen Technik zur Innovation“, erläutert Obrist, der viele Jahre auch in Lindau mit Felix Wankel (1902–1988) zusammenarbeitete, der der Erfinder des nach ihm benannten Wankelmotors war.

sehr kleinen und sehr sparsamen – vibrationsfreien Verbrennungsmotor mit einer Batterie und einem Elektromotor. Der Verbrennungsmotor ist ein Zweizylinder-Einliter-Benziner mit 54 PS, der zwei Generatoren zur Stromerzeugung direkt antreibt.“

Das Ergebnis langjähriger Entwicklungsarbeit bei der Obrist Group ist mittlerweile als Prototyp auf Vorarlbergs Straßen unterwegs. Ein serieller Hybrid unter der Bezeichnung „HyperHybrid“. Dazu führt Frank Wolf aus: „Bei diesem System wird das Fahrzeug ausschließlich elektrisch angetrieben; aber es verbindet einen –

In der Ruhe liegt die Kraft. Dieser Motor erzeugt ausschließlich Strom (für den Antrieb der E-Motoren als auch für das­ ­Laden der Batterie) – Schaltung und Getriebe entfallen ebenso wie unterschiedliche Drehzahlen bei unterschiedlichen Fahrzuständen. Der Motor läuft – wenn er läuft – nur im optimalen Drehzahlbereich.

Dabei können alle Brennstoff-Moleküle mit dem Luftsauerstoff reagieren und es kommt zu einer optimalen Verbrennung. Das bedeutet, dass dieser Motor/Generator heute schon den Emissionsvorgaben der EU Kommission von 2030 und darüber hinaus entspricht. Das gesamte Aggregat ist zudem auf Laufruhe optimiert – dank gegenläufiger Kurbelwellen werden jegliche Vibrationen weggefiltert. Obrist spricht von einem „Zero Vibration Generator“ und verspricht Laufruhe wie bei einem Zwölfzylindermotor. Diese Kombination wird noch eingekapselt, sodass sie nahezu unhörbar ist.

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Das Herzstück für eine leistbare und nahezu emissionsfreie E-Mobilität ist unser Zero Vibration Generator. namhaften Automobilherstellern weltweit über Lizenzen zur Übernahme des Systems. Mit einem weltweit tätigen Marktteilnehmer wurde bereits ein erster Lizenzvertrag geschlossen.“ Prof. Robert Schlögl, Direktor des FritzHaber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr, propagiert den seriellen Hybrid als eine neue Art des Elektroantriebs: „Der Strom für diese Motoren sollte nicht aus einer Batterie kommen, sondern von einem besonderen Verbrennungsmotor, in dem synthetische Kraftstoffe verbrannt werden. Die Turbine versorgt eine kleine Batterie mit der Energie, die zum Betrieb des Elektromotors benötigt wird. Diese verglichen mit reinen Elektrofahrzeugen kleine Batterie kann überdies die beim Bremsen zurückgewonnene Energie aufnehmen.“

1000 Kilometer Reichweite. „Dieses stille Kraftwerk erlaubt für den HyperHybrid eine – im Vergleich zu rein elektrischen Fahrzeugen – kleine Hochleistungsbatterie. Dafür werden dann nicht 10.000 bis 12.000 Euro fällig, sondern ebenso wie für den Generator nur rund 2000 Euro“, erläutert Frank Obrist. Das komplette System ist zudem deutlich leichter als nur die Batterie bei einem rein elektrischen Fahrzeug und erst recht leichter als ein klassischer Hybrid. „Dank dieser Gewichtsersparnis ist der HyperHybrid besonders effizient. Er

kommt im gemischten Fahrbetrieb mit weniger als drei Liter aus und schlägt damit vergleichbare Hybridfahrzeuge um Längen. Seine Reichweite ist mit über 1000 Kilometern unschlagbar“, freut sich Wolf. Die Basisversion eines kleineren Mittelklassewagen mit HyperHybrid könnte unter 20.000 Euro kosten. „Wir haben mit einem Prototyp (Mark I) in sechs Jahren 15.000 Kilometer zurückgelegt und die theoretischen Daten auch im realen Fahrbetrieb bei allen Witterungsbedingungen nachgewiesen. Heute verhandeln wir mit

Derzeit wird in Lustenau der dritte Prototyp mit einem Serien-Hybrid aufgebaut, welcher durch einen weiterentwickelten Generator mit einem synthetischen Kraftstoff (Methanol) betrieben wird. Das Fahrzeug fährt dann rein elektrisch und emissionsfrei. „Unsere Technologie ist im Prinzip nur ein Schritt zurück zu einer einfachen und intelligenten Lösung. Weniger Kosten und Gewicht, trotzdem alle Vorteile des elektrischen Fahrens, aber ohne ReichweitenProblematik“, fasst Frank Obrist abschließend zusammen. Ernest F. Enzelsberger

Das komplette System ist deutlich leichter als nur die Batterie bei einem rein elektrischen Fahrzeug oder als ein klassischer Hybrid. „Dank dieser Gewichtsersparnis ist der HyperHybrid besonders effizient. Er kommt im gemischten Fahrbetrieb mit weniger als drei Liter aus. Seine Reichweite ist mit über 1000 Kilometern unschlagbar.“ 10 kontur

Fotos: Oliver Lerch, Obrist

Reden wir über die Zukunft. Frank Obrist (Mitte) und Frank Wolf (li.) im Gespräch mit „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger.


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geb. 1993, ist Trend- und Zukunfts­ forscher am Zukunftsinstitut mit Sitz in Wien und Frankfurt, das von seinem Vater Matthias Horx gegründet wurde. Der Kultur- und Sozialanthropologe befasst sich mit Themen wie Digitalisierung, Globalisierung und Lifestyle. Er ist Dozent an der SRH Hochschule Heidelberg, Autor des Buches ­„Generation Global“ und ­kuratiert den P ­ odcast „Treffpunkt: Zukunft“, mit dem er einen kritisch-optimistischen Blick in die Zukunft wagt. www.horx.com

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Foto: Klaus Vyhnalek

Tristan Horx


Ein Blick in die Zukunft Kaum etwas hat sich zuletzt so stark verändert wie unsere Arbeitswelt, in der das Homeoffice plötzlich zur neuen Normalität geworden ist. Für den Trend- und Zukunftsforscher Tristan Horx keine Überraschung, sondern ein längst überfälliger Schritt. Im Interview spricht er mit uns über Digitalisierung, fluides Arbeiten und das Büro von morgen. Herr Horx, wie hat man sich Ihre Tätigkeit als Trend- und Zukunftsforscher eigentlich vorzustellen? Ich arbeite beim Zukunftsinstitut, einem Think Tank, der neue Trends erforscht und prognostiziert und pro Jahr zwischen zwölf und 14 Studien zu verschiedenen Themen wie Arbeit, Ökologie, Marken und vielem mehr publiziert. Unsere Arbeit besteht dementsprechend viel aus Nachdenken, Recherche, Statistik und Schreiben. Meine Aufgabe dabei ist es, die teils extrem komplexen und komplizierten Ergebnisse unserer Arbeit nach außen zu kommunizieren. Dafür erstelle ich Podcasts und Videos, trete aber auch als Keynote Speaker auf Veranstaltungen oder Konferenzen auf. Dementsprechend gliedert sich mein Jahr in vier Saisonen: im Frühling und Herbst bin ich viel in meiner Funktion als Redner unterwegs, im Sommer und Winter wiederum arbeite ich bei den Studien mit, übersetze deren Ergebnisse in andere Formate oder forsche an eigenen Themen. Dabei befinde ich mich stets auch im Austausch mit den Kollegen am Institut. Meine Tätigkeit ist so gesehen also sehr fluide. Damit sind Sie selbst ja eigentlich prädestiniert für neue Formen des Arbeitens in ihrem Alltag, oder? Ja, ich lebe das auch schon. (lacht) Wie werden wir denn zukünftig arbeiten? Können Sie dazu eine kurze Prognose wagen? Wann und wo wir arbeiten, wird grundsätzlich immer flexibler und fluider. Durch die aktuelle Situation haben wir in den vergangenen Monaten plötzlich in der Breite das Konzept Homeoffice getestet. Das Homeoffice wird nicht all unserer Probleme lösen. Es wird nun aber endlich fester Teil des Arbeitsmixes von morgen werden. Das

bedeutet, dass für die jeweilige Tätigkeit das richtige Setting auch immer wichtiger wird. Will man sich auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren, ist dann vielleicht zu Hause der richtige Ort dafür, will man sozial arbeiten und sich austauschen, ist man im Büro besser aufgehoben. Daneben gewinnen auch sogenannte „Third Places“ an Bedeutung, wie Co-Working Spaces, Hotels, Verkehrsmittel wie Züge und ähnliche Orte. Insgesamt geht der Trend zu einem bunten Mix an Arbeitsorten anstatt einem festgelegten Platz, an dem alle Tätigkeiten erledigt werden müssen. Wenn wir zunehmend anderswo arbeiten: Was geschieht dann mit unseren bisherigen Arbeitsort, dem Büro? Das Büro wird sich zum sozialen Raum wandeln, in dem wir uns treffen, um gemeinsam zu arbeiten, uns auszutauschen oder Kreativmeetings abzuhalten, aber nicht mehr der alleinige Ort sein, an dem man seine Aufgaben erledigt. Damit wird sich auch sein Image wandeln, weil es dann kein Anwesenheitsgefängnis mehr sein wird. Die alte Logik, die Anwesenheit mit Produktivität gleichsetzt, löst sich zunehmend auf – auch durch die Erfahrungen, die die Unternehmen in den vergangenen Monaten gemacht haben.

Der Trend geht weg von einem festgelegten Platz hin zu einem bunten Mix an Arbeitsorten.

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Im Wettbewerb um junge, gut ausgebildete Mitarbeiter werden sich Unternehmen noch stärker als bisher auf deren Bedürfnisse einstellen müssen. Das bedeutet, in vielerlei Hinsicht mehr Flexibilität zu ermöglichen. Kann man also sagen, dass die Corona-Krise eine Art Kata­ lysator für neue Formen des Arbeitens war? Vor allem hat sie mit der plötzlichen Umstellung auf Homeoffice eine Art Vertrauensvorschuss erzwungen. Das ganze Konzept funktioniert ja nur mit Vertrauen vonseiten des Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmer auch an einem von ihm nicht kontrollierbaren Ort seine Aufgaben erledigt. Die Befürchtung, die Arbeitnehmer würden im Homeoffice nicht arbeiten, hat sich nicht bewahrheitet. Das ist gerade für die jüngere Generation, die sich schon länger flexibleres Arbeiten gewünscht hat, zu einem starken Argument geworden. Diesen Trend haben wir schon lange gesehen und es ist schade, dass es erst eine Pandemie brauchte, um hier mehr Flexibilität zu ermöglichen und alte Strukturen aufzubrechen. Birgt die zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsortes nicht auch Risiken? Müssen wir vielleicht auch neue Strategien lernen, um mit der Möglichkeit des grenzenlosen Arbeitens und der Verwandlung unseres bisherigen privaten Raumes, unserer Wohnung, zu einem Arbeitsraum umzugehen? Wichtig ist hier räumliche Trennung. Man sollte möglichst einen definierten Bereich in der Wohnung haben, der der Arbeit gewidmet ist – und den man auch hinter sich lassen kann, wenn man die Aufgaben des Tages erledigt hat. Es kann auch helfen, sich für die Zeit, in der man zu Hause arbeitet, bestimmte Kleidung anzuziehen. Letztlich ist hier aber auch sehr entscheidend, mit welcher inneren Haltung man an seine Arbeit herangeht. Gerade die jüngere Generation entwickelt das bisherige Konzept der Work-LifeBalance weiter, indem sie vermehrt nach Sinn in ihrer Tätigkeit fragt und Arbeit und Leben nicht als getrennte Bereiche auffasst. Das heißt, die Idee der Work-Life-Balance hat sich überholt? Wir müssen verstehen, dass auch die Zeit, in der man arbeitet, Lebenszeit ist. Statt von der Work-Life-Balance spreche ich in Bezug auf die Zukunft lieber von Work-Life-Blending – also der Akzeptanz des Faktums, dass diese Bereiche vermischt sind. Da kann natürlich die Fluidität des Arbeitsortes sehr helfen. Vielleicht stehe ich dann morgens auf, bringe die Kinder in die Schule, arbeite, esse, arbeite noch eine Stunde, hole die Kinder wieder ab, gehe ins Gym, und arbeite abends nochmal zwei, drei Stunden.

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So what? Solche Konzepte passen nur leider noch nicht in unsere vom Industriezeitalter geprägten Vorschriften und Routinen. Aus dieser Welt müssen wir uns aber befreien, spätestens jetzt, wo wir endgültig ins digitale, kreative Zeitalter hineinbeschleunigt wurden. Wie werden sich denn die Tätigkeiten als solche ändern? Ich sehe hier zwei relativ klare Trends: Zum einen wird der Bereich der Technologie und IT weiter an Bedeutung zunehmen – das ist einer der wenigen Sektoren, der momentan noch wächst. Zum anderen sehe ich hier den Bereich des ­– wie ich sage – humanen Kapitals. Wir sind eigentlich inzwischen in einer schönen Situation: Es gibt durch die Automatisierung nicht mehr genug Arbeit für alle, jedenfalls wenn man in 40-Stunden-Wochen rechnet. Das heißt, es wird eine Veränderung dieser 40-Stunden-Logik brauchen, wie dies in einigen progressiven Ländern ja bereits geschieht. Damit bleibt mehr Zeit für Zwischenmenschliches, für Pflege von Angehörigen, für soziales Engagement. Es wird aber auch vermehrt „Übersetzerpersönlichkeiten“ brauchen, die innerhalb von Unternehmen zwischen verschiedenen hoch spezialisierten Abteilungen vermitteln und heterogene Arbeitsgruppen managen. Empathie und Zwischenmenschlichkeit werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Damit entstehen für viele, die ihre aktuelle Tätigkeit aufgrund der Automatisierung verlieren werden, ganz neue Alternativen – denn diese Fähigkeiten bringen wir fast alle mit. Sollten wir die Digitalisierung also mehr als Verbündete betrachten denn als Bedrohung? Es wird in der Diskussion um den Verlust von Arbeitsplätzen durch Digitalisierung und Automatisierung oft vergessen, dass genau das der Sinn dahinter ist: Die Arbeit für uns Menschen zu reduzieren. Digitalisierung bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass wir alle plötzlich zu Faulenzern werden, das ist eine Illusion. Der Großteil

Wir müssen verstehen, dass auch die Zeit, die wir mit Arbeit verbringen, Lebenszeit ist. der Menschen will eigentlich etwas beisteuern zur Gesellschaft, produktiv sein. Das muss nicht unbedingt bedeuten, monetär produktiv zu sein – man kann auch sozial produktiv sein. Und wenn die Roboter bessere Roboter werden, dann bleibt uns Menschen die Zeit, bessere Menschen zu werden. Kristina Becker


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Prächtig aufgetischt In welchem Ort in Vorarlberg befinden sich die meisten Museen und die wohl über­ raschendste Kunst- und Natur-Sammlung? Noch könnte dies als Millionenfrage ­durchgehen, doch ein Geheimtipp werden die Schätze im Bäumler-Park nicht bleiben.

D

ie Antworten sind kurz und sehr gut nachvollziehbar. Auf die Frage, von welchem Bild oder welchen Bildern, die in seinem privaten Umfeld präsent waren, er sich besonders schwer getrennt hat, um sie nun öffentlich zugänglich zu machen, verweist Konsul Hans Bäumler auf ein Werk von Lovis Corinth, dem Bildnis seiner Frau. Den handschriftlich übermittelten Informationen ist außerdem zu entnehmen, dass er immer wieder gerne mit einem Werk von Ferdinand Georg Waldmüller Zwiesprache hält. Und eine Bemerkung, die ihn seit der Eröffnung der „Arche Noah Sammlung Kunst & Natur“ in Hohenems besonders gefreut hat, ist die Anerkennung, die ihm durch SD Prinz Philipp von und zu Liechtenstein zuteil wurde, der meinte, dass es „unglaublich“ sei, was Bäumler sammeln und erwer-

ben konnte. Die fürstliche Familie – Prinz Philipp ist der Bruder von Hans-Adam II., dem Fürs­ten von Liechtenstein – hatte bekanntermaßen weitaus mehr Zeit, um sich eine der größten Privatsammlungen der Welt aufzubauen. Kunstsinn ist den guten Rechnern im Nachbarstaat mit dem legendären Bankwesen jedenfalls eigen und somit hat die Bemerkung nicht nur einen besonderen Wert, auch wer die Ausstellungsräume im Bäumlerpark in Hohenems als Interessierter ohne Adelsprädikat betritt, pflichtet ihm umgehend bei. Ein Schatz. Im Areal, in dem es ehemals edlen Stoffen und modischen Entwürfen galt, öffnete sich vor einem guten Jahr ein Schatz. Selbst der international tätige Kunsthistoriker Tobias G. Natter, der der Sammlerfamilie beratend zur Seite stand,

zeigte sich überrascht über den Bestand, der nun nach und nach die Neugier von Besuchern aus dem In- und Ausland weckt. Nachdem auch die „Arche Noah“ coronabedingt geschlossen bleiben musste und

Die ,Arche Noah‘ ist ein Sammlermuseum, das mit Kunst und Natur prachtvoll die Leidenschaften in ­einer Unternehmer­ familie repräsentiert.

Unternehmer und ­Sammler. Hans Bäumler mit einem Werk von Picasso.

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Umfangreich. Der naturkundliche Bereich der Sammlung gleicht einer Weltreise.

Ziert das Plakat. Bildnis „Marthe le Cœur“ von ­Pierre-Auguste Renoir.

Fotos: Philipp Steurer, Bäumler

Beeindruckend. Mehr als 100 Kunstwerke aus ­ 130 Jahren mit einem Schwerpunkt bei den Impressionisten sind zu sehen: www.arche-noah-museum.at

diverse Besucherauflagen zu erfüllen hat, beschäftigt sich Frederik Bäumler, der Sohn des Sammlers, mit Konzepten für dieses besondere Museum, das die Leidenschaft seines Vaters für die Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Natur bzw. die Jagd widerspiegelt. Die Überlegungen betreffen auch den Standort, der vorerst Hohenems bleibt. Zur Erläuterung der eingangs gestellten Frage sei erwähnt, dass Hohenems nicht nur Sitz des international vernetzten Jüdischen Museums ist, sondern, dass hier auch Schubertiade-Geschäftsführer Gerd Nachbauer gleich mehrere Museen installiert hat, in denen er sich überwiegend der Musikgeschichte widmet, nachdem er mit seinem renommierten Fes­ tival zahlreiche Musikfreunde aus vielen Ländern in die nur knapp 17.000 Einwohner zählende Stadt lockt. Dass Bäumler eine Attraktion bietet, liegt ebenso auf der Hand wie die Tatsache, dass sich mit den Hunderten Tierpräpara-

ten, deren Präsentation fast einer Weltreise gleichkommt, viel Vermittlungsarbeit im naturkundlichen Bereich machen lässt. Daneben wird nicht nur im sprichwörtlichen Sinn prächtig aufgetischt. Im Eventraum des Museums ist die Tafel apart gedeckt, an der man nach Anmeldung den Rundgang im kleinen Kreis vorbereitet oder ausklingen lässt. Mit renommierten Namen lässt sich immer punkten, doch wie so oft liegt das Besondere im Detail. Selbst wer die MonetAusstellungen in der Fondation Beyeler in Basel-Riehen und danach in der Albertina in Wien besucht hat, wird nicht nur anerkennend feststellen, dass in Hohenems mit der Landschaft bei Vétheuil oder dem Seineufer bei Port-Villez gute Beispiele vorhanden sind, er entdeckt mit dem Bild von Monets Haus und Garten von Blanche Hoschedé-Monet, der Schwiegertochter des Künstlers, eine reizvolle Abrundung des Ausflugs zu den Französischen Impressionisten. Dominiert wird er außerdem von Manet, Pissarro und Renoir, von dem mit

dem Bildnis „Marthe Le Cœur“ ein besonders eindrucksvolles Werk gezeigt wird. Eine Landschaft von Gauguin und ein Mittelmeerufer von Cézanne, Werke von Bonnard und eine Landschaft mit Kindern von Corot zählen zu den Ankerpunkten. Der erwähnte Lovis Corinth ergänzt die Zahl der besonderen Schätze und mit Werken von Liebermann ist der deutsche Impressionismus in hervorragender Weise präsent. Durchdacht. Das Aufeinandertreffen von Franz Marc mit August Macke in der Nähe von Max Beckmann verdeutlicht die dramaturgisch durchdachte Hängung im dunklen Raum, in dem die Bilder zu leuchten scheinen – besonders auch ein kleines Frauenbildnis von Matisse oder ein Zirkusreiter von Toulouse-Lautrec. Und dann sind da noch die Münchner Schule und Spitzweg. Jeder dieser nahezu 20 Kommentare zum Alltag bietet Begegnungen mit einer Idylle, die zugleich ironisch gebrochen wird – meisterlich wie alles hier. Christa Dietrich

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VORARLBERG HEUTE

WIR SIND IMMER FÜR SIE DA TÄGLICH | 19:00 | ORF 2 MIT THOMAS HASCHBERGER, KERSTIN POLZER, DAVID BREZNIK, MARTINA KÖBERLE UND DANIEL REIN

vorarlberg.ORF.at


Eigenwillige Tochter, weltoffene Managerin

Foto: Berndorf AG/Christian Husar

„Wenn ich den Vorsitz übernehme, musst du aus dem Aufsichtsrat raus.“ Diese klare Ansage von Tochter Sonja musste Norbert Zimmermann erst schlucken. Dann ging er. Und sie übernahm. Seit März 2020 ist Sonja Zimmermann (47) Vorsitzende des Aufsichtsrates der Berndorf Gruppe, die 60 Unternehmen mit 2300 Mitarbeitern in 20 Ländern umfasst.

Von Anfang an unabhängig. „Als Studentin habe ich nicht die Wäsche zum Waschen heimgebracht.“

D

er in Bludenz geborene Vater verschickt das „unglaublich eigenwillige Kind“ in den Ferien zur Oma ins Oberland. Bei dieser „wunderbaren Frau“ gibt es die Freiheit, nach der sich das „Wiener Würstle“ sehnt: Wald, Wiesen, Berge, Kinder, Sport, Spiel. Spielend lernt sie Oberländer Dialekt. In der Folge wächst Sonja Zimmermann „zweisprachig“ auf und entwickelt eine „tiefe Beziehung zu Vorarlberg“. In Ostösterreich kommt das freiheitsliebende Einzelkind mit der Klosterschule der Ursulinerinnen nicht zu Rande und wechselt in

die Rudolf Steiner Schule. Die externe Matura schafft sie mit links. Die Studienwahl entscheidet sie eigenständig, zieht von zu Hause aus und lebt fortan unabhängig. Dolmetsch, Wirtschaft, Werbung. Sie inskribiert an der Universität Wien das Übersetzer- und Dolmetschstudium in Spanisch und Russisch. „Ich wollte Sprachen lernen, reisen und die Welt sehen.“ Nach dem ersten Studienabschnitt zimmert sie sich mit Handelswissenschaften ein zukunftstaugliches Fächerbündel.

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Zuvor aber tourt Sonja Zimmermann in Südamerika und verbessert ihr Spanisch. Im zweiten Studienabschnitt jobbt sie zeit- und fallweise in Berndorf, zuletzt für einige Monate als Karenzvertretung im Vorstandssekretariat. Das Studium schließt sie als Mag. phil. ab. Dolmetscherin will sie nicht werden. Sie möchte andere, unabhängige Wege gehen, wird Mitarbeiterin der Werbeagentur Ogilvy & Mather und schafft es bis zum Etat Director. „Es war der Beginn des mobilen Internet. Spannend. Neu. Aufregend. Ich konnte bei der Entwicklung von Applikationen für die digitale Werbung mitarbeiten und viel lernen.“

liengründung ein guter Zeitpunkt wäre, schrittweise ins Unternehmen einzusteigen.“ Davor reist sie nach Asien. Heute ist Sonja Zimmermann glückliche Mutter einer Tochter, 14 Jahre, und eines Sohnes, 12 Jahre. Von 2005 bis 2008 ist sie in Karenz. Ihr Partner betreut die familiäre Forstwirtschaft in Kolumbien. Seit 2012 wachsen in einem wenig erschlossenem Teil der kolumbianischen Tiefebene Eukalyptus, Akazien, Pinien und Kautschuk. Im Jänner reist die Familie Zimmermann traditionell nach Kolumbien. „Dort kann ich gut abschalten. Es gibt kein Internet und kaum Telefonempfang. Die nächste Kleinstadt ist eineinhalb Autostunden entfernt.“

Family first. „Es gab Gespräche mit meinem Vater, ob und wie ich meine Zukunft bei Berndorf sehe. Wir waren uns einig, dass für mich die Rolle als Aufsichtsrätin die beste Option ist und die Fami-

Ein- und Aufstieg bei Berndorf. 2008 startet Sonja Zimmermann im Vorstand der Berndorf Privatstiftung sowie als Geschäftsführerin der Familienholding. „Sobald es die Kinder zuließen, habe ich ab

Verantwortung. Im März 2020 wird Sonja Zimmermann zur Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Berndorf-Gruppe bestellt.

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Fotos: Berndorf AG, Berndorf Band GmbH

Es war klar, dass ich die ersten ‚richtigen‘ beruflichen Erfahrungen nicht in Berndorf mache.


Spannend. „Das Innovationspotenzial des Werkstoffs Edelstahl ist groß. Es entstehen immer neue Anlagen, Werkzeuge, Komponenten.“

2008 da und dort Aufgaben übernommen und mich vor allem um die gemeinnützige Stiftung gekümmert.“ Zwei Jahre später kommt die Agenda als Mitglied des Aufsichtsrates der Berndorf AG und des Vorstandes der Berndorf Industrieholding AG hinzu, 2011 übernimmt sie zusätzlich eine AR-Funktion in der Berndorf Immobilien AG. 2012 absolviert sie an der WU Executive Academy das Programm für Aufsichtsräte „Governance Excellence“. „Die rund zehnjährige Lernphase in der Berndorf Gruppe diente dazu, das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften besser kennenzulernen, zu verstehen, worin ihr ‚high potential‘ besteht und wie sich unsere Kernkompetenz in Edelstahl innovativ weiterentwickeln kann.“ Aufgaben des Aufsichtsrates. Der Aufsichtsrat der Berndorf Gruppe besteht aus sechs Mitgliedern. „Wir verstehen uns als Sparringpartner, die mit dem Vorstand die großen strategischen Themen diskutieren, kritische Fragen stellen und Anregungen einbringen, die aus der ‚Vogelperspektive‘ mitunter klarer zu sehen sind als im operativen Tagesgeschäft.“ Als Vorsitzende hat sie auch eine koordinierende Funktion im Gremium, reist möglichst einmal im Jahr zu den Tochtergesellschaften, besucht Industriemessen, nutzt in Gesprächen mit Mitarbeitern und Kunden die Chance, noch mehr über den Werkstoff Stahl und seine Positionierung im Weltmarkt der Industrie- und Investitionsgüter zu lernen. Werkstoff Stahl. Seit mehr als 175 Jahren ist der Standort in Berndorf im Triestingtal Namensgeber für Produkte aus Edelstahl. Rund um den Werkstoff Stahl entstand in den letzten 30 Jahren eine weltweit agierende Unternehmensgruppe aus hoch spezialisierten Firmen, deren Kunden vor allem weiterverarbeitende Industrien sind. Beispielsweise erzeugt Berndorf Band Prozessbänder aus Edelstahl, die bei der Weiterverarbeitung von HightechProdukten wärmen, kühlen oder großem Druck standhalten. „Diese Bänder müssen ohne kleinsten Kratzer spiegelglatt sein. Das wird unter dem Mikroskop überprüft.“ Holzbänder ermöglichen

weitere, innovative Anwendungen für die Möbelindustrie. „Daraus gefertigte Möbel können kaum von Vollholzmöbeln unterschieden werden.“ Swimmingpools aus Edelstahl finden sich in Kur- und Sporthotels, kommunalen Freibädern wie in Privatgärten. Die Tochtergesellschaft Aichelin Industrieöfen adressiert beispielsweise die Automobilindustrie, die in diesen Öfen Nockenwellen und andere Motoren- und Getriebeteile wärmebehandelt, um die Eigenschaften des Werkstoffs zu verändern. Berndorf Privatstiftungen. Die Berndorf Privatstiftung ist unter anderem Gründungs- und Goldpartner von „Teach for Austria“. Top-AbsolventInnen aller Studienrichtungen werden von „Teach for Austria“ ausgewählt und pädagogisch begleitet, um zwei Jahre mit voller Lehrverpflichtung als „Fellows“ an Brennpunktschulen zu unterrichten. Die Plattform „Schule im Aufbruch“ motiviert Lehrende, in den Kindern schlummernde Talente zu suchen und nicht ihre Fehler. Ähnlich motivierend agieren „BigBrothers & BigSisters“, die als Mentoren den Kindern neue Perspektiven geben. „WU4Juniors“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berndorf Stiftung mit der WU und der Industriellenvereinigung. Die Initiative fördert das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge bei Jugendlichen. Schließlich ist die MEGA Bildungsstiftung, eine gemeinsame Gründung von B&C Privatstiftung und Berndorf Privatstiftung, entstanden, um mit vereinten Kräften noch mehr bewirken zu können. Der Fokus liegt auf Talentförderung, Chancenfairness und Wirtschaftsbildung. „Letzteres wird ein Schwerpunkt 2021 sein.“ Freizeitmanagement. Kinder, Haushalt, Beruf. Da sind die Organisationstalente jeder berufstätigen Mutter gefordert. Sonja Zimmermann ist mit ihren Kindern in der Freizeit sportlich unterwegs. Rad fahren, Wasserski, Tauchen. „Skifahren ist in Vorarlberg am schönsten.“ Sie reist, wann immer dies möglich ist, „gerne weit weg“. Die Managerin im Format Model-Size ist eine Genießerin. „Ich liebe gutes Essen und guten Wein.“ Elisabeth Längle

„Mein Engagement in den gemeinnützigen Stiftungen gilt vor allem der Chancen­ fairness im Bildungsbereich. Unsere Projekte sind offen für alle Kinder, vom Kindergarten bis zur Matura. Kein Kind soll durch die Maschen des Bildungsnetzes fallen.“ kontur 21


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Ach, du SchÜne Wertvoller Lebensraum, beliebtes Naherholungsgebiet, wichtiger Energielieferant und vieles mehr. Seit Jahrhunderten wird die Bregenzerach wirtschaftlich wie privat genutzt. Die Art der Nutzung mag sich verändert haben. Eines jedoch ist gleich geblieben: Ab und an kann die SchÜne ihr zweites Gesicht zeigen und zur Furie werden.

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Zwei Gesichter. Vor allem das Hochwasser im Jahr 2005 hat gezeigt, warum Hochwasserschutz an der B ­ regenzerach elementar ist. Das aktuelle Projekt: www. wasserverband-bregenzerach.at

B

Fotos: Regionsmanagement Europaschutzgebiete, Josef Feßler

eginnen wir mit ein paar Fakten: Länge: 69 Kilometer, breiteste Stelle: 150 Meter, Einzugsgebiet: 835 km2, Jahresabflussmenge: 1,5 Milliarden Kubikmeter. Das wäre die Bregenzerach in Zahlen. Doch der Fluss ist so viel mehr. Er ist identitätsstiftend vom Ursprung am Fuß der Mohnenfluh, durch den Bregenzerwald bis zur Mündung in den Bodensee. Und er ist für viele Menschen Teil des Lebens und mit Erinnerungen verbunden, wie Peter Halder, Bürgermeister von Kennelbach und Obmann des Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf bestätigen kann: „Die Ach war für mich immer schon Lebensraum. Als Kind mit Steinen und Sand spielen, mit meinem Vater fischen gehen, schwimmen lernen, Burgen bauen. Als Jugendlicher Feste feiern mit Freunden, grillen, eine gute Zeit haben.“ An der Ach aufgewachsen, kennt er auch das andere Gesicht des Flusses. Wenn aus dem friedlich vor sich hin fließenden Gewässer ein reißender Strom wird. Kraft und Gefahr. So wie im Jahr 2005, als ein Jahrhundert-Hochwasser die Bregenzerach vielerorts über die Ufer treten ließ. Bei mehr als 1350 m3 pro Sekunde lag damals die Wassermenge. Zum Vergleich: die mittlere Wassermenge der Bregenzerach liegt bei 46,3 m3 pro Sekunde. „Wenn man in diesem Moment an der Ach steht und sieht, mit welcher Gewalt das Wasser – begleitet von Baumstämmen und Wurzelstöcken – daherkommt, erkennt man, wie viel Kraft aber auch Gefahr dahintersteckt“, so Peter Halder. Umso wichtiger ist es für die Gemeinden und das Land, den Hochwasserschutz auszubauen und für größtmögliche Sicherheit zu sorgen. So wurden in den vergangenen 15 Jahren 45 Millionen Euro in den Hochwasserschutz an der Bregenzerach investiert, wie Thomas Blank, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land Vorarlberg, bestätigt. Von Au über Mellau und Bezau bis nach Egg und Lingenau. Nun steht wohl eines der bedeu-

tendsten Vorhaben an: das Ausbauprojekt für den Bregenzerach-Unterlauf. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt haben bereits begonnen. In den kommenden Monaten wird auf Bregenzer Seite, ausgehend von der Harder Brücke Richtung Radbrücke Hard, das Flussbett erweitert, um dem Wasser mehr Raum zu geben. Die in die Jahre gekommenen Dämme werden verstärkt, die Ufer leichter begehbar gemacht. Die Bauabschnitte zwei und drei auf Harder Seite folgen in den Wintern darauf. „Bei der Umsetzung sind wir meiner Meinung nach sehr bedacht unterwegs, immer auch mit Blick auf die Ökologie“, führt Peter Halder für die fünf Anrainergemeinden Bregenz, Hard, Lauterach, Kennelbach und Wolfurt aus. Nicht ohne Grund wurden bei den jahrelangen Planungen des Projektes viele Fachbereiche mit einbezogen. Denn die Bregenzerach ist nicht nur ein Fluss, der seine Bahnen durch das Land zieht, sie ist auch wertvoller Lebensraum für zahlreiche Arten. Wie z. B. die Bodensee-Seeforelle. Sie steigt jedes

In Vorarlberg leben wir zu 90 Prozent auf potenziell hochwassergefährdeten Flächen. Dessen muss man sich immer wieder bewusst sein. kontur 25


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Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt vielfältige Initiativen und liefert nachhaltige Impulse für Lebens-, Begegnungs- und Arbeitsräume der Zukunft. Die Einbeziehung sozialer Aspekte, die Integration kultureller und traditioneller Werte und die Erfahrungen aus über 60 Standortentwicklungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Am Areal der alten Rauchmühle in Salzburg wird ein hochwertiges, durchmischtes Stadtquartier mit spürbarem Bezug zur Geschichte des Standortes realisiert. Im historischen Altbestand werden neue Arbeits- und Büroräume für Salzburgs Digital- und Kreativwirtschaft geschaffen. prisma-zentrum.com/rauchmuehle

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Einsatz. Viele Fischereivereine bemühen sich um einen gesunden und artenreichen Fischbestand.

Jahr, trotz vieler Hindernisse, in die Bregenzerach auf, um dort abzulaichen. Eine bessere Passierbarkeit dieser Barrieren zu schaffen, ist auch ein Teil des Konzeptes.

Fotos: Regionsmanagement Europaschutzgebiete, Peter Mayrhofer

Angepasst. Bleiben wir gleich bei den Fischen. Wie geht es ihnen in der Ach? Mittelprächtig, wie auch Peter Mayrhofer, Präsident des Fischereiverbandes Vorarlberg, bestätigen kann. „Die Lebensräume der Fische werden unter anderem durch die vielfältigen Nutzungsinteressen und die Auswirkungen des Klimawandels stark beeinträchtigt.“ So haben beispielsweise der Betrieb der Kraftwerke sowie die fehlende Durchgängigkeit erhebliche Auswirkungen auf wassergebundene Arten. Viele kommen mit den Bedingungen in den schwallbeeinträchtigten Gewässern – also Gewässer, in denen starke tägliche Abflussschwankungen herrschen – nicht zurecht. Natürliches Fischaufkommen als solches, vor allem was die Forellenartigen anbelangt, ist im Unterlauf der Ach kaum oder nicht mehr gegeben. Zudem gibt es eine Verschiebung der Fischregionen. Waren früher im Unterlauf der Ach noch Forellen zu finden, sind es heute eher die karpfenartigen Fische wie Barben oder Döbel. Wie reagieren die Fischereivereine darauf? „Im Laufe der Jahre haben sie auf die veränderten Bedingungen dahin-

gehend reagiert, dass sie in gewissen Gewässerabschnitten Fische, vor allem die Regenbogenforelle, einsetzen. Gleichzeitig bemühen sie sich auch um die Wiederansiedelung von gefährdeten Fischarten wie der Äsche“, so Peter Mayrhofer. Lebensraum ist die Ach aber nicht nur für Fische. Auch zahlreiche andere Arten sind hier heimisch. Besonderen Schutz erfahren sie in den Natura 2000-Gebieten – zum einen im Bereich der Mündung, zum anderen in der Bregenzerachschlucht zwischen Kennelbach und Doren. Hier hat sich die Ach über Jahrtausende tief in das Gestein gegraben. Entstanden ist eine beeindruckende Landschaft mit steilen, bis zu 150 Meter hohen Talflanken. Wo einst das Wälderbähnle Personen und Güter transportiert hat, laichen heute Gelbbauch-

unken in den Pfützen. Regionsmanager Martin Bösch freut sich, dass sich die Natur diesen Bereich in den vergangenen Jahren wieder zurückgeholt hat. „Die Hangschluchtwälder beinhalten vielfältige Strukturen, Mischwälder in allen Altersklassen samt großer Totholzmengen. Diese bieten einen reichhaltigen Lebensraum für Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten, Fledermäuse.“ Mit Bilck auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte geht Martin Bösch davon aus, dass der Abschnitt oberhalb von Kennelbach zukünftig wohl noch natürlicher werden wird. „Ständige Hochwässer und die labile Geologie sorgen dafür, dass der Naturraum wilder und unzugänglicher wird.“ Probleme sieht er eher in den zugänglicheren Bereichen. Besonders an den

Natura 2000. Zwischen Kennelbach und Doren hat sich die Natur ihre Ach zurückgeholt.

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Ein Stück Geschichte. Obwohl das Kraftwerk Andelsbuch immer wieder umgebaut wurde, hat es seinen unverwechselbaren Charakter bis heute bewahrt.

Das Regelarbeitsvermögen der Kraftwerke beträgt rund 337 GWh pro Jahr. Diese Strommenge deckt den Strombedarf von etwa 86.000 Haushalten. Kiesbänken bleibt immer wieder Müll zurück. Doch diesbezüglich arbeitet Martin Bösch bereits mit anderen Verantwortlichen an einem Lenkungskonzept. „Die Idee ist, aktiv Grillplätze einzurichten. Man ballt die Freizeitnutzung hoffentlich an gewissen Orten und regelt bzw. lenkt damit in eine positive Richtung.“ Dies dürfte auch ganz im Sinne von Peter Halder sein, der die Entwicklung des Littering mit Sorge beobachtet. „Die Gesellschaft hat sich verändert. Wenn wir früher ein Fest an der Ach gefeiert haben, war für uns klar: Am Ende wird aufgeräumt. Heute lassen viele ihren Abfall einfach liegen und kümmern sich nicht weiter darum.“ Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Vorreiter in der Monarchie. Dieses Problem sieht auch Lutz Schmelzinger vom Aktiv-Zentrum Bregenzerwald. Seine Blickweise auf die Bregenzerach ist vor allem freizeitlicher Natur, bietet er auf dem zweigrößten Fluss Vorarlbergs doch Aktivitäten wie Rafting oder Kanu-Touren an. Für ihn ist die Ach ein Juwel, von der Quelle bis zur Mündung – und das erkennen immer mehr Menschen. „Die Freizeitnutzung hat enorm zugenommen. Umso bedeutender ist es daher, den Fluss als Naturraum zu achten“, ist er überzeugt. Als Rafter ist er natürlich auch vom Wasserstand der Ach abhängig. Und hier kommen wir wieder zur Wasserkraft, die schon

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ein paarmal erwähnt wurde. Mit ihr nahm die Nutzung des Flusses vor knapp 140 Jahren eine bedeutende Wende. 1884 errichtete die Firma Schindler das erste Wasserkraftwerk der Monarchie im Unterlauf der Bregenzerach, bereits 1908 wurde das Werk in Andelsbuch in Betrieb genommen. Damals eines der größten und modernsten Kraftwerke der österreichischungarischen Monarchie. Heute betreiben die illwerke vkw drei große Kraftwerke an der Bregenzerach: Andelsbuch, Alberschwende und Langenegg. „Das Regelarbeitsvermögen der Kraftwerke b ­ eträgt rund 337 GWh pro Jahr. Diese Strommenge deckt den Strombedarf von etwa 86.000 Haushalten“, führt Helmut Mennel, Mitglied des Vorstandes der illwerke vkw, aus. Ein weiteres Kraftwerksprojekt, der „Ausbau des Unterlaufs der Bregenzerach“, steht derzeit noch am Anfang. „Aktuell laufen Voruntersuchungen und Vorplanungen, die notwendig sind, um die Behördenverfahren einleiten zu können“, so Helmut Mennel. Mit diesem Kraftwerk soll das energiepolitische Ziel des Landes

Energie. Bei Bedarf fließt das Wasser vom Staubecken auf die Francis-Turbinen des Krafthauses. Gehen die Schleusen auf, kommt es zum sogenannten Schwall und mehr Wasser fließt die Ach hinab.


Fotos: illwerke vkw AG/Patrick Saely, Lutz Schmelzinger/Aktiv-Zentrum Bregenzerwald

Wilde Wasser. Auf 38 landschaftlich atemberaubenden Kilometern bietet die Ach ein abwechlungsreiches Spektrum für den Wildwassersport.

Die Zeiten des Flötzertums auf der Ach sind vorbei. „Aber ich kann mich noch gut erinnern: Als ich ein Junge war, hatte fast jeder in Kennelbach eine Flötzerstange. Und mit der ist man, wenn die Ach hoch war, rüber zur Brücke und hat Blöcke rausgezogen. So hatte man wertvolles Holz fürs Heizen im Winter“, erzählt Peter Halder. Vorarlberg, bis 2050 die Energieautonomie zu erreichen, unterstützt werden. Und Thomas Blank von der Abteilung Wasserwirtschafts sieht noch eine weitere Auswirkung: „Wasserwirtschaftlich betrachtet wäre dieses Werk quasi eine Win-winSituation, weil wir damit im Unterlauf den Schwall wegbringen würden, der ja großen Einfluss auf die Ökologie hat.“ Das würde sich auch auf die Sedimente auswirken, die sich nicht nur in den Speicherseen ansammeln und die von der Ach mitgeführt werden. Diesbezüglich sieht auch Peter Halder eine bedeutende Aufgabe für die Zukunft: ein Monitoring speziell im Bereich der Mündung. „Denn Sedimente bedeuten eine Auflandung. Wie man mit dieser umgehen kann, ist eine entscheidende Frage. Es wäre ja ein Schildbürgerstreich, wenn wir jetzt 15 Millionen Euro in den Hochwasserschutz am Unterlauf investieren und dann das Material aber nicht aus der Mündung bringen könnten“, so der Kennelbacher Bürgermeister zu weiterführenden Maßnahmen

im Rahmen des Gewässerentwicklungskonzeptes Bregenzerach-Unterlauf. Wertvolles Gut. Naherholungsgebiet, Fischereirevier, Energielieferant, Lebensraum ... viele Seiten der Ach haben wir nun kennengelernt. Eine elemantare aber fehlt noch: Die Aufgabe als Lebensader par excellence. Denn die Bregenzerach ist nicht zuletzt wichtiger Lieferant für Grundwasser. Daraus wird im Bregen­ zerwald und am Unterlauf Trinkwasser gewonnen. Gemeindeübergreifende Verbünde sichern die Versorgung in kritischen Fällen. „Mit Wasser, das in erster Linie vom Grundwasserbegleitstrom der Ach lebt”, erklärt Thomas Blank. Es ist also ein wertvolles Gut, das vor unserer Haustür fließt. Und viel zu oft vergisst man, welches Juwel die Natur hier hat entstehen lassen. Nun liegt es an jedem selbst, das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang zu stärken. Damit auch künftige Generationen noch schöne Erinnerungen an der Ach sammeln können. Sabine Carotta

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Komm, wir lernen Nicht nur die Büroarbeitswelt, auch die Art zu Lernen befindet sich in einem stetigen Wandel. Wissensaustausch, Kommunikation und Projektarbeit finden heute überall statt. Vorausgesetzt, die Möbel machen es mit.

Fotos: Sedus/Paterno Bürowelt

D

ie Zeit der starren Strukturen ist vorbei – ein für allemal. Das hat uns das Jahr 2020 aufgezeigt. Was aber keineswegs negativ gedeutet werden sollte. Vielmehr haben die starren Strukturen Platz gemacht für neue Arbeits- und Lernkonzepte. Teams sind vernetzt, auch international, und arbeiten immer kreativer, schneller und effizienter. Da müssen auch die Räumlichkeiten für Meetings und Workshops mithalten. Das Büro, das Besprechungszimmer, die Cafeteria, aber auch der Seminarraum an der Uni oder FH – sie alle werden zum Ort agiler Teamarbeit. Ein inspirierender Treffpunkt, an dem so manches schlummernde Talent geweckt wird. Damit das aber möglich wird, müssen auch die Möbel mitmachen.

rungen und Ziele, müssen sich auch die Möbel anpassen ­können“, erklärt Guntram Paterno, Geschäftsführer der Paterno Bürowelt GmbH & Co KG. Soll heißen: Der Seminarraum, den wir vor Augen haben, wenn wir an unsere Studienzeit vor vielen Jahren zurückdenken, mit Tafel vorne und frontal dazu ausgerich­ teten Tischen und Stühlen, gehört der Vergangenheit an. Räume zum Lernen und miteinander Arbeiten finden sich heute überall und können ganz unterschiedlich geprägt sein. Von Offenheit und Transparenz, aber auch vom Fokus auf das Wesentliche. In jedem Fall aber sollen sie einladen zur Begegnung, zum Austausch. So wird nicht nur das Lernen miteinander, sondern auch das Lernen voneinander unterstützt.

Mit Offenheit und Transparenz. „Kommunikation und Wis­ sens­austausch sind heute so wichtig wie nie. Und wenn sich die daran teilnehmenden Akteure ebenso ändern wie die Anforde-

Und die Möbel? Die ziehen einfach mit. Längst haben Möbelhersteller wie Sedus den Trend erkannt und reagiert. Das Ergebnis: die flexible, modulare und platzsparende Linie se:lab, die sich krea-

Wandelbar. Die magnetische Tafel lässt sich leicht befestigen und auch wieder verstauen.

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Der Seminarraum, den wir vor Augen haben, wenn wir an unsere Studienzeit vor vielen Jahren zurückdenken, gehört der Vergangenheit an. Räume zum Lernen und miteinander Arbeiten finden sich heute überall und können ganz unterschiedlich ­geprägt sein. In jedem Fall aber sollen sie einladen zur Begegnung, zum Austausch. tiven Workshops und erfolgreichem Lernen widmet. Da sind zum einen die rollbaren Tische, die leicht aufgestellt, flexibel angeordnet und am Ende wieder verstaut werden können. Elektrifizierung ist keine Frage, die Steckdosen und Anschlüsse sind je nach Bedarf integriert, der Kabelsalat also im wahrsten Sinne des Wortes vom Tisch. Zum anderen gesellen sich dazu diverse Sitzgelegenheiten wie stapelbare Hocker, die ein bisschen ans Bockspringen im Schulsport erinnern. Womit sich aber stimmigerweise wieder der Kreis des Lernens schließt. Für die spontane Besprechung zwischendurch eignen sich kleinere Hocker, die nach Beendigung ihrer „Arbeit“ einfach flach zusammengefaltet werden können. Auf diese Weise lässt sich flexibel die richtige Atmosphäre – konzentriert und kreativ – herstellen. Tafel, Tafel du musst wandern. Beim Lernen und in Workshops geht es letztendlch aber auch darum, das miteinander Erarbeitete zu präsentieren, Ideen „Schwarz auf Weiß“ zu sammeln. Und hier kommt die Tafel von se:lab ins Spiel. Auch hier haben die Arbeitsplatzexperten und Ergonomie-Spezialisten eine mobile Variante entwickelt, die für viele Teams sicher zum treuen Begleiter wird. Das weiße Board lässt sich auf seinem kleinen Wagen nicht nur beliebig in jeden Raum mitnehmen, es bietet auch verschiedene Befestigungsvarianten an, wie Guntram Paterno er-

klärt: „Zum einen hat man die Möglichkeit, die Tafel mithilfe von Magnetbändern an der Wand zu fixieren. Das bietet sich vor allem für Seminarräume oder fixe Besprechungszimmer an. Zum anderen gibt es aber auch ein kleines fahrbares Gestell, auf dem die Tafel platziert werden kann. So bleibt man vollkommen flexibel.“ Und das Board ist natürlich nicht nur zum Schreiben da. Mit Magneten können so allerhand kreative Ideen und neue Erkenntnisse angeheftet werden. Mit wenig Aufwand neue Räume schaffen. Die Welt des Lernens und Arbeitens wird also immer flexibler und bringt Innovationen hervor, die schon bald aus Schulen, Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen nicht mehr wegzudenken sein werden. Die neuen Möbel passen sich an, sind überraschend einfach und vielseitig – und fördern so eine neue Art der kreativen Zusammenarbeit. Ob schnell zwischendurch auf ein Brainstorming am Stehtisch oder doch für einen etwas intensiveren Workshop in der Gruppe mit Präsentation an der Tafel, alles ist möglich. Und die Vorteile liegen auf der Hand. Durch die modularen Lösungen lassen sich Räume mit wenig Aufwand an die unterschiedlichsten Situationen anpassen. Ein großer Vorteil, denn schließlich sind auch die Räumlichkeiten, ob an Schulen oder in einem Unternehmen, nicht unbegrenzt. Sabine Carotta

Fotos: Sedus/Paterno Bürowelt

Je nach Laune. Die Zeiten starrer Strukturen und schwerer Möbel sind vorbei.

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Der Mann mit der flinken Flasche Kunst zieht sich durch Marco Spitzars Leben wie ein roter Faden. Doch nicht die studierte Bildhauerei, sondern Design und eine klebrige Flüssigkeit haben es dem kreativen Kopf angetan. „kontur“ hat er 10 Fragen beantwortet.

Kann Design Unternehmen auch dabei helfen, Krisen zu überwinden? Es muss. Wer sonst kann ein Zeitgeschehen zu einer neuen Vision verdichten und damit den Nerv treffen? Zum Teil kommen die bes­ ten Produktentwickler aus dem Marketing, haarsträubend für viele Hardcore-UnternehmerInnen – aber leider wahr. Viel zu viele sehen im Design noch die Behübschung und nicht das konsequente Philosophische. Interessant werden die Produkte erst durch die unverwechselbare Handschrift, durch die Einstellung zur Welt von Künstler und Designer.

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Sind alle Künstler Spinner? KünstlerInnen sind vor allem VisionärInnen und können Welten entstehen lassen, die es noch gar nicht gibt. Gute UnternehmerInnen sind sie seit jeher – oder wie viele UnternehmerInnen kennen Sie, die mit viel Aufwand und Geldeinsatz Produkte entwickeln, die in einer fernen Zukunft begehrt sein könnten. Nachhaltig glücklich machend ist nur das konsequente Tun aufgrund einer Idee. Das andere kann Geldverdienen sein. Und wie glücklich alleine dieser Umstand machen kann, bleibt jedem selbst überlassen. Was fasziniert Sie am Werkstoff Uhu? Ich habe immer schon mit Uhu gespielt und auch gemalt und veredelt. Für uns alle in frühester Kindheit wohl selbstverständlich. Ab der Kunstgewerbeschule war es dann augenscheinlich, dass ich nicht lassen konnte von dem Material, das bei der Verhärtung abertausende Luftbläschen erzeugt. Abgesehen von diesem sinnlichen Zugang bin ich der Meinung, dass wir alle irgendwie verklebt auf die Welt kommen. Wie viele Uhu-Flaschen findet man in Ihrem Atelier? Weit über tausend sind es mittlerweile sicher. Ich habe aufgehört zu zählen. Noch bedenklicher ist es, dass ich am Anfang gar nicht daran gedacht habe, die Flaschen aufzuheben. Erst nach und nach wurde das Behältnis, die Uhu flinke Flasche, auch ein Sehnsuchtsobjekt für meine künstlerische Auseinandersetzung.

Dazu muss man wissen, ich liebe es, klein zu arbeiten, konzentriert zu sein. Die Proportion der kleinen Flasche, die gut in der Hand liegt, reicht mir völlig aus. Ich glaube fest daran, dass man erst seine ganz eigene Geschichte entdecken muss, um etwas Großes schaffen zu können. Das erfordert Geduld. Da hilft die Bildhauerschule. Wie finden Sie Inspiration? Ich bin ganz im Hier und Jetzt und verschwinde bei mir zu Hause, im Atelier, in weit entfernte Kulturen. Ich brauche meine Bücher, meine eigenen Werke und die Lis­ ten, die ich abarbeiten muss. Die Nähe meiner Liebsten, meiner Familie beruhigt mich, die Idee davon, dass alles da ist, was ich brauche. Und dann bin ich auf einmal weg, wie ein naiver Reiseschriftsteller laufe ich die Bilder vor meinem inneren Auge ab. Unvorstellbar einfach, aber wunderschön für mich. Sie haben lange Zeit im Senegal verbracht. Was verbindet Sie mit diesem Teil Afrikas? Die Kultur Westafrikas ­bedeutet für mich eine Initiation. Ich lernte, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ich vermische gerne beide Welten, die westliche und die außereuropäische. Die HeilerInnen in Westafrika konnten mir ganz andere Werte und Einsichten über viele Zusammenhänge näherbringen. Die Industrie, der Kommerz auf der einen ­Seite – die Einsicht, in eine Gesamtheit eingebunden zu sein, auf der anderen

Foto: Marc Rogenmoser

Herr Spitzar, wieso sollten Designer an die Macht? Es gibt keine Berufsgruppe, die sich komplexeren Themen stellen muss, wenn sie ihren Auftrag ernst nimmt. Tiefgreifende Lösungen können nur entwickelt werden, wenn Fragen größer gestellt und in große Kontexte gesetzt werden. Wenn wir Milch zu einem anderen Stern verkaufen möchten, müssen wir zum Beispiel damit beginnen, zu überlegen, in welchem Zustand. Möchten wir die Milch in kleinste Einheiten verpacken? Wäre nicht eine Direktleitung viel besser? Damit meine ich, dass wir lernen müssen, einen Schritt beiseite zu gehen und Beurteilungen aus einer anderen Warte treffen. Das ist Design Thinking und das sollte dringend an den Schulen gelehrt werden. Wie schwer wir uns damit tun, sieht man an der Digitalisierungsoffensive. Die meisten denken nur über Technik nach, dabei fängt es schon bei den Produkten an.


Seite, ermöglicht mir eine ganz eigene, spezifische Kreation, die ich nicht nachmache und die mich von Zeit zu Zeit glücklich sein lässt. In Ihrer Jugend sind Sie mit Ihrer ­Familie nach Vorarlberg gekommen. Kulturschock? Vom zerschlissenen Parka und der Sicherheitsnadel mal abgesehen, habe ich Glück gehabt in einer Welt zu landen, die mir sehr entspricht. Vorarlberg schien mir zuerst etwas spröde und ruhig und ich mag es bis heute, dass man nicht an jedem Eck vollgequatscht wird. Aus der Ferne kommen mir die Deutschen immer so perfekt vor und die meisten können einen in Grund und Boden reden. Da gefällt es mir hier schon ganz gut in dem Gefühl, vielleicht nicht ständig überzeugen zu müssen. Natürlich verdränge ich meine Herkunft nicht und ich rede auch gerne. Aber das etwas Ländliche, Abgekapselte entspricht gut dem Bedürfnis nach Geborgenheit. Was würden Sie im Ländle nicht missen wollen? Das Gefühl, im ersten Stock leben zu dürfen. Den Blick in die Weite. Die Hartnäckigkeit und Sturheit der Menschen und wie sie das Erreichte gerne verteidigen. Aber auch wie sie Freundschaften pflegen, wenn der Bann gebrochen ist.

Marco Spitzar geb. 1964 in Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Wegen der attraktiven Textilindustrie zogen seine Eltern mit ihm 1977 nach Bludenz. Danach Kunstgewerbeschule in Graz und Studium der Bildhauerei in Wien. Bei namhaften Agenturen in Wien und auch in Vorarlberg bei Konzett Werbung Artdirektor. Immer wieder längere Afrikaaufenthalte in Senegal. 1999 Gründung der Agentur spitzar, heute studio spitzar. Seit 2013 Wiederbeginn der Ausstellungstätigkeit mit den Uhu-Arbeiten.

Wie sieht ein perfekter freier Tag für Sie aus? Ich liebe es, für die Familie Frühstück zu machen mit allem drum und dran, auf jeden Fall Eierspeise mit frischen Kräutern, wohl wissentlich, dass ich danach nicht abräumen muss – zum Spaß aller Beteiligten lege ich mich dann aufs Sofa, mit einem frischen Kaffee, und blättere genüsslich in den bibliophilen Neuanschaffungen. Meistens schlendere ich dann wie ferngesteuert ins Atelier. Am Anfang ist es immer eine kleine Zeichnung. Die Striche und das Auftragen des Uhus sind geübt und führen zum nächs­ ten Bild. Bis ich dann schließlich bereit bin, ein größeres anzufangen. Irgendwann ruft dann jemand, dass ich doch bitte kochen soll. Das ist dann eine feine Unterbrechung. Sonst würde ich ewig weiter malen. Sabine Carotta

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Urbanes Arbeiten W Mitten in Feldkirch entsteht ein neues Quartier. Mit nachhaltigen Geschäftsräumen, Gastronomie und guter Anbindung.

esentlich mehr, als nur Räumlichkeiten, Geschäfte und Gastronomie an einem Platz – mit der ­ Bahnhofcity entsteht in Feldkirch ein vollkommen neues Quartier. Rund um die fünf Gebäude mit 167 Wohnungen und 2800 Quadratmetern Büro- und Geschäftsflächen ist genügend Raum für ­eine lebendige Infrastruktur. Im von der FB Bahnhofcity Immobilien GmbH errichteten Bürogebäude stehen nun Flächen zur Vermietung. Innerhalb der großzügigen, barrierefrei ­zugänglichen Räume gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, denn alle Grundrisse sind für eine flexible Einteilung geplant. So lässt sich beispielsweise eine gesamte Geschoßfläche in bis zu vier E ­ inheiten verschiedener Größen aufteilen. Glasfaseranschlüsse für Telefon und Internet sind schon vorhanden. Im Sinne nachhaltiger Haustechnik wird das gesamte AAA-Gebäude durch eine Wärmepumpe mit Grundwassernutzung versorgt.

Die Bahnhofcity. Gefragte Adresse rund um den größten Bahnhof Vorarlbergs.

Die Bahnhofcity wird in vielerlei Hinsicht Vorreiter sein.

Neues Stadtquartier mit perfekter Anbindung. „Die Bahnhofcity wird in vielerlei Hinsicht Vorreiter sein“, sagt Roland Pircher von FB Future Bauart. „Für Büros, Kanzleien oder Arztpraxen entsteht ein perfekter, urbaner Standort.“ Neue Gastronomiekonzepte wie CityStreetfood sorgen fast schon für Großstadt-Flair. Und wenn Kunden, Mandanten oder Patienten der neuen Mieter Wartezeit überbrücken müssen, befindet sich im Erdgeschoß des Bürohauses ein Café. Auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist ideal. Über einen direkten Zugang zur Bahnhofshalle und zur öffentlichen Tiefgarage gelangt man ohne Umwege zur Gleisunterführung oder zum überdachten Busbahnhof. Für Fahrräder werden ca. 700 Abstellplätze in der Bahnhofcity bereitgestellt, kiss&ride-Bereiche und Taxistellplätze stehen zur Verfügung. Urbane Strukturen: mit der Bahnhofcity bekommt Feldkirch ein neues Quartier.

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www.inhaus.eu

Mehr Regionalität. Mehr Zukunft. ... genau mein Stil. Seit Generationen versorgen wir Vorarlberg verlässlich mit Bädern und Heizungen. Wir sind stolz darauf, dass ein wesentlicher Grundpfeiler unseres Erfolges, die hohe regionale Bindung ist. Wir verstehen Ihre Wünsche und sind verlässlich und kompetent für Sie da. Gemeinsam gestalten wir Ihre Bad- und Heizungslösung. Vereinbaren Sie jetzt online einen Beratungstermin.

„Es ist meine Leidenschaft, aus den Wünschen und Bedürfnissen meiner Kunden, Ihre individuelle Badlösung zu gestalten.“ Nicola Hausser, Einrichtungsberaterin Inhaus Bäderpark

Inhaus Bäderpark Hohenems Lustenauerstraße 117 6845 Hohenems Bitte vereinbaren Sie vorab online einen Beratungstermin.

Öffnungszeiten: Montag - Freitag 08.30 bis 19.00 Uhr Samstag 08.30 bis 16.00 Uhr


Geschichte weiterschreiben Julia Kick über das Weiternutzen von Bestand, Aktivierung von Leerstand und den Alltag einer Architektin in Vorarlberg. Mit dem Architektinnenberuf sind ganz viele Bilder und Vorstellungen verbunden. Es ist ein Beruf, der in jedes gesellschaftliche Feld hineinspielt, denn Räume spielen immer eine Rolle: wenn es ums Wohnen geht, um die Arbeit, um die Schule, die Versorgung der Kranken und der Älteren, um Freiräume, Räume für Kultur und Sport und vieles mehr. Zu all diesen Belangen braucht man als Architektin eine Haltung. Welche Bilder hattest du im Kopf, als du dich entschlossen hast, Architektur zu studieren? Julia Kick: Der Entschluss fiel bei mir recht früh. Schon als Kind wollte ich Architektin werden. Mein Papa hatte Lineale mit Planzeichensymbolen: ein Tisch, ein Bett, ein WC, … Rund um diese Symbole habe ich gezeichnet. Ich glaube es war die Faszination, Räume für Menschen schaffen zu können. Ganz am Anfang unseres Studiums hat mir eine befreundete Wirtschaftsstudentin ei-

ne ähnliche Frage gestellt. Ihr habe ich geantwortet: Ich finde es toll, Menschen ein Zuhause geben zu können. Dass Architektur weit über das Wohnen hinaus geht, ist mir glaube ich erst während des Studiums bewusst worden. Was mir jedoch schon bewusst war, und was ein Grund für mich für die Architektur war, ist die Vielseitigkeit dieses Berufes. Als Jugendliche hatte ich sehr viele Interessen: von Musik über Sport, Mathematik, Informatik bis hin zu Kunst und Literatur. Architektur vereint für mich das alles und noch vieles mehr. Nur die wenigsten Menschen können sich wirklich vorstellen, was eine Architektin den ganzen Tag macht. Wie sieht dein Tagesablauf auf? Wie der deines Teams? Derzeit ist mein Tagesablauf hauptsächlich geprägt von meiner fast einjährigen Tochter. An den berühmten Spagat zwischen

Foto: Karin Nussbaumer

Julia Kick

arbeitet als Architektin in Dornbirn. Ihr Wohn- und Atelierhaus wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2019 und dem Preis „Das beste Haus 2017“. Sie engagiert sich im Vorstand des Vorarlberger Architektur Institutes und als Beraterin bei „Ein guter Rat“ in der Marktgemeinde Lustenau. www.juliakick.com

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Wohnen im Bestand. Alt und neu ergänzen sich zeitgemäß und unkompliziert.

­ amilie und Beruf versuchen mein Partner und ich, uns gerade F heranzutasten. Die aktuell wenige Zeit im Büro verbringe ich meist mit Besprechungen mit meinen Mitarbeitern. Wir erarbeiten vieles im Team. Der persönliche Austausch ist dabei wichtig und bringt uns voran. Die tatsächliche „Zeichenarbeit“ liegt aber immer mehr bei meinem Team. Viel von meiner Zeit ist auch schon vor der Geburt meiner Tochter in Büroarbeit, Akquise und Kommunikation geflossen. Auch Kostenberechnungen und ExcelListen machen einen großen Teil unserer Arbeit aus. Ich versuche jedoch, mir immer bewusst Fenster für die Kernaufgabe, den Entwurf, freizuschaufeln. Dabei arbeiten wir sehr viel mit Skizzen und am Modell. Auch die Bauleitung machen wir gerne selbst – ich liebe die Arbeit auf der Baustelle gemeinsam mit den Hand-

werkern. „Die Weisheit von Vielen“ macht für mich beim Arbeiten absolut Sinn. Und diese Vielen sind mein Team, die Bauherren, die Handwerker, die Behörden. Der Austausch und die Zusammenarbeit sind kennzeichnend für unsere Arbeitsweise.

Mit „Ein guter Rat“ hat die Gemeinde Lustenau eine Anlaufstelle für Menschen geschaffen, die gern umbauen, erweitern oder neue Wohn- und Arbeitsumgebungen für sich und andere schaffen wollen. Du bist hier Teil eines BeraterInnenteams. Mit welchen Fragen kommen Menschen zu euch? Sie wollen wissen, ob ihre Vorstellungen im Bestand umsetzbar sind, ob es Sinn macht, diesen zu nutzen und meist kommt die Frage nach möglichen Kosten. Ich rate ihnen nur dann mit dem Bestand zu arbeiten, wenn eine gewisse „Liebe“ zu diesem be-

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Fotos: Angelika Lamprecht

Atelier im alten Stadel. Architektin Julia Kick arbeitet und wohnt unter einem Dach.

Du arbeitest gern und immer wieder mit Bestand. Was reizt dich an dieser Aufgabe? Warum wird sie immer wichtiger? Mich reizt sehr vieles daran: Die Geschichten hinter den Gebäuden und deren Eigentümern, die Herausforderung etwas zu belassen und gleichzeitig zu verändern und die Möglichkeit an etwas direkt 1:1 arbeiten zu können und nicht rein alles auf dem Papier zu entwickeln. Wichtig ist die Auseinandersetzung mit Bestand, weil ein großer Teil unserer Umgebung bereits gebaut ist. Ich glaube, dass meine Generation nun damit umgehen muss – auch mit der, vielleicht nicht immer schönen, Alltagsarchitektur gerade im Hinblick auf die „graue Energie“, die in all diesen Bestandsgebäuden steckt und die meiner Meinung nach beim Bauen und all den dazugehörigen Berechnungen noch viel zu wenig Beachtung findet. Natürlich auch hinsichtlich Bodenverbrauch macht es Sinn, den Bestand zu nutzen, anstatt neue Flächen zu versiegeln. Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass alles immer erhalten werden muss. Es darf durchaus auch Platz für Neues, für Dichteres und Höheres geschaffen werden. Aber nicht nur, weil es einfacher ist. Zudem ist vieles, was heutzutage neu gebaut wird, nicht besser als das, was schon da ist.


„Am Arbeiten mit Bestand reizt mich vieles. Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass alles immer erhalten werden muss. Es darf durchaus auch Platz für Neues, für Dichteres und Höheres geschaffen werden. Aber nicht nur, weil es einfacher ist. Zudem ist vieles, was heutzutage neu gebaut wird, nicht besser als das, was schon da ist.“ steht. Denn nur dann ist eine Kompromissbereitschaft zugunsten des Bestandes vorhanden. Gebäude geben durch ihre bauliche Struktur räumliche Möglichkeiten vor. In diesem Rahmen ist eine Interpretation möglich und oft auch finanziell sinnvoll. Sprengt eine gewünschte Nutzung diesen räumlichen Rahmen oder muss das Gebäude sich für die Erfüllung von Ansprüchen zu sehr „verbiegen“, sollte eine Sanierung nicht erzwungen werden.

„­ Geisterhäuser” besucht. Ihr unverstellter Blick ließ uns das emotionale Thema spielerisch angehen, in ihren Geschichten und Zeichnungen spiegelte sich der Zauber der alten Häuser. Den Kindern wie auch den Leserinnen und Lesern soll mit dem Projekt Baukultur vermittelt werden. Das Buch schärft das Bewusstsein für Leerstand und motiviert im besten Fall Besitzer dazu, wertvollen leerstehenden Wohnraum zu aktivieren.

Neben deiner Tätigkeit als Architektin hast du dich auch immer wieder in Vermittlung, also der Bildungsarbeit, engagiert. Eines deiner Projekte hatte den Titel „Geisterhäuser“. Worum ging es da? Ich durfte mich im Auftrag der Gemeinde Lustenau mit dem Leerstandsthema beschäftigen. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein Buch mit zwei Seiten: „Leerstand: eine Betrachtung in Zahlen“, und „Geisterhäuser: eine Betrachtung durch Kinderaugen“. Lustenau hat Leerstandsdaten erhoben und dabei eine Größenordnung festgestellt, die eine weitere Betrachtung forderte. Hier kam ich ins Spiel. Gemeinsam wurde definiert, dass wir im Speziellen auf den Anteil von Leerstand eingehen, der das Ortsbild der Gemeinde beeinflusst, der von außen wahrnehmbar ist. Es ging uns bei dem Projekt nicht darum, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Wir wollten eine Tendenz aufzeigen und die Thematik zu den Menschen bringen, die es betrifft, ohne dabei mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Deshalb die zweite Seite des Buches: In mehreren Workshops haben wir mit Kindern leerstehende

Eines deiner bekanntesten Projekte ist dein eigenes Wohnund Arbeitshaus. Der Architekt Peter Zumthor hat einmal gesagt, dass jedes Bauwerk auch einen emotionalen Kern hat. Worin besteht der emotionale Kern des „Oeconomiegebäudes Josef Weiss“, das du heute bewohnst? Ich glaube, es ist die Geschichte und das Handwerk. Wir fühlen uns als Teil der Geschichte des Gebäudes, dürfen unsere „kurze“ in seine lange einschreiben. Auch das ursprüngliche Handwerk, das das Erscheinungsbild unseres Stadels kennzeichnet, haben wir versucht zu respektieren und gemeinsam mit tollen Handwerkern gegenwärtig fortzuschreiben. Da auch unsere persönliche Familiengeschichte mit dem Handwerk verbunden ist, schließt sich hier der Kreis. Mein Papa als ursprünglich gelernter Maurer, mein Schwiegerpapa als gelernter Tischler, mein Partner als gelernter Maschinenmechaniker und ich als Architektin haben dazu beigetragen, dass wir hier wohnen und arbeiten dürfen und gleichzeitig das Oeconomiegebäude Josef Weiss seine Geschichte weiter erzählen darf. Verena Konrad

Weiterbauen. Der alte Torkel in Röthis ist nach dem Umbau ein Zuhause für eine Familie.

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Join our path to sustainable, zero-emission innovations!

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Smart und sicher wohnen

Fotos: shutterstock, Wiener Städtische Versicherung AG

In Österreich gibt es jährlich über eine Million Schadensfälle in den Bereichen Haushalt und Eigenheim, verursacht durch Feuer, Sturm, Einbruch oder Leitungs­ wasser. Doch auch neue Gefahren, wie Cyberangriffe und neue Rahmenbedin­ gungen – Stichwort Smart Home – verlangen nach entsprechender Absicherung.

Burkhard Berchtel. Landesdirektor Vorarlberg.

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it Sicherheit wohnen – Haus­ halt und Eigenheim“ heißt die neue Produktgeneration der Wiener Städtischen Ver­ sicherung, die diesen modernen Kunden­ bedürfnissen entspricht. Sie deckt Cyber­ angriffe genauso wie die Folgen nach Ein­ brüchen im Smart Home und wertet die Haftpflichtdeckung deutlich auf. Darüber hinaus ist dank der innovativen Prämien­ Berechnung nach Quadratmetern eine Unterversicherung im Schadensfall so gut wie auszuschließen und entstandene Schäden werden zum Neuwert erstattet. Kundenschutz als oberstes Ziel. Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, ist man im Leben öfter mit unvorhersehbaren Situationen und damit auch neuen Risiko­ bereichen konfrontiert. Und das nicht nur im Gesundheitswesen. Darauf hat die Wiener Städtische Versicherung im Be­ reich Wohnen reagiert und ihre Haushalts­ und Eigenheimversicherung auf ganz neue Beine gestellt. „Dank ‚Mit Sicherheit Wohnen‘ haben wir eine völlig neue Pro­ duktgeneration auf den Markt gebracht, die wir im Leistungsbereich deutlich auf­ gewertet haben. Dazu geht dieses Pro­ dukt klar über den klassischen Deckungs­

umfang einer herkömmlichen Haushalts­ oder Eigenheimversicherung hinaus und soll so unsere Kundinnen und Kunden in ihrem Zuhause und darüber hinaus rund­ um absichern“, sagt Burkhard Berchtel, Landesdirektor Vorarlberg der Wiener Städtischen Versicherung. Moderne Risikodeckungen. Neben deutlich verbesserten Leistungen bei klassischen Schadensfällen, verursacht beispielsweise durch Feuer, Leitungs­ wasser, Sturm, Einbruch, Glasbruch oder im Katastrophenfall, bietet die neue Pro­ duktgeneration „Mit Sicherheit Wohnen“ höhere Leistungen aus der privaten Haft­ pflichtversicherung (bis 6 Mio. Euro). Dar­ über hinaus zahlt die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit oder nach Cy­ berschäden (Stichwort Bankomat­ bzw. Kreditkartenmissbrauch oder Phishing beim Online­Banking). Gerade der Cy­ berschutz ist ein wichtiger Zusatzbau­ stein, der die oben genannten Vermö­ gensschäden durch Cyberkriminelle bis 2.500 Euro ersetzt. Schutz gibt es aber auch bei Einbruchsdiebstählen mittels „moderner Kriminalitätsmethoden“ – also nach Einbrüchen ohne nachweislicher mechanischer Einbruchspuren bei elek­

tronischen Schließsystemen wie z. B. Codekarten, Fingerprintsystemen oder Funköffnern. 6 gute Gründe für „Mit Sicherheit Wohnen”: • Freie Wahl der Versicherungssumme • 100 Prozent der Versicherungssumme auch bei grober Fahrlässigkeit • Integrierte Haftpflichtversicherung (bis 6 Mio. Euro) für alle im Haushalt lebenden Personen • Rund 100 neue und verbesserte Deckungen (Cyberschäden, Einbruchsdiebstählen mittels „moderner Kriminalitätsmethoden“) • Innovative Absicherung bei Naturgefahren • Zielgruppenspezifische Zusatzpakete (Freizeit, Unterhaltungselektronik, Swimmingpool,…)

Wiener Städtische Versicherung AG 6800 Feldkirch, Waldfriedgasse 2 www.wienerstaedtische.at kontur 43


Hand in Hand W

ie in einem „Handwerksarchiv“ werden die Arbeiten von 40 HandwerkerInnen in Form von Fotodokumentationen und Geschichten präsentiert. Die Auswahl der ausgestellten HandwerkerInnen erfolgte basierend auf ihrem exzellenten Handwerkswissen sowie dem Grad der Gefährdung ihres Handwerks, dem repräsentativen Charakter ihrer Arbeit für die jeweilige Region und für ihre geografische Lage. Und hier wird auch gleich der Gedanke deutlich, auf den sich das

kuratorische Konzept von „Made in“ stützt: Potenzielle AusstellerInnen sind angehalten, zum Crafts Archive beizutragen, indem sie lokale Handwerkstraditionen und neue Formen der Zusammenarbeit von Handwerk und Design festhalten. Crafts Archive. Das Handwerksarchiv stellt einen zentralen Teil der Ausstellung dar. Es soll verstehen lernen, welche Werte das Handwerk in die Zukunft trägt. Zugleich aber problematisiert es aber auch die Tatsache, dass die meisten traditionel-

Besenrein. Ebenfalls eines der Themen, an denen im Rahmen der Crafts gearbeitet wurde: Handwerken, Putzen und Pflegen.

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Verbindend. „Made in“ fördert neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Design.

len handwerklichen Kenntnisse und Fähigkeiten immer mehr verschwinden, insbesondere diejenigen, die vom Meister direkt an den Lehrling weitergegeben werden. Anhand von Fotodokumentationen und Geschichten wird die Arbeit von 40 WissensinhaberInnen aus dem Bregenzerwald, aus Kroatien, Slowenien und Serbien vorgestellt und deren traditionelles Handwerk durch Texte, Interviews und Fotografien, Materialien, Werkzeuge und Techniken, Prozesse und Schlüsselprodukte erläutert. Wenngleich diese Aus-

Fotos: Matthias Dietrich, Roswitha Schneider, Chmara.Rosinke

Eine Reise durch Europa – beziehungsweise durch einen spannenden Teil davon – kann man aktuell im Werkraumhaus in Andelsbuch antreten. „Made in: Crafts – Design Narratives“ zeigt Handwerk aus dem Bregenzerwald, aus Kroatien, Slowenien und Serbien.


Bildlich. Die Gesten im Handwerk.

wahl an HandwerkerInnen – zehn pro Land – recht klein ist, dient sie als Bild für den aktuellen Status des lokalen Handwerks in diesen vier Ländern. Crafts-Design Narratives. Dieser zweite Teil der Ausstellung setzt sich aus acht konkreten Projekten zusammen, die aus einem zweijährigen Prozess entstanden sind, in dem sich jedes der teilnehmenden Länder mit den spezifischen Themen und Problemen der jeweiligen regionalen Produktion auseinandersetzte. Die Narratives,

Formell. Mobile Gastfreundschaft – bregenzerwälderisch interpretiert.

also die daraus entstandenen Geschichten und Erzählstränge, sind das Ergebnis der Workshops und Residency-Programmen von professionellen DesignerInnen und HandwerkerInnen. Sie wurden durch Mediation, Co-Mentoring und Kuration von Personen aus den teilnehmenden Organisationen zusammengetragen und werden in unterschiedlichen Formaten und Medien vorgestellt. In der Küche. Eines davon ist das österreichische Projekt „Mobile Gastfreundschaft“. Die Region Bregenzerwald besteht aus mehreren Gebieten, die eine Fülle an Inspirationen bieten. Um ein besseres Verständnis für die Region, ihren ästhetischen Charakter und ihre vielfältige Handwerkstradition zu bekommen, nahm das Designer-Duo chmara.rosinke an Forschungsreisen zum Werkraumhaus und seiner Dauerausstellung teil, besuchte Workshops und Handwerksarbeit-Ausstellungen, spazierte in der Umgebung. Die beiden beschlossen, Flora und Fauna der Region sowie ihre Architektur und bauliche Entwicklung der letzten Jahrhunderte zu dokumentieren. Der persönliche Austausch mit HandwerkerInnen war dabei

von essenzieller Bedeutung für den Forschungsprozess. Sie erläuterten mit ihren Geschichten und ihrem materiellen Wissen Nutzen, Funktionalität und Eigenschaften verschiedener regionaler Holzarten und Materialien. Die DesignerInnen legten ihren Fokus schließlich auf die Küche und den Essbereich, den Ort, den sie als den Mittelpunkt des Zusammenlebens in einem Zuhause identifizierten. chmara. rosinke wollten aus der Perspektive der Neuinterpretation die spezifischen Besonderheiten des Bregenzerwalds in ihre Projekte einbringen. Gemeinsam mit einer Gruppe von HandwerkerInnen (alle Mitglieder des Werkraum Bregenzerwald), entwarfen sie ein formelles Küchensetting, das die Landschaft der Region und ihre architektonische Sprache zur Schau stellt. Jedes Objekt zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Kombination unterschiedlicher Handwerksarbeiten oder Materialien aus und spiegelt die Ideen wider, die die DesignerInnen in ihrer Zeit im Bregenzerwald beeindruckt haben. Die Wanderausstellung „Made in: Crafts – Design Narratives“ kann bis 23. Jänner 2021 besucht werden. Sabine Carotta

Die meisten traditionellen handwerklichen Kenntnisse und Fähigkeiten verschwinden immer mehr. kontur 45


KONTUR-SPECIAL

ERFOLGREICH DIE CHANCEN NUTZEN In Vorarlberg treffen der Pioniergeist der Unternehmer und ihre besondere Innovationskraft zusammen.

A

Weitere Erfolgsfaktoren sind demnach fla­ che Hierarchien, Dezentralisierung und

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eine schnelle, lernorientierte und flexible Gestaltung von Prozessen. All das findet sich in den Vorarlberger Unternehmen.

„Das entscheidende Schlüs­ selelement für den Erfolg werden künftig industrieüber­ greifende Innovationen sein.“ Günter Grabher Textilveredelung

Es ist einleuchtend, dass sich diese Fakto­ ren noch verstärken, wenn sie mit dem sprichwörtlichen Pioniergeist der Vorarl­ berger Unternehmer zusammentreffen. Das war schon immer so und ist ein wich­ tiger Grund dafür, dass die Wirtschaftsre­ gion Vorarlberg im Herzen Europas auf relativ kleinem Raum so viele Weltmarkt­ führer vereinigt, wie kaum eine andere Region auf der Welt und dass Vorarlberger Produkte in aller Welt gefragt sind. Der Name Vorarlberg steht für höchste Quali­

Fotos: shutterstock, Dietmar Stiplovsek, Matthias Rhomberg

us einer aktuellen Studie der Executive Academy an der Wirtschaftsuniversität in Wien, in der unter ande­ rem ermittelt wurde, welche Faktoren während des Lockdowns entscheidend waren, um die Krise zu bewältigen, geht hervor, dass der eindeutige Schlüssel­ faktor dazu mit über 70 Prozent die Innovativität der eigenen Mitarbeiter ist. Laut Prof. Dr. N. Franke bestätigt die Untersuchung auch die Bedeutung von innovationsorientierten Strukturen.


ERFOLGREICHE SOZIALPARTNER In Vorarlberg herrschte und herrscht ein traditionell gutes Klima zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Das gilt es aufrecht zu erhalten.

„Vorarlbergs Zimmerer und Architekten schufen eine in­ ternational beachtete Bühne für den modernen Holzbau.“ Dr. Matthias Ammann vorarlberger holzbau_kunst

tät und Zuverlässigkeit. Und das in sehr vielen unterschiedlichen Branchen. Wenn beispielsweise im Holzbau Pio­ niergeist auf Innovation trifft und beide zusammen in herausragenden Archi­ tekturbeispielen münden, dann spricht die Fachwelt immer zuerst von Vorarl­ berg. Was einige Pioniere in Architektur und Handwerk Anfang der Neunziger­ jahre begannen, mündete 1997 in die Gründung des Netzwerkes vorarlberger holzbau_kunst. Und dieses von den Zimmereien vorangetriebene Netzwerk rief 1997 den ersten österreichischen Holzbaupreis ins Leben. Damit schufen die Zimmerer und Architekten eine in­

ternational beachtetet Bühne für den modernen Holzbau und daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Vorarlberger Erfolgsweg wurde aber auch maßgeblich von der Bildungspo­ litik beeinflusst. Hierzulande gab es die erste Fachhochschule in Österreich und in Vorarlberg wird es eine „Europäische Universität“ geben. Denn die Fachhoch­ schule Vorarlberg schließt sich unter diesem Titel mit sieben anderen Hoch­ schulen zu einem europaweiten Hoch­ schulverbund zusammen. Ein weiteres wichtiges Plus, um das Vorarlberg viele beneiden, ist die Duale Ausbildung.

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AMANN KAFFEE

EINFACH DAHEIM KOMPOSTIEREN Individueller Kaffeegenuss kann auch nachhaltig sein. Das beweisen die Kapseln von Amann Kaffee.

Special

Fotos: Amann Kaffee GmbH

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

Die Kapseln sind komplett kompostierbar.

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ie haben es wirklich nicht einfach: die Kaffeekapseln. Zu viel Müll! Schlecht für die Umwelt! Mit diesen Vorurteilen haben sie immer wieder zu kämpfen. Dabei gibt es mittlerweile eine Innovation, die all diese Kritik zunichte macht. Und die kommt aus dem Hause Amann Kaffee. Das Familienunternehmen zelebriert den nachhaltigen Kaffeegenuss und ist darum stolz, vollständig heimkompostierbare Kaffeekapseln im Sortiment zu haben. Von der Kapsel zum Humus. „Die Innovation besteht aus einem biobasierten Werkstoff von Golden Compound, den Alpla zu den heimkompostierbaren Kapseln verarbeitet. Die Kapseln werden aus diesem Werkstoff mit Zugabe von Sonnenblumenkernschalen hergestellt. Diese fal-

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len als Nebenprodukt in der Lebensmittelherstellung an und zersetzen sich in sechs bis zwölf Monaten zu Humus“, erklärt Geschäftsführer Florian Amann. Vom TÜV Austria wurden die Kapseln als „OK compost HOME“ zertifiziert, sie können also bedenkenlos im Biomüll bzw. Heimkompost entsorgt werden. Und wer seinem Garten noch etwas Gutes tun will, verwendet den Kaffeesatz als Gartendünger. Apropos Kaffee: Der ist auch in den Kapseln natürlich Fairtrade, bio-zertifiert und schonend geröstet in Vorarlberg. „Und weil er in der Kapsel eingeschlossen ist, behält er sein volles Aroma über lange Zeit und kann quasi nicht ausrauchen“, so Florian Amann. Nicht der einzige Vorteil. Denn wie man weiß: Geschmäcker sind verschieden. Und gerade hier bieten

Kapseln die ideale Lösung. Ob Espresso oder Cafe Lungo, ob mild oder stark – jeder findet seine Lieblingssorte und kann sie individuell Tasse für Tasse zubereiten und genießen.

Amann Kaffee GmbH Sägerstraße 100 6890 Lustenau +43 (0)5577 83888 E-Mail: info@amann-kaffee.at www.amann-kaffee.at


BEANEY GMBH

ZEIT FÜR EINE KAFFEEPAUSE Unternehmen dürfen sich freuen. Denn Beaney bringt nicht nur feinen Kaffee ins Haus, sondern auch besten Service.

Beaney steht für aromatischen Kaffee aus frisch gerösteten Bohnen.

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gal ob im Büro oder in der Werkstatt, ob Mitarbeiter oder Kunden. Jeder freut sich doch am Morgen über eine perfekte, aromatische Tasse Kaffee. Diese Vorfreude Wirklichkeit werden lässt Amann Kaffee nun mit der Linie Beaney. „Damit bieten wir die Allin-Lösung für Unternehmen: vom Kaffee über den Automaten bis hin zum Service. Alles aus einer Hand – persönlich betreut, familiär, natürlich röstfrisch aus unserer Rösterei in Vorarlberg“, erklärt Geschäftsführerin Johanna Amann das Konzept. Von klein bis groß. Vollautomaten für größere Unternehmen und Institutionen, Kaffeemaschinen für kleinere Teams – Beaney deckt das komplette Spektrum ab. Die Kunden können entscheiden, ob sie ein Gerät kaufen oder mieten wollen.

Eines ist in jedem Fall gleich: der kompetente und umfassende Service. Vom Auffüllen der Bohnen bis zum technischen Support. „Die Automaten sind zudem einfach zu bedienen und zu reinigen. Natürlich erhalten die Kunden vorab aber auch eine Schulung vor Ort“, führt Johanna Amann weiter aus. Wählen können die Kunden übrigens zwischen zwei Sorten Beaney-Kaffee. Zum einen wäre da „Orange the mild“, eine ausgewogene, milde Mischung aus Hochland-Arabicas mit leichtem Körper und abgerundetem Geschmack. Und zum anderen „Mint the strong“, eine Mischung aus 100% feinsten HochlandArabicas mit kräftigem, aber ausgewogenem Aroma. „Was uns wichtig ist, ist die gute Qualität des Kaffees. Schließlich sol-

len unsere Kunden ihren Kaffee voll und ganz genießen können.“ Ob Espresso oder Kaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato – frisch gebrüht aus ganzen Bohnen. Es kann so einfach sein.

Beaney GmbHH Sägerstraße 100 6890 Lustenau +43 (0)5577 83888 E-Mail: info@beaney.at www.beaney.at

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BAUR GMBH

LEIDENSCHAFT FÜR TECHNIK Das Familienunternehmen BAUR revolutioniert seit 75 Jahren die Prüf- und Messtechnik mit einschneidenden Innovationen.

Special

Am Hauptsitz in Sulz sind 155 Mitarbeitende beschäftigt.

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as Sulner Unternehmen BAUR kann in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum begehen: Vor 75 Jahren wurde der Betrieb von Josef Baur gegründet. Mittlerweile zählt das Familienunternehmen zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Prüf- und Messtechnik. Gelebte Innovation. BAUR hilft weltweit, Stromnetze und Anlagen sicher und störungsfrei zu betreiben. Dazu liefert das Unternehmen hochpräzise Prüf- und Messtechnik. Kraftwerks- und Netzbetreiber, Stadtwerke sowie Industrie- und Dienstleistungsunternehmen auf der ganzen Welt setzen auf die Produkte aus Vorarlberg, Vertretungen in über 90 Ländern garantieren kurze Wege. Und bei BAUR wird seit jeher Innovation gelebt.

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So wird im direkten Austausch mit den Kunden der Grundstein für innovative Entwicklungen gelegt. Die langjährige

Innovationen müssen nicht nur entwickelt, sondern dem Kunden vermittelt werden. Dr. Markus Baur Geschäftsführer BAUR GmbH

Erfahrung und Leidenschaft zur Technik sind dabei die Erfolgsgaranten. „Durch konsequente Innovation können wir unseren Kunden weniger Ausfälle und eine längere Nutzung des Kabelnetzes garantieren. Innovative Produkte müssen nicht nur entwickelt, sondern mit Experten dem Kunden auch vermittelt werden. Das kann BAUR, und zwar weltweit“, führt Geschäftsführer Dr. Markus Baur aus. Neue Zeiten. Am Hauptsitz in Sulz befindet sich die Fertigung von BAUR. Hier werden Hightech-Geräte bis 260.000 Volt aus erster Hand produziert. Beispielhaft ist auch der Kabelmesswagen. Ein ultimatives Teamwork-Projekt, bei dem alle Abteilungen zusammenspielen. Mitarbeitende mit hoher Fachkompetenz garantieren höchste Flexibilität in der

Fotos: www.baur.eu

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft


Zu den Pionierleistungen gehören ein kleines tragbares 45.000-Volt-Prüfgerät in den 60er-Jahren, sicherlich aber auch die konsequente Internationalisierung in den 80er- und 90erJahren. Im Sinne von Pippi Langstrumpf: „Ich habe das noch nie vorher versucht, also bin ich sicher, dass ich es schaffe!“, war es im Hause BAUR immer schon Kultur, neue Wege zu gehen. Umsetzung individueller Kundenwünsche. Die langjährige Erfahrung ist dabei ein Qualitätsmerkmal. Das Jubiläumsjahr war auch für den Familienbetrieb nicht gerade einfach, wie Dr. Markus Baur berichtet: „Zuerst Corona und dann ein Brand in der Fertigung. Gerade in so einer Zeit freut man sich über Loyalität und Verständnis bei Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Mit dem im Jahr 2019 fertig gestellten Erweiterungsbau sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Wir investieren auch dieses Jahr verstärkt in neue Innovationen sowie in Organisation und Prozesse.“ Vertrauen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei BAUR sind auch die Mitarbeitenden. Aktuell sind am Standort Sulz 155 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, weltweit hat BAUR 190 Mitarbeitende. Sie alle arbeiten Hand in Hand, um die

gemeinsamen Ziele zu erreichen. „Die Grundlage für diese Zusammenarbeit bilden unsere Werte, die über Jahrzehnte im Unternehmen gewachsen sind. Diese Werte beschreiben die Art und Weise, wie wir täglich miteinander sprechen und umgehen, unsere Kunden betreuen und uns innerhalb und außerhalb der Organisation verhalten. Wir vertrauen auf diese Wurzeln und Werte“, so Markus Baur. Im weltweiten Vertrieb, in Forschung und Entwicklung, in der flexiblen Produktion sowie der Administration bietet BAUR moderne Arbeitsplätze für hoch qualifizierte Techniker und Spezialisten – und ist laufend auf der Suche. Auch Lehrlinge (ElektronikerIn und Industriekaufmann/ frau) werden jährlich eingestellt. Flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen es den Mitarbeitenden, Familie und Beruf optimal in Einklang zu bringen. Mit internen und externen Weiterbildungsange-

boten werden Potenziale geweckt und Fähigkeiten weiterentwickelt. Und die Mitarbeitenden wissen dieses Engagement zu schätzen. So durfte sich das Sulner Unternehmen erst kürzlich über die Awards Great Place to Work, Ausgezeichneter Lehrbetrieb und Familienfreundlicher Betrieb freuen.

BAUR GmbH Raiffeisenstraße 8 6832 Sulz Tel. +43 5522 49410 www.baur.eu

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DONAU VERSICHERUNG AG

BERATUNGSTALENTE GESUCHT Die DONAU Versicherung bietet Sicherheit bei regionaler Nähe in ganz Vorarlberg. Kundenservice steht an erster Stelle.

Special

Foto: Dieter Steinbach, Thomas Pitterle, shutterstock

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

Vertrauen und persönliches Verständnis für die Lebenssituation der Kunden sind eine wichtige Basis für das Beratungsgespräch.

D

ie Donau Versicherung ist bisher stabil durch die CoronaKrise gekommen. Selbst in der herausfordernden Situation im Frühling war die Donau für alle Kunden stets gut erreichbar. Mit Beratung und Service haben die Mitarbeiter gezeigt, was Kundenorientierung bedeutet. Der Einsatz digitaler Tools – von Videoberatung bis hin zur digitalen Unterschrift – haben sich bewährt. Regional vor Ort. Kundenbetreuung und Beratung sind ein wesentlicher Teil der Strategie der Donau Versicherung. Entgegen dem Trend sucht die Donau Versicherung auch in Vorarlberg aktuell Bera-

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ter, die engagiert und zielstrebig in einer sicheren Branche durchstarten wollen. Karriere durch Ausbildung. Die DonauBerufsausbildung umfasst ein Programm, das die neuen Teammitglieder in sechs Monaten IDD-fit für die Kundenberatung macht. Der Einstieg der Versicherungsund Vorsorgeberater erfolgt direkt vor Ort in den jeweiligen Landesdirektionen. Eingebunden in ein erfahrenes Beratungsteam der Donau, machen Neuzugänge die ersten Erfahrungen „on the job“. Im Rahmen des Onboardings steht gleich zu Beginn ein wesentlicher strategischer Fokus der Donau im Mittelpunkt: die Kundenorientierung als Basis des Erfolgs.

Wir suchen Mitarbeiter in der Beratung und die Donau bietet ausgezeichnete Chancen. Jürgen Gmeiner Donau Landesdirektor


Ein Versicherer muss seine Kunden individuell und mit den passenden Produkten ausstatten, damit langfristig Zufriedenheit herrscht. Das geht am besten durch persönliche Betreuung. Dabei ist kundenorientiertes Denken wichtig. „Nur wenn ich mein Gegenüber verstehe, kann ich es auch richtig versichern.“ Jürgen Gmeiner dazu: „Vertrauen und persönliches Verständnis für die Lebenssituation der Kunden sind eine wichtige Basis für das Beratungsgespräch. Als Versicherer muss ich meine Kunden individuell und mit den passenden Produkten ausstatten, damit langfristig Zufriedenheit herrscht. Das geht am besten durch persönliche Betreuung. Dabei sind kundenorientiertes Denken und das Verständnis für die Lebenswelten der Kunden ebenso wichtig wie Kommunikationsfreude. Nur wenn ich mein Gegenüber verstehe, kann ich es auch richtig versichern.“ Die Donau Versicherung schafft aufgrund ihrer strategischen Positionierung sichere und zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Die Aufgaben in der Beratung sind so vielfältig wie die Bedürfnisse der Kunden. Kommunikationsstarke Beratungstalente haben ausgezeichnete Chancen, als Teil des Donau-Teams für eine Rundumabsicherung zu sorgen. Innovative Produkte. Die Donau punktet bei den Kunden durch die Verbindung von Service auf höchstem Niveau und

innovativen Produkten. Bereits 2018 hat die Donau eine Cyberversicherung für Unternehmen auf den Markt gebracht, die heuer um den Sicherheits-Check ergänzt wurde. Der Sicherheits-Check zeigt schnell und unkompliziert, ob Optimierungsbedarf beim digitalen Auftritt des Unternehmens besteht. Ebenso wird die Cyberversicherung für Ärzte und medizinische Berufe angeboten. Die Vernetzung im Gesundheitswesen steigt. Ärzte sind online, sensible Patientendaten werden digital erfasst und die Online-Services sind durch die Ausnahmesituation seit dem Frühjahr schlagartig angestiegen. Mit der digitalen

Einbruchdiebstahlversicherung für Arztpraxen und Praxisgemeinschaften können sich diese gegen die kostspieligen Folgen der Internetkriminalität absichern.

DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group Arlbergstraße 15 6850 Dornbirn vbg@donauversicherung.at www.donauversicherung.at/karriere

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FASERWELL GMBH

NACHHALTIG AUS EINER HAND Spezialisten für Wellpappe- und Faserformverpackungen überzeugen mit maßgeschneiderten Komplettlösungen.

Special

Foto: Katharina Loacker Fotografie

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

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ie großen ökologischen Herausforderungen verlangen besonders von Verpackungsproduzenten Innovationen, die durch Recyclingfähigkeit und Energieeinsatz bei Herstellung und Entsorgung ebenso überzeugen wie durch Funktion und Design. Rondo steht für clevere Verpackungslösungen aus Wellpappe, die dank modernster Technologien produziert werden. Nun stellt der Spezialist für Wellpappe-Verpackungen erneut unter Beweis, dass Innovationskraft und Pioniergeist der Unternehmensgründer

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nach wie vor gelebt werden: Unter der Dachmarke Faserwell GmbH werden die Kernkompetenzen des Vorarlberger Traditionsbetriebes mit jenen der Goerner Formpack GmbH aus Klagenfurt gebündelt, um nachhaltige Komplettlösungen für Außen- und Innenverpackungen anzubieten. Diese bestehen aus papierbasierten Faserform-Teilen (Faserguss) in Kombination mit Wellpappe als innovative Komplettlösung aus einer Hand. 100% recycelbar. Die Faserwell-Produktionsanlage wurde kürzlich am Stamm-

sitz der Rondo Ganahl AG in Betrieb genommen, seither entstehen in Frastanz die maßgeschneiderten Verpackungslösungen aus nachwachsenden, biologisch abbaubaren Rohstoffen. Inlays aus papierbasiertem Faserguss werden perfekt auf die Umverpackungen aus nachhaltiger Wellpappe abgestimmt. Dies macht sie zur vollständig recycelbaren Systemverpackung, und somit zur idealen Alternative zu Verpackungen aus Styropor und Kunststoff für Schutz, Transport oder Präsentation von Produkten.


Foto: Weissengruber

Am Firmenstandort in Frastanz werden die nachhaltigen Komplettlösungen für Innenund Außenverpackung produziert.

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Inlay aus papierbasierten Fasergußformteilen (Abb. 1) und Umverpackung aus nachhaltiger Wellpappe (Abb. 2) machen die maßgeschneiderten Faserwell-Produkte (Abb. 3) zur vollständig recycelbaren Systemverpackungen aus einer Hand.

Ökonomischer Allrounder. Innovative Systemverpackungen von Faserwell punkten aber nicht nur durch ihre große Nachhaltigkeit, sondern bestätigen auch mit zahlreichen weiteren Argumenten ihre ausgesprochen gute Wirtschaftlichkeit: Sie bieten hohen Produktschutz bei Vibrations- oder Stoßkräften, und das bei äußerst geringem Gewicht sowie deutlich reduziertem Lagervolumen. Die Komplettlösung ist einfach in der Handhabung und aufgrund der Leitfähigkeit der Einlagen zudem geeignet für ESD (Electrostatic Discharge).

Einzigartige Kooperation. Die Zusammenarbeit der beiden Verpackungsexperten ermöglicht, dass das Team von Faserwell breites Know-how und umfassende Erfahrung aus beiden Schwerpunkten der Verpackungsbranche vereint. Mit individuellen Verpackungskonzepten wird auf unterschiedlichste Kundenbedürfnisse und Anforderungen flexibel und schnell eingegangen. Derzeit werden bereits die Märkte in Österreich, Deutschland und der Schweiz beliefert, weitere Produktionsstandorte in der EU sind in Planung.

Faserwell GmbH +43 5522 751840-0 www.faserwell.com

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GOODSON SOFTWARESOLUTIONS

DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG Auch in der digitalen Welt muss der Mensch im Mittelpunkt stehen. Davon ist ausgerechnet ein Digital-Experte überzeugt.

Special

Goodson Softwaresolutions beschäftigt rund 20 hoch qualifizierte Mitarbeitende.

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eit über 20 Jahren im Bereich Product Information Management (PIM) tätig, hat sich Hansjörg B. Gutensohn nicht nur viel Erfahrung und Know-how erarbeitet, sondern auch einen Namen in der Branche. Als Goodson Softwaresolutions GmbH sind er und sein Team mit der eigenen Software mediaSolution3 und als Systemintegrator namhafter Softwarelösungen in den Bereichen PIM, E-Business und Digital Publishing erfolgreich tätig. Ein Gespräch mit dem DigitalExperten über die Chancen und die nach wie vor entscheidende Bedeutung des Individuums in der digitalen Welt.

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Herr Gutensohn, was bedeutet die Digitale Transformation für Sie und welchen Beitrag leistet Ihr Unternehmen? Die Digitale Transformation verändert private und geschäftliche Lebenswelten. Märkte, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsketten wandeln sich. Geschäftsmodelle sind immer stärker informationsgetrieben. Für langfristigen Erfolg braucht es zukunftsweisende Strategien und adäquate Strukturen. Goodson kann Unternehmen dabei unterstützen – mit Digitalisierungs- und Organisationsberatung, aber vor allem mit der Umsetzung konkreter Projekte. Wir begleiten den Change-Prozess im

Wer die Digitale Transformation meistern will, setzt Daten ins Herz seines Unternehmens. Hansjörg B. Gutensohn Geschäftsführer

Fotos: Goodson/Udo Mittelberger

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft


„Jeder Mensch, jedes Unternehmen ist eingebettet in ökonomische, ökologische und soziale Prozesse. Eine gute Zusammenarbeit basiert insbesondere auf guter Kommunikation. In der digitalisierten Welt ist es unumgänglich, den Menschen mitzunehmen, ansonsten läuft man in eine Sackgasse. Kulturwandel ist das Ergebnis von verändertem Verhalten.“ Unternehmen – von den Mitarbeitern über die internen Abläufe bis hin zur ITInfrastruktur. Damit helfen wir unseren Kunden, effizienter zu arbeiten, Kosten zu senken, Risiken zu minimieren, schneller zu wachsen und so im harten Konkurrenzkampf erfolgreich zu bestehen. Wie können Unternehmen mit Hilfe von PIM erfolgreich sein? Stammdaten und Produktinformationen sind strategische Vermögenswerte. Und Product Information Management ist die erfolgsentscheidende Disziplin im Backstage-Bereich. Wer dieses Handwerk beherrscht, der nutzt wertvolles Potenzial in den Bereichen E-Commerce, Digital Publishing und Vertrieb. Wer die Digitale Transformation erfolgreich meistern will, setzt also Daten sprichwörtlich ins Herz seines Unternehmens – und verliert dennoch den Menschen nicht aus dem Auge. Sie betonen immer wieder die Bedeutung des Menschen – warum? Wir sind in unserer Arbeitswelt in ständiger Interaktion – mit Kollegen, mit Lieferanten, mit Mitbewerbern und natürlich mit Kunden. Die Frage ist, wie wir diese Interaktion gestalten wollen, um dem einzelnen gerecht zu werden, aber natürlich auch, um den Unternehmenserfolg langfristig sicherzustellen. Goodson lebt eine Unternehmenskultur, in deren Mittelpunkt das Individuum steht. Das hat besonderen Einfluss auf unsere Beziehung zu Kunden und Partnern, da wir stets den individuellen Menschen sehen – und eben nicht nur das Geschäft. Inwiefern passt dieser Ansatz in unsere digitalisierte Welt? Unser Ansatz fußt auf dem Wissen, dass wir nicht isoliert agieren, sondern stets

Neben der eigenen PIM-Software setzt Goodson auf namhafte Standardsoftware.

Teil eines größeren Ganzen sind. Jeder Mensch, jedes Unternehmen ist eingebettet in ökonomische, ökologische und soziale Prozesse. Eine gute Zusammenarbeit basiert insbesondere auf guter Kommunikation. In der digitalisierten Welt ist es unumgänglich, den Menschen mitzunehmen, ansonsten läuft man in eine Sackgasse. Kulturwandel ist das Ergebnis von verändertem Verhalten. Menschen verändern sich aber nur, wenn sie grundsätzlich bereit dafür sind. In diesem Kontext ist die Wertschätzung des Individuums sowie seiner individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse sinnvoll und notwendig. Und wie geht’s in der Produktkommunikation weiter? Fest steht, Künstliche Intelligenz wird auch hier immer wichtiger. Sie wird künftig genutzt werden, um die Anreicherung von Produktdaten, wie etwa

Bildinformationen und Übersetzungen, zu automatisieren. Damit können Unternehmen, die eine große Anzahl an Produkten in verschiedenen Märkten anbieten, im Bereich Produktdatenpflege viel Zeit und Geld sparen. Der Mensch spielt aber nach wie vor eine zentrale Rolle: Ob B2B oder B2C – Produktkommunikation findet immer zwischen Menschen statt. Denn sie sind es, die entscheiden, die Systeme zu nutzen – oder eben nicht.

Goodson Softwaresolutions GmbH Quellenstraße 16 6900 Bregenz +43 5574 58998-10 info@goodson.at www.goodson.at

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HALI GMBH

ECKEN UND KANTEN ZEIGEN Schlicht, elegant und trotzdem spannend. Das zeitlose und doch designverliebte Bürosystem „Framework“.

Special

Fotos: hali GmbH

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

Offene Rahmen und filigrane Korpusse setzen jeden Raum in Szene.

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o vielseitig wie die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert, so abwechslungsreich werden auch die Büromöbel. Arbeitsplätze findet man heute in unterschiedlichsten Objekten: ob in industriellen Gebäuden, historischen Altbauten, offenen Großraumbüros oder auch im eigenen Wohnhaus. Dabei bestimmen vor allem die Möbel den Charakter des Raumes.

Egal ob Arbeits-, Wohn- oder Essbereich, sogar die Diele lässt sich mit der Produktserie Framework und den Aufsätzen aus Metall zu einem echten Eyecatcher machen. Dabei können die Möbel sowohl verstecken als auch präsentieren: Unliebsames wird rasch in den Schränken verstaut, wohingegen Schätze einen besonderen Platz in dem schlanken Aufsatzmodul erhalten.

überall eine gute Figur mit wohnlicher Lifestyle-Anmutung.

Ein Wechsel zwischen offener und geschlossener Fläche verleiht den Framework Schränken und Modulen einen ganz eigenen Charme. Mit den offenen Rahmen in mattem Schwarz, in Verbindung mit filigranen Korpussen, zeigt der oberösterreichische Büromöbelhersteller hali Modernität aber zeitgleich Zurückhaltung und behält dabei Ecken und Kanten. Die durchgehenden Seitenwände der Schränke sorgen zusätzlich für eine aufgeräumte Atmosphäre.

Zeitloses Design trifft Leichtigkeit. Mit Framework verfeinert hali seine Tischserie s600 und setzt neue Trends in der Arbeitswelt. Das Portfolio des s600 umfasst einen Arbeitstisch, einen Besprechungstisch und einen Stehtisch. Durch ein zeitloses Design und die schwebende, leicht abgesetzte Optik der Tischplatte erhält der s600 eine spezielle Leichtigkeit. Ob als Esstisch, Bartisch oder als klassischer Arbeitstisch, der s600 macht mit seinem hochwertigen Metallgestell

hali GmbH K.-Schachinger-Str. 1 4070 Eferding Tel. +43 7272 3731-0 Fax +43 7272 3731-4020 E-Mail: office@hali.at www.hali.at

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Durch eine Vielfalt an Farbmöglichkeiten sind dem Variantenreichtum keine Grenzen gesetzt: ob modernes und cleanes Weiß, freches Chilirot oder doch lieber ein natürlicher Eiche-Ton.


HYDRO NENZING

VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN Traditionelle Wege verlassen, Mut zeigen und neue Maßstäbe für die Zukunft setzen: ehrlich und transparent.

Special

Fotos: Mathias Rhomberg, Michael Gunz

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Aluminium-Fassade mit einer Message am Standort: Profile aus Hydro REDUXA.

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luminium: Das Metall der Zukunft mit einzigartigen Eigenschaften und unendlichen Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Der Vorarlberger Standort des norwegischen AluminiumKonzerns Hydro gilt als Kompetenzzentrum für Industrieanwendungen aus Aluminium. Aluminium ist ein Schlüsselbaustein für eine klimafreundlichere Kreislaufwirtschaft. Es gilt, die Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu meistern, um Aluminiumlösungen nachhaltiger zu gestalten.

Greener brands. Hydro setzt auf umweltfreundlicheres Aluminium und hat dabei die komplette Wertschöpfungskette im Blick. Dabei kommt es beim ökologischen Fußabdruck grundlegend

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darauf an, ob Aluminium durch Energie aus Kohlekraftwerken oder durch erneuerbare Energiequellen hergestellt wird. Im Vergleich verursacht Aluminium aus China derzeit ca. 20 kg an CO2-Emissionen in der Produktion für ein Kilogramm produziertes Aluminium. Aluminium kommt derzeit auf einen durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von 6,7 kg, wenn es in Europa produziert wird. Hier setzt Hydro an und kann branchenweit neue Maßstäbe für Aluminium mit niedrigen Emissionen setzen. Hydro bietet ein Material an, welches unter 4 kg an CO2-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette verursacht. Dieses Material wird aktuell unter der Marke Hydro REDUXA vertrieben. Das Recyclingprodukt Hydro CIRCAL kommt durch den

Einsatz von mindestens 75% Verbraucherschrott sogar auf einen Wert von nur 2,3 kg CO2 pro Kilogramm Aluminium.

Ressourcenschonung ist eine Herausforderung in einer nachhaltigeren Gesellschaft. Manfred Rotschne Geschäftsführer


„Die ASI-Zertifizierung und die Reduktion der CO2-Emissionen unserer Aluminiumprodukte sind elementare Teile unserer Hydro-Strategie. Damit bieten wir unseren Kunden nachhaltigere Produkte an. Auf diese Weise fördern wir Stück für Stück eine Gesellschaft, die verantwortungsvoll mit ihren Ressourcen umgeht.“ CO2-Fußabdruck eines Produktes. Ziel ist es, dem Kunden individuelle und validierte Informationen zum ökologischen Fußabdruck seines Produktes zur Verfügung stellen zu können. Aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen daran, einen von dritter Seite verifizierten ökologischen Fußabdruck der produzierten Profile zu erstellen (EPD/Umweltproduktdeklaration). Respektvoller Umgang. Externe Zertifikate bestätigen die Glaubwürdigkeit und geben Greenwashing keine Chance. Hydro Nenzing wurde im Oktober nach dem Chain of Custody Standard von ASI (Aluminium Stewardship Initiative) zertifiziert. Bereits letztes Jahr hatte das Unternehmen die Zertifizierung nach dem ASI Performance Standard erhalten. Der Chain of Custody (CoC)-Standard legt Anforderungen für die Schaffung einer „ununterbrochenen Wertschöpfungskette

für nachhaltiges Metall“ fest, einschließlich ASI Aluminium, das über die Wertschöpfungskette bis in die nachgelagerten Sektoren produziert und verarbeitet wird. Das ASI-Zertifikat ist beispielsweise mit dem FSC-Label für Holzprodukte vergleichbar. Das Zertifikat untermauert, dass der Standort unter umweltfreundlichen Bedingungen produziert und belegt, dass respektvoll mit MitarbeiterInnen, Partnern und den Ressourcen umgegangen wird. 100 Prozent trocken bearbeitet. Im Werk in Nenzing wird das Ziel der Nachhaltigkeit konsequent verfolgt und diesem auch in täglichen Entscheidungen maßgebliches Gewicht gegeben. Produktionsabläufe werden im Hinblick auf ihren Ressourcenbedarf hinterfragt, auf die Art und Herkunft der verwendeten Betriebsmittel, ihre Auswirkung auf die Umwelt und auf ihre Recyclingfähigkeit.

Konsequent nachhaltig: trocken bearbeitete Profile.

Seit Jahren gibt es vereinzelt Unternehmen, die ihre Aluminiumhalbzeuge teilweise trocken zerspanen. Experten waren sich einig: „Ohne Schmierstoff sägen? Das kann nicht funktionieren!“ Hydro hat den Mut gefasst, auch andere Bearbeitungsstufen trocken auszuführen. Nur so kann dem Kunden das Label „100% trocken bearbeitetes Aluminium“ garantiert werden. Digital & Lean = Smart. Auf dem Weg zu einer modernen und nachhaltigen Smart-Factory stehen bei Hydro Nenzing bis zum Jahr 2023 umfangreiche Projekte und Investitionen in den Bereichen Lean Management und Digitalisierung an. In diesem spannenden Kulturwechsel stehen vor allem auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt, denn schließlich sind sie die Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens.

Hydro Extrusion Nenzing GmbH Austraße 16 6710 Nenzing Tel. +43 5525 601-0 www.hydro.at

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K&M BRANDSCHUTZTECHNIK

SICHERHEIT IST IHR ANTRIEB Die K&M Brandschutztechnik GmbH und ihre Partner stehen für eine praxisorientierte und effiziente Brandschutzplanung.

Special

Fotos: Doppelmayr Seilbahnen GmbH/Hertha Hurnaus, Norman Radon

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Mit einer innovativen, praxisnahen Brandschutzfachplanung zum besten Ergebnis für den Nutzer und Architekten.

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or knapp zehn Jahren, im Jänner 2011, gründete Ing. Werner Köhldorfer das Ingenieurbüro Köhldorfer als EPU. Mit Jänner 2013 fusionierte das Unternehmen mit Brandschutz Muxel zu K&M Brandschutztechnik GmbH mit Büros in Lochau und Au. Ab Mitte 2013 wurde eine Kooperation mit der akkreditierten Inspektionsstelle, Prüfstelle für technische Brandschutzanlagen IBS Linz eingegangen. Zwischenzeitlich zählt das Unternehmen zu den führenden Brandschutzbüros in Westösterreich. Alle Zusammenhänge im Blick. Mit einer Brandschutz-Fachplanung können in effizienter Weise die Kosten von Brandschutzmaßnahmen auf das erforderliche Minimum reduziert werden –

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An den Brandschutz werden gerade bei Holzbauprojekten hohe Anforderungen gestellt. Nur mit Spezialisten als Partner kommt man zu logischen und sicheren Ergebnissen.

Die Zusammenarbeit ist aufgrund der professionellen Haltung und dem sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Denken für uns ein absoluter Gewinn.

Johannes Kaufmann Architekt, Dornbirn

Gerald Lußnig BM. Ing. GF purelivin GmbH, Dornbirn


„Auch herausfordernde Aufgabenstellungen, wie z. B. die offene Architektur im Innenraum unseres Bürogebäudes, wurden professionell gelöst“, so Markus Wilpernig von Doppelmayr.

vorausgesetzt, sie wird richtig und frühzeitig eingesetzt. Ein Brandschutzplaner muss dabei alles im Blick behalten. Effizienter und optimierter Brandschutz berücksichtigt daher neben Gestaltungsvorgaben, architektonischen und Nutzerwünschen auch den Kostenfaktor. Vor allem bei komplexen Gebäuden nehmen Brandschutzmaßnahmen einen immer relevanteren Kostenanteil ein. Eine solche Kostenbetrachtung bedeutet keinesfalls ein Abmindern der Sicherheit, sondern eine seriöse und nachvollziehbare Bewertung bei umfassender Betrachtung aller Maßnahmen. Um diese effiziente Brandschutzplanung durchführen zu können, ist entsprechendes Know-how erforderlich. Das Team von K&M Brandschutztechnik verfügt über umfassende Erfahrungen auf dem Gebiet des Brandschutzes, basierend auf Erkenntnissen aus der Untersuchung von Brand- und Explosionsereignissen sowie der langjährigen Erfahrung als brandschutztechnische Sachverständige in Behördenverfahren. Zudem gehört u. a. die Ausbildung von Brandschutzorganen, Schulungs- und Ausbildungsleitern sowie langjähriger Sachverständiger im Feuerpolizeiwesen zum Portfolio. Ein gutes Gefühl. Zusammen mit ihren Partnern kann die K&M Brandschutztechnik GmbH umfangreiche Dienstleistungen auf dem Gebiet des Brandschutzes sowie der Sicherheitstechnik anbieten: • Gutachter für Gerichte und Versicherungen • Feuerpolizeiliche Überprüfungen von Gebäuden • Brandschutzkonzepte • Technischer Bericht „Brandschutz“ für die Einreichunterlagen

Das Team (v. l. n. r.): Ing. Johannes Künzle, Carmen Köb, Ing. Cornelius Albrecht, Ing. Werner Köhldorfer, Ing. Rainer Muxel und Walter Fürpaß.

• Brandschutzfachplanungen und Bera-

tungen in der Ausführungsplanung • Bauüberwachungen für die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen • Abnahmedokumentationen Technischer Bericht „Brandschutz“ für Behördenverfahren • Brandschutzschulungen • Rauchversuche in Bestandsobjekten • Externer Brandschutzbeauftragter • Brandschutzpläne, Brandmelderpläne, Brandmelderkarten, Fluchtwegpläne • Organisatorischer Betriebsbrandschutz • Abnahmen und Revisionen von technischen Brandschutzanlagen Unabhängig. Mit dem Team von K&M Brandschutztechnik haben Kunden nicht nur hoch qualifizierte Experten an ihrer Seite, sondern auch unabhängige Prüfer, wie Ing. Werner Köhldorfer bestätigt: „Wir sind eine befugte Stelle zur Abnahme und Revision von technischen Brandschutzanlagen. Es kann sich lohnen, die entsprechende, abnehmende Stelle frühzeitig zu beauftragen. Denn so können bereits in der Planungsphase wichtige Abstimmungen zwischen Errichterfirma und abnehmender Stelle

durchgeführt werden.“ Auf diese Weise werden mögliche Fehlplanungen von Anfang an vermieden. Praxisorientiert handeln. Doch was ist auf der Suche nach einer abnehmenden Stelle noch zu beachten? „Wichtig ist unter anderem, dass die abnehmenden Stellen Prüfer haben, die praxisorientiert denken und handeln“, erlärt Werner Köhldorfer. Und was das angeht, sind Kunden bei K&M Brandschutztechnik richtig.

K&M Brandschutztechnik GmbH 6911 Lochau, Hofriedenstraße 14 office@km-brandschutz.at 6883 Au, Rehmen 30 rm@km-brandschutz.at www.km-brandschutz.at

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PFANNER SCHUTZBEKLEIDUNG GMBH

EIN KOPFSCHUTZ ZEIGT, WAS ER KANN Bei der Pfanner Schutzbekleidung GmbH hat die Zukunft schon jetzt begonnen. Hier wird Hightech neu erlebbar.

Special

Foto: Pfanner Schutzbekleidung GmbH

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

YULLBE – Pfanner ist Teil des VR-Erlebnisses der neuen Art.

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enn Innovation einen neuen Namen suchen würde, könnte man ihr Pfanner vorschlagen. Denn das Unternehmen aus Koblach gehört wohl zu den Spitzenreitern im Ländle, wenn es um Neuentwicklungen, Erfindungsgeist und Patente geht. „In den letzten 20 Jahren haben wir über 2000 Patente angemeldet“, präsentiert Geschäftsführer Anton Pfanner die stolze Statistik. Tendenz steigend. „In drei Jahren feiern wir 33 Jahre Pfanner Schutzbekleidung und elf Jahre Protos. Bis dahin möchten wir noch 33 Innovationen auf den Markt bringen.“ Für den leidenschaftlichen Tüftler und sein Team sicher kein Problem, stehen sie doch seit jeher für maßgeschneiderte Lösungen und neuartige Technologien.

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Mit höchster Qualität und Nachhaltigkeit hat sich das Unternehmen zum Premium-Hersteller für Schutzbekleidung und Sicherheitslösungen in den Bereichen Forst, Industrie, Jagd und Nachsuche sowie Outdoor entwickelt. Und mit dem Kopfschutz Protos Integral wurde ein Meilenstein gesetzt. Nicht nur in der Geschichte des Betriebes, sondern auch in punkto Schutzkleidung. In einer anderen Welt. Dass Protos aber noch viel mehr kann, als Menschen vor Gefahren zu schützen, beweist eines der aktuellen Projekte von Pfanner: YULLBE 30 im Europapark Rust. Der Name steht für innovative Virtual Reality-Erlebnisse, bei denen die ganze Familie die Grenzen ihrer gewohnten Realität hinter sich lässt und das Unmögliche möglich ist. In einer

virtuellen Welt, in der alles um sie herum täuschend echt aussieht, kann sie plötzlich Dinge erfahren und erleben, die das

Wir arbeiten momentan an spannenden Projekten mit großem Potenzial. Anton Pfanner Geschäftsführer


Das Unternehmen aus Koblach gehört wohl zu den Spitzenreitern im Ländle, wenn es um Neuentwicklungen, Erfindungsgeist und Patente geht. „In den letzten 20 Jahren haben wir über 2000 Patente angemeldet“, präsentiert Geschäftsführer Anton Pfanner die stolze Statistik. Tendenz weiter steigend. alltägliche Leben nicht bietet. In „Mission: Rulantica“ werden die Besucher mit auf eine Zeitreise genommen. Ausgestattet mit Full-Body-Tracking, Free Roaming mit Helm, Rucksack sowie Hand- und Fußtrackern erlebt man die Geschichte, als wäre man mittendrin. Und beim Helm – wie könnte es anders sein – handelt es sich um den Protos von Pfanner. „Für das neue Erlebnis im Europapark wurde er mit VRBrille, Kommunikationstechnik, LEDs und einem Mikrofon mit Virenschutz ausgestattet“, erklärt Anton Pfanner. YULLBE bedient sich so modernster Technologien, kombiniert diese mit einer beispiellosen Medienqualität und schafft es auf diese Weise, die Spieler noch stärker in die virtuelle Realität eintauchen zu lassen. Und Anton Pfanner denkt schon wieder weiter. „Diese Technik könnte man in Zukunft auch in andere, vielleicht auch regionale Bereiche übernehmen.“

Hallo Zukunft. Die zweite Innovation, bei der Protos eine Rolle spielt, ist Microsoft HoloLens. Dieses Mixed Reality-Gerät gilt als Vorzeigegerät im Bereich Intelligent Edge – hiermit sind AI-fähige Technologien gemeint, die Daten auch ohne eine zuverlässige Internetverbindung sammeln sowie verarbeiten können. So ermöglicht das Gerät auf Basis künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing eine instinktive Zusammenarbeit über Hologramme, unabhängig von Raum und Zeit.

montieren und das System beispielsweise bei Feuerwehr- oder Polizeiübungen zu nutzen. „Dabei werden die Teilnehmer mit holografischen Gefahren konfrontiert und können mithilfe des Systems für ihre Einsätze trainieren.“ Anderes Beispiel: Montagen. „Hier bekommt der Träger über HoloLens sofort Rückmeldung, ob die Arbeiten richtig ausgeführt wurden. Eine spannende Sache mit großem Potenzial.“

Mit HoloLens ist die Zukunft, die wir aus zahlreichen Science-Fiction-Filmen kennen, also schon da. „Man sitzt beispielsweise mit der HoloLens-Brille allein an einem Tisch und gegenüber sitzt, per Hologramm, eine weitere Person. Man sieht jede Bewegung, jede Geste, unterhält sich. Als wäre derjenige wirklich da“, so Anton Pfanner. Protos bietet nun als einziger Helm die Möglichkeit, HoloLens direkt zu

Pfanner Schutzbekleidung GmbH Herrschaftswiesen 11 6842 Koblach Tel. +43 595050-200 info@pfanner-austria.at www.pfanner-austria.at

Mit Protos und Microsoft HoloLens behalten Einsatzkräfte den Überblick und sind dabei bestens geschützt.

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SONNROLL-WELZENBACHER GMBH

VON LICHT UND SCHATTEN Die Sonnroll-Welzenbacher GmbH. ist seit über 30 Jahren kompetenter Partner in Sachen Sonnen- und Insektenschutz.

Special WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft

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er auf der Suche nach Sonnen- oder Insektenschutz ist, ist bei der SonnrollWelzenbacher GmbH. in Höchst an der richtigen Adresse. Vor 34 Jahren wurde das Unternehmen von Peter Welzenbacher gegründet, seit 2011 leitet Gerd Welzenbacher den Betrieb.

Von Planung bis Montage. Ob Markisen, Jalousien, Innenbeschattung oder Insektenschutz: Zum Angebot von Sonnroll gehört alles für ein Wohlgefühl – im privaten Zuhause ebenso wie im gewerblichen Bereich. „Wir unterstützen die Kunden von der Planung bis zur Montage“, so Gerd

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Fotos: Sonnroll

Je nach Stimmung, Situation oder Jahreszeit kann man entscheiden, wie viel Licht einfallen soll.

Welzenbacher. Zum Service von Sonnroll zählt zudem die Reparatur, „auch wenn die Anlagen nicht von uns kommen.“ Umfassend ist das Produktangebot, das Sonnroll bietet. Hier ein kleiner Einblick: ZIP-Screen: Solche Screens sorgen für eine wohnliche, blendfreie Atmosphäre und halten Innenräume angenehm kühl. Aufgrund der transparenten Gewebe kann man trotzdem den Blick in den Garten genießen. Was alle ZIP-Screens gemeinsam haben: sie benötigen kaum Wartung. Markisen: Ob auf Terrasse, Pergola oder im Wintergarten – das facettenreiche Markisen-Sortiment bietet Schatten und

Wir unterstützen unsere Kunden von der Planung bis zur Montage. Gerd Welzenbacher Geschäftsleitung


Im Außenbereich beliebt und von der Nachbarschaft geschätzt: besonders leise Soft Tension ZIP-Systeme.

Witterungsschutz von oben, von der Seite, unter oder über Glas. Mit einer großen Stoff- und Materialauswahl können individuelle Wünsche realisiert werden. Insektenschutz: Insektenschutzgitter werden aus speziellen feinmaschigen Geweben gefertigt, welche zwar Insekten abhalten, aber trotzdem viel Licht und Luft durchlassen. Die Anlagen werden millimetergenau auf das jeweilige Fenster- oder Türmaß angepasst. Raffstore: Sie bieten optimalen Hitzeschutz bei direkter Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus ermöglichen Raffstore durch eine stufenlose Veränderung der Lamellenstellung, die bestmögliche Regu-

lierung, um Tageslicht in den Raum zu lenken. Gleichsam schützen sie vor unerwünschten Blicken. Mit Elektromotor bzw. Funksteuerung ist auch eine Einbindung in ein Smart Home-System möglich. Innenbeschattungen: Plissees gehören hier wohl zu den beliebtesten Modellen, da sie vielseitig einsetzbar sind. Eine Plisseeanlage besteht aus einer speziellen Sonnenschutztextilie mit eingearbeiteten, dauerhaften Falten. Diese kann wie eine Ziehharmonika zusammengeschoben werden oder auseinandergezogen das Fenster vollständig bedecken. Die maßgefertigten Anlagen lassen sich stufenlos am Fenster positionieren.

Sonnroll-Welzenbacher GmbH. Gewerbestraße 1 6973 Höchst +43 5578 75653 office@sonnroll.com www.sonnroll.com

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UNIVERSITÄT INNSBRUCK

BRÜCKEN IN DIE ZUKUNFT Die Leopold-Franzens-Universität ist die größte Bildungseinrichtung in Westösterreich und bildet die Köpfe für die Zukunft aus.

Special

Sie ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung im Westen Österreichs: An der Universität Innsbruck werden die Fragen der Zukunft gestellt.

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n der Universität Innsbruck arbeiten, forschen und lernen über 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und rund 27.000 Studierende aus mehr als 100 Ländern. 3500 Menschen arbeiten in Wissenschaft und Forschung. Von Klimaforschung und Quantenphysik bis zur Geschichte des Alpinen Raums und der Forschung mit und an Hochleistungsrechnern beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Volluniversität Innsbruck mit vielfältigen Fragen in den unterschiedlichsten Disziplinen. Zukunftsthemen. „Gemeinsam bauen wir Brücken in die Zukunft“: Nach diesem Motto setzt die Universität Innsbruck als Forschungsuniversität Schwerpunkte in

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wichtigen Zukunftsthemen. Zur Stärkung ihres Profils wurden neben den 16 Fakultäten sechs Forschungsschwerpunkte eingerichtet: Alpiner Raum, Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte, Molekulare Biowissenschaften, Physik, Scientific Computing und das Digital Science Center (DiSC). Daneben bestehen vier fächerübergreifende Forschungsplattformen und über 40 Forschungszentren, die die Vernetzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fördern. Das an der Universität generierte Wissen leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Gezeigt hat sich das beispielsweise zu Beginn der Corona-Pandemie in Österreich im März dieses Jahres: Innerhalb kürzester Zeit wurde an der Univer-

sität Innsbruck mit der Entwicklung und Evaluierung eines neuartigen CoronaTestverfahrens zum Nachweis des SARSCoV-2-Virus begonnen, das inzwischen erfolgreich im Einsatz ist. Viele weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Innsbruck beschäftigen sich unter anderem mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Pandemie. International vernetzt. Verbunden mit der Region stellt sich die Universität Innsbruck dem Wettbewerb um herausragende Persönlichkeiten und Ideen sowohl in Konkurrenz, als auch in Kooperation mit anderen Universitäten und Hochschulen weltweit. So ist die Universität Innsbruck seit Juli dieses Jahres Teil der European-

Fotos: Uni Innsbruck, Target Group Axel Springer, Franz Oss

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Universities-Allianz „Aurora“. Trotz harten Wettbewerbs konnte sich die Universität Innsbruck gemeinsam mit neun Universitäten von Reykjavik bis Neapel mit dem Konzept einer „Aurora European University“ durchsetzen. Dieser Verbund wird in den kommenden drei Jahren mit 5 Millionen Euro gefördert und kann damit innovative Kooperationsprojekte in Lehre, Forschung und Verwaltung umsetzen. Das aktuelle Fachdisziplinen-Ranking der Jiaotong-Universität Shanghai (ShanghaiRanking 2020) zeugt von der Forschungsqualität der Universität Innsbruck, die in insgesamt 19 Fachbereichen in diesem Ranking vertreten ist. Besonders gut schneidet auch dieses Mal wieder der Bereich Physik ab, außerdem die Atmosphärenwissenschaften, Erdwissenschaften, Geographie, Ökologie und Tourismus – alles Bereiche, die im Forschungsschwerpunkt „Alpiner Raum“ der Universität Innsbruck zusammenarbeiten. Im Bereich „Hospitality and Tourism Management“ ist die Universität Innsbruck als einzige österreichische Universität vertreten. „Die kontinuierlich hervorragende Arbeit unserer Forscherinnen und Forscher zahlt sich aus. Unsere sechs Forschungsschwerpunkte liefern konsequent gute Leistungen, das schlägt sich auch in den Rankings nieder“, betont Rektor Tilmann Märk.

Mike Peters ist Professor am Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus und leitet das Interdisziplinäre Forschungszentrum Tourismus und Freizeit. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie der Tourismus nach der Corona-Krise neu oder umgestaltet werden kann und soll. „Im Tourismus haben wir in der Vergangenheit viel gelernt, wenn es um Naturkatastrophenmanagement geht. Aber wir brauchen verstärkt Widerstandsfähigkeit und hier frage ich mich: Wie können wir nachhaltig Widerstandsfähigkeit zur Bewältigung zukünftiger Krisen entwickeln?“

Wir forschen für den Tourismus von morgen und arbeiten an Konzepten für qualitativ hochwertige, zielgruppenspezifische Angebote.

Für die Kommunikation zwischen Rechnern an entfernten Orten wollen wir diese über Schnittstellen zu einem Quantennetzwerk verbinden.

Wir wollen die Einflussfaktoren verstehen, die die Bildung von CO₂ oder auch Methan aus organischem Material in Fließgewässern steuern.

Mike Peters, Institut für Strategisches Management, Marketing u. Tourismus

Tracy Northup, Institut für Experimentalphysik

Gabriel Singer, Institut für Ökologie

Die US-Amerikanerin Tracy Northup ist Professorin am Institut für Experimentalphysik und forscht an der Entwicklung des Quanteninternets. In ihrer Forschung verwendet sie optische Hohlräume und gefangene Ionen als Werkzeuge zur Erforschung quantenmechanischer Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie, mit Anwendungen für Quantennetzwerke und Sensoren. Dabei baut sie Schnittstellen, mit denen Quanteninformation von Materie auf Licht und umgekehrt übertragen werden kann. Über diese Schnittstellen sollen in Zukunft Quantencomputer auf der ganzen Welt über Glasfaserleitungen miteinander kommunizieren können.

Bäche und Flüsse stehen im Fokus des Ökologen Gabriel Singer. Der Professor für Aquatische Biogeochemie beschäftigt sich mit den Stoffflüssen und der Biodiversität dieser Ökosysteme. Wichtig ist ihm hierbei die Betrachtung von Fließgewässern als zusammenhängende aquatische Netzwerke in der Landschaft. „Die Bedeutung von Bächen und Flüssen im globalen Kohlenstoffkreislauf wurde lange Zeit vernachlässigt, sie sind erst seit dem letzten IPCC-Klimabericht mit einer Zahl auf globalem Maßstab vertreten“, sagt Gabriel Singer. Er untersucht die Einflussfaktoren, welche die Bildung von CO₂ oder auch Methan aus organischem Material in Fließgewässer-Netzwerken steuern und so diese Ökosysteme in die globale Klimasteuerung einbinden.

Universität Innsbruck Christoph-Probst-Platz Innrain 52 A-6020 Innsbruck +43 512 507-0 www.uibk.ac.at

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VORARLBERGER HOLZBAU_KUNST

REGIONALE WERTSCHÖPFUNG Die Vorarlberger Holzbaubetriebe sind innovativ – egal ob kleine oder große Lösungen gefragt sind.

Special

Sägen 6. Ein fünfgeschoßiger urbaner Holzbau der architektonisch besticht und Arbeitsplätze von einzigartigem Mehrwert bietet.

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orarlberger Architekturbüros und Holzbaubetriebe beein­ flussen den internationalen Holzbau. Der Erfolg der hiesi­ gen Baukultur wird der engen Vernetzung von Architektur, Handwerk, neuen Tech­ nologien und ökologischen Megatrends zugeschrieben. Zahlreiche Innovationen in der Architektur erforderten immer wieder auch besonderen Pioniergeist und handwerklichen Mut von den Zimmerern. In Vorarlberg entstanden ab 1997 aus­ gehend von der „Ölzbündt“ Europas ers­ te Wohnanlagen in reiner Holzbauweise. 2020 wurde das erste fünfgeschoßige Bürohaus inkl. Lift und Treppen in Holz in Dornbirn eröffnet. Die ökologisch und ökonomisch einzigartigen Hochregal­ lager der Kaufmann Bausysteme waren

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ebenso bahnbrechend, wie die Modul­ technologien, angefangen von der Urbox Su­Si bis zu den Studentenwohnheimen mit bis zu 500 Wohnungen. Aber auch herausragende Gewerbehallen (z. B. Mes­ sehallen Dornbirn) bezeugen die Innova­ tionskraft der lokalen Holzarchitektur.

Der Wettbewerb unter den 51 Mitgliedsbetrieben hat die Branche gestärkt und die vorarlberger holzbau_kunst weit nach vorne gebracht. Herbert Brunner vorarlberger holzbau_kunst

Gemeinsame Plattform. Was einige Pi­ oniere in Architektur und Handwerk An­ fang der 90er begannen, mündete 1997 in die Gründung des Netzwerkes voarl­ berger holzbau_kunst, das im gleichen Jahr den ersten österreichischen Holz­ baupreis ins Leben rief. Als Kommunika­ tions­ und Vernetzungsplattform spielte der Verein all die Jahre eine wichtige Rolle. Keine andere Handwerkbranche investierte so viel in eine gemeinsame Plattform. Auch hier gehörte immer

Fotos: Bruno Klomfar, RADON photography, Marcel Hagen, Adolf Bereuter

WO PIONIERGEIST auf Innovation trifft


wieder Mut und Innovationsgeist dazu, um das Netzwerk zu stärken, und weiter zu entwickeln. Schlussendlich zum Vor­ teil für ganz Vorarlberg, das durch diese Netzwerkarbeit eine exzellente Positio­ nierung in der europäischen Holzbau­ kultur innehat. Corona hinterließ bisher keine Schäden. Die Holzbaubetriebe des Landes arbeiteten mit vollem Elan weiter und sind teilweise bis weit ins nächste Jahr hinein gut gebucht. Schöner Wohnen. Die Vorarlberger Meis­ terbetriebe fertigten über 200 hochwer­ tige Einfamilienhäuser pro Jahr. Zudem lösten die hohen Grundstückskosten einen wahren Boom bei Sanierung und Aufstockung in Holz aus. Auch hier sind Beharrlichkeit, Perfektion und Mut unver­ zichtbar. Ganz nach dem Motto: Der Bau­ herr will das, also finden wir eine Lösung. International. Stichwort Export: Neben großvolumigen Objekten wie Schulen, Kindergärten, Gemeindehäusern und Werbebauten exportieren die Vorarlber­ ger Holzbaumeister jährlich ca. 30 Ein­ familienhäuser in die Nachbarstaaten. Mit jedem exportierten Holzhaus wird auch zu 40 Prozent die Wertschöpfung weiterer Handwerker wie Spengler, Dach­ decker, Installateure, Fensterbauer und Ofenbauer im Export mitgenommen. Im Netzwerk vorarlberger holzbau_kunst: • Sind 51 Holzbaubetriebe, 50 Planungs­ büros, 16 Zulieferpartner, die regionale Holzindustrie, die regionale Forstwirt­ schaft und vier Förderer vertreten. • Werden seit 1997 sämtliche Aktivitäten für das Image der Vorarlberger Holzbau­ kultur gebündelt und umgesetzt. • Läuft seit 1997 ein permanenter Mo­ tor für eine breite Wertschöpfung vom Forstarbeiter über die Holzindustrie, das Holzhandwerk und die Architektursze­ ne, die eine große Wertschöpfung, auch in andere Sektoren, bringt. Beispielsweise 30.000 Architekturtouristen pro Jahr. • Hat das Land Vorarlberg einen internati­ onal hochgeachteten Imageträger.

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Omicron: Ein Kunstwerk als Relax- und Besprechungsraum.

Zahlreiche Innovationen in der Architektur erfor­ derten immer wieder auch besonderen Pioniergeist und handwerklichen Mut von den Zimmerern.

Das Hochregallager von Alnatura ist das größte Hochregal in Holz weltweit.

Aus- und Einblicke: das Wohnhaus Fohren.

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Winterwonderland D

er Gast, der im Winter nach Vorarlberg reist, hat meist ein Ziel vor Augen: im Sonnenlicht funkelnde Pisten. „Die Kerngruppe der Wintergäste sind einge­fleischte Skifahrer, richtige Könner“, erklärt Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus. Dabei stammt ein großer Teil der Gäste aus Deutschland und der Schweiz, aber auch internationale Sportbegeisterte sind in den weißverschneiten Hängen anzutreffen: Amerikaner, Belgier, Holländer. „Wir haben teilweise 20 verschiedene Nationen zu Gast bei uns am Arlberg“, so Hotelier und Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft Markus Kegele. Ob das heuer der Fall sein wird und wie die Saison schlussendlich verläuft, bleibt fraglich.

werden im Kodex umfassende und einheitliche Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen, das Contact-Tracing und vieles mehr. Man möchte dem Gast von der­ Ein- bis zur Ausreise einen gefahrlosen Korridor schaffen. Ob die Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, hängt von vielen Faktoren ab. Sicher ist in jedem Fall, dass die Hoteliers hart daran arbeiten, um den veränderten Anforderungen gerecht

zu werden. Es würde nicht verwundern, wenn sie auch diesen „Stresstest“ meistern, denn schon in der Vergangenheit wurde innovativ und klug gehandelt.

Neue Situation. „Dem Gast wird seine Sicherheit wichtiger sein als der Schnee. Und diese hat natürlich auch oberste Priorität“, ist sich der Stubner Hotelier ­ durchaus bewusst. Darum wurde mit dem vom Land initiierten „Winterkodex V“ rechtzeitig ein vorbildliches Sicherheitskonzept auf Schiene gebracht. Geregelt

Unser aller Ziel ist es, dem Gast einen sicheren Korridor von der Ein- bis zur Ausreise zu schaffen.

Unseren Gästen stehen alle Möglichkeiten offen und sie können das gesamte Ganz­ jahresangebot nutzen.

Markus Kegele Spartenobmann Tourismus WKV

Christian Schützinger Geschäftsführer Vorarlberg Tourismus

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Ein Rückblick. Mit Veränderungen war die Branche schon oft konfrontiert. Die einschneidendste brachte das Internet mit sich. Das World Wide Web sorgte für neue Chancen und Möglichkeiten, aber auch

Fotos: Stefan Kothner/Montafon Tourismus, Daniel Zangerl/Lech Zürs Tourismus, Frederick Sams, Petra Rainer/Vorarlberg Tourismus

Vorarlberg ist ein Pionierland des alpinen Skifahrens und beliebte Destination für Wintersportler mit hohen Qualitätsansprüchen. Die Branche hat längst darauf reagiert, viele Hotels haben sich spezialisiert. Heuer auch auf Sicherheit.


Fotos: Dietmar Walser/Alpenregion Bludenz Tourismus, Oberhauser Photography/Vorarlberg Tourismus

Winterzauber 2020. Romantische Naturerlebnisse, traumhafte Pisten und Spitzenhotels gibt es auch heuer zu erleben.

jede Menge Herausforderungen – ein frischer Wettbewerbswind zog durch die Hotellobbys des Landes und pfeift noch immer. Gäste reisen heute nach wie vor mit Koffer und Ski an, haben aber auch jede Menge Ansprüche im Gepäck. Es gilt den Touristen, der sich online und offline international bewegt, vor Ort zu halten und als Stammgast zu gewinnen. Das erfordert stetige Investitionen und innovationen. Und dazu braucht es heute wie damals Mut. „Wenn dieser Mut zu Investieren nicht aufgebracht worden wäre, sähe es jetzt anders aus“, ist sich Kegele sicher und meint die Lage der Hotels sowie des Bundeslandes – ganz unabhängig von der jetzigen Situation. „Was wäre Vorarlberg ohne Tourismus?“ Eine interessante Frage. Regionale Wertschöpfung. Viele Touris­tiker haben ihre Identität, Individualität sowie ihre jeweiligen Schwerpunkte gefunden und zeigen auch Gemeinsamkeiten jenseits der Sicherheitskonzepte: die Branche setzt mit Konsequenz auf hohe Qualität und traditionelle Werte. Das beweist die einzigartig hohe Dichte an hochwertiger Gastronomie und Hotellerie.

Sichtbar wird das vom Teller bis zum Dach – von den Speisen aus regionalen Zutaten bis zur Holzdecke, gefertigt in Vorarlberger Handwerkskunst. Und davon profitiert nicht nur der Urlauber, sondern die ganze Region. „Gerade die familiengeführten Betriebe sind bodenständig und pflegen eine unglaubliche Wertschöpfung. Wenn beispielsweise ein Hilton in Vorarlberg investiert, bin ich mir nicht sicher, ob das Holz zum Ausbau aus dem Bregenzerwald kommt. Wir schauen allerdings bewusst darauf“, resümiert Kegele. Das mache auch Sinn, man brauche schließlich die Authentizität, denn schlussendlich „funktioniere“ eine Stube mit Holz aus Uganda auch gar nicht. Krisenfeste Beziehungen. Neben den gelungenen Geschäftsbeziehungen zu heimischen Erzeugern und Dienstleistern pflegen die Unternehmerfamilien auch wertvolle Beziehungen zu ihren Besuchern. Die Corona-Situation zeigte deutlich, dass diese krisenresistenter sind: Der Stammgast reiste auch zur Sommer­ frische 2020 an und fühlte sich pudelwohl. Ebenso erfreulich war, dass vermehrt

Österreicher ihren Urlaub im Ländle genossen. Ob man auch in der Wintersaison damit rechnen kann? „Prognosen abzugeben, ist generell schwierig“, so Schützinger. „Aber angenommen, die Reisewarnungen für viele Länder bleiben aufrecht und die europaweite Reisetätigkeit ist weiterhin erschwert, dann ist durchaus zu erwarten, dass Vorarlberg – wie schon im Sommer – vom gesteigerten Interesse aus den anderen österreichischen Bundes­ ländern profitieren kann.“ Urlaub vor Ort. Auch für heimische Wintersportler sind Aufenthalte im Ländle interessant. Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute vor der Haustür liegt und zudem unkompliziert und sicher erreichbar ist? Wer sich die umfassenden Möglichkeiten der regionalen Hotellerie ansieht, stellt schnell fest, dass es für jeden Anspruch das richtige Haus mit dem passendem Konzept gibt. Einfach abtauchen ins bezaubernde Winterwonderland, die Gastgeber persönlich kennenlernen und die vielen Angebote zur Erholung auch abseits der Piste genießen. Urlaub in Vorarlberg. Warum eigentlich nicht? Yvonne Tscherner

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Wellnessoase. Genusstempel. Kinderspa. Die Hotellerie präsentiert sich in Vorarlberg besonders breitgefächert. Ob Designhotel oder Traditionsbetrieb, ­Familienhotel oder Spa-Resort – das Angebot ist groß.

Wintergäste haben in Vorarlberg die Qual der Wahl, nicht nur wenn es um vielfältige Wintererlebnisse wie Husky-Schlittenfahrten, Winter- oder Schneeschuhwandern geht. Auch die Auswahl der passenden Unterkunft gestaltet sich spannend, schließlich stehen 970 Übernachtungsbetriebe zur Buchung bereit – ein bunter Strauß an Möglichkeiten. Umso wichtiger ist es, sich der eigenen Ansprüche an den Winterurlaub bewusst zu werden.

Traumurlaub. Gut aufgehoben sind anspruchsvolle Gäste in den Vier-SterneHäusern vom Bodensee bis zum Arlberg. Passionierten Skifahrern stehen Hotels ­direkt an der Piste zur Verfügung, Familien exklusive Unterkünfte mit Kinderattraktionen. Auch Urlauber, welche viel Wert auf Gourmetküche, verschiedene Spa- und Wellnessangebote, modernes Design, sowie Nachhaltigkeit und Tradition legen, ­finden das Hotel ihrer Träume.

Kulinarische Highlights

Fotos: Rupert Mühlbacher/GAS, Montafoner Hof

Im traditionsreichen Genießerhotel ­Montafonerhof in Tschagguns setzt die Familie Tschohl auf Nachhaltigkeit – auch in der Haubenküche des Hauses. Die Speisen begeistern durch Kreativität und internationale Akzente, zubereitet mit Schmackhaftem aus dem Küchengarten sowie Wild aus eigener Jagd.

Genießerhotel Montafoner Hof www.montafonerhof.com

„Genuss und Gastlichkeit sind uns in die Wiege ­gelegt. Unsere Gäste schätzen unsere Gastfreundschaft, unser Fokus auf die eigenen Werte, auf ­Traditionen, auf die Familie, auf die Region und auf die Geschenke der Natur.“ Familie Tschohl kontur 75


Gastgeberin mit Schwung

Hotel Die Wälderin www.diewaelderin.at

„Die Wälderin paart Regionalität mit Weltoffenheit, ist authentisch und hat Schwung. Der Name bringt Vertrautheit und das Gastgeben zum Ausdruck – zwei Dinge, die uns in unserem Hotel besonders wichtig sind.“ Gastgeberin Jutta Frick

Fotos: Hotel Die Wälderin/Adolf Bereuter Bergbahnen Mellau

Das familiengeführte Hotel liegt direkt an den Bergbahnen Mellau und ist in qualitätsvoller Vorarlberger Architektur mit heimischen Materialien gestaltet. Der Bezug zur Region und Natur spiegelt sich im gesamten Hotel wider. Wellness, Natur und Genuss sind die Themen, die im Hotel die Wälderin großgeschrieben werden.

Brandneues Berghotel

„Bei uns können Gäste alpines Lebensgefühl ­tanken. Unsere Ski-in-Ski-out-Destination überzeugt mit gemütlich-stylishem Ambiente und interaktiver Kulinarik. Hier kann man mit allen Sinnen ­genießen.“ Hotelleiter Sebastian Draxl 76 kontur

Fotos: 3D Manufaktur Vomp

Berghotel Biberkopf www.berghotel-biberkopf.com

Ab Dezember 2020 gibt es eine neue Wohlfühl- und Lifestyle-Oase im Zentrum von Warth: das Hotel Biberkopf. Das hauseigene Restaurant Bibers punktet mit erlesener Kulinarik und ShowCooking – die Biberia, ein Bistro und Concept Store, verzaubert mit TakeAway-Bereich und Einkaufsmöglichkeit.


„Besonders ist der Charme des Hauses: die ­Kombination von Tradition und Moderne in Architektur und Kulinarik, die uralten Gemäuer, die knarrenden Holzböden, der kerzenbeleuchtete Weinkeller aus dem 18. Jahrhundert.“ Hotelier Markus Kegele

Fotos: Alexander Maria Lohmann, Hotel Mondschein

Skispaß am Arlberg

Hotel Mondschein www.mondschein.com

Das geschichtsträchtige, moderne Hotel Mondschein in Stuben am Arlberg ist ein klassisches Ski-Hotel mit Zirbenholz­ zimmern, erstmals gastronomisch erwähnt 1739. Ein Juwel ist der Weinkeller mit Schwerpunkt auf Weinen aus Frankreich, Italien und Österreich. Das Hotel selbst steht für Erholung, Stille und Romantik.

„Wellnesshotel und Familienhotel – geht das? Das geht! Oben im SPAradies wartet Spaß in Simmis Waldspielteich auf die Kinder. Im unteren Stock ­befindet sich der Adults-Only-Bereich mit umfangreichen Wellnessmöglichkeiten.“ Familie Simma

Fotos: Nussbaumer Photography

Hotel Adler www.adler-au.at

Für Groß und Klein Geführt wir das Hotel Adler in Au von der größten Bregenzerwälder Gastgeberfamilie, den Simma 5. 2019 wurde das Wellness- und Familienhotel umgebaut, es entstanden Zimmer ohne Schnickschnack, aber mit viel Geschmack sowie verschiedene Bereiche für Groß und Klein. Highlight: der Spielturm auf zwei Etagen.

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Darf’s ein bisschen mehr sein? Wie viel Auto braucht der Mensch? Und was darf es kosten? Diese Fragen beantwortet der BMW X3 xDrive30e. Zum Teil zumindest.

Wahre Größe zeigen. Diese natürliche Bescheidenheit ist dem neuen X3 fremd. Das bayerische Basis-SUV ist dem, was man unter kompakt versteht, mehr als nur entwachsen. Wir denken: Es hat jetzt die wahre Größe. Alles, was mehr ist an einem solchen Weggefährten, fällt unter den Begriff Großspurigkeit. Wer mehr Raum braucht, wem der Sinn nach einem noch imposanteren Auftritt steht, der lebt vielleicht in den USA, in den Arabischen Emiraten oder an der Cote d’Azur. Aber hierzulande ist der X3 neu genau an der Grenze zum Bombastischen angesiedelt. Er hat gerade noch das Format des sozial Verträglichen. Mehr an SUV ist nicht erforderlich. Und wer die Großfamilie hineinpacken will, sollte sowieso an einen Kleintransporter denken. Von denen gibt es auch Allradler. Nur eben nicht von BMW. Nicht ganz so klar und einfach verhält es sich in den Sparten Technik, Umwelt, Ausstattung und Preis für das neue schmucke Premium-SUV. Da sehen wir einen respektgebietenden mutigen Basispreis von 59.000 Euro und auf der anderen Seite mit leiser Wehmut die 89.130 Euro für unser schmuckes Testfahrzeug in glanzvoll-metallischem Phytonicblau. Belebt durch M-Sport-Design, mit prachtvoll-sportivem Ledergestühl aufwartend, entzückt es das Auge. Verwöhnt zugleich den von anderen SUV leidgeprüften Rücken und birgt eine derartige Fülle von Luxus- und Sicherheitszubehör, dass deren Beschreibung Bücher füllen würde. Die Krönung der kleinen SUV-Familie. Es ist die Krone der neuen X3-Reihe und folglich deutlich herber im Preis. Der X3 xDrive30e bietet die Kombination aus dem bewährten cleveren BMW x-Drive-Allradantrieb und der eDrive-Technologie der Bay-

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ern. Nicht völlig neu im BMW-Angebot, aber für den X3 schon. Und damit ein großer Schritt fürs Fahren abseits vom Asphalt, gepaart mit dem rein elektrischen Fahrerlebnis. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb auf allen Vieren macht so manches möglich, was ein Elektroantrieb ohne Verbrenner-Hilfe nicht zu leisten imstande ist: nämlich Reisen ohne großes Nachdenken über die Reichweite, Ladestationen und Ladezeiten, ohne Sorgen über den Betrieb von Heizung und Klima und diversen anderen Energiefressern. Aber rein elektrisches Fahren, dort wo man es will. Hauptsächlich im Stadtgebiet natürlich. Mit gutem Gewissen (nahezu) lautlos gleitend. Da kommt Freude auf. Für etwa 50 Kilometer sofern es der Ladezustand erlaubt. Freude auch über die Fahrleistungen. Der Vierzylinder-Benziner und das E-Aggregat erzeugen gemeinsam 292 PS. Intelligent gesteuert, so dass der Pilot am „Fahrerlebnisschalter“ vier Programme lustvoll anwählen kann: Eco Pro, Comfort, Sport und Sport+. Auch das Fahrwerk des X3 wird den Wünschen des rundum verwöhnten Lenkers gerecht. Von Großlimousinen-Gepflegtheit bis hin zum Racing-Sound reichen die schillernden Fahrimpressionen. Was kann man mehr erwarten von einem Automobil in Zeiten wie diesen? Zu bunt? Zu viel auf einmal? Es gibt nur wenig, was er nicht kann, dieser außergewöhnliche, für höchste Ansprüche maßgeschneiderte BMW. Das Gepäckraumvolumen ist mit 450 Litern nur durchschnittlich. Und über das grafisch gewagte Design und die Vielfarbigkeit der Armaturen, plus Head-up-Display, plus Panorama-Touch-Screen-Display kann man sich schon die Frage der raschen, zweckmäßigen Erfassbarkeit stellen. Aber BMW sagt: Bedienen wie man will. Über Touch natürlich, über den „iDrive-Controller“, über die Lenkradtasten oder über Sprechen und Gestikulieren. Alles ist möglich, langweilig wird einem nie. Und man lernt schön sprechen dabei. Franz Muhr

Foto: BMW AG

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nter den reinrassigen SUV des Hauses war der X3 von Anbeginn das klassische Kompaktmodell der Bayern. Räumlich beengt, daher handlich-wendig, technisch überlegen, keinesfalls ein Schnäppchen, aber fair, was das Preis-­Leistungs-Verhältnis betraf. So mancher BMW-Fan konnte ihn sich leisten und hat auch heute vermutlich noch seine Freude daran.


BMW X3 xDrive30e; Plug in-Hybrid; Vierzylinder plus Elektromotor; Systemleistung 215 kW/292 PS; Systemdrehmoment 420 Nm; Achtstufenautomatik; 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h; Höchstgeschwindigkeit 210 km/h; Verbrauch: 2,1–2,4 l (Werk, bei intelligentem Zusammenwirken beider Antriebe), 4–5 Liter sind in der Praxis realistisch; Stromverbrauch zwischen 17,2 und 16,4 kWh/100 km; Lithium-Ionen-Hochvoltspeicher mit neuester Batteriezellentechnologie; Preis: 89.130 Euro, Basis 59.400 Euro

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Foto: Rieger Orgelbau

Von großen und kleinen Pfeifen Sie begleitet viele von uns durch das ganze Leben. Meist völlig unbewusst. Aber mal ehrlich: was ­wären Ostern, Weihnachten oder Hochzeiten ohne den erfüllenden Klang der Orgel? In Schwarzach wird sie gebaut und findet von dort ihren Weg in die ganze Welt. Erst jüngst nach Wien.

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alve Regina – mit dieser Messe des französischen Komponis­ten Yves Castagnet wurde am 4. Oktober das jahrzehntelange Schwei­ gen der Riesenorgel im Stephansdom beendet. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes segnete Kardinal Christoph Schönborn das besondere Instrument. 8588 Pfeifen und 130 Register sorgen in Zukunft für einen unvergleichlichen Klang. Dabei war gerade dieser eine Herausforderung, wie Wendelin Eberle, Geschäftsführer von Rieger Orgelbau, erzählt: „Durch die Orgel geht ein riesiger Steinbogen, der die klangliche Ausbreitung aller Pfeifen, die hinter ihm stehen, behindert.“ Was man nämlich als Betrachter von außen nicht sieht: Der verbaute Raum der Orgel hat die Größenordnung einer Villa. Man kann in ihr herumgehen und vor allem jede der Pfeifen erreichen. Und deren Bandbreite reicht von großen mit 600 Kilogramm Gewicht bis hin zu ganz kleinen, feinen. „Sie alle optimal anzuordnen und somit ein stimmiges klangliches Konzept zu erreichen, war die Hauptaufgabe. Denn die denkmalgeschützte Fassade durfte nicht verändert werden, ebenso wenig der Standort.“

Faszination Orgel. „Es gibt meiner Meinung nach kein anderes Instrument, das so eine große Klangvielfalt und -fülle hat“, zeigt sich Wendelin Eberle auch nach Jahrzehnten „im Geschäft“ immer noch begeistert.

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Vielseitigkeit. Seit 2017 arbeitete das Team von Rieger Orgelbau in Schwarzach an diesem Jahrhundertprojekt, in das insgesamt rund 45.000 Arbeitsstunden flossen. Allein zwei Jahre wurden in die Fertigung der Teile und den Aufbau in Schwarzach investiert, ein Jahr lang wurde vor Ort im Stephansdom gearbeitet. Ein Projekt, bei dem die ganze Vielfalt des Berufs Orgelbauer voll und ganz zum Tragen kam. Vom Gießen und Löten der Pfeifen, über die Holzarbeiten bis hin zur Elektronik und zum künstlerischen Bereich. „Die Ausbildung in diesem Beruf umfasst dies alles. Allerdings verfeinern viele Mitarbeiter über die Jahre ihre Fähigkeiten und werden in bestimmten Bereichen zu wahren Spezialisten“, so Wendelin Eberle. In Schwarzach sind aber nicht nur Orgelbauer angestellt,


Komplettpaket. Die ganze Fertigung erfolgt in Schwarzach. Von dort gehen die Instrumente hinaus in die Welt.

unter den aktuell 60 Mitarbeitern finden sich auch einige Schreinermeister und Schlosser. Weiterbildung nicht ausgeschlossen. „Nicht selten beginnt jemand bei uns als Schreiner und geht als einer der besten Orgelbauer in Pension.“

Fotos: Frederick Sams, Rieger Orgelbau

Ganz am Anfang ihrer Karriere stehen die elf Lehrlinge, die momentan bei Rieger Orgelbau ausgebildet werden. Eine verhältnismäßig große Zahl und Lohn für die Bemühungen, die das Unternehmen in die „Rekrutierung“ steckt. „Wir laden Schulen ein, bei uns in der Produktion vorbeizuschauen, haben uns an der Werkraumschule beteiligt und schicken auch sogenannte Ausbildungsscouts, also Lehrlinge, in die Schulen. Denn wer könnte anderen Jugendlichen besser über einen Beruf erzählen als sie“, ist Wendelin Eberle überzeugt. Die Lehrlingsausbildung sieht er als eine soziale Verpflichtung an. „Wir wollen die Wertschöpfung dort generieren, wo wir leben und arbeiten.“ Doch natürlich, auch ein gewisses Maß an Egoismus darf sein. „Die jungen Leute, die wir ausbilden, sind unsere Zukunft. Unser Unternehmen hat

eine 175-jährige Geschichte. Die soll weitergeschrieben werden, auch wenn wir einmal abtreten.“ Spannendes Detail am Rande: Die Balance zwischen weiblichen und männlichen Auszubildenden liegt bei Rieger Orgelbau bei 50:50. Eine gute Quote für einen Handwerksberuf. Es geht ums Gefühl. Doch wie genau kann man sich den Entstehungsprozess einer Orgel vorstellen? „Grundsätzlich ist es so, dass am Anfang jedes Projektes eine Ausschreibung steht. Wird man dazu eingeladen, kann man ein Angebot erarbeiten. Damit einher gehen Vor-Ort-Besuche, um sich ein Bild von den Gegeben-

Schritt für Schritt. Von der Fertigung der Teile bis zur Montage arbeiten alle Bereiche eng zusammen.

heiten zu machen. Um ein Gefühl zu bekommen für den Raum, die Architektur, die Akustik“, erläutert Wendelin Eberle. Dann macht man sich an die Erstellung eines technischen und klanglichen Konzeptes. Geht alles gut und man bekommt den Auftrag, kann die konkrete Planung beginnen. Doch bis dahin können teilweise Jahre vergehen. „Es gibt Projekte, da hatten wir die ersten Kundenkontakte vor 26 Jahren. Oder nehmen wir den Stephansdom. Auch da vergingen von den ersten Ideen bis zur fertigen Orgel über zehn Jahre.“ Orgelbauer zu sein heißt also auch, Geduld mitzubringen? „Das kann man sicher so sehen. Dafür schaffen wir aber auch Werte, die auf

Bei jedem Projekt warten neue Herausforderungen und andere Bedingungen. Räumlich, architektonisch und vor allem auch akustisch. kontur 85


Präsent. Im kommenden Jahr wird eine besondere Orgel in Helsinki umgesetzt.

Dauerhaftigkeit ausgelegt sind. In der heutigen, eher kurzlebigen Zeit fühle ich mich manchmal wie in einer Parallelwelt. Während manche Leute Mobiltelefone schön finden und alles für das neueste Modell tun würden, kann ich damit gar nichts anfangen. Für mich gelten ganz andere Werte: Dinge zu schaffen, die Bestand haben, Persönlichkeit und die Freundschaften und Bekanntschaften, die sich während der intensiven Zusammenarbeit entwickeln.“ Denn die Planung einer Orgel findet immer in enger Abstimmung mit den Kunden statt, mit den Organisten vor Ort, den Architekten und Bauleitern. Man spricht bei neuen Orgeln über das Design, bei Restaurationen über die fachliche Umsetzung – und bei allem über den Klang. Aber Moment: wie kann man über Klang sprechen? „Das ist in der Tat gar nicht einfach. Darum ist es immer gut, wenn man Beispiele hört. Wir schauen gemeinsam andere Orgeln an, unterhalten uns über die Instrumente und finden so zu einer gemeinsamen Sprache. Da geht es viel um Gefühle, um Verständnis und um ein

Einblicke. Hinter der Fassade einer Orgel liegt ein spannendes Innenleben.

innerliches Hören“, so Wendelin Eberle über diesen wichtigen Teil seiner Arbeit. Überhaupt sind persönliche Kontakte und Besuche an den Wirkungsstätten für das Orgelbauunternehmen das Um und Auf. Ein Umstand, dem höhere Einflüsse in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. „Noch versuchen unsere Kunden, ihre Projekte weiterzuverfolgen. Doch ich habe schon Respekt davor, wie sich Corona vielleicht erst in den kommenden Jahren auf die Wirtschaft auswirken wird.“ Aktuell aber sind die Auftragsbücher glücklicherweise noch gefüllt. Gerade steht die sehr historisierende Orgel der Marienbasilika in

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Wir versuchen, die Weichen für die Zukunft zu stellen, Neues zuzulassen und Vorreiter zu sein.

Fotos: Rieger Orgelbau, Frederick Sams

Krakau in der Werkstatt in Schwarzach, eine kleine Orgel in einer neuen Kirche wird in Norwegen gebaut, ebenso ein größeres Exemplar im Konzertsaal in Göteborg. Mit Vorfreude blickt Wendelin Eberle auch auf das kommende Jahr. „Dann nämlich beginnen wir mit einer Orgel in einem Konzertsaal in Helsinki. Ein ganz spezielles Design, das ich gemeinsam mit Harald Schwarz, einem ehemaligen Mitarbeiter und jetzt Künstler, entwerfen durfte. Hinzu kommt ein herausragendes Projekt im Mainzer Dom, das wir zusammen mit einer befreundeten Firma in der Schweiz umset-

zen. Eine noch größere Orgel als die im Stephansdom. All das sehr spannend und herausfordernd.“ Unvergesslich. Rieger Orgelbau ist weltweit unterwegs, baut Jahr für Jahr zahlreiche Orgeln. Dennoch gibt es für Wendelin Eberle immer wieder Instrumente und Orte, die in seiner Erinnerung verankert bleiben. So wie Israel. „Dort haben wir an allen christlichen heiligen Stätten Orgeln bauen dürfen. Für mich etwas ganz besonderes, weil ich ein gläubiger Mensch bin und diese Orte mir etwas bedeuten. Dort arbeiten zu dürfen, war einfach nur ein Geschenk.“

Oder Regensburg. Wo eine Orgel mit 40 Tonnen Gewicht an die Decke des Doms gehängt wurde. „So etwas hatten wir noch nie zuvor gemacht. Als das Gerüst abgebaut wurde und ich sah, dass es wirklich funktioniert, war das schon ein sehr berührender Moment.“ Auch die Riesenorgel im Stephansdom hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. „Die Orgel im vollen Dom während der Liturgie zu hören, war schon etwas ganz Außergewöhnliches. Man ist von Gefühlen und Eindrücken überwältigt. Und wenn die Spannung dann etwas nachlässt, kehrt eine große Dankbarkeit und innere Demut ein.“ Sabine Carotta

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Drei Männer im Schnee Mit 70.000 Touren und 65 Millionen Nutzern ist bergfex.at die größte und erfolgreichste Tourismusplattform Europas – und der Gipfelsturm soll weitergehen.

Telefonleitung und ein 56k-Modem. „Damals, 1999, gab es nirgendwo einheitliche Schneewerte“, erinnert sich Kümmel. Die Idee des steirischen Trios: eine Art Meldesystem für Skigebiete. Das In-

Sierra Nevada. Die faszinierenden Gipfel der andalusischen Gebirgskette ragen nur wenige Kilometer hinter der Mittelmeerküste empor.

ternet bot sich zur Umsetzung von bergfex.at geradezu an. Eintrittskarte ins World Wide Web waren im zu Ende gehenden 20. Jahrhundert eine Telefonleitung, ein 56k-Modem und viel Geduld. Diese bewiesen die „drei Männer im Schnee“ auch. Ihr Geschäftsmodell baute auf Standhaftigkeit und Weitblick und der Vision auf, dass österreichweit vergleichende Inhalte wie Schneehöhen, Pistenzustände, Anzahl der Lifte, die in Betrieb sind, Wetter, Lawinenwarnstufen etc. online und einfach per Mausklick zur Verfügung stehen. „Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen.“ Dieses Zitat von Hubert von Goisern ähnelt der Umssetzungsstrategie von Kümmel, Jusinger und Koßmeier. Der Aufstieg begann steil und war kräftezehrend. „Wir haben nur gebuckelt, Daten integriert, Kontakte zu Bergbahnen aufgebaut und daneben gearbeitet, um unser Leben zu finanzieren.“ Dennoch erreichten sie das erste große Etappenziel früher als erwartet. „Wir merkten recht schnell, dass bergfex.at Potenzial hat“, erzählt Kümmel. „Die Bergbahnen kriegten bald mehr Besucher über unsere Onlineplattform als über die eigene Website und die Anfragen von Online-Marketern stiegen.“ Die Website begann Umsätze zu generieren. 70.000 Touren im Handy. Für die drei leidenschaftlichen Bergmenschen bedeutete dies, dass der Weg deutlich flacher wurde. Die erreichte Höhe gab den Blick frei, Weiterentwicklungen konnten vorangetrieben werden. Zu den rund 1800 erfassten Skiregionen kamen 5000 Sommerregionen dazu. Suchfunktionen etwa über Region, Badeseen, Unterkünfte, Touren, Veranstaltungen und unzählige Webcams ergänzten das Portfolio.

1999 gab es keine einheitlichen Schneewerte. So entstand die Idee eines Meldesystems für Skigebiete. 88 kontur

Fotos: shutterstock

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eistesblitze hat man selten am Schreibtisch. George de Mestra etwa erfand den Klettverschluss beim Gassi gehen mit seinem Hund Milka. Im Fell des Tieres hatten sich jede Menge Kletten verheddert. Beim genaueren Hinschauen merkte der Schweizer Ingenieur die winzigen Häkchen und entwickelte nach dem selben Prinzip das Verschlusssystem, das aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Beim Franstanzer Kommunikationsexperten und Autor Wolfgang Frick hingegen ist das Auto der Ort, an dem die Denkarbeit an Fahrt aufnimmt. Während er über die Autobahn gleitet, diktiert er ganze Bücher in den Aufnahmerecorder. Und Markus Kümmel, Oliver Jusinger und Andreas Koßmeier? Die drei Bergfexe standen mit ihren Brettln mitten im glitzernden Pulverschnee, die Vorfreude auf den unberührten Tiefschneehang war ihnen ins Gesicht geschrieben, als die Idee in ihren Köpfen erste wellenförmige Spuren zog.


Matterhorn. Lebendig in Erinnerung. In der Sendung „Verstehen Sie Spaß“ fand Reinhold Messner hoch oben in der Matterhornwand plötzlich einen Kiosk mit Souvenirs. Da platzte dem Extrembergsteiger der Kragen.

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Wir setzen gemeinsam mit den Gründern fort, worauf stets ­hingearbeitet wurde: Kundenloyalität und heraus­­ragender Qualitäts­anspruch. Eine App mit 70.000 GPS-Touren bietet Informationen zur ­Wanderdauer, Distanz und Höhenprofil sowie Tipps zur Anfahrt, Parkmöglichkeiten oder benötigter Ausrüstung. Inzwischen ist bergfex.at Europas größte und erfolgreichste Tourismus-Plattform, der 65 Millionen Outdoor-Begeisterte vertrauen. Nicht zu vergessen die über 200 Millionen Seitenaufrufe des bisher stärksten Einzelmonats im heurigen Jahr.

wieder etwas Interessantes aus, weil es jeden Tag neue Inputs gibt. Normalerweise wäre Theo Fritsche bereits wieder in Nepal auf ­Expedition. Doch die Corona-Beschränkungen haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. So verbrachte er im Sommer viel Zeit auf der Sarotla-Hütte im Rätikon und machte dabei ­erstaunliche Beobachtungen. „Es war interessant, wie viele die App genutzt haben.“

Verlässliche Wetter-App. Selbst Profis wie Theo Fritsche kommen ins Schwärmen, wenn von bergfex.at die Rede ist. Der Extrembergsteiger aus Nüziders hat die höchsten Gipfel dieser Welt erklommen, bestieg unter anderem auch den Mount Everest. Ohne zusätzlichen Sauerstoff. Es gibt nur wenige, die sich so gut in der Bergwelt auskennen. „Es ist eine tolle Geschichte, was da die Gründer auf die Beine gestellt haben. Die Wetter-App ist sehr gut anwendbar und die Tourenbeschreibungen sind äußerst übersichtlich.“ Er selbst „überprüft“ immer wieder die Richtigkeit. „Es ist wichtig, dass sich die Leute verlassen können, dass die Beschreibungen auch korrekt sind.“

Partner für neue Gipfel. Doch jeden Alpinsportler packt die Leidenschaft, neue Höhen und neue Abenteuer zu erleben. Trotz des steilen Aufstiegs sehen die drei Gründer ihr Projekt noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil. Durch die 60-prozentige Übernahme von Russmedia Equity Partners sollen neue Gipfel erklommen werden. „Wir haben seit Längerem mit großer Bewunderung verfolgt, was die drei Gründer mit Bergfex im Bereich des alpinen Outdoorbereichs aufgebaut haben“, betont Eugen B. Russ, selbst begeis­ terter Tourengeher und Wanderer. Und wenn der 34-jährige Geschäftsführer der Vorarlberger Russmedia Consulting GmbH und Russmedia International AG vom Rüfikopf auf den Wöstersattel eine Aufstiegspur in der schneeweißen Winterlandschaft hinterlässt, werden die Geistesblitze nicht lange auf sich warten lassen. Wie könnte es auch anders sein, wenn drei M ­ änner im Schnee eine Leidenschaft verbindet. Marion Hofer

Sein Sohn Stefan arbeitet als selbstständiger Bergführer und benützt bergfex.at sehr oft. Beispielsweise auf der Suche nach neuen Touren. Hier spuckt die größte Onlineplattform für die Bergwelt immer

Männer im Schnee. Theo Fritsche, Extrembergsteiger aus ­Vorarlberg (Bild links). Die Bergfex-Gründer Markus Kümmel, ­Oliver Jusinger und Andras Koßmeier mit Eugen B. Russ (2. v. l.).

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Fotos: shutterstock, privat, Russmedia

Stubaier Alpen. 80 Gletscher und eine imposante Bergkulisse machen die Stubaier Alpen in Tirol zu einem beliebten Hochtourengebiet.


Marke Vorarlberg auf Kurs

A

ls im April dieses Jahres hunderte Vorarlber­ gerinnen und Vorarlberger dem Spendenaufruf der „Marke Vorarlberg“ folgten und innerhalb kürzester Zeit über 1000 Schülerinnen und Schüler dank des Projekts „School Kids online“ einen neu aufgesetzten und desinfizierten Computer erhielten, zeigte Vorarlberg, was es kann! Das Team der „Marke Vorarlberg“ hatte den ursprünglich vorbereiteten Jahresplan rasch den neuen Bedingungen angepasst und half gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen dort, wo es nötig war. Mit „School Kids online“ bewies Projektleiter Christian Lampert von der Wirtschafts­Stand­ ort Vorarlberg Gmbh (WISTO): die Werte, die die „Marke Vorarlberg“ prägen, werden tatsächlich gelebt! Sie sind das Ergebnis mehrerer Workshops, den eine 30­köpfige Projektgruppe, bestehend aus Querdenkern, Visionären und Experten aus allen Themenbereichen und Regionen des Landes, erarbeitete.

Mit verschiedenen Projekten und unterschiedlichen Partnerschaften soll dieses Ziel nun Schritt für Schritt erreicht werden. Beispielsweise unterstützte die „Marke Vorarlberg“ im Sommer 2020 qualitativ hochwertige Feriencamps und damit über 1000 Kinder und Eltern. www.standort-vorarlberg.at

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Es war dieselbe Gruppe, die in einem weiteren Workshop auch ein Ziel für die kommenden Jahre des Landes defi­ nierte. Es sollte eine große Klammer für alle Aktivitäten im Land sein: „2035 ist Vorarlberg der chancenreichste Lebensraum für Kinder.“

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Foto: Frederick Sams

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Des Kaisers altes Grätzel

Foto: Wien Tourismus/Peter Riguad

Von Wiener Originalen und kaukasischen ­ Flügelnüssen – die Innere Stadt begeistert durch ­einen coolen Mix an geschichtsträchtigen ­ Orten, gastronomischen Hotspots und ganz viel „weanarischem Charme“. Habe d’Ehre!

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Hier sind die Kommerzialräte und Hofratswitwen zu Hause. Soll heißen: Im Herzen der Stadt hört man ab und an das Wienerisch, das dem gemeinen Volk nur aus alten ORF-Filmen bekannt ist.

Die Innere Stadt ist innerhalb ihrer kreisförmigen Ordnung Einkaufs- und Tourismushochburg sowie Verwaltungsviertel für Bund, Land und Stadt. Dennoch: Das Tempo und Publikum im 1. Bezirk haben sich verändert. Wo sich früher touristisch

motivierte Menschenströme durch das äußere Burgtor über den Heldenplatz ­ schoben, treffen sich derzeit Wiener Jugendliche zum Chillen und Skateboard fahren. Die Touristen sind merklich weniger geworden, Fiaker traben nur noch vereinzelt durch die Gassen. Küss die Hand. Hier sind die Kommerzialräte und Hofratswitwen zu Hause. Soll heißen: Im Herzen der Stadt hört man ab und an das Wienerisch, das dem gemeinen Volk nur aus alten ORF-Filmen bekannt ist. Die Frisuren sind perfekt gestylt, die Schuhe und Handtaschen besser, die Kleidung teurer. Ältere perfekt geschminkte Damen im Chanel-Kostüm oder akkurat frisierte Männer mittleren Alters im Designer-Anzug – sie sind es, die neben den vielen historischen Bauwerken, Museen und geschichtsträchtigen Ecken den besonderen Charme der Inneren Stadt ausmachen. Der 1. Bezirk gehört wieder mehr den Menschen, die hier leben und arbeiten.

Schon vor Corona war das eine Frage der Uhrzeit: Wer sich in aller Früh aufmachte, d. h. vor Erwachen des 1. Bezirks zwischen 8 und 9 Uhr, der traf lediglich auf Müllabfuhr, Blumenfrau sowie zur Arbeit eilendes Fußvolk und hatte quasi die Bühne um den Stephansplatz und Graben für sich. Drache und Flügelnuss. Neben den echten Wiener Originalen, die sich im 1. Bezirk noch in konzentrierter Form beobachten lassen, finden sich in verwinkelten, schiefen Gassen die Spuren manch alter Sage. Auf ausgedehnten Spaziergängen trifft man auf Basilisken, Lindwürmer und Teufelsfratzen. Apropos: Nirgendwo sonst ist dem Fußverkehr so viel Fläche gewid-

Delikatessen. Nobelimbiss Mayer & Freunde.

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Fotos: Vladimir Koczian, Alan Kavcic, Footsteps

D

er 1. Wiener Gemeindebezirk ist ein Kosmos für sich: Stephansdom, Graben, Hofburg, Albertina, Volksgarten sowie die alteingesessenen Shops mit ihren funkelnden Auslagen und traditionsreichen Kaffeehäusern. Mit seinen 2,9 Quadratkilometern ist die Innere Stadt übrigens der sechstkleinste der 23 Wiener Gemeindebezirke. Nur rund 16.000 Menschen wohnen hier – das sind so wenig wie in keinem anderen Stadtteil. Dem gegenüber stehen etwa 100.000 Menschen, die in der Inneren Stadt einer Arbeit nachgehen – so viele wie in keinem anderen Grätzel. Allein diese Tatsache deutet schon auf die besondere Stellung hin, die dieser Bezirk in der Bundeshauptstadt einnimmt.


Prickelnd. Winzerchampagner kleiner Domänen finden sich im Dosage.

weniger philosophische Lebensweisheit, wie die von Napoleon Bonaparte: „Nach einem Sieg verdienst Du ihn, nach einer Niederlage brauchst Du ihn!“

met. Nach aktuellen Plänen dürfte die Wiener Innenstadt sogar weitgehend zur autofreien Zone erklärt werden. Doch nicht nur Wiener Originale, architektonische Juwelen und sagenträchtige Wesen erwarten den Besucher des 1. Bezirks. Auch Liebhaber grüner Gewächse geraten ins Schwärmen: So finden sich etwa ein Japanischer Schnurbaum oder die Kaukasische Flügelnuss im Stadtpark. Am Schmerlingplatz wurzelt etwa die Persische Parrotia. So außergewöhnlich diese Namen klingen, so einzigartig ist ihr Status: Sie allesamt wurden zu einem „Naturdenkmal“ erklärt. Fleischeslust. Ins Schwärmen gerät auch, wer auf der Suche nach kulinari-

schen Hotspots und besonderen Geschäften durch die verwinkelten Gassen schlendert. Einer der ältesten Straßenzüge ist der Fleischmarkt. Sein Name ist seit dem Mittelalter nachweisbar und bezieht sich auf die hier ansässigen Fleischhauer. An dieser geschichtsträchtigen Adresse widmet sich in der Nummer 16 Frisco Schober dem französischen Perlwein in seiner prickelnden Schönheit. In seiner Champagner-Bar Dosage hat er sich ganz und gar dem Winzerchampagner kleinerer Domänen verschrieben. Die Auswahl umfasst rund 60 verschiedene Winzerchampagner, wie etwa die Hausmarke „friso“ aus dem Hause Trudon. Das Schöne: mit dem edlen Tröpfchen verbindet sich so manche mehr oder

Schuh-bidu. Coole Auswahl im Footsteps.

Ein paar Häuser weiter (Nr. 12 a) residiert das Footsteps: Seit mehr als 20 Jahren ist das die Adresse für SchuhliebhaberInnen in der Inneren Stadt. Die beleuchtete Wand setzt die trendigen Sneaker und sorgfältig ausgewählten anderen Brands ins rechte Licht. Das Besondere ist die Mischung: neben angesagten Sport-Marken finden ­ sich feine Stiefeletten und Flip Flops. Freunde im Regal. Am Stephansdom versteckt sich in einer Seitengasse das „Mayer und Freunde“ (Jasomirgottstraße 4). „Mayer im Lokal, Freunde im Regal“ ist das Prinzip, nach dem Sternekoch Alexander Mayer sein neuartiges Crossover zwischen Feinkostladen und Bistro bespielt. Die über viele Jahre hinweg guten Beziehungen zu ausgesuchten Lieferanten spielen dabei ebenso eine Rolle wie Mayers

Napoleon Bonapartes schlaue Lebensweisheit zum Kultgetränk: ‚Nach einem Sieg ­verdienst Du ihn, nach einer Niederlage brauchst Du ihn!‘ kontur 95


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Exquisites. Katharina Klamerth „Auf der Seil“.

Fotos: Christina Haeusler, Jürgen Hammerschmid, Rozet & Fischmeister

jüngste und fortdauernde „Jagd“ nach kleinen Produzenten bester Spezereien aus nah und fern. So finden sich hier etwa Schinken von Thum neben Cecina de Leon aus Spanien oder steirischer Wurzelspeck neben Bayonne-Schinken aus dem französischen Baskenland, Bio-Brot von Georg Öfferl (Öfferls Biodampfbäckerei findet sich in der Wollzeile 31 und ist allein wegen der verschiedenen Natursauerteigbrote grandios) und den besten Käsen von Stephan Gruber & Co.

e Garantie und/oder ungspreis ngsgebühr Consumer

Apropos Mayer: Schräg über den Stephansplatz, wo sich die Singergasse Richtung Stadtpark schlängelt, hat sich Designerin Michel Mayer (Singerstraße 7) eingerichtet. Klassische, klare Schnitte, gepaart mit einer Prise Leichtigkeit sind die Kennzeichen der Kleider, Mäntel und Blusen. Die neue Kollektion ist unkompliziert im Umgang, der Fokus liegt verstärkt auf dem Tragegefühl, der Bequemlichkeit sowie einer neuen Form von Selbstverständlichkeit – nach dem Motto „Raus aus der Jogginghose“. Highlight ist die „No Mask“-Kollektion, die ein stylishes Fashion-Statement und eine Alternative zur 08/15-Wegwerfmaske bildet, weil sie die „Schutzausrüstung“ in das Kleidungsstück integriert. Seilschaften. Exquisite Entdeckungen warten „Auf der Seil“ (Seilerstätte 18–20). Im Concept Store von Katharina Klamerth gibt es nichts, was nicht besonders ist. Wunderschöne Accessoires wie handbe-

No Mask. Michel Mayers kreative Kollektion.

stickte Seidensamt-Täschchen und Pölster, geflochtene Ledertaschen, traumhafte Schals, Broschen aus Indien aber auch Mode aus Vintage-Kimonos und viele besondere Deko-Ideen. Allem gemeinsam ist eine verführerische Farbigkeit. Nur wenige Minuten davon entfernt ist in der Johannesgasse 4a die Vollpension beheimatet: Das Generationencafé, das 2012 als Pop-up-Experiment in einer Schneiderei startete, war so erfolgreich, dass nach dem ersten Standort im 4. Bezirk im letzten Jahr ein weiterer in der Innenstadt folgte. Das Social Business-Projekt, in Kooperation mit der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, hat das Ziel, älteren Menschen eine Beschäftigung zu bieten und sie so aus der Einsamkeit zu holen: SeniorInnen backen feine Kuchen und Torten und kredenzen sie Schleckermäulchen in gemütlichem Ambiente. Also: Kuchen essen für Omas Glücksgefühle! Am Ende der Grätzeltour kommt einem das Zitat vom österreichischen Autor und Journalisten Fritz Molden in den Sinn: „In Wien hat sich seit hundert Jahren nichts verändert, nur der Kaiser kommt nicht mehr.“ Denn, so ganz stimmt dieser Ausspruch nicht mehr. Die Innere Stadt ist vielmehr eine Art prickelnder Champagner, in dem die Reminiszenzen der k.u.k Zeit mit hippen Shops, moderner Lässigkeit und einer großen Portion Charme ein „ur leiwandes“ Universum konserviert haben.

Sie gehören zum 1. Bezirk wie die Hofratswitwen und Kommerzialräte: Die k.u.k. Hoflieferanten versorgten in der österreichisch-ungarischen Monarchie das Kaiserhaus. Heute noch tragen einige Traditionsbetriebe im 1. Bezirk diesen Titel, wie Rozet & Fischmeister. kontur 97


Perfekt. Schnitzel im Meissl & Schadn.

Im Herzen der Stadt: Diese Adressen sind einen Besuch wert

Zweigstelle Boutique. Andreas Bamesberger zeigt hier eine schöne DuftkerzenSelektion von Cire Trudon: Die französische Wachsmanufaktur ist die älteste der Welt und hat bereits für große Häuser wie Hermès, Guerlain und Dior Kerzen von höchs­ ter Qualität geschaffen. Der Store ist der einzige außerhalb Frankreichs, der diese große Auswahl anbietet. Bauernmarkt 9 Le Pic. Ob aus alten Aufzugstüren konstruierte Nischen oder mit Ziegelsteinen dekorierte Wände – die Brasserie verbindet den Vintage-Stil mit der Moderne aus dem 21. Jahrhundert. Ob das typische petit déjeuner mit Croissant und Cafe au Lait, gratinierte Baguettes, Moules Frites oder Quiches à la Carte zu Mittag – Liebhaber

Gin & Deo. Naturheilkunde bei Saint Charles.

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der französischen Küche und jene, die es werden wollen, kommen im Le Pic voll auf ihre Kosten. Dr. Karl-Lueger-Platz 3 Saint Charles City Store. Alexander ­Ehrmann, der Apotheker in sechster Generation, taucht tief in die Welt der Naturheilkunde ein. Der Shop vereint sämtliche Eigenkreationen von Saint Charles: Apothekerseife, Deodorant, Sprays, Hautpflegeprodukte oder den Apotheker Gin, der in Zusammenarbeit mit Bio-Gin-Pionier Josef Farthofer entstanden ist. Herrengasse 6–8 Les Néréides. Anlässlich seines 40-jäh­ rigen Bestehens hat das französische ­Modeschmuck-Label seinen ersten Shop in Österreich. Wien als Hauptstadt des Balletts passt hervorragend zur märchenhaften Kollektion „Pas de Deux“, bei der Primaballerinen an Hals, Hand und Ohren zauberhaft um die Wette tanzen. Tegetthoffstraße 7 The Guesthouse Vienna. Manfred Stallmajer hat mit dem Guesthouse ein stylishes Boutiquehotel mitten in die Innenstadt gesetzt. Kein gewöhnliches Hotel, sondern ein Zuhause auf Zeit – sprich privates Ambiente gepaart mit High-End-Komfort.

Bonjour. Brasserie Le Pic mit Vintage-Charme.

Die Zimmer und Suiten wurden vom britischen Designer Sir Terence Conran entworfen und verteilen sich auf acht Stockwerke. In der Brasserie samt Bäckerei gibt es ein hervorragendes Frühstück sowie eine zeitgemäße traditionelle Wiener sowie internationale Küche von Benjamin Walch. Führichgasse 10 k.u.k. Hoflieferanten. Sie gehören zum 1. Bezirk wie die Hofratswitwen und Kommerzialräte – Die k.u.k. Hoflieferanten versorgten in der österreichisch-ungarischen Monarchie das Kaiserhaus. Auch heute noch tragen einige Traditionsbetriebe im 1. Bezirk diesen Titel und bieten höchste Handwerksqualität in schönem Ambiente. Eine Auswahl: A.E. Köchert (Schmuck & Juwelen: Neuer Markt 15), Albin Denk (Porzellan & Gläser: Graben 13), Demel K. & K. Hofzuckerbäcker (Konditorei & Konfiserie: Kohlmarkt 14), Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker (Konditorei & Konfiserie: Kärntner Straße 51), J. & L. Lobmeyr (Kristallgläser und Kronleuchter: Kärntner Straße 26), Knize (Herrenausstatter: Graben 13), Rozet & Fischmeister (Schmuck & Silber: Kohlmarkt 11), Scheer (Schuhmacher: Bräunerstraße 4). Christiane Schöhl von Norman

Fotos: Robin Koenig, Le Pic/Robert Weinzettl, Grand Ferdinand

Meissl & Schadn. Hier erfährt die Lieblingsspeise der Österreicher, das echte Wiener Schnitzel, seine Perfektion. Und so ertönt das charakteristische Klopfen, das beim fachgerechten Plattieren entsteht, in aller Regelmäßigkeit durch die offene Salonküche. Aber auch andere Klassiker der großen und kleinen Wiener Küche wie Tafelspitz, Schulterscherzerl, Kaisersuppe werden hier gepflegt. Schubertring 10–12


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Geisterküchen und Butterbrot K lar, im ersten Corona-Lockdown mussten sich alle erst einmal neu orientieren, wie sie sich ernähren wollen, vor allem wie sie sich ernähren können. Immerhin die Lebensmittelmärkte waren ununterbrochen offen, die Vorratshaltung also nicht zwingend notwendig – aber man weiß ja nie. In den Supermärkten entwickelte sich ein Run auf Fertiggerichte, in Deutschland etwa sollen heuer über eine Milliarde davon ausgeliefert werden, aber auch auf regionale Lebensmittel. Denn neben den Fertiggerichtkonsumenten haben viele zu Hause festsitzende Büromenschen wieder ganz oft selbst gekocht. Besonders beliebt: Brot backen.

Brot ist das neue Fleisch. In der Spitzengastronomie ist Brot das neue Fleisch. Haubenköche tüfteln an Brotrezepturen, setzen eigenen Sauerteig an, backen Brot, wie es sich die Gäste erträumen: Mit krachender Kruste und flaumigem Inneren, mit einem Duft, der Erinnerungen an die Kindheit weckt. Nicht, dass nicht vorher schon Selbstgebackenes im Brotkorb landete, inzwischen wird dem Brot – und nicht zu

Früchte des Waldes. Andreas Döllerer bringt sie auf den Teller.

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vergessen – der Butter, ein eigener Gang gewidmet, etwa beim Erfinder der Alpine Cuisine, dem Salzburger Ausnahmekoch Andreas Döllerer, der sich auch den „Früchten des Waldes“ intensiv widmet und Zirbenessenz oder Fichtenaioli auf den Teller bringt und damit die Heimat in ein ganz neues Licht rückt.

In Vorarlberg ist es Max Natmessnig, einer der besten Köche im gesamten Alpenraum, der das Menü im Schualhus der ­Roten Wand in Lech-Zug um ein Highlight bereichert, indem er währschaftes Brot mit gesalzener Butter serviert. Ein Gang des Menüs, der in Erinnerung bleibt. Und selbst beim kreativsten Koch des Burgenlands, Max Stiegl im Gut Purbach, darf man sich über Brot und Butter freuen. Ein Homecooking-Trend, der Eingang in die Hochküche gefunden hat. Doch nicht nur die Spitzengastronomie kennt Trends. Auch in Landgasthöfen tauchen auf den Speisekarten neue Gerichte auf. Bei manchen davon ist das Label „Convenience“ auch für Laien gut zu erkennen: Etwa beim steirischen Backhendl, das von

Foodreport. Hanni Rützler stellt alljährlich Gastronomietrends vor.

Fotos: David Payr für Plan W, Restaurant Döllerer, Rote Wand

Die Essgewohnheiten und -vorlieben sind einem ständigen Wandel unterzogen. Doch heuer hat auch Covid19 einen guten Teil zur Entwicklung in den Küchen und Restaurants beigetragen – das sind die neuen Trends in der Gastronomie und in den heimischen Küchen.


Währschaft. Max Natmessnig widmet sich mit seinem ganzen Können dem Backen eines außergewöhnlichen Brotes.

zahlreichen industriellen Produzenten hergestellt wird. Aufgenommen und regionalisiert wurden damit die Chickennuggets, die in Fastfood-Lokalen zu den Lieblingen der Gäste gehören. Nur: Ein echtes, selbst gemachtes Backhendl, wie es etwa das Restaurant Mangold in Lochau anbietet, schmeckt dann doch ganz anders. Vorproduzierte und lange haltbare Ware ist aber ein Gebot der Stunde, nachdem viele Speiselokale nach dem Lockdown auf ihren ­Vorräten sitzen geblieben sind. Biodiversität. Ganz klar einen Trend gibt es zur vegetarischen und zur veganen Küche, doch noch fehlt es vielen Köchen an der notwendigen Inspiration und Erfahrung, neben Käsknöpfle, Salatteller und Rösti mit Ofengemüse den pflanzlichen Genüssen auf den Grund zu gehen. Überhaupt sind neben den Gastronomen die Produzenten gefordert. Uralte heimische Sorten feiern ein Comeback, die Gäste achten inzwischen auch beim Blick in die Speisekarte auf Biodiversität, auf Klimaschutz und Ethik, wie die Vorarlberger Gründerin und Leiterin des futurefoodstudios, Hanni Rützler, deren jährlich erscheinender FoodReport in der europäischen Gastronomiebranche als Bibel gilt. Dazu mögen auch Bowls gehören, doch die brauchen das entsprechende Umfeld: Urban, trendy und ein bisschen alternativ sollen die Lokale sein, um bei der Zielgruppe Anklang zu finden. Bowls sind Gerichte, bei denen alle Zutaten in eine Schüssel kommen. Der Trend ist in den USA aus der Clean-Eating-Bewegung heraus entstanden und kann ohne großen Aufwand immer auf den neuesten Stand des Geschmacks gebracht werden. Statt Avocados, die ob ihrer Anbaumethoden und den

Die mit Geisterküchen operierenden neuen Food-Delivery-Plattformen entwickeln sich zum Netflix und Spotify der Gastro-Branche. Geschäftsmethoden ihrer Vermarkter zumindest bei einem Teil der Community in Verruf geraten sind, können problemlos neue Lebensmittel eingearbeitet werden, zu Hause gerne auch aus der Gemüsekiste, die bei vielen Landwirten erhältlich ist. Nun setzt sich auch der Handel auf diesen Trend. Bei Interspar kann man sich über 20 Varianten nach Hause bestellen. Nach Hause bestellen gehört laut Rützler ebenfalls zu den Foodtrends, die Corona so richtig in Fahrt gebracht hat. Sie spricht von Ghost Kitchens, also Geisterküchen. In den sogenannten „Delivery-only-kitchens“ wird zwar gekocht, aber nicht gegessen. Das Restaurant selbst gibt es nicht mehr, es braucht keine Gaststube, keine hohen Mieten, nichts. Die Speisen werden

entweder selbst oder über einen Lieferservice geliefert und daheim genossen. „Mit den Ghost Kitchens hat sich freilich schon vor der Krise eine Disruption der Alltagsgastronomie angekündigt“, so die Expertin, „nun passiert sie schneller als erwartet. Die mit Geisterküchen operierenden neuen Food-Delivery-Plattformen entwickeln sich zum Netflix und Spotify der Gastro-Branche“, führt sie im Interview mit einem Gastronomieportal aus. Deshalb bleibt auch der Trend zu Länderküchen hoch. Am besten und sehr oft inzwischen mit heimischen Produkten. Doch Spaghetti, Dim Sum und Co bleiben beliebt bei den Essern, die damit wenigstens auf dem Teller den Hunger nach der Ferne ­befriedigen. Andreas Scalet

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Lernwerkstatt Werkraumschule Bregenzerwald Dauerausstellung

Ausstellung, Shop & Werkraum Wirtschaft Di – Sa, 10 – 18 Uhr

Werkraumhaus Andelsbuch www.werkraum.at www.shop.werkraum.at


Foto: Historisches Museum St. Gallen

Kommt nach St.Gallen. Gartenlandschaft von Klimt.

Auch verschoben noch 체berraschend Nach dem Lockdown im Fr체hjahr war in den Museen und Kunsthallen nur eines wichtig, n채mlich, dass sie offen sind. Mittlerweile werden in vielen H채usern wieder neue Projekte verwirklicht. Dabei zeigen sich interessante Vernetzungen. kontur 103


Naturwissen­schafler als Grafiker. H ­ ugo Hennebergs „Blauer Weiher“.

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Im Historischen Museum St. Gallen wie im Kunsthaus Zürich sind Ausstellungen mit Wiener Kunst der Jahrhundertwende geplant.

B

isher ist Beethoven heuer zweifellos zu kurz gekommen. Kaum dominierte er die Titelblätter von Musikmagazinen, waren die Konzert- und Musiktheaterhäuser, die umfangreiche Programme vorbereitet hatten, auch schon geschlossen. Mit den Museen verhielt es sich nicht anders. Die Pandemie bewirkte, dass die Feiern zum 250. Geburtstag des Musikgenies mehr oder weniger ausfielen, so mancher Veranstalter tat hoffnungsvoll kund, dass man dann eben des 251. gedenkt. Auch das große Kunsthistorische Museum in Wien widmet sich Ludwig van Beethoven. Gerade noch rechtzeitig konnte die verschobene Sonderschau nun eröffnet werden. Bis Ende Jänner hat man Gelegenheit, sich von „Beethoven bewegt“ berühren zu lassen bzw. zur Meinung zu gelangen, dass auch in einem altehrwürdigen Haus, das die Schätze des Landes hütet, Überraschungen möglich sind. Mit Rebecca Horns „Concert for Anarchy“, mit diesem lädierten Flügel, der respektlos

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Erlebtes und ­Imaginiertes. Arbeit von Herbert Brandl.

von der Decke hängt, hätte man hier nicht gerechnet. Auch nicht mit einer auf Beethoven-Werke bezogenen Choreografie von Tino Sehgal. Freilich sind auch wertvolle Autografen zu sehen und Objekte aus dem persönlichen Umfeld des Komponisten, aber deutlicher, informativer und unterhaltsamer hätte man gar nicht zeigen können, wie sehr Beethoven mit seinem Schaffen in der europäischen Gegenwartskunst präsent ist. Jenseits der Grenzen Europas. Um die Grenzen Europas zu verlassen, braucht es nur ein paar Schritte. Im zum Komplex des Kunsthistorischen zählenden Weltmuseum werden bis April nächsten Jahres Kunst und Kultur der Azteken thematisiert. Als die Spanier im 16. Jahrhundert Mittelamerika einzunehmen begannen, hatten die Azteken längst ein multiethnisches Imperium geschaffen. Auch wenn der viel beschriebene Federkopfschmuck im Fokus steht, den der Habsburger Graf Ferdinand II. in seiner Wunderkammer auf Schloss Ambras be-

Meister des Farbholzschnitts. ­Frauenakt von Reichel.

wahrte, zeigt das Museum vor allem Ergebnisse neuester Grabungen. Verdeutlicht werden anhand von Objekten etwa vielfältige Handelsbeziehungen, urbane Alltagsstrukturen oder auch der Glaube, dass die Schöpfergötter des Universums männlich und weiblich waren und dass diese wiederum zahlreiche weitere Gottheiten geschaf-


Von Venedig nach Wien. ­Installation von Renate ­Bertlmann im Belvedere.

Fotos: Historisches Museum St. Gallen, Belvedere/Stoll, Joanneum/Kucek,Günzel, KHM-Museumsverband

fen haben, die für verschiedene Belange zuständig sind und denen es zu opfern gilt. Während in Europa die meisten Museen und Kunsthäuser wieder offen sind, verhalten sich in den USA einige Sammler noch sehr zurückhaltend. Die Neue Galerie in New York, die sich unter anderem der österreichischen Kunst der Jahrhundertwende widmet, bleibt vorerst zu. Mittlerweile wissen wir auch, dass auf dem Konzert- und Musiktheatersektor in den USA leider noch länger nichts läuft. Wann es Österreichern wieder ohne Schwierigkeiten bzw. Quarantäne-Auflagen und negativen Testergebnissen möglich ist, in Deutschland Ausstellungen zu besuchen, ist noch unklar. Die Sonderschau über Spionage in der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt läuft jedenfalls noch bis Jänner. Etwa 40 Künstler behandeln das Thema, das nicht nur in der Pop-Kultur einen weiten Bereich einnimmt und im Fiktiven verankert

ist, Gruppierungen wie die britische Vereinigung Forensic Architecture übernehmen längst Recherchearbeiten, die die Suche nach den Drahtziehern bei der Ausschaltung von politischen Gegnern einbezieht. Beginn der Moderne. Wer an der Ausstellung „Paula und Otto“ Freude hatte, die das Lindauer Kunstmuseum heuer engagiert mit guten Leihgaben ausrichtete, wird wahrscheinlich in einem Jahr einen Frankfurt-Besuch ins Auge fassen. Die Schirn widmet sich nämlich umfangreich der Künstlerin Paula Modersohn-Becker (1876–1907), die mit ihren Arbeiten für den Beginn der Moderne in Deutschland steht und dabei keinen Strömungen zuzuordnen ist. Der in Wien tätige Vorarlberger Kunsthistoriker Tobias G. Natter hat im Rahmen seiner zahlreichen internationalen kuratorischen Projekte ihre Vorreiterrolle vor einiger Zeit in der erwähnten Neuen Galerie dem New Yorker Kunstpublikum

Es hat lange gedauert, bis der Austria-Pavillon auf der bedeutenden Biennale Venedig einer Künstlerin gehört. Renate Bertlmann hat dort 2019 eine Installation realisiert. Der zentrale Teil ist nun im Belvedere in Wien zu sehen. Die nächste Kunstbiennale findet coronabedingt erst im Jahr 2022 statt. Österreichs Vertreter sind Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl. Sie werden ab Dezember 2020 mit Arbeiten im Kunsthaus Bregenz präsent sein. kontur 105


Nach einer großen Ausstellung im Wiener Belvedere ist dem Österreicher Herbert Brandl in einer umfangreichen Schau im Kunsthaus Graz zu begegnen. vermittelt. Natter, ehemals Direktor des Leopold Museums in Wien und des Vorarlberger Landesmuseums, bereitet nun eine Ausstellung im Historischen Museum in St. Gallen vor, die zur 100-Jahr-Feier der Institution realisiert wird. Sie beginnt im März nächsten Jahres und soll die Beziehungen zwischen St. Gallen und Wien thematisieren. Keine Frage, dass Arbeiten von Gustav Klimt dabei sein werden, grundsätzlich geht es aber auch um die Rolle von Künstlerinnen und Künstlern bei gesellschaftlichen Veränderungen und prägenden Entwicklungen. Apropos Entwicklungen: Gar nicht lautlos, aber eben mit entsprechend langer Bauzeit und daher in den Medien nicht so oft präsent, entsteht in Zürich der größte Museumskomplex der Schweiz. Der Erweiterungsbau des Kunsthauses nach Plänen des Architekten David Chipperfield wird im

kommenden Jahr eröffnet. Architekturführungen werden – selbstverständlich nur per Voranmeldung – bereits angeboten. Das Kunsthaus selbst festigt derweil seine Beziehungen zu Wien. Ferdinand Hodler (1853–1918), der zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Schweizer Kunstgeschichte zählt, hatte sich mit den Arbeiten in der Wiener Secession beschäftigt, fand enorm Gefallen an dem, was in der österreichischen Hauptstadt an Neuem geschaffen wurde und gab die Einrichtung seiner Wohnung in Genf bei der Wiener Werkstätte in Auftrag. Wenige Jahre später kam es zur Gründung einer Zürcher Filiale dieser Produktionsgemeinschaft um Josef Hoffmann und Koloman Moser. Bezüge zu Bregenz. Die Fondation Beyeler in Basel-Riehen konnte trotz des Lockdown rund 250.000 Besucher bei der großen Edward-Hopper-Schau begrüßen. Nun

zeigt man die umfangreiche Sammlung von Meisterwerken der Klassischen Moderne, aber auch Neuerwerbungen. Eine Soundinstallation von Susan Philipsz zählt dazu. Die schottische Künstlerin hatte einmal im Kunsthaus Bregenz und am Jüdischen Friedhof in Hohenems eine sehr berührende Arbeit realisiert, in der sie auf die Vertreibung und Ermordung von Millionen Menschen während der Nazi-Diktatur verwies. Einen Bezug zu den Aktivitäten des Kunsthaus Bregenz stellt übrigens auch das Museum Lentos in Linz her. Für das KUB bzw. auf Anregung von dessen Mitarbeitern hatte VALIE EXPORT vor ein paar Jahren ihr umfangreiches Archiv geöffnet, geordnet und präsentiert. Sabine Folie hat jetzt mit Teilen aus dieser Präsentation im Lentos eine Hommage an die Österreicherin kuratiert, die als eine der wichtigsten Vertreterinnen konzeptueller Medien-, Performance- und Filmkunst gilt. Emoticons, also kleine Bildzeichen, die eine Gefühlsregung allgemein verständlich transportieren, hat die Vorarlberger Künstlerin Claudia Larcher mit uralten Masken in Verbindung gebracht, die ihr während eines Aufenthaltes in Sri Lanka begegnet sind. Sie beauftragte Handwerker mit der Herstellung von Holzmasken, die den Emoticons nachempfunden sind. Die Pro­ tagonisten ihrer Foto- und Videodokumentation verbergen darunter ihre wahren Gefühle und täuschen andere vor. Mit der starken Arbeit zu Verhaltensmustern und global angewendeten Zeichen ist sie nun im Museum Joanneum in Graz vertreten. Ein schöner Erfolg. Christa Dietrich

Beethovens epochale Bedeutung lässt eine Unmenge von ­Anknüpfungspunkten zu, das Reservoir zur Inspiration ist nahezu unerschöpflich. 106 kontur

Beethoven. Das KHM widmet sich dem Komponisten.

Fotos: Joanneum/Kucek, KHM-Museumsverband

Starke Arbeit. Claudia Larcher mit ihren ­Masken im Joanneum.


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