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Frühjahr 2016 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

In Rankweil geht es um Femtosekunden Marianne Greber holt Tabus vor die Linse Die neue Generation und ihre Visionen Wiener Historie trifft auf kreative Gastro-Ideen Hans Werner Aufrecht gibt weiter Vollgas

Foto: Philipp Steurer

Thomas Geisler, von Wien in den Would


Gemeinsam bringen wir Österreich voran. Wir elektrifizieren, automatisieren und digitalisieren: mit unseren Kunden verwirklichen wir, worauf es ankommt.

Wir stehen in vielen Bereichen unseres Lebens vor einem grundlegenden Wandel: Unsere Energie? Wird immer grüner. Unsere Industrie? Wird immer digitaler. Unsere Mobilität? Nimmt neue Formen an. Und unsere Städte? Beginnen sogar zu denken! Österreichs Wirtschaft und Gesellschaft stehen durch diesen Paradigmenwechsel vor einer enormen Herausforderung: es geht um nichts Geringeres als die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit unseres Landes.

Wir von Siemens stellen uns diesen Herausforderungen. Gemeinsam mit unseren Kunden bringen wir erneuerbare Energien in Österreichs Stromnetze, finden neue innovative Lösungen für Österreichs öffentlichen Verkehr und treiben die Digitalisierung von Österreichs Industrie voran. Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit Forschungspartnern in einem europaweit einzigartigen Projekt die Seestadt Aspern zu einer Smart City – einer denkenden, grünen Stadt der Zukunft.

siemens.at/gemeinsam


Editorial

Frühjahr 2016 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Ultrakurz. Die Pulsdauer einer Femtosekunde ist kaum vorstellbar: das Millionstel einer milliardstel Sekunde. Oder konkret: 0,000.000.000.000.001 Sekunden. Bei Spectra-Physics in Rankweil gehört dieser Wert zur täglichen Arbeit, ermöglicht er doch die Entwicklung präzisester Lasersysteme. Mit Engagement. Ob sie Straßenarbeiter in Vorarlberg porträtiert oder sich mit der Geschlechtsidentität von Transgender-Menschen in Südamerika auseinandersetzt – Künstlerin Marianne Greber möchte Menschen von ihrem Ziel überzeugen und sie dafür begeistern, es gemeinsam anzustreben.

Thomas Geisler, von Wien in den Would

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Foto: Philipp Steurer

Familiensache. Vorarlberg ist geprägt von Familienbetrieben. Jede Generation wünscht sich, das bisher Aufgebaute an ihre Nachkommen übergeben zu können. Die sechs Unternehmen ab Seite 46 haben es geschafft.

In Rankweil geht es um Femtosekunden Marianne Greber holt Tabus vor die Linse Die neue Generation und ihre Visionen Wiener Historie trifft auf kreative Gastro-Ideen Hans Werner Aufrecht gibt weiter Vollgas

Inhalt 06 In Femtosekunden Ein Besuch bei Europas führendem Hersteller von Ultrakurzpuls-Lasern 13 Sportlich, sportlich Erhard Fischer – der Mann hinter der Intersportgruppe Montafon, Rankweil und Dornbirn 16 Learning by Doing Englisch zählt bei vielen Jobs bereits zum Standard. Kurse und Native Speaker helfen beim „Aufpolieren“ 22 Ikone im Wandel Der Porsche 911 setzt in Zukunft auf Turbos und schnelle Allradtechnik 25 Scharf schießen Warum Künstlerin Marianne Greber gerne auch Tabus vor ihre Linse holt 30 Wenn der Would ruft Thomas Geisler tauscht im Sommer Arbeitsplatz und Lebensraum: von Wien geht es nach Andelsbuch

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37 Aus drei wurde Inhaus Was im Jahr 2001 mit dem Zusammenschluss ehemaliger Mitbewerber begann, kann sich heute als dynamisches und selbstbewusstes Unternehmen präsentieren 42 Ein Leben mit Vollgas Sein Leben ist geprägt von zwei rasanten Abkürzungen: Firmengründer Hans Werner Aufrecht über AMG und DTM 46 Familienangelegenheit Von Designermode bis Pneumatik: Vorarlbergs Familienbetriebe überzeugen mit enormer Bandbreite, einer motivierten, neuen Generation und innovativen Ideen 56 Alles Schubert Der deutsche Tenor Julian Prégardien hat ein mutiges Schubertiade-Debüt erfolgreich gemeistert. Zum Jubiläum des Festivals singt er heuer ein reines Schubert-Programm 58 Geschichte und Genuss Architektonische Vielfalt trifft auf kulinarisches Ideenreichtum. Ob Hotel, Bar oder Beisl – diese vier Adressen in Wien bieten ihren Gästen das volle Programm 66 Tirolerin im Ländle 10 Fragen an ... Ulrike Delacher. Die Wahlvorarlbergerin zu beruflichen Träumen, Ärzten, Piloten und ganz persönlichen Auszeiten mit Blick auf Dornbirn 69 Im Zeichen des Neubaus Das Messegelände in Dornbirn ist derzeit von Bauarbeiten dominiert – kein Grund, den Besuchern in den kommenden Monaten nicht neue Formate und Events zu bieten

72 Spannende Mischung Von wegen kalt und grau in grau. Beton ist besser als sein Ruf. Architekten wie Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm wissen um seine Vorteile 79 Bei Licht betrachtet Poesie und konkrete Lebensumstände – in den Arbeiten der Künstlerinnen Claudia Larcher und Liddy Scheffknecht

Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Marion Hepberger, Franz Muhr • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Fotos: Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, Roland Paulitsch, Philipp Steurer, Spectra-Physics, Shutterstock, GLS/London School of English, inlingua Cheltenham, Porsche, Marianne Greber, Glas Marte, Inhaus, DTM, Jürgen Tap/ITR, Studio22 Marcel Hagen, Marco Borggreve, Grand Ferdinand, Pichlmaier's zum Herkner, Pramerl & the Wolf, Bar Kleinod, Messe Dornbirn, Hanspeter Schiess, Claudia Larcher, Liddy Scheffknecht, Courtesy Georg Kargl Fine Arts Wien • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@ russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 25. März 2016 • Nächste Ausgabe: 17. Juni 2016

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Hightech in gebündelter Form

Foto: Bernd Hofmeister

Spectra-Physics in Rankweil ist ein Pionier in der Entwicklung und Produktion von Piko- und Femtosekunden-Systemen. „kontur“ besuchte Europas führenden Hersteller von Ultrakurzpuls-Lasern.

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Klaus Madlener (rechts) im Gespräch mit „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger.

Eingebettet in den Newport Konzern ist SpectraPhysics Teil eines Netzwerks, das Innovationen und Wachstum fördert. „Als weltweit erfolgreiches HightechUnternehmen entwickelt und produziert Spectra-Physics an seinem Firmensitz in Rankweil Ultrakurzpuls-Lasersysteme. Seit seinem Start im Jahre 1999 steht das als High Q Laser gegründete Unternehmen für eine hohe Innovationskraft und für Produkte mit höchster Qualität“, so Geschäftsführer Klaus Madlener. Und weiter: „Als Pionierunternehmen im Bereich der Ultrakurzpuls-Laser werden äußerst präzise Piko- und Femtosekunden-Systeme entwickelt und produziert.

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Die Pulsdauer einer Femtosekunde ist kaum vorstellbar, denn sie beträgt ein Millionstel einer milliardstel Sekunde. Diese ultrakurzen Pulse ermöglichen das Bearbeiten von empfindlichen Materialien und feinsten Strukturen nahezu ohne Wärmeentwicklung, die zu einer Schädigung oder gar Zerstörung führen würde. Anwendungen reichen von der Bildgebung in der Mikroskopie bis zu chirurgischen Eingriffen am menschlichen Auge und der Pixelreparatur und Glasbearbeitung von Flachbildschirmen und Handy-Displays.“ Das dokumentieren zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und eine Vielzahl von weltweit angemeldeten Patenten ebenso wie das starke Wachstum des Unternehmens. Madlener verweist darauf, dass nur zehn Jahre nach der Gründung die angestrebte Unternehmensvision – Europas führender Hersteller von Ultrakurzpuls-Lasern zu sein – realisiert werden konnte.

Kunden in 70 Ländern. Um weiter zu wachsen, wurde das Unternehmen 2011 Teil von Spectra-Physics, einem der erfahrensten Laserhersteller der Welt. Eingebettet in den Newport Konzern, dem weltweit führenden Anbieter im Bereich Photonik, ist das Unternehmen Teil eines Netzwerks, das die hohe Innovationskraft stärkt und so weiteres Wachstum fördert. Das gibt durch weltweiten Service und Support auch den Kunden in 70 Ländern Sicherheit. In Rankweil arbeitet ein hoch motiviertes, internationales Team. Es besteht aus Physikern, Mechatronikern, Maschinenbauern, Produktionstechnikern, Elektronikingenieuren sowie Hard- und Softwareentwicklern. Der Akademikeranteil liegt bei 40 Prozent. Von Medizin bis Industrie. Die LaserTechnologien ermöglichen den Fortschritt höchster wissenschaftlicher Forschung ebenso wie den Aufschwung industrieller


Aufgrund ihrer Einsatzgebiete im Medizin- sowie Hightech-Industriebereich steht die Zuverlässigkeit der Produkte an oberster Stelle. Der Testaufwand ist daher sehr hoch. Branchen. Wie Madlener ausführt, werden die Anwendungsbereiche für Femtosekunden-Laser ständig erweitert. Im Medizinbereich (vor allem in der Augenheilkunde) sind bereits Tausende Femtosekunden-Laser im Einsatz. Auch in der Herstellung von Stents gewinnen Femtosekunden-Laser an Bedeutung. Durch die präzisen Bearbeitungsmöglichkeiten mit diesen Lasern fällt die Nachbearbeitung, die bei anderen Verfahren teuer und aufwendig ist, größtenteils weg. Andere Bereiche, wie z. B. die Industrie, ziehen nach. Mit dem ClearShape (TM) Prozess hat Spectra-Physics im Jahr 2015 ein Patent für die Bearbeitung von empfindlichen Gläsern (wie z. B. Handy-Displays) eingereicht. Mit diesem schonenden und gleichzeitig sehr schnellen Verfahren werden DisplayGläser noch robuster und widerstandsfähiger. Aber auch in der Strukturierung von Oberflächen (Lotus-Effekt) konnte der Femtosekunden-Laser bereits erste Erfolge erzielen. Generell kann davon ausgegangen werden, dass noch viele neue Anwendungsgebiete in den nächsten Jahren dazukommen werden, so beispielsweise im Bereich der Nanotechnologie, der Chipherstellung usw.

Fotos: Bernd Hofmeister, Spectra-Physics

Produktionsleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin Reischmann MSc unterstreicht, dass es weltweit nur wenige Unternehmen gibt, die Ultrakurzpuls-Laser entwickeln und auch in hohen Stückzahlen mit entsprechender Qualität fertigen können. Spectra-Physics

sei in diesem Bereich weltweit führend. Bei High Q Laser herrsche – so Reischmann – immer noch der „Spirit“ und „Drive“ des hoch technologischen Start-up-Unternehmens, die Integration in die Laserdivision (Spectra-Physics) im Newport Konzern habe dies bewusst nicht geändert, sondern mit dem Wissen eines sehr erfahrenen Laserunternehmens angereichert und somit noch erfolgreicher und schlagkräftiger gemacht. „Kreisverkehrsregelung“ bevorzugt. Für das ordnungsgemäße Funktionieren der Laser muss die Fertigung im Reinraum stattfinden, daher ist neben aufwendiger Reinraumfiltertechnik eine spezielle Schutzausrüstung zur Minimierung der Partikelanzahl zwingend nötig. Kombiniert mit den Maßnahmen zum Laserstrahlenschutz ergibt sich für die Mitarbeiter ein sehr spezielles und anspruchsvolles Arbeitsumfeld, in welchem sie tätig sind. Dabei wird darauf geachtet, Entwicklungsmöglichkeiten in der Fertigung zu bieten. Dazu wurden Entwicklungspfade definiert, welche die Potenziale der Mitarbeiter optimal nutzen. Aufgrund ihrer Einsatzgebiete im Medizin- sowie Hightech-Industriebereich steht die Zuverlässigkeit der Produkte an oberster Stelle. Der Testaufwand ist daher nicht nur während der Entwicklung, sondern auch während der Fertigung sehr hoch. „Wie überall im Unternehmen wird auch in der Fertigung Eigenverant-

Martin Reischmann und Klaus Madlener

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wortung großgeschrieben. Daher sind die Mitarbeiter in selbstgesteuerten, kleinen Teams organisiert, welche sehr autonom agieren. Unser Fokus in der Bewältigung der Komplexität der Ultrakurzpuls-Laserfertigung liegt ganz klar auf einfachen Lösungsmechanismen“, unterstreicht Martin Reischmann. Daher gilt: „Lieber eine ‚Kreisverkehrsregelung‘ als eine komplexe ‚Ampelsteuerung‘ zur Komplexitätsbewältigung einsetzen.“ Und der Produktionsleiter abschließend: „Da es den Beruf des Lasertechnikers für die Fertigung nicht gibt und weil Lasertechniker für die Fertigung am Arbeitsmarkt nicht einfach gefunden werden können, setzen wir seit Jahren auf die Ausbildung von Mechatronik-Lehrlingen und formen so lokale Talente zu unseren Lasertechnikern der Zukunft. Lehrlingsausbildung ist seit sechs Jahren bei High Q Laser etabliert und war von Beginn an sehr erfolgreich.“ Ernest F. Enzelsberger

Ein Laser (light amplification by stimulated emission of radiation) ist ein Gerät, mit dem man Lichtstrahlen erzeugen kann, die stark gebündelt und sehr intensiv sind. Die extrem hohe Leistungsdichte im Fokus des Laserstrahls entsteht durch die scharfe Bündelung des Laserlichts. Die Stärke des Strahls reicht aus, um Werkstoffe schmelzen oder verdampfen zu lassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Laserlicht mit einer geeigneten Optik (Spiegel) geführt und abgelenkt werden kann – und das verlustfrei über große Strecken. Ein Femtosekunden-Laser ist ein spezieller kurzpulsiger Laser. Der Begriff „Femto“ beschreibt hier den Bruchteil einer Sekunde, die Femtosekunde. Eine Femtosekunde entspricht 0,000.000.000.000.001 Sekunden. Ein Femtosekunden-Laser gibt mehrere Millionen Lichtpunkte pro Sekunde ab. Jeder dieser Lichtpunkte hat nur eine sehr kurze Einwirkzeit (wenige Femtosekunden lang) auf das Material, das sich dadurch während der Bearbeitung nicht erwärmt aber trotzdem abgetragen wird. Das hat Vorteile bei sehr empfindlichen oder harten Materialien, aber auch bei Geweben (z. B. das menschliche Auge). Ein weiterer Vorteil des Femtosekunden-Lasers ist eine hohe Bearbeitungspräzision (wenige Mikrometer).

Foto: Spectra-Physics

Spectra-Physics: 112 Mitarbeiter, seit 2010 wurden 10 Lehrlinge ausgebildet; Umsatz 2014: rund 30 Mill. Euro; Exportquote: 100 Prozent; Eigentümer: Newport Corporation Irvine (Kalifornien), Teil der Spectra-Physics Laser Division mit Sitz im Silicon Valley (Kalifornien)

Stichwort Femtosekunden-Laser

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Sportlichkeit ist Trumpf: beruflich wie privat Angefangen hat die Erfolgsgeschichte 2004 im Montafon. Damals hat Erhard Fischer als selbstständiger Unternehmensberater das Mandat erhalten, die Konsumgenossenschaft Montafon zu restrukturieren. In dieser Genossenschaft war u. a. eine Intersport-Einheit dabei, die er dann ausgegliedert hat – so ist er mit Intersport in Kontakt gekommen. „Ich habe versucht, aus der Abhängigkeit des Tourismus im Montafon herauszukommen und machte mich daran, neue Standorte im Stadtbereich zu finden“, erzählt der Schrunser. So ist der Standort in Rankweil im Jahr 2005 entstanden. Da die Konsumgenossenschaft als Eigentümerin der Silvretta Sporthandels GmbH allerdings ein Sanierungsfall war und er für die Investitionen in neue Standorte von den Banken kein Geld bekommen hatte, war das für ihn der Start, „dass ich mich persönlich in dieses Unternehmen eingebracht und die Entwicklung, wie sie heute ist, vorangetrieben habe“. Heute ist der begeisterte Tennisspieler und Obmann des Tennisclubs Montafon Mehrheitsgesellschafter der Intersport-Gruppe Montafon-Rankweil-Dornbirn, bei der etwa 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon13 Lehrlinge) beschäftigt sind. Größenvergleich. Der gebürtige Saarländer – er ist vor etwa 30 Jahren der Liebe wegen ins Montafon gezogen, und wie es sich eben für einen sportlichen Mann gehört, hat er seine Ehefrau natürlich beim Skifahren kennengelernt – hat heute mit dem Intersportgeschäft Dornbirn das größte Sportgeschäft Österreichs sowie das größte zwischen Innsbruck und Ravensburg. Das Geschäft in Rankweil ist das umsatzstärkste der österreichischen Intersportgeschäfte, gefolgt von dem in Dornbirn.

Fotos: Roland Paulitsch

Erhard Fischer, der Mann hinter der Intersportgruppe Montafon, Rankweil und Dornbirn, über die im Wandel begriffene Leidenschaft (der Vorarlberger) zum Sport.

Sportliche Vorarlberger. „Ich bin sehr gerne in der Natur“, erzählt der 64-jährige Montafoner. Zu seinen Hobbys gehören neben Tennisspielen u. a. auch Radfahren, Wandern und Skifahren. Mit dieser Sportbegeisterung und diesen Sportarten befindet er sich in Vorarlberg in bester Gesellschaft. Die Vorarlberger fragen den Outdoor-Bereich verstärkt nach. „Sehr stark sind die Bereiche Laufen, Fahrrad und auch der Skisport. Besonders stark hat sich der Markt mit den Tourenausrüstungen die vergangenen Jahre ent­ wickelt“, weiß Fischer aus Erfahrung. In Österreich gibt es kein Bundesland, das mehr in den Sport bzw. Sportartikel in­ vestiert. Vorarlberg stellt ca. 5% der Einwohner Österreichs und machte bei Intersport Österreich 13% des Umsatzes

2015 aus. Neben der Sportbegeisterung führt der Mehrheitsgesellschafter diesen Erfolg der Intersportgruppe Montafon­ Rankweil-Dornbirn auf die Breite des richtig abgestimmten Sortimentsangebots zurück. Einer der Erfolgsfaktoren ist auch die Grenznähe zur Schweiz und somit die Schweizer Kunden, die hauptsächlich im Winter komplette Skiausrüstungen kaufen. Durch das starke Team wächst die Intersport-Gruppe Montafon-RankweilDornbirn auch gegenüber den Kollegen in Innerösterreich stärker. „Dieser Winter war wechselhaft, aber wir sind Ende Februar mit den Umsätzen zufrieden. Wir sind im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr wieder gewachsen und verzeichneten einen Umsatz von 20 Millionen Euro“, erklärt Erhard Fischer zufrieden.

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Der Blick in die Zukunft des Sportfachhandels gestaltet sich als schwierig. „Wir glauben an unser Konzept, dass wir mit einer Top-Beratung, gut abgestimmtem Warensortiment und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis in den nächsten Jahren auf dem richtigen Weg sein werden. Allerdings wird es zu Verschiebungen in der Produktpalette kommen. Wobei die Entwicklung der Trends für uns auch noch eine offene Frage ist“, so Erhard Fischer. 14 kontur


ten können und in punkto Beratung auch unschlagbar sind. Viele Kunden möchten eine ehrliche, auf sie abgestimmte Beratung und kommen dann gerne wieder“, so Fischer und schildert die weiteren Pläne: „In diesem Jahr werden wir in Lorüns, am Eingang des Montafons, ein Outlet in einer von uns gekauften Werkhalle eröffnen. Den Standort in Schruns werden wir komplett umbauen und 2017 ist ein weiterer Standort in der Feldkircher Innenstadt geplant.“

Milde Winter. Durch das wechselhafte Wetter haben sich innerhalb der Produktegruppen Wechsel ergeben. Bei milderem Wetter geht der Trend zum Outdoor-Bereich. „So hatten wir bei den Wanderschuhen im Jänner in den Größen 42/43 keine mehr auf Lager“, erzählt Fischer. Außerdem gilt das „Zwiebelschalenprinzip“ – mehrere dünne Jacken übereinander, die sich dem Wetter und der Sportart anpassen lassen. Konkurrenzsituation. Kann sich der größte Arbeitgeber und Sportartikelanbieter in der Vorarlberger Sporthandelslandschaft aufgrund der kaum noch vorhandenen Konkurrenzsituation ausruhen? „Wir haben die Situation, dass wir von den Mitbewerbern her das breiteste und best abgestimmte Sortiment anbie-

Online-Handel. Während sich vor ein bis zwei Jahren Kunden zuerst im Sportfachgeschäft beraten ließen und dann mitunter den Artikel übers Internet bestellt haben, ist dieser Trend stagnierend bis rückläufig. „Ich habe mit einem Shopleiter darüber gesprochen. Gerade was beratungsintensivere Produkte betrifft wie Ski oder Skischuhe, Fahrräder oder Laufschuhe, geht der Kunde wieder vermehrt ins Sportfachgeschäft und kauft auch dort.“ Die Intersportgruppe bietet ihren Kunden eine Laufschuhanalyse. Hierbei können sie den Schuh auf einem Laufband testlaufen – dies kann der Internetkäufer nicht. Oder im Winter ist die Skischuhanpassung ein sehr großer Bereich, in dem die drei Filialen Kompetenz beweisen. „Wir verschaffen dem Kunden z. B. mit einer auf ihn angepassten Sohle viel Komfort. Und jeder Skifahrer weiß, was es bedeutet, wenn der Skischuh nicht passt“, schildert Fischer mit einem Lächeln. Beratung im Mittelpunkt. Neben fairen Preisen, einem guten Preis-LeistungsVerhältnis ist Beratung und Know-how das Um und Auf bei Intersport. Die Mitarbeiter werden von Anfang an geschult. So hat Intersport eine eigene Lehrlingsschule in der Welser Zentrale. Dort werden alle Auszubildenden während ihrer Lehrzeit sechs Wochen lang zusätzlich ausgebildet. Für Mitarbeiter mit abgeschlossener Lehre gibt es fortführende Kurse. Dieser

„Wir gehen vom Produktangebot her zum ,Zwiebelschalenprinzip‘ über, d. h., mehrere Jacken im dünneren Bereich. So kann ich mich je nach Wetterlage und nach Sportart passend und flexibel kleiden.“ Managementkurs ist für Shop- und Bereichsleiter verpflichtend. Damit neue Produkte verkauft werden können, runden Lieferantenschulungen die Weiterbildung ab. „Was uns auffällt, ist die sich von Jahr zu Jahr schwerer gestaltende Lehrlingssuche. Gute Lehrlinge sind nicht leicht zu finden“, so Fischer. Die Lehrlinge sollten Begeisterung für den Sport und den Handel aufbringen. Außerdem legt das Team um Fischer Wert auf solide Familienverhältnisse und ein gutes Auftreten. Blick in die Zukunft. Der Blick in die Zukunft gestaltet sich als schwierig. „Wir glauben an unser Konzept, dass wir mit einer Top-Beratung, gut abgestimmtem Warensortiment und einem guten PreisLeistungs-Verhältnis in den nächsten Jahren auf dem richtigen Weg sein werden. Allerdings wird es zu Verschiebungen in der Produktpalette kommen. Ich denke hier daran, dass immer weniger Schüler das Skifahren erlernen und den Skisport danach aktiv ausüben“, erklärt Fischer. Dafür werden andere Sportarten, die von den Jugendlichen ausgeübt werden, hinzukommen. Wobei die Entwicklung für den Mehrheitsgesellschafter noch eine offene Frage darstellt. Eine Randsportart, die in den letzten Jahren starken Zulauf von Jugendlichen hatte, ist beispielsweise das Klettern. Die Intersport-Zahlen belegen, dass es im Skisport noch keine Wandlung nach hinten gegeben hat. „Wir verkaufen mehr SkiHartware und -textil als in den Jahren zuvor. Skisport ist für uns nicht tot“, so Fischer abschließend. Patrizia Gunz

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English for Business – Fremdsprachen im Job Nicht nur Schüler büffeln, um FremdsprachenKenntnisse voranzutreiben, sich auf Prüfungen vorzubereiten oder Negativ-Zensuren auszumerzen. Auch immer mehr Erwachsene versuchen, mithilfe von Native Speakern ihre Fähigkeiten aufzupolieren. Und das nicht ohne Grund. In internationalen Unternehmen treffen unterschiedliche Nationalitäten aufeinander – Fremdsprachenkenntnisse sind nicht nur erwünscht, sondern definitiv erforderlich. 16 kontur


Fotos: Shutterstock, GLS/London School of English

„Wir raten bei BusinessSprachaufenthalten zur Unterbringung in Gastfamilien – so hat man quasi einen zweiten Sprachkurs mit Umgangssprache und Einführung in die Kultur des Landes inkludiert.“

Allen voran Englisch – wie auch Markus Rademacher, PR Manager bei Tridonic Dornbirn, belegt: „Englisch ist die offizielle Unternehmenssprache bei Tridonic und gehört in allen Bereichen zum Arbeitsalltag. Es gibt beispielsweise beim Forschungs-und Entwicklungsteam permanent Abstimmungen per Telefon oder Internet-Meetings in Englisch.“ Dementsprechend werden auch bei nationalen Bewerbern gute Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt. Bei ALPLA werden diese Fähigkeiten bereits im Rahmen der Bewerbungsgespräche abgefragt: „Wir prüfen das immer im Bewerbungsprozess und sprechen mindestens fünf Minuten auf Englisch, teils finden Bewerbungen komplett auf Englisch statt“, resümiert Elise Lorek, HR-Mitarbeiterin im ALPLAHeadquarter in Hard. Kann ein Bewerber zusätzliche Sprachen, ist dies von Vorteil, bestätigt Lorek: „Spanisch wäre auch

lich gibt es Wege und Methoden, diesen Umstand rasch und nachhaltig zu ändern: „Wichtiger als die FremdsprachenKenntnisse ist uns die Persönlichkeit des Bewerbers“, führt Gabriele Berlinger von der BLUM-Zentrale in Höchst an. Mit ein Grund, weshalb auch einiges dafür getan wird, um gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu unterstützen. Die meisten Global Player arbeiten mit ortsansässigen Sprachschulen oder -lehrern zusammen und bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, vorhandene Sprachkenntnisse aufzufrischen: „Dadurch entsteht mehr Sicherheit bei der Anwendung im Arbeitsalltag“, unterstreicht Gabriele Berlinger. Zu Hause abroad. Eine dieser Sprachschulen ist das renommierte inlingua-Institut in Dornbirn, eine Schweizer Marke mit einem weltweiten Netzwerk von über 300 Schulen, allesamt auf Erwachsenen-

Unterrichtet wird in Einzelunterrichtsstunden oder in Klein-Gruppen von höchstens sechs Personen – wobei Einzeltrainings nahezu die Hälfte ausmachen. Neben der maximalen Effizienz schätzen die Kunden dabei die große Flexibilität, Kurstermine verschieben zu können. Die Nummer eins bei den Zielsprachen ist auch bei inlingua Englisch: „Englisch wird sicher noch lange mit großem Abstand die Nummer eins

sehr gut – um mit Kolleginnen und Kollegen aus Südamerika zu kommunizieren“.

bildung fokussiert. Das Institut arbeitet mit der sogenannten „Direkt-Methode“, das Augenmerk liegt dabei auf aktivem Sprechen und das ausschließlich in der Zielsprache und mit Muttersprachlern als Lehrern: „Es ist im Unterricht so, als ob man im Ausland wäre. Wir simulieren das sozusagen, aber auf eine sehr strukturierte Art und Weise und steigern damit die Effizienz massiv“, erklärt Robert Wiesinger, Geschäftsführer von inlingua Vorarlberg,

bleiben. Klare Trends parallel dazu lassen sich keine erkennen. Sprachen wie Russisch oder Chinesisch, von denen man zunehmende Bedeutung erwarten würde, sind für die meisten zu schwierig, sie geben bald wieder auf. Auch deshalb, weil man im Geschäftsleben ohne einen Vertreter im entsprechenden Land – der die Sitten und Gebräuche kennt und weiß, welche Stellen man ansprechen muss, um weiterzukommen – sowieso nicht

Wer nun aber seit seiner Schulzeit außerhalb des Urlaubs kaum Fremdsprachen benötigt hat, wird in deren Verwendung auch nicht sattelfest sein – von verhandlungssicherem oder fachspezifischem Einsatz der Sprache ganz zu schweigen. Dies muss aber keineswegs ein Stolperstein auf der Karriereleiter sein – schließ-

die Technik und ergänzt: „Grammatik büffeln und Vokabeln lernen lassen sich so auf ein Minimum reduzieren, ein rasches Vorwärtskommen ist gewährleistet."

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auskommt. Diese Kontaktperson kann dolmetschen und nimmt einem die Mühe, diese Sprache beherrschen zu müssen, weitestgehend ab. Ein paar symbolhafte Basiskenntnisse, mehr wird oft nicht gebraucht“, erläutert Wiesinger. Die Schulbank drücken. Eine elegante, abwechslungsreiche und ebenfalls höchst effiziente Art, seine Fremdsprachen-Kenntnisse aufzufrischen und sich benötigtes Fachvokabular anzueignen, sind Business-Sprachaufenthalte im Ausland. Über 80% solcher Kurse widmen sich der englischen Sprache und finden vorwiegend in England statt.

für Leute über 30, oder einen Kurs ,Englisch für den Beruf‘ an einer klassischen Sprachschule zu belegen.“ Auch inlingua arbeitet im Sektor Business-Sprachaufenthalte mit ausgewählten Partnerschulen in England zusammen: „Unsere Kunden sind zu 99% Firmeninhaber, Direktoren oder leitende Angestellte, die Sprachaufenthalte im Einzeltraining, in Minigruppen oder eine Kombination buchen“, so inlingua-GF Wiesinger, „wir raten zudem zu einem Aufenthalt in einer Gastfamilie. Wir haben speziell ausgesuchte Familien für gehobene Ansprüche, zumeist sind das auch Geschäftsleute. Der große Unterschied zum Hotel ist, dass man üblicherweise gemeinsam zu Abend isst und so quasi einen zweiten Sprachkurs mit Umgangssprache und Einführung in die Kultur des Gastlandes bekommt“. Marion Hepberger

Fotos: inlingua Cheltenham, GLS/London School of English

Mit den weltweit führenden BusinessSprachschulen arbeitet das Berliner Sprachenzentrum GLS zusammen. Rund 6000 Jugendliche und Erwachsene buchen jährlich Sprachreisen über den be-

kannten Anbieter, der seit 1983 Sprachreisen organisiert. Bei den Erwachsenenkursen beziehen sich die Anfragen zu 80% auf Kurse, in denen es um effektive Kommunikation in einem beruflichen Kontext geht, unabhängig von einer bestimmten Branche, 20% sind berufsspezifisch, wie Englisch für Juristen oder Teacher-Training-Kurse. „Im Business-Bereich handelt es sich um Sprachschulen, die exklusiv von Berufstätigen besucht werden, es gibt dort keine sehr jungen Studenten Anfang 20, die ganz andere Interessen haben. Der Altersdurchschnitt ist höher und man lernt im Kreis von Kollegen“, definiert Dorothee Robrecht, Marketing Director von GLS, diesen Zweig. Business-Sprachreisen sind teurer als klassische Sprachreisen: „Wenn man das nicht ausgeben möchte, geben wir zwei Empfehlungen“, ergänzt Robrecht, „eine 30plus-Sprachreise zu buchen, exklusiv

Um auch nach einem abgeschlossenen Kurs oder Sprachaufenthalt im Training zu bleiben, empfehlen die Profis, sich je nach eigenen Vorlieben beispielsweise im Bereich Freizeit und Unterhaltung eine Nische zu suchen, um die Sprache konsequent zu praktizieren und so am Ball zu bleiben: „Das kommt ganz auf die Persönlichkeit an: Wer sich für Film interessiert, sollte es mit fremdsprachigen Filmen probieren – dasselbe gilt für Bücher, Websites und Chats“, fasst Dorothee Robrecht, Marketing Director des GLS Sprachenzentrum Berlin, diesen Tipp zusammen. 18 kontur


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Die Ikone wandelt sich Der Porsche 911 setzt auf Turbos und schnelle Allradtechnik. Zwangsbeatmung für eine Legende. Wie kann man nur? Was wäre Porsche ohne den 911er? Er ist das Rückgrat der Marke, eine Legende, eine Ikone, wird immer wieder zum besten Sportwagen der Welt gekürt. Andere Porsche-Modelle haben den seit

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1963 gebauten Hochleistungssportler quantitativ längst überholt. Aber „qualitativ“, in den Köpfen seiner Fans, bleibt der 911 Porsche Nummer eins. Forever? So scheint es jedenfalls. Der Heckmotor-Zweisitzer ist durch nichts zu erschüttern. Weder durch Finanzkrisen noch durch das Abgas-Erdbeben rund um die Konzernmutter. Und schon gar nicht durch Konkurrenten. Selbst für das Empfinden seiner Anbeter so dramatische Einschnitte wie die Abkehr von der Luftkühlung brachten die Ikone nicht aus

der Fassung. Der Klassiker aus Zuffenhausen brilliert weiterhin durch Wert-Stabilität wie kein anderes Auto. Mit noch mehr Dynamik. Der nächste Hammer kommt jetzt im Gleichschritt mit einem auf noch mehr Dynamik ausgerichteten Facelift: Nicht nur das Topmodell wird zwangsbeatmet. Alle 911er, Carrera und Carrera S, erleben nunmehr die Abkehr vom Saugmotor. Sie kommen künftig mit Turboladern daher. Der Hintergrund der Turbo-Umstellung: Auch Porsche muss auf die EU-Bestimmungen


in Sachen Treibstoffverbrauch achten. Durch die Turbos lassen sich kleinere Motoren mit höherer Leistung einbauen. Weniger Hubraum bedeutet geringeren Verbrauch. 20 PS mehr (370 bzw. 420 PS in den Carrera S) leisten die neuen DreiliterSechszylinder-Biturbo-Boxer. Das ist der Trost für den Abschied vom Saugmotor. Der Sauger entfesselt sein wahres Temperament bekanntlich erst bei hohen Drehzahlen, was dem sportlich orientierten Porsche-Piloten natürlich besonders

ans Herz griff. Aber Zuffenhausen wird ihn zu trösten wissen. Neue Allradtechnik. Noch gründlicher fällt der Wandel bei den Allradlern aus. Der Allradantrieb bei den Carrera-4, den Cabrios und den Targa-4 wird nunmehr elektrohydraulisch gesteuert. Damit vermag jetzt die Allradversion die via Hinterachse angetriebenen „Basismodelle“ im Sprint deutlich zu distanzieren. Außerdem kann man den Carrera 4S auf Wunsch auch mit Hinterachslenkung ordern. Das macht den 4WD-Porsche in

Kurven noch wendiger und überhaupt reaktionsschneller, wenn es drauf ankommt. Chefs unter den 911ern bleiben der auf nunmehr auf 580 PS erstarkte Turbo S und dessen rennsportliche Ableger. Der Biturbo-Allradler wuchtet sich in drei Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Endgeschwindigkeit von 330 km/h. Den Piloten bietet sich ein dreistufiges Steuerungsprogramm. Der „Sport Response Button“ dient der Vertiefung bleibender Eindrücke. Franz Muhr

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Fotos: Marianne Greber

Scharf schießen als Akt der Wertschätzung

Wenn Marianne Greber im eiskalten Wasser eines Flusses steht, auf nächtlichen Straßen an ihre Grenzen geht oder sich im Umgang mit Exekutivbeamten geschult hat, dann hat das einen guten Grund. Zuvorderst stehen Humanität und Engagement, die die Künstlerin zum Ausdruck bringt.

Wenn die Leiter des neuen Museums Opam in der japanischen Provinz Oita auf eine Künstlerin aus Österreich aufmerksam werden, dann muss schon einiges geschehen sein. Marianne Greber hat zahlreiche Veröffentlichungen vorzuweisen: Fotoarbeiten, Filme und Bücher. Miura Baien (1723–1789), jener japanische Philosoph, der etwa festhielt, dass ein sensibler Umgang mit den Ressourcen auch bedeutet, dass jener, der zu Geld gekommen ist, dieses auch wieder in den Umlauf zu bringen hat, hatte ein Ungleichgewicht zwischen männlicher und weiblicher Energie angeprangert und ist damit nicht umgehend auf Gehör beziehungsweise Anerkennung gestoßen. Inzwischen stimmt man ihm zu. Als die Vorarlberger Künstlerin über ihre Foto- und

Filmprojekte „Sou Glamour“ und „Vom Leben dazwischen“, das heißt, auch über Transgender-Themen referierte, erfuhr sie nun großes Interesse. Die Einladung für eine Ausstellung folgte. Am 10. Juni dieses Jahres wird sie eröffnet. Mit Tone Fink ist eine weitere der bekannten Künstlerpersönlichkeiten aus Vorarlberg in Japan dabei. Von seiner Arbeit, die Greber dem Museum übermittelte, war man begeistert. Fink, 20 Jahre älter und quasi ums Eck von ihrem Heimatdorf aufgewachsen, spielt im Berufsleben der 1963 geborenen Bregenzerwälderin eine große Rolle. Nachdem sie zwar das Vorhaben, Skirennläuferin werden zu wollen, ad acta legte, dabei aber nicht vor hatte, sich den

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Überzeugung ist ihr Prinzip. „Ich kann mein Ziel nur erreichen, wenn ich die Menschen überzeugen, wenn ich sie dafür begeistern kann, es gemeinsam anzustreben.“ Als sie als Kunst-am-BauProjekt in Vorarlberg den Auftrag annahm, Straßenarbeiter zu porträtieren, habe sie den Leuten erklärt, dass sie überall mit ihnen hingeht, dass sie sie nicht nur abfotografieren möchte, sondern mit ihnen arbeiten.“ Wie schwer es ist, sich einfach vor einen Hintergrund hinzustellen und abfotografieren zu lassen, das weiß sie und das wird berücksichtigt bzw. vermieden. „Ich muss so auf die Menschen zugehen, dass sie wissen, dass sie mir vertrauen können.“ 158 Männer und zwei Frauen hat sie porträtiert, zudem sind zahlreiche Bilder bei den Arbeiten auf den Straßen, in den Hängen darüber und in Tunneln entstanden. Spe-

Alltag geruhsamer zu gestalten, unternahm sie erst einmal Reisen und besuchte dann die Schule für künstlerische Fotografie in Wien. Die Opfer-Täter-Thematik zu behandeln, lautete eine der Aufgaben im Rahmen einer Studienarbeit. Fink, dem Zeichner, Performance-, Film- und Objektkünstler, der seine Angriffslust in poetische Wortschöpfungen verpackt, war die Rollenzuteilung recht. „Ich dachte mir, ich bin jetzt die Täterin und knalle dich nieder mit der Kamera“, lautete Marianne Grebers Devise. Wie sich die Kraft der Gedanken in den Bildern widerspiegelte, das habe sie enorm verblüfft, erinnert sie sich heute, gut zehn Jahre nachdem die beiden ein Buch herausbrachten. „Es war eine intensive Zusammenarbeit, ohne zu sprechen, reagierten wir auf die Gedanken des anderen.“ Konsequentes Vorgehen. Fink wird in Japan voraussichtlich Objekte zeigen, eine Wiederaufnahme der gemeinsamen Arbeit ist damit nicht geplant, dem konsequenten Vorgehen von Marianne Greber würde das zudem nicht entsprechen: „Am Ende des Buches löse ich den Tone in schmutzigem Weiß auf, damit schließt sich der Kreis und sollte auch nicht mehr aufgebrochen werden.“

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„Ich bin TransgenderMenschen begegnet, die in der Nacht Kinder beschützt haben. Das waren sechs Profis in sexy, auf Verführung ausgerichteter Kleidung, die jemandem eine helfende Hand reichen. Das ist mehr Erotik als man sich vorstellen kann.“ kulativ sollte der Titel des Projekts gar nicht sein, aber nach Tagen und Wochen, in denen sie am Alltag Anteil nahm, habe sich der Begriff „Streckenwölfe“ herauskristallisiert bzw. vor ihren Augen und der Kameralinse abgezeichnet. Alle waren einverstanden und somit ist es dabei geblieben. Wenn sie nun an einer Baustelle vorbeifährt, erinnert sie sich mit großem Respekt nicht nur an die Herausforderun-


gen, die diese Menschen bewältigen, sondern auch an so manche Aufnahme, die die durchaus sportliche Frau auch körperlich ordentlich forderte. Und zudem sei ihr bewusst geworden, wie verwöhnt wir eigentlich sind, wenn wir fordern, dass Straßenarbeiten so erfolgen, dass wir in unserer Mobilität möglichst nicht gestört werden. „Wenn mich heute noch Familienmitglieder kontaktieren, die mir versichern, wie wichtig es ist, dass die Schwerarbeiter Wertschätzung erfahren, dann weiß ich, dass sich die Anstrengung gelohnt hat.“ Tabuisierung als Antrieb. Die Gefahr, der sie sich im unwegsamen Gelände aussetzte, ist freilich nicht zu vergleichen mit jener, die sie in Kuba, Brasilien oder nun in Peru einkalkulieren muss. Die Auseinandersetzung mit Identität bzw. Geschlechts­ identität hat in den Arbeiten von Marianne Greber eine spezielle Ausprägung. Sie verwendet den Begriff Transgender, damit die Sexualität nicht im Vordergrund steht, wenn sie etwa mit Männern arbeitet, die sich als Frau fühlen. Die Tabuisierung zeige sich nach wie vor, Betroffene werden von den Familien ausgeschlossen. Das jüngste dieser Projekte führte sie nach Lima, in eine Stadt, in die sie demnächst wieder reist. Als Friseurin zu

arbeiten, sei neben der Sexarbeit oft die einzige Möglichkeit für Transgender-Menschen, erwerbstätig zu sein. So zynisch es klingen mag, als Sexarbeiterinnen scheinen sie einen Nutzen für die Gesellschaft zu haben, musste sie erfahren. „Es ist aber eine Kraft da. Die Homosexuellen haben bereits viel erreicht, ich bin überzeugt, dass auch den Transgender-Menschen noch Weiteres in Richtung Toleranz gelingen wird.“ Erotik definiert Marianne Greber in diesem Zusammenhang anders. „Schon bei meiner ersten Südamerika-Reise war ich allein unterwegs, habe drei Monate in Rio gelebt und bin dort erstmals TransgenderMenschen begegnet, die in der Nacht Kinder beschützt haben. Das waren sechs Profis in sexy, auf Verführung ausgerichteter Kleidung, die jemandem eine helfende Hand reichten. Das ist mehr Erotik als man sich vorstellen kann.“

„Ich kann mein Ziel nur erreichen, wenn ich die Menschen überzeugen, wenn ich sie dafür begeistern kann, es gemeinsam anzustreben.“

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Mit Transgender-Menschen hat sie vor einigen Jahren eine Abendmahlszene nachgestellt. Es ist inzwischen ein zentrales Werk in ihrem Œuvre. „Das heißt, die Menschen sind keine Randfiguren, sie sind mitten in der Gesellschaft. Im christlichen Glauben ist das letzte Abendmahl mit Verabschiedung verbunden, mit Gemeinschaft, aber auch mit dem Tod. Ich möchte, womöglich für Oita, eine Fortsetzung schaffen. Ich wünsche mir eine bunte Gesellschaft. Vielleicht werde ich zeigen, was Realität sein soll, Transgender-Menschen, die in renommierten Berufen tätig sind, als Pilotinnen etwa oder anerkannte Pflegende. Es soll ein Morgenfest sein, ich werde nicht nur Transgender-Menschen porträtieren, sondern verschiedene Menschen, die aus ihrem Leben erzählen.“ Und sie selbst? „Ich sehe mich nicht als klassische Frau,

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könnte mir aber auch nicht vorstellen, als Mann zu leben. Jeder fühlt sich als einzigartiges Individuum.“ Erinnern. Dieser Anspruch ist ihr auch in der Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Künstler Steven Cohen wichtig. Zu den mit ihm realisierten Projekten zählt auch eine Performance, die an geschichtsträchtigen Orten in Österreich, etwa am Wiener Helden- oder AlbertinaPlatz realisiert wurde. Vor dem von Alfred Hrdlicka geschaffenen Mahnmal gegen Krieg und Faschismus trat Cohen in theatralischer Kostümierung mit einer überdimensionierten Zahnbürste auf, um an die Erniedrigungen zu erinnern, die die Juden in Wien schon in den Tagen des Anschlusses an Hitler-Deutschland erlitten hatten, als sie die grölende Menge zum Putzen des Gehsteiges zwang. „Er arbei-

„Mich als Österreicherin auf diese Weise auf die Geschichte einzulassen, war spannend. Steven Cohen hat mir geholfen, eine Möglichkeit zu finden, mich künstlerisch zu einem Geschehen in meinem Land auszudrücken.“ tet sehr radikal, thematisiert seine Homosexualität, zeigt aber auch die Fragilität des Menschseins. Mich als Österreicherin auf diese Weise auf die Geschichte einzulassen, war spannend. Steven Cohen hat mir geholfen, eine Möglichkeit zu finden, mich künstlerisch zu einem Geschehen in meinem Land auszudrücken.“ Sie wird es weiterhin tun, mit Menschen arbeiten, um Mechanismen und Fragestellungen sichtbar zu machen, den Blick zu schärfen. Christa Dietrich


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„Für mich schließt sich ein schöner Kreis“ Der Would hat gerufen, und er ist diesem Ruf gefolgt. Im Juli tauscht Thomas Geisler nicht nur Job, sondern auch Lebensraum: Der derzeitige Kustode des MAK in Wien wird Leiter des Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch.

Mit kritischem Blick. Nach dem Abitur zog es Thomas Geisler aber nicht sofort an eine Hochschule, sondern in die Werkstatt. „Mir war wichtig, mit Formen umgehen zu lernen und Materialien direkt mit den Händen zu spüren.“ Vermutlich war es auch sein familiärer Background – die Großeltern hatten eine Weberei in Rankweil, eine Tante war Musterzeichnerin für Spitzenhersteller – der ihn dazu animierte, ein Handwerk zu erlernen. Die Wahl fiel schließlich auf die Keramik. „Ich war eigentlich ein sehr exakter Arbeiter, und genau darin lag für mich die Herausforderung in der Keramik: Das Material lässt alles andere als Exaktes zu.“ Nach zweieinhalb Jahren Lehre ging Thomas Geisler für ein halbes Jahr als Keramiker nach Südengland – doch der Ruf des Designs verhallte nicht. „1994 bewarb ich mich an der Angewandten in Wien bei Ron Arad und war einer der wenigen Glücklichen, die auf Anhieb aufgenommen wurden.“ So folgten fünf Jahre an der Universität für angewandte Kunst, in der Thomas Geisler nicht nur viel über Design erfuhr, die Zeit wandelte auch seinen Zugang – aus seiner jugendlich naiven Vorstellung entwickelte sich ein kritischer Blick auf Massenkonsum und Design, das sich lediglich nur mit der Oberfläche beschäftigt. „Die kritische Auseinandersetzung mit dem Woher und Wohin im Design hat meinen weiteren Werdegang in Richtung Designforschung und -lehre geführt.“ Auch in seinem eigenen Studio, in dem er sich vorrangig mit Ausstellungsgestaltung und Kommunikationsdesign beschäftigte, spielten immer mehr die Inhalte als die visuelle Umsetzung eine Rolle. „Am Ende wollte ich mich auf eine Sache konzentrieren, und die lag ganz klar in der kuratorischen Arbeit.“

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Foto: Philipp Steurer

Wie er zum Design gekommen ist, kann Thomas Geisler sich eigentlich gar nicht mehr so genau erklären. Rückblickend war es aber wohl ein Schlüsselerlebnis in seiner Jugend, das den Design-Virus in ihm geweckt hat: Designer Philippe Starck kam in seine Heimatstadt, ins bayerische Burghausen. „Mit einer Ausstellung, die sonst durch die ganze Welt tourte. Als er ankam, war der ganze Stadtplatz voll mit begeisterten Menschen von überall her, er wurde gefeiert wie ein Superstar, man kann sich das gar nicht vorstellen. Mich faszinierte einfach, dass da jemand war, der von der Zahnbürste bis hin zum Auto oder Kleinflugzeug alles gestaltet. Das war beeindruckend.“


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„Wir wollten damals nicht irgendeinen Designzirkus nach Wien bringen. Vielmehr waren wir auf der Suche: Was ist authentisch, was ist originär in Wien? Diese spannende Vielzahl an Manufakturen und Handwerksbetrieben in der Stadt haben wir dann mit jungen Designtalenten zusammengebracht.“ Daraus entstanden ist das Konzept der „Passionswege“. Es geht um Leidenschaft auf der Seite des Produzenten in der Auseinandersetzung mit seinem Material. Und es geht um die Leidenschaft des Designers, verbunden mit dem Leidensweg, der ein Entwurfsprozess oft sein kann. „Für uns war es zudem sehr spannend zu sehen, dass die wenigsten wissen, welche Ressourcen und Möglichkeiten zwei Gassen weiter vorhanden sind.“ Die Rückbesinnung auf regionale Produktion und das gemeinsame Arbeiten auf Augenhöhe führte zum Erfolg. Und genau hier schließt

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sich für ihn mit der neuen Aufgabe im Werkraum Bregenzerwald ein schöner Kreis. „Ich finde es spannend, an einen Ort zu kommen, an dem das Handwerk verwurzelt ist, gefeiert wird – auf der einen Seite. Wo man sich auf der anderen Seite aber sicherlich auch globalen Entwicklungen stellen muss. Stichwort: Digitalisierung, Automatisierung.“ Was ist Handwerk? „Ich denke, die Definition des Begriffs Handwerk ist, ähnlich wie jene des Designs, dynamisch. Die Umstände ändern sich laufend. Handwerk hat sich von einer rein manuellen Tätigkeit auch zu einer intellektuellen Arbeit gewandelt. Nämlich der des Wissens um Materialeigenschaften, um Fertigungstechnologien.“ Und genau das ist es auch, was für Thomas Geisler die Handwerker des Bregenzerwaldes auszeichnet: dass

sie nicht stehen geblieben sind. Vielmehr entwickeln und innovieren sie sich weiter und zeigen damit ihre Offenheit für Neues und für den Austausch mit Design und Architektur. „Der Werkraum ist insbesondere ein Ort, an dem dieser Austausch gepflegt wird und auch gepflegt werden muss. Dafür steht ganz programmatisch die Architektur des Hauses, die sich nicht einem traditionellen Baustil verpflichtet fühlt, sondern diese Handwerksqualität neu denkt, mit all den Qualitäten, die in dieser Region vorhanden sind.“ Überhaupt ist das Werkraum Haus für Thomas Geisler etwas Einzigartiges, nicht nur in Österreich, sondern europaweit. „Für mich ist es ein bisschen vergleichbar mit dem Sezessionsgebäude in Wien, das aus der Künstlerschaft heraus programmatisch entwickelt und gestaltet wurde.“ So lebt das Werkraum Haus nicht nur

Die bisherige Geschäftsführerin Renate Breuß mit ihrem Nachfolger.

Fotos: Philipp Steurer, Glas Marte

Es geht um Leidenschaft. Eine zusätzliche Ausbildung im Bereich Kulturmanagement war die logische Konsequenz und legte den Grundstein für ein Projekt, das nicht nur in Wien Wellen schlagen würde. „In meiner Abschlussarbeit hatte ich mich mit der Entwicklung eines Design­festivals in Wien auseinandergesetzt, aus der Erkenntnis heraus, dass es in Österreich keinen Ort für den zeitgenössischen Designdiskurs gibt.“ Für Thomas Geisler ein Resultat dafür, dass das Bewusstsein für Design im Land nicht wirklich ausgeprägt ist. „Im Gegensatz zu Ländern wie Italien oder dem skandinavischen Raum, wo Designkultur identitätsstiftend ist.“ Warum also gibt es keinen Ort, an dem Design ausgestellt oder diskutiert wird? Die essenzielle Frage, die sich Thomas Geisler in seiner theoretischen Auseinandersetzung stellte, und auf die er nicht nur eine Antwort, sondern vor allem eine schnellstmögliche Lösung finden wollte. Das Ergebnis: die Vienna Design Week. Zusammen mit seinen kongenialen Partnerinnen Tulga Beyerle und Lilli Hollein konnte er ein Festival auf die Beine stellen, das heute, nach zehn Jahren, zu einem der inspirierendsten, auch weltweit, geworden ist.

„Das Spannende am Werkraum ist, dass nicht abgehobene Projekte gezeigt werden, sondern eine Gestaltung für den Alltag entwickelt und präsentiert wird. Dafür braucht es eine Verankerung im Lebensalltag. Sich mit Projektionen in die Zukunft zu beschäftigen, halte ich aber für genauso wichtig, wie sich mit Fragestellungen aus der Geschichte auseinanderzusetzen.“


durch Ausstellungen, sondern auch durch die Begegnungen vor Ort, die Lebendigkeit und den Diskurs. Und genau diesen will Thomas Geisler in Zukunft weiter verstärken. „Ich möchte tatsächlich so etwas wie ein Austauschprogramm etablieren, das Designern, Architekten, Handwerkern usw. die Möglichkeit bietet, in den Bregenzerwald zu kommen, um sich vor Ort mit den handwerklichen Möglichkeiten zu beschäftigen. Dieser Austausch scheint auch ein wichtiger Innovator für den Werkraum. Das Interesse ist enorm groß, weil hier eine der wenigen Initiativen in Europa ist, die so etwas leisten kann.“ Thomas Geisler will vor allem auf sein internationales Netzwerk aus Personen und Institutionen zurückgreifen, das spannende Chancen bietet. Eine weitere Idee ist die Schaffung eines Werkraum-Archivs. „Denn ich glaube, was hier in den vergangenen 20 Jahren entstanden ist, ist einzigartig für Österreich und darüber hinaus. So selbstverständlich das für uns heute in der Gegenwart ist, so wichtig

ist es, das alles zu bewahren, diese Leistung und dieses Wissen zu konservieren und zugänglich zu machen. In den Would. Um ganz in den neuen Schaffensbereich einzutauchen, verlegt Thomas Geisler seinen Lebensmittelpunkt in den Bregenzerwald. „Für mich ist es wichtig, in der Kultur zu leben, die ich vermitteln möchte. Mit den Dingen, die dort hergestellt werden.“ Angst vor einem „Kulturschock“ hat er keinen: „Natürlich ist es schon ein Unterschied vom urbanen zum ländlichen Lebensstil, aber das Ländle ist mir nicht fremd, schließlich habe ich einen guten Teil meiner Kindheit hier bei den Großeltern verbracht, mein Vater ist ja Vorarlberger.“ Doch wie sieht es sprachlich aus? „Ja, das wird sicherlich eine Umstellung zu Beginn. Aber ich verstehe den Wälder Dialekt halbwegs. Außerdem hab ich keine Berührungsängste, und ich geh jetzt einfach mal davon aus, die Bregenzerwälder auch nicht.“ Sabine Blechschmidt

Die Transparenz des Werkraum Hauses ist ganz bewusst als Schaufenster zu verstehen. Sie weist letztlich auch darauf hin, dass das Handwerk Auftraggeber braucht. „Denn neben der kulturellen hat es zudem eine starke wirtschaftliche Bedeutung.“ kontur 33


Attraktiver Auftakt: DTM setzt in Hockenheim erste Duftmarke

Die Auftakt-Veranstaltung zur Saison 2016 hat es in sich. An drei Tagen wird alles geboten, was das Motorsport-Herz begehrt. Das erste Kräftemessen der 24 DTM-Piloten darf mit großer Spannung erwartet werden. Im Motodrom setzten Audi, BMW und Mercedes-Benz in zwei Rennen ihre ersten Duftmarken. Im Rahmenprogramm geht es teils wild zu: Wie bereits im Vorjahr verlangen die Streiter

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der Rallycross-Weltmeisterschaft auf einer speziell angelegten Strecke zwischen Sachs- und Südkurve ihren Autos alles ab – nur eine weitere von vielen Attraktionen, die das Auftaktwochenende der DTMSaison 2016 für die Zuschauer bereit hält. Packende Duelle. Im Vorjahr feierte Audi einen beeindruckenden Saisonstart: Jamie Green siegte am Samstag, Mattias Ekström am Sonntag. Und doch treten der Hersteller und seine Piloten in der kommenden Saison an, um Revanche zu nehmen. Revanche im Kampf um die Trophäe des Champions, die MercedesBenz-Fahrer Pascal Wehrlein am Ende in die Höhe stemmte. Revanche in der Hersteller-Wertung, die letztlich an BMW ging. Wenn die Startampel auf dem Hockenheimring das erste Mal erlischt, sind packende Duelle vorprogrammiert. Die Fans dürfen sich auf zwei Qualifyings und zwei Rennen der Extraklasse freuen. Zeit zum Luftholen bleibt an diesem Wo-

chenende kaum: Autogrammstunden, Konzerte bei der ARD-Chartshow, der Pitwalk und die besondere Atmosphäre des Fahrerlagers ziehen die Massen an. Auch auf der Strecke ist für jede Menge Abwechslung gesorgt. Die RallycrossPiloten werden mit ihren direkten Duellen auf Asphalt und Schotter für ein Spektakel sorgen – atemberaubende Manöver sind hier garantiert. Im Fahrerfeld ein echter Superstar der Motorsport-Szene: der US-Amerikaner Ken Block, der mit seinen besonderen Videos im Internet Millionen Fans verzückt hat und nun sein Können erstmals in einer kompletten Rennserie unter Bewies stellen möchte. Wie im Vorjahr werden zudem erneut der Audi Sport TT-Cup und der Porsche Carrera-Cup Deutschland für beste Unterhaltung sorgen. Der DTM-Auftakt ist prall gefüllt mit Attraktionen – ein Wochenende, das sich Motorsport-Fans auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

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Hier nimmt alles seinen Anfang – und findet nach 18 Rennen auch sein Ende. Am Hockenheimring dröhnen die Motoren der DTM-Boliden heuer erstmals vom 6. bis 8. Mai wieder durchs Rund.


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Fotos: Inhaus

Das Ergebnis einer gelungenen Fusion

Robert Küng, Inhaus-Geschäftsführer

Was im Jahr 2001 mit dem Zusammenschluss von drei ehemaligen Mitbewerbern begonnen hat, hat sich bis heute zu einem dynamischen und selbstbewussten Unternehmen entwickelt. Die Rede ist von Inhaus. Das überzeugende Erfolgsgeheimnis? Die mittlerweile über 200 engagierten Mitarbeiter.

Es war schon ein ungewöhnlicher Schritt, der am 1. Juni 2001 den Startschuss für die Geschichte von Inhaus gab: drei Sanitärunternehmen (Ulmer, Pircher und SFS in der Schweiz) wagten das „Abenteuer Fusion“ und hatten dabei von Anfang an ein gemeinsames Ziel: Regionale Arbeitsplätze zu sichern und die Wertschöpfung zu steigern. Dieser Anspruch wurde laut Robert Küng, der von der ersten Stunde an die Verantwortung als Geschäftsführer innehatte, voll erfüllt: „Einzigartig an diesem Zusammenschluss war, dass nicht Effizienzsteigerung oder Kosteneinsparungen im Vordergrund standen, sondern eine Leis­ tungsausweitung, ein größeres Investitionspotenzial zur Sicherung der Ar­­­­beitsplatzqualität und der verbesserte Service

für unsere Installateur-Partner und die Endkunden.“ Drei Unternehmen, drei unterschiedliche Kulturen? Könnte man meinen. In Wirklichkeit wurde Inhaus jedoch als Unternehmen völlig neu erfunden, es entstand eine eigene Unter­ nehmenskultur. Aufbruchstimmung. „Wenn drei Firmen zu einem Unternehmen verschmelzen, muss alles neu gedacht und gemacht werden. Wir waren hier sehr konsequent und haben keine Rücksicht auf das eigene Ego oder bestehende Strukturen genommen“, erinnert sich Robert Küng an diese Zeit der Aufbruchstimmung zurück, die auch eine Zeit des umfassenden Informierens war. „Meine Aufgabe war es vor allem, eine gemeinsame

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Vision unseres neuen Unternehmens zu vermitteln. Wir hatten zwar Ideen, Ziele und Begeisterung, aber es gab nichts Greifbares vorzuweisen. Ich habe damals viele Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, ihnen die Veränderungen erklärt.“ Die Loyalität und das Engagement, auf das er und die Gesellschafter damals stießen, begeistert Robert Küng noch heute. „Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass wir eines Morgens alle Außendienstmitarbeiter der drei Unternehmen versammelten, sie informierten und zugleich aufforderten, sich zu entscheiden, wer in Zukunft welchen Kunden betreuen wird. Wir waren wirklich erstaunt, dass das innerhalb weniger Stunden und ohne Reibereien vonstatten ging. Da wussten wir, dass alle an einem Strang ziehen und unsere Idee mit vorantreiben werden.“

im Kerngebiet zu den Marktführern: 2015 wurden 4500 Quadratmeter Sonnenkollektoren verlegt, 110 Wärmepumpen sowie 1100 verschiedene Heizkessel verkauft. „Wir versuchen immer ein paar Jahre voraus zu sein“, erklärt Küng den diesbezüglichen Schwerpunkt auf ökologische Systeme. „Die Einstellung zum Energieverbrauch und zu Energiekosten sind breite Diskussionsthemen. Ich halte diesen Trend für äußerst positiv und zukunftweisend.“ Trends und Information. Drei Kundengruppen hat Inhaus von Anfang an gleichermaßen intensiv betreut: Die Installateure als professionelle Partner und direk-

Mit Vorsprung. Was vor mittlerweile knapp 15 Jahren mit provisorischen Lösungen mit Lagern in Zelten und vorläufig eingerichteten Büros seinen Anfang nahm, hat sich bis heute zum Benchmark, auch international, entwickelt. Inhaus ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Der Umsatz konnte von 31 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 67 Millionen Euro 2015 gesteigert werden, auch die Eigenkapitalquote wurde mit aktuell 51 Prozent mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden in den vergangenen 15 Jahren über 30 Millionen Euro in verschiedene Großprojekte, wie in den Bau des Logistikzentrums, in die Bäderparks oder in den Energiepark investiert. Auch das Sortiment im Bereich Sanitär und Energie wurde stark ausgeweitet – beim Start hatte Inhaus 16.000 Artikel am Lager, heute können die Kunden unter 25.000 Lagerartikeln und ca. 350.000 Katalogartikeln wählen. Der Sanitärbereich beträgt etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes, der Bereich Heizung und Energie liegt mittlerweile bei 35 Prozent. Damit zählt Inhaus im Heizungsbereich

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2013 wurde der neue Energiepark eröffnet.

Kern des Konzepts Bäderpark ist die neuartige Form der Präsentation – eine Verbindung von exklusiven Badsortimenten mit regionaler Handwerksqualität und einzigartiger Planungskompetenz. Im Energiepark, im Erdgeschoß angesiedelt, können Kunden verschiedenste Energieformen erleben und begreifen. te Kunden, die Generalunternehmer aber auch Privatkunden. „Der Bauherr muss von Anfang an motiviert und informiert werden. So haben wir gleich auf ein endkundenorientiertes Marketing gesetzt.“ Der Bäderpark in Hohenems gibt auf 3000 Quadratmetern einen Einblick in die


neuesten Trends von Baden, Duschen und Wellness für zu Hause. Im 2009 eröffneten und 2013 umgebauten sowie vergrößerten Energiepark wird dem Kunden Wissenswertes zum Thema Heiztechnologie und Heizsysteme angeboten und ebenso umfangreich informiert. Hinzu kommen zahlreiche INSHOPS. Die regionale Markterweiterung in Richtung Schweiz erfolgte 2008 und 2009 durch die Eröffnung der Bäderparks in Zürich und die INSHOPS in Heerbrugg und St. Gallen. Nachhaltigkeit als Devise. Dass in den vergangenen Jahren viele größere und kleinere Projekte realisiert werden konnten, ist vor allem auch der hohen Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter zu verdanken. Dessen ist sich Robert Küng bewusst und so steht das Personal bei Inhaus auch absolut im Mittelpunkt, was sich unter anderem an einem umfangreichen Schulungsund Weiterbildungsangebot zeigt. „So versuchen wir, jedem Mitarbeiter die Chance zu geben, das Beste aus seinem Potenzial

zu machen“, erkärt Robert Küng, der sich Weiterbildung auch selbst zur persönlichen Aufgabe gemacht hat. „Es gibt nichts Spannenderes, als sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Hier gehe ich gern mit gutem Beispiel voran.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt des Unternehmens ist die Nachhaltigkeit, die man sich bei Inhaus zur Devise gemacht hat. „Wenn man auf den schnellen Erfolg aus ist, reduziert sich alles auf Geld. Wir wollen jedoch Werte pflegen“, erklärt Robert Küng das Erfolgsrezept. Die enge Partnerschaft zu den lokalen Part-

Großinvestitionen bedeuten ein klares Bekenntnis zur Region, eine verstärkte Hinwendung zur Kundenberatung und einen wichtigen Wachstumsimpuls.

2001 begann alles mit provisorischen Lösungen.

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nern ist dem Unternehmen ausgesprochen wichtig. So zählt Inhaus von Beginn an auf eine enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten und auf über 500 Partner, die mit dem Unternehmen verbunden sind. „Wir wollen möglichst viel Wertschöpfung im Land halten“, erklärt Küng. „Wir halten nichts davon, Billigprodukte aus Fernost zu kaufen. Und wir sind zudem davon überzeugt, dass der Installateur aus der Region die Idee und das Unternehmen Inhaus überhaupt erst möglich gemacht hat. Mit seiner qualitätsorientierten Arbeit kann er dem Kunden zusammen mit einem starken Händler das geben, was er braucht. Und genau darin liegt unsere Stärke: gemeinsam

qualitativ hochwertige und individuelle Lösungen zu finden, und das alles aus einer Hand.“ Die erste Wahl sein. Mit Blick auf die Zukunft ist Robert Küng optimistisch gestimmt. Inhaus werde auch in den kommenden Jahren versuchen, seinen qualitativen Wachstumskurs fortzusetzen. „Wir investieren laufend in verschiedene kleinere Projekte und in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter, um unseren Stand in Service und Kompetenz halten und erweitern zu können. Unser Ziel ist es, noch näher beim Kunden und seinen Bedürfnissen zu sein, um ihm komplette Lösungen statt einzelner

Der Heimmarkt für die Heizungs- und Sanitärspezialisten aus Hohenems ist die Bodenseeregion. „Wir orientieren uns dabei stark in Richtung Ostschweiz und Zürich. Auch dort wollen wir langfristig und vor allem nachhaltig wachsen“, verdeutlicht Inhaus-Geschäftsführer Robert Küng. Produkte anbieten zu können.“ Kein Interesse habe man hingegen daran, quantitativ, also volumenmäßig, Marktführer zu sein. Vielmehr gehe es darum, im eigenen Tätigkeitsfeld stets die erste Wahl zu sein. „Und genau darauf arbeiten wir hin.“ Sabine Blechschmidt

Inhaus Handels GmbH, Hohenems: 2001 aus den drei regionalen Unternehmen Pircher, SFS und Ulmer hervorgegangen; über 200 Mitarbeiter; Der Umsatz konnte von 31 Mil­ lionen Euro im Jahr 2001 auf 67 Millionen Euro 2015 in gesteigert werden, auch die Eigenkapitalquote wurde mit aktuell 51 Prozent mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden in den vergangenen 15 Jahren über 30 Millionen Euro in verschiedene Großprojekte, wie in den Bau des Logistikzentrums, in die Bäderparks oder in den Energiepark investiert. 40 kontur


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Hans Werner Aufrecht ist ein Mann, dessen berufliche Laufbahn mit zwei Abkürzungen in Verbindung gebracht werden kann. Und dies sind Abkürzungen, die jedem Auto- und Rennsportfan ein Lächeln ins Gesicht zaubern: AMG und DTM. Doch von Anfang an.

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„Zu Beginn waren wir uns nicht bewusst, wohin die Reise einmal führen würde. Die Leidenschaft für den Motosport stand für uns im Vordergrund. Unser Glück bestand auch darin, dass wir mit dem Tuninggeschäft und dem Rennsport Lücken füllen konnten, die MercedesBenz damals noch nicht für sich beanspruchte.“

Foto: DTM

Mercedes-AMG (oder AMG) ist die HighPerformance-Marke von Mercedes-Benz und produziert die leistungsstärksten Serienmodelle im Fahrzeugprogramm von Mercedes-Benz. Gegründet wurde die Firma AMG 1967 von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher im schwäbischen Großaspach, wo sie sich rasant von einem Zweimann-Betrieb zur Weltmarke entwickelte. Davor arbeiteten die beiden Ingenieure in der Entwicklungsabteilung von Daimler-Benz an dem 300 SE Rennmotor, bis der Konzern alle Motorsport-Aktivitäten einstellte. Da die beiden vom Rennsport-Virus infiziert waren, optimierten sie privat die Performance des Motors weiter. „Mich hat schon immer die Kunst der Rennfahrer fasziniert, die Autos im absoluten Grenzbereich fahren konnten“, so Aufrecht. Er selbst wollte schon und hatte auch Lust, Rennen zu fahren – „ich hatte aber das Geld nicht.“ Da das Auto zehnmal bei der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft gewann, war der Ruf der beiden als Experten für die Betreuung und Leistungsoptimierung von Mercedes-Benz-Fahrzeugen gefestigt. Ein Muss für Rennteams. Mit der Gründung von AMG war auch geplant, Straßenfahrzeuge nach dem Vorbild der erfolgreichen Rennwagen anzubieten. Schon bald waren die dort überarbei­ teten Motoren ein Muss für private Rennteams. AMG stattete in Folge immer mehr Mercedes-Modelle mit Performance-Technik aus.

AMG an DaimlerChrysler. Ende der 1980er-Jahre näherten sich AMG und Daimler-Benz an – zunächst als offizieller Motorsport-Partner, dann mit einem Kooperationsvertrag. Mit dem konnten AMG-Produkte nun weltweit vertrieben werden. Zum 1. Jänner 1999 übergab Hans Werner Aufrecht die Mehrheit der AMG Anteile an die DaimlerChrysler AG. Die Motorsport-Abteilung wurde 1999 in die H.W.A. GmbH von Firmengründer Hans Werner Aufrecht ausgelagert. 2005 übernahm DaimlerChrysler 100 Prozent der Anteile. „Wir waren uns zu Beginn nicht bewusst, wohin die Reise einmal führen würde. Die Leidenschaft für den Motosport stand für uns im Vordergrund. Unser Glück bestand später sicherlich auch darin, dass wir mit dem Tuninggeschäft und dem Rennsport Lücken füllen konnten, die MercedesBenz damals noch nicht für sich beanspruchte“, erzählt Hans Werner Aufrecht, der weiterhin die Entwicklung der Mercedes-AMG GmbH verfolgt: „Es wäre doch ungewöhnlich, wenn ich mich nicht mehr für die Firma interessieren würde, die ich vor bald 50 Jahren gegründet und aufgebaut habe.“ Weiterentwicklung DTM. Mitte der 1980er-Jahre tat sich für den heute 77-Jährigen ein weiteres Betätigungsfeld im Motorsport auf. Er wurde Vorstandsvorsitzender des DTM-Rechteinhabers und -vermarkters ITR. Die damaligen Teamchefs hatten erkannt, dass es bei der Vermarktung große Defizite gab. Seitdem arbeitet der Wahl-Lochauer, der den Blick auf den Bodensee genießt, daran, die Serie besser zu machen und weiterzuentwickeln. So trat unter seiner Führung 2012 ein neues technisches Reglement in Kraft. Er überzeugte BMW von der Rückkehr zur DTM und, und, und …

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Waren die 2015 bei der DTM neu eingeführten Maßnahmen ein Erfolg? Die wesentlichste Änderung auf der Rennstrecke, nämlich, dass wir zwei Rennen an einem Wochenende fahren, wurde sehr gut angenommen. Wir bieten dem Fan und Zuschauer damit doppelt so viel Renngeschehen auf der Strecke und haben die Wochenenden deutlich aufgewertet. Sehr wichtig ist mir aber auch, dass wir unsere Rennen zu Events mit Festivalcharakter ausgebaut haben, bei denen die Zuschauer in vielerlei Hinsicht auf ihre Kosten kommen. Dazu gehört das Erlebnis im Fahrerlager, attraktive Rahmenserien wie die Rallycross-WM, LiveKonzerte mit Stars, ein Marktplatz mit Ausstellungen von historischen Autos und vieles mehr. Und dann haben wir auch in den Bereich „Neue Medien“ viel investiert, um junge Leute anzuziehen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, sind wir auf gutem Weg, damit wir die Leute nicht nur über die klassischen Kanäle wie

Fernsehen oder Zeitung abholen können, sondern eben auch im Internet mit Livestreams und über die Sozialen Medien. Welche Neuerungen sind für 2016/ 2017 geplant? Für die kommende Saison wird es einige kleinere Anpassungen im Reglement geben, die jedoch nur geringe Auswirkungen haben werden. Eine größere Änderung mit dem Wechsel zu stärkeren Turbo-Motoren wird es erst in zwei oder drei Jahren geben. Was ist aus dem Vorhaben geworden, in Nordamerika eine Rennserie nach DTM-Vorbild entstehen zu lassen? Der Ball liegt aktuell bei den amerikanischen und deutschen Herstellern, die dabei sind, ein einheitliches Reglement zu erarbeiten und zu verabschieden. Sofern das gelingt, ist es denkbar, dass die Autos aus Deutschland und den USA direkt gegeneinander Rennen fahren werden.

„Die Zuschauer sollen auf ihre Kosten kommen.“ DTM-Serienchef Hans Werner Aufrecht über das erfolgreiche neue Format mit mehr Rennen und einen Blick in die Zukunft der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft. Blick in die Zukunft: Was muss bei der DTM verbessert bzw. geändert werden? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die größte Gefahr für die Serie da­ rin besteht, die Kontrolle über die Kosten zu verlieren. Wenn wir nicht gemeinsam dafür sorgen, dass die Budgets der Hersteller und Teams im vernünftigen Rahmen bleiben, wird es die DTM früher oder später nicht mehr geben. Das hat nichts mit „Kaputtsparen“ zu tun – es geht da­rum, den Kosten-Nutzen-Effekt möglichst optimal für alle Beteiligten zu gestalten. Welchen Vorteil würde die Einführung eines neuen Motors in der DTM bringen? Wir fahren schon relativ lang mit den bewährten 8-Zylinder-Motoren. Die Ablösung durch einen kleineren Turbomotor, der aber mehr Leistung hat als die aktuellen Saugmotoren, steht uns bevor. Meiner Meinung nach wird die Serie dadurch noch attraktiver, weil das fahrerische Können der Piloten mehr in den Vordergrund rücken wird.

Foto: Jürgen Tap/ITR

Wann findet das DTM-Rennen in Österreich statt? Wir fahren bereits seit einigen Jahren in Spielberg, einer äußerst attraktiven Rennstrecke, auf der jeweils sehr spannende Rennen stattfinden. Zum Vormerken: In diesem Jahr findet das Rennen in der Steiermark bereits am Wochenende vom 21. und 22. Mai 2016 statt.

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Was hat Sie beruflich am meisten gefreut bzw. geärgert? Rückblickend auf die letzte Saison hat mich gefreut, dass es uns gelungen ist, mit dem neuen Format und zwei Rennen pro Wochenende etwas zu verändern, was von allen Beteiligten sehr gut angenommen wurde. Damit ist uns ein wichtiger Schritt vorwärts gelungen. Patrizia Gunz


Familiensache Vorarlberg ist ein Land der Familienunternehmen. Während der Anteil entsprechender Firmen in Österreich bei etwa 80 Prozent liegt, dürfte er im Ländle sogar noch höher sein. Vom kleinen Betrieb bis hin zum internationalen Großkonzern – Familienunternehmen prägen die hiesige Wirtschaftsstruktur. Mit ihren Erfolgen bekennen sie sich nicht nur zum Standort, sondern auch zur Zukunft des Landes. Sie produzieren, entwickeln, verkaufen, beraten – die Bandbreite der heimischen Familienbetriebe könnte größer nicht sein. Und dennoch haben sie alle eines gemeinsam, verfolgen das gleiche Ziel: Die erfolgreiche Übergabe des über Jahrzehnte Aufgebauten an die nächste Generation. Genau das geschafft haben die Firmen, deren „junge Köpfe“ wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen. Schwimmen lernen. Ihre Branchen sind so unterschiedlich wie die Art und Weise, auf die sie in den Familienbetrieb hineingewachsen sind. Während für die einen schon als Kind feststand, in die Fußstapfen der Eltern zu treten und sie ihre Ausbildung auf genau diese Vision ausgelegt haben, waren für andere viele Jahre lang Traumberufe wie Profisportler, Krankenschwester oder Pilot die vielleicht attraktivere Alternative. Dennoch haben sich am Ende alle dafür entschieden, das unternehmerische Erbe ihrer Vorfahren in die Zukunft zu tragen. Schritt für Schritt und gut geplant ging das bei einem Teil der neuen Generation vonstatten, der andere musste völlig überraschend „ins kalte Wasser geworfen“ werden. Doch wie heißt es so schön? Nur so lernt man schwimmen.

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Und dass sie genau das können, haben die Damen und Herren auf den nächsten Seiten in den vergangenen Jahren bereits bewiesen. Sie haben ihr Unternehmen nämlich nicht nur von der Pike auf kennengelernt, sie bringen auch innovative Ideen und frischen Wind in die Betriebe. Trends der Zukunft spielen dabei ebenso in neu eingeschlagene Wege hinein wie absehbare Entwicklungen der jeweiligen Branche. Dennoch, was bei keiner Entscheidung fehlen darf, sind die Tipps der „alten Hasen“. Denn auch, wenn die Geschäftsführung bei den meisten Betrieben bereits übergeben ist, die Eltern stehen jederzeit noch mit Rat und Tat zur Seite. Und die „Jungen“? Die nehmen diese Unterstützung gerne an – sie wissen schließlich, dass Stabilität, Tradition und die Identifikation mit dem Unternehmen für den Erfolg eine wesentliche Rolle spielen. Weiter denken. Neben Erfolgen werden sich die Vertreter der neuen Generation in den kommenden Jahren immer wieder auch Herausforderungen gebenübersehen. Doch sie haben einen Vorteil: Mit ihrem Familienunternehmen können sie nicht nur in Quartalen, sondern in die Zukunft denken – die nächste Generation wartet schon. Sabine Blechschmidt


Clemens Sagmeister Sagmeister, Bregenz Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Wenn ich meiner Mutter Glauben schenken darf, hat mir das Verkaufen schon immer sehr viel Spaß gemacht. Ich habe als kleines Kind die Kassazettel vom Geschäft ausgefüllt und meine imaginären Kunden namens Donald Duck und Mickey Maus betreut. Welche Aufgaben haben Sie mittlerweile im Unternehmen übernommen? Ich habe mit Jahreswechsel die Geschäftsführung übernommen. Meine Eltern sind weiterhin im Unternehmen tätig, unterstützen mich mit operativen Tätigkeiten und fungieren als willkommene Berater bei wichtigen Entscheidungen. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Ich möchte die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern und ihnen mehr Freiräume geben. Bei uns gibt es beispielsweise eine „Ideenprämie“, die zum kreativen Denken außerhalb des vorgegebenen Rahmens animieren soll. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Groß genug, um täglich motiviert zu sein, nicht so groß, dass es zur Belastung würde. ;-) Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Speziell nach dem Einstieg meiner Frau ins Unternehmen, sie führt unser neues Kindermodegeschäft, ist eine Trennung eigentlich nicht möglich. Es bringt aber natürlich auch viele Vorteile, weil uns der Gesprächsstoff nie ausgeht. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Mit meiner Familie. Sei es am See, am Pfänder oder in Lech.

Foto: Philipp Steurer

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Ich versuche, unser Unternehmen, das immerhin schon seit 170 Jahren besteht, an die Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Der stationäre Einzelhandel steht vor großen Herausforderungen und ich glaube, dass eine Zukunft ohne zweites Standbein in der digitalen Welt nur schwer möglich sein wird. Wir sind daher vor einem Jahr mit unserem Onlineshop auf der Plattform farfetch.com gestartet. Neben dem Onlinegeschäft werden aber auch in Zukunft die persönliche Beratung und der unbedingte Servicegedanke weiterhin unsere Kernkompetenzen sein, die es stetig weiterzuentwickeln gilt.

Vita. Studium der Internationalen Betriebswirtschaft in Wien und Neuseeland mit Praktikumseinsätzen in den USA, in Thailand und Holland. Drei Jahre Einkäufer bei Peek & Cloppenburg in Wien und Salzburg. 2011 Übernahme der SagmeisterHerrengeschäfte von Vater Gebhard, seit Jahreswechsel Geschäftsführer des Unternehmens Privat. 36 Jahre, verheiratet, 2 kleine Töchter

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Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Sportler! Als Kind wollte ich Tennisprofi wie Thomas Muster werden und in der Jugend drehte sich bei mir alles um Volleyball. Ich habe in der Bundesliga und im Nachwuchsnationalteam gespielt und davon geträumt, Beachvolleyballprofi zu werden. Wann wussten Sie, dass Sie ins Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Das war zu dem Zeitpunkt, als es passierte, noch nicht geplant. Bei mir war das ganz klar der Sprung ins kalte Wasser. Ich war 2005 gerade im Auslands-Praktikum bei einem Automobilzulieferer in Mexico, als ich am Telefon vom Arbeitsunfall meines Vaters erfuhr. Er hatte sich tragischerweise bei einer Montageabklärung den fünften Halswirbel verletzt und eine Querschnittlähmung erlitten. Ich habe daraufhin sofort meine Zelte in Mexiko abgebrochen, bin ins elterliche Unternehmen eingestiegen und habe versucht, während der Reha-Zeit meines Vaters den Betrieb gemeinsam mit meiner Mutter weiterzuführen. Familiär, persönlich und wirtschaftlich war das natürlich eine unvorstellbare Extremsituation. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Heute leite ich die Firma gemeinsam mit meinem Vater, der sich nach seinem Unfall mit bewundernswertem Einsatz wieder zurück ins Leben gekämpft hat. Grundsätzlich bin ich komplett für das Tagesgeschäft zuständig. Mit meinem Vater habe ich einen genialen Rückhalt als Ideengeber mit riesen Erfahrungsschatz und zur Abstimmung wichtiger Entscheidungen. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Mein Vater hat eine einzigartige und sehr schöne Firmenphilosophie geprägt, die ich gerne so weiterlebe und versuche, in unserer Unternehmenskultur zu verankern. Bei uns ist es nicht so, dass der „Junge“ die neuen Ideen bringt und der „Alte“ nur versucht, zu bewahren. Mein Vater ist selber nach wie vor enorm innovativ und immer aufgeschlossen gegenüber jeder neuen Idee von mir oder unseren Mitarbeitern. Wie finden Sie privat einen Ausgleich? Die Familie ist für mich der wichtigste und beste Ausgleich. Wenn ich nicht eine wunderbare Frau und drei bezaubernde Mädels hätte, würde ich wahrscheinlich bzw. sicher noch mehr arbeiten. Ich liebe es, am Wochenende gemeinsam was zu unternehmen, am liebsten sportlich und in der Natur, z. B. Skifahren, Wandern, Radfahren, Schwimmen. Am schnellsten runterfahren kann ich beim Joggen in unserer herrlichen Natur in Meiningen.

Thomas Märk COOLMÄRK, Rankweil Vita. Matura an der HAK Feldkirch, Prozess- und Projektmanagement Studium (FHV) mit Auslandssemester an der UDEM, Mexico. Praktika bei Hydro Aluminium Nenzing und ZF Sachs, Saltillo/Mexico, 2005 Einstieg ins Familienunternehmen, 2008 Meisterbrief Kälte- und Klimatechnik, seit 2011 Geschäftsführer. 2012 Gründung COOLMÄRK Schweiz Privat. 34 Jahre, verheiratet, 3 Töchter

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Gabriele und Valeria Ölz Ölz GrafikDesign, Dornbirn Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind/Jugendliche? Gabriele Ölz: Eigentlich wollte ich Krankenschwester werden, hatte auch meinen schulischen Weg darauf abgestimmt. Valeria Ölz: Bleistifte und Malfarben waren mein liebstes Spielzeug. Da war mein Berufsziel schon klar. Wie war der Blick auf den Bereich Werbung? Gabriele Ölz: Werbung hatte für mich als Kind mit meinem Vater zu tun, der vor seiner Selbstständigkeit in einer großen Werbeagentur und in erfolgreichen Industrieunternehmen tätig war. Ich denke, dass wir Töchter doch einiges von ihm geerbt haben. Valeria Ölz: Ich habe Werbung schon sehr früh als ausgesprochen schöpferische und engagierte Tätigkeit kennengelernt – daran war mein Vater nicht ganz unbeteiligt – aber auch die Herausforderung, Unternehmensauftritte mitgestalten und prägen zu dürfen. Was ist das Faszinierende an Ihrer Branche? Gabriele Ölz: Die unglaubliche Wandlungs- und Entwicklungsfähigkeit. Auch den unglaublichen technologischen Fortschritt finde ich überaus spannend. Du musst immer up to date sein. Valeria Ölz: Ich finde, dass der Begriff Kommunikation zum einen eine stark zwischenmenschliche Perspektive hat und zum anderen eine technische Komponente – online ist die Zukunft. Ich sehe es auch als Verantwortung, die kommunikative Handschrift von Unternehmen mitprägen zu dürfen.

Ihre Funktion im Unternehmen? Gabriele Ölz: ... ist Abwechslung pur. Ich betreue meinen Kundenstamm, für den ich auch grafisch tätig bin, zeichne für die Administration, Organisation, Mediaplanung und Kalkulation verantwortlich. Valeria Ölz: Mein Aufgabenbereich ist intern und extern gesplittet: Als Grafikerin setze ich gemeinsam mit unserem Team von zwei weiteren GrafikerInnen visuelle Konzepte um – in einer großen und vielseitigen Bandbreite, die von der Joghurt-Etikette bis hin zum Gemeinschaftsmessestand reicht. Welche Visionen gibt es? Valeria Ölz: Visionen müssen für mich realistische Voraussetzungen haben. Wir wollen eine feine Werbeagentur sein, die ein breites Leistungsspektrum abdeckt und sich mit guten Netzwerkpartnern speziell im Zukunftsmarkt „neue Medien“ verstärkt. Gabriele Ölz: Für mich sind Visionen in erster Linie Optimierungsmöglichkeiten – denn je besser die Agentur ist, umso mehr Erfolg wird sie auf dem Markt haben und wirtschaftlich erfolgreich sein.

Fotos: Bernd Hofmeister, Studio22 Marcel Hagen

Vita Gabriele Ölz. Abschluss an der Fachschule für wirtschaftliche Berufe Marienberg sowie diverse Weiterbildungskurse, seit der Firmengründung 1995 in der Agentur tätig, 2011 gemeinsam mit Valeria Übernahme der Geschäftsführung, 39 Jahre

Vita Valeria Ölz. Nach dem Absolvieren des BORG Dornbirn-Schoren (Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten) Besuch der Werbe Design Akademie in Innsbruck, seit 2004 in der Agentur, 32 Jahre

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Alexander Abbrederis pratopac, Klaus Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind/Jugendlicher? Mein Vater war viele Jahre lang Geschäftsführer bei GIKO – pratopac ist daraus hervorgegangen. Entsprechend war das Unternehmen bei uns zu Hause präsent und auch immer wieder Thema. Ich habe in den Ferien oft und auch gerne dort gearbeitet. Diese Erfahrungen helfen mir heute sehr. Wann wussten Sie, dass Sie in das Unternehmen mit einsteigen möchten? Das war ursprünglich nicht der Plan – zumal es damals auch kein Familienunternehmen war. Ich sah für mich eher eine andere berufliche Zukunft. Es hat sich dann aber zum richtigen Zeitpunkt eine Möglichkeit in der Firma aufgetan und diese habe ich genutzt. Als mein Vater dann die papierverarbeitenden Teile des Unternehmens übernommen hat und wir pratopac gegründet haben, hat der Weg sich schon etwas klarer abgezeichnet. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Der konstante Wandel. Verpackun­ gen haben einen massiven Einfluss auf unser aller Leben und es hat für mich oberste Priorität, dass wir unseren Kunden eine maßgeschneiderte Lösung anbieten können. Unser sehr breites Produktportfolio ist dafür bestens geeignet. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Es gibt zweifelsohne Druck – größtenteils aber selbst verursacht. Mein Vater hilft dann gerne weiter und unterstützt mich mit seiner Erfahrung. Er genießt zwar seinen wohlverdienten Ruhestand, ist aber nach wie vor oft im Betrieb und für uns dadurch eine große Stütze. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Ich treibe viel Sport – im Sommer auf dem Bike, im Winter auf Tourenski. Auch die Junge Wirtschaft, bei der ich im Vorstand mitarbeiten darf, ist nicht nur ein guter Ausgleich, sondern unterstützt mich auch in meiner persönlichen Entwicklung. Ich kann das nur jedem jungen Unternehmer und Wirtschaftsinteressierten empfehlen. Wohin wollen Sie das Unternehmen führen? Wir haben vor Kurzem „einpac“ gegründet und können unserem Kunden nun auch die Abfüllung seines Produktes anbieten – ein konsequenter Schritt, um uns als Komplettanbieter für Verpackungen zu positionieren. Darüber hinaus bemühen wir uns, unsere Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Generell ist das Thema Nachhaltigkeit bei uns im Betrieb sehr hoch angesiedelt. Abseits von pratopac: Ich wünsche mir, dass unser Wirtschaftssystem auf neuen Eckpfeilern ruht – und wir konsequent hinterfragen, wie wir in Zukunft wirtschaften sollen. Die diesbezügliche IST-Situation ist wenig befriedigend, Gewinn steht über allem anderen. Das kann und darf nicht einzige Maxime unseres Wirtschaftens sein.

Vita. Nach einem kurzen Ausflug zur FH in Liechtenstein folgte ein halbes Jahr Praktikum in London. Anschließend BWL-Studium in Innsbruck mit Praktikum in Los Angeles. Erster Job im Bereich Marketing bei der Hypo Landesbank. Im Anschluss Start bei GIKO Verpackungen und nachfolgend bei pratopac und einpac. Seit 2015 im Vorstand der Jungen Wirtschaft Vorarlberg Privat. 35 Jahre, verlobt

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Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Einen genauen Zeitpunkt kann ich da nicht wirklich nennen. Den Gedanken, einmal in der Firma mitzuwirken, hatte ich sehr früh. Wirklich konkret damit auseinandergesetzt habe ich mich, als 2009 ein Unternehmensbereich an einen Mitarbeiter übergeben oder verkauft werden sollte. Damals hatte ich die Entscheidung getroffen, bei Hefel Technik mitzumachen, wollte davor aber noch weitere Erfahrungen in anderen Betrieben sammeln. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Es ist die enorme Vielfalt an Lösungen, die sich durch unsere Kernsegmente ergibt. Dadurch haben wir täglich mit unterschiedlichsten Kunden in verschiedensten Branchen zu tun, mit denen neue innovative Produkte und Systeme entwickelt werden. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Angefangen hatte ich mit der Auftragsbearbeitung und dem Vertrieb. Dies war gut, um unsere Produkte und Kunden besser kennenzulernen. Nach einiger Zeit kamen dann die Bereiche Personal und Finanzen dazu. Seit Ende letzten Jahres bin ich, gemeinsam mit meinem Vater und Jürgen Mattivi, in der Geschäftsleitung als Geschäftsführer tätig. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Mittlerweile funktioniert es immer besser. So wird beispielsweise beim gemeinsamen Mittagessen etc. versucht, das Geschäftliche möglichst herauszuhalten. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Derzeit liegt mein Augenmerk darauf, interne Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten und gerade im Bereich der Sekundärprozesse möglichst Zeit zu sparen. Gemeinsam mit Jürgen Mattivi arbeite ich an der Optimierung der gesamten Organisationsstruktur. So bleibt in Zukunft mehr Zeit für den Kontakt mit den Kunden und für die Produktentwicklung. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Derzeit haben wir noch drei eigenständige Visionen, welche wir in den nächsten Monaten zu einer Gesamtvision zusammenführen werden. Gemeinsam ist allen, dass unsere Produkte der industriellen Bildverarbeitung zu den gefragtesten in dem jeweiligen Anwendungsbereich gehören sollen.

Fotos: Roland Paulitsch, Philipp Steurer

Simon Hefel Hefel Technik, Dornbirn Vita. Nach Abschluss der Fachschule für Nachrichtentechnik Berufserfahrung im Verkauf und anschließend im Einkauf. Weiterbildungen in den Bereichen Kommunikation und Verkauf. 2016 Abschluss des berufsbegleitenden Studiums zum Business Manager am WIFI Dornbirn über die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (M/O/T) Privat. 30 Jahre, verheiratet, 2 Töchter

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Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Schon als Kind war für mich klar, dass ich in der Holzbaubranche arbeiten möchte. Die Entscheidung, dass dieser Wunsch auch in die Tat umgesetzt wird, habe ich erst in meiner Jugend getroffen. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Mein Aufgabenbereich liegt in der Arbeitsvorbereitung und Projektleitung. Das heißt, bislang übernehme ich Projekte vom Tag der Vergabe bis zur Fertigstellung. Ein solch breites Leistungsspektrum ermöglicht Einsicht bis ins kleinste Detail eines Projek­ tes, setzt aber auch die Zusammenarbeit mit Bauherren, Subunternehmern und Mitarbeitern voraus. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Unser Unternehmen gilt als eines der innovativsten in der Branche. Dies gilt es aufrecht zu erhalten. Wir haben uns in den vergangenen Jahren auf die Modulbauweise spezialisiert. Das heißt, dass fertige Raumzellen (Wohnungen, Hotelzimmer,…) bei uns im Werk gefertigt werden und schlüsselfertig ausgeliefert werden. Diese Bauweise eröffnet uns durch die extrem kurze Montagezeit neue Märkte und Möglichkeiten, was bei der ständig wachsenden Konkurrenz im Holzbau von größter Wichtigkeit ist. Ich denke, dass diese Bauweise noch viel Potenzial hat und es gilt, dieses auch zu nutzen. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Man versucht es zumindest so gut es geht. Natürlich bleiben berufliche Differenzen am Mittagstisch bzw. im Privatleben nicht unbemerkt. Trotzdem findet man immer wieder einen Weg, diese aus der Welt zu schaffen. Ansonsten wäre ein Arbeiten innerhalb der Familie nicht möglich. Wie finden Sie einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Wichtig ist, die Zeit, die man für sich hat, sinnvoll zu nutzen. Im Winter gehe ich leidenschaftlich gerne auf die Skipiste, im Sommer bringe ich mich gerne beim Baden oder Wandern auf andere Gedanken – und sofern es die Zeit zulässt, unternehme ich hin und wieder eine Städtereise. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Die Fußstapfen, die mir vorgegeben wurden, sind sehr groß. Jedoch geschieht ein Geschäftsführerwechsel nicht von einem Tag auf den anderen. Ich arbeite schon seit Jahren an der Seite meines Vaters, langjähriger Mitarbeiter und eines guten Teams. Somit kann ich optimistisch und mit gutem Gewissen in die Zukunft blicken.

Matthias Kaufmann Vita. Abschluss der Ausbildung an der HTL Rankweil (Hochbau). Im Anschluss an den Zivildienst beim Roten Kreuz, ab 2005 Tätigkeit als Techniker bei Kaufmann Bausysteme in Reuthe. Nach drei Jahren Wechsel nach London zu Bere Architects. Im Jahr 2010 Einstieg in das Familienunternehmen in Reuthe Privat. 31 Jahre, ledig, 2 Schwestern, 1 Bruder

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Foto: Klaus Hartinger

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei, Reuthe


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Den Blick mit Femto-Lasik schärfen Weltweit lassen sich pro Jahr über 1 Million Menschen den Blick mit dem Laser schärfen, um unabhängig von Brille oder Kontaktlinse sehen zu können.

Was den Patienten am meisten interessiert: Wodurch können Komplikationen vermieden werden? Wie sind die Schmerzen während und nach der Behandlung? Wann kann ich wieder autofahren und arbeiten? Moderne Technik. Mit dem FS 200 Laser der Firma Wavelight steht Professor Philipp als erstem in Österreich zusätzlich zum highend Excimer Laser Allegretto wave Eye-Q neuerdings einer der innovativsten Femtosekunden-Laser zur Verfügung. Dabei handelt es sich um die schnellste Plattform der Welt. Mit noch nie da gewesener Präzision kann mit beiden Lasern so die Fehlsichtigkeit behandelt werden. Alle Operationsschritte werden durch einen Laser durchgeführt mit einer unvorstellbaren Genauigkeit (Abweichung weniger als 7 Mikrometer). Man spricht deshalb auch von einer „klingenlosen Lasik“. Ein wei-

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Die Refractive Workstation von Wavelight mit dem modernsten und schnellsten Femtosekunden-Laser der Welt.

terer Vorteil von Femto-Lasik ist die praktische Schmerzfreiheit und die rascheste heute mögliche visuelle Rehabilitation, wobei in der Regel bereits nach einem Tag wieder Autofahren und Arbeiten möglich ist. Dies kann weder mit der NoTouch-Methode (cTEN) noch mit einer anderen Methode erreicht werden. Beste Ergebnisse. Durch diese neueste Technik können Komplikationen weitgehend vermieden werden, da alle entscheidenden Operationsschritte ausschließlich durch Computer gesteuerte Laser durchgeführt werden. Mit FemtoLasik haben wir so quasi das Sicherheitsnetz in der Laserchirurgie, das wir uns so lange gewünscht haben. Zusätzlich zu Femto-Lasik werden von Dr. Philipp in altbewährter Weise EpiLasik, Lasek und auf Wunsch mancher Patienten auch die No-Touch-Methode angeboten.

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„Ich brenne vor Ideen“

Foto: Marco Borggreve

Die erste Schubertiade fand 1976 in Hohenems statt. Heute ist die von Gerd Nachbauer geleitete Schubertiade mit rund 80 Veranstaltungen und 40.000 Besuchern jährlich das weltweit renommierteste SchubertFestival. Die Saison beginnt heuer am 22. April in Hohenems und endet dort am 11. Oktober, in Schwarzenberg findet sie vom 18. bis 26. Juni sowie vom 23. bis 31. August statt. Julian Prégardien tritt am 10. Mai in Hohenems auf und am 29. August in Schwarzenberg.

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Sie singen heuer in Schwarzenberg und Hohenems ein reines SchubertProgramm. Welche Herausforderung stellt sich für Sie dabei als Tenor dar? Die große Herausforderung ist, dass die Schubertiade die Gesamtaufführung aller Schubert-Lieder realisiert. Jeder Sänger hat einen Pool an Liedern vorgeschlagen bekommen. Sie sollen dramaturgisch so eingegliedert werden, dass das für das Publikum wie auch für die Ausführenden einen schönen Liederabend ergibt. Der „Graf von Habsburg“ nach Schiller hat beispielsweise sehr lange Strophen, da musste mir und meinem Pianisten etwas einfallen, wie wir das dem Publikum schmackhaft machen können. Verraten Sie, wie Sie vorgehen werden? Das sollte man dann herausfinden, aber auch „Kaiser Maximilian auf der Martinswand“ hat etliche Strophen. Ich nehme mir die Freiheit, dass ich die Sage als Rahmengeschichte vortrage. Haben Sie eine besondere Affinität zu Schubert entwickelt? Ja, das geschieht unweigerlich, wenn man sich so intensiv mit einer Künstlerpersönlichkeit beschäftigt. Ich habe mir eine Bibliothek zugelegt. Abgesehen von den Standardwerken ist beispielsweise „Der Spielmann vom Himmelpfortgrund“ von Kurt David ein wunderbares Buch. Das Festival hat nicht nur einen besonderen Ruf, das Publikum ist, wie man erfahren kann, in der Tat ein sehr kompetentes. Der Rahmen ist ohne Frage ein besonderer. Ich erfahre sowohl von der künstlerischen Leitung als auch von den Kollegen, dass ich willkommen bin. Es ist auch in keiner Weise ein konservatives Festival. Es gibt eine Stammhörerschaft, die ihren Schubert haben will, aber das durchaus in der Tradition des 20. Jahrhunderts. Es wäre zudem töricht, dort etwas provozieren zu wollen. Gemeinsam mit meinem Vater hatte ich bei meinem ersten Auftritt eine als mutig zu betrachtende Bearbeitung vorgetragen. Wir waren dann positiv überrascht.

Noch eine Frage zur „Winterreise“. Der Liederzyklus steht für die meisten Schubert-Interpreten im Zentrum. Wie erklären Sie sich die Faszination? Jede „Winterreise“ ist auch eine Reise in die Lebenszeit von Franz Schubert. Das Werk ist nicht so konzipiert worden, wie es heute aufgeführt wird. Die Aufführung mit 24 Liedern ist im Grunde genommen schon eine Bearbeitungsform. In der Expressivität waren einige Lieder für die damalige Zeit unerhört. Dieses Unerhörte sich auch heute noch zutragen zu lassen, ist eine spezielle Herausforderung. Es eröffnen sich stets neue Sichtweisen, das kenne ich von keinem anderen Stück. Haben Sie Lieder entdeckt, die Sie überrascht haben? Überrascht war ich weniger, aber es waren immerhin Energieperlen zu entdecken und etwa ein Fragment, das ich vervollständigt habe und das wir im August aufführen werden. Sie haben auch Alte Musik in Ihrem Repertoire. Welchen Stellenwert hat sie? Ich sehe diesen Begriff nicht als etwas epochal Begrenztes. Ja, ich singe Barockmusik, die Frage bleibt aber, inwieweit man sich in aufführungspraktischer Hinsicht Anregungen aus der Vergangenheit holen kann. Der Wahlspruch ist nicht von mir, sondern Nikolaus Harnoncourt hat immer gesagt, dass man keine authentische Aufführung herstellen kann, man kann nur selbst authentisch sein. Es geht also auch um eine liebevolle Betrachtung der Überlieferung. Ihr Vater Christoph Prégardien ist ein weltbekannter Künstler. War es für Sie von vornherein klar, dass Sie ebenfalls Musiker bzw. Sänger werden oder gab es einen Plan B? Musiker werden zu wollen, das habe ich schon in der Kindheit geäußert. Als ich mit dem Studium begonnen habe, war noch nicht klar, dass ich Sänger werde. Mich hat auch Musikmanagement interessiert. Ich plane nun, ein Musiklabel aus der Taufe zu heben. Das Berufsbild als Sänger sehe ich zudem vielfältig und breit gefächert.

Julian Prégardien hat ein mutiges SchubertiadeDebüt erfolgreich gemeis­ tert. Der deutsche Tenor ist längst international unterwegs, brennt vor Ideen und hat in seinem berühmten Vater Christoph Prégardien einen wunderbaren Austauschpartner. Sie haben gemeinsam mit Ihrem Vater Projekte verwirklicht. Inwieweit werden Sie diese fortsetzen? Das nächste große Projekt ist eine konzertante Aufführung des „Idomeneo“ unter Kent Nagano. Dann kommt ein MonteverdiProgramm mit „Ulisse“ und „Orfeo“. Ist Ihr Vater konkret ein Vorbild? Man hat ein Vorbild und geht dann doch seinen Weg. Ich bin froh, dass mein Vater ein Vorbild ist, dass ich aber nicht bei ihm studiert habe. Wir haben eine gute Basis, auf der wir uns austauschen. Werden Sie vor allem beim Liedfach bleiben oder soll es in Zukunft mehr Musiktheater geben? Ich beschäftige mich intensiv mit Schubert und Schumann. Britten würde mich aber auch sehr reizen. An der Bayerischen Staatsoper singe ich den Oberon. Mit Carl Maria von Weber setze ich mich schon länger auseinander. Bei Mozart sind es die Partien Idamante, Tamino und Belfiore, im „Eugen Onegin“ ist es der Lenski. Worauf ich mich freue, ist auch die „Johannespassion“. Eine Frage zum Alltag. Wo finden Sie den Ausgleich zum anspruchsvollen Beruf? Im Familienleben. Ich habe drei Kinder im Alter von einem halben Jahr, drei und fünf Jahren. Ich muss aufpassen, dass ich mir den Kalender nicht zu voll schreibe. Ich brenne vor Ideen. Wenn ich die Gründung eines CD-Labels erwähne, dann heißt das auch, dass ich manchmal 18 Stunden am Tag arbeite. Ich versuche sehr fokussiert zu arbeiten, wenn ich unterwegs bin, damit ich zu Hause Freiraum habe, um mir den Alltag von den Kindern bestimmen zu lassen. Christa Dietrich

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Historie inklusive Essen, trinken, schlafen – schon allein nur um diese ureigensten Grundbedürfnisse zu befriedigen, ist man in Wien bestens aufgehoben. „kontur“ verrät Ihnen, welche Adressen sich dafür wunderbar eignen.

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Von Hotels in prunkvollen Prachtbauten bis hin zu alteingesessenen, einfachen Beisln – was die Gastronomie in Wien betrifft, ist die architektonische Bandbreite mindestens genauso hoch wie die kulinarische Vielfalt. In den vergangenen Monaten wurde so manches Traditionshaus in der österreichischen Hauptstadt einer wohltuenden „Frischzellenkur“ unterzogen. Moderne Elemente hielten Einzug, bewahrt wurde dabei aber in allen Fällen der historische Kern. Mit neuen Konzepten und innovativen Ideen sind vier Hotspots für Wien und seine Gäste entstanden – und alle haben eines gemeinsam: man spürt den Hauch vergangener Tage, während man sich auf völlig neue Eindrücke und Genüsse freuen darf.

Küss die Hand

Foto: Grand Ferdinand

Es war ein langgehegter Wunsch von Florian Weitzer, Wien um ein glanzvolles Hotel zu bereichern. Dass es ihn mit dieser Idee an die Ringstraße zog, verwundert nicht, ist die Prachtstraße doch schon seit der Weltausstellung 1873 ein Ort klingender Hotelnamen. In 188 Zimmern und drei Restaurants vereint das Grand Ferdinand das Schöne und den Genuss vergangener Tage mit den feinen Annehmlichkeiten von heute. Garniert wird die Gesamtkomposition mit extravaganten Details – von der Oase im Innenhof bis hin zur Stadtrundfahrt im geschichtsträchtigen Jaguar. Die Überzeugung von Florian Weitzer, dass „Schönheit keinesfalls eine Geldfrage, keine Designfrage

Im Grand Ferdinand kann man den Hotelalltag neu erleben: Die Eleganz alter Mauern wird mit allerhand Unerwartetem garniert.

und schon gar kein Wettlauf der Kreativität – sondern ganz einfach eine Einstellungssache ist“, wird in den Zimmern in fünf Kategorien sichtbar. Jedes einzelne ist eine maßgefertigte Komposition aus zeitloser Eleganz, neuzeitigem Komfort und gefühlvollen Extras: Da wird das Licht wie früher mit Keramikschaltern im wahrsten Sinne des Wortes „aufgedreht“, die Duschwände aus Glasbausteinen sind eine Reminiszenz an die Entstehungszeit des Gebäudes, die 1950er. Für noble Harmonie sorgt in allen Zimmern ein elegantes Wechselspiel von Betthäuptern und Spiegelumrandungen in Weiß, dunklen Holzböden und anthrazitfarbenen Wänden. Der runde, mit Ledergurten umrandete Spiegel über dem Waschbecken ist ein von Gubi im Stil von Jacques Adnet nachgebauter Design­ klassiker. Details wie innenliegende, faltbare Fensterläden aus weißem Holz vervollständigen die stimmig inszenierte Ausstattung. Ob Hotelgast oder nicht: Lustvoll essen lässt es sich im Grand Ferdinand Restaurant. Teilweise vergessene Genüsse wie Kaisersuppe oder Veilcheneis Sisi dürfen hier wieder klischeefrei aufleben – ehrlich gekocht, von einer exqusiten Weinkarte begleitet. Der hohe Anspruch an die Kulinarik findet seinen Ausdruck auch in der Architektur – und in den stimmigen Details: prachtvolle Luster, lederbezogene Bänke, Marmortische auf Messingbeinen, Porzellan mit Goldrand und Besteck von der Wiener Silber Manufactur. Für den Ein- und Ausklang glanzvoller Nächte oder den kleinen Hunger zwischendurch steht im Grand Ferdinand mit dem „Gulasch & Champagne“, dem GastroOutlet mit separatem Eingang, ein weiterer kulinarischer Treffpunkt bereit. Von 11 bis 00.30 Uhr werden hier Gulasch, Würs­ tel und Leberkässemmel sowohl mit feinstem Champagner als auch mit

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Hotel Grand Ferdinand. Schubertring 10–12, 1010 Wien, +43 1 91880, www.grandferdinand.com

Steiermark-Connection Martin Pichlmaier ist Gastronom mit Leib und Seele. Nach Jahren in Spitzenhäusern erfüllt er sich nun, zusammen mit seinem Bruder Werner und seiner Frau Christiane, als neuer Besitzer des Traditionsgasthauses „Zum Herkner“ einen Traum. Zwei Jahre lang waren die Pforten an der Dornbacher Straße 123 geschlossen, vor wenigen Monaten sind sie nach intensiver Umbauphase als „Pichlmaiers Zum Herkner“ neu eröffnet worden. Hauptaugenmerk wurde auf ursprüngliche Grundrisse und Einrichtungsmateri-

Zeitlose Eleganz, neuzeitiger Komfort und gefühlvolle Extras prägen das Grand Ferdinand.

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Pichlmaiers bringen Ursprüngliches und Modernes in Einklang.

Fotos: Grand Ferdinand, Pichlmaier's zum Herkner, Pramerl & the Wolf

Pfiff-Bier veredelt. Der dritte kulinarische Hotspot, die Grand Étage über den Dächern von Wien, ist exklusiv Hotelgästen, deren Besuchern und Gästen mit spezieller Grand Étage-Clubmitgliedschaft vorbehalten und wird von früh bis spät mit höchsten Genüssen kulinarisch bespielt. Der Rooftop-Pool und ein offener Kamin für die kältere Jahreszeit runden das Gesamterlebnis Grand Étage würdig ab.

Durch die Renovierung wurde das Herkner-Haus am Fuße des Wienerwaldes aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Und wie es sich für ein echtes Wiener Gasthaus gehört, ist die gemütliche Pawlatschen natürlich auch restauriert worden. Der Festsaal mit den weiteren Eventräumlichkeiten und einem „Private Table“ auf der zweiten Etage, die insgesamt für 90 Personen Platz bieten, werden ebenfalls „bespielt“.


alien gelegt, wobei die Bretschneider-Schank aus den 1950erJahren Prunkstück und „Seele“ der Stube ist. „Zum Herkner“ war stets ein Familienbetrieb. Und diese Tradition wird weiter fortgesetzt: auch Pichlmaiers Vater, der als renommierter Koch über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt ist, sowie seine Mutter werden mit ihren langjährigen Erfahrungen zur Seite stehen. So ist zum Beispiel das berühmte Gulasch des Vaters ein Fixstarter auf der Speisekarte. Apropos Speisekarte. Die spielt, wie sollte es anders sein, alle (Wiener) Stückerl’n. Hier trifft sich moderne, österreichische Küche mit Klassikern wie Tellerfleisch, Krautfleckerln und Topfenstrudel. Dass die Zutaten regional eingekauft werden, versteht sich von selbst. Die Weinkarte ist ebenfalls mit vielen Jahrgängen heimischer Winzer ausgestattet. „Wir vereinen die hundertjährige Tradition des Hauses, das den längst vergessenen Wienerwald Charme ausstrahlt, mit den Raffinessen gehobener Gastronomie. Darüber hinaus wird es bei uns das Aufsteirern im Gastgarten und zahlreiche andere Events für Wein- und Gourmetliebhaber geben“, ergänzt Martin Pichlmaier. Gelungene Renaissance einer Legende.

Dabei folgen Wolfgang Zankl und sein Team ihrer Leidenschaft für naturbelassene Weine und große, gereifte Tropfen. Pramerl & the Wolf. Pramergasse 21, 1090 Wien, +43 1 9464139, www.pramerlandthewolf.com, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag von 18–24 Uhr

Ein kleines Schmuckstück Wenn vier Vollblut-Gastronomen gemeinsame Sache machen, kann daraus ja eigentlich nur ein „Kleinod“ entstehen. In der gleichnamigen Bar sind mit Alexander Batik, David Schober, Oliver Horvath und Phillip Scheiber gesammelte 60 Jahre Branchenerfahrung am Werk. Ihre Idee war es, gemeinsam eine Bar

Pichlmaier’s Zum Herkner. Dornbacher Straße 123, 1170 Wien, +43 1 4801228, www.zumherkner.at, Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag: 11.30–22 Uhr, durchgehende Küche

Keine Angst vor dem Wolf „Wie viel Hunger habt Ihr?“, „Was wollt bzw. sollt Ihr nicht essen?“, „Wie viel Zeit bringt Ihr mit?“ – diese Fragen stehen im „Pramerl & the Wolf“ mit an erster Stelle, denn sie bestimmen Umfang, Inhalt und Rhythmus des Menüs. Was dann genau auf die Teller kommt, erfährt der Gast am Tisch. Denn das Team serviert kein à la Carte, sondern ausschließlich auf die Gäste abgestimmte Gänge – Carte blanche lautet das Konzept, die Kunst des Weglassens wird in feinster Manier ausgeübt. „Wir verschreiben uns der Reduktion auf das Wesentliche. Unsere Formel lautet – ideenreiche Kulinarik in ungezwungener Atmosphäre – legeres, gemütliches Ambiente ohne Abstriche bei der Qualität der verwendeten Lebensmittel“, erklärt Wolfgang Zankl, der das alteingesessene Beisl mit Bretschneider-Schank zum Restaurant gewandelt hat. Das Ergebnis: „Pramerl & the Wolf“ – und eine Liaison der Gegensätze, die Lust auf mehr macht. In der Küche wird Regionales mit internationalen Einflüssen gepaart, wobei allen Produkten dieselbe Wertschätzung entgegengebracht wird. Gemüse fristet kein Dasein als Nebendarsteller, sondern spielt als gleichberechtigter Partner in der Küche oft die Hauptrolle. Auch bei der Weinauswahl genießen Handwerk und Geschmack oberste Priorität. Mit Akribie wird nach kleinen Produzenten von individuellen Weinen mit Charakter gesucht.

„Pramerl & the Wolf“: Gemütliches Ambiente trifft auf puristisches Design.

Küchenchef und Inhaber Wolfgang Zankl (Mitte) mit seinem Team.

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„aus der Zielgruppe für die Zielgruppe“ zu erschaffen. Und was soll man sagen: Das „Kleinod“ bietet mitten in der Innenstadt ein Kaleidoskop flüssiger Juwelen – aber noch viel wichtiger, einen Ort an dem man sich immer willkommen und wohl fühlt. Und auch die Location ist besonders. Das Deutschordensgebäude feierte im vergangenen Jahr sein 850-jähriges Jubiläum. Dank Industrial Designer Ben Toth wurde hier der perfekte Rahmen für das Bar-Konzept geschaffen. „Spirits to Spirits“ ist die rote Linie, die sich durch die leidenschaftlichen Cock-

tail-Konzepte zieht. Die Entwicklung von Drinks und Rezepturen, deren Zutaten oft aus hauseigener Produktion stammen, wird im „Kleinod“ regelrecht zelebriert. Wasabi Martini, Gin Basil Smash, Earl Grey Fizz oder Oriental Hugo – nur ein paar Beispiele, die sich hier zusammengefunden haben. Sabine Blechschmidt Bar Kleinod. Singerstraße 7, Ecke Blutgasse, 1010 Wien, +43 1 5120325, www.kleinod.wien, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 13–4 Uhr, Sonntag von 16–2 Uhr

Die Messingfüße der maßgefertigen Tische greifen das Logo der Bar schematisch auf und dienen gleichzeitig als Ambientebeleuchtung. Ein weiteres Herzstück ist die konkav verspiegelte Flaschengalerie, in der neben Shaker-Sammlerstücken ausgewählte Spirituosen imposant präsentiert werden.

Die „Kleinod“-Gründer: Oliver Horvath, Philipp Scheiber, Alexander Batik und David Schober.

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Fotos: Bar Kleinod

Historischer Rahmen, komplett überarbeitet: der Innenraum der Bar.


Lebe deinen Stil! Mohren Pale Ale

A b s o fo r t im Handel erhältlich! Mehr Infos auf www.mohrenbrauerei.at facebook.at/Mohrenbrauerei


Mitspielen und eine Donau-Kreuzfahrt gewinnen Seit 19. März erscheint zehn Wochen lang jeden Samstag ein Fragebogen mit 10 Vorarlberg-Fragen in den VN und auf VOL.AT. Wer alle Fragebögen bis zum 26. Mai 2016 einreicht, kann gewinnen: Als Hauptpreis eine Donau-Kreuzfahrt für zwei Personen von ÖAMTC-Reisen und als zweiten Preis einen Erholungsurlaub im Hotel Wartherhof in Warth. Weitere Preise sind Karten für „Turandot“ der Bregenzer Festspiele und Gutscheine von Das Buch. Die Preise werden im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung am 29. Juni 2016 in der AK Feldkirch überreicht. Mehr dazu jeden Samstag in Ihren VN und auf VOL.AT


Public Events 2016 Samstag, 09. April 2016

Soul Kitchen - Live Entertainment á La Carte

Ein Abend voller Rhythmus und temperamentvoller Musik zum Grooven mit der SOUL Kitchen BAND, dazu Genuss mit einem SOUL Food-Buffet á la MO und einer Fahrt über dem Bodensee das ist 110% Entertainment! | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz

Samstag, 28. Mai 2016

Shake the Ship

„Lakeshaker“ Richie Loidl & Friends laden nach den großen Vorjahreserfolgen zur 6. Runde des Bodensee Boogie Festival ein! Internationale Top-Stars der Szene sorgen an Bord der Sonnenkönigin für Stimmung und Lebensfreude. | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz

Samstag, 16. Juli 2016

White Night - Sommernacht der Königin

Die Sonnenkönigin bittet zum Tanz in den Sommer. Ein majestätisches Schiff – der abendliche Bodensee – Chillout auf dem Sonnendeck – Sommerfeeling pur. Dresscode: sportlich - elegant und ganz in Weiß. | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz

Freitag, 14. Oktober 2016 / Samstag, 15. Oktober 2016

OktoberFestParty

O’zapft is! Bei der OktoberFestParty mit Weißwurst, Brez’n und Fohrenburger Bier auf dem Eventschiff Sonnenkönigin im Hafen Bregenz bringt zünftige Musik und Stimmung das Tanzbein zum Schwingen! Einlass: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz

Samstag, 03. Dezember 2016

Weihnachten auf dem Bodensee

Erleben Sie Weihnachten an Bord der Sonnenkönigin! Verbringen Sie am Samstag, 03. Dezember einen stimmungsvollen und genussreichen Abend in exclusivem Ambiente. Das eigens für diesen Abend arrangierte Programm garantiert einen stimmungsvollen Winterabend auf dem Bodensee. Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz

Aktuelle Informationen unter www.sonnenkoenigin.cc presented by:


Foto: Klaus Hartinger

Ulrike Delacher. Geboren 1973, auf-

gewachsen in Ried im Oberinntal/Tirol. Nach dem Lehramtsstudium der Germanistik und Psychologie / Philosophie / Pädagogik in Innsbruck und zwei Jahren Lehrtätigkeit an der Emory University in Atlanta/USA folgt 2001 der Wechsel nach Vorarlberg in die Unternehmensberatung, Schwerpunkt Kommunikation. Nach dem Aufbau der Stabstelle für Kommunikation in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern professionalisiert sie von 2004 bis 2006 die Kommunikationstätigkeit durch das Studium der PR und integrierten Kommunikation an der DonauUniversität Krems. 2008 heuert sie als Flugbegleiterin bei Lufthansa an, um sich zwei Jahre lang die Welt anzuschauen. Im Anschluss kommuniziert sie für die Medizinische Universität Innsbruck, führt eine Chefredaktion und realisiert in der Selbstständigkeit PR-Projekte. 2014 kehrt sie als Leiterin der Unternehmenskommunikation in die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft zurück. Ulrike Delacher lebt in Dornbirn, wochenendweise in Innsbruck.

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Eine Tirolerin im Ländle Was Piloten und Ärzte gemeinsam haben und welche Rolle der Karren bei einer ganz persönlichen Auszeit spielt – 10 Fragen an die Leiterin der Unternehmenskommunikation der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, Ulrike Delacher. Von der Schule über den Journalismus bis zur Lufthansa – Ihre Interessen sind vielfältig. Gibt es noch berufliche Träume oder sind Sie angekommen? Träume verändern sich, kommen und gehen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sie nie aufgeben darf. Persönlich hatte ich einerseits den Willen, andererseits aber auch das große Glück, viele Träume tatsächlich Realität werden zu lassen, etwas auszuprobieren. Nicht alles war ein lang gehegter Lebenstraum, manches hat sich durch Zufall, anderes aus Neugier ergeben. Meine Ausbildungen haben immer zur Orientierung beigetragen. Jetzt tut es gut, wieder anzukommen und mich einzurichten, meine Erfahrungen zu bündeln und einzusetzen. Die Arbeit bei der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft bietet dazu alle Möglichkeiten. Die Aufgaben hier sind abwechslungsreich – in einem tollen Umfeld und mit einem kompetenten Team – das macht Spaß. Als ehemalige Flugbegleiterin: Gibt’s Parallelen zwischen Krankenhaus und Flugbetrieb? Die gibt es in der Tat. In beiden Bereichen handelt es sich um Hochrisikoberufe, bei Piloten wie bei Ärzten. Bei beiden gilt: Die erfolgreiche Dienstleistung ist ohne ein gutes Team im Hintergrund – bei den einen die Flugbegleitung, bei den anderen die Pflege – nicht möglich. Da wie dort geht es um routinierte Abläufe und Sicherheit, da wie dort liegt der Schwerpunkt in der Verantwortung und im Teamgeist. Sich kümmern lautet die Devise. Mein Bereich der Unternehmenskommunikation ist hier eine unterstützende Servicestelle im Krankenhausbetrieb. Das Thema Gesundheit bestimmt Ihren Job. Was machen Sie selber für Ihr Wohlbefinden? Die Arbeitstage sind mit Kommunizieren und Organisieren ge-

füllt, das liegt mir. Am Abend oder am Wochenende tut es mir dann sehr wohl, wenn ich mir eine Auszeit für mich nehmen und abschalten kann. Auch die Psyche oder Seele muss sich erholen, zum Beispiel auf dem Fußweg zum Dornbirner Karren. Was die physische Gesundheit sonst noch anbelangt, lege ich als Foody oder Genießerin großen Wert auf gutes Essen, das schmeckt. Noch besser ist es, wenn es auch noch gesund ist. Wenn auch Krankheiten zur Arbeit gehören: Beeinflusst das das eigene Leben? Die Arbeit in der Kommunikation für die Landeskrankenhäuser hat nicht ständig mit Berichten über Krankheiten und deren Therapie zu tun. Wir bereiten diese Themen unter dem Fokus der Behandlungsmöglichkeiten und der Expertise in den Krankenhäusern für die Öffentlichkeit auf, um zu informieren. Schon in der internen Recherche dafür stellt sich für mich immer wieder das Vertrauen in unsere Medizin und Pflege ein. Deshalb beruhigt mich das eher, als dass es mich bedrückt. Andererseits begegnet man im Krankenhaus oft Menschen, die gezeichnet sind von ihrer Erkrankung. Das berührt, besonders, wenn man die Person auch noch kennt. Man wünscht ihnen das Beste – und hofft mit ihnen auf die Medizin und ihre Wirkung. Solche Begegnungen lassen innehalten und schleifen das Bewusstsein. Sie sind ja als „Wiederholungstäterin“ zurück in Vorarlberg. Was macht das Ländle so anziehend? Zurückgekommen bin ich wegen der Arbeit, von der ich glaube, dass sie eine der spannendsten und abwechslungsreichsten Aufgaben überhaupt ist. Und Heimat ist da, wo das Herz ist, das schlägt bei mir für Tirol und für Vorarlberg. Man hat auch hier alles, was das Herz begehrt: Natur, Kultur und liebe Menschen. Wenn ich

Großstadt brauche, ist Zürich nicht weit oder der Flughafen. Wenn ich mich zurückziehen will, gibt es viele schöne Plätzchen. Und wenn mich das Heimweh ganz arg plagt, ist Innsbruck nah. Was unterscheidet Tirol und Vorarlberg? Die Sprache? ... Nein, ernsthaft: Ich empfinde die Tiroler vielleicht etwas gemütlicher und lockerer. Andererseits sehe ich die Vorarlberger auch als sehr fleißig und qualitätsorientiert. Der Lebensstandard bzw. das Anspruchsdenken sind hier relativ hoch. Ob man sich davon anstecken lässt, muss jeder selbst entscheiden. Und was haben sie gemeinsam? Die Liebe zur Landschaft und zur Natur. Hier wie in Tirol ist man stolz darauf, wo man wohnt und welche Möglichkeiten man deshalb hat. Und wir werden nicht müde, das auch zu betonen und auf die schönen Flecken zu achten. Gut so. Vorarlberger Kässpätzle oder Tiroler Gröstl? Kässpätzle! Und wo essen Sie die am liebsten? Die Kässpätzle im Restaurant am Karren schmecken mir besonders gut. Und wenn es in der Krankenhauskantine Kässpätzle gibt, freue ich mich auch. Was ich allerdings nicht verstehe: Warum isst der Vorarlberger Kartoffelsalat dazu? Wenn Sie nur noch einen Tag in Vorarlberg verbringen dürften, was würden Sie tun? Am Morgen auf jeden Fall nochmal zur Arbeit fahren, zu Mittag aufhören, Lunch beim Italiener San Marco am Marktplatz in Dornbirn mit anschließendem Kaffee im Buongustaio. Vielleicht zum Sonnenuntergang auf den Karren und nochmal runterschauen ins schöne Ländle – und mich mit einer gewissen Wehmut verabschieden. Sabine Blechschmidt

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was haben literaten und genießer, geschäftsleute, schauspieler und weinkenner gemeinsam?

Sie treffen sich im Hotel Schwärzler in Bregenz. Nachmittags in der Lounge zum inspirierenden Gedankenaustauch, abends in der Bar bei philosophischen Gesprächen, zum Frühstück voll Energie und Freude auf einen ereignisreichen Tag, oder im Kräutergarten bei einem erfrischenden Apero... Das Schwärzler in Bregenz verbindet Tradition mit Urbanität. Ein stilvolles Stadthotel für Gäste mit Anspruch, die ein Hotel mit lebendigem Kulturangebot schätzen. Von der Bibliothek bis zur Veranstaltungsreihe „Literatur im Schwärzler“ an Ostern.

Hotel Schwärzler, Bregenz, Landstraße 9, Österreich, +43 / 5574 / 4990, schwaerzler@s-hotels.com, hotelschwaerzler.at


Fotos: Messe Dornbirn

Messe Dornbirn im Zeichen des Neubaus

Die Bauarbeiten an den neuen Messeund Veranstaltungshallen dominieren derzeit das Geschehen am Messegelände. Dennoch fährt die Messe Dornbirn in den kommenden Monaten mit zahlreichen Eigenformaten das volle Programm. Das Messegelände in Dornbirn steht im Jahr 2016 ganz im Zeichen des Neubaus. Daneben werden die bestehenden Eigenformate konsequent weiterentwickelt und neue eingeführt. Mit KARL, dem Club der Industrie und der Community-Plattform SALTEX werden gleich zwei neue Veranstaltungen in Dornbirn realisiert. Das Messegelände ist auch in diesem Jahr wieder die zentrale Drehscheibe für die regionale Wirtschaft und ein bedeutender gesellschaftlicher Treffpunkt. Das neue Jahr startete vom 4. bis zum 6. März mit der com:bau, der Special-Interest-Messe für Architektur, Bauhandwerk, Energie und Immobilien. Mit

knapp 12.000 Gästen konnte die dritte Ausgabe der Baumesse erneut einen Besucherzuwachs verzeichnen. Start in den Messefrühling. Den Beginn der Gartensaison läutet vom 31. März bis zum 3. April die Vorarlberger Frühlingsausstellung SCHAU! ein. Rund 450 Aussteller präsentieren in den vier SCHAUplätzen Garten, Wohnen, Freizeit und Genuss die neuesten Trends und Lösungen der neuen Saison. Highlights wie die Junge Halle mit dem Schwerpunkt „Menschen auf der Flucht“, eine Kochbühne zum Thema „Food Waste“, ein KräuterSetzling-Markt, die ModeSCHAU, eine Yoga-Bühne, oder „Grillen around the world“ sorgen für einen erlebnisreichen Messeaufenthalt für Jung und Alt. Neue und bewährte Messeformate. Neben der Fortführung und dem Ausbau bewährter Messen werden in diesem Jahr gleich zwei neue Formate realisiert. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner FRITZ Führungskreise findet vom 30. Mai bis zum 2. Juni erstmals „KARL – der Club der Industrie“ im Haus der Messe statt. KARL ist ein Club ganz nach Vorarlberger Art, in dem Leitfragen der Industrie besprochen werden. Die zweite

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Die Messe bleibt zentrale Drehscheibe für die regionale Wirtschaft und und bedeutender gesellschaftlicher Treffpunkt. Mit KARL, dem Club der Industrie, und der Community-Plattform SALTEX werden in diesem Jahr gleich zwei neue Veranstaltungen in Dornbirn realisiert. Premiere feiert am 5. und 6. Oktober 2016 die Fachmesse SALTEX, die Community-Plattform für Smart Textiles sowie Faserverbundwerkstoffe. Bereits zum zweiten Mal findet am 2. Juni 2016 die innovative Vernetzungsplattform Vier-Länder Lieferantenbörse statt. Sammler, Kenner und Neueinsteiger treffen sich vom 8. bis zum 10. Juli auf der 16. Art Bodensee, der einzigen Som­ ­mer-Kunstmesse im deutschsprachigen Raum. Vom 7. bis zum 11. September halten bei der 68. Herbstmesse Geselligkeit und Tradition auf dem Messegelände Einzug. Die 4. Gustav am 29. und 30. Oktober sowie die 7. Hochzeit & Event von 12. bis 14. November bilden den

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stimmungsvollen Abschluss eines abwechslungsreichen Jahres. Neubau nimmt Formen an. Im Herbst 2015 nahm die Errichtung der neuen Messe- und Veranstaltungshallen mit dem Abbruch der alten Infrastruktur konkrete Formen an. Die Bauwerke werden von den Architekten Marte.Marte realisiert und läuten eine neue Ära in der Weiterentwicklung der Messe Dornbirn ein. Daneben eröffnen die Gebäude der gesamten Region neue Möglichkeiten und unterstreichen deren wirtschaftliche Bedeutung. Geschäftsführer Daniel Mutschlechner betont, dass die Umbausituation zwar auch Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens habe,

trotzdem fahre man 2016 das gesamte Messeprogramm. Die neuen Hallen sol­­len bereits im Herbst 2016 für die ersten Messen nutzbar sein. Mit der endgültigen Fertigstellung wird Anfang 2017 gerechnet. „Wir bereiten uns bereits jetzt intensiv auf die Jahre 2017 und 2018 vor. Durch die neue Infrastruktur kann sich die Messe noch mehr als bisher zu einem pro­ fessionellen Live-Marketing-Dienstleister entwickeln.“ Weiter ausgebaut wird auch das Veranstaltungsgeschäft der Messe Dornbirn, wobei die Bauarbeiten darauf große Auswirkungen haben. Nichtsdestotrotz konnten für 2016 einige Highlights fixiert werden. So zelebrieren am 11. Juni Tausende Partybegeisterte beim HOLI Flash ein Fest der Farben und mit Simply Red am 5. August sowie Zucchero am 2. Oktober gastieren internationale Musikgrößen im Haus der Messe. Ernest F. Enzelsberger


Spannende Mischung

Foto: Hanspeter Schiess

Beton muss sich seit Jahrzehnten so einigen Vorurteilen stellen. Er sei kalt, ungemütlich, grau in grau. Dabei ist er viel besser als sein Ruf. Das haben Architekten wie Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm aus Bregenz schon lange erkannt. „kontur“ traf sich mit ihnen zum Gespräch über den faszinierenden Baustoff.

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vorarlberg museum, Bregenz

Mit Beton kann man eine Art Kunststein entwickeln, den es vorher noch nicht gegeben hat. Eine Masse, bei der man Farbe und Korngröße steuern kann, ebenso wie die Bearbeitung der Oberfläche, von ganz rau bis hin zu poliert. Was ist das Faszinierende am Baustoff Beton? Andreas Cukrowicz: Das Tragverhalten und die Formbarkeit des Materials in praktisch alle erdenklichen Formen. Und dass man Strukturen und Oberflächen gestalten kann, wie es bei fast keinem anderen Material möglich ist. Anton Nachbaur-Sturm: Dazu kommt die Direktheit, die damit verbunden ist, dass das Material im Grunde die fertige Oberfläche darstellt. Es braucht keine zusätzliche Verkleidung oder Farbe, das Material selbst bietet mit den Bearbeitungsmöglichkeiten, mit den Zuschlagstoffen eine extrem große Bandbreite an Optik und Haptik. Es ist der Beton selbst, der eine Unmittelbarkeit und Kraft hat. Eine große Stärke des Materials. Andreas Cukrowicz: Eigentlich ist es eine ziemlich archaische Geschichte. Oberfläche, Statik – alles ist in einer Schicht vereint.

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Und genau in dieser einen Schicht kommt die gesamte Masse bzw. Kraft des Materials zum Ausdruck. Liegt darin auch die Herausforderung? Anton Nachbaur-Sturm: Die Herausforderung ist, dass wir aufgrund der benötigten Wärmedämmung eine Seite des Betons einpacken, ja quasi verstecken müssen. Es sei denn, man baut mit einer extrem aufwendigen Konstruktion. Aber das ist eigentlich der einzige Mangel, den ich nennen kann: die Wärmedämmeigenschaften und die damit verbundenen Anforderungen, zum Teil mit Dimensionen, die wirtschaftlich schwierig zu realisieren sind. Andreas Cukrowicz: Wobei das nichts mit dem Material, sondern schlussendlich mit unserer geografischen Lage zu tun hat. Wenn ich beispielsweise in Brasilien mit einer Schicht Beton baue, ist

Fotos: Hanspeter Schiess, Bernd Hofmeister

Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm im Interview.


sie nach dem Ausschalen außen wie innen fertig. Dann kann das schon eine unheimliche Kraft entfalten. Umso mehr, weil das gesamte Wandelement einfach auch dünner sein kann.

überhaupt möglich? Schließlich geht es ja auch irgendwie darum, vielleicht mal eine Grenze zu überschreiten und zu schauen, wie weit man mit dem Material gehen kann.

Sie haben von der vielfältigen Formund Gestaltbarkeit gesprochen. Gibt es Grenzen? Andreas Cukrowicz: Die Frage ist, welche Grenzen. Sind es die Grenzen der Oberfläche, der Statik, der Schichtstärke? Daran wird jeden Tag intensiv geforscht. Wir selbst haben eine Art Forschungsprojekt mit Spezialisten beim Museumsbau in Bregenz betrieben. Chemiker und Betonspezialisten haben zusammen eine neue Rezeptur entwickelt – und damit quasi diese einzigartige Fassade ermöglicht, wie wir sie mit Künstlern entwickelt haben. Hier sind wir schon in enorme Grenzbereiche gekommen, die am Anfang fast unüberwindbar schienen. Noch bis zu Baubeginn war nicht zu 100 Prozent sicher, ob es überhaupt funktionieren würde. Obwohl wir natürlich schon ein Statement setzen wollten: Was ist

Klingt nach Arbeit mit Nervenkitzel. Andreas Cukrowicz: Natürlich. Wobei, wir haben immer einen Plan B. Anton Nachbaur-Sturm: Gerade bei dieser Fassade war es ein Herantasten. Wir haben mehrere Muster produziert und uns Schritt für Schritt hingearbeitet. Aber dann gibt es da eben das kleine Rest­ risiko, ob es in der tatsächlichen Größe wirklich so perfekt funktioniert. Dazu kommt die eigene, sehr hohe Erwartungshaltung. Ein großes Thema bei der Museumsfassade war zum Beispiel die Entlüftung des Betons mit den Blüten in der stehenden Schalung und ob diese so klappt, dass keine Luftblasen entstehen. Wäre die Umsetzung nicht perfekt oder ein bisschen schlechter, wären wir vielleicht unzufrieden. Ein paar Luftporen würden 99 Prozent der Betrachter aber vermutlich gar nicht sehen. Unsere Aufga-

Auch Nachhaltigkeit spielt in Bezug auf den Baustoff eine große Rolle. Wie man mit bestehenden Gebäuden umgeht und wie Beton wiederverwertet und recycelt werden kann, sind Fragen der Zukunft. be ist es jedoch, die Anforderungen an Perfektion so hoch wie möglich zu schrauben, damit man das Maximum erreicht. Es wurde für das Museum also ein spezieller Beton entwickelt. Ist das für jedes Projekt denkbar? Andreas Cukrowicz: Im Prinzip schon. Beton bietet ja die Möglichkeit, dass man mit Zuschlagstoffen und verschiedenen Zementqualitäten arbeitet. So entwickelt man eine Art Kunststein, den es vorher noch nicht gegeben hat. Quasi eine Masse, bei der man Farbe und Korngröße steuern kann. Zusätzlichen Reiz schafft dann die Bearbeitung der Oberfläche, von ganz rau bis hin zu poliert. Das macht das Ganze spannend.

Ringsportzentrum West, Götzis

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Unabhängig vom Material ist man immer auf der Suche nach dem richtigen Ausdruck und Charakter, nach der jeweiligen Stimmung eines Gebäudes. Es geht bei jedem Projekt um die angemessene Lösung für Funktion, Ort und Inhalt. Anton Nachbaur-Sturm: Es ist immer Beton, aber jedes Mal anders. Bei jedem Projekt kann man neue Ideen und Vorstellungen definieren und ausprobieren. Hier sind wir auf die Hilfe von Experten angewiesen. Wir haben eine Vorstellung, was Haptik, Form und Farbe anbelangt – und dann kommen die Betonfachleute, die sagen, was möglich ist. Was sagen Sie zum negativen Ruf, den Beton oftmals hat? Anton Nachbaur-Sturm: Ich glaube nicht, dass das Material Beton negativ ist. Wenn, dann wird es am falschen Ort falsch eingesetzt. Das Thema sollte also vielmehr sein: Wo setze ich das Material in welcher Form richtig ein? Schaffe ich das nicht, wirkt ein Gebäude eher als Störfaktor und vermittelt diese Atmo-

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sphäre, die dann vielleicht negativ wahrgenommen wird. Andreas Cukrowicz: Wenn wir an der falschen Stelle mit Holz bauen, tun wir dem Holzbau nichts Gutes. Genauso mit Beton oder Glas. Wir suchen immer ortsund aufgabenspezifisch das aus unserer Sicht passende Material und betrachten die Situation aus der Sichtweise, welche positiven Eigenschaften uns zur Angemessenheit vor Ort führen. So auch beim nächsten Projekt. Andreas Cukrowicz: Ja. Einer Kombination aus Werkhof und Bürogebäude in der Schweiz, für die die Planungen gerade beginnen. Das quadratische Gebäude als starker Punkt in der Landschaft soll nach außen Sicherheit transportieren. Hier fanden wir Beton im land-

schaftlichen Kontext, verbunden mit der Aufgabe als absolut richtig. Wohin geht die Entwicklung? Anton Nachbaur-Sturm: Ich könnte mir vorstellen, dass noch viel Potenzial im Bereich Sonderbeton steckt – sei es bei Wärmedämmung oder bei Lichtdurchlässigkeit. Für die Zukunft sicher sehr spannend. Was die „alltägliche“ Schiene abdeckt, werden meiner Meinung nach keine allzu großen Änderungen stattfinden. Andreas Cukrowicz: Ich persönlich würde mir wünschen, dass man irgendwann einschichtig monolithisch mit hervorragender Dämmeigenschaft betonieren kann. Es gibt schon Tendenzen in die Richtung und mit jeder neuen Aufgabe werden Forschung und Entwicklung erneut herausgefordert. Sabine Blechschmidt

Foto: Hanspeter Schiess

Volksschule Doren


BREGENZER FRÜHLING FESTSPIELHAUS BREGENZ

TANZ

FESTIVAL 2016

Freitag, 11. März 2016

Compañía María Pagés Freitag, 1. April 2016

Freitag, 22. April 2016

KVS | Les Ballets C de la B A.M. Qattan Foundation Freitag, 29. und Samstag, 30. April 2016

aktionstheater ensemble Samstag, 7. Mai 2016

Shen Wei Dance Arts Samstag, 28. Mai 2016

Compagnie Marie Chouinard

www.bregenzerfruehling.at Kartenvorverkauf: bei Bregenz Tourismus & Stadtmarketing T + 43 5574 4080, E-Mail: tourismus@bregenz.at, www.v-ticket.at Eine Veranstaltung des Bregenzer Kunstvereins.

© Compagnie Marie Chouinard / Foto: Nicolas Ruel / Tänzerin: Megan Walbaum

Ultima Vez | Wim Vandekeybus


Seidl Catering

Rio 2016 – Olympia wir kommen! Vor 21 Jahren begann Caterer Ernst Seidl als One-Man-Show. Nach über 4000 Veranstaltungen erwartet den Rheintaler mit dem Catering für das Österreich-Haus bei den Olympischen Spielen in Rio ein weiteres, internationales Highlight. Dennoch versteht sich Seidl weiterhin als bodenständiger Familienbetrieb. Worauf kommt es beim Catering an? Wir sind Dienstleister – die Wünsche des Kunden stehen an oberster Stelle. Der entscheidende Faktor dabei sind die Mitarbeiter. Unsere Köche sind Artisten, die ohne Netz und doppelten Boden vor Ort zur Hochform auflaufen. Bei unserer Servicecrew stehen Persönlichkeit und Herzlichkeit über den fachlichen Kriterien. Was kommt bei Ihnen auf den Tisch? Regionale Produkte spielen bei uns schon seit jeher eine große Rolle. Bei uns gibt es

kein Tiefkühlgemüse und keine Fertigsaucen. Das wirklich schöne am Kochen ist, dass man mit erstklassigen Grundprodukten arbeiten kann. Wir legen uns keinen Kostenzwang auf, was wir wiederum unseren Kunden zu verdanken haben. Sie sind bereit, für Qualität zu bezahlen. Ich habe beispielsweise noch ganz selten Kürbisse zukaufen müssen. Mein Vater hat eigens für uns ein großes Feld angesät. Kapuzinerkresse baut er auch für uns in seinem Garten an. Im Herbst gibt’s Steinpilze, die er in den Viktorsberger Wäldern pflückt. Im Sommer geht es zu den Olympischen Spielen nach Rio. Ja, und wir sind stolz wie Oskar. Die Konkurrenz war diesmal extrem groß, doch wir konnten uns gegen die angesehensten und größten Caterer des Landes durchsetzen. Russland im Winter war bereits ein Highlight, aber Rio im Sommer ist allein schon von der Vorstellung her etwas anderes, da

will jeder Caterer hin. Dabei geht es vor allem darum, die Leidenschaft für das Projekt mitzubringen. Welche Veranstaltungen finden Sie darüber hinaus interessant? Etwas ganz Besonderes sind Hochzeiten. Wenn man von einem Paar als Caterer für den großen Tag ausgewählt wird, gibt es viele Fragen zu beantworten, von der Serviettenfarbe angefangen bis hin zu den Anlieferungszeiten. Bei all den Großevents, die wir immer wieder betreuen, ist es mir wichtig zu betonen, dass wir als Familienbetrieb natürlich aber gerne auch die Gäste kleiner Veranstaltungen mit gutem Essen und Trinken verwöhnen. Wie erreichen Sie neue Kunden? Unser Hauptsitz ist in Götzis. Seit 2011 haben wir eine eigene Produktionsstätte und Firma in Bendern. Von dort beliefern wir Liechtenstein und die Schweiz. In unserem Segment wird man weiterempfohlen – oder auch nicht. Wir investieren daher in die gute Nachrede unserer Kunden sowie unserer Mitarbeiter. Es hat keinen Sinn zu behaupten, der Beste zu sein, wenn 150 Mitarbeiter in ihrem Bekanntenkreis erzählen, dass es hinter den Kulissen anders zugeht.

A-6840 Götzis, Hauptstraße 32 Telefon +43 5523 52960 welcome@seidlcatering.at www.seidlcatering.at


Zwei Mal bei Licht betrachtet Es steckt viel Poesie in den Arbeiten, die Beschäftigung mit den Vorarlberger Künstlerinnen Claudia Larcher und Liddy Scheffknecht führt jedoch auch zu konkreten Lebensumständen.

Claudia Larcher

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„Unstern“

Sie spricht von atomarer Bedrohung, schrumpfenden Städten, der Überalterung der Bevölkerung, dem Einsatz von Robotern in der Altenpflege und dem Wohnen in Grenzgebieten, schneidet somit Themen an, mit denen sich Architekten auseinanderzusetzen haben. Claudia Larcher (geb. 1979) ist bildende Künstlerin, hat als solche Aufenthalte in Japan und Litauen absolviert und steht der Architektur auch dann oder vor allem dann nahe, wenn sie die menschliche Haut ganz nah an die Kamera holt. Handelt es sich doch um unsere Behausung. „Self“ heißt ein Videofilm, der soeben beim Festival „Diagonale“ in Graz in der Kategorie „Innovatives Kino“ lief. Es ist nicht der eigene Körper, den die Kamera so abtastet, dass wir nicht mehr feststellen können, um welche Haut es sich handelt, um die, die einen männlichen oder die, die einen weiblichen Körper umgibt. Sehr wohl nehmen wir aber wahr, dass unter der filigranen Hülle Leben pulsiert, das verletzbar ist.

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„Yama“

„Cyclorama“

Es ist eine unheimliche Szenerie, die die Vorarlbergerin da geschaffen hat. Auch ihr Aufenthalt in Japan war ausschlaggebend für die Arbeit, erzählt sie. Vor drei Jahren hat sie Fukushima besucht, damals waren die Wunden der Nuklearkatastrophe des Jahres 2011 noch deutlich spürbar. „Man bewegt sich in einer natürlichen Landschaft und ist gleichzeitig einer Strahlung ausgesetzt, von der niemand wirklich weiß, wie sie sich noch auf die Bevölkerung auswirken wird.“

Arbeiten – seien es Collagen, Filme oder Fotos. In „Die Einzige und ihr Eigenheim“ werden Häuschenmodelle zusammengestellt, skurrile Objekte sind es, die man so nie bauen könnte. Während Architekten das, was ohnehin nicht machbar ist, von vornherein ausschließen, steht es bei ihr im Mittelpunkt. „Ich habe in Japan in einer Projektgruppe mit Architekten gearbeitet, das war sehr befruchtend, sie meinten, was ich tue, käme in ihrem Kontext gar nicht vor.“

Häuschenmodelle. Was sie zudem interessiert, ist, wie Städte wohl aussehen werden, wenn die Bevölkerungszahl schwindet, was sich in Japan bereits abzeichnet. Von Räumen und der Raumwahrnehmung handeln die meisten ihrer

Zu Beginn ihrer Ausbildung, die sie dann bei den bekannten Künstlern und Professoren Bernhard Leitner und Erwin Wurm absolvierte, habe sie einmal konkret mit dem Architekturstudium geliebäugelt, es stand aber bald fest, dass sie das Utopi-

Die Ausstellung „Shift“ von Liddy Scheffknecht findet in der Galerie der Stadt Wels bis 24. Mai statt. Kurator ist der Vorarlberger Gerold Tagwerker.

Fotos: Claudia Larcher, Liddy Scheffknecht, Courtesy Georg Kargl Fine Arts Wien

Claudia Larcher „Inter“


Überhaupt hat Liddy Scheffknecht früh gelernt, wie sie Menschen für ihre Ideen begeistern kann. Als sie sich um einem Studienplatz in Paris bewarb, war ihr Französisch noch schlecht, einfache Anweisungen der Aufnahmekommission wie „setzen Sie sich“ konnte sie nur mit Mühe verstehen, trotzdem hatte sie es geschafft, zu erläutern, wieso sie ausgerechnet in Frankreich weiterstudieren will. Sie wurde genommen und machte dort den Abschluss.

„La Journée“

Liddy Scheffknecht „Oculus“

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sche mehr interessiert. Auf die Architektur mag es ja dennoch Auswirkungen haben, wenn sie zur Beschäftigung mit Raumwahrnehmung animiert. Im Arkadengang. Die Retrospektive Giorgio de Chirico (1888– 1978), die noch bis 3. Juli in der Staatsgalerie Stuttgart läuft, werden Kunstfreunde wohl nicht versäumen. Liddy Scheffknecht (geb. 1980), die gemeinsam mit Claudia Larcher bereits Ausstellungen realisiert hat, deren Beschäftigung mit dem Raum aber etwas anders gelagert ist, interessiert sich vor allem für das frühe Schaffen des Italieners, dessen Name gemeinhin mit seinen so gut wie menschenleeren Stadtansichten in Verbindung gebracht wird. Gut zu wissen, dass eines der auslösenden Erlebnisse nicht im Süden, sondern im Residenzgarten in München stattfand. Scheffknecht ist diese Arkaden, die für den Künstler an Bedeutung gewannen, zu verschiedenen Tageszeiten abgewandert, hat dort eine ihrer subtilen Arbeiten umgesetzt, in denen sie sich anhand der Schatten mit Licht und Zeit, mit statischen und bewegten Figuren auseinandersetzt. Illusion, Wahrnehmung und Sinnestäuschung sind ihre Themen. Am deutlichsten wird es dann, wenn sie in ihren Videoarbeiten mit der Erwartung des Betrachters spielt, der zu wissen glaubt, wie sich ein Schatten eines Gegenstandes oder einer Person im

In ihren Videoanimationen spielt Claudia Larcher mit verschiedenen Wahrnehmungsmöglichkeiten und lässt dabei die Räume und Orte Geschichten erzählen. Ihre nächste Ausstellung in Vorarlberg findet von Ende Mai bis Mitte Juli dieses Jahres in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz sowie im neuen Bildraum Bodensee im ehemaligen Postgebäude statt. Raum verhält und sich getäuscht fühlt oder die Sichtweisen zu überprüfen beginnt. Scheffknecht, die unter anderem in Wien und Paris studiert hat, lässt auch Assoziationen zur Literatur bzw. zu Märchen zu, in denen der Schatten und dessen Verlust eine besondere Rolle spielt. Sie hat einige Zeit in Japan gelebt und dort festgestellt, dass Dunkelheit nicht so negativ konnotiert ist wie beispielsweise in Mitteleuropa. Profitiert hat sie auch von einem Auslandsaufenthalt in Litauen. In Nida stellt das Land Vorarlberg ein Atelier zur Verfügung. Arbeiten mit natürlichem Licht zu verschiedenen Tageszeiten sind entstanden, die in ihrer Einfachheit wohl zum Spannendsten zählen, was in diesem Genre geschaffen wurde. Und denen zudem Poesie innewohnt. Man gerät rasch in den Sog dieser Werke. Christa Dietrich

Foto: Courtesy Georg Kargl Fine Arts Wien

Liddy Scheffknecht „Reading Woman“

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