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Frühjahr 2017 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Wie James Turrell das Licht einfängt Die „jungen Köpfe“ der Familienunternehmen Von guter Baukultur – 20 Jahre vai Was man bei Messerle alles auf Lager hat A schnelle Jausn und a Glaserl in Wien

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Foto: Philipp Steurer

Mit Hightech in Nischen erfolgreich


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Editorial

Frühjahr 2017 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Formgebend. Mit ihrem neuen Standort in Dornbirn setzt die z-werkzeugbau gmbh ein klares Zeichen für die Region. Wir haben die Spezialisten für Formenbau, Automatisierungstechnik, Mikrospritzguss und Rapid Prototyping besucht. Von innen betrachtet. Der Amerikaner James Turrell ermöglicht spezielle Raum- und Lichterfahrungen, innen wie außen. Ab diesem Sommer entsteht auch in Lech ein Kunstwerk, das jeden, der es betritt, Licht neu erfahren lässt. Ab Seite 13 schauen wir uns den Skyspace mal genauer an. Wien bleibt Wien. Eine Jause mit Beinschinken oder Roastbeef, ein „unaussprechliches“ Brötchen mit Matjes und Zwiebel, dazu ein Achterl Wein, ein „Pfiff“ und viel Wiener Schmäh – bei unserer kulinarischen Reise in die österreichische Hauptstadt haben wir uns voll und ganz dem „schnellen“ Genuss gewidmet. Foto: Philipp Steurer

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Mit Hightech in Nischen erfolgreich Wie James Turrell das Licht einfängt Die „jungen Köpfe“ der Familienunternehmen Von guter Baukultur – 20 Jahre vai Was man bei Messerle alles auf Lager hat A schnelle Jausn und a Glaserl in Wien

Inhalt 06 Konkurrenzfähig z-werkzeugbau ist mit Hightech aus Vorarlberg international führend 13 Fang das Licht Mit dem Skyspace erschafft James Turrell in Lech ein einzig artiges, bleibendes Kunstwerk 17 Zahlungsverkehr HOB, die jüngste Innovation der Hypo Vorarlberg für Firmenkunden 18 Darf’s etwas mehr sein? Sportler und Luxuslimousine in einem: der neue Porsche Panamera 20 Eins nach dem anderen Mit Leistung und Einsatz hat es Patrick Vith in die Führungsetage von thyssenkrupp Presta geschafft 26 Es geht um die Menschen Das Vorarlberger Architektur Institut feiert heuer seinen 20. Geburtstag 33 Belastungsprobe Von wegen Betriebsausflug! Team building kann an Grenzen bringen

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40 Digitalisierung – Chance für den Standort In allen Bereichen des Wirtschaftens bzw. unseres Lebens dringt die Digitalisierung vor und bietet große Möglichkeiten für alle 42 Es wird wieder getanzt Bis Juni können sich Zuschauer beim Bregenzer Frühling auf Darbietungen von Tanzkunst auf höchstem Niveau freuen 44 „Geheimwaffe“ Diplomatie 10 Fragen an People’s-Geschäftsführer Daniel Steffen 46 Regional international Eine kleine kulinarische Reise zu Manufakturen und Züchtern in Vorarlberg und der Schweiz, die die Welt zu uns holen 51 Es bleibt in der Familie Frischer Wind, kreative Ideen und neue Visionen: Die junge Generation aus fünf Vorarlberger Familienunternehmen 58 Unverzichtbar Bei Messerle in Mäder sind stets rund 18.000 Artikel aus ingesamt elf Themenwelten auf Lager 61

Rein optisch Warum bei Familie Scharax aus Bregenz gut sehen und gut aussehen Hand in Hand gehen

64 Evolution Thomas Soraperra, kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee, über Synergien und Programme 69 Auf a Glaserl Wien ist immer eine Reise wert. Was dabei nie fehlen darf: ein Abstecher zu den kulinarischen Institutionen

75 Von Ökonomie und Emotionen Mit den Genen der Vorarlberger Pioniere: Dr. Harald Klien ist ein Vollblutunternehmer mit sozialen Visionen 78

Die Macht ist weiblich Den 300. Geburtstag der Habsburgerin Maria Theresia nimmt Österreich zum Anlass für zahlreiche Ausstellungen, die die vielen Facetten ihrer Regentschaft beleuchten.

Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 24. März 2017 • Nächste Ausgabe: 16. Juni 2017

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Freude am Fahren

DIE NEUE FÜHRUNGSKRAFT.

Symbolfoto

DER NEUE BMW 5er.

Stiglingen 75, 6850 Dornbirn Telefon 0 55 72/23 2 86-0, Fax 0 55 72/23 2 86-860 info.dornbirn@unterberger.bmw.at www.unterberger.bmw.at BMW 5er: von 140 kW (190 PS) bis 250 kW (340 PS), Kraftstoffverbrauch gesamt von 4,1 bis 6,9 l / 100 km, CO2 Emissionen von 104 bis 159 g CO2 / km.


Foto: Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Hightech in Nischen Formenbau, Automatisierungstechnik, Mikrospritzguss, Rapid Prototyping. Die z-werkzeugbau gmbh in Dornbirn-Pfeller ist mit Hightech aus Vorarlberg international fĂźhrend.

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Spezialist in technologisch höchst anspruchsvollen Nischen in den vier Business Units z-automation, z-microsystems, z-moulds (Formenbau) und z-prototyping – das ist das Unternehmen laut Dipl.-Ing. Hermann Eberle, mit Johannes Steurer Geschäftsführer von z-werkzeugbau. „Wir haben konsequent die Ausrichtung vom Dienstleister – sprich reiner Werkzeuglieferant für ein vordefiniertes Produkt zu sein – zum Produktanbieter verändert. Damit ist die Abhängigkeit von einer spezifischen Kundenanfrage, wie sie ein typischer Werkzeugbaubetrieb erlebt, nicht mehr gegeben“, erläutert Hermann Eberle. „Die Produkte, für die Werkzeuge und Anlagen gebaut werden, werden selbst entwickelt und können dadurch aktiv vertrieben werden. Das Motto ist, den Markt selbst in der Hand zu haben und weltweit konkurrenzfähig zu sein.“ Auch die Internationalisierung ist Teil der Strategie. Denn damit sei man gut aufgestellt, falls es irgendwo zu Konjunkturschwächen komme.

Foto: Philipp Steurer

Ein neuer Standort. Zu Weihnachten/Neujahr 2016/2017 hat die z-werkzeugbau gmbh ihren neuen Standort in der Dr. Walter Zumtobel-Straße im Betriebsgebiet Pfeller in Dornbirn Nord bezogen. Die Investitionssumme für das Projekt beträgt 18 Millionen Euro. Inkludiert sind darin auch neueste Maschinen. 10.000 Quadratmeter Gewerbegrund hat das Unternehmen dort erworben, für 5000 weitere Quadratmeter besteht eine Option. 6000 Quadratmeter des Standortes sind für die Fertigung vorgesehen, 2000 für die Büros. Außerdem ist das gesamte Gebäude, das von Architekt Johannes Kaufmann nach einem Wettbewerb geplant wurde, mit einer Tiefgarage unterkellert. Der Kick-off des NeubauProjektes erfolgte im Jahr 2015. Die beiden je 50 Prozent-Eigentümer und Geschäftsführer Dipl.Ing. Hermann Eberle und Johannes Steurer wollten auf jeden Fall einen Standort in Dornbirn, um ihre Bodenständigkeit zu unterstreichen. Pfeller entsprach fast allen ihren Wünschen: gut erreichbar, Entwicklungspotenzial und die Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen hinsichtlich der Arbeitsplätze umzusetzen. Einziger Minuspunkt waren die schlechten Bodenverhältnisse, die entsprechende Mehrkosten verursacht haben.

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Zukunftsfähig. Ausgebildet wird aktuell in fünf Lehrberufen.

Motiviert. 160 herausragende Mitarbeiter sind Basis des Erfolgs.

Bei z-werkzeugbau gibt es keine angelernten Mitarbeiter. Ziel ist vielmehr, dass alle Lehrlinge auch nach ihrer Ausbildung im Betrieb verbleiben. Die Mitarbeiter zeichnen sich durch unternehmerisches Denken und einen hohen Motivationsgrad aus. Sie werden auch in die Erarbeitung von Strategien mit einbezogen. Das Ausbildungszentrum. „Etwas ganz Besonderes ist auch das neue Ausbildungszentrum“, erläutert Hermann Eberle. Man müsse den Lehrlingen heute schon etwas bieten, wenn man im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen will. 25 Lehrlinge bildet z-werkzeugbau derzeit in den Lehrberufen Werkzeugbautechniker, Maschinenbautechniker, Zerspanungstechniker, Kunststofftechniker und Elektrotechniker aus. Das Unternehmen blickt auf eine lange Ausbildungstradition zurück. Die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat ihre Karriere als Lehrlinge im Haus begonnen. Die Ausbildung kombiniert die Vorteile von Strukturen und Möglichkeiten

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eines Industrieunternehmens mit persönlicher Betreuung im familiären mittelständischen Umfeld. Wer Lehrling im Unternehmen werden will, muss zwei Tage Schnupperlehre absolvieren, einen guten Pflichtschulabschluss aufweisen können, praktisch orientiert sowie engagiert und motiviert sein.

ternehmen gefällt. Während der Ausbildung wird ein Erfolgsbonus ausbezahlt, mit dem tolle Leistungen gefördert und anerkannt werden. Mit dem Bonus kann der Lehrlingslohn um 45 Prozent gesteigert werden. Nach der Lehre wird eine Vollzeit-Anstellung geboten. Die Lehrberufe im Überblick:

Während der Schnupperlehre wird unter Anleitung des Ausbildungsleiters ein komplettes Werkstück gefertigt. Ziel ist, dass die Jugendlichen an diesen beiden Ausbildungstagen die verschiedenen Lehrberufe besser kennenlernen, sie erfahren, wie der Arbeitsalltag „wirklich“ ausschaut. Somit können sie gleich ausprobieren, wie ihnen das Arbeiten im Un-

Elektrotechnik mit Spezialmodul Automatisierungstechnik. Mit den elektrischen Antrieben, der Sensortechnik oder den Computersteuerungen geben die Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker jenen Power, damit Maschinen sich automatisch bewegen, Produkte bearbeiten oder montieren und vieles mehr. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre.


Kunststofftechnik. Werkzeuge sind ohne Kunststofftechnik wie Talente, die nicht gefördert und gefordert werden. Ohne den richtigen Schliff und den sorgsamen Umgang gibt es kein wertvolles Endprodukt. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre. Maschinenbautechnik mit Spezialmodul Automatisierungstechnik. „Echte“ Maschinen entstehen erst durch Maschinenbautechnikerinnen und -techniker sowie das Zusammenspiel von vielen Einzelteilen. Auf Basis von CAD-Konstruktionen und -Zeichnungen bauen die Maschinenbautechnikerinnen und -techniker automatische Maschinen für Kunden in aller Welt, mit denen je nach Auslieferung und Inbetriebnahme verschiedene Arbeitsprozesse durchgeführt und Produkte gefertigt werden. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre.

Werkzeugbautechnik mit Spezialmodul Prozess- und Fertigungstechnik. Ein Skirennen ohne Rennläufer? Auch im Unternehmen läuft ohne Werkzeugbautechnikerinnen und -techniker nichts. Erst sie erschaffen aus den CAD-Konstruktionen und -Zeichnungen „echte“ Werkzeuge zum Anfassen und Arbeiten. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre. Zerspanungstechnik. Die Zerspanungstechnikerinnen und -techniker stellen die hochkomplexen mechanischen Präzisionsteile her, aus denen Werkzeuge gebaut werden und die für die Kernfunktionen der Produkte verantwortlich sind. Die Lehrzeit beträgt 3,5 Jahre. Bei z-werkzeugbau gibt es keine angelernten Mitarbeiter. Ziel ist, dass alle Lehr-

linge im Betrieb verbleiben. Die Mitarbeiter zeichnen sich durch unternehmerisches Denken und einen hohen Motivationsgrad aus. Sie werden auch in die Erarbeitung von Strategien mit einbezogen.

Man muss den Lehrlingen heute schon etwas bieten, wenn man als Unter­ nehmen im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen will.

Im Gespräch. Hermann Eberle (Mi.) und Johannes Steurer mit Redakteur Ernest F. Enzelsberger.

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Das neue Firmengebäude bietet nun ausreichend Platz, um den steigenden Kundenansprüchen noch besser gerecht zu werden. Mit diesem Bauprojekt untermauert das global tätige Unternehmen das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Alle Arbeiten, die von lokalen Firmen durchgeführt werden konnten, wurden auch an diese vergeben. Die Gründung der z-werkzeugbau gmbh und die Übernahme des Geschäftsbereichs Werkzeugbau der Zumtobel Gruppe – ein damals vorwiegend auf konzerninterne Aufgaben orientierter Bereich – erfolgte im Jahr 2005. Damals gab es bereits „externe Kunden“ aus dem deutschsprachigen Raum. Die Optimierungsphase. Bis 2006 wurden das Produktprogramm, der Marktauftritt und die Organisation konsequent optimiert und es entstanden die folgenden vier Business-Units des Unternehmens.

z-automation: Das Unternehmen ist weltweit führender Partner bei effizienten und flexiblen automatischen Produktionssystemen für Automobildichtungen. Das Produktprogramm besteht aus automatisierten Lösungen für alle Arten von Automobildichtungen. z-microsystems: Für die Medizin- und Labortechnik wird höchste Präzision im Mikro-Kunststoffspritzgießen geboten. z-moulds: z-werkzeugbau ist weltweit führender Anbieter von Spritzgießwerkzeugen für die Verpackungsindustrie und setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Qualität und Performance. Entwickelt werden in diesem Bereich innovative Kunststoffverschlüsse samt der zugehörigen Werkzeugtechnologie sowie auch schlüsselfertige Komplettsysteme. z-prototyping: Zum Angebot zählen High-End 3D Druck und Rapid Prototyping gepaart mit Erfahrung, Präzision, Qualität und Termintreue. Ernest F. Enzelsberger

• Mitarbeiter: 160, davon 25 Lehrlinge • Kunden: weltweit • Umsatz: 28 Mill. Euro • Exportquote: 90% • Investitionen in den Neubau: 18 Mill. Euro, laufende jährl. Investitionen 1,5 Mill. Euro • Eigentümer und Geschäftsführer: zu je 50% Dipl.-Ing. Hermann Eberle und Johann Steurer

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Fotos: Philipp Steurer

Daten & Fakten


Vermögen anvertrauen heißt für uns Chancen für Sie ergreifen.

Die BAnk für Anspruchsvolle privAtkunDen vernunft, verantwortung und ertrag. ertrag beginnt dort, wo die chancen die risiken überwiegen. Gemeinsames Ziel ist der langfristige erfolg. Dafür setzen wir unsere erfahrung und expertise ein, dafür aktivieren wir unser gesamtes potenzial. unternehmerische unabhängigkeit, verlässliche Werte und ein Betreuungsteam, das ihre individuellen Bedürfnisse versteht: das macht die Btv zur idealen Veranlagungsbank für anspruchsvolle Privatkunden. Ihrem Vermögen verpflichtet. unserem Weg verbunden. seit 113 Jahren.

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Mehr über unsere Auszeichnungen auf btv.at/auszeichnungen

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Aus Auszeichnungen und erfolgen in der vergangenheit kann nicht auf zukünftige erfolge oder Wertentwicklungen geschlossen werden. Mehr infos zu den Auszeichnungen erhalten sie unter: www.btv.at/auszeichnungen. Diese Marketingmitteilung/Werbemitteilung ist keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum kauf oder verkauf von finanzinstrumenten.


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SPIEL AUF DEM SEE

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Das Licht erfahren Mit dem Skyspace erhält Lech ein einzigartiges Kunstwerk, das zugleich eine Verbindung zu anderen Orten darstellt.

Foto: James Turrell

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rt und Zeitpunkt sind ideal. Wer vor 20 Jahren vom Norden her in die Vorarlberger Landeshauptstadt reiste, nahm als erstes ein spezielles Licht wahr, einen Baukörper, der in mehreren Farben erstrahlte. Im Sommer 1997 wurde das Kunsthaus Bregenz, das KUB, eröffnet und Architekt Peter Zumthor sowie der damalige Direktor Edelbert Köb wussten genau, welcher von den international renommierten Künstlern der absolut richtige für die erste Ausstellung war, um ein Statement zu setzen. Der Amerikaner James Turrell (geb. 1943 in Los Angeles) ermöglichte spezielle Raum- und Lichterfahrungen, und zwar innen wie außen. Die Aufnahmen davon zählen immer noch zu den Referenzbildern des Kunstunternehmens. Wenn nun für den Herbst 2017 die Er-

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Die hundert Eisenskulpturen des Briten Antony Gormley, die von 2010 bis 2012 das „Horizon Field“ bildeten, haben ihre Wirkung getan, in der Arlbergregion ist Kunst im öffentlichen Raum erwünscht. James Turrell wird sie als bleibende Einrichtung liefern. öffnung eines Skyspace in Lech vorgesehen ist, dann handelt es sich zwar um ein singuläres Kunstwerk, Verbindungen zur ersten Arbeit von Turrell in Vorarlberg sind aber ebenso gegeben wie zur Geschichte des Kunsthauses und zu dessen Architekten.

mann Otto Huber auf die Einbeziehung der Bevölkerung. „Die Lecher nehmen das Werk als das ihre an“, resümiert Huber zahlreiche Informationsveranstaltungen und eine Bausteinaktion.

Aber der Reihe nach. Nachdem die verschiedenen Aktivitäten des KUB einmal mit einer Arbeit von Jenny Holzer bis nach Lech reichten, wo die amerikanische Künstlerin (geb. 1950) eine Leuchtschrift an der Kirche realisierte, wurde die Umsetzung eines großen Kunstprojektes in der Arlbergregion ein immer stärkeres Thema. Im Jahr 2010 war das „Horizon Field“ geschaffen, ein Feld von hundert Eisenskulpturen des Briten Antony Gormley erstreckte sich vom Klostertal bis über die Grenze zum Bregenzerwald. Ein Nachfolgeprojekt, im Idealfall ein zeitlich nicht limitiertes, stand zur Diskussion und steht nun mit dem Skyspace fest.

Licht erfahren. „Kein Helikopterprojekt“ lautete dabei das Motto des Obmanns sowie der führenden Protagonisten, zu denen Bürgermeister Ludwig Muxel sowie die Unternehmer Gerold Schneider und Marcell Strolz zählen. Und nichts, das die Touristen im Vorbeifahren oder auf Sightseeingtour gerade noch mitnehmen können, heißt es bei James Turrell. Das aber ist für ein Gebäude auf über 1700 Metern Meereshöhe ohnehin klar. Zumal auch die Verantwortlichen davon ausgehen, dass die Besucher die Erfahrung mit diesem Ort im Rahmen einer längeren Wanderroute, die über Oberlech führt, einplanen oder den Weg von der Endstation einer Regionalbuslinie als geeignete Vorbereitung auf das Erlebnis sehen.

Baubeginn soll in diesem Sommer sein, neben der Planung und allen Vorbereitungen für die behördlichen Genehmigungsverfahren setzten die Mitglieder des eigens gegründeten Vereins unter Ob-

Und das besteht darin, natürliche Lichtstimmungen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten intensiv erfahrbar zu machen sowie deren Umsetzung in künstliches Licht nachvollziehen zu können.

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Mit Arbeiten von James Turrell wurde im Jahr 1997 das Bregenzer Kunsthaus eröffnet und zum strahlenden Baukörper am Seeufer.

Fotos: Jens Gehrcken, Maria Muxel, Florian Holzherr

Der Ort für den Skyspace wurde vom Künstler James Turrell selbst auf der Alpe Tannegg über Lech am Arlberg festgelegt.

Ausgangspunkt der Arbeiten ist Turrells „Roden Crater“, der nach jahrelangen Experimenten mit den dortigen Lichtstimmungen in einem erloschenen Vulkankrater in der Wüste von Arizona entstand. Möchte man die in verschiedenen Ländern bereits errichteten Skyspaces als jeweils speziell angelegte Satellitenprojekte bezeichnen, so steht außer Frage, dass in Oberlech, auf der Alpe Tannegg, ein Bauwerk entsteht, bei dem das Konzept im besonderen Maß verwirklicht wird. Und dieser Eindruck ist nicht vom Urteil der Betreiber vor Ort abgeleitet, James Turrell war schon bei seinen ersten Besuchen am Arlberg überzeugt davon, dass die exponierte, alpine Lage seiner eigentlichen Idee sehr entgegenkommt. Über einen 15 Meter langen Tunnel wird man in einen fast zur Gänze unterirdisch errichteten, ovalen Raum in den Ausmaßen von neun Mal sechs Metern und einer Höhe von rund fünf Meter kommen, in dem jeweils mehrere Besucher Platz nehmen

und über eine Öffnung nach draußen blicken. Eine Lichtinstallation, die auf Basis der natürlichen Stimmungen in Oberlech programmiert wurde, lässt zu bestimmten Zeiten zudem unterschiedliche Raumwahrnehmungen zu. Die Sichtachsen im Freien, mit einem Panoramablick, der Turrell sofort begeistert hatte, runden das Erlebnis ab.

mes Turrell ist bereits eingeladen, diese Architektur mit einem Licht-Kunstwerk zu ergänzen. Auf Lech und auch auf das Kunsthaus Bregenz, das wie Basel-Riehen ebenso in einem Dreiländereck liegt, wird in einem Umfeld verwiesen, das zu den am besten frequentierten Plätzen der Gegenwartskunst in Europa zählt.

Pendant entsteht. In absehbarer Zeit wird der Lecher Skyspace, den somit eine wunderbare Landschaft umgibt, übrigens ein etwas anders geartetes Pendant in BaselRiehen erhalten. Peter Zumthor plant die Erweiterung des Beyeler-Museums in einem weitläufigen Park mit alten Baumbeständen und dem Blick auf Weinberge. Ja-

Dem Bekanntheitsgrad des Lecher Skyspace tut der Umstand gut, die Lage sorgt dafür, dass das Kunstprojekt den Intentionen entspricht. Der Besucher soll während des Aufstiegs zur Ruhe kommen und dann das Licht, die Farben, den Raum, die Kunst und die Natur auf sich wirken lassen. Christa Dietrich

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Intelligente Innovation Viele Unternehmen wünschen sich eine Banking-Software die installationsfrei, ortsunabhängig, schnell, sicher und international für alle Konten zu verwenden ist. An dieser Lösung arbeitet die Hypo Vorarlberg gerade. Das Ergebnis, „HypoOffice-Banking“ – kurz: HOB, kommt im ersten Halbjahr 2017 auf den Markt. Foto: www.fasching.photo

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen dadurch? Durch Verwendung von HOB Web können sie ihren Zahlungsverkehr ohne Programminstallation und -updates auf beliebig vielen Computern einheitlich durchführen. Möglich wird dies, da ihnen erstmals ein webbasiertes System zur Verfügung steht, das ortsunabhängig einsetzbar ist. Einzige Systemvoraussetzungen am Computer sind eine Internetverbindung und ein Browser vor Ort. Unterwegs ist HOB über eine App auf Smartphones und Tablets verfügbar. Alle Transaktionen, die in HOB Web eingegeben wurden, können über HOB Mobile unterzeichnet werden. Damit können z. B. Zahlungen rund um die Uhr an jedem Ort der Welt angewiesen und durchgeführt werden. Ist ein Unternehmen mit HOB auch international multibankfähig? Die Anwendung setzt auf den EBICS Standard, der zur Übertragung von Zahlungsverkehrsdaten und Kontoinformationen im Internet eingesetzt wird. Da HOB Web die „EBICS-Dialekte“ für z. B. Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich unterstützt, können sowohl nationale als auch ausländische Banken angebunden werden. Ideal für alle Geschäftsprozesse wie SEPA-Lastschriften, Überweisungen, Kontoauszüge oder Cash-Management. Granulare Berechtigungsstufen ermöglichen auch die Umsetzung komplexer Unterschriftsregeln, die den individuellen Freigabe- und Organisationsstrukturen in Unternehmen entsprechen. Dr. Wilfried Amann, Vorstandsmitglied der Hypo Vorarlberg u. a. für den Bereich Firmenkunden.

Was ist HOB und für wen ist es gedacht? Dr. Wilfried Amann: Der Zahlungsverkehr zählt zu den Kernprozessen in einem Unternehmen. Da Firmen im Regelfall Konten von unterschiedlichen Banken und oft auch in unterschiedlichen Ländern besitzen, ist das Bedienen und Administrieren der Konten ein großer Aufwand. Der Zahlungsverkehr wird immer mehr zu einer Herausforderung, die Zeit und Geld kostet. Das neue „Hypo-Office-Banking“ ist eine innovative Lösung, die aus den drei Produkten HOB Web, HOB EBICS und HOB Mobile besteht und genau auf diese Bedürfnisse des Kunden eingeht.

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Warum hat sich die Hypo dafür entschieden, diesen Schritt zu gehen? Als starke Unternehmerbank will die Hypo Vorarlberg ihren Kunden eine innovative und intelligente Lösung für den Zahlungsverkehr bieten. Während außerhalb Österreichs ähnliche Anwendungen für Firmenkunden bereits Standard sind, ist HOB Web in Österreich zum jetzigen Zeitpunkt eine Innovation. Können sich die Kunden trotz aller Mobilität noch „sicher“ fühlen? Sicherheit steht an erster Stelle. Die mit HOB Web ausgeführten Transaktionen bieten ein Maximum an Sicherheit durch modernste Technik bei der Datenübertragung und Autorisierung. Dafür sorgen die Dreifachverschlüsselung gemäß EBICS-Norm und eine hochsichere Server-Umgebung. Wohin, denken Sie, wird die Entwicklung noch führen? Die Digitalisierung und Vereinfachung von Bankprozessen werden sich stetig weiterentwickeln, da die Banken sich an das geänderte Kundenverhalten und deren Bedürfnisse anpassen müssen. Der Kunde – ob Privat- oder Firmenkunde – wünscht sich heute und auch in Zukunft einfache, schnelle, prozessoptimierte, unkomplizierte und sichere Lösungen. Sabine Blechschmidt


Gemeinsam Fortschritt erleben. Liebherr ist seit Jahrzenten weltweit erfolgreich und bekannt für Spitzenleistungen auf vielen Gebieten der Technik. In zahlreichen Branchen gestaltet die Firmengruppe den technologischen Fortschritt: Hierfür produziert und vertreibt die Liebherr-Werk Nenzing GmbH ein breites Produktspektrum an Raupenkranen, Seilbaggern sowie Ramm- und Bohrgeräten. Im Fokus stehen dabei Innovationen aus den Bereichen Antriebs- und Steuerungstechnik. So arbeiten am Standort Nenzing mehr als 230 technische Ingenieure in der Forschung und Entwicklung, in der technischen Konstruktion sowie in der Antriebstechnik. Die Gesellschaft zählt in ihrer Branche zu den innovativsten Unternehmen und stellt ihren Ruf mit herausragenden Produkten unter Beweis. Werden auch Sie Teil unseres Familienunternehmens. Willkommen im Erfolgsteam – wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Weitere Informationen unter: www.liebherr.com/Karriere


Darf’s etwas mehr sein? Komplett neu entwickelt geht der viertürige deutsche Gran Turismo – der Porsche Panamera – ins Rennen um eine wohlbetuchte Kundschaft in aller Welt.

Die USA unter einem Trump-Regime waren damals noch nicht vorstellbar. Mittlerweile ist das Unvorstellbare launische Wirklichkeit und man darf gespannt sein, welchen Zeiten die Marke Porsche auf ihrem wichtigsten Exportmarkt entgegengeht. Denn nirgendwo anders laufen so viele Porsche wie in den Staaten. Vor allem kalifornische Kunden lieben Autos mit Show-Effekt.

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Zwei in einem. Für solche Abnehmer ist Porsche mit der zweiten Auflage des Panamera noch besser gerüstet als mit dem Vorgänger. Deutlich mehr Show, vor allem heckseits betrachtet. Die Verwandtschaft zum Klassiker 911 ist abzulesen. Und doch bleibt der viertürige Panamera Supersportler und Luxuslimousine in einem.

as sind Abnehmer, denen es auf ein paar zehntausend Euro mehr oder weniger nicht ankommt. Hauptsache Porsche, Hauptsache besonders, Hauptsache anders, stark und schnell. In Österreich ist eine solche Klientel eher rar. In oligarchisch dominierten Ländern oder dort, wo die Ölquellen sprießen, gehört in besseren Kreisen natürlich ein Panamera zum Sammelgut. So dachten wir bei der ersten Begegnung mit dem noch rassiger gewordenen Topmodell aus Zuffenhausen vor wenigen Monaten in einer ehemaligen Berliner Motorenfabrik.

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Motoren und Getriebe wurden neu konstruiert, das Fahrwerk perfektioniert, das Anzeige- und Bedienkonzept mit Multitouch-Steuerung zukunftsweisend interpretiert und das Design noch näher an


den Kern der Marke herangeführt. Expressiv gestaltet, mit einer „schnelleren“, niedrigeren Dachlinie („Flyline“ in Porsche-Diktion), ausgeprägten Schultern und muskulösen Flanken bietet der Neuling mehr fürs Auge. Viele Alu-Teile machen ihn leichter, sparsamer im Verbrauch. Aber auch der praktische Nutzwert ist im Umfeld unpraktischer Exoten nicht zu verachten. Heckklappe, umklappbare Rücksitzlehnen und bis zu 1304 Liter Gepäckraum erheben den exklusiven Viersitzer zum variabelsten Modell seiner Klasse. Hightech außen und innen. Angereichert mit technologischen Highlights wie der Hinterachslenkung, der elektromechanischen Wankstabilisierung und der Dreikammer-Luftfederung strotzt sie nur so vor Hightech, die Porsche-Limousine in ihrer Einzigartigkeit. So auch im feinsäuberlich aufgeräumten Innenraum. Wenige analog anzeigende Instrumente befinden sich direkt vor dem Lenker,

in der Mitte ein großer Bildschirm, kaum Tasten, dafür viele Funktionen in Menüs und Untermenüs verborgen. Porsche fährt elektrisch. Der letzte Panamera-Schrei: der Panamera 4 E-Hybrid. 340 kW (426 PS) Systemleistung, generiert von dem 2,9-Liter großen V6-Biturbo und dem E-Motor. Kraftentfaltung auf dem Niveau des 911 Turbo. Spontan liegen vom Start weg 700 Nm Drehmoment an. Das garantiert Fahrspaß – aber auch 50 Kilometer rein elektrisch und moderaten Verbrauch. Modelle, Motoren, Preise. Bereits auf dem Markt sind die vier allradgetriebenen Modelle Panamera 4S, Panamera 4S Diesel (310 kW/422 PS), Panamera 4 E-Hybrid und Panamera Turbo. Mit neuen 330-PS-Versionen und den Executive-Modellen umfasst das Porsche Panamera-Spektrum fortan zehn verschiedene Modelle mit Leistungen von 330 PS bis 550 PS. Die Preise: von 103.179 bis 204.421 Euro. Franz Muhr

Foto: Porsche

Vorteil für Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere: trotz eines Mehr an Kommunikations-, Komfort- und Assistenzsystemen wurde die Bedienung übersichtlicher und intuitiver.

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Schritt für Schritt Mit offenen Augen durchs Leben gehen, Leistung bringen, Chancen ergreifen. So könnte man die Karrieretaktik von Patrick Vith umschreiben – wenn er denn eine hätte. Vielmehr entsprechen diese drei Eigenschaften einfach seiner Persönlichkeit. Und genau die hat ihn beruflich dorthin gebracht, wo er heute ist: in die Geschäftsführung von thyssenkrupp Presta.

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ass er irgendwann einmal in der Chefetage sitzen würde, hätte Patrick Vith bei seinem Einstieg ins Unternehmen vor mittlerweile 21 Jahren wohl nicht zu träumen gewagt. Als Fertigungsplaner fing er bei thyssenkrupp Presta in Eschen an – und war ganz offensichtlich schlicht und ergreifend zur rechten Zeit am rechten Ort. „Damals wurden die Globalisierungsmaßnahmen in Mexiko und Brasilien durchgeführt, das Unternehmen war enorm in Bewegung“, erinnert er sich zurück. Und so war der Vorarlberger an diversen Projekten, vom Greenfield-Werksaufbau bis zur

Es gibt nur wenige Branchen, die in dem gleichen Tempo unter­ wegs sind wie die Auto­ mobilindustrie. Das macht es spannend. 20 kontur

Maschinen- und Anlagenbeschaffung, beteiligt. Phasen, in denen er fast rund um die Uhr im Einsatz war. „Es gab Jahre, da war ich in allen Werken weltweit unterwegs. Da sind teilweise auch die Wochenenden draufgegangen.“ Riesenwachstum bedeute eben auch riesen Arbeitsbelastung. „Und das macht man sicherlich nur, wenn einem der Job Spaß macht.“ „Hineingestolpert“. Mit der Zeit kamen auch die beruflichen Chancen. „Die Möglichkeiten, die das Unternehmen bot, waren einzigartig. Es war nicht so, dass ich mich um Stellen beworben oder drum gekämpft habe. Vielmehr hatten wir spannende Herausforderungen. Und ich weiß nicht, ob ‚stolpern‘ das richtige Wort ist, aber ich bin von einem Thema zum andere gekommen, habe neue Verantwortung übernommen.“ Über die Funktion als CBU-Leiter (Customer Business Unit) ging es schließlich in den Bereich Operations, wo Patrick Vith im Jahr 2005 in die Geschäftsführung kam und heute als COO für Maschinen-, Anlagenbeschaffung, Werksplanung, Organisationsaufbau, Investitionswesen und Produktion über Lifetime zuständig ist. „Kurz gesagt, das gan-

ze Thema Industrialisierung liegt in unserer Verantwortung.“ Neue Blickwinkel. So ist Patrick Vith auch maßgeblich an der Entwicklung der Roadmap Industrie 4.0 von thyssenkrupp Presta beteiligt. Ein Thema, das für ihn nicht nur Modebegriff, sondern eine echte Chance für Europa, für Hochlohnstandorte wie Liechtenstein, sein kann. Und diese gelte es, zu ergreifen. „Dafür muss man sich als Unternehmen aber erstmal die grundsätzliche Frage stellen: Sind wir überhaupt industrie 4.0 ready? Sind die Voraussetzungen gegeben? Und, was noch viel interessanter ist: Sind die Mitarbeiter so weit, dass sie Vernetzungen zulassen und aus dem Ganzen heraus Dynamik sowie Geschwindigkeit ermöglichen?“ Entwicklungen und Aufgaben, die die Arbeit für Patrick Vith spannend machen und immer neue Herangehensweisen und Blickwinkel verlangen – die aber auch funktionale Veränderungen innerhalb des Unternehmens ergeben können. Plan hat er diesbezüglich aber keinen. „Mit 42 bin ich ja noch relativ jung, da stehen mir einige Möglichkeiten offen. Aber momentan habe ich keinen Drang, einen nächsten Schritt zu machen.“


Foto: Klaus Hartinger

Patrick Vith geb. 1974, aufgewachsen in Zwischenwasser. Werdegang. Nach Abschluss der Fachschule f체r Elektronik folgte der Aufbaulehrgang f체r Fertigungsautomatik an der FH Vorarlberg. Nach div. Ferialjobs und Praktika 1996 Einstieg bei der thyssenkrupp Presta AG. Seit 2005 Mitglied der Gesch채ftsf체hrung/COO.

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„Karrieretipps zu geben, ist nicht wirklich einfach. Das Umfeld und die eigene Leistung müssen natürlich zusammenstimmen. Ich denke aber, dass sich viele mit zu konkreten Vorstellungen und Plänen oft selbst im Weg stehen. Vielmehr sollte man sich darauf konzentrieren, aktuelle Aufgaben gut zu lösen und Leistung zu bringen ... und dann kommt ganz automatisch der nächste Schritt.“

Fotos: Parick Vith

Und wenn, dann könnte er diese Entscheidung auch nicht mehr alleine treffen, denn ein Wörtchen mitzureden hätten da noch vier weitere wichtige Personen: seine Ehefrau und die Kinder im Alter von sechs, vier und zwei Jahren. Vor allem diese drei haben die Sichtweise auf das Verhältnis von Arbeit zu Freizeit verändert. „Ich habe einfach gemerkt, dass ich mir vor allem Samstag und Sonntag rausnehmen möchte, um Zeit mit der Familie zu verbringen.“ Und dann geht es meistens raus in die Natur. Im Winter zum Skifahren, im Sommer zum Wandern. Ein Kurzurlaub zwischendurch

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zum Abschalten darf auch mal sein, „aber nach einer Woche werd ich schon eher kribbelig“. Reisen darf Patrick Vith aufgrund seiner Arbeit eh genug. Mexiko, China, Brasilien – und wieder zurück. Im Laufe der Jahre hat er die ganze Welt gesehen und dabei viel über die Kulturen und Länder gelernt. „Besonders beeindruckt hat mich dabei die Gastfreundschaft. Man lernt ein Land ganz anders kennen, wenn man zum Beispiel bei den Mitarbeitern vor Ort zum Essen eingeladen wird und plötzlich inmitten einer Familie mit 20 Leuten sitzt.“ Genau diese Gastfreundschaft gibt Patrick Vith auch an die Kollegen weiter. „Meine Kinder kennen den chinesischen Geschäftsführer ebenso wie den brasilianischen. Wenn diese bei

Immer in Bewegung. Patrick Vith ganz in seinem Element: Beruflich beim Spatenstich für ein neues Werk mit dem Gouverneur von Puebla/Mexiko und privat bei der Teilnahme an einem Marathonlauf.


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uns zum Grillen eingeladen sind, genießt meine Familie das sehr. Und das ist auch etwas, was ich an meine Kinder weitergeben möchte: die Offenheit gegenüber anderen Menschen und Kulturen.“ Doch so wie positive Erlebnisse gibt es auch die negativen. Vor allem die offensichtliche Armut in manchen Ländern hat Patrick Vith sehr geprägt. „Dadurch hat sich bei mir das berühmte ‚Rumjammern‘ relativiert. Ich habe gelernt zu schätzen, was ich an meiner Heimat habe und wie gut es uns geht.“ Dynamisch. Von der Maschinenbeschaffung über den Bereich Vertrieb/Entwicklung bis zur Gesamtverantwortung Produktion

Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist natürlich ein Dauerthema. „Wenn man am Ende des Jahres Resumee zieht, was hat man sich vorgenommen, was hat man letztendlich erreicht, sind oftmals Sport und Zeit mit dem Freundeskreis zu kurz gekommen. Daran möchte ich in Zukunft noch arbeiten.“ – der bisherige Weg von Patrick Vith war sehr vielfältig. Auch mit ein Grund, warum er in den vergangenen Jahrzehnten nie einen Gedanken daran verschwendete, das Unternehmen zu wechseln. Zudem fasziniere ihn die Automobilindustrie nach wie vor enorm wegen ihrer Kostenführerschaft, Geschwindigkeit, Technologie. „Da gibt es wenige Branchen, die in dem Tempo unterwegs sind. Gerade mit dem Thema autonomes Fahren und den Megatrends herrscht ein Umbruch wie noch nie. Das ist natürlich faszinierend. Viele Leute haben das noch gar nicht realisiert, welche Fahrzeuge man schon kaufen kann, welche Funktionen bereits möglich sind und was wir in ein paar Jahren als Realität haben werden.“ Ebenfalls spannend sei der Trend vom mechanischen zum mechatronischen System. „Als ich gestartet habe, hatten wir keinen einzigen Elektroniker in Form von Produktentwicklern. Jetzt schreiben 600 Softwareingenieure in Ungarn ausschließlich Software für unsere Lenkungen.“ Lenkungen, die für die Sicherheit des Fahrzeuges mitverantwortlich sind – ein fehlerhaftes Teil kann zu fatalen Unfällen und zu tödlichen Folgen führen. „Die Null-Fehler-Strategie ist für uns daher eine ganz entscheidende Sache, die den Beruf Tag für Tag erneut zu einer spannenden Herausforderung macht.“ Sabine Blechschmidt

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Gastro-Power im Palast Hohenems

Fotos: Mo Catering, walser-image.com

Veranstaltungsorte mit Flair und Charakter, Räume für Begegnungen, Gefühle, Gedanken und Gaumenfreuden – MO Catering bietet für jedes Event die passende Location. Nun kam ein weiteres Juwel dazu: der Palast in Hohenems.

Franz Clemens und Stephanie Waldburg-Zeil bespielen den Renaissancepalast Hohenems seit 2016 verstärkt mit niveauvollen Events wie Firmenfeiern, Tagungen, Hochzeiten und Kulturveranstaltungen. Damit einher geht auch eine starke Ausweitung der Cateringaktivitäten. In dem geschichtsträchtigen Haus haben Gäste künftig noch mehr Möglichkeiten, sich bei Events verwöhnen zu lassen – vom urigen Ritterkeller bis hinauf zum Turmzimmer.

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Restaurant und Catering eigenständig. Seit Anfang März 2017 hat nun MO Catering die Caterings für Veranstaltungen der gräflichen Familie im Palast Hohenems übernommen. Das Res-

Wir freuen uns über die große Ehre, unsere Gäste im altehrwürdigen Palast Hohenems bewirten zu dürfen.

taurant „Im Palast“ bleibt weiterhin in den bewährten Händen von Andrew Nussbaumer und seinem Team. Begehrte Location. MO Catering wird bei Veranstaltungen im Rittersaal im ersten Obergeschoß, in dem auch das Kaiserzimmer, der rote und blaue Salon und das Blanckenstein Turmzimmer liegen, exklusive Caterings durchführen. Insbesondere für standesamtliche Hochzeiten sind die neu restaurierten Salons und Zimmer höchst begehrt. Auch der Palastinnenhof, in dem einst die Schubertiade Konzerte feierte, zählt zu den Veranstaltungsorten, die MO Catering für die gräfliche Familie kulinarisch bespielt. Harald Otti: „Wir freuen uns über die Herausforderung und große Ehre, neben den bekannten Locations zu Lande und zu Wasser, wie der Otten Gravour, der Sonnenkönigin und der Villa Raczynski, Gäste nun auch im altehrwürdigen Palast Hohenems bewirten zu dürfen.“ Infos und Buchung. MO Catering GmbH | Events & Locations, Schwefelbadstraße 2, 6845 Hohenems, Telefon 05576 74909, www.mo-catering.com, office&mo-catering.com

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Teil des Ganzen Architektur für die breite Öffentlichkeit verständlich machen, ein Ort des Gedankenaustausches für Professionisten sein – diesen Anspruch stellt das Vorarlberger Architektur Institut vai seit mittlerweile 20 Jahren an sich. Zum Jubiläum sprach „kontur“ mit Direktorin Verena Konrad. Das Vorarlberger Architektur Institut wird 20. Wie wird gefeiert? Verena Konrad: Das vai ist Bühne für AkteurInnen und für Themen der Baukultur – das wird auch die Prämisse für das Festprogramm sein. Wir feiern mit einer Mitglieder-Ausstellung „Kollektive Erinnerungen“, mit einem Architekturkritik-Symposium und einem Fest. Der Schwerpunkt Archtitekturkritik ergibt sich aus unserem Handlungsfeld – dem Beobachten und Reflektieren von Baukultur in Vorarlberg. Unsere Art zu reflektieren ist einem Zeitgeist unterlegen und spiegelt sich auch in unserer Institutsgeschichte wider. Unser Thema ist der Lebensraum von Menschen. Wir beobachten kontinuierlich Entwicklungen vor Ort und bringen sie in Verbindung mit globalen Erscheinungsformen von Baukultur. Im Zentrum steht die Frage, wie Architektur zu gelingendem Zusammenleben beitragen kann. Macht das die Arbeit im vai so spannend? Ja. Bauen ist die Manifestierung von Entscheidungsprozessen. An jedem Gebäude kann ich ablesen, wem was wichtig war und was nicht. So begreifen wir Architektur: als soziale Praxis. In Vorarl-

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berg gibt es ein verlgeichsweise hohes Bewusstsein für Gestaltungsqualität und faktisch auch eine hohe Dichte an qualitätsvollen Bauten. Zudem hat man eine hohe Wertschätzung für Menschen, die etwas gut können, und Dinge, die gut gemacht sind. Auf diesem Boden kann Baukultur gut wachsen. Ein Beispiel ist der Holzbau. Die Wertschätzung, die beispielsweise Handwerker und Holzbauer aufgrund ihrer Leistungen erfahren, treibt sie wieder zu Spitzenleistungen an – was wiederum zu einer Expertise führt, die es nirgendwo anders in dieser Form gibt. Gleichzeitig gibt es aber auch viele problematische Entwicklungen: den Umgang mit Ressourcen, angefangen von Bodenressourcen bis hin zu Baustoffen; das schwache Bewusstsein für die Bedeutung des öffentlichen Raumes für das Gemeinwohl; die Monotonie der Bauformen im Wohnbau; die Stigmatisierung des sozialen Wohnbaus; die ungenügende Einbindung von raumplanerischen Überlegungen in bauliche Entwicklungsstrategien. Architektur als soziale Praxis kann vor allem dann gelingen, wenn Ansprüche klar formuliert sind. Baukultur lässt sich nicht verordnen.

Haben sich Ansprüche in den letzten 20 Jahren verändert? Ich glaube, dass sich Lebensumstände verändert haben. Familienstrukturen, das Tempo im Arbeitsleben, unser Kommunikations- und Mobilitätsverhalten. Zu wohnen und am öffentlichen Leben teilhaben zu können, ist jedoch ein menschliches Grundbedürfnis. Wir reden hier von einem Bedürfnis, das jeder Mensch hat. Wir reden auch von denjenigen, die kein Eigentum besitzen. Dieser Aspekt geht in so manchen Diskussionen um leistbaren Wohnraum aktuell verloren. Mit wachsendem Wohlstand einzelner oder auch ganzer Gesellschaftsschichten sind auch neue Ansprüche verbunden. So haben sich nicht nur die Preise für Wohnraum verändert, sondern auch die durch-


Jeder kann beitragen zum Gelingen von Nachbarschaft, zum Gelingen von Zusammenleben.

Fotos: Darko Todorovic

Bildung. Das vai fรถrdert die Auseinandersetzung mit Ausdrucksformen und Wirkungen von Architektur.

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Wirksamkeit. „Wir forcieren Themen, die Innovationen anstoßen können. Es muss eine Form der geistigen Produktivität damit verbunden sein“, so vai-Direktorin Verena Konrad.

schnittliche Größe des Wohnraumes, die stetig gewachsen ist. Baukultur kann nach innen, aber auch nach außen wirken – ins Quartier, in den halböffentlichen oder öffentlichen Raum, in die Landschaft hinein. Die Herausforderung für Menschen, die heute bauen und Entscheidungen treffen, ist es, ein angemessenes Verhältnis von Funktion und eingesetzten Ressourcen anzustreben und nachhaltigen Nutzen zu stiften, der über die eigenen Bedürfnisse hinausgeht. Haben Sie Ihre eigene Wohnung, Ihren Arbeitsplatz, die Räume in denen Ihre Kinder Schule und Kindergarten besuchen, einmal kritisch angeschaut und darüber nachgedacht, ob sie abbilden was Sie und Ihr Umfeld wirklich brauchen? In Deutschland gibt es einen rechts- und sozialphilosophischen Grundsatz, der die Sozialpflichtigkeit des Eigentums einfordert. Verkürzt besagt er, dass der Gebrauch des Eigentums dem Gemeinwohl nicht zuwiderlaufen bzw. ihm zugutekommen soll. Bei der Gestaltung öffentlicher Räume ist das meist der Knackpunkt. In der Baukultur spielt über die Investionen, die getätigt werden, Eigentum eine große

Von Mikro zu Makro: Jedes Projekt hat einen sozialräumlichen Kontext, der über das Quartier in die Stadt, ins Dorf, in die Region, in den Raum Vorarlberg, den Alpenraum und noch weiter wirkt. 28 kontur

Rolle. Damit verbunden gibt es auch die Haltung, „wer zahlt, schafft an“. Nicht selten führt das zu Interessenskonflikten. Womit wir bei einer guten Baukultur wären. Was muss diese heute leisten? Gute Baukultur umschreibt ein Phänomen, das durch das Handeln Einzelner geschieht, aber erst im Kollektiv wirksam wird. Es braucht dafür ein Gegenüber, das Nutzen und Qualität erkennt. Dabei muss nicht jedes Bauprojekt für sich Antwort auf alle Fragen der Welt geben. Aber es kann Antworten geben für den Standort, im Kontext von Ort und Gesellschaft und im Rahmen bestehender Möglichkeiten. Gute Baukultur leistet einen Beitrag für gelingendes Zusammenleben. Wenn mich Bauherren nach einem Ziel fragen, antworte ich meist: Machen Sie etwas, das nicht nur Ihnen, sondern auch anderen Freude macht. Wie hat sich die Arbeit des vai in den 20 Jahren verändert? Wir haben derzeit eine hohe Auslastung und ausgezeichnete Resonanz auf unsere Angebote. Das freut uns natürlich. Wir werden als Einrichtung wahrgenommen. Dass das so ist, ist ein Ergebnis der Arbeit meiner VorgängerInnen. Das vai ist ein Verein. Die Mitglieder

Daten & Fakten Das vai geht auf eine Initiative von Mitgliedern der Zentralvereinigung der Architekten Vorarlbergs zurück. ArchitektInnen und AkteurInnen des Baukulturgeschehens engagieren sich hier ehrenamtlich.


Fotos: Darko Todorovic

Impulsgeber. „Architektur vor Ort“ bringt Interessierte in Kontakt mit Bauherren und Planern.

Fachexkursionen, die wir für Hoch­ schulen oder Unter­ nehmen bieten, erleben ein starkes Wachstum. bringen sich aktiv ein und sind, von Architekturbüros über Handwerksbetriebe bis hin zu Bauunternehmen, sehr großzügig, uns in ihre internen Prozesse hineinschauen zu lassen. Dadurch gewinnen wir eine große Tiefe im Wissen wie die Produktion von Ideen bis hin zum fertigen Gebäude und seiner Wirkung aussieht. Aus diesem Wissen, vor allem aber aus dem Erkennen von Problemstellungen, entwickeln wir unser Programm. Ein Bereich ist in den letzten Jahren stark gewachsen und das hat mit einer bildungspolitischen Lücke zu tun. Im aktuellen Schulsystem werden kreativ-ästhetische Fächer immer weiter gekürzt. Um Schulen und LehrerInnen zu unterstützen, haben wir das Projekt „Unit Architektur“ entwickelt. Hier erarbeiten LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam mit AkteurInnen aus Architektur, Fachplanung und Handwerk Projekte, in denen es um Architektur, Stadt-, Landschafts-, Lebensräume geht. Damit wollen wir einen kritischen Diskurs über die Wahrnehmung gebauter Umwelt für SchülerInnen und Lehrlinge anregen.

Wohin geht die Zukunft? Unser Auftrag ist es, den persönlichen und gesellschaftlichen Wert und Mehrwert guter Architektur zu vertreten und zu vermitteln. In diesem Sinn sind wir Schnittstelle im Feld der Baukultur. Für ProfessionistInnen sind wir eine Plattform zur Vernetzung und Weiterbildung, für BauherrInnen und kulturell Interessierte sind wir ImpulsgeberInnen. Die nächsten Themen sind gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, generationengerechtes Wohnen, sozialer Wohnbau, Architekturqualität im Wohnbau, Landschaftsarchitektur, Raumplanung und Gemeinwohl. Wir werden uns vermehrt im Bereich kooperativer Forschungsprojekte positionieren. Unsere Services im Bereich der Architekturdokumentation und der Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche bleiben bestehen. Wichtg ist für uns auch die Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen im Land. In den kommenden zwei Jahren werden wir zudem Bildungsangebote für Baukulturverantwortliche in den Gemeinden erarbeiten. Sabine Blechschmidt

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20 Jahre vai Foto: Darko Todorovic

Vier große Ausstellungen sowie ein Symposium prägen das Jubiläumsjahr des Vorarlberger Architektur Instituts. Architektur wird auch dabei als Spiegelbild gesamtgesellschaftlicher und kultureller Prozesse reflektiert.

Landschaftsräume Eröffnung: 12. Juli 2017, 19 Uhr 13. Juli bis 28. Oktober 2017 Landschaftsarchitektur ist ein Feld kultureller Produktion. Bereitstellung, Qualität und Sicherung von Freiraum und Landschaft sind essenziell für die Lebensqualität und daher von gesamtgesellschaftlicher Relevanz.

Kollektive Erinnerungen 15. März bis 6. Mai 2017 Mitglieder des vai übernehmen das Programm und erinnern an Momente, Ereignisse, Aktionen. Besucher können ihre Erinnerungsstücke an gelebte Baukultur aus den Jahren 1997 bis 2017 vorbeibringen.

Ausgezeichnete Lebensräume ZV Bauherrenpreis 2016 Foto: Bruno Klomfar

Eröffnung: 23. Mai 2017, 19 Uhr 24. Mai bis 24. Juni 2017 Die Ausstellung der Bauherrenpreisträger und Nominierungen zeigt einen Querschnitt herausragender Architektur in Österreich.

Pionierleistungen Eröffnung: 16. November 2017, 19 Uhr 17. November 2017 bis 24. Febraur 2018 Projekte der Baukünstler der ersten und zweiten Generation stehen hier im Zentrum. Mit Filmkamera und Mikrofon wird das Erbe jener Architekturschaffenden dokumentiert.

Foto: Günter Richard Wett

Symposium

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5. Mai 2017, 11 bis 18 Uhr, Aula der Fachhochschule Vorarlberg Architektur braucht Kritik. Diese Behauptung stellt das vai auf und beschäftigt sich u. a. mit Herangehensweisen und Wirkungen.


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Alle in einem Boot Wie motivieren Unternehmen bzw. Profivereine ihre Führungskräfte/Sportler, dass alle an einem Strang ziehen und so dasselbe Ziel haben? Ein Mosaikstein auf dem Weg zu Erfolg und Innovation ist das Teambuilding.

D

er Arbeitsalltag wird immer komplexer. Daher werden starre Strukturen wie Büros und Abteilungen vermehrt durch flexible anpassungsfähige Teams abgelöst. Diese Nachfrage nach umsetzungsstarkem Teamwork erfordert ein Umdenken im Unternehmen, bei den Führungskräften und auch bei den Mitarbeitern. Keine Spaßpartie. Durch die Veränderungen wird der Zusammenhalt im Team auf die Probe gestellt. Einer der Bausteine, um dies schon vorab zu verhindern, ist das Teambuilding. „Das Teambuilding setzt sich bei uns zu etwa gleichen Teilen aus Theorie, Outdoor-Aktionen, Reflexion und

Transfer der Erkenntnisse in den Arbeitsalltag zusammen“, erklärt Chris Alge, der seit 2005 mit seiner Outdoor-Akademie Teambuilding für Firmen und Vereine anbietet und jährlich etwa 20 Teambuilding-Seminare durchführt. Teambuilding sei aber keineswegs mit einem Betriebsausflug vergleichbar. Bei diesem stünden nämlich Outdoor-Aktivitäten im Vordergrund. „Teambuilding ist keine Spaßpartie. Denn hier werden Sachen an die Oberfläche gebracht und angesprochen, auch die, die unangenehm sind“, so der HIGH 5-Geschäftsführer, bei dem regelmäßig internationale und auch Vorarlberger Unternehmen und Profivereine wie Werder Bremen, SC Freiburg, Austria Lustenau oder Cashpoint SCR Altach ihre Ausrichtung und ihren Zusammenhalt finden. Keine Komfortzone. Beim Teambuilding geht es darum, dass sich die Menschen in einer anderen Umgebung kennenlernen – und zwar außerhalb der gewohnten Komfortzone. Sie müssen bereit sein, über ihre

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Outdoor-Pionier Chris Alge mit von der Partie.

Mehrere Prozesse. Der praktische Teil löst beim Teambuilding den theoretischen Teil ab.

Der Körper merkt sich alles, was mit Adrenalin zu tun hat, besser. Die Outdoor-Aktivitäten bewirken, dass durch das gemeinsame Problemlösen erfolgreich Verhaltensmuster erlernt und verankert werden. Grenzen zu gehen. Am Ende des Tages sollten alle Teilnehmer ihren Horizont erweitert haben. „Damit das Unternehmen seine Ziele erreicht, erstellen wir ein individuelles Programm. Dafür müssen wir aber vorher den Grund kennen, warum es zu uns kommt“, umreißt der 53-jährige Unternehmer die Vorarbeiten. Aus Erfahrung weiß Alge, dass die Unternehmen nicht nur Gewinnmaximierung zum Ziel haben. „Sie erkennen immer mehr, dass die Mitarbeiter die Ressource des Unternehmens sind.“ Viele Unternehmen sind auch daran interessiert, ihre Lehrlinge bei der Entwicklung ihrer Soft Skills und beim Zusammenwachsen zu einem Team zu unterstützen und buchen deshalb das „Lehre goes HIGH 5“-Angebot.

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Vier Prozesse. Nachdem Chris Alge mit der Unternehmensführung das Ziel abgeklärt hat, erarbeiten die akademischen Trainer gemeinsam mit den Gruppen, die aus maximal zwölf Personen bestehen, den theoretischen Teil. Dabei kommen auch Persönlichkeitstests zum Einsatz. „Das Struktogramm teilt die Menschen vereinfacht ausgedrückt in vier Persönlichkeitsbilder ein. Man entwickelt ein besseres Verständnis untereinander, wenn man weiß, wie jeder einzelne tickt“, erklärt Chris Alge. Dann geht es zum praktischen Teil. „Hier bieten sich Outdoor-Aktivitäten an. Diese aktivieren Sinne wie Fühlen, Tasten, Riechen. Außerdem merkt sich der Körper alles, was mit Adrenalin zu tun hat, besser. Es werden durch das gemeinsame Problemlösen erfolgreich Verhaltensmuster erlernt und verankert“, schildert der Outdoor-Experte, der schon seit 20 Jahren das HIGH 5 beim Alten Bahnhof in Lingenau betreibt. Bei diesen Aufgaben zeigen sich dieselben Verhaltensweisen wie im Job. Bei den sportlichen Aktivitäten können Schlüsselqualifikationen, Kommuni-


Fotos: High 5

Selbstfindung. Bei den Outdoor-Aktivitäten offenbart sich der Charakter.

kation und Interaktion spielerisch trainiert werden. Nachdem die Gruppen Aufgaben wie Rafting, Hochseilelemente, Slackline oder Goldwaschen gemeinsam bewältigt haben, geht es an die Reflexion: Was kann ich mit den Erlebnissen in der Natur anfangen? Wie habe ich mich während der Aufgaben dem Partner gegenüber verhalten? Bei diesen Aktionen kehren die Teilnehmenden das Innere nach außen. Es kristallisiert sich heraus, wer ein Macher, ein Marschierer oder ein Bremser ist. „Das Wichtigste am Teambuilding erfolgt dann im vierten Teil. Hier geht es um den Transfer der Erkenntnis in den beruflichen Alltag. Im Laufe der Reflexion bekommen die Führungskräfte elf Führungsgrundsätze und fünf Schlüsselqualifikationen mit auf den Weg.“ Eine Nachbesprechung mit dem Chef bzw. dem Team ergänzt das Training. Änderungswillig. Wie und ob überhaupt die Unternehmen die Erkenntnisse aus dem Training umsetzen, bleibt ihnen überlassen. Grundsätzlich habe jedes Gruppenmitglied die Verpflichtung, offen zu

sprechen. „Um Ziele zu erreichen, sollten die Dinge beim Namen genannt werden. Alle müssen die Bereitschaft zur Veränderung zeigen“, erklärt Alge. Dass diese Offenheit nicht für alle angenehm ist, liege auf der Hand. Außerdem ließen sich nur Unternehmen/Sportclubs auf diese Trainings ein, die Veränderungen gegenüber bereit seien. „Diese kommen dafür regelmäßig und sorgen so laufend dafür, dass alle in einem Boot sitzen. Denn Teambuilding kann nicht innerhalb eines Tages für eine heile Arbeitswelt sorgen und hilft auch nicht, wenn es bereits zu spät ist“, schildert Outdoor-Experte Chris Alge. Goldwäscher. Eine besondere OutdoorAktion ist Chris Alge in Erinnerung geblieben. Hier handelte es sich um zwölf TopManager, die sich dem Goldwaschen stellten. Bei dieser Aufgabe geht es um Wertschätzung, Zielverfolgung und Geduld. Zu dieser Goldwäscher-Gruppe gesellte sich per Zufall ein Nachbarbub dazu – er durfte nach Rücksprache mit der Gruppe mitmachen. Dank seines unbekümmerten

Zugangs an die Aufgabe düpierte er die Manager um Längen. Er schaffte es innert zehn Minuten, die Goldnuggets herauszuwaschen. Der schnellste Manager benötigte dafür 40 Minuten, also viermal länger! Diese Aufgabe hatte im Unternehmen zur positiven Folge, dass eine neue Abteilung mit Externen implementiert wurde, die mit ihrer „anderen Denkweise“ den Managern zuarbeiten. Patrizia Gunz

Um Ziele zu erreichen, sollten die Dinge beim Namen genannt werden. Alle Teilnehmer müssen Bereitschaft zur Veränderung zeigen. kontur 35


Reine Chefsache Spannender Spielgenuss und eine extravagante Atmosphäre. Diese Kombination ist in Vorarlberg einzigartig. Zu finden ist sie im Casino Bregenz, das mehr denn je als exklusive Erlebniswelt auftrumpft. Im Restaurant FALSTAFF lassen sich Küchenchef Gernot Bischofberger und sein Team immer wieder etwas Neues einfallen. Der jüngste Clou: der Chef’s Table.

H

aben Sie schon mal direkt in der Küche Ihres Lieblingsrestaurants gegessen? Wenn nicht, haben Sie ab jetzt im Casino Restaurant Falstaff die Gelegenheit dazu. Mit dem Chef’s Table wird eine neue Innovation eingeführt, die Feinschmecker aus nah und fern erfreuen dürfte. Den Namen hat das „Projekt“ nicht von ungefähr, handelt es sich beim Chef’s Table doch um einen Tisch, der in der Küche eines Restaurants platziert ist und für besondere Gäste beziehungsweise Freunde des Küchenchefs reserviert ist. Bei den

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Speisen, die dort serviert werden, handelt es sich in der Regel um eine besondere Menüfolge oder um neue Kreationen des Küchenchefs. Exklusiver geht es also nicht. Der Chef’s Table im Restaurant FALSTAFF bietet Platz für zwei bis vier Personen und lädt dazu ein, „the art of private dining“ hautnah zu erleben. Doch nicht nur das. „Durch die Platzierung in der Küche sitzen die Gäste quasi mitten im Geschehen, dort, wo die Menüs entstehen“, erklärt Küchenchef Gernot Bischofberger das Konzept. Während er und sein Team am Herd stehen und herrlich kreative Köstlichkeiten auf die Teller zaubern, können die Gäste sitzend oder stehend ganz ungeniert dem Treiben in der Küche aus direkter Nähe zuschauen. Und sicherlich geht sich dabei auch ein Fachplausch mit dem Küchenchef aus. „Wer weiß, vielleicht gebe ich ja auch das eine oder andere Geheimnis von Rezepturen und Zubereitungen preis“, schmunzelt Bischofberger.

Acht Gänge, ein Glas Champagner und ein Küchensnack erwartet die Gäste des Chef’s Table. Die Kosten dafür liegen pro Person bei 110 Euro (exklusive Getränke). Genießer dürfen sich wirklich freuen, stehen doch so klangvolle Namen wie Oktopus mit Salzkresse, Wachtel mit Kartoffel und schwarzem Trüffel, Hummer, Zander, Stab-, Sand- und Jakobsmuschel oder Almochse mit geräuchertem Bodenseezander auf dem „Speiseplan“ – oder aber auch nicht. „Es handelt sich jedes Mal um ein Überraschungsmenü, das von mir individuell zusammengestellt wird. Die Menüfolge besteht jedoch immer aus besonders kreativen Gerichten“, so Gernot

Wir bereiten unseren Gästen kulinarisch unvergessliche Mo­ mente in besonders intimer Atmosphäre.


Fotos: Udo Mittelberger

Nehmen Sie Platz. In der Küche des Casino Restaurant FALSTAFF ist man bereit. Küchenchef Gernot Bischofberger und sein Team freuen sich darauf, besondere kulinarische Highlights zu servieren.

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Bischofberger, der sich schon sehr darauf freut, das Projekt mit seinem Team umzusetzen. „Der Tisch in der Küche steht, die ersten Probeteller wurden gekocht – wir sind absolut bereit.“ Der Chef’s Table ist also ab sofort eröffnet, die Plätze werden heiß begehrt sein. Kein Wunder, ist dies doch auch eine schöne Geschenkidee für besondere Menschen, die gerne genießen und ein sehr exklusives Genusserlebnis erfahren möchten. Eine Reservierung ist „unbedingt“ erforderlich und nur unter T +43 5574 45127 12500 oder falstaff@casinos.at möglich.

Essen im FALSTAFF ist ein ganz besonderes Erlebnis, besonders dann, wenn der Entstehungsprozess der einzelnen Gänge aus nächster Nähe beobachtet werden kann und der Chef sich persönlich um das Menü kümmert. Der Chef’s Table bietet dazu die exklusive Gelegenheit. kontur 37


Eine neue Küche muss her! Zwar ist das keine Entscheidung fürs Leben, aber doch von einer Tragweite, die gut durchdacht sein sollte. Umso wichtiger ist die fachkundige Beratung. Deshalb finden Kunden bis aus Vorarlberg und der Schweiz ihren Weg zu Möbel Rundel in Ravensburg – hier stimmen Auswahl, Beratung, Preis und Montage. Auf über 3000 Quadratmetern präsentiert das Traditionsmöbelhaus mehr als 100 verschiedene Modelle ausschließlich deutscher Hersteller. Wir liefern bis nach Vorarlberg und montieren ohne Aufpreis!


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Digitalisierung als große Chance Wir befinden uns mitten in einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Megatrend: Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und dringt in alle Bereiche des Wirtschaftens und täglichen Lebens vor. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg stellt sich dieser standortrelevanten Herausforderung der Zukunft und bietet den Mitgliedern Unterstützung an.

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leich vorweg: Das ist gut so. Eröffnet diese Entwicklung doch große Möglichkeiten und die Chance, wichtige Produktivitätsgewinne zu erzielen. Bereits heute hat die Digitalisierung in allen Branchen Einzug gehalten, wenngleich ihr Grad selbstverständlich noch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Viele erkennen diese Entwicklung jedoch mehr und mehr als Chance, die es zu nutzen gilt.

Fotos: Dietmar Mathis, Darko Todorovic

Drohender Wettbewerbsverlust. „Als hoch entwickelte Wirtschaftsregion mit gut ausgebildeten Menschen müssen wir dieser Herausforderung aktiv und verschränkend über die Unternehmens- und Organisationsgrenzen hinweg begegnen und

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die sich daraus ergebenden Chancen nutzen. Sonst geraten wir ins Hintertreffen und es droht ein massiver Wettbewerbsverlust“, erklärt Hans Peter Metzler, WKV-Präsident. Gerade im Unternehmenskontext können digitale Innovationen zu einer Vielzahl an positiven Veränderungen führen. So ermöglicht die Integration digitaler Techniken beispielsweise die Flexibilisierung des gesamten Produktions- und Arbeitsprozesses. Aufgrund interner Effizienzgewinne, aber auch durch die Vernetzung der Wertschöpfungskette, können letztendlich die Bedürfnisse der Kunden schneller und gezielter bedient werden. Oder es können komplett neue Geschäftsfelder und Märkte erschlossen werden, die bis dato aufgrund fehlender (technischer)

Um von der Digitali­ sierung profitieren zu können, ist es not­ wendig, die wirtschaft­ lichen, rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen.


Die erfolgreiche Anwendung neuer Informationsund Kommunikationstechnologien kann zur Steigerung des Produktionspotenzials und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Möglichkeiten nicht bzw. kaum zugänglich waren. Und auch im Dienstleistungssektor treibt die Digitalisierung den Innovationsprozess stetig voran. Zum einen entstehen gänzlich neue, innovative Services, zum anderen kommt es aber auch zu einer laufenden Modernisierung bestehender Serviceangebote. Zeit- und Effizienzgewinne sind die logische Folge.

Wichtige Arbeitsmarktimpulse. „Aus makroökonomischer Sicht kann die erfolgreiche Anwendung der neuen Informa­ tions- und Kommunikationstechnologien nicht nur zu einer Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandortes und der Wettbewerbsfähigkeit beitragen, sondern gleichzeitig wichtige Impulse zur Steigerung des Produktionspotenzials und zur Schaffung

neuer Arbeitsplätze liefern“, so Mag. Marco Tittler, Leiter der WKV-Abteilung Wirtschafts- und Technologiepolitik. „Aufgrund der Erfahrungen mit gesellschaftlichen Umbrüchen und technischen Fortschritten zeigt sich, dass in der Vergangenheit zwar immer auch Arbeitsplätze weggefallen sind, es dadurch aber keinen gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsrückgang geben hat. So sind heute beispielsweise in Vorarlberg mehr Menschen beschäftigt als jemals zuvor“, verweist Tittler auf die Bedeutung einer praxisorientierten und fundierten Ausbildung sowie die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung. Die Digitalisierung leistet einen wichtigen Beitrag, um in einer hoch entwickelten Volkswirtschaft überhaupt noch wesent­ liche Produktivitätsgewinne erzielen zu können. Metzler: „Um jedoch von der Digitalisierung in vollem Umfang profitieren zu können, ist es notwendig, die dafür wichtigen wirtschaftlichen, rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Zudem gilt es die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Wirtschaftsakteuren gegenüber dieser Entwicklung zu steigern und die Bedeutung und Chancen der Digitalisierung bewusst zu machen. Die WKV begegnet den Herausforderungen in folgenden Bereichen: Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, Top-Service und Start-up-Ecosystem.

Science Fiction? Nein! Der humanoide Roboter Roboy ist 130 Zentimeter hoch und gewährt einen Blick in die Zukunft der Forschung und Entwicklung.

Interactive West. Eine hervorragende Gelegenheit zum Netzwerken und Informieren bietet das größte Digitaltreffen am Bodensee. Die 4. Interactive West, die Konferenz für Marketing, Technologie, Innovation und Zukunft wird mit über 500 Teilnehmern, über zehn attraktiven Speakern und einer neuen Location am 4. Juli 2017 im neuen Dornbirner Messequartier über die Bühne gehen. Ernest F. Enzelsberger

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Es wird getanzt Mit seinen Darbietungen von Tanzkunst auf höchstem Niveau genießt der Bregenzer Frühling großen Zuspruch. Bis Juni können sich Zuschauer wieder auf einzigartige Aufführungen freuen.

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Wo Grenzen verschwimmen. Auf eine Reise, bei der man in flüchtige Empfindungen eintaucht, die sich als unvergesslich erweisen, kann sich das Publikum mit dem ironischen und poetischen Stück Cold Blood von Michèle Anne De Mey/Jaco Van Dormael/collectif Kiss & Cry begeben (13. Mai 2017). Im Saal geht das Licht aus. Klappe zu, Film ab! Die Finger hüpfen in einem wundervollen Miniaturbühnenbild, die Kameras flattern und tanzen, eine Stimme erzählt. Der Filmemacher Jaco Van Dormael (Toto der Held) und die Choreografin Michèle Anne De Mey drehen vor den Augen der Betrachter einen Film. In Cold Blood erinnert sich eine Frau an die eindrucksvollsten Momente aus ihrem Leben. An die Sinnlichkeit der großen Liebe genauso wie an die Schrecken einer Bom-

Die hochkarätigen und international gefeierten Ensembles werden auch heuer wieder begeistern. 42 kontur

Fotos: Julien Lambert

edes Frühjahr begeistern hochkarätige, international gefeierte Ensembles mit ihren Produktionen im Festspielhaus. Äußerst bemerkenswerte Choreografien bestimmen das Programm. So bringt das renommierte Nederlands Dans Theater 2, schon mehrmals zu Gast beim Bregenzer Frühling, drei verschiedene Choreografien auf die Bühne des Festspielhauses (22. April 2017), allesamt österreichische Erstaufführungen. Der US-amerikanische Choreograf Richard Siegal, einer der wichtigs­ ten Akteure im zeitgenössischen Tanz, der mit seinen Stücken immer wieder neue Maßstäbe setzt, stellt mit My Generation (19. Mai 2017) zwei seiner neuesten Choreografien vor. Akram Khans jüngste Produktion bezieht sich auf das Buch „Until the Lions: Echoes from the Mahabarata“ (27. Mai 2017). Das aktionstheater ensemble bringt mit ICH GLAUBE (7., 8. und 9. Juni 2017) wieder eine Uraufführung unter der Regie von Martin Gruber auf die Bühne.

bennacht im Dresden der Weltkriegsjahre. Die Geschichte um Tod und Erinnern hat der belgische Schriftsteller Thomas Gunzig geschrieben. Cold Blood ist eine poetische Reise voller Fingerspitzengefühl und verblüffendster visueller Erfindungen. Im Spiel mit den Größenmaßstäben tanzen die Hände in den Modellen der Filmkulissen. In Zwergbühnenbildern umschlingen sich die Hände, lassen sich los, berühren sich und gehen fort, kehren zurück, ehe sie wirklich entschwinden. Das Nano-Spiel der Finger ist genau durchchoreografiert und tanzt auf die unterschiedlichsten Nummern. Ob zum Boléro von Ravel, zu einer Steppnummer von Fred Astaire oder zu Songs von David Bowie und Janis Joplin. Alle Tanzaufführungen finden im Festspielhaus statt, die Auffüh­ rungen des aktionstheater ensemble im schoeller 2welten shed8. Auch für 2017 hat die Landeshauptstadt Bregenz wieder einen Tanzpass aufgelegt. Der Tanzpass und die Einzelkarten sind erhältlich bei Bregenz Tourismus & Stadtmarketing bzw. unter www.v-ticket.at und www.bregenzerfruehling.at


Ideen alleine verändern nichts. Sondern der Mut, sie umzusetzen. Der neue Panamera.

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Foto: Bernd Hofmeister

Daniel Steffen geb. 1964, aufgewachsen in Domat/ Ems GR. Beruflicher Werdegang. Nach der Ausbildung als Betriebsdisponent bei der Rhätischen Bahn u. a. Tätigkeit bei Schweiz Tourismus, als Verkaufschef der Jungfraubahnen sowie als Chief commercial Officer Flughafen Bern. Ab August 2015 Manager Business Development bei der People’s Air Group, seit Dezember 2015 Geschäftsführer.

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Diplomatie ist seine „Geheimwaffe“ Bevor er selber „in die Luft“ geht, geht er lieber unter Wasser. Der passionierte Taucher und People’s-Geschäftsführer Daniel Steffen hat uns zehn Fragen beantwortet und dabei mehr über Lieblingsreiseziele sowie die Faszination Vorarlberg verraten. Beruflich ging es für Sie von den Gleisen in die Luft. Was ist das Faszinierende an beiden Fortbewegungsmitteln? Mich fasziniert, dass einem sowohl die Bahn wie auch die Flugzeuge die Freiheit des Reisens, Entdeckens und der Begegnung ermöglichen. Ich bin mit der Bahn bis Athen und Istanbul gefahren, mit dem Blue Train durch Südafrika gereist oder mit dem Shinkansen in Japan Hochgeschwindigkeit gefahren. Die Flugzeuge zeigen mir die Schönheit unserer Erde von oben und bringen mich an die faszinierendsten Orte der Welt. Reisen, Entdecken, Erleben und Genießen gehören für mich zum Leben wie Atmen. Bahn und Flugzeuge ermöglichen mir dies. Welches sind Ihre persönlichen Lieblingsreiseziele? Am liebsten reise ich auf die Malediven. Dort lebt meine Tochter und dort habe ich auch als Tauchlehrer gearbeitet. Ein wunderschönes Paradies, das leider immer mehr dem Massentourismus geopfert wird. Reisen durch die USA, Südamerika und Afrika finde ich wunderschön. Aber auch ein Wochenende in Wien ist immer noch faszinierend. Eine Stadt mit unglaublichen Gegensätzen aus Vergangenem und Zukunft, Traditionellem und Modernem. Ich schätze es jedoch auch sehr, in meiner freien Zeit einfach nur mit den Rollerblades den Bodensee entlang zu fahren und an einer schönen Beach Bar die Seele baumeln zu lassen. Ich war in meiner beruflichen Laufbahn in beinahe 100 Ländern. Da schätzt man auch einen tollen Naherholungsraum wie den Bodensee, das Appenzellerland oder den Bregenzerwald.

Ab Juni geht es mit People’s ja auch nach Ibiza. Welche Destinationen fehlen Ihrer Meinung nach sonst noch auf dem Flugplan? Eine große Umsteigedrehscheibe einer Luftfahrtallianz. Sei dies nun Frankfurt, Amsterdam, Paris oder London. Zudem gibt es in Reichweite unserer Embraer 170 Jets noch viele wunderschöne Feriendestinationen. Mein Favorit wäre da Brindisi mit der wunderbaren apulischen Küste. Was bringt Sie dazu, auch selber mal „in die Luft“ zu gehen? Ich hasse es, wenn man mich anlügt, etwas vertuscht oder hintenrum funktioniert. Ich bin einer, der immer geradeheraus sagt, was er denkt. Beruflich wie privat. Diplomatie ist für mich eher ein Notfallszenario, das ich aber als „Geheimwaffe“ sehr gut einsetzen kann. Wie schalten Sie vom turbulenten Berufsalltag ab? Grundsätzlich zu Hause mit meiner Partnerin in der Natur rund um den Bodensee. Als leidenschaftlicher Taucher, Unterwasserfotograf und Tauchlehrer auch das ganze Jahr über in unseren heimischen Gewässern wie dem Bodensee, Walensee oder im Alten Rhein. Privat findet man Sie also auch mal unter Wasser. Die Faszination daran? Die absolute Ruhe und eine Welt, die den meisten verborgen bleibt und die dringend unseren Schutz und unsere Aufmerksamkeit braucht. Haben Sie gewusst, dass die weltweiten Korallenriffe die gleiche Bedeutung für das Weltklima haben, wie der Regenwald? Die Riffe und ihre Bewohner werden großflächig zerstört und nur weni-

ge kümmern sich um deren Schutz. Unsere Seen und Wassergebiete sind heute verbaute Freizeitanlagen, deren Bedeutung für uns kaum mehr ein Thema sind. Sie arbeiten in direkter Nachbarschaft zu Vorarlberg. Was schätzen Sie am Ländle? Ich habe in Vorarlberg faszinierende und tolle Menschen kennengelernt, aber auch eine ganz andere politische und gesellschaftliche Kultur und Denkweise. Besonders schätze ich den industriellen und wirtschaftlichen Innovationsgeist, das Unternehmertum und die Vielfalt der Landschaft. Ich bin sehr gerne im Rheindelta unterwegs, aber auch im Bregenzerwald. Orte der Ruhe, Kraft und Natur. Raclette oder Kässpätzle? Die Frage ist für einen Käseliebhaber echt fies! Viele Vorarlberger fliegen mit Ihrer Airline. Angenehme Passagiere? Ja sehr. Die meisten sind seit Jahren Vielflieger und haben unsere Airline längst als Familienmitglied „adoptiert“. Dementsprechend wird natürlich auch jede Veränderung kritisch betrachtet. Das Schöne und Einzigartige ist, dass viele Passagiere unsere Mitarbeitenden nach all den Jahren persönlich kennen und umgekehrt. Das gibt eine ganz spezielle Atmosphäre. Außerdem mag ich das unkomplizierte, direkte Wesen der Vorarlberger. Schlussendlich: Ihr Tipp gegen Flugangst? Ein spezielles Flugangstseminar, das man bei uns buchen kann und das von einer der besten Spezialistinnen in der Schweiz durchgeführt wird. Sabine Blechschmidt

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Bon appétit Die Rinder sehen nun wirklich nicht so aus wie unsere Milchkühe. Und doch fühlen sie sich pudelwohl im Rheintal. Es sind Wagyu-Rinder. Wagyus sind eigentlich in Japan zu Hause, ihr Fleisch ist aber auf der ganzen Welt begehrt ob seines Geschmacks und seiner Konsistenz. Die Rinder sind nicht die einzigen Zugezogenen in der Region. In Vorarlberg und der nahen Schweiz gibt es Manufakturen und Züchter, die die Welt zu uns holen. „kontur“ lädt zu einer kleinen Weltreise ein.

Feiner Käse. Georg Bantel mit dem Aushängeschild seiner Käserei, dem Camembert.

deres Augenmerk auf ein ausgewogenes Verhältnis von Marmorierung und Wachstum. Alle Tiere sind reinrassig. Sie stammen von der Herde des Okami Wagyu ab. Er habe sich aus Qualitätsgründen für die Wagyu-Zucht entschieden: „Wenn schon Rindfleisch, dann das Beste.“ Natürlich gebe es auch eine entsprechende Nachfrage, denn Vorarlbergs Spitzengastronomie sollte auch aus lokalen Betrieben mit ab-

soluter Spitzenqualität versorgt werden. Die hat das Angebot bereits angenommen – einige der besten Betriebe im Land zählen zu den Kunden. Genauso wie private Feinschmecker, die das Fleisch in noblen Paketen im Kühlraum der Metzgerei Walser in Meiningen, die biozertifiziert und spezialisiert ist auf die Verarbeitung von Einzeltieren, in Empfang nehmen können (bestellen müssen sie allerdings direkt im Wagyuhof). Die Restaurants ordern übrigens Rinderhälften zum Weiterverarbeiten. Berggold Möggers. Einer der wohl berühmtesten französischen Käse ist der Camembert, der in und um den Ort gleichen Namens in der Normandie hergestellt wird

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Fotos: Bernd Hofmeister, Schualhus, Wagyuhof Rankweil

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und 30 Wagyu-Rinder hält der Wagyuhof Rankweil ständig in zwei Herden. Sie werden von je einem Stier betreut, einer geht auf die Tajiri Linie zurück, der andere auf die Shimane Linie. Damit legen die Betreiber des Hofes, der Rankweiler Unternehmer Richard Fischer und Christof Kaufmann, der Landwirt, der die Herden betreut und am Hof wohnt, bei der Zucht beson-


Den Wagyuhof Rankweil betreibt Richard Fischer zusammen mit Landwirt Christof Kaufmann.

– und in Möggers. Seit 1886 produziert die Familie Bantel den einzigartigen Schimmelkäse, der unter dem Namen Berggold eine große Fangemeinde hat und in der europäischen Top-Liga dieser Käsesorte mitspielt. Mehr als 20.000 Liter Käse aus der Pfänderregion werden dafür täglich verarbeitet, rund 600 Tonnen der Köstlichkeit stehen jährlich zu Buche. Georg Bantel leitet die Geschicke bei Berggold seit rund 20 Jahren mit Erfolg: Der Berggold Camembert ist längst zur Marke gereift, lässt sich in ganz Österreich verkaufen. „Und 60 Prozent unseres Käses gehen nach Deutschland“, so Bantel. Die Feinkäserei kann aber nicht nur mit ihrem Aushängeschild, dem Camembert, aufwarten, sondern mit einer Produktpalette, die einen Brie beinhaltet ebenso wie einen Ofenkäse. „Ein Käse, der im Winter sehr beliebt ist“, beschreibt ihn Bantel und freut sich, dass die Berggold-Variationen bei den Genießern so ein hohes Ansehen genießen. Schualhus – Rote Wand Alpine Resort, Zug. Dass in dieser Aufzählung auch ein Restaurant zu Ehren kommt, hat seinen Grund. Der Lecher Hotelier Joschi Walch ist der wohl innovativste Vertreter einer regionalen Küche im Land und er zeigt in seinem Schualhus, wie diese sich in kreative

Aus nächster Nähe. Entenfleisch aus Dornbirn wird im Schualhus in Zug serviert.

Regionalität heißt bei Lebensmitteln noch lange nicht, dass nur Eintopf und Riebel auf den Tisch kommen. Die Vielfalt lebt. kontur 47


Zu jedem Estate werden neben den genauen Daten für den Kaffee auch Bilder und Zusatzinfos geliefert, wie man es sonst von einer guten Flasche Wein kennt.

Stoll, Amann Kaffee, Zürich, Rankweil. Kaffee rösten kann man überall – natürlich. Das ist aber auch die Herausforderung für einen Betrieb in Vorarlberg bzw. in der Schweiz. Die Familie Amann hat sich die-

ser gestellt und röstet Kaffee auf höchstem Niveau in ihren Betrieben in Schwarzenberg und Zürich. Deshalb exportiert Stoll auch die „plantagen-reinen“ Röstungen bis nach Asien. Ausgesucht werden die Kaffeebohnen bei kleinen Estates in den Kaffeeanbaugebieten dieser Welt. „Mit unserem Estate Kaffee bieten wir 100 Prozent Transparenz von der Pflanze bis in die Tasse. Durch den persönlichen Kontakt mit den Farmerfamilien erreichen wir eine ganz besondere Qualität, die auch eine Geschichte erzählt“, erläutert Florian Amann, der es nicht beim Rösten der Bohnen belässt, sondern sowohl in der Schweiz als auch in Vorarlberg „KaffeeAkademien“ betreibt, in der die richtige Zubereitung der oft teuren Estate Kaffees ge-

Balik Lachs. Eigentlich vermutet man in einem abgelegenen Seitental des Appenzells keine Lachsräucherei. Die würde man eher in Norwegen oder Kanada suchen. Doch der beste Lachs der Welt, so die einhellige Meinung von Restaurantkritikern aus aller Herren Länder, kommt aus der Ostschweiz und wird über das ebenso exklusive House of Caviar und eine Handvoll exklusiver Feinkosthändler vertrieben. Seit knapp 40 Jahren wird auf der Balik Farm im Toggenburg, einige Kilometer hinter St. Gallen, der „König der Fische“ nach einem alten russischen Geheimrezept von Hand geräuchert, veredelt und in die ganze Welt exportiert. Sämtliche Arbeitsschritte werden von Hand ausgeführt. Die Räucherei hat eine faszinierende Geschichte.

Gefragt. Produkte wie der Balik Lachs und der Estate Kaffee von Florian Amann garantieren höchste Qualität.

1918, mit dem Tod der Zarenfamilie, geriet die kulinarische Köstlichkeit in Vergessenheit. Vor 30 Jahren wurde das Geheimrezept wieder entdeckt. Zahlreiche Königsfamilien Europas, von Dänemark über England bis Spanien, zählen zum Kundenstamm. Balik ist heute Garant für die Tradition des Lachsräucherns, wie sie am Hofe der russischen Zaren gepflegt wurde. Das Rezept wurde Hans Gerd Kübel, einem Schauspieler und Regisseur am Schauspielhaus Zürich, 1978 von Israel Kaplan, dem Enkel des Hoflieferanten, anvertraut. Andreas Scalet

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Fotos: Dietmar Stiplovsek, Shutterstock

Höhen aufschwingt, wo andere ohne viele Ideen einfach auf den Trendzug aufspringen. Walch lässt für sein Spitzenrestaurant in Dornbirn schneeweiße Enten züchten, die dann als Peking-Ente auf den Tisch kommen. Und er beweist, dass der Saibling aus dem Zuger Fischteich eine Köstlichkeit ist, die selbst die Kritiker der New York Times jubilieren lässt. Der Fischteich Lech ist aber auch selbst darauf spezialisiert, die Fische zu veredeln. Im Rahmen der Veranstaltung „4. Alpe Adria Fischprämierung“ wurde Andreas Mittermayrs Hochgebirgsbetrieb mit den Produkten „geräuchertes Forellenfilet“ und „Räucherfischsülzchen“ in den Kategorien geräucherter Fisch und Fischzubereitung mit Gold prämiert und mit zwei der begehrten Genusskronen ausgezeichnet. Das Schualhus bietet Küche, die weit über das Land strahlt und dennoch immer am regionalen Boden bleibt. Und sorgt damit dafür, den Züchtern neue Perspektiven in ihrer Landwirtschaft aufzuzeigen.

lehrt wird. Zu jedem Estate liefert Stoll neben den genauen Daten für den Kaffee auch Bilder und Zusatzinfos, wie man es von einer guten Flasche Wein kennt.


was haben literaten und genießer, geschäftsleute, schauspieler und weinkenner gemeinsam?

Sie treffen sich im Hotel Schwärzler in Bregenz. Nachmittags in der Lounge zum inspirierenden Gedankenaustauch, abends in der Bar bei philosophischen Gesprächen, zum Frühstück voll Energie und Freude auf einen ereignisreichen Tag, oder im Kräutergarten bei einem erfrischenden Apero... Das Schwärzler in Bregenz verbindet Tradition mit Urbanität. Ein stilvolles Stadthotel für Gäste mit Anspruch, die ein Hotel mit lebendigem Kulturangebot schätzen. Von der Bibliothek bis zur Veranstaltungsreihe „Literatur im Schwärzler“ an Ostern.

Hotel Schwärzler, Bregenz, Landstraße 9, Österreich, +43 / 5574 / 4990, schwaerzler@s-hotels.com, hotelschwaerzler.at


Lindsey Vonn, Downhill

Lara Gut, Super-G Wendy Holdener, Slalom

Kjetil Jansrud, Super-G

Erik Guay, Downhill

worldchampionships

st.moritz

worldcup rebels 2017

Manuel Osborne-Paradis, Super-G

GOLD SILVER

BRONZE

Erik Guay, Super-G

Wendy Holdener, Alpine Combined

Beat Feuz, Downhill


Familienbande Sie werden oftmals als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet, als Kitt der Gesellschaft. Und zugegeben, wenn man die Landschaft der Familienunternehmen in Vorarlberg betrachtet, könnte es wohl tatsächlich kaum treffendere Charakterisierungen für die familiengeführten Betriebe geben, beschäftigen doch über 12.000 Unternehmen dieser Kategorie insgesamt 110.000 Erwerbstätige im Land. Und, nur um die Dimension zu veranschaulichen: 160.000 davon gibt es in Vorarlberg insgesamt.

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tellt man die Frage nach den Stärken, die Familienunternehmen auszeichnen, wird man häufig Antworten wie Tradition, Vertrauen, Engagement und regionale Verankerung bekommen. Und mit Sicherheit zeichnet diese Unternehmen aus, dass sie sich zu ihren Wurzeln bekennen und zum Großteil dort investieren, wo sie „groß“ geworden sind. Als Investition ist dabei nicht nur diejenige finanzieller Art zu sehen, auch Zeit und Kraft werden eingesetzt, um das Unternehmen zukunfts- und wettbewerbsfähig zu halten. Mit das wichtigste Kapital sind dabei natürlich auch die Mitarbeiter. Fachkräfte sind das Um und Auf, ein zunehmender Mangel an genau diesen Experten jedoch nicht abstreitbar. Daher setzen viele Familienunternehmen auf die eigene Lehrlingsausbildung. Und genau diese rege Ausbildungstätigkeit hat – abgesehen von betriebswirtschaftlichen Gründen – auch wieder mit Nachhaltigkeit, Unternehmenskultur, Imagepflege und Tradition zu tun.

Mit Sicherheit. Persönliches Engagement der Unternehmer, flache Hierarchien, flexible Strukturen, kurze Entscheidungswege sowie Teamgeist machen Familienbetriebe für Arbeitnehmer attraktiv. Nicht

verwunderlich ist daher, dass sich Mitarbeiter oft langfristig an diese Unternehmen binden, die Fluktuation ist geringer als beispielsweise bei Managementunternehmen. Hier spielen neben fachlichen Aspekten gewiss auch Faktoren wie Identifikation, Motivation sowie das Gefühl von Sicherheit mit hinein. Leidenschaft. Man sieht also, Familienbetriebe sichern wichtige Arbeitsplätze, sind eine bedeutende Säule der Wirtschaft. Und doch stehen sie alle – ob kleiner Handwerksbetrieb oder Großkonzern – früher oder später vor der Herausforderung der Übergabe. Eine solide Nachfolge muss gefunden werden. Glücklich, wer in diesem Fall seine Leidenschaft für den Betrieb an die eigenen Kinder weitergeben konnte und die Nachfolge in „trockenen Tüchern“ weiß. Beste Beispiele dafür: die Betriebe auf den folgenden Seiten. Ihre „jungen Köpfe“ haben sich bewusst für den elterlichen Betrieb entschieden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie mit Holz oder Blumen, mit Tapeten, Licht oder Urlaubsgästen arbeiten. Sie alle haben sich zum Ziel gesetzt, das Erbe ihrer Familie erfolgreich in die Zukunft zu führen – mit neuen Ideen, gepaart mit den bewährten Tipps ihrer Eltern. Sabine Blechschmidt

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Paul Hartmann Hartmann Holzbau, Hard Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Kapitän. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Der Betrieb war allgegenwärtig präsent. Ob am Mittagstisch oder auch am Wochenende. Wann wussten Sie, dass Sie in das Unternehmen mit einsteigen? Diese Frage stand bei uns eigentlich nie im Raum. Die entscheidende Frage war vielmehr: zu welchem Zeitpunkt? Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Vor noch nicht allzu langer Zeit erfolgte die Übergabe der Geschäftsführung von meinem Vater an mich. Seitdem wachse ich jeden Tag über mich hinaus. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Es ist eine sehr dynamische Branche, die einerseits Anforderungen an das traditionelle handwerkliche Geschick stellt und in der andererseits bemerkenswerte „Hightech“-Lösungen entstehen. Unterschiedlichste Aufgabenstellungen, unterschiedlichste Projektbeteiligte an unterschiedlichen Orten – ein toller Mix, Tag für Tag. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Wenn alteingesessene Mitarbeiter den Blick auf das Unternehmen werfen, so gibt es in manchen Bereichen sicherlich eine gewisse „Betriebsblindheit“. Kommt ein „Junger“ dazu, so werden Vorgänge auch aus einem komplett anderen Blickwinkel betrachtet, was wiederum zu neuen Lösungsansätzen führen kann. Ganz nach dem Motto: „Die neuen Besen kehren besser, die Alten kennen die Ecken“ existieren bei uns Bewährtes und Neues nebeneinander. Wie groß ist der Druck für die neue Generation? Leicht schleicht sich der Gedanke ein, bei den Vorhergehenden war wohl alles „rosarot“. Demgegenüber vertrete ich den Standpunkt, dass in jeder Generation andere Herausforderungen, Prüfungen und Chancen anstehen, die es zu meistern gibt. Der Druck ist hoch – das war er bei der Entstehung der Diamanten aber auch. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Bei einem netten Gespräch oder einem Besuch bei Freunden. Mit einem guten Buch, in der Natur, im Sommer am und auf dem Bodensee. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? (lacht) Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Nein, Scherz beiseite. In der Zukunft wird der Holzbau vermehrt in die Höhe gehen – sei es aufgrund der verdichteten Bauweise, der derzeit vorherrschenden Grundstückspreise oder einfach der demografischen Entwicklungen. Da gilt es, stets am Ball zu bleiben. Ich baue auf schlanke Organisationsstrukturen, ein top ausgebildetes Team – und die nächsten 50 Jahre können beginnen.

Vita. Nach dem Abschluss der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt (HTL) Rankweil und des Kaufmännischen Kolleg an der Handelsakademie (HAK) Bregenz, Bauingenieurstudium in Innsbruck. Zudem Abschluss der Ausbildungen zu Baumeister und Zimmermeister. Seit 2010 im Familienunternehmen tätig, 2014 folgte die Übernahme der Geschäftsführung. Privat. 34 Jahre, Freundin Ramona

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Theresa und Albert Lingg Hotel Krone, Au Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Theresa: Das wechselte bei mir fast monatlich und ging von der Pferdepflegerin bis zum Auswandern auf eine Südseeinsel. Albert: Wie bei den meisten Kindern waren da mehrere dabei. Vom Arzt über den Feuerwehrmann bis hin zum Tischler. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Albert: Am Anfang waren wir überall im Einsatz. Ich denke dies war sehr wichtig, um Einblick in die verschiedenen Abteilungen zu bekommen. Theresa: Wir haben viele Tätigkeitsfelder. Langsam kristallisieren sich unsere Stärken heraus und wir finden immer mehr unseren Platz im Betrieb. Wir haben schon einige Aufgaben unserer Eltern übernommen. Und ich glaube, sie sind auch froh darüber ... Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Theresa: Das Wichtigste ist, dass man gerne GastgeberIn ist – das ist wohl auch das Besondere an einem Familienbetrieb. Außerdem finde ich wichtig, dass die Gäste merken, dass sie sich einen besonderen Platz für ihren Urlaub ausgesucht haben. Der Bregenzerwald ist eine Region, die einen ganz anderen Charakter hat als viele Tourismusregionen in Österreich. Albert: Die vielen Kontakte mit Menschen aus unterschied­ lichen Orten und Ländern und die Abwechslung, täglich mit anderen Persönlichkeiten Zeit zu verbringen.

Fotos: Roland Paulitsch, Bernd Hofmeister

Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäfts­ leben? Albert: Zu Hause bei meiner Familie. Martina gibt mir sehr viel Kraft und dort kann ich die Batterien wieder aufladen. Theresa: Ich wohne direkt am Waldrand, dort mache ich gerne Spaziergänge. Aber am liebsten treffe ich meine Freundinnen und Freunde – das ist zwar selten, aber dafür umso besser! Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Theresa: Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam auf diesem Weg weitergehen und unsere Ideen verwirklichen können. Auch ist mir ein Anliegen, dass wir uns in den Bereichen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität weiter verbessern und neue Wege finden, diese Themen im Betrieb umzusetzen. Albert: Ich denke, die Gäste sind gerade im Umbruch. Es gibt immer mehr Leute, die sich nicht nur für ihr Hotel, sondern auch für die Region interessieren. Sie wollen Landschaft und Kultur kennenlernen. Dort sind wir auf einem sehr guten Weg, entwickeln ständig neue Ideen und Themen, um den Bregenzerwald den Gästen näherzubringen. Ein zweites großes Thema sind die MitarbeiterInnen. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Branche wieder ihren Ruf als attraktiver und abwechslungsreicher Arbeitsplatz bekommt.

Vita Theresa Lingg. Matura BORG Egg, danach Kolleg für Hotelmanagement Kleßheim und Studium Raumplanung & Raumordnung TU Wien. Privat. 33 Jahre Vita Albert Lingg. Nach der Matura am BORG Egg Arbeitserfahrung im Inund Ausland sowie diverse Ausbildungen, zuletzt ÖHV Abteilungsleiterseminar. Privat. 30 Jahre, verlobt mit Martina, ein Kind

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Kerstin Waibel Rosen Waibel, Mäder Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Schauspielerin oder Sängerin. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Als Kind nimmt man die Größe des Betriebs nicht so wahr, man wird hineingeboren und es ist selbstverständlich, dass man immer an vorderster Front mit dabei ist, umringt von Blumen und vielen Menschen. Ich erinnere mich auch noch gut, dass wenn abends um 22 Uhr noch eine Rosenlieferung von meinem Onkel aus Teneriffa ankam, diese auch sofort mithilfe der ganzen Familie ausgepackt und eingewässert wurde. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Ich leite den Einkauf und Verkauf im Gartenbereich. Zu diesem zählen über 500 verschiedene Sorten Gartenrosen, Stauden, Obst- und Ziergehölze, Wasserpflanzen und Kletterpflanzen sowie Bäume und mediterrane Pflanzen. Zudem biete ich Rosenkurse an. Auch Kundenbesuche, Beratungstermine, Pflanzpläne sowie Pflanzungen in den Gärten werden immer häufiger und das Verkaufen auf Gartenmärkten im Land und im nahen Ausland gehört ebenfalls dazu. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Das ganze Jahr von wunderschönen Blumen und Pflanzen umgeben zu sein und zu sehen, wie die Menschen, vom Kleinkind bis zur älteren Person, Freude an Blumen und ihrem Garten haben. Die grüne Branche ist extrem groß, die Vielfalt und das endlose Wachstum in der Pflanzenwelt sind spannend. Man kann nie behaupten, wirklich alle Pflanzen auf der Welt zu kennen. Und das Beste: die Pflanzen ändern sich täglich. Gerade in der kalten Jahreszeit haben wir schon ein Blütenmeer in der Gärtnerei, das ist Balsam für die Seele. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Meiner Meinung nach sollte man es versuchen, aber man schafft es sicher nicht zu 100 Prozent. Wobei es aber auch sehr aufbauend sein kann, wenn die einen oder anderen Lobesworte über getane Arbeit fallen oder man gemeinsam auf einen beruflichen Erfolg anstoßen kann. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäfts­ leben? Meinen Ausgleich finde ich beim Theaterspielen, Singen, Wandern und mit meinem Verlobten. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Ich möchte das Unternehmen gerne weiter ausbauen. Unsere Eigenproduktion bei Schnitt- und Topfpflanzen sollte weiterhin im Mittelpunkt stehen und noch mehr „gesehen“ werden. Da unsere Pflanzen bei uns wachsen, sind sie genau auf unser Klima abgehärtet und kommen beim Kunden zu Hause lange und gut zurecht. Wir sparen uns Transportwege und zusätzliche Kosten. Das ist nachhaltig. Unsere Gärtnerei soll ein Ort der Entspannung sein, ein Ort zum Kontakte knüpfen, eine Glücksstätte für Menschen. Pflanzen sind nützlich und wir sind die Botschafter der Natur.

Vita. Fünfjährige Ausbildung an der HBLFA für Gartenbau in Wien-Schönbrunn (Fachrichtung Garten-und Landschaftsplanung), danach Einstieg ins Familienunternehmen. ­Zwischendurch diverse Praktika in Österreich, der Schweiz und Italien in Stauden- und Kräuterbetrieben, bei Garten- und Landschaftsgestaltern, in einer Vinothek, sowie im Schwesternbetrieb „Waibel Rosas“ auf Teneriffa. Privat. 28 Jahre, verlobt

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Tim Mittelberger Dorfelektriker Mittelberger, Götzis Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Ich wollte früher immer Mitglied von „Ärzte ohne Grenzen“ werden, um in ärmeren Ländern anderen Menschen helfen zu können. Leider musste ich durch die TV-Serie „Grey’s Anatomy“ schmerzhaft erfahren, dass ich gar kein Blut sehen kann. Ab dann entwickelten sich meine Interessen eher in Richtung Mathematik, Informatik und schließlich auch Elektrotechnik. Wann wussten Sie, dass Sie in das Unternehmen mit einsteigen? Da ich nach der Matura ziemlich orientierungslos war, begann ich eine Lehre im Familiienbetrieb. Der „Dorfelektriker“ und meine Position im Unternehmen gefielen mir mit der Zeit immer besser. Und so begann ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die Übernahme des Betriebes auch eine Option sein könnte. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Ich war beteiligt am Aufbau des dritten Geschäftsbereiches, den die Mittelberger GmbH bearbeitet. Neben der Beleuchtung und der konventionellen Elektroinstallation konzentrieren mein Partner und ich uns auf die neuen Technologien, die im Wohnbau und Gewerbe mittlerweile zum „State of the Art“ anwachsen. Nebenbei versuche ich, meinem Vater bei allfälligen Angelegenheiten unter die Arme zu greifen. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Die Position, in der ich mich aktuell im Unternehmen befinde, bietet mir einen beträchtlichen Handlungsspielraum. Diesen nutze ich, um die Theorie, die ich aus meiner universitären Laufbahn mitbringe, in die Praxis umzusetzen. So haben wir z. B. im Rahmen einer Konferenz die Anregungen und Wünsche unserer Mitarbeiter aufgenommen und versuchen, diese jetzt anhand eines Maßnahmenkataloges umzusetzen. Wie groß ist der „Druck“ für die neue Generation? Vonseiten der Familie oder auch der Mitarbeiter bin ich überhaupt keinem Druck ausgesetzt. Sie unterstützen mich in jeder Hinsicht, geben mir den nötigen Freiraum und ermöglichen mir somit beispielsweise das berufsbegleitende Studium. Druck mach ich mir eigentlich nur selber, da ich meistens zu viel auf einmal umsetzen möchte.

Fotos: Bernd Hofmeister, Dietmar Stiplovsek

Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Ich spiele nebenbei in einer Band und bin Mitglied einer Akrobatikgruppe. Diese zwei Aktivitäten geben mir eigentlich genügend Ausgleich. Natürlich genieße ich auch die Zeit mit Freundin, Familie und guten Freunden. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Die Vision ist, ein Unternehmen zu schaffen, welches optimale Qualität im Handwerk liefert. „Qualität vor Quantität“ ist dabei meine Devise, durch die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit garantiert und das stressbelastete Arbeiten minimiert wird.

Vita. Nach der Matura am BG + BRG Feldkirch und der Ausbildung zum Elektroinstallationstechniker im Familienbetrieb, Mechatronikstudium an der FH Vorarlberg in Dornbirn. Seit 2015 als Gebäudeautomationstechniker bei der Dorfelektriker Mittelberger GmbH tätig. Aktuell zudem berufsbegleitendes Studium Wirtschaft & Management am MCI Management Center Innsbruck. Privat. 25 Jahre, ledig

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Tobias und Andreas Zwing Zwing. Alles im Raum, Lochau Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Tobias: Ehrlich gesagt, ich wollte durch das Vorbild meiner großen Schwester hauptberuflicher Umweltschützer werden – entgegen der Versuche meines Onkels, einen Metzger aus mir zu machen. Andreas: Ich habe begeistert Lego-Objekte zerlegt, um Neues daraus zu bauen. Folglich sah ich meine Zukunft als „Erfinder“ bei Lego. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Andreas: Für den Beruf habe ich mich schon früh entschieden – aber dass ich das Geschäft übernehme, ergab sich erst, als mein Bruder und ich feststellten, dass sich unsere Interessen in Planung/Beratung und Ausführung ideal ergänzen und wir diesen Weg gemeinsam gehen könnten. Tobias: Nach meiner Zeit in Wien wollte ich eigentlich ins Ausland – aber durch die Gespräche mit meinem Bruder begeisterte ich mich schnell für die Idee, die Chance zu nutzen und gemeinsam den Betrieb weiterzuführen. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Andreas: Ich bin zuständig für den ausführenden Bereich – Polsterarbeiten, Wandbespannungen, Montage von Vorhängen, Verlegen von Teppichböden, ... Tobias: … und ich bin neben unserem Vater weitgehend verantwortlich für Kundenberatung und Planung. Entscheidungen über Investitionen, MitarbeiterInnen, Zukunftsvisionen u. v. m. treffen wir aber gemeinsam. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Tobias: Die Schönheit der Dinge, die wir herstellen. Jedes Produkt, das unser Haus verlässt, ist ein von Hand gefertigtes Unikat. Daneben fasziniert mich, wie vielseitig die Herausforderungen sind, die ein eigenes Geschäft mit sich bringt. Andreas: Da geht es mir gleich: Jeder Sessel, jedes Sofa, jede Wohnung ist individuell und braucht seine eigene Betreuung. Besonders spannend finde ich die enorme Wirkung, die die richtigen Textilien auf den Raumcharakter haben können.

Vita Tobias Zwing (li.). HAK Bregenz, Grafik- und Werbungstudium in Wien. Diplom für Inneneinrichtung EBS Kuchl in Salzburg, Handwerksausbildung und Meisterprüfung. Seit 2012 im Familienbetrieb. Privat. 28 Jahre Vita Andreas Zwing. BG Bregenz Blumenstraße, Lehre zum Tapezierer und Dekorateur bei Raumausstatter Clemens Märk. Nach einem Gesellenjahr 2014 Wechsel in den Familienbetrieb, Meisterprüfung. Privat. 24 Jahre

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Foto: Bernd Hofmeister

Wie groß ist der „Druck“ für die neue Generation? Andreas: Ich denke, der Druck ist nicht höher oder niedriger, sondern anders. Wir sind heute mit anderen Faktoren konfrontiert als die Generationen vor uns. Dass wir ein bereits erfolgreiches Unternehmen weiterführen, ist eine große Chance – aber auch Herausforderung. Tobias: Dem stimme ich zu. Der stärkste Druck kommt aus dem Anspruch an uns selbst, die Fußstapfen, in die wir treten, nicht nur auszufüllen, sondern eigene Abdrücke zu hinterlassen. Trotzdem: Vielleicht sind wir ein bisschen naiv, aber die Freude am Beruf übersteigt den Druck deutlich.


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Der Handelsbetrieb Messerle GmbH in Mäder hat stets rund 18.000 Artikel aus elf Themenwelten aus den Bereichen Büro, Papier, Verpackungen, Werbung, Gastro und Schule auf Lager. „Kurze Entscheidungswege, persönliches Engagement, der Handel mit Werten und kundenorientiertes Verhalten haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind: Ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen mit einem starken Bezug zu Land und Leuten, mitten im wirtschaftsstärksten Ballungsgebiet der Region. Und das seit 1960.“ Das erklärt Heiner Messerle, mit Thomas Rhomberg geschäftsführender Gesellschafter der Messerle GmbH, einem Groß- und Einzelhandelsbetrieb in Mäder. Und weiter: „Unser Ziel ist es, zu erreichen, dass unsere Kunden nicht mehr auf uns verzichten können. Wir haben deshalb auch einen sehr hohen An-

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teil an Stammkunden.“ Neben dem seit 1972 bestehenden Hauptstandort in Mäder wird seit 2013 das Logistic Center Rankweil mit 5000 Quadratmetern betrieben. Beschäftigt werden rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Themenwelten. In den Bereichen Bürobedarf, Bürogeräte, Büromöbel, Take Away, Gastro, Schule, Verpackungen, Ärztebedarf, werbende Artikel, Festbedarf sowie Hygiene und Reinigung befinden sich rund 18.000 Artikel ständig auf Lager, die Lieferfähigkeit beträgt 99,7 Prozent. Die Kunden befinden sich vorwiegend in Vorarlberg, aber auch in ganz Österreich und in der Schweizer und deutschen Grenzregion. Und die Erfolgsfaktoren des Unternehmens? Dazu Heiner Messerle: „Heute kommt es auf die entscheidende Frage an: Was steckt hinter dem Preis? Wir gingen und gehen über den Preis hinaus. Hohe Qualität, persönliche Kunden- und Serviceausrichtung und ein umfangreiches Sortiment sind unsere zentralen Erfolgsfaktoren.“ Für den Einkauf von Markenartikeln oder Eigenmarken stehen den Kunden verschiedene Tools zur Verfügung. Diese reichen von den Katalogen, die seit


Daten & Fakten

Fotos: Bernd Hofmeister, Messerle GmbH

• Gründung: 1960 durch Elmar Messerle, Verkauf von Schreibwaren, Papier, Verpackungen, Kartonagen • 1972 Bau der Lagerhalle in Mäder • 1991 Ausbau des Geschäftsbereiches Bürobedarf • Lieferungen nach Österreich, Schweiz, Deutschland: 100.000 • 7700 Quadratmeter Logistikflächen in Mäder und Rankweil • Mitarbeiter: 50 • Umsatz: 20 Mill. Euro

2001 bedarfsgerecht im Haus produziert werden, über den Webshop bis zu individualisierten Anbindungen wie SAP OCI oder eProcurement. „Geliefert wird an jede gewünschte Adresse. Wer aber lieber direkt einkauft, der ist in unserem Geschäft und im Schauraum in Mäder bestens aufgehoben. Besonders beim Thema Ergonomie am Arbeitsplatz konnten wir uns in den vergangenen Jahren einen Namen machen“, erläutert Heiner Messerle einen weiteren wichtigen Bereich. Denn zeitgemäße ergonomische Büromöbel steigern das Wohlbefinden der Mitarbeiter und sorgen auch für mehr Leistung.

Die Eigenmarken. In verschiedenen Produktsegmenten werden von Messerle auch Eigenmarken angeboten. Dazu gehören unter anderem Schulheftkollektionen und Produkte im Bereich des EDVZubehörs. Im Jahr 2014 kamen außerdem neue Verpackungsserien dazu und 2016 ein Ausbau des Eigenmarkensortiments im Bereich Take Away. Das Unternehmen ist multizertifiziert, vom Ökoprofit (2005) bis zum Österreichischen Umweltzeichen für die Schulheft- und Kuvertserie und von der ARA bis 2013 zum ausgezeichneten Lehrbetrieb. Zudem ist

Messerle mit den Einkaufsgemeinschaften Sonnecken, egepack oder mobiloclean vernetzt. Das Angebot umfasst auch Zusatzservices von Tür-zu-Tür-Lieferung, Such- und Reparatur-Service bis hin zu Retour-Boxen. Im Jahr 2016 wurde stark in die Erneuerung der Infrastruktur wie beispielsweise PIM, eShop, Hausdruckerei sowie der kompletten Hardware investiert. „Weitere Investitionen am Standort Mäder werden geprüft, etwa eine Lagererweiterung oder im Logistikbereich“, so Heiner Messerle abschließend. Ernest F. Enzelsberger

„Wir gingen und gehen über den Preis hinaus. Hohe Qualität, Kunden- und Serviceausrichtung sowie ein umfangreiches Sortiment sind unsere Erfolgsfaktoren.“ kontur 59


Bregenzer Frühling Festspielhaus Bregenz

TANZ

FESTIVAL 2017

Samstag, 22. April 2017

Nederlands Dans Theater 2 Samstag, 13. Mai 2017

Michèle Anne De Mey Jaco Van Dormael collectif Kiss & Cry Freitag, 19. Mai 2017

Richard Siegal Ballet of Difference Samstag, 27. Mai 2017

Akram Khan Company

© Julien Lambert

Mittwoch, 7. Juni 2017 Donnerstag, 8. Juni 2017 Freitag, 9. Juni 2017

aktionstheater ensemble

www.bregenzerfruehling.at Kartenvorverkauf: Bregenz Tourismus & Stadtmarketing | Telefon + 43 (0) 5574/4080 E-Mail: tourismus@bregenz.at | www.v-ticket.at. | Eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Bregenz.


Schrille 80er, wilde 90er, turbulente 2000er – Familie Scharax war mit ihrem Optikfachgeschäft bei jeder Dekade live dabei. Trends kamen und gingen, ihre Leitsätze blieben gleich.

G

ut sehen und dabei gut aussehen – 35 Jahre ist es her, dass sich Peter Scharax und seine Frau Susanne daran machten, diesen Wunsch ihrer Kunden in die Realität umzusetzen. 1982 eröffneten sie ein kleines Brillenfachgeschäft in der Kaspar-Hagen-Straße in Bregenz, nur fünf Jahre später konnte die Zweigniederlassung im Dornbirner Messepark eröffnet werden.

Foto: Marcel A. Mayer

Die Sehbühne. „Uns war von Anfang an wichtig, unseren Kunden die gefragtesten und hochwertigsten Marken zu bieten und ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen“, blickt Peter Scharax auf

die vergangenen Jahrzehnte zurück. Und der Erfolg gab ihm und seiner Familie recht. Fachliche Kompetenz, das Wissen um modische Trends und das Engagement des gesamten Teams ließen den Kundenstamm in den Folgejahren wachsen. Die Konsequenz: eine Betriebsvergrößerung und die Umsiedlung in die Kaiserstraße in Bregenz im Jahr 1998. Stillstand lautete aber auch hier nicht die Devise. In den Jahren 2012/2013 wurde das Geschäft um ein Stockwerk vergrößert, im Mai 2013 konnte die Scharax „Sehbühne“ feierlich eröffnet werden. „Ein bedeutender Schritt, der uns zahlreiche

Foto: Dito

Die Optik macht’s neue Möglichkeiten bot“, so Peter Scharax. Mehr Platz für angesagte Modelle, aber auch mehr Platz für Service und Beratung. Denn auf dem Weg zum perfekten Sehen geht nichts über das genaue Arbeiten des Optikers. Dass bei Scharax hier Meister am Werk sind, beweist auch die Auszeichnung „Sehzentrum“, die das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren tragen darf. Das Gütesiegel steht für geprüfte Sicherheit und Qualität beim Augenoptiker und gibt dem Kunden die Gewissheit, dass er umfassende und kompetente Sehberatung erwarten kann. Echte Maßarbeit. Das streng kontrollierte Qualitätszeichen bekommt man als Optikfachgeschäft aber nicht einfach so. „Die Vergabe des Gütesiegels ‚Sehzentrum‘ ist mit der erfolgreichen Teilnahme an einem Prüfverfahren und der Erfüllung strenger Qualitätsstandards verbunden, die alle zwei Jahre erneut ‚undercover‘ überprüft

Wir glauben an die Magie des Augenblicks, an den Moment, wenn sich das Besondere ereignet. Dafür arbeiten wir. kontur 61


Fotos: Marcel A. Mayer

werden“, erklärt Juniorchef Alexander Scharax. Zudem gehören zu den Voraussetzungen eine Zusatzausbildung für alle Mitarbeiter, der Nachweis modernster Sehtest- und Messgeräte sowie ein professionelles und kundenfreundliches Qualitätsmanagement. „Mit exakt aufeinander abgestimmten Sehtests und Messungen

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Kleinste Details zu erkennen, auch in der Dämmerung noch gut zu sehen, Farben unterscheiden zu können, Bewegungen auch aus dem Augenwinkel wahrzunehmen – das und mehr zeichnet natürliches Sehen aus und gibt Sicherheit. Umso wichtiger ist es, diesen Sinn zu erhalten und zu pflegen.

Komplettangebot. Vom Sehtest (im Bild mit Alexander Scharax) bis hin zu Reparaturen in der Werkstatt.

schaffen wir die Basis für individuelle Ausführungen“, erläutert der Optikermeister und Kontaktlinsenoptiker, der seine Eltern mittlerweile auch in der Geschäftsleitung unterstützt. Genau wie Susanne und Peter Scharax fasziniert ihn an seiner Arbeit der Augenblick, wenn Menschen wieder klar sehen können und sich plötzlich ganz anders fühlen. „Sie müssen bedenken: Über unsere Augen nehmen wir über 80 Prozent aller Informationen auf. Das Sehen ist also unser Tor zur Welt“, bringt es Alexander Scharax auf den Punkt. Kleinste Details zu erkennen, auch in der Dämmerung gut zu sehen, Farben unterscheiden zu können, Bewegungen auch aus dem Augenwinkel wahrzunehmen – das und mehr zeichnet natürliches Sehen aus.Umso wichtiger ist es, diesen Sinn zu erhalten und zu pflegen. Dabei ist egal, ob man seine Persönlichkeit mit einem passenden Brillenmodell unterstreicht oder sein perfektes Sehen quasi „unsichtbar“ in Form von Kontaktlinsen wiedergewinnt – entscheidend ist die individuelle Passform bzw. Stärke. Aus einer Hand. Sind die ersten Schritte gemeistert, geht es bei der Suche nach einer Brille daran, das passende Modell zu finden. Und hier stehen den Scharax-Kunden zahlreiche namhafte Designer wie Roland Wolf, Alain Mikli und Larry Leight – um nur einige zu nennen – zur Auswahl. „Höchste Qualität steht bei unserem Sortiment im Vordergrund. Wenn ein Kunde eine Holzbrille will, kann er bei uns auch eine Fassung, die komplett nur aus Holz gefertigt ist, erwarten“, so Peter Scharax. Und das Beste daran: gibt es doch mal einen kleinen Brillenunfall, können die verschiedenen Modelle auch direkt vor Ort in der hauseigenen Werkstatt repariert werden. Hier wird aber nicht nur demolierten Brillen wieder zu neuem Glanz verholfen, auch sämtliche Gläser-Rohlinge werden vor Ort geschliffen und eingepasst. Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Team kann flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren, lange Wartezeiten auf gutes Sehen sind passé. Sabine Blechschmidt


Gern gesehen Für jede Persönlichkeit gibt es das passende Modell – zumindest in den aktuellen Brillenkollektionen. Alexander Scharax hat eine Auswahl getroffen.

Foto: Dito

Vintage vom Feinsten

Überraschend Eine unkonventionelle Materialwahl hat Linda Farrow für die diesjährige HerrenFrühjahrs- und Sommerkollektion getroffen: Gold, Roségold und Platin werden unter anderem mit Jade und Marmor kombiniert.

Runde Sache

Foto: Coblens

Foto: Linda Farrow

Seit 1996 gibt es das kalifornische Brillenlabel Dita. Die Kollektionen – von den Klassikern der 50er bis 80er inspiriert – haben es in den internationalen Modeolymp geschafft.

Coblens Eyewear zeigt in diesem Jahr neue Designs aus der bereits bekannten Kollektion Autobahn – die drei Korrektionsfassungen hören auf die klangvollen Namen Spoiler, Blinker und Kaffeepause.

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Evolution und Revolution Zwei große Institutionen in der Schweizer Bundeshauptstadt, das Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee, wurden jüngst strukturell zusammengelegt. Kaufmännischer Direktor ist der Vorarlberger Thomas Soraperra. Er ist somit führend an der Evolution der beiden Einrichtungen beteiligt. In Bern geht es heuer aber auch um den 100. Jahrestag einer Revolution, starkes Thema wird zudem der vielbeachtete Gurlitt-Nachlass. Reisen ist in einer Position wie der Ihren an sich nichts Besonderes. Da Sie in Vorarlberg eine Familie haben, verbringen Sie aber Woche für Woche mehrere Stunden im Zug. Wie kann man Sie dort antreffen, in Unterlagen vertieft, am Laptop arbeitend oder mit Büchern? Tatsächlich meist am Laptop arbeitend. Um Bücher zu lesen, habe ich gerade nur wenig Zeit. Dafür kann ich im Zug konzentriert arbeiten. Die vorbeiziehende Landschaft hat eine beruhigende Wirkung. Bietet Ihnen ein gelegentlicher Blick aus dem Fenster noch ein Erlebnis? Welcher Streckenabschnitt ist am schönsten? Ja. Immer wieder entdecke ich etwas Neues, ein interessantes Gebäude oder einen unbeachteten „Nicht-Ort“. Auf der Fahrt von Bern nach Feldkirch ist der Walensee mit seinen intensiven Lichtstimmungen immer wieder ein Erlebnis. Das Kunstmuseum Bern ist von außen gesehen an sich ein typischer Bau aus dem 19. Jahrhundert. Mittlerweile ist das Museum über eine Dachstiftung mit dem Zentrum Paul Klee verbunden, das nach Plänen von Renzo Piano errichtet wurde. Architektur wirkt auch auf unseren Alltag. Wie nehmen Sie selbst diesen Umstand wahr? Architektur prägt unseren Alltag stärker als wir oft denken. Im besten Falle handelt es sich bei Architektur um eine vorbereitete Umgebung, um bestimmte Dinge möglichst gut machen zu können. Das Zentrum Paul Klee ist da ein gutes Beispiel. Die markante Architektur von Renzo Piano mit den drei in die Landschaft eingepassten Hügeln ist für mich der Museumsbau des 21. Jahrhunderts. Es sind keine auratischen, sondern beinahe alltäglich wirkende Räume, wie in einer Fabrik. Kunst wird nicht auf den Sockel gestellt. Die Räume laden zum Tun, zum Aktivsein ein. Das Zentrum Paul Klee ist kein klassisches Museum, es ist ein kulturelles Zentrum, eine Kulturfabrik mit Ausstellungssälen, einem großen Kinderkreativzentrum, Konzertsaal und Tagungsräumen. Sie sind der kaufmännische Direktor beider Häuser. Erläutern Sie bitte die Synergien. Inwieweit sind etwaige positive Effekte bereits sichtbar bzw. vor allem für die Besucher von Nutzen? Die strukturelle Zusammenlegung der beiden großen Berner Kunstinstitutionen wurde mit der neu gegründeten Dachstiftung erst gestartet. In erste Linie fusionieren wir die sogenannten Serviceabteilungen wie Finanzen, Personal, Facility Management sowie die Marketing- und Kommunikationsabteilung. Somit können wir die Kommunikationsmaßnahmen strategisch aufeinander abstimmen. Da auch die Programmplanung nun aus einer

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Hand kommt, können wir die Ausstellungsprogramme besser aufeinander abstimmen. Für die Besucher sichtbar ist dies zum Beispiel mit der großen Doppelausstellung anlässlich des 100. Jahrestags der Oktoberrevolution. Mit einem Ticket können die Besucher ausgehend von Malewitschs „Schwarzem Quadrat“ in beiden Häusern die Geschichte der abstrakten und der gegenständlichen Kunst im 20. Jahrhundert erleben. Welche Herausforderungen stellen sich dem Kunstmuseum aus Ihrer Sicht konkret? Läuft es in der Schweizer Bundeshauptstadt gut mit dem Zuspruch des Publikums? Die große Herausforderung für das Kunstmuseum Bern ist in diesem Jahr die erste Ausstellung mit Kunstwerken aus der Erbschaft Gurlitt. In Zusammenarbeit mit der Bundeskunsthalle in Bonn zeigen wir ab November in Bern zuerst den Aspekt der „Entarteten Kunst“ und im kommenden Frühjahr die Bonner Ausstellung zur Raubkunst und deren Geschichte. Parallel dazu wollen wir hier in Bern das erste Schweizer Kompetenzzentrum für Provenienzforschung aufbauen. Die künstlerische Direktorin Nina Zimmer konzipiert ein Ausstellungsprogramm. Im Bild, das die Öffentlichkeit hat, ist der kaufmännische Direktor sozusagen die „Spaßbremse“, weil er darauf aufmerksam machen muss, was man sich nicht leisten kann. Wie verhält sich das in Bern bzw. für Sie? Nina Zimmer und ich sind gemeinsam in Bern angetreten. Wir verfolgen die gleichen Ziele, die beiden Institutionen in ihrer Unterschiedlichkeit noch stärker zu positionieren. Das interessiert uns und macht uns auch Spaß. Natürlich können wir dies nur in den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen. Da sind wir beide realistisch genug. Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution wird heuer, wie Sie schon erwähnten, mit einer großen Sonderausstellung berücksichtigt. Die Schweiz spielt in diesem Zusammenhang als Exilort eine Rolle. Dass Bakunin beispielsweise in Bern begraben liegt, dürfte nicht allgemein bekannt sein. Im Kunstmuseum geht es um die Veränderungen in der Kunst der damaligen Zeit bzw. bis herauf in die Gegenwart. Welcher Aspekt ist für Sie in diesem Zusammenhang der spannendste? Neben der Geschichte der abstrakten Kunst ist für mich besonders die Entwicklung des sogenannten „sozialistischen Realismus“ interessant. Man kann hier sehen, wie die Kunst für politische Propaganda missbraucht wird und wie die Künstler erste subversive Kritik am System in ihren Kunstwerken formulieren.


Thomas Soraperra Der 50-jährige Vorarlberger war unter anderem an der Kunsthalle in Wien tätig, bevor er Geschäftsführer der Werbe- und Tourismus GmbH in Feldkirch wurde. Danach ergänzte er das Leitungsteam im Kunstmuseum in Vaduz und wechselte im Vorjahr nach Bern, wo er als kaufmännischer Direktor des dortigen Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee tätig ist.

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Foto: Philipp Steurer

Die erste Schubertiade


„Noch kenne ich nicht alle Werke der Sammlung in Bern, aber ‚Rosa Elektrizität‘ von Maria Lassnig beeindruckt mich. Ganz anders sind die markanten Skulpturen von Alberto Giacometti, die das Ausgeliefertsein von uns Menschen zeigen.“ Zurück nach Vorarlberg oder Liechtenstein. Sie waren zuvor am Kunstmuseum in Vaduz tätig. Ein tolles Haus, eine tolle Sammlung, wo lagen hier die speziellen Herausforderungen? Das Kunstmuseum Liechtenstein ist noch ein junges Museum. Ich konnte hier während der vergangenen zehn Jahre am Aufbau der Strukturen und an der regionalen und internationalen Positionierung des Hauses mitarbeiten. Die letzten Jahre war ich zudem als Vertreter des Museums in der Projektleitung des privat finanzierten Erweiterungsbaus der Hilti Art Foundation tätig. Zudem konnte ich den ersten Auftritt Liechtensteins auf der Kunstbiennale Venedig organisieren. Ihre Frau Stefania Pitscheider-Soraperra leitet mit dem Frauenmuseum in Hittisau das einzige Frauenmuseum in Österreich. Gesellschaftspolitik und Kunstgeschichte sind somit Themen, mit denen Sie sich beide beruflich beschäftigen. Wo finden Sie Ausgleich? Ich ziehe mich immer wieder gerne in die Berge zurück. Im Winter genieße ich Skitouren in Vorarlberg und nun vermehrt wohl in der Schweiz. Und im Sommer erkunde ich die Berge auf dem Mountainbike. Sie waren einst Geschäftsführer der Werbe- und Tourismus GmbH in Feldkirch. Unter Thomas Hengelbrock, der nun zu den führenden Dirigenten zählt, erlebte das Feldkirch Festival einen kurzen Höhenflug. Mittlerweile d. h. einige Zeit

nach Ihrem Weggang, wurde es eingestellt. Hat sich das abgezeichnet? Die Zusammenarbeit mit Thomas Hengelbrock hat mir großen Spaß gemacht. Gemeinsam konnten wir die Auslastung und Akzeptanz des Festivals deutlich erhöhen. Als ich nach Liechtenstein gewechselt bin, hatte ich das Gefühl, dass das Festival auf guten Beinen steht. Dass es dann eingestellt wird, hat sich für mich nicht abgezeichnet. Mit den „Montforter Zwischentönen“ hat die Stadt Feldkirch jedoch ein neues spannendes und innovatives Festivalformat etabliert. Ursprünglich hatten Sie an der Kunsthalle Wien gearbeitet. Welche Erinnerungen verknüpfen Sie damit? Das war sicher eine sehr prägende Zeit für mich, da ich mein Büro auf der Baustelle des jetzigen Museumsquartier hatte und somit hautnah miterleben konnte, wie einer der größten Kulturbezirke Europas entstand. Als Kommunikationschef konnte ich die Eröffnung von zwei Häusern – die beiden Ausstellungshallen im Museumsquartier und den project space am Karlsplatz – begleiten. Auch große Ausstellungen zu Andy Warhol oder Nan Goldin sind mir in guter Erinnerung geblieben. Wo sehen Sie das Kunstmuseum Bern in zwei, drei Jahren? Sind Neuerungen geplant? Offensichtlich komme ich vom Bauthema nicht los. Mit Beginn 2019 ist ein über zwei Jahre dauerndes Sanierungs- und Modernisierungsprojekt im Kunstmuseum geplant. Damit wollen wir das Museum den heutigen technischen und logistischen Anforderungen anpassen, um dann 2021 mit großen Ausstellungsprojekten starten zu können. Gleichzeitig werden wir die eigene Sammlung auf eine internationale Tournee schicken und die Provenienzforschung weiter etablieren. Christa Dietrich

Foto: Zentrum Paul Klee, Bern

Das Zentrum Paul Klee wurde nach Plänen von Renzo Piano errichtet und fügt sich in die Landschaft.

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Qualität als Naturprinzip. Pantone 877 C

Pantone 200 C

CMYK: C-0 / M-100 / Y-77 / K-12

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Auf a Glaserl Foto: Zum Schwarzen Kameel

V

om Würstlstand am Eck bis hin zum ausgezeichneten Sternerestaurant: Wien hat für jeden Gaumen das passende Angebot. Doch nicht immer ist bei einem Besuch in der österreichischen Hauptstadt Zeit für ein Drei-Gänge-Menü. Ein Glück, dass es dafür die berühmten „Stehbeisl“ gibt. Orte, an denen Wien noch Wien ist, an denen das „Who is Who“ ebenso verkehrt wie der kleine Student. Warum? Weil man hier noch ungezwungen genießen kann. Schlicht und ergreifend, einfach und gut. Kein Wunder also, dass sich die bekanntesten Vertreter im Laufe der

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Jahrzehnte zu wahren kulinarischen Institutionen entwickelt haben. Drei von ihnen haben wir einen Besuch abgestattet und sind eingetaucht in die Geschichte dieser faszinierenden Traditionshäuser. Und, eines gleich vorweg: bei einem Ausflug nach Wien sollten diese Stationen fix eingeplant sein. Man geht ja schließlich nur „auf a schnelle Jausn und a Glaserl“.

Legendär genießen Gäste im Haus „Zum Schwarzen Kameel“ in der Bognergasse 5 erleben eine kleine, kostbare Welt der Tafelfreuden, wie sie wienerischer nicht sein könnte. Im Jahre 1618 erwarb Johan Baptist Cameel das damals schon traditionsreiche Haus und

richtete eine Gewürzkrämerei ein. Heiteren Sinnes nannte er sie: „Zum Schwarzen Kameel“. Zwei Jahrhunderte später übernahm Joseph Stiebitz das Reich der edlen Weine und der duftenden Spezereien. Viele Generationen von kundigen Gastgebern und anspruchsvollen Gästen gaben und geben dieser gleichermaßen leichtlebigen wie gediegenen kulinarischen Institution seither ihre ganz besondere Atmosphäre. Hier wurde Geschichte geschrieben, die sich mit allen Sinnen genießen lässt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ergänzte eine Weinstube die Feinkosthandlung. Mehr und mehr fand sich im „Schwarzen Kameel“ ein sehr anregend gemischtes Publikum zusammen: Noble Leute, die hier der steifen Etikette entfliehen konnten,

Jugendstil. Im „Schwarzen Kameel“ ergänzen sich Feinkosthandlung, Buffet und Restaurant.

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Die Feinkost-Vitrine im „Schwarzen Kameel“ ist eine wahre Schatzkiste. Das Herzstück bildet der Beinschinken, der ganze Stolz des Hauses. Er wird seit über 50 Jahren vom selben Produzenten nach einem ganz privaten – und selbstverständlich geheimen – Rezept hergestellt. ohne zu sehr unter das Volk zu geraten, achtbare Bürger und ebenso achtbare, wenn auch nicht ganz so gesittete Künstler. Georg Ferdinand Waldmüller griff erst zum Wein und dann zum Skizzenblock, um das längst legendäre Höckertier endlich auch ins Bild zu setzen, und Ludwig van Beethoven dachte nicht daran, sich zu


kasteien, wenn er hier zu Gast war oder Bestellungen aufgab. 1901 wurde in der Bognergasse 5 ein neues Haus gebaut und das „Schwarze Kameel“ bekam sein heutiges Interieur: edlen Jugendstil. Längst ist dieses architektonische Gesamtkunstwerk zu einer liebevoll bewahrten, bewunderten Wiener Institution geworden, doch sein kulinarisches Innenleben ist so lebendig wie eh und je: Zwei Generationen der Familie Friese bewahren verlässliche Kontinuität und unwiderstehliche Vielfalt. Auch heute noch ergänzen einander Feinkosthandlung, Buffet und Restaurant auf appetitanregende Weise, warten in den drei uralten Kellergeschoßen flüssige Schätze auf ihre Entdecker und Genießer. Auf der Weinkarte werden über 400 Weine von nationalen und internationalen Top-Weingütern geführt, zusätzlich können Gäste aus dem umfangreichen Sortiment von offenen Weinen glasweise wählen. Das Herz des „Schwarzen Kameels“ ist aber ohne Zweifel die Bar, ein Ort der Begegnung wie auch des Rückzugs, für entspannte Müßiggänger ebenso wie für gestresste Manager. Hier treffen sich Geschäftsleute zum Business-Frühstück, Freunde zum Lunch, Arbeitskollegen zum Drink nach Dienstschluss, Verliebte zum Rendezvous. Man kommt auf eine Melange oder einen G’spritzten, ein Seidl, ein Achterl zusammen und lässt sich dazu ein paar der köstlichen Brötchen mit Rotkraut, Beinschinken oder Lachskaviar servieren.

und in Kühlwägen in alle Filialen ausgeliefert, wo die Brote täglich frisch zubereitet werden. Das Unternehmen verarbeitet pro Tag ca. 600 Kilo Schwarzbrot und 1000 Kilo Aufstrich. Pro Jahr werden etwa 4,5 Millionen Brötchen verkauft. 18 der insgesamt 24 Brötchensorten sind seit den Anfängen des Unternehmens im Programm, die Aufstriche werden immer noch nach den geheimen Originalrezepturen hergestellt. Nur in der Art der Produktion gab es über die Jahrzehnte verschiedene Versuche, das handgemachte „Streichen“ maschinell zu vereinfachen. Von einer Maschine, die die Aufstriche aufspritzte bis hin zu Förderbändern hat sich allerdings nur eine Weiterentwicklung durchgesetzt: Die „Brötchen-

Schneidemaschine“. Sie stellt sicher, dass jede Brotscheibe auch wirklich gleich groß ist. Einfach ist nicht nur das Signal, das die Brötchen senden: kein Firlefanz, sondern pure Qualität und Tradition – sondern auch das Handling: ohne Besteck, ohne Teller, einfach nur abbeißen. Zum Brötchen gesellt sich dann auch gern das passende Bier: Der mittlerweile legendäre „Pfiff“. An der Theke in

Zum Schwarzen Kameel. Bognergasse 5, 1010 Wien, +43 1 5338125, www.kameel.at, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag und an Feiertagen: 8–24 Uhr

Fotos: Zum Schwarzen Kameel, Andreas Buchberger

Unaussprechlich, aber gut Einfach, köstlich, wienerisch – mit diesen drei Worten kann die Firmenphilosophie unseres nächsten kulinarischen Ziels beschrieben werden. Es war im Jahr 1902, als der aus Krakau stammende Koch Franciszek Trzesniewski einen Feinkostladen am Tiefen Graben im 1. Wiener Gemeindebezirk eröffnete. Kurz darauf übersiedelte er in die Dorotheergasse 1, wo sich auch heute noch das beliebte Trzesniewski Buffet befindet. Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch der Monarchie brachten schwere Zeiten mit sich und drohten auch dem kleinen Unternehmen. Zu dieser Zeit hatte Trzesniewski den Einfall, die Portionen zu verkleinern, um seine Brötchen für jedermann – auch in Krisenzeiten – leistbar zu machen. Um 1939 übernahm seine Tochter Maria den Betrieb und schaffte es nach dem Zweiten Weltkrieg den Laden zu einem beliebten Treffpunkt für die Wienerinnen und Wiener zu machen. Bis 1978 führte Maria Trzesniewski das Unternehmen zum Erfolg. Unter anderem etablierte sie auch das Paketgeschäft, das es Kunden erlaubte, die köstlichen Brötchen mit nach Hause zu nehmen. 1978 kaufte der Wiener Unternehmer Andrew Demmer das Unternehmen, das bis heute im hundertprozentigen Eigentum seiner Trzesniewski Demmer Handelsges.m.b.H. steht. Er erinnert sich gerne an Maria Trzesniewski: „Sie war eine Frau mit viel Humor. Als der Verkaufsvertrag fertig war, verlangte sie beim Notar von mir, den Namen Trzesniewski 20-mal richtig auszusprechen, um sicher zu sein, dass sie das Richtige tut.“ Die Firmenzentrale und Produktionsstätte befindet sich in der Karl-Tornay-Gasse 34 im 23. Wiener Bezirk. Hier werden die Aufstriche nachts produziert

Stammplatz. Das traditionelle Trzesniewski Buffet in der Dorotheergasse 1.

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Die Trzesniewski-Brötchen sind eine echte Delikatesse, von Hand gemacht und mit Zutaten aus Österreich, wo immer es möglich ist. Von Champignon bis Speck mit Ei, von Gurke bis Paprika – jeder hat sein Lieblingsbrötchen und kennt das Gefühl des genüsslichen Schnabulierens: Vom cremigen ersten Bissen bis zum letzten Stück der schmackhaften Schwarzbrotrinde. Die beliebtesten Sorten sind seit jeher Speck mit Ei, Matjes mit Zwiebel und Geflügelleber. Jedes Brötchen kostet 1,30 Euro.

Trzesniewski. Dorotheergasse 1, 1010 Wien, +43 1 5123291, www.trzesniewski.at, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8.30– 19.30 Uhr, Samstag: 9–18 Uhr, Sonn- u. Feiertage: 10 bis 17 Uhr

Am Feinschmecker-Standl Es gibt nicht mehr viele Institutionen am Naschmarkt. Dass Stand 46 aber eine ist, erkennt der Passant auf den ersten Blick: nämlich am oftmals dichten Gedränge vor und in der kleinen Bude. Beim Urbanek gibt es exquisiten Wein zur ebenso hervorragenden Jause. Ob zarter Schinken, Speck oder geschmackvoller, gut gereifter Käse – bei Gerhard Urbanek und seinen Söhnen Daniel und Thomas kommen nur die besten Raritäten und Spitzenprodukte aus Österreich und der Welt auf die Teller. Vom Hirschschinken aus dem Ausseer Land über Prosciutto di San Daniele bis hin zum Jamón Ibérico vom eichelgefütterten Schwarzfußschwein aus Spanien reicht die Palette. Nicht zu vergessen das ausgezeichnete Roastbeef, das so mancher Gast schon als das beste der Stadt bezeichnet hat. Auf gerade mal 14 Quadratmetern hat Gerhard Urbanek vor Jahrzehnten ein Reich für Genießer geschaffen, und diese folgen seinem kulinarischen Ruf zuhauf. So kehrt die gesamte Kochwelt immer mal wieder im Standl 46 ein. Ob Witzigmann oder Anthony Bourdain – alle waren sie schon da. Ebenso die Wiener Bürgermeister der aktuellen und vergangenen Legislaturperioden oder Vertreter der Kultur. Doch es ist nicht nur die Prominenz, die beim Urbanek „zu Hause“ ist. Auch Bauarbeiter oder Studenten gönnen sich hier ihr verdientes Achterl und genießen den Wiener Schmäh der Gastgeberfamilie, der einfach legendär ist. Wie schon der Vater stehen auch die Söhne Daniel und Thomas gerne hinter der Theke und beraten die Gäste erstklassig im „Dschungel“ der Feinkostspezialitäten. Schließlich soll für jeden Geschmack das Richtige gefunden werden. Dass sie irgendwann das Ruder übernehmen würden, war anfangs gar nicht so klar, obwohl sie mehr oder weniger im Betrieb aufgewachsen sind. „Mein Bruder hat Wirtschaft studiert, ich Werbung und wollte eigentlich Pilot werden. Aber gegessen und getrunken wird immer, also war das eine gute Alternative“, erinnert sich Thomas Urbanek zurück. Wenn man die beiden im Standl erlebt, weiß man, dass ihre Entscheidung für die Greißlerei die richtige war. Mit Leidenschaft führen sie die Philosophie ihres Vaters weiter: Die Qualität der Produkte steht im Vordergrund und der Schmäh rennt.

Kompakt. Im Stand 46 warten Thomas und Daniel Urbanek mit vielen Spezialitäten auf.

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Urbanek. Naschmarkt Stand 46, 1060 Wien, +43 1 5872080, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 9–18.30 Uhr, Freitag: 8–18.30 Uhr, Samstag: 7.30–16.30 Uhr

Fotos: Robert Stark, Urbanek

der Dorotheergasse – und auch in den Filialen – treffen Studierende auf Verkäuferinnen, Hofratswitwen auf Burgschauspieler, alle auf Augenhöhe, als Liebhaber der Wiener Brötchentradition.


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ie von ihm 2004 in Wien gegründete CD Invest Consult GmbH ist ein global agierendes Mergers & Acquisitions Beratungsunternehmen. Die Big Deals gehen lautlos über die Bühne. Was bringt den medienscheuen, 60-jährigen Vollblutunternehmer dazu, erstmals über sein Leben und seine Arbeit zu sprechen? „Die Beziehung zum Ländle.“ Sie hätte nach seiner Berechnung des „Brutto-Liebesprodukts“ einen unermesslichen emotionalen Wert. Die Kindheit im Rössle. In der Stube des denkmalgeschützten Wirtshauses aus dem Jahr 1757 flößt ein überlebensgroßer Christus dem kleinen Harald so viel Angst ein, dass er auch dann ganz still ist, wenn er nicht schläft. „Meine Großmutter, die im Altacher Rössle wirtete, war eine leidenschaftliche Sammlerin von Antiquitäten. Die Christusskulptur lag auf einem langen Tisch weil die Stube zu nieder war. Meine Schwester, zwölf Jahre jünger als ich, erzählte mir, dass der Christus noch immer auf dem Tisch lag, als sie in die Stube zum Schlafen gelegt wurde.“ Das legendäre

Meine Beziehung zum Ländle hat – nach meiner Berech­ nung des ‚BruttoLiebesprodukts‘ – einen unermesslichen emotionalen Wert.

Eindrucksvoll Dr. Harald Klien kann auf 30 Jahre Erfahrung mit über 300 Transaktionen verweisen.

Rössle ist nicht mehr in Familienbesitz. Die Erinnerungen an die Kindheit dort gehören Harald Klien und seinen Geschwistern. Der geborene Unternehmer. Das Unternehmertum wurde ihm vom Vater und von beiden Großvätern in die Wiege gelegt. Er studierte BWL, was sonst? Der Herr Dr. rer. comm. machte Karriere. Österreichische Industrieholding AG Wien, danach TVM München, Finanzimperium von Albrecht Graf Matuschka. In Boston lernte

Harald Klien das Know-how des Private Equity sowie Mergers & Acquisitions Business der Ostküste, im kalifornischen Palo Alto das der West Coast. 1988 baute er in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt eine M&A Gesellschaft samt Tochterunternehmen in Osteuropa auf. Der Verkauf der Bodenseeschifffahrt. Unter den Dokumenten zahlreicher Transaktionen im Hauptquartier in der Wiener Rathausstraße befindet sich auch der

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„Für jede gute Idee findet sich Geld. Zuerst müssen wir unseren Schützlingen aber zeigen, wie man Brot bäckt und ihnen nicht nur Brot schenken.“ Nachweis über den Verkauf der ÖBB Bodenseeschifffahrt an die Vorarlberger Illwerke AG und den mittlerweile verstorbenen DI Walter Klaus. Der Eigentümerwechsel fiel in die Ägide von LH Herbert Sausgruber. Dem damaligen Landesvater war es wichtig, dass die im Bregenzer Hafen domizilierte Bodenseeschifffahrt nicht in fremde Hände kommt. So besehen war das Transaktionsmanagement von Harald Klien ein Glücksgriff. Er verstand nur zu gut, wie emotional seit den Tagen von Fußach Bodenseeschiffe namentlich mit Vorarlberger Besitzansprüchen verbunden sind. „Selbst die langen Diskussionen um die Rettung des Fliegenpilzes konnte ich nachvollziehen.“ Seit 2007 beschützt den Milchpilz der Denkmalschutz. „Es hat sich bestätigt, dass die neuen Eigentümer zukunftsorientiert investieren und die Privatisierung ein Erfolg war.“ Medizinzentrum Neuwaldegg. Harald Klien hat wohl schon im barocken Rössle sein Faible für historische Gebäude entwickelt. Vor Kurzem verliebte er sich in die „Villa Demel“ in Neuwaldegg. Die ursprüng-

liche Dreiflügelanlage konnte der Türkenbelagerung nicht standhalten. Das historistische Anwesen wurde von diversen Nachbesitzern bewohnt, bis sich in Harald Klien ein investitionsfreudiger Liebhaber fand, der die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft als Medizinzentrum stellte. Seit 30.11.2016 vermietet die CD Invest Time Share Praxen und Behandlungsräume mit einer Fläche von insgesamt 700 Quadratmetern. Credo: Schöne Architektur soll leistbar sein. Für die menschliche Schönheit bringt die Cousine des Investors, Dr. Charlotte Grillitsch, die Kompetenz als Fachärztin für Haut, Venen, Ästhetik mit. Entrepreneurship for Refugees. Das jüngste Projekt von Harald Klien ist im Stadium nascendi. Ende Juni 2017 soll das englischsprachige Kursprogramm „Entrepreneurship for Refugees“ das Licht einer Welt erblicken, in der Flüchtlinge zu wenig Entwicklungs- und Aufstiegschancen vorfinden. „Vielen bleibt nur die Wahl zwischen gemeinnützigen Arbeiten, Hilfsjobs und Prostitution. Wir zeigen ihnen einen neuen Weg in die Zukunft und begleiten sie in die Eigenständigkeit als UnternehmerIn. An Bord des geplanten Projekts ist eine Gemeinschaft von TU Wien und dem Continuing Education Center, von aws, AMS, Ashoka, der Bildungsinitiative ‚Teach for

Austria‘, Gemeinde Wien sowie der Akademie der Wissenschaften. Das kostenlose Coaching der Flüchtlinge erfolgt mit dem Ziel, Ideen für Unternehmensgründungen zu entwickeln und umzusetzen.“ Woher kommt das nötige Risikokapital für die JungunternehmerInnen? „Für jede gute Idee findet sich Geld. Das ist nicht das Problem. Zuerst müssen wir unseren Schützlingen zeigen, wie man Brot bäckt und ihnen nicht nur Brot schenken.“ Harald Klien, der soziale Entrepreneur. Ökonomie der Liebe. Mit der Vermessung der Gefühle präsentierte sich Harald Klien als erfahrener wie geistreicher CoAutor des Buches „Ökonomie der Liebe“. Die Absicht, Liebenden eine mathematische Formel an die Hand zu geben, nach der sich die Amortisation ihres eingebrachten Gefühlskapitals berechnen lässt, ist ökonomisch sinnvoll. Sorgfältiges Rechnen könnte teure Rosenkriege sparen. Liebe, die Menschen nicht mehr blind macht. Theoretisch. Praktisch fühlen und rechnen Frauen anders, Männer auch. Daher wurde das „Brutto-Liebesprodukt“, kurz BLP, keine allgemein gültige Messzahl wie das BIP. Fazit: „Das Buch hat Spaß gemacht. Aus persönlichen Erfahrungen würde ich heute manches anders schreiben. Vielleicht mache ich das noch.“ Elisabeth Längle

Foto: Karl Grillitsch

Neues Medizinzentrum. Die „Villa Demel“ wurde 1860 vom k.u.k. Zuckerbäcker Christoph Demel in neugotischem Stil erbaut.

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Die Macht ist weiblich Als die Habsburgerin Maria Theresia (1717–1780) nach dem frühen Tod des Vaters die Regierungsgeschäfte übernahm, war sie nicht darauf vorbereitet. Das Bild der selbstbewussten Herrscherin hatte sie in den folgenden Jahrzehnten selbst geprägt. Den 300. Geburtstag nimmt Österreich zum Anlass für zahlreiche Ausstellungen, die die Facetten ihrer Regentschaft beleuchten.

Fotos: Tina Haller, Kunsthistorisches Museum

„Sie kommen aus Österreich, somit wird Ihnen die Dame auf dem Bildnis im hinters­ ten Raum wohlbekannt sein.“ Mit diesen Worten wurden wir erst vor wenigen Tagen noch eine Minute vor Ablauf der Öffnungszeiten in den historischen Teil der Biblioteca Teresiana in Mantua vorgelassen. Maria Theresia hatte sie gegründet, 1780, in ihrem Todesjahr, wurde sie eröffnet. Drinnen brauchten wir es gar nicht eilig zu haben, dass sich der Geburtstag der Imperatrice, die da in einem goldblauen Kleid mit den Herrscherinsignien und einer auf die Bücher hinweisenden Hand verewigt wurde, heuer zum 300. Mal jährt, rief beim so

Sie erkannte sehr rasch, dass die wichtigste Obsorge eines Regenten die richtige Auswahl seiner Ratgeber ist.

freundlichen Angestellten sichtlich Interesse hervor. In Österreich finden aus diesem Anlass eine Reihe von Ausstellungen statt, Norditalien mischt mit, Triest hat bereits Veranstaltungen angekündigt und Mantua hat mit der Bibliothek Räume, die erst seit wenigen Jahren nach umfangreichen Restaurierungen wieder zugänglich sind. Das dortige Porträt der Kaiserin, die vom Titel her „nur“ regierende Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen war, ist zumindest einigermaßen schmeichelhaft, nachdem sie Andreas Möller als zarte, aber selbstbewusst blickende, knapp Zwölfjährige porträtierte, begegnet sie uns vor allem als äußerst stattliche Erscheinung. Das auf ihre Leistungen hinweisende Denkmal von Caspar Zumbusch zwischen dem Kunst- und dem Naturhistorischen Museum, das unter Franz Joseph I. beim Bau der Ringstraße errichtet wurde, entgeht weder Wienern noch Wien-Besuchern.

Haus Habsburg auf wirkungsvolle Repräsentation. Dazu zählte etwa die Herstellung von Medaillen. Matthäus Donner zeigte sie anlässlich der Krönung zur Königin von Ungarn tiefdekolletiert oder gar zu Pferd, knapp 30 Jahre später entspricht sie bei Johann Martin Krafft ganz und gar einer barocken Figur. Und die von Anton Matthias Domanöck gestalteten Medaillen mit mehreren hintereinander gereihten Porträts im Profil sollten auf den wichtigen Umstand hinweisen, dass Maria Theresia und Franz Stephan die Thronfolge rasch gesichert hatten.

Kunst zur Repräsentation. Auch zu Lebzeiten von Maria Theresia setzte das

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Arbeitend, mit Herrscherinsignien oder mit ihrer Kinderschar ließ sich Maria Theresia darstellen.

Formal war sie keine Kaiserin, aber es bestand kein Zweifel daran, wer im Haus Habsburg-Lothringen das Sagen hatte. Die Geburt von Maria Theresia Walburga Amalia Christina am 13. Mai 1717 wurde vom Vater zwar dankbar zur Kenntnis genommen, Karl VI. hoffte aber nach dem frühen Tod seines Erstgeborenen auf einen weiteren Sohn. Die „Pragmatische Sanktion“, die die Unteilbarkeit der habsburgischen Länder festlegte, hatte er schon zuvor veröffentlicht. Als der in der Außenpolitik nicht sehr erfolgreiche Kaiser, der die Hofburg samt Bibliothek erweitern und die Karlskirche errichten ließ, im Oktober 1740 ein paar Tage nach dem Verzehr eines Pilzgerichtes erst 55-jährig starb, half diese Erbfolgeordnung Maria Theresia nur zum Teil. Abgesehen davon, dass der gerade auf den Thron gekommene Preußenkönig Friedrich II. seine Expansionsgelüste umgehend in die Tat umsetzte und einen ungemein blutigen Krieg um Schlesien entfachte, konnte nur ein Mann Kaiser des Heiligen Römischen Reiches werden. Maria Theresia machte ihren Gatten nicht nur zum Mitregenten, dass er als Habsburger 1745 im Dom zu Frankfurt am Main zum

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Kaiser gekrönt wurde, daran hatte sie großen Anteil. Diplomatisches Geschick hatte die junge Frau, die nicht zur Regentin erzogen wurde, rasch gelernt. Und dazu gehörte auch, dass sie die Frauenkrone, die ihr bei diesem Anlaß überreicht worden wäre, ablehnte. Das Sagen hatte sowieso sie, da hätte das Bild von der Frau an der Seite des Herrschers nur gestört. Heiratspolitik. Franz Stephan wird von Historikern vor allem die Ordnung der Finanzen im Haus Habsburg und ein wissenschaftliches Interesse zugeschrieben, das die Bildung der Grundsammlung für das heutige Naturhistorische Museum zur Folge hatte. Auf amouröse Abenteuer soll der Gute auch noch ausgewesen sein. Und das, obwohl Maria Theresia mit ihm am 12. Februar 1736 eine damals völlig unübliche Liebesheirat einging. 16 Kinder brachte sie zur Welt. Nach drei Töchtern, von denen zwei noch als Kleinkinder starben, folgte 1741 mit dem späteren Kaiser Joseph II. der erste Sohn. Der Letztgebo-

rene, Maximilian Franz, wurde Kurfürst und Erzbischof von Köln. Er war Mäzen Beethovens und schickte den jungen Komponisten nach Wien, um Mozart kennenzulernen. Die Töchter von Maria Theresia, die das heiratsfähige Alter erreichten, wurden – mit einer Ausnahme – nach politischen Überlegungen verschachert. Fa-


Fotos: Harald Böhm, Helga Baier, SKB, Kunsthistorisches Museum

Schloss Niederweiden gehörte zu den Landresidenzen von Maria Theresia, die bekanntermaßen die Schulpflicht einführte.

milienbildnisse wie jene von Martin von Meytens, die das Paar umgeben von schmucken Kindern zeigen, waren wichtig für das Ansehen im Land und in Europa, aber nicht nur der streng strukturierte Tagesablauf mit vielen Unterrichtsstunden, in denen die Knaben wie die Mädchen immerhin auch in Musik unterwiesen wurden, ließ wenig Idylle zu. Maria Theresia war in ihren Forderungen gegenüber ihren Kindern unerbittlich. Es mag ein wenig Romantik in das Leben von Joseph II. gebracht haben, dass ihm mit Isabella von Bourbon-Parma eine Frau sozusagen zugeteilt wurde, in die er sehr verliebt war, obwohl die gebildete, hübsche, junge Dame seine Gefühle nicht erwiderte. Bei der Eheschließung kommt übrigens auch das Haus Liechtenstein ins Spiel. Fürst Joseph Wenzel wurde die Aufgabe zuteil, die Prinzessin nach Wien zu holen. Auf den in Gemälden festgehaltenen feier-

lichen Einzug der Kutschen wird heute noch gerne in Sonderausstellungen der Fürstlichen Sammlungen hingewiesen, in denen die Prunkkarosse gelegentlich zu sehen ist. Der Pomp bei den Hochzeitsfeierlichkeiten ist ebenfalls dokumentiert. So hart es klingt, aus dynastischer Sicht hatte diese Heirat aber nicht viel gebracht. Isabella starb nach nur etwas mehr als drei Ehejahren. Den Tod seiner einzigen Tochter hatte Joseph wenige Jahre später zu betrauern. Das strenge Hofprotokoll ablehnend, hatte Isabella eine Schwärmerei für ihre Schwägerin Maria Christina ent­

Der Grüne Salon in der Hofburg ist das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten. Dort ging Joseph II. Geschäften nach. Im Schlafgemach von Maria Theresia wird die Regierung empfangen. Die Uhr, die so gefertigt wurde, dass sie die Herrscherin vom Bett aus ablesen konnte, ist noch da. kontur 81


Die Musik Mozarts, der als Wunderkind am Hof auftrat, schätzte Maria Theresia gar nicht so sehr. Christoph Willibald Gluck war etwa Lehrer von Maria Antonia, die ihn später nach Frankreich holte. wickelt, die sie in Briefen zum Ausdruck brachte, von denen mittlerweile einige publiziert wurden. Man hatte viel zusammen musiziert. Maria Theresias Kinder waren musikalisch so weit gebildet, dass sie imstande waren, kleinere Musiktheaterstücke aufzuführen. Die Mutter dürfte auch das mit Kennerblick überprüft haben, hatte sie doch selbst in jungen Jahren bei derlei anspruchsvollem Zeitvertreib mit angeblich schöner Gesangsstimme mitgewirkt. Glück und Unglück. Maria Christina war auch eine sehr gute Zeichnerin und Kunstkennerin, was dem Kind, das exakt am 25. Geburtstag von Maria Theresia zur Welt kam, später sehr genutzt hatte. In gewisser Weise reformfreudig, zeigte die Regentin, was die Religion oder die Geschlechterrollen betrifft, keine bis wenig Toleranz. Was sie sich selbst zugestand, sollte ihren Töchtern verwehrt werden. Sie wurden schriftlich angehalten, ihren Männern,

Fotos: Kunsthistorisches Museum

Die wichtigsten Ausstellungen zu Maria Theresia finden in der Nationalbibliothek, im Hofmobiliendepot, im Kunsthistorischen Museum bzw. in der Kaiserlichen Wagenburg, im Schloss Niederweiden und im Schloss Hof statt.

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die für sie ausgesucht wurden, ergeben zu sein. Das galt auch für die 1755 geborene Maria Antonia, die, da half kein Schluchzen, im zarten Alter von 14 Jahren mit dem Thronfolger von Frankreich vermählt wurde. Dass die Ehe mit Louis XVI. nie glücklich war, dürfte das kleinere Übel gewesen sein. Als die Mutter starb, die alles zur Stärkung der Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich eingefädelt hatte, die sie als Bollwerk gegen den Preußenkönig brauchte, zeichnete sich die Revolution noch nicht ab, auf derem Höhepunkt Marie Antoinette enthauptet wurde. Nur Maria Christina sollte mit Albert von Sachsen-Teschen ihren geliebten Prinzen heiraten dürfen, den die Schwiegermutter so weit mit Aufgaben betraute, dass die beiden in ein glanzvolles Eheleben starteten. In den Niederlanden kamen politische Aufgaben hinzu. Der Bau des Schlosses Laken ist eher eine Kleinigkeit neben dem Aufbau einer Kunstsammlung, die in die Albertina mündete. Christa Dietrich


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