FrĂźhling 2019 | 3 Euro
Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Ein neues Zuhause fĂźrs Backhandwerk Selbstporträts groĂ&#x;er Meister in New York Special: Die „Top 100“ Vorarlbergs Generationenwechsel im richtigen Tempo Ganz schĂśn „Bobo“, dieser Siebte
Foto: Heidi Harsieber/Wien
Wo das Gemeinsame im Gegensätzlichen liegt
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Editorial
Frühling 2019 | 3 Euro
Im richtigen Tempo. Vor über 40 Jahren übernahm Hans-Peter Flatz die Geschäftsführung von seinem Vater, im vergangenen Jahr übergab er das Ruder der Flatz GmbH in Lauterach an seinen Sohn Stefan. Ein gelungener Generationenwechsel zwischen Vollgas und Bremse.
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Avantgarde. Sie sind verheiratet, doch in ihren Arbeiten autonom. Architektin Tanja Kogler-Rainer und Künstler Peter Kogler schaffen neue Dimensionen. Der Mix macht’s. In einem der hippsten Grätzel in Wien existieren gleichgeschlechtliche Ampelmänner und -frauen friedlich neben Gürteltieren aus Porzellan, Designerbrillen treffen auf antike Landkarten. Willkommen im Siebten!
Wo das Gemeinsame im Gegensätzlichen liegt
Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam
Foto: Heidi Harsieber/Wien
Special „Top 100“. Die größten Unternehmen Vorarlbergs zeigen eindrucksvoll, welche Erfolgsgeschichten die Wirtschaft im Land schreibt.
Ein neues Zuhause fürs Backhandwerk Selbstporträts großer Meister in New York Special: Die „Top 100“ Vorarlbergs Generationenwechsel im richtigen Tempo Ganz schön „Bobo“, dieser Siebte
Inhalt 06 Echte Tradition Wie die Bäckerei Mangold Handwerk und modernste Technik vereint. 13 Kooperativ In der DIALOGWERKSTATT blickt der Werkraum Bregenzerwald nicht nur auf die vergangenen 20 Jahre. 16 Spiegelbild Tobias Natter bringt Selbstporträts namhafter Künstler nach New York. 21 Neuer Blickwinkel Die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung bringt Chancen. 22 Schwergewichtig Warum der VW Touareg ein wahrer Alleskönner im Großformat ist. 25 Volles Vertrauen Hans-Peter und Stefan Flatz haben ihn gemeistert – den Generationenwechsel im richtigen Tempo. 30 Mahlzeit! Wo Vorarlberger Spitzenköche international erfolgreich aufkochen.
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36 In der kleinen Weltstadt Die jüngste Stadt Vorarlbergs ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Ein Spaziergang durch das sich neu erfindende Hohenems. 44 Von der Kunst, Berge zu versetzen Ob Krokodil, Nietzsche oder Akrobaten. Alice Wellinger versteht es, mit ihren Bildern eine Fülle von Geschichten zu erzählen. 49 Special: Top 100 Die 100 größten Unternehmen Vorarlbergs auf einen Blick. 67 Keine Ausreden mehr Wie das „e“ Einzug in die Welt der Fitness gehalten hat ... und warum besonders auch Berufstätige davon profitieren können. 70 Hinter die Kulissen blicken Yvonne Greussing in zehn Antworten über Politikwissenschaft, inspirierende Erfahrungen und die Faszination für Beschläge. 75 Sie sind Avantgarde Tanja Kogler-Rainer und Peter Kogler – verheiratet, doch in ihren kreativen Arbeiten autonom. 82 Innovation Hub Mit dem Ausbau der alten Postgarage in Dornbirn entsteht ein zentraler Treffpunkt für die lokale Digital- und Start-up-Szene. 87 Freizeitspaß Winter adé! Was es am Golm, in der Silvretta und am Lünersee auch im Sommer zu entdecken gibt. 90 Der glorreiche Siebte Zwischen Fledermausnistkästen und Graffitis. Willkommen in „Boboville“, willkommen am Neubau in Wien.
97 Von der Architektur der Träume Bei der Uhrenmanufaktur IWC beherrscht man die Kunst, eine Marke zu bewahren und im selben Augenblick neu zu erfinden. 100 Wie sich die Zeiten ändern Vor 100 Jahren fand die Volksabstimmung für einen Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz statt. Daraus wurde nichts. Doch heute wäre das Ländle den Schweizern gar nicht mehr so „übrig“.
IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Sabrina Galehr, Marion Hofer, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Jasmin Quast, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Lisa Fröwis, +43 5572 501-440, lisa.froewis@russmedia.com; Belinda Gohm, +43 5572 501-430, belinda.gohm@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 20. März 2019 • Nächste Ausgabe: 14. Juni 2019
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Freude am Fahren
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Foto: Philipp Steurer
Lebendiges Handwerk Die Bäckerei Mangold GmbH, die in der fünften Generation von Monika Haag (geborene Mangold) und Egon Haag als 100-Prozent-Eigentümer geführt wird, ist bis heute ein typisches Vorarlberger Familien unternehmen geblieben. Im nächsten Jahr kann der in Lochau gegründete Betrieb sein 170-jähriges Bestehen feiern.
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eitens der Eigentümer legt man sehr großes Augenmerk auf die Regionalität und den hohen Anteil an traditioneller Handarbeit. Im Dezember 2018 wurde der neue Firmensitz, an dem sich nun die Backstube, die Verwaltung und der Versand sowie ein Bäckerei-Café befinden, im Betriebsgebiet Dornbirn-Nord bezogen. Am neuen Standort sind etwa 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Von dort aus werden nun alle 33 Mangold-Filialen und Kunden in ganz Vorarlberg mit frischem Gebäck versorgt. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt zwölf Millionen Euro. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Es ist
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Großzügig. Im Erdgeschoß befindet sich die neue Backstube.
Hausherren. Monika und Egon Haag.
Im neu errichteten Firmensitz in Dornbirn befinden sich neben der Backstube auch Verwaltung und Versand sowie ein Bäckerei-Café. Etwa 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an diesem Standort beschäftigt. Von dort aus werden nun alle 33 Mangold-Filialen und Kunden in ganz Vorarlberg mit frischem Gebäck versorgt. sowohl baulich als auch betriebstechnisch auf dem modernsten Stand der Technik. Unter anderem sind eine Wärmerückgewinnungsanlage, die eine Heizung und die Klimatisierung des ganzen Gebäudes ersetzt, und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach im Einsatz. Als Firmenautos sind u. a. zwei Elektrofahrzeuge unterwegs. „Auch um die Transportwege kurz zu halten, verwenden wir vorwiegend Rohstoffe aus der Region“, betont Egon Haag. Verbindend. Die Konzeption des neuen Firmengebäudes stammt vom Architekturbüro Georg Bechter aus Langenegg, in Zusammenarbeit mit Thomas Mennel
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aus Schwarzenberg. Dabei wurde größter Wert auf Transparenz in der Architektur gelegt, die die Verwaltung mit der Backstube verbindet. Ausgeführt wurden die Bauarbeiten von der i+R Industrieund Gewerbebau GmbH.
ger Betriebe – kennen auch wir das Problem, zu wenige Lehrlinge zu bekommen“, so Monika Haag. Und das, obwohl das Unternehmen ein „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ ist. Im Familienbetrieb steht stets der Mensch im Mittelpunkt. Auf dieser Ma-
Mit insgesamt 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einschließlich Lehrlingen und Teilzeitbeschäftigten, ist die Bäckerei Mangold heute ein wichtiger Arbeitgeber und Lehrlingsausbildner in Vorarlberg. Aktuell werden 30 Lehrlinge in den Berufen Bäcker/in, Konditor/in, Bürokauffrau/-mann und Einzelhandelskauffrau/-mann ausgebildet. „Doch – wie viele andere Vorarlber-
Wir verwenden vorwiegend Rohstoffe aus der Region – auch um Wege kurz zu halten.
Beliebte Spezialitäten. In der Bäckerei Mangold werden keine Fertigmischungen verwendet, alles basiert auf eigenen Re-
zepten. Auch werden keine Produkte zugekauft. Die Verwendung von natürlichen Rohstoffen ist die Grundlage für den Geschmack der Backwaren, die von den Bäckern zu kräftigem Brot und von den Konditoren in Handarbeit zu feinsten Kuchen und Gebäck verarbeitet werden. Der Kaffee wird in einer Wiener Rösterei extra für Mangold geröstet. „Der Vertrieb unserer Erzeugnisse erfolgt fast ausschließlich in unseren eigenen Geschäften“, erläutert Monika Haag. Absolute Spezialitäten sind dabei die bekannte Handsemmel und der beliebte große Zimtstern, der nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über erhältlich ist. Zehn Mitarbeiter sind zwei Stunden pro Tag allein damit beschäftigt, die gefragten
Handsemmeln herzustellen. So schaffen sie 40.000 Stück in der Woche. Ein Geheimnis hinter dem unvergleichlichen Genuss der Handsemmel sind die Handarbeit in alter Tradition und das Backen im Ladenbackofen. Durch den besonders wei-
Mit Leidenschaft. In der Produktion werden keine Fertigmischungen verwendet.
Fotos: Philipp Steurer
xime gründet sich auch das soziale Engagement des Unternehmens. Das Bäckereiwissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Begonnen hat alles im Jahr 1850, als die Vorfahren der heutigen Eigentümer, die Familie Aschenbrenner aus Oberbayern, ins Leiblachtal zogen. Mit der Einheirat von Alois Mangold aus Möggers wurde der Unternehmensname Mangold begründet. Über alle Unternehmensgenerationen wurde die Brot-Kompetenz ausgebaut. Dank der langen Ruhezeit des Teiges ist der Hefeverbrauch gering und das Getreide kann seinen vollen Geschmack entwickeln.
Das Bäckereiwissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Begonnen hat alles im Jahr 1850, als die Vorfahren der heutigen Eigentümer, die Familie Aschenbrenner aus Oberbayern, ins Leiblachtal zogen. Mit der Einheirat von Alois Mangold aus Möggers wurde der Unternehmensname Mangold begründet.
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Wichtig ist Monika und Egon Haag ein gesundes Wachstum, „denn wir wollen keine Unternehmensgröße überschreiten, in der das eigene Herstellen der Produkte im klassischen Bäckerhandwerk nicht mehr möglich ist.“ chen Teig und die lange Teigführung entwickelt sich der besondere Geschmack. Der große Zimtstern, der bei den Mangold-Kunden mittlerweile als kleiner aber feiner „Geheimtipp“ gilt, wird nach einer seit Generationen überlieferten Rezeptur aus einer reinen Nussmasse hergestellt. In den Mangold-Filialen im ganzen Land
Geduld. Dem Teig wird die Zeit gegeben, die er braucht.
wird auf der Grundlage von eigenen Produkten und Rezepten ebenfalls sehr viel frisch gebacken. Neben den bisherigen Standorten sind in Zukunft auch weitere Geschäfte in Sulz und in Frastanz geplant. Wichtig ist den Geschäftsführern dabei aber ein gesundes Wachstum, „denn wir wollen keine Unternehmensgröße überschreiten, in der das eigene Herstellen der Produkte im klassischen Bäckerhandwerk nicht mehr möglich ist.“ Wesentliche Werte. Vor knapp zwei Jahren hat das Unternehmen seinen Marktauftritt den neuen Gegebenheiten angepasst. Dabei werden die Produkte und das Thema Handwerk, das Monika und Egon
Haag eine Herzensangelegenheit ist, stärker ins Zentrum gerückt. Doch es werden auch weitere wesentliche Werte des Traditionsbetriebes zum Ausdruck gebracht – nämlich Genuss, Leidenschaft, Authentizität, Bodenständigkeit, Regionalität und Lifestyle. Ernest F. Enzelsberger
Wochenverbrauch (Bsp.) Mehl: 28 Tonnen Butter: 500 Kilogramm Ländlesahne: 500 Liter Bergkäse: 200 Kilogramm
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Fotos: Philipp Steurer
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Miteinander reden 20 Jahre ist es her, dass der Werkraum Bregenzerwald gegründet wurde. Für die Handwerkskooperation ein perfekter Anlass, um mit Gästen, Freunden und Partnern öffentlich über aktuelle Themen und die Zukunft zu diskutieren.
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illkommen in der DIALOGWERKSTATT. So heißt es seit November im Werkraum Bregenzerwald. Unter dem Motto „Felder kooperativen Handelns“ wird in vier Modulen aktuell ein öffentliches Gesprächsforum angeboten. „Dabei ermöglicht die DIALOGWERKSTATT, die bisherige, als auch die weitere Entwicklung des Vereins im Kontext mit der Region und in einer allgemeinen Entwicklung von Handwerk und Gesellschaft zu diskutieren“, erläutert Thomas Geisler, Geschäftsführer des Werkraum Bregenzerwald, das Konzept der DIALOGWERKSTATT, die er in Zusammenarbeit mit der freien Kulturgestalterin und Käserin Nicole Hohmann kuratiert hat, und die zugleich einen Blick auf 20 Jahre Werkraum Bregenzerwald bieten soll – eine selbstkritische Reflexion des gemeinschaftlichen Handelns der mittlerweile über 90 Mitgliedsbetriebe. Erfolgsgeschichte mit Zukunft. „Der Werkraum Bregenzerwald hat nicht nur eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen, sondern stellt sich auch den Herausforderungen einer sich ständig verändernden Arbeits- und Lebenswelt. Handwerk als immaterielles Kulturerbe
und wirtschaftlichen Faktor zukunftsfähig zu gestalten, ist Teil des Gründungsauftrags“, so Thomas Geisler. „Gerade in einer Zeit, die von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen geprägt ist, stellen Kooperationen eine Existenzsicherung der regionalen (Handwerks-)Betriebe dar. Daher ist es der Anspruch des Vereins, seine gesteckten Ziele aufs Neue zu hinterfragen, nicht zuletzt, um Handwerk zeitgenössisch und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln sowie in einem unternehmerischen Miteinander ökonomisch nachhaltig zu arbeiten. Gestaltung, Ausbildung und Markt sind dabei wichtige Handlungsfelder.“ Ergänzend fügt Nicole Hohmann hinzu, „dass es zudem Ziel sei, mit der DIALOGWERKSTATT die sozio-ökonomischen Auswirkungen einer Organisation wie dem Werkraum Bregenzerwald auf Gemeinde, Region und Land auch im Kontext der Agenda 2030 zu beleuchten. Und darüber hinaus erfahrbar zu machen, wie wichtig Kultur sowie der reflexive Austausch darüber für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft sind, dass sie weit mehr als schmückendes Beiwerk für Politik und Tourismus darstellen.“
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Auf der Basis von Begegnungen und Partizipation eruiert die DIALOGWERKSTATT im Werkraumhaus in Andelsbuch, welchen Nutzen das gemeinschaftliche Handeln der Mitglieder in der Vergangenheit für die einzelnen Betriebe und das Umfeld hatte, gegenwärtig hat und welche Wirkkraft es zukünftig in diesem besonderen Soziotop des Handwerks entfalten soll. Dreh- und Angelpunkt der Module waren und sind öffentliche und nicht-öffentliche Gesprächsrunden, zu denen namhafte Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen eingeladen sind. Während sich die ersten DIALOGE, deren Reigen mit der Auftaktveranstaltung Anfang Jänner eröffnet wurde, vornehmlich mit den Themen Handwerk und Design beschäftigten, widmen sich weitere Abende darauf aufbauend den Aspekten Aus- und Weiterbildung sowie dem Vertrieb. Und auch die Zukunft des Handwerks wird natürlich nicht außer Acht gelassen. Ob in offenen DIALOGEN oder an Abenden mit geladenen Gästen: In einem offenen Prozess soll unter anderem geklärt werden, wo sich die Mitgliedsbetriebe an der Schnittstelle zwischen Handwerk, Manufaktur und Verleger selbst verortet sehen, was dies für die Handlungsfelder Gestaltung, Ausbildung und Markt bedeutet und wie dies künftig nach innen und außen vermittelt werden soll. Auch der Frage, welche Potenziale und Impulse das kooperative Handeln über die Talgrenzen hin-
aus bietet, widmet sich die DIALOGWERKSTATT, die sich aktuell im dritten Modul „Handwerk und Markt“ befindet. Den Abschluss bildet ab 4. Mai das Modul „Handwerk und Zukunft“. Termine der weiteren Dialoge. 26. März 2019, 19 Uhr: „Wie kommt Handwerk in den Vertrieb?“ (öffentlich); 16. April, 19 Uhr: „Braucht das Handwerk ein Schaufenster und wenn ja, welches?“ (geladen); 11. Juni 2019, 19 Uhr: „Wo liegt die Zukunft im Handwerk?“ (öffentlich) und 25. Juni 2019, 19 Uhr: „Der Werkraum Bregenzerwald ein Pionier auf Dauer?“ (geladen).
Ein Höhepunkt wird das international ausgerichtete Symposium „Felder kooperativen Handelns. Wirtschaften als ästhetisches Programm“ am 7., 8. und 9. Juni 2019 sein, das in Kooperation mit dem Kulturforum Bregenzerwald und dem Franz-Michael-Felder-Verein durchgeführt wird. Dieses interdisziplinäre Symposium wird sich vor allem der kollektiv-ethischen Frage widmen, wie wir in einer vielfach bedrohten Welt ein gutes Leben führen können. Ein gutes Leben, das auf ein kooperatives Miteinander setzt und bei der eigenen Entwicklung die Interessen des globalen Südens mitdenkt. Ausgehend von den
Im Gespräch. In ersten DIALOGEN wurde bereits über die Bedeutung von Design und Ausbildung diskutiert.
Fotos: Johannes Fink, Roswitha Schneider
Ideen des Schriftstellers, Sozialreformers und Bauern Franz Michael Felder und des Werkraum Bregenzerwald werden nicht nur regionale, sondern auch globale Beispiele einer nachhaltigen Entwicklung in den Fokus gerückt.
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Retrospektive. Begleitet wird das Format von Ausstellungen, Präsentationen und Interventionen vergangener und aktueller Kooperationsprojekte, die das Besondere des kooperativen Handelns vorstellen und einen Rahmen für die selbstkritische Reflexion bieten. Sabine Blechschmidt
SPIEL AUF DEM SEE
RI GO LE T TO
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GIUSEPPE VERDI
Gekonnt selbstbewusst Mit der Ausstellung „The Self-Portrait“ bringt Tobias Natter einige der wichtigsten österreichischen Künstler, darunter Rudolf Wacker, nach New York. Die Selbstbildnisse stehen nun an der Spitze einer Reihe von hervorragenden Projekten des Kunsthistorikers.
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acker zieht gleich die Blicke auf sich. Das Selbstporträt des Malers stammt aus dem Besitz der Stadt Bregenz und hat für einige Monate einen äußerst prominenten Platz. In der Neuen Galerie in New York hat Tobias Natter die Ausstellung „The Self-Portrait“ kuratiert und da musste ein Werk des Vorarlbergers dabei sein. Das Umfeld ist prominent, Otto Dix, Max Beck-
mann, Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner oder Felix Nussbaum sind vertreten, aber auch Oskar Kokoschka, Richard Gerstl, Egon Schiele, Paula ModersohnBecker, Käthe Kollwitz und Rembrandt van Rijn. Das Podium ist nahezu legendär. Die Neue Galerie in New York an der Fifth Avenue, Ecke 86. Straße ist der erste Ort österreichischer und deutscher Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in den Vereinigten
Staaten. Es ist die Heimat der „Goldenen Adele“ von Gustav Klimt. Der Unternehmer Ronald S. Lauder hat die hohe Bedeutung des Hauses maßgeblich mitbestimmt.
Bestens konzipiert. Tobias Natter kuratierte die Ausstellung „The Self-Portrait“ in der Neuen Galerie in New York.
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Unbezahlbar. „Für Österreich ist das eine unbezahlbare Plattform“, weiß Tobias Natter. Vor rund drei Jahren hat der aus Vorarlberg stammende Experte dort zur Neubewertung der Kunst von Gustav Klimt beigetragen. In „Klimt and the Women of Vienna’s Golden Age“ betonte er die Gleichwertigkeit von Kunst, Design und Kunsthandwerk, die um 1900 angestoßen wurde. Zudem verwies er auch auf die Leistungen der von Klimt porträtierten Frauen in gesellschaftspolitischen Bereichen oder als Kunstsammlerinnen. Diese Aspekte und dass die beiden Porträts von Adele Bloch-Bauer in einer Ausstellung
Einzigartig. Beide Adele-Bildnisse von Klimt wurden in der Neuen Galerie in New York zusammengeführt.
Fotos: 2019 Artists Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn; Neue Galerie New York
mann malt sich selbstbewusst oder in Konfrontation mit der Umgebung, die Inszenierungen von Egon Schiele oder Richard Gerstl mit Rembrandts Gemütsstudien in Verbindung zu setzen, ist gewagt, aber schließlich schlüssig wie die Aufnahme des Halbaktes von Paula Modersohn-Becker in diese Reihe. Dass die künstlerisch arbeitenden Frauen noch in der Minderzahl waren, gleicht Tobias Natter unter anderem mit der Wahl für den Katalogumschlag aus. Dix, Beckmann, Schiele, Wacker und Nussbaum glänzen mit jeweils angeschnittenem Konterfei auf der Vorderseite, die Rückseite braucht nicht aufgeteilt zu werden, sie gehört ei-
zusammengeführt werden konnten, bescherten der Neuen Galerie einen enormen Besucherandrang. Das sind gute Voraussetzungen für eine Ausstellung, die nun Leihgaben aus einer Reihe von Museen versammelt, ein Thema behandelt, das von Albrecht Dürer bis in die Gegenwart einen breiten Raum einnimmt und hier ihren Schwerpunkt wiederum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat. „Selbstporträts sind aus einer inneren Notwendigkeit entstanden“, bringt es Natter auf den Punkt, „die Befragung des Ichs reicht dabei von der durchaus legitimen Selbstinszenierung bis zur Darstellung der Selbsterschütterung.“ Dass eine Hochblüte des Selbstbildnisses in die Zwischenkriegszeit fällt, kommt nicht von ungefähr. Max Beck-
Selbstporträts. Max Beckmann und Paula Modersohn-Becker.
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ner Künstlerin, der erwähnten Paula Modersohn-Becker, die 1907 ein Selbstporträt schuf, das ebenso in die Zukunft weist wie etwa die Arbeiten von Käthe Kollwitz. Hohe Qualität. Apropos Rudolf Wacker (1893–1939): Sein Selbstporträt aus dem Jahr 1927 wird mit jenem von Otto Dix kombiniert, das nur ein Jahr davor entstand. Zwei Künstler an der Staffelei im Stil der Neuen Sachlichkeit sind zu sehen, die Auseinandersetzung mit der Existenz des Künstlers in der modernen Gesellschaft ist das Thema. Eine Arbeit des früh verstorbenen Malers in die Ausstellung aufzunehmen, war Tobias Natter aus verschiedenen Gründen wichtig. Die Werke seien von ho-
„Fürstenglanz“. Ausstellung mit Sammlungskatalogen in Wien.
Ich bringe Wacker nicht aus Lokalpatriotismus nach New York, sondern weil er Qualität hat und eine außergewöhnliche Persönlichkeit ist. 18 kontur
her Qualität, aber lange Zeit nur in Vorarlberg gesammelt worden, was sich nach und nach ändere. „Rudolf Wackers Arbeiten haben auf dem Kunstmarkt signifikant zugelegt und das geht wahrscheinlich noch weiter. Er ist als Künstler, Mensch und Zeitzeuge spannend und eine außer gewöhnliche Persönlichkeit.“ Dass es durch die Ausstellung in New York zu einer stärkeren internationalen Wahrnehmung kommt, ist abzusehen. Tobias Natter ist zudem daran gelegen, dass sich Museen in Wien dem wichtigen Vertreter der Malerei der Zwischenkriegszeit aus Vorarlberg
widmen. Er plädiert im Übrigen auch für die Erstellung eines Wacker-Werkverzeichnisses. Experten wie er wissen um die Bedeutung der Aufarbeitung des Œuvres einer Künstlerin oder eines Künstlers. Abgesehen von seinen Arbeiten über Gustav Klimt, zu denen auch die Publikation sämtlicher Gemälde zählt, hatte ihn der renommierte Verlag Taschen mit einem Schiele-Werkverzeichnis betraut. Der fünf Kilo schwere Band im XXL-Format steht immer noch auf den Empfehlungslisten internationaler Fachmedien. Wenn sich das Wiener Belvedere, mit dem Natter vor einigen Jahren die großartige Schau „Fürstenglanz“ über Sammlungskataloge ausrichtete, nun in einer Ausstellung mit Titel „Stadt der Frauen“ der innovativen Kraft von Künstlerinnen widmet, wird man an ein Projekt erinnert, das Natter vor einiger Zeit in der SchirnKunsthalle in Frankfurt realisierte. Unter dem Titel „Kunst für alle“ wurde der Farbholzschnitt ins Blickfeld gerückt, dessen Blüte zwischen 1900 und 1914 vor allem auch innovativen Künstlerinnen wie Leontine Maneles, Broncia Koller-Pinell oder
„Kunst für alle“. Farbholzschnittausstellung in der Frankfurter Schirn-Kunsthalle.
Klimt und Vorarlberg. Glückwunschkarte für die Eheleute Bertolini-Rhomberg.
Fotos: Schirn-Kunsthalle; Belvedere; Stadt Bregenz; Albertina, Wien
Fanny Zakucka zu verdanken war. Ludwig Heinrich Jungnickel schuf großartige, mehrfarbige Tiermotive. Der Künstler war zudem an der Ausgestaltung des Palais Stoclet in Brüssel beteiligt, mit dem sich Tobias Natter im Rahmen seiner KlimtPublikationen beschäftigte. Klimt und Rodin. In diesem Zusammenhang muss auch das Aufeinandertreffen von Gustav Klimt (1862–1918) und Auguste Rodin (1840–1917) Erwähnung finden, das Natter in einer Ausstellung im Fine Arts Museum in San Francisco thematisierte. Rodin kam im Jahr 1902 nach Wien, um u. a. den Beethovenfries zu begutachten. Der Bildhauer und der Maler waren damals bereits erfolgreich, galten wegen der expliziten Darstellung des Körperlichen aber auch als Skandalkünstler. Dass auch der Vorarlberger Textilunternehmer Julius Rhomberg (1869–1932) in der Biografie von Klimt eine Rolle spielt, ist eine besondere Geschichte. Bei der Recherchearbeit zur Ausstellung für San Francisco entdeckte der Kunsthistoriker nämlich auch eine kleine Glückwunsch-
Farbholzschnitte. Sie erreichten nach 1900 eine Blüte.
Künstlerexistenz. WackerSelbstporträt aus dem Jahr 1927.
karte, die die Eheleute Eugenia Bertolini und Julius Rhomberg, den Gesellschafter der Dornbirner Firma Herrburger und Rhomberg, zeigt. Das Datum nennt den Hochzeitstag der beiden. Die Abkürzung „Poin“ bezieht sich, so Natter, auf das Weinbeisl Poinstingl in der Wiener Neubaugasse, wo Gustav Klimt und Julius Rhomberg sozusagen in „lustiger Abendgesellschaft“ verkehrten, die die Karte somit dokumentiert. Interessant sei nicht nur die Wiederentdeckung der fein ausgeführten Zeichnung mit Bleistift mit Goldhöhung, sie erinnere auch an einen wichtigen
Industriepionier und thematisiere die überraschende Verbindung eines Vorarlberger Industriellen zur künstlerischen Avantgarde um 1900 in Wien. Dass im Museumsshop der Neuen Galerie nicht nur die bekannten Namen aus Wien auftauchen, sondern auch die deutsche Designerin Marianne Brandt, wirkt sympathisch. Abgesehen davon soll „The SelfPortrait“ nicht die letzte Ausstellung gewesen sein, die der in Wien ansässige Vorarlberger Kunsthistoriker Tobias Natter in New York kuratiert. Christa Dietrich
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Einfach mal die Brille wechseln Manchmal muss man erst den Blickwinkel ändern, um Neues zu erkennen, Veränderungen eine Chance geben, um das Positive darin zu verstehen. So wie bei der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung.
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Im letzten Jahr betrug die Ausgleichstaxe 262 Euro pro offener Pflichtstelle und pro Monat. Die gesamten Ausgleichstaxen fließen in den sogenannten Ausgleichstaxfonds, dessen Mittel zweckgebunden für die Unterstützung der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung verwendet werden. Auch hinsichtlich des besonderen Kündigungsschutzes zögern viele Firmen. Doch diese Angst ist unbegründet, denn der erhöhte Kündigungsschutz tritt erst nach vier Jahren ein, und auch dann kann man nach Befassung des Kündigungsausschusses kündigen. Erfolgreiche Inklusion. Zahlreiche Unternehmen im Ländle beweisen schon seit einiger Zeit, wie eine erfolgreiche Inklusion funktionieren kann, und dass Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für den Betrieb sind. In Vorarlberg sind derzeit knapp 2500 Menschen mit Beeinträchtigung in verschiedensten Positionen be-
Das Smartphone ist mein Schlüssel zur Kommunikation mit meinen Kollegen. 20 kontur
Foto: Hartmund Hofer
iele Unternehmen haben Angst vor der Einstellung und Beschäftigung behinderter Mitarbeiter und bezahlen lieber die Ausgleichstaxe. Diese müssen alle Unternehmen entrichten, die mehr als 25 Mitarbeiter beschäftigen und der Einstellungspflicht von Arbeitnehmern, die eine Beeinträchtigung haben, nicht nachkommen.
Michael Dönz (r.) ist Gruppenleiter bei Liebherr in Nenzing.
schäftigt. So auch Michael Dönz. Der Montafoner hat es trotz seiner Hörbehinderung sogar bis zum Gruppenleiter bei Liebherr geschafft. „Das Smartphone ist mein Schlüssel zur Kommunikation, per E-Mail und WhatsApp kommuniziere ich mit Vorgesetzten und Mitarbeitern“, sagt der 31-Jährige über seine Tätigkeit. Unternehmen sind nicht allein. Das Sozialministeriumservice ist Ansprechpartner der Wirtschaft in Sachen Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Es berät und unterstützt die Betriebe bei der Auswahl und Findung geeigneter Mitarbeiter und begleitet gemeinsam mit der „dafür“ Unternehmens- und Personalberatung GmbH die Inklusion während der ersten Zeit im Unternehmen. Weiters leistet das Sozialministeriumservice Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit, berät
Unternehmen über Fördermöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen, unterstützt Betriebe bei der Personalsuche, akquiriert neue inklusive Arbeitsplätze und hilft, Arbeitsverhältnisse zu erhalten. Monetäre Entlastung. Auch finanziell werden Unternehmen beispielsweise bei baulichen sowie nichtbaulichen Vorhaben zur Barrierefreiheit gefördert. Weiters sind Arbeitslöhne von begünstigten Behinderten von vielen Lohnnebenkosten, wie dem Dienstgeberbeitrag, dem Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und der Kommunalsteuer befreit. Somit fallen also auch unabhängig von den Förderungen langfristig niedrigere Lohnkosten an. Das Sozialministeriumservice bietet Unterstützungsleistungen für alle an, die bei der Suche nach Arbeitskräften einen Menschen mit Behinderung einstellen wollen. Jasmin Quast
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WIR SIND IMMER FÜR SIE DA TÄGLICH | 19:00 | ORF 2 MIT THOMAS HASCHBERGER, KERSTIN POLZER, DAVID BREZNIK, MARTINA KÖBERLE UND DANIEL REIN
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Alleskönner im Großformat Die Nobellimousine Phaeton ist der Marke Volkswagen still und leise abhanden gekommen. Jetzt übernimmt der Groß-SUV Touareg bis auf Weiteres die Rolle des VW-Flaggschiffs. Und setzt gleich Hightech-Maßstäbe.
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Wohl dem, der es sich leisten kann. Denn mit der wahren Größe entwickelt sich auch der Preis in Dimensionen, in denen die Luft schon richtig dünn wird. Das gilt auch für den neuen Touareg. Wenn er all seine Qualitäten ausspielen soll, ist die 100.000-Euro-Marke durchaus in Reichweite, auch bald einmal überschritten. Das hat die Marke VW bisher nur mit dem Phaeton, Opfer eines gewissen Prestigedenkens, gewagt. Leider nicht nachhaltig genug. Jetzt begibt sich auch der neue Top-Volkswagen in diese höchst anspruchsvollen Regionen. Kann er sich hier der etablierten, vorwiegend deutschen, aber auch britischen Konkurrenz dauerhaft erwehren? Der Bedarf nach schwergewichtigen Ausnahmeerscheinungen ist, weltweit betrachtet, zweifellos vorhanden. Sonst wären ja Marken wie Lamborghini, Bentley oder Rolls-Royce nicht auch noch auf die Idee gekommen, ihre Modellpalette um ein sündteures SUV zu bereichern. Kein Traumtänzer. Im Gegensatz zu jenen ist der Touareg kein Offroad-Traum-
tänzer, sondern ein gestandener Allradler, der seine Qualitäten auf allen Geländetypen, vom Eis-See bis zum Wüstensand, unter Beweis zu stellen hatte. Er kann richtig was, er ist auch richtig teuer, aber unvernünftig teuer ist er nicht. Denn alles was ihn teurer macht, macht auch Sinn, hat mit Prestigedenken nichts am Hut. So lässt sich nach redlicher Prüfung sagen: Die dritte Generation des Touareg meistert den Spagat zwischen hohem Reisekomfort und erstklassigen Offroad-Eigenschaften ausgezeichnet. Das SUV mit seinem permanenten Allradantrieb empfiehlt sich gleichermaßen für große Distanzen im geschäftlichen und privaten Alltag wie auch für den Einsatz auf unbefestigten Pisten. Praktisch gesehen: Der Architekt, als Freiberufler typischer Touareg-Pilot, reist mit dem Großformat richtig komfortabel zum Vor-Ort-Termin – und per Allradantrieb mitten auf die Baustelle. Den Jäger, ebenfalls im Beuteschema, führt der belastbare Großraum-Allradler kommod Richtung Wald und ohne Kompromisse auch durchs Revier. So ähnlich hat es „kontur“ auch in seinem Testprogramm gehalten. In beiden Welten daheim. Besonders hervortun kann sich das edel aufpolierte Groß-SUV auch bei Trailer-Fahrten: Ganz gleich ob mit Boot oder Pferden beladen, bewältigt der Touareg als Zugfahrzeug (mit bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast) nicht nur die Reise zum Ziel, sondern sicheren Trittes auch die letzten unbefestigten Meter bis zur Abladestelle. Genau das zeichnet den Wolfsburger Allradler aus: die durchdachte Vernetzung der Onroad- und Offroad-Welt. Nunmehr in elegantem, preisgekröntem Design macht er abends auch vor der Oper gute Figur. Kombiniert ist der Allradantrieb des Touareg mit effizi-
enten TDI-Sechszylindern. 231 PS im Fall unseres Testexemplars, serienmäßig an eine 8-Gang-Automatik gekoppelt. Kombinierter NEFZ-Verbrauch: 6,6 l/100 km. Ein Cockpit wie kein anderes. Der Touareg glänzt durch ein formidables Zusammenspiel der Assistenz-, Komfort-, Licht- und Infotainment-Systeme. Es spielt sich (so gut wie alles) ab auf dem den Piloten zugeneigten Mega-Display. Logisch aufgebaut, nach kurzer Einarbeitungszeit locker begreifbar, bewegt sich das „Innovision Cockpit“ auf einem sehr hohen Niveau. Ein digitales Wunschkonzert, das dem persönlichen Geschmack breiten Spielraum lässt. Der ein wenig länger, ein wenig breiter, optisch schlanker gewordene Zweitonner legt die Technik-Latte überhaupt sehr hoch. Neue Fahrwerkssysteme, wie ein dynamischer Wankausgleich mit elektromechanisch verstellbaren Stabilisatoren und eine aktive Allradlenkung, sorgen parallel für eine Agilität, die Maßstäbe setzt. Die Luftfederung und die Allradlenkung machen aus dem großen Flüster-Touareg ein kleines Wunder an Wendigkeit und Reisekomfort. Franz Muhr
VW Touareg R-Line TDI 4motion; Motor: V6-Turbodiesel, 231 PS, 500 Nm bei 1750 U/min; Antrieb: 8-Gang-Automatik, 4motion-Allradantrieb, NFZEVerbrauch: 6,6 Liter. Lis tenpreis: 75.490 Euro, Testfahrzeug 99.870 Euro
Foto: Ingo Barenschee
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s kann schon eine mühsame Angelegenheit sein, über die sinnvolle Größe eines Automobils zu debattieren. Fest steht: Für manche ist ein großes, multiflexibles Auto, mit dem man auch abseits befestigter Straßen so ziemlich überall hinkommt, nahezu unverzichtbar. Vor allem, wenn diese anspruchsvollen Menschen von Berufs wegen auf ein leistungsstarkes Fahrzeug angewiesen sind. Und wenn dieses Gefährt übers Weekend dann auch noch eine größere Familie zu transportieren hat sowie gehobene Freizeitansprüche erfüllen soll, ist so ein Großformat, jeglicher Anfechtung zum Trotz, die passende Wahl.
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Im richtigen Tempo Wenn der Vater mit dem Sohne ... so könnte der Titel der Erfolgsgeschichte der Flatz GmbH in Lauterach lauten. Denn ganz nach dem Vorbild seines Vaters schenkt Hans-Peter Flatz auch seinem Sohn Stefan heute das volle Vertrauen. Ein Paradebeispiel für einen gelungenen Generationenwechsel.
Foto: Oliver Lerch
Eine gute Mischung. Bei Familie Flatz gehen Erfahrung und Innovation Hand in Hand.
A
m Anfang stand das Papier. War es doch eine Buchbinderei, als welche die Firma Flatz 1935 von Eduard Flatz in Lauterach gegründet wurde. Die sich anschließende Erfolgsgeschichte kann wohl als beispiellos bezeichnet werden. Bestand das erste Betriebsgebäude noch aus einer kleinen Werkstatt, ist die Flatz GmbH heute in vier großen Werken zu Hause. Mit einem guten Gefühl. Der Name Flatz steht wie kaum ein anderer für Verpackungslösungen, Formteile und Dämmstoffe aus Vorarlberg. Doch wie gesellten
sich zu Rohstoffen wie Papier und Wellpappe im Laufe der Jahrzehnte auch Stoffe wie Styropor (EPS) oder EPP (expandiertes Polypropylen) hinzu? „Oft waren neue Innovationen einfach Folgen von Kundenanforderungen. Beim Styropor beispielsweise war es so, dass die Firma Zumtobel Licht eine Lösung für die oft zerstörten Leuchten wollte. Sie haben dann gesagt: ‚Da gibt es was Neues, so ein weißes Zeug. Das brauchen wir.‘ Ja, und da haben wir uns das angeschaut, abgewägt, in die nötigen Maschinen investiert. Gut, es war sicherlich auch immer eine Portion gutes Bauchgefühl dabei – und man muss
sich halt trauen“, erinnert sich Hans-Peter Flatz zurück. Der heutige Senior hat das Unternehmen im Jahr 1975 von seinem Vater übernommen, nach über 40 Jahren als Geschäftsleiter übergab er das Ruder
Oft waren es Kundenanforderungen, die zu neuen Innovationen geführt haben. kontur 25
Immer mobil. Die stolze Belegschaft vor dem Firmenauto, einem Dreirädler.
1948 Ein Meilenstein. Das erste eigene Betriebsgebäude in der Antoniusstraße.
Es ist ein gutes Gefühl, einen Betrieb zu übernehmen, der erfolgreich ist.
1949 Heilige Hallen. Ein Blick in die Werkstätte von damals.
1956 vor gut einem Jahr an seinen Sohn Stefan. Eine für ihn nicht allzu schwere Entscheidung, da sich für ihn in den vergangenen elf Jahren der Zusammenarbeit schnell gezeigt hat, dass Stefan der richtige für diese Aufgabe ist. „Er hat den Betrieb von der Pike auf kennengelernt. Eigentlich ja schon als kleiner Bub, wenn man das überhaupt sagen darf“, schmunzelt Hans-Peter Flatz. „Doch darf man. Mein erster Stundenlohn als Siebenjähriger waren fünf Schilling“, lacht der heutige Geschäftsführer. Doch natürlich waren die Aufgaben beim Einstieg nach Ende des Studiums dann doch etwas andere. Ob Begleitung einer neuen Software-Entwicklung,
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Marketing, Verkauf oder Einkauf – Stefan Flatz hat die verschiedenen Bereiche kennen- und schätzen gelernt. Was sich dabei schnell herauskristallisierte: er kann mit Menschen umgehen, liebt den Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern, was sein Vater sehr an ihm schätzt. „Denn gerade auch Mitarbeiterführung ist etwas, das man nicht lernen kann. Das muss man auch im Blut haben, sonst funktioniert’s nicht.“ Mittlerweile zählt das Familienunternehmen 320 Mitarbeiter, ein Zehntel davon sind Lehrlinge in acht Lehrberufen. Ein Bereich, den Stefan Flatz sehr forciert hat. „Was das Besondere ist: Die Lehrlinge sind bei uns vom ersten Tag an in der Produktion mit dabei. Sie übernehmen Verantwortung und erkennen gleich von Anfang an, dass das, was sie machen, Hand und Fuß haben muss“, erläutert Stefan Flatz das Ausbildungskonzept. Was ebenfalls sehr gut funktioniert, ist die Zusammenarbeit von Lehrlingen und langjährigen Mitarbeitern. „Größer kann ein Generationenunterschied ja nicht sein, wenn ein 14-jähriger Lehrling neben einem 55-jährigen Facharbeiter steht. Aber wenn die Auszubildenden wirklich etwas lernen wollen und die Erfahrenen auch bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben, ist es eine Win-win-Situation.“ Schade findet Stefan Flatz daher, dass die Lehre aktuell nicht den besten Ruf hat. „Und das in Zeiten, in denen Facharbeiter gefragter sind denn je.“
Fotos: Flatz GmbH, Oliver Lerch
Eingespieltes Team. „Ich hoffe, dass mein Vater uns noch lange aktiv unterstützt. Er hat einfach extrem viel Erfahrung, eine tolle Menschenkenntnis und ein super Fingerspitzengefühl“, so Stefan Flatz.
Stolz ist man bei Flatz auf die große Entwicklungsabteilung im eigenen Haus. „So sind wir zum Beispiel beim EPP gestalterisch und entwicklungstechnisch völlig frei und können innovative Lösungen schaffen – vom technischen Teil bis zum Mehrwegbehälter.“ Styropor und sein Ruf. Mitarbeiter sind das wichtigste Gut. Doch natürlich muss man auch am Markt bestehen. „Was wir mit den Mitarbeitern pflegen, pflegen wir auch mit den Kunden“, erläutert Stefan Flatz. Langjährige Partnerschaften haben das Gespür dafür geschärft, was diese brauchen. „Zu glauben, man kann immer so weitermachen wie bisher, stimmt nicht. Man muss wachsam sein. Und das ist sicher eine Herausforderung, gerade wenn man in mehreren Sparten unterwegs ist“, so Stefan Flatz. Doch genau die Vielfalt ist auch die Stärke des Unternehmens. „Wir können unseren Kunden kombinierte Lösungen, speziell im Verpackungsbereich, anbieten“, so Hans-Peter Flatz. Das Thema Nachhaltigkeit spielt dabei natürlich eine große Rolle. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, ausschließlich nachhaltige Produkte und Rohstoffe zu verwenden. Nur ist es leider so, dass das Image von Styropor deutlich schlechter ist als die tat-
sächlichen Fakten. Es gibt kaum andere Stoffe, die man so leicht und energieeffizient recyceln kann“, erklärt Stefan Flatz. Papier stelle dagegen nicht unbedingt die umweltfreundlichere Variante dar. „Aber sicher, die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte, und darum sind wir froh, dass wir unseren Kunden beides anbieten und das Optimum für sie erreichen können.“ Von innen wachsen. Die Flatz GmbH hat sich in den vergangenen Jahren enorm vergrößert, die Mitarbeiterzahlen wurden verdoppelt, neue Werke wurden gebaut. Doch Hans-Peter Flatz war es dabei immer wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. „Wir haben das Erwirtschaftete immer wieder zu 100 Prozent ins Unternehmen investiert und konnten so organisch wachsen.“ Ein Aspekt, den auch sein Sohn unterstreicht. „Ich bin davon überzeugt, dass Wachstum gut ist, aber im richtigen Maß. Wachstum von innen heraus finde ich ab-
solut positiv.“ In dieser Hinsicht herrscht also Harmonie. Doch gibt es die immer, wenn Vater und Sohn zusammenarbeiten? „Ich glaube, was uns beide verbindet, ist, dass wir schlussendlich das gleiche Ziel haben. Man kann jetzt über die Wege dorthin diskutieren, was wir auch machen. Entscheidend ist, dass man die zwei Rollen auseinanderhält. Denn solange der Vater der Geschäftsführer ist, ist er der Chef. Punkt.“ Hans-Peter Flatz denkt in diesem
Ich konnte im letzten Jahr gewisse Dinge so umstrukturieren, wie ich sie für mich als richtig empfinde. kontur 27
Zusammenhang vor allem an die erste Zeit zurück: „Stefan hat zum Glück das Naturell, dass er sehr viel Gas gibt. Ganz am Anfang Vollgas. Ich bin dagegen voll auf die Bremse. Das war sicher nicht so einfach. Aber die Mischung hat es, glaub’ ich, gemacht. Inzwischen gibt er weniger Gas und ich bremse nicht mehr so stark.“ „Das muss ich meinem Vater auch hoch anrechnen, dass er nie der Patriarch war, der seine Hand über allem hält. Er hat schon seine Sicht der Dinge erklärt, was für mich auch heute noch sehr wertvoll ist.“ Schlussendlich wurde Stefan Flatz aber der nötige Freiraum gelassen, schon bei der Entscheidung, ob er in die Firma einsteigen möchte. „Es gab nie eine Erwartung an mich. Von daher konnte ich frei wählen. Und
dementsprechend hab ich meine Ausbildung darauf ausgelegt.“ Auch hier nahm er den Rat seines Vaters dankend an: „Er gab mir den Tipp, erst eine technische Ausbildung an der HTL zu machen, denn schließlich sollte man in einem Industriebetrieb technische Abläufe verstehen können. ‚Das Wirtschaftliche kannst du danach auch noch lernen.‘ Ja und so hab ich’s dann gemacht. Und das war gut.“ Überhaupt scheint Hans-Peter Flatz beim Vorleben alles richtig gemacht zu haben, schließlich ist auch Tochter Daniela im Unternehmen im Finanzwesen tätig. Die Zukunft als Familienunternehmen sichert eine Stiftung, „Man will damit vermeiden, dass es in den nächsten Generationen zu einer zersplitterten Eigentümerstruktur kommt. Das Unternehmen soll im Vordergrund stehen, weshalb die Stiftung auch aus meiner Sicht eine gute Lösung ist“, so Stefan Flatz. Arbeiten als Hobby. Und auch wenn er das Steuer bereits übergeben hat, ganz von Bord geht Hans-Peter Flatz noch nicht. „Ich war die vergangenen Jahre so
Erfolgskurs. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Mitarbeiterzahl und der Umsatz der Flatz GmbH verdoppelt. So betrug der Jahresumsatz 2018 73 Millionen Euro.
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ein bisschen ‚Mädchen für alles‘ mit vielseitigen Aufgabenfeldern.“ So ist er nach wie vor im Verkauf aktiv, ebenso im Bereich Controlling, seinem Steckenpferd. „Und bauen war natürlich auch immer ein Thema. In meiner Laufbahn habe ich 25 Baustellen erlebt.“ Nun geht es daran, dieses umfassende Wissen weiterzugeben und Aufgaben peu à peu zu reduzieren. Ein langer Prozess, dem er sich aber gerne widmet. „Es hängt einfach viel Herzblut dran. Und ehrlich gesagt habe ich auch ein bisschen Sorge, wenn ich nichts mehr tun würde. Dann müsste ich ja anfangen zu golfen. Und das wär doch auch ein bisschen fad.“ Sabine Blechschmidt
Ich schätze an meinem Vater, dass er das Vertrauen in mich hat und mich machen lässt.
Foto: Flatz GmbH
„Wenn wir uns privat treffen, ist es völlig normal, übers Geschäft zu reden. In einem Familienbetrieb stempelt man ja nicht aus. Das gehört dazu, ist unser Leben. Und oft kommt man dann auf neue Ideen.“
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Wohnen. Leben. Arbeiten.
An Guata! Riebel und Hafaloab bleiben wohl regionale Spezialitäten im Land, doch sterne- und hauben gekrönte Köche aus Vorarlberg findet man in ganz Europa an der Spitze. „kontur“ lädt ein zu einer kulinarischen Rundreise, die von Portugal über Dänemark und die Schweiz direkt in den Freizeitpark führt.
Hagens Kreation. Hoch küche ohne Hokuspokus.
mit kreativer Küche, die durchaus auf Regionalität setzt. Halt auf die Regionalität dort, wo sie am Herd stehen. Der bekannteste Auslands-Vorarlberger in der Küche ist Dieter Koschina, der inzwischen wohl im ganzen Land bekannt ist. Seine Kreationen genossen haben allerdings nur eine handvoll Vorarlberger. Jene, die die Gelegenheit beim Schopfe packten, wenn er im Land kocht, und jene, die ab Memmingen den Flieger nach Faro in Portugal nehmen und einen Tisch
Ammolite. Edles Ambiente und exklusive Atmosphäre.
(oder sogar einen Urlaub) in der Vila Joya gebucht haben. Gerade hat ihn das deutsche Magazin „Der Feinschmecker“ unter die 50 besten Restaurants der Welt gereiht. In Portugal selbst gilt der höchstdekorierte Koch des Landes als Erneuerer der traditionellen Küche. Talentschmiede. Koschina hat allerdings mehr Einfluss auf die junge Kochelite des Landes, als allgemein bekannt ist. In seiner Küche können die Talente entscheidende Schritte zur weiteren Karriere machen und sind somit gewappnet für die Welt der Gourmets. Über einen Aufenthalt in der Vila Joya landete der Schwarzenberger Michael Wolf in der Küche des niederländischen Star-Chefs Sergio Herman und machte sich an-
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Fotos: Ammolite – The Lighthouse, Rainhard Forcher, VN-Archiv, Europapark
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in Lustenauer Bäcker träumt seit Jahren davon, das Fastfood-Geschäft aufzumischen. Weltweit. Seine Idee ist simpel: Statt Pizzas oder Burger will er mit Käsdönnala den Appetit der Menschen anregen. Bisher ist seine Vision trotzdem Traum geblieben. Andere Vorarlberger sorgen aber sehr wohl außerhalb der engen Landesgrenzen für zufriedene Gäste und begeisterte Gourmets „ennet“ des Rheins und des Arlbergs. Allerdings nicht mit originär Vorarlberger Kost, sondern
schließend selbstständig. Wolf hat vor zehn Jahren den Wettbewerb „Europas junge Wilde“ gewonnen. Heute begrüßt er als Hausherr im Wolf Atelier in Amsterdam. Sein großes Menü ist ein Crossover der vielen Kochkulturen, die in Amsterdam gleichberechtigt nebeneinander existieren – vom arabischen Couscous, kombiniert mit nordischem Sanddorn, bis zu den Nordseekrabben, kombiniert mit dem Trendgemüse Kohlrabi. Leicht, überraschend, schmackhaft und erstaunlich preiswert. Nicht zu bezahlen ist der Blick aus dem Restaurant auf die Altstadt und den neu entwickelten Hafenbezirk.
Peter Hagen, Paul Schützelhofer, Milena Broger, Michael Wolf, Dieter Koschina und Markus G. Lindner
Ihre Spuren im kuliniarischen Hotspot Dänemark hat eine Köchin hinterlassen, die im Winter im Land kocht: Milena Broger.
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Bei einem Vorarlberger zukehren kann auch, wer den Europapark in Rust besucht. Während die Kinder durch den Riesenfreizeitpark tollen, bereitet Peter Hagen-Wiest den Eltern im zum Park gehörenden Restaurant Ammolite ein kulinarisches Feuerwerk. Die Bregenzerwälderin, die ihre Kochphilosophie vor allem in der Reduktion gefunden hat, wie sie japanische Köche praktizieren. Logisch, dass sie auch die Parameter der New Scandinavian Cuisine verinnerlicht hat. Antreffen kann man sie im Kadeau Bornholm, der beliebtesten dänischen Urlaubsinsel. Die Verwendung hyperregionaler Zutaten von Kräutern über Pilze bis zu Algen, ohne dogmatisch zu werden, ist ihr ein Anliegen – im dänischen Sommer wie im Arlberg-Winter. Neuer Luxus. Einer der besten Köche der Schweiz ist Vorarlberger. Anzutreffen ist er im Jet-Set-Dorf Gstaad. Marcus G. Lindner kocht seit vergangenem Sommer im Restaurant „Leonard’s“ im „Le Grand Bellevue“ seine sternegekrönte französisch-inspirierte Küche, die Klassik mit Innovation verbindet. Und natürlich mit regionalen Produkten aus dem Berner Oberland. Vor
den Säulenheiligen der Luxusküche lässt er sich nicht zu sehr beeindrucken. Im Gegenteil: Der Zwei-Sterne-Koch, der neben Gstaad auch immer wieder in Zürich aufkocht, gewinnt Gänseleber und Hummer komplett neue Seiten ab. Beim Besuch im Berner Oberland ein Pflichttermin. Nicht so weit ist der Weg zu Paul Schützelhofer. Der gebürtige Harder bespielt das Paul’s im benachbarten Widnau. Die Anfahrt durch das Industriegebiet der Rheintalgemeinde lässt nicht erahnen, wie gediegen und nobel das Restaurant inmitten einen Parks thront. Die ehemalige Fabriksdirektorenvilla ist das Refugium des Vorarlbergers, der große Küche zelebriert, die er im vergangenen Jahr auch in einem Kochbuch präsentiert hat. Die Nähe zu Vorarlberg hat ihm bereits eine Stammkundschaft aus dem Land verschafft. Neben dieser und den Schweizer Stammgästen
kehren regelmäßig Celebrities wie Tina Turner in Widnau ein und genießen Kalbsfilet und Kalbstartar oder Zweierlei von der Jakobsmuschel. Sternenregen im Freizeitpark. Bei einem Vorarlberger zukehren kann auch, wer den Europapark in Rust besucht. Während die Kinder durch den Riesenfreizeitpark tollen, bereitet Peter HagenWiest im zum Park gehörenden Restaurant Ammolite ein kulinarisches Feuerwerk. Mit zwei Sternen und 17 Gault Millau-Punkten ausgezeichnet, bietet er sowohl ein regionales Menü an, das Zander, Bete, Meerrettich und Schweinenacken mit Serviettenknödeln in seiner Interpretation bietet, als auch ein „Around the world“-Menü, das selbst Gäste aus dem Feinschmecker-Paradies Elsass über die Grenze nach Deutschland bringt. Peter Hagen-Wiest lernte im Hotel Messmer in Bregenz und perfektionierte sein Talent anschließend im Deuringschlössle bei Heino Huber, den Schwarzwaldstuben der Traube Tonbach unter Harald Wohlfahrt sowie bei Dieter Koschina in der Vila Joya. Seit Juli 2012 zeigt der Profikoch in Rust, dass der Europapark auch für höchste kulinarische Ansprüche die richtige Adresse ist. Andreas Scalet
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Foto: Le Grand Bellevue
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Die kleine Weltstadt
Hohenems – ausgerechnet Vorarlbergs jüngste Stadt – lag Jahrzehnte im Dornröschenschlaf. Dank engagierter Personen und eines genau geplanten Entwicklungskonzeptes wurde sie wachgeküsst. Und nicht nur das: „Die kleinste Weltstadt“, wie sie Bürgermeister Dieter Egger liebevoll nennt, erfand sich neu. Mit der Konsequenz, dass das Leben in einer der schönsten Innenstädte wieder richtig zu pulsieren beginnt.
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eder kennt den Satz: „Neapel sehen und sterben.“ Diese geflügelten Worte stehen geläufig als Ausdruck heller Begeisterung, wenn man etwas Wunderschönes entdeckt hat oder betrachtet. Welchen Satz würde sich Bürgermeister Dieter Egger für die jüngste Stadt Vorarlbergs wünschen? „Hohenems – die kleinste Weltstadt.“ Große Worte für gerade einmal 16.000 Einwohner. Doch sie kommen nicht von ungefähr. Wirft man einen Blick in die Geschichte der Palaststadt, zeigt sich eine einzigartige Weltoffenheit und Internationalität, wie sie sonst nirgends im Ländle zu finden ist. „Und sie ist eng mit der gräflichen Geschichte verbunden“, weiß Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums. Immerhin sei die erste Sprache im Schloss italienisch und nicht deutsch gewesen und außerdem hätten Besitztümer auf der Apenninen-Halbinsel bei den Leuten nicht nur für einen großzügige Bewegungsradius gesorgt, sondern das Land in ihren Köpfen sehr präsent sein lassen. Es wehte ein kosmopolitischer Geist. Das zeigt sich bis heute und verleitet die Bewohner immer wieder zu einem Sager, der
Jüdisches Museum. 20.000 Besucher pro Jahr.
Fotos: Russmedia-Archiv, Stadt Hohenems, Dietmar Walser
Wochenmarkt. Tolles Ambiente im Schatten des Renaissancepalastes.
sich ganz simpel und nur aus drei Worten zusammensetzt: Hohenems ist anders. Punkt. Widerspruch zwecklos. Will aber auch eigentlich niemand, denn wer kennt das Nibelungenstädtchen besser als seine eigenen Bewohner. War es doch für die Rest-Vorarlberger über Jahrzehnte nur als „der Schandfleck“ bekannt und für seine Streitbarkeit und trübe Stimmung. Jetzt ist sie wachgeküsst, die Sonne sorgt für Frühlingsgefühle und das Vorzeigeprojekt für eine gelungene Stadtentwicklung. Beste Voraussetzungen, um den kosmopolitischen Geist, der hier einst wehte, zurückzuholen. Hohenemser Grafen trauen sich was. Historisch, kulturell und urbanistisch unterscheidet sich die Kleinstadt tatsächlich
Am Ende stehen wir vor einer der schönsten Innenstädte, wenn nicht sogar der schönsten.
Hohenems wurde immer von unterschiedlichsten Einflüssen und Menschen geprägt.
DIETER EGGER BÜRGERMEISTER
HANNO LOEWY JÜDISCHES MUSEUM
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Gabriele Kastl. Ein kleines und feines Atelier.
Kitzinger Haus. Erstes Kaffeehaus in Vorarlberg.
Anna Waibel. Schmuckatelier und Goldschmiedewerkstatt.
von den übrigen Gemeinden. Auch wenn der ganz klare Star die Geschichte ist und auch bleibt. Denn die Hohenemser Reichsgrafen haben sich etwas getraut. Sie haben nicht nur die Einwanderung gefördert, sondern wussten auch, wie man Geschäfte macht. „Allen voran Graf Kaspar von Hohenems“, blickt Historiker Norbert Peter ins Jahr 1605 zurück. Als Reichsgraf erließ Kaspar I. einen Freibrief, um das Dorf rund um seinen Palast zu beleben. Wer bereit war, in der Marktstraße ein Haus zu bauen, bekam den Bauplatz geschenkt. Damit legte er den Grundstein für das historisch wertvolle Ensemble. Zwölf Jahre später folgte der Schutzbrief zur Ansiedlung von Juden. Eine Stadt – mehrere Stadtbilder. In Hohenems wuchsen nun zwei Baustile zusammen: das christliche Marktstädtchen mit den kleinen, traufseitig aneinan-
dergebauten Häusern und die jüdische Dorfstadt mit ihren mehrgeschoßigen, dicht zusammengerückten freistehenden Herrenhäusern und dem trapezförmigen Platz. Dieses widersprüchliche Ortsbild ist der historische Kern, der nun durch die Revitalisierung seine Wertschätzung erfährt. Besondere Verdienste kommen dabei dem Immobilienentwickler Markus Schadenbauer zu. Er beendete den Dornröschenschlaf, sanierte sieben denkmalgeschützte Häuser und errichtete zur Nachverdichtung vier Neubauten. Es entstand ein „neuer“ Stadtteil, in dem sich nun sichtbar die Schönheit und der Charakter der Stadt widerspiegeln. Lebendiger Mythos. Die Gegenwart der Stadt ist auch in den Geschichtsbüchern zu finden. „Es gibt hier keine der gängigen Ketten, die sonst überall die Einkaufsstraßen verschandeln, es sind vor allem die kleinen Geschäfte und Lokale, die den
besonderen Charakter ausmachen“, sagt der Geschäftsführer der Schadenbauer Projekt- und Quartierentwicklungs GmbH und übergibt das Wort an Bürgermeister Dieter Egger. „Von der Goldschmiedin über Bio-Cafés und Kosmetikgeschäfte bis hin zu Hutmacherin und Schneiderinnen – reinstes Handwerk in seiner kreativsten Form“, zählt der Stadtoberste auf und fügt stolz hinzu: „Und die Nachfrage nach Geschäften und Anbietern ist sichtlich vorhanden, der Handel floriert.“ Schadenbauer kann das nur bestätigen: „Eine Frequenzmessung im Jahr 2013 ergab, dass alle zwei Minuten jemand in d’Gass gelaufen ist.“ Heute kämen allein ins „Frida“ zwischen 150 und 160 Leute pro Tag. Das Geheimnis hinter der Strategie ist die Durchmischung. So wurde beim innerstädtischen Entwicklungskonzept nichts dem Zufall überlassen. Das Ergebnis ist eine Frequenzsteigerung von über
„Ich sah, dass Hohenems ein irrsinniges Potenzial hat und nur von jemandem wach geküsst werden muss. Jetzt gibt es eine Entwicklung, die läuft, eine ganz individuelle Gestaltung betreibt mit viel Bewusstsein, ohne Eile“, sagt Hanno Loewy. 38 kontur
50 Prozent. Der nächste Schritt ist ein gut geplantes Veranstaltungsprogramm, das für eine weitere Belebung der Innenstadt sorgen soll. Lust, mal einen Blick in die sich gerade neu erfindende Stadt zu werfen? Initiativ werden. Christian Vuissa hat es getan und ist begeistert. „Ich bin im Dezember nach Hohenems gezogen und war sofort von der Atmosphäre erfasst“, bestätigt der Regisseur, Produzent und Autor. „So viele Menschen hier haben sich in den letzten Jahren Gedanken darüber gemacht, wie sich Hohenems als Stadt entwickeln soll. Aufgrund dieser jahrelangen Überlegungen sind bereits viele bewusste Entscheidungen getroffen worden, die nicht nur das Stadtbild zum Positiven verändern, sondern auch die Einstellung der Emser selbst, die ich als sehr engagiert und optimistisch erfahre.“ Für
Früher kam alle zwei Minuten jemand in d’Gass, heute zählt ,Frida‘ täglich 160 Gäste. MARKUS SCHADENBAUER PROJEKTENTWICKLER
Vuissa ist vieles bereits erkennbar, aber gleichzeitig stehen noch so viele Möglichkeiten offen. „Ich finde es deshalb sehr wertvoll und wichtig, dass sich möglichst
viele daran beteiligen, Impulse und Vorstellungen miteinzubringen, damit ein möglichst schönes Miteinander entstehen kann.“ Er selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran. Vuissa ist Herausgeber des Hohenemser Stadtmagazins „zemsi“ und der Initiator des Story-Festivals, das an Fronleichnam, also von Donnerstag, 20., bis Sonntag, 23. Juni 2019, bereits zum zweiten Mal stattfindet. Und welche sind die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem aktiven Zentrum? Die Antwort kennt Bürgermeister Egger. „Es werden auf jeden Fall die Neugestaltung des Schlossplatzes, der Bau von Tiefgaragenlösungen, die Neubelegung des Platzes beim Gasthof Hirschen und der Rosenthal-Villa, die Projekte am Emsbach und der Schillerallee, die Entwicklung des Miller-Aichholz-Areals im Herrenried sein,
Susanne Bell. Kleider zum Feiern und Fahrradfahren.
Ecke 33 – freistiel. Setzt sich kreativ in Szene.
Fotos: Christa Engstler, Lacha + Partner, Lisa Mathis, Stadt Hohenems
Tempolimit 20 km/h. Ein Platz für Menschen.
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weil uns auch die Ortsteile wichtig sind.“ Keinesfalls unvergessen bleiben sollte aber auch die große, ehemals noble Villa von Iwan und Franziska Rosenthal, die nur deshalb zum Mythos wurde, weil sie seit Jahrzehnten niemand mehr betreten hat. Apropos Rosenthal-Villa. Die um 1890 erbaute Gründerzeitvilla, die sich zentral direkt am Eingang zur Marktstraße und zum Jüdischen Viertel befindet, soll zu einem Literaturhaus für Vorarlberg und Umgebung werden. „Es könnten auch weitere Nutzer aus dem Bereich Literatur, Verlage, Schreibende sowie andere Kreative einziehen“, visioniert Schadenbauer und verrät weiter: „Auch an ein Kaffeehaus ist gedacht.“ – „Wussten Sie, dass das erste Kaffeehaus Vorarlbergs in Hohenems eröffnete“, wirft Norbert Peter ein. „Eigentlich eine Verlegenheitslösung,
jüdische Hohenemser Lesegesellschaft. Vor diesem Hintergrund scheint das geplante Literaturhaus in der Villa Rosenthal ebenso logisch wie konsequent.
Josef Kitzinger eröffnete 1797 das erste Kaffeehaus Vorarlbergs in Hohenems. NORBERT PETER HISTORIKER
weil es nicht erlaubt war, ein zweites Gasthaus zu eröffnen, so wie es Jakob Kitzinger 1797 eigentlich vor hatte.“ Es wurde dennoch zu einem beliebten Treffpunkt der gehobenen – vor allem jüdischen – Gesellschaft. Ab 1813 traf sich hier die
Ausgeschlafen. Weltstädte wie Berlin, Hamburg, Paris haben der Literatur längst eine Heimat geschaffen. Der Weg ist eingeschlagen und zurecht ist man in Hohenems stolz, dass viele bekannte Schriftsteller und Musiker sich wohlfühlen und echte Kulturmarken wie die Schubertiade, die Emsiana, das Puppentheaterfestival Homunculus oder das Kammerorchester Arpeggione entwickelt worden sind. Nicht zu vergessen das Jüdische Museum, das alleine pro Jahr über 20.000 Besucher in die Palaststadt lockt. Hohenems ist ausgeschlafen und bereit, wieder Geschichte zu schreiben. Heute, aber auch in Zukunft. Marion Hofer
Aurore + George. Die Hutmacherinnenwerkstatt in der Harrachgasse 4.
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Fotos: Lacha + Partner, Stadt Hohenems
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Ganze Berge versetzen Was verwegen klingt, gelingt Alice Wellinger. Mit der Kßnstlerin aus Lustenau bringen viele das Portal des Vorarlberger Kulturzentrums Freudenhaus in Verbindung. Mit ihren Bildern erzählt sie jedoch eine Fßlle von Geschichten.
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Alice Wellinger. Zeichnerischer Genius lässt schnelles Schaffen zu.
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st das eine Peitsche, oder hat sich eine Nudel im Spazierstock von Friedrich Nietzsche verfangen? Jedenfalls platziert Alice Wellinger einen Teller Spaghetti vor das Porträt des Philosophen, dessen Hemd etwas von der Tomatensauce abbekommen hat. Aber, ist es überhaupt Nietzsche? Und vielleicht verweist der Mann mit dem bürstenähnlichen Schnauzer nur darauf, dass der immer und immer wieder zitierte Satz mit der Peitsche, die man beim Besuch bei Frauen nicht vergessen sollte, gerade jenen gefällt, die klugen Köpfen gerne misogyne Äußerungen unterstellen.
Fotos: Alice Wellinger
Arbeiten mit Tiefe. Alice Wellinger schafft Bilder, an denen man rasch Freude haben kann. Die Tiefe der Arbeiten erschließt sich erst bei längerer Betrachtung. Und auch dann lässt die Künstlerin Möglichkeiten offen. „Es ist ein Vermitteln von Eindrücken, die ich habe“, sagt sie. Der Mensch, die Stellung der Frau sind zentrale Themen. Aber auch dabei geht es ihr mehr um ein Verarbeiten von Verhältnissen, als um ein
Wachrütteln. „Das wäre vermessen“, erklärt sie und spricht über eines ihrer Bilder, das man bei diesem Thema gleich einmal vor Augen hat. Das Muster auf einem Tuch, mit dem sich eine Frau bis auf einen Sehschlitz komplett verhüllt, lässt trotz der Faltenwürfe Botticellis „Geburt der Venus“ erkennen. Die Frau zeigt uns somit etwas. Auf einem weiteren Bild zeigen die Flügel einer Motte, die in der Natur meist recht unscheinbar sind, das Bild einer wunderbaren Landschaft. Träumt das Insekt davon? Mit dem Vereinen von Gegensätzen bringt Wellinger die Dinge auf den Punkt. „Wenn mir eine Bildidee im Kopf sitzt, ver-
Stacheln. Wellingers Bilder gehen unter die Haut.
suche ich, sie mit einer Aussage zu verbinden und male zügig los.“ Es muss schnell gehen, die Acrylfarbe lässt ihr nicht viel Zeit. Über das Handwerk, darüber, dass sie eine ausgezeichnete, kreative Zeichnerin ist, lässt sich Alice Wellinger nicht aus. Es kommt nicht von ungefähr, dass sie der große Verlag Taschen unter die renommierten „100 Illustrators“ gereiht hatte. Gute Beobachter haben noch ihre Kinderbücher in Erinnerung. Da gab es doch einmal eine Anna, die rote Stiefel haben will und dafür ihr Haus vermietet, eine Idee, die ihr skurrile Gäste beschert. Und Wellingers preisgekröntes Krokodil ist vermutlich in vielen Familien zum geliebten Haustier geworden. Soziale Medien. Die Arbeit an Büchern hat sie vorläufig ad acta gelegt. Sie ist freischaffend tätig. In der Galerie des Hotels Stern in Chur läuft bis 23. Juni eine Ausstellung. „True Felix Austria“ lautet der Titel. In einer Schau der Villa Claudia in Feldkirch war sie vor einiger Zeit vertreten. „Ich bin weder in einem Künstlerverband, noch in einer Galerie“, betont sie heute. Über die sozialen Medien finden ihre Arbeiten Verbreitung. Und das ist für sie gut so, auch wenn die Betrachter somit keine Originalzeichnungen sehen. „Natürlich ist es ein zusätzliches Plus, wenn man auch noch die Originalarbeit einer Künstlerin oder eines Künstlers zu sehen bekommt, aber ich werde selbst wohl auch nie das Original der Arbeit eines südamerikanischen
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Inspirationsquellen findet sie auch in der Literatur. Shakespeares Figuren haben ihr einige Fährten gelegt, die sie gewinnbringend verfolgt hat, auf denen sie dann aber auch gerne abgebogen ist. Denn es steht außer Zweifel, dass der Künstlerin ein feiner Humor nicht fremd ist. Künstlers sehen, aber in den sozialen Medien kann ich mich zumindest damit auseinandersetzen.“ Wer den Austausch verfolgt, gibt ihr recht, Wellingers Arbeiten werden intensiv wahrgenommen und kommentiert. Abgesehen davon kommt auch bei einem Auftragswerk die künstlerische Handschrift zum Ausdruck, zumal, wenn der Auftraggeber ein Kulturschaffender wie Willi Pramstaller ist. Hunderte, nein insgesamt wohl Tausende Besucher haben schon die Portalillustration zum mittlerweile in Lustenau aufgestellten Freudenhaus betrachtet, haben Vergnügen empfunden beim Anblick der schwebenden Akrobaten, des pfeifenden Clowns oder der Figuren mit Pferde- und Hasenkopf, die man auch auf den Internetseiten des Veranstalters findet. Zurechtgestutzter Boxer. Aus Zeiten, in denen Pramstallers Seelax-Reihe viel Zulauf hatte, hat sich ein Boxer in die Gegenwart gerettet. Damals war da noch eine Schere mit auf dem Bild. Mit dem beschnittenen Kulturbudget brachte sie der Veranstalter in Verbindung, dass es angebracht ist, die Macht der Männer ein
wenig zu stutzen, wäre eine weitere Interpretationsmöglichkeit. Alice Wellinger (geb. 1962) ist in Lustenau aufgewachsen und lebt nach wie vor dort. Im Gymnasium Dornbirn-Schoren saß der mittlerweile sehr bekannt gewordene Designer Stefan Sagmeister in der Parallelklasse. Sie hat die Werbedesign-Akademie in Wien besucht und war Artdirektorin bei verschiedenen Agenturen. Als Mutter von Zwillingstöchtern verlagerte sich das Aufgabengebiet. Im Zuge der Arbeit an den Kinderbüchern hat sie die Härte dieses Geschäfts erfahren. „Die Zielgruppe ist klein und die Verlage sind umkämpft.“ Dass sie nie mehr Bücher illustrieren wird, will sie nicht sagen, aber was sie anpackt, das muss sie begeistern. Dass ein feiner Humor eine große Rolle spielt, bekommt jeder mit, der sich mit ihren Arbeiten auseinandersetzt. Der menschliche Körper zählt zu den Themen, die gerade im Mittelpunkt stehen. Nicht, weil ihr der Zwang zur Selbstoptimierung genauso auf den Keks geht wie den vielen kritischen Beobachtern mancher Mechanismen, sondern weil sie sich für die Symmetrie interessiert. Logisch, Alice Wellinger ist Künstlerin und
Fotos: Alice Wellinger
dabei auch Gestalterin, nicht verwunderlich, dass da die Haut oder die Organe nicht nur Träger von Ornamenten sind, sondern selbst zu Mustern werden.
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Feminismus. Die Künstlerin beschäftigt sich mit starken Themen.
Botschaften. Und wer beim Blick auf den Apfel mit den Wolken an René Magritte erinnert wird, dem dürfte genauso bewusst sein, dass der belgische Surrealist ganz früh einmal Werbeplakate entwarf. Seinen Frauenakten hat Alice Wellinger einiges entgegenzusetzen. Und bei ihr wird das, was man bei Magritte nur von der Ferne für einen wilden Adler hält, ganz gewiss nicht zur zahmen Taube, die sich nur auf die Spitze eines Berges gesetzt hat. Wenn die Künstlerin es will, dann wird der mächtige Stein zu dünnem Papier. Zu einem Kuvert gefaltet, lassen sich damit Botschaften transportieren. Christa Dietrich
ORLY ZAILER AHNEN. Neue Porträts
Ausstellung: 3. April bis 13. Juli 2019, BTV Stadtforum Innsbruck, FO.KU.S Ausstellungseröffnung: 2. April 2019, 19 Uhr
ZEIT SPRUNG
Konzertformat des Tiroler Musikers Walter Rumer in Resonanz auf die Ausstellung AHNEN. Neue Porträts von Orly Zailer Musik des 17. Jahrhunderts, Improvisation und neue Musik der Gegenwart Freitag, 5. April 2019, 19 Uhr, BTV Stadtforum Innsbruck, Ton Halle
AHNEN. Der Dialog Jam-Session von Museumsdirektor, Kulturwissenschaftlerinnen, Akkordeon und Saxophon zur Ausstellung AHNEN. Neue Porträts von Orly Zailer Mittwoch, 3. April 2019, 19 Uhr, BTV Stadtforum Innsbruck Design: Studio Mut
Kunst und Kultur
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EXPORTERFOLGE IN ALLER WELT
VORARLBERGS GRÖSSTE UNTERNEHMEN Die heimischen „Top 100“-Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schrieben auch 2018 eine wirtschaftliche Erfolgsstory.
DIGITALISIERUNG ALS CHANCE
FÜR DIE ZUKUNFT GUT GERÜSTET Die Vorarlberger Wirtschaft wird auch im laufenden Jahr alle wirtschaftlichen Herausforderungen meistern.
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um zweiten Mal veröffentlicht heuer das „kontur"-Magazin auf den folgenden Seiten wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen der 100 größten Vorarlberger Unternehmen. In einem Ranking nach der Zahl der Beschäftigten in Vorarlberg ist der weltweit tätige Höchster Beschlägehersteller Blum-Gruppe mit 5.874 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte Vorarlberger Unternehmen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Zumtobel Group AG (2.072) Beschäftigte sowie die Liebherr Nenzing GmbH (1.640), die Doppelmayr Holding AG (1.357), die illwerke vkw (1.204), die Meusburger Gruppe (1.130),
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die Hirschmann Automotive GmbH (1.100), die Grass Bewegungs-Systeme (1.091), die Alpla Werke (ebenfalls 1.091) und die Getzner Textil AG Gruppe mit 946 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Fachkräftemangel. Die Darstellung von Unternehmensdaten wie Beschäftigte in und außerhalb des Landes sowie der Umsatzzahlen der „Top 100“-Unternehmen Vorarlbergs zeigt eindrucksvoll, dass das Wirtschaftsjahr 2018 in Vorarlberg eine Erfolgsstory war. Teilweise mussten sogar Aufträge wegen des gravierenden Fach arbeitermangels, der weiterhin ein zentrales Thema von Politik und Wirtschaft ist,
40 Prozent der Wert schöpfung in Vorarlberg kommen aus der Industrie. DI Georg Comploj Spartenobmann Industrie
VORARLBERGS WIRTSCHAFT
Foto: Philipp Steurer
wird auch heuer wieder kräftig exportieren, denn Vorarlberger Produkte stehen weltweit für höchste Qualität.
abgelehnt werden. Die duale Ausbildung und die vielen vorbildlichen Lehrbetriebe, um die wir vielfach beneidet werden, sind eine wichtige und zukunftsträchtige beschäftigungspolitische Maßnahme. Und wenn auch die Konjunkturaussichten für das laufende Jahr – hervorgerufen durch gleich mehrere Verunsicherungen wie den Brexit oder drohende politische Krisen und mögliche Handelskriege – verdüstert sind, so sind die Vorarlberger Unternehmen für mögliche krisenhafte Erscheinungen doch gut gerüstet. Dazu tragen die vielen Investitionen, die landauf landab getätigt werden, ebenso bei,
wie ein hervorragendes Innovations klima, eine gute Eigenkapitalausstattung und eine breite positive Einstellung gegenüber der wachsenden Digitalisierung in allen Bereichen, die hierzulande als Chance und nicht als Bedrohung gesehen wird. Das alles sind wichtige Bekenntnisse zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg, der nach vielen einschlägigen Rankings übereinstimmend in einer der besten Regionen Europas liegt. Nur Eigenangaben. Die einzelnen veröffentlichten Werte basieren ausschließlich auf Eigenangaben der Unternehmen für das VN-Journal „Top 100“, das seit über
30 Jahren jährlich im Frühjahr erscheint und das von der Wirtschaftsredaktion der Vorarlberger Nachrichten gestaltet wird. Ein Teil der dort erhobenen Zahlen wurde für die vorliegende Ausgabe des „kontur"Magazins zur Verfügung gestellt. Reihung, keine Wertung. Besonders wichtig ist es uns, darauf hinzuweisen, dass die Werte der „Top 100“-Unternehmen als reine Reihung und keinesfalls als eine Wertung zu verstehen sind. Denn in einer arbeitsteiligen Wirtschaft erfüllen die Unternehmerinnen und Unternehmer jeder Größenordnung eine wichtige Aufgabe. Ernest F. Enzelsberger
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DOPPELMAYR SEILBAHNEN GMBH
SCHÖNER ALS FLIEGEN Eine Fahrt in einer Seilbahn ist ein besonderes Erlebnis – Doppelmayr ermöglicht das weltweit. Vorarlbergs größte Unternehmen
TOP 100
Mit innovativen Transportsystemen setzt Doppelmayr immer neue Maßstäbe.
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b in südamerikanischen Städten, in asiatischen Tourismusdestinationen oder ganz klassisch in den Skigebieten der europäischen Alpen: Seilbahnen von Doppelmayr transportieren Menschen auf der ganzen Welt. Sie sorgen für Mobilität und Vergnügen zugleich. Auch im Materialtransport kommen leistungsfähige und effiziente Seilbahnsysteme von Doppelmayr zum Einsatz. All das ermöglichen hochqualifizierte Mitarbeiter. Der Ursprung der weltweit erfolgreichen Doppelmayr Gruppe liegt in der kleinen Werkstatt Wolfurt-Rickenbach und im Pioniergeist der Gründerfamilie. Heute ist das Unternehmen Weltmarktführer im Seilbahnbau. Mehr als 2.900 Mitarbeiter weltweit planen, konstruieren und bauen innovative Seilbahnsysteme. Rund 15.000 Seilbahnen in 95 Ländern hat die Unternehmensgruppe bisher realisiert.
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Technologie auf dem Höchststand. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden entstehen immer wieder Innovationen. Mit neuen Ideen werden Lösungen entwickelt, Produkte erweitert und Technologien optimiert. In einem umfangreichen Entwicklungsprojekt haben die Doppelmayr-Ingenieure sämtliche Seilbahnbauteile auf den Prüfstand gestellt. Alle Komponenten, ob Kabinen, Sessel, Stationen, Stützen oder Klemmen wurden überarbeitet und verbessert. Ergebnis ist die D-Line, die nächste Seilbahngeneration. Fahrgäste erleben jetzt noch mehr Komfort, die Wartung und die Bedienung der Anlagen ist für die Seilbahnmitarbeiter noch einfacher geworden. Die professionelle Kundenbetreuung geht bei Doppelmayr weit über die Konzeption, den Bau und die Inbetriebnahme einer Seilbahn hinaus. Ein weltweit eng geknüpftes Kundendienstnetzwerk er-
möglicht kurze Reaktionszeiten und eine persönliche Betreuung und Beratung der Kunden. Ersatzteilservice, Unterstützung bei der Wartung von Seilbahnen oder Schulungen gehören zum DoppelmayrServiceangebot mit dazu. DoppelmayrKunden erhalten Spitzenqualität in modernem Design, benutzerfreundliche Lösungen und die beste Betreuung – von der ersten Idee bis zum abgeschlossenen Projekt und darüber hinaus.
Doppelmayr Seilbahnen GmbH Konrad-Doppelmayr-Str. 1, Wolfurt Telefon +43 5574 604 E-Mail: dm@doppelmayr.com www.doppelmayr.com
HIRSCHMANN AUTOMOTIVE GMBH
VISIONEN REALISIEREN Die regionale Wirtschaft setzt auf eine digitale Zukunft. Hirschmann Automotive investiert in den Transformationsprozess.
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Vorarlbergs größte Unternehmen
eute wird alles smart – Smart Phone, Smart House, Smart Factory … Die digitale Revolution ist in vollem Gange und bringt entscheidende Veränderungen in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt. Der Fokus von Hirschmann Automotive liegt schon seit geraumer Zeit auf der Entwicklung effizienterer Abläufe auf allen Unternehmensebenen, und das erklärte Ziel ist, in Zukunft technologisch ganz vorne mitzuspielen. Der digitale Wandel hat im Unternehmen schon längst Einzug gehalten, und die ersten Pilotprojekte sind bereits erfolgreich angelaufen. Der Hauptsitz in Rankweil tritt als Kompetenzzentrum der 5500-köpfigen Unternehmensgruppe hervor. Aktuell steht der Automobilzulieferer vor der Herausforderung, den Transformationsprozess auf alle Werksstandorte anzuwenden. Dies eröffnet den Mitarbeitenden spannende und breit gefächerte Aufgabengebiete, setzt aber auch ein besonderes Mindset voraus: Innovative Denker, Netzwerker und junge Ma-
chertypen, die die Digitalisierung bereits intuitiv einsetzen, sind gefragter denn je!
SMART Logistics: Das Shuttlesystem sorgt zufünftig für einen vollautomatisierten Ablauf der gesamten Logistikprozesse.
Wandel auf allen Ebenen. Der Transformationsprozess ist im Hinblick auf bestehende und neue Berufsfelder bereits deutlich spürbar. So wurde 2018 die Abteilung Digitalization gegründet, welche zukünftig global aufgebaut wird. Um das Thema Digitalisierung im Weiterbildungsprogramm zu implementieren, wird unter anderem auch eine Kooperation mit dem Digital Campus Vorarlberg vorbereitet. Im Lehrlingswesen ist die Thematik verstärkt in den Ausbildungszweig Elektrotechnik eingebunden: Neue Rotationen werden geschaffen und auch neue Lehrberufe sind im Gespräch. Mit der Digital Training Factory schafft die Lehrlingsabteilung eine Plattform für ihre Auszubildenden, damit diese zukünftig noch tiefer in die Materie eintauchen können.
Der humanoide Roboter „Pepper“ kommt in der Lehrlingswerkstatt und im Mitarbeiterzen trum zum Einsatz.
TOP 100 RANG 7
Visionäre Optimierung. Im Jahr 2021 ist der Hauptsitz in Rankweil so weit optimiert, dass alle Maschinen digital miteinander verbunden sind. Der Wunschtraum vom papierlosen Büro steht zwar noch in sehr großen Lettern an der Tafel, aber der Automobilzulieferer bewegt sich mit großen Schritten auf die neuen Visionen und gesteckten Ziele zu und ist sehr stolz, den Fortschritt der Vorarlberger Wirtschaft mitgestalten zu dürfen.
Hirschmann Automotive GmbH Oberer Paspelsweg 6–8, Rankweil Telefon +43 5522 307-0 info@hirschmann-automotive.com www.hirschmann-automotive.com
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GRASS GMBH
FORTSCHRITT IN BEWEGUNG Innovationen sind die Triebfeder von GRASS, einem führenden Hersteller und Entwickler von Bewegungs-Systemen. Vorarlbergs größte Unternehmen
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Der künftige Standort in Hohenems
Thomas Zenker Sprecher der Geschäftsführung
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eit über 70 Jahren begeistert GRASS renommierte Möbelmarken aus aller Welt mit mutigen Visionen, die in faszinierende Entwicklungen und Produkte umgesetzt werden. Was die Innovationskraft von GRASS für den Markt leistet, verdeutlichen viele Bei-
Ein Unternehmen, das durch Innovationen zu begeistern weiß, benötigt Mitarbeiter, die ähnlich nach vorne denken. Deshalb fördert GRASS eine Kultur des Miteinanders, die geprägt ist von Mut, Eigenverantwortung und Experimentierfreude. Thomas Zenker
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spiele: Noch vor wenigen Jahren waren grifflose Möbelfronten eine Seltenheit. Heute sind sie topaktuell. GRASS lieferte mit dem elektromechanischen ÖffnungsSystem Sensomatic und dem rein mechanischen System Tipmatic Soft-close entscheidende Impulse dazu. In die Entwicklung von Tiomos – der neuesten Scharnier-Generation von GRASS – flossen einige Jahrzehnte Know-how und Erfahrung ein. Sämtliche Details und Funktionen wurden von Grund auf neu erdacht und entwickelt. Aber auch die Schubkasten-Systeme definieren seit Jahrzehnten den Branchenstandard und inspirieren Designer wie Verarbeiter. Dritter Vorarlberger Standort. Auf Innovation folgt Expansion. Die weltweit große Nachfrage nach hochwertigen GRASS Bewegungs-Systemen lässt die erfolgreiche Tochter der Würth-Gruppe kräftig in
die Zukunft investieren. Am neuen Betriebsstandort Hohenems entsteht um 45 Millionen Euro ein hochautomatisiertes Logistik- und Produktionszentrum. Wer hier arbeitet, denkt nach vorne. Hier arbeiten Menschen, die als verantwortungsvolle Leistungsträger die Chancen nutzen wollen, die ihnen ein global aufgestelltes Unternehmen mit weltweit 18 Standorten und mehr als 200 Vertriebspartnern in 60 Ländern bieten kann.
GRASS GmbH Grass-Platz 1, Höchst Telefon +43 5578 701 00 E-Mail: info@grass.eu www.grass.eu
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ALPLA WERKE ALWIN LEHNER GMBH & CO KG
KUNSTSTOFF NEU DENKEN Design for Recycling ist der Schlüssel auf dem Weg zu nachhaltigen Verpackungslösungen. Vorarlbergs größte Unternehmen
Ausbau der Recyclingaktivitäten. Die gute Wiederverwertbarkeit ist ein großer Vorteil von Kunststoffen. Insbesondere beim häufig verwendeten PET verfügt ALPLA über jahrzehntelange Erfahrungen: Das Unternehmen betreibt eigene Recyclingwerke in Österreich und Polen, im Rahmen eines Joint Ventures in Mexiko und einer Kooperation in Deutschland. Diese Aktivitäten sollen weiter ausgebaut werden, auch im HDPE-Bereich. Im Oktober 2018 unterzeichnete ALPLA das Global Commitment der New Plastics Economy, eine Initiative der renommierten Ellen MacArthur Foundation, und verpflichtete sich zu ambitionierten Zielen: Bis 2025 sollen alle Verpackungen vollständig recyclingfähig sein, der Anteil der verarbeiteten Recyclingmaterialien soll auf 25 Prozent steigen. Darüber hinaus beschäftigt sich ALPLA auch mit alternativen, biobasierten Materialien.
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Recycelter Kunststoff reduziert CO2Emissionen und trägt zum Klimaschutz bei.
I
n der mehr als 60-jährigen Unternehmensgeschichte von ALPLA war das öffentliche Interesse an Kunststoff selten so groß wie in den vergangenen Monaten. Aufgrund der zunehmenden Umweltverschmutzung hat das Image des Werkstoffs gelitten, insbesondere Kunststoffverpackungen stehen im Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Dennoch ist Kunststoff aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Ohne ihn gäbe es keine Flugzeuge, keine lebensrettenden Operationen oder hygienisch verpackte Lebensmittel. „Es geht um den verantwortungsvollen Einsatz“, betont ALPLA CEO Günther Lehner. „Für ALPLA bedeutet das, dass wir
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schon beim Design unserer Verpackungslösungen den gesamten Lebenszyklus im Auge haben. Wie müssen wir Verpackungen gestalten, damit sie nach ihrem Gebrauch recycelt werden können? Wo können wir Material und Zusatzstoffe einsparen und gleichzeitig überzeugende Funktionen bieten?“, skizziert der Vorstand des Familienunternehmens zentrale Fragen bei der Entwicklung nachhaltiger Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile. Auf Basis der weltweiten Präsenz setzt ALPLA in der Branche Maßstäbe: Die hohen Standards gelten rund um den Globus in 178 Werken in 46 Ländern, die maßgeschneiderte Produktentwicklung und ein eigener Werkzeug- und Sondermaschinenbau sichern die hohen Qualitätsansprüche.
Um den Erfolg der bisherigen Bemühungen fortzuführen, braucht es aber die nötige Infrastruktur. „Kunststoff muss als Wertstoff gesehen werden. Er ist viel zu schade zum Wegwerfen und sollte stattdessen gesammelt, sortiert und wiederverwertet werden“, so Günther Lehner. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, vorausgesetzt es gibt funktionierende Sammel- und Abfallwirtschaftssysteme.
ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG Mockenstraße 34, Hard Telefon +43 5574 602 0 E-Mail: office@alpla.com www.alpla.com
RUSSMEDIA VERLAG GMBH
IMMER AM PULS DER ZEIT Von Vorarlberg in die Welt, vom regionalen Verlagshaus zum internationalen Multi-Nischen-Medienunternehmen. Vorarlbergs größte Unternehmen
A
m 14. Juli 1919 erwarb Eugen Ruß die Buchdruckerei in Bregenz und damit die heutigen Vorarlberger Nachrichten. Heuer feiert Russmedia nicht nur sein 100-jähriges Jubiläum, sondern blickt auch auf zahlreiche nationale wie internationale Erfolge zurück. Das Unternehmen, das inzwischen an 14 Standorten in Europa vertreten ist und über 1000 Mitarbeiter beschäftigt, hat sich von einer einfachen Druckerei in Bregenz zu einer international tätigen Mediengruppe entwickelt. Die VN, Neue, Wann & Wo und das Online-Portal vol.at sind in Vorarlberg die beliebtesten Medien. 9 von 10 Vorarlberger(innen) konsumieren diese täglich. Österreichs Beste Arbeitgeber. Russmedia engagiert sich auch für seine Mitarbeiter: So wurden in Schwarzach modernste Arbeitsplätze geschaffen, in der Russmedia-Akademie werden Aus- und Weiterbildung forciert Das wissen die Mitarbeiter zu schätzen, haben sie selbst Russmedia doch jüngst offiziell zum „Great Place to
9 von 10 Vorarlberger(innen) nutzen täglich unsere Medien. Danke für die Treue. Markus Raith, Eugen A. Russ und Gerold Riedmann, Geschäftsführung
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Das Familienunternehmen feiert heuer sein 100-jähriges Jubiläum.
Work“ gekürt. Zudem erhielt das Unternehmen den Sonderpreis für „Betriebliche Bildung & Lebenslanges Lernen“. Innovative Projekte. Dass diese Symbiose funktionieren kann und dass das eine das andere nicht ausschließt, beweist Russmedia mit zahlreichen Projekten. Seit 2015 ist Russmedia am führenden SkiverleihOnlineportal alpinresorts.com beteiligt. In den vergangenen Monaten wurde darüber hinaus – auch über den Fond Speedinvest X – in weitere Start-ups und Digitalunternehmen investiert, so z. B. in MaxFun und PaulCamper. Unter VN.at wird außerdem demnächst ein neues Nachrichtenportal lanciert, auf dem Geschichten nicht nur
schneller, sondern in Form von Text, Bild-, Video- und Audio-Formaten, die auf einem Newsfeed publiziert werden, erzählt werden. Der redaktionelle Fokus bleibt dabei weiterhin auf lokalen Themen. Beste Arbeitgeber 2018
Betriebliche Bildung & Lebenslanges Lernen
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RONDO GANAHL AG
INTERNATIONAL UND NACHHALTIG Als Hersteller von innovativen Verpackungslösungen beschäftigt Rondo europaweit mehr als 1500 Mitarbeiter an 8 Standorten. Vorarlbergs größte Unternehmen
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Foto: Katharina Loacker Fotografie
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Das neue Hochregallager für Produktionspuffer in Frastanz hat insgesamt 24.000 Stellplätze.
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roduziert wird auf den modernsten Wellpappe-Anlagen Europas. Alle Rondo-Werke wurden in den vergangenen Jahren einem anspruchsvollen Investitionsprogramm unterzogen. Damit sichert sich die Rondo Ganahl AG ihre technologische Spitzenstellung, erschließt neue Produktfelder und schafft weiteres Wachstumspoten zial. Mit der kürzlichen Übernahme von 60 Prozent der Aktien der S.C. Transilvania Pack and Print S.A. in Sibiu, einem rumänischen Tochterunternehmen der Offsetdruckerei Schwarzach GmbH, setzt Rondo seine Expansion fort. Erfolgsfaktor Verpackung. Die Anforderungen an Verpackungen sind vielschichtig. Es geht nicht mehr alleine darum, Produkte transportfähig zu machen und sie zu schützen. Viel mehr übernimmt die
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Verpackung eine wichtige Aufgabe in der Markenkommunikation. Um schnell und flexibel auf die vielfältigen Kundenwünsche reagieren zu können, hat die Rondo Ganahl AG im Frühjahr 2018 die erste industrielle Digitaldruckmaschine in Österreich in Betrieb genommen. Nachhaltige Wiederverwertung. Wertstoffsammelbetriebe sorgen dafür, dass die gebrauchten Verpackungen der Papierindustrie wieder als Rohstoff zugeführt werden. Wellpappe wird nahezu vollständig recycelt (79 Prozent) und ist daher ein vorbildliches Kreislaufprodukt. Innerhalb der Rondo Gruppe ist es die Zimmermann Ganahl AG in Hall, die Altpapier sammelt, sortiert und presst. Dieses ist wertvoller Rohstoff für die Papierfabrik in Frastanz, wo aus 100 Prozent Altpapier mittels modernster Technik
hochwertigstes Wellpapperohpapier hergestellt wird. Innovative Lösungen, vorausschauende Investitionen und die hohe Leistungsbereitschaft der Belegschaft zeichnen die Rondo Ganahl-Gruppe aus. Mit viel Know-how wird täglich an optimalen Verpackungslösungen gearbeitet, denn verkaufsstarke Produktverpackungen sind erfolgsentscheidend.
Rondo Ganahl AG Rotfarbweg 5, Frastanz Telefon +43 5522 51841-0 E-Mail: frastanz@rondo-ganahl.com www.rondo-ganahl.com
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RANKING 2018
ERFOLGSSTORY IN KENNZAHLEN Die größten Arbeitgeber in der Vorarlberger Wirtschaft und ihr Umsatz 2018 im Überblick. Rang Unternehmen Branche
Eigentümer/ Hauptaktionäre
Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte
Umsatz (in Mill. E)
1 Blum Gruppe Beschläge Fam. Blum, Blum Privatstiftung 5.874 1.888 1.839 2 Zumtobel Group AG Elektroindustrie Fam. Zumtobel (rund 36%) 2.072 6.224 1.197 3 Liebherr-Werk Nenzing GmbH Maschinenbau 1.640 423 462 4 Doppelmayr Holding AG Anlagenbau AMD Stiftung (90%), offenes Verlassen- 1.357 1.576 846 schaftsverfahren zu AD (10%) 5 illwerke vkw Energieunternehmen, -dienstleister 1.204 6 Meusburger Gruppe Metallverarbeitendes Gewerbe Guntram Meusburger 1.130 570 308 7 Hirschmann Automotive GmbH Automobilzuliefererindustrie F&R Industriebeteiligungs GmbH 1.100 4.400 385 8 Grass Bewegungs-Systeme Metallindustrie Würth-Gruppe 1.091 876 391 9 ALPLA Werke GmbH &CoKG Kunststoffverarbeiter, Fam. Lehner 1.091 19.709 3.660 Kunststoffverpackungen 10 Getzner Textil AG Gruppe Textilindustrie Getzner, Mutter & Cie GmbH & Co. KG 946 642 365 11 Gebrüder Weiss Transport, Logistik, IT Fam. Weiss & Jerie (100% über Holding) 942 6.170 1.675 12 Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG Nahrungsmittel-Industrie 864 1.055 981 13 Silvretta Montafon Holding GmbH Tourismus Bank für Tirol und Vorarlberg AG 860 61 14 i+R Gruppe Bauen, Immobilien, Bagger Schertler Holding AG, Alge Holding 792 239 395 15 Rhomberg Bau Gruppe Bau, Bahntechnik, Ressourcen 693 2.048 706 16 Collini Holding AG Metallveredelung Fam. Collini und Drexel 600 870 220 17 Rudolf Ölz Meisterbäcker Backwaren, Brot- und Fam. Ölz 584 327 203 GmbH & Co KG Feinbackwaren 18 Hilti AG (Werk Thüringen) Bautechnologie Hilti AG, Schaan (FL) 580 28.0001) 4.9001) 19 Wolford AG Luxury, Legwear Fosun Industrial Holdings Ltd (58%), 550 883 149 and Bodywear Ralph Bartel (30%) 20 Jäger Beteiligungs GmbH Bau, Transport Jäger Privatstiftung 534 61 174 21 Loacker Recycling GmbH Recycling Loacker Privatstiftung (95%), 518 778 720 Fam. Loacker 5% 22 Bäckerei Mangold Bäckerei Fam. Haag 455 20 23 Russmedia Verlag GmbH Medien und IT Russmedia Holding GmbH, 453 19 94 Sophie Kempf-Russ Privatstiftung 24 OMICRON electronics GmbH Energietechnik OMICRON Holding GmbH 448 266 128 25 Mahle König KG GmbH & Co KG Motorenteile für Hochleistungs- 436 53 motoren, Industrie, High Performance 26 Hans Majer GmbH Gebäudereinigung Hans Majer 430 9 27 IMA Schelling Group GmbH Maschinen- und Anlagenbau SAB Holding GmbH, Schwarzach 412 1.165 279 28 Hydro Extrusion Nenzing GmbH Metallindustrie, Norsk Hydro asa (NOR, Oslo) 410 34.0001) 220 Aluminiumverarbeitung 29 Rupp AG Lebensmittelindustrie Josef Rupp, Ludwig Rupp, 400 230 187 Gertrud Fischli, Daniela Rupp 30 Huber Holding AG Bekleidung, Textil Benger Brands Limited 384 771 140 31 Versluis Restaurant Gastronomie Lodewijk Versluis 379 24 Gastronomie GmbH
kontur 61
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32 Ganahl Aktiengesellschaft Papier- und wellpappe- Streubesitz, Fam. Ganahl verarbeitende Industrie 33 Hilti & Jehle GmbH Bau BM Helmut Hilti 34 Offsetdruckerei Schwarzach GmbH Druck und Verpackung VBG Holding AG 35 11er Gruppe Nahrungsmittelindustrie Familienbesitz 36 Getzner Werkstoffe Gruppe Chemieindustrie Getzner, Mutter und Cie 37 Haberkorn Holding AG Technischer Handel Fam. Haberkorn 38 Head Sport GmbH Sportartikel 39 Graf Firmengruppe Elektro, Elektronik 40 Wilhelm+Mayer Bau GmbH Baugewerbe Fam. Wilhelm Privatstiftung 41 Bertsch Holding GmbH Kraftwerkbau, Errichtung von Ing. Hubert Bertsch Molkereien/Fleischereianlagen 42 Flatz GmbH Verpackungen, Formteile aus Fam. Flatz EPS + EPP, Dämmstoffe 43 Mondelez Österreich Süßwaren Mondelez International, Inc. USA Production GmbH 44 Bachmann electronic GmbH Elektro- und Elektronikindustrie Bachmann Holding GmbH 45 Heron Gruppe Metallgewerbe Christian Beer 46 Glas Marte Gruppe Glasverarbeitung, Glasbau Familienbesitz 47 Rattpack Group Druck/Herstellung von Erzeugnissen Stephan Ratt, Mag. Matthias Ratt aus Karton, Papier, Kunststoff 48 Künz Gruppe Maschinen- und Anlagenbau Familienbesitz 49 Schmidt‘s Gruppe Eisenwarengroßhandel Familienbesitz 50 faigle Kunststoff-Verarbeiter Fam. Faigle 51 Kral AG Mechatronik Fam. Kräutler 52 Walter Bösch GmbH & Co KG Großhandel 53 Feinjersey Group GmbH Textilindustrie Jörg Büsel 54 Erne Fittings Metallindustrie Erne Group GmbH (99%), ZG Erne GmbH (1%) 55 Hermann Pfanner Getränke GmbH Nahrungs- und Fam. Pfanner, Dietrich, Schneider Genussmittelindustrie 56 Salzmann Formblechtechnik GmbH Formblechkomponenten Gerhard Salzmann 57 SOLA-Messwerkzeuge GmbH Metall, Herstellung von SOLA Privatstiftung, Messwerkzeugen Fam. Scheyer und Hörburger 58 EHG Stahlzentrum GmbH & Co OG Handel mit Metallen Gebrüder Ulmer Holding GmbH, Josef Pircher BeteiligungsGmbH LTW Intralogistics GmbH Maschinen- und Stahlbauindustrie Doppelmayr Holding SE 60 Ball Beverage Packaging Verpackungsindustrie Ball Beverage Packaging Holding GmbH 61 Inhaus Handels GmbH Heizungs- und Sanitärgroßhandel Pircher Beteiligungs GmbH, Huwa Finanz- und Beteiligungs AG 62 z-werkzeugbau-gmbh Metallindustrie DI Hermann Eberle, Johannes Steurer 63 Tomaselli Gabriel BauGmbH Bau Tomaselli Gabriel Privatstiftung 64 Dorfinstallateur Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik Mitarbeiterbeteiligung, 13 Gesellschafter 65 1zu1 Prototypen GmbH & Co KG Kunststoffindustrie Wolfgang Humml, Hannes Hämmerle 66 Schneider Automobil GmbH Kraftfahrzeughandel, Kfz-Gewerbe, Ulrike Janschek Lackiererei, Spenglerei 67 JCL Logistics Austria GmbH Transport, Logistik Stephan Jöbstl (100%) 68 Auto Gerster Autohandel, Kfz-Gewerbe, Fam. Gerster Lackiererei, Spenglerei 69 Godzilla Sportholding GmbH Sportartikelhandel Erhard Fischer (80%), Tobias Stergiotis (20%) Bischof Holding GmbH Tansport, Logistik Astrid Bischof, Michael Zimmermann
Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte 370
Umsatz (in Mill. E)
1.146
420
366 187 365 226 360 359 100 350 1.350 349 348 2 340 333 65
102 90 85 95 453 268 53 40 182
322
72
320 306 305 287 280
150 44 53 197
63 78 37 90
266 259 260 505 260 190 258 14 257 377 246 230 210
128 176 83 35 97 45 80
229
665
289
224 205 34
31 37
202
211
202 200 198
155
56 64 18.7001) 7.9901) 21
68
190 182 174 10
30 41 27
173 159
19 108
154 348 153
169 61
150
23
150
52
100
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2018 2017 2016 STEUERBERATER DES JAHRES
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71 Etiketten Carini GmbH Druck Andrea Sohm, Siegfried Erne, Thomas Sohm 72 Schoeller GmbH & Co KG Textilindustrie Indorama Ventures Ltd., Thailand 73 Gantner Electronic GmbH Elektronik Ardian 74 Walser GmbH Fahrzeugbau, Handel Gerhard Rauch Zimm Maschinenelemente Metallindustrie Gunther Zimmermann GmbH & Co KG 76 Lercher Werkzeugbau GmbH Werkzeugbau, Kunststoffspritzguss Fam. Lercher (100%) Mohrenbrauerei Vertriebs KG Lebensmittelindustrie Fam. Huber 78 Müroll GmbH Chemische Industrie, Familien-Privatstiftung papierverarbeitende Industrie 79 Wohlgenannt Otto GmbH Fahrzeugbau, Baumaschinen, Otto Wohlgenannt Gewerbe, Handel 80 Vorarlberg Milch eGen Nahrungsmittelindustrie 505 Landwirte 81 Gesundhotel Bad Reuthe Tourismus, Hotellerie Fam. Frick 82 Fohrenburg Beteiligungs GmbH Getränkeindustrie, Handel Rauch Fruchtsäfte GmbH 83 Siemens Vorarlberg Elektrifizierung, Automatisierung, Siemens AG Digitalisierung 84 Scheyer Verpackungstechnik GmbH Kunststoffverarbeiter Fam. Wiesenegger 85 System Industrie Electronic Elektronik Filzmaier Privatstiftung Holding AG Gunz Warenhandels GmbH Lebensmittel-Großhandel Werner und Sonja Gunz (100%) 87 Josef Mäser GmbH Handel mit Glas, Porzellan, Hanno, Otto-G. und Guntram Mäser Glasveredelung GIKO Verpackungen GmbH Herstellung von 5 Privatpersonen flexiblen Verpackungen Sonderhoff Engineering GmbH Maschinenbau Henkel AG & Co KGaA 90 Buchdruckerei Lustenau GmbH Druck 91 Sika Österreich GmbH Chemische Industrie Sika AG, Schweiz Dorner Electronic GmbH Softwarelösungen Andreas Dorner 93 Scheffknecht Transporte GmbH Dienstleistung , Int. Spedition Familienbesitz 94 ZIMA Holding AG Immobilienentwicklung, Mag. Alexander Nußbaumer Projektentwicklung, Bauträger Fries Kunststofftechnik GmbH Kunststoffverarbeitende Industrie Fam. Rhomberg 96 RIMC Seehotel Am Kaiserstrand Hotellerie AFV 1 Liegenschaftsbesitz Hotel Betriebs GmbH GmbH & Co KG 97 Henn GmbH & Co KG Automobilzulieferer Henn Industrial Group GmbH & Co KG 98 Wagner GmbH Installationen Anlagenbau, Wagner Immobilien GmbH Haustechnik 99 Schenker & Co AG, DB Schenker Transport, Logistik DB 100 Enjo International GmbH Gewerbe und Handwerk Johannes Engl 1)
Konzernzahlen.
2)
Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte
Umsatz (in Mill. E)
145
24
137 132 130 130
309 395 80 12
54 63 49 21
127 127 126 73
23 55
125
31
15
123 51 120 120 20 29 117 370.0001) 2.5362) 116 110
2 240
37 52
110 100
75 50
142 42
100
24
100 93 92 87 92 3 88 6 85 58
25 15 87 12 17 203
85 85 80
27 6
69
60
68
13
65 64
Umsatz in Österreich.
3)
1.7233) 44 5 8 Mitarbeiter in Österreich. Stand: 28. Februar 2019
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Jetzt gibts keine Ausreden mehr Alles mit einem „e“ am Anfang hört sich ja irgendwie nach dieser neuen, digital vernetzten Welt an. E-Commerce, E-Autos, E-Bike, E-Book ... Auch in der Fitnessbranche hat dieses „e“ Einzug gehalten, nämlich im eGym.
K
eine Frage: Die Fitnessbranche boomt. Gesunde Ernährung, Bewegung, ein rundum fitter Körper – all das ist momentan im Trend. Die sozialen Medien sind voll mit Influencern, also werbetreibenden Meinungsmachern, in Sportkleidung und solchen, die noch auf der Blogger-Welle, also der unbezahlten, weniger reichweitenstarken Veröffentlichung von Beiträgen, mitschwimmen. Im Netz finden sich zahlreiche Tutorials zu verschiedensten Sportarten und auch in den Geschäften treffen wir immer mehr auf Laufschuhe, Sport-BH und Co. Die Digitalisierung verändert auch
die Fitnessbranche und die digitale Welt hält mehr und mehr Einzug in Studios. Trainingskonzept 2.0. Eine Form dieses Trainings ist das eGym, also ein Zirkeltraining, das sich automatisch auf den jeweiligen Nutzer einstellt. Wie diese Innovation genau funktioniert, erklärt Tobias Wilhelm, Cheftrainer im Purfitness Lauterach: „Das eGym besteht aus acht Geräten, die wir beim ersten Training individuell auf die Körpergröße, die Fitness und das Trainingsziel des Nutzers einstellen. Diese Daten werden alle auf einer Karte gespeichert. Wenn man die Karte dann beim
nächsten Training an das Gerät hält, ruft dieses die gespeicherten Einstellungen ab.“ Das Zirkeltraining besteht dabei aus einer fest vorgegebenen Reihen- und Zeitabfolge. „Jedes Gerät hat zwei Durchläufe, danach gibt es eine kurze Pause, man hat Zeit, das Gerät zu wechseln und nach gut 30 Minuten ist man fertig“, weiß Tobias Wilhelm. Das Training selbst funktioniert wie eine Art „Online-Spiel“, bei dem man durch die einzelnen Bewegungen versuchen muss, der sogenannten eGym-Kurve zu folgen. „Dadurch hat jeder Nutzer eine positive Art der Kontrolle und weiß, dass er die Übung richtig ausführt“, erläutert der
Digitalisierung. Mittels eGym und App kann effizient trainiert werden.
kontur 67
Zu wenig Zeit, zu viel Alltag- und Bürostress – es gibt immer Ausreden, wenn es um sportliche Betätigung geht. Mit eGym kann jetzt jeder zwischen Mittagspause, Elternabend und Business-Meeting schnell, effizient und vor allem richtig trainieren. Dafür orientiert sich der Nutzer einfach an der eGym-Kurve, die die Übungsausführung exakt vorgibt. Purfitness-Cheftrainer und ergänzt: „Das eGym ermöglicht so jedem einen gesunden und effektiven Zugang zum Sport – egal, ob Couch-Potato oder Profisportler. Schnell und nachhaltig. Das eGym-Training lässt sich also zum Beispiel gut in die Mittagspause integrieren. „Wir haben viele Kunden, die im Büro von Banken oder Industrieunternehmen arbeiten und während ihrer Pause schnell vorbeikommen“, erklärt Elvisa Tiric, Leiterin des Purfitness Club. „Dabei stellen wir zunehmend fest, dass Mitarbeiter nach einer sportlichen Betätigung motivierter und vor allem weniger häufig krank sind.“ Die körperliche Fitness ist ein wichtiger Faktor für erfolgreiche Unternehmen, denn Sport fördert die geistige Leistungsfähigkeit.
Fotos: Roland Paulitsch
Forschung und Wissenschaft. Immer mehr Studien zeigen, welche Spuren körperliche Aktivität im Hirn hinterlässt und immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für den sportlichen Ausgleich zum Job. Laut einer Befragungsstudie des Bundesministeriums für Landesverteidigung und
68 kontur
Sport Österreich hatten im Jahr 2017 rund zehn Prozent der Befragten Zugang zu Fitnesskursen bzw. Sportangeboten im Unternehmen. Rund acht Prozent gaben an, dass es vom Arbeitgeber Vergünstigungen für den Besuch von Sportvereinen oder Fitnessstudios gibt. Auch Sarah Peyha nutzt ein solches Angebot und geht seit gut einem halben Jahr zum eGym-Training: „Ich merke deutlich, dass ich dadurch weniger verspannt bin und mich insgesamt fitter fühle“, sagt die 24-jährige Vertriebsassistentin. Modernste Technik. Für die Selbstkontrolle können sich alle Nutzer die eGymApp herunterladen. Diese überträgt alle
persönlichen Daten (Körpergröße, Gewicht, Trainingsziele etc.), Trainingseinheiten und -häufigkeiten mittels Cloud und hilft dabei, das Training jederzeit individuell anzupassen oder gemeinsam mit dem Trainer entsprechend zu verändern. „Um beispielsweise die eigene Körperhaltung zu verbessern, muss man anders trainieren als beim Muskelaufbau oder Gewichtsverlust“, so Tobias Wilhelm. Auswirkungen. Dass sich die Fitnessbranche durch die Digitalisierung verändert, sieht Purfitness-Chefin Elvisa Tiric mit gemischten Gefühlen: „Die Menschen werden durch das Internet wieder mehr auf den Sport aufmerksam und möchten
eGym-Kurve. Die Trainingskurve gibt die Art der Übungsausführung vor.
mit dem Trend gehen. Dadurch fangen viele (wieder) an, sich sportlich zu betätigen.“ Sie warnt aber auch davor, ausschließlich selbst im eigenen Wohnzimmer zu trainieren: „Jeder hat andere Stärken, Bedürfnisse und auch Erwartungen an ein Training. Was für den einen optimal sein kann, kann beim anderen schädlich oder nutzlos sein.“ Im Fitnessstudio erhält man trotz selbstständigem eGym-Training eine professionelle Betreuung und eine gute Infrastruktur – für einen gesunden und nachhaltigen Trainingseffekt. Jasmin Quast
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„Mich interessiert, was hinter den Kulissen passiert“ Das Hinterfragen von Zusammenhängen und der geschärfte Blick auf das große Ganze liegen ihr ebenso im Blut wie die Freude über neue und inspirierende Erlebnisse – sei es beruflich wie privat. Zehn Fragen an Yvonne Greussing. Sie haben Politikwissenschaft studiert. Was war ausschlaggebend für die Wahl Ihres Studiums? Es gibt wohl zwei Gründe für meine Studienwahl. Zum einen bin ich in einem politisch sehr interessierten Elternhaus aufgewachsen. Unsere Diskussionen am Küchentisch haben mich sicherlich geformt. Als kritisch denkender Mensch wollte ich immer verstehen, was hinter den Kulissen passiert. Warum entstehen gewisse politische Konstellationen und wie kann man Botschaften oder Entwicklungen deuten? Ich habe es als spannend empfunden, verschiedene Sichtweisen miteinander zu vergleichen, um ein „Big Picture“ zu bekommen. Gerade im Zeitalter der „alternative facts“ ist das meines Erachtens sehr wichtig. Der zweite Grund ist die Medienarbeit selbst. Da es zu meiner Zeit den Studienzweig Publizistik- und Kommunikationswissenschaften noch nicht gab, habe ich mich für die Politikwissenschaft entschieden. Nach Abschluss meines Studiums habe ich noch an der Diplomatischen Akademie in Wien studiert. Eine sehr spannende und prägende Zeit mit längeren Aufenthalten im Ausland. Als Teil eines international aufgestell-
70 kontur
ten Studienlehrganges habe ich damals gelernt, Themenbereiche übergreifend zu betrachten, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und damit neue Perspektiven und Ansätze kennenzulernen. Schließlich sind Sie dann als Journalistin tätig geworden? Ja. Meine ersten Berufserfahrungen sammelte ich als Redakteurin beim ORF in Wien. Nach einigen Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Mann die Chance bekommen, im Ausland für internationale Unternehmen tätig zu werden. In Mittel- und Osteuropa habe ich für ein deutsches und ein Schweizer Medienhaus gearbeitet. Als dann der Eiserne
Vorhang fiel, haben die westlichen Verlagshäuser große CEE-Mediengruppen akquiriert, die modernisiert werden mussten. So habe ich die nächsten zwölf Jahre nicht als Journalistin, sondern als Mitglied des Managements geholfen, die Verlagshäuser strategisch neu auszurichten und neue Kommunikationskanäle zu entwickeln. Ein ausländisches Unternehmen kauft sich ein und versucht Veränderungen durchzuführen. Gab es da nicht viel Widerstand und Ängste seitens der Belegschaft? Das war sicherlich der Fall. Wirtschaftlich betrachtet waren die übernommenen Verlagshäuser in einem
Yvonne Greussing
Foto: Dietmar Stiplovsek
ist Leiterin der Abteilung Marketing Corporate Communications der Julius Blum GmbH in Höchst. Die studierte Politologin war nach Abschluss der Diplomatischen Akademie in Wien u. a. für den ORF in Innsbruck und Wien, für den RINGIER Medienverlag in Bukarest und Prag sowie für die WAZ Mediengruppe in Belgrad tätig. Die gebürtige Tirolerin ist verheiratet, Mutter von zwei Töchtern und wohnt in Dornbirn.
schlechten Zustand. Frisches Kapital und strategische Neuausrichtungen waren unabdingbar. Für die Veränderungen und neuen Prozesse war es aber wichtig, zuerst einen Draht zu den Menschen zu finden – d. h. ihnen zuzuhören und offen zu diskutieren. Nur so wurden für mich wichtige Zusammenhänge und kulturelle Marktgegebenheiten erkennbar. Als Expat lernt man dabei schnell, welches Potenzial in „shared leadership“ mit den lokalen Kollegen steckt und was das Vertrauen in die „Schwarmintelligenz“ bedeutet. Ich bin mir sicher, dass das unter anderem der Schlüssel zu einer erfolgreichen Restrukturierung war.
Dann der Beginn bei der Firma Julius Blum. Was ist die Faszination an Beschlägen und wie schafft man es, diese täglich auch an „Außenstehende“ zu vermitteln? Ich muss gestehen, dass ich Beschläge vor meiner Blum-Zeit nicht so wahrgenommen habe, wie ich es heute tue. Sie waren bei mir zu Hause verbaut und ich wusste, dass Blum für Qualität steht. Heute bin ich fasziniert von der Technik, die dahintersteckt. Wie emotional Beschläge in Küchen und anderen Wohnbereichen sein können, zeigt sich u. a., wenn man den Kunden die praktischen Lösungen und Ideen in Anwendung präsentiert und sie es selbst ausprobieren lässt. Apropos: Nehmen Sie auch Ihre Küche gerne „in Beschlag“? Egal, ob in Österreich oder im Ausland – bei mir ist die Küche immer der Mittelpunkt. Sie ist für mich nicht nur ein Raum, in dem man gemeinsam mit der Familie oder Freunden kocht, sondern ein Ort der Begegnung und Kommunikation. In unserer Küche haben wir schon oft gesellige Abende erlebt. Dabei war und ist es mir immer wichtig, unsere Gäste auch kulinarisch zu verwöhnen. Da ich selbst sehr gerne koche, macht es mir großen Spaß, mit besonderen Rezepten zu überraschen. Als gebürtige Tirolerin im Ländle: Wo gibt es Gemeinsamkeiten? Gemeinsamkeiten sehe ich vor allem in der Mentalität, im Traditionsbewusstsein und in der Freiheitsliebe. Und wo werden Unterschiede erkennbar? Ein unüberhörbarer Unterschied ist sicher der bajuwarische gegenüber dem alemannischen Dialekt. Zudem sind die Vorarlberger schon immer viel selbstbewusster und weltoffener aufgetreten. Da
fallen mir z. B. die Auseinandersetzungen rund um die Fußacher Schiffstaufe ein. Auch in der Architektur und in der Innovationsfreude sehe ich große Unterschiede: Es gibt viele Beispiele für die Innovationskraft im Ländle, so hat zum Beispiel den Grundstein für die Levis-Jeans ein Vorarlberger Unternehmen in Hohenems gelegt. Sie haben viele Jahre in Großstädten gelebt. Keine Sehnsucht danach? Na klar, das Fernweh packt mich schon immer wieder. Das urbane Lebensgefühl ist durchaus reizvoll. Für mich hat sich mit der Zeit jedoch die Definition von Lebensqualität verändert. Früher habe ich die Anonymität und das kulturelle Angebot einer Großstadt sehr geschätzt. Heute genieße ich die Nähe zur Familie und die leichte Erreichbarkeit der Natur. Der Vorteil des Dreiländerecks ist ja auch, dass ich – wenn die Großstadt ruft und ich Zeit habe – den nächsten Flughafen rasch erreichen kann. Berg oder See? Eindeutig die Berge. Das Großartige in Vorarlberg ist jedoch, dass ich meist nicht wählen muss. Für mich gibt es nichts Schöneres, als morgens in die Berge zu gehen und am frühen Nachmittag mit einem Boot auf dem Bodensee dahinzugleiten. Pure Lebensqualität. Wie sieht ein perfekter freier Tag für Sie aus? Ich nutze meine freien Tage sehr bewusst, um abzuschalten. Der Tag ist dann perfekt, wenn er neue und inspirierende Erfahrungen bringt. Das kann eine interessante Kunstaustellung sein, ein spannendes Buch, kluge Menschen, interessante Gespräche oder einfach nur ein gemütliches Abendessen mit Freunden. All diese Aktivitäten geben mir Kraft und schärfen meinen Blick immer wieder für das Wesentliche. Sabine Blechschmidt
kontur 71
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nternehmen werden heute mit immer weiter steigenden Mietund Nebenkosten konfrontiert. Gleichzeitig führt die zunehmende Digitalisierung zu neuen Arbeitsweisen, die nicht mehr auf feste Arbeitsplätze angewiesen sind. Die Folge: Teure Arbeitsflächen sind nur die Hälfte der Zeit belegt. Viele Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung und setzen vermehrt auf nonterritoriale Arbeitsplatzkonzepte. Das führt zu Wechselarbeitsplätzen, die von mehreren Mitarbeitern genutzt werden. In Büros, wo diese Arbeitsplätze dominieren, darf der Bürostuhl se:flex nicht fehlen. Dank der intelligenten Gewichtsautomatik stellt er sich automatisch auf die unterschiedlichsten Nutzer ein. Gleichzeitig kann die Rückenlehne jeder Bewegung folgen und ermöglicht dadurch größtmögliche Bewegungsfreiheit und eine gesunde Sitzposition.
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In aller Offenheit. Wohnhaus in Slowenien, 2010.
auf. Nach dem Besuch von Volksschule und Gymnasium in Feldkirch studiert sie in Innsbruck Medizin. Nach erfolgreichem Start auf der medizinischen Fakultät liefert sie den Beweis, dass die Äpfel nicht weit vom Stamm fallen und studiert Architektur. O-Ton: „Habe immer gerne in Papas Architekturbüro mitgearbeitet und 1988 das Studium der Architektur an der TU Wien abgeschlossen.“ Das väterliche Unterneh-
Klar, hell, sachlich sind die Räume von Tanja Kogler-Rainer. „Am liebsten entwerfe ich alles selbst, innen wie außen. Gerne würde ich wieder ein Einfamilienhaus bauen und einrichten.“ 76 kontur
men firmiert heute als „atelier rainer + amann ZT-GmbH“. Zu den Referenzbauten gehören z. B. das Rondo Verwaltungsgebäude, Office und Casa Gallmist, die Messehalle 13 in Dornbirn, das Vinomna Center, die Talstation Dorfbahn Brand sowie das Hotel Traube in Braz. Legenden und Ikonen. Seit Jahrhunderten ist die Gastwirtschaft „Zum Wilden Mann“ in Lans eine Legende. Dort sind die Wurzeln von Peter Koglers (60) Mutter. Vater Kogler betreibt einen Holzhandel in Sistrans, den Peters Bruder Josef übernimmt. Peter dagegen entscheidet sich für den Besuch der Malereiklasse an der Kunstgewerbeschule in Innsbruck und jobbt in den Ferien dort, wo Kunst State of the Art ist. Zum Beispiel in der Galerie Krinzinger. Den Youngster faszinieren neben Kunst und Musik die Filme von Fritz Lang und Sergej M. Eisenstein sowie die Utopien der russischen Avantgardisten, insbesondere El Lissitzky. Es sind Ikonen der
In Bewegung. Autostadt Wolfsburg, Digitaldruck, 2008.
Upcycling. Teetischchen von Tanja Kogler-Rainer für Birgit Jürgenssen, 2003, getischlert von Hans Schabus aus Mahagoni-Sperrholzresten seines Bootes „Optimist“.
Es reut mich, etwas wegzuwerfen oder abzureißen. Daher versuche ich, so viel wie möglich zu erhalten.
Alt und neu. Gästehaus Slowenien, 2012.
Moderne, die seine Entwicklung als Künstler prägen sollen. Tanja und Peter lernen einander in der Innsbrucker Szene kennen und gehen 1983 gemeinsam nach Wien. 1984 beginnt Peter Kogler, den Computer als Werkzeug seiner Kunst einzusetzen.
gen Gastspiel in Wien leben, lernen, recherchieren, entdecken und arbeiten Tanja und Peter 1985/86 in New York, 1987/88 in Paris; 1989/90 ist Kalifornien an der Reihe. In Rom sind sie auch noch eine zeitlang. Die Familienplanung kommt nicht zu kurz. 1991 wird Sohn Vincent geboren. Er studiert in den Fußstapfen der Mama Architektur. 1992 steht nicht nur die Hochzeit auf dem Plan, sondern auch die Teilnahme an der Documenta IX in Kassel. 1993 erblickt Sohn Kaspar das Licht der Welt. Er ist Studiosus der Ökonomie. Die Karrieren von Tanja Kogler-Rainer und Peter Kogler entwickeln sich parallel, fallweise gemeinsam, aber in ihren Arbeiten autonom.
Reisen, Arbeiten, Familiengründung. Tempo wie Dimension, wie die beiden weite Horizonte suchen, neue Welten entdecken, sich jahrelang im Ausland mit Projektarbeiten und Stipendien über Wasser halten, sind Parameter von Science-Fiction-Filmen. Nach einem knapp zweijähri-
Das Gemeinsame im Gegensätzlichen. Seit 1999 ist die Skaterbahn auf den Wiener Osramgründen Markenzeichen ihrer Gemeinsamkeit im Gegensätzlichen: die reale architektonische Basis trägt die funktionale Handschrift der Architektin, die durch Anpassung ans Gelände potenzier-
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Außenraum. Gemeinsame Arbeit Peter Kogler und Tanja Kogler-Rainer, Skaterbahn Osramgründe, Wien, 1999.
Kreative Entdecker. Tanja Kogler-Rainer und Peter Kogler.
te Dynamik der schwarzen Linien entwickelt der bildende Künstler. Die Koinzidenz ihrer Stärken zeichnet auch gemeinsame Objekte wie die z. B. mit schwarzen Röhren dynamisierten Glastische aus, deren Oberfläche der Lichteinfall in den Raum projiziert und der Zeit als vierte Dimension entzieht – sie sind zeitlos modern. Die sensible Architektin. Tanja KoglerRainer setzt ihre Bauten sorgsam in die Natur und gestaltet das Interieur der Lebensräume am liebsten selbst. „Vom Gartenzaun über die Möbel bis zur Klobürste.“ Best practice ist das anno 2004 mit dem niederösterreichischen Holzbaupreis ausgezeichnete „Rote Haus“, in dem die Bauherren bis heute glücklich sind. „Die Öffnung der Innenräume zum Außenraum
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sowie die Erweiterung des Raumerlebnisses im freien Spiel von indoor und outdoor hat mich in Kalifornien beeindruckt.“ Während das „Rote Haus“ ein Neubau ist, sind das Wohnhaus (2010) und das Atelier (2012) in Slowenien Umbauten. „Das Bauernhaus war in einem abbruchreifen Zustand. Die Außenmauern sind erhalten, die alten Dachziegel wiederverwendet, der Rosenstock an der Hausecke lebt wie die knorrigen Bäume weiter.“ Im Inneren entstehen Raumhöhen bis unters Dach. Großzügige Öffnungen definieren Raum, Licht, Weite. „Das Land kommt ins Haus herein.“ Nichts stört. „Alle Möbel sind selbst entworfen.“ Nichts ist gewollt. „Der Stil ist klar und einfach.“ Es ist, was es ist. Davon erzählt auch die 2006 umgebaute Schlosserei und Spenglerei von 1867 in
Das rote Haus. Sommerhaus Leopoldsdorf, 2004. Niederösterr. Holzbaupreis.
Fotos: Margherita Spiluttini, Vincent Everarts, Pez Hejduk, Heidi Harsieber
Neue Dimensionen. ING Art Center, Brüssel, 2016
Wien. Sie dient einem Künstler als Lager, Büro, Werkstatt, Atelier. Eine Wohneinheit soll folgen. Typisch für die sensible Architektin sind die Konstanten im Einklang von Raumerlebnis und Funktionalität: Das Gute bleibt, wie es ist. „Ich folge der Verantwortung, das Alte zu erhalten.“ Was besser gemacht werden kann, wird unsentimental so erneuert, dass keine Brüche entstehen. Zwischen Neu und Alt liegen oft 100 und mehr Jahre – und das Neue wie das Alte sind eins. Im Universum der virtuellen Realität. Das Vokabular von Peter Kogler besteht insbesondere aus Ameisen, Ratten, Röhren, Gehirn, Linien. Mittels Projektion und Animation der Motive und ihrem repetitiven Druck auf variable Trägermaterialien wie Papier, Stoff, Vinyl, Netz, Glas, Metall schafft er in realen Räumen, in Eingangshallen, Bahnhöfen, Museen, Zwischengeschoßen wie auf Fassaden, irreale Raumwelten. Diese, seine Welt, ist gleichzeitig
real und irreal: In einem Labyrinth an Linien, das die Wahrnehmung von Decken, Wänden, Boden ausschaltet, hängen reale Bilder und Zeichnungen an einer Wand, die nicht als Wand wahrgenommen wird. Es laufen weiße Ratten über den Boden, den man nicht als solchen realisiert. Der Rechtwinkeligkeit beraubte Netze ersetzen die Außenmauern von Gebäuden, die im Freiraum als Ufo zu schweben scheinen. Patricia De Peuter schreibt im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung „next“ in Brüssel 2016. „The state of his art is the state of the art.“ Er ist einer der ersten bildenden Künstler, der den Computer als Werkzeug für die Entwicklung seiner formalen Autonomie benützt. Er entwickelt die Bildsprache mit neuesten Technologien weiter und vernetzt sie multimedial für die Kreation eines imaginären Universums. In diesem gerät das illusionäre Setting zum Trailer für Peter Koglers realen Traum: Filmarchitektur. Elisabeth Längle
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Ein Treffpunkt für digitale Innovationen
Mit dem Ausbau der alten Postgarage in Dornbirn soll ein zentraler Lern-, Vernetzungsund Entwicklungsraum für die lokale Digital- und Start-up-Szene sowie für Unternehmenspartner geschaffen werden.
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ie Eigentümer des Campus, die Stadt Dornbirn, Prisma und Hypo Vorarlberg, werden in den Ausbau der Postgarage rund drei Millionen Euro investieren. Für Landeshauptmann Markus Wallner ist das Projekt ein weiterer Schritt in Richtung Ausbau der Digitalisierung, auch weil man im Land intensiv daran arbeite, in diesem Bereich österreichweit eine führende Rolle einzunehmen.
den. Damit sind die besten Voraussetzungen vorhanden, den Standort im Herzen von Dornbirn um einen ‚Raum für digitale Innovationen‘ zu erweitern. Die Postgarage war immer schon Netzwerkknoten und Infrastruktur. Die Geschichte geht bis 1902 zurück, als am Standort die Remise für die erste Straßenbahn Vorarlbergs zwischen Dornbirn und Lustenau entstanden ist. In Zukunft gibt es hier eine Plattform für Digitalkultur, Innovation und Kollaboration.“
Bernhard Ölz, Vorstand Prisma Unter nehmensgruppe, unterstreicht dazu: „Der Campus V ist mit über 70 Unternehmen, Bildungs-, Kreativ- und Forschungseinrichtungen sowie dem vielfältigen Infrastruktur- und Dienstleistungsangebot zu einem der wichtigsten Impulsgeber und strategischem Bestandteil des digitalen und kreativen Milieus der Region gewor-
Raum für neue Möglichkeiten. Die bestehenden Backsteinhallen werden bis Herbst 2019 in Kooperation mit den Nona Architektinnen zu einem digitalen Innovationshub und Möglichkeitenraum umgebaut und mit einer Gastronomie erweitert. „Ziel ist es, als Leitprojekt der digitalen Agenda Vorarlberg, für die lokale Digitalund Start-up-Szene sowie Unternehmens-
partner einen zentralen Lern-, Vernetzungs- und Entwicklungsraum zu schaffen“, erläutert Bernhard Ölz. Wesentliche Akteure, wie Startupland, der Verein Plattform für digitale Initiativen und Hagen Management werden neue Themen in der Postgarage vorantreiben. Ein Kooperationsmodell der Partner Wirtschaftskammer Vorarlberg, Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH, Russmedia, der Fachhochschule Vorarlberg und der Prisma Unternehmensgruppe schafft – in Vernetzung mit den Akteuren und Unternehmen aus der Region – völlig neue Möglichkeiten. „Damit können die Chancen der Digitalisierung konkret sichtbar und zugänglich gemacht werden.“
Foto: Klaus Hartinger, Studio Fasching
Netzwerkgedanke im Vordergrund. Russmedia-Geschäftsführer Markus Raith betont, dass Russmedia Initiativen im Land unterstützt, die wiederum die Umfelder von Start-ups fördern. Und er fährt fort: „Der Standort Postgarage ist sehr attraktiv, denn das urbane Umfeld und die Nähe zur Fachhochschule Vorarlberg bilden einen idealen Nährboden für die Ansiedelung von Start-ups. Uns hat auch überzeugt, dass der Netzwerkgedanke im Vordergrund steht und die Initiative offen für alle ist, die ihren Beitrag zur Förderung von Start-ups in Vorarlberg leisten wollen. Wir wollen Vorarlberger Jungunternehmer mit Know-how bei der Gründung unterstützen und medial begleiten. Sie können auch auf unser internationales Netzwerk des Russmedia International Geschäftsbereichs zurückgreifen. Gerade der Zugang zu inter-
national ausgerichteten Venture Capital Fonds unterstützt Start-ups bei der Finanzierung und Internationalisierung ihrer Aktivitäten.“ Bei passenden Ideen investiert das Unternehmen mit Risikokapital in vielversprechende Start-ups auch direkt. Russmedia richtet sich auch damit noch konsequenter auf seine internationale Digitalisierungsstrategie aus und wird in den kommenden fünf Jahren 100 Millionen Euro in europäische Beteiligungen investieren. „Wir beschäftigen in diesem Umfeld 350 Digitalexperten – mit stark wachsender Tendenz. Es benötigt solche Orte der Vernetzung und Zentren für Innovation – ein Innovation Hub –, an denen neue Ideen entwickelt und ausgetauscht werden. Die Räumlichkeiten der Postgarage sind darauf bestens ausgerichtet.“
hochschule, zusätzliche Gastronomie sowie regelmäßige Veranstaltungen und ein Vereinslokal mit Maker-Space schaffen ein kleines Ökosystem und erweitern qualitativ hochwertig das bestehende Angebot. „Mit der Postgarage wurde nach dem Digitalen Campus und der Digital Factory ein weiteres Leuchtturmprojekt aus der Digitalen Agenda Vorarlberg umgesetzt“, so Karlheinz Rüdisser.
Entwicklung von digitaler Innovation. Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser führt dazu aus: „‚Durchs Reden kommen die Leute zusammen‘, so lautet ein bekanntes Sprichwort. In der alten bzw. neuen Postgarage soll im übertragenen Sinn genau das passieren. Wir schaffen einen Freiraum, an dem renommierte Unternehmen, Start-ups, Institutionen und Initiativen zusammentreffen und sich austauschen, vernetzen, gemeinsam Projekte und Lösungen erarbeiten. Ziel ist die Entwicklung marktfähiger digitaler Innovationen, die neue Werte schaffen und dadurch unmittelbar zur Standortsicherung beitragen.“ Das in mehrere Bereiche aufgeteilte Areal ist jedoch mehr als ein Arbeitsbereich. Die Einbindung am Campus V nahe der Fach-
Impuls von strategischer Bedeutung. Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Hans-Peter Metzler, „werden sich in der Postgarage, Vorarlbergs erstem Raum für digitale Innovation, ab Sommer heimische Unternehmen mit der Start-up-Szene vernetzen und Innovationen und Know-how bündeln. Als Teil eines starken Entwicklungs-Ökosystems mit überregionaler Strahlkraft befindet sich die Postgarage in unmittelbarer Nähe zu Ein-
Die Chancen der Digitalisierung können nun konkret sichtbar und zugänglich gemacht werden.
Es benötigt solche Orte der Vernetzung und Zentren für Innovation, an denen neue Ideen entwickelt werden.
Mit der Postgarage wurde ein weiteres Leuchtturmprojekt aus der Digitalen Agenda Vorarlberg umgesetzt.
BERNHARD ÖLZ PRISMA
MARKUS RAITH RUSSMEDIA
KARLHEINZ RÜDISSER LAND VORARLBERG
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Dies alles seien optimale Voraussetzungen für ein gemeinsames Voranschreiten und die Umsetzung von Synergien. Denn eine hohe Innovationsdynamik und Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung seien in der schnelllebigen Welt von heute unverzichtbar. „Auch darum sehen wir dieses Projekt als Impuls von strategischer Bedeutung für die Weiterentwick-
Zentraler Arbeitsort und Treffpunkt. Jimmy Heinzl, Geschäftsführer Wisto, wiederum meint: „Um als Region auch in Zukunft attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es von essenzieller Wichtigkeit, die Chancen und Potenziale der Digitalisierung optimal zu nutzen. Mit der Postgarage wird der Campus V als wichtiger Impulsgeber für Wirtschaft, Wissen und Kreativität um einen Raum für digitale Innovation und Start-ups bereichert. Wir unterstützen die Postgarage, weil wir sowohl als regionale Wirtschaftsgesellschaft als auch als zentrale Koordinationsstelle der Leitinitiative Digitalisierung ‚v-digital‘ großes Interesse daran haben, den Standort in Sachen Digitalisierung und Innovation weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, der Digital- und Start-upSzene sowie Unternehmenspartnern einen zentralen Arbeitsort und Treffpunkt zu bieten und wertvolle Impulse zu schaffen, um marktfähige digitale Innovationen zu entwickeln und damit die Standortqualität zu forcieren. Wir sind überzeugt, dass die Postgarage einen wertvollen Beitrag dazu leisten wird.“
Synergien noch besser nutzen. Mag. Stefan Fitz-Rankl, der Geschäftsführer Fachhochschule Vorarlberg (FH), sieht das neue Projekt so: „Die FH Vorarlberg ist die führende Einrichtung für Studium und Forschung in Vorarlberg. In beiden Bereichen arbeitet die Hochschule sehr eng mit regionalen und internationalen Unternehmen und Einrichtungen zusammen. Darüber hinaus ist die FH Vorarlberg mit mehr als 170 Veranstaltungen pro Jahr und einer hervorragend ausgestatteten Bibliothek der Wissenspool Vorarlbergs. Der Campus V steht genau für diese Konzentration von Know-how und der aktiven Ver knüpfung von Hochschulausbildung, Forschung und Wirtschaft. Die FH Vorarlberg, als die Hochschule Vorarlbergs, leistet dabei mit ihrem großen Innovationspotenzial einen ganz wesentlichen Beitrag.“ Aktuelles Beispiel dafür ist die „Digital Factory Vorarlberg“ – ein Forschungszentrum und Versuchslabor – welches Unternehmen bei der digitalen Transformation und der Einführung, Umsetzung oder Weiterentwicklung digitaler Strategien kompetent und flexibel unterstützt. „Wir sind überzeugt, dass im Campus V inhaltliche und infrastrukturelle Synergien noch intensiver genutzt werden.“ Ernest F. Enzelsberger
Start-ups steht mit der Initiative Startupland in der Postgarage eine erste zentrale Anlaufstelle zur Verfügung.
Unser Ziel ist es, einen Arbeitsort und Treffpunkt zu bieten und wertvolle Impulse zu schaffen.
Der Campus V steht für die aktive Verknüpfung von Hochschulausbildung, Forschung und Wirtschaft.
HANS-PETER METZLER WK VORARLBERG
JIMMY HEINZL WISTO
STEFAN FITZ-RANKL FH VORARLBERG
richtungen wie dem Campus V, der Fachhochschule Vorarlberg, dem Forschungszentrum V-Research und dem designforum Vorarlberg. Allen Vorarlberger Startups steht mit der Initiative Startupland in der Postgarage zudem eine erste zentrale Anlaufstelle zur Verfügung. Hier wird bestmögliche Unterstützung durch Networking Events, Coaching und Betreuung angeboten.“
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lung unseres Wirtschaftsstandortes“, erläutert Hans-Peter Metzler.
Foto: Studio Fasching, Walser Image, Marc Rogenmoser
Hohe Innovationsdynamik und Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung sind in der schnelllebigen Welt von heute unverzichtbar. Das Projekt ist daher als Impuls von strategischer Bedeutung für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Vorarlberg.
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Freizeitspaß inmitten der Natur Das Golm Silvretta Lünersee-Tourismusgebiet hat sich schon lange als einer der vielseitigsten Anbieter von Freizeitaktivitäten in der Region etabliert. In den drei Destinationen gibt es nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer sehr viel zu entdecken. Die Möglichkeiten reichen vom aufregenden Kletterspaß im Waldseilpark am Golm bis hin zu einem gemütlichen Fischerausflug auf den Lünersee.
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ie Tourismusanlagen der illwerke vkw sind ursprünglich durch den Bau der Kraftwerke in den 30er- bis 60er-Jahren entstanden. „Für die Beförderung der Güter wurde damals eine Infrastruktur mit Schrägauf zügen, Seilbahnen und Straßen erbaut, die ab den 50ern Stück für Stück touristisch adaptiert und erweitert wurde“, erklärt Markus Burtscher, Geschäftsführer der Golm Silvretta Lünersee Tourismus GmbH. Der Bewegungsberg im Montafon. Der Golm zeichnet sich besonders durch die vielen verschiedenen Ausflugs- und Freizeitmöglichkeiten für Familien aus. Vor allem die Attraktionen Waldseilpark, FlyingFox, Alpine-Coaster und der neu errichtete Waldrutschenpark sind sehr beliebt und bringen Abwechslung in die Freizeitplanung. „Unser Waldseilpark ist der größte Hochseilgarten Vorarlbergs und bietet verschiedene Schwierigkeitsstufen. Das macht sowohl den Familienausflug mit kleinen Kindern als auch das Teambuildingevent mit den Arbeitskollegen zu einem unvergesslichen Erlebnis“, versichert
der Geschäftsführer. „Viele Angebote am Golm sind miteinander verbunden, man kann dort problemlos zwei ganze Tage verbringen, ohne dass eine Spur von Langeweile aufkommt“, so Burtscher weiter. Im vergangenen Jahr nahmen 230.000 Be-
Kindern den Spaß in der Natur wieder näherzubringen, liegt uns sehr am Herzen. MARKUS BURTSCHER, GOLM SILVRETTA LÜNERSEE TOURISMUS GMBH
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sucher das Sommerfreizeitangebot in Anspruch und in den Wintermonaten besuchten 300.000 Gäste den Bewegungsberg. Bis ins Jahr 2030 wird mit einem ausgeglichenen Verhältnis gerechnet. Sportliches Freizeitprogramm. Auch die Silvretta-Bielerhöhe hat im Sommer jede Menge zu bieten. Das schöne Bergpanorama, welches man auf dem Silvrettarundweg bestaunen kann, lädt zum Wandern und Verweilen ein. Die Silvretta-Hochalpenstraße ist für Fahrradfahrer und Mountainbiker ein beliebtes Ausflugsziel, aber auch mit dem Auto und Motorrad ist die Route ein Erlebnis. Der Silvrettasee und der Kopssee gelten zudem als Fischereldorado für hochalpine Angelfans. „Durch die Attraktivierung der Bielerhöhe wird dieses Gebiet in Zukunft ebenfalls noch weiter ausgebaut“, sagt Burtscher. Vom interaktiven Energiespielplatz, wo Kinder spielerisch die Wasserkraft erforschen können, bis hin zum neuen Staumauerkletterparcours, der schon im Sommer 2019
Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ist die Golm Silvretta Lünersee Tourismus GmbH die erste klimaneutrale Tourismusdestination in Österreich. Ziel des illwerke vkw-Tochterunternehmens ist es, durch regionale Wertschöpfung und einen ressourcenschonenden Einsatz von Energie den eigenen CO2-Fußabdruck möglichst klein zu halten. eröffnet wird, gibt es auf der Silvretta-Bielerhöhe bald jede Menge Neues zu entdecken. Die dritte Destination, der Lünersee, ist der perfekte Ort zum Wandern, Klettern und Fischen. Dank der ebenen Wanderwege am Ufer des Lünersees entlang ist das Gebiet nicht nur bei Familien, sondern auch bei Senioren sehr beliebt. Die einzigartige Natur, die frische Bergluft und ein atemberaubendes Alpenpanorama machen den Besuch am Lünersee zu einem einmaligen Erlebnis. Sabrina Galehr
Fotos: www.christophschoech.com, Alexander Ess
Forschergeist. Auf den Erlebnispfaden erfährt man mehr über den Kreislauf der Natur.
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Der glorreiche Siebte Der Bezirk Neubau zählt zu den hippsten „Grätzeln“ in Wien. Wer dort lebt, will nicht mehr weg. Bewohner aus anderen Gemeindebezirken staunen manchmal über das, was in „Boboville“, wie die Gegend oft genannt wird, vor sich geht ...
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„New“-Design. Wiener Küche im Glacis Beisl.
I
m Planquadrat zwischen Mariahilfer Straße („Mahü“), Gürtel, Lerchenfelder Straße und Museumsquartier stehen Fahrrad-Parkplätze, Fledermausnistkästen, gleichgeschlechtliche Ampelmännchen und Baumpflanzungen auf der politischen Agenda. Dieser lebenswerte Umstand ist der Bevölkerungszusammensetzung geschuldet: Rund 31.300 Menschen leben in Neubau, das Durchschnittsalter ist rund 40 Jahre, das Einkommensniveau ist gehoben. Der Anteil an jungen Kreativen, Akademikern, Hipstern und Studenten ist hoch. Man wählt grün, schleckt sein veganes Eis auf den Treppen der Barockkirche St. Ulrich und kauft das Bio-Baumwoll-Leiberl bei einer Jung-Designerin von der Angewandten. Die Welt ist schön, hier in Neubau. Erkannt hat diese hohe Lebensqualität auch die Prominenz: Nicht nur Ex-Bundeskanzler, sondern auch namhafte Schauspieler, Wirtschaftstreibende und Künstler residieren hier. Doch zurück zum Bio-Leiberl: Diese hippe Lebensweise brachte dem 7. den Namen „Boboville“ ein, was so viel heißt wie „Bourgeois Bohemien“, also Materialismus und Idealismus, Reichtum und Understatement, Ideenreichtum und nicht-konformistisches Verhalten. Gegensätze, die sich hier im „Grätzel“ vereinbaren lassen. Ein Dorf in der Großstadt. Und so ist der drittkleinste Bezirk Wiens eine eigene Wohlfühloase, ein Dorf in der Großstadt, welches die Bewohner eigentlich nicht mehr verlassen müssen: Hier gibt es alles – von der Apotheke bis zum Zebramangusten-HanfRock. Alles ist kleinstrukturiert und in den verschiedenen Gassen gibt es unzählige Geschäfte. Wenn ausgefallene Geschäftsideen in Wien funktionieren, dann in der österreichischen Version des
Fotos: Dachboden/Stephan Lemke, Christian Stemper
Flair. Früher waren im MQ die Hofstallungen.
Prenzlauer Bergs: Designerjacken aus alten Armeedecken, Kugellautsprecher aus feinstem Augarten-Porzellan oder Brot mit Karamellkruste – die Bewohner und Besucher haben die Kaufkraft, Experimentierfreude und den Unternehmergeist, Neues anzubieten und auszuprobieren. Der Bezirk hat sich in den letzten Jahren quasi zum Trendbiotop der Hauptstadt gemausert. Das zeigt sich mittlerweile auch an den saftigen Miet- und Wohneigentumspreisen, die in den letzten Jahren explosionsartig nach oben geschossen sind. Zukünftige „Bobos“ müssen also noch einen Tick mehr „bourgeois“, sprich wohlhabend sein, denn rebellisch oder künstlerisch, um sich eine Bleibe in dem 160 Hektar großen Bezirk leisten zu können. Küss den Pfennig. So trendig und aufgeräumt war es „am“ Neubau, wie es echt wienerisch heißen muss, jedoch nicht immer. Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert war die heute so beliebte Wohngegend um den Spittelberg ein Rotlichtviertel. Wiens berühmteste Dirne Josefine „Pepi“ Mutzenbacher soll hier gearbeitet haben. Apropos „am“ Neubau. Interessant ist auch der Umstand, dass von den 1552 Gebäuden im Bezirk nur 376 nach 1945 erbaut wurden – Neubau ist also gar nicht so „neu“. Viele Häuschen und imposante Bauten sind denkmalgeschützt wie das Volkstheater, die Stiftskaserne – hinter den Mauern verbirgt sich ein Gefechtsturm, der gemeinsam mit dem Leitturm im Esterhazypark ein Flakturmpaar bildet – oder auch einige Mietshäuser wie das „Zum Dattelbaum“ in der Burggasse, das Haus „Zum schwarzen Elefanten“ in der Gutenberggasse oder das Wohnhaus „Zum Küss den Pfennig“ in der Kirchberggasse.
Im Siebten stehen Fledermausnistkästen und lesbische Ampelmännchen auf der politischen Agenda. kontur 91
Kunstvoll. Antike Tafeln gibt’s bei Ireneaus Kraus.
Kulturareal. Das MQ ist der In-Treff im Sommer. Street Art. Fester Bestandteil des „Grätzels“.
Einen Abstecher wert sind auch die vielen Häuser mit Durchgängen und Innenhöfen, beispielsweise der Adlerhof zwischen Burg- und Siebensterngasse oder der „freiwillige Durchgang“ zwischen Lerchenfelder Straße und Neustiftgasse. Stadtansichten. Eine der schönsten Locations ist der Platz um die barocke Kirche St. Ulrich. Der Blick auf den pittoresk anmutenden, Putz abbröckelnden Glockenturm mit seiner ausladenden Steintreppe versprüht im Sommer ein unnachahmliches südliches Flair. Kein Wunder, dass der Platz die Kulisse für verschiedene Filme bildet und sich zahlreiche Szenelokale mit guter Küche wie das Ulrich und Erich angesiedelt haben, die vor allem im Sommer, wenn man draußen sitzen kann, einen Besuch wert sind. Vom Ulrichsplatz ist es nur ein Katzensprung in die Kirchengasse. Historisch bedeutend ist die Gegend, weil an der Ecke zur Kellermanngasse bei der zweiten TürkenBiscuitporzellan. Renate Hattingers possierliches Gürteltier ist Dekoobjekt und Dose in einem.
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belagerung 1683 an dieser Stelle das Zelt von Kara Mustapha stand. Schlendert man die Kirchengasse hoch Richtung Mahü, reihen sich viele kleine Lokale an gemütliche Cafés und trendige Stores. Zahlreiche österreichische (Jung-)Designer wie Lisi Lang, Ferrari Zöchling oder Ulrike Kogelmüller haben hier ihre Geschäfte. Frisch geröstete Kaffeesorten aus verschiedensten Ursprungsländern finden sich im Café Comet oder in der J.-Hornig-Kaffeebar. Auf die Ohren gibt es was bei Mo Sound: Hier stehen die runden Porzellanlautsprecher oder kunstvolle Papierlampen. Spraydosen und Graffitizubehör sowie Comics sind in der Bilderbox zu erwerben. Und ja, der 7. Bezirk
ist so hipp, dass es hier legale „Bildflächen“ gibt, auf denen sich Graffitikünstler in ihrem Können überbieten. Eine solche Wand befindet sich in der Siebensterngasse, der Zieglergasse sowie im KarlFarkas-Park. Die kunstvollen Bilder finden sich später auf Instagram und Pinterest wieder. Sehenswert ist auch der Piratengarten, ein Urban Gardening Projekt, das Tomate, Kürbis, Thymian und Co. in die Großstadt holt – im Sommer bietet er blühende Inspiration für den eigenen Balkon. Funk Optik ist dagegen ein erfolgreicher Ableger aus Berlin. Designer-Brillen sind in Neubau derzeit schwer angesagt: mehrere Geschäfte dieses Genres haben sich am Neubau niedergelassen.Wer weiter Richtung Ring flaniert, kommt zum Museumsquartier mit seinen Cafés und Restaurants wie dem Glacis Beisl, das im Sommer mit einem der schönsten Schanigärten der Stadt und traditioneller Küche aufwartet. Doch egal ob Neubau-, Siebenstern oder Burggasse & Co. – in vielen Ecken gibt es etwas zu entdecken, ob nun historisch, genusstechnisch oder kulturell. Die Bewohner von Neubau sind stolz, ein Teil der Community zu sein. Einmal Neubau, immer Neubau!
Dachboden im 25 Hours. Neben dem stylishen Interieur wie Medizinball und Oma-Lehnstuhl, Feierabend-Drinks und DJs punktet die Location mit ihrer Dachterrasse, die einen grandiosen Blick auf den ersten Bezirk bietet. Lerchenfelder Str. 1–3 Galerie WestLicht. Der Schauplatz für Fotografie zählt mit seinen abwechslungsreichen Ausstellungen und seinem Kameramuseum zu den coolsten Galerien der Stadt. Ein Highlight ist die jährliche World-Press-Ausstellung, die die besten Pressefotografien des Jahres zeigt. Westbahnstraße 40 Bellaria Kino. Das altehrwürdige Ein-Saal-Kino lockt neben seinem Retro-Charme vor allem mit seiner außergewöhnlichen Filmauswahl: Neben (schwarz-weiß) Klassikern stehen IndependentFilme und Art House-Streifen auf dem Spielplan, die es so schnell
in keinem anderen Kino zu sehen gibt. Auf blauen Samtsesseln platziert, fühlt man sich schon allein durch das Ambiente einige Jahre zurückversetzt. Museumstraße 3 Antico – Kuriositätenkabinett. Im Antiquitätengeschäft von Jürgen Adhofer lassen sich wahre Schätze finden. Vom imposant funkelnden Korblüster von Lobmeyer, der zuvor in einem gräflichen Schloss in der Steiermark hing, über das sakrale Taufbecken bis hin zu einer Lottomaschine, lässt sich hier viel Außergewöhnliches und Kurioses entdecken. Burggasse 63 Kinderbuch-Antiquariat Christian Haas. Im Wunderland der Buchstaben – was einst mit einem Hobby und der Leidenschaft für Kinderbücher begann, entwickelte sich zu Österreichs einzigem Kinderbuchantiquariat. Über 40.000 Titel und Raritäten aus den letzten 100 Jahren, aber auch zukünftige Klassiker finden sich hier. Das Herz des Geschäfts ist der Inhaber selbst, der nicht nur ein wandelndes Lexikon der deutschsprachigen Kinderbuchliteratur ist, sondern mit seiner Begeisterung für das Genre regelrecht ansteckend wirkt. Ein Ort nicht nur für Bibliophile, sondern für alle Großen und Kleinen, die Kinderbücher im Topzustand aus den verschiedensten Jahrzehnten suchen. Halbgasse 28
Aussicht. Der Dachboden bietet einen grandiosen Blick über Wien.
Fotos: Christoph Resinger, Christian Stemper, Daniela Beranek, Jolly Schwarz, Dachboden/Stephan Lemke
Mittendrin in „Boboville“: Diese Hotspots im 7. Bezirk sind einen Besuch wert.
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Lila. Kleider mit kreativen Drucken wie Pandas und Einhörnern, Oversize-Mäntel und kunstvoll zusammengehaltene Kleider sind das Markenzeichen der Wiener Mode-Designerin Lisi Lang. Von der Angewandten abgelehnt, brachte sich die Steirerin mit Ausdauer, den richtigen Kontakten und ein paar Gin Tonics das Modebusiness selber bei. Kirchengasse 7 und Westbahnstraße 3 Café Comet – Rösterei Fürth Kaffee. 2012 gründete der ehemalige Regisseur und Kameramann Charles Fürth ein Café in der Kirchengasse. Mittlerweile wurde der Shop von Helmut Haller übernommen und in Café Comet umbenannt. Die Rösterei befindet sich aber noch in den Händen von Charles Fürth. Der Schwerpunkt liegt auf selbst gerösteten, hochwertigen Kaffeespezialitäten, verschiedenen Origin-Sorten sowie den Hausmischungen „Treibstoff“ und „Kraftstoff“. Neben der Qualität legt Charles Fürth auf einen fairen und nachhaltigen Bezug der braunen Bohne wert. Kirchengasse 44 Keramik Hattinger. Menschliche Gehirnhälften, possierliche Gürteltiere oder geheimnisvolle Drachen – die Objekte der Porzellan-
Voilà. Sous Bois oder die Welt des Papiers.
Genuss. Café Comet röstet eigenen Kaffee.
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Designerin verblüffen durch ihr realitätsnahes Aussehen. In ihrer Funktion als Schmuckstück oder Behältnis werden sie am Ende zu einer einzigartigen Kombination aus Gebrauchs- und Designobjekt. Inspiration findet Renate Hattinger auf ihren Reisen, z. B. eine Reminiszenz an die Brunnenfiguren und Wasserspeier der Stadt Kopenhagen oder die Erinnerung an das exotische Zusammentreffen mit einem lebenden Gürteltier in Florida. Burggasse 34 Irenaeus Kraus. Hier werden antike Schulwandbilder, Lehrtafeln, Landkarten und Tafeln aus den Jahren 1870–1970 zu coolen Designobjekten. Seit zehn Jahren sammelt Christoph Resinger die Karten überall auf der Welt zusammen. Über 4000 Stück sind derzeit im Geschäft zu finden. Der Name des Geschäfts ist eine Art Kunstschöpfung aus dem Mädchennamen seiner Mutter und dem Vornamen, den sie ihm ursprünglich geben wollte. Doch nicht nur der Name ist weltweit einzigartig, auch das Geschäft ist quasi eine „Nische in der Nische“ und absolut sehenswert. Burggasse 28–32 Sous Bois. Bei „unter Holz“ dreht sich alles um den Rohstoff – und zwar in hochwertiger Papierform. Das Sortiment ist geschmackvoll und reicht von Scheren über Kalender bis hin zu Notizheften aus den Design-Hochburgen Japan, Frankreich und Skandinavien. Zudem bietet Inhaberin Chloé Thomas Workshops zum Thema Buchbinden und Kalligraphie an. Neustiftgasse 33 Christiane Schöhl von Norman
Fein. Im Ulrich ist der „Flat Ulrich“ ein Hit.
Fotos: C.Thomas, Manuela Larisegger, Christof Wagner
Schulwandbilder aus dem 19. Jahrhundert, Gürteltiere und Drachen aus Porzellan, Kleider mit Einhörnern oder echt wienerische Flammkuchen – im 7. Bezirk warten zahlreiche Highlights. „Am“ Neubau ist das Trendbiotop der Stadt.
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Eine Ikone in einer Welt voller Icons. Der neue 911. Porsche Zentrum Vorarlberg – Rudi Lins Bundesstraße 4 6700 Bludenz Dominik Fröhle 05552 621 85-30 www.autohaus-lins.at
Porsche Service Zentrum Dornbirn Schwefel 77 6850 Dornbirn Jürgen Schatz 05572 25310-2400 www.porschedornbirn.at
911 Carrera 4S – Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 206 g/km. Stand 01/2019. Die angegebenen Werte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 (in der jeweils gültigen Fassung) im Rahmen der Typengenehmigung des Fahrzeugs auf Basis des neuen WLTP-Prüfverfahrens ermittelt.
Von der Architektur der Träume Fortschreitende Digitalisierung, verändertes Anspruchsverhalten, wirtschaftliche Umstände – die altehrwürdige Luxusuhrenindustrie sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber. Bei IWC geht CEO Christoph Grainger-Herr das Ganze pragmatisch an. Eine Marke sollte sich treu bleiben und gleichzeitig alles daran setzen, im digitalen Strom ganz vorne mitzuschwimmen. Ein Drahtseilakt. Christoph Grainger-Herr über die Kunst, eine Marke zu bewahren und im selben Augenblick neu zu erfinden. Wie wichtig sind die sozialen Medien für die Marke IWC? IWC ist eine 150-jährige Erfolgsgeschichte. Wir haben es stets verstanden, unsere ereignisreiche Geschichte mit modernen Elemen-
Vielseitig. Seit 2017 ist Christoph Grainger-Herr CEO.
ten aufzuladen und der Marke einen frischen Anstrich zu geben. Wir stellen zeitlose Luxusprodukte her, die für die Ewigkeit gemacht sind. Was sich mit der Digitalisierung verändert, ist die Art und Weise, wie wir Produkte entwickeln, herstellen, verkaufen und bewerben. IWC war eine der ersten Luxusuhrenmarken, die aktiv soziale Medien in der Kommunikation mit den Kunden genutzt hat. Instagram z. B. hat uns bei vielen potenziellen Kunden bekannt gemacht und direkt oder indirekt zu Verkäufen geführt. So habe ich etwa letztes Jahr den Prototypen einer Big Pilot’s Watch auf meinem InstagramAccount veröffentlicht. Im Anschluss daran konnten wir eine limitierte Auflage von 100 Exemplaren direkt über Instagram verkaufen, bevor die Uhren überhaupt produziert waren. Das gibt einen Vorgeschmack darauf, was sich im Bereich „Social Selling“ noch alles tun wird.
Fotos: IWC
Welche Rolle spielen Influencer? Man darf sie nicht unterschätzen, aber auch nicht überschätzen. Wichtig ist der richtige Mix. Deshalb arbeiten wir einerseits mit globalen Influencern zusammen, die Millionen von Followern haben. Andererseits kooperieren wir auch mit Influencern, die eine kleinere Reichweite haben und eher lokal ausgerichtet sind. Wenn wir mit jemandem zusammenarbeiten – egal, ob Influencer,
Wir haben eine limitierte Auflage von 100 Uhren über Instagram verkauft, bevor sie produziert waren. kontur 97
Fotos: IWC
Modern. Letztes Jahr wurde das neue Manufakturzentrum in Schaffhausen eröffnet. Architekt und CEO Grainger-Herr hat es persönlich mitgestaltet.
Partner oder Markenbotschafter – achten wir darauf, dass die Person oder das Unternehmen zu unseren Kernwerten passt. Wofür steht die Marke? Präzises Engineering kombiniert mit zeitlosem Design? Genau. Diese DNA von IWC geht zurück auf unseren Gründer Floren tine Ariosto Jones. Er kam im Jahr 1868 von Boston nach Schaffhausen. Seine visionäre unternehmerische Idee bestand darin, die Handwerkskunst der Schweizer Uhrmacher mit modernen amerikanischen Fertigungsmethoden zu verbinden. Während Uhren damals noch größtenteils in der französischsprachigen Schweiz in Heimarbeit hergestellt wurden, etablierte Jones in Schaffhausen ein für jene Zeit revolutionäres Linienfertigungskonzept mit einem relativ starken Industrialisierungsgrad. Diesem Engineering-Ansatz sind wir treu geblieben und haben es verstanden, ihn mit einem zeitlosen Design zu kombinieren. Starker Franken und schwierige asiatische Märkte bestimmten u. a. die vergangenen Jahre. Sehen Sie eine Trendumkehr? Da wir ein Teil des RichemontKonzerns sind, darf ich Ihnen keine genauen Zahlen nennen. Ich kann aber sagen,
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„Ein emotionales Luxusprodukt auf dem höchsten Level, wie wir es herstellen, verdient nichts anderes als das beste Kundenerlebnis“, so Grainger-Herr. dass wir wachsen und optimistisch in die Zukunft blicken. Wir haben in den Schlüsselmärkten eine sehr gute lokale Kundschaft. Das hilft uns auch, die mitunter starken Fluktuationen in den weltweiten Touristenströmen auszugleichen. Richemont hat in die Übernahme der E-Commerce-Plattformen Yoox/Neta-Porter sowie Watchfinder investiert. Welche Möglichkeiten eröffnen sich für IWC? Kunden sollen ihre Uhr kaufen können, wo und wann sie das möchten. Wir haben deshalb schon früh Erfahrungen gesammelt mit E-Commerce. Wir waren die erste Luxusuhrenmarke, die ihre Produkte auf den Plattformen Mr. Porter und Net-a-Porter angeboten hat. Seit 2017 bieten wir auch E-Commerce auf IWC.com an. Für uns ist der Online-Kanal eine natürliche und logische Erweiterung unseres Kundenservices, eine notwendige Ergänzung zu unseren bestehenden Distributionskanälen wie IWC-Boutiquen und Konzessionären.
Sehen die Juweliere und Konzessionäre die verstärkten E-CommerceBemühungen als Konkurrenz oder als Ergänzung? Es liegt mir fern, dem potenziellen Kunden einen bestimmten Kanal vorzuschreiben. Heute geht es um ein essenzielles Serviceangebot. Wir wissen, dass manche Kunden bis zum Kaufentscheid zahlreiche Kontaktpunkte mit der Marke aufsuchen. Ob der finale Click dann am Handy kurz vor dem Start des Fliegers oder nach einem vierstündigen Beratungsgespräch beim Fachhändler erfolgt, spielt für uns keine Rolle. Als Marke möchten wir unseren Kunden das volle Angebot an Distributionskanälen anbieten. Davon profitiert wiederum jeder Kanal für sich alleine: durch eine noch höhere Bekanntheit und Reichweite der Marke IWC. Internetplattformen, auf denen gebrauchte Luxusuhren gekauft und verkauft werden, haben an Popularität gewonnen. Wie sehen Sie diesen Markt?
Ein wahrer Klassiker Der Begriff Chronograph stammt aus einer früheren Anwendung, bei der sich das Zifferblatt drehte und ein Schreiber, der darauf aufsaß, die gemessene Zeit als größere oder kleinere Striche notierte. Inzwischen bezeichnet er Uhren mit einer zusätzlichen Stoppfunktion wie den Portugieser Chronograph, der Sportlichkeit mit Eleganz verbindet.
Prominent. Markenbotschafter Bradley Cooper.
Ich denke, dass wir in diesem Markt aktiv sein sollten. Denn wir möchten sicherstellen, dass der Kunde beim Kauf oder Verkauf einer IWC über den ganzen Lebenszyklus der Uhr immer eine konsistente Erfahrung macht. Das bedeutet auch, dass wir uns als Hersteller nicht nur auf den ersten Verkauf fokussieren sollten. Sie sind auch Architekt und haben aktuell das neue Manufakturzentrum von IWC mitgestaltet. Gibt es Gemeinsamkeiten, wenn man den Bau eines Hauses mit dem einer Uhr vergleicht? Wir stellen ein emotionales Luxusprodukt von zeitloser Schönheit her. Unsere Industrie ist sehr stark von der Ästhetik getrieben. Wir verkaufen nicht einfach ein Produkt, sondern in der Regel auch einen Traum. Unsere Fliegeruhren etwa stehen seit über 80 Jahren für den Traum vom Fliegen. Beim Bauen dieser Träume hilft mir meine Ausbildung als Architekt. Das Denken in ästhetischen Dimensionen und
Kategorien unterstützt mich im Bestreben, die Marke IWC über alle Kontaktpunkte einheitlich zu gestalten und zu führen. Was unterscheidet in punkto Uhrenkauf die „Millennials“ von den vorhergehenden Generationen? Heute ist alles viel transparenter. Millennials sind hervorragend informiert. Wir müssen auf allen Kanälen mit relevanten und hochwertigen Inhalten präsent sein und unser Versprechen in punkto Qualität und Service einlösen. In einer Industrie, die sich auf die Kreation von hochwertigen Uhren zeitloser Schönheit fokussiert, dürfen wir die Balance zwischen Bewahren und Neu-Erfinden nicht aus den Augen verlieren. Gerade Millennials erwarten mehr als nach hinten gerichtete Kerzenschein-Nostalgie. Wir müssen Maßstäbe setzen in den Bereichen Kundenservice, Distribution und Kommunikation. Ein emotionales Luxusprodukt auf dem höchsten Level verdient nichts anderes als das beste Kundenerlebnis. Christiane Schöhl von Norman
Die Portugieser Chronograph ist seit 1998 das begehrteste Modell der IWC Portugieser-Familie. RUDI PRÄG, JUWELEN-UHRENOPTIK PRÄG DORNBIRN
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Von wegen übrig Vor 100 Jahren entschieden sich 82 Prozent bei einer Volksabstimmung für einen Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz. Doch daraus wurde nichts. Aber der „Kanton Übrig“ ist den Schweizern längst nicht so übrig, wie es damals den Anschein hatte.
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n Wien kennt man unser Land doch gar nicht. Höchstens, wenn man es zum Zahlen braucht! Hört man sich in der Bevölkerung um oder nimmt man an Stammtischen Platz, ist dieser Tenor allgegenwärtig. Diese beiden Sätze stammen jedoch aus dem Jahr 1919, als der Lustenauer Lehrer Ferdinand Riedmann die Vorarlberger Bevökerung für einen Anschluss an die Schweiz mobilisierte. Hunger, Not und „Heldentod“. „In der neutralen Schweiz herrscht zu dieser Zeit Ordnung und Demokratie“, erklärt Historiker Meinrad Pichler. Der 71-jährige Bregenzer schrieb gemeinsam mit Werner Dreier, Geschäftsführer erinnern.at, das Buch mit dem Titel „Vergebliches Werben – Misslungene Vorarlberger Anschlussversuche an die Schweiz und an Schwaben (1918–1920)“. „Hör uns Helvetia / Söhne so nah / Hilf uns befrein!“ Die Propaganda-Parolen von Ferdinand Riedmann fielen auf fruchtbaren Boden. Zumal es für die Hunger leidende Bevölkerung ums nackte Überleben ging. Liebe geht durch den Magen. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Habsburgermonarchie in Trümmern. Kaiser Franz Joseph I. war tot, der Krieg verloren, der Nachfolger Franz Ferdinand ermordet. 5000 Vorarlberger starben an den Fronten. Für Lebensmittel musste man Schlange stehen. Mehl – pro Woche gab es 250 Gramm – aber auch Brot, Kartoffeln, Milch und Fett waren rationiert und Mangelware. Und die Sehnsucht nach einem stabilen Staat, in dem es genug zu essen gab, war riesig. Zumal für die notleidende Bevölkerung auf der anderen Seite des Rheins der pure Luxus greifbar nah war. Weißbrot, Schüblinge, Schokolade und Rauchwaren konnten frei gekauft werden. Und die Lebensmittel-Hilfslieferungen der Eidgenossen schürten dieses Verlangen noch zusätzlich.
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Ferdinand Riedmann. Lehrer aus Lustenau.
Wir sind vom gleichen Blut – schützen der Freiheit Gut. „Diese Zeilen schrieb der Anschluss-Propagandist Ferdinand Riedmann, ein Lehrer aus dem Dorf Lustenau, zum Schweizer Nationalfeiertag“, weiß Pichler. Die Fakten dahinter sind nicht von der Hand zu weisen. Hohe Berge bildeten eine natürliche Grenze und trennten das kleine Vorarlberg von Restösterreich ab. Auch die Sprache schweißt die Vorarlberger mit den Schweizern zusammen. „Der alemannische Dialekt klingt schließlich ähnlich wie ,Schwyzerdütsch‘.“ Und was Pichler sagt, ist jedem Vorarlberger nur allzu vertraut. Werden sie vom bayrisch-österreichisch sprechenden Rest noch heute der Schweiz zugeordnet. Die treulosen Tomaten. Pardon, Paradeiser natürlich! Die Auftaktveranstaltung der Anschlussbewegung fand am 22. November 1918 im Kronensaal in Lustenau statt. Ferdinand Riedmanns Beweggründe lauteten: Vorarlberg sei als eigene Republik zu klein und ein Anschluss an Deutsch-Österreich oder an Deutschland sei nicht zu empfehlen. „Wien kennt die Vorarlberger nicht, und wir wollen nichts von den Wienern wissen.“ Da blieb der Anschluss an die Schweiz der einzig richtige Weg.
Die hungernden Vorarlberger lechzten nach dem Land, in dem – scheinbar – Milch und Honig flossen. Liebe geht durch den Magen.
Jedenfalls konnte der Rädelsführer im März 1919 das Ergebnis seiner „privaten Volksbefragung“ mit 40.334 Unterschriften vorlegen. Landeshauptmann Dr. Otto Ender reagierte und schrieb eine Volksbefragung für den 11. Mai 1919 aus. Dieses denkwürdige Datum ist noch heute fest in den Köpfen verankert: Denn damals entschieden sich 82 Prozent der Bevölkerung für die Bildung eines Kantons Vorarlberg aus. Meinrad Pichler. Historiker und Autor. Fotos: Helmut Klapper, Roland Paulitsch
Kanton Übrig. Trotz des überwältigenden Volksvotums für die Schweiz blieb indessen das Ländle bei der neuen 1. Republik Österreich. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von St.-Germain-en-Laye am 10. September 1919 wurden nicht nur die Grenzen Europas neu gezeichnet, sondern auch der Verbleib Vorarlbergs bei Österreich besiegelt. Was blieb, ist der Spitzname: Kanton Übrig. Und ein historisches Dokument im Archiv der Luzerner Zeitung, die damals schrieb: Alles ist sich einig in der Verurteilung der frechen, dreisten ,Vorarlbergerei‘. Was zur Annahme verleiten lässt, dass die Eidgenossen kein Interesse an unserem Ländle hatten. „Dem ist jedoch nicht so“, erklärt Pichler. „Auf
Schweizer Seite gründete der St. Galler Kantonsrat und Arzt Ulrich Vetsch 1919 ein Aktionskomitee ‚Pro-Vorarlberg‘, das den Beitritt Vorarlbergs zur Eidgenossenschaft propagierte. Ebenso wie der Bündner Bundesrat Felix-Louis Calonder, der die Meinung vertrat, dass die Alpenpässe Vorarlbergs das Transitland Schweiz aufwerten würden.“ Eine Aussage, mit der sich noch heute Historiker beschäftigen. Einer von ihnen ist Peter Geiger. „Im Nachhinein hätte Hitler aber diese Angliederung wahrscheinlich nicht einfach so geschluckt und einen Grund für den Angriff auf die Schweiz gehabt“, ist sich der am Liechtenstein-Institut in Bendern forschende Geschichtswissenschaftler sicher. 100 Jahre später. Zum „Einhundert-Jahre-Jubiläum“ veranstalten auch der Schweizer Historiker Daniel Marc Segesser und sein Vorarlberger Kollege Wolfgang Weber an der Universität Bern ein Seminar mit dem Titel „Zwischen Hilfe an ‚Brüder in der Not‘ und ‚Kanton Übrig‘: Die Schweiz und Vorarlberg am Ende des Ersten Weltkriegs 1918–1922“. In der ersten Juniwoche werden Studierende nach Vorarlberg kommen, um hier die Quellen zu sichten. Und die Vorarlberger? Was tut sich bei ihnen zum denkwürdigen Datum, das sich in wenigen Wochen zum 100. Mal jährt? Die Zeiten sind wieder unruhiger. Und was Wien betrifft, spaltet die derzeitige Regierung das Ländle in zwei Lager. Die Befürworter sprechen ob des blau-türkisen Bündnisses von einer Zusammenarbeit, die noch nie so gut funktioniert habe. Die Skeptiker hingegen fürchten um die Souveränität und um eine zunehmende Machtkonzentration Richtung Bundeshauptstadt. Dass im so rechtschaffenden Ländle wieder Streiks und regelmäßig Demos stattfinden, gleicht einem Ausrufezeichen. Bestes Beispiel ist der Kampf um den Erhalt der eigenen Krankenkasse. In (naher) Zukunft sollen die Wiener entschieden, was in Vorarlberg in Sachen Gesundheit gut ist.
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Ein Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz ist derzeit kein Thema. Doch die Schweizer sind uns wieder ein Stück näher gerückt und „Übrig“ sind wir ihnen schon lange nicht mehr. Sie uns aber auch nicht. Höchstens in der Warteschlange an der Kasse, wenn es wegen des Formulars zur Rückerstattung der Mehrwertsteuer wieder einmal länger dauert.
Ein bezeichnendes Beispiel ist die Schiffstaufe, die sich 1964 in Fußach abgespielt hat. Das Verkehrsministerium beabsichtigte, ein ÖBB-Schiff auf den Namen des ehemaligen Bundespräsidenten Karl Renner zu taufen. Der Unmut über die Wiener entlud sich in einer Demonstration, angeheizt durch die „Vorarlberger Nachrichten“. Das Volk protestierte, denn Renner, der zwischen 1918 und 1920 als Staatskanz-
Schlange stehen. Die Vorarlberger litten Hunger.
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ler die Erste Republik maßgeblich aufbaute, hatte die Interessen Vorarlbergs nicht intensiv genug vertreten. Schließlich erhielt es den Namen „MS Vorarlberg“. Nicht zu vergessen der Juni 1980. In der Volksabstimmung, initiiert von der Pro-VorarlbergBewegung, forderten rund 70 Prozent der Wähler mehr Rechte für das Ländle. Von wegen übrig. Ein Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz ist aktuell dennoch kein Thema. Die Schweizer hingegen werfen ob der vertanen Chance schon ab und an einen wehmütigen Blick über den Rhein. „Mit 100 Jahren Distanz lässt sich festhalten: eigentlich schade“, schreibt Stefan Schmid vom Tagblatt und vertritt die Meinung: „Die Vorarlberger würden gut zu uns passen. Auch heute noch. Sie sind wirtschaftlich topsolide aufgestellt – das reichste Bundesland Österreichs, das einzige, das fast durchs Band schwarze Zahlen schreibt. Der Fall ist klar, liebe Vorarlberger, an uns soll es nicht mehr scheitern, solltet ihr uns nochmals einen Heiratsantrag machen wollen.“
Keine Bittsteller mehr. Doch wie heißt es so schön: Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch. Die Vorarlberger sind im Jahr 2019 keine hunger- und notleidenden Bittsteller mehr. Im Gegenteil. Seit den 1950ern hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt. Knapp 250.000 Menschen leben im Vorarlberger Rheintal, am Schweizer Rheinufer sind es lediglich 72.500 Einwohner. Keine andere Region in Österreich wächst stärker, die Wirtschaft boomt. Doch diese Leere auf der anderen Seite des Rheins ist schnell erklärt. Die Antwort gibt es an der heimischen Wursttheke im grenznahen Supermarkt oder beim Chinesen in Feldkirch. Marion Hofer
Fotos: Helmut Klapper
Das Ländle scheint mehr denn je wehrhaft zu sein. So sandte die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter ein Paket „Heiße Luft“ in die Bundeshauptstadt, um ihren Unmut kundzutun. Die Baggerboys, bestehend aus Wolfgang Verocai, George Nussbaumer und Ulrich Troy, drückten diesen im „Kurz&Kickl-Marsch“ in Anlehnung an den „Deutschmeistermarsch“ musikalisch aus. Und selbst dem Beifall gewohnten Bundeskanzler Sebastian Kurz blies bei seinem Besuch – ob seiner Flüchtlingspolitik – ein rauer Wind entgegen. Gedanken an Volksaufstände werden wieder wach.
SHOWHIGHLIGHTS IN DEINER UMGEBUNG
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30.08.19 BREGENZ
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Viele regionale Unternehmen schätzen die Hypo Vorarlberg für ihre Finanzexpertise. Und für die Menschen, die sie täglich unter Beweis stellen: Exzellente Berater, die die internationalen Märkte genauso gut kennen wie Ihre Nachbarschaft. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Was planen Sie Großes? Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at