Winter 2016 | 3 Euro
Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Sechs „Junge KĂśpfe“ vor dem Vorhang Wie Markus FaiĂ&#x;t Tradition ins Heute bringt Am Arlberg läuft der Winter-Countdown Schnitzel oder blauer Hummer? Wien kulinarisch Gerhard Klockers Blick aufs Wesentliche
Foto: Philipp Steurer
Von Nenzing auf die Baustellen der Welt
WIR GEBEN 8 AUF IHR GELD. UND AUF DIE WELT. Das erste achtsame Anlagekonzept Österreichs. Immer mehr unserer Kunden achten bei Investments nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf ökologische und soziale Kriterien. Unser nachhaltiges Anlagekonzept (8) berücksichtigt diese Wünsche, investiert gezielt in nachhaltige Segmente und vermeidet Investments in unethische Branchen wie die Waffen- und Tabakindustrie. Ergebnis: Gute Erträge mit gutem Gewissen. Erfahren Sie mehr über die acht Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage: www.private-banking.at
Editorial
Winter 2016 | 3 Euro
Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin
Komplettpaket. Die Produktpalette von Liebherr Nenzing mag sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert haben, nicht aber der Anspruch, Lösungen anzubieten, die auf die Bedürfnisse der Kunden ausgelegt sind. Noch wenige Wochen. Gerade erst wurde die Gondel der neuen Bahn Lech-Oberlech an ihre zukünftige Wirkungsstätte befördert, der Boden im neuen Spa-Bereich des „Almhof Schneider“ verlegt. Ja, auf den Baustellen am Arlberg geht es momentan hoch her! Kein Wunder, stehen der Winter und die ersten Gäste quasi schon vor der Tür.
Von Nenzing auf die Baustellen der Welt
Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam
Foto: Philipp Steurer
Kleine Kulturreise. Von Spitz über Linz und Wien nach Bern, weiter nach Basel, Frankfurt und Stuttgart, dazu ein kurzer Abstecher nach New York – ab Seite 79 nehmen wir Sie mit zu den Highlights der Ausstellungssaison.
Sechs „Junge Köpfe“ vor dem Vorhang Wie Markus Faißt Tradition ins Heute bringt Am Arlberg läuft der Winter-Countdown Schnitzel oder blauer Hummer? Wien kulinarisch Gerhard Klockers Blick aufs Wesentliche
Inhalt 06 Technologieführer Die Entwicklung von Liebherr Nenzing zum ganzheitlichen Systempartner 13 Langeweile gehört dazu Fotograf Gerhard Klocker schlägt mit seinen Arbeiten Saiten in den Menschen an, die etwas auslösen 16 Der Countdown läuft Neue Bergbahnen, Hotelprojekte – in Lech und Zürs am Arlberg macht man sich bereit für den Winter 25 Eigeninitiative gefragt Wie Raiffeisen mit Crowdfunding Projekte im Land unterstützen will 26 In den OP, bitte! Über Fliegerei, Musik und mehr: 10 Fragen an Dr. Christian Schenk 28
Geschichte in Kunststoff Für Faigle eröffnet die Globalisierung neue Horizonte. Doch der Standort Hard bleibt zentral für den Erfolg
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33 Leidenschaft für Holz Auch wenn archaische Verbindungen sein Markenzeichen sind, ist Tischler Markus Faißt alles andere als ein Traditionalist. Vielmehr geht es ihm um die Schnittmenge von Alt und Neu 38 Von wegen brav Mit dem dynamisch-eleganten 4er Gran Coupé zeigt BMW, was man aus der Mittelklasse alles machen kann 40 Zeiten ändern sich So wie die Bedürfnisse der Menschen haben sich in den vergangenen 45 Jahren auch die Immobilien entwickelt – die ZIMA Unternehmensgruppe hat diesen Wandel miterlebt 46
Die (Gewürz)Mischung macht’s Dank der feinen Nasen der „Assembleure“ können auch Hobbyköche heute würzen wie die Chefs der besten Restaurants. Vorarlberger mischen dabei ganz vorne mit 51
In die Zukunft Wir dürfen vorstellen: Sechs „Junge Köpfe“, die das Erbe ihrer Familie weiterführen
60 Liebe fürs Leben Namhafte Orchester in und um Vorarlberg sind das zweite Zuhause von Heidrun WirthMetzler und ihrem Fagott 64
Faszination Berg Für Freeskierin Nadine Wallner und Kletterer Alex Luger bedeutet ihre Passion ultimative Freiheit
70 Es ist angerichtet Essen, trinken und dann gut schlafen – in Wien geht das auf vortreffliche Art und Weise
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Im Taubenschlag Familie Methlagl mag es kulinarisch: Vater Gerhard züchtet Gourmettauben – und belebt die alte Volksschule von Punitz mit Sohn Sandro und dessen Frau Sigrid als Wirtsstube wieder
79 Ein kleiner Rundgang Bernsteinaugen in Wien, Bechtold in Linz – die Highlights der Ausstellungssaison führen aber auch über die Donau hinaus
Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Fotos: Philipp Steurer, Bernd Hofmeister, Roland Paulitsch, Dietmar Stiplovsek, Liebherr Nenzing, Gerhard Klocker, Josef Mallaun, Ski Arlberg, zumtobel.cc, Hotel Sonnenburg, Faigle Hard, Faißt Hittisau, Werkraum Bregenzerwald, Bernhard Sulzer, BMW, ZIMA Dornbirn, Fotolia, Matthias Weissengruber, Darko Todorovic, Frau Kaufmann, Shutterstock, Raiffeisen, Markus Berger (Red Bull Content Pool), Ray Demski, Jan Lackner, Inge Prader, Hotel Imperial, Nikola Mila tovic, Ruby Hotels & Resorts GmbH, Sabine Blechschmidt, Famile Methlagl, MMK Frankfurt, Albertina, Schirnkunsthalle, Staatsgalerie Stuttgart, APA, Lentos, Fürstliche Sammlungen • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@ russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 28. Oktober 2016 • Nächste Ausgabe: 24. März 2017
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Hoch hinaus und in die Tiefe
Foto: Liebherr Nenzing
Liebherr Nenzing ist Qualitäts- und Technologiefßhrer im Baumaschinenbereich. Fortlaufend werden LÜsungen erarbeitet, die Prozesse auf Baustellen erleichtern.
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Im Baumaschinenbereich geht es zunehmend darum, nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen anzubieten. Diesen Trend hat Liebherr erkannt und die Strategie als ganzheitlicher Systempartner integriert. „Wir arbeiten kontinuierlich an Lösungen, die die Prozesse auf der Baustelle erleichtern. Diese reichen von der Anwendungsberatung und Einsatzplanung über das Training an hochmodernen Simulatoren bis hin zur Erfassung, Übertragung und Auswertung von Maschinendaten“, so der Geschäftsführer Vertrieb im LiebherrWerk in Nenzing, Gerhard Frainer. Als Qualitäts- und Technologieführer im Baumaschinenbereich steht die LiebherrWerk Nenzing GmbH seit 40 Jahren für hohe Innovationskraft. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich zwar die Produktpalette des Unternehmens geändert, nicht aber der Anspruch, Lösungen anzubieten, die auf die Bedürfnisse der
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Kunden ausgelegt sind. Nach der Gründung des Unternehmens und dem Bau der ersten Fertigungshalle im Jahr 1976 wächst die Mitarbeiterzahl bereits in den ersten drei Jahren auf knapp 550 an. Der Fokus liegt anfangs auf der Konstruktion von Schiffskranen sowie der kundenspezifischen Fertigung von Offshorekranen. Bereits 1979 erweitert Liebherr sein Fertigungsprogramm und ist weltweit der erste Hersteller, der hydraulisch angetriebene und elektronisch gesteuerte Seilbagger anbietet. In den Folgejahren wird das Werk in Nenzing kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig kommt es zur Gründung neuer Vertriebs- und Servicegesellschaften aber auch weiterer Produktionswerke in aller Welt. Wachstum und neue Märkte. In den 1990er-Jahren wächst das Unternehmen zusehends. Die Gründe liegen unter anderem in der Erschließung neuer Märkte, wie etwa Nordamerika oder Asien. Insbesondere Seilbagger erleben beim Wolkenkratzerbau in Hongkong eine wahre Blü-
Fotos: Liebherr Nenzing, Bernd Hofmeister
Ernest F. Enzelsberger im Interview mit Gerhard Frainer (r.) und Wolfgang Pfister.
tezeit. Zudem tragen zahlreiche Innovationen zum Erfolg bei. Ein Beispiel stellt das einzigartige Unterwagenkonzept für die in den 80er-Jahren in das Produktsortiment aufgenommenen Hafenmobilkrane dar. Im neuen Jahrtausend wird dem Spezialtiefbau eine große Bedeutung beigemessen. Für diesen Bereich bietet Liebherr neben Seilbaggern mit Anbaugeräten nun auch Ramm- und Bohrgeräteserien an. Das im Jahr 2005 in Betrieb genommene Schwesterwerk in Rostock übernimmt zunehmend Entwicklung, Produktion und Vertrieb der maritimen Krane. Auf der Leitmesse Bauma im April dieses Jahres wurden den Tausenden Messebesuchern unter anderem mit dem Raupenkran LR 1100 und dem Rammgerät LRH 600 weitere Neuheiten gezeigt. Simulator für Baumaschinen. Seine Stellung in der Branche als ganzheitlicher Systemanbieter untermauert Liebherr mit dem Simulator für Baumaschinen. Mit dessen Hilfe können die verschiedenen Szenarien in einem wirklichkeitsnahen, vir-
tuellen Umfeld trainiert werden. Das ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Sicherheit und zur Steigerung der Effizienz auf der Baustelle. Die Simulatoren bieten hoch entwickelte Lösungen, welche es Fahrern von Raupenkranen und Spezialtiefbaugeräten ermöglichen, ihre Fähigkeiten in einer virtuellen, jedoch realistischen Umgebung zu schulen. Die effiziente und kosteneffektive Weiterbildung von Geräteführern unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards ist eine der zentralen Anforderungen des Baugeschäftes. Der Simulator ist in drei verschiedenen Konfigurationen erhältlich: als Schulungsraum, Kabine oder Container. Die Schulungsraum-Lösung kann in bestehende Trainingszentren integriert werden. Zusätzlich bietet das Unternehmen zahlreiche Instrumente zur Planung der für einen Baustelleneinsatz am besten geeigneten Geräte sowie zur Erfassung und Dokumentation wichtiger Maschinendaten an. Um diese Daten bestmöglich zu nutzen, werden sie schrittweise digital
miteinander vernetzt. So wird die Arbeit aller am Bau beteiligten Personen sinnvoll unterstützt. Auf dem richtigen Weg. Einige zentrale Verkaufserfolge unterstreichen die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges. An das türkische Amt für Wasserwirtschaft (DSI) wurden beispielsweise 51 Seilbagger verkauft, welche hauptsächlich für den Hochwasserschutz eingesetzt werden. Um die Bediener der Geräte optimal auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzuberei-
Die werteorientierte Firmenkultur des hundertprozentigen Familienunternehmens sorgt für einen starken Zusammenhalt und ein vertrauensvolles Verhältnis zu Partnern und Kunden. kontur 9
Sowohl die Anzahl der Lehrlinge als auch die Zahl der angebotenen Berufsfelder haben sich seit dem Start der Lehrlingsausbildung kontinuierlich erhöht. Alles in allem schlossen bisher mehr als 700 Lehrlinge ihre Ausbildung bei Liebherr ab. ten, erwarb DSI zusätzlich die modernste Variante des neuen Schulungssimulators mit eigens entwickelten Trainingsszenarios. Darüber hinaus waren insgesamt drei Liebherr-Hydroseilbagger im ersten Halbjahr 2016 an infrastrukturellen Maßnahmen im Zuge der Erweiterung des Flughafens Barcelona-El Prat beteiligt. Unter den Maschinen befanden sich mit zwei HS 8100 HD auch Modelle der neuesten Generation. Die Arbeiten umfassten unter anderem einen Anschluss des neuen Flughafenareals an die Linien der S-Bahn. Beim HS 8100 HD kann eine weitere Verringerung des Kraftstoffverbrauchs sowie eine Senkung von Schallemissionen durch den optionalen „Eco-Silent Mode“ erreicht werden. Des Weiteren überzeugt dieses Modell mit seinem neuen und zuverlässigen Sicherheitskonzept. Für komplexe Aufgaben im Spezialtiefbau setzt das Vorarlberger Bauunternehmen Hilti & Jehle GmbH auf moderne und leistungsstarke Geräte von Liebherr. Bei diesem Unternehmen ist u. a. das
weltweit erste verkaufte Modell des neuen Ramm- und Bohrgerätes LRB 355 im Einsatz. Seine Premiere feierte das 105 Tonnen schwere und in maximaler Konfiguration 33,5 Meter hohe Gerät auf einer Baustelle am Messegelände in Dornbirn. Besonders hervorzuheben ist die Kraftstoffeffizienz des Dieselmotors. Junge Berufseinsteiger. Insgesamt konnte Liebherr Nenzing im heurigen Jahr 33 neue Lehrlinge willkommen heißen. Die Lehrlingsausbildung genießt im Unternehmen schon seit den Anfangsjahren einen hohen Stellenwert. Aktuell kümmern sich 15 hauptberufliche Ausbilder, darunter eine Ausbilderin im Bereich Konstruktion, intensiv um die jungen Berufseinsteiger. In diesem Jahr starteten die Lehrlinge ihre Ausbildung in den Berufen Stahlbautechniker, Schweißtechniker, Lackiertechniker, Elektrotechniker, Maschinenbautechniker, Konstrukteur sowie Bürokaufmann bzw. -frau. Sowohl die Anzahl der Lehrlinge als auch die Zahl der angebotenen Berufsfelder haben sich seit dem Start der Lehrlingsausbildung 1978 kontinuierlich erhöht. Alles in allem schlossen bisher mehr als 700 Lehrlinge ihre Ausbildung im Unternehmen erfolgreich ab. Damit leistet Liebherr einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Facharbeitermangels in Vorarlberg. Ernest F. Enzelsberger
Liebherr-Werk Nenzing GmbH
Foto: Liebherr Nenzing
Gründung. 1976 Fläche. 251.000 m² Mitarbeiter gesamt. 1761 Umsatz. 970 Mill. Euro (2015) Exportquote. 99 Prozent
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Darüber hinaus nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem wir – etwa bei den Siemens Festspielnächten – den kostenlosen Zugang zu Kunst und Kultur fördern. Wir helfen aber auch sozial schwächeren Menschen, indem wir renommierte heimische Einrichtungen wie Licht ins Dunkel und andere Sozialprojekte in ganz Österreich unterstützen. Es ist schon ein großes Glück, in einem Land wie Österreich zu leben. Bringen wir es gemeinsam voran!
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Langeweile hat man Wesentliches nicht erlebt Ein Holzsessel, ein einfacher Tisch und darauf ein Buch – Gerhard Klocker fotografiert die Dinge so, dass sich der Blick nicht mehr davon abwendet.
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Rom
Christa Dietrich und Gerhard Klocker
A Simple Space im Freudenhaus
Tokyo Diary
Faszinierendes gelingt, wenn er den richtigen Moment einer Aufführung einfängt oder wenn er in einer Japan-Serie das zeigt, was man erwartet – Kampfsportler, das Meer, den Fujiyama –, nur etwas anders. Klocker beschäftigt die Betrachter. Und sieht man auf den Bildern auch nichts als eine Tasse mit gebrochenem Henkel. Darunter steht: „Love“. Ein Sonntagabend im Herbst in der Kulturbühne AmBach in Götzis. Man spielt eine Operette. Mit Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ aber immerhin eine freche, eine, in der Himmel und Hölle in Bewegung geraten. Gediegenes Publikum ist da, dazwischen ein paar junge Leute und ein Künstler, den man nicht unbedingt hier anzutreffen vermutet. Ein Blick ins Programmheft klärt auf. Gerhard Klocker hat fotografiert, die Produktion begleitet. Wenn sie abgespielt ist, bleibt die Erinnerung, vielleicht ein Video, auf jeden Fall aber bleiben Bilder. Göttervater Jupiter verwandelte sich gerne einmal in ein Tier oder ein Ding, wenn er sich Frauen bzw. Begehrten näherte. Einmal war es ein Stier, einmal ein Adler, ein Schwan oder Goldregen und bei Offenbach ist es eine Fliege. Eurydike ist das Insekt keinesfalls lästig, sie ist entzückt, verzückt sogar. So wie die Begegnung inszeniert bzw. umgesetzt wurde und wie sie Klocker festhielt, darf man grübeln, inwieweit berühmte Leda- oder Danae-Darstellungen der Kunstgeschichte da mithalten können. Wie dem auch sei, „Orpheus in der Unterwelt“ ist eine der frivolsten Operetten und der Ausflug
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ins Genre hat Gerhard Klocker nicht geschadet. Bislang findet man Aufnahmen von Rock- und Jazzmusikern im Portfolio. Die Klassik ist mit Gustav Kuhn dabei. In einem der Prunksäle der Pariser Oper stehend, hat den Maestro und Festivalleiter von Erl bislang wohl niemand so trefflich in der ihm zustehenden Impresario-Pose eingefangen. Die zeitgenössische Musik ist durch Herbert Willi vertreten. Der Komponist, den sein „Zyklus Montafon“ berühmt machte, steht vor Felsen und Eiszapfen. Peter Herbert, der Komponist zwischen Jazz und Klassik, schöpft Energie oder liefert sich dem Fotografen aus, der große Friedrich Cerha wird zu Sympathie pur, Kurator Gerald Matt bleibt unnahbar, weil er das so will und weil das exakt so passt. Serien wie „L’Ennui“, die Gerhard Klocker in Galerien im In- und Ausland brachten, sind eingehende Studien vorausgegangen. „Womit ich mich beschäftige, das sind eher philosophische Überlegungen“, erklärt er. Die Technik wird mit einer kurzen Bemerkung abgetan: „Alt“. Über Belichtungszeiten und Format möge man mit
jemand anderen sprechen. Bevor er sich an die ligurische Küste begab, um besagte „Langeweile“ einzufangen, also jenes Nichtstun, das Durchschnittstouristen ablehnen ohne nachzufragen, was ihnen dabei entgeht, hat er monatelang vor dem geistigen Auge definiert, wie der Ort denn aussehen sollte, den er sucht. An einem Spätsommernachmittag ist er hingefahren, zu einer Zeit, in der nicht mehr viele Badende anzutreffen sind und in der die, die noch da sind, es ganz bestimmt nicht eilig haben. Weiter westlich wäre das Gegenlicht zu stark gewesen, Klocker wusste genau, welcher Punkt ihm passt und hatte das Projekt, das ihn gefühlt sogar mehrere Jahre beschäftigte, dann in nur wenigen Stunden realisiert. Umgeben von Bildern und Musik. An sich passt es, dass man Gerhard Klockers Atelierhaus in Lustenau nicht findet, wenn man die Adresse im Navigationsgerät eingibt. Jede Menge Bilder hängen an den Wänden des alten Gebäudes, die Kameras sieht man nicht, dafür aber Musikinstrumente. Klocker beherrscht sie, hat unter anderem mit dem Musiker und Schriftsteller Hans Platzgumer gespielt. Musikvideos zählen zum Œuvre, Cover sowieso und Baureportagen, die ein Kunststück wurden. Tontechniker hatte er werden wollen, weder das ElektrotechnikStudium noch die Ausbildung am Konservatorium erwiesen sich als zielführend. Vorübergehend einen Job suchend, landete er in einem Fotostudio. Was die können, kann ich auch, habe er sich gedacht, besuchte die Fotografen-Schule und war erst einmal As-
Klocker schlägt mit den Arbeiten Saiten in den Menschen an, die etwas auslösen. Das funktioniert auch, wenn auf dem Bild „nur“ ein einfacher Tisch zu sehen ist. sistent. „Du hast ein anderes Lebensgefühl, wenn du auf die Straße gehst und innerhalb weniger Minuten Männer mit einem Turban oder Farbige triffst, wenn ich mich hier auf die Terrasse setze, dann laufen bestenfalls drei Rasenmäher zugleich.“ Der Satz reicht aus, um nachzuvollziehen, warum es den Vorarlberger für mehrere Jahre nach London zog, obwohl gerade in der Thatcher-Zeit die Jobs für Künstler besonders rar waren. Sich in England durchzusetzen, sei aber immerhin noch etwas leichter gewesen als in Paris. Einige Monate im Jahr verbringt er nach wie vor in Frankreich. Die Nachmittagssonne, die durch die durchbrochenen Fensterflügel scheint, wirft gerade ein interessantes Muster auf den Holzboden. Es erinnert an eine dieser kleinen Kneipen im Stadtteil Belleville. Edith Piaf sei nicht weit von seiner Wohnung geboren worden. Was ist Erinnerung? Als Klocker Bildmotive für ein Kunst-amBau-Projekt in einem Sozialzentrum in Vorarlberg vorschlug, die wie alte Schnappschüsse aussehen, die irgendwo in Urlaubsorten in Frankreich, Italien oder Griechenland entstanden sind, war man skeptisch. Die Mehrheit sprach sich dann doch für seinen Vorschlag aus und die Betreuerinnen gaben ihm recht, den Bewohnern – älteren Menschen – gefällt es, sie empfinden eine Art Geborgenheit. Christa Dietrich
Fotos: Gerhard Klocker, Philipp Steurer
L’Ennui
Peter Herbert
Friedrich Cerha
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Am Arlberg macht man sich bereit Der Countdown läuft. Nur noch wenige Wochen, dann wird in Lech Zürs wieder Betrieb aufgenommen. Während bei vielen Winterfans die Vorfreude steigt, steigt bei manchen vor Ort der Stresspegel.
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Wunderbare Bergwelt, grüne Hügel, einladende Wanderwege – und mittendrin: Bauarbeiter, Krane und Bauschutt. Dieses Bild prägte in den vergangenen Monaten die Orte Lech und Zürs am Arlberg. Doch den aufmerksamen Betrachter stimmt das neugierig. Weiß er doch: Hier entsteht Neues. Und genau das kann man ab der kommenden Wintersaison bestaunen und eventuell sogar selber testen. Nicht nur die Hotellerie baut auf die Zukunft, auch neue Bergbahnen sind aktuell am Werden. Projekte, die für Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel ein klares Zeichen setzen: „Und zwar ein sehr positives. Dass die Lecher Unternehmer Vertrauen haben in die Zukunftsfähigkeit dieser Gemeinde und der Region Arlberg.“
Foto: Josef Mallaun
Auch Hermann Fercher, Geschäftsführer von Lech Zürs Tourismus, blickt erwartungsvoll auf die kommende Saison, die so manches Highlight für die Gäste verspricht. „Und man muss wirklich von den Highlights sprechen. Weil, und wir haben das mal erhoben, in diesem Sommer insgesamt an die 150 Millionen Euro in verschiedene Bauprojekte geflossen sind“, so Hermann Fercher. Trotz Neu- und Umbauten sollen sich Lech und Zürs aber nicht im Großen verändern. „Wir bleiben auf einer relativ konservativen Linie. Und zu dieser Linie stehen wir auch. Denn viele Gäste kommen zu uns seit Generationen und haben ein ziemlich klares Bild vor Augen.“ Diese heißt es neugierig auf etwas Neues, wie beispielsweise das James-Turrell-Projekt „Skyspace Lech“, zu machen, sie aber auf keinen Fall so zu irritieren, dass sie sagen: jetzt hat sich das Ganze so verändert, das wollen wir jetzt nicht mehr. „Ich glaube, dass Lech und Zürs über die Jahre gut bewiesen haben, dass sie mit ihrem Stil eigentlich richtig liegen. Man muss nur aufpassen, dass man nicht ins Hintertreffen gerät“, führt Fercher weiter aus. Ein Signal gegen solch eine mögliche Entwicklung setzt für ihn besonders die Flexenbahn, die ab diesem Winter Zürs und Stuben/Rauz verbinden und Ski Arlberg somit zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs machen wird. Wichtiges Bindeglied. Einer der Hauptinitiatoren der neuen Bahn ist Willy Skardarasy, Aufsichtsratsvorsitzender der Ski Zürs AG. Die Idee einer Verbindungsbahn hatte er schon lange im Kopf, die Planungen in der Ski Zürs AG begannen vor etwa zehn Jahren – in diesem Jahr wird die Vision Realität. „Und darauf bin ich schon sehr stolz.“ Aktuell geht es auf der Baustelle vor den Toren Zürs’ noch hoch her. Hubschrauber kreisen und transportieren benötigte Bauteile auf den Berg, 150 Mitarbeiter der Baufirmen sind im Einsatz, um die Bahn bis zum Saisonstart fertigzustellen. Ist es geschafft, können sich die Wintersportler auf gesamt 305 Kilometer Skiabfahrten und 87 Lifte und Bahnen freuen. Möglich machen das eben die neue Verbindungsbahn auf Vorarlberger Seite zwischen Zürs und Stuben/Rauz, sowie die 2016 ebenfalls neu entstandenen Trittkopfbahnen und die Albonabahn II mit einem gesamten Investitionsvolumen von 45
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Die Talstation der Trittkopfbahn. Auf ein weiteres Kapitel Skigeschichte am Arlberg: Mario Stedile-Foradori, Philipp Zangerl und Willy Skardarasy.
Walter Langenfelder, Betriebsleiter Oberlechbahn
Millionen Euro. Der Skitag könnte dann in etwa so aussehen: Von Zürs aus geht es mit der Trittkopfbahn I zur neuen Zwischenstation, von wo man entweder weiter zur neuen Bergstation der Trittkopfbahn II fährt oder mit der neuen Flexenbahn zur Alpe Rauz in Stuben. Hier lädt die neue Albonabahn II zur Weiterfahrt in Stuben ein. Zudem kann man von der Alpe Rauz aus bequem die Skigebiete in St. Christoph und St. Anton erkunden. „Somit haben wir es geschafft, dass jedes Ziel im Arlberger Skigebiet auf Skiern zu erreichen ist – St. Anton und St. Christoph, Stuben, Zürs, Lech, Oberlech sowie Schröcken und Warth“, freut sich Willy Skardarasy. Diese Komfortverbesserung geht für ihn auch einher mit dem Transport der Gäste. „Bisher waren die Skifahrer zwischen den Gebieten mit den blauen Bussen unterwegs, mussten teilweise lange warten.“ Mit der neuen Bahn, einer Einseil-Umlaufbahn von Doppelmayr, stehen 47 Kabinen für jeweils zehn Personen zur Verfügung. Bei einer Fahrzeit von gut sechs Minuten können so jede Stunde bis zu 2400 Personen befördert werden. Dabei legt die Flexenbahn, die hoch über der Flexenpassstraße verläuft, eine Strecke von fast 1,8 Kilometern zurück und überwindet einen Höhenunterschied von gut 562 Metern. Doch die neue Bahn bedeu-
tet nicht nur mehr Komfort für die Gäste, sondern auch ein Aufatmen für das Klima. Denn ab der Inbetriebnahme sind durch die Flexengalerie zwischen Zürs und Stuben/Alpe Rauz täglich 120 Busfahrten weniger notwendig. Und dann wäre da noch der Aspekt der Sicherheit. „Denken Sie nur, wenn bei uns sowas passiert wie der Felssturz in die Felbertauernstraße vor drei Jahren. Da war fast ein ganzes Jahr gesperrt. Mit der Verbindungsbahn haben wir nun eine Notversorgung, sollte die Flexenstraße mal gesperrt sein wegen Lawinengefahr oder wegen eines Felssturzes.“ Betrieben wird die neue Flexenbahn von der Flexenbahn GmbH, die sich jeweils zur Hälfte im Besitz der Stubner Fremdenverkehrs-GmbH und der Ski Zürs AG befindet. Und der Saisonstart dürfte klappen, laut Willy Skardarasy sind die Arbeiten im Zeitplan: „Es ist schon eine Herausforderung, sowas in einem Sommer zu bewältigen. Aber wir haben einen sehr fähigen Mann, unseren Vorstand Philipp Zangerl, der hat alles im Griff und behält die Nerven. Und solange der noch ruhig ist und lacht, ist alles gut.“ Entspannt ankommen. Ebenfalls mehr Komfort steht im Mittelpunkt der neuen Bergbahn Lech-Oberlech, die bisherige 25Personen-Kabinenbahn wurde auf eine Kapazität von 80 Personen vergrößert. Ein Mammutprojekt, das von Christoph Pfeffer-
Das gesamte Bauvorhaben wurde präzise und bewusst geplant: In einem ersten Schritt wurde bereits im Sommer 2015 die Übungshangbahn in Zürs neu gebaut. Ihr folgten der Neubau der Trittkopfbahnen I und II in Zürs und der neuen Albonabahn II in Stuben/Rauz. Im selben Zug entstand die neue Flexenbahn, aber keine neue Piste. 18 kontur
Der Arlberg ist seit dem 19. Jahrhundert die Heimat vieler Skipioniere. Gemeinsam haben sie ihn zur „Wiege des alpinen Skilaufs“, seine Ortschaften und das Skigebiet international bekannt gemacht. Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft.
Fotos: Bernd Hofmeister, Ski Arlberg
Mittlerweile hat auch die Gondel ihren Platz gefunden.
korn, Geschäftsführer Bergbahn Lech-Oberlech, und seinem Team alles abverlangte. „Vor allem, weil man für solch ein Vorhaben eigentlich neun Monate Bauzeit bräuchte, wir aber nur sieben hatten.“ Bevor die neue Bahn entstehen konnte, musste der Vorgänger erst abgetragen sowie das Gebäude abgerissen werden, um am gleichen Standort etwas Neues aufbauen zu können. Das Ergebnis: eine größere Bahn, neue Tal- und Bergstationen, die in Zukunft ebenerdig erreichbar sein werden, sowie mehr Platz und entspanntes Anreisen für die Gäste. „Sie müssen sich vorstellen: Die Bahn ist die einzige Verbindung der Gäste nach Oberlech. An Tagen, an denen in den Hotels die großen Zimmerwechsel stattfinden, wollen 1000 Gäste runter, im Gegenzug 1000 Gäste rauf. Hinzu kommen Skifahrer oder Rodler mit ihren nassen Klamotten usw. Das wird in Zukunft für alle angenehmer werden, ein großer Qualitätssprung“, ist Christoph Pfefferkorn überzeugt und begeistert, auch von der ausgeklügelten Logistik der Bahn. „Die Bahnmitarbeiter helfen den Gästen beim Ausladen des Gepäcks, das mit einem Container im Anschluss seinen eigenen Weg nach Oberlech geht. Somit ist die große Überraschung immer noch, wenn die Gäste aufs Zimmer kommen und ihr Gepäck schon vor ihnen da ist.“ Technische Errungenschaften. Es waren aber auch technische Gründe, die einen Umbau der Bahn erforderten. „Gewisse Teile hätten demnächst altersbedingt ihr Lebensende erreicht. Wir waren also sowieso gezwungen, das eine oder andere auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.“ Und so spielt die Bahn, deren Gesamtinvestitionssumme 15 Millionen Euro beträgt, in Zukunft alle Stücke, die heute üblich sind – und vielleicht sogar noch mehr. „Es wird einige technische Neuerungen und
Errungenschaften geben, die bahnbrechend sind. Wir am Arlberg waren ja schon immer bekannt dafür, dass wir Seilbahngeschichte geschrieben bzw., die eigenen Seilbahnen, natürlich immer gemeinsam mit dem Seilbahnhersteller, entwickelt haben“, so Christoph Pfefferkorn. In diesem Fall war es die Firma Steurer als Spezialist für Pendelbahnen. Im Fall der Bahn Lech-Oberlech wurde teilweise ans Maximum gegangen, was das Seilbahngesetz und die Technik angeht. So ist zum Beispiel die ganze Antriebstechnik in der Art neu. Die Seilrollen sind in den Stationen schräg angebracht. „Das hat die Auswirkung, dass das Seil länger auf der Seilrolle ist, sprich weniger Zug braucht und somit weniger Kräfte wirken“, erklärt Betriebsleiter Walter Langenfelder. Den Zug der Seile zurück halten Anker, die die Talstation mit dem Untergrund verbinden. Insgesamt 380 Stück mit einer Gesamtlänge von 2,6 Kilometern wurden in den Boden gebohrt. Im Moment sind die Arbeiten noch in vollem Gange, die Bergbahn kämpft mit dem Zeitplan. „Wir sind jetzt plus/minus zwei Wochen im Verzug. Ob wir zu Saisonsbeginn pünktlich die Bahn in Betrieb nehmen können, ist momentan noch ein großes Fragezeichen“, so Christoph Pfefferkorn. Wenn nicht, gibt es schon einen Notfallplan: „Wir werden dann Oberlech über den Gemeindebus anbinden. Die ersten zwei Wochen der Saison dürfte das vom Betrieb her normalerweise machbar sein.“ Genuss mit Aussicht. Es ist aber nicht nur das Projekt Oberlechbahn, das Christoph Pfefferkorn in diesem Sommer zu betreuen hat. Neu wird ab kommender Wintersaison ein willkommener Treffpunkt für alle Wintersportler und Fans herrlicher Aussichten sein: das Schlegelkopf-Restaurant. Bauherren sind die Skilifte Lech, und die präsentieren ein neuartiges Restaurant, in dem neben den Gästen vor allem die drei Partnerorte von Lech, nämlich Beaver Creek in Colorado, Kampen auf Sylt und Hakuba in Japan, die Hauptrolle spielen werden. Bedeutet: Das Angebot an Speisen und Getränken wird sich genau auf die vier Orte konzentrieren. „So wird es neben diversen speziellen Fleischgerichten wie ,Dry Aged‘ auch Austern oder Sushi geben, ebenso wie einheimische Küche“, erläutert Gastronomieleiter Andreas Wibmer das Konzept. Wo einst die Frozen Icebar stand, wurde in den vergangenen Monaten das Restaurant mit einer Terrasse auf drei Ebenen gebaut. Der Gast wird hier ab Dezember keinen Hüttenstyle finden, sondern ein modernes Ambiente mit schlichter und dennoch gemütlicher und einladender Möblie-
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rung – und mit Service, versteht sich. „Es ist einfach viel entspannter, wenn man am Tisch sitzen bleiben und genießen kann“, so Christoph Pfefferkorn. Und was gibt es Schöneres, als den Nachmittag vielleicht mit einem Gläschen Veuve Clicquot ausklingen zu lassen? Gemeinsam mit der Champagnermarke wird ein luxuriöser begehbarer und einsichtbarer Kühlraum errichtet. Etwas Besonderes ist auch die abtrennbare „Johnnie Walker Whisky Lounge“. Mit der renommierten Whisky-Marke als Partner werden etwa 20 exklusive Whiskys samt edlen Zigarren angeboten. Extra angefertigt wird eine Vitrine aus Holz, in der die teuersten Flaschen hinter Sicherheitsglas aufbewahrt werden, ebenso ein großer Humidor für Zigarren. „Wir haben vor, einmal in der Woche mit Live-Acts zu arbeiten. Für gemütliche Atmosphäre in herrlicher Kulisse“, führt Christoph Pfefferkorn weiter aus. Und da das Restaurant mit dem Lift direkt erreichbar sein wird, können es auch Nichtskifahrer trockenen Fußes besuchen. Die Sonne in jedem Zimmer. Wir bleiben über den Dächern von Lech und wenden uns einem der großen Hotellerie-Projekte dieses Sommers zu: dem Umbau der „Sonnenburg“ in Oberlech. Im Bereich der Gästezimmer wurde hier im wahrsten Sinne des Wortes kein Stein auf dem anderen gelassen. „Für uns war es einfach an der Zeit für einen großen Wurf, durch den wir uns einen massiven Qualitätsschub versprechen und zugleich Ordnung schaffen“, führt Hotelchef Gregor Hoch aus. Und Ordnung bedeutet in diesem Zusammenhang: Der gesamte Gästezimmerbereich wurde umstrukturiert, kleine Einzelzimmer sind gewichen und haben Platz geschaffen für Doppelzimmer, die in Zukunft aber auch an Einzelpersonen vermietet werden. Wichtig war Familie Hoch, dass die „Sonnenburg“ auch nach dem Umbau für die Gäste wiederzuerkennen ist, man ist dem Stil des Hotels treu geblieben. „Alpine, natürliche Materialien und viel Holz bilden dabei den Hauptaspekt und unterstreichen unseren eigenen Weg, die alpine Umwelt auf moderne Art zu interpretieren“, so Gregor Hoch. So sind alle neuen Hotelzimmer in hell geölter Eiche getäfert, als Kontrast dazu wurde Wurzelnussholz eingesetzt. Waschtische aus grünem Naturstein und Vorhänge aus Merinowolle komplettieren das Bild. Besonderer Blickfang in jedem Zimmer: Ein sonnengelbes Detail, seien es Sessel oder Sofas, das den Bezug zum Namen des Hotels herstellen soll. Und noch etwas wird in jedem Zimmer zu finden sein: Ein Gemälde von Seniorchefin Daisy Hoch, die für ihre Schneebilder bekannt ist.
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Es ist aber nicht nur im Inneren des Hotels einiges passiert, auch der Hülle wurde heuer besondere Beachtung geschenkt. Eine komplette Dämmung sowie ein neues Dach versprechen in Zukunft Vollwärmeschutz und leisten einen Beitrag zur Energiebilanz. Umgesetzt wurden alle Arbeiten vorwiegend von heimischen Unternehmen. Und Gregor Hoch ist nicht nur zuversichtlich, dass der Zeitplan des Sanierung eingehalten werden kann, aller Voraussicht nach wird die Investition für das Gesamtprojekt auch unter den veranschlagten 5,5 Millionen Euro liegen. Und während die Bauarbeiten noch auf Hochtouren laufen, ist Daisy Hoch mitten in den Planungen für ihr persönliches Highlight es Winters: die Jubiläumsausstellung ihrer Galerie, die sie vor nunmehr 35 Jahren gegründet hat. „Ich hatte damals einfach das Gefühl, dass es hier in Lech ein bisschen mehr als Sonne und Schnee geben sollte.“ Und dieses Mehr war eben die Galerie. Getroffen habe sie die Entscheidung dafür damals nicht nur für Gäste
Gastronomieleiter Andreas Wibmer in der künftigen „Johnnie Walker Whisky Lounge“.
Klares Design prägt das neue Schlegelkopf-Restaurant.
Fotos: Bernd Hofmeister, zumtobel.cc, Sonnenburg
„Es geht nicht so sehr darum, dass sich in Zukunft irgendwelche Skifahrerströme verschieben. Ich glaube, dass viel wichtiger ist, was man theoretisch machen könnte, die Freiheit, die man im Kopf gewinnt. Diese Optionen, die so ein Skitag am Arlberg auf einmal noch zusätzlich bietet, sind eigentlich die wichtigen Hintergründe zu diesen Projekten“, so Hermann Fercher.
und Einheimische, „sondern auch für mich, für meine Malerseele.“ Selber Künstlerin, konnte sie in den vergangenen Jahren manch großen Namen nach Oberlech holen, darunter Hundertwasser, Fuchs oder Attersee, aber auch viele Vorarlberger Künstler. Ganz besonders stolz ist sie auf ihren „Gewinn“ für die Jubiläumsausstellung, die am 13. Jänner 2017 eröffnet wird. Werke von Herbert Brandl, seines Zeichens Repräsentant Österreichs bei der Biennale in Venedig, werden bis zum Ende der Wintersaison in der Bibliothek und in der Halle der „Sonnenburg“ für jedermann zu sehen sein. Für Daisy Hoch eine große Freude: „Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, dass der kommt, denn er hat zuvor noch nie in Vorarlberg ausgestellt. Ich schätze ihn und seine Arbeit sehr.“ Der Masterplan. Ein Besuch in der Galerie von Daisy Hoch könnte im kommenden Winter also ein wunderbares Schlechtwetterprogramm sein. Für Gäste des „Almhof Schneider“ in Lech gäbe es im Fall von Regen und Graupelschauer zudem eine weitere Option: den neuen Spa-Bereich, der sich in Zukunft noch größer
und komfortabler präsentieren wird. Die Erweiterung ist Teil eines Masterplans, der vor mehr als zehn Jahren geschmiedet wurde und nun in drei großen Schritten seine Vollendung finden soll. Den Anfang machte im vergangenen Sommer die Verlegung der Logistik – wie Ver- und Entsorgung, Wäscherei, Technik, Lager – vom Erdgeschoß ins Untergeschoß, in dem zugleich eine neue Tiefgarage entstanden ist, die es vorher im „Almhof“ nicht gab. „Dadurch konnten wir den nötigen Platz für den größeren SpaBereich im Erdgeschoß gewinnen“, erklärt Gerold Schneider. 900 Quadratmeter mehr Raum für Entspannung wird es ab Dezember für die Gäste geben, Teile davon aufgeteilt in zwei nach Geschlechtern separierten Nackt-Bereichen, die Sauna, Dampfbad, Duschen, Kaltwasserbecken und Schwallbrausen umfassen. Im gemeinsamen Bereich finden die Gäste das Schwimmbad, das Tepidarium, das heiße Becken sowie Fitness-, Yoga- und fünf Behandlungsräume. „Besonders begeistert mich, dass der gesamte Spa-Bereich über viel Tageslicht und wunderbare Aussichten ver-
Auch in der Gemeinde wird geplant: „Wir wollen mit dem Postareal Räumlichkeiten schaffen, in denen Veranstaltungen durchgeführt werden können, seien es Firmenincentives, Symposien oder Seminare. Die ersten Schritte sind gemacht, der Architekturwettbewerb wird Ende des Jahres ausgeschrieben“, so Bürgermeister Ludwig Muxel.
Die neue Platin Suite in der „Sonnenburg“. Galeristin Daisy Hoch
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„Wir sollten nicht Trends von irgendwoher nachmachen und importieren, sondern ganz bewusst eine Umgebung schaffen, die etwas mit hier zu tun hat. Ein Hotel, das es in dieser Materialwahl vielleicht in London oder New York nicht gibt.“ fügt. Das, finde ich, ist eine riesen Qualität“, so Gerold Schneider. Innenarchitektonisch bleibt er auch beim Spa-Bereich der bewährten Devise des „Almhofs“ treu, keinen Moden zu unterliegen und die reduzierte Materialsprache weiterzuführen. „Die baut auf ein paar wesentliche Elemente, die super traditionell sind. Allen voran die rohe Fichte, also das Material, das unsere alten Bauernhäuer bestimmt, rohe Eiche, Kalkstein. Natürlich ist der ,Almhof‘ kein Bauernhaus mehr. Doch es hat immer eine Vorliebe gegeben für Schlichtheit, für Einfachheit, aber mit Raffinesse.“ Zeitlos ist darum das Design, mit hoher Präzision in der handwerklichen Ausführung. Luxus-Wettbewerb. Apropos handwerkliche Ausführung. Fast zu 100 Prozent sind Vorarlberger Unternehmen auf der Baustelle anzutreffen. „Hier sind in den vergangenen Jahrzehnten wahre
Freundschaften entstanden, ein enormes Vertrauensverhältnis, auf das wir bauen können“, zeigt sich Gerold Schneider dankbar für die gute Zusammenarbeit. Und natürlich werden es auch diese Firmen sein, die den dritten und letzten Abschnitt des Masterplans umsetzen werden: die komplette thermische Gebäude- und Fassadensanierung, verbunden mit einer Erweiterung des Hauses in Richtung Schneggarei um eine Breite und um ein Geschoß. „Geplant sind dort drei besonders großzügige Suiten und ein paar Zimmer, die es in dieser Ausstattung bisher im ,Almhof‘ nicht gibt.“ Die aber eine weitere, wichtige Qualitätssteigerung bedeuten würden, denn „im Segment der 5-Sterne-S-Hotels ist in den vergangenen Jahren international extrem viel Luxus entstanden. Ich glaube, dass man nicht alles mitmachen muss, aber man muss trotzdem sehen, wo der Wettbewerb steht. Daran kommt man nicht vorbei.“ Wann der dritte Abschnitt allerdings verwirklicht werden kann, weiß er noch nicht, die Genehmigungsphase läuft. „Nächstes Jahr hat sich erledigt. Gut, das gibt uns ein Jahr Verschnaufpause, auch finanziell. Doch ich hoffe, dass wir es 2018 angehen können. Denn nur der komplett umgesetzte Masterplan macht die Sache für uns rund.“ Sabine Blechschmidt
Besprechungen auf der Baustelle bestimmen dieser Tage den Kalender von Gerold Schneider.
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Fotos: Bernd Hofmeister
Natürliche Materialien wie Kalkstein kommen zum Einsatz.
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Miteinander für Vorarlberg Mit Crowdfunding will Raiffeisen den vielen selbstinitiativen Menschen im Land Raum für ihre Projekte geben. „Crowdfunding ist eigentlich ein urtypisch genossenschaftliches Thema. Was der Einzelne nicht vermag, vermögen viele. Deshalb haben wir diese Plattform geschaffen. Diese passt in die heutige Zeit. Wünsche, Ideen und Anliegen sind viele vorhanden. Die Plattform ermöglicht eine transparente Finanzierung. Hinter der Plattform steht kein Geschäftsmodell. Sie ist ein Angebot von uns, resultierend aus dem genossenschaftlichen Förderauftrag und unserer geschäftspolitischen Zielsetzung, den Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg mitzugestalten. Den Erfolg der Plattform messen wir daran, wie viele Ideen realisiert werden, und daran, dass möglichst viel Sinnvolles geschaffen werden kann. Die Wertschöpfung daraus bleibt jedenfalls in der Region“, so der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg, Betriebsökonom Wil fried Hopfner. Ideen realisieren. Zahlreiche kreative und positive Projekte gestalten den Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg. Um die Ideen für das Land und seine Menschen realisieren zu können, braucht es finanzielle Unterstützung. Viele reden von Crowdfunding, Raiffeisen nennt es „Mit. Einander für Vorarlberg“. Vorarlberg gilt als ein Land von Vordenkern, von Aktiven, Engagierten und Visionären. Alle Vorarlberger sollen von ihren Ideen profitieren. Die Vorarlberger Raiffeisenbanken geben den Initiativen und Projekten auf der Crowdfunding-Plattform im Web eine breite Öffentlichkeit. Mit dem Start gab es dort bereits erste Projekte: Die Lebenshilfe Vorarlberg, das Theater Kosmos und „Tischlein deck dich“ sind einige der ers-
ten Initiatoren. Auf Vorarlbergs neuer Crowdfunding-Plattform kann sich jeder über die Projekte in formieren und sie auch gleich unterstützen. Ideen auf dem Prüfstand. Das Konzept ist einfach: Heimische Vereine haben Ideen, wie Vorarlberg noch besser gemacht werden kann. Natürlich brauchen ihre Initiativen dabei stets einen klaren Businessplan und eine solide finanzielle Basis. Initiatoren können ihre Ideen auf der Crowdfunding-Plattform einreichen. Die Stabstelle „Moderne Genossenschaft“ der Raiffeisenlandesbank wird die Projekte genau analysieren. Ihr gesellschaftlich positiver Charakter ist dabei genauso auf dem Prüfstand wie die sichere Umsetzbarkeit. Ist ein Projekt genehmigt, können es die Initiatoren auf der Plattform einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und um eine gemeinschaftliche Finanzierung werben. „Kommt genügend Geld zusammen, wird das Projekt umgesetzt. Halten zu wenige Vorarlberger etwas von der Idee, fließen alle Gelder wieder an die Unterstützer zurück“, erklärt Wilfried Hopfner. Damit ist sichergestellt, dass die gespendete Hilfe immer an der richtigen Stelle ankommt. Ein finanzielles Geschäft ist die Crowdfunding-Plattform für Raiffeisen nicht. Website und Beratung werden völlig kostenlos zur Verfügung gestellt. Ernest F. Enzelsberger
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Mit beiden Füßen fest auf dem Boden Er mag Herausforderungen, hört im OP am liebsten Ostbahn Kurti, und sitzt, wenn es die Zeit erlaubt, auf dem E-Bike, spielt Tennis oder geht in die Luft. Das alles und mehr erfährt man, wenn man Unfallchirurg Dr. Christian Schenk zehn Fragen stellt. Warum Unfallchirurgie? Das lag wohl ein bisschen in den Genen. Mein Vater war Internist, meine Mutter eine Weltklasse-Hochspringerin. Nach dem Studium wollte ich noch zwei Jahre auf der Tour Tennis spielen, bin dann aber mit einem Freund, der sich verletzt hatte, in einem Spital in Klagenfurt gelandet. Da kamen wir auf die Unfallchirurgie und ich war so fasziniert, dass ich gesagt hab: jetzt fang ich an. Bei der Unfallchirurgie sieht man einfach sehr schnell, was man gemacht hat. Und es gibt doch nichts Schöneres, als Leuten, die ein Unglück hatten, zu helfen, sie zu „reparieren“. Genau das ist es, was ich hier lebe. Ein Traumjob. Sie haben Ihre Klinik vor 27 Jahren gegründet. Wieso dieser Schritt? Ich habe eigentlich schon immer die Tendenz zur Selbstständigkeit gehabt. Bei Aufenthalten in den USA hab’ ich ambulante Operationen gesehen und mir gedacht, das müsste man hier auch machen. So haben wir unter einfachen Voraussetzungen im Kurhotel in Schruns begonnen. Primär war unser Vorhaben ausgelegt auf 200 bis 300 Operationen pro Jahr, nach einem knappen Jahr hatten wir schon über 700 Patienten operiert. Ironisch gesprochen: Da hatten sich im richtigen Moment die richtigen Leute wehgetan – und das ging wie ein Lauffeuer durch die Gegend. Aber natürlich: Vorschusslorbeeren muss man jeden Tag aufs Neue beweisen. Dafür muss der Energiehaushalt passen. Wo finden Sie Ausgleich? Ich mache einerseits viel, andererseits zu wenig in meiner Freizeit. Es gibt ein paar Sportarten, die mich interessieren. So hab ich aus gesundheitlichen Gründen wieder mit dem Tennisspielen angefangen. Und ich fahre Rad, auch aus gesundheitlichen Gründen. Ich war ja nie wirklich ein Rad-
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fahrer, aber das hilft tatsächlich. Ich sitze fast jeden Tag auf dem Ergomether oder fahre mit dem E-Bike, dann geht’s leichter, zumindest am Anfang. Wenn Sie nicht gerade im OP stehen, wo findet man Sie? Man findet mich eben nur schwer. Nein, man kann mich schon finden. Entweder auf dem Tennisoder irgendeinem Golfplatz. Ansonsten bin ich in Südfrankreich oder in Venedig. Auch Wien hab ich heuer wieder reaktiviert. Vorarlberg ist für mich eine gute Gegend, weil es wie eine Art Triangel ist, von wo aus ich in alle Richtungen gehen kann. Da bin ich ganz überzeugter Europäer, denn ich finde es toll, dass man sich so frei in verschiedenen Kulturkreisen bewegen kann, die nur eine Flugstunde oder maximal fünf Autostunden entfernt sind. Dann gibt es da ja noch die Begeisterung fürs Fliegen und für alte Autos. Auch hier spannt sich der Bogen zu meiner Arbeit. Es freut mich brutal, den Körper eines Patienten zu erhalten und nicht einfach etwas auszutauschen. Vielleicht beschäftige ich mich auch aus diesem Grund gerne mit alten Autos. Da versucht man ebenfalls, das Alte zu erhalten, wieder zum Laufen zu bringen. Auch meine Flugaktivitäten haben mir in meinem Beruf sehr geholfen. Dort braucht es eine Struktur in der Vorbereitung. Man muss sich auf alle Eventualitäten einstellen und schon vorab eine Alternative haben. Schaffen Sie es noch oft, selber in die Luft zu gehen? Ich fliege schon so oft es geht. Mich faszinieren die dreidimensionale Bewegung und das Facettenreichtum. Es gibt immer wieder etwas, das man besser machen kann. Und solange das so ist, bleibt es eine Herausforderung – das Fliegen ebenso wie die Chirurgie.
Der Sport hat sich weiterentwickelt. Die Art der Verletzungen auch? Das, womit ich vor allem im Winter zu tun habe, absolut. Als ich angefangen hab’, waren die Klassiker inneres Seitenband und vorderes Kreuzband im Knie. Heute stürzen die Leute nicht mal mehr. Es reicht schon, dass man ein bisschen hängen bleibt, schon macht‘s zack und das Kreuzband ist weg. Das hat es früher nur im Rennlauf gegeben. Übrigens: bei 20 Prozent passiert das beim Aussteigen aus dem Skilift. Das sind die einfachen Sachen. Und dann gibt es natürlich die schwereren Fälle. Es wird schneller Ski gefahren, die Pisten sind gebügelt wie die Autobahnen. Durch die höhere Geschwindigkeit wirkt natürlich eine viel höhere Energie. Es ist zu leicht geworden, zu schnell Kurven zu fahren. Und irgendwann „zerbröselts“ einen halt. Meine französischen Kollegen nennen das mittlerweile „Accident moto“, also Verletzungsmuster wie nach einem Motorradunfall. Und das merken wir hier auch. Die OP-Stückzahlen bleiben zwar ungefähr gleich, aber der Aufwand ist wesentlich höher. Stellt man sich noch selber gern auf die „Brettl“, wenn man die möglichen Folgen Tag für Tag sieht? Ich bin früher jeden Tag Ski gefahren. Die vergangenen Jahre hab’ ich ein bisschen den Faden verloren, möchte aber wieder anfangen. Ich sehe meine Aufgabe jetzt vermehrt darin, den Nachwuchs auszubilden. Einen ersten, sehr hoffnungsvollen Chirurgen hab ich schon da, die nächsten zwei hab’ ich im Visier ... und dann kann ich auch wieder ein bisschen mehr Skifahren. Sie operieren barfuß. Warum? Das hat mehrere, ganz einfache Gründe. Der erste ist, dass ich mit 1,96 Metern größer bin als viele andere. In meiner ersten Tätigkeit
als Assistenzarzt in Kitzbühel hatte ich einen Oberarzt, der einiges kleiner war als ich. Da hieß es natürlich: Tisch ganz runter. Dann stehen Sie da und das erste, was weh tut, ist das Kreuz. Was macht man also in erster Konsequenz? Man zieht die Schuhe aus, um wengistens ein bisschen kleiner zu sein. Der zweite Grund: Bei der Athroskopie rinnt durch die Spülungen jede Menge Wasser. Die Socken werden nass, man bräuchte also nach jeder Operation ein frisches Paar. Wenn man zehn Operationen hintereinander hat, bedeutet das zehn paar Socken pro Tag, die müssen in die Wäsche usw. Ein richtig logistisches Problem also. Irgendwann pfeifen Sie deshalb auf die Socken und gehen barfüßig hinein. Irrsinnig praktisch. Ein dritter, ganz wichtiger Grund ist für mich aber auch, dass ich gerne geerdet bin. Ich hab eine gewisse Sensitivität in den Füßen und wenn’s heikel wurde bei Operationen, hab’ ich mir immer schon die Schuhe ausgezogen. Gibt es Musik im OP? Na Entschuldigung? Ostbahn Kurti ist ein Renner. Millionenfach gehört! Ansonsten geht‘s Querbeet. Von Austria 3 über Dire Straits, EAV bis Udo Lindenberg. Wenn sich die Damen was anderes wünschen, kommt eher mal die italienische Welle, und dann gibt es wieder Zeiten, da wird Hans Söllner gehört. Der berühmte Kampf zwischen Anästhesie und Chirurgie geht dann nur noch darum, wie laut gespielt wird. Sabine Blechschmidt
Foto: Bernd Hofmeister
Dr. Christian Schenk.
Geboren 1953 in Graz. Nach Medizinstudium und Promotion in Wien 1977 Beginn der ärztlichen Tätigkeit in der Chirurgie des Krankenhauses Kitzbühel. Es folgten weitere Stationen, u. a. am Unfallkrankenhaus Lorenz-Böhler Wien, am LKH Feldkirch sowie Ausbildung zum Facharzt für Unfallchirurgie. 1993/94 Errichtung des „Sport & Chirurgie Sanatorium Dr. Schenk“ in Schruns, 1999 Gründung „Schenk Air“. Privat. Verheiratet mit Veronica, zwei Kinder
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Ein Unternehmen schreibt Geschichte in Kunststoff
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Faigle in Hard hat die Entwicklung neuer Technologien in den vergangenen sieben Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet – die Erfolge werden seit jeher gemeinsam mit den Kunden erzielt. „Unser Familienunternehmen ist fest in Vorarlberg verankert. Der Standort ist nach wie vor zentral für unseren Erfolg. Dies ist kein Gegensatz, sondern die solide Basis für unsere internationale Ausrichtung, für unsere sehr intensiven internationalen Aktivitäten“, so Wolfgang Faigle, Eigentümer und Geschäftsführer der Faigle Kunststoffe GmbH in Hard. Und weiter: „Globalisierung eröffnet Horizonte und erweitert Dimensionen. Als Experte in der Tribologie und in vielen Bereichen der Kunststofftechnik kennt die Organisation der faigle-Gruppe die Bedürfnisse am internationalen Markt. Der weltweite Wettbewerb spornt uns täglich an, unsere Marktposition auszubauen. Unser Know-how in der Entwicklung und unsere Produkte sind weltweit gefragt – das macht uns zum Marktführer in verschiedenen Branchen.“ Breite Produktpalette. Von Kunststoffrohren für Fahrtreppen, Sortieranlagen und Fördersystemen, Bremsgestängebuchsen für Bahnunternehmen wie die ÖBB, Halteschlaufen für U-Bahnen bis hin zu hochwertigen Kunststoffkomponenten und Bauteilen im Maschinenbau: das Familienunternehmen Faigle aus Hard schreibt seit 70 Jahren Kunststoffgeschichte. Die Verantwortlichen folgen damit dem eigenen Anspruch, die Besten zu sein. Mit seinen Produkten hat das Unternehmen die Entwicklung neuer Technologien maßgeblich mitgestaltet. Denn als Firmengründer Heinz Faigle in Thermoplasten einen neuen Werkstoff für sich entdeckte, steckte die Kunststofftechnologie noch in den Kinderschuhen. Mit seiner Suche nach Innovationen für technische Kunststoffe legte er die Grundlage für den Erfolg.
Unmögliches als Herausforderung. Ziel ist es, Unmögliches als Herausforderung zu sehen, Unbekanntes zu erforschen, Neues zu entwickeln und mit den Partnern gemeinsame Erfolge zu erzielen. Der Erfolg des Unternehmens wird dabei in der Gesamtkompetenz gesehen. Das Team orientiert sich strikt an der Lö-
Fotos: Faigle Hard, Dietmar Stiplovsek
Forschung und Entwicklung haben daher nach wie vor einen hohen Stellenwert. Ständig werden neue Materialien erprobt, spezifische Eigenschaften in der Anwendung untersucht und vorhandene Werkstoffe verbessert und optimiert. Denn in den technischen Kunststoffen liegen enorme Entwicklungspotenziale.
Wolfgang Faigle
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Faigle Gruppe. Gegründet 1946; Stammhaus: Faigle Kunststoffe GmbH, Hard; Geschäftsführer: Wolfgang Faigle, Roland Bartenbach; Schwesterfirmen: Faigle Industrieplast GmbH, Hard, Faigle Igoplast AG, Au (CH), Suzhou Faigle Engineering Plastics Co, Suzhou; Mit arbeiter (Gruppe): 350; Umsatz 2015: 66 Mill. Euro; Exportanteil: 73 Prozent
sung: von der Forschung und Entwicklung über effiziente Prozesse und Herstellungsverfahren bis hin zu Produkten und Anwendungstechnologien. Veränderungen zu initiieren und gemeinsam zukunftsweisende Technologien und Werkstoffe zu entdecken, aber auch einzusetzen, ist für das Familienunternehmen Leitbild, Erfolgsrezept und Herausforderung. Die vielfältigen Fertigungstechnologien wie Spritzguss, Extrusion, Compositverarbeitung und Zerspanung samt Montage erweisen sich immer wieder als positive Differenzierungsmöglichkeiten auf dem Markt. Mit zahlreichen eigenen Patenten und einer Vielzahl erstklassiger anwendungstechnischer Lösungen hat Faigle seine Kompetenz unter Beweis gestellt. So prägt der Pioniergeist der Gründerjahre noch heute die hohe Innovationsbereitschaft. Innovationspreis 2016. Erst jüngst konnte Wolfgang Faigle den Innovationspreis 2016 für ein spezielles Aufzugseil entgegennehmen. Wie es dazu in der Jurybegründung heißt, ist KONE UltraRope weltweit das erste Aufzugseil, das zur Gänze aus nicht metallischen Werkstoffen besteht. Es ist das Kernstück einer neuen Aufzugstechnologie für Hochhäuser, welches die bisherigen technischen Schranken sprengt und so die bisher mögliche maximale Förderhöhe von 500 Meter auf 1000 Meter verdoppelt.
Fotos: Faigle Hard, Dietmar Stiplovsek
Es eliminiert die Nachteile von herkömmlichen Stahlseilen und eröffnet in der Architektur und dem Bau von Hochhäusern eine neue Dimension. KONE UltraRope besteht aus einem Kohlefaserkern mit einer einzigartigen High Friction Coating-Beschichtung und ist deshalb extrem leicht. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch von Hochhausaufzügen erheblich reduzieren. Durch das geringe Seilgewicht reduziert sich die zu bewegende Gesamtmasse des Aufzugs enorm. Die Faigle Kunststoffe GmbH ist der Hersteller des UltraRope für KONE und hat das High Friction Coating sowie die Herstellungstechnologie dazu entwickelt.
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Schwesterfirmen. Der Fokus des Unternehmens Industrieplast lag ursprünglich im Handel mit technischen Halbzeugen und wurde im Laufe der Zeit ausgebaut. Neben den Standardprodukten wurde der Zuschnittservice interessant, der beginnend von der anwendungstechnischen Beratung weitergeht und kundengerechte Zuschnitte gehobelt, geschliffen und nach Kundenwunsch bearbeitet liefert. Die Schwesterfirma Suzhou faigle Engineering wurde 2003 in Suzhou gegründet und ist im Rolltreppenbereich auf dem asiatischen Markt sehr erfolgreich. Verstärkt werden auch Erfolge im Bahnbereich verzeichnet – etwa mit einem Halteschlaufen-Großauftrag für die U-Bahn in Hongkong. Verschiedene Patentanmeldungen machten es möglich, dass das Unternehmen als „Hightech-Unternehmen“ ausgezeichnet wurde. „Die Präsenz in China und Europa hat sich für die gesamte Gruppe als sehr positiv erwiesen. Alle Kunden weltweit werden aus einer Hand bedient und das gesamte Geschäftsfeld international abgestimmt“, unterstreicht Wolfgang Faigle noch einmal die Internationalität seines Unternehmens. Ernest F. Enzelsberger
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Archaische Verbindungen sind sein Markenzeichen, heimisches Holz seine Leidenschaft. Dabei ist Tischler Markus Faißt alles andere als ein Traditionalist. Vielmehr geht es ihm darum, altes Wissen und neue Impulse zu einem nachhaltigen Ganzen zusammenzuführen. Nicht unbedingt bequem war er, der Start als selbstständiger Tischler vor 25 Jahren. „Ich war den Leuten einfach zu sperrig, vielfach als zu ,grün‘ verrufen“, erinnert sich Markus Faißt an die Anfänge seiner Holzwerkstatt in Hittisau zurück. Doch er ließ sich von seiner Überzeugung, nachhaltig und ökologisch zu gestalten und zu wirtschaften, niemals abbringen. Heimisches Holz, im Winter – die Mondphasen beachtend – geschlagen, und langsam luftgetrocknet, war damals und ist immer noch sein Element. Die Quintessenz. Das nötige Wissen und den Erfahrungsschatz hat ihm zum Großteil sein Vater, von dem er die Tischlerei damals übernommen hat, mitgegeben. Doch Markus Faißt wäre nicht der Holzhandwerker, der er heute ist, wenn er nicht immer schon vieles hinterfragt hätte. „Auch wenn wir beim Bau vieler
unserer Möbel auf eine traditionelle und fast schon archaische Form der Winkelverbindungen zurückgreifen, bin ich keineswegs ein Traditionalist. Altes Wissen ist wichtig und gut. Aber nur, wenn es lebendig ist und Antworten auf die Fragen von heute geben kann“, ist er überzeugt. Weshalb Faißt auch den berühmten Wölfle-Satz „Meor ehrod das Ault und grüssed das Nü“ in Frage stellt. „Man kann doch nicht bedingungslos das Alte ehren. Und alles Neue zu grüßen, ist auch ein Schmarrn.“ Vielmehr gehe es doch darum, sein eigenes Urteilsvermögen zu schulen und für sich selbst die Quintessenz herauszuziehen. So setzt Faißt sehr wohl auf Werte, die aus der Geschichte kommen, auf Wurzeln, Hintergründe und Tragfähiges. „Mich fasziniert beispielsweise die japanische Handwerkstradition, mit der ich mich im-
Foto: Faißt Hittisau
Wo sich Alt und Neu unaufgeregt vertragen mer wieder beschäftige.“ Gleichzeitig holt sich Markus Faißt aber ebenso neue Impulse und Inspiration aus aktuellem Design. „Am Ende dieses Prozesses sollte die Schnittmenge stehen, in der sich Alt und Neu unaufgeregt miteinander vertragen.“ Und diese Schnittmenge hat bei Markus Faißt eben nichts mit Trends zu tun. In seinem Tun ist das Holz immer der Hauptakteur. „Dessen Kerneigenschaften muss man kennen. Nur um diese geht es.“ Denn erst wenn man weiß, welches Holz wofür passend ist, kann man auch sinnvoll damit arbeiten. Dass manche Holzarten im Verlauf dieses Prozesses aus so mancher „Vorurteilsschublade“ rausgeholt werden, ist Markus Faißt ein Anliegen. So kann es eben auch passieren, dass ein Weichholz wie Weißtanne in seinem eigenen Haus als Fußboden zum Einsatz kommt. „Und glauben Sie mir, es ist ein herrliches Gefühl, barfuß darauf zu gehen.“ Wo die Wurzeln sind. Ausschließlich heimische Hölzer werden in der Holzwerkstatt in Hittisau verarbeitet. Ein Großteil wartet im Holzreifehaus auf seinen Einsatz. Hier liegen die Bretter einige Jahre, um den perfekten Zustand für die Weiterverarbeitung zu erlangen. Nur als kleine
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Wir ziehen diese archaische und alte Form der Winkelverbindungen durch, sind zugleich aber am Puls der Zeit, unser Design ist aktuell. Grundsätzlich muss man ein gutes Gefühl haben bei dem, was man produziert, man muss nicht immer alles neu erfinden. Denn im Endeffekt ist es einfach so: „Ein Tisch ist ein Tisch“. Orientierung an dieser Stelle die Faustregel für die Reifung von Hartholz: ein Jahr pro Zentimeter Brettstärke. Bei Nadel- und Weichhölzern kann circa die Hälfte gerechnet werden. Doch gibt es überhaupt genug heimisches Holz für die Nachfrage? „Da haben wir keine Sorgen. Momentan wird in Vorarlberg nicht das genutzt, was nachwächst“, beruhigt Markus Faißt. Beim Laubholz ist es gar so, dass die heimischen Bäume oft sehr eigenwillige und wilde Wuchsstrukturen haben. „Das macht sie für den internationalen Markt natürlich nicht leicht verwertbar. Mit diesen Bäumen muss man sich auseinandersetzen und es gibt natürlich jede Menge Verschnitt.“ Aber genau hier sind Markus Faißt und sein Team in ihrem Element. „Wir ,lesen' das Holz und finden so heraus, was wir damit umsetzen. Und man kann wirk-
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lich tolle Sachen machen, man muss es eben nur können“, schmunzelt er. Der quantitative Fluss des Holzes in Österreich ist also nicht bedenklich. Sorge bereitet Markus Faißt eher die gesundheitliche Situation mancher Holzarten. So beispielsweise die der Ulme, die aktuell europaweit fast vom Aussterben bedroht ist. Grund dafür ist ein Pilz, der durch den Ulmensplintholzkäfer von Baum zu Baum verbreitet wird, und der letztlich dazu führt, dass eine befallene Ulme nach ein bis zwei Jahren abstirbt. Für den Tischler besonders tragisch, ist die Ulme doch eines seiner Lieblingshölzer. „Weil es ein charakterstarkes aber auch sehr schwierig zu bearbeitendes Holz ist, bei dem man echt was können muss. Aber hat man es mal gebändigt, zeigen sich faszinierende Qua-
litäten“, schwärmt Markus Faißt. Vielleicht auch, um dem bedrohten Baum Tribut zu zollen, hat er eines seiner jüngsten Projekte mit Ulme umgesetzt: den zukünftigen Tisch für die Gemeindestube in Hittisau. Ein zeitgenössischer Stubentisch, neu interpretiert. Und dennoch erkennt man klar, wo die Wurzeln liegen. „Er ist ein Botschaftsträger, nicht nur durch den klassischen Intarsienaufbau, sondern auch durch den eingebrannten Spruch von Franz Michel Felder.“ Bevor er allerdings seinen Weg zur eigentlichen Wirkungsstätte finden wird, ist der Stubentisch aktuell in der Ausstellung „Farb“ im Werkraumhaus in Andelsbuch zu sehen. Inszeniert wird er dort mit Naturgebundenem der Blumenbinderin und WerkraumKollegin Heidi Maurer. Insgesamt präsentieren sich bis 27. Mai 2017 rund 40 Mitglieder des Werkraums im neuen Ausstellungsformat – der Werkraumschau. Sie alle stellen sich dabei dem Thema Farbe als elementares Mittel in der Gestaltung bewusst oder intuitiv. Im Sternenhimmel. Mitglied des Werkraum Bregenzerwald ist Markus Faißt aus voller Überzeugung. Das Miteinander der Handwerker ist für ihn Beweis dafür, dass es in der Bregenzerwälder Handwerks-
szenerie eigentlich keine Stars gibt. „Wir haben eher einen Sternenhimmel, und darüber bin ich froh. Es gibt hier bei uns so viele gute Handwerker, die tolle Sachen machen und mich begeistern.“ Mit ihnen zu arbeiten, ist für Faißt immer wieder bereichernd, entstehen aus diesem Kontext mit anderen Handwerkern doch neue Projekte und Ideen. „Da merkt man einfach,
dass der Bregenzerwald ein tiefer, historisch gewachsener Nährboden ist. Unser Ursprung und Kraftraum, der dank vieler anderer so vital ist.“ Reifere Entscheidungen. Es sind aber auch die Kunden, die für die Arbeit der Handwerker zählen. Schließlich schaffen sie Alltagsgüter. Doch was bringt es ihnen,
Fotos: Faißt Hittisau, Werkraum Bregenzerwald
Markus Faißt
wenn diese keine Abnehmer finden? Mit Rückblick auf seine Anfänge und die vergangenen Jahrzehnte kann Markus Faißt diesbezüglich eine gute Entwicklung feststellen. „Viele haben ein tieferes Wertebewusstsein entwickelt, ein Bewusstsein für Bauökologie, Regionalisierung und Kreisläufe. Es ist viel Gutes gewachsen, es werden reifere Entscheidungen getroffen.“ Natürlich, im Vergleich zur ebenfalls gewachsenen Gesamtkonsummasse ist diese Zahl vermutlich nur relativ. Dennoch: „Ich kann nicht jammern. Schließlich sind wir in den letzten Jahren auch gewachsen, aber nur bis zu dem Punkt, den ich verantworten will und gut finde.“ Aktuell besteht das Team von Markus Faißt aus zehn Mitarbeitern, „und dabei soll es auch bleiben. Mittlerweile bin ich wachstumsresistent.“ Ein Aspekt, der vermutlich auch aus der langjährigen handwerklichen Geschichte seiner Familie entspringt. 60 Jahre nach der Werkstattgründung am heutigen Standort möchte er diese Geschichte verantwortungsvoll weiterschreiben können und dabei den für ihn wichtigsten Anspruch nicht aus den Augen verlieren: Möbel und Alltagsgegen-
Ein Tisch als Botschafter. Aktuell auf der Ausstellung „Farb“ im Werkraumhaus Andelsbuch. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, von 10 bis 18 Uhr, Montag, Sonn- und Feiertage geschlossen. kontur 35
Die enge Verbindung seiner Familie mit der Bregenzerwälder Handwerkstradition der vergangenen Jahrhunderte und 60 Jahre seit der Werkstattgründung am heutigen Standort in Hittisau lassen Markus Faißt diese Geschichte verantwortungsvoll weiterschreiben.
Kultur in der Werkstatt. Es sind aber nicht nur Holz und das Handwerk, die es Markus Faißt angetan haben. Auch die
Kultur spielt in seiner Holzwerkstatt immer wieder mal eine große Rolle. Im großen Veranstaltungsraum, der sich über der Werkstatt befindet, sind jedes Jahr Künstler mit ihren Werken zu Gast. Ob Musik oder bildende Kunst – die Ausstellungen und Veranstaltungen bereichern das Leben und Arbeiten. Eine Premiere gibt es hier am 13. Jänner 2017 zu feiern. Nicht nur, dass an diesem Tag die neue Ausstellung eröffnet wird, es wird auch zum ersten Mal abstrakte Malerei zu sehen sein. „Ich freue mich sehr, dass wir den Südtiroler Maler Jörg Hofer für unsere nächste Ausstellung gewinnen konnten“, zeigt sich Markus Faißt begeistert. Der 1953 in Laas geborene Künstler studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und besuchte die Meisterklasse für Malerei bei Prof. Max Weiler. Seine großflächigen Gemälde sprechen durch ihre Farben, für die Hofer nur edelste Pigmente verwendet, zum Betrachter. Und – etwas das ihn und Markus Faißt
Fotos: Faißt Hittisau, Bernhard Sulzer
stände zu schaffen, die modern und trotzdem lange haltbar, praktisch, nachhaltig und recycelbar sind. „Die Kunden von heute sollen ihre Möbel auch noch an ihre Kinder, im Idealfall sogar an ihre Enkelkinder weitergeben können.“ Vergleichbar dazu möchte auch Markus Faißt etwas an zukünftige Generationen weitergeben – sein Wissen. Deshalb ist ihm die Lehrlingsausbildung sehr wichtig. Auch hier übernehmen die Kunden eine nicht zu unterschätzende Rolle. „Denn wenn ich keinen habe, der seine Möbel von uns bauen lässt, kann ich auch keine Lehrlinge so ausbilden. Die werden dann einfach Spanplattenkleber, das war’s.“ Eine Zukunftsvision, die hoffentlich nicht eintrifft, würde sie für das gestaltende Handwerk, das Faißt als Wirbelsäule des Bregenzerwaldes betrachtet, doch einen herben Bruch bedeuten.
wohl verbindet – er macht Kunst nicht der Kunst wegen, sondern aus der Beziehung zu den Menschen. Denn egal ob Maler oder Tischler: „Man muss ein gutes Gefühl haben bei dem, was man produziert. Im Endeffekt ist es einfach so: ,Ein Tisch ist ein Tisch‘, es geht nicht darum, immer alles neu zu erfinden. Aber es schadet auch nicht, wenn man ab und zu seine ,Fenster‘ aufmacht und viel frische Luft hereinlässt.“ Sabine Blechschmidt
„Malerei – Pintura“ Ausstellung mit Werken von Prof. Jörg Hofer im Atelierraum der Holzwerkstatt Markus Faißt in Hittisau. Öffnungszeiten: vom 14. Jänner bis 11. März 2017, jeweils Samstag von 15 bis 18 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 05513 6254. 36 kontur
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Drück den Fahrerlebnisschalter Was man aus der „Mittelklasse“ nicht alles machen kann: ein Coupé für den Feinspitz beispielsweise, so eines wie das 4er Gran Coupé von BMW. Mittelklasse klingt nach brav, gutbürgerlich, schaut gut aus, wirft aber niemanden um. Genau das ist die jüngste Kreation der Bayern-Truppe nicht. Sie hat zwar, verglichen mit einem Vollblutsportler, auch ihre praktischen Seiten, aber das
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Beste an ihr ist die besondere Note, das „dynamisch-elegante Konzept mit funktionalen Elementen“. Ein Glanzstück, das nicht jeder fährt. Schlank und rank. Das 4er Gran Coupé kommt zwar ähnlich schlank und rank daher wie der zweitürige Zwillingsbruder, eröffnet mit seinen vier Türen aber einen bequemeren Ein- und Ausstieg. Unter der weit öffnenden Heckklappe wartet diese schicke 4er-Version mit einem fast 500 Liter fassenden Kofferraum auf – oder mit einem Laderaum von 1300 Litern (Klassenbestwert), je nachdem. Um nur zwölf Millimeter höher gebaut, läuft das Dach in einer gestreckten Linie so sanft zum
Heck hin, dass dem 4+1-Sitzer optisch nichts fehlt an Rasse und Klasse. Bei einem Zwischenstopp am idyllischen Mondsee ließ sich gerade, überrascht von uns, eine hübsche Blondine vor dem Gran Coupé ablichten, so begeistert war sie von dem Bayern im GT-Look, der sich noch dazu im M Sport-Kleid besonders muskulös präsentierte. Als wir dann beide, die Blonde und ihren Fotografen, gemeinsam ins Bild setzten, wollten Dankbarkeit und Lob für dieses „Traumauto“ kein Ende nehmen. Fesch trifft funktionell. Eleganz und Extravaganz, verteilt auf 4,63 Metern. Doppelniere, Doppelrundscheinwerfer, großer
Lufteinlass in der Frontschürze – alles ist da, was BMW so typisch macht, mit dem Modelljahrgang 2016 noch zusätzlich aufgefrischt, noch mehr fesches Design, funktionell von unnachahmlicher Klasse. Die Rückbank zeigt optisch die Form zweier Einzelsitze. In der Mitte bleibt genug Platz für die 4+1-Auslegung. Hervorragend ablesbare Rundinstrumente und der frei stehende Flat Screen iDrive-Monitor geben dem viertürigen PremiumCoupé die besondere Note.
Allrad fördert die Präzision. Für Abwechslung ist also immer gesorgt. Und für Traktion auch. Der intelligente Allradantrieb BMW xDrive, ein weiteres Hightech-Extra in unserem Test-Gran-Coupé,
Und mit der Auffrischung im Frühjahr hat auch eine neue Motorvariante Einzug gehalten ins Gran Coupé. Der 252 PS starke Vierzylinder unseres Testexemplars 430i entspricht zwar der DownsizingIdee, lässt jedoch gegenüber dem sechszylindrigen 440er keine dramatischen Wünsche offen. Mehr Action beim Schalten übernimmt das unheimlich schnelle
BMW 430i XDrive Gran Coupé: Mit einer Leistung von 252 PS beschleunigt der kraftvollste Vierzylinder der neuen Generation im BMW 430i Gran Coupé in 5,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Kraftstoffverbrauch: 5,5-6,1 l/100 km, CO2-Wert: 129–136 g/km.
8-Gang-Steptronic-Sport-Getriebe, bei dem man sich auch über die Schaltwippen kreativ einmengen kann. Außerdem haben wir da einen „Fahrerlebnisschalter“ für die Wahl zwischen Eco, Comfort, Sport und Supersport.
fördert die Agilität und Präzision dieses sportiven Sonder-4er. Alles in allem ein Musterbeispiel für die EfficientDynamics des Hauses BMW. Serienmäßig üppig ausgestattet bekommt man das BMW Gran Coupé ab 51.900 Euro. Steht ein wenig mehr auf der Wunschliste, in Sachen Info- und Entertainment etwa, sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Für unser 430i xDrive Gran Coupé mit sehr viel Zusatz-Drum-und-Dran wären 73.818 Euro zu berappen. Franz Muhr
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Wandel der Zeit Erinnern Sie sich noch? Bunt geflieste Bäder mit Boiler an der Wand, separate Kochnischen, in denen mit etwas Glück ein kleiner Tisch fürs Frühstück Platz findet, lange dunkle Gänge, kleine Fenster und Terrassen – so sah Wohnen in den 70er-Jahren oftmals aus. Ganz anders heute: Offenheit und jede Menge Platz lautet die Devise.
Küche und Wohnraum sind zu einem großen Ganzen verschmolzen. Den passenden Rahmen bilden häufig großflächige Fensterfronten, durch die viel Tageslicht seinen Weg ins Innere findet. Gemütlichkeit schaffen, ohne dass die Bewohner sich eingeengt fühlen – das ist die Aufgabe einer Immobilie von heute, und somit auch der Teams, die sie entwickeln.
So wie die Bedürfnisse der Menschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auch die Immobilien entwickelt. Teilten sich vor 40 Jahren noch vier Personen an die 80 Quadratmeter, findet man heute in Wohnungen dieser Größenordnung ein bis zwei Bewohner. Bäder haben sich in einladende Wellnessoasen verwandelt,
„Das Zuhause definiert für die meisten Menschen den Mittelpunkt ihres Lebens. Wohnen erdet und ist ein Gefühl. Auch für die Schaffung von Wohnraum braucht es viel davon. Individualität statt Einheitsbrei“, bringt es Alexander Nußbaumer, CEO und Inhaber der ZIMA Unternehmensgruppe, auf den Punkt. Und er muss es wissen, hat ZIMA in den vergangenen
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45 Jahren doch über 6000 Wohnungen gebaut, Betriebsansiedelungen für über 5500 Arbeitsplätze geschaffen – und dabei den Wandel des Wohnens und die sich ändernden Gesellschafts- und Haushaltsstrukturen hautnah miterlebt.
prägt von mehr Flexibilität. „Nicht selten kommt es vor, dass im Alter das Haus mit Garten gegen eine Wohnung mit Terrasse getauscht wird, Singles sich zu Wohngemeinschaften zusammenschließen oder Familien ein Mehrgenerationenhaus beziehen“, so Alexander Nußbaumer. Die Grenzen sind häufig fließend und – das ist die gute Nachricht obendrauf – das Angebot für jedes Modell gegeben. Auch eine Folge davon, dass sich das Bauen an sich verändert hat. Vor 20 Jahren war ein Lift in einer Wohnanlage ein Luxusgut, heute gibt es keine Wohnung mehr ohne Aufzug, gebaut wird alters- und behindertengerechter, damit auch das Wohnen in der Höhe kein Problem mehr darstellt.
Stichwort Singles. Ob bewusst oder unfreiwillig, ob in den 20ern oder schon hochbetagt: Alleinlebende prägen seit einigen Jahren die Haushaltsstrukturen. Lebten laut Statistik Austria in Österreich im Jahr 1971 noch 5,4 Prozent der Männer und 12,1 Prozent der Frauen allein in Privathaushalten, waren es 2015 bei den Männern bereits 15,2 Prozent, bei den Frauen gar 18,2 Prozent. Tendenz steigend. Hinzu kommen die immer dynamischer werdenden Lebensbiographien. Hieß es vor 20 Jahren noch „Ausbildung – Arbeit – Familie – Pension“, weisen die Lebensläufe heutzutage oft zahlreiche Abzweigungen auf. Patchworkfamilien, alleinerziehende Eltern, Job- und Wohnortwechsel sind keine Seltenheit. Diese „Multigrafien“ prägen den Immobilienmarkt. War es früher das eine Haus, in dem man sein ganzes Leben verbracht hat, ist die „Wohnbiographie“ der Moderne ge-
Fotos: ZIMA Dornbirn, Fotolia
Es geht in die Stadt. Diese Steigerung des Standards an sich ist sicherlich auch ein Fundament für die Nachfrage nach hochwertigen Wohnimmobilien – die nach wie vor stabil ist. Dabei können Alexander Nußbaumer und sein Team einen weiteren Trend ausmachen: es geht verstärkt zurück in die Stadt- bzw. Dorfkerne. „Wohnen im Zentrum ist eine anhaltende Tendenz. Weltweit geht der Trend sogar vermehrt dahin, dass Menschen wieder in Großstädte ziehen.“ Allen voran die jüngere Generation. „Das Konsumverhalten der jungen Leute hat sich verändert. Die ,Generation Entertainment‘ will Spaß, Unterhaltung, Ausgehen. Aber auch Ausbildungsmöglichkeiten, Universitäten, Jobs und berufliche Perspektiven sind immer wichtiger.“ Auch aus diesem Grund weiterte ZIMA in diesem Jahr seine Aktivitäten verstärkt auf Wien aus. „Wien ist eine der lebenswertesten Städte der Welt und verfügt im Vergleich zu anderen Großstädten noch über ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Dort orten wir vermehrten Zuzug“, erläutert Nußbaumer diesen Schritt. Somit bleibt die Unternehmensgruppe auch in ihrem 45. Jahr in der geografischen Ausdehnung ihrem Kernmarkt, dem deutschsprachigen Alpenraum, treu. Denn neben dem Stammsitz in Dornbirn und der neuen Dependance in Wien befinden sich weitere Niederlassungen in Innsbruck, Bozen, München und St. Gallen. „Wir nennen es gerne unser ,Wohnzimmer Alpenraum‘. Genau hier wollen wir Projekte mit entsprechender Qualität, Lage und Funktion entwickeln.“ Dass dies bisher bereits erfolgreich gelungen ist, zeigt die jüngste Auszeichnung: Stellvertretend für sein Team konnte Alexander Nußbaumer im September den Immobilienaward Cäsar In der Kategorie „Bauträger des Jahres“ entgegennehmen. Große Ehre und Ansporn zugleich, auch in Zukunft ein „Zuhause für Menschen zu schaffen“.
Das eigene Zuhause definiert für die meisten Menschen den Mittelpunkt ihres Lebens. Wohnen erdet und ist ein Gefühl. Auch für die Schaffung von Wohnraum braucht es viel davon. Hier zählt Individualität statt Einheitsbrei. kontur 41
Immobilienentwicklung ist seine große Leidenschaft. Alexander Nußbaumer, CEO und Inhaber, hat die ZIMA Unternehmensgruppe im Jahr 1999 aus einem klassischen Management-Buy-out übernommen. „kontur“ sprach mit ihm über Zukunftsaussichten und manchmal schwierige Rahmenbedingungen.
Foto: Matthias Weissengruber
zug auf die aktuelle Grundstückspreisentwicklung beruhigend, wobei wir laufend auf der Suche nach neuen Projekten sind.
45 Jahre ZIMA – wie blicken Sie auf diese Zeit, und welche Visionen gibt es? Wir verfolgen seit mehreren Jahren einen konsequenten Weg des Wachstums. Vor 25 Jahren erfolgte der Schritt nach Tirol, heuer wird auch in Bozen 20-Jahr-Jubiläum gefeiert. In München und in der Schweiz konnten wir uns zwischenzeitlich ebenfalls als zuverlässiger Immobilienentwickler einen Namen machen und attraktive Projekte umsetzen. Für 2016 haben wir den Markteintritt in Wien anvisiert. Damit sind wir unserer Vision, der größte private Immobilienentwickler im deutschsprachigen Alpenraum zu werden, um einen großen Schritt näher gekommen. Rund zwei Drittel des Umsatzes machen wir außerhalb von Vorarlberg. Möglich macht dies unser motiviertes Team an Spezialisten, auf das ich ganz besonders stolz bin. Wie das Wohnen hat sich auch Ihr Unternehmen weiterentwickelt. Wo steht ZIMA aktuell? Viel Energie investieren wir in den Bereich Akquise von zukünftigen Immobilienprojekten. Dies schafft eine solide Basis für die Zukunft und weiteres Wachstum. Unsere derzeitige Auslastung und Projektpipeline ist in Be-
Welche Projekte sind in Planung? Unsere Teams bearbeiten derzeit über 80 Projekte. Von München bis Bozen, von St. Gallen bis Wien: über 2400 Wohneinheiten sind in Bau bzw. in Vorbereitung. Gemeinsam mit den geplanten Gewerbeprojekten ergibt das ein Gesamtprojektvolumen in der Höhe von 992 Millionen Euro. Nach einer mehrjährigen intensiven Planungsphase starten wir auch mit der konkreten Umsetzung und Realisierung unseres 135.000 m² großen Betriebs- und Gewerbestandortes direkt an der A14 in Hohenems/Vorarlberg durch. Als erstes Unternehmen plant der Beschlägehersteller GRASS eine Betriebsansiedelung an diesem Gewerbestandort. Wie gestalten sich aktuell die Rahmenbedingungen für Immobilienentwickler? Generell sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung der Märkte. Was uns jedoch nach wie vor belastet, ist die Regulierungswut, die im deutschsprachigen Alpenraum vorherrscht. In allen Märkten stoßen wir auf unterschiedliche Regionalparlamente und Gesetzgebungen. Das macht das Bauen und in der Folge auch das Wohnen teuer, da wir eigentlich nur Prototypen bauen. Deshalb sehen wir als eine unserer zentralen Aufgaben, die Leistbarkeit des Wohnens sicherzustellen. Lösen wird das Problem vermutlich erst der Leidensdruck, der offensichtlich noch zu wenig hoch ist. Erst wenn wir wirklich an die Grenzen der Leistbarkeit stoßen, wird der Gesetzgeber versuchen, eine Vereinfachung zu schaffen. Aktuell brauchen wir für unsere Projekte einen riesen Pool an Fachplanern, weil beispielsweise ein Konzept aus Tirol für München oder die Schweiz nicht funktioniert. Und das ist nicht nur grotesk, sondern verursacht auch zusätzliche Kosten. Sabine Blechschmidt
2015 konnten wir das beste Ergebnis unserer Geschichte erwirtschaften. Zudem sind wir in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt jährlich um 23 Prozent gewachsen – und das aus eigener Kraft. Eine solide Basis für die Zukunft schafft die aktuelle Projektpipeline. 42 kontur
Otten Wirtschaftspark in Hohenems Der repräsentative Standort mit unmittelbarer Nähe zu Kunst, Event und Design. Beste Aussichten also für Unternehmen im Dienstleistungssektor. Ein Raum der Vielfalt im Herzen Vorarlbergs mit einem spannenden Mix an Mietern aus Handel, Dienstleistung, Kreativwirtschaft, Industrie und Handwerk.
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Die richtige Mischung Ohne die richtige Würze ist alles Essen fad. Doch jetzt können auch Hobbyköche würzen wie die Chefs der besten Restaurants – dank der feinen Nasen und Gaumen der „Assembleure“. Vorarlberger mischen dabei ganz vorne mit.
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Am Anfang war das Salz. Auf ihm gründeten Reiche, mit ihm wurden Kaufleute wohlhabend und ganze Landstriche leben bis heute gut vom weißen Gold. Salz wurde aber zum Industriegut, es wird auf Straßen gestreut und gerne im Übermaß bei Fertignahrung verwendet. Erst in den vergangenen Jahren gewinnt Salz wieder Ansehen. Fleur de Sel steht bei jedem ambitionierten Hobbykoch im Regal – und zwar nicht nur in einer Version, sondern mindestens zehn verschiedene Salze sollten es schon sein, die, über die fertigen Gerichte gestreut, für den Kick sorgen. Highlights sind längst nicht mehr die Salzkristalle aus Frankreich, sondern schwarzes Salz, das in Hawaii gesammelt wird, und Blüten, die am Murray River in Australien geerntet werden. Von Hand selbstverständlich. Auch Österreich mischt neuerdings im Salzgeschäft mit einigen Premiumprodukten wieder mit. Die „Pfeffersäcke“. Wie Salz waren später die Gewürze Treiber der Weltwirtschaft. Die Portugiesen und Holländer lieferten sich nicht nur im übertragenen Sinn Schlachten um die Monopole im Pfeffer- und Gewürzhandel, die Kolonialreiche und das Sklaventum waren unmittelbare Ergebnisse dieses Ringens um die Vormacht im Gewürzhandel. Die Gier der Europäer nach den prestigeträchtigen Gewürzen wurde über Jahrhunderte mit Blut bezahlt. Die niederländischen Kaufleute leben teilweise noch heute von dieser Goldgräberzeit der Kolonialisten. Nicht umsonst wurden und werden die Holländer bis heute „Pfeffersäcke“ genannt – und das bezog sich auf den Reichtum, den sie mit dem Handel von Muskat und Safran, mit Pfeffer und Origano anhäuften. Die mit viel Leid erkauften „goldenen Zeiten“ wichen inzwischen einem Massenmarkt, in dem Gewürze nicht mehr sehr teuer zur Massenware verkamen. Die Preisschwankungen am Gewürzmarkt, die es natürlich nach wie vor gibt, fallen für den Endverbraucher der Industrieware kaum ins Gewicht. Wert auf eine gute Qualität legten lange Zeit nur Spitzenköche. Und sie mischten ihre eigenen Spezialitäten, die aber selten den Weg zum Endverbraucher fanden.
machen, die selbst anspruchsvollste Gourmets begeistern. Die grünen Dosen – sein Markenzeichen – sind in der immer größer werdenden Hobbykoch-Szene Kult und ob der wertvollen Ingridenzien auch nicht gerade billig. Ob bewusst oder unbewusst, im Gefolge des deutschen Gewürzmagiers entwickelte sich eine eigene Szene von Gewürzmischern, die mit mehr oder weniger originellen Mischungen am Markt sind. Die des deutschen Fernsehkochs Alfons Schuhbeck sind sogar beim Diskonter zu finden. In der breiten Schar der Anbieter gibt es aber lobenswerte Ausnahmen – und die finden sich zum Beispiel in Vorarlberg. Essen als Erlebnis. Die Bregenzerwälder Köchin und Gastronomie-Innovatorin Karin Kaufmann hat sich Döschen für Döschen ein ganzes Sortiment an Gewürzen aufgebaut, die in ihrem Laden und online zu den Kunden gelangen. „Das Wichtigste ist die Erfahrung, das Probieren und Erproben“, sagt die Unternehmerin, die mit ihrem Kochkonzept inzwischen Tausende Menschen davon überzeugen konnte, dass Kochen gar nicht so schwierig ist und vor allem Spaß macht. Sie hat inzwischen Mischungen mit so wohlklingenden Namen wie „Scharfer Fünfer“ und „Blumiger Achter“ im Programm. Insgesamt sind es 15 Gewürze und Gewürzmischungen, die aus einem einfachen Essen ein Erlebnis machen. Kaufmann zu den Überlegungen, die zum Gewürzmischen führten: „Für alle, die die Übersicht nicht verlieren wollen, habe ich meine Gewürz-Mischungen kreiert. Ich produziere diese auch selbst in Egg im Bregenzerwald. Die hochwertigen Zutaten beziehe ich von den besten Produzenten – wie Bergkernsalz aus Salzburg, Thymian aus Thüringen oder Vanille aus Madagaskar.“ Praktisch auch, dass sie konkrete Tipps gibt, wo sich die Gewürzmischungen perfekt entfalten. Logische Fortsetzung ihrer „Gewürzmischerei“ sind die Halbe-Halbe-Produkte, so Kaufmann: „Ich erledige die Hälfte der Arbeit, indem ich hochwertige Zutaten besorge. Die Kunden machen die schönere Hälfte. Sie ergänzen die frischen Zutaten, machen den Teig und dürfen sich über den Erfolg des selbst gemachten Brotes oder Kuchens freuen.“
Fotos: Darko Todorovic
Das hat der deutsche Spitzenkoch Ingo Holland gründlich geändert. Er gab nämlich seinen ursprünglichen Job hinter dem Herd auf und verlegte sich darauf, die besten Gewürze zu finden, zu dokumentieren, zu sammeln und daraus Gewürzmischungen zu
Portugiesen und Holländer lieferten sich Schlachten um die Monopole im Pfefferund Gewürzhandel. Kolonialreiche und Sklaventum waren unmittelbare Ergebnisse dieses Ringens um die Vormacht.
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Karin Kaufmann
Gleich 16 neue Produkte präsentieren dieser Tage zwei weitere Gewürzmagier. Thomas Gschossmann und Jörg Ströhle – die Gründer von Oz. – kommen aus der Werbung. Ihre Agentur „zurgams“ gehört zu den Büros mit den meisten Auszeichungen in Vorarlberg. Und sie haben nicht nur ein Faible für schöne Produkte und herausragendes Grafikdesign, sondern kochen auch leidenschaftlich gerne. „Doch was uns immer gestört hat, waren die riesigen Mengen an speziellen Gewürzen, die niemand braucht und das Chaos, das in Gewürzschubladen herrscht. Eines führte zum anderen und ein eigens entwickelter Tiegel entstand. Sie haben für ihre würzigen Produkte einen konkreten Anforderungskatalog: „Wir wollen nicht mehr, schneller, öfter. Wir wollen weniger. Wir wollen dosierten Genuss und keinen Überfluss. Wir wollen respektvoll mit der Erde umgehen. Wir wollen mehr zurückgeben, als wir brauchen“, so die klare Philosophie der Quereinsteiger. Aus diesem Grund unterstützen sie auch ihre Gewürzbauern. „Neben dem fairen Einkauf wollen wir mit jedem verkauften Tiegel einen kleinen Beitrag leisten, damit es ihnen besser geht. Wir möchten lokale Projekte fördern, die zur Verbesserung sozialer, ökonomischer und ökologischer Strukturen beitragen.“ Der hehre Anspruch passt gut zusammen mit ihren Gewürzen. Und weil es bei Gestaltern nicht anders sein
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Fotos: Frau Kaufmann, Shutterstock
Bei allen Gewürzmischungen heißt es „probieren, probieren, probieren“. Zusammen mit einem Profikoch werden darum die Produkte, die in Fachgeschäften in Österreich, der Schweiz und Deutschland feilgeboten werden, zuerst getestet und optimiert.
kann, haben Ströhle und Gschossmann auch schöne Gebinde für Oz. (Unze) geschaffen. Diese wurden mit dem weltweit renommierten Red Dot Award ausgezeichnet. Schick und wohlschmeckend. Auch bei ihren Mischungen heißt es wie bei Kaufmann „probieren, probieren, probieren“. Zusammen mit einem Profikoch werden die Produkte, die in Fachgeschäften in Österreich, der Schweiz und Deutschland feilgeboten werden, zuerst getestet und optimiert. Was Kaufmann und Oz. gemein ist – es geht bei Gewürzen nicht um die Schärfe – es geht darum, aus den Speisen das Beste herauszuholen, ihnen einen entscheidenden Kick zu geben. Global Player. Das ist auch bei Helmut Gstöhl und Helmut Lenz das Ziel allen Tuns. Die beiden Vorarlberger spielen in einer ganz anderen Liga als die beiden Manufakturen, die sich an den Endverbraucher, an Köchinnen und Köche wenden. Gstöhl und Lenz sind die Masterminds der Gewürzfirma Zaltech, die derzeit noch in Salzburg, bald aber in Oberösterreich in einem nach modernsten Effizienz- und Produktionrichtlinien erbauten Gebäude residiert. Sie gehören zu den größten Gewürzanbietern Österreichs und sind vor allem in der Lebensmittelindustrie tätig. Das Unternehmen agiert global und hat einen Exportanteil von mehr als 99 Prozent. „Unsere funktionellen Produkte sind weltweit in über 30 Ländern der Erde vertreten. Wir produzieren Gewürzmischungen, Aromen und Marinaden für die Lebensmittelindustrie. Dabei sind wir ein ausgewiesener Spezialist vor allem für die fleischverarbeitende Industrie“, erklärt Helmut Gstöhl. Ihre Gewürzmischungen werden mit den Kunden abgestimmt und selbstverständlich regionale Vorlieben berücksichtigt. Unter den Kunden sind auch Global Player wie McDonalds, deren Käse für den Cheeseburger von Zaltech stammt. Zaltech, darauf legen die Chefs wert, ist auch deshalb so erfolgreich, weil nur beste Gewürze verwendet werden. Dafür sind sie auch dauernd auf Achse, sie kennen die Gewürzmärkte von Goa bis Shanghai. Andreas Scalet
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Über Generationen Familienunternehmen prägen die Wirtschaftsstruktur des Landes. Ihre große Bedeutung lässt sich vielleicht am anschaulichsten in Zahlen ausdrücken: So stellen diese Betriebe ca. 90 Prozent der Arbeitsplätze in Vorarlberg. Eine enorme Verantwortung, vor allem auch für die nachfolgende Generation – junge Menschen, die in Zukunft die gewachsene Tradition ihrer Familie weiterführen wollen. Mit Inspiration, kreativen Ideen und viel Engagement bringt diese neue Generation frischen Wind in die Vorarlberger Unternehmenslandschaft. Dabei hatten einige der nachfolgenden sechs „Jungen Köpfe“ als Kinder ganz andere Vorstellungen: Landwirt, Astronaut, Forscher oder Motorradrennfahrer – so lauteten unter anderem die Traumberufe. Letztlich haben sie sich aber doch alle für das Lebenswerk ihrer Vorfahren entschieden. Hier wollen sie die Zukunft aktiv gestalten und so ihren Beitrag zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg leisten. Gute Beispiele dafür, wie eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge gelingen kann. Dabei ist es egal, ob es sich um den kleinen Betrieb von nebenan handelt, oder um den international tätigen Konzern. Stetige Innovationen sowie ein wohlkalkuliertes Risiko bestimmen in allen Größenordnungen den langfristigen Erfolg. Mit Träumen arbeiten. Was alle „Jungen Köpfe“ auf den folgenden Seiten gemeinsam haben? Sie dürfen sich jeden Tag mit den Träumen vieler Menschen befassen – haben also im wahrsten Sinne des Wortes echte „Traumjobs“. So kann sich einer von ihnen jeden Tag mit funkelnden Geschmeiden und Perlen umgeben, während die anderen Urlaubs-
und Wohnträume wahr machen oder für die passende Möblierung des neuen Hauses sorgen. Und die Kunden können sich sicher sein: Alle Dienstleistungen bzw. Produkte stammen aus traditionellen Unternehmen. Familienbetrieben, die aus dem Ländle nicht mehr wegzudenken sind und die sich klar zum Standort Vorarlberg bekennen. Weitblick. Die Betriebe sichern hier wichtige Arbeitsplätze – und wollen hier auch in die Zukunft gehen. Das nötige Vertrauen darauf hat die neue Generation von ihren Eltern geerbt, in den meisten Fällen arbeiten sie aktuell noch mit viel gegenseitigem Verständnis und Offenheit zusammen und inspirieren sich gegenseitig. Und einmal mehr wird dabei bewusst, welch wichtige Rolle Stabilität, Tradition, Identifikation und die regionale Verankerung spielen. Familienunternehmen denken nicht in Quartalen, sie entscheiden für Generationen – und sorgen damit für eine stetige wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Und auch wenn das Wort Tradition immer mitschwingt, handelt es sich doch um einen sehr vitalen Unternehmenstyp, über dessen Zukunftsfähigkeit man sich so schnell keine großen Sorgen machen muss. Die besten Beispiele dafür? Einfach umblättern ... Sabine Blechschmidt
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Andreas Kopf Juwelier Kopf, Götzis Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Als kleiner Junge wollte ich immer Forscher werden. Ich war fasziniert vom Unbekannten und Geheimnisvollen und habe mich in weit entfernten archäologischen Ausgrabungsstätten gesehen. Außerdem wollte ich etwas „Verrücktes“ erfinden. Wann wussten Sie, dass Sie in das Unternehmen mit einsteigen? Ich habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt, wollte aber vorher unbedingt noch ganz andere Dinge ausprobieren. Deshalb habe ich nach meinem Studium in Wien einige Zeit in anderen Jobs verbracht, bevor der für die Eltern etwas überraschende Anruf kam: „Ich komme ins Ländle.“ Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Ich bin seit einem Jahr einzelvertretungsbefugter Geschäftsführer und dadurch, wie in einem Familienunternehmen üblich, Mädchen für alles. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Die Vielseitigkeit. Als Unternehmer hat man ein endlos breites Betätigungsfeld und täglich neue Herausforderungen. Die größte Freude ist aber, dass der kleine Forscher von damals in den Perlfarmen und Diamantminen der Welt immer noch ein wenig forschen kann. Dies gilt natürlich auch für die komplexen mechanischen Wunderwerke der Uhrmacherei, die mich immer wieder neu faszinieren. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Von der neuen Computertechnik über die modernste Uhrmacherwerkstätte bis zum Lifestyle-Geschäft Kopfsprung habe ich mich sehr bemüht, keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Das kann wohl keine Familie wirklich, die gemeinsam in einem Unternehmen arbeitet. Die Firma ist immer irgendwo präsent und die besten Ideen fürs Geschäft kommen immer genau dann, wenn man in lockerer Atmosphäre zusammensitzt und eigentlich gar nicht über den Betrieb spricht. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Jeder, den man fragt, wird wohl sagen, dass ich viel zu viele Hobbys und Interessen habe. Und diese dürfen alle einen kleinen Teil meiner Freizeit einnehmen. Ob es nun Segeln, Kochen, Theaterspielen oder meine liebste Beschäftigung, das Reisen, ist – irgendwie muss es sich ausgehen, obwohl meine Freizeit doch knapp bemessen ist. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Ich sehe unser Familienunternehmen als Firma mit sehr hohem Serviceanspruch. Unsere Kunden sollen tagtäglich von uns begeistert sein und sich wie Freunde behandelt wissen. In diesem Bereich ist man nie perfekt, muss stetig nach Verbesserung streben.
Vita. Studium der Betriebswirtschaftslehre in Wien mit Auslandsaufenthalt in Alberta, Canada. Nach Abschluss des Studiums Tätigkeit als Product Manager bei EF Education in Wien. Seit 2011 im Familienunternehmen tätig, seit 2015 einzelvertretungsbefugter Geschäftsführer, Ausbildung zum GIA Graduate Diamands in Hongkong Privat. 35 Jahre, in Partnerschaft lebend
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Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Motorradrennfahrer. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Der war sehr spannend! Wir sind auf dem Betriebsgelände groß geworden. Ständig mit dem Baustoff Holz verbunden zu sein, das hat man irgendwann in seiner DNA. Durch die Eltern hat man auch mitbekommen, dass sich Erfolg nur durch Fleiß und harte Arbeit einstellt. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen einsteigen möchten? Es war für mich irgendwie immer klar, früher oder später im Betrieb, der vom Großvater gegründet und vom Vater erfolgreich weitergeführt wurde, mitzuarbeiten. In den rebellischen Jugendjahren habe ich auch anderes kennengelernt – zum Glück! Denn erst mit etwas Abstand wurde mir klar, wie sehr mir das Ganze am Herzen liegt. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Zu sehen, wie rasant sich der Holzbau entwickelt und die urbanen Zentren erreicht. Was heute in Holz gebaut wird, war vor einigen Jahren noch unvorstellbar. Deshalb liegt es an uns, sich weiterzuentwickeln und mit innovativen und technisch sauberen Lösungen die Zukunft zu gestalten. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Wir sind ein sehr junges und dynamisches Team. Jeder von uns darf und soll sich entwickeln, ausprobieren und für Neues offen sein – konstruktiv mutig eben, das ist unser Leitsatz. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Natürlich ist der Druck groß, wenn dein Vater einer der Pioniere auf diesem Gebiet war und ist! Aber er unterstützt mich und unser Team einfach nur genial! Wir besprechen viel und entscheiden wichtige Dinge gemeinsam. Jedoch spüre ich sein Vertrauen und das gibt mir und uns allen Sicherheit. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Im Winter gehe mit meiner Familie gerne und viel Skifahren, im Sommer finde ich im Trial Sport meinen Ausgleich. Wohin wollen Sie das Unternehmen führen? Wir wollen uns weiterentwickeln und gesund wachsen. Mit der Modulbauweise haben wir einen Zweig, der sich momentan rasant entwickelt. Auf diesem Gebiet sehen wir großes Potenzial, diese Marktführung wollen wir ausbauen und etablieren.
Christian Kaufmann Fotos: Dietmar Stiplovsek
Kaufmann Bausysteme, Reuthe Vita. Nach dem Besuch der Volksschule Reuthe, des BG Blumenstraße Bregenz und des BORG Egg, Lehre zum Bürokaufmann. Im Anschluss berufsbegleitendes Studium zum Fachwirt für Management und Marketing sowie Lehre im elterlichen Betrieb, Vertriebsjobs in diversen Unternehmen. Seit 2008 wieder bei Kaufmann Bausysteme Privat. 39 Jahre, verheiratet, Tochter Lena-Maria
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Michaela und Sabrina Greber NKG Reisen, Dornbirn Wie war Ihr Blick auf das Unternehmen als Kind? Sabrina Greber: Ich durfte meinen Vater auf vielen Busreisen begleiten. Besonders beeindruckend war für mich eine Reise nach Paris, als ich zehn Jahre alt war. Da schon entstand meine Begeisterung fürs Reisen. Michaela Greber: Ich war zwar von unseren großen Bussen von klein auf fasziniert, konnte mir aber früher nicht wirklich vorstellen, irgendwann im Familienbetrieb mitzuarbeiten. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? S abrina Greber: Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig und genau das ist es, was mir auch viel Spaß macht: er beinhaltet unter anderem die Marketing-und Werbekonzeption, Reiseausarbeitung und -abwicklung, Angebotslegung, Kundenbetreuung sowie die Vorbereitung zur Rechnungslegung. Michaela Greber: Mich zieht es auf die Straße – meine Leidenschaft ist es, unsere Busse quer durch Europa zu lenken. Aber auch der Büroalltag macht einen großen Teil meiner Tätigkeit aus. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Sabrina Greber: Unsere Eltern haben das Unternehmen mit viel Herz und Engagement aufgebaut und geleitet. Und es ist in unserem Sinn, dies auch in Zukunft so beizubehalten. Das ist natürlich mit einem gewissen Druck verbunden. Michaela Greber: Der Druck ist schon groß. Besonders auch aufgrund der immer strengeren Auflagen und unterschiedlichen Gesetze, dem chronischen Mangel an Busfahrern und generell an Fachkräften wird es immer schwieriger, ein Unternehmen zu führen. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Sabrina Greber: Mein Ausgleich ist Zeit mit meinem Sohn Noah und meiner Familie zu verbringen und das am liebsten in der Natur. Michaela Greber: Indem ich Zeit mit unserem Sonnenschein Noah verbringe oder einfach mal eine Woche lang wegfahre, z. B. nach Mallorca. Aber auch, wenn ich im Bus sitze und diesen an eine schöne Destination lenke. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Sabrina Greber: Unser Ziel ist es, ein motiviertes Mitarbeiterteam aufzubauen, das bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, sodass uns mehr Zeit bleibt für strategische Weiterentwicklungen und somit auch für ein bisschen mehr Freizeit. Michaela Greber: Eine weitere Vision für mich ist die Ausweitung unseres Fuhrparks.
Vita Sabrina Greber (re.). Abschluss Bundesgymnasium Dornbirn und Kaufmännisches Kolleg an der HAK Bregenz, Leistungszentrum für Jungunternehmer, seit 2002 im Familienunternehmen Privat. 36 Jahre, Sohn Noah Vita Michaela Greber. Nach der Matura am BORG Schoren Aupair-Zeit in Australien; Intermedia Studium (FHV) mit Semester in Maastricht, nebenbei Busführerschein, seit 2007 im Familienunternehmen Privat. 33 Jahre, Neffe Noah
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Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Als Kind wollte ich eigentlich immer Bauer oder Astronaut werden. Wie war damals der Blick auf das Unternehmen? Ich habe nur gewusst, dass mein Vater Häuser und Wohnungen verkauft und dafür sehr viel telefonieren und herumfahren muss. Mit der Zeit wurde der Blick auf das Unternehmen aber immer konkreter und ich habe meinen Vater mit vielen Fragen zu seinem Beruf gelöchert. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Irgendwann im Laufe meines Jus-Studiums habe ich erkannt, dass ich nicht Rechtsanwalt oder Richter werden will, sondern meine berufliche Zukunft eher in der Privatwirtschaft sehe. Der Einstieg ins elterliche Unternehmen war dann irgendwie logische Konsequenz. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Ich bin seit vergangenem Jahr Geschäftsführer und, da wir ein kleines Unternehmen sind, zuständig für fast alles. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? W ir sind eine seit Jahrzehnten bestehende Dienstleistungsfirma und hier sind persönliches Engagement und Know-how jedes einzelnen Mitarbeiters das wichtigste Erfolgsmerkmal. Mir ist daher extrem wichtig, dass ich nur dort ansetze, wo Dinge vielleicht nicht optimal laufen oder effizienter sein könnten. Wichtig ist mir aber, die Freiheiten und seit vielen Jahren be stehenden und funktionierenden Abläufe nicht zu sehr zu ändern, nur weil ich vielleicht einen anderen Stil oder eine andere Vorgangsweise bevorzugen würde. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Wenn ich s agen würde, dass ich keinen Druck verspüre, so wäre das gelogen. Es ist aber eine Herausforderung, der ich mich Tag für Tag gerne stelle. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Ja, absolut. Mit meiner Frau oder auch, wenn ich mit meinen Eltern zusammensitze, wird eigentlich nie über geschäftliche Themen geredet. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Mit meiner Frau, beim Sport, bei einem guten Essen ... da gibt es viel!
Fotos: Roland Paulitsch, Philipp Steurer
Bernd Hagen Realbüro Hagen, Lustenau Vita. Abschluss des Jus-Studiums in Innsbruck und anschließend berufsbegleitendes Studium an der Fachhochschule für Immobilienwirtschaft in Wiener Neustadt. Währenddessen Gerichtspraktikum und zwei Jahre Tätigkeit bei einem Makler in Wien. Seit 2008 im Realbüro Hagen beschäftigt, seit 2015 Geschäftsführer Privat. verheiratet
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Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Schon als Kind bin ich immer durch den Betrieb gegangen, hab’ teilweise aufgeräumt und hier und da geholfen. Ich wollte also immer schon mitarbeiten. Und wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Als ich in die HTL nach Imst (Tirol) ging, war ich mir bewusst, dass ich in die Firma eintreten würde. Aber auch schon vorher war dieser Schritt natürlich immer wieder ein Thema. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Ich bin Geschäftsführer und Gesellschafter der Josef Feuerstein GmbH sowie der Josef Feuerstein AG (Schweiz). Meine Bereiche sind Finanzen, Personal, Vertrieb und Akquise für die Geschäftsbereiche Fenster/Türen und Wintergärten. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Das Endprodukt. Zu sehen, wie aus dem Rohmaterial, zum Beispiel einem Stück Holz, eine wunderbare Tür, ein Fenster oder ein schönes Möbelstück entsteht. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Mit neuen Ideen, einer exklusiven Portfolio-Erweiterung, einem neuen Marketing und viel Kundenkontakt. Ebenso beschäftige ich mich gerne mit dem Thema Mitarbeiterführung, so zum Beispiel mit teamorientierterem Arbeiten. Aber auch neue Fertigungsprozesse und Technologien halten bei uns Einzug. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Ich finde nicht, dass es einen erhöhten Druck für die „neue Generation“ gibt. Der Druck ist zurzeit eher die schnelllebige Zeit. Alles muss sofort erledigt werden, nichts kann warten und jeder muss alles zuerst haben. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Man ist immer mit den Gedanken beim Unternehmen, auch bei privaten Zusammenkünften. Es wird sehr viel darüber geredet, diskutiert und philosophiert. Die Herausforderung ist eher, Familie und Unternehmen in Einklang zu bringen. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Wir wollen noch kundenorientierter arbeiten, die Mitarbeiter aber trotzdem weiterhin in den Mittelpunkt stellen. Expansion ist gut, solange das gewisse Maß stimmt.
Thomas Feuerstein Vita. Nach Abschluss der Pflichtschule drei Jahre Handelsschule in Bludenz und fünf Jahre Besuch der Höheren Technischen Bundeslehranstalt für Innenraumgestaltung, Möbeldesign und Holztechnik in Imst. Im Anschluss Wechsel in den Familienbetrieb und zwei Jahre Lehrgang universitären Charakters zum Akademischen Business Manager ABM Privat. 32 Jahre, verheiratet, Sohn Benedikt
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Fotos: Bernd Hofmeister
Tischlerei Feuerstein, Nüziders
Bild: Kaiserpark, Lustenau
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Es war Liebe auf den ersten Blick Die Fagottistin Heidrun Wirth-Metzler lebt in Andelsbuch. Sie ist Solo-Fagottistin im Berner Symphonieorchester, spielte mit den Münchner Philharmonikern, im Symphonieorchester Vorarlberg, in Kammerorchestern und ist auch pädagogisch tätig. Sie unterrichteten auch an einer Hochschule. Welche Erfahrungen machten Sie mit Ihren Studenten: Gab es besonders viele herausragend Begabte? Dadurch, dass Studenten aus der ganzen Welt zu uns kommen, ist das Niveau sehr hoch. Es sind sehr viele gute Musiker unterwegs. Und es gibt immer wieder Studenten, bei denen man hört, dass ihnen nicht viel im Weg stehen wird – aber es gehört immer auch ein Quäntchen Glück dazu. Was ist Ihnen als Pädagogin besonders wichtig, was geben Sie Ihren Studenten immer mit? Dass sie vor lauter Technik und Perfektionismus nicht vergessen, dass sie etwas erzählen sollen, dass es um Musik geht. Von welchen Professorinnen oder Professoren wurden Sie besonders geprägt? Von allen Lehrern, die ich hatte, in der Hochschule war es Richard Galler, dann natürlich Allen Smith, der mich im Alter zwischen 14 und 19 Jahren betreut und mir den Weg gezeigt hat. Außerdem habe ich von den Musikern an der Münchner Akademie viel mitnehmen können. Welche Dirigenten oder Dirigentinnen konnten Ihnen Wesentliches vermitteln? Ganz vorne steht da als A und O Kirill Petrenko. Im Symphonieorchester Vorarlberg haben wir das große Glück, mit ihm spielen zu können. Zubin Mehta möchte ich nennen, auch Ton Koopman und Christian Thielemann. Haben Sie sich ziemlich rasch für das Fagott entscheiden können? Welchen Weg sind Sie gegangen? Ich hatte Klarinette gespielt und bin bei einer Instrumentenvorstellung einmal durch die Klasse gegangen und habe dieses lange Ding da gesehen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und hat diese Liebe bis heute gehalten? Ja, keine Frage, über alle Höhen und Tiefen. Was ist das besonders Herausfordernde bei diesem Instrument? Da gibt es diese Mundstücke, die man selber macht oder die man kaufen kann und wenn man dann einmal ein besonders Gutes hat, hält es ja doch nur zwei Wochen.
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Haben Sie Vorlieben, eine Affinität? Gibt es ausreichend Stücke oder wäre es ganz gut, die jungen Komponistinnen und Komponisten etwas mehr auf das Instrument aufmerksam zu machen? Ich kann nur sagen, dass ich jede Epoche auf ihre Art mag. Es kommt auf den Anlass an. Ich spiele auch Vivaldi-Sonaten, ich liebe es, in Kammerorchestern die klassische Literatur zu spielen. Ich mag aber genauso die großen Werke von Bruckner, Mahler oder Strawinsky. Was das Zeitgenössische betrifft, so habe ich das Glück, gerade von Markus Nigsch ein Fagottkonzert geschrieben bekommen zu haben. Für Orchester gibt es immer wieder Auftragswerke. Was wünschen Sie sich für das Symphonieorchester Vorarlberg? Als Erstes weitere Projekte mit Kirill Petrenko. Und eine höhere Dotierung, also Geld vonseiten des Landes und auch von Sponsoren, damit die Gagen angepasst werden können. Wie bringen Sie den Beruf und die Familie unter einen Hut? Mein Mann und unsere Familie unterstützen mich. Wenn ich nicht daheim bin, umsorgt mein Mann unsere kleine Tochter. Manchmal begleiten mich beide, dann sind die Koffer mehr oder weniger voll mit Sachen für die Kleine. Inwieweit reagieren kleine Kinder auf Musik? Gab es da besondere Erlebnisse mit den Tönen des Fagotts? Ich habe bis zwei Wochen vor dem Geburtstermin gespielt. Als ich dann wieder angefangen habe, ist sie ganz ruhig geworden, wenn sie mich gehört hat, mittlerweile findet sie es gerade nicht so schön. Wo und wie schöpfen Sie neue Kraft? Wie überwinden Sie das Lampenfieber? Die Natur ist der beste Ausgleich, egal ob beim Wandern, Langlaufen oder Spazierengehen. Lampenfieber gehört dazu, man ist dann auch aufmerksamer. Damit umzugehen heißt für mich, sich voll in die Musik zu stürzen. Wie sehen Ihre nächsten Pläne aus? Nächstes Jahr unternehmen wir mit dem Berner Orchester eine China-Tournee. Im Dezember spiele ich wieder im Symphonieorchester Vorarlberg. Außerdem ist etwa ein Auftritt mit dem Cellisten Kian Soltani in Schwarzenberg geplant. Christa Dietrich
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Foto: Roland Paulitsch
Bregenz – Kreative Kulturstadt am Bodensee
Fotos: Studio Fasching Bregenz, Udo Mittelberger
Kreativwirtschaft in Vorarlberg. Nur wenige Branchen haben in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt wie die Kreativwirtschaft. Der Wirtschaftszweig besitzt ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial, trägt dazu bei Produkte und Dienstleistungen attraktiver zu gestalten und prägt zudem das kulturelle Gesicht einer Stadt und Gesellschaft mit. Für den Standort Bregenz ist die Kreativwirtschaft ein wichtiger Aspekt der Positionierung. Die Stadt versucht Modelle zu entwickeln, die kreative Ansätze möglich werden lassen. Damit wird nicht nur die Attraktivität als Wirtschaftsstandort, sondern auch die Lebensqualität in Bregenz gestärkt.
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Urbane Räume für Kreative. Die Lage in der Vier-LänderRegion zwischen See und Berg, die innovative Architektur sowie hochwertige Angebote in Kunst und Kultur, aber auch im Handel und in der Gastronomie – das sind gute Voraussetzungen für die Ansiedelung einer kreativen Szene. Auch der internationale Kongress VLOW!, der seit 2008 alle zwei Jahre in Bregenz stattfindet, ist ein guter Nährboden für Kreative, indem sich Gleichgesinnte austauschen und mit anderen Branchen vernetzen können. Bregenz ist es gelungen, all seine Erlebnisqualitäten in einem starken Markenauftritt zu integrieren. Diese Kommunikationsstrategie basiert auf dem Fundament eines differenzierten Kulturbegriffs. Europäische Kulturhauptstadt. Der Standortfaktor Kultur ist von zentraler Bedeutung, nicht nur für Bregenz, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Landeshauptstadt Bregenz nimmt den Kulturbegriff ernst und befindet sich aktuell in einem Diskursprozess über eine mögliche Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024. Die Vorarlberger Rheintalstädte verfolgen diese Vision gemeinsam. Im Zentrum der kommenden Monate stehen eine Kulturstrategie, die Förderung kultureller Netzwerke sowie eine breite Einbindung der Zivilgesellschaft.
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Bregenz ist die Kultur- und Festspielstadt am Bodensee. Sie hat einen Trend zum urbanen Lebensstil, der sich im reichhaltigen kulturellen und gastronomischen Angebot spiegelt und das ganze Jahr über Magnet für Kulturbegeisterte aus dem In- und Ausland ist.
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Ultimativer Ausdruck
von Freiheit
Faszination Berg. Freeskierin Nadine Wallner und Kletterer Alexander Luger mĂźssen ihre eigene Linie auf und vom Berg finden. Doch was macht die Faszination aus? Hier sind sich die beiden Profis einig. Die Berge bieten ihnen Freiheit und Freiraum. Der Mensch wird auf sich selbst reduziert.
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Von Kindheit an. Während es den meisten Otto Normalverbrauchern bei dieser Vorstellung den Schweiß auf die Stirn treibt, fühlen sich Alexander „Alex“ Luger und Nadine Wallner in diesen Metiers wohl. Sie sind nicht umsonst Profis geworden. Nadine Wallner ist Freeskierin, Alexander Luger Kletterer. Beide sind von Kindheit an mit den Vorarlberger Bergen in Berührung gekommen. Geboren in Klösterle, ist Nadine Wallner mit drei Jahren das erste Mal mit den Brettern, die für sie die Welt bedeuten sollen, in Kontakt gekommen und lernte Skifahren. „Ich bin ganz traditionell mit dem Skirennlauf groß geworden. Bin aber schon früh mit einer anderen Art des Skifahrens in Kontakt gekommen, da
Freeriden bedeutet für mich, meiner Fantasie und Ideen in Linien freien Lauf zu lassen – und mich so selbst zum Ausdruck zu bringen. Das Powdern in steilen Hängen und Wänden ist pure Freiheit. mich mein Vater, ein erfahrener Berg- und Skiführer, mit auf seine Touren genommen hat“, erzählt die 27-Jährige, die seit einigen Jahren eine fixe Größe auf der FWT, der Freeride World Tour, ist. Bei dieser geben sich übrigens die besten Freeride-Skifahrer ein Stelldichein. Genau wie die Klostertalerin kennt der gebürtige Hohenemser Alex Luger die Berge von klein auf. „Ich bin in einer Kletterfamilie aufgewachsen. Ich war immer mit in den Bergen und bin so hineingewachsen.“ Eine Profession mit Passion. Doch wie hält sich die Faszination für einen Sport über Jahre hinweg und gar so stark, dass das Freeriden bzw. das Klettern zum Beruf wird? Für beide ist klar, dass der Berg ihnen Freiheit bietet. „Freeriden bedeutet für mich, meiner Fantasie und meinen Ideen in meinen Linien freien Lauf zu lassen – und mich so selbst zum Ausdruck zu bringen.
Fotos: Josef Mallaun, Markus Berger (Red Bull Content Pool)
Eine unberührte, steil nach oben ziehende Felswand, geschätzte 300 Meter hoch. In deren Mitte ein steiler Überhang, der mit einer riesigen Welle vergleichbar ist. Der Unterschied ist, dass die Welle wieder im Meer verschwindet, der Fels verharrt einfach unbeweglich an Ort und Stelle. Und auf dieser Felswand gilt es mit Hilfe der eigenen Körperkraft eine kletterbare Linie zu finden. Die Finger und Füße werden sich gleich in Vorsprünge und wenige Zentimeter breite Risse in der Wand zwingen. Szenenwechsel: Ein steiler Hang. Meterhoher Powder, dazwischen sind im Backcountry einige Felsen zu sehen. Die Skier sind schon hüftbreit ausgerichtet. Die Route im Kopf, jetzt nur noch den Mut aufbringen und mit den Skistöcken abstoßen.
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Seilschaften. Apropos Verantwortung: Der 28-jährige Luger ist etwa zu 80 Prozent seiner Zeit nicht alleine, sondern mit einem Kletterpartner unterwegs – oft auch in einer internationalen Gruppe auf Expedition. Seine Erfahrung zeigt, dass nicht die physisch stärkste Seilschaft am effektivsten ist, sondern in erster Linie
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eine Seilschaft, die Verantwortung füreinander übernimmt. Ein Beispiel: „Früher war es mein Vater, der mich in die Berge mitgenommen hat. Wenn ich jetzt mit ihm klettere, nehme ich ihn mit. Da haben sich die Vorzeichen gedreht.“ Diese gegenseitige Verantwortung kommt vor allem in Situationen zum Tragen, in denen das körperliche Limit erreicht ist. Sei es durch Stress, Müdigkeit oder Schlafmangel. „Da beide Partner gleich denken, wird nicht viel gesprochen. Grundsätzlich lässt sich Klettern sehr sicher betreiben, ein Restrisiko besteht jedoch immer“, erklärt der Erstbegeher diverser Routen an der Roten Wand im Lechquellengebirge – beispielsweise „Sangre de Toro 8b+“. Dennoch kann es sein, dass trotz der langwierigen Planung und Organisation etwas Unvorhergesehenes passiert. Hier ist die Flexibilität entscheidend. „Der wichtigste Muskel beim Klettern ist das Hirn. Der Körper funktioniert dann durch Willensstärke in Extremsituationen“, so Luger, der schon 2009 mit der zweiten
cleanen Begehung von Beat Kammerlanders Trad-Testpiece „Prinzip Hoffnung“ (10/10+, E 9/10) oder der Route „Psychogramm“ an der Bürser Platte einer breiten Kletteröffentlichkeit seine Nervenstärke demonstrierte und bereits in zahlreichen Ländern geklettert ist. Risiko minimieren. Trotz aller Vorbereitung und Einbeziehung von Faktoren wie Lawinen, Schneeverhältnisse, Wetter, Ausrüstung und Sicherung können weder der Sportkletterer noch die Freeriderin ein gewisses Restrisiko ausschließen. Wallner hat gerade zwei Lernjahre hinter sich – sie hat sich bei einem Filmdreh in Alaska einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen – und die würde sie als wertvoll bezeichnen, denn sie hatte Zeit sich zu entwickeln und über Pläne nachzudenken. „Ideen gibt es viele. Zurzeit habe ich zwei Berge in Peru und die eine oder andere steile Wand in der Schweiz im Auge“, so Nadine Wallner mit einem Augenzwinkern. Einmal für die Berge entflammt ... Patrizia Gunz
Fotos: Ray Demski
Das Powdern in steilen Hängen ist Freiheit für mich. Die Anstrengung, wenn man einen Berg besteigt und die Belohnung der fast schwerelosen Abfahrt im Tiefschnee mit hohen Sprüngen und technisch steilen Passagen“, schildert die zweifach Freeride-Weltmeisterin ihre Motive. Auch Alex Luger bieten die Berge Freiraum. „Während des Kletterns kann ich mich nicht anlügen. Ich bin mit mir konfrontiert, es ist was Echtes und ich muss mich entscheiden, wie ich mich sichere. Ich trage die gesamte Verantwortung für mich“, führt der vielseitige Profikletterer (Alpin-, Sport- und Tradklettern) mit über 15-jähriger Klettererfahrung weiter aus.
Während des Kletterns kann ich mich nicht anlßgen. Ich bin mit mir selbst konfrontiert, es ist was Echtes und ich muss mich entscheiden, wie und womit ich mich im Fels sichere. Ich trage die gesamte Verantwortung fßr mich.
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Schnaps, der Freude macht Mitten im Leiblachtal, einem Gebiet mit uralten Hochstammbeständen, weiten Feldern und sanften Hügeln – nur einen Steinwurf vom Bodensee entfernt, ist seit 1886 die Fein-Brennerei Prinz daheim.
Mit der Erfahrung von vier Generationen werden in der Fein-Brennerei die Schätze der Natur dazu genutzt, um Destillate von höchstem Fruchtgenuss herzustellen. Die erlesenen Brände der Linie „Hafelebrand“ und die feinen Schnäpse „Prinz Alte Sorten“ sind traditionelle Klassiker. Eine bunte Vielfalt an Schnaps- und Likörspezialitäten runden das breit gefächerte Angebot ab. Doch Bren-
nen ist nicht gleich Brennen – bis zum genussreifen Produkt ist es ein langer und schwieriger Weg. Das überlieferte Wissen, die Erfahrung, das Geschick und die Liebe zur Frucht tragen wesentlich zum Gelingen bei. Bei einer Brennereiführung bietet sich die Gelegenheit, den Brennmeistern einen Blick über die Schulter zu werfen und nähere Informationen aus erster Hand zu erfahren.
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Mahlzeit und zum Wohl! In einer Großstadt wie Wien werden kulinarisch sämtliche Stückerl gespielt. Das beweisen allein schon die Restaurants auf den folgenden Seiten. Wir fangen ganz klassisch mit Wiener Küche an, gönnen uns zwischendurch einen saftigen Burger, um dann edelste Haute Cuisine zu genießen. Und zum Abschluss: ein Cocktail an der Hotelbar.
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Die Gastronomie und Hotellerie in der österreichischen Hauptstadt wird jedes Jahr reicher an neuen Konzepten und innovativen Ideen – so zählen auch die nachfolgenden vier Hotspots zu den eher jüngeren „Zuwächsen“. Jeder für sich weiß mit seiner Linie zu überzeugen und hat in wenigen Monaten des Bestehens schon viele Anhänger gefunden. So unterschiedlich die Konzepte auch sein mögen, haben sie doch alle eines gemeinsam: Sie greifen Traditionen auf, garnieren sie mit saisonalen sowie regionalen Eindrücken und schaffen daraus völlig neue Genüsse. Doch den Gastgebern geht es nicht nur um gut essen und trinken. Sie möchten ein Haus mit Atmosphäre schaffen, einen Ort, an dem der Gast gerne einkehrt und gesellige Stunden verbringt.
Auf das Rind gekommen
Foto: Jan Lackner
Familie Huth hat sich in den vergangenen Jahren in Wiens Gastronomieszene einen Namen gemacht. Ihren Stammsitz haben Gabriele und Robert in der Schellinggasse 5 aufgebaut. So schlicht und ergreifend wie der Name „Gastwirtschaft“ ist dort auch das kulinarische Angebot: klassische Wiener Küche, der Tradition verbunden, aber immer offen für neue Einflüsse. Das Grill House „da max“ (Schellinggasse 6), das den Namen des jüngsten Sohnes trägt, fand seine Bestimmung im Jahr 2013. Und der Name ist hier Programm: die Steaks – etwa Entrecote „Grain Feed“, für das das Rind ausschließlich mit Getreide gefüttert wird – werden hier am Josper-
Es gibt kein Geheimnis: Brötchen und Fleisch machen einen guten Burger aus, Zutaten wie Mayonnaise geben Geschmack.
Holzkohlegrill zubereitet, was ihnen ein herrliches Raucharoma verleiht. Verarbeitet wird ausschließlich Black Angus Beef aus Südamerika. Gleiche Hausnummer, andere Küche: Im „da moritz“, benannt nach dem zweitältesten Sohn des Paares, setzt die Wirtsfamilie auf Mediterranes nach italienischem Vorbild. Auf der Karte: hausgemachte Nudeln und eine Vinothek mit ausgesuchten Tropfen aus Österreich und Italien. Der vierte Streich folgte im Sommer diesen Jahres und trägt den klangvollen Namen „Rinderwahn“. Der noch eindrucksvollere Slogan „Ich will ein Rind von dir“ lässt schnell erahnen, was in diesem neuen Restaurant im Mittelpunkt steht: saftiges Rindfleisch, nach Wunsch garniert mit Käse, Salat und Co., liebevoll umarmt von zwei Brötchenhälften ... richtig: der „Rinderwahn“ ist die Wiener Adresse, wenn es um köstliche Burger geht. Und die dürfen dann gerne so neugierig machende Namen haben wie „Scharfe Resi“, „Blauer Toni“, „Saftige Elsa“ oder „Eitler Gockel“. Letzterer übrigens als Beweis dafür angeführt, dass ab und an auch Hühnerfleisch den Weg auf den Grill findet, Schwein ist auch dabei. Den Schwerpunkt bildet aber eindeutig Rindfleisch – und das nur in bester SteakQualität. Verwendet wird ausschließlich österreichisches Fleisch, das täglich frisch faschiert und zubereitet wird. Das Brot wird von einer kleinen Bäckerei mit einem hohen Butteranteil produziert – es kann mit einem Demi-Brioche verglichen werden. Entstanden ist das Burgerlokal im einstigen „Stadtkrug“ der Gastronomen-Familie Huth. Nicht nur die außergewöhnliche Einrichtung und die pfiffigen Sprüche an den Wänden bringen die Gäste zum Reden, auch die Kuh mit ihrer ausgestreckten Zunge, die mittlerweile schon zum Symbol wurde. Übrigens: Als passende Ergänzung zu den Burgern
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Rinderwahn. Weihburggasse 3, 1010 Wien, +43 1 5120996, www.rinderwahn.at Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 12–24 Uhr, Küche bis 23 Uhr
In imperialer Harmonie Eine der Gourmetadressen in Wien ist das Restaurant OPUS im Hotel Imperial. Nicht umsonst wurden Sous Chef Stefan Speiser und sein Team vom GaultMillau zum „Aufsteiger des Jahres 2017“ gekürt. Die Begründung beinhaltete unter anderem die freudige Überraschung darüber, dass man „innerhalb der ehrwürdigen Mauern des Imperial heuer auf eine derart lebendige, leichtfüßige und untouristische Küche“ treffen konnte. Doch nicht nur diese Kritiker waren begeistert, auch die Vertreter des Michelin geizten
Stefan Speiser und sein Team.
Die Adresse für Steaks: „da max“ von Familie Huth
Wiener Schnitzel gehört in der „Gastwirtschaft“ dazu.
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OPUS
Fotos: Jan Lackner, Inge Prader, Hotel Imperial, Nikola Milatovic
gibt es ausgewähltes Craft Beer, außergewöhnliche Gin Tonics oder auch gerne Whisky. Und wie bei all ihren Restaurants reichen Familie Huth auch im „Rinderwahn“ ausgezeichnete Speisen allein nicht: Die Gäste sollen sich wohlfühlen, ihr Besuch soll zum echten „Genusserlebnis“ werden.
Privat ein Fan von Nudeln in allen Variationen, kocht Stefan Speiser auch für das Restaurant OPUS ausschließlich, was er kulinarisch schätzt und liebt. Entdeckt wurde er von Rupert Schnait, Chef de Cuisine des Hotel Imperial. Der Küchenchef, verantwortlich für die gesamte Kulinarik des Hauses, hat dem heute 35-jährigen Sous Chef mit dem „OPUS“ von Anfang an eine eigene GourmetSpielwiese anvertraut.
nicht und verliehen dem Restaurant einen Stern. Schon beim Lesen der Menükarte, die von lauwarm gebeizter Lachsforelle, über „Blauen Hummer“ und „Gaperon d'Auvergne“ bis zu Weinbergpfirsich und geröstetem Hafer reicht, erahnt man, dass sich hier künstlerisches Schaffen und kulinarischer Genuss vereinen – und das in imperialer Harmonie. Josef Hoffmanns denk malgeschützter Wiener Architekturstil der 30er-Jahre trifft im „OPUS“ auf Zeitgeist. Das liebevoll restaurierte Mobiliar in historischer Anordnung an die kunstvollen Holzvertäfelungen lässt eine fast magische Haptik entstehen, feine Stoffe sorgen für wohltuende Farbakzente. Die logische Ergänzung findet die Speisekarte selbstverständlich in einer edlen Auswahl an Weinen. Restaurant OPUS. Hotel Imperial, Kärntner Ring 16, 1010 Wien, +43 1 50110389, www.restaurant-opus.at Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 18–24 Uhr
Schlanker Luxus Betritt man das Hotel Ruby Marie in der Mariahilfer Straße zweifelt man, dass das Team seine Philosophie „Lean Luxury“, also schlanker Luxus, wirklich ernst meint. Der Check-in läuft in Minutenschnelle einfach über ein Pad (übrigens: ein unnötig aufhaltender Check-out ist erst gar nicht nötig), die „Empfangshalle“ mit ihren Loungemöbeln lädt schon auf den ersten Blick zum Verweilen ein. Alles da! Erst recht, wenn man das Zimmer betritt. Und hier gleich eine Empfehlung: Wählen Sie im Falle eines Besuchs eines der oberen Stockwerke. Der Blick über die Stadt ist gigantisch, es zieht einen sofort raus auf den kleinen Balkon. Ja, hier kann man es aushalten und endlich die Eindrücke auf sich wirken lassen. Dabei wird klar: Luxus definiert man im „Ruby Marie“ als unkomplizierten Komfort statt Förmlichkeiten. Inspi-
Saisonale Balance Im 4. Wiener Bezirk darf man sich seit Mitte Juni über einen außergewöhnlichen Neuzugang freuen. Der Londoner Oliver Lucas, vormals Sous Chef im Restaurant Steirereck, hat mit seiner Frau Petra ein neues Restaurant eröffnet. Eine kleine, feine Karte im mittleren Preissegment und handselektierte Weine laden im „grace“ zum Genießen ein. Auf der Karte finden sich saisonale Speisen wie Kürbis raffiniert kombiniert mit Tomaten, Lavendel und Liebstöckel oder Saibling auf Zucchini, Paprika und Walnussblatt. „Für meine Kreationen lasse ich mich oft von einer einzigen Zutat oder einem abstrakten Geschmack inspirieren, der dann die Hauptrolle übernimmt. Manchmal sind es auch Geschmackskombinationen aus meiner Kindheit, die mich auf ganz neue Ideen bringen“, erzählt Küchenchef Oliver Lucas. Auch auf die Weinkarte sind die Gastgeber besonders stolz. Wie das Menü werden die Weine saisonal ausgewählt, mit einer guten Balance aus klassischen und bio-dynamischen Weinen. Das ursprünglich traditionelle Gasthaus haben Oliver und Petra Lucas rundum erneuert und in smartem Chick neu interpretiert. Auf den ersten Blick ist klar: Interior Design ist kein Fremdwort für die Steirerin Petra Lucas, die auch den Service leitet. So finden sich im „grace“ einige Schmuckstücke. Sei es der antike Kühlschrank hinter der Bar ganz aus Holz oder die Wein-Glaskästen in der Stube, die in dunklem Kirschholz wunderbar zu den modernen Lampenschirmen passen. Eben eine sympathische „Restaurant-ums-Eck-Atmosphäre“.
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rierende Menschen statt schöne Fassaden. Seele und Charakter statt Hochglanzoberflächen. Keine teuren Prestigeadressen aufsuchen, sondern da sein, wo das echte Herz der Stadt schlägt. Und schlank heißt dazu: nichts bezahlen zu müssen, das man nicht braucht oder will. Unwichtiges einfach weglassen, und das ganz konsequent. Dafür Wichtiges in den Mittelpunkt rücken: so wie die übergroßen Betten mit luxuriöser Federkernmatratze auf den Zimmern. Man findet alles, was man braucht, vor allem auch Musik, auf den Zimmern in Form
einer Marshall-Gitarren-Amp samt Universalanschluss für Handy oder iPod. Am Abend lädt die lässige Bar ein, die rund um die Uhr geöffnet hat. Kleine Snacks gibt es hier ebenso wie selbstgemachte Eistees oder Cocktails. Nicht zu vergessen: der Rooftop Garden – eine urbane Terrasse, die zurecht zum beliebten Treffpunkt von Hotelgästen und Einheimischen avanciert ist. Sabine Blechschmidt Ruby Marie Hotel. Mariahilfer Straße 120, Ecke Kaiserstraße 2–4, 1070 Wien, +43 1 361966060, www.ruby-hotels.com
Warum immer so umständlich? Und warum bezahlt man meistens mehr, als es einem wert ist? So ist Ruby entstanden. Schlicht und unkompliziert wird hier bevorzugt, jedoch dürfen individueller Charakter und Seele nicht fehlen. Schlank heißt, nichts bezahlen zu müssen, das man nicht braucht oder will.
Fotos: Ruby Hotels & Resorts GmbH, Sabine Blechschmidt
Dass Luxus auch auf kleiner Fläche geht, beweisen die Zimmer.
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Familie Methlagl vor der Volksschule von Punitz. Hier wird im Spätherbst das erste Familiengeschäft als regionales Event- und Themengasthaus eröffnet.
Von Nenzing ins Nirgendwo There’s no business like family business: 2009 brach Gerhard Methlagl seine Zelte in Nenzing ab und schlug sie als Nebenerwerbsbauer im Südburgenland auf. Mittlerweile ist er als Züchter von Gourmettauben der „berühmteste Einwohner“ von Tobaj. Im Februar 2016 folgte dem Vater der Sohn mit Kind und Kegel ins Nirgendwo. 1915 entdeckte Dr. Hubbel in Kalifornien den Doppelbrustfaktor bei jenen Fleischtauben, die heute seinen Namen tragen: Hubbel Tauben. In Gerhard Methlagls Taubenschlag tummeln sich 2000 Brutpaare. Sie werden nach strengen biologischen Kriterien bis zum Schlachtgewicht gezüchtet. Danach landen sie in den Töpfen der besten Köche von Österreich und Deutschland, der Taubenzüchter ist in ihren gut gesicherten Kochlabors willkommen. Und die Namen zergehen jedem Feinschmecker auf der Zunge: Heinz Reitbauer im Steirereck, Richard Rauch im Steira Wirt, Johannes King auf Sylt oder Steinheuers Restaurant „Zur alten Post“ in Heppingen. Diese und andere Sterne- und Haubenkö-
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che eint die Lust auf das zarte, fettarme, gesunde Fleisch der Hubbel Tauben. Aus einem Neubau mit modularen Boxensystemen sollen alsbald 4000 Brutpaare Anflug auf die gesamte Hautevolee der Kochkunst nehmen. Delikate Holzbewohner. Die Zucht von 20 bis 30 verschiedenen Arten essbarer Pilze, die in reiner Wiesen- und Waldluft auf Totholz gedeihen sollen, hat bereits das Interesse der experimentierfreudigen Hauben-Klientel geweckt. Noch wachsen die delikaten Holzbewohner versuchsweise auf Holzstämmen, für die Gerhard Methlagl sein etwa 6 ha großes Grundstück in ein Na-
Fotos: Familie Methlagl
turlabor umfunktioniert hat. Zu den Pilzen, die in Österreich wenig bis nicht bekannt sind, gehört zum Beispiel die Familie der in China beheimateten Stachelbärte. Ihr korallenartiger Fruchtkörper ist nicht nur außergewöhnlich aromatisch, sondern enthält auch ganz besondere Heilkräfte. Pilzgenuss vom Feinsten verspricht die wuchsfreudige, gesellige Schwammerldynastie der spitzbuckeligen Stockschwammerl, ebenfalls höchst appetitliche Holzbewohner. Sobald das Pilzprojekt kochreif ist, beginnt das Werk der Starköche in ihren Labors. „Heinz Reitbauer hat zu diesem Zweck schon ein paar hundert Kilo vorreserviert.“ Junges Powerpaar. Sandro Methlagl (28), der für seine junge Familie in St. Michael, wenige Kilometer vom väterlichen Anwesen entfernt, ein Einfamilienhaus erworben hat, ist gelernter wie ambitionierter Koch. Gattin Sigrid (25) bringt in das Familiengeschäft Ausbildung wie Praxis einer Hotel- und Gastgewerbefachkraft ein. Ihre beiden Kinder Leon (3) und Amely (1,5) toben sich auf den Latifundien des Großvaters aus, während die Eltern mit dem Opa Pläne schmieden. Auch Gerhard Methlagl (57) ist in der Gastronomie ein alter Hase. Hat er doch im Bludenzer Saunastüble erfolgreich gewirtet, bevor er als Lehrmasseur der Dr. Marnitz Therapie zunächst am Arlberg und darüber hinaus in
In der denkmalgeschützten Volksschule von Punitz wollen die Methlagls mehr bieten als eine Wirtsstube für Schweinsbraten und Bier. Das Stüble wird ab dem Spätherbst von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein und eine feine, gesunde, regionale Karte bieten. Österreich und Deutschland Erfahrung und Kenntnisse der Schlüsselzonenmassage an Heilmasseure weitergab und noch immer gibt. Das Trio ist also vom Fach, die Rollenspiele sind fixiert. Sandro ist Küchenchef und Kopf des Unternehmens. Nach der Kochlehre im Sporthotel Beck in Brand erweiterte er seine Kochkünste in Pontresina, Lech und in Damüls, bevor er für drei Jahre die Leitung der Betriebskantine bei Suchard in Bludenz übernahm. Sigrid kochte er schon als Lehrling im Sporthotel Beck ein. Fortan machten sie gemeinsam die Tour de force durch Hotellerie und Gastronomie. Sigrid Methlagl betreut weiterhin das Online-Marketing des Sporthotels Beck. Chef Ingo Madlener hat zum Gastro-Projekt des Powerpaars bereits Tafelgeschirr beigesteuert. Vater Gerhard wird im Hintergrund die Fäden ziehen, Koch- und andere Prominenz für Imagepolituren einspannen und natürlich Tauben liefern. Die Volksschule. 1914 wurde die Volksschule in der Gestik des Jugendstils errichtet. Nach Renovierung und Umbau bietet das denkmalgeschützte Gebäude einen Saal für 160 Personen, ein Stüble mit rund 40 Sitzplätzen, eine nigelnagelneue Infrastruktur im Küchen- und Sanitärbereich sowie im Winter einen Eislaufplatz und sommers eine gepflegte große Grünfläche vor dem Gebäude. „Stirbt das Gasthaus, stirbt das Dorf“. Geflügelte Worte im vergessenen Land des Südens, wo das Gasthaussterben grassiert. In Punitz eröffnen die Methlagls noch in diesem Jahr ein Gasthaus in den historischen Mauern, das mehr bieten soll als eine Wirtsstube für Schweinsbraten und Bier, aber auch nicht mit den Haubenlokalen des Landes konkurrieren will. „Wir leben in einer Genussregion, in der in nächster Nachbarschaft Lebensmittel in bester Qualität verfügbar sind. Unsere Küchenlinie ist daher regional und biologisch ausgerichtet. Den großen Saal werden wir mit Events bespielen, von Hochzeiten über Ausstellungen, Konzerte, Kochkurse bis Vorträge, Wettbewerbe, Shows. Die Küchenlinie ist dann auf die Thematik der jeweiligen Veranstaltung abgestimmt. Das Stüble wird von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein und eine feine, gesunde, regionale Schmankerlkarte bieten.“ Eine Zukunft im Nirgendwo. Punitz ist seit 1971 einer von sechs Ortsteilen der Gemeinde Tobaj. Sie zählt 1400 Hauptwohnsitze, eingebettet zwischen einem erloschenen Vulkan, auf den Sigismund Batthyany 1728 Kapelle und Einsiedelei errichtete und einem Flugplatz, von dem Rundflüge über das Südburgenland starten. Land gibt es hier zu Preisen, die im Ländle wie ein Märchen klingen. Punitz bietet aktuell Baugründe für 5 Euro pro Quadratmeter an. Die in den Ortsteilen von Tobaj ansässigen Vorarlberger „Auswanderer“ besitzen hektarweise sanft hügeliges Land, das mitunter bis zum Horizont reicht. „Hier hat man alle Zeit der Welt und regional alle Möglichkeiten“, sagen Methlagls unisono, „eine Spitzenqualität nachhaltig zu entwickeln.“ Elisabeth Längle
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Von winzigen Häschen und riesigen Göttern Foto: MMK Frankfurt
Einmal sind es Augen aus Bernstein, ein anderes Mal welche aus Gold, in einem Fall ist es eine winzige Tierskulptur, im anderen eine relativ groß dargestellte Göttin. Athene mit den Goldaugen befindet sich in Spitz an der Donau, der Hase mit den Bernsteinaugen in Wien. Beide erzählen starke Geschichten und sind Fixpunkte der Ausstellungssaison, deren Highlights selbstverständlich weit über die Donau hinausführen.
Fiona Tan
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Krems mit seinen Museen scheint schon lange auf der überregionalen Kunstlandkarte auf. Und wenn die von den Vorarlberger Marte.Marte Architekten geplante Landesgalerie eröffnet wird, erfährt die Kunstmeile an der Donau eine weitere Internationalisierung. Diesbezügliche Anstrengungen hat auch ein anderer Ort in der Wachau unternommen, nämlich Spitz. Man lud Künstler zur Gestaltung der Uferpromenade. Gottfried Bechtold ist einer von ihnen. Seine Arbeit für Spitz ziert nun die Prospekte für die Ausstellung im Museum Lentos in Linz, die bis Ende Februar nicht nur das breite Spek-
Netsuke im KHM
trum des Œuvres des Vorarlberger Künstlers deutlich macht, sondern auch zu legendären Werken wie der „Schiene Kofler“ zurückführt. Markantes Zeichen. Das Projekt für Spitz, das nun zu neuen Ehren kommt, thematisiert im Übrigen nicht nur Aspekte aus der Geschichte des Ortes, es verweist auch auf reizvolle Begebenheiten. Mit Athene hatte man am Winzerort einst wenig am Hut, Weinfeste verstand man jedoch zu feiern. Als die Ausgelassenheit von Gästen aus Dürnstein einmal zu beträchtlichen Schäden an einem Brunnen
Das Basler Kunstmuseum hat mit rund 4000 Gemälden eine der bedeutendsten Sammlungen mit einem Schwerpunkt bei Degas, Monet oder Pissaro, vertreten sind aber auch Klassiker der amerikanischen Malerei. Nachdem man die Werke einige Zeit ausgelagert hatte, sind sie jetzt im um 90 Millionen Euro erweiterten Museum wieder zu sehen.
Installation von Gottfried Bechtold
Die Fondation Beyeler in Basel-Riehen rückt sich in den nächsten Jahren mit einem Neubau ins Interesse der Besucher. Unweit vom Haupthaus, das nach Plänen von Renzo Piano errichtet wurde, plant Peter Zumthor, Architekt des Kunsthauses Bregenz, eine Dependance. Mit Werken von Kandinsky, Marc und Macke präsentiert das Unternehmen bis 22. Jänner neben der ständigen Sammlung einen Blockbuster. 80 kontur
Fotos: Albertina, Schirnkunsthalle; Staatsgalerie Stuttgart; APA; Lentos
führte, entschuldigten sich diese mit einem Geschenk, nämlich mit der Figur der Schutzgöttin Athene, die man den Spitzern überließ, wo sie letztlich vor sich hinbröckelte. Bechtold fand das schade, verpasste der Athene nicht nur goldene Augen, sondern ein ebenso glänzendes Buch und ließ sie so drehen, dass sie nun auf einen Kegel aus Bronze blickt, der mit seiner Höhe von 4,54 Metern den historischen Hochwasserstand markiert. Der Spitz von Spitz ist somit – Alliteration hin oder her – zum markanten Zeichen geworden. Dass besonders anziehende Exponate mitunter winzig klein sind, beweist auch unsere „Venus von Willendorf“. Das gerade einmal elf Zentimeter große, etwa 30.000 Jahre alte Figürchen mit ausgeprägten weiblichen Geschlechtsmerkmalen wurde 1908 in der Wachau gefunden und zählt zu den Schätzen des Naturhistorischen Museums in Wien. Gegenüber, im Haupthaus des Kunsthistorischen Museums, türmen sich die Kostbarkeiten. Eine davon ist bis Ende Jänner in einer Sonderausstellung zu sehen, passt locker in eine Hand, hat keinen sehr hohen Eigenwert, transportiert aber eine inhaltliche Fülle. Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des KHM hat Generaldirektorin Sabine Haag den englischen Schriftsteller und Keramiker Edmund de Waal eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren. Macht und Kontrollverlust sind die Themen, im Mittelpunkt steht nicht nur ein Sintflut-Aquarell von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1525, sondern auch eine winzige Elfenbeinschnitzerei, eine Netsuke, die de Waal zum Titel seines berühmt gewordenen Romans „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ inspirierte. In diesem zeichnet er
die Geschichte der Familie Ephrussi nach. Sie führt auch nach Wien und erzählt von Vertreibung und Enteignung durch die Nationalsozialisten, von Flucht, von einer Kunstsammlung und Kunstraub. Eine Netsuke diente einst beim Tragen von traditionellen, taschenlosen Kimonos dazu, einen Beutel am Gürtel zu befestigen. Die kunstvoll geschnitzten Figürchen wurden später zu begehrten Sammelobjekten. Kunst für alle. Exotische Darstellungen oder Ornamente, die von der japanischen Kunst inspiriert wurden, sind bis 22. Jänner in einer Sonderausstellung in der Albertina anzutreffen, die den „Farbholzschnitt in Wien um 1900“ zum Inhalt hat und an ihrer ersten Station – in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt – bereits auf enorme Aufmerksamkeit stieß. Der renommierte Verlag Taschen unterstrich die Bedeutung des Projektes durch die Herausgabe des umfangreichen Katalogbuches. Was als „Kunst für alle“ auch von weniger begüterten Sammlern erwerbbar sein sollte, ist heute, wie der Vorarlberger Kunsthistoriker Tobias Natter, der Kurator der Schau, belegt, als ein Aufbruch, ein Aufflackern der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu lesen. Abgesehen von der Technik, die wunderbare Farbschattierungen ermöglichte, entwickelten vor allem Künstlerinnen wie Leontine Maneles oder Fanny Zacuckas eine neue Formensprache. Werke, die das Wiener Kunstleben vor gut hundert Jahren ausmachten, sind somit über Frankfurt wieder an den Ursprungsort zurückgekehrt. Bei einer Ausstellung, die gerade in New York läuft, ist das nicht mehr möglich. Die Neue Galerie in Manhattan präsentiert bis 16. Jänner nicht nur die schönsten Frauenbildnisse von Gustav Klimt,
Seit Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein ab 1705 den Kern der Sammlung anlegte, wurden neben Meisterwerken der Malerei auch Skulpturen, Möbel, darunter einzigartige Intarsienarbeiten, Waffen und Objekte bis hin zu Kuriositäten erworben. Farbholzschnitte von Jungnickel
Francis Bacon
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2014 war es der Beginn des Ersten Weltkriegs, heuer ist es Kaiser Franz Joseph I., der vor 100 Jahren starb, im nächsten Jahr kommt die regierende Erzherzogin bzw. Kaiserin Maria Theresia dran, die vor 300 Jahren in Wien zur Welt kam: Themenausstellungen führen in Österreich zu historischen Schauplätzen. Wer mehr über Reformen, die die Regentin durchsetzte, erfahren will, besucht etwa die Schlösser Hof und Niederweiden in Niederösterreich und nimmt dankbar zur Kenntnis, dass die
Quentin Massys
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16-fache Mutter Bildungsverweigerung nicht mehr duldete. Im Dezember 1774 wurde die Unterrichtspflicht eingeführt. Apropos Reformen. Ein Thema, das mit dem Ersten Weltkrieg in Verbindung steht und daran erinnert, dass dieser im Jahr 1918 nicht überall zu Ende war, ist die Russische Revolution von 1917. In diesem Zusammenhang sei der Blick auf das Kunstmuseum Bern gerichtet, das zuletzt vor allem als Erbe der GurlittSammlung in den Schlagzeilen war. Ab April nächsten Jahres wird gemeinsam mit dem Zentrum Paul Klee der „Sozialistische Realismus“ von den Anfängen bis herauf in die Gegenwart aufbereitet. Parallel dazu erfolgt die Auseinandersetzung mit revolutionären Konzepten der russischen Avantgarde und deren Bedeutung für den Durchbruch der abstrakten und konstruktiven Kunst im 20. Jahrhundert. Dabei richtet sich der Blick über Europa hinaus zu Minimal Art und Konzeptkunst, um zu eruieren, inwiefern sich Donald Judd oder Dan Flavin mit der russischen Avantgarde beschäftigten.
Pieter Brueghel
So merkwürdig es sich anhört, aber an Bern wird man auch nicht vorbeikommen, wenn man sich eingehend mit der Sammlung des Fürsten von Liechtenstein beschäftigen möchte. In den Wiener Prachtbauten der in Vaduz residierenden fürstlichen Familie werden jeweils Einblicke gewährt, Bern bietet von Mitte November bis Ende März mit über 200 Kunstwerken einen guten Überblick. Dabei sind etwa auch jene Arbeiten von Rubens, van Dyck oder Brueghel, die der rund 1700 Werke umfassenden Gemäldesammlung mit Stücken aus der Gotik bis zum Biedermeier einen legendären Ruf verliehen haben. Womit wir wieder bei Gottfried Bechtold wären. Für den Herkulessaal des Gartenpalais Liechtenstein im 9. Wiener Gemeindebezirk, das ab den 1970er-Jahren bis zum Jahr 2001 von der Stadt als Museum für moderne Kunst genutzt wurde, hatte der Vorarlberger einmal eine riesige Skulptur entwickelt, einen Flugzeugtyp, dessen Name vom furchtlosen Schutzgott Herkules abgeleitet wurde. Christa Dietrich
Anthonis van Dyck
Fotos: Fürstliche Sammlungen
der damals verwirklichte Gedanke, dass Kunst alle Bereiche des Lebens umfassen sollte, wird in der ebenfalls von Tobias Natter kuratierten Schau mit Design-Objekten verdeutlicht. Im Mittelpunkt steht eine Neubewertung des Schaffens Klimts, der mit der „Goldenen Adele“ an eine Grenze geraten war und sich danach, als das zweite Porträt von Adele-Bloch-Bauer entstand, mit filigraner Farbigkeit quasi neu erfindet. Abgesehen davon, dass angesichts der Porträtierten einzelnen Persönlichkeiten zu begegnen ist, die ihre privilegierte Stellung auch dazu nutzten, Frauen Gehör zu verschaffen, vermitteln die Arbeiten Auseinandersetzung mit Nazi-Kunstraub und äußerst zögerlichem bis beschämendem Restitutionswillen der Republik Österreich. Die Frauenbildnisse sind inzwischen allesamt in amerikanischem Besitz.
Die Videoarbeiten der in Amsterdam lebenden indonesischen Künstlerin Fiona Tan sind derart anziehend, dass das Museum moderner Kunst in Frankfurt, wo sie bis 15. Jänner neben Installationen zu sehen sind, ein Ziel ist. An einem Zwischenstopp in Stuttgart kommt man nicht vorbei, die Staatsgalerie zeigt bis 8. Jänner die expressive Malerei des Briten Francis Bacon.
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