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FrĂźhling 2020 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Bei den Spezialisten fĂźr Schwingungen Warum Beethoven die Champions League ist Zwei BrĂźder und ihr GespĂźr fĂźr Metall GreiĂ&#x;ler, Gummistiefel und Genuss in Wien Wie Christine Andorfer Bilder komponiert

Foto: Erste Group

Empathischer Pionier mit Leidenschaften


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Editorial

Frühling 2020 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Mit Passion. Von wegen „trockener Zahlenmensch“ oder „unauffälliger Analytiker“. Bernhard Spalt ist empathischer Weltmann, risikobereiter Pionier – und seit 1. Jänner 2020 Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG. Ein viel beschäftigter Mann mit einer Leidenschaft für Schach, Film, Literatur und Kochen. Auf leisen Sohlen. Die Getzner Werkstoffe GmbH in Bürs ist der führende Spezialist für Schwingungs- und Erschütterungsschutz. Ob unter Gleisen oder Gebäuden – mit seinen einzigartigen Produkten leistet das Unternehmen weltweit einen wertvollen Beitrag für eine höhere Lebens- und Arbeitsqualität.

Empathischer Pionier mit Leidenschaften

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Foto: Erste Group

Ort für Geschichten. Im neuen Vorarlberger Literaturhaus in der Hohenemser Villa Rosenthal werden nicht nur klassische Textformen gepflegt. Auch das Genre der Graphic Novel findet hier seinen Platz und lässt Literatur in Bildern erleben.

Bei den Spezialisten für Schwingungen Warum Beethoven die Champions League ist Zwei Brüder und ihr Gespür für Metall Greißler, Gummistiefel und Genuss in Wien Wie Christine Andorfer Bilder komponiert

Inhalt 06 Gute Schwingungen Die Experten von Getzner Werkstoffe sorgen weltweit für weniger Lärm und Erschütterungen. 13 Willkommen Zukunft Überbetriebliche und betriebliche ­ Initiativen in Vorarlberg zeigen, wie Digitalisierung funktionieren kann. 16 Champions League Ludwig van Beethovens Geburtstag prägt in diesem Jahr die KlassikSzene. Und Dirigent Manfred Honeck mischt prominent mit. 20 E-Power mit Stern Erste Eindrücke von der brandneuen Mercedes Businessclass. 25 Selbstbewusst Wie die NONA Architektinnen die von ­Männern beherrschte ­Branche auf den Kopf stellen. 30 Sturmerprobter Stratege Bernhard Spalt, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG, über Risiko, Schach und Gulasch.


35 Unser täglich Brot Gutes Brot und coole Bäckereien erleben eine Renaissance. Laibe im Klein- und Großformat avancieren zum Genussmittel. Dabei war Brot doch schon immer das Lebensmittel des Herzens. 38 Mit ruhiger Hand und guten Augen Vor genau 135 Jahren legte Uhrmachermeister Eduard Weirather den Grundstein für ein erfolgreiches Familienunternehmen. 43 Die Kunst der Inszenierung Fotografin Christine Andorfer kreiert Bilder, wie sie d ­ iese sehen will. Gestochen scharf, authentisch, unverwechselbar, ästhetisch und klar. So werden aus Fotos komponierte Bilder. 49 Zwei Brüder und ihr Gespür für Metall Wenn die Andelsbucher Konrad und Jodok Felder Hand anlegen, entstehen meisterliche Werke. Gilt es noch dazu, spezielle Lösungen zu finden, sind die Metallbauer voll in ihrem Element. 56 10 Fragen an ... Karin Seyfried. Die Geschäftsführerin der Schneider Automobil GmbH über Traumautos, Frauenpower und abendliche Perspektivenwechsel. 59 Man trifft sich Wie Unternehmen in ihrer Arbeitswelt für spontane Begegnungen und wertvolle Gespräche sorgen können. 62 Klein aber fein Wiens kleinster Bezirk, der Achte, hat einiges zu bieten. Auf Entdeckungstour im „Dorf der Wiener“. 69 In letzter Minute Warum die Geschichte des Schaufelraddampfers Hohentwiel vor 30 Jahren fast zu Ende gegangen wäre.

72 Vom Suchen und Finden Stelleninserat schalten und auf die Flut von Bewerbungen warten? Diese Zeiten sind vorbei. Die Personalsuche ist von einer administrativen ­Aufgabe zur hohen Kunst geworden. 74 Große Werke mal anders Die Graphic Novel hat Dynamik in die Literaturlandschaft ­gebracht – und findet auch im Vorarlberger Literaturhaus Platz.

IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Carotta,­ sabine.carotta@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Marion Hofer, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Jasmin Quast, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Bernadette Prassl, bernadette.prassl@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenberg­ straße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard. hann@russmedia.com; P ­etra Kremmel, +43 5572 501-356, petra.kremmel@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@­ russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, g ­ abriel.ramsauer@russmedia.com; Markus Wertl, +43 5572 501 852, markus.wertl@russmedia. com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 27. März 2020 • Nächste Ausgabe: 12. Juni 2020

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Foto: Maurus Huwyler

Auf leisen Sohlen Der führende Spezialist für Schwingungs- und Erschütterungsschutz, Getzner Werkstoffe in Bürs, leistet weltweit einen wertvollen Beitrag für eine höhere Lebens- und Arbeitsqualität.

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Daten & Fakten Gründung: 1969 als Tochter der Firma Getzner, Mutter und Cie. Beschäftigte: 490 (davon 360 am Standort Bürs), 15 Lehrlinge Umsatz 2019: 114,1 Mill. Euro Geschäftsbereiche: Bahn, Bau, Industrie Headquarter: Bürs Standorte: Peking, Kunshan (China); München, Berlin, Stuttgart (Deutschland); Lyon (Frankreich); Pune (Indien); Amman (Jordanien); Tokio (Japan); Charlotte, Decatur (USA) Exportquote: 93 Prozent Investitionen 2019: 21,1 Mill. Euro

Mehr Lebens- und Arbeitsqualität. Die Lösungen basieren auf den selbst entwickelten und hergestellten Produkten Sylomer, Sylodyn, Sylodamp sowie Isotop und kommen in den Bereichen Bahn, Bau und Industrie zum Einsatz. Sie reduzieren Vibrationen und Lärm, verlängern die Lebensdauer der gelagerten Komponenten und senken so den Wartungs- und Instandhaltungsaufwand für Fahrwege, Fahrzeuge, Bauwerke und Maschinen. Durch die Reduktion von Lärm und Vibrationen leistet das Bürser Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Lebens- und Arbeitsqualität. Laut Geschäftsführer Ing. Jürgen Rainalter werden die Schwingungsschutzlösungen weltweit vertrieben. Neben den Standorten in Bürs und Deutschland hat das Unternehmen auch Niederlassungen in China, Frankreich, Indien, Japan, Jordanien und in den USA. Ein engmaschiges Vertriebsnetz in Europa wird

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durch Vertriebspartner in den USA, in Südamerika und Fernost ergänzt. Partner in insgesamt 40 Ländern der Welt vertreiben Produkte von Getzner flächendeckend. „Ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber der wachsenden Zahl von Nachahmern liegt darin, dass wir alles selbst machen, wir kaufen nur die Rohstoffe und sind so hoch spezialisiert“, erläutert Ing. Rainalter weiter. Dazu kommt die einzigartige Produktionstechnologie, die es erlaubt, große Mengen in kurzer Zeit herzustellen und die Stellung als Gesamtlösungsanbieter. Und weiter: „Der größte Erfolgsfaktor weltweit sind aber unsere sehr guten Mitarbeiter, die in kleinen Einheiten arbeiten und über ausgezeichnete Erfahrungen verfügen. Damit sind wir Vorreiter in den Märkten. Diese Sicherung des Vorsprungs ist besonders wichtig, denn vom Markteintritt bis zur Realisierung der ersten großen Projekte dauert es rund zehn Jahre.“ Die Mitarbeiter sind vorwiegend Chemiker, Physiker sowie Bau- und Wirtschaftsingenieure, aber auch Akustiker und Verfahrenstechniker. Geboten werden auch Lehrlings- und Traineeprogramme. Aktuell werden 15 Lehrlinge ausgebildet. Das ist besonders wichtig, denn ein professioneller und funktionierender Schwingungsschutz muss einerseits auf einem hoch qualitativen Produkt basieren, andererseits müssen aber auch die diversen Maßnahmen professionell berechnet sowie fachmännisch verbaut werden und insgesamt perfekt zusammenspielen. Kundenspezifisch. Rainalter: „Wir haben nicht nur mit der Herstellung und Verwendung elastischer Werkstoffe die langjährigste und breiteste Erfahrung am Markt, sondern vor allem auch mit

Fotos: Bruno Klomfar Vienna Austria, SHOCHIKU, studio22.at - marcel hagen

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ie 1969 als Tochter der Firma Getzner, Mutter & Cie gegründete, weltweit tätige Getzner Werkstoffe GmbH mit dem Headquarter in Bürs ist der führende Spezialist für Schwingungs- und Erschütterungsschutz. Vibrationen und Lärm durch störende Schwingungen sind ein zentrales Problem unserer industrialisierten Welt. Vor allem durch die rasante Zunahme des Verkehrs haben Erschütterungen und damit auch die Lärmbelastungen ein immer größeres Ausmaß angenommen. Als Technologieführer im Bereich Schwingungsisolierungen leistet Getzner durch Vibrations- und Lärmreduktion täglich einen Beitrag zur Lebensqualität aller. Dank der Systeme und Produkte von Getzner fahren Züge leiser, arbeiten Maschinen effizienter und leben Menschen in ihren Häusern ruhiger.


Von Bürs in die Welt. Beim Umbau des Kabukiza Theaters in Tokio (Foto rechts) wurde unter anderem Japans größte Drehbühne elastisch gelagert.

Serviceleistungen rund um die Schwingungsschutzlösungen.“ Eine weitere Stärke des Unternehmens ist es, schwingungstechnische Herausforderungen individuell zu lösen. „Wir sind zudem in der Lage, Werkstoffe und Produkte kundenspezifisch zu entwickeln“, unterstreicht Rainalter. In Zusammenarbeit mit einem weltweiten Partnernetzwerk aus Ingenieurbüros, Bauunternehmen, Prüfinstituten und Unternehmen bietet das Bürser Unternehmen eine breite Palette an Leistungen an. Dazu gehören die Grundlagenerhebung, die Lösungsentwicklung, Berechnungen und Simulationen, Wirksamkeitsprognosen und -nachweise, schwingungstechnische Messungen sowie Materialprüfungen und Tests auf einem eigenen Großprüfstand. Auch vor Ort auf der Baustelle bei Planungs- und Baubesprechungen, bei der Einweisung, Verlegung und Abnahme ist das Unternehmen maßgeblich beteiligt. Die Werkstoffe. Getzner entwickelt und produziert zur Isolierung von Schwingungen und Vibrationen kontinuierlich (am Stück) gegossene Polyurethan-Matten. Die Lösungen aus diesen Werkstoffen sorgen für eine hohe Arbeits- und Lebensqualität, indem sie Fahrwege, aber auch ganze Gebäude, Gebäudeteile oder auch Maschinen schwingungstechnisch entkoppeln. Ein Schwingungsschutz ist sowohl an der Quelle als auch beim Empfänger sinnvoll. Eine elastische Lagerung des Schwingungserregers, also beispielsweise eines Motors, Klimageräts oder einer Bahnstrecke reduziert effizient die Ausbreitung von Körperschall. Eine elastische Entkoppelung beim Empfänger – beispielsweise eines Gebäudes – verhindert, dass Vibrationen die Lebensqualität bzw. die Funktionalität beeinträchtigen. Hergestellt werden auch unterschiedliche Formteile.

Innovativ. Die Mitarbeiter bilden die Basis des Erfolges.

Unser großer Vorteil ist, dass wir alles selbst machen. Wir kaufen nur die Rohstoffe. kontur 9


Sylomer. Dabei handelt es sich um einen der führenden Werkstoffe für Schwingungsisolierung am Markt. Bei Bahnstrecken können damit Erschütterungen und Lärm sowie die Instandhaltungskosten nachhaltig und deutlich reduziert werden. In schwingungsbelasteten Räumen ermöglicht Sylomer einen angenehmen Aufenthalt. Als Standard sind zehn unterschiedliche Typen verfügbar, außerdem gibt es eine brandhemmende Sondertype. Die Werkstoffeigenschaften lassen sich für spezielle Anforderungen modifizieren. Sylodyn. Dieser Werkstoff wird als Schwingungsschutz im Nahund Fernverkehr der Bahn eingesetzt, aber auch zur Isolierung von Trittschall in Fußböden und Treppen, zur Lagerung von Gebäuden, Maschinen oder zur Isolierung von Schall zwischen Wänden, Fußböden und Decken. Es handelt sich dabei um ein geschlossenzelliges Elastomer, das kein Wasser aufnimmt. Im Vergleich zu Sylomer bietet dieser Werkstoff ausgeprägtere dynamische Eigenschaften. Sylodamp. Mit der hochwirksamen Materialdämpfung sorgt ­Sylodamp für eine effektive Stoßisolierung. Entsprechend den unterschiedlichsten Anforderungen in Form von stoßförmigen Belastungen wurden sechs fein abgestufte Typen entwickelt. Als Dämpfer sind sie nicht nur für Maschinen, sondern auch für den ­Menschen und dessen Umfeld sinnvoll. Isotop. Dieser Werkstoff wird für die elastische Lagerung der ­technischen Gebäudeausrüstung, wie beispielsweise von raumlufttechnischen Anlagen, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken, ­Kältemaschinen, Ventilatoren, Kompressoren, Pumpen oder Aufzugsanlagen eingesetzt und minimiert entscheidend die Schwingungen. Isotop kombiniert die Materialeigenschaften von Sylomer, Sylodyn und Sylodamp mit den Vorteilen einer Stahlfeder bzw. von Metallelementen.

Endspurt. Aktuell wird der Hauptstandort in Bürs erweitert. Die Fertigstellung des Ausbaus ist für Ende 2020 geplant.

Produkte geachtet. Deshalb hat sich das Unternehmen selbst Richtlinien auferlegt, mit denen es die ambitionierten Umweltschutzziele im Alltag konsequent umsetzen kann. In allen Bereichen wird darum großer Wert darauf gelegt, dass nachhaltige Logistikkonzepte erarbeitet werden und Ausschuss sowie Abfall durch effizientes ­Produktdesign reduziert werden. Zudem werden recycelbare Materialien verwendet und V ­ erpackungen optimiert sowie alternative und klimaschonende Energieformen eingesetzt. Die Entwicklung und Herstellung der Produkte erfolgt umweltschonend und unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards. Ernest F. Enzelsberger

Dynamisch. Geschäftsführer Ing. Jürgen Rainalter.

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Unsere ambitionierten Umweltschutzziele setzen wir im Alltag konsequent um.

Foto: Philipp Steurer, studio22.at - marcel hagen, Getzner Werkstoffe GmbH

Umweltschutz als Unternehmensziel. Bereits seit über zehn Jahren ist der Umweltschutz bei der Getzner Werkstoffe GmbH als bedeutendes Unternehmensziel in allen Unternehmensbereichen verankert. Dabei wird vor allem auf einen ressourcenschonenden Umgang mit den Rohstoffen und auch nachhaltig funktionierende


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Mit Ihrem Geld Gutes bewegen. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG)


Willkommen in der digitalisierten Welt Das Thema Digitalisierung ist eine große Herausforderung und damit auch große ­Aufgabe, die es für die Unternehmerinnen und Unternehmer am Standort Vorarlberg zu bewältigen gilt. Dazu wurden bereits zahl­reiche überbetriebliche und betriebliche ­Initiativen gesetzt, die teilweise auch weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden sind. Hier einige Beispiele.

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Foto: shutterstock

o erläutert etwa Mag. Wolfgang Pfister, Marketingleiter und Pressesprecher der Liebherr Nenzing GmbH: „Die Liebherr-Werk Nenzing GmbH konnte sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als Systemanbieter für Baumaschinen positionieren. Neben der Weiterentwicklung der Produktfamilien im Bereich Spezialtiefbau, Hydroseilbagger und Raupenkrane liegt der Fokus gleichermaßen auf der Entwicklung innovativer IT-Lösungen und Assistenzsysteme, die es dem Anwender ermöglichen, Prozesse auf der Baustelle zu optimieren. Diese Geschäfte werden unter dem Schlagwort DiSC (Digital Solutions & Consulting) zusammengefasst. Vernetzung, Datenanalyse, Visualisierung und Automatisierung: Die Baumaschinen der Zukunft bewegen sich in einer digitalisierten Welt. Für Liebherr als Baumaschinen-Hersteller ist die Zielvorgabe somit klar definiert. Die digitale Integration der Maschinen wird kontinuierlich verbessert. Ein aktuelles Beispiel

dafür ist eine speziell von Liebherr entwickelte Augmented Reality (AR) Lösung. Mit der Liebherr AR Experience lassen sich virtuelle Baustellen auf spielerische Art und Weise erlebbar machen. Alles was dafür benötigt wird, ist ein AR-fähiges Smartphone oder Tablet. Mit der AR Experience werden digitale 3D-Daten in die reale ­Umgebung projiziert. Der Benutzer selbst wird dabei zum Kameramann und kann die virtuellen Baustellen aus jedem Blickwinkel betrachten und dabei die Produktwelt von Liebherr Nenzing in einer völlig neuen Dimension erleben.“ Udo Filzmaier, CEO der S.I.E Unternehmensgruppe, führt aus: „Wir sehen die Digitalisierung längst nicht mehr als Trend oder ein ,Ereignis am Horizont‘. Wir und die Unternehmen in unserem Netzwerk befinden uns inmitten der Transformation und Disruption. Basierend auf dem holistischen Interaktionsansatz unserer System­ integrations- und Digitalisierungstochter

Die Zielvorgabe ist klar definiert: Die digitale Integration der Maschinen kontinuierlich verbessern.

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Udo Filzmaier. „Wir sehen die Digitalisierung längst nicht mehr als ,Ereignis am Horizont‘.“

Bernhard Ölz. „Einen Meilenstein haben wir mit der Ölz Frischdienst-App gesetzt.“

S.I.E Solutions betrachten wir dabei die Digitalisierung als transformativen Prozess zur Entlastung des Menschen. Zu diesem Zweck analysieren wir Prozesse und User-Journeys, um sie zu optimieren und umsetzbare Bestandteile digital abzubilden. Unser Digitalisierungsmodell betrachtet die Prozessabläufe in digitalen und physischen Umwelten als extrem ähnlich aufgebaut. Informationen werden sowohl digital als auch physisch über Sensorik wahrgenommen. Was bei uns Menschen das Auge ist, bildet die digitale Welt in Form passender Sensorik wie Kamerasysteme ab. Wahrgenommene Signale werden in beiden Systemen jeweils an eine Form des Gehirns weitergegeben. Während bei uns Menschen dieses Hirn selbsterklärend ist, bilden in digitalen Systemen Edge-, Fog- und Cloud-Computing-Systeme dieses Gehirn. Dort werden Signale gespeichert, verarbeitet und per Algorithmik entsprechende Aktionen ausgelöst. Auch an dieser Stelle gleichen sich die physische und digitale Welt. Wo wir Menschen z. B. über einen Mund und Stimmbänder oder unsere Hände und Füße verfügen, verfügt die digitale Welt über passgenaue Aktuatorik wie Bildschirme, Lautsprecher oder mechanische Lösungen. Jede Aktion des einen Systems führt dabei wiederum zu einer Wahrnehmung im jeweils anderen System und ein unend-

licher Kreislauf der Mensch-Maschine Interaktion entsteht. Digitalisierung ist für uns die Analyse der physischen ProzessSeite und die Auslagerung von Prozessen oder Prozessschritten in die digitale Welt, um dem Menschen den Fokus auf das Wesentliche zu ermöglichen.“

Ölz Frischdienst-App gesetzt. Das gesamte Ölz Frischdienst-Team ist seit über einem Jahr mit iPads ausgestattet und arbeitet tablet-basiert mit einer eigenen App. Das bringt auch klare Vorteile für die Handelspartner, die so stets über ­top-aktuelle Daten im eigenen Warenwirtschaftssystem verfügen und daraus den entsprechenden wirtschaftlichen Nutzen ziehen können.“ Der Hintergrund dazu: Mehr als 4000 Lebensmittelgeschäfte werden in Österreich direkt von über 200 Ölz Vertriebsmitarbeitern beliefert. Dabei disponieren die Ölz Frischdienst Kundenbetreuer- und Kundenbetreuerinnen einbis dreimal in der Woche – abhängig vom jeweiligen Geschäftstyp – die Ware bedarfsgerecht vor Ort und sichern so die optimale Frische der Backwaren. Ein ausgeklügeltes Logistikkonzept im Hintergrund ermöglicht die flächendeckende nationale Belieferung – österreichweit gibt es 19 regionale Frischdienstniederlassungen. Ernest F. Enzelsberger

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Ausgeklügeltes Konzept. Seit dem Jahr 1938 stellt Ölz der Meisterbäcker als traditionsreiches Vorarlberger Familienunternehmen erfolgreich Backwaren für den europäischen Markt her. Tradition und Innovation sind die Leitgedanken der führenden Backwarenmarke in Österreich. Die Innovationen betreffen dabei nicht nur die Backwaren sondern unter anderem auch die Produktion und die Logistik des Unternehmens. Deshalb macht auch die Digitalisierung vor dem Backwarenhersteller nicht Halt. Dazu erklärt Bernhard Ölz, Geschäftsführer: „Einen wichtigen Meilenstein in der Digitalisierung haben wir mit der Umsetzung unserer nationalen

Was bei uns Menschen das Auge ist, bildet die digitale Welt in Form passender Sensorik wie Kamerasysteme ab.

Fotos: Frederick Sams, Philipp Steurer, privat

Wolfgang Pfister. „Die Baumaschinen der Zukunft bewegen sich in einer digitalisierten Welt.“


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Beethoven ist die Champions League

Preisgekrรถnt. Manfred Honeck ist Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra.

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Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven prägt in diesem Jahr die Klassik-Szene. Mit dem Dirigenten Manfred Honeck mischt ein Vorarlberger prominent mit, und zwar in Wien, bei den Salzburger Festspielen und in den USA.

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Fotos: Marco Borrelli, Helmut Voith

ass der Begriff Champions League im Gespräch mit dem Dirigenten Manfred Honeck fällt, braucht nicht zu erstaunen. Der gefeierte und mehrfach international ausgezeichnete Maestro aus Vor­ arlberg ist nicht einfach zu jenen Protagonisten der Klassik-Szene zu zählen, die gerne einmal internationale Turniere ver­ folgen oder sich als begeisterte Mitfieberer outen, er weiß worum es geht. Seine Söhne sind in Vorarlberg Sport- wie Musik­ interessierten bekannt. Um bei der Musik zu bleiben: Matthias Honeck begeisterte als Leiter eines Kammermusikensembles in Hohenems und Schwarzenberg und zählt als Geiger im Orchester der Wiener Symphoniker zu den Mitwirkenden bei den Bregenzer Festspielen. Wenn Manfred Honeck davon spricht, dass Beethoven wie die Champions League und sein Violinkonzert wie das Finalspiel in dieser Liga ist, dann steht fest, was das Publikum erwartet, wenn er mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra und Anne-Sophie Mutter im Sommer bei den Salzburger Festspielen auftritt: „Das Konzert mit Anne-Sophie Mutter aufzuführen, ist immer etwas Besonderes, eine Herausforderung. Sie hat es vor x Jahren schon mit Karajan aufgenommen. Ich finde es großartig, wie sie es spielt. Wir verstehen uns sehr gut. Ich habe es mit ihr in China gespielt – das war noch vor dem Coronavirus.“ Das Pittsburgh Symphony Orchestra, das Manfred Honeck seit über zehn Jahren leitet und mit dem er mit einem Grammy ausgezeichnet wurde, ist das einzige amerikanische Orchester, das heuer bei den Festspielen in Salzburg auftritt. „Es trifft sich gut, Salzburg feiert sein 100-JahrJubiläum, das Orchester wurde vor 125 Jahren gegründet.“ Während Beethoven, geboren 1770 in Bonn, gestorben 1827 in Wien, nun in Mitteleuropa in kaum einem Festival-Programm fehlen darf, hat sich Honeck mit seinen Musikerinnen und Musikern – ab-

gesehen von einer Tournee mit Gastspielen in mehreren europäischen Städten – mit Beethoven, „der immer aufregt“, für die USA-Termine etwas Besonderes ausgedacht. Man spielt an Orten, an denen man nicht nur dem typischen Konzertpublikum begegnet. Das heißt, in Stadtteilen, in denen einst die Stahlwerke standen, in Bibliotheken oder im Wissenschaftsmuseum. „Beethoven steht für Aufbruch und er hat in die Zukunft geschaut.“ Dass Andy Warhol aus Pittsburgh stammt, wird dabei mit einem Konzert neben seinen Bildern auch berücksichtigt, schließlich zeigt eines der berühmten Siebdruck-Porträts des amerikanischen Künstlers den deutschösterreichischen Komponisten. Beethoven und John Williams. „Es ist uns ein großes Anliegen, junge Menschen in die Konzerte zu locken“, erzählt Honeck und kommt damit auf ein Problem zu sprechen, das sich in den USA und leider mittlerweile auch in Europa zeigt. Der Musikunterricht existiere in der Pflichtschule so gut wie nicht mehr. Die Kulturschaffenden und damit auch das Orchester versuchen

Das BeethovenKonzert mit Anne-Sophie Mutter aufzuführen, ist immer etwas Besonderes.

In der Region. Das ­Festival in Wolfegg leitet Honeck seit vielen Jahren.

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Manfred Honeck unternimmt mit seinem Pittsburgh Symphony Orchestra, mit dem er mehrere CD-Produktionen realisierte und Preise erhielt, eine Europa-Tournee und tritt auch bei den Salzburger Festspielen auf. dagegenzusteuern, legen günstige Karten für Schüler auf, versuchen mit allen möglichen Mitteln und über alle möglichen Wege an Menschen heranzukommen. „Wir machen etwas sehr Schönes, ich habe Anne-Sophie Mutter eingeladen, das Beethoven-Konzert zu spielen. Sie sagte mir, sie würde auch gerne etwas von John Williams spielen, ich meinte, dann sollte er das Stück doch auch gleich dirigieren. Er hat innerhalb einer Stunde zugesagt.“ In Salzburg übernimmt Manfred Honeck auch den Jury-Vorsitz beim Young Conductors Award. „Die Verantwortung ist groß, ich nehme solche Dinge nicht auf die leichte Schulter, deshalb musste ich erst einmal schauen, wie ich mit meiner Zeit haushalten kann, aber ich mache das gerne, ich sehe meinen Einsatz als Dienst an der Jugend.“ Sonderprojekt „Fidelio“. „Vorarlberg ist meine Heimat, meine Familie ist mein Mit-

telpunkt, die meisten Kinder sind zwar schon aus dem Haus, aber ich genieße die Zeit in Vorarlberg, ich hätte mich oft entscheiden können, in einer Stadt zu leben, von der aus ich es näher zu den Berufsorchestern gehabt hätte.“ In Vorarlberg wird man Manfred Honeck in absehbarer Zeit nicht als Dirigenten erleben können, aber das Festival im nahen Wolfegg, das jeweils am letzten Juni-Wochenende angesetzt ist, wird er auch heuer wieder leiten. Neben Werken von Mozart, Schubert und Bruckner steht die Ouvertüre von Beethovens Oper „Fidelio“ auf dem Programm. Diese Oper hat Manfred Honeck in den letzten Wochen in Anspruch genommen. Das Theater an der Wien hat den Maestro, der vor seiner Bestellung zum Chefdirigenten in Pittsburgh Generalmusikdirektor an der Oper Stuttgart war und namhafte europäische Orchester leitete, für eine besondere Produktion, nämlich die der zweiten Fassung des Werks aus dem Jahr

Dieses Gespräch hat noch kurz vor der Absage aller öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus in Österreich stattgefunden. Das Theater hat die Produktion aufgezeichnet, über Streaming-Dienste und den ORF dem Publikum zugänglich gemacht. Ein Familientreffen hat zuvor auch noch stattgefunden. Am Musikgymnasium, das er seit der Maturaprüfung nicht mehr betrat, hat er ein Konzert gegeben. „Weil es sich neben den ,Fidelio‘-Proben ausging, habe ich auf die Anfrage zugesagt. Ich habe mich riesig gefreut, dass alle meine Kinder gekommen sind.“ Christa Dietrich

Fotos: APA/Roland Schlager, Marco Borrelli

Starkes Team. Für den „Fidelio“ arbeitete er mit Christoph Waltz im Theater an der Wien.

1806, engagiert. Christoph Waltz hat die Regie übernommen, Manfred Honeck die musikalische Leitung. „Ich genieße die Zusammenarbeit mit Waltz, er ist ein großartiger Schauspieler, ein hochintelligenter und hochmusikalischer Mensch, der aus der Musik heraus denkt.“ Die beiden haben an einem Strang gezogen: „Wir kämpfen für die Freiheit. Ich glaube, das Sujet hat Beethoven fasziniert. Ich fände es schade, wenn man nicht aus diesem Gedanken des Humanisten Beethoven schöpfen würde.“

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Schicke Sternenträger E-Power für muntere Diesel: Erste Eindrücke von der brandneuen Mercedes Businessclass.

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Foto: Mercedes-Benz AG

opaktuell stellt „kontur“ die neue Mercedes ­E-Klasse vor. Und das wenige Tage nach der Weltpremiere. Sie erfolgte nur digital, da der Genfer Autosalon wegen des Coronavirus bekanntlich abgesagt wurde. 2016 war’s. Da hat die zehnte Generation besondere gestalterische Akzente gesetzt mit ihrem ungewohnt emotionalen Design. Bestechend war auch die Summe der Innovationen. Vor allem bei den Fahrassistenzsystemen. Jetzt ist die neue Intelligenz besonders „aufregend und dynamisch“, versprechen die Schwaben, garniert mit einem Großangebot an Elektro-Hightech. Limousine und T-Modell rollen im Sommer an. Coupé und Cabrio folgen bald darauf.

LiveTraffic kann die E-Klasse Staus oder zähflüssigen Verkehr bereits früh erkennen, darauf reagieren und Tempo raus­ nehmen bevor der Fahrer selbst diese Verkehrsbehinderung wahrnimmt. Im Stau fährt die neue E-Klasse dann bis ca. 60 km/h weitgehend autonom. Im Fall des Falles agiert der Lenk-Assistent beim Bilden einer Rettungsgasse mit. Beim Abbiegen nach links erkennt die neue E-Klasse entgegenkommende Fahrzeuge. Der Totwinkel-Assistent ist jetzt noch mehr auf Draht und schaut besonders auf herannahende Radler. Das ist nur der wesentlichste Teil der neuen Assistenten-Garde. Auch das Interieur zeigt sich aufgefrischt, bietet noch mehr Komfort und digitale Vielfalt bis hin zu individuellen Fitness­ Empfehlungen.

Safety first. Die wichtigsten News: Vor allem noch mehr Sicherheit auf der Langstrecke. Mit Hilfe der Informationen von

Die neuen Plug-in-Hybride. Sieben Plug-in-Hybride, darunter 4matic-Varianten und natürlich T-Modelle, stehen zur

Wahl. Besonders effizient und von „kontur“ als T-Modell auch schon in der Praxis erprobt: der Diesel-Hybrid E 300 de (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,6 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 44–41 g/ km). Das sind geradezu sensationelle ­Verbrauchswerte. Der Diesel lebt also bei den Stuttgartern als dynamischer Sparmeister munter weiter. Im Zusammenwirken mit dem E-Motor zielen die Hybride mit dem Stern insgesamt auf eine wichtige Zielgruppe der Mercedes-Oberklasse: Vielfahrer, die Wert auf Langstreckenkomfort legen, eventuell auch von der hohen Anhängelast Gebrauch machen. Und die emissionsfrei in Innenstadtbereiche fahren möchten, mit einer elektrischen Reich­ weite von über 50 Kilometern. Besonders beeindruckend ist die Gesamtreichweite, insbesondere im Verbund mit dem optionalen 60-Liter-Tank. Da sind im Alltag über 1000 Kilometer zwischen den Tankstopps zu schaffen. Franz Muhr

Die neue Mercedes E-Klasse: Limousine und T-Modell (Kombi) ab Frühsommer, Coupé, Cabrio und AMG ­folgen; zahlreiche Motorvarianten, Benziner und Diesel, sieben Plug-in-Hybridversionen, auch Diesel

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Einzigartig. Das FIRMAMENT vereint Kulinarik, Genuss und Service.

Das ist das FIRMAMENT Mit dem Bau des FIRMAMENT entsteht in Rankweil eine für Vorarlberg und den Bodenseeraum einzigartige Kombination aus Hotel, Eventlocation, Premium Catering und Restaurant unter einem Dach. Die Eventhalle bietet Platz für bis zu 800 Personen. Mit dem 143-Zimmer großen Hotel wird der Bettenknappheit in der Region entgegengesteuert.

Fokus Businesskunden Dank dem großen Erfahrungsschatz von Ernst Seidl durch die professionelle Organisation unterschiedlicher Veranstaltungen kann das FIRMAMENT den kompletten Service anbieten: Von Übernachtung, Verpflegung bis hin zu Vermietung von Räumlichkeiten für Seminare, Tagungen und Kongresse. Selbst Freizeitangebote und Teambuilding-Aktivitäten sind individuell plan- und organisierbar. Dadurch können Veranstalter und Unternehmen maximale Entlastung in Anspruch nehmen. Die Zielgruppe des FIRMAMENT sind Businesskunden und Veranstalter von Incentivereisen. Speziell die Tagungsindustrie soll regelmäßig halt in Rankweil machen. Natürlich sind auch Urlaubsreisende und private Veranstaltungen wie Hochzeiten und Jubiläumsfeiern gern gesehen.

Bedeutung für die Region Im Endausbau bietet das FIRMAMENT über 70 neue Arbeitsplätze für die Region. Die heimische Bevölkerung profitiert in erster Linie vom öffentlichen Restaurant, welches das Herzstück des FIRMAMENT darstellt. Das FIRMAMENT

Foto: Markus Gmeiner

UNTER STERNEN FEIERN

Restaurant besticht durch das innovative Gastrokonzept und die vielen internationalen Köche, die ihr Können an der Live-Cooking-Station zum Besten geben. Hochwertige Kulinarik und österreichische Gastlichkeit sind laut Ernst Seidl sogleich Voraussetzung als auch Trumpf, um in der Kernregion DACH erfolgreich zu agieren. Der Service für die Kunden steht dabei an oberster Stelle. Die gute Lage zwischen Bodensee und Arlberg, mit Autobahnvollanschluss Rankweil und über 240 Parkplätzen vor Ort bringen nach Ernst Seidl auch infrastrukturelle Vorteile mit sich.

Weihnachtsfeiern 2020 Der Umsetzungsplan des FIRMAMENT ist sehr straff konzipiert. Bereits im Dezember dieses Jahres finden die ersten Weihnachtsfeiern in der Eventhalle statt. Alle anderen Gebäudekörper werden im Laufe des Frühjahrs 2021 finalisiert und sind dann allesamt ab Juni/Juli 2021 bezugs- und operationsfertig.

Seidl Catering Seidl Catering, 1994 von Ernst Seidl gegründet und Bekanntheit als 4-maliger Austria-House-Caterer bei Olympia erlangt, hat sich in 26 Jahren ein weitreichendes, internationales, kulinarisches Netzwerk aufgebaut. Die Kernkompetenz von Seidl Catering liegt in der Organisation von Veranstaltungen auf Premium-Niveau. Festlichkeiten für Businesskunden sind ebenso in individuellem Umfang buchbar, wie Hochzeiten, Jubiläums-, Geburtstags- und andere Feiern.

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AB MITTE 2021: Römergrund 1, A-6830 Rankweil, +43 5523 52 960, feiern@firmament.at, firmament.at


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Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt vielfältige Initiativen und liefert nachhaltige Impulse für Lebens-, Begegnungs- und Arbeitsräume der Zukunft. Die Einbeziehung sozialer Aspekte, die Integration kultureller und traditioneller Werte und die Erfahrungen aus über 60 Standortentwicklungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Mit der SEE.STATT wurde in Friedrichshafen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, zur Innenstadt sowie zum See ein multifunktionaler Arbeits- und Lebensraum mit Büros, Bildungsangeboten, Coworking, Einzelhandel und Wohnungen entwickelt. prisma-zentrum.com/seestatt

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Zwei starke Frauen... ... stellen die von ­Männern beherrschte ­ Architekturbranche auf den Kopf.

G

auch der des Architekten: Laut der Ziviltechnikerkammer Tirol und Vorarlberg betrug die Anzahl der Architekten mit aufrechter ­Befugnis im Jahr 2019 in Vorarlberg 223. Davon sind aber gerade einmal 21 Frauen. Zwei starke Frauen im Ländle trotzen diesem Phänomen und zeigen,

dass der ­Architekturberuf keinesfalls eine gläserne Decke ­haben muss. Von Wien nach Vorarlberg. Nora Heinzle und Anja Innauer gründeten vor drei ­Jahren das Architekturbüro NONA Architektinnen in Dornbirn und sind seither die

Foto: Johannes Fink

erade erst zelebrierten viele wieder den Internationalen Frauentag (8. März). Ein Tag, an dem es um Gleichberechtigung unter anderem auch im Beruf geht. Dennoch sind auch im Jahr 2020 viele Berufe nach wie vor Männerdomänen. So wie

Aus alt mach neu. Die Sanierung des Kinderhauses in Hittisau.

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einzigen Architektinnen in dieser (weiblichen) Konstellation in Vorarlberg. „Nora kommt aus Feldkirch und ich aus dem Bregenzerwald, kennengelernt haben wir uns aber erst im Studium in Wien“, erinnert sich Anja Innauer. „Schon während unserer Studienzeit haben wir mit fünf anderen Kommilitonen ein Atelier angemietet und dort erste Projekte entwickelt.“ „Und dort entstand dann auch schnell der Wunsch nach einem eigenen Büro“, ergänzt Nora Heinzle. Nach dem Studium ging jede aber zunächst einmal ihren eigenen Weg. „Wir waren die gesamte Zeit über im Kontakt. Als ich gerade in London war, war der Zeitpunkt gekommen und wir gründeten das Büro NONA Architektinnen hier in Dornbirn, unserer Heimat“, so Nora Heinzle weiter. Inzwischen dürfen die beiden Frauen auf viele spannende Projekte zurückblicken: So etwa die Sanierung für das Kinderhaus in Hittisau und die Revitalisierung der Postgarage zu einem Coworking Space und Innovation Hub Dornbirn. „Hier hatten wir die architektonisch interessante

Aufgabe, den alten Industriehallen neues Leben einzuhauchen und sie für die Arbeitswelt heute und in der Zukunft nutzbar zu machen“, verrät Anja Innauer. Auf 1200 Quadratmetern wurde hier ein vielfältiges Raumprogramm untergebracht. Der zusätzlich gewünschte Anbau an die Bestandshallen wird als Café betrieben und schließt städtebaulich die Lücke zum Platz am Campus V. Aber auch ganz andere inhaltliche Formate wie beispielsweise die Ausstellungsgestaltung für die Werkraumschau „Gastgeben“ in Andelsbuch tragen die NONA-Handschrift. In ihrer Ausstellungsarchitektur haben die beiden versucht, unterschiedlichen Stimmungen, Funktionen und Situationen Raum zu geben. Es wurden Orte der Gastlichkeit durch die dazugehörigen Kulissen geschaffen. Durch das Eintreten durch Türen wird dem Besucher ermöglicht, immer wieder eine neu kreierte Welt zu erleben. „Die unterschiedlichen Anforderungen un-

Kinderhaus Hittisau. Eine perfekte Symbiose aus alter Bausubstanz und Neubau.

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Architektinnen sind die Ausnahme. Laut einer Studie sind es vor allem die Frauen, die die Suche nach einem Zuhause in Angriff nehmen und auch im Bereich Wohnen gibt die weibliche Bevölkerung eindeutig den Ton an: So sind etwa 60 Prozent der Immobiliensuchenden in Österreich zwischen 25 und 34 Jahren Frauen. Weiblich sind auch 60 Prozent der Architektur-Studierenden. Doch warum sind Frauen in der Architekturbranche dann so eine Seltenheit? „Die Architektur

Foto: Johanna Muther, Oliver Lerch, Roswitha Schneider

serer Projekte und AuftraggeberInnen sind Herausforderung in unserem Beruf und machen ihn sowohl inhaltlich als auch persönlich interessant", sind sich beide einig.


NONA. Der Büroname steht für die Gründerinnen Nora Heinzle und Anja Innauer.

ist ein sehr kreativer Beruf, was mit Sicherheit auch ein Grund für die vielen weiblichen Studierenden ist“, vermutet Anja Innauer. „In der Eigenständigkeit sind wir dann allerdings unterrepräsentiert.“ Die häufigsten Konstellationen in Architekturbüros sind entweder zwei Männer oder Ehepaare. Doch die beiden plädieren für ihren Beruf: „In der Architekturbranche ist eigentlich alles möglich. Wir sind daher ganz selbstbewusst mit der Gründung unseres Büros umgegangen. Wir haben es einfach versucht und dann ergibt das eine oft das andere“, erläutert Anja Innauer. Einziger Fixpunkt in ihrer Entscheidung war der Standort Vorarlberg: „Wir haben uns bewusst für unsere Heimat entschie-

In der Architektur ist alles möglich. Daher sind wir selbstbewusst mit der Gründung ­unseres Büros umgegangen. kontur 27


den, da die Strukturen hier kleiner sind“, erklärt Nora Heinzle. „Unsere Kollegen in Wien haben es da deutlich schwieriger. Da muss man erst einmal einen Wettbewerb gewinnen, um starten zu können. Das war bei uns nicht der Fall. Wir haben gleich zu Beginn spannende Aufträge bekommen. Das war zum einen natürlich Glück. Zum anderen sind zwei Frauen aber auch noch immer außergewöhnlich in der Architekturbranche und fallen da schon auf.“

Bauen im Bestand. Die NONA Architektinnen haben sich bewusst gegen ein spezifisches Tätigkeitsspektrum entschieden: „Wir möchten uns nicht spezialisieren. Wir wollen alles machen. Das ist das Tolle an unserem Beruf“, weiß Anja Innauer. Im Hinblick auf die aktuelle Immobiliensituation beobachten die beiden aber zunehmend den Wunsch nach dem Bauen im Bestand. „Das trifft ja auch den Zeitgeist und ist uns ein großes Anliegen“, erklärt Nora Heinzle.

2005 eröffneten Nora Heinzle und Anja Innauer mit fünf Mitstudenten ein Atelier in Wien. Nach vier Vernissagen, sechs Partys, zwei Universitätsabschlüssen, 200 Liter Kaffee und 5000 kg ­Papier blieb ­eine Freundschaft und e ­ ine große Vision: ­Gemeinsam ihre Ideen im ­eigenen Büro umzusetzen. „Man muss nicht immer neu bauen, wir arbeiten gern im Bestand und nutzen vorhandene Substanz.“ Ein Beispiel dafür ist das Kinderhaus in Hittisau. Eigentlich hatte man mit einem Neubau gerechnet. „Wir wollten das 100 Jahre alte Haus aber erhalten und haben uns daher für ein neues Raumprogramm im Bestand entschieden“, betont Anja Innauer. „Viele waren von diesem Vorschlag sehr überrascht, denn Architekten haben ja oft mal den Ruf, dass sie lieber abreißen und neu bauen.“

Es braucht Mut. Auch wenn Nora Heinzle und Anja Innauer zu einer eher seltenen „Spezies“ unter ihresgleichen zählen, so sind ihre Offenheit für die Vielfalt, die die Architektur zu bieten hat, ihr Mut und ihre Überzeugung, dass alles möglich ist, sicher das Geheimrezept für ihren Erfolg – und das trotz Männerdomäne. Sie sind bescheiden und wissen gleichzeitig um ihre Kompetenz. Sie setzen sich selbst keine Grenzen und lassen sich von der Gesellschaft keine setzen. Sie sind angekommen – als Frauen in einer männerdominierten Branche und als erfolgreich etablierte Architektinnen in Vorarlberg. Jasmin Quast

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Fotos: Nahuel Espinoza

Postgarage Dornbirn. Die alte Industriehalle ist heute dank NONA und Oskar Leo Kaufmann ein moderner Coworking Space.

In Hittisau ist die Nutzung von alter Bausubstanz mit neuen architektonischen und technischen Möglichkeiten eine perfekte Symbiose geworden. Die Innenräume sind hell, offen, mit natürlichen Materialien gebaut, die Kinder wechseln ja nach Bedarf und Lust Räume und Situationen. Das neue Kinderhaus löst alte Strukturen – die architektonischen Eingriffe von NONA Architektinnen ermöglichen modernste pädagogische Handlungen.


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Ein Mann mit Leidenschaften Seit 1. Jänner 2020 ist Bernhard Spalt (52) aus Nüziders Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG. Der als „trockener Zahlenmensch“, „unauffälliger Analytiker“ und „introvertierter Tüftler“ etikettierte Banker ist vielmehr empathischer Weltmann, sturmerprobter Stratege, risikobereiter Pionier mit Leidenschaft für Schach, Kochen, Film, Literatur. „Mehr geht sich nicht aus.“

Von der Uni in die Erste. Bernhard Spalt inskribiert Jus, spezialisiert sich auf Europäisches Recht und schließt das Studium der Rechtswissenschaften 1992 mit dem Magister ab. 1991, vor Ende des Studiums, befolgt er den Tipp eines Freundes, mit dem er in Währing Schach spielt, und bewirbt sich bei der Erste Bank. „Eine zufällige und großartige Entscheidung.“ Sie erfolgt in der Ausgangsposition „Kein Geld“ in zwei Zügen: 1. Zug Finanzielle Unabhängigkeit, 2. Zug Internationale Aufgabe. „Die Chefin war eine exzellente Juristin, ihr Büro ein einziges Chaos. Bei ihr habe ich viel gelernt. Mein Wirtschaftsenglisch war passabel und ich konnte international arbeiten.“ Der Zivildienst in Jerusalem am österreichischen Hospiz machte sich ebenso bezahlt. Die Lehre daraus: internationale Erfahrungen sammeln und Sprachen lernen. Risikomanagement in der Erste Group. Von 1999 bis 2002 ist die tschechische Tochter in Prag die erste riesige Transformationsherausforderung der Erste Group. Ihr droht im Vorfeld der Privatisierung auf Grund notleidender Kredite ein Schachmatt. Bernhard Spalt trägt zum erfolgreichen Turnaround bei. Danach entwickelt und installiert er für die Erste Gruppe in Wien ein strategisches Risikomanagement. Von 2006 bis 2012 fungiert er am Hauptsitz als Chief Risk Officer (CRO) des Konzerns. Seine Aufgabe fällt in die Zeit der Finanzkrise. Was hat der Krisenmanager daraus gelernt? „1. Konzentration auf das Kerngeschäft, auf das,

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was man wirklich kann. 2. Auch wenn sich Risken aus externen Gründen materialisieren, gilt die Ausrede nicht, das kann eben passieren, darauf hat man keinen Einfluss. 3. Man muss gleichsam im Auge des Hurrikans, vor Ort versuchen, den Schaden zu reparieren.“ So geschehen von 2012 bis 2015 in Ungarn, danach in Bratislava, 2017 in Rumänien. 2018 wird Bernhard Spalt als CRO in den Vorstand der Erste Bank Österreich berufen. Im September 2018 beschließt der Aufsichtsrat der Erste Group Bank AG seine Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden der Bankengruppe per 1.1.2020. Bereits ab Juli 2019 ist Bernhard Spalt stellvertretender Vorsitzender an der Seite von Andreas Treichl. Spalts CEO-Vertrag endet am 30.6.2023. Was macht der „Erste in der Ersten“ dann? „Es gibt keine Karriere, die immer linear nach oben geht. Oft ist es spannender, eine Stufe hinunterzusteigen, um aus einer anderen Perspektive mögliche Probleme zu sehen und sie zu reparieren. Meine beruflichen Schritte sind von dem Wunsch getrieben, immer Neues zu lernen. Bestimmte Positionen hatte ich nie und habe ich nicht im Fokus.“ Die Zukunft des Bankgeschäfts. 2019 wurde die Erste Bank 200 Jahre alt und der Gründungsauftrag gilt auch für die Zukunft: „Unserer Region und unseren Kunden Wohlstand zu bringen.“ Wie soll das gehen, wenn die Banken mit dem Einlagengeschäft kein Geld mehr verdienen, das Kreditgeschäft von immer noch größeren Auflagen erschwert wird, FinTechs sich wie Pilze vermehren und Apple Pay wie Google Pay im Bankgeschäft mitmischen? „Wir sehen die Erste Group weiterhin in der Verantwortung, die Finanzdienstleistungen zu demokratisieren. Das Negativzinsmodell macht unseren Kunden die finanzielle Vorsorge durch Sparen schwer. Es ist daher unser Kernauftrag, andere Möglichkeiten zu

„Die Chefin war eine exzellente Juristin, bei ihr habe ich viel gelernt. Der Zivildienst in Jerusalem am österreichischen Hospiz machte sich ebenso bezahlt. Die Lehre daraus: internationale Erfahrungen sammeln und Sprachen lernen.“

Foto: Erste Group

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evor Bernhard Spalt in der Volksschule Nüziders die Schulbank drückt, hat er bereits eine Freundin. Die damals vierjährige Karoline sollte viel später seine Frau werden. An s’Moatle denkt der Schüler am Neusprachlichen Gymnasium in Bludenz vorerst nicht. In der Familie von Langzeitbürgermeister Armin Spalt gibt es drei Buben. Den elf Monate älteren Martin, heute ein „wahnsinnig“ guter Lehrer für Mathematik und Physik in Liechtenstein und den zehn Jahre jüngeren Michael, aktuell erfolgreicher Geschäftsführer im grenzübergreifenden Sanitärbereich. Die schulfreie Zeit gilt der Erschließung von Einnahmequellen. Bernhard jobbt in der Textilfabrik Lorünser. „Eine fürchterliche Arbeit.“ Er macht sie trotzdem drei Sommerferien lang. Ausgleich bietet das Schachspiel im Schachklub Sonnenberg. Zum Studium geht’s nach Wien. „Wir sind immer gerne zu unserer Tante nach Wien gefahren. Die Stadt hatte eine große Anziehungskraft und war so extrem anders als Vorarlberg.“


Es gibt keine Karriere, die immer linear nach oben geht. Oft ist es spannender, eine Stufe hinunterzusteigen, um aus einer anderen Perspektive mรถgliche Probleme zu sehen und zu reparieren.

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Den Aufwand, drei Stunden lang ein Gericht zu kochen, das in zehn Minuten gegessen wird, kompensieren Freude und Genuss. entwickeln und anzubieten, die in einer Kombination aus Ansparen und Investieren Risiko und Chance so in Balance halten, dass ein Vermögensaufbau für Altersvorsorge oder die Ausbildung der Kinder gelingt. Ein gänzlich risikofreies Investment gibt es nicht. Regional möchten wir unsere Rolle als aktiver Mitspieler der Green Industries ausbauen und stärken. Das überregionale Engagement wird organisch wachsen, Zukäufe sind eventuell in Polen sowie in der Tschechischen Republik denkbar. FinTechs sind keine Konkurrenz, aber mögliche Kooperationspartner. Google und Apple werden im internationalen Zahlungsverkehr eine Rolle spielen, aber sich nicht mit den vielfältigen Regulativen kleiner Märkte herumschlagen. Diese IT-Giganten zielen auf das Massengeschäft.“

Die Passionen des Bernhard Spalt. Schachspieler ist er seit Jugendjahren. Sein Rating ist zwar zuletzt von über 2.000 Elos auf unter 2.000 Elos gesunken, was noch immer dem Status eines Amateurs der A-Klasse entspricht. „Heute spiele ich weniger Schach als ich das gerne möchte. Manchmal spiele ich am Ende des Tages als Trainingseinheit für Konzentration und Geduld noch eine Partie im Büro, aber ein aktives Schachspiel geht sich leider nur einmal im Monat aus.“ Gattin Karoline hat ihm zuliebe mit dem Schachspiel begonnen und den bisher einzigen weiblichen Schachclub Österreichs, „Frau Schach“, gegründet. Ehefrau wie Tochter sind „liebevolle wie unnachsichtige Genießer“ seiner seit zehn Jahren praktizierten Kochkünste. „Kochen ist eine sinnliche, kreative Beschäftigung. Den Aufwand, drei Stunden lang ein Gericht zu kochen, das in zehn Minuten gegessen wird, kompensieren Freude und Genuss. Allerdings sieht dann die Küche wie ein Strafgericht aus.“ Vom Herd ins Kino. Bernhard Spalt zählt an die 2.000 DVDs sein eigen. Er ist Stammgast bei der Viennale. Ihrer Direktorin Eva Sangiorgi streut er Rosen. „Sie macht einen tollen Job und bringt kom-

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promisslos gute Filme.“ Die Frage nach seinen Lieblingsfilmen kommt wie aus der Pistole der Westernhelden im Film „The Ballad of Cable Hogue“ geschossen. „Die Nacht des Leguan“ in der Regie von John Huston ist ebenso ein Lieblingsfilm wie „In America“, der das Schicksal einer irischen Familie thematisiert, die illegal über Kanada in die USA einreist. Aktueller Lesestoff ist Umberto Ecos Roman „Der Friedhof in Prag“. Bernhard Spalt bekennt, eine „vertikale Leseratte“ zu sein – das heißt, er liest soviel wie möglich von einem Autor, bevor er sich den Werken eines anderen zuwendet. „In Israel habe ich alle Bücher von Charles Dickens gelesen.“ John Steinbecks Werkliste hat Bernhard Spalt zwar schon durch, aber zum Thema Ökologie und Nachhaltigkeit bietet sein Buch „Die Straße der Ölsardinen“ bemerkenswert aktuelle Gedanken. Zum Nachlesen empfohlen. Meisterliches Gulaschrezept. Als Käsknöpfle-Koch stuft Bernhard Spalt seine Qualitäten durchschnittlich ein, jedoch als Gulaschkoch erreichen sie meisterliches Niveau. Beweis dafür liefert nicht zuletzt ein ungarischer Gulasch-Wettbewerb anno 2014 in Budapest, an dem 100 Gulaschköche teilnahmen. Das Gulasch von Bernhard Spalt schaffte es deshalb nicht in die Wertung, weil es vorher „aufgefressen“ wurde. Hier sein Meisterrezept zum Nachkochen. Zeitaufwand 3,5 bis 4 Stunden! 1 Kilo weiße Zwiebeln fein und klein schneiden, Butterschmalz in einem Kupfertopf schmelzen und darin auf kleiner Flamme die Zwiebel unter ständigem Rühren langsam goldgelb rösten. 1 Kilo gut abgelegenen Wadschinken grobwürfelig schneiden, in Butterschmalz scharf anbraten und die gerösteten Zwiebeln mit dem Fleisch gut vermischen. Für die Würze werden 2 Esslöffel Paprikapulver aus Szeged, Kümmel, Majoran sowie Salz und Pfeffer benötigt. Nach jeder Gewürzzugabe wird alles gründlich gemischt, bevor das Gulasch mit Mehl leicht angestaubt, mit einem Schuss Apfelessig abgelöscht und mit selbst gemachter kräftiger Rindssuppe aufgegossen wird. Nun darf das Gulasch 3,5 Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln. Guten Appetit! Elisabeth Längle

Foto: Andreas Jakwerth

Der Klimawandel als Chance. Ökologisches Chancenmanagement sieht der Risikomanager Bernhard Spalt als Zukunftsaufgabe schlechthin: „Als Bank werden wir darauf achten, unseren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verbessern.“ Der Handlungsbedarf in eigener Sache richtet sich an die mehr als 16 Millionen Bankkunden und 47.000 MitarbeiterInnen in etwa 2.350 Filialen, die 2019 zu einer Bilanzsumme von über 200 Mrd. Euro bei einem Betriebsergebnis von 2,97 Mrd. Euro (+8,7%) beigetragen haben. „Unsere Kunden werden wir gezielt bei der Finanzierung nachhaltiger Investitionen unterstützen und dafür innovative Anreize schaffen. Wir sind überzeugt, dass diese zu neuen Produkten und Dienstleistungen und damit auf längere Sicht zu neuen Chancen in neuen Märkten führen. Allerdings rechnen sich Investitionen in grüne Innovationen nicht in ein bis zwei Jahren. Wir gehen jedoch davon aus, dass Europas grünes Chancenmanagement effizienter ist als das der USA.“


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Unser täglich Brot Gutes Brot und coole Bäckereien erleben einen Boom. Doch Brot war immer schon Lebensmittel des Herzens.

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rot als Lifestyle-Musthave? War es das nicht immer schon? Schließlich gibt es das Lebensmittel schon seit 40.000 Jahren, zumindest wurde damals der erste Nachweis von bearbeiteter Wildgerste in einer Neandertaler-Höhle gefunden. Dass die Menschen lernten, Brot zu backen, Lebensmittel zu bearbeiten, ist ein wesentlicher Beitrag zur Geschichte der Menschheit und des Planeten Erde. Und Brot begleitet uns seit dieser Zeit. Also wirklich? Braucht Brot überhaupt ein Revival? Ja und nein. Das Nahrungsmittel wird immer öfter zu Dumpingpreisen in sogenannten Backshops angeboten, kleine handwerkliche Bäcker tun sich schwer,

dagegen anzukämpfen. Deshalb sind auch neue Ideen gefragt – sowohl was das Handwerk betrifft, als auch was die Präsentation der Ware angeht, die es in hunderten Varianten gibt. Neben Deutschland ist Österreich bzw. der DACH-Raum insgesamt jene Region weltweit mit den meisten Brotsorten. Sowohl bei Schwarz- wie bei Weißbrot. Die Renaissance des Brotes als Genussmittel ist mehr engagierten Bäckern zu verdanken denn dem Publikum, das sich mit Backmischungen, Maschinensemmeln und Massenware bereits arrangiert zu haben scheint. Doch einmal mehr zeigt sich, dass man Nachfrage auch schaffen kann mit ausgezeichneter Qualität und einem entspre-

chenden Präsentationsrahmen. Vorreiter war die Bäckereikette „Le Pain Quotidien“, die 1990 in Brüssel gegründet wurde. Deren Gründer Alain Coumont wollte eine Atmosphäre wie in einer Backstube schaffen, ein Gefühl von Kindheit, von Nachhausekommen war seine Intention. Ausgestattet sind die Filialen wie Bäckereien mit einfachen Möbeln und Brot, das eben anders schmeckt als die Semmeln aus der Industrie. Inzwischen ist die Kette ebenfalls eine Größe und das weltweit. In Vorarlberg verfolgt die Bäckerei Mangold dieses Ziel konsequent – im neuen Hauptquartier wird handwerklich gearbeitet, die Filialen im ganzen Land überzeugen auch mit ihrer hochklassigen architektonischen

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Gestaltung. Monika und Egon Haag setzen auf Regionalität bei den Rohstoffen, wobei Regionalität im getreidearmen Vorarlberg auch die umliegenden Regionen umfasst, auf gut ausgebildete Mitarbeiter und Abwechslung in den Standorten – alles auf der Firmenphilosophie aufgebaut. Zum Bäcker geboren. Brot, für das man auch Mühen auf sich nimmt, stellt der Hörbranzer Bäcker Herbert Gunz her. Seine Sauerteigbrote verkörpern alle guten Eigenschaften dieser Brotsorten – von der kräftigen Krume bis zum festen, trotzdem luftigen Teig. Sie sind haltbar und schlussendlich auch noch bekömmlicher als viele

Vielfalt. Was Brotsorten angeht, kann man in der Region aus dem Vollen schöpfen.

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Gelernt ist gelernt. Echtes Handwerk ist in den regionalen Backstuben daheim.

auf dem Markt erhältlichen „Mitbewerber“. Der Betrieb hat inzwischen ebenfalls Filialen, was auch den ökologischen Fußabdruck, den die Kundschaft hinterlassen könnte, verringert. „Zum Bäcker muss man geboren sein“, ist Gunz überzeugt, „das Handwerk ist zwar erlernbar. Aber die Qualität – da brauchst du ein Gefühl für den Teig, musst Mengen einschätzen können. Vor allem aber die Arbeit lieben.“ Seit 1505 lebt man im Fidelisbäck in Wangen diese Idee: „Beim Fidelisbäck verzichtet man auf Fertigmischungen, Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Der einzige Zusatzstoff ist das rauchige Aroma,

denn viele der Backwaren werden nach wie vor im holzbefeuerten Backofen hergestellt. „Unser Teig darf so lange aufgehen, bis das Aroma stimmt“, betont Inhaberin Ursula Mönch, die den Familienbetrieb mit angeschlossener Backstube 1991 übernommen hat. „Richtig backen“ nennen die Allgäuer das. Besonders die Seelen genannten Brote sind in der gesamten Bodenseeregion begehrt und inzwischen auch in einigen Filialen am See erhältlich. Zum Niederknien. In Wien hat die Bäckerei „Joseph“ für den Brothype gesorgt, der auch heute noch nicht abebbt. „Brot vom pheinsten“ ist dort die Devise, die außergewöhnlichen Produkte basieren auf Biogrundstoffen und werden von echten Bäckern hergestellt. Georg Öfferl, der aus dem Weinviertel die Bundeshauptstadt missioniert, hasst Kompromisse. Das schmeckt man mit jedem Bissen, das sieht man in jeder Filiale des Kultbäckers, der dem Grundnahrungsmittel Europas sogar einen Altar gebaut hat. Neue Brote, wie das glutenfreie Angebot, basieren auf alten Rezepten, die zeigen, was mit Mehl, Wasser und Treibmitteln (z. B. Hefe) möglich ist. Der Markt ist groß, einen Platz hat sich dort auch Denise Pölzelbauer erobert. Sie bäckt Brot nach den fünf Elementen, alles handwerklich, alles zum Niederknien. Ihr Weingebäck erobert mittlerweile die Welt. Die knusprigen Brote sind nicht nur zum Wein ein Gedicht. Alle diese Bäcker leisten außerordentliches für das Genuss- und Kulturgut Brot, doch es lässt sich feststellen, dass sie nicht alleine bleiben. Immer mehr Kollegen folgen dem Beispiel und die Kunden genießen es. Testen auch Sie den Unterschied – es lohnt sich. Andreas Scalet

Foto: Philipp Steurer, shutterstock, Dietmar Stiplovsec

Diese Bäcker leisten außerordentliches für das Genuss- und Kulturgut Brot – und sie bleiben dabei nicht alleine.


Zweite Heimat Ein leises „Tick Tack“ ist für Familie Weirather aus Hohenems schon seit Generationen das wohl schönste Geräusch. Vor genau 135 Jahren legte Uhrmachermeister Eduard Weirather den Grundstein für ein Familienunternehmen, in dem heute Uhren, Schmuck und Optik zu Hause sind.

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it einem Raum im Erdgeschoß der Marktstraße 24 in Hohenems fing 1885 alles an. Eine kleine Uhrmacherwerkstatt war das Reich von Eduard Weirather, seines Zeichens Uhrmacher­ meis­ ter. Er gründete das Familienunternehmen, das seine Ururenkelinnen Claudia Mathis-Weirather und Nadine Weirather-Siciliano heute in fünfter Generation führen. Während Claudia im Jahr 2006 zusammen mit ihrem Ehemann, Uhrmachermeister Paul Mathis, die Abteilung Uhren und Schmuck übernommen hat, ist Optikerin Nadine seit 2010 für die Abteilung Optik zuständig. Richtungswechsel. Dabei sah Claudia Mathis-Weirather auf ihren beruflichen Weg zunächst weder Preziosen noch tickende Schönheiten gestreut. Vielmehr bestimmten makellose Haut und Babygeschrei ihre Anfänge im Arbeitsleben. „Ich habe erst eine Kosmetik- und Fußpflegelehre gemacht, im Anschluss dann die Ausbildung zur Hebamme. Das Geschäft war damals irgendwie nicht mein Ding.“ Das änderte sich nach der Geburt ihrer

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Kinder Emily und Tobias vor 21 und 19 Jahren. „Damals merkten wir schnell, dass das Muttersein schwierig mit den ZwölfStunden-Schichten im Krankenhaus vereinbar ist. Als unser Kleiner dann im Kindergarten war, hab ich angefangen, im Büro unseres Geschäfts zu arbeiten. Ja und irgendwie hat es mir dann so viel Freude gemacht, dass ich dabei geblieben bin.“ Dennoch hat sie die Hebammerei nicht losgelassen. „Die ist immer noch mein Hobby nebenbei“, schmunzelt sie. Und auch Paul Mathis machte einen beruflichen Umweg. Wobei, im Grunde wechselte er „nur“ von den großen Rädern zu den winzig kleinen. Der gelernte Automechaniker entdeckte durch Claudia und ihre Familie seine Leidenschaft für mechanische Uhren. Logische Konsequenz: die Uhrmacherlehre mit 21. Und diese Entscheidung war die richtige, denn seine Begeisterung für das Handwerk hat er seither nicht verloren. Im Gegenteil: „Dass die Rädchen in dieser Größe überhaupt gemacht werden können, das Zusammenstellen mit der Lupe, mit Pinzetten. Es geht um Hundertstel-Toleranzen, jeder Millimeter ist

ausgenutzt und am Ende läuft das Ganze“, schwärmt er von Uhrwerken, die er täglich in der kleinen Werkstatt in Händen hält. Denn ja, das Geschäft befindet sich immer noch in der Marktstraße 24, die Fassade schafft es, Betrachter in alte Zeiten zurückzuversetzen. Doch im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Familientreffen. Nach Um- und Zubauten durch Großvater Adolf und Vater Walter haben Nadine, Claudia und Paul das Haus 2011 innerhalb von vier Monaten komplett umgebaut, in Zusammenarbeit mit dem


Foto: Privat

Foto: Mario Wintschnig

Die fünfte Generation. Nadine ­Weirather-Siciliano, Claudia MathisWeirather und Paul Mathis mit Security Elly. Foto unten: Das Portal des ­Geschäfts Ende des 19. Jahrhunderts.

Wir können heute das ausschöpfen, was unsere Vorfahren hart erarbeitet haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. kontur 39


Ein tolles Team. Seniorchef Walter Weirather (r.) kommt auch heute noch täglich ins Geschäft – auf einen Kaffee oder zum Mithelfen. „Aber er redet uns nie rein. Das hat schon unser Großvater so gehalten und mein Vater hat das sehr geschätzt. Vielleicht hat der Generationenwechsel auch deshalb so gut funktioniert.“

„Ich habe eine Demut vor dem, was unsere Vorfahren geschaffen haben. Wir können heute das ausschöpfen, was sie hart erarbeitet haben. Das Geschäft ist unsere zweite Heimat, hier fühlen wir uns wohl und ich denke, das merken auch unsere Kunden.“

Trügerischer Gewinn. Die Kunden schätzen vor allem die Serviceleistungen, die sie bei Weirather in Hohenems bekommen. „Sie kaufen bei uns ja nicht nur ein Schmuckstück oder eine Uhr, sondern auch den lebenslangen Service dazu“, so Paul Mathis. Und bei Weirather werden sämtliche Reparaturen an mechanischen Uhren im Haus gemacht. „Wir haben alle Ersatzteile der jeweiligen Marken in der Werkstatt, die wertvollen Zeitmesser müssen also nicht durch die Gegend geschickt werden.“ Stichwort Internet. Gerade vermeintliche Schnäppchen im Netz stellen für den Uhrmacher vor Ort heute nämlich eine große Herausforderung dar. „Viele glauben halt, den großen Gewinn zu machen, wenn sie 200 Euro beim Kauf sparen. Doch wenn die Uhr dann repariert werden muss, ist dieser vermeintliche Gewinn schon wieder dahin. Das schnelle Verkaufen ist kein Problem, aber das Produkt anschließend zu warten und Kontrollen zu machen, ist genau das, was uns vom Internet unterscheidet“, führt Paul

Feinstarbeit. Auf ruhige Hände und gute Augen kommt es an.

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Mathis aus. In Zeiten von Schnelllebigkeit und Digitalisierung bemerkt das Team von Weirather in Hohenems, das aus fünf Mitarbeitern im Bereich Uhren und Schmuck und aus zwei Mitarbeitern im Bereich Optik besteht, aber auch einen anderen Trend: wieder hin zu mehr Nachhaltigkeit, hin zur Wertigkeit. „Ich sehe das vor allem auch bei jungen Kunden. Sie möchten lieber einen schönen Goldschmuck, der immer passt und den sie auch über Generationen weitergeben können.“ Apropos Generationen. Wie steht es um die Nachfolge im Unternehmen? „Unsere Tochter studiert Archäologie, arbeitet aber schon ab und zu im Geschäft mit und es gefällt ihr. Mal abwarten, was sie letztendlich machen will. Wir möchten unseren Kindern die freie Wahl lassen. Das haben auch meine Eltern so gehandhabt. Mir hat es gut getan, zunächst einen anderen Beruf zu erlernen. Und wer weiß, vielleicht kehrt man ja gerade dann auch gern in den Familienbetrieb zurück.“ Sabine Carotta

„Unser Großvater Adolf war ein be­geisterter Musiker und hat darum den Lehrern und Schülern der Musikschule auch immer Saiten verkauft und ihnen die Instrumente gestimmt. Wir vermuten im Nachhinhein ja, dass ihm das fast lieber war als die Uhrmacherei. Die Musik war halt seine große Leidenschaft.“

Fotos: Michael Gunz, Weirather

Denkmalschutz und einer Architektin, die sich auf ehrwürdige Häuser spezialisiert hat. „Was zu erhalten war, haben wir erhalten.“ Wie beispielsweise das holzgetäfelte Zimmer im ersten Stock, in dem heute Brautpaare empfangen werden, um eine der wichtigsten Entscheidungen zu treffen: die Wahl der Ringe. Niedrige Decken und antike Möbel sorgen für stimmungsvolles Ambiente und rufen bei Claudia MathisWeirather Erinnerungen hervor. „Wir sind in diesen Räumen praktisch aufgewachsen, denn Oma und Opa haben ja hier gewohnt und wir waren im Grunde jeden Tag da.“ Umso dankbarer ist sie daher auch, dass sie und ihre Familie heute noch täglich innerhalb dieser Mauern zusammenkommen und gemeinsam arbeiten können.


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Foto: www.andorfer.at

Charakter. Gottfried Helnwein, fotografiert von Christine Andorfer.

Die Bilder Komponistin Ihre Fotos sind komponierte Bilder. Positiv, ästhetisch,­ poetisch. Christine Andorfer komponiert Hohe Lieder auf das schöne Leben. Authentisch, klar, unverwechselbar. kontur 43


N

icht nur in Bezau sind die Kaufmanns weltbekannt. Christine Andorfer (48) ist eine geborene Kaufmann, in direkter Linie mit den Wälder Legenden Rosemarie und Leopold Kaufmann sowie Dr. Elmar Natter verwandt. Susanne und Oskar Leo Kaufmann sind Cousine und ­Cousin. Mama Kaufmann regiert als bald 90-jährige Dame aktiv und fit im Elternhaus. „Sie legt großen Wert auf Aussehen und Beweglichkeit.“ Zwei aus der vierköpfigen Kinderschar leben im Ländle, die beiden anderen in Wien. Christine Andorfer kommt so oft wie möglich in den Bregenzerwald. „Für mich ist Bezau der schönste Ort der Welt.“

In Szene gesetzt. Christine Andorfer ist eine vielseitige Fotografin mit Bühnenbild-Erfahrung.

Unsere Zeit führt weg von der Masse, weg vom Konsum, hin zu langlebiger Qualität. 44 kontur

Fotolehre statt Handelschule. Der väterliche Plan, demgemäß Christines Berufsleben nach der Handelsschule in einem Büro aufblühen sollte, erfüllte sich nicht. Das Wälder-Moatle brach die ­Schule kurzerhand nach einem Jahr ab und fand eine Lehrstelle bei Foto Winsauer in Dornbirn. „Ich wollte Fotografie von der Pike auf lernen.“ Die Fortsetzung folgte in zwei weiteren Vorarlberger Fotostudios. Sie war junge zwanzig und reichlich ausgestattet mit jenem Wälder Pioniergeist, der sie antrieb, noch mehr zu sehen, zu erleben, zu lernen, um mehr zu wissen und zu können.

Ästhetik. Typisch ist die Kunst der Inszenierung.


Sinn für Schönes. Das FotografenEhepaar Christine und Martin Andorfer ist beruflich eng mit Gottfried und Mercedes Helnwein verbunden.

Wien – Dallas – retour. Aus ihrem eigenen Plan, in Wien die ­Graphische Lehranstalt zu besuchen, wurde auch nichts. Sie zog der Schule einen Job im Wiener Fotostudio von Günter Parth vor und blieb drei Jahre. „In dieser Zeit habe ich viel Neues gelernt, in der Bühnen- und Videowelt mitgespielt und mitgearbeitet.“ Nach einem Zwischenstopp in einer Werbeagentur ging sie nach Dallas. Ohne Arbeit. Aus Liebe. Zurück in Wien, fand sie ihre Liebe dort, wo ihre Fotolehre begonnen hatte: im Atelier eines Fotografen aus der Winsauer-Dynastie. Seit 21 Jahren ist Christine mit Martin ­Andorfer glücklich verheiratet. Ihre beiden Töchter, Luca und Mina, besuchen ein Wiener Gymnasium.

Fotos: www.andorfer.at

Die Komponistin schöner Bilder. Henri Cartier-Bresson war der Meinung, dass gute Fotos nicht eine Frage der Technik, sondern des Sehens sind. Christine Andorfer komponiert Bilder, wie sie ­diese sehen will. Damit trifft sie gestochen scharf die Wünsche der Kunden aus Hotellerie, Kulinarik, Kosmetik, Mode und Medien, die ihr schon über Jahre treu sind: Klarheit im Bildaufbau, Harmonie aller Details, Ästhetik in den Farbtönen, Zeitlosigkeit in der Qualität,

positive Emotionen in der Botschaft. Die Technik beherrscht sie analog wie digital inklusive der Arbeit im Labor. „Im Labor kann man dem Foto noch mehr Tiefe und Charakter geben.“ Neue Kompositionen für die Kunst. Für die in Kalifornien ­lebende Künstlerin und Tochter von Gottfried Helnwein, Mercedes Helnwein, komponiert die Fotografin Christine Andorfer detaillierte Porträts im Stil der 50er-Jahre. Nach diesen Vorlagen verwandelt die Malerin die Fotos in Gemälde. Für Regina Götz, Lieb­lings­ schülerin von Maria Lassnig, entwickelt sie fotografische Szenen in so großer Situationsechtheit, dass die „gemalten Bilder zurückschauen können“. Noch im Experimentierstadium ist die Idee, ­Fotografie mit altem Handwerk zu verbinden. Etwa in der Art, dass sich ein Fotoporträt von Christine Andorfer als gesticktes Motiv auf Textilien wiederfindet. „Die Kunst der Bregenzerwälder ­Handwerker ist nicht umsonst weltberühmt. Namhafte Architekten und Künstler arbeiten mit ihnen an zeitlos gültigen Objekten. ­Unsere Zeit führt weg von der Masse, weg von der Stange, weg vom ­Konsum.“ Elisabeth Längle

Henri Cartier-Bresson war der Meinung, dass gute Fotos nicht eine Frage der Technik, sondern des Sehens sind. Christine Andorfer komponiert Bilder, wie sie ­diese sehen will. Und trifft damit gestochen scharf die Wünsche ihrer Kunden. kontur 45


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Alles andere als oberflächlich

Heiße Sache. Die Umsetzung des Außenpools im Kuschelhotel Gams war eine besondere Herausforderung.

Foto: Marcel A. Mayer Photographer

Konrad und Jodok Felder sind Metallbauer aus Leidenschaft. Sichtbar wird dies an den Projekten, die sie realisieren. Der Anspruch der Bregenzerwälder ist es, sich von der Masse abzuheben und an besonderen Lösungen zu tüfteln.

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Leidenschaft. Konrad und ­Jodok Felder haben den Betrieb 2013 übernommen. 33 Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt, davon neun Lehrlinge.

In jedem neuen Projekt sehen wir die Herausforderung, andere Wege gehen zu können, Neues auszuprobieren.

E

s mag wie ein Widerspruch klingen, wenn jemand, der sich mit Oberflächen beschäftigt, alles andere als oberflächlich agiert. Doch genau darin liegt das Geheimnis von Konrad und Jodok Felder. Die beiden Brüder sind Geschäftsführer von Felder Metall in Andelsbuch. Wenn man im Navi die Adresse des Firmensitzes Moos 729 eingibt, führt der Weg entlang idyllisch gelegener Bauernhöfe, bis irgendwann wie aus dem Nichts ein Gebäude erscheint, das von außen kaum etwas von seinem innovativen und produktiven Innenleben preisgibt. Das passt auch sehr gut zur Philosophie des Wälder Unternehmens, das Konrad (40) und Jodok (36) im Jahr 2013 von ihrem Vater übernahmen. Denn nicht die eigene Firma, sondern vielmehr die Kunden sollen in Szene gesetzt werden. Ihr Credo ist es, die oft sehr speziellen Anfor-

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derungen ihrer Auftraggeber zu erfüllen. Und dafür schmiedet das Duo einerseits ganz schön viel Metall und anderseits auch Pläne. Viele Architekten im Land wissen mittlerweile, an wen sie sich wenden müssen, wenn ganz besondere Ansprüche erfüllt werden sollen. Spezielle Dinge reizen. Auf den vielen Bildern, die die beiden auf ihren Computern gespeichert haben, wird das Ergebnis sichtbar. Küchen mit Messingverkleidung, ein Außenpool aus Edelstahl, der sich aus dem Dachgeschoß eines Hotels erstreckt, ja sogar eine alte Gondel, die mit Spiegelmetall auf der Decke ausgekleidet wurde und nun als Minibar dient, sind Zeugen der Handwerkskunst, die von Felder Metall umgesetzt wurde. Es ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt zahlreicher Projektrealisationen, an denen das Andelsbucher Un-

Edelstahl. Baden mit Sinn für Ästhetik.


Fotos: Marcel A. Mayer Photographer, Werner Elmer Photography Markus Gmeiner

Glamourös. Der Messing-Look liegt in der Hotellerie im Trend. Kein Wunder, sind die Möbel doch vom Material her sehr robust.

ternehmen beteiligt war. „Natürlich machen wir auch ganz normale Sachen, aber reizen tun uns schon die speziellen Dinge“, klingt es ein wenig verschmitzt aus den Mündern des dynamischen Duos.

sind wir selbst überrascht, was man alles daraus machen kann“, geraten die beiden ins Schwärmen. Die Arbeit inspiriert und treibt sie immer wieder zu neuen maßgeschneiderten Lösungen.

Womit der Bogen zur Oberfläche wieder gespannt ist. Daran zu tüfteln, ist vor allem für den gelernten Maschinenschlosser und technischen Zeichner Jodok Felder eine besondere Herausforderung. „Ich probiere immer wieder etwas Neues aus, experimentiere herum.“ Nur so kann es eine Weitentwicklung geben. Beispielsweise färbt er das Metall ein. Das geschieht durch einen chemischen Prozess. Oder ändert die Struktur von Oberflächen. Dadurch entstehen besondere Wirkungen und Effekte, die einer banalen Verkleidung eine eigene Ästhetik verleiht. „Metall ist ein unglaublich vielseitiges Material. Manchmal

Bodenständig. Dennoch sind die Brüder stets bodenständig geblieben. Sie wissen, dass ein ideales Endprodukt nur im Zusammenspiel aller Kräfte möglich ist. Da spielt der Plan des Architekten ebenso eine Rolle wie die Arbeit des Bauphysikers und Statikers oder die Einbindung anderer Handwerksbetriebe. Denn selten wird Metall alleine verbaut, sondern vielfach ein Mix an Materialien eingesetzt. Da ist es umso wichtiger, dass alle Komponenten perfekt passen. Da ist Millimeterarbeit gefragt. Eines ihrer Spezialgebiete sind beispielsweise Edelstahlpools. Metall hat den Vorteil von Langlebigkeit und Formbarkeit.

„Metall ist ein unglaublich vielseitiges Material. Manchmal sind wir selbst überrascht, was man daraus alles machen kann. Wir entdecken immer wieder fantastische Seiten bei der Verarbeitung“, geraten Konrad und Jodok Felder förmlich ins Schwärmen. kontur 51


Die speziellen Dinge reizen uns schon sehr. Die Arbeit inspiriert und treibt uns immer wieder zu neuen, maßgeschneiderten Lösungen. 52 kontur

Schwimmbecken zudem mit Metallstangen, die von oben herab betrachtet Zündhölzern gleichen, verkleidet. Bei einem Fassaden-Projekt in Oberstdorf wiederum wurden die Teile per Helikopter an den Zielort gebracht und dort installiert. Bis nach Barcelona. Der Wirkungskreis des Bregenzerwälder Unternehmens, das 33 Mitarbeiter zählt, reicht mittlerweile sogar bis nach Barcelona. Als ein spanischer Gast im Hotel Cocoon am Tiroler Achensee weilte und dort eine Messingküche, die Teil eines Gastronomieraumes ist, sah, wollte er eine solche auch für seinen Betrieb haben. Die „Spur“ führte

Blickfang. Die speziell bearbeiteten Oberflächen verleihen dem Metall eine besonders ästhetische Note.

schließlich nach Andelsbuch zu den Gebrüdern Felder. Küchen im Messing-Look sind vermehrt im Trend. Kein Wunder, wirken sie doch glamourös und sind auch vom Material her sehr robust. Jodok Felder brüniert dafür das Messing, um eine ganz besondere Oberfläche zu erhalten. Auch von der Optik entsteht dadurch ein edler Eindruck. Für Konrad und Jodok Felder ist ihr Beruf Leidenschaft pur. Wenn sie Hand anlegen, entstehen meisterliche Werke. Wenn es dann wieder etwas ganz Spezielles zu lösen gilt, sind sie voll in ihrem Element. Und wenn es in Barcelona ist. Marion Hofer

Fotos: Andre Schönherr, Johannes Fink

Es ist zudem korrosionsbeständig, abnützungsfrei und frostsicher. Auch architektonisch passt sich ein Edelstahlpool an jedes Gebäude an. Den Pool, den sie im bekannten Bezauer Hotel Gams realisiert haben, war beispielsweise ein ganz spezielles Projekt. Seine Besonderheit liegt darin, dass er eine Auskragung hat. Das heißt, er ragt weit über das Gebäude heraus. Die Schwierigkeit bei der Umsetzung lag darin, dass es wegen der Statik einer Leichtbauweise bedurfte. Zudem musste der komplette Schwimmbadkörper schallentkoppelt werden, damit in den unteren Zimmern die Geräusche nicht hörbar sind. Im Eingangsbereich wurde das


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Gipfelstürmerin mit Bodenhaftung Über Traumautos, Frauenpower seit Generationen, abendliche Perspektivenwechsel und eine Reise nach Bhutan. Karin Seyfried, Geschäftsführerin der Schneider Automobil GmbH in Dornbirn, hat „kontur“ zehn Fragen beantwortet. Frau Seyfried, gibt es ein Traumauto? Ein Mercedes Cabrio aus den 60er-Jahren, die Pagode. Für mich der schönste SL. Ein echter Klassiker. Immer noch sehr gefragt und wertvoll. Sie arbeiten in einer von Männern dominierten Branche. Ist das immer einfach? Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung und immer abwechslungsreich. Wir pflegen einen wertschätzenden Umgangston und legen Wert auf ein respektvolles Miteinander. Dies spiegelt sich auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden wider. In allen Abteilungen unserer Betriebe sind zumeist Frauen und Männer vertreten, sei es im Verkauf, in den Werkstätten, im Lager. Da entsteht eine wertvolle Dynamik. Auch beim Notdienst sind unsere Mitarbeiterinnen im Einsatz. Mercedes Schneider ist seit Jahrzehnten ein modernes Vorbild was Frauen in Führungspositionen betrifft. Wie kam es dazu? Und wie empfinden Sie das persönlich? Schon in der Gründergeneration hat unsere Großmutter während der Krankheit und nach dem Tod ihres Mannes die Führung der Firma übernommen und sie musste damals „ihren Mann stehen“ und sich behaupten. In der folgenden Generation waren es ihre beiden Töchter, die die Firma über Jahrzehnte sehr erfolgreich weitergeführt haben. Nun sind wir schon seit einigen Jahren in der dritten Generation angekommen und ich freue mich, dass ich die Firma gemeinsam mit meinen Kollegen in der Geschäftsleitung in die weitere Zukunft führen darf. Konkrete Weichen für die Nachfolge sind noch nicht gestellt. Wir sind in der glücklichen Lage, dass alle Optionen offen und möglich sind und freuen uns zu gegebener Zeit auf die Entwicklungen. Bei Entscheidungen v. a. über Investitionen schwingt bei uns immer das Thema Nachhaltigkeit mit und wir sind laufend bestrebt, unsere Mitarbeiter mit in die Überlegungen einzubinden. Unsere Mitarbeiter sind unsere Stärke, ohne sie bewegt man nichts. Die Autobranche verändert sich momentan enorm. Was denken Sie, in welche Richtung es gehen wird? Die Veränderungen betreffen sowohl das ökologische Bewusstsein der Menschen, ihr Kaufverhalten und nicht zuletzt auch die Nutzung der Fahrzeuge. Ist das Auto für viele meiner Generation noch ein Sta-

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Wenn ich abends auf den Karren oder den Pfänder laufe, bin ich mit der Welt wieder im Reinen. tussymbol, das sich im eigenen Besitz befinden sollte, so geht der Trend zu einer flexibleren Nutzung. Im Sommer fährt man Cabrio, im Winter bucht man lieber ein Allradfahrzeug. Um die Nutzung zu optimieren und die Kosten überschaubar zu halten, etablieren sich beispielsweise Carsharing-Varianten. Auch der Onlinehandel wird nicht an uns vorübergehen. Wir werden uns den Veränderungen stellen und die Herausforderungen annehmen. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wie empfinden Sie den Ruf, den das Auto momentan vielfach in der Klimadiskussion bekommt? Die bereits ausgereiften Technologien, die in unseren Fahrzeugen verbaut sind, sind mit Sicherheit deutlich besser, als es in den derzeitigen Diskussionen über Autos generell den Anschein gibt. Unabhängig davon bin ich der Ansicht, dass in allen Branchen und Bereichen intensiv geforscht werden muss, um die negativen Folgen des Klimawandels einzudämmen. Wir wollen ja auch, dass unsere Kinder und Kindeskinder gute Lebensbedingungen vorfinden. Bemerken Sie Veränderungen bei den Kunden? Wählen diese ihr Auto bereits anders aus? Das Interesse an alternativen Antrieben ist hoch, die Unsicherheit über den Werterhalt ebenso. Noch sind die Kunden im Kaufverhalten neuer Technologien zurückhaltend und wählen sowohl bewährte Antriebstechnologien als auch Hybridmodelle in Kombination mit risikofreien Leasingvarianten. Bei Firmenfahrzeugen spielen steuerliche Aspekte bei der Wahl eine sehr große Rolle. Welchen beruflichen Weg hätten Sie eingeschlagen, wenn Sie nicht ins Familienunternehmen gegangen wären? Ich könnte mir eine Landschaftsgärtnerei vorstellen oder vielleicht etwas im Outdoor-Bereich. Da gäbe es viele Ideen ...

Karin Seyfried

Sie sind Geschäftsfrau, Mutter und Oma. Wie bringt man das immer unter einen Hut? Ich habe viel Freude an den Tätigkeiten, das gibt mir immer wieder Energie und Antrieb. Die gemeinsame Zeit mit den Kindern ist mir sehr wichtig, vor allem genieße ich die Abwechslung mit meiner kleinen Enkeltochter.

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Foto: Schneider Automobil GmbH

geb. 1966; nach der Matura am Gymnasium Dornbirn absolvierte sie das Studium der Betriebswirtschaftslehre in Wien und Innsbruck; nach beruflicher Station bei der Sparkasse Dornbirn folgte 2006 der Eintritt bei Mercedes Schneider, seit 2008 ist sie Geschäftsführerin des Familienbetriebs. Privat. Zwei Kinder.

Wo finden Sie Ausgleich zu Ihrer Arbeit? Ich bin gern im Freien, koche gern und finde Muße bei der Gartenarbeit. Wenn ich abends auf den Karren oder den Pfänder laufe, bin ich mit der Welt wieder im Reinen. Als Steinbock zieht es mich einfach in die Berge. Einerseits stellt eine Gipfelbesteigung immer eine Herausforderung dar und andererseits bietet sich dadurch ein schöner Perspektivenwechsel: von oben gesehen sind Probleme das Alltags in Relation klein. Welchen Traum würden Sie sich gerne irgendwann erfüllen? Eine Reise nach Bhutan. Sabine Carotta

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In aller Offenheit Flexibel wie nie ist sie, die moderne Arbeitswelt. Offene Kommunikation, Transparenz und Freiräume finden ebenso Platz wie konzentriertes Arbeiten für sich allein. Genau hier liegen aber auch die Herausforderungen.

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Foto: Sedus Stoll AG

ie kann es aussehen, das optimale Büro, in dem Teamwork und Interaktion gefördert werden, der Einzelne sich aber dennoch wohlfühlen und bei aller Offenheit effizient arbeiten kann? Antworten darauf hat Guntram Paterno, Geschäftsführer von Paterno Bürowelt in Dornbirn. „Es geht um den richtigen Mix. Ein Unternehmen sollte sowohl Räume für konzentrierte Einzelarbeit als auch für offenes Netzwerken bieten.“ Und, der Übergang von der einen Arbeitsweise zur anderen sollte schnell und einfach möglich sein. Um das vorhandene Raumangebot optimal zu nutzen bzw. ein neues Konzept zu erstellen, ist eine zum Unternehmen

passende Arbeitsplatzstrategie das Um und Auf. Oftmals können schon kleine Veränderungen viel bewirken. Guntram Paterno hat darum fünf grundsätzliche Tipps, die zum Gelingen einer effektiven Arbeitsplatzstrategie beitragen können. Treffpunkte. „Begegnungen können den spontanten Austausch fördern. Sei es auf dem Gang, in den Pausenbereichen oder an der Kaffeemaschine“, führt der Experte für Bürowelten aus. Es gehe also darum, bewusst „Kreuzungen“ zu schaffen, an denen die Mitarbeiter sich ganz ohne Termin, quasi unverhofft, treffen können. „Die inspirierenden Gespräche, die sich dabei ergeben, oder den kurzen Austausch von neuen Informationen darf man nicht unterschätzen.“ Informelle Treffpunkte wie diese können die Kreativität erheblich steigern und eine gute Einstellung zu innovativen Arbeitsprozessen fördern. Die Auswahl an möglichen Plätzen für solche Kreuzungen sei größer, als es oftmals scheinen mag. „In der Nähe der Arbeitsplätze können bei-

Man trifft sich. Spontane Begegnungen und Gespräche sind wertvoller, als oftmals vielleicht angenommen.

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Großraumbüros stellen vor die Herausforderung, das üppige Raumangebot effizient zu nutzen. Es geht um Freiräume und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen persönlichem Arbeitsplatz und Gemeinschaftsräumen.

Eine Erfahrung, die Guntram Paterno im Lauf der Jahre ebenfalls gemacht hat: Mitarbeiter schätzen ungezwungene Treffpunkte in der Nähe von Schreibtischen und Arbeitsplätzen. Hierfür bieten sich ganz einfach ergänzende Möblierungen an. „Nehmen wir beispielsweise vertikale Raumteiler. Diese tragen nicht nur zu einer besseren Schalldämmung bei, sie bieten auch zusätzlichen Stauraum“, so Guntram Paterno. Ein dritter Tipp des Experten: Neue Möbelformen wählen. Warum? Weil diese im wahrsten Sinne

des Wortes Grenzen überwinden. „Wenn ich einen normalen rechteckigen Tisch neben einen organisch geschwungenen stelle ... welcher scheint wohl interessanter? Und so einfach ist es: Neuartige und ungewöhnliche Formen schaffen sofort eine andere Wirkung, der Raum wird intuitiv als positiv empfunden“, führt Guntram Paterno aus. Die Folge sind eine offenere Kommunikation und die Förderungen von kreativen Ideen. Mit Blickkontakt. Doch nicht nur die Form, auch die generelle Wahl der Möbel kann erheblich dazu beitragen, dass das richtige Gleichgewicht zwischen offener Kommunikation und Konzentration gefunden wird. „Transparenz lautet hier das Zauberwort.“ Hohe Schreibtische oder Hockerlösungen lassen auf einen Blick erken-

nen, wie der jeweilige Arbeitsplatz genutzt bzw. in welchem „Modus“ sich die Kollegen gerade befinden. „So wird konzentriertes Arbeiten respektiert und zugleich ungezwungenes Arbeiten gefördert“, ist Guntram Paterno überzeugt. Ein elementarer Punkt sei letztendlich auch die richtige Nutzung der Räumlichkeiten. Stichwort: Großraumbüros. „Diese sind heute stark verbreitet und stellen vor die Herausforderung, das üppige Raumangebot effizient zu nutzen.“ Statt die Räume einfach zu füllen, gehe es vielmehr darum, Freiräume und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen persönlichem Arbeitsplatz und Gemeinschaftsräumen zu schaffen. „Hier erhalten modulare Stauraumlösungen und indivduelle Gestaltungselemente ihren großen Auftritt.“ Sabine Carotta

Der Mix macht’s. Die Kombination unterschiedlicher Arbeitsbereiche, wie hier von Sedus, fördert Teamwork ebenso wie konzentrierte Einzelarbeit.

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Foto: Sedus Stoll AG

spielsweise Rollcontainer als Sitzgelegenheiten genutzt werden, verstreut platzierte Bistrotische und Barhocker, zum Beispiel im Pausenbereich, laden ebenfalls zu einem schnellen und informativen Plausch zwischendurch ein.“


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Klein, aber fein: schon der Lyriker und Schriftsteller Hans Carl Artmann soll einst geschrieben haben, die Josefstadt sei DAS Dorf der Wiener. 62 kontur

denn schon der Lyriker und Schriftsteller Hans Carl Artmann soll einst geschrieben haben, die Josefstadt sei DAS Dorf der Wiener. Soll heißen: Die Josefstädter lieben ihren Bezirk und kaum einer möchte von dort weg, um in einem anderen Stadtteil zu leben. Einmal Josefstädter, immer Josefstädter – wobei so manche Alteingesessene behaupten, dass man erst ab der 3. Generation ein echter Josefstädter wird. Eigener Charme. Bereits im 18. Jahr­ hundert ließen sich hier gerne die Adligen nieder. Später wurde die Josefstadt zum Sitz des Bürgertums mit vielen Beamten und die Heimat der meisten Wiener ­Bürgermeister. Heute gilt der 8. Bezirk mit ­seinen altehrwürdigen kulturellen Institutionen auch als Ort von Künstlern, Schauspielern und Kreativen. 75 Prozent der Gebäude im Bezirk wurden vor 1919 erbaut – das Flair der K&K-Monarchie trifft auf hippe Szene-Lokale und entfaltet so seinen ganz eigenen Charme. Zahlreiche kleine Handwerksbetriebe und Greißler prägen das Bild und sorgen dafür, dass die Josefstadt viel Einzigartiges zu bieten hat – so wie die Werkstatt in der Piaristen­

gasse 54, in der Verena Magrutsch mit einer erlesenen Auswahl an alten Bilder- und Spiegelrahmen aufwartet. Mit kunstvollen Handgriffen werden neue Rahmen gefertigt und alte, mit Bedacht auf die Erhaltung der Originalsubstanz, restauriert. Wer auf die andere Straßenseite geht, erreicht einen der schönsten Plätze im ganzen Grätzel: den Jodok-Fink-Platz mit seiner pittoresken Piaristenkirche Maria Treu. Die barocke, römisch-katholische Pfarrkirche, nach Entwürfen von Johann Lucas von Hildebrandt und mit Fresken von Franz Anton Maulbertsch, gehört – neben dem Palais Schönborn, in dem das Öster­ reichische Museum für Volkskunde untergebracht ist, dem Palais Auersperg, dem Landesgericht und dem Palais Strozzi – zu den Kulturdenkmälern der Josefstadt. In lauschig warmen Sommernächten ist der Platz vor der Doppelturm-Kirche einer der zauberhaftesten von ganz Wien. Ein Gefühl wie auf einer Piazza in Italien. James Bond lässt grüßen. Ein paar Meter weiter Richtung Neubau erreicht ­ man die Lebensader des Bezirks: die

Fotos: Theater in der Josefstadt, shutterstock

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ie Josefstadt, Wiens kleinster Bezirk, ist gerade einmal 109 Hektar groß und erstreckt sich stadtauswärts von der Ringstraße, hinter Parlament und Rathaus, hoch bis zum Gürtel. Seitlich bilden die Lerchenfelder Straße und die Alser Straße die Grenze zum 7. (Neubau) und 9. Bezirk (Alsergrund). Etwa 25.000 Einwohner ­residieren hier im „Grätzel“, damit ist die Josefstadt, nach der Inneren Stadt, der Bezirk mit der zweitgeringsten Bewohnerzahl. Klein, aber fein, könnte man sagen,


Juwel. Im Jahr 1924 ließ Max Reinhardt das Theater in der Josefstadt zu einem mit rotem Damast, prächtigem Goldschmuck und venezianischem Lüster-Prunk ausgestatteten Raum für eine gelungene Gegenwartsflucht umbauen.

Jugendstil. Otto Wagners Stadtbahn-Station.

Das Theater in der Josefstadt wurde 1788 gegründet und beschäftigte gewichtige Persönlichkeiten wie Beethoven, Nestroy und Schnitzler. Aber auch das älteste englischsprachige Theater außerhalb Großbritanniens hat seinen Sitz im 8. Bezirk. kontur 63


Paradiesisch. Eschi Fiege und Michi Klein.

Verpackungsfrei. Der Greißler reduziert Müll.

Altehrwürdig und zugleich lässig und jung, eine Mixtur aus Spezialgeschäften, Kaffee-Häusern und Bars. Das ist Wiens kleinster Bezirk. 64 kontur

J­ osefstädter Straße. Weltberühmt ist hier das Theater in der Josefstadt, die zweit­ älteste bestehende Sprechbühne Wiens, im Volksmund kurz „Die Josefstadt“. Sie wurde 1788 gegründet und beschäftigte gewichtige Persönlichkeiten wie Beethoven, Nestroy und Schnitzler.

in der Josefstädter Straße 15. „Wir sind ständig in Dänemark, Schweden, Italien, England und Frankreich unterwegs, um die neusten Einrichtungstrends aufzu­ spüren und direkt in unsere Läden zu bringen“, so Kurt Spet, der mittlerweile ­ mehrere Lifestyle-Stores in Wien betreibt.

Aber auch andere Kreative, Kunstgewerbe, Hotels und Geschäfte haben hier ihren Lebensraum gefunden wie das Fleming’s Selection Hotel (Josefstädter Straße 10– 12). Fleming’s, hat das was mit James Bond zu tun? Absolut. So soll der Taxi­ fahrer Ignaz B. in den 60er-Jahren in New York den James Bond-Schriftsteller Ian Fleming chauffiert haben. Während der Fahrt haben sich beide darüber ausgetauscht, wie das ideale Hotel auszusehen hätte. Als Hommage an dieses geheime Zusammentreffen soll später der Name für die Hotels entstanden sein, denn aus einer „Herberge“ wurde mittlerweile eine ganze Kette. Fest steht: James Bond hätte nicht nur an der Mini-Bar des Fleming’s seine Freude, sondern auch am stylishen Interieur. Um geschmackvolle Einrichtungsgegenstände dreht es sich auch im Hannibal

Einfach ein Kinderspiel. Bunt wie ein Papagei? Nein, wie ein Pagabei! Das gleichnamige Wiener Kindermode-Label (Josefstädter Straße 20) hält, was der Name verspricht: bunte, freche Designs aus ökologischen Materialien und ethischen Grundsätzen. Designerin Eszter Szabolcs setzt auf Schnitte die mitwachsen, unverkennbare weiche Stoffe sowie eine sorgfältige Verarbeitung made in Europe. Ein paar Hausnummern weiter in der 50 residiert das Café Restaurant Hold. Eine Art italienische Bar, die auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar anmuten mag, auf den zweiten aber ihren liebenswürdigen Charakter versprüht: So klein wie das Lokal ist auch die Speisekarte – doch die hat es in sich, was die Qualität anbelangt: Liebevoll frisch zube-

Fotos: Roland Unger, Der Greißler, shutterstock, Michael Malina, Gregor Kuntscher

Piaristenkirche. Maria Treu am Jodok-Fink-Platz.


Nachbarschaft. Das Albert von Mario Bernatovic.

Meer. Im Goldfisch geht es um Wassertiere.

Mit seinen 109 Hektar würde der 8. Bezirk 94-mal in den größten Bezirk, die Donaustadt, passen. reitete Speisen machen Lust auf mehr, egal ob Bruschetta, Goldbrasse oder die Panna Cotta. Molto bene! Ab ins Paradies. Abseits der Josef­ städter Straße, die vom Ring zwischen Parlament und Rathaus stadtauswärts zur gleichnamigen früheren Stadtbahn und heutigen U-Bahnstation U6 führt – eine der bekannten Wiener Jugendstilbauten von Otto Wagner –, finden sich stille Gässchen und kleine Plätze mit sorgsam renovierten Biedermeierhäuschen, prachtvollen Jugendstilpalais, begrünten Innenhöfen und kleinen Lokalen, denn zur Kultur gehört bekanntlich auch das Essen und Trinken. Kaum ein anderer Bezirk hat eine so hohe Dichte an Restaurants und Labungs­ stätten wie die Josefstadt. Unweit der U6 Station hat im letzten Jahr Das kleine Paradies seine Pforten geöffnet und sich in kurzer Zeit zu einem echten Geheimtipp gemausert. Das neue Lokal von Eschi Fiege und Michi Klein in der Blindengasse 3 beindruckt nicht nur wegen seines prachtvollen Ambientes in einem ehemaligen Büromaschinengeschäft aus

der Kaiserzeit, das mit viel Liebe renoviert wurde, sondern auch wegen der Köstlichkeiten, die hier aufgetischt werden. Kein Wunder, denn am Herd steht Tomaž Fink, einst Souschef im Skopik & Lohn. Echte Bereicherung. Zwei Querstraßen unterhalb der Blindengasse, stadteinwärts, hat Alexander Obsieger seinen verpackungsfreien Laden Der Greißler in der Albertgasse 19. Müll vermeiden und regionale Anbieter stärken lautet das Credo des ehemaligen Binnenschiffers, der mit seinem Konzept nicht nur dem aktuellen Zeitgeist entspricht, sondern auch noch aktiv einen Beitrag zur Lebensmittelverschwendung und Mikroplastik-Reduzierung im Essen leistet: Egal ob Käse, Öl, Nudeln oder Nüsse – bei Obsieger wird die gewünschte Menge in selbst mitgebrachte oder ausleihbare Glas-, Papier- oder Stoffbehälter abgefüllt. Die Bezugsquellen sind regionale Bauern und Jungunternehmer. Eine Bereicherung ist auch das Albert ein paar Häuser weiter (Albertgasse Nr. 39). Das Nachbarschaftslokal von Mario Bernatovic bietet vom Frühstück bis zum

Abend richtig gutes Essen und ein eindrucksvolles Weinangebot. Die Gerichte sind allesamt frisch gekocht und eine gute Mischung aus klassischen und innovativen Elementen. Kein Wunder, war Bernatovic vor rund 20 Jahren einer der „jungen ­Wilden“ in der Wiener Szene und kochte in Restaurants wie dem Motto am Fluss, Kussmaul am Spittelberg und seit 2017 dem Kussmaul in der Bäckerstraße. Das Albert ist nun sein erstes eigenes Lokal, denn ein gutes Lokal ums Eck sollte jeder haben, oder? Benannt ist die Straße übrigens nach ­Herzog Albert von Sachsen-Teschen, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Albertinischen Wasserleitung. Unter Denkmalschutz. Apropos Wasser: Viel Grün ist in der Josefstadt nicht zu finden. Nur zwei Hektar, also 1,8 Prozent, der Gesamtfläche sind grün. Die größte Parkanlage ist der Schönbornpark, dessen Ummauerung, Brunnen und selbst der WC-Pavillon unter Denkmalschutz stehen, da sie ein historisches Zeugnis des Wiener Jugendstils darstellen.

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Böser Wolf. Märchenhafte Prints von Esca.

In direkter Nachbarschaft zum Park befindet sich das Urban Stay Hotel Columbia (Kochgasse 9). Hinter der Fassade eines Wiener Stilhauses aus dem 19. Jahrhundert verbirgt sich ein lässiges BoutiqueHotel mit zehn Zimmern im Romantic-­ Vintage-Style. Das Einrichtungs-Konzept stammt vom Designer Werner Pramel, der bereits seine Handschrift in vielen inter­ nationalen Hotels von Warschau bis Paris hinterlassen hat. Etwas besonders ist auch die Kräuter­ drogerie ein paar Häuser weiter (Koch­ gasse 34). Was an dem Reformhaus-­ Konzept wirklich beeindruckt, ist das ­unglaublich große Sortiment an Kräutern und Gewürzen, das auch Seltenheiten wie Asa Fötida oder Ajowan umfasst. Die ­Anlaufstelle für alle, die ganz besondere „Pflänzchen“ aus der Natur suchen.

Rotkäppchen und der Wolf. Unterhalb der Kochgasse bahnt sich die Lange Gasse ihren Weg quer durch die Josefstadt. Selbstredend, dass hier einige coole Shops zu finden sind wie das Esca: Christina ­Esca und ihr Bruder bedrucken T-Shirts, Jacken, Pullis und Geschirr mit märchenhaft-­ kreativen Prints. So treffen Rotkäppchen und der böse Wolf auf Drachen und Seepferdchen. Natürlich auf ökologisch fair gehandelten Textilien und direkt im Shop handbedruckt (Lange Gasse 19/1). Ein paar Meter weiter erreicht man schließlich die Lerchenfelder Straße, die nicht nur den Zugang zum boboesken 7. Bezirk ­bildet, sondern auch zum Meer – zumindest was die Hausnummer 16 anbelangt. Der Goldfisch ist der Hafen für alle, die ­gerne Fisch & Co. essen. Verkauft werden nicht nur Produkte aus dem Meer, sondern

auch aus heimischen Gewässern. Dabei hat man die Wahl, ob man die Wasserbewohner zu Hause kochen oder frisch zubereitet im kleinen Lokal verkosten möchte. Neben einer großen Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten liegt der Fokus auf bester Qualität, Bio-Produkten und nachhaltigem Fischfang. Und weil der Fisch schwimmen muss, findet sich zudem eine feine Auswahl an Weinen. Fisch ahoi! Der Richtige zum Passenden. Weil zum Thema Wasser, Angeln und Regen auch die passenden Schuhe dazugehören, führt der Spaziergang zum Schluss noch einen Häuserblock weiter in die Lerchenfelder Straße, Ecke Strozzigasse. Auf zwei Ebenen findet sich im Gummistiefelhaus auf unglaublichen 250 Quadrat­ metern wasserabweisendes Schuhwerk für alle Lebenslagen, Launen, Farben und

Fotos: David Sailer, Julia Wesely, Hubert Rinnhofer, die Werkstatt

Bunt. Nachhaltige Kindermode im Pagabei.

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Top. Das Gummistiefelhaus für Gatschhupfer.

Foto: xxxxxx

­ üße. Gatschhüpfer und Pfützenliebhaber F bekommen zudem Regenmäntel und -schirme. Im Torberg (Strozzigasse 47) lässt sich der Tag ausklingen, um sich durch die beeindruckende Auswahl von über 600 verschiedenen Sorten Gin und 23 Tonics zu probieren. Es ist die Leidenschaft der Betreiber, den richtigen Gin mit dem passenden Tonic zu verbinden – aber auch das Angebot an qualitativ hochwertigen Whiskys und Champagnern kann sich sehen lassen. Ein authentisches, gemütliches Ambiente – wie die gesamte Josefstadt: altehrwürdig und zugleich lässig und jung, eine Mixtur aus Spezialgeschäften, Kaffee-Häusern und Bars. Zusammengewürfelt und doch in sich stimmig – alles immer im josefstädtischen Flow. Das macht „Das Dorf der Wiener“ zur Heimat, mit der sich die Bewohner ein Leben lang verbunden fühlen. Christiane Schöhl von Norman

Hotspots im 8. Bezirk, die auch einen ­Besuch wert sind. Knöpfe. In diesem kleinen Spezialgeschäft findet sich selbst Nähzubehör, nach dem man schon lange gesucht und nicht mehr zu finden geglaubt hat. Große Auswahl an, wie der Name schon sagt, Knöpfen! Lederergasse 2 Materia. Stefano Patelli und Francesca De Rossi bringen eine junge, moderne Küche aus Italien nach Wien. Traditionelle Rezepte werden neu interpretiert. Die Gerichte leben von wenigen ausgesuchten Komponenten. Der Einfluss von Stefanos Nonna ist genauso spürbar wie der seiner Reisen in Europa und Japan. Tigergasse 31 Tati. Ein fabelhafter Vintageladen unter der Führung von Bühnenbildnerin Katharina Polheim. Hier treffen antike Möbel auf ausgesuchte Retro-Gegenstände und Greißler-Produkte wie Olivenöl, Sardinen und Honig aus einem kleinen ligurischen Dorf in der Nähe von Ventimiglia auf naturbelassene Seife aus Marseille. Lange Gasse 26 Fuhrmann. Das Konzept des Restaurants ist schnell erklärt: Gästen gutes ­Essen und erlesene Weine in einer gemütlichen und gepflegten Atmosphäre zu

Im Bilde. Rahmen aller Art in der Werkstatt.

v­ernünftigen Preisen zu bieten. Dabei konzentriert sich Küchenchef Sascha ­ Hoffmann, der bereits im Steirereck, Tian oder Fabio’s Erfahrungen sammelte, auf einen unprätentiösen österreichischen Stil mit modernen Akzenten. Drei Gault&Millau-Hauben geben ihm Recht. Gastlichkeit auf höchstem Niveau. Fuhrmanngasse 9 Kommod. Eine Bäckerei aus den 20erJahren bildet den Rahmen für das kleine Restaurant mit den rund 15 Sitzplätzen. Knapp ist auch die Speisekarte: ein Menü mit vier Gerichten (Vorspeise, Zwischengericht, Hauptspeise, Dessert). Reduk­ tion auf das Wesentliche lautet das ­Credo, das bedeutet, ausgewählte Produzenten und Zutaten mit Bedacht und Raffinesse zubereitet. Ein kulinarisches Kleinod. Strozzigasse 40 Tür 7. Willkommen im Wohnzimmer. In der kleinen Bar hinter dem Rathaus wird ein individuelles Verwöhnprogramm geboten – inklusive Klingel, Hausschuhen und herausragenden Cocktails sowie anderer süffiger, alkoholischer Mixturen. Buchfeldgasse 7 Dolls. Einer der stimmungsvollsten Blumenläden der Stadt, denn die verschie­ denen Gewächse und Pflanzen werden von kundigen Händen sehr geschmackvoll gebunden. Immer etwas dramatisch und nie langweilig sind die Blumen im Arrangement eine künstlerische Entdeckung. ­Lange Gasse 62

Authentisch und gemütlich, zusammengewürfelt und doch in sich stimmig – alles im josefstädtischen Flow. kontur 67


© Anja Köhler

2 2 . J U L I – 2 3 . AU G U ST 2 0 2 0

SPIEL AUF DEM SEE

RI GO LE T TO GIUSEPPE VERDI


Rettung in letzter Minute Foto: Gerhard Schlatter

Vor 30 Jahren hatte die Hohentwiel ihre zweite Jungfernfahrt. Die Geschichte des Schaufelraddampfers wäre damals fast zu Ende gegangen. Ohne einen beispiellosen, fast übermenschlichen Einsatz von begeisterten Männern – und deren verständnisvollen Frauen und Familien – wäre die Rettung damals völlig undenkbar gewesen.

S

eit 107 Jahren ist der Schaufelraddampfer Hohentwiel jener Ort auf dem Bodensee, der Vergangenheit, Zukunft und drei Länder vereint. Ihr Herz, die Dampfmaschine, schlägt am rechten Fleck und bietet jedem Gast an Bord die Gewissheit, dass auch

morgen noch Werte wie Respekt, Würde und Ehrlichkeit zählen werden. Projekt gegen alle Widerstände. 1913 als prachtvolles Schiff für den württembergischen König vom Stapel gelaufen, hängt die Hohentwiel Mitte der 1980er-Jahre als

rostiges Wrack zwischen der ebenso verrosteten Autofähre Konstanz II und einem Kieskahn in der Fußacher Bucht. Nachdem der Bregenzer Segelclub den letzten Schaufelraddampfer nach seiner Aus­ musterung am 31. Oktober 1962 durch die Bodensee-Schiffsbetriebe in letzter

Traumschiff, ahoi! Mit dem Jugendstil-Dampfschiff Hohentwiel den Bodensee entdecken.

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­ inute vor dem Schneidbrenner gerettet M und ihn als Clubheim eingesetzt hatte, ist im ­Sommer 1984 scheinbar sein Ende besiegelt: Der Restaurationsbetrieb muss aus Sicher­heits- und Hygienegründen behördlich verordnet eingestellt werden. Das einstige Prunkstück der Königlich Württembergischen Dampferflotte wird von Bregenz nach Fußach geschleppt. Nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen passiert, was Pessimisten für völlig unmöglich und Realisten für sehr unwahrscheinlich gehalten haben: Das ­ Schicksal der Hohentwiel wendet sich in letzter Sekunde. Die Regierungschefs der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) beschließen am 18. November 1983, die Hohentwiel zu kaufen. Als Vollzug des IBK-Beschlusses wird am 5. Oktober 1984 auf dem Gebhardsberg hoch über Bregenz der „Verein Internationales Bodensee Schifffahrtsmuseum“ gegründet, zum Präsidenten wird der damalige Lindauer Landrat Klaus Henninger gewählt. Die Väter: Henninger und Kloser. Mit beinahe unglaublicher Energie und einem Durchhaltevermögen sondergleichen macht sich Klaus Henninger an seine neue Aufgabe. Mit Schiffsingenieur Reinhard E. Kloser, der bald Projektleiter wird, treibt er trotz teils erbitterter Wider-

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stände die Restaurierung der Hohentwiel voran. Projektleiter Kloser erklärt: „Mit Hilfe von 186 verschiedenen Firmen und meiner früheren Reederei in Hamburg haben wir aus einem Schrotthaufen die Hohentwiel damals wiederaufgebaut – für rund 2,4 Millionen Euro. Dafür bekam man bestenfalls ein Motorboot schlichtester Ausstattung für 250 Fahrgäste.“ Betrieben wird sie seit ihrer Wiederinbetriebnahme und zweiten Jungfernfahrt am 17. Mai 1990 von einer eigens gegründeten Betriebsgesellschaft, der „Hohentwiel-Schifffahrtsgesellschaft m.b.H.“, Heimathafen ist das österreichische Hard. Bis

„Die Hohentwiel ist ein Symbol für die unglaubliche Schaffenskraft der Menschen unserer Region.“ Kapitän Adolf F. Konstatzky

Saisonende 2003 steuerte Reinhard E. Kloser die Hohentwiel über den Bodensee, sein Nachfolger wird Kapitän Adolf F. Konstatzky, der seit 1. Januar 2004 als Kapitän und Geschäftsführer der Hohentwiel Schifffahrtsgesellschaft das Unternehmen mit großem Erfolg führt. Beide betonen, dass die Hohentwiel nur mit Herzblut, Liebe, hoher Flexibilität, Engagement und großer Motivation erfolgreich betrieben werden kann. Pro Saison legt der Schaufelraddampfer etwa 10.000 ­Kilometer zurück und ermöglicht 20.500 Fahrgästen ein unvergessliches Erlebnis. Historische Schifffahrt. Seit dem Jahr 2019 werden der Jugendstil-Schaufelraddampfer Hohentwiel und das Art déco-Motorschiff Oesterreich gemeinsam unter der Marke „HSB – Historische Schifffahrt Bodensee“ vermarktet. Mit insgesamt 30 Themenfahrten und zwei Schiffen im Sommer- und Winterbetrieb zählen die beiden Unternehmen Hohentwiel und ­Oesterreich seither zu den größten Anbietern an öffentlichen Fahrten am Bodensee. Beide Schiffe können für private Feiern oder Busi­ness-Events ­gechartert werden. Immer mit an Bord sind eine aus­ gezeichnete Küche, ein ers­ tklassiger Service sowie ein Ambiente, das weltweit wohl einzigartig ist. www.hs-bodensee.eu Hildegard Nagler, Eva Engel

Foto: Hohentwiel Archiv, Adolf Bereuter

Einzigartig. Besondere Momente an Bord der Träume genießen.

Die Hohentwiel ist ein Juwel. Der laut Fachpresse schönste historische Schaufelraddampfer Europas befährt von Ende April bis Mitte Oktober den Bodensee.


Wir bauen keine Kompromisse. Wir bauen Sportwagen. Das neue Cayenne Turbo S E-Hybrid Coupé.

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Suchen und finden Einfach ein Stelleninserat schalten und auf die Flut von Bewerbungen warten? Diese Zeiten sind vorbei. Die Personalsuche ist von einer administrativen ­Aufgabe zur hohen Kunst geworden.

Sich positionieren. Wirklich gute Arbeitskräfte müssen heute nicht mehr aktiv suchen. „Sie wissen, dass sie dringend gebraucht werden und haben meist schon einen Wunsch-Arbeitgeber im Blick. Dort bewerben sie sich initiativ“, so Doris Fisar. Für die Unternehmen liegt der Schwerpunkt heute daher darauf, die Anziehungskraft auf Bewerber zu erhöhen. Wie komme ich an Bewerber? Wie werden mögliche Mitarbeiter auf mich aufmerksam? Wie schaffe ich

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es, dass sie bei mir arbeiten möchten? Stichwort: Employer Branding. „Ich muss mich als Arbeitgeber am Arbeitsmarkt positionieren, sodass mögliche Bewerber ein genaues Bild von mir und der Stelle haben und sich wirklich für mich interessieren. Dafür reichen reines Marketing, Inserate und Versprechungen nicht mehr aus.“ Hier müssen die Profis ran. Personalabteilungen erhalten daher immer zentralere Rollen in Unternehmensführung und -entwicklung. Aber keine Sorge: auch in kleinen Unternehmen funktioniert Employer Branding. Beim Suchen und Finden hört es aber nicht auf. „Jeder integrierte und zufriedene Mitarbeiter, der sich mit dem Unternehmen identifiziert und somit loyal und motiviert ist, ist Gold wert. Ein wichtiges Thema ist daher, Mitarbeiter zu halten.“ Authentisch sein. Mit den folgenden Tipps von Doris Fisar lassen sich Herausforde­ rungen im Personalwesen gut meistern: 1. Personalsuche ist ein Dauerthema. Wer dafür nur offen ist, wenn er gerade akuten Personalbedarf hat, ist vom Zufall abhängig. 2. Mitarbeiter schätzen offene, ehrliche und authentische Unternehmen. Geheimniskrämereien, zu wenige Informationen und Gerüchte sind Killerfaktoren. 3. Soziale Beziehungen sind der wichtigste Motivationsfaktor. Wenn ich nicht mehr gern zur Arbeit gehe, weil Kollegen oder der Chef mir Bauchschmerzen bereiten, ist die Kündigung innerlich schon vollzogen. 4. Vertrauen ist die Grundlage für lange und gute Beziehungen – auch am Ar-

beitsplatz. Vor allem das Vertrauen zum Vorgesetzten muss gegeben sein. 5. Struktur schafft Halt und Sicherheit. In vielen Bewerbungsgesprächen nennen die Bewerber fehlende Strukturen als Kündigungsgrund, denn diese führen zu Chaos, Missverständnissen, Unsicherheit und Stress. Krisen überwinden. Das Coronavirus hält aktuell die Personalabteilungen und Geschäftsführungen auf Trab. In solchen Zeiten ist transparente Kommunikation auf Augenhöhe gefragter denn je. „Mitarbeiter in die Lösungsfindung mit einzubeziehen ist eine Möglichkeit, bei der beide Seiten Verantwortung übernehmen, die Situation gemeinsam analysieren“, rät Doris Fisar. Die gute Nachricht: „Wenn Krisen gemeinsam überwunden werden, ist die Qualität der Beziehung danach gestärkt und das Vertrauen groß.“ Sabine Carotta

„Reines Personalmarketing, Inserate und Versprechungen reichen heute nicht mehr aus.“ Doris Fisar anstellungssache

Foto: shutterstock, anstellungssache

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ssessment Center, Potentialanalysen ... hören Sie heute noch davon, wenn es um die Mitarbeitersuche geht? Bis vor wenigen Jahren waren diese Auswahlverfahren in aller Munde. Doch das hat sich geändert, ebenso wie das Personalwesen selbst. „Da kaum Bewerbungen da sind, gibt es im Grunde keine Auswahlprobleme mehr“, erklärt Doris Fisar, Inhaberin der Employer Branding-Agentur anstellungssache. Ein Inserat schalten und auf eingehende Bewerbungen warten, funktioniert also nicht mehr. Warum? „Zum einen sind insgesamt zu wenige Arbeitskräfte verfügbar. Zum anderen geht die Schere zwischen qualifizierten und nicht qualifizierten Arbeitskräften weiter auf.“ Bedeutet, die Anforderungen steigen, Problemlösungsfähigkeiten, eigenständige Arbeitsweise, Fähigkeiten in Planung und Organisation werden immer wichtiger. „Wenn aber diese Kompetenzen sowie Grundfähigkeiten wie Lesen, mathematisches Verständnis, Rechtschreibung bzw. gute Deutschkenntnisse sowie soziale Grundlagen fehlen, wird es immer schwieriger.“


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Idealer Ort für Geschichten Noch ist die Villa Rosenthal in Hohenems die meiste Zeit verschlossen. Das Gebäude, in dem die Zeit vor gut hundert Jahren scheinbar stehen geblieben ist, wird zumindest zum Teil zum Literaturhaus. Es hat jetzt schon viel zu erzählen und es hört sich gut an, dass neben klassischen Textformen hier auch ein besonderes Genre gepflegt wird, nämlich die Graphic Novel.

Sehnsucht nach Geschichten. Und zwar in höchster Qualität, der Name Matthias Gnehm taucht auf dem Veranstaltungsprogramm dieses Jahres auf. Der Schweizer hat erst im Vorjahr mit „Salzhunger“ ein Werk über Umweltaktivisten verfasst, die gegen einen global tätigen Rohstoffriesen vorgehen. Er behandelt damit ein Thema, das junge Menschen wohl auch grundsätzlich anspricht. Die Graphic Novel lade auch Menschen in Geschichten ein, denen der Umgang mit literarischen Fließtexten noch nicht so geläufig ist, hat Frauke Kühn, die Geschäftsführerin des Netzwerks

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Literatur Vorarlberg, erfahren. Die Sehnsucht nach Geschichten sei bei allen Menschen vorhanden, Jugendliche und junge Erwachsene, deren Sozialisierung sehr stark über den Comic lief, seien mit diesen Bildgeschichten leichter abzuholen. Wobei nicht übersehen werden dürfe, dass das Lesen einer Graphic Novel durchaus Kenntnisse voraussetzt. Man müsse sich eine Geschichte beispielsweise Bild für Bild erarbeiten. „Die größte kognitive Leistung steckt in dem weißen Rahmen zwischen den Bildtafeln, das ist eine Leistung, die gerade männliche Jugendliche mitbringen.“ Grundsätzlich habe die Graphic Novel eine Dynamik in die Literaturlandschaft bzw. in die Szene der Literaturschaffenden gebracht, wobei der deutschsprachige Raum beispielsweise noch hinter dem französischen oder belgischen hinterherhinke, wo der Comic

Die Graphic Novel greift mittlerweile spannende, relevante Themen auf, die gut veran­ schaulicht werden können.

Foto: Roland Paulitsch

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oethes „Faust“ gibt es schon in dieser Variante, wer bei der Frage, den viel zitierten, in den 1920er-Jahren erschienenen Roman „Ulysses“ von James Joyce auch wirklich von Anfang bis zum Schluss gelesen zu haben, leicht in Verlegenheit gerät, greift vielleicht zur Bilderzählung von Nicolas Mahler. Der Suhrkamp Verlag hat sie zur Bereicherung des Genres der Graphic Novel angekündigt. Die illustrierten ­Romane sind selbstverständlich nicht nur als Light-Version der Weltliteratur zu verstehen, aber so mancher begegnet ihnen bei der Auseinandersetzung mit dem literarischen Kanon. Mitunter – und das ist sicher nicht das Schlechteste – gelingt es, Jugendliche über diese Schiene überhaupt für Literatur zu interessieren. Kein Wunder also, dass man im neuen Vorarlberger Literaturhaus das jüngere Publikum nicht etwa mit einem Poetry-Slam ködern will, sondern auch die Graphic Novel im Angebot hat.


Tolles Podium. Frauke KĂźhn im neuen Literaturhaus in Hohenems.

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Die Graphic Novel wird zunehmend weiblich. Dafür sorgen beispielsweise Autorinnen wie Liv Strömquist, die sich von den Arbeiten der österreichischen Künstlerin VALIE EXPORT inspirieren ließ. bzw. die bandes dessinées eine sehr große und lange Tradition haben. Förderungsprogramme für junge Autorinnen und Autoren, die in diesem Bereich Fuß fassen wollen, sollen den Anschluss an diese Länder vorantreiben. Eine andere Lesebewegung. Dem Vorurteil, dass die Graphic Novel der Comic für die Intellektuellen sei, konnte jedenfalls längst entgegnet werden. Das Netzwerk Literatur Vorarlberg hat die ­Leserschaft im Land schon vor einiger Zeit gut informiert und ­unterhalten. Der Band V#32 der Publikationen der Vereinigung widmet sich der Graphic Novel. Herausgeber ist der kürzlich ­verstorbene Schriftsteller Kurt Bracharz, der die Graphic Novel beziehungsweise „eine g ­ eglückte Verbindung von erstklassiger Grafik mit angemessenen Texten“ als „avancierteste Form der ­Gegenwartsliteratur“ bezeichnete. „Eine gute Graphic Novel hat nicht nur eine gute und komplexe Geschichte, sondern sie ­erfordert oder ermöglicht auch eine andere Lesebewegung, nämlich in Schleifen, Mäandern, mitunter sogar Kreisen, die zwangsläufig z­ urückführen an Punkte, von ­denen aus sich neue Sinnzusammenhänge erschließen“, schreibt Wolfgang Mörth, bekannter

Schriftsteller, Dramatiker und vor allem Literaturvermittler in seinem Beitrag für die V#32. Szene wird weiblich. Autorinnen kommen dabei noch seltener zu Wort. Das dürfte sich ändern, denn Frauke Kühn hält im Gespräch für diesen Beitrag betonend fest, dass die Szene im Begriff ist, weiblich zu werden. Die österreichische Künstlerin Ulli Lust sei zu erwähnen, die vor Jahren mit „Flughunde“ Aufsehen erregte. Mit „Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein“ wurde ein Werk nachgereicht, in dem sie unter anderem die weibliche Sexualität thematisiert. Katja Klengel wird in „Girlsplaining“ noch direkter und Liv Strömquist zeichnet die Kulturgeschichte der Vulva nach. Den Titel ihres Werks hat sie bezeichnenderweise vom Gemälde „Der Ursprung der Welt“ des Franzosen Gustave Courbet abgeleitet, das den entblößten Unterkörper einer liegenden Frau zeigt. ­Inspiration boten ihr übrigens die Arbeiten der österreichischen Künstlerin VALIE EXPORT. Im Besonderen betrifft das die Aktion „Genitalpanik“, in deren ­Rahmen sich die Künstlerin in einer im Schritt aufgeschnittenen Jeans zeigte oder in dieser eine Pose einnahm, die Macht suggeriert, auch die Macht über die

Fotos: Klaus Hartinger, Roland Paulitsch, Dietmar Stiplovsec

Zeitreise. In der Villa scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

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Villa Rosenthal. Das Gebäude wurde im späten 19. Jahrhundert errichtet und wird nun saniert.

eigene Sexualität. Kühn: „Das ist eine spannende Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Comic mit männlichen Superhelden an den Start ging.“ Bei den Heldinnen der Graphic Novel fällt relativ rasch der Name Marjane Satrapi, die ihre Geschichte in „Persepolis“ aufarbeitete. Die Kindheit im Iran, das Leben im Wiener Exil, die Rückkehr und die erneute Auswanderung wurden auch in einem Animationsfilm erzählt, der bei den Festspielen in Cannes ausgezeichnet wurde. Die erste Graphic-Novel-Lesung hat Frauke Kühn vor Jahren im Rahmen des Kopfsprung-Programms angeboten. Mittlerweile sind etwa die öffentlichen Bibliotheken im Land sehr gut ausgestattet. Die Bücher, die verständlicherweise einen etwas höheren Preis haben, werden somit dem breiten Publikum zugänglich gemacht. Christoph Abbrederis, der an der Universität für angewandte Kunst in Wien unterrichtet, zählt zu den bekanntesten Fachleuten auf ­diesem Gebiet. Unter den Vorarlberger Autorinnen und Autoren, die sich intensiv mit der Graphic Novel beschäftigen, zeigt, wie Frauke Kühn erwähnt, Sarah Rinderer besonderes Potenzial. Sie hat schon vor Jahren mit der subtilen Bebilderung des Buchs „Franz und der Regenschirm“ überzeugt, in dem sich die Autorin Erika Kronabitter sehr einfühlsam verhaltensauffälligen Kindern widmet. Villa Rosenthal als Schauplatz. Wer einmal die Villa Rosenthal in Hohenems betreten hat, die nach und nach bzw. im Zuge der Sanierung zur Adresse für das Vorarlberger Literaturhaus wird, der könnte sich wohl sofort vorstellen, dass die Geschichte dieses Hauses Thema einer Graphic Novel ist. Dass das Haus geradezu

magnetische Kraft hat, zeigt sich bei den Veranstaltungen, die das Netzwerk bis zur abgeschlossenen Sanierung nur selten und bei beschränkter Teilnehmerzahl abhalten darf. Eine gute Möglichkeit, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gebäude an der Einfahrt zum Zentrum von Hohenems zu betreten, bietet sich im Rahmen des Festivals Emsiana Anfang Mai dieses Jahres. Das Privileg, den Salon, ein Musikzimmer, eine Loggia oder das prachtvoll gestaltete Stiegenhaus zu durchwandern, haben vor einigen Monaten j­ene Schülerinnen und Schüler genossen, die sich an einem europäischen Literaturprojekt beteiligen, das sie mit Kolleginnen und ­Kollegen aus Chisinau, Dublin, Turin und Kopenhagen realisieren. Verfasst wird eine Geschichte in Fortsetzungen, die in den genannten Städten entstehen. Ausgangspunkt ist die Villa Rosenthal, ­deren Räumlichkeiten die jungen Menschen auf sich wirken lassen sollten, bevor sie die Eindrücke mit den Mitverfassern teilten. Die Geschichte selbst ist beeindruckend und tangiert in besonderen Facetten jene der einstigen jüdischen Gemeinde von Hohen-

Auch die Geschichte der Villa Rosenthal wäre ein Thema für eine Graphic Novel. kontur 77


Enorm. Die Bandbreite der Inhalte von Grahic Novels.

Samt Kegelbahn und Zentralheizung. Wer das Haus durch das große Tor betritt, fühlt sich nicht nur um mindestens ein Jahrhundert zurückversetzt, Erzählungen davon, dass der einstige

Hausherr die Strecke zwischen dem Betrieb und seinem Wohnhaus gern auch mit dem Vierspänner abfuhr, mag man gerne Glauben schenken. Die Einfahrt ist jedenfalls groß genug. Gleich daneben gehört das Interesse einer Kegelbahn, an deren Wand noch die festgehaltenen Ergebnisse des letzten Spiels samt s­ einer Teilnehmer sichtbar sind. Darüber ranken sich als Wanddeko­ration verschiedene exotische Pflanzen und so manches Vögelchen. ­Eine dicke Holzdecke lieferte Schutz, man sollte sich beim Spiel aber wohl wie in freier Natur fühlen, zum weitläufigen Park hatte man es zudem nicht weit. Die Wohnräume selbst boten mit ­Zentralheizung und eigenen Bereichen für die Angestellten höchstmöglichen Komfort. Die Ausstattung lässt auf ein kunstsinniges Paar schließen, das die Repräsentation schätzte, aber auch seine unternehmerischen Grundsätze verewigen ließ. Das große Glasfenster verweist mit Rosen und Schmetterlingen nicht nur auf den Namen, das zentrale Bildnis zeigt eine Frau mit Spindel, als ­Zeichen des Fleißes wurde die allegorischen Darstellungen nachempfundene Szene noch mit einem Bienenkorb ergänzt. Ein ­reizvolles Bild, bis wieder Leben in die Villa einkehrt, bedarf es in der Tat noch einiger Arbeit. Christa Dietrich

Selten. Für Besucher geöffnet ist die Villa Rosenthal nur bei Veranstaltungen.

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Fotos: Klaus Hartinger, Dietmar Stiplovsek

ems. Im Jahr 1807 wurde das Grundstück von Josef Rosenthal gekauft, sein Sohn errichtete darauf das erste Bürgerhaus, das Iwan Rosenthal (1842–1929) mit seiner Frau Franziska (1853– 1931) so großzügig umgestalten ließ, dass es einem herrschaftlichen Anwesen der Gründerzeit entsprechen konnte. Das Fabrikantenehepaar vererbte es seiner Nichte, die als Jüdin im Jahr 1938 erkennen musste, dass Österreich aufgrund der politischen Verhältnisse kein Ort zum Leben ist, flüchten musste und das Haus verkaufte. Erst vor wenigen Jahren konnte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude von einer Gruppe privater Investoren erworben werden, die in enger Absprache mit der Stadt Hohenems die Sanierung und weitere Nutzung planen. Fest steht dabei, dass einige der zentralen Räumlichkeiten öffentlich zugänglich werden, die Stadt wie das Land Vorarlberg nehmen dafür Geld in die Hand. Die entsprechende Vereinbarung erfolgte vor gut einem Jahr und ist als besonderer Akt zu verbuchen.


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22.10.2FE0STSPIELHAUS BREGENZ

MELISSA NASCHENWENG ALPIN KG OLIVER HAIDT

DIE JUNGEN ZILLERTALER DIE PART YHELDEN CAROLIN CHARLOT GERRY DER KLOSTERTALER PABLO GRANDE

07.11.2M0ESSEQUARTIER DORNBIRN

RAINHARD

FENDRICH

Das schönste Weihnachtskonzert

STARKREGEN

LIVE 2020

08.11.20

DORNBIRN MESSE

QUARTIER

07.12.2FE0STSPIELHAUS BREGENZ

27.02.2FE1STSPIELHAUS BREGENZ

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