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Winter 2018 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Warum Agilität wie Fahrradfahren ist Junge Handwerker erobern den Bregenzerwald Feldkirch bekommt ein neues Quartier Wo sich die wirklich groĂ&#x;en Dramen abspielen In Wiener KĂźchen auf die Teller geschaut

 

Foto: Weissengruber Roland Paulitsch & Partner

Bei Collini geht es um mehr als nur Oberfläche


SEE.STATT Friedrichshafen

KOMPETENZ IN DER QUARTIERS- UND STADTENTWICKLUNG

Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt vielfältige Initiativen und liefert nachhaltige Impulse für Lebens-, Begegnungs- und Arbeitsräume der Zukunft. Die Einbeziehung sozialer Aspekte, die Integration kultureller und traditioneller Werte und die Erfahrungen aus über 60 Standortentwicklungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Mit der SEE.STATT wurde in Friedrichshafen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, zur Innenstadt sowie zum See ein multifunktionaler Arbeits- und Lebensraum mit Büros, Bildungsangeboten, Coworking, Einzelhandel und Wohnungen entwickelt. prisma-zentrum.com/seestatt

#zukunftorten


Editorial

Winter 2018 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Nicht nur Beschichter. Auch nach 120 Jahren und mit 13 Standorten weltweit ­befindet sich die Collini Holding AG aus Hohenems noch in Familienbesitz. Dass es dort um mehr als nur um Oberflächen geht, wird bei einem Besuch vor Ort sofort klar. Der Winter kann kommen. Einer, der die Skier sicher schon bereitstehen hat, ist Hannes Heigenhauser. Der gebürtige Chiemgauer und Online-Marketer ist leidenschaftlicher Bergsportler. Uns hat er im Gespräch nicht nur von seiner Begeisterung für die Bergwelt erzählt, sondern auch zwei Skitourentipps verraten. Echte Dramen, große Gefühle. Von Basel bis Wien, von Oper bis Theater – wer einen Blick auf die Spielpläne der großen Häuser wirft, wird schnell erkennen, dass in den kommenden Wochen und Monaten einige bekannte Gesichter auf und hinter den Bühnen zu sehen sein werden. Foto: Weissengruber Roland Paulitsch & Partner

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Bei Collini geht es um mehr als nur Oberfläche Warum Agilität wie Fahrradfahren ist Junge Handwerker erobern den Bregenzerwald Feldkirch bekommt ein neues Quartier Wo sich die wirklich großen Dramen abspielen In Wiener Küchen auf die Teller geschaut

Inhalt 06 „Unternehmen Oberfläche“ Collini strebt nach globaler Präsenz und bleibt doch Vorarlberg treu. 13 Internationale Drehscheibe Warum der erfolgreiche Außen­ handel für den Wirtschaftsstandort von entscheidender Bedeutung ist. 16 Keine eierlegende Wollmilchsau Mit der Bahnhofcity bekommt Feldkirch ein neues Stadtquartier. 22 Leichter, aber mit mehr Platz Der BMW 6er Gran Turismo präsentiert sich als Raum-GT mit Flair. 25 Themen aus dem Hier und Jetzt Severin Dünser, Kurator am Bel­ vedere in Wien, setzt sich mit Fragen unserer Zeit auseinander. 30 Auf goldenem Boden Drei junge Menschen lassen das Handwerk im „Would“ hochleben. 36 Agil werden und bleiben Warum Unternehmen auf Stabilität und Agilität setzen sollten.

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40 Die Bergwelt, ein riesiger Abenteuerspielplatz Seine absolute Leidenschaft sind die Berge. Kein Wunder, dass der gebürtige Chiemgauer Hannes Heigenhauser in Lech am Arlberg die für ihn perfekte Symbiose von Beruf und Freizeit gefunden hat. 45 Wenn Alltagsgegenstände in eine neue Rolle schlüpfen Fotograf Florian Herzog schenkt Dingen mit minimalen Eingriffen eine andere Bedeutung. Da wird die Zitrone schon mal zur Ananas. 48 Zu Hause in der Welt der Zahlen und Banken Schon in der Jugendzeit zog die Bankenbranche Angelika Rimmele in ihren Bann. Die Marketingleiterin der Hypo Vorarlberg über ihren spannenden Arbeitsplatz und die eigene Anlagestrategie. 53 Vorarlberger Synonym für Höchstleistungen Was vor 125 Jahren in einer kleinen Werkstatt in Wolfurt-Rickenbach begann ... Im Pioniergeist der Gründerfamilie liegt der Ursprung der heute weltweit erfolgreichen Doppelmayr Gruppe.

56 Eine vierte Kulturtechnik  In der digitalen Transformation gilt es rechtzeitig strategische Weichenstellungen vorzunehmen. 62 Es ist angerichtet Von klassisch österreichisch bis ­vegetarisch, von puristisch bis ­blumig – wir haben Wiener Spitzenköche am Herd besucht und ihnen ganz genau auf die Teller geschaut. 70 Von Bergen und Propheten  Bei komoot arbeiten die Team­ mitglieder dort, wo sie leben wollen. 74 Wichtige Nebendarsteller Unternehmer Helmut Gstöhl und Koch Roland Trettl machen gemeinsame Sache für mehr Würze. 79 Im exklusiven Club der Milliardäre Die Schweiz ist Heimat Hunderter Uhrenfirmen. Unter ihnen sechs Brands, die jedes Jahr Uhren im Wert von mehr als einer Milliarde verkaufen. Wie sie das schaffen? Wir haben genauer hingeschaut. 85 Bis zu einem Hund, der an die Macht kommt In den Spielplänen großer Häuser im In- und Ausland entdecken Theater- und Opernfreunde aus der Region so einige Bekannte.

IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Sabrina Galehr, Patrizia Gunz, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Jasmin Quast, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 29. Oktober 2018 • Nächste Ausgabe: 22. März 2019

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Freude am Fahren


Vom Streben nach globaler Präsenz

Foto: Bruno Klomfar

Collini, das „Unternehmen Oberfläche“ aus Hohenems, das sich auch heute noch in Familienbesitz befindet, verfügt über 120 Jahre Erfahrung im Bereich Oberflächentechnik – und versteht sich ausdrücklich nicht als Beschichter von Metallen und Kunststoffen, sondern als innovativer Dienstleister.

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EO der Collini Holding AG in Hohenems ist der Wiener Peter Puschkarski. Er bringt die Strategie des Unternehmens auf den Punkt: „Wir wollen der Beste bleiben und legen unseren Fokus klar auf Internationalisierung. In fünf bis sieben Jahren wollen wir die globale Präsenz erreicht haben. Die Zentrale wird aber in Hohenems bleiben.“ Aus einer Hand. Teil der Dienstleistung ist die Veredelung, die einen hohen wertschöpfenden Anteil für das Produkt der Kunden bietet. Bedient werden namhafte Kunden aus unterschiedlichen Bereichen etwa der Beschläge-, Automobilund Elektroindustrie, Elektronik, Tele-

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Im Gespräch. Peter Puschkarski und „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger (links).

Gemeinsam mit den Kunden werden bei Collini individuelle Oberflächenlösungen entwickelt, die deren Produkte erfolgreicher machen. Denn ausschlaggebend für den Produktnutzen ist das Zusammenspiel zwischen Design, Korrosionsschutz sowie tribologischen und elektronischen Eigenschaften der Oberfläche. kommunikation, Halbleiterindustrie, Hoch- und Maschinenbau, Energiewirtschaft, Medizin sowie dem Konsumbereich. Der aktuelle Umsatz verteilt sich wie folgt auf die Branchen: Möbel (28%), Bau (27%), Automotive (15%), Elektrotechnik (15%), andere Branchen (10%) sowie Konsumgüter (5%). Das Engagement der Mitarbeiter ist die Basis für die Kundenzufriedenheit. Die Orientierung am Kundennutzen bestimmt das Denken und Handeln im Unternehmen. Engagiert ist die Firma auch in der ständigen Forschung und Entwicklung im Bereich neuer Oberflächentechnologien. „Schon heute ist Collini in Europa der größte in seinem Segment“, führt Puschkarski weiter aus. Als Komplettanbieter im Bereich Oberflächentechnik hat Collini sowohl galvanische Oberflächen als auch das Feuerverzinken und organische Beschichtungen in seinem Portfolio. Somit bietet das Unternehmen in der Oberflächenveredelung „alles aus einer Hand“. Zur Strategie von Collini gehört es, durch die Übernahme von Unternehmen Wachstum zu kreieren, lediglich der Standort Biel in der Schweiz stellt eine eigene Gründung dar.

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„Bei der Integration von neuen Standorten ist für uns wesentlich, Synergien zu heben und geschlossen als Collini Gruppe aufzutreten“, so Puschkarski. 13 Produktionsstandorte. Gegründet als Scherenschleiferei entwickelte sich Collini in Laufe der Jahrzehnte zu einem hoch spezialisierten Industriebetrieb. An 13 Produktionsstandorten in Österreich, Deutschland, Italien, Russland, Mexiko und der Schweiz wird die gesamte Breite an Beschichtungslösungen angeboten. Gemeinsam mit den Kunden werden dazu individuelle Oberflächenlösungen entwickelt, die deren Produkte erfolgreicher machen. Denn ausschlaggebend für den Produktnutzen ist das Zusammenspiel zwischen Design, Korrosionsschutz sowie tribologischen und elektronischen Eigenschaften der Oberfläche. Diese gibt dem Grundwerkstoff seine endgültigen funktionellen und optischen Eigenschaften. Der Umweltschutz spielt bei Collini eine wichtige Rolle. Da das Beschichten insgesamt ein chemischer und umweltkritischer Bereich ist, wird auf geschlossene Kreisläufe und minimale Emissionen besonderer Wert gelegt. Dafür wurde das Unterneh-


Die Produkte der Collini Gruppe haben neben der mechanischen, elektrischen oder optischen Verbesserung eine weitere entscheidende Dimension: Sie verlängern die Lebensdauer von Bauteilen. Die Oberflächenbeschichtungen schützen wirksam vor Korrosion und Verschleiß. Oberflächenbeschichtung ist damit eine Technologie für die Nachhaltigkeit. Denn die Schonung von Metallen bedeutet die Erhaltung von wertvollen Rohstoffen und damit auch einen Schutz der Umwelt. Die Anlagen und Technologien bei Collini erfül-

len höhere Umweltstandards als gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb hat Collini in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Millionen Euro in prozessintegrierten Umweltschutz und in das Sicherheits­ management investiert. Das Unternehmen lebt ein Umweltmanagement-System nach der freiwilligen EU-Verordnung 761/ 2001 (EMAS) und nach ISO 14001. Darüber wird auch der Dialog mit der Öffentlichkeit geführt. Schon seit September 1996 ist Collini im Brüsseler Umweltregis­ ter eingetragen. 80 Lehrlinge in Ausbildung. Derzeit werden bei Collini rund 80 Lehrlinge ausge­ bildet, allein heuer wurden 31 neue Lehrlinge aufgenommen. Angeboten wird als einer der wenigen Betriebe u. a. der Lehrberuf Oberflächentechniker. Um die drin-

Auch wenn der Name Collini immer noch damit verbunden wird: Besteck produzieren wir schon seit knapp 30 Jahren nicht mehr.

Veredler. Die Collini Gruppe hat sich auf die gesamte Palette der Oberflächenbeschichtung spezialisiert.

Fotos: Collini, Darko Todorovic, Dietmar Stiplovsek

men auch bereits mehrfach ausgezeichnet. „Vor allem unser Abwassersystem zählt zu den modernsten und hat bereits einige Nachahmer gefunden“, zeigt sich Peter Puschkarski stolz auf die Innovation in puncto Nachhaltigkeit.

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120 Jahre Erfolgsgeschichte in Vorarlberg und international: Im Jahr 1898 eröffnete Damian Collini in Hohenems eine Scherenschleiferei, 1928 wurde das erste Chrombad Österreichs errichtet. 1962 erfolgte die Errichtung der ersten voll­ automatischen Galvanisierungsanlage in Österreich, 1990 wurde die Collini Holding errichtet und in diesem Jahr konnten „120 Jahre Collini“ gefeiert werden. gend benötigten Lehrlinge zu finden, wird seitens des Unternehmens schon frühzeitig mit Familien und Schulen Kontakt aufgenommen. Der Großteil der Lehrlinge bleibt nach dem Lehrabschluss im Betrieb. Die Gleichberechtigung in der Berufslaufbahn und im Zugang zu Verantwortung ist eine Selbstverständlichkeit. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit unterstützt Collini als eine Voraussetzung für eine langfristig angelegte Mitarbeiterentwicklung. Natürlich ist auch die Digitalisierung ein großes Thema. Dazu gehören u. a. ein schnellerer und einfacherer Datenaustausch

mit den Kunden, eine genaue Betriebsdatenerfassung der Prozess­ parameter, der Austausch von Produktinformationen und die Automatisierung der Abläufe. Ein Innovationsteam arbeitet bei Collini ständig an neuen Schichtsystemen. Das geschieht entweder ganz kundenspezifisch nach individuellen Anforderungen oder allgemein als Applikationslösung für ganze Märkte. Collini arbeitet in der Forschung mit internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen, deren Ergebnisse fachübergreifend in die eigene Entwicklung von neuen Lösungen einfließen. Intelligente Oberflächen sind nämlich nicht einfach eine Beschichtung, sondern integraler Bestand- und Funktionsteil eines Produktes. Um beides zu optimieren, entwickelt Collini laufend neue Technologien. Das Wertesystem in der Collini Gruppe beruht auf fünf Säulen: Menschen, Partnerschaft, Produkte, Gesellschaft und Eigentümer. Diese Werte bilden den Orientierungsrahmen für das tägliche Handeln und das Fundament bei der Bewertung von strategischen Entscheidungen. Ernest F. Enzelsberger

Konsolidierter Umsatz 2017 der Gruppe: 210 Mill. Euro Umsatz pro Mitarbeiter der Gruppe: 140.000 Euro Beschäftigte Gruppe: 1600 aus über 50 Nationen Beschäftigte Vorarlberg: 500 (Hohenems 450, Bludesch 100) Organisation: Die Collini Holding AG mit Sitz in Hohenems befindet sich im Familienbesitz. Die Gruppe unterhält 13 Betriebe in Österreich, Schweiz, Deutschland, Italien, Russland und Mexiko.

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Foto: Bruno Klomfar

Daten & Fakten


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Wirtschaftsraum und Drehscheibe Trotz Zeiten unbeständiger Prognosen entwickelte sich Vorarlbergs Wirtschaft in den vergangenen Jahren überaus dynamisch. Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit konnten erfolgreich gesteigert werden.

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orarlberg ist ein Wirtschaftsraum mit Wachstumspotenzial. „Die Region steht wie kaum eine andere im ständigen internationalen Austausch mit Regionen auf der ganzen Welt, ist Ursprung und Drehscheibe für wirtschaftliche Topleistungen, Made in Vorarlberg‘“, so Mag. Marco Tittler, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Und weiter: „Für den Standort Vorarlberg ist der erfolgreiche Außenhandel von entscheidender Bedeutung. Das ganze Land profitiert da-

von, dass große – und immer öfter auch kleine und mittlere – Unternehmen, auf den internationalen Märkten erfolgreich unterwegs sind und sich mit ihren Produkten ,Made in Vorarlberg‘ weltweit behaupten können. Vorarlberg hat sich zu einer internationalen Handelsregion entwickelt, von wo aus die ganze Welt beliefert wird.“ Heuer konnte die Exportmarke erstmals auf über 10 Milliarden Euro gesteigert werden. Ein neuer Rekord. Diese Entwicklungen bringen aber natürlich auch immer wieder neue Anforderungen – beispielsweise an die Infrastruktur – mit sich. Optimale Vernetzung. Für Vorarlberg ist eine leistungsfähige Infrastruktur nicht nur der Schlüssel zur Verbindung mit den ­großen Wirtschaftsräumen und europäischen Hauptverkehrsachsen, sondern

Foto: www.fasching.photo

Topleistungen. „Vorarlberg hat sich zu einer internationalen Handelsregion entwickelt“, so Marco Tittler, stv. Direktor der WKV.

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Es ist heute mehr denn je von strategischer Bedeutung, jedem Verkehrsträger den angemessenen Stellenwert und die entsprechende Rolle beizumessen – und dies mit Blick auf Kosteneffizienz ebenso wie auf Umweltverträglichkeit und Lebensqualität. auch zur stärkeren Vernetzung zentraler Orte und Wertschöpfungsketten innerhalb der Region. Moderne Fertigungsmethoden sowie die internationale Arbeitsteilung erfordern zeitlich präzise, berechenbare Lieferungen. Staus, stockende Abfertigungen an der Grenze und überlange Transportzeiten führen im schlimmsten Fall zu Produk­ tionsverzögerungen bzw. -ausfällen, wirken somit kostentreibend und wachstumshemmend. Es ist in diesem Zusam-

menhang von strategischer Bedeutung, jedem Verkehrsträger den angemessenen Stellenwert und die entsprechende Rolle beizumessen – und dies mit Blick auf ­Kosteneffizienz, Umweltverträglichkeit und Lebensqualität. Drehscheibe der Zukunft. Der Ausbau des Güterbahnhofes in Wolfurt ist beispielsweise ein bedeutender Meilenstein zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Damit wurde auch eine langjährige Forderung der Wirtschaft erfüllt. Durch die Lage an der Rheintalautobahn und der Arlbergachse ist das Terminal nicht nur optimal für den Güterumschlag von der Straße auf die Schiene, sondern auch die ideale An­ bindung an die wichtigsten Industrieräume und Seehäfen Europas, vor allem die Haupthäfen Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam und Triest. Durch den Ausbau des Terminals werden die Kapazitäten mehr als verdoppelt.

Mobilität zukunftsfit ausrichten. „Das neue Güterterminal steht sinnbildlich für ein umgesetztes Vorzeigeprojekt. Weitere müssen folgen. Angesichts der prognostizierten Zunahme des Güterverkehrs gilt die gesamte Verkehrsinfrastruktur an das Verkehrsaufkommen anzupassen und die Mobilität mit neuen Konzepten zukunftsfit auszurichten“, erläutert Marco Tittler abschließend. Ernest F. Enzelsberger

Für den Standort Vorarlberg ist der erfolgreiche Außenhandel kleiner bis großer Unternehmen sehr bedeutend.

Foto: Philipp Steurer

Vorzeigeprojekt. Das Güterterminal in Wolfurt ist ein Meilenstein zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

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„Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht“ Feldkirch bekommt ein neues Quartier. Bahnhofcity Feldkirch heißt der urbane Lebensraum, der in den nächsten Jahren rund um den größten Bahnhof Vorarlbergs errichtet wird. „kontur“ hat mit Roland Pircher, einem der Investoren und Projektentwickler, gesprochen.

Ein riesiges Projekt, das sicher umfassender Planung bedurfte. Wie viele Personen waren bzw. sind beteiligt? Wir haben das international tätige Architekturbüro Baumschlager Eberle Vaduz und die Bregenzer Architekten Lang + Schwärzler für das Projekt beschäftigt. Dort waren sicher an die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Planung der Bahnhofcity Feldkirch betraut. Auf der Fachplanungsseite waren und sind zudem ca. 20 bis 25 Expertinnen und Experten am Arbeiten. Das Ergebnis ist ein schnelles und schlagkräftiges Team. Wenn man bedenkt: Wir haben vor zwei Jahren damit begonnen, ein Konzept zu entwickeln, innerhalb von nur einem Jahr wurden alle Pläne gefertigt, im August dieses Jahres haben wir die Baubewilligung erhalten.

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Es steckt ja schon eine längere Geschichte hinter dem Konzept? Ja. Wenn ich mich recht erinnere, haben die ÖBB und die Stadt Feldkirch bereits im Jahr 2003 einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben. Initiator war die ÖBB, die damals damit begonnen hatte, die Bahnhöfe in ganz Österreich städtebaulich zu integrieren. Wien ist so ein Beispiel. Und in Feldkirch wurde damals diese Verbauung angedacht, die als Spange zwischen Innenstadt und Bahnhof, quasi als Verlängerung der Stadt gesehen wird. Der Bahnhof in Feldkirch wurde mittlerweile umgebaut, doch das Gesamtprojekt wartete noch auf einen Investor. Vor zwei Jahren haben wir uns das Projekt dann angeschaut und überlegt, was man machen könnte. Die Idee war schließlich, ein Projekt für die Zukunft umzusetzen. Was bedeutet das? Wir wollten so viele Möglichkeiten, welche in Zukunft städtebaulich umzusetzen sind, integrieren. Wie zum Beispiel die öffentliche Verkehrsanbindung, Energieverwaltung, Strukturen von öffentlichen Plätzen, autofreie Zonen, die Klimatisierung öffentlicher Räume usw. Ebenso wollten wir ein Wohnen und Leben der Zukunft darstellen und Plätze mit einer hohen Aufenthaltsqualität schaffen. Mit Geschäften, Restaurants, Cafés und einem Hotel findet dort ein Cityleben statt, von dessen Vorteile nicht nur die Bewohner, sondern auch Besucher und Reisende profitieren. Wir wollten in unserem Konzept

Foto: Oliver Lerch

Die Arbeiten für die Bahnhofcity Feldkirch haben begonnen. Wie ist der aktuelle Stand? Wir haben die Planungsphase hinter uns, die Genehmigungen sind alle rechtskräftig. Momentan laufen die Abbrucharbeiten beim Bahnhof, zudem verlegen wir den Busplatz. Diese Vorbereitungsmaßnahmen werden wir heuer noch abschließen. Kommenden März können wir dann mit den Bauarbeiten beginnen. Entstehen wird ein riesiges Loch, da wir eine zweigeschoßige Tiefgarage errichten. So werden unterirdisch fast 70.000 Kubikmeter Raum umbaut, überirdisch kommen nochmal 60.000 bis 70.000 Kubikmeter dazu.


vieles, was eine moderne Stadt ausmacht, anbieten. Und ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Sie haben das moderne Wohnen angesprochen. Wie wirkt sich dieses auf den Immobilienbereich aus? Die vergangenen Jahrzehnte hieß es in unseren Breitengraden ja vielmals: Ich habe ein Haus und darin lebe ich mein Leben lang. Doch das funktioniert nicht. Alleinlebende, Familien oder Senioren haben schließlich unterschiedliche Ansprüche. Diese Sichtweise wird in Zukunft mehr Bewegung in den Immobilienmarkt bringen, denn die verschiedenen Lebensabschnitte werden freier gefühlt. Nur muss dafür die entsprechende Mobilität zur Verfügung gestellt werden. Noch ist es vielerorts so, dass für gewisse Strukturen gebaut wird. Genau das wollen wir mit unserem Projekt ein wenig auflösen – mit neuen Wohnkonzepten, die Freiheit bieten, in denen man sich nicht mehr so gebunden fühlt.

Vorfreude. Mit Neugier blickt Roland Pircher von der FB Future Bauart Immobilien GmbH auf die kommenden Monate. Gemeinsam mit seinen Partnern Stefan Eigentler und Andreas Schwaiger setzt er das Projekt um.

In der Bahnhofcity wird aber nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet und die Freizeit verbracht. War es schwierig, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen? Wir wissen ja, dass es keine eierlegende Wollmilchsau gibt. Das Geheimrezept ist daher, dass sich in der Bahnhofcity für alle Wünsche ein Angebot findet. Wir stellen verschiedene Wohnungstypen und -häuser zur Verfügung, in denen jeder seine Bedürfnisse erfüllen kann. Und das ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Durchmischt wird dabei nicht in Stockwerken, sondern in Baufeldern. Eine große Anforderung ist ja auch der Verkehrsfluss, der sich rund um einen Bahnhof ganz automatisch bildet. Diesen haben wir so kanalisiert, dass er vielmehr etwas ist, das am Leben teilhaben kann. Durch die zweistöckige Tiefgarage verle-

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Der Immobilienprojektentwickler FB Future Bauart Immobilien GmbH und die FB Bahnhofcity Immobilien GmbH werden in der Bahnhofcity Feldkirch fünf neue Gebäude mit 176 Wohnungen, Büros, ein Hotel, Handel, Gastronomie und eine öffentliche, doppelstöckige Tiefgarage errichten. Bis 2022 erhalten der Bahnhof von Feldkirch und seine Umgebung ein neues Gesicht. gen wir den gesamten Individualverkehr ins Untergeschoß. Von dort kommt man direkt zu den Bahnsteigen, auch die Taxis und kiss&ride-Bereiche finden sich unterirdisch. Es verkehren also nur noch die Busse oberirdisch. Und hier ist unser Ziel, dass diese auf lange Sicht elektrifiziert werden. Die Voraussetzungen dafür werden bereits jetzt geschaffen. Die Stadtwerke Feldkirch errichten drei Trafostationen. Damit vereinen sich unsere Visionen

Foto: be baumschlager eberle Architekten, FB Future Bauart Immobilien GmbH

Cityflair. Entstehen wird ein Quartier mit Platz für Wohnen und Arbeiten, Grünflächen, Mobilität und Tourismus.

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Beweglichkeit je nach (Lebens-)Situation – und eine verstärkte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Damit verbunden ist ja auch der Aspekt der Nachhaltigkeit, ein Blick auf den Klimawandel. Wie hält dieser sonst noch Einzug? Zum Beispiel bei der Überdachung des öffentlichen Platzes. Diese besteht aus Baumelementen aus Beton in unterschiedlichen Größen

und Höhen. Die individuell geformten Objekte tragen auf ihren flachen Kronen quasi „schwebende Gärten“ mit Erde und Pflanzen. Lebe ich beispielsweise in einer Wohnung ab dem zweiten Stockwerk, blicke ich also nicht auf einen betonierten Platz, sondern auf einen Wald. Über dem öffentlichen Platz wirkt diese begrünte Ebene als Wetterschutz, sie spendet Schatten und klimatisiert den öffentlichen Platz. Als zusätzlicher Vorteil wird in diese künstlichen Baumelemente ein Schallschutz integriert. Gebaut wird ja gleich neben dem Bahnhof. Wie ist es, solch ein Großprojekt in einer vorgegebenen Struktur umzusetzen? Das ist schon eine große Herausforderung. Man muss ja auch bedenken, es laufen jeden Tag über 13.000 Leute im Bahnhof ein und aus. Das müssen wir mit dem Bauablauf und der Baustelle kanalisieren und organisieren. Dies erfordert eine logistische Meisterleistung der Bauleitung. Doch bisher klappt alles ganz wunderbar. 2022 soll die Bahnhofcity fertiggestellt sein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die kommenden Monate? Mit Neugier und Freude. Hier möchte ich auch der ÖBB und der Stadt Feldkirch ein dickes Lob aussprechen. Denn dieses Projekt macht wirklich Spaß. Stefan Eigentler, Andreas Schwaiger und ich haben gute Partner, gute Firmen … wir freuen uns einfach darauf, die Bahnhof­ city umzusetzen. Und worauf können sich zukünftige Bewohner bzw. Besucher freuen? Auf einen modernen Treffpunkt als Pendant zur Altstadt. Auf eine Freizeit-, Aufenthalts-, Lebens- und Wohnqualität, die ihresgleichen sucht. Sabine Blechschmidt


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E

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Mehr Platz und dennoch „abgespeckt“ Was für ein Wandel: Beim neuen BMW 6er Gran Turismo erinnert so gut wie nichts an seinen Vorgänger. Der erfolgreiche Weg vom Spaltpilz zum Raum-GT mit Flair.

N

angesiedelt zwischen dem 5er Touring und dem Flaggschiff der Marke, dem neuen 8er BMW. Tritt auch nicht bescheiden auf, aber nicht mehr so aggressiv, die Neufassung der Coupé-Idee. Andere Werte treten in den Vordergrund: das Flair eines Luxuscoupés, verbunden mit einer großzügigen Auslegung der Raum-Frage.

Mittlerweile hat er ausgedient, der weiß-blaue Spaltpilz mit dem Riesenkofferraum. Und sein Nachfolger zeigt ein ganz anderes Bild,

Auf der Streckbank. Um die Erinnerungen an Fitnesskeller und Muskelpakete auszulöschen, haben die BMW-Stilisten den 6er gleich um fast zehn Zentimeter gestreckt und auch in der Höhe deutlich reduziert. Nur die Breite blieb, die war sowieso nicht zu

icht dass er erfolglos gewesen wäre, der 5er GT. Aber mit seinem Macho-Look schied er die Geister wie kaum ein anderes Auto. Die einen waren fasziniert vom megabulligen Outfit des Power-Bayern, gaben eventuell sogar noch was drauf an Reifenbreite und abgedunkelten Scheiben bis hin zum Ganzkörper-Folienschmuck. Andere fanden das auffällige Gehabe des muskulösen Allradlers unter jeder Würde.

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Ein sportives Auto für Individualisten also der neue Gran Turismo. Einer der gegenüber den wenigen reinrassigen Vertretern dieser früher ausschließlich zweitürigen Spielart mit einem vollwertigen Raumangebot aufwarten kann: hochelegantes Cockpit, drei vollwertige Fondplätze mit ordentlicher Beinfreiheit und ein Kopfraum-Plus trotz flacher Dachlinie. So lässt es sich fein reisen im GT-Stil, allradgesichert. Nur beim Ein- und Aussteigen ist mehr sportive Gelenkigkeit gefragt als beim 5er GT. Dass das Gepäckraumvolu-

men bis auf stolze 1800 Liter ausgeweitet werden kann, ist den wandelbaren Sitzmöbeln zu verdanken. Die Fondsitzlehne ist teil- und umklappbar, auch vom Kofferraum aus. Elektrisch zu bedienen sind die Heckfauteuils auf Wunsch. Hat schon was, das neue Raumgefühl im subtil belüfteten Luxus-Bayern. Große Hilfsbereitschaft. Man wünscht sich offene, störungsfreie Straßen für das Dahinrauschen im Fünfmeter-GT, frei für diese schöne Balance aus Fahrdynamik und Fahrkomfort. Luftgefedert geht’s dahin, wankstabilisiert, mit einem Heer von Assistenten zur Seite. Sie lassen einem die neuesten Fortschritte auf dem Weg zum

automatisierten Fahren spüren. Nur wenn man solches will und fleißig studiert hat, wie das so vor sich geht mit der Spurführung, den korrigierenden Lenkeingriffen oder der Parkassistenz. Ein weites Feld der Hilfsbereitschaft tut sich hier auf. Auch unter dem Titel BMW ConnectedDrive. Vor allem dann, wenn’s eng wird auf den Straßen und überhaupt nicht störungsfrei. Und man die 340 PS aus den wunderbaren sechs Zylindern des 640i nicht mehr nach Lust und Laune nutzen kann. Dann kann ConnectedDrive in all seinen Spielarten ein wahrer Segen sein. Rufen sie einfach ihren „persönlichen Assistenten“ an. Er weiß sicher Rat oder kennt zumindest ein nettes Restaurant in der Nähe. Franz Muhr

BMW 640i xDrive Gran Turismo: Dreiliter-SechszylinderBenziner, 340 PS/450 Nm, Achtgang-Steptronic, 0 auf 100 km/h in 5,3 Sekunden, Spitze 250 km/h, Verbrauch (Werk): 7,0 bis 8,2 l. Preis: 83.750 Euro

Foto: BMW AG

überbieten. Jetzt bewegt sich der Neuling in der Klasse der Fünf-Meter-Autos, hat aber trotzdem um 150 Kilo abgenommen. Das tut seinen aerodynamischen Eigenschaften gut und damit auch dem Verbrauch. Durch die ziemlich radikale Absenkung der Heckpartie ist ein Vergleich mit dem ebenfalls viertürigen HeckklappenCoupé Porsche Panamera viel eher angebracht als mit dem aufreizenden 5er GT.

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Themen an das Hier und Jetzt anbinden Seit mehreren Jahren ist der Vorarlberger Kunsthistoriker Severin Dünser als Kurator am Belvedere in Wien tätig. Eine Begegnung in seiner aktuellen Ausstellung bedeutet eine Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen unserer Zeit. rin, an deren neuestem Werk Bregenzer und Durchreisende seit einigen Wochen mehr oder weniger achtsam vorbeifahren. „Ich glaube, ich habe mein Feuerzeug irgendwo auf dem Boden verloren. Könnte jemand hierherkommen und mir helfen, es zu finden?“ So liest sich der Satz, der sich in englischer Sprache über mehrere Bildtafeln erstreckt, auf denen sich eine nackte Frau mit silbergrau schimmernder Haut

unter anderem nach irgendetwas bückt. Reynaud-Dewar wurde vom Kunsthaus Bregenz eingeladen, für die Billboards an der Seestraße eine Werkserie zu schaffen. Im Wiener Belvedere 21 geht es nun weniger um Marketingmechanismen oder die Darstellung von Frauen in den Medien, in ihrer „Small Tragic Opera“ werden die Rollen und Aufgaben von Künstlern, Kuratoren und Betrachtern hinterfragt. Wer sich

Geschichte(n). „Der Wert der Freiheit“ heißt es im Belvedere 21 in Wien.

Foto: Belvedere/Oliver Khafagi

„Die Ausstellung versucht ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir uns Freiheiten erarbeitet haben, die so kostbar sind wie fragil.“ Eine der Arbeiten, die der aus Vorarlberg stammende Kurator Severin Dünser (geb. 1980) im Belvedere 21, der Dependance des großen Museums, versammelt hat, wurde von der französischen Künstlerin Lili Reynaud-Dewar (geb. 1975) geschaffen. Das heißt, von jener Künstle-

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En mi­ni­a­ture. Die Installation von Andreas Siekmann kommt aus Bregenz.

Einige der Künstler, deren Arbeiten der Kurator Severin Dünser für die umfangreiche Ausstellung „Der Wert der Freiheit“ ausgewählt hat, beschäftigen sich mit einer wesentlichen Frage, nämlich damit, wie die Demokratie wieder fit zu machen ist. Gedanken darüber machen muss, wer überhaupt welche Geschichte erzählen darf, der ist bereits mittendrin in der ungemein komplexen Thematik, der sich Dünser mit einer Ausstellung, die den Titel „Der Wert der Freiheit“ trägt, widmet, und die bis 10. Februar nächsten Jahres in Wien läuft. Ein weiteres Werk kommt überhaupt aus dem Kunsthaus Bregenz, das schon früh im Werdegang des Kurators eine durchaus sympathische und vielleicht auch prägende Rolle spielte. Während seiner Gymnasialzeit hatte er nämlich hier gejobbt. Der Bühnentisch mit einer Miniaturkulisse des Berliners Andreas Siekmann (geb. 1961) war vor ein paar Jahren in der Ausstellung „Liebe ist kälter als das Kapital“ zu sehen und zählt mittlerweile zur Sammlung des Hauses am Bodenseeufer. Siekmann zeigt die Kulisse einer Stadt mit Figuren, die als Mitglieder eines Think Tanks agieren und macht damit deutlich, dass gesellschaftliche Verhältnisse zu ei-

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nem beträchtlichen Teil auf der Durchsetzung neoliberaler Interessen durch Lobbying beruhen. Dass es den Menschen kaum möglich ist, sich über derlei Mechanismen zu informieren, definiert Severin Dünser als Ausschluss der Bürger aus wesentlichen Prozessen und damit als bedenkliche Entwicklung in Demokratien. Mit reichlich Ironie. Eine Arbeit der österreichischen Malerin, Konzept- und Videokünstlerin Ashley Hans Scheirl (geb. 1956), die auch bei der letzten documenta in Kassel vertreten war, soll demnächst die Sammlung des KUB bereichern und wird hoffentlich in Vorarlberg auch einmal zu sehen sein. Scheirl beschäftigt sich mit Geschlechterrollen und Identität und eignet sich auf dem präsenten Gemälde eine Pose der amerikanischen Künstlerin Lynda Benglis an, die Darstellungsprinzipien von Weiblichkeit und Männlichkeit hinterfragt. Aus dem Dildo bei Benglis wird

bei Scheirl ein Pinsel. Dass Arbeiten des deutschen Regisseurs und bildenden Künstlers Christoph Schlingensief (1960– 2010) enorme Bedeutung haben, bestätigt die Aufnahme von Dokumenten seiner „Church of Fear“, die sich im Kontext von Beiträgen von 50 Künstlern, von denen sich einige mit schwer nennbaren Faktoren beschäftigen, die unsere individuelle Selbstbestimmung beeinflussen, als einfach rezipierbar erweist. Die mit reichlich Ironie aufgeladenen Aktionen, bei denen sich Menschen zu ihren Ängsten bekennen, stellen klar, dass Angst von der Politik instrumentalisiert wird. Die zum Teil vor Jahren unternommenen Befragungen des Österreichers Oliver Ressler (geb. 1970) wirken inmitten zahlreicher neuer Arbeiten wie Klassiker, sind angesichts der Auseinandersetzung mit den Antworten, die die Mängel und auch unausgeschöpfte Potenziale der Demo-


Fotos: Belvedere/Oliver Khafagi

Vorarlberger in Wien. Severin Dünser ist seit einigen Jahren am Belvedere 21 tätig.

Klare Linien. Die Architektur des Belvedere 21 geht auf den Pavillon von Karl Schwanzer für die Weltausstellung 1958 zurück.

kratie aufzeigen, aber wohl unverzichtbar. Obgleich er den Besuchern keinen Leit­ faden in die Hand geben wollte, war es Severin Dünser bei der Wahl der Werke selbstverständlich ein Anliegen, darzulegen, wie die Eingriffsmöglichkeiten der Bürger in die Politik beschränkt werden. Eine den Kuratoren oft gestellte Frage, sei immer noch angebracht: „Ich sehe die Kunst durchaus als Medium wie Zeitungen und Filme, sie hat eine Öffentlichkeit“, unterstreicht er seine Meinung, dass die Kunst immer noch das Potenzial hat, Veränderungen anzustoßen. „Es fängt alles im Kleinen an, aber ich glaube, dass Kunst etwas bewirken kann.“ Eine gute Möglichkeit sei nach wie vor die Subversion. „Was mich aktuell stört oder was ich als Problem sehe, ist, dass es keine Rücktrittskultur gibt“, sagt ein Kurator, der in Wien gerade erfreut zur Kenntnis nimmt, dass die Menschen bereit sind, sich mehrere Stunden mit den Arbeiten auseinanderzusetzen bzw. mehrmals wieder in die Ausstellung zu kommen. Dass vor allem Menschen mit höherer Bildung ins Museum gehen, das stimme einfach nicht, hält einer fest, der es wissen muss. Nachdem

Severin Dünser bereits kurz nach der Matura, das heißt, noch vor dem Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien, unter anderem in der Galerie Krinzinger begonnen hatte, Ausstellungen zu organisieren, ist die Liste seiner kuratorischen Arbeiten bereits ziemlich lang. In Vorarlberg war er unter anderem mehrmals im Rahmen des Sonderprogramms der Kunstmesse Art Bodensee tätig. Mittlerweile berät er die Illwerke in Sachen Kunstankäufe. Das Budget dafür sei nicht riesig, aber immerhin, man erwerbe auch zeitgenössische Kunst. Seit sechs Jahren arbeitet Dünser im Belvedere 21. Demnächst will er sich jungen österreichischen Kunstschaffenden widmen. Für das im kommenden Frühjahr vorgesehene Projekt ist

er bereits in den Ateliers unterwegs. Die Themen, die die Vertreter der jungen Szenen beschäftigen, betreffen selbstverständlich auch die politische Situation, behandelt werden, so Dünser, erwartungsgemäß aber auch die Identität sowie die Gender- und Queer-Debatten. Gewalt. Eine nun zu sehende Videoarbeit der bekannten mexikanischen Künstlerin Teresa Margolles (geb. 1963) soll nicht unerwähnt bleiben. In „Als die meisten von uns Sandinisten waren“ besticken nicaraguanische Kunsthandwerkerinnen einen blutbefleckten Stoff. Er lag unter dem Körper einer ermordeten Frau. Während die Frauen das Tuch verzieren, sprechen sie über die Spirale der Gewalt. Christa Dietrich

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Arbeiten wird jetzt wohnlicher Wo früher feste Arbeitsplätze und starre Strukturen die Bürolandschaften prägten, profitieren heute immer mehr Unternehmen von den Vorteilen des Smart-Working-Konzepts. Sedus hält die optimalen Lösungen dafür bereit.

Fotos: Paterno Bürowelt

Neue Stuhlfamilie. Auch se:spot verbindet Wohnlichkeit mit perfektem Sitzkomfort à la Sedus und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Platz nehmen. Zum Wohlfühlen trägt maßgeblich auch der Sitzkomfort teil. Und hier konnte Sedus in diesem Jahr gleich zwei Drehstuhl-Weltneuheiten präsentieren: se:flex und se:motion. se:flex erkennt das Gewicht seiner Nutzer, regelt den Anlehndruck der Rückenlehne und bietet eine völlig neue Bewegungsfreiheit. Was für die Nutzer mehr oder weniger unsichtbar bleibt, offenbart sich spätestens beim Hinsetzen, denn se:flex bietet einen bisher unerreichten Sitzkomfort. se:motion ist ein intelligenter, einfacher Bürodrehstuhl, der für agile Arbeitsweisen wie Meetings, aber auch für entspanntes oder konzentriertes Arbeiten bestens geeignet ist. Wie geschaffen für moderne Büromenschen, für die das Teilen eines Schreibtisches eine Selbstverständlichkeit ist. Mit seiner reduzierten Formensprache bietet er auch im Homeoffice höchste Ergonomie.

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In Bewegung. Unkompliziertheit, Abwechslung und Vielseitigkeit sind gefragt, wenn es um das Sitzen bei der Arbeit geht. ANZEIGE

ie freie Wahl des Arbeitsplatzes verändert grundlegend die Art und Weise, wie wir arbeiten und trägt damit wesentlich zu mehr Arbeitszufriedenheit bei. Das von Sedus zur Orgatec 2016 erstmalig vorgestellte System se:connects wurde nun in Zusammenarbeit mit der Kapsch AG weiterentwickelt und mit neuen Funktionen ausgestattet. Das Herzstück ist eine Mobile-App in Kombination mit intelligenter IoT-Sensorik. „Schon von zu Hause aus oder auf dem Weg zur Arbeit können Mitarbeiter mit der App über ihr Smartphone oder Tablet feststellen, wo sie den nächst verfügbaren Arbeitsplatz finden, der in puncto Lage und Ausstattung ihren Vorstellungen entspricht. Nach Belegung erfassen die im Bürostuhl oder am Schreibtisch eingebrachten Bluetooth-Sensoren seine Präsenz", erklärt Guntram Paterno von Paterno Bürowelt in Dornbirn.


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Nächste Generation in den StartlÜchern 30 kontur


Traditionsbewusstsein, Beständigkeit und Qualität – das Handwerk hat im Bregenzerwald seit jeher einen besonderen Stellenwert. „kontur“ hat mit drei jungen Nachwuchshandwerkern gesprochen und nachgefragt, was ihr Handwerk für sie zu etwas Besonderem macht.

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ür Simon Voppichler, 22-jähriger Ofenbauer aus Egg, war der gewählte Berufsweg nicht von Grund auf vorgegeben. Nach der Matura an der HTL für Maschinenbau und Automatisierungstechnik wollte er eigentlich in dieser Berufssparte bleiben. Als er jedoch danach, als Überbrückung bis zum Zivildienst, im Betrieb seines Vaters aushalf, entdeckte er sein Interesse für den Ofenbau: „Das Ofenbauen ist ein Handwerk, das zurzeit leider nicht mehr viel Zuwachs bekommt. Das finde ich sehr schade, denn wir arbeiten täglich mit allen möglichen Materialien und wenden so viele verschiedene handwerkliche Techniken an“, erklärt Simon. Die Lehre zum sogenannten Hafner dauert drei Jahre und findet zusammen mit den Fliesen- und Plattenlegern statt. Nach der Matura ging Simon dafür in die Landesberufsschule 1 in Dornbirn. Dort haben die Lehrlinge einmal im Jahr einen zehnwöchigen Blockschulabschnitt, die restliche Zeit arbeiten sie in ihren Lehrbetrieben. Simon hatte eine verkürzte Lehrzeit von nur zwei Jahren im Familienbetrieb seines Vaters Ewald (58), die er vor Kurzem mit der Gesellenprüfung abschloss. Im nächsten Jahr will er in Wien die Meisterprüfung absolvieren.

Foto: Roland Paulitsch

Von den Eltern lernen. Für den Einstieg ins Familienunternehmen entschied er sich, weil bei Ofenbau Voppichler auch viel mit Stahl gearbeitet wird, was den ehemaligen HTL-Schüler immer schon interessierte. „Bei vielen anderen Firmen werden die Stahlelemente, wie zum Beispiel die Ofentüren, zugekauft und lediglich eingebaut. Bei uns werden auch diese Teile in unserer betriebseigenen Werkstatt selbst angefertigt. Dadurch sind wir viel flexibler und können das Design und die Materialien selbst auswählen“, erläutert der junge Handwerker. Ofenbau Voppichler ist derzeit ein Dreimannbetrieb bestehend aus Simon, seinem Vater und Jonas Vögel (22), ein Schulfreund von Simon, der das Vater-Sohn-Gespann als Quereinsteiger unterstützt. Zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Vater und Sohn kommt es auch das eine oder andere Mal, aber das findet Simon gar nicht so schlecht, wie er selbst sagt: „Durch die Diskussion kommt es zu einem produktiven Austausch und manchmal kommt man auch

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Einzigartig. Für einen Ofen braucht das kleine Team ca. 7 bis 14 Tage.

darauf, dass eine andere Lösung doch die bessere wäre.“ In vielen Dingen lässt der Vater seinem Sohn auch schon freie Hand, wie zum Beispiel im Stahlbau. Von den selbst entwickelten Stahltüren bis hin zu großen Öfen aus mehreren Tonnen Edelstahl baut der junge Handwerker alles, und die kreativen Ideen gehen ihm dabei noch lange nicht aus. Auch Extrawünsche sind bei der Firma Voppichler Ofenbau kein Problem. Durch die jahrelange Erfahrung von Vater Ewald und die firmeneigene Werkstatt konnten schon einige Spezialauf­ träge, wie zum Beispiel ein Ofen mit integriertem Fernseher, umgesetzt werden. Das „Herz“ des Zuhauses. Auf die Frage, was dem jungen Ofenbauer an seinem Handwerk denn am besten gefällt, ant­ wortet er mit einem Lächeln: „Es fasziniert mich einfach immer wieder, wie aus einer anfänglichen Skizze auf Papier nach und

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nach ein fertiger Ofen entsteht. So ein Ofen ist einfach etwas ganz Besonderes. Ich finde er ist wie das Herzstück, welches das Haus über Jahrzehnte mit Wärme versorgt. Unsere Kunden freuen sich immer ganz besonders auf das erste Probe­ heizen. Die zufriedenen und glücklichen Gesichter sind dabei das, was den Beruf ausmacht. Die Wertschätzung unserer Arbeit und die positiven Rückmeldungen bestärken uns immer wieder aufs Neue.“ Familienbetrieb mit Tradition. In Egg ist das nächste handwerkliche Talent zu Hause. Die 20-jährige Theresa Gassner. Seit einigen Monaten arbeitet die frischge­ backene Goldschmiedin nun schon in der Goldschmiede Gassner mit. Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück. Im Jahr 1934 gründete Theresas Urgroßvater Josef Meusburger als Uhrmacher einen kleinen, bescheidenen Laden

mit Werkstatt in Egg, Hub 493. 1977 wurde das Geschäft von seiner Tochter Erika, Theresas Oma, übernommen und sie führte es zum Erfolg. Seit 1990 befindet sich die Goldschmiede Gassner im Zentrum von Egg und wird heute von Theresas Vater Josef Gassner (49) erfolgreich geführt. Als Kind ging Theresa ihren Vater oft nach der Schule im Geschäft besuchen und sah ihm bei seiner Arbeit zu. Das detailgetreue Handwerk und der Umgang mit den hochwertigen Materialien haben sie schon damals begeistert. Nach ihrer Schulausbildung beschloss sie schließlich in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und ebenfalls die Goldschmiedekunst zu erlernen. Im Februar hat Theresa ihre Lehre zur Goldschmiedin abgeschlossen und unterstützt seitdem ihren Vater tatkräftig in der Goldschmiede. Obwohl Theresa erst seit Kurzem im Familienbetrieb mitarbeitet, übernimmt sie schon viele Aufträge selbst. „Ich

Fotos: Roland Paulitsch

In Zeiten des Klimawandels besinnen sich viele Menschen wieder auf eine CO2-neutrale Wärmeerzeugung. Ein Ofen ist da genau das Richtige, denn bei der sauberen Holzverbrennung entsteht genauso viel CO2 , als würde man den Baum einfach verrotten lassen.


finde die Abwechslung, die der Goldschmiedeberuf mit sich bringt, sehr toll. Ich habe einerseits Kundenkontakt, wenn ich meiner Mutter im Verkauf aushelfe, und auch das handwerkliche Arbeiten in der Werkstatt, das mir ebenso großen Spaß macht.“ Ihr Gesellenstück ist bisher ihr Lieblingswerk: Ein aufklappbarer, ringförmiger Anhänger aus Gold, den man mit einer runden Holz- oder Steinplatte versehen kann. Das Amulett hat zusätzlich eine kleine Öse, an der man auch einen kleinen Anhänger befestigen kann. „Das Schmuckstück war eines meiner ersten Werke, welches ich bis ins kleinste Detail selbst gestaltet habe. Darauf bin ich sehr stolz.“ Und wenn im Geschäft gerade weniger zu tun ist, nützt Theresa die Zeit und entwirft ihre eigenen Schmuckstücke und schenkt sie Menschen, die ihr wichtig sind. „Ich teste damit auch gleich, wie meine Ideen bei anderen ankommen“, erklärt Theresa und lacht. „Meine Armbänder kamen sehr gut an und ich bekam immer mehr Aufträge von Bekannten. Jetzt verkaufen wir sie mittlerweile auch schon im Geschäft.“

sehr, dass wir unsere Werkstatt gleich in unserem Geschäft haben. So sind wir alle vor Ort und können den Kundenwünschen gleich nachgehen. Das ist praktisch und spart natürlich Zeit“, erklärt die fleißige Eggerin. Denn mit ihrer Arbeit ist Theresa erst dann zufrieden, wenn auch die Kunden ein Funkeln in den Augen haben, sobald sie das Schmuckstück zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. In Kürze wagt sich die Goldschmiedfamilie an den nächsten beruflichen Meilenstein. Denn in Bezau wird bald eine zweite Geschäftsstelle eröffnet. Theresa wird dort in der neuen Werkstatt des Öfteren anzutreffen sein.

Eine wertvolle Firmenphilosophie. Das Erfolgsgeheimnis des kleinen Familienbetriebes ist schnell gelüftet. Die Kundenzufriedenheit hat oberste Priorität. „Unsere Kunden schätzen es auch

Ich liebe es, aus hochwertigem Material schöne Dinge zu fertigen.

Berufswunsch vorherbestimmt. Der dritte im Bunde ist der 25-jährige Tischler Michael Geser. Der talentierte Andelsbucher wuchs ebenso im Familienbetrieb auf und ist von Kindheitstagen

Vielseitigkeit. Man kann aus beinahe jedem Material Schmuck machen.

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Die individuelle Arbeitsleistung mit persönlicher Kundenbetreuung ist für Michael Geser das, was das Tischlern einzig­artig macht. Wenn die großen Möbelhäuser billige Ware am Fließband produzieren, wird das fachliche und auch zwischenmenschliche Engagement der selbstständigen Tischler umso wertvoller. an mit seinem Vater in der Werkstatt unterwegs. Sein Interesse am Tischlern hat sich schon früh bemerkbar gemacht, als er mit vier Jahren schon kleine Dinge für sein Spielzeug entwarf. Michaels Opa hat ihm damals eine Ecke in der Tischlerei eingerichtet. Mit ein paar ausgemusterten Werkzeugen tischlerte das Nachwuchstalent dort gemeinsam mit seinem Opa schon seine ersten Projekte. Das gemeinsame Werken mit seinem Opa hat der Tischlergeselle bis heute noch in schöner Erinnerung. Das Tischlerhandwerk ist tief in der Familie Geser verwurzelt wie es scheint, denn beinahe alle männlichen Verwandten haben sich für den Tischlerberuf entschieden. Nach der Hauptschule war es Michael wichtig, vor der Tischlerlehre noch eine weitere Schulausbildung abzuschließen. Er maturierte deshalb in der HAK Bezau. „Diese Entscheidung habe ich nie bereut, denn dadurch habe ich auch noch viel kaufmännisches Wissen erworben. Und ich war auch etwas älter und konnte die Entscheidung, als Tischer in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, bewusster treffen. Außerdem konnte ich während der

Schulzeit in vielen anderen Firmen schnuppern.“ Besonders die vergangenen sieben Monate bei der Firma Bernd Gruber in Salzburg blieben dem jungen Handwerker in guter Erinnerung. Anschließend absolvierte er den Zivildienst beim Roten Kreuz und startete die Lehre bei seinem Vater, die er 2016 abschloss. Sein Gesellenstück war eine edle Bodenstanduhr, mit welcher er den vorarlbergweiten Designwettbewerb der Tischlerlehrlinge gewann. Die Jahre als Lehrling im eigenen Familienbetrieb waren schön, aber auch fordernd für den jungen Handwerker. „Mein Vater überträgt mir auch schon viel Eigenverantwortung und legt bei vielen Dingen Wert auf meinen Rat. Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig, aber er verlangt mir als Sohn auch viel ab“, erzählt er. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Michael Geser hat schon viele Möbel hergestellt, doch eines bedeutet dem jungen Handwerker besonders viel. Ein Schreibtisch, den er vom Entwurf bis hin zum schlussendlichen Möbelstück selbst kreiert und getischlert hat. Das Möbelstück war eine Arbeit für eine Ausstellung im Werkraumhaus und wurde kürzlich auf der Ausstellung „AUSTRIA SHOWCASE“ der WKO in Mailand präsentiert.Derzeit ist der junge Tischler gerade mit der Meisterausbildung in Hallstadt beschäftigt. Doch seine Pläne für die Zukunft stehen schon fest: Eines Tages möchte er die Tischlerei seines Vaters mindestens so erfolgreich wie bisher weiterführen. Sabrina Galehr

Foto: Johannes Fink

Außergewöhnlich. Das Tischlern verbindet Unternehmertum und Handwerk.

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Von Agilität und Stabilität Wir befinden uns im Zeitalter der digitalen Transformation. Was das für Unternehmen bedeutet? Ihr Umfeld wird dynamischer, komplexer, unsicherer und widersprüchlicher. Der Wettbewerbsdruck nimmt zu. In Phasen starker Veränderungen muss man daher nicht nur in der Lage sein, in stabilen Strukturen Wertschöpfung zu erzielen, sondern auch rasch auf Entwicklungen zu reagieren. Agiles Management lautet das Zauberwort.

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igentlich ist das Konzept der Agilität keine neue Erfindung, denn bereits in den 50er-Jahren identifizierte der amerikanische Soziologe Talcott Parsons vier Funktionen, die jedes System erfüllen muss, um seine Existenz zu erhalten. Konkret waren dies die Fähigkeit, auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren (Adaptation), Ziele zu definieren und zu verfolgen (Goal Attainment), Kohäsion und Inklusion herzustellen und abzusichern (Integration) sowie grundlegende Strukturen und Wertmuster aufrechtzuerhalten (Latency). Vier Dimensionen. „Aus den Anfangsbuchstaben dieser Funktionen ergab sich damals das bekannte AGIL-Schema“, er-

Agiles Management schafft einen Rahmen für lebendige Lernprozesse von Menschen und Teams. Dabei ist Agilität wie Fahrradfahren – man lernt es nur im Tun. 36 kontur


„Die Zeit der starren Organisationen ist vorbei. Die Rolle der Führungskräfte muss sich in den nächsten Jahren wandeln. Vom heroischen zum postheroischen Management.“ läutert Dr. Stefan Hagen, Inhaber und ­Geschäftsführer der Hagen Management GmbH in Dornbirn, die Anfänge des agilen Managements. Sein achtköpfiges Team und er befassen sich schon seit Längerem mit den Prinzipien und dem am meisten verbreiteten agilen Framework SCRUM, welches vor allem in der Softwareentwicklung eingesetzt wird. Mit diesem Hinter-

grundwissen begleiten sie ihre Kunden beim Etablieren von agilen Toolsets, Skillsets und Mindsets. Was genau dahinter steckt, lässt sich anhand von vier zentralen Aspekten darstellen, die sich im Rahmen einer explorativ angelegten qualitativen Studie des Instituts für Personalforschung (IfP) an der Hochschule Pforzheim herauskristallisierten und die heute in der Praxis den Begriff Agilität auszeichnen – die vier Dimensionen der Agilität: Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kundenzentriertheit und Haltung. „Während es bei Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit vor allem darum geht, dass Organisationen schnell und dynamisch auf Veränderungen reagieren und sich schnell anpassen müssen, zeichnet sich die stärkere Kundenzentriertheit vor allem durch kurze Zyklen und Iterationen sowie das Vorwärtsgehen in kleinen Schritten und die Möglichkeit aus, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren“, so Stefan Hagen. „Der vierte Aspekt, die agile Haltung, die auch als Mindset bezeichnet wird, umfasst die Verhaltensweisen der Teammitglieder.“

Foto: Chris Gaethke

Begleiter. Dr. Stefan Hagen widmet sich schon seit Längerem dem agilen Management.

Agil, aber nicht soft. Und hier sind wir auch schon bei den wichtigsten „Faktoren“ des agilen Managements: den Menschen. Sicher, Räumlichkeiten und gewisse Strukturen müssen in einem Unternehmen gegeben sein, um agiles Management überhaupt umsetzen zu können. Doch es sind die Führungskräfte und Teammitglieder, die dem Konzept im wahrsten Sinne des Wortes Leben einhauchen. Auch diesbezüglich lieferte die Studie der Hochschule Pforzheim interessante Einblicke. So betrachteten die Befragten das Element Nähe als unabdingbar für die erfolgreiche Umsetzung von Agilität. Gemeint ist damit ein offener, respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander, sowohl zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, als auch zwischen den Teammitgliedern

selbst. „Um die Agilität in einem Unternehmen zu fördern, sollte daher eine Kultur der Kommunikation auf Augenhöhe etabliert werden“, bestätigt auch Stefan Hagen. Dass flache Hierarchien agile Unternehmen auszeichnen, ist daher nicht weiter verwunderlich. Und noch etwas ist wichtig in einem System, in dem Projekte verstärkt in Teams und mit größerer Dynamik umgesetzt werden: die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten müssen klar und offen im Unternehmen kommuniziert werden – ebenso Probleme und Fehler, die gemacht werden. „Nur weil das Management agiler ist, heißt es nicht, dass es softer ist“, so Stefan Hagen. Ganz im Gegenteil: Im eigenverantworlichen Teamwork zeichnen sich vielleicht sogar schneller Schwierigkeiten und negative Einflüsse ab. Gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit sind daher unabdingbar. „Führungskräfte müssen lernen, loszulassen und ihre Mitarbeiter Entscheidungen treffen und Fehler machen lassen. Sie treten in diesem Konzept stärker in der Rolle der Begleitung auf.“ Im Kleinen beginnen. Dass sich agiles Management nicht für jedes Unternehmen oder jede Organisation eignet, räumt Stefan Hagen ein. „Doch wenn es sich um flexible, schlanke, innovative und sich auf neue Technologien stützende Organisationen handelt, die Marktentwicklungen frühzeitig erkennen und sich schnell anpassen, kann die Agilität der richtige Ansatz sein.“ Auch müsse das Konzept nicht im ge­ samten Unternehmen umgesetzt werden. „Wenn es einzelne Abteilungen gibt, die prädestiniert für das agile Management wären, kann man auch dort ansetzen und erste Schritte in diese Richtung gehen.“ Denn letztendlich ist Agilität eine wichtige Voraussetzung für die Anpassung eines Unternehmens an eine sich verändernde Umwelt. Und wer will schon ihr Gegenteil, die Trägheit? Sabine Blechschmidt

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Der Trendsetter aus dem Ländle Kunden wie Amazon, Adidas, Fujitsu, KPMG oder Spotify haben eines gemeinsam: sie setzen auf die modernen Schrankschließlösungen von GANTNER. Wenn das High-Tech Unternehmen aus dem Montafon etwas kann, dann ist es eindeutig Trends frühzeitig erkennen und demensprechend innovative Qualitätslösungen entwickeln. Der Erfolg des Unternehmens spricht für sich. Aktuell erobert GANTNER gerade die Welt der modernen Büroumgebungen.

Büroarbeitswelten werden immer flexibler, gearbeitet wird dort, wo es situationsbedingt gerade optimal ist, Besprechungsnischen, Meeting Points und Lounges eingeschlossen.

In Australien und den USA haben wir bereits unzählige Bürokomplexe mit unseren elektronischen Schrankschließlösungen ausgestattet. Dort sind derart moderne Arbeitswelten nicht mehr wegzudenken. Auch in Europa hält dieses Konzept unaufhaltsam Einzug – das spüren wir an der starken Nachfrage. Elmar Hartmann, Geschäftsführer der GANTNER Electronic GmbH

muss eine Möglichkeit geschaffen werden, um die eigenen Arbeitsunterlagen und persönlichen Dinge täglich sicher versperren zu können. Den Kern dieses Konzepts bilden moderne Möbelschränke, die mit intelligenten Schrankschlössern gesichert werden. Schlüssel kommen dabei keine zum Einsatz, denn die Verwaltung und die Berechtigungsvergabe müssen einfach und sicher via PC möglich sein. Bedient werden die Schlösser mit dem eigenen Mitarbeiterausweis oder dem Smartphone. Damit kann auch gleichzeitig der Zutritt ins Gebäude und in die Büros, die Erfassung von

Arbeitszeiten oder die Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen organisiert werden. Ein weiterer Trend sind die sogenannten Endof-Trip Anlagen. Mitarbeiter joggen ins Büro oder kommen mit dem Fahrrad. Um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, sich frisch zu machen und umzuziehen, werden in End-of-Trip Anlagen Umkleideschränke geboten, die ebenfalls mit dem Mitarbeiterausweis genützt und bequem zentral verwaltet und organsiert werden. Auch in diesem Bereich hat GANTNER eine Vorreiterrolle übernommen – immer am Puls der Zeit.

Daten & Fakten Mitarbeiter weltweit: rund 400 Umsatz gesamt: 51 Mio. Euro (2017) Exportanteil: ca. 80 Prozent Hauptmärkte: DACH, Skandinavien, Großbritannien, Mittlerer Osten, Australien, USA Referenzbeispiele: Hypo Landesbank Vorarlberg, Erste Bank Group, Loacker Recycling GmbH, Ferrari World, Reebok, Swarovski Kontakt: info@gantner.com I www.gantner.com

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Das Konzept „jedem Mitarbeiter sein zugewiesener Schreibtisch“ verschwindet zunehmend. Da Büroflächen immer kostenintensiver werden, müssen vorhandene Ressourcen optimal genützt werden. Damit Arbeitsbereiche flexibel, je nach aktueller Anforderung, in Anspruch genommen werden können und leerstehende Büros oder Schreibtische der Vergangenheit angehören, bietet GANTNER, ergänzend zur elektronischen Zutrittskontrolle, mit seinen flexiblen Möbelschlosslösungen ein optimales Konzept für moderne Arbeitswelten. Damit Mitarbeiter dort arbeiten können, wo es situationsabhängig gerade am besten ist,


VORARLBERG HEUTE

WIR SIND IMMER FÜR SIE DA TÄGLICH | 19:00 | ORF 2 MIT THOMAS HASCHBERGER, KERSTIN POLZER, DAVID BREZNIK, MARTINA KÖBERLE UND DANIEL REIN

vorarlberg.ORF.at


Die Bergwelt, ein Geschenk Hannes Heigenhausers große Leidenschaft sind die Berge. Der 29-Jährige hat in Lech die perfekte Symbiose gefunden. Der Weitgereiste kann die Bergwelt erkunden – besonders gerne im Winter mit Skitouren – und dabei seinem Job als Online-Marketer nachgehen.

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ie Faszination der Bergwelt ist für Hannes Heigenhauser schnell erklärt. Die Möglichkeiten, die sich bieten, sind schier unerschöpflich. „Die Bergwelt ist für mich ein riesiger Abenteuerspielplatz, auf dem man selber entscheiden kann, was man in welcher Intensität macht. Ob man in der Ebene laufen geht, einen Berglauf macht oder eine Tour klettert. Man ist draußen unterwegs und kann das auf seine Weise genießen. Die Bergwelt ist einfach ein großes Geschenk für uns alle“, drückt Hannes Heigenhauser seine Begeisterung aus.

Foto: Anna Reschreiter

Einmalige Kombination. Sehr glücklich ist der gebürtige Chiemgauer darüber, dass er am Arlberg einen Job gefunden hat. So kann er nämlich sein Hobby perfekt mit der Arbeit verbinden. Zwar sitzt der 29-Jährige seit eineinhalb Jahren in seiner Funktion als Online-Marketer bei Lech-Zürs-Tourismus in einem Büro und man könnte meinen, wie zum Hohn mit Blick zum Schlegelkopf. Doch wenn er keine Termine hat, ist sein Job zeitlich unabhängig und sein Arbeitgeber kommt ihm sehr entgegen. „Das bedeutet, ich kann mittags Langlaufen gehen oder mal zwei Stunden Skifahren. Oder es kommt vor, dass gleich am Morgen bei frischem Pulverschnee zwei Stunden lang Tiefschneefahren angesagt ist“, erzählt der erklärte Winterfan. Nach Lech gekommen ist Hannes Heigenhauser vor vier Jahren als Skilehrer. Doch seine Verbindung zum Skidorf währt schon länger. Sein Großvater war nämlich schon Stammgast in der Skischule Lech. „Ich wusste während meines Studiums, dass ich an den Arlberg kommen will. Durch meinen Großvater war auch die Skischule schon vorgegeben. Und ich erinnere mich auch noch, als ich damals Anfang Dezember das erste Mal über den Flexenpass gefahren bin. Es war ein Traumtag. Zürs hat sich vor mir aufgemacht und nach Lech hinunter öffnete sich das gesamte Tal. Man blickt auf das Karhorn, den Biberkopf

„Warum ist der Winter faszinierend? Das Gefühl, mit Skitourenskiern einen Hang hochzugehen und dann im noch unberührten Tiefschnee hinunterfahren zu können, ist unvergleichlich. Dieses un­ beschreiblich schöne Gefühl stellt sich auch nach Jahren bei jeder Abfahrt ein.“ kontur 41


Kondition. Aufstieg und Abfahrt erfordern Kondition, die Hannes Heigenhauser mit Langlaufen trainiert.

Der Arlberg ist speziell. Da der Winter lang und schneesicher ist, gibt es viele Möglichkeiten, einen Platz zu finden, der einem gefällt. Ein Vorteil ist, dass man mit dem Lift hochfahren kann, 20 Meter neben der Station im unberührten Tiefschnee steht und abfahren kann. Dies ausleben zu können, ist schon eine einmalige Kombination. und auf der anderen Seite auf das Omeshorn. Den ersten Eindruck hätte ich nicht besser erwischen können“. Dieser Eindruck hat sich für den passionierten Skisportler bis heute nicht geändert. Bei jeder Fahrt über den Flexenpass geht ihm das Herz auf. Herausforderung. Hannes Heigenhauser ist ein Typ, der nicht gleich ins Schwitzen kommt. Doch sein Job als Skilehrer für Tiefschneegruppen war anfangs eine He­ rausforderung für ihn. „Während des Bewerbungsgesprächs bei der Skischule dachte ich, die zugesagte Betreuung der Tiefschneegruppen sei ein Trick, damit ich herkomme. Doch nachdem ich drei Tage mit einem Skiführer im Gelände unterwegs

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war, hatte ich tatsächlich meine erste Tiefschneegruppe“, verrät er. Als er vor seiner Gruppe stand, wurde ihm bewusst, dass sicher Gäste darunter sind, die den Arlberg seit 20 Jahren besuchen und jeden Hügel kennen. Seine Gruppe sah es aber ganz entspannt. Einen Vorteil hatte der Wurf ins kalte Wasser bzw. in den Tiefschnee. „Ich bin am Nachmittag und Abend immer vor der Karte gesessen und habe mir Touren eingezeichnet. So habe ich schnell das Gebiet kennengelernt.“ Dieses Wissen nutzt er heute noch beruflich. Von klein auf. Die Faszination für die Bergwelt, besonders für den Wintersport, wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Geboren ist er im kleinen bayerischen

Skiort Reit im Winkl. Sein Vater ist aktiver Bergsteiger, seine Mutter hat die Kinderskischule im Ort geleitet. Daher war es für ihn selbstverständlich, von klein auf die Berge mit Skiern zu erkunden und später bei den ersten Ski- und Langlaufrennen mitzumachen. „Meiner Familie war es immer wichtig, dass wir draußen gemeinsam unterwegs sind. Und Skifahren war einfach der größte gemeinsame Nenner“, fasst Heigenhauser die Ursprünge seiner Leidenschaft zusammen. Eine logische Konsequenz war dann der Ski-Nachwuchskader des Deutschen Alpenvereins. Dieser ist ihm sehr gut in Erinnerung geblieben. „Während dieser Zeit konnte ich in verschiedenen Gebieten wie


Skitourentipps von Hannes Heigenhauser Rauhekopfscharte – Eisenscharte Für Einsteiger im Skitourengehen mit guter Skitechnik und al­pinen Grundkenntnissen. Sicherer Umgang mit LVS-Geräten und Einschätzung der aktuellen Lawinensituation erforderlich. Aufstieg: 350 Hm, ca. 3 Stunden in der Garmischer und Allgäuer Ecke sowie im Dachsteingebirge Skirennen fahren“, erzählt der Blogger, der für seinen Arbeitgeber über seine Bergerlebnisse berichtet. Er lernte auch Wettkämpfer aus verschiedenen Nationen kennen. Ein Highlight für ihn war 2007 sein Aufenthalt im französischen Skigebiet Portes du Soleil. Diese Woche war für ihn der Anlass, künftig Sport und Reisen miteinander zu verbinden. So brachten ihn 2013 seine Hobbys in den Iran, zum Skitourengehen in das Tal der 4000er. „Dieses Jahr bin ich nach China zum Muztagh Ata. Das ist ein 7000er, den man mit Skiern besteigen kann. Leider hat es nicht geklappt. Mein Kreislauf machte in 5500 Metern Höhe nicht mehr mit. Trotzdem konnte ich Land und Leute kennenlernen“. Konditionstraining. Damit er für die Touren fit ist, baut er mit seiner zweiten Sport-

Fotos: Anna Reschreiter, Hannes Heigenhauser

Winterfan. Hannes Heigenhauser liebt Berge und Schnee.

art, die er im Winter sehr gerne betreibt, Kondition auf. „Für mich ist es praktisch, die Langlaufloipe vor der Haustüre zu haben. Das Training benötigt nicht lange, es braucht nicht viel Ausrüstung und man kann schnell seine Kondition verbessern, fördern und fordern“, erklärt er. Seine Kondition unter Beweis stellen will Hannes Heigenhauser diesen Winter während einiger Skitourenrennen oder 2019 dann beim Goretex Transalpine Run. Patrizia Gunz

Die Bergwelt ist ein Geschenk. Jeder kann sie auf seine Weise und in unterschiedlicher Intensität genießen.

Von der Rüfikopfbahn-Bergstation zunächst der blauen Piste 180 für etwa 250 Meter folgen. Diese dann in Richtung Rüfispitze verlassen. Nach einigen Treppenschritten folgt das erste Highlight: die Abfahrt ins Ochsengümple. Dann in östlicher Richtung den Aufstieg zur Rauhekopfscharte beginnen. Über flache Hänge geht es im Schatten der Rüfiund der Gümplespitze empor, bis die Scharte erreicht ist und man hinüber in Richtung Valluga, Stuttgarter Hütte und zu den Hängen des Krabachtals blickt. Nun in südwestlicher Richtung zur Eisenscharte queren. Hier beginnt die Traumabfahrt hinab ins Pazieltal und nach Zürs. Göppinger Hütte Für fortgeschrittene Tourengeher mit guter Orientierung und sicherer Aufstiegstechnik, sowie guter Einschätzung der aktuellen Lawinengefahr. Aufstieg: 550 Hm, ca. 5 Stunden Die Piste 223 unterhalb der Bergstation des Steinmähders in westlicher Richtung verlassen und zum Butzensattel fahren. Dann über die Bödenalpe hinab ins Markbachtobel, wobei dem Tobel keinesfalls bis ins Tal gefolgt werden kann, da es in einer nicht befahrbaren Steilstufe endet. Auf 1700 Metern dem DureggTobel in westlicher Richtung folgen. Hier sind gutes Orientierungsvermögen und sichere Spurwahl notwendig, um übers Laubegg zur Göppinger Hütte zu gelangen. Die Hütte ist im Winter unbewirtschaftet, doch man kann dort gemütlich sonnen. Für die Abfahrt zum Zuger Älpele quert man westlich, um zu den Südhängen zu gelangen, die zum Oberen Älpele führen. Nach der Abfahrt dem Forstweg folgen. So erreicht man das Gasthaus Älpele im Zugertal. Die zwei Kilometer nach Zug entlang der Langlaufloipe skaten.

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Echt witzig, oder? Mit minimalen Eingriffen gibt Florian Herzog (40) alltäglichen Dingen eine andere Bedeutung. Die Bürouhr wird zur Zeitschere, der Schneebesen zum Eischläger, das Taschenmesser zum bellenden Hund, die Gummihandschuhe werden zum prall gefüllten Euter ...

E

inschließlich Matura (1998) absolviert Florian Herzog in Bludenz das volle Programm: Kindergarten, Volksschule, Gymnasium. „Die tollsten Jahre meines Lebens habe ich in Bludenz verbracht. Nicht nur die Gerüche bleiben unvergessen. Sie bestimmten die freie Zeit: Roch es nach Schokolade, kam Schlechtwetter, bekam man Fohrenburger Bier in die Nase, gab es schönes Wetter. Unser Revier waren alle Gärten rund um die Ferdinand-Gassner-Straße, wo wir noch heute unseren ‚Herzog-Sitz‘ haben, und der geschichtsträchtige Montikel. Am Muttersberg haben wir Skifahren gelernt, bevor wir gehen konnten. Wir gehörten zum Bludenzer Skikader und haben auch in Bürserberg und Brand trainiert.“

Offener Blick. Die Ideen kommen Florian Herzog spontan.

Profunde Lehr- und Praxisjahre. Bevor er dem Vater zuliebe in der Bundeshauptstadt ein BWL-Studium beginnt, absolviert er das Bundesheer in der Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim. Nach zweieinhalb Jahren Plage mit BWL wirft er das Handtuch, folgt intuitiv dem Zufall und inskribiert an der „fotok“, Schule für künstlerische Fotografie. Diese schließt Florian Herzog 2005 mit Diplom ab.

Fotos: Florian Herzog

Und wieder öffnet ein Zufall die nächste Türe. Zunächst die des Fotolabors Leutner in Wien-Neubau. Dort lassen alle bekannten Künstlerinnen und Künstler die Prints machen: Eva Schlegel, Erwin Wurm, Lois Renner und Co. Florian Herzog lernt nicht nur die Repro von der Pike auf kennen, sondern auch bedeutende Metiers der Fotografie: Mode-Objekt-Natur-Gesellschaft. Fünf Jahre lang sammelt und verbessert er sein Rüstzeug als Fototechniker und Fotograf. 2007 gründet Florian Herzog sein eigenes Atelier. Er startet mit Fotostrecken für Jahres- und Geschäftsberichte. 2008 bekommt er die Finanzkrise zu spüren. Die Unternehmen sparen an allen Ecken und Enden, nicht zuletzt bei guten Fotos.

Unser Revier und ‚Herzog-Sitz‘ waren alle Gärten rund um die Ferdinand-Gassner-Straße. kontur 45


Florian Herzog gibt einfachen Objekten eine große Bühne. Gestochen scharf erzählt er Geschichten über Dinge, die für den Akt analoger Fotokunst aus dem Alltag ausgebrochen sind und unsterblich werden. Was also tun? Er absolviert ein Sommersemester in der „Rocky Mountain School of Photography“ in Missoula, Montana bei Neil Chaput de Saintonge, Assistent des berühmten Landschaftsfotografen Anselm Adams. Mit Zufall zur Objektfotografie. Zurück in Wien telefoniert er. In der Küche. Am Tisch liegen eine Zitrone und eine Kiwi. Während des Gesprächs drückt er die Kiwi in die halbierte Zitrone und das Objekt „Kirone“ ist fertig, als er das Gespräch beendet. „So habe ich begonnen, vergängliche organische Skulpturen für die Ewigkeit fotografisch festzuhalten. In analoger Technik.“ Es ist der Anfang seiner ironischen Fotokunst. Auf die Früchte folgen Alltagsgegenstände, die er mit kleinen Eingriffen verfremdet, um mit Witz wie Poesie neue Wirklichkeiten zu erzeugen.

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Im Jahr 2010 bietet sich per Zufall ein Projekt an, das dem Skifahrer und Fotografen viel Freude bereitet. Der Kalender für Skilehrer. „Ein guter Bludenzer Freund machte den Kalender für Skilehrer. Er hat Hubertus von Hohenlohe und mich als Fotografenduo beauftragt, neue Kalender für Skilehrer zu realisieren, inklusive Grafik Design. Das Projekt lief fünf Jahre. Wir haben im Libanongebirge und am Arlberg fotografiert, in Cortina, Zermatt und im bulgarischen Bansko. In dieser Zeit ist die Zusammenarbeit mit Hubertus von Hohenlohe gewachsen. Noch heute stehe ich ihm als technischer Assistent zur Seite.“ Ironische Transformationen. Der Fotokünstler Florian Herzog gibt den Objekten aus Alltagsgegenständen eine Bühne, auf

der sie monumental erscheinen. Zwischen den Zeilen kann man lesen, welche alte Geschichte in ihnen steckt und staunen, welche neuen Geschichten sie nach dem künstlerischen Eingriff erzählen. Die bildhauerische und szenische Behandlung macht sie zu Objekten, die mit Ironie, Humor, Anspielung eine völlig andere Bedeutung und auch Wertschätzung erfahren. „Die Ideen kommen spontan beim Anblick von Krawatten, Schuhbändern, Coca Cola, Küchenutensilien, alltäglichen Dingen, die ein begrenztes Leben haben. Durch die Fotografie werden sie unsterblich. Die bildhauerische Arbeit ist dabei Mittel zum Zweck. Mehr und mehr neige ich dazu, den Objekten ein eigenes Leben zu lassen und sie nach dem Fotografieren nicht zu entsorgen.“ Aktuell arbeitet Florian Herzog an der Umsetzung eines Wortspiels mit „Betonung“ einzelner Buchstaben.


Fotos: Florian Herzog

Einmal Bludenz – immer Bludenz. Bludenz ist und bleibt sein Kraftort, der ihn erdet, den er braucht. Jedes Jahr erwandert Florian Herzog im Sommer die Berge und Alpen rund um „sis Städtle“. Nunmehr mit seiner Partnerin Jenny aus Venezuela und dem gemeinsamen Sohn Mateo. Fixpunkte sind der Lünersee, die Alpe Rona mit „dem besten Blaubeerenjoghurt der Welt“, ebenso der Mutters-

berg und der Montikel. „Leider gibt es den Milchflip um einen Schilling nicht mehr.“ Das bedauert auch Mateo, der vom Vater Bludenzer Dialekt lernt und im winterlichen Ländle seine ersten Spuren im Schnee zieht. Elisabeth Längle

Die bildhauerische Arbeit ist Mittel zum Zweck. Ich neige dazu, den Objekten ein eigenes Leben zu lassen und sie nach dem Fotografieren nicht zu entsorgen. kontur 47


In der Welt der Zahlen Ob Zinsen, Spesen oder Währungen – schon als Jugendliche zog die Bankenbranche Angelika Rimmele in ihren Bann. Heute ist die Fußacherin Marketingleiterin der Hypo Vorarlberg und könnte sich keinen spannenderen Arbeitsplatz vorstellen. Neue Technologien, Trends und Wettbewerber halten die Bankenwelt in Bewegung. Die Bankenbranche befindet sich im Wandel. Chance oder Herausforderung? Industrialisierung, Globalisierung, Digitalisierung. Jede Entwicklung führt zu einem Wandel unserer Gesellschaft und von Branchen. Die Digitialisierung verändert die Finanzbranche massiv. FinTechs und neue Technologien (wie z. B. Blockchains) bringen neue Wettbewerber und machen den Banken ihre traditionellen Geschäftsfelder streitig. Die größte Herausforderung liegt hier im Retail Banking: hohe Kosten, geringe bis fast keine Margen. Jeder Trend führt aber auch zu einem Gegentrend: schneller, weiter, höher - Mindshift, Sinnsuche, bewusstes Konsumieren, menschliche Nähe, Sicherheit, Nachhaltigkeit. Gegentrends sind Nischenchancen.

Als ghörige Vorarlbergerin: Welche Eigenschaften der Menschen im Ländle schätzt man Ihrer Meinung nach im restlichen Österreich am meisten? Da fallen mir im ersten Moment vor allem Bodenständigkeit, Fleiß und Realitätssinn ein.

Was fasziniert Sie an der Branche? Mein erster Ferienjob war in einer kleinen Filiale einer Großbank. Was ich danach wusste: Ich wollte mit Menschen in Kontakt sein und Lösungen anbieten. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Euro, sondern viele verschiedene Währungen. Währungswechsel, Spesen-, Zinsberechnungen etc. – das kaufmännische Rechnen, aber auch die volkswirtschaftlichen Komponenten des Bankwesens interessierten mich.

Zählen Sie selbst zur Riege der Sparer? Ja, aber risikofreudiger und diversifiziert, also in verschiedenen Assets – auch etwas physisches Gold zählt zu meinen „Reserven“. Generell veranlage ich nur in etwas, was ich verstehe und was ich moralisch vertrete. So spekuliere ich weder mit Nahrungsmitteln noch investiere ich in die Rüstungsindustrie. Und als typische Vorarlbergerin gehört auch das Eigenheim dazu.

Wie lässt sich diese Welt der Zahlen und Fakten attraktiv vermarkten? Die gesetzlichen Vorgaben und Niedrigzinsen haben die Werbung für Bankprodukte unattraktiv gemacht. Schon alleine das Wort „attraktiv“ muss mit einem Rechtshinweis erklärt werden. Wir gehen hier neue Wege: nutzstiftende Inhalte für unsere Kunden, wie zum Beispiel den täglichen Börsennewsletter etc., aber auch das Storytelling in unserem Magazin VORhaben. Auch sind die Zeiten einseitiger Kommunikation vorbei. Das Internet wurde „social“. Es wird gebloggt, kommentiert, man likt und dislikt und empfiehlt. Mit Social Web sind viele neue „Momente der Wahrheit“ entstanden, an welchen der Kunde die Versprechen der Marke kennenlernt und kritisch prüft. Und er spricht und urteilt darüber: auf seinen eigenen Kanälen, auf Bewertungsplattformen. Dialogfähigkeit und nutzstiftender Content sind meines Erachtens Schlüsselfaktoren für die Marketingkommunikation.

Wenn Sie morgen zehn Millionen Euro bekommen würden, was würden Sie damit machen? Ich würde auf jeden Fall weiterarbeiten und in das unternehmerische Potenzial meiner Kinder, Nichten und Neffen investieren. Und einen Betrag würde ich – so wie ich es heute schon tue – an regionale Organisationen wie Rotes Kreuz, Krankenpflegeverein, freiwillige Feuerwehr oder Umweltinitiativen spenden.

Welche Rolle spielen Frauen mittlerweile in dieser „Domäne“ der Männer? Bei der Hypo Vorarlberg beträgt der Frauenanteil rund 60 Prozent. Auch der Anteil der weiblichen Führungskräfte nimmt zu. Dies liegt nicht an der gesetzlichen Genderquote – von welcher ich übrigens nichts halte –, sondern an der Qualifikation und den verbesserten Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie andere Branchen kämpft auch die Bankenbranche um die besten Mitarbeiter.

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Wirkt sich das auch auf das Verhältnis zu Geld aus? Sind die Vorarlberger eher konservativ oder risikofreudig, was ihre Finanzen angeht? Der Großteil der Vorarlberger ist wie der Rest Österreichs eher konservativ. Also Sparbuch, Sparen auf dem Girokonto, Bausparer usw. Eigentlich verrückt bei einer Inflation von zwei Prozent und beinahe null Zinsen, und dann geht die KESt auch noch weg.

Wofür geben Sie selbst Ihr Geld am liebsten aus? Meine beiden Kinder studieren – die Tochter Wirtschaftsinformatik (Masterstudium) und der Sohn Rechtswissenschaften mit der Spezialisierung im Bankenrecht. Dieses Geld gebe ich gerne aus. In die Ausbildung seiner Kinder zu investieren, ist meiner Meinung nach die beste Anlage. Wenn Sie genug von der Welt der Banken haben, wie und wo finden Sie privat einen Ausgleich zum Beruf? In den Bergen Vorarlbergs und auf dem Bodensee beim Segeln. Meine große Leidenschaft ist der Ausdauersport. Waren es früher das Mountainbiken und der Marathonlauf, sind es heute lange Bergwanderungen (mit Klettersteigen) und im Winter das Tourenskigehen. Für meinen Arbeitsweg von Fußach nach Bregenz nutze ich gerne das Rad und die Mittagspausen gelegentlich für einen Spaziergang oder eine Lesepause am See. Sabine Blechschmidt


geb. 1967 in Bregenz. Nach der Bankausbildung Universitätslehrgang zur akademischen Marketerin sowie Diplomausbildungen in PR und im Online-Marketing, spezialisiert in der Banken- und Immobilienbranche. Bei der Hypo Vorarlberg leitet sie das Marketing und verantwortet das Projekt „Markenzukunft“. Berufliche Stationen: Sparkasse Bregenz, s-Immobilien, Hypo Immobilien. Seit 2011 bei der Hypo Vorarlberg, seit 2015 Marketingleiterin. Privat. Verheiratet, zwei Kinder (Tochter 24, Sohn 21 Jahre alt).

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Foto: Roland Paulitsch

Angelika Rimmele


Version: 2

Kontaktperson: Thomas

Korrekturlauf: 1

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Synonym für Höchstleistungen

In einer kleinen Werkstatt Wolfurt-Ri­ckenbach und im Pioniergeist der Gründerfamilie liegt der Ursprung der weltweit erfolgreichen Doppelmayr Gruppe.

N

ach dem Start im Jahr 1893 durch Konrad Doppelmayr wurden bereits 1912 die ersten Personenaufzüge konstruiert. Sohn Emil erbaute mit dem Skiliftpionier Sepp Bildstein 1937 den ersten Skilift am Arlberg. Nach den Kriegsjahren wurde der Betrieb dank der laufenden Entwicklung und des unvergleichlichen Innovationsgeistes internationalisiert. Mut, Hartnäckigkeit, Konstruktionskraft und hohe Benutzerfreundlichkeit führten zu weltweitem Erfolg und stetem Wachstum des Unternehmens.

Frühe Internationalisierung. Bereits im Jahr 1953 realisiert das Wolfurter Unternehmen ein Projekt in Montreal/Kanada. Unter Artur Doppelmayr, der 1955 in das Unternehmen eintritt, erfolgt eine starke Expansion und zahlreiche Weltneuheiten werden entwickelt, sein Sohn Michael übernimmt 1992 in vierter Generation die Geschäftsführung und setzt die Internationalisierung fort. Mit dem Zusammenschluss der beiden führenden und traditionsreichen Seilbahnhersteller Doppelmayr und Garaventa im Jahr 2002 entsteht die Doppelmayr/Garaventa Gruppe. Die Unternehmensgruppe hält Produktionsstandorte sowie Vertriebs- und Serviceniederlassungen in über 40 Ländern der Welt und realisierte bis heute mehr als 14.900 Seilbahnsysteme für Kunden in 95 Staaten. Globale Kompetenz. Die Produktpalette ist umfangreich: Doppelmayr ist Weltmarktführer und bietet Seilbahnlösungen für Winter- und Sommertourismusgebiete, den öffentlichen Nahverkehr oder effizienten Materialtransport an. In der Olympia-

Region Sochi bauten die Seilbahnspezialisten 40 Seilbahnanlagen, darunter eine 3S-Bahn mit Personen- und Autotransport. In La Paz/Bolivien realisierte Doppelmayr das weltweit größte urbane Seilbahnnetz mit aktuell acht Seilbahnlinien in Betrieb und zwei weiteren in Bau. In Vietnam jagt ein Seilbahnrekord den nächsten: die größte Kabine, die höchste Stütze, die längste 3S-Bahn. Die nächste Seilbahngeneration. In einem der größten Entwicklungsprojekte des Unternehmens entstand die nächste

35 neue Lehrlinge haben im September dieses Jahres ihre Ausbildung bei Doppelmayr gestartet. kontur 53


Mit dem Zusammenschluss der Seilbahnhersteller Doppelmayr und Garaventa im Jahr 2002 entstand die Doppelmayr/ Garaventa Gruppe. Die Unternehmensgruppe hält Produktionsstandorte sowie Vertriebs- und Serviceniederlassungen in über 40 Ländern der Welt und realisierte bis heute mehr als 14.900 Seilbahnsysteme für Kunden in 95 Staaten. Seilbahngeneration: die D-Line. Das Ziel war es, Verbesserungen für drei ausschlaggebende Zielgruppen zu erreichen: für die Kunden bzw. Investoren, die Fahrgäste sowie die Betriebs- und Wartungsmitarbeiter. Höchster Fahrgastkomfort, leiser Betrieb, einfache sowie zeitsparende Wartung und noch viele weitere Eigenschaften machen die D-Line zur First Class. Die Fahrgäste der Ifenbahn im Kleinwalsertal können sich davon überzeugen. Zukunftschance Ausbildung. Seit Anbeginn des Unternehmens wird bei Doppelmayr auf die Ausbildung junger Menschen Wert gelegt. Im Laufe der Unternehmensgeschichte gab es in Wolfurt bisher drei Lehrwerkstätten. Die vierte wurde jetzt am Standort Hohe Brücke, wo sich auch das neue Bürogebäude und die größte Produktionsstätte der Unternehmensgruppe befinden, einge-

richtet. Hier lernen die Lehrlinge alles Wissenswerte über die Metallverarbeitung und Elektrotechnik, das sie für den Bau von Seilbahnen anwenden werden. 35 neue Lehrlinge haben im September 2018 ihre Lehre bei Doppelmayr gestartet. Meilensteine. 1893 gründet Konrad Doppelmayr das Unternehmen in Wolfurt-Rickenbach. 1937 wird der erste Schlepplift in Zürs am Arlberg in Betrieb genommen. Die Internationalisierung erfolgt bereits 1953 mit einem Auftrag in Kanada. 1972 geht die erste kuppelbare Gondelbahn, 1976 die erste kuppelbare Sesselbahn in Betrieb. 1998 wird in Las Vegas der erste Cable Liner-Shuttle eröffnet. 2002 erfolgt die Fusion mit der Schweizer Garaventa Seilbahnen AG. 2004 wird in Lech und Schröcken die Sitzheizung für Sesselbahnen eingeführt. 2007 wird in Serfaus als Weltneuheit die Sesselbahn für sieben Kinder konstruiert. 2012 eröffnet die Weltneuheit Cabriobahn aufs Stanserhorn. 2014 geht in Bolivien das größte urbane Seilbahnnetz der Welt in Betrieb und der von Doppelmayr entwickelte Laufrollengenerator kommt in Ischgl erstmalig zum Einsatz. 2015 fährt die erste 3S-Bahn um eine Kurve und die erste D-Line Anlage geht in Hochgurgl in Betrieb. Die längste Dreiseilbahn eröffnet 2018 in Hon Thom (Vietnam). Sabine Blechschmidt

Nachwuchs. In der vierten Lehrwerkstatt lernen die Auszubildenden alles, was sie für den Bau von Seilbahnen wissen müssen.

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Ausstellung

GENAU DA!

Innsbruck: Sieben erste Begegnungen 3. Oktober 2018 bis 26. Januar 2019 BTV Stadtforum Innsbruck FO.KU.S

Die Klasse fĂźr Fotografie und Medien von Joachim Brohm an der Hochschule fĂźr Grafik und Buchkunst | Academy of Fine Arts Leipzig erarbeitet neue Werke in der Stadt. Eintritt frei

Foto: Moritz Zeller Design: Studio Mut

Kunst und Kultur


Die vierte Kulturtechnik Die digitale Transformation kommt unaufhaltsam auf uns zu. Aber niemand kann vorhersagen, welche Entwicklungen die Zukunft tatsächlich bringen wird. Es gilt, die strategischen Weichenstellungen vorzunehmen, um für die Herausforderungen gewappnet zu sein.

D

ie Gefahr besteht durchaus, dass die Menschen die Verlierer der digitalen Veränderungen werden könnten. Darauf hat kürzlich das Unternehmen TIP Technik und Informatik Partner GmbH hingewiesen. Einen ganz wichtigen Stellenwert nimmt dabei auch die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein. Dazu stellten wir den Verantwortlichen führender Vorarlberger Un-

ternehmen und Institutionen die Frage, welche Fähigkeiten der Arbeitnehmer unerlässlich sind, um die Digitalisierung in Vorarlberg zu bewältigen zu können und so den Wirtschaftsstandort Vorarlberg langfristig absichern zu können. Wie akut der Engpass bereits heute in Vorarlberg ist, hat die jüngste Jobmesse der Fachhochschule (FH) Vorarlberg und

Das Internet der Dinge verändert unser Verhalten, insbesondere auch persönliche Gewohnheiten.

Die digitale Kompetenz der Arbeitnehmenden wird ein entscheidender Erfolgsfaktor für Vorarlberg.

WILFRIED HOPFNER RAIFFEISEN LANDESBANK

MARTIN OHNEBERG IV VORARLBERG

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der Industriellenvereinigung (IV) gezeigt. 102 Unternehmen gaben bei dieser Jobmesse an, dass sie über 2700 Einstel­ lungen auf den unterschiedlichen Ausbildungsniveaus vornehmen könnten, insbesondere in den Bereichen IT und Technik. Die meist gesuchten Stellen fallen auf ­Qualifikationen mit IT-Hintergrund. Nachgefragt sind hier vor allem Mitarbeiter mit Ausbildung und Praxis im Bereich Programmierung, Big Data, SAP, Software, Hardware und Datenbanken. Dicht gefolgt von den klassischen technischen Berufen wie Produktion, Fertigung, Montage, CNC, Engineering, Mechatronik, Konstrukteur oder Robotik. Martin Ohneberg, der Präsident der IV Vorarlberg führt dazu aus: „Neben einer qualitätsvollen Grundbildung und einer gezielten Talenteförderung wird die digitale Kom-


Foto: shutterstock, www.fasching.photo, Dietmar Mathis

petenz der Arbeitnehmer ein entschei­ dender Erfolgsfaktor für Vorarlberg. Der Zuwachs an Nicht-Routine-Tätigkeiten fordert einerseits Informatik als vierte Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen. Diese digitale Kompetenz in Kombination mit klassischen technischen Ausbildungen macht technologische Spitzenleistungen möglich. Andererseits braucht es auch vermehrt überfachliche Kompetenzen und Einstellungen (einen anderen ‚mindset‘), die für Lebens- und Alltagsanwendungen in der hoch technologisierten Welt gefragt sind – das sind Flexibilität, Innovationskraft, Kreativität und Kooperationsfähigkeit.“ Auf neue Welt einlassen. Aber auch vor dem Bankensektor machen die revolutionären Entwicklungen nicht halt. Betriebsökonom Komm.-Rat Wilfried Hopfner

CSE, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg meint dazu: „Die Auswirkungen der rasch fortschreitenden Digitalisierung sind unverkennbar. Das Internet der Dinge verändert unser Verhalten, insbesondere auch persönliche Gewohnheiten. Dort liegt die Entscheidung bei jeder/jedem Einzelnen, inwieweit er sich auf diese neue Welt einlässt. Auch in der Bankenbranche verändert sich das Arbeitsumfeld. Obwohl schon immer stark von IT-Anwendungen geprägt, ergeben sich dadurch neue Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere die BlockchainTechnologie wird dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten. Hoffentlich gelingt es durch die Nutzung neuer Technologien, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort einzusetzen, wo sie besonders bedeutend sind – nämlich im Kontakt zu unseren Kunden.“

102 Unternehmen gaben bei der Jobmesse von FH und IV an, dass sie über 2700 Einstellungen auf den unterschiedlichen Ausbildungsniveaus vornehmen könnten, insbesondere in den Bereichen IT und Technik. Die meist gesuchten Stellen fallen auf Qualifikationen mit IT-Hintergrund. Und Johannes Berger, Personalverantwortlicher beim weltweit tätigen Beschlägehersteller Blum in Höchst vertritt dazu die folgende Ansicht: „Digitalisierung ist ein Megatrend, der alle Lebensbereiche durchdringt. Deshalb sind primär nicht technologische Kenntnisse gefragt, sondern menschliche Grundhaltungen. Konkret benötigen die Mitarbeiter der Zukunft und das Unternehmen als Ganzes drei Grundhaltungen, um Digitalisierung gut ins Unternehmen integrieren zu können: Offenheit und Neugierde, um sich mit

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dem Neuen auseinanderzusetzen. Dann kann es gelingen, das Neue auf die eigene Aufgaben- und Lebenswelt anzuwenden. Die dritte Grundhaltung ist die kritische Sicht, um zu unterscheiden, was ein kurzfristiger Hype ist, und was langfristig Nutzen stiftet. Mit dem Aufkommen von Megatrends sind immer Chancen, aber auch Risiken verbunden. Diese Möglichkeiten gilt es genau auszuloten, um die mit dem größten Potenzial dann im Unternehmen zu realisieren.“ Gezielt suchen und filtern. Für ein global agierendes Logistikunternehmen spricht Helmut Schöpf, Head of Corporate Human Resources Development bei Gebrüder Weiss in Lauterach: „Die Digitalisierung ist seit Langem ein fester Bestandteil des Logistikalltags. Zeitgemäßes Supply-Chain-Management ist ohne elektronische Unterstützung gar nicht mehr vorstellbar. Aufgrund der entsprechenden Anforderungen der neuen digitalen Infrastrukturen, sind unsere heutigen wie zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert, im digitalen Umfeld zu lernen und zu arbeiten. Digitale Kompetenzen werden täglich wichtiger und müssen daher auch weiterhin verstärkt in den Schulalltag integriert werden. Zu wichtigen Fähigkeiten gehören die gezielte Suche nach

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Informationen und das Filtern davon, das Networking und Arbeiten in Teams, Analysieren und Reflektieren – aber vor allem das Ausprobieren, die Lust auf sich rasch verändernde Arbeitswelten. Um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hierbei eine klare Orientierung zu geben, haben wir bei Gebrüder Weiss mit

dem myOrangeCollege (myOC) eine interne Online-Lernplattform geschaffen. In Kombination mit Präsenzveranstaltungen bietet das myOC digitale Lerninhalte, Logistikwissen, Seminare und Workshops zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung an – also flexible, zeit- und ortsunabhängige Möglichkeiten für ‚lebenslanges Lernen‘.“ Ernest F. Enzelsberger

Primär sind nicht technologische Kenntnisse gefragt, sondern menschliche Grundhaltungen.

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Es ist angerichtet Vegetarisch bis klassisch, puristisch bis blumig. „kontur“ hat in Wien auf die Teller geschaut und dabei die aktuellen „Lieblinge“ der Küchenchefs kennengelernt.

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Das Glanzstück, für eine rein vegetarische Küche mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet zu werden, gelang Küchenchef Paul Ivic. Im TIAN Restaurant begeistern der gebürtige Tiroler und sein Team durch ausdrucksstarke Kreationen. Unter dem Motto „Experience Taste“ darf man sich auf faszinierend vielseitige Gerichte freuen.

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ssen bereichert das Leben – davon ist man im TIAN Gourmetrestaurant im ersten Bezirk überzeugt. Das Vision von Gründer Christian Halper und Küchenchef Paul Ivic ist, dass biologische, nachhaltig produzierte Lebensmittel kein Luxus für wenige Elitäre sind, sondern zu einer Selbstverständlichkeit für alle werden. Dazu braucht es Wertschätzung gegenüber der Natur und ihrer Vielfalt an unverwechselbaren Aromen.

Fotos: Ingo Pertramer

Für alle Sinne. Mit Rücksicht auf die natürlichen Kreisläufe werden im TIAN möglichst biologische und fair erzeugte Produkte, darunter auch fast vergessene Gemüse-, Obst- und Getreidesorten, verarbeitet. Die Zutaten werden vorwiegend von Lieferanten aus der Region bezogen.

In der Küche verwandeln sie sich in vegetarische Gerichte, die die Geschmacksknospen vibrieren lassen. Hinter den Kreationen steht Paul Ivic, der nicht nur einer der besten Küchen-„Handwerker“ ist, sondern zudem fundamentales Wissen über die Zusammensetzung und Wirkung natürlicher Rohstoffe besitzt. Doch nicht nur er, auch sein Team ist erfolgreich und preisgekrönt: So wurde Chefpatissier

Thomas Scheiblhofer von GaultMillau für seine kreativ verspielten Schöpfungen zum „Patissier des Jahres 2016“ gekürt. TIAN Gourmetrestaurant. Himmelpfortgasse 23, 1010 Wien, +43 1 8904665, www.tian-restaurant.com/wien, Öffnungszeiten: Dienstag: 18–21 Uhr (letzte Bestellung), Mittwoch bis Samstag: 12–14 Uhr und 18–21 Uhr (letzte Bestellung)

Süße Kunst. „Don’t Call Me Donut“ von Patissier Thomas Scheiblhofer.

Wir tüfteln bis zur letzten Minute am perfekten Teller. PAUL IVIC KÜCHENCHEF

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Der Klassiker. Das Wiener Schnitzel mit Petersilerdäpfeln.

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ie Bretschneider-Schank aus den 1950er-Jahren ist Prunkstück und „Seele“ der Stube. „Zum Herkner“ war stets ein Familienbetrieb, diese Tradition wird weiter fortgesetzt. Und, um die vorangegangene Frage zu beantworten: Die Speisekarte in „Pichlmaiers Zum Herkner“ spielt, wie sollte es anders sein, alle (Wiener) Stückerl’n. Mit besonderem Wiener Charme. Hier trifft sich moderne, österreichische Küche mit Klassikern wie Tellerfleisch, Rindsuppe, Kraut­fleckerln, Apfel- und Topfenstrudel. Eines der Highlights: das Wiener Schnitzel mit Petersilerdäpfeln und gemischtem Salat. Dass die Zutaten regio-

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Wir freuen uns, die Tradition der Wiener Küche zu präsentieren. MARTIN PICHLMAIER WIRT

nal eingekauft werden, versteht sich dabei von selbst. Das Küchenteam im „Pichlmaiers Zum Herkner“ zelebriert die gutbürgerliche Wiener Küche auf sehr hohem Niveau. Die Weinkarte ist ebenfalls mit vielen Jahrgängen heimischer Winzer ausgestattet. „So vereinen wir die hundertjährige Tradition des Hauses, das den längst vergessenen Wienerwald-Charme ausstrahlt, mit den Raffinessen gehobener Gastronomie“, bringt es Martin Pichlmaier auf den Punkt. Pichlmaiers Zum Herkner. Dornbacher Straße 123, 1170 Wien, +43 1 4801228, www.zumherkner.at, Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag: 18–21.30 Uhr, Freitag bis Sonntag: 11.30–21.30 Uhr

Fotos: Marina Probst-Eiffe, @lisaedi

Martin Pichlmaier ist Gastronom mit Leib und Seele. Nach Jahren in Spitzenhäusern erfüllte er sich 2016, zusammen mit seiner Frau Christiane, mit dem Umbau und der Eröffnung von „Pichlmaiers Zum Herkner“ einen Traum. Und was wäre die Renaissance einer Legende, wenn die Speisen nicht alle Stückerln spielen würden?


Wenn Vater und Söhne gemeinsame Sache machen, kann ja nur was Gutes rauskommen! Bestes Beispiel: Das „Mraz und Sohn“ – das seit diesem Jahr aber korrekterweise „und Söhne“ heißen sollte. Denn Lukas Mraz ist „heimgekehrt“.

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ach einigen Lehr- und Wanderjahren in Berlin und mehreren Monaten in diversen Küchen rund um die Welt ist der jüngste Sohn der Famiilie Mraz zurück in Wien und steht im Restaurant seines Vaters hinter dem Herd. Wo bisher Markus Mraz kochte und Sohn Manuel den Service schmiss, steht seit einigen Wochen nun auch Lukas am Herd. Familienbande. Seit Jahren schon zählt das „Mraz und Sohn“ zu den drei Restaurants in Wien, die zwei MichelinSterne ihr Eigen nennen können, erst 2017 wurde Markus Mraz vom GaultMillau zum „Koch des Jahres“ gewählt. Umso bewundernswerter ist, dass er seinem Sohn erlaubt hat, das Restaurant mit neu auszurichten. Diese Chance hat Lukas Mraz genutzt und schon jetzt seine Handschrift im Menü hinterlassen. Hemmungslos kombiniert er Techniken und Traditionen aus unterschiedli-

Wir leben unsere Leidenschaft und die Liebe zur Küche. LUKAS MRAZ KOCH

Auf den Punkt. Terrine de „Faire Gras“ mit Apfelreduktion und Brioche.

chen Esskulturen und zeigt sich dabei erfrischend respektlos. Wenn Lukas kocht, dann macht das richtig Spaß. Vielleicht gerade auch deshalb, weil er eher kein Mann der subtilen Aromen ist. Und e ­ ines versteht sich auch nach der Rückkehr von selbst: Vater Markus steht natürlich weiterhin mit seinem Sohn am Herd. Restaurant Mraz und Sohn. Wallensteinstraße 59, 1200 Wien, +43 1 3304594, www.mrazundsohn.at, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 19–24 Uhr

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Woodstock. Holunderblütenmousse | marinierte Erdbeeren | Sauerampfer-GurkenSorbet | Hafercrunch | „Flower Power“ aus dem Garten

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ithilfe von kulinarischen Routen führt die kreative Küche des „Blue Mustard“ quer durch die Welt. Die lässigen und bodenständig-ehrlichen Gerichte sollen Spaß machen, jedes Gericht auf der Karte ist einem internationalen Ort gewidmet. Trotz dieser globalen Ausrichtung werden, wenn möglich, ausschließlich österreichische Produkte verwendet. Dreamteam, auch am Herd. Die beiden jungen Köche Anna Haumer und Valentin Gruber-Kalteis sind nicht nur ein Paar, es verbindet sie auch ihre Passion zum Kochen. Anna begann ihre berufliche Laufbahn im Mesnerhaus in Mauterndorf und kann Zwischenstationen bei Hertog Jan in

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Kosmopolitisch ausgerichtet mit ÖsterreichBezug. So kochen wir. ANNA HAUMER TEIL DES DREAMTEAMS

Brügge und im Landhaus Bacher nachweisen. Zuletzt war sie Teil des Küchenteams von Andreas Caminada im Restaurant Igniv in St. Moritz. Auch Valentin war bereits viel unterwegs: nach Stationen im Arlberg Hospiz Hotel arbeitete er ebenfalls im Landhaus Bacher, wo er seine Anna kennen- und liebenlernte. Dass die beiden ein echtes Dreamteam sind, beweist ihre jüngste Auszeichnung: 2018 durften sie sich über einen Michelin-Stern freuen. Blue Mustard. Dorotheergasse 6–8, 1010 Wien, +43 1 9346705, www.bluemustard.at, Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag: 17–2 Uhr, Freitag und Samstag: 17–4 Uhr, warme Küche bis 23 Uhr, last order um 22.30 Uhr

Fotos: JOSEP – Sebastian Haumer, Per-Anders Jörgensen

Wie eine Reise um die Welt – das ist ein Besuch im „Blue Mustard“. Verschiedene Aromen, Düfte und Geschmäcker der Welt werden in den Kreationen der Küchenchefs und frischgebackenen Sterneköche Anna Haumer und Valentin Gruber-Kalteis eingefangen und mit Kindheitserinnerungen und Sehnsuchtsorten verbunden.


Puristisch, geradlinig und geprägt von einer unbändigen Leidenschaft für das Produkt – das ist die Küche von Konstantin Filippou. Bestes Beispiel dafür: sein Teller Zander. Haselnuss.Trüffel.Dashi.

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ls Sohn eines griechischen Vaters und einer österreichischen Mutter in Graz geboren, zeichnete sich für Konstantin Filippou schon früh seine berufliche Laufbahn ab. Vermutlich war es genau jener multikulturelle Zusammenschluss, der seinen Weg in die Küche führen ließ. Die Geschmäcker, die er als Kind in Österreich und im mediterranen Raum kennenlernte, wollte er bald selbst reproduzieren können. Noch heute ist Kochen für ihn ein kreativer Prozess, der niemals zu Ende ist. Mit eigenem Stil. Das Ergebnis sind detailverliebte und gleichzeitig schnörkellose Gerichte, zubereitet mit höchster Präzision, die dem Spitzenkoch bereits zahlreiche Auszeichnungen bescherten. So war Konstantin Filippou unter anderem GaultMillau-Koch des Jahres 2016 und wurde heuer im Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet. In seinem Restaurant präsentiert er seinen eigenen

Wir lieben die Vielfalt, die Gewässer und Meer zu bieten haben. KONSTANTIN FILIPPOU KÜCHENCHEF

Stil, seine unbändige Koch-Leidenschaft und kulinarische Kompositionen aus seinen „beiden Welten“. Vom eleganten Speisezimmer aus können die Gäste dem Team rund um Konstantin Filippou beim Kreieren wahrer Kunstwerke zusehen. Sabine Blechschmidt Restaurant Konstantin Filippou. Dominikanerbastei 17, 1010 Wien, +43 1 5122229, www.konstantinfilippou.com, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 12–15 Uhr (Küche bis 14 Uhr) und 18.30 bis 24 Uhr (Küche bis 22.30 Uhr)

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In die ganze Welt 68.000 Mitarbeiter sind für DB Schenker tätig. Mehr als 16 Milliarden Euro hat das Unternehmen 2017 umgesetzt. Was den Konzern im besten Sinne auszeichnet, zeigt sich in der Niederlassung Vorarlberg. 33 Millionen Euro Umsatz machte dort Geschäftsleiter Thomas Radauer mit seinem Team. eingehender Analyse Geschäftsbeziehungen beendet, mit denen wir ein Minus fahren.“ Kein einfacher Schritt. Doch der Erfolg gab Radauer recht. Im monatlichen Review wird weiterhin akribisch analysiert: „Wo zahlen wir drauf? Da sind wir weiterhin konsequent. In unserer hart umkämpften Branche mit derart kleiner Marge können wir uns das gar nicht anders leisten.“

Unterwegs. 400 Tonnen Ware werden täglich von Vorarlberg nach ganz Europa verschickt.

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abei setzt Thomas Radauer auf die Erfahrung seiner Profis und auf Innovationen. Ihre Hallen hat die DB Schenker & Co AG im Industriepark in Röthis errichtet. 31.000 Quadratmeter Betriebsfläche sind nötig, um den Laden am Laufen zu halten. 400 Tonnen bewegen die Mitarbeiter täglich. Eine Million Pakete pro Jahr. Vor drei Jahren übernahm Thomas Radauer die Rolle des Geschäftsleiters, die Herausforderung war sein Anreiz. „Der Auftrag war klar: die DB Schenker & Co AG in Vorarlberg bekannter zu machen. In meinem ersten Jahr konnten wir das operative Er-

gebnis zum Vorjahr knapp verdoppeln. Im Jahr darauf noch einmal mehr als verdoppeln und für 2018 werden wir unsere sportliche Vorgabe ebenfalls übertreffen.“ Aber wie macht man das? Folgt man Radauers Einschätzung, dann ist das alles keine Hexerei. Know-how braucht es, und das hat er mitgebracht. 20 Jahre Erfahrung in der Logistikbranche sprechen für sich. Vor DB Schenker war Radauer bei JCL Logistics als Director Operations für Westösterreich und die Schweiz sowie bei GLS als Regional Operations Manager Österreich tätig. „Und dann muss man sich halt die Prozesse anschauen und handeln, wo es angebracht ist. Wir haben zum Beispiel nach

Röthis ist ein Standort für Innovationen. „Wir sind hier oft die Piloten für neue Entwicklungen. Das ist sehr positiv. Wir können neue Dinge direkt ausprobieren.“ Konzepte, die sich in Vorarlberg bewährt haben, werden bei DB Schenker dann oft landesweit oder gar international übertragen. Genau diese Mischung aus Erfahrung und Innovation macht den Unterschied.

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Foto: DB Schenker

Eine tolle Truppe. Doch es gibt noch mehr Maßnahmen, die Radauers Erfolg ausmachen. Zum Beispiel gutes Marketing. Dabei greift auch das Image von DB Schenker. „Die Kunden wissen, da steht ein Weltkonzern mit Zehntausenden Mitarbeitern dahinter.“ Und: Gutes Marketing kommt auch bei den eigenen Mitarbeitern gut an – Radauers wichtigster Ressource. „Es ist die tolle Truppe, die wir hier haben. Alleine bringst du nämlich nicht viel weiter!“ Die Wertschätzung für seine Mitarbeiter gehört für ihn unumstößlich zu seinem Selbstverständnis als Geschäftsleiter.


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Wenn der Berg zum Propheten kommt

komoot – so sagen die Walser zu „einfach“ oder „praktisch“. Einfach die Natur entdecken, einfach die nächste Tour zu­ sammenstellen, einfach etwas erleben – dafür steht die gleichnamige Outdoor-App.

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„Nichts ist wichtiger als Erlebnisse“, beginnt Markus Hallermann, Gründer und CEO von komoot. Gemeinsam mit seinen Studienkollegen und Freunden gründete der Vorarlberger 2010 eine Routenplanungs-App, die Menschen weltweit verschiedenste Outdoor-Aktivitäten näherbringt. „Wir wollten, dass sowohl Einsteiger als auch erfahrene Abenteurer passende Outdoor-Erlebnisse finden und planen können“, erklärt Markus Hallermann. Aus der Not eine Tugend gemacht. Wie so oft, entstand auch die Idee zu komoot aus der Not heraus. Die sportbegeisterten Freunde wanderten samt GPS-Gerät und der ersten Generation des Smartphones

durch das Allgäu, als ihnen bewusst wurde, dass man mithilfe dieser Technik mehr erreichen kann. Also wurde getüftelt und entwickelt, geschwitzt und gehofft – alles neben dem Studium und zunächst ohne finanzielle Mittel. Als die sechs schließlich ein EXIST-Gründerstipendium erhielten, stand dem Unternehmensstart nichts mehr im Wege. Heute hat komoot über sechs Millionen registrierte Nutzer und bietet in den Bereichen Wandern, Radfahren, Mountainbiken und Laufen zahlreiche verschiedene Touren an. Es sind die kleinen Momente ... die das Leben lebenswert machen. Dabei kann jeder dieser Momente individuell sein. Wäh-


Fotos: komoot

Entdecken. Bei komoot schaffen die Teammitglieder individuelle Freizeitmomente für die App-User.

rend die einen den Nervenkitzel in luftiger Höhe suchen, sehnen sich die anderen beim Wandern durch die Landschaft nach Entspannung. Manch einer fährt lieber gemütlich bei einer Radtour durch den Wald. Manche wagen sich beim Klettern hoch hinauf. Bei komoot gibt es große und kleine Abenteuer. Für Anfänger und Fortgeschrittene. Für Sportskanonen und Couchpotatos. Für jedes Alter und Können. Co-Working-Space statt Home-Office. Nicht nur die Geschäftsidee der sechs

Freunde ist und war ein wenig anders, auch hinsichtlich ihres Arbeitszeitmodells haben sie einen etwas anderen Weg eingeschlagen: Bei komoot arbeitet man remote, also ortsunabhängig. Es gibt kein gemeinsames Büro, in dem sich morgens alle Mitarbeiter treffen. Das Büro eines jeden Mitarbeiters kann unter der Sonne Spaniens, mitten in den schneebedeckten Vorarlberger Alpen oder auch in der City von Wien sein. „Der Trend geht ja immer mehr dahin, dass die Menschen wieder aufs Land ziehen oder in ihrer Heimat blei-

ben möchten“, erläutert Markus Hallermann. „Bei uns kann jeder Mitarbeiter dort arbeiten, wo er leben möchte und muss nicht dort leben, wo er arbeiten möchte.“ Dennoch setzt komoot nicht auf das Home-Office-Modell und finanziert den Mitarbeitern stattdessen Co-Working-Spaces, also gemietete Büroräume, wo jeder seinen festen Arbeitsplatz hat. Dabei bedeutet ortsunabhängiges Arbeiten nicht gleich zeitunabhängiges Arbeiten, wie Markus Hallermann betont: „Wir haben sogenannte Kernkommunikationszeiten, in denen

Bei komoot gibt es große und kleine Abenteuer. Für Anfänger und Fortgeschrittene. Für Sportskanonen und Couchpotatos. Für jedes Alter und jedes Können. kontur 71


unsere Mitarbeiter immer telefonisch und per Mail erreichbar sein müssen. In dieser Zeit halten wir auch Videokonferenzen und Meetings ab.“ Außerhalb dieser Kernarbeitszeit können sich alle Mitarbeiter ihren Arbeitstag frei einteilen. „Die einen arbeiten lieber früh morgens, die anderen lieber spät abends. Bei uns ist dies uneingeschränkt möglich“, so der CEO. Mehr Effizienz – weniger Herzschmerz. Die Gründer von komoot sehen in ihrem Arbeitsmodell viele Vorteile: „Wir beobachten ein viel effizienteres Arbeiten, weil man

Die Gründer. Tobias Hallermann, Daniel Gard, Jan Heuer, Jonas Spengler, Markus Hallermann und Christoph Lingg (v. l.).

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seine Frage erst einmal zu Ende denkt, bevor man gleich zum Kollegen im selben Büro geht“, weiß Markus Hallermann. Außerdem arbeiten die Menschen motivierter, wenn sie keine Fernbeziehung führen und abends einsam einschlafen müssen oder Hunderte Kilometer weit getrennt von ihrer Familie sind. Denn, wer glücklich im Privatleben ist, kann sich auch besser auf die Arbeit konzentrieren. „Wenn man wie ich aus dem Kleinwalsertal kommt und in der IT-Branche Fuß fassen will, muss man seine Heimat und damit auch seine Freunde und Familie verlassen. Dem wirken wir

durch unser Remote-System entgegen.“ Bei komoot sind mehr als 30 Mitarbeiter tätig und das in acht europäischen Ländern. „So können wir die besten Köpfe aus ganz Europa beschäftigen, ohne dass auch nur ein einziger davon seine Heimat aufgeben muss.“ Jasmin Quast

Bei uns kann jeder Mitarbeiter arbeiten, wo er leben möchte und muss nicht leben, wo er arbeiten möchte.

Fotos: komoot

Die Menschen arbeiten motivierter, wenn sie keine Fernbeziehung führen und abends einsam einschlafen müssen oder Hunderte Kilometer weit getrennt von ihrer Familie sind. Denn, wer glücklich im Privatleben ist, kann sich auch besser auf die Arbeit konzentrieren.


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Hauptrolle für die Nebendarsteller Erst die richtige Würzung hebt Lebensmittel und Gerichte aus der Masse heraus. Einer, der das weiß, ist der Götzner Unternehmer Helmut Gstöhl. Und einer, der mit Curry und Pfeffer, Safran und Curcuma umzugehen weiß, macht nun mit dem Vorarlberger gemeinsame Sache: Roland Trettl. Der Spitzenkoch ist seit Kurzem Miteigentümer des Unternehmes Spiceworld und nennt Gewürze „die wichtigsten Nebendarsteller in der Küche“.

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elmut Gstöhl weiß, was Köche und Lebensmittel­ pro­ duzenten brauchen. Aufs Gramm genau, er kennt die Mischverhältnisse für Käse, Tomatensuppe und Leberkäse. Er weiß sogar in welcher Region welche Vorlieben herrschen. Denn es ist nicht so, dass der Vorarlberger seine Wiener Würstchen genauso mag wie der Wiener, der die Würstl nicht nur deshalb Frankfurter nennt. Gstöhl ist Gewürzhändler und Produzent. Nicht in Vorarlberg, aber mit echtem Vorarlberger Pioniergeist.

Kreativer Geist. Roland Trettl ist einer der besten und bekanntesten Köche im deutschsprachigen Raum.

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400 Gewürzmischungen. Zentrum seines Tuns war bisher alleine das Unternehmen Zaltech GmbH, das den beiden Vorarlbergern Helmut Gstöhl (90 Prozent) und Helmut Lenz (zehn Prozent) gehört. Angesiedelt ist die international operierende Firma seit Kurzem im oberösterreichischen Moosdorf, wo im vergangenen Jahr ein völlig neuer Betrieb auf die grüne Wiese gestellt wurde, der in der Gewürzbranche für Aufsehen gesorgt hat und in den rund 25 Millionen Euro investiert wurde. Zuvor war das Unternehmen, das seit gut zwei Jahrzehnten im Besitz der Vorarlberger ist, in Salzburg beheimatet. Die beiden Vorarlberger haben vor der Übernahme des Gewürzspezialisten in der Lebensmittelbranche in leitenden Positionen gearbeitet: Gstöhl u. a. bei efef Fleischwaren, Lenz bei der Großmolkerei Dornbirn und bei Rupp. Bis der Gründer des Unternehmens, Horst Zalto, seinem ehemaligen Kollegen Gstöhl ein Angebot machte, das diesen überzeugte. Er wurde 2000 Geschäftsführer und übernahm 2002 die Gesellschaftsanteile Zaltos.


Dritter Gesellschafter. Zaltec ist in der Branche eine Größe, im Frühjahr entschloss sich das Unternehmen, neben den gewerblichen Abnehmern auch Privatpersonen und bisher noch nicht bearbeitete Märkte der Welt der Gewürze zu erschließen. Zaltech hat sich mehrheitlich an der Spiceworld GmbH in Salzburg beteiligt, die sich mit ihrem Webshop zu einem Big Player im Online-Gewürzhandel entwickelt. Im Zuge der weiteren Strategie erfolgte nun der nächste Schritt. Seit August ist der Spitzenkoch und TV-Star Roland Trettl dritter Gesellschafter des Salzburger Gewürzhändlers. „Er war unser Wunschpartner“, sagt Gstöhl im Gespräch mit „kontur“. „Wir wollten nicht ein Testimonial, sondern einen echten Partner, der mit uns zusammen den Gewürzhandel weiterentwickelt.“ Trettl ist nun mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligt und bringt sich aktiv ein. Er sorgt für die richtige Prise im Handel mit den wertvollen Geschmacksgebern: Mit eigenen Gewürzmischungen und Tipps, die sowohl Profis als auch Amateure zu besseren Köchen machen. Trettl hat seine Meriten unter anderem bei Jahr-

hundertkoch Eckart Witzigmann in dessen legendärem Restaurant Aubergine sowie im Tantris in München erworben und war von Mai 2003 bis Ende 2013 Executive Chef im Restaurant Ikarus im Hangar-7 am Flughafen Salzburg. Neben vielen anderen Auszeichnungen – unter anderem von GaultMillau und dem FalstaffRestaurantguide – wurde das Restaurant Ikarus auch mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Wichtigster Nebendarsteller. Der Südtiroler weiß sehr genau, wie wichtig Gewürze für eine gute Küche sind: „Das Gewürz war für mich schon immer der wichtigste Nebendarsteller eines Gerichts – und dieser muss seine Rolle perfekt verstehen und aus­ füllen. Die Hauptdarsteller werden immer das Fleisch, der Fisch und das Gemüse sein. Aber das Gewürz lässt den Hauptdarsteller erst richtig gut dastehen, wenn es richtig eingesetzt wird.“ Gewürze geben, so Trettl, dem Koch auch Gelegenheit, einem Gericht neue Nuancen zu geben. Natürlich, und auch das hat ihn für Spiceworld eingenommen, kommen die Gewürze ohne Geschmacksverstärker, ohne künstliche Aromen und ohne zugesetzte Glutamate aus. Seine Lieblingsgewürze gibt es bereits im Angebot: Die Gewürzbox mit sechs Gewürzen bietet eine optimale Grundausstattung für die heimische Küche. Die XL-Box bietet 25 Gewürze, „alles was für eine kulinarische Reise um die Welt benötigt wird“, erklärt Gstöhl. Andreas Scalet

Gutes Trio. Helmut Gstöhl, Roland Trettl und Spiceworld-Geschäftsführer Lukas Walchhofer bringen Würze ins Leben von Genießern.

Fotos: Spiceworld

Zaltech produziert heute über 400 Gewürzmischungen für die Lebensmittelindustrie und ist weltweit in 30 Ländern vertreten, 99 Prozent der Produktion gehen in den Export. Niederlassungen gibt es in Polen und der Ukraine, insgesamt sind derzeit 110 Mitarbeiter beschäftigt. „Im Jahr 2000 haben wir 490 Tonnen Gewürze verarbeitet, 2017 waren es rund 5000 Tonnen“, berichtet Gstöhl.

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Der Club der Milliardäre Hunderte Uhrenfirmen haben ihre Heimat in der Schweiz. Viele sind klein und verkaufen gerade so viel Uhren, um kostendeckend produzieren zu können. Es gibt aber auch eine Handvoll großer Brands, die jedes Jahr Uhren im Wert von mehr als einer Milliarde verkaufen: Rolex, Omega, Cartier, Longines, Tissot und Patek Philippe. Wie haben es diese sechs Marken in den Club der Milliardäre geschafft?

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ährend Rolex und Patek Philippe in privater Hand sind, gehören Omega, Longines und Tissot zur Swatch Group AG sowie Cartier zum Richemont Konzern. Da sich die Uhrenmarken sehr bedeckt halten, was den jährlichen Umsatz anbelangt, ist es schwer, an Zahlen zu kommen. Nach dem Bericht von Deloitte „Global Powers of Luxury Goods 2018“ gehört Rolex mit geschätzt über 5 Milliarden US-Dollar zu den Zugpferden der Schweizer Uhrenindustrie. Obwohl der Name weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad hat, die Werbung allgegenwärtig ist und die Marke immer wieder durch ihr

Fotos: Rolex

Präzision. Anbringen eines RolexPerpetual-Rotors.

soziales Engagement in Erscheinung tritt, präsentiert sich das Unternehmen ansonsten zurückhaltend. Das liegt nicht zuletzt an der Rechtsform der Eigentümerin, die als Stiftung nicht den Transparenzvorschriften einer Aktiengesellschaft entsprechen muss. Der König. Laut Watchtime wird die Anzahl der jährlich produzierten Uhren mit 780.000 Stück angegeben. Nimmt man einen Durchschnittspreis von 9000 Euro, läge der Umsatz bei rund 7 Milliarden Euro. Während über die Umsatzzahlen spekuliert wird, herrscht über den folgenden Umstand unter Uhrenexperten Einigkeit: Zeitmesser von Rolex sind ein exzellentes Massenprodukt. Gegründet im Jahr 1905 vom Kulmbacher Hans Wilsdorf, der in London lebte, gehört die in Genf ansässige Firma heute der gemeinnützigen Hans Wilsdorf Stiftung. Begünstigte sind etwa Genfer Bildungseinrichtungen und kulturelle Veranstaltungen. Der Siegeszug von Rolex begann, als Wilsdorf lange vor seinen Konkurrenten erkannte, dass die Zukunft in der Armbanduhr liegt, die in den 20er-Jahren noch wenig verbreitet war. 1926 wurde die weltweit erste patentierte wasserdichte Uhr mit verschraubter Krone vorgestellt – die Oyster. Weitere Ikonen in der Modell­ palette wie die Submariner, Daytona und Datejust folgten. Rolex war die erste Firma, die den Markennamen auf das Zifferblatt schrieb. Ergänzend befindet sich darüber die fünfzackige Krone. Der Spitzensportler. Geschichtsträchtig ist auch die Marke Omega: Gegründet im Jahr 1848 in La Chaux-de-Fonds bezeichnet sie sich selbst als Branchenführer in der Zeitmessung des Spitzensports. Der geschätzte Umsatz liegt bei etwa 1,9 Milliarden US-Dollar. Seit 1932 ist der Uhrenhersteller der offizielle Zeitnehmer der Olympischen Spiele – auch die Marketing-Bemühungen des Konzerns zielen auf dieses Engagement. Daneben spielt die Innovationskraft eine

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Fotos: Cartier, Omega, Longines

Mit Geschichte. Eleganter Zeitmesser, die Panthère de Cartier.

Alle sechs Marken haben eine Ikone in ihrer Modellpalette: Die Speedmaster von Omega gehört dazu, die Nautilus von Patek Philippe oder die T-Touch von Tissot. große Rolle: Ein Meilenstein markiert das Jahr 1999, als eine industrialisierte Version des Co-Axial-Werks entwickelt wurde. Basierend auf der revolutionären Arbeit des Uhrmachers Georg Daniels reduziert diese Erfindung die Abnutzung sowie den Verschleiß des Uhrwerks und erhöht die Ganggenauigkeit. Dabei ist das Co-Axial-Werk nur ein Beispiel unzähliger Erfindungen, die Omega auf den Markt brachte. Die Marke profitiert von der Zugehörigkeit zum Swatch Konzern, der u. a. auch einige Komponentenhersteller wie die ETA übernommen hat. 2013 wurde ein neues Modell der Sea­ master Aqua Terra mit einem antimagnetischen Werk vorgestellt, die Magnetfeldern bis 15000 Gauss widerstehen kann. Zwei Jahre später kam die Master-Chronometer-Zertifizierung. Es handelt sich um den höchsten Prüfstandard, den die Branche derzeit zu bieten hat. Alle Uhren, die diese METAS-Tests erfolgreich absolvieren, tragen die Bezeichnung Master Chronometer. Doch Omega beschreitet nicht nur im Bereich der Innovationen neue Wege: Wie andere Schweizer Uhrenmarken auch, hat

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sich der Hersteller den E-Commerce als weiteren Vertriebskanal erschlossen. So hat CEO Raynald Aeschlimann 2017 die limitierte Serie „Speedy Tuesday“ für 5400 Euro über Instagram angeboten. Binnen vier Stunden war sie ausverkauft. Die Glamouröse. Traditionsreiche Geschichte? Legendäre Modelle? Dieser Kandidat gehört dazu: Cartier. Man könnte auch sagen, der Erfolg ist funkelnd, denn seit der Gründung des Unternehmens 1847 in Paris sind die einzigartigen Juwelen-Kreationen untrennbar mit der Marke verknüpft. Der Umsatz liegt geschätzt bei 1,6 Milliarden US-Dollar. Doch gerade in den letzten Jahren gab es die eine oder andere strategische Richtungsänderung: Als vor ein paar Jahren der Hunger in Asien nach Luxusuhren unersättlich schien, brachte die Marke innovati-

ve Herrenuhren mit verschiedenen Komplikationen auf den Markt – viele davon preislich im sechsstelligen Bereich. Als die Nachfrage sank, gab es eine Kehrtwende: Der Fokus liegt wieder stärker auf Damen­ modellen. Hier verspricht man sich von einer weiblichen, finanziell unabhängigeren ostasiatischen Käuferschicht Wachstum. Egal ob Asien oder Europa, Kundinnen von Cartier wollen eine Ikone mit Geschichte, verbunden mit einem stylishen Design und Emotionen, quasi ein Schmuckstück, das zugleich eine Uhr ist. Diesen Slogan hat sich auch die Panthère, eine Neuinterpretation eines Modells aus den 80ern, auf die Fahnen geschrieben. Der Fundus an legendären Zeitmessern ist reich, z. B. Santos oder Tank. Die Elegante. Seit über 30 Jahren führt Walter von Känel erfolgreich


Legendär. Omega Speedmaster – die erste Uhr im All.

Zwei Pioniere, ein Abenteuer 1904 – Louis Cartier erfüllt den Wunsch des brasilianischen Fliegerpioniers Alberto Santos Dumont während des Fliegens die Zeit ablesen zu können. So hat eine der ersten Armbanduhren das Licht der Welt erblickt. Abgerundete Ecken, gewölbte Bandanstöße und markante Schrauben zeichnen die legendäre Uhr aus.

Feingefühl. Bei Longines steht Präzision im Fokus.

Longines. Die Marke aus Saint-Imier, die 1832 gegründet wurde, erwirtschaftet geschätzt 1,4 Milliarden US-Dollar. Das Rezept des Erfolgs? Kontinuität nicht nur im Management und der Produktion, sondern auch in der Qualität sowie der Kommunikation. Man ist bemüht, uhrmacherische Präzision und höchste Qualität mit ästhetischen Anforderungen zu verbinden. „Elegance is an attitude“ ist das allumspannende Leitmotiv – so elegant wie die Zeitmesser sind auch die Sportarten, für die sich die Marke engagiert. Kunst­ turnen, Gymnastik, Pferdesport, Bogen schießen, Ski alpin und Tennis – diese Sportarten repräsentieren Präzision, Tradition und Eleganz. Werte für die auch die Marke einsteht und die einen Grundpfeiler der Geschichte bilden. Die Uhren stehen ganz in dieser Tradition. Vor allem der Umstand, dass sie mit hochrespektablen Werken ausgestattet werden, wie das Kaliber 13ZN oder L990, zementieren den Platz unter den größten Schweizer Uhrenherstellern. Während das Kaliber 13ZN bereits 1936 eingeführt wurde und technisch eine Innovation war, beeindruckt L990 mit seiner schlanken Silhouette. Bis in die 70er Jahre stellte Longines eigene Uhrwerke her. Heute produziert die ETA u. a. Kaliber,

die ausschließlich in Zeitmessern von Longines eingebaut werden. Der Trendsetter. Gegründet 1853 in Le Locle verkauft Tissot jährlich Uhren im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Ergebnis dürfte die Marke knapp vor Patek Philippe liegen, der es nach Deloitte auf 1,19 Milliarden bringt. Die Modellpalette umfasst überwiegend sportliche Uhren, die sich an aktuellen Trends orientieren. Der Komplexe. Uhren von Patek Philippe sind bei Sammlern sehr beliebt. Das Genfer Traditionshaus stellt rund 58.000 Uhren im Jahr her, meist mit Komplikationen. Innovationskraft ist eine Eigenschaft, die alle Marken verbindet. Hinzu kommt eine lange, traditionsreiche Geschichte: Alle sechs sind über 100 Jahre alt. Und sie haben einen Klassiker in ihrer Modellpalette, der seit langem im Angebot und nach wie vor sehr begehrt ist. Alle sechs verfügen über ein klares Profil und verfolgen eine klare Strategie. Übrigens: Bei Tag Heuer und Audemars Piguet dürfte die Milliarde in Sichtweite bzw. knapp überschritten sein. Der Billion Dollar Club hat somit wohl schon acht exklusive Mitglieder. Christiane Schöhl von Norman

Die Santos de Cartier aus Edelstahl besticht durch ihr unverkennbares Design und austauschbare Armbänder. RUDI PRÄG, JUWELEN-UHRENOPTIK PRÄG DORNBIRN

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Wandel zwischen urbanen und ländlichen Welten. Die Möbellinie V-Montana lebt vom polarisierenden Zusammenspiel zwischen der unikalen Natürlichkeit des Holzes und der kühlen Geradlinigkeit des Glases. Jedes Stück ein Unikat: Die ursprünglichste Verarbeitungsfom des Holzes – die Spaltung – bringt den authentischen Charakter des Materials in seiner unverfälschten Weise zum Ausdruck. Durch diese spezifische Bearbeitung des Holzes wird jedes Möbelstück zum Unikat.

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berall, wo Menschen arbeiten, wird auch Pause gemacht. Dazu gehört natürlich auch die richtige Verpflegung, welche vor allem in Österreich beim Kaffee beginnt und oftmals mit einem Snack verfeinert wird. Die Bedürfnisse für eine optimale Pausenverpflegung sind dabei vielfältig, ganz genau wie unsere Pausenlösungen.

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Foto: selecta

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Bis zu einem Hund In den Spielplänen großer Häuser im In- und Ausland entdeckt der Theater- und Opernfreund aus der Region so einige Bekannte.

Foto: Schaubühne Berlin/Aurin

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inmal gesehen, nicht vergessen: Nicht nur die Stimme von Corinna Scheurle, sondern auch deren Entwicklung haben sich Musikfreunde eingeprägt. Als Jungspund hat die einstige Schülerin des Musikgymnasiums in Feldkirch in Musical-Produktionen des Musiktheaters Vorarlberg mitgewirkt. Vor eineinhalb Jahren folgte dann ein enormer Karrieresprung, die Bregenzer Festspiele engagierten sie nämlich als Marcellina in „Le Nozze di Figaro“. Mit bizarrem Kopfputz ausgestattet, konnte die Mezzosopranistin zeigen, was in ihr steckt, und zwar darstellerisch und gesanglich. Dass sie relativ früh auszog, um in der Konzert- und Musiktheaterwelt Fuß zu fassen, hat sich bezahlt gemacht. Mittlerweile wurde sie ins Opernstudio der Berliner Staatsoper Unter

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Fotos: Staaatsoper Unter den Linden/Uhlig, Schaubühne Berlin/Aurin, Arno Declair

Neuinszenierung. „Medea“ von Luigi Cherubini steht an der Staatsoper Unter den Linden auf dem Spielplan. Andrea Breth hat die selten gespielte, 1797 uraufgeführte Oper inszeniert.

den Linden, einem der ersten Häuser in Europa, aufgenommen. In der Neuinszenierung von „Medea“ von Luigi Cherubini singt sie die Partie der Begleiterin der Dircé. Es ist keine große Rolle, aber angesichts der Tatsache, dass Daniel Barenboim am Pult steht, Andrea Breth inszeniert hat und mit Sonya Yoncheva eine Sopranistin die Titelpartie singt, die vergangenen Sommer im Rahmen der Salzburger Festspiele als Poppea betört hat, ist das eine enorme Herausforderung.

Wer die Arbeiten von Lotte de Beer, Regisseurin von „Moses in Ägypten“ in Bregenz, verfolgen will, hat an der Staatsoper München Gelegenheit, wo sie „Il trittico“ von Puccini inszenierte. Am Theater Basel folgt in der laufenden Spielzeit „Didone abbandonata“ von Niccolò Jommelli. 86 kontur

Herausfordernd. Auch mit kleineren Büchern erzeugt der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier große Aufmerksamkeit. Sein Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ handelt von einem Kind, das in irgendeiner Stadt in Westeuropa alleingelassen wird, in der die Leute eine Sprache sprechen, die es nicht versteht. Das Werk fordert heraus, thematisiert Empathiefähigkeit, Formen des Altruismus, Freiheit und Unfreiheit und den kindlichen Überlebenswillen. Alexander Riemenschneider hat es für die Bühne bearbeitet. Nach der Premiere bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen und Gastspielen, darunter am Theater am Kirchplatz in Schaan, ist die Produktion gerade wieder ans Deutsche Theater in Berlin zurückgekehrt. Und somit an jenes Unternehmen, das mehrere Jahre lang auch mit den Bregenzer Festspielen kooperierte, das heißt, am Bodensee einige Klassiker zeigte. Eine Zeitlang ist es her, dass Philipp Preuss dort mit Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ sein Berlin-Debüt gab, um bald darauf Büchners „Woyzeck“ übertragen zu bekommen. Gemeinsam mit Ramallah Aubrecht, die ebenfalls aus Bregenz stammt, hatte Preuss für ein weiteres renommiertes Berliner Haus, nämlich für die Schaubühne

Über einen Psychotiker. „Das Kalkwerk“, umgesetzt von Preuss und Aubrecht, wurde mittlerweile bereits über 100 Mal aufgeführt.


Begleiterin der Dircé. Corinna Scheurle, in der Region bestens bekannt, wirkt in „Medea“ in Berlin mit.

Fingerhut. Berührendes Stück von Köhlmeier.

Empathie und Alt­ ruismus sind Themen, die in der Romanadaptierung von ,Das Mädchen mit dem Fingerhut‘ zum Ausdruck kommen. am Lehniner Platz, ein Stück entwickelt, das dort mittlerweile mehr als hundert Mal aufgeführt wurde und immer noch auf dem Spielplan steht. „Das Kalkwerk“ ist eine Bühnenadaptierung eines Romans von Thomas Bernhard. Mit Felix Römer, dem Schauspieler, der einen Psychotiker darstellt, der an die Nieren geht und damit auch neue Lesarten der Bernhard’schen Texte schafft, hat Preuss in diesem Herbst an der Schaubühne die Performance „Voyage“ als eine Reise durch die Literatur entwickelt. Preuss und Aubrecht sind an mehreren deutschen Bühnen unterwegs, die erste Produktion in Wien war Shakespeares „Romeo und Julia“ in einer Dreifachbesetzung der Titelrollen am Volkstheater. Ein Jahr darauf folgte dort „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth. Das Volkstheater ist auch jenes Haus, das dem Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan mit Lessings „Nathan der Weise“ die erste große Klassiker-Inszenierung übertrug, die

ihm zu einer psychologisch tiefgreifenden, hochaktuellen Auseinandersetzung mit Toleranz, Leid und Intoleranz geriet. Mittlerweile ist auch die Burgtheater-Leitung auf Habjan aufmerksam geworden, der gemeinsam mit Simon Meusburger den Bregenzer Festspielen etwa eine großartige Restaurierung der „Staatsoperette“ von Franz Novotny und Otto M. Zykan bescherte und mit dem Vorarlberger Musiker Klaus Christa eine Haydn-Produktion verwirklichte. Mit „Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“ widmet er sich einem Drama des früh verstorbenen Österreichers Werner Schwab. Mit Sarah Viktoria Frick wirkt eine Schauspielerin mit, die aus Liechtenstein stammt und am Burgtheater zu den Stützen des Ensembles zählt. Puppen und Sänger. Dass er große und durchaus schwer zu inszenierende Opern bewältigt, hat Habjan vor einem guten Jahr in München mit „Oberon“ belegt. Wer die Aufführungen des Werks von Carl Maria von Weber im Prinzregententheater ver-

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Prüfstein. „Die Niere“ heißt ein neues Stück von Stefan Vögel.

Eine Oper von Händel bringt in Wien mit Gaelle Arquez und Lena Belkina zwei Künstlerinnen der Bregenzer Festspiele als Medea und Teseo zusammen.

Grau in Grau. Der Künstler Hans Op de Beeck stattet in Stuttgart eine Oper aus.

säumt hat, erhält im kommenden Frühjahr im Theater an der Wien Gelegenheit zur Beschäftigung mit dem Zusammenwirken von Puppen und Sängern. Von Bizet zu Händel. Apropos Theater an der Wien: In der nächsten Produktion dieses Hauses, nämlich in „Teseo“ von Georg Friedrich Händel, sind zwei Sängerinnen zu erleben, die auf der Bregenzer Seebühne als Carmen reüssieren konnten, nämlich Gaelle Arquez und Lena Belkina. Uraufführung. Sich mit österreichischen und deutschen Autoren zu befassen, hat sich neben dem Burgtheater auch das Theater in der Josefstadt vorgenommen. Mit dem Stück „Die Reise der Verlorenen“, mit dem Daniel Kehlmann anhand einer wahren, erschütternden Begebenheit Parallelen zwischen dem Schicksal von Flüchtlingen in den 1930er-Jahren und der Gegenwart herstellt, wurde die Spielzeit eröffnet. Mit „Vier Stern Stunden“ läuft eine Komödie von Daniel Glattauer in den Kam-

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Gute Bekannte. Gaelle Arquez, die gefeierte Carmen auf der Seebühne, singt in „Teseo“ in Wien.


Fotos: Dietmar Mathis, Klaus Hartinger, Schaubühne Berlin/Aurin, Dietmar Stiplovsek

Schaubühne. „Voyage“, inszeniert vom Bregenzer Philippe Preuss, ist als Reise durch die Literatur zu erleben.

merspielen, der kleinen Bühne dieses Hauses. Dort soll im Mai nächsten Jahres das Werk „Die Niere“ des Vorarlberger Autors und Kabarettisten Stefan Vögel zur Uraufführung kommen. Die Frage, ob ein Mann bereit ist, seiner kranken Frau eine Niere zu spenden, wird darin zum Prüfstein einer Beziehung. Es wäre kein Vögel-Stück, wenn nicht eine besondere Wendung eingebaut wäre.

Nicht nur Musiktheaterfreunde, sondern auch Galeriengänger und Kunstkenner werden in nächster Zeit die Oper Stuttgart ansteuern. Der belgische Künstler Hans Op de Beeck, der sein zum Markenzeichen gewordenes monotones Grau über den Kunstraum Dornbirn ausschüttete und ihn in eine Teichlandschaft verwandelte, stattet dort die Oper „Herzog Blaubarts Burg“ von Béla Bartók aus.

Darauf kann man wetten. Um das Projekttheater, jener Bühne, die mit dem Werdegang der inzwischen als Filmschauspielerin bekannt gewordenen Maria Hofstätter in Verbindung steht, ist es in letzter Zeit stiller geworden. Dass man noch vor dem Aktionstheater einen Nestroy-Preis für die beste Off-Produktion nach Vorarlberg holte, ist in der Biografie von Susanne Lietzow nachzulesen, der Regisseurin, die das Potenzial des Ensembles einst erkannte und ausbaute. Lietzow ist in dieser Spielzeit am Schauspiel in Stuttgart tätig. Wiederum mit der Kostümbildnerin Marie-Luise Lichtenthal und dem Musiker Boris Fiala setzt sie das Märchen „Der gestiefelte Kater“ um. Dass bei allem Witz und Schwung Gesellschaftskritik zum Ausdruck kommt, darauf kann man wetten.

An der Staatsoper in München dirigiert Kirill Petrenko in der letzten Saison als Generalmusikdirektor die Neuinszenierungen von „Otello“ und „Salome“. Zum Glück für das Symphonieorchester Vorarlberg kann

Mit „Karl V.“ von Ernst Krenek und „König Roger“ von Karol Szymanowski tauchen nun zwei Werke in den Spielplänen auf, die in besonderer Weise an die Ära von David Pountney in Bregenz erinnern. kontur 89


er trotz seines Engagements als neuer Chefdirigent der Berliner Philharmoniker mit einigen seiner einstigen Studienkollegen in Bregenz mit der Symphonie Nr. 8 seinen Mahler-Zyklus fortsetzen. Mit „Karl V.“ von Ernst Krenek hat die Staatsoper in München, inszeniert von La Fura dels Baus, ein Werk im Programm, das in der Zeit der Raritätenpflege von ­David Pountney in Bregenz für die Bühne ­wiederentdeckt wurde. „König Roger“ von Karol Szymanowski folgte im Jahr darauf. Dieses Werk des polnischen Komponisten wird in dieser Spielzeit von Johannes

Erath, dem Regisseur der österreichischen Erstaufführung von „Beatrice Cenci“ in Bregenz, in Frankfurt umgesetzt. Interessanterweise hat auch die Oper Graz „König Roger“ im Programm und wiederum stammt die Choreografie von Beate Vollack, die schon in Bregenz überzeugte. Und Beatrice Cenci verschwindet auch in besonderer Hinsicht nicht von der Spielfläche. Eva Kleinitz, die viele Jahre in Bregenz tätig war und nun Intendantin der Oper in Straßburg ist, erinnert ebenfalls an das tragische Schicksal der jungen Römerin, sie bietet aber nicht die Oper von Berthold Goldschmidt an, sondern jene von Alberto

Ginastera. Zuvor noch widmet sie sich dem wiederentdeckten Werk „Barkouf oder ein Hund an der Macht“ von Jacques Offenbach. Inszenieren wird Mariame Clément, die im kommenden Sommer für „Don Quichotte“ von Massenet nach Bregenz kommt. Christa Dietrich

Und vom guten alten Jacques Offenbach gibt es zum 200. Geburtstag Neues und Satirisches zu entdecken.

In Graz. Beate Vollack tritt für die Oper „König Roger“ erneut als Choreografin auf den Plan.

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Fotos: Bregenzer Festspiele/Forster

Nicht nur das Aktionstheater unter Martin Gruber spielt seine Stücke sowohl in Vorarlberg als auch in Wien. Mit dem Theater der Sprachfehler hat sich hierzulande eine neue Gruppierung formiert, die in der Bundeshauptstadt ein weiteres Podium gefunden hat. Der Clou: Während Martin Gruber ab November vier seiner Produktionen zu einem Festival aneinanderreiht, plant auch die Sprachfehler-Truppe eine Tetralogie.


SHOWHIGHLIGHTS IM FESTSPIELHAUS BREGENZ Das schönste Weihnachtskonzert

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Special Guests

06.12.2018

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25.04.2019

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Viele regionale Unternehmen schätzen die Hypo Vorarlberg für ihre Finanzexpertise. Und für die Menschen, die sie täglich unter Beweis stellen: Exzellente Berater, die die internationalen Märkte genauso gut kennen wie Ihre Nachbarschaft. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Was planen Sie Großes? Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at

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