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Winter 2015 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Kunst und Musik in hĂśchsten Lagen Willkommen in der Arbeitswelt der Zukunft Wilde Kerle und Sofia Loren in Wien Frischer Wind in heimischen Unternehmen Ein neues Zuhause fĂźr KĂśnig Wein

Foto: Klaus Hartinger

Wie Wohnen am See Gestalt annimmt


Flügel für Dynamik und Innovation Wir beflügeln Kunst und Wirtschaft: Als Förderer der Region ist es für die Volksbank Vorarlberg selbstverständlich, die beiden Elemente, die unsere Gesellschaft maßgeblich prägen, zu unterstützen. Dynamik und Innovation haben in der Bodenseeregion Tradition – und auch Zukunft. So zählt das Dreiländereck zu den „Hot Spots“ für Europas Investoren, Entwickler und Kulturschaffende. Wir engagieren uns für die Region und die Menschen.

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Editorial

Winter 2015 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Familienbande. Vertrauen und Tradition bilden in Familienunternehmen die Basis für den Erfolg. Von Generation zu Generation werden Erfahrungen weitergegeben. Wie die „Jungen“ frischen Wind in den Betrieb bringen und welche Visionen sie für die Zukunft haben, lesen Sie ab Seite 46. Erlesene Tropfen. Rund um den Bodensee steht der Rebensaft seit den letzten zwei Jahrzehnten wieder hoch im Kurs. Erfolgreiche, kreative Winzerfamilien bringen den Wein zum Strahlen, wie wir auf einer kleinen Weinreise von Deutschland in die Schweiz erfahren durften. Kulturgut. Ebenfalls auf den Weg können sich Kunstfreunde in den kommenden Monaten machen. Künstler wie Botticelli, Mitchell, Sagmeister oder Kandinsky erwarten sie. Einen Ausstellungsüberblick geben wir ab Seite 82. Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Wie Wohnen am See Gestalt annimmt Kunst und Musik in höchsten Lagen Willkommen in der Arbeitswelt der Zukunft Wilde Kerle und Sofia Loren in Wien Frischer Wind in heimischen Unternehmen Ein neues Zuhause für König Wein

Inhalt 06 Wohnen am Wasser Wo die i+R Gruppe Raum für das Leben am Bodensee schafft 14 Kunst in höchster Lage Mit der Kunsthalle arlberg1800 holt Florian Werner noch mehr Kultur und Musik nach Lech 21 Ein Zuhause für den König Eine neue Elite macht in der Region mit ihrem Wein und eindrücklicher Architektur auf sich aufmerksam 26 Mit Freude und Leidenschaft Manfred Rein über Entscheidungen, Herausforderungen und Unruhestand 30

Trendsetter aus Lustenau Warum die Walter Bösch GmbH & Co KG österreichweit zu den Marktführern im Bereich Haustechnik zählt

34 Willkommen im Silicon Ländle App-Entwickler aus Vorarlberg und ihre neuen Strategien für den Erfolg

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38 Respekt vor der Front Der neue BMW X6 M – ein bayerischer 575-PS-Gigant, mit dem man auch auf der Straße über den Dingen stehen kann 41 Freiheit auf vier Pfoten Wenn tierische Schlittenzieher zu Fotomodels werden. Die Huskys von Anton Kuttner sind international heiß begehrt und erfüllen ihrem Besitzer seinen Kindheitstraum 46

Es bleibt in der Familie Viele Vorarlberger Traditionsunternehmen blicken positiv und erwartungsvoll in die Zukunft. Sie können ihre Geschicke in die Hände der nächsten Generation legen

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Wie ein gut geerdeter Baum Die in Bregenz aufgewachsene Musikerin Filippa Gojo hat das wahr gemacht, was sich bei ihren ersten überzeugenden Auftritten als Jugendliche bereits abzeichnete

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Von Wachs zu Gold Dieser Schmuck ist Sinnbild für Kreativität und Persönlichkeit. Ein Blick in die Welt von Pomellato

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Wie ein schönes Hotel Die Arbeitswelt der Zukunft. Im Omicron Campus geht es um Wohlfühlen, um Leidenschaft und um den Menschen

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Im blühenden Paradies Der Koblacher Großgärtner Anton Loacker ist auf den Flügeln der Liebe im Südburgenland gelandet

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Wilde Kerle, Wein und Pizza Von der Buschenschank bis zur Lounge über den Dächern – vier originelle Locations in Wien

Süße Allzweckwaffe Glücksquelle, Frustkiller, verdiente Belohnung. Schokolade ist ein wahres Multitalent. Doch manchmal lohnt ein genauer Blick, um zu erfahren, was wirklich drinsteckt Von Botticelli bis Gaultier Ob Wien, Berlin, Köln oder Bregenz – für Kunstfreunde ist in den kommenden Monaten Sportlichkeit angesagt

Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine. blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Marion Hepberger, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Claudia Gölz, claudia.goelz@russmedia.com • Fotos: Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, Roland Paulitsch, Philipp Steurer, i+R Wohnbau GmbH, Bruno Klomfar, Dietmar Walser, arlberg1800, Elias Hassos, Dietmar Mathis, Winfried Heinze, Ralph Feiner, Hasselblad H4D, Dietmar Strauss, Bilder Weckert/Maximilian Schmidt, Weingut Aufricht, Markus Gmeiner, Mangold, Daniel Moser, Walter Bösch GmbH & Co KG, Fusonic, Towa, Lukas Böhler, BMW, Erik Stelzer, Selecta, Mo Catering, Filippa Gojo, Pomellato, Anton Loacker, Meliá Hotels/Thierry Delsart, Zum Roten Bären, Pizzeria Riva, Philipp Horaz, Shutterstock, Fenkart, Sven Hoppe, Stefan Sagmeister, Jörg Carstensen, Beyeler, Uli Deck • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer @russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 30. Oktober 2015 • Nächste Ausgabe: 25. März 2016

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Vom Wohnen am Wasser Leben am Bodensee – für die i+R Gruppe in Lauterach ist die Entwicklung der ökosozialen Qualität eine große Herausforderung.

See, Berg, Stadt, Land: Hier trifft das Beste vom Ländle aufeinander.

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Im Jahr 1904 von Johann Schertler gegründet, zählt die i+R Gruppe heute zu Vorarlbergs größten eigentümergeführten Familienbetrieben. In der vierten Generation führen Joachim Alge, Architekt und Baumeister, und der Raumplaner Reinhard Schertler die Unternehmensgruppe. In dieser Zeit entwickelte sich das Unternehmen von einem Zimmereibetrieb mit einer eigenen Flößerei auf der Bregenzer Ache zu einem Projektentwickler und -umsetzer im Wohn-, Industrie- und Gewerbebau und zum Anbieter von Bauund Baudienstleistungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Dazu kommt der Handel mit Baumaschinen durch die Firma Huppenkothen in West-, Mittel- und Südosteuropa.

Foto: i+R Wohnbau GmbH (Symbolhafte Darstellung)

Flexibilität und Schnelligkeit. Damit ist die i+R Gruppe heute das Ergebnis aus visionärem Denken und wirtschaftlichem Handeln. Seit über 110 Jahren passt sich das Unternehmen erfolgreich den lokalen und globalen Rahmenbedingungen an. Flexibilität und Schnelligkeit sind für die Verantwortlichen Erfolgsfaktoren, die dem Traditionsunternehmen die organisatorische und vor allem auch die ökonomische Unabhängigkeit bewahrt haben. Die kompromisslose Pflege der handwerklichen Qualität und die Freude der Mitarbeiter an den Projekten werden für wichtiger betrachtet als unbändiges Wachstum. Daraus resultiert eine hohe Wertschätzung seitens der Kunden und Partner im In- und Ausland. Das zeigt sich daran, dass sich aus Einzelaufträgen vielfach langjährige Partnerschaften entwickelten. Als Familienbetrieb besinnt man sich bei der i+R Gruppe in vieler Hinsicht auf die Ursprünge. Das Stammhaus ist auch nach über 100 Jahren in der Gemeinde Lauterach angesiedelt, mit einem klaren Blick auf den Bodenseeraum. Der Kernmarkt liegt im Umkreis von 100 Ki-

lometern. Mit den Niederlassungen in der Schweiz und in Deutschland hat sich das Unternehmen auch international einen Namen gemacht. Wohnen rund um den Bodensee. An das Wohnen als wesentlicher Gradmesser für die Lebensqualität werden heute hohe Ansprüche gestellt. Wohnen am Wasser ist der Megatrend. Regional gesehen sind Wohnanlagen rund um den Bodensee besonders attraktiv. Bei der i+R Gruppe wurde dieser Trend frühzeitig erkannt. Durch eine vorausschauende Unternehmensführung kann das Unternehmen heute diesen Wohnwünschen entsprechen. So entsteht am deutschen Bodenseeufer die gräfliche Seedomaine zu Bodman. Auf dem ehemaligen Areal des Hotels Linde direkt am Ufer des Bodensees, das im Besitz des Barons von und zu Bodman war, wird in den kommenden drei Jahren ein Wohnprojekt aus neun Mehrfamilien-Villen und fünf Einfamilienhäusern erbaut. Dazu kommt die Wiedererrichtung des Hotels. Am österreichischen Bodenseeufer in Lochau wird auf dem ehemaligen Industriestandort von Rupp-Käsle auf einer Fläche von knapp 30.000 Quadratmetern in Seelage ein neuer Ortsteil der Gemeinde Lochau errichtet. Dort sollen ab kommendem Frühjahr Eigentumswohnungen, kleinteilige Geschäftsflächen und ein Haus für Forschung und Entwicklung entstehen. Und in der benachbarten Schweiz entsteht das Projekt Residenz Waldau am Rorschacher Berg mit Blick auf den Bodensee, wo derzeit als Projektentwickler und Generalunternehmer ein Wohnhaus als Teil eines bestehenden Parks entwickelt wird. Bauflächen überlegt nutzen. Mehr als zwei Drittel der von der i+R Gruppe in den letzten Jahren entwickelten Projekte im Wohn- und Gewerbebau sind sogenannte Umnutzungsprojekte. Dabei werden Brachflächen in enger Zusammenarbeit

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Seeschanze, Lochau

Residenz Waldau, Rorschacher Berg

In der Wirke, Hard

mit Auftraggebern, Kommunen und Verantwortlichen aus der Landespolitik der jeweiligen Lage entsprechend neu genutzt. Dazu meint Reinhard Schertler: „Wir haben ausreichend gewidmete Bauflächen. Es geht darum, diese wohlüberlegt zu nutzen. Wohnen, wo Infrastruktur vorhanden ist; Gewerbeflächen, wo entsprechende Erschließungen gegeben sind; gemischte Nutzung von Wohnen und kleinteiligen Geschäftsflächen in Stadt- und Ortszentren.“ Und weiter: „In enger Kooperation mit den Behörden geht es darum, einer weiteren Zersiedelung entgegenzuwirken und die bestehenden Siedlungsränder zu akzeptieren. Ein Beitrag zu einer nachhaltigen Raumnutzung ist auch die Forcierung des nicht motorisierten Verkehrs.“ Ein gutes Beispiel dafür ist die Quartiersentwicklung „In der Wirke“ am ehemaligen WolffAreal in Hard. Von Miet- und Eigentumswohnungen über Geschäftsflächen, das Haus der Generationen und den neuen Veranstaltungssaal wird durch diese Nutzung ein lebendiges Quartier garantiert, das den Ortskern erweitert und nachhaltig belebt. Derzeit arbeiten die Fachleute der i+R Projektentwicklung an Zukunftsprojekten wie dem Seequartier in

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Bregenz (Bahnhofsareal), der Nachnutzung des Cofely-Areals in Lindau oder dem Projekt Seeblick an der Bregenzerstraße in Lochau. Seit vielen Jahren zählt die i+R Gruppe zu jenen Bauträgern, die für die soziale Durchmischung bei Wohnbauprojekten Verantwortung tragen. Seit mehr als 20 Jahren wird mit gemeinnützigen Bauträgern zusammengearbeitet. Zahlreiche Projekte wurden realisiert, zuletzt das Pilotprojekt „Üs’r Fellentor“ am Lauteracher Bahnhof. Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Bereits seit zehn Jahren sind in den Wohnanlagen der i+R Gruppe Erdwärme und Solaranlagen als regenerative Energien Standard. Das gilt in zunehmendem Maße auch für den Industrie- und Gewerbebau. Zwei Tochtergesellschaften zeugen von der Bedeutung dieses Themas.

„Bei einem Bauwerk hat Nachhaltigkeit viele Gesichter. Neben der ökologischen und ökonomischen Betrachtung ist eine hohe soziale Qualität wichtig. Es prägt beispielsweise unseren Lebensraum nachhaltig, wie verschiedene soziale Schichten miteinander wohnen und leben. Die Entwicklung dieser ökosozialen Qualität ist eine große Aufgabe in unseren Projekten“, führt Joachim Alge dazu aus. Und überleitend zu einem anderen aktuellen Problem: „Als Familienunternehmen ist es uns ein Anliegen, auch zur Flüchtlingsproblematik einen Beitrag zu leisten. Das von unserem Holzbau entwickelte modulare Holzbausystem kann zur Errichtung von Quartieren und somit zur Unterbringung von Flüchtlingen dienen. Auch Arbeitsplätze stellen wir zur Verfügung, um so einen Beitrag zur Integration zu leisten.“

Das Wohnen am Wasser ist der momentane Megatrend. Regional gesehen sind daher vor allem Wohnanlagen rund um den Bodensee besonders attraktiv. In den kommenden Monaten werden darum diverse Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz realisiert.

Fotos: Bruno Klomfar, Dietmar Walser, i+R Wohnbau GmbH, Klaus Hartinger

i+R Unternehmenszentrale, Lauterach


Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe der vergangenen 110 Jahre von einem Zimmereibetrieb mit eigener Flößerei auf der Bregenzer Ache zu einem Projektentwickler und -umsetzer im Wohn-, Industrie- und Gewerbebau und zum Anbieter von Bau- und Baudienstleistungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die eigentümergeführte i+R Gruppe ist heute das Ergebnis aus visionärem Denken und wirtschaftlichem Handeln.

Joachim Alge (links) und Reinhard Schertler im Gespräch mit „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger.

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Bei einem Bauwerk hat Nachhaltigkeit viele Gesichter. Neben der ökologischen und ökonomischen Betrachtung ist eine hohe soziale Qualität wichtig. Es prägt beispielsweise den Lebensraum nachhaltig, wie verschiedene soziale Schichten miteinander wohnen und leben. Die Entwicklung dieser ökosozialen Qualität ist eine große Aufgabe in allen Projekten.

Bagger mit Elektroantrieb. Nachhaltigkeit wird auch mit einem anderen Projekt unter Beweis gestellt: In den letzten Jahren wurde von der Tochtergesellschaft Huppenkothen in einem Kooperationsprojekt ein Takeuchi Bagger mit Elektroantrieb entwickelt. Im September 2015 konnte Huppenkothen dafür zusammen mit dem Bauunternehmer Markus Affentranger aus der Schweiz, der ETH Zürich und der NTB Buchs den Schweizer Solarpreis entgegennehmen. Partnerschaft und Verlässlichkeit sind zwei Begriffe, für die die i+R Gruppe seit über 110 Jahren steht. Langjährige Partnerschaften mit Planern und Handwerkern zeugen ebenso davon wie die große Zahl an langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seit jeher hat die Aus- und Weiterbildung „beim Schertler“ – wie viele auch heute noch sagen – einen hohen Stellenwert: 57 Lehrlinge sind derzeit in verschiedenen Lehrberufen in Ausbildung, und schon viele haben in den vergangenen Jahren ihre Karrierechance im Unternehmen genutzt und sind heute in leitenden Positionen tätig. Ernest F. Enzelsberger

Wesentliche Tochtergesellschaften. i+R Bau GmbH, i+R Wohnbau GmbH i+R Industrie- und Gewerbebau GmbH i+R Holzbau GmbH, i+R Fensterbau GmbH Huppenkothen GmbH, Martin Stahlbau GmbH Höfle-Bautruck GmbH & CO KG Gruppenumsatz 2014: 347 Millionen Euro Mitarbeiter gesamt: 700, davon 57 Lehrlinge

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Foto: Bruno Klomfar

Die i+R Gruppe. Eigentümergeführtes Familienunternehmen, Geschäftsführende Gesellschafter: BM Dipl.-Ing. Joachim Alge und Dipl.-Ing. Reinhard Schertler, Zentrale: Lauterach, Niederlassungen: Wien, Lindau, St. Margrethen und Oberbüren (CH)


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„Nur wegen meiner blauen Augen kommt keiner“ „Ich komme mir vor wie ein Segler, der mit vollem Wind ins offene Meer hinausschießt“, illustriert Florian Werner sein Befinden. Was er als weite See vor sich sieht, wurde rund 1800 Meter über dem Meeresspiegel und knapp unter der Arlbergpasshöhe errichtet, wo es nun die wahrscheinlich höchstgelegene Kunsthalle der Welt samt Konzertsaal gibt.

Vom Griff zu Pinsel und Farbe. Wie Florian Werner erzählt, ist die Idee Kunsthalle aus der Überlegung heraus gereift, die Saisonen in der Arlbergregion zu verlängern. Als Galerist kennt man Florian Werner ja, in der Kunstwelt hat er sich aufgrund einer Empfehlung etabliert. Nachdem ein kundiger Gast meinte, dass es für den Hotelier gut wäre, eine Galerie zu eröffnen, wurde in Bregenz bald ein Domizil gefunden und eine Zeitlang mit klugem Programm betrieben. Die Geschichte seiner Hinwendung zur künstlerischen Betätigung hört sich etwas abenteuerlich an, bestätigt aber auch, dass ausufernde Kreativität und scharf kalkulierendes Unternehmertum kein Gegensatzpaar sein müssen. Die Schwester sollte zur Hochzeit ein besonders originelles Geschenk erhalten, also griff man zu Pinsel und Farbe und legte los. Dieses Tun setzte so viel Energie frei,

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Foto: arlberg1800, Rendering

Claire Huangci, die junge amerikanische Pianistin, hat die Chance genutzt. Der Steinway, den man erst einige Tage zuvor ins alpine Grenzgebiet zwischen Tirol und Vorarlberg lieferte, sollte sein Klangspektrum offenbaren. Kompositionen wie die „Revolutionsetüde“ von Chopin oder das „Rondo alla turca“ von Mozart sind schließlich wie geschaffen für ein virtuoses Spiel, das eine außergewöhnliche Konzertsaison eröffnet. Doch, was heißt schon Saison, wenn Florian und Ursula Werner im seit rund 700 Jahren bestehenden Hospiz St. Christoph eine neue Ära einläuten. Die übliche Lebensdauer eines Hotels ist auch für diesen Bau kein Zeitmaßstab. Halb versenkt neben dem Fünf-SterneUrlaubsdomizil, das die einstige Auffangstation für ermüdete Säumer und Wanderer längst ist, wurden Konzertsaal und Kunsthalle diesen Herbst schrittweise eröffnet. Ein dichtes Musikprogramm gibt es bereits, das Kunstprogramm wird folgen.

Kunsthalle arlberg1800


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dass Familie Werner vor dem Urlaub, den man auf einer Mittelmeerinsel verbrachte, bei einem einschlägigen Geschäft anhielt, den Wagen mit Leinwänden und weiteren Utensilien volllud und losfuhr.

Konzerthalle arlberg1800

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Weg von purer Behübschung. Ein fast kabarettreifer Akt muss es gewesen sein als die Angestellten vor einiger Zeit den Auftrag bekamen, sämtliche Bilder in den Hotelzimmern abzuhängen und in einem Raum im Erdgeschoß auszubreiten. Etwa 700 Objekte habe man gesichtet, mehr als die Hälfte gleich einmal ausgesiebt. Arbeiten an der Wand hängen zu haben, die nur der Behübschung dienen und mitunter auch diesem Anspruch nicht einmal gerecht werden, das ging gar nicht mehr.

Fotos: Elias Hassos, Dietmar Mathis

Einigen seiner Bilder können Hotelgäste noch in den Räumlichkeiten des Hauses begegnen, zahlreiche Originale von zeitgenössischen Künstlern sind hinzugekommen. „Meine eigene Sammlung ist noch nicht sehr bedeutend, bei meinem ,Artist in Residence‘-Programm bin ich aber bald von den Autodidakten weggekommen“, erzählt er. Die Liste jener Künstler, die inzwischen am Arlberg residierten und arbeiteten, ist namhaft. Die Vorarlbergerin Maria Anwander, die erst kürzlich mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes ausgezeichnet wurde, zählt dazu. Die bekannte deutsche Künstlerin Clara Oppel war erst jüngst in St. Christoph, Ulrike Köppinger, Irena Eden oder das Duo Bildstein/Glatz stehen auf dem Herbstprogramm und bestätigen, dass das Ehepaar Werner gut beraten und mit Kennerblick entscheidet. Dass die hohe Kunsthalle mit dem Oberlichtfenster den klimatischen Anforderungen zur Hängung wertvoller Gemälde entspricht, sei nur nebenbei erwähnt.


Schon der Weg vom Hotel in die Kunsthalle ist also mit Qualität gepflastert. Was dort zu sehen ist, kommt unter anderem auf Empfehlung der Wiener „section a“ in die Alpen. Der Name Eva Schlegel darf in diesem Zusammenhang als Hinweis auf die Qualität erwähnt werden, und Markus Schinwald, der einst Österreich auf der Biennale von Venedig vertrat, wird einmal mit einer Skulptur das Dach der Kunsthalle „arlberg 1800“ krönen. Mit Einsatz vieler Kerzen. Ein hartes Stück Arbeit ist es dennoch gewesen. Während wir noch wenige Tage vor dem ersten Eröffnungsakt an unverputzten Wänden und allerlei Kabeln vorbeischleichen, hat Florian Werner keine Scheu, von den Hürden bei der Finanzierung des 26-Millionen-Euro-Projekts zu sprechen. „So viele Kerzen, wie ich heuer angezündet habe, habe ich noch nie zuvor in meinem Leben angezündet.“ Während Banken in Tirol abweisend reagierten bzw. mehrere Wochen brauchten, um ihm dann doch eine Absage zu erteilen, fand er in Vorarlberg schließlich in nur weni-

Optimismus ist dem Unternehmer eigen, Pragmatismus allerdings keineswegs fern. Das Konzertprogramm soll den Gast durchaus dazu motivieren, einen Tag länger am Arlberg zu bleiben als vielleicht zunächst geplant. gen Stunden Gehör. Ein Teil des Vorhabens wurde außerdem mit dem Verkauf von eigens errichteten Appartements verwirklicht. Sie werden nicht als ungenutzte Bettenburgen die Passhöhe markieren, sondern weitervermietet, wenn die Besitzer nicht am Arlberg sind. Der Tiroler Architekt Jürgen Kitzmüller bekam den Planungsauftrag, entwarf eine Kunsthalle samt Ateliers und hat dann – so kurios sich das anhört – im Verlauf

des Durchgehens aller Möglichkeiten, die Halle mit dem Hotel in Verbindung zu bringen, gemeinsam mit den Bauherren einen veritablen Konzertsaal konstruiert. In voller Pracht, holzverkleidet und samt Galerie, war er bereits Ort zahlreicher Aufführungen. Unterhaltende Qualität. „Ich komme mir vor wie ein Segler, der mit vollem Wind ins Meer hinausschießt“, sagt Florian Werner. „Ich habe volle Fahrt aufgenommen und gar nicht gewusst, wohin die Reise geht.“ Optimismus ist dem Unternehmer eigen, Pragmatismus allerdings keineswegs fern. Das Konzertprogramm soll den Gast durchaus dazu motivieren, einen Tag länger am Arlberg zu bleiben als vielleicht geplant, bzw. schon etwas früher anzureisen. Und wenn Durchreisende bei ihm Station machen, um eine Ausstellung zu besuchen und dann auch noch einzukehren – die Küche und vor allem der Weinkeller sind ja legendär –, dann hat sich ein Teilaspekt des Konzeptes schon erfüllt. „Es tut sich nun eine Reihe von Möglichkeiten auf, mehr

Florian Werner

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Kunsthalle arlberg1800

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Foto: arlberg1800, Rendering

zu bieten als die üblichen Sommer- und Wintermonate, der Herbst ist ja so schön bei uns, da haben sie unten nur Nebel, und heroben ist es wolkenlos. Aber nur wegen meiner blauen Augen kommt keiner. Wenn ich das Hotel aufsperre, muss ich etwas anbieten.“ Musik verschiedener Genres will er im Saal haben, Kurator Peter Vogel, als Veranstalter hochkarätiger Reihen am Bodensee längst bekannt, garantiert ihm die Qualität. Unterhaltendes soll dabei sein. Chris de Burgh ist für Ende November angekündigt, Art Garfunkel im Dezember, der Name Jonas Kaufmann fällt bereits. Schon das Spiel von Claire Huangci lässt den Schluss zu, dass sich auch hohe Stimmen hier wunderbar entfalten können. Christa Dietrich

Die Liste jener Künstler, die inzwischen am Arlberg residierten und arbeiteten, ist namhaft. Die Vorarlbergerin Maria Anwander, die erst kürzlich mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes ausgezeichnet wurde, zählt dazu. Die bekannte deutsche Künstlerin Clara Oppel war erst jüngst in St. Christoph, Ulrike Köppinger, Irena Eden oder das Duo Bildstein/Glatz stehen auf dem Herbstprogramm und bestätigen, dass das Ehepaar Werner gut beraten und mit Kennerblick entscheidet. Dass die hohe Kunsthalle mit dem Oberlichtfenster den klimatischen Anforderungen zur Hängung wertvoller Gemälde entspricht, sei nur nebenbei erwähnt.


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Die einen orientieren sich an Maßstäben. Die anderen setzen sie. Der neue 911. Ein Antrieb, der begeistert. In einem Sportwagen, der den härtesten Test besteht: an jedem Tag der Beste zu sein. Mit neuen Biturbo-Boxermotoren mit bis zu 420 PS und optionaler Hinterachslenkung für mehr Agilität.

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Foto: Winfried Heinze

Ein neues Zuhause für den König

Manfred und Robert Aufricht

Die Bodenseeregion, das Rheintal – seit Jahrhunderten wird hier Wein angebaut. Mal mehr, mal weniger, mal besser, mal weniger gut. Wie die Zeiten eben waren, wie hoch das Genuss- und Kulturgut im Ansehen stand. In den letzten zwei Jahrzehnten steht der Rebensaft wieder hoch im Kurs rund um den See.

Junge Winzer wollen mehr als nur Schoppenweine für Touristen herstellen, mit einer fundierten Ausbildung bringen sie den Wein zum Strahlen. Und wie ernst es ihnen ist, zeigen sie auch in der Architektur. Eine Weinreise in der Region – ein Nachmittagsausflug vielleicht. Die Freunde von König Wein werden jedenfalls königlich empfangen. Wein und Architektur, das ist keine Novität, die in Bordeaux und im Burgenland auf höchstem Niveau gepflegt wird, auch im Schweizer Rheintal und am deutschen Bodensee finden sich Residenzen für den Wein, die einen Besuch lohnen: wegen der Architektur, aber vor allem wegen des Weins. Die neuen Weinbauten haben durchaus mit dem Selbstverständnis der Winzer zu tun, das

sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert hat. Während die großen Weingüter seit jeher mit Prachtbauten ihren Status untermauerten, hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Elite gebildet, die mit ihren Weinen und mittels eindrücklicher Gebäude und Keller auf sich aufmerksam macht. Bei den Aufrichts. Traumhaft ist schon die Lage des Weingutes Aufricht in Stetten bei Meersburg. Die Weinberge oberhalb des Bodensees bieten einen Panoramablick über den See, der den italienischen Seen die Schau stiehlt. Und erst die Weine, die Robert und Manfred Aufricht keltern: Sie sind das Maß der Dinge am See. Ihre Burgunder, egal welcher Farbe, zählen zu den besten Deutsch-

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lands. Auch international reüssiert das Weingut, ob bei den Weinbeißern von GaultMillau oder bei „Les Mondial des Pinots 2012“. Weintipp der Familie Aufricht? Natürlich alle Sorten vom Riesling bis zum trockenen Sauvignon Blanc. Aber ganz besonders ans Herz der „kontur“-Leser legen die Aufrichts den 2014er Weißburgunder „Burgundische Lilie“: „Es sind die zuletzt geernteten Trauben. Sie profitieren von den schönen Spätsommertagen. Die kühlen Nächte während der Ernte verleihen ihm eine unübertreffliche Finesse. Dieser Weißburgunder überzeugt durch seine Mehrdimensionalität, mit einem Duft nach gelben Früchten und weißen Blüten.“

keller: im Winzerhof Gierer, einem Familienweingut mit sechs Hektar Rebfläche, werden 70 Prozent der Flaschenweine ab Hof verkauft – in einem modernen Anbau, der das Terroir reflektiert und auf die alte Bausubstanz Rücksicht nimmt. Ein gestalterisches Statement, das sich aber nicht zu wichtig nimmt. Sehr sympathisch, wie Josef Gierer und seine Familie, die auch Ferienwohnungen vermieten. Müller-Thurgau, Bacchus, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling, Sauvignon blanc sind dominierend, sie besetzen 75 Prozent der Weinberge, 25 Prozent sind mit Spätburgunder, Dornfelder und Carbernet cortis bepflanzt. Weintipp des Win-

Die neuen Weinbauten haben durchaus mit dem Selbstverständnis der Winzer zu tun, das sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert hat. Während die großen Weingüter seit jeher mit Prachtbauten ihren Status untermauerten, hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Elite gebildet, die mit ihren Weinen und mittels eindrücklicher Gebäude und Keller auf sich aufmerksam macht. zers: Der 2014er Nonnenhorner Grauburgunder trocken, den er so beschreibt: „Weicher und gehaltvoller Charakter, dezenter Duft nach Honig und Nüssen, cremiger, kraftvoller Körper, lebendige, harmonische Frische, nachhaltig-langanhaltender Geschmack am Gaumen.“

Hier stimmt alles – die kleine Karte mit echten Buschenschankspezialitäten, das Weinangebot, Lage und Architektur. Für die Familie ist mit dem Neubau über Hattnau ein Traum Wirklichkeit geworden. Aktuell werden zirka acht Hektar Reben bewirtschaftet, die Cuvée Rosé aus Zweigelt, Blauburger und Cabernet Dorsa ist in der ganzen Region ein Bestseller, deshalb tut sich Maximilian Schmidt auch schwer mit einer Empfehlung: „Einen Weintipp zu geben, ist schwierig, da wir bis auf den Müller-Thurgau und Rosé ausverkauft sind. Freuen darf man sich aber schon jetzt auf den Sekt, der künftig das Sortiment abrundet.“ Zusammenspiel von alt und modern. Nur wenige Kilometer weiter, in Nonnenhorn, wartet ein weiterer gastlicher Wein-

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Fotos: Ralph Feiner, Hasselblad H4D, Dietmar Strauss, Bilder Weckert / Maximilian Schmidt

Ein Fixpunkt auf der Weintour. Ebenso spektakulär wie die badischen Nachbarn liegen Weingut und Weinberge der Familie Schmidt – allerdings schon in Bayern: Die Vorarlberger Architekten Elmar Ludescher und Philip Lutz haben einen so aufsehenerregenden wie schlüssigen Bau auf den Hügel über dem Bodensee plaziert, der für Genussreisende schon jetzt als ein Fixpunkt bei der Tour de Bodensee gilt.

Extrem seltene Weine werden bei Gantenbein Wein produziert.


Kulturgut Wein. Hoffentlich so lange anhaltend, dass die Fahrt ins Schweizerische Rheintal zum Vergnügen wird. Das Weingut Schmidheiny in Heerbrugg setzt dort Maßstäbe. Das Gut gehört der Unternehmerfamilie Schmidheiny, nicht zugekauft, sondern Heimat und Zentrale eines kleinen Weinimperiums, das Dependancen höchster Güte in Argentinien, den USA und am Zürichsee besitzt. 1904 gründete Ernst Schmidheiny die Weinbaugenossenschaft Balgach mit, später produzierte sein Sohn Max auch auf eigenem Boden Wein. Mit der Übernahme des elterlichen Weinguts durch Thomas Schmidheiny begann 1998 eine neue Ära. Der Betrieb wurde modern umgestaltet und 2012 mit einem einmaligen Neubau ergänzt. Thomas Schmidheiny will nicht nur erstklassigen Wein kreieren, mit der Neuausrichtung des Weinguts gibt er seiner Heimatregion gerne etwas zurück – auch kulturell. Im Weingut werden nicht nur Weine höchster Güte produziert,

auch regelmäßige Kulturveranstaltungen unterstreichen das Kulturgut Wein an den Abhängen des Schweizer Rheintals. Das Klima im Rheintal ist für Pinot, den König der Reben, ideal. Architektonische Landmark. Das wissen auch die Winzer einige Kilometer weiter in der Bündner Herrschaft. Das pittoreske Dörflein Fläsch ist trotz alpiner Lage einer der Hotspots für hochklassigste Pinot Noirs, die nicht im Burgund gedeihen. Aushängeschild ist das Weingut Gantenbein. Martha und Daniel Gantenbein sind Quereinsteiger. Ihr Rezept, das ihnen Weltruhm

Die Traube darf nichts verlieren auf dem Weg in die Flasche. Traubengut und Saft fließen entlang der Schwerkraft, weder wird gepumpt noch filtriert.

Der Neubau des Weinguts Schmidheiny entstand im Jahr 2012.

Das Kulturgut Wein aus dem Schweizer Rheintal.

Blick auf den modernen Anbau des Winzerhofs Gierer.

Beliebt bei den Gierer-Kunden: Der Ab-Hof-Verkauf.

Aufsehenerregend wie schlüssig: das Weingut Schmidt.

Spektakuläre Ausblicke bietet die Lage am Bodensee.

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Weingut Robert und Manfred Aufricht Höhenweg 8, D-88719 Meersburg-Stetten www.aufricht.de Weingut Schmidt am Bodensee Hattnau 62, D-88142 Wasserburg www.schmidt-am-bodensee.de Winzerhof Gierer Sonnenbichlstr. 31, D-88149 Nonnenhorn www.winzerhof-gierer.de einbrachte und einbringt: „Maßgebend ist die Rebe.“ Also pflanzten sie Burgunder-Klone in ihre Rebberge. Sie lernten: Die Traube darf nichts verlieren auf dem Weg von der Rebe in die Flasche. Also haben sie den Betrieb danach eingerichtet.

Schmidheiny – Weingut im Rheintal Schlossstr. 210, CH-9435 Heerbrugg www.schmidheiny.ch

Traubengut und Saft fließen entlang der Schwerkraft, weder wird gepumpt noch filtriert. Die Weine sind extrem selten, das Weingut eine architektonische Landmark der Weinarchitektur: 2006 realisierten die Gantenbeins ihren Neubau, der von den Churer Architekten Valentin Bearth, Andrea Deplazes und Daniel Ladner so beschrieben wird. „Der Neubau, ein ‚Pfeilerstall‘ mit Fassaden aus durchbrochenem Mauerwerk, ergänzt das bestehende Ensemble aus Ökonomiebauten. Ein Zweckbau mit natürlicher Klimatisierung. Er übersetzt die elementaren Anbau- und Produktionsmethoden des Weinguts in Materialwahl und Raumorganisation. Das durchbrochene Mauerwerk ist Sonnenschutz, Lichtfilter und Wärmepuffer. Die Mauerelemente wurden als per-

Gantenbein Wein Ausserdorf 38, CH-7306 Fläsch www.gantenbeinwein.com

Oberhalb des Bodensees liegen die Weinberge von Robert und Manfred Aufricht.

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Foto: Weingut Aufricht

forierte Wandscheiben aus Klinkersteinen mit offenen Mauerfugen von Industrierobotern gefertigt.“ Fünf Hektar der Weinberge − und damit der große Teil − gehören dem Pinot Noir. Ein Hektar gehört dem Chardonnay. Und auf zwanzig Aaren schließlich wird Riesling angebaut. Alles Weine in der Topklasse, die nur sehr selektiv verkauft werden. Zum Wohl. Andreas Scalet


Competence Park FRIEDRICHSHAFEN

Leben. Vor dem Raum kommt das Die PRISMA Unternehmensgruppe setzt Initiativen, liefert Impulse für das Leben im Raum. Mit der sozialen Kompetenz, der Integration kultureller und traditioneller Werte wird dieser Raum vielfältig und offen für die Zukunft gestaltet. Die Erfahrungen aus der Betreuung, Vernetzung und Weiterentwicklung von über 40 Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz führen laufend zu inhaltlichen, baulichen und organisatorischen Innovationen. Nur zu sagen, dass das Leben vor dem Raum kommt, ist eine Frage der Formulierung. So aber zu handeln, ist eine Haltung. Der Competence Park FRIEDRICHSHAFEN ist zur Drehscheibe von Innovation, Technologietransfer und Kreativität in der Bodenseeregion geworden. Er steht für die Vielfalt der Nutzung, für einen aktiven Arbeits- und Lebensraum mit den Schwerpunktbereichen Technologie und Engineering, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie Wirtschaftsdienstleistungen. Am Standort befinden sich mittlerweile 45 Unternehmen mit rund 1.000 MitarbeiterInnen, darunter AVAST Software, Deutsche Post, Dokuwerk, doubleSlash Net-Business, FERCHAU Engineering, Rolls-Royce Power Systems, Reiss Lighting, ESCAD Automation und ZF Friedrichshafen. Diese Entwicklung ist den regional und international erfolgreichen Unternehmen und Institutionen sowie deren Vertrauen in den Standort zu verdanken. Eine Kinderbetreuung, gastronomische Angebote und vielfältige Aktivitäten und Initiativen wie beispielsweise die Plattform Innovation B mit Partnern wie Airbus Defence & Space, Zeppelin Universität, DHBW, Stiftung Liebenau, Stadt Friedrichshafen und Wirtschaftsförderung Bodenseekreis schaffen erheblichen Mehrwert in räumlicher Nähe. Die positiven Entwicklungen werden aktiv vom Standortmanagement der PRISMA Unternehmensgruppe begleitet. Die Initiativen greifen, weil sie auf die Menschen und auf die Unternehmen in den Standorten ein- und übergehen und so die Räume zu inspirierenden Begegnungs- und Lebenswelten machen. Hier findet der konstruktive Austausch statt – beruflich wie auch privat. Und das hat Zukunft. Nachhaltigkeit ist ein anderes Wort dafür.

PRISMA Unternehmensgruppe, www.prisma-zentrum.com Dornbirn (A) - Innsbruck (A) - Salzburg (A) - Wien (A) - Friedrichshafen (D) - Heerbrugg (CH)


Aus Leidenschaft Als Präsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer ist er in seinem Element. Denn Handwerk, Wirtschaft und Politik zählen zu seinen großen Leidenschaften. Wie es um Entscheidungen, Unruhestand und Lebensmotto steht? 10 Fragen an Manfred Rein.

Was fasziniert Sie an Vorarlbergs Wirtschaft? Das Besondere und Prägende in der Vorarlberger Wirtschaft sind die Familienbetriebe, die regional und international tätig sind. Die wirtschaftlichen Verflechtungen und Netzwerke sind ein guter Boden für die Zusammenarbeit zwischen den Global Playern und den KMU und EPU – davon profitiert der ganze Wirtschaftsstandort! Auch die Überschaubarkeit wird zu Größe und Vorteil. Vorarlberg liegt im 4-Länder-Eck und die Wirtschaft hat sich immer dem daraus resultierenden Wettbewerb stellen müssen. Dieser Blick über den Tellerrand hat sich aber immer als erfolgreich erwiesen, weil er die Innovationsfreude und Internationalität gefördert hat. Was sind Ihre Schwerpunkte in der Wirtschaftskammer zur Unterstützung der Unternehmen? Ich will den Service bei uns stetig ausbauen, und zwar in allen Bereichen, vom Rechtsservice über die WIFI-Angebote und die Außenwirtschaft bis zur Gründungsberatung. In der Bildungsdiskussion haben wir unsere Stimme schon erhoben und werden von der Politik weiterhin vehement eine positive Weiterentwicklung bei diesem Zukunftsthema fordern und selbst Impulse setzen. In unserem ureigensten Bereich, im Bereich der Lehre, haben wir gerade zuletzt mit dem Land Vorarlberg und den Sozialpartnern konkrete Maß-

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nahmen zur Qualitätssteigerung vereinbart. Auch Bürokratieabbau und die Entrümpelung von Gesetzen und Normen stehen ganz oben auf meiner Agenda. Welche Person aus der Wirtschaft hat Sie beeindruckt? Eigentlich möchte ich keine Einzelperson hervorheben, es gab und gibt einfach zu viele beeindruckende Unternehmerpersönlichkeiten. Wenn ich schon jemanden nennen muss, dann fällt mir der Unternehmer und Erfinder Friedrich Schindler ein. Seine Leistungen sind für mich deshalb so beeindruckend, weil sie zum Teil bis heute nachwirken und unser Land prägen: Bei der Weltausstellung in Chicago 1893 hat er die weltweit erste elektrische Küche vorgestellt; er hat Elektra Bregenz gegründet und hatte maßgeblichen Anteil an der Konstituierung der Vorarlberger Kraftwerke. Wo sehen Sie Vorarlbergs Wirtschaft in 20 Jahren? Ich sehe Vorarlberg auch in 20 Jahren und darüber hinaus als dynamisches und lebenswertes Land. Aufgrund der Struktur ist unsere Wirtschaft auf jeden Fall für die Zukunft gut aufgestellt, Projekte wie die Energiezukunft des Landes oder Industrie 4.0 sorgen für einen gewissen Weitblick über das Tagesgeschäft hinaus und geben Impulse in die Wirtschaft. So entwickelt sich auch unser Handwerk laufend weiter. Vorarlberg hat das Glück, dass wir motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter in unseren Betrieben haben. Damit das auch in Zukunft so ist, brauchen wir aber jetzt neue Anstrengungen im Bildungsbereich, vor allem mehr unternehmerische Freiräume, ein leistungsfreundliches Klima und den Abbau von unnötigen Belastungen! Wie oder wo finden Sie eine Auszeit vom beruflichen Alltag? Meine Kraftquelle ist vor allem die Zeit mit meiner Familie und mit Freunden. Das

gesellige Beisammensein verbinde ich gerne mit Kochen und gemeinsamem Essen. Ich bin gerne in der Natur, per pedes, auf dem Mountainbike und beim Skitouren – da relativiert sich so manches Problem, und man kann mit neuem Blickwinkel auf die Dinge zugehen. Wenn Sie sich entscheiden müssten: Berg oder See? Das ist das Schöne: Ich muss mich nicht entscheiden, wir haben ja beides vor unserer Haustür. Blick zurück: Welche Entscheidungen aus Ihrem Leben würden sie heute genau so wieder treffen? Ich würde mich auf jeden Fall wieder selbstständig machen. Selbstständigkeit ist zwar mit vielen Anstrengungen und Herausforderungen verbunden, aber die schönen Seiten, die Erfolge und das positive Selbstwertgefühl überwiegen doch bei Weitem. Von diesen Erfahrungen profitiert man ein Leben lang! Blick in die Zukunft: Werden Sie ein Ruhe- oder eher ein Unruheständler? Vom Alter her bin ich schon längst Unruheständler, und daran wird sich, meinem Naturell entsprechend, auch so rasch nichts ändern. Ihr Lebensmotto? Ich habe kein eigentliches Lebensmotto, aber ich habe ein paar ganz simple Sätze, an denen ich mich ausrichte: Achtung vor dem Menschen und der Natur haben. Das Gemeinsame vor das Trennende stellen. Das tun, was einen erfüllt und Freude macht. Sabine Blechschmidt

Foto: Markus Gmeiner

Wie würden Sie einem Fremden Vorarlberg beschreiben? Vorarlberg hat eine wunderbare Landschaft, die vom See bis zu den Bergen alles bietet. Vorarlberg hat freundliche Menschen, die nur im ersten Moment zurückhaltend wirken, bei näherem Kennenlernen aber sehr offen und verlässlich sind. Und Vorarlberg ist natürlich eine Top-Wirtschaftsregion, wo sich Tradition, Innovation und Leistungswille bestens ergänzen!


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Der perfekte Ort für einen genussvollen Start in den Tag Eine knusprige Semmel gehört zu jedem königlichen Frühstück, ebenso wie eine gute Tasse Kaffee. Bei Mangold hat man daraus eine Kultur gemacht – mit Handsemmeln aus der eigenen Handwerksbäckerei und Kaffee von Daniel Moser.

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Die Röstung bei Daniel Moser erfolgt schonend.

Was bei Mangold hergestellt wird, ist echtes Vorarlberger Handwerk. Daran hat sich seit mehr als 100 Jahren nichts geändert. Und Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes ist die Mangold Handsemmel. Das Meisterstück ist ein handgewirktes, saftiges Kleingebäck mit zarter Kruste und locker-leichtem Kern. Die Herstellung des „kleinen Stars“ verlangt daher besondere Geschicklichkeit und viel Übung. Nach dem Kneten folgen mindestens zwei Stunden Ruhezeit, in der der Teig gelockert, aber auch bis zu vier Mal zusammengestoßen wird. Im Anschluss wird der Teigling zu einem runden Fleck geklopft und händisch geformt. Durch diese Technik wird er verdichtet, die Krume saftig und kompakt. Die Mangold Teiglinge werden ohne chemische Hilfsstoffe hergestellt. Bei 5° C und bis zu

Mangold vereint Genuss und Wohlfühlambiente.

18 Stunden Reifezeit entfalten sie ihr ganz spezielles Aroma. Der Teig bleibt weich – nicht tiefgefroren – und wird in den Filialen jeweils am nächsten Tag gebacken. Geübte Bäcker schaffen bis zu 400 Stück pro Stunde, eine Maschine bringt es hingegen auf 5000. Das erklärt auch den Preisunterschied. Doch der Geschmack ist nicht vergleichbar. Perfektes Aroma. Zu einem genussvollen Start in den Tag gehört aber noch etwas ganz Wichtiges dazu: eine herrliche Tasse Kaffee. Und die erwartet Kunden in den Filialen der Bäckerei Mangold in vielen Variationen. Ob Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso oder Caffé Latte – für alle Kreationen kommt ausschließlich Kaffee aus dem traditionsreichen ­Wiener Kaffeehaus Daniel Moser zum Einsatz.

Und hier beginnt der Weg zum perfekten Kaffee bereits auf der Plantage. Daniel Moser verarbeitet ausschließlich Arabicas, die in Ländern zwischen 23° nördlicher und 25° südlicher Breite beheimatet sind. Das sortenreine Rösten und die Veredelung der hochwertigen Rohkaffeesorten erfolgen im schonenden Langzeitröstverfahren. Zwischen 15 und 20 Minuten dauert es, bis der Rohkaffee sein unvergleichliches Aroma entwickelt und Säuren abgebaut werden. Anschließend werden die Bohnen mit Luft abgekühlt; auch dieser Vorgang ist sehr schonend und nicht auf Tempo und Produktionsmaximierung ausgelegt. Je nach Rezeptur werden die single origins gemischt und zu den gewünschten individuellen Blends verarbeitet. „Blending after roasting“ ist bei Daniel Moser Gesetz.

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Robert Janschek

Wir wollen Trends setzen, statt hinterher zu laufen Die Walter Bösch GmbH & Co KG in Lustenau blickt auf eine 80-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Das Unternehmen zählt heute österreichweit zu den Marktführern im Bereich Haustechnik. Im April 1932 wagte Ing. Walter Bösch den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete sein eigenes Unternehmen. Vom Einmannbetrieb hat es sich mittlerweile zum Branchenführer mit rund 600 Mitarbeitern entwickelt. 30 kontur


Fotos: Bernd Hofmeister

Die ursprüngliche Firmenidee war einfach, aber genial. Walter Bösch importierte Produkte nach Österreich, die hier bis dato noch nicht erhältlich waren. Den ersten Kontakt knüpfte er mit den „Ateliers de Charmilles“ in Genf, bei denen er Ölbrenner einkaufte. Ein Kontakt, der übrigens bis heute besteht. Mit dem Vertrieb der Brenner war es für Walter Bösch aber nicht getan. Für ihn war klar, dass der Verkauf seiner Produkte nur Hand in Hand mit umfassender Beratung und Betreuung einhergehen kann. Damit war das Konzept für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg geboren: Beratungsintensive, technische Produkte vertreiben und diese durch einen zuverlässigen Kundendienst zu betreuen. Diese Philosophie bestimmt noch heute das Tun der Walter Bösch GmbH & Co KG.

Messe 2015 mit dem „Service Excellence Zertifikat in Gold“ des Kundendienstverbandes Österreich (KVA) und dem „Service Award 2014“. Ein Familienunternehmen. „Wir wollen als ein führendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen Trends setzen, statt anderen hinterher zu laufen“, bringt Dr. Robert Janschek, Mitglied der Geschäftsleitung und Unternehmenssprecher, die Unternehmensphilosophie auf den Punkt. Und weiter: „Wir sind stolz darauf, dass wir ein Familienunternehmen sind und dass die Familie auch unmittelbar im Geschehen steht. Die Philosophie wird auch im Umgang mit den Mitarbeitern und Kunden gepflegt.“ Dass sich das Unternehmen im Familienbesitz befindet, soll auch in Zukunft so bleiben. Die dafür erforderlichen Rahmenbedin-

Über 100 Verkaufsberater und 230 Mitarbeiter im Kundendienst sichern die schnelle und persönliche Betreuung der Kunden. Das ist die größte flächendeckende Kundendienstorganisation der Branche. führen. Heuer traten Dr. Linus und Mag. Robert Grellet als dritte Generation der Besitzerfamilie in die Geschäftsleitung ein. „Ein starkes kompetentes Mitarbeiterteam ist unser größtes Kapital“, ist sich die Geschäftsleitung einig. Vertrauen und Nähe bestimmen deshalb auch die Firmenkultur. Expansion in alle Richtungen. Der Erfolg gab Walter Bösch recht. Sowohl personell als auch geografisch wuchs das Unternehmen stetig. 1951 wurde der Schritt über die Grenzen Vorarlbergs ge-

Robert Janschek mit „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger.

Über 100 Verkaufsberater und 230 Kundendienstmitarbeiter sichern die schnelle und persönliche Betreuung der Kunden. Das ist die größte flächendeckende Kundendienstorganisation in der Branche. Das Unternehmen wurde dafür auch ausgezeichnet: Im Rahmen der Welser

gungen wurden bereits geschaffen, und die kommende Generation bereitet sich auf die verantwortungsvolle Aufgabe vor. Walter Bösch übergab die Geschäftsleitung an seine Tochter Ursula und deren Ehemann Jean-Robert Grellet, die das Unternehmen in seinem Sinne weiter-

tan. Die Zweigniederlassung Innsbruck wurde eingerichtet. Darauf folgten weitere Niederlassungen in Salzburg, Linz, Wien, Graz und Klagenfurt. Heute ist die Walter Bösch GmbH & Co KG Arbeitgeber von rund 600 Mitarbeitern in Österreich. Daneben werden Vertriebs-

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gesellschaften bzw. -partnerschaften in der Schweiz, Deutschland, der Tschechischen Republik und Skandinavien unterhalten. Vom Brennerspezialisten entwickelte sich das Unternehmen im Laufe der Jahre zum Komplettanbieter für Heizungstechnik. Auch im Bereich der professionellen Reinigungstechnik etablierte sich der Betrieb. Mitte der Fünfzigerjahre entschied sich Walter Bösch für diese Erweiterung des Geschäftsfeldes. Im Herbst 2012 wurde der Geschäftsbereich Reinigung dann an die KärcherGruppe verkauft. Im Jahre 1969 erfolgte eine weitere Diversifikation auf Produktebene. In Ergänzung zum Bereich „Heizung“ wurde der Geschäftsbereich „Klima“ ins Leben gerufen. Anfänglich kaufte man die Klimazentralen lediglich zu und vertrieb sie. Seit 1974 erfolgt die Montage im Werk bzw. vor Ort durch

Walter Bösch GmbH & Co KG: Umsatz 2014: 90 Millionen Euro; Mitarbeiter: 581, davon 12 Lehrlinge; Exportquote: 8 Prozent; Geschäftsleitung: Dr. Robert Janschek, Ing. Peter Mender, Dr. Linus Grellet, Mag. Robert Grellet; Niederlassungen in Österreich: Zentrale in Lustenau, Innsbruck, Bergheim bei Salzburg, Linz/Leonding, Wien, Graz und Klagenfurt; Niederlassungen, Tochtergesellschaften und Vertriebspartner in Deutschland, Schweiz, der Tschechischen Republik, Norwegen und Schweden. eigene Montageteams. „Mit der Entwicklung des eigenen RLT-Gehäuses modul a konnte 2010 der Markt revolutioniert werden“, erläutert Janschek. Anfang 2014 übernahm der Bereich Klima den Alleinvertrieb von Samsung Split Klimasystemen und Wärmepumpen für Österreich, heuer auch für die Schweiz. Die vorerst letzte Erweiterung der Geschäftsfelder wurde Ende 2012 mit der

Gründung des Geschäftsbereichs Lüftung getätigt. Janschek: „Mit dezentralen und semizentralen Lüftungssystemen für den Mehrgeschoßbau rundet dieser Geschäftsbereich unseren Anspruch als Spezialist für Haustechnik ab.“ Den Geschäftsalltag bestimmt das Engagement für die Mitarbeiter. Denn der Mensch steht im Mittelpunkt – als Kunde wie als Mitarbeiter. Ernest F. Enzelsberger

Foto: Walter Bösch GmbH & Co KG

Die Firmenzentrale in Lustenau

Dass sich das Unternehmen im Familienbesitz befindet, soll auch in Zukunft so bleiben. Die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen wurden geschaffen, die kommende Generation bereitet sich auf die verantwortungsvolle Aufgabe vor. „Ein starkes kompetentes Mitarbeiterteam ist unser größtes Kapital“, ist sich die Geschäftsleitung einig. 32 kontur


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Das Fusonic-Team bei der Arbeit

Alexander Troy, Fusonic-CoFounder (links im Bild)

Apps aus

dem Ländle – oder neue Strategien für den Erfolg

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Die Towa-Geschäftsführung rund um Florian Wassel (zweiter von rechts)

Das Space-App-Camp der European Space Agency

Lukas Böhler, AppWerkstatt-Betreiber (rechts) bei der AppleEntwicklerkonferenz


Mit dem digitalen Zeitalter Schritt zu halten, lautet die Devise. Für Global Player gilt dies genauso wie für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich deutlich und nachhaltig von der Konkurrenz abheben müssen, um bestehen zu können. Am Puls der Zeit zu agieren, bedeutet auch, den neuen Medien gegenüber nicht nur offen zu sein, sondern sie für den eigenen Erfolg zu nutzen.

Foto: Fusonic, Towa, Lukas Böhler

Die digitalen Entwicklungen schreiten in bisweilen fast schon beängstigender Geschwindigkeit voran. Am Ball bleiben ist die Vorgabe. Und sich als Unternehmen umso mehr von Experten helfen zu lassen. Web- oder Digital-Agenturen beraten ihre Kunden im weiten Feld des Onlinemarketings und helfen, die Ressourcen bestmöglich zu nutzen. „Dem Onlinemarketing gehört die Zukunft, ein Großteil des Marketingbudgets sollte bereits heute in digitale Kanäle fließen. Leider sind dafür noch nicht allzu viele Vorarlberger Unternehmen mutig genug“, fasst Florian Wassel, Geschäftsführer und Gesellschafter der Towa Digital Agentur in Bregenz, seine Sichtweise zusammen. Eine Meinung, die auch Alexander Troy vertritt, Produktmanager und Co-Founder von Fusonic, einem Unternehmen mit Sitz in Götzis, das Business-Software für Intranet, Web und Smartphones entwickelt: „Es ist bei den Firmen im Land immer noch Überzeugungsarbeit zu leisten, wenn es um die Nutzung neuerer Technologien im Marketingbereich geht.“ Dabei ist für Troy auch klar, dass es „ständige Evolution benötigt, um mit dem Fortschritt zu gehen, der sich durch die neuen Technologien ergibt. Denn wer stehenbleibt, ist bald von gestern“.

Eine besondere Stellung innerhalb des digitalen Marketings nehmen Apps ein. Von unseren Smartphones längst nicht mehr wegzudenken, werden sie auch von Unternehmen immer stärker genutzt – maßgeschneidert nach klar definierten Anforderungen entworfen. Dass erfolgreiche, innovative oder prämierte Apps auch in Vorarlberg entwickelt werden, ist längst nicht hinlänglich bekannt. Mehrere zumeist junge Unternehmen dürfen sich hier jedoch bereits mannigfaltige Erfolge auf die Fahnen heften. Silicon Ländle. „Apps aus dem Silicon Ländle“ ist auf der Homepage von Lukas Böhler zu lesen, seines Zeichens Inhaber und Betreiber der AppWerkstatt Vorarlberg. Dass das Ländle und Silicon Valley für den Schwarzacher tatsächlich in einem Satz zu nennen sind, dafür ist er selbst der beste Beweis – gewann er doch mit seinen Apps bereits zwei Mal, 2013 und 2015, Teilnehmer-Tickets zur „WWDC“ (Worldwide Developers Conference), der jährlichen Entwicklerkonferenz von Apple. Eine Woche lang treffen sich in San Francisco Entwickler aus aller Welt, um sich auszutauschen und fortzubilden. „Für die Scholarship-Gewinner, wie ich es war, gibt es bei der WWDC immer ein breit gefächertes Rahmenprogramm, bei dem die einmalige Gelegenheit geboten wird, sich mit Apple-Boss Tim Cook oder anderen renommierten Apple-Mitarbeitern auszutauschen“, beschreibt Böhler seine Erfahrungen. Als echter Pionier seiner Branche durfte Lukas Böhler heuer auch am Space App Camp von ESA, der European Space Agency, teilnehmen – und kehrte auch prompt als Gewinner zurück. „Mit der dort entwickelten App ,Gaia‘ soll es Farmern zukünftig möglich sein, mittels der

Analyse von Satellitendaten und diverser vor Ort installierter Sensoren potenzielle Erkrankungen ihrer Felder frühzeitig zu erkennen“, erklärt Böhler die wesentlichen Züge seines Siegerprojekts. „Die Daten, die wir zur Analyse verwenden, sind aber erst ab 2018 flächendeckend verfügbar, weshalb das Projekt derzeit noch ein wenig warten muss, um veröffentlicht zu werden.“ Ein Meilenstein der AppWerkstatt Vorarlberg ist auch das WeatherWheel, eine App, welche die Wettervorhersage spielerisch darstellt und derzeit rund 300.000 Nutzer weltweit verzeichnet, genauso wie eine der frühesten Kreationen: MyPage, eine App, die es erlaubt, Webseiten in kürzester Zeit zu erstellen, und als Vorreiter in der Szene gilt – wenn auch die App 2014 aufgrund von Missbräuchen eingestellt werden musste.

Grundsätzlich gilt auch für Apps: Genaue Zielvorgaben der Kunden verlangen nach sehr individuellen Lösungen, die am Ende in unterschiedlichster Form zum Erfolg führen. Junge Szene. Mit vollem Idealismus und jeder Menge Motivation hat auch das junge Team von Fusonic seine ersten Apps entwickelt. Als eine Art Referenz kreierten sie Anfang 2010 eine App für das Szene Openair Lustenau. Mittlerweile entwickeln sie nach klar definierten Zielen und komplexen Sachverhalten Apps für unterschiedlichste Kunden: „Meist handelt

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Die persönlichen Lieblings-Apps von… Florian Wassel, Towa: Im Team „Slack“, die „real time messaging“-App. Privat sind es für mich Instagram, Pinterest, Soundcloud, Medium und Freeletics.

es sich bei den Anforderungen um einen konkreten Workflow, der in einem Unternehmen optimiert oder digitalisiert werden soll“, berichtet Mitbegründer Alexander Troy und erläutert: „Zum Beispiel für die Dokumentation eines Fehlers in der Produktion. Vorher musste eine Excel-Liste ausgedruckt werden, diese wurde dann während des Prüfvorganges händisch ausgefüllt und eventuell wurden noch Fotos mit der Digitalkamera gemacht – ein Prozedere, bei dem sich mehrere Fehlerquellen einschleichen können: Unlesbare Schriften, verwackelte Bilder, verlorene Listen – die Auswertung solcher Daten war schwierig, zeitaufwendig und kostete bares Geld. Ein Umstand, der das Unternehmen dazu bewegte, dieses Problem anzugehen und mit einer von uns entwickelten App zu lösen.“

Alexander Troy, Fusonic: Für Technikinteressierte ist Twitter wohl eines der wichtigsten Medien, außerdem Google Inbox, Ted, Sworkit und Trigger. Lukas Böhler, AppWerkstatt: Spotify, WhatsApp und Philips Hue sind meine ganz persönlichen Top-3-Apps.

Konkrete Vorgaben. Dass die Anforderungen an eine App äußerst unterschiedlich, aber immer sehr konkret sind, führt auch Towa-Geschäftsführer Florian Wassel an: „Eine App sollte beispielsweise die Produktivität steigern, Transaktionen vereinfachen, den Informationszugang erleichtern oder das ‚Socialising‘ ermöglichen. Bei der Entwicklung einer App gibt es dementsprechend auch keine ‚klassische‘ Vorgehensweise. Das digitale Zeitalter ist so schnelllebig, dass ständig Erkenntnisse aus der modernen bzw. agilen Software-Entwicklung und dem Start-upBereich in unseren Entwicklungsprozess integriert werden.“ Zu den wesentlichen Eckpfeilern eines solchen EntwicklungsProzesses gehört in jedem Fall die Erstellung eines Prototyps, eines sogenannten Klickdummies, der bereits alle wesentlichen Features enthält und mit potenziellen Kunden getestet wird. „Erst wenn wir den Schlüssel zur optimalen User-Experience gefunden haben, gehen wir in die Entwicklung. Nach einem Beta-Testing folgt dann der Launch“, erklärt Wassel. Im Bereich der technischen Umsetzung der Apps hat sich Towa Verstärkung ins Boot geholt: Mit ihren Partnern arkulpa konnten sie beispielsweise für den deutschen Markt die „Aboalarm“-App umsetzen, bei der es darum geht, das Vertragswerk diverser Abonnements zu kontrollieren, Anpassungen vorzunehmen oder Verträge per Handy zu kündigen.

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Foto: Fusonic

Grundsätzlich gilt auch für Apps: Genaue Zielvorgaben verlangen nach sehr individuellen Lösungen, die zum Erfolg, in unterschiedlichster Form, führen: So konnte sich Fusonic bei der für die Skiregion Hochfügen entwickelten Skiguide-App über hohe Downloadzahlen freuen und bei der für den Bäderpark Inhaus entworfenen App über die reibungslose Anwendung im Verkauf.

Der Mix macht’s. Ist eine App erst einmal erfolgreich entwickelt, geht es an die Vermarktung und Verbreitung: „Google und Facebook bieten inzwischen sehr interessante Möglichkeiten zur Bewerbung von Apps“, so Wassel. „Positive Multiplikatoren und Fürsprecher sind zudem die beste Vermarktung.“ Und wie Alexander Troy von Fusonic ergänzt: „Es kommt auf einen guten, auf die Zielgruppe abgestimmten Kommunikationsmix an. Bestimmte Webseiten oder Facebook-Fan-Pages sollten auf jeden Fall auf die App aufmerksam machen. Auf Presseterminen oder Events können QR-Codes den Download der App erleichtern. Gerade bei kleinem Budget sind solche Aktionen wichtig.“ Übrigens, was die Ausbildung zum erfolgreichen App- oder Web-Entwickler betrifft, gibt es keine klassischen Empfehlungen – was der AppWerkstatt-Betreiber Lukas Böhler, der sein Unternehmen bereits lange vor seinem FH-Abschluss gründete, selbst als bestes Beispiel belegt: „Viel ist learning by doing. Es gibt zahlreiche Tutorials, die einem die Grundlagen näherbringen. Um jedoch Spitzenklasse-Apps zu entwickeln, die auch auf Millionen von Menschen skalieren können, ist trotzdem eine Ausbildung an einer Universität oder einer Fachhochschule zu empfehlen.“ Marion Hepberger


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Respekt vor der Front So etwas von Auto. Dafür muss man erst einmal den richtigen Ausdruck finden. BMW sagt „High Performance Automobil“ dazu. Gespreizt, aber zutreffend. Manche sehen die heranrollende Provokation darin, andere die Erfüllung automobiler Träume, eine verdiente Belohnung. Wer einen X6 M zum Partner hat, sollte eher über den Dingen stehen und in der Lage sein, sich über lästige Sinnfragen hinwegzusetzen. Das bayerische Ausnahmeauto ist schließlich nicht das einzige Fortbewegungsmittel, dem man Verschwendung und üppige Fülle anlasten kann. Geiler Auftritt, Macho-Gehabe: In Russland, in China, am Persischen Golf, auch in den Staaten belastet sich das Gemüt leistungsfreudiger Kunden kaum mit dem in der Neuauflage sowieso gemilderten Auftritt des X6. Hier zeigt man gern her, wer man ist, was man hat – und was man kann. Power und Allrad. Ähnlich agiert auch die auf diese Klientel spezialisierte BMW M GmbH. Zeigt unverschämt her, was wirklich drinsteckt in blau-weißer Hightech. Vor sechs Jahren etwa, als die SUV-Hochblüte begann, kombinierte die Sportabteilung mit Blick auf Zuffenhausen erstmals M-typische Power und Emotionalität mit robusten X-Genen. Seitdem erfreuen sich die allradgetriebenen, renn-

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streckentauglichen Boliden (auch als X5 M) großer Beliebtheit bei streng leistungsorientierten Fahrern. Im brandneuen X6 M, der zweiten Generation, hat „kontur“ die am Volant dieses 575-PS-Giganten frei werdenden Gefühle nachempfunden. Hochemotionales Design, allerdings nicht mehr ganz so „panzerartig“ wie ehedem, auf dem Papier noch mehr Leistung, noch extremere Fahrdynamik. Allein die Mega-Lufteinlässe gebieten Vorsicht. Die mächtige Front lässt keine Zweifel an der Zweckbestimmung, verschlingt die Konkurrenten schon im Stand. Da schwingt man sich nicht locker hinein ins maßgefertigte Cockpit, sondern nähert sich dem achtzylindrigen Streitwagen mit Bedacht. Bequemer Einstieg, perfektes Gestühl, total justierbar, wie man’s eben gern hätte. Überhaupt aufs Edelste verarbeitet, dieser Power-X6, was das gesamte Innenleben betrifft. Außen Kampfanzug, innen Langstreckenkomfort, gutes Raumgefühl, alltagstauglich. So hebt sich der X6 M von asphaltnahen Fahrmaschinen ab, die gymnastische Fähigkeiten erfordern und Bescheidenheit in Sachen Reisegepäck.

Es kommt Verständnis auf für die X6Freunde – und Sympathie für die Allradkanone. Startknopf und kein Gebrüll, kein Aufschrei. Dafür herzerwärmendes Grollen nach Art des Hauses. Die neue Achtgang-M Steptronic hinein und der 4,4-Liter-V8 M TwinPower Turbo setzt den Soft-Allradler, der auch ein Coupé verkörpert, majestätisch in Bewegung. 4,2 Sekunden auf 100, 750 Newtonmeter, das steht im Moment nicht zur Debatte. Wo überhaupt? Denn der Wechsel von majestätisch auf athletisch, spitzenathletisch geschieht wie im Flug, gesteuert von Gaspedal, auch Schaltpaddles, nach Lust und Laune. Jetzt begleitet von herberem V8-Sound, aber nie brachial. Keine Rennpiste weit und breit? Schade, aber doch wieder gut. Man fühlt sich zwar mit der Straße


verbunden, den Tempolimits verpflichtet. Aber wie wäre es bei Tempo 250 oder so? Am Hochsitz, umgeben von 2,3 Tonnen Leermasse? Die Frage bleibt unbeantwortet. Für den täglichen Bedarf mag der Hinweis genügen, dass mehr Elektronik als im Space-Shuttle Fahrwerk, Federung, Lenkung, Bremsen und Allradantrieb kontrolliert. Die eigene Mitwirkung geschieht unter anderem durch die Wahl des Fahrdynamik-Programms: Die Ent-

scheidung fällt zwischen Comfort, Sport oder Sport Plus. Gibt man der Dynamik einmal freien Lauf (was in unseren Gefilden jedoch leider eher selten möglich ist), darf es nicht verwundern, den BMW X6 M danach noch lange ausschnaufen zu hören. Zehn Kühler, fünf Kühlpumpen und vier Kühlkreisläufe decken seinen Kühlungsbedarf. Das erklärt auch den furchterregenden Umfang der Lufteinlässe. Franz Muhr

BMW X6 M: 4,4-Liter-V8 M TwinPower Turbo, 575 PS, 750 Nm, 0–100 km/h in 4,2 s, Verbrauchsreduzierung zum Vorgänger: über 20 Prozent, 8-Gang M Steptronic mit Drivelogic und Schaltpaddles, Dynamische Dämpfer Control, Dynamic Drive und Luftfederung (Hinterachse), Allradantrieb xDrive, heckbetont, ab 154.400 Euro

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Freiheit auf vier Pfoten Sie tragen Namen wie Grizzly, Jackson, Keiko, Kiro, Maja, Snowy oder Yukon und wohnen in Bludesch. Nicht nur die Namen klingen in unseren Breitengraden noch exotisch. Auch ihre Träger sind es. Denn Huskys sind bei uns noch nicht weit verbreitet. Ihr ungewöhnliches Aussehen ließ sie zu Fotomodellen werden. Ein Fotograf suchte für einen Wintermodekatalog Schlittenhunde und stieß bei seinen Recherchen auf die Huskys. Doch zuerst eines nach dem anderen. Der Besitzer dieser Hunde ist Anton „Toni“ Kuttner. Die Faszination packte den staatlich ausgebildeten Wander- und Winter-

wanderführer schon in seiner Kindheit. Er war damals an Leukämie erkrankt, verbrachte über ein Jahr in Krankenhäusern und bekam als Aufmunterung von seiner Mutter ein Hundebuch geschenkt. In die-

sem sah er das erste Mal einen Husky mit blauen Augen und schwarz-weißem Fell – es war um ihn geschehen. „Außerdem strahlte dieser Hund so viel Freiheit aus. Das stand im Gegensatz zu meinem Krankenhausaufenthalt“, so Husky Toni.

Anton „Toni“ Kuttner

Fotos: Erik Stelzer

Die 19 Huskys von Anton Kuttner sind als Fotomodelle heiß begehrt. Ihrem Besitzer erfüllen sie seinen Kindheitstraum.

In die Selbstständigkeit. Erfüllt hat er sich diesen Kindheitstraum vor 20 Jahren. „Damals habe ich meinen ersten Husky gekauft. Mit Saskia bin ich jeden Morgen um fünf Uhr in die Berge laufen gegangen. Drei Monate später hatte ich einen zweiten Hund. Weitere folgten. Heute habe ich 19 Huskys“, erzählt Toni Kuttner. Dass sich seine Schlittenhundepassion zu seinem Hauptberuf entwickeln würde, daran hat er anfangs nicht gedacht. Begonnen hat es mit einem Schlitten und der steigenden Nachfrage von Touristen, Unternehmen und Tourismusbüros für sein Angebot. Deshalb hat er sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht und bietet seitdem hauptberuflich Schlittenhundeerlebnisse für Groß und

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Klein sowie für Einzelpersonen und Kleingruppen an. „Österreichweit gibt es nur drei Hundeschlittenführer, die ihre Passion auch hauptberuflich ausüben können“, ist der engagierte Bludescher stolz.

seinem Huskycamp im Brandnertal können Interessierte mit dem 43-Jährigen die Weitläufigkeit Schwedens genießen. Seit zwei Jahren besitzt er ein Haus in der Nähe der Stadt Strömsund im Norden des Landes. Durch die für unsere Verhältnisse abgelegene Lage des Camps – der nächste Nachbar ist zwei Kilometer entfernt – können die Kleingruppen im Winter Hundeschlitten fahren, eisangeln, Skido fahren, schneeschuhwandern. Im Sommer angeln, baden, wandern, Kanu fahren. „Ich war im Jahr 2000 das erste Mal mit einem Kollegen in Schweden und gleich fasziniert. Hier kann man 50 Kilometer mit dem Schlitten über den Schnee gleiten und befindet sich in der Abge-

Fotos: Roland Paulitsch, Erik Stelzer

Huskycamps im Brandnertal und in Schweden. Mittlerweile macht der staatlich ausgebildete Hundeschlittenführer im Winter bis zu 70 Schlittenfahrten mit seinen Gästen. Im Sommer informiert er bis zu zwei Mal wöchentlich auf der Tschengla bei Veranstaltungen über seine Huskys. Außerdem bietet er gemeinsam mit einem Psychologen „Tier als Therapie“ für Menschen mit Burn-out an und unterstützt Leukämiekinder. Neben

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Dass sich Anton Kuttners Hunde perfekt vor der Foto- und Videokamera bewegen, hat sich herumgesprochen. Inzwischen kontaktieren ihn Agenturen, und er wird direkt über seine Homepage für Fotoshootings und Filmaufnahmen angefragt: Aufnahmen für Skoda im Kühtai, Hauptrolle im Video „Higher“ der Musikgruppe Sigma featuring Labrinth, Auftritt in der RTL-Show Bachelor, bis hin zu einem Video für Schöner Wohnen Polarweiß Experience im Zugertal und Fotoaufnahmen für einen Katalog von DMG.

schiedenheit der Natur. Deshalb habe ich mir dort 4000 m² Grund und ein Haus gekauft.“ Diesen Sommer ist gerade das neue Gästehaus fertig geworden. Geringes Aggressionspotenzial. Der Ungeübte, aber am Schlittenhundefahren Interessierte wird sich fragen, ob er das wohl im Schnee – egal ob in Vorarlberg oder Schweden – ohne gröbere Unfälle schafft. Immerhin sind je nach Körpergewicht vier bis sechs Hunde vor den Schlitten gespannt. Und diese kräftigen Hunde sind auch noch dem Wolf ähnlich. Hier kann der dreifache Vater, der das zweitgrößte Huskyrudel in Österreich besitzt, beruhigen. Die Schlittenhunde wer-


Ich war im Jahr 2000 das erste Mal mit einem Kollegen in Schweden und gleich fasziniert. Hier kann man 50 Kilometer mit dem Schlitten über den Schnee gleiten und befindet sich in der Abgeschiedenheit der Natur. Deshalb habe ich mir dort Grund und ein Haus gekauft. den schon seit 14.000 Jahren gezüchtet. Die sensiblen Tiere haben zwar noch einen starken Jagd- und Rudeltrieb, ihr Aggressionspotenzial gegenüber den Menschen ist aber sehr gering. Und was das Beherrschen des Schlittens betrifft, so „ist das Bremsen und das Lenken das Um und Auf. Und das lernen alle zuerst“, beruhigt Husky Toni. Außerdem ist er mit seinem Schlitten immer in der Nähe. Foto- und Filmaufnahmen. So wie sich der Weg in die Selbstständigkeit zufällig ergeben hat, so wurden aus dem Hundeschlittenführer und seinen den Winter verkörpernden Hunden, wie eingangs erwähnt, Fotomodelle. Dass sich Toni Kuttners

Hunde perfekt vor der Foto- und Videokamera bewegen, hat sich herumgesprochen. Inzwischen kontaktieren ihn nämlich Agenturen, und er wird auch direkt über seine Homepage für Fotoshootings und Filmaufnahmen angefragt. Von Filmaufnahmen, unter anderem für Skoda im Kühtai, über eine Hauptrolle im Video „Higher“ der Musikgruppe Sigma featuring Labrinth, einen Auftritt in der RTL-Fernsehshow Bachelor, bis hin zu einem Video für Schöner Wohnen Polarweiß Experience im Zugertal und Fotoaufnahmen für einen Katalog von DMG – die quirligen Fellbündel des Oberländers waren schon in einigen Produktionen zu sehen. Dem Huskybesitzer gefällt’s: „Ich lerne die unterschiedlichsten Leute kennen, die Arbeit macht Spaß und bessert die Einnahmenseite des Kontos auf.“ So hat sich aus viel Einsatz, garniert mit etwas Zufall ergeben, dass sich Toni Kuttner seinen Kindheitstraum erfüllen konnte. Freiheit inklusive. Patrizia Gunz

Anton Kuttner – Husky Toni, Quadres 19 A, A-6719 Bludesch, www.husky-toni.at kontur 43


Otten Wirtschaftspark in Hohenems Der repräsentative Standort mit unmittelbarer Nähe zu Kunst, Event und Design. Beste Aussichten also für Unternehmen im Dienstleistungssektor. Ein Raum der Vielfalt im Herzen Vorarlbergs mit einem spannenden Mix an Mietern aus Handel, Dienstleistung, Kreativwirtschaft, Industrie und Handwerk.

Raum für Begegnungen, Gefühle, Gedanken und Gaumenfreuden Die Otten Gravour ist ein moderner, wandlungsfähiger, historisch geprägter Ort, der Raum für jede Art von Event bietet. Der Veranstaltungsort im Herzen Vorarlbergs mit guter Verkehrsanbindung, 200 Gratisparklätzen, einer variablen Grundausstattung, umfangreicher mobilen Infrastruktur und erstklassigem Catering. Anfragen und Reservierungen Otten Real GmbH Birgit Egle T +43 (0)5576 / 704-395 info@ottengravour.at www.ottengravour.at

Mietanfragen an: Birgit Egle Tel: 05576 / 704-395 birgit.egle@ottenreal.at www.otten.at


Selecta bringt das Starbucks Kaffee-Erlebnis nach Vorarlberg Mit dem Starbucks Corner Café schafft Selecta neuen Raum für Austausch und Kreativität in Unternehmen. Diese Kaffeeverkaufsecken werden in Bürogebäuden installiert, damit sich die Mitarbeiter bequem ihren Lieblingskaffee kaufen können. „Starbucks on the go“ vereint die weltweit beliebte Kaffeemarke mit Selecta. Die Verkaufsecken bieten eine Palette der besten Starbucks-Getränke, wie beispielsweise Espresso, Capuccino, Chai Latte und heiße Schokolade. Das einzigartige, aus hochwertigen Eichenmöbeln gefertigte Design kombiniert das Ambiente eines Starbucks Coffee House mit der Qualität der neuesten, vollautomatischen Schweizer Kaffeemaschine. Alle Starbucks-Spezialitäten werden mit den Originalzutaten von Starbucks nach Originalrezepten zubereitet, wobei beste Starbucks-Fairtrade-Kaffeebohnen sowie hochwertiger Starbucks-Sirup verwendet werden. Mit „Starbucks on the go“ bietet Selecta den Kunden ein Erlebnis, das Genuss und Qualität verbindet.

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Die Starbucks Coffee Shops erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit. Selecta ist exklusiver Partner von Starbucks und bringt mit der Kooperation „Starbucks on the go“ das einzigartige Starbucks-Erlebnis auch ins Ländle. Selecta ist stolz auf die erste Installation eines „Starbucks on the go“ bei Russmedia in Schwarzach. Die Firma Russmedia ist somit das erste österreichische Unternehmen außerhalb Wiens, dessen Mitarbeiter Starbucks-Kaffee im Büro genießen können. Die Starbucks-Spezialitäten werden sehr gut angenommen, und Selecta freut sich über viele gemeinsame

Genussmomente. „Kaffeepausen sind eine ideale Gelegenheit, um kurz abzuschalten, neue Energie zu tanken und gemeinsame Momente zu schaffen“, erklärt Manuela Zimmermann, Geschäftsführerin von Selecta, dem europäischen Marktführer im Bereich Betriebsverpflegung. „Bei einer guten Tasse Kaffee entstehen oft besondere Ideen. Es freut uns besonders, das Ambiente eines Starbucks Coffee House direkt an den Arbeitsplatz zu bringen und dieses Erlebnis nun auch Kunden in Vorarlberg anbieten zu können. Wir sind bemüht, unsere Kooperation weiter auszubauen und auch im Westen Österreichs zu forcieren.“

Er ist einfach beliebt – Kaffee hat in den letzten Jahrzehnten in Europa eine rasante Entwicklung durchlaufen. Ungefähr 29 Billionen Tassen werden pro Jahr getrunken. In Zusammenarbeit mit Starbucks hat Selecta das Projekt „Starbucks on the go“ realisiert, damit Sie in der Kaffeepause ausgezeichneten Kaffee genießen, sich mit Kollegen unterhalten und neue Ideen finden können. kontur 45


Family Business Die Zukunft beginnt schon jetzt. Wenn es jemanden gibt, auf den dieses Zitat voll und ganz zutrifft, dann sind es die folgenden Vorarlberger Familienunternehmen, die ihre Geschicke seit jeher von Generation zu Generation in die Hände der Jüngeren gelegt haben. Vertrauen und Tradition bilden die Basis für ihren Erfolg – und erhalten wichtige Pfeiler der Vorarlberger Wirtschaft aufrecht. Sie fragen sich manchmal, wie die Zukunft der Vorarlberger Wirtschaft aussieht? Nun, eine Universalantwort können wir darauf natürlich nicht geben. Aber wir können einen Blick auf die Zukunft einiger Familienbetriebe aus dem Ländle werfen, die da unter anderem Stefan, Conny, Florian, Marius oder Clemens heißt. Die Rede ist von der nächsten Generation in Unternehmen, die seit ihrer Gründung in Familienbesitz sind, und die auch für die kommenden Jahrzehnte auf die eigenen „jungen Köpfe“ setzen. So unterschiedlich die Persönlichkeiten auf den folgenden Seiten sind, so breit gefächert zeigen sich auch ihre Metiers. Während die einen Taschen und Kaffee an die Frau und den Mann bringen, versorgen die anderen Betriebe mit funktionaler Arbeitsbekleidung, produzieren die passenden Bügel für genau deren perfekte Reinigung, sichern so manchem Bauherren sein Dach über dem Kopf oder tragen dazu bei, dass Häuser gut gedämmt und Produkte sicher verpackt werden. Was alle gemeinsam haben? Sie wurden zu ihrem Glück nicht gezwungen – ganz im Gegenteil. Jede/r der jungen Frauen und Männer hatte die freie Wahl, die Eltern ließen ihnen die Möglichkeit,

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sich für ihren eigenen beruflichen Weg zu entscheiden. Und vielleicht war es gerade diese Freiheit, die sie wie selbstverständlich in den Betrieb der eigenen Familie führte. Viele sprangen schon als kleine Kinder durch die Produktionshallen oder Geschäfte, bestaunten mit großen Augen die (damals noch) hochmodernen Maschinen, die tollen Produkte. Heute haben sie selbst zum Teil bereits leitende Positionen inne und bringen mit neuen Ideen und Visionen frischen Wind in das Familienunternehmen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Verständnis und Offenheit: von „junger“ Seite den bestehenden Traditionen, von „erfahrener“ Seite den neuen Möglichkeiten und Inspirationen gegenüber. Neue Chancen. Sicher, nicht nur die jetzige, auch die nächsten Generationen werden immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen, schwierige Entscheidungen treffen und Verantwortung für zahlreiche Mitarbeiter tragen müssen. Doch die „jungen Köpfe“, die wir Ihnen vorstellen, sehen diese Herausforderungen auch als Chance und gehen sie mit Enthusiasmus und Optimismus an. Schließlich tragen sie das Erbe ihrer Vorfahren in die Zukunft. Sabine Blechschmidt


Stefan Flatz Flatz Verpackungen-Styropor, Lauterach Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Ich wollte schon immer in die Fußstapfen meines Vaters treten. Ich bin quasi im Unternehmen groß geworden, und er war für mich immer das Vorbild. Was fasziniert Sie (heute) an Ihrer Branche? Da wir in verschiedenen Branchen tätig sind, gestaltet sich der Arbeitsalltag äußerst abwechslungsreich und spannend. Der Verpackungsmarkt ist ständig in Bewegung, die Kunden fordern immer innovativere und nachhaltigere Lösungen. Mit unserer Kombinationsmöglichkeit von EPS (Styropor) und Wellpappe sind wir hier sehr gut aufgestellt. Aber auch bei den Dämmstoffen für die Bauindustrie haben wir mit unseren Produkten die Qualitätsführerschaft.   Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Ich glaube, jede junge Generation bringt automatisch frischen Wind mit, da sie die Welt mit anderen Augen sieht. Das Tolle an meinem Vater ist seine Bereitschaft, Neues auszuprobieren. So konnte ich meine Ideen stets umsetzen und wurde von ihm unterstützt und nicht blockiert. Die beste Kombination ist meistens seine lange Erfahrung mit meinem frischen Wind. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Ich empfinde es nicht als Druck, sondern als Herausforderung, und die hat man in jeder Führungsposition. Wenn die neue und alte Generation erfolgreich zusammenarbeiten, entsteht kein Druck, da sie voneinander profitieren. Das spüren dann auch die Mitarbeiter. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten, die bei einer Vater-Sohn-Beziehung dann auch persönlicher wahrgenommen werden, aber das gehört im Familienbetrieb dazu und ist bei uns sehr selten.

Foto: Roland Paulitsch

Wohin wollen Sie das Unternehmen führen? Es wird immer wichtiger, neue Produkte zu entwickeln, die vom Markt gebraucht und akzeptiert werden. Aktueller Erfolg kann schnell in Misserfolg umschlagen, wenn man sich zu lange ausruht. Unser größtes Kapital sind die 260 Mitarbeiter, die stets den Blick nach vorn richten. Das ist gleichzeitig auch meine größte Motivation. Globales Denken bei gleichzeitig regionalem Fokus und flexibler Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen sind für mich der Schlüssel zum Erfolg.

Vita. Schulische Ausbildung an der HTL Bregenz für Maschinenbau und Automatisierungstechnik. Nach dem Wirtschaftsstudium an der Universität Innsbruck schloss sich ein Jahr mit Praktika im Ausland bei branchenähnlichen Unternehmen an. Im Familienunternehmen folgte nach Tätigkeiten in den Bereichen Verkauf und Einkauf die Übernahme von Aufgaben in der Unternehmensleitung Privat. 33 Jahre, verheiratet, zwei Kinder

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Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen einsteigen möchten? Schon nach meinem Abschluss der HTL wusste ich, dass mich der Bereich Dach interessiert. Nach einem Gespräch mit meinem Vater während meines BWL-Studiums wurde quasi fixiert, dass ich mal in seine Fußstapfen treten darf. Nach einer Erkrankung meines Vaters folgte der komplette Einstieg dann jedoch schneller als erwartet, parallel zum Abschluss des Masterstudiums. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Angefangen habe ich mit dem Bereich Marketing, dann auch sehr stark mit technischer Beratung. Als „Verkaufstraining“ durfte ich anfänglich das Verkaufsgebiet Tirol betreuen. Seit 2015 habe ich die Geschäftsführung des Unternehmens übernommen und trage jetzt doch einiges mehr an Verantwortung. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Die Dach-Branche ist an sich sehr klein und übersichtlich. Durch technische Neuerungen und Produktinnovationen gibt es täglich Neues zu lernen. Das Dach ist, auch wenn es von vielen nicht wirklich wahrgenommen wird, der wichtigste Teil des Gebäudes, da es die Substanz und die Bewohner optimal schützt. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? In einem Familienunternehmen kann nie komplett Berufliches von Privatem getrennt werden. Meiner Freundin fällt es immer auf, wenn sich zwischen Urlaubsbildern plötzlich Aufnahmen von Dächern befinden. Es ist aber enorm wichtig, dass auch über andere Dinge gesprochen wird, damit man persönlich Abstand bekommt. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Privat engagiere ich mich in der Gemeindepolitik und empfinde das trotz einiger Herausforderungen als Ausgleich zur täglichen Arbeit. Im Sommer finde ich als stolzer Harder natürlich Ausgleich am Bodensee. Da ich sehr nah am See wohne und arbeite, genieße ich ihn oft ein, zwei Stunden am Abend. Beim Blick aufs Wasser kann ich abschalten. Ihre Visionen für die Zukunft? Mein Ziel ist auf jeden Fall, das Unternehmen in seiner Grundausrichtung in der Nische Dach weiterzuführen. Hier möchte ich aber besonders in die Beratung und den Zusatzservice für Kunden noch mehr investieren und neue Märkte erschließen.

Marius Amann Amann – die DachMarke, Hard Vita. Nach der Ausbildung an der HTL Rankweil – Hochbau, folgte ein Bachelorstudium Betriebswirtschaft an der FH Vorarlberg sowie der Master in Entrepreneurship (MBA) an der Hochschule Liechtenstein. Im Anschluss Einstieg in das Familienunternehmen. Nach unterschiedlichen Tätigkeiten in Marketing und Verkauf Übernahme der Geschäftsführung im Jahr 2015 Privat. 31 Jahre, in Partnerschaft lebend

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Conny und Christian Ströhle Ströhle taschen&mehr, Götzis Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Christian Ströhle: Ich hatte als Kind viele Traumberufe. Was mich besonders faszinierte, war der Beruf des Architekten. Ich sah, dass es da jemanden gab, der etwas zeichnete, und das wurde dann in die Wirklichkeit umgesetzt. Das war eine tolle Vorstellung. Conny Ströhle: Ich wollte als Kind Verkäuferin werden. Ich genoss es, in unserer damaligen Filiale in Götzis mitzuhelfen. Wie war damals der Blick auf das Unternehmen? Conny Ströhle: Das Unternehmen gehörte immer dazu. Für uns war es ganz selbstverständlich, dass unsere Eltern sehr viel für das Unternehmen arbeiteten. Wir Kinder durften in den Sommerferien mit in die Firma, wir konnten uns mit kleinen Jobs das Taschengeld etwas aufbessern. Und unsere Oma hat uns in dieser Zeit immer ordentlich mit guter Jause verwöhnt.

Fotos: Klaus Hartinger, Philipp Steurer

Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen einsteigen möchten? Christian Ströhle: Ursprünglich war ich ja der Meinung, dass ein Handelsbetrieb für mich zu wenige Herausforderungen bietet, weil eben nichts hergestellt wird. Ich habe also erstmal viele Erfahrungen in anderen Branchen gesammelt. Später habe ich herausgefunden, dass auch der Handel sehr komplex und interessant sein kann.

Vita. Ausbildung zum Fachwirt für Marketing und Unternehmensführung, berufliche Erfahrungen, vor allem in der Automobilindustrie Privat. 35 Jahre, verheiratet, ein Kind

Vor sechs Jahren bin ich dann bei uns in den Betrieb eingestiegen. Im Nachhinein betrachtet eine gute Entscheidung. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Conny Ströhle: Die Vielseitigkeit. Es ist immer wieder spannend, wenn man be obachten kann, ob eine Idee von den Mitarbeitern bis hin zu den Kunden angenommen wird. Und mit schönen Taschen, Geldtaschen und Reisegepäck handeln zu können, ist natürlich besonders für Frauen eine tolle Sache. Christian Ströhle: In unserer Branche ist kreatives Arbeiten möglich. Gute Ideen sind ständig gefragt. Das ist eine Herausforderung, die mir Spaß macht. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Conny Ströhle: Die Herausforderung liegt darin, bestehende Strukturen zu nutzen und parallel dazu an Veränderungen zu arbeiten. Das braucht meist eine gehörige Portion Mut. Wir arbeiten deshalb Schritt für Schritt daran, die Firma optimal für die Zukunft auszurichten. Christian Ströhle: Durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre steckt unsere Branche in einer starken Veränderungsphase. Diese bringt Risiken, aber auch Chancen mit sich. Wir haben schon spannende Projekte umgesetzt und arbeiten weiter daran.

Vita. Nach Abschluss der Textilschule Einstieg ins Familienunternehmen Privat. 30 Jahre, verheiratet, zwei Kinder

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Richard und Robert Waibel Berufsbekleidung Waibel, Klaus Wie war der Blick auf das Unternehmen als Jugendlicher? Richard Waibel: Früher wurden bei uns im Betrieb noch verhältnismäßig viele Bürstenrohstoffe gehandelt, an den Geruch von Kokosballen kann ich mich noch gut erinnern. Mein Vater erweiterte dann das Sortiment um Arbeitsbekleidung, das von Jahr zu Jahr immer größer wurde. Samstags haben wir unseren Vater oft im Fabrikverkauf unterstützt. Schon sehr früh hat er uns in Entscheidungen mit einbezogen. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen einsteigen möchten? Robert Waibel: Eigentlich schon immer. Mein Vater hat mir trotzdem alle Türen offen gelassen und mich bei meinen anderen Interessen unterstützt. Auch kurz vor der Übernahme sagte er noch zu Richard und mir: „Wenn ihr nicht wollt, könnt ihr es noch sagen.“ Aber ich war schon als Kind von der Firma infiziert – und bin es immer noch. Was gefällt Ihnen an Ihrer Branche? Richard Waibel: Wenn man an Arbeitsbekleidung denkt, fällt einem wahrscheinlich zuerst der Blaumann ein. Von diesem verabschieden wir uns immer mehr. Arbeitsbekleidung wird modischer und mit dem Einsatz von hoch funktionalen Stretchstoffen ist die Bekleidung sehr angenehm zu tragen. Wir werden immer mehr zum Designberater von Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit CI-Bekleidung ausstatten wollen. Robert Waibel: Die Entwicklung der einfachen Arbeitsbekleidung zu funktioneller, modischer Arbeitsbekleidung fasziniert mich sehr. Ich darf viele Menschen aus unterschiedlichen Branchen und Aufgabengebieten kennenlernen. So wird es nie eintönig, und ich glaube, man bleibt sich selber treu. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Richard Waibel: Als Familienunternehmen ist es sicherlich schwer, nicht bei jeder Gelegenheit über die Firma zu sprechen. Wir versuchen bewusst, wenn sich die Familie trifft, nicht ins Berufliche abzuschweifen. Das gelingt uns auch zum Großteil sehr gut. Ein gewisses Maß an beruflichen Gesprächen gehört aber trotzdem dazu. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Robert Waibel: Meine Vision ist es, die eigene Marke auszubauen und im europäischen Export zuzulegen. Das sind wir bereits erfolgreich am Umsetzen. Aber dieser Prozess hört nie auf – immer dranbleiben und besser werden.

Vita Richard Waibel. Ausbildung an der HTL Dornbirn (Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Textil), seit 2005 im Unternehmen, seit 2013 Geschäftsführer Privat. 31 Jahre, verheiratet, zwei Söhne Vita Robert Waibel. Nach der HTL Dornbirn (Wirtschaftsingenieurwesen für Textilmanagement) Wechsel in den Familienbetrieb, seit 2013 Geschäftsführer Privat. 30 Jahre, verheiratet, drei Töchter

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Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Als Kind wollte ich eines Tages auf einem großen Bagger sitzen und den Grundstein für Betriebsgebäude legen. Der Traumberuf hat sich in der Art und Weise geändert, dass das Bauen von Betriebsgebäuden immer noch ein Traum für mich ist, aber nicht mehr das Ausheben der Erdschichten. Ich denke, der Grund, wieso es ausgerechnet Betriebsgebäude sein mussten, war, dass bei uns in der Familie das Wachstum des Unternehmens ein großes Thema war. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Eine Faszination ist, dass der IT-Bereich in der Branche sehr dürftig eingesetzt wird. Das ist in der heutigen Zeit zum einen unvorstellbar, zum anderen aber gleichzeitig eine Chance, den Markt neu zu formen. Ebenfalls ist faszinierend, wie ein scheinbar simples Produkt sehr komplex sein kann. Es gibt alleine im Bügelsektor über 70 verschiedene Formen, im Foliensektor sind es einige 1000 verschiedene Artikel. Hierbei muss ständig gewährleistet werden, dass das Produkt auf den Millimeter ident mit dem zuvor gefertigten Exemplar ist und das bei 1,6 Millionen Bügeln am Tag. Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Ich möchte versuchen, den bereits angesprochenen IT-Sektor auf aktuellen Stand zu setzen. Bei uns im Hause habe ich bereits verschiedene Software-Lösungen neu eingeführt. Auch zählen neue Märkte, wie die USA, zu den „frischen Wind“-Gebern. Den Markt an sich zu bearbeiten, ist nicht unbedingt meine Aufgabe, dies wird mein Bruder Sebastian nach seinem Studium übernehmen. Meine Aufgabe ist es, das Produkt für die Serienproduktion vorzubereiten und einzuführen. In diesem Bereich werde ich zu einem späteren Zeitpunkt von meinem zweiten Bruder Adrian unterstützt. Wo finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? An erster Stelle steht sicherlich die Familie. Verstärkt wird dies in den verschiedenen Hobbys, denen ich nachgehe. Ich bin aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenberg, Kassier beim EHC-Bregenzerwald und Spieler bei der Hobbyeishockeymannschaft „Groundhogs“. Speziell beim Ausüben des Eishockeysports ist es mir persönlich möglich, den Kopf völlig frei zu bekommen.

Clemens Metzler Fotos: Klaus Hartinger, Roland Paulitsch

Mevo Metzler, Schwarzenberg Vita. Nach der Ausbildung an der HTL Bregenz (Wirtschaftsingenieurwesen), Absolvierung der IMC FH Krems und der FHS St. Gallen. Während des Studiums Praktikum bei der BMW Bank GmbH. Seit 2015 hauptverantwortlich in der Produktion von Mevo Metzler sowie Teil der erweiterten Geschäftsleitung Privat. 26 Jahre, in Partnerschaft lebend, eine Tochter

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Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Als Kind habe ich mich vor allem für unsere bunten Lkw und die Bananenreifeanlage interessiert. Während der Schulzeit habe ich mich dann aber auch mit unseren Produkten befasst und in der Schulklasse zum Beispiel exotische Früchte verteilt. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Mich fasziniert der schnelle Handel mit Produkten, die wir je nach Saison direkt von den Produzenten aus unterschiedlichsten Teilen der Welt beziehen. Der Handel mit Frischeprodukten ist durch eine sehr hohe Geschwindigkeit im Warenfluss geprägt. Viele der Produkte werden erst am Nachmittag geerntet oder produziert, am Abend bei uns angeliefert und bereits am nächsten Tag zum Kunden ausgeliefert. Mit 400 Obst- und Gemüseartikeln können wir einen wertvollen Beitrag zu gesunder Ernährung leisten. Wie groß ist der Druck für die „neue Generation“? Die Leitung des Familienunternehmens ist natürlich eine große Verantwortung. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man Freude an der Arbeit hat und weiß, dass man auf die Unterstützung eines guten Führungsteams zurückgreifen kann. Von Vorteil war auch die frühzeitig geplante Nachfolgeregelung. Je besser man sein Unternehmen kennt, desto besser kann man auf Druck reagieren. Kann man in der Familie Berufliches und Privates trennen? Nein, diese Verbindung kann man nicht trennen, was meiner Meinung nach aber auch gar nicht notwendig ist. Wenn wir zusammenkommen, unterhalten wir uns über die Themen, die uns am meisten interessieren. Und da gehört die Firma praktisch immer dazu. Wie finden Sie privat einen Ausgleich zum Geschäftsleben? Ich bin sportlich sehr aktiv. Im Sommer gehe ich Wasserskifahren, im Winter bin ich am Skitouren. Vor zwei Jahren habe ich noch den Segelflugschein gemacht. Gute Gespräche mit Freunden sind mir ebenfalls wichtig. Wie investieren Sie in die Zukunft des Unternehmens? Ich beschäftige mich mit einer Ausweitung unseres Sortiments und Liefergebietes. Unseren Mitarbeitern biete ich mehr Freiraum und versuche, sie zu noch mehr Eigenverantwortung zu motivieren. Zu diesem Zweck möchte ich auch einige neue Mitarbeiter in unser Team aufnehmen. Aufgrund der großen Nachfrage nach günstigem Wohnraum betreue ich zudem ein Projekt zur Errichtung von 30 neuen Mitarbeiterwohnungen.

Patrick Grabher FruchtExpress Grabher, Frastanz Vita. Studium der Volkswirtschaft an der Universität Zürich. Es folgten diverse Weiterbildungen in den Bereichen Führung und Verkauf. Desweiteren Tätigkeiten bei verschiedenen Unternehmen im Bereich Obst und Gemüse auf allen Stufen der Wertschöpfungskette (Anbau, Produktion, Handel) sowie eine fünfjährige Einarbeitungsphase im Familienunternehmen. 2014 Übernahme der Geschäftsführung gemeinsam mit Hubert Grabher Privat. 35 Jahre, ledig

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Johanna und Florian Amann Amann Kaffee, Lustenau Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Johanna Amann: Als Kind wollte ich immer etwas mit Tieren zu tun haben und wäre gerne Tierärztin geworden. Heute habe ich meinen Hund Bax, der mich täglich ins Büro begleitet. Florian Amann: Ich hatte eigentlich nie so einen wirklichen Berufswunsch, allerdings war bei uns das elterliche Geschäft schon immer ein Thema! Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen einsteigen möchten? Florian Amann: Das war eigentlich ein fließender Prozess und ist eher passiert! Damals, 2006, habe ich begonnen, mich neben dem Studium um die Informatik bei uns zu kümmern. Daraus wurde dann immer mehr und schließlich habe ich schon während des Studiums in Liechtenstein im Unternehmen mitgearbeitet. Johanna Amann: Schon vor meinem Studium war für mich ganz klar, ich möchte auf jeden Fall in das Familienunternehmen einsteigen. Damit verbunden war auch ein großer Stolz darauf, was meine Familie alles mit so viel Herzblut und Energie erreicht und aufgebaut hatte.

Fotos: Bernd Hofmeister

Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Johanna Amann: Was mich am meisten fasziniert, ist das Produkt Kaffee an sich. Die Welt des Kaffees entwickelt sich täglich weiter. Vom Filterkaffee bis zum feinen Espresso, von fruchtig geröstet bis schokoladig. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und Arten, Kaffee zu

Vita. Schulische Ausbildung an der HTL Dornbirn, Studium an der Universität Liechtenstein, Master Entrepreneurship. Aktuell Geschäftsführer in der Schweiz bei Stoll Kaffee Privat. 30 Jahre, ledig

trinken und zu genießen, und die Entwicklung geht ständig weiter, vom cold brewed Coffee, zubereitet durch die Aeropress oder Cold Drip bis hin zu gewöhnlichem Tassenkaffee oder die pysikalisch wohl interessanteste Extraktion durch den Siphon. Das Produkt Kaffee ist durch und durch spannend, vom Anbau bis in die Tasse.

Wie bringen Sie „frischen Wind“ ins Unternehmen? Florian Amann: Durch Zürich erhalten wir natürlich neue Strömungen und Entwicklungen. Mit der Stoll Kaffee AG, einer Acquisition die wir 2011 getätigt haben, kann ich auch sehr viele Ideen ausprobieren. Wenn diese funktionieren, werden sie auf Österreich adaptiert. Ein sehr spannender Prozess, da die beiden Märkte doch noch sehr verschieden sind, obwohl sie nur ein paar Kilometer trennen. Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Florian Amann: Unser Ziel ist es, unser Unternehmen als angesehenes Kaffeeunternehmen in den Bereichen Produktqualität, Know-how und Partnerschaft zu etablieren. Dies erfordert noch einiges an Arbeit, aber wir sind auf einem guten Weg. Johanna Amann: Ich möchte auch den Export gerne noch verstärken. Kaffee wird in fast jedem Land anders getrunken, es ist eine spannende Aufgabe, auf die einzelnen Genusskulturen einzugehen und unterschiedliche Kaffees dafür zu entwickeln.

Vita. Bachelorstudium in Innsbruck, im Anschluss diverse Praktika, Auslandsaufenthalte und Baristaschulungen Privat. 28 Jahre

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Weihnachten in Bregenz Kornmarktplatz, LeutbĂźhel

Weihnachten in der Bregenzer Oberstadt Informationen und Ă–ffnungszeiten bregenz.travel facebook.com/bregenz.stadtmarketing


Feiern und genießen mit Stil, Charme und Ambiente Wer arbeitet, soll auch Feste feiern – so lautet ein Sprichwort, das ganz besonders auf Weihnachtsfeiern und Neujahrsempfänge zutrifft. Ob Location, Kulinarium oder Technik – bei MO CATERING bekommen Sie alles für Ihr Event aus einer Hand.

Das Wirtschaftsjahr glanzvoll Revue passieren lassen, mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern stimmungsvoll feiern oder eine Party als Dankeschön für die Belegschaft – MO CATERING ermöglicht mit Top-Locations und Fullservice alles rund um den Jahresabschluss. Selbstverständlich verwandeln die Eventspezialisten auf Wunsch auch Ihre Firmenräumlichkeiten in eine Festlocation mit Flair. Sie planen als Dankeschön für Ihre Belegschaft einen unvergesslichen Abend? Wir haben hier einige Empfehlungen:

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Weihnachten auf dem Bodensee. Eine besondere Weihnachtsfeier auf dem winterlichen Bodensee findet am Samstag, dem 5. Dezember, mit „Weihnachten auf der Sonnenkönigin“ statt. Auf dem Eventschiff können auch für kleinere Gruppen Abteilungsfeiern für einen genussreichen und stimmungsvollen Abend gebucht werden. Vorarlberg Lines Premium – Silvestergala. Feiern Sie den Jahreswechsel 2015/16 im wahrsten Sinne des Wortes „königlich“: bei einer rauschenden Silvesternacht im schwimmenden und angenehm temperierten Ballsaal der Sonnenkönigin.

Variabel wie das Leben. Wenn’s darum geht, alle Stücke zu spielen, ist eine Feier in der Otten Gravour genau das Richtige. Ob Galadinner, exquisiter Neujahrsempfang, Show oder Party – die Variabilität und Atmosphäre dieser ehemaligen Gravourhalle faszinieren seit Jahren. Ihre Feier. MO CATERING sorgt mit seinem Partnernetzwerk für die erstklassige, individuelle Umsetzung Ihrer Feier. Ob Betischung oder Dekoration, Musik oder Technik, Punschempfang oder Sechs-Gang-Menü, ob Feier für zehn oder 1000 Personen: von MO CATERING erhalten Sie alles aus einer Hand. Informationen und Buchungen. MO CATERING GmbH, Schwefelbadstraße 2, A-6845 Hohenems, +43 5576 74909-0, www.mo-catering.com, office@mo-catering.com

Top-Locations und Fullservice, das Team von MO CATERING ermöglicht alles rund um einen gelungenen Jahresabschluss. kontur 55


„Ein Weg, der mir sehr viel von mir selbst zeigt“

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„Je kräftiger ich meine Wurzeln fühle, desto mehr kann ich mich aus dem Fenster lehnen“, sagt Filippa Gojo. Die Musikerin ist in Bregenz aufgewachsen, studierte und unterrichtet in Köln und hat das wahr gemacht, was sich bei ihren ersten überzeugenden Auftritten als Jugendliche abzeichnete.

Foto: Filippa Gojo

Sie muss einen guten Instinkt dafür gehabt haben, was sie sich abverlangen kann. Als sie als 14-Jährige auf die Bühne trat, waren auch die erfahrenen Bandmitglieder angetan von der Präsenz, der Musikalität und den tonangebenden Fähigkeiten des Mädchens. Nun, nach absolvierter Ausbildung, zahlreichen Konzerten und mehreren CD-Produktionen, hat sich bestätigt, was schon früh zu hören war. Mit ihrem Quartett und als Solistin hat sie gerade den „Neuen Deutschen Jazzpreis“ überreicht bekommen. „Ich dachte schon, nach dem Will-Stipendium kann es nicht mehr schöner werden. Der Preis hat mich ungemein gefreut, vor allem auch der Band-Preis“, blickt sie auf die letzten Wochen zurück, in denen sie das Glücksgefühl und das Interesse an ihrer Person kaum noch arbeiten ließen. Nun ist alles wieder im Lot. Filippa Gojo unterrichtet ihre Studenten, komponiert und bereitet die nächsten Auftritte vor. Sie führen sie auch immer wieder in ihre Heimat. Einmal, als es in Köln gerade regnete, hat sie sich die Fahrt an den Bodensee „kopfkinomäßig“ vorgestellt und ihre Gefühle in ein Lied gefasst. Geerdeter Baum mit weiten Ästen. Wenn man bedenkt, dass sie viel herumkommt, einige Zeit in Portugal verbrachte, um ihre Sprachkenntnisse zu erweitern, oder dass sie ihre Engagements bis zu den Palauinseln im Pazifik führten, erhält die Schilderung vom Zurückkommen eine besondere Bedeutung: „Es ist ein sehr schönes Gefühl, zu wissen, was

mich erwartet. Das Verwurzeltsein ist mir sehr wichtig, um mich entfernen zu können. Je kräftiger ich meine Wurzeln fühle, desto mehr kann ich mich aus dem Fenster lehnen. Das ist wie ein gut geerdeter Baum, der weite Äste hat“, erklärt sie und erzählt von einem Elternhaus, in dem Musik zum Alltag gehörte, obwohl Mutter und Vater keine Profis auf dem Gebiet waren. Zu den „wunderbaren“ Lehrern, die sie prägten, zählt Annika Kräutler, die ihr an der Bregenzer Musikschule vermittelt hatte, wie viel Spaß das Singen machen kann. Der Pianist Wolfgang Fauser hat schließlich ihre Liebe zum Jazz gefestigt, und als es darum ging, Nägel mit Köpfen zu machen, hat sie Anja Zischg auf die Aufnahmeprüfung an der Hochschule in Köln vorbereitet. Rund 80 Bewerber hatte es gegeben, zwei wurden genommen. Filippa Gojo brauchte sich keinen Plan B vorzunehmen, sie erfuhr ungemein rasch, dass sie den Sprung geschafft hatte. Annette von Eichel und Susanne Schneider zählten dann zu ihren Lehrerinnen in Köln. Die CDs „Nahaufnahme“ (mit dem Filippa Gojo Quartett) oder „Rainbow’s End“ (mit The Willit Blend) haben ihre Fans längst in der Sammlung, Mitte Oktober hat sie mit Sven Decker ein Konzert aufgenommen, bei dem auch Instrumente wie eine Kalimba zum Einsatz kamen. Sie kann und möchte ihren Stil gar nicht einordnen, spricht von einer Mischung aus lateinamerikanischer Musik und Modern Jazz und von ihrem großen Interesse am Experimentieren und an Klängen. „Ich habe den Eindruck, dass ich einen Weg gefunden habe, mich selbst als Künstlerin auszudrücken. Ich habe das Gefühl, dass dieser Weg mir sehr viel von mir selbst zeigt. Ich empfinde es aber sicher nicht so, dass ich mich auf der Bühne entblöße. Ich definiere mich sehr über meine Kunst, aber nicht ausschließlich. Ich bin ja auch die Freundin Filippa und die Lehrerin. Wenn ich auf der Bühne bin, offenbare ich ja nicht alles von mir. Natürlich ist man exponiert und verletzlich.

Es fühlt sich sehr gut an, etwas von mir preiszugeben, das das Publikum wertschätzt, es ist aber nur ein Teil, den ich offenlege und das hilft mir dabei, nicht zu viel Angst vor der Reaktion zu haben.“ Apropos Lehrerin. Derzeit unterrichtet die Vorarlbergerin in Köln ein knappes Dutzend Studenten. Junge Leute sind es vor allem, die sich, wie sie meint, auf unterschiedlichem Level befinden. „Es freut mich aber besonders, dass ich schon drei oder vier Mal jemanden auf eine Aufnahmeprüfung vorbereiten durfte und dass es meine Kandidaten dann auch geschafft haben.“ Singen kennt aber offenbar kein Alter, der Jazz schon gar nicht, ihre älteste Studentin ist Ende 50 und vor Jahren hatte sie auch einmal eine Seniorin, die an die 70 Jahre alt war und höchst vergnügt festhielt, dass sie nun in ihrem Leben endlich Zeit für das hat, was sie schon lange tun wollte, nämlich singen. So weit wollen wir nicht vorausschauen. „Ich bin froh, wenn ich weiterhin Musik machen darf, so wie ich es jetzt mache und auch mit den Menschen, mit denen ich jetzt arbeite“, beschreibt die 27-Jährige das Bild von sich in fünf Jahren. Köln erachtet sie als gutes Pflaster für den Jazz, ein paar Konzertreisen sollten sich aber schon ausgehen. Ein südliches Land darf dabei sein, Portugal vielleicht wieder, weil die Leute dort sehr emotio-

Singen kennt aber offenbar kein Alter, der Jazz schon gar nicht, ihre älteste Studentin ist Ende 50. nal reagieren. Vor wenigen Monaten war sie in Oslo, hat ein ungemein aufgeschlossenes und begeisterungsfähiges Publikum erlebt. „Die waren so offen für Experimente, dass ich mir dachte, wow, der Norden wäre auch etwas.“ Christa Dietrich

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Von Wachs zu Gold Gagat kommt in der Kollektion Victoria zum Einsatz.

Es war Pino Rabolini, der vor knapp 50 Jahren ein Unternehmen in Mailand gründete, das schon wenige Jahrzehnte später zum Sinnbild für Kreativität und Persönlichkeit in der internationalen Schmuckszene werden sollte. Ein Blick in die bunte Welt von Pomellato.

Ein neues Victoria-Schmuckstück entsteht.

Fotos: Pomellato

Es ist eine Geschichte von Kreativität und der konsequenten Umsetzung von Visionen. 1967 legt Pino Rabolini, Erbe einer Goldschmiedefamilie, in Mailand den Grundstein für eine wahre Erfolgsstory. Von Anfang an ist Rabolini die tadellose handwerkliche Herstellung der fantasievollen Kreationen, bei denen Edelmetall und Steine, Formen und Farben eine manchmal überraschende, aber dennoch immer faszinierende Liaison eingehen, enorm wichtig. Ebenso wie die Identifikation mit der Marke. Und so bleibt die Erfolgsgeschichte des Unternehmens immer verbunden mit der Persönlichkeit und dem unverwechselbaren Stil seiner Kreationen. Schnell wurde Pomellato in Italien und über seine Grenzen hinaus bekannt – und beliebt. Mittlerweile zählt das Schmucklabel zu den größten Schmuckherstellern Europas und spielt auch auf internationaler Ebene eine große Rolle. Bekannt wurde das Label vor allem durch seinen Prêt-à-porterSchmuck. Die revolutionäre Idee von Pino Rabolini war so simpel wie genial: Schmuck zu kreieren, der jeden Tag und jederzeit mit unbefangener Eleganz getragen werden kann. Bunte Stilikonen. Doch nicht nur die Kreativität und der Ideenreichtum des Gründers waren wesentlich für den Durchbruch Pomellatos. Auch das unternehmerische Geschick von Pino Rabolini stellte die Weichen für den Erfolg. Nachdem er das Unternehmen über 30 Jahre lang wahrlich brillant geführt hatte, entschloss er sich in den 90er-Jahren, die Leitung an ein Management zu übergeben. Ob Andrea Morante, ehemals COO von Gucci, oder Sergio Silvestris – Rabolini hatte einen Blick für die Besten ihres Fachs. Als kreativer Leiter zeichnete Silvestri unter anderem für die Nudo-Ringe im Jahr 2001, die Haute Couture Pom Pom im Jahr 2007 und Pomellato 67 im Jahr 2012 verantwortlich. Meilensteine, die das Label bis heute prägen. Besonders die Nudo-Ringe, wahre Ikonen der Marke, sind die Bestseller des Unternehmens. Mittlerweile gibt es die Ringe mit ihren

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Beste Gesellschaft. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter. Das steht spätestens seit Juli 2013 fest, als das Unternehmen der Kering Group beitrat. Weltweit führend in den Bereichen Bekleidung und Accessoires konnte Kering in den vergangenen Jahren ein Ensemble von leistungsstarken Luxus-, Sport- und Lifestylemarken aufbauen, das sich wirklich sehen lassen kann: Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta, Stella McCartney, Sergio Rossi, Tomas Maier, Christopher Kane, Alexander McQueen – um nur einige zu nennen. Pomellato-Schmuck ist mittlerweile bei ausgewählten Juwelieren auf

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Cameron Diaz

Sofia Coppola

der ganzen Welt erhältlich, unter anderem auch bei Präg in Dornbirn. Im Mailänder Atelier von Pomellato arbeiten aktuell 100 Goldschmiede. Eines ihrer wichtigsten Handwerkszeuge: Wachs. Denn jedes Schmuckstück wird in einem traditionellen Wachsausschmelzverfahren gefertigt. Und so werden mit viel Liebe zum Detail aus rosa Wachsmodellen funkelnde Preziosen. Sabine Blechschmidt

Julia Roberts

Fotos: Pomellato

unverwechselbaren Konturen in 13 Farben. Von Amethyst bis Rosenquarz – die breite Palette an Steinen in Aquarelltönen bietet endlose Farbkombinationen. Doch es herrschen strenge Kriterien: Jeder Farbstein wird vor der Verarbeitung genau unter die Lupe genommen. Charakteristisch für einen Nudo-Ring ist seine schlichte, goldene Fassung, die die abgerundet-quadratischen und facettierten Halbedelsteine hält. In die Haute Couture von Pomellato führt Pom Pom, die Kollektion, die ihr Debüt im Jahr 2007 anlässlich des 40. Geburtstages des Unternehmens feierte. Hier vereinen sich Stilfreiheit und höchste Goldschmiedekunst. Das Design jedes Pom Pom-Schmuckstücks wird durch die Form des Steins und Kreativität inspiriert – das Ergebnis: wertvolle Unikate. Nudo und Pom Pom – nur zwei Vertreter des Schmuckuniversums Pomellato. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Eines aber steht fest: Die Damenwelt reißt sich um die Preziosen, in denen vor allem Farbsteine ihren großen Auftritt bekommen. Nicht nur Hollywoodstars wie Julia Roberts, Tilda Swinton oder Cameron Diaz sind Fans des Labels und seiner Produkte.

Bekannt wurde das Label aus Mailand vor allem durch seinen Prêt-à-porter-Schmuck. Die neue und revolutionäre Idee von Unternehmensgründer Pino Rabolini war so simpel wie genial: Schmuck zu kreieren, der von Frauen jeden Tag und jederzeit mit unbefangener Eleganz getragen werden kann.


seit 1875


Willkommen daheim Wie sieht sie aus, die Arbeitswelt der Zukunft? „kontur“ hat einen Besuch im Omicron Campus gemacht und festgestellt, dass es um viel mehr geht, als „nur“ um Arbeiten. Es geht um Wohlfühlen, um Leidenschaft und um den Menschen.

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Foto: Bruno Klomfar


„Crossing Borders“

Begegnungszonen fördern die Kommunikation.

Kommunikation und der Austausch untereinander werden wichtiger. Das erkennen immer mehr Unternehmen und schaffen Räume, die die Kreativität der Mitarbeiter fördern und einen Gegenpol zum Arbeitsumfeld in den Büros bieten. Es war vor einigen Jahren, als das weltweit tätige Unternehmen Omicron an seinem Standort in Klaus an seine räumlichen Grenzen stieß. Über 300 Mitarbeiter waren damals beim Experten für kompakte Testgeräte für die Prüfung von Schutz- und Messeinrichtungen in elektrischen Energiesystemen beschäftigt – Tendenz steigend. „2011 entschlossen wir uns daher konkret zu einer Erweiterung. Hier zeigte sich, dass die Entscheidung für den Standort Klaus im Jahr 2000 die richtige war, hier bot sich uns die Möglichkeit, ein neues Gebäude zu errichten“, blickt Geschäftsführer Manfred Strauß zurück. Erste Planungen gab es schon vorher, damals noch zusammen mit Firmengründer Rainer Aberer, der im Jahr 2009 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Seine Philosophie wirkt bis heute nach und ist auch im neuen Omicron Campus zu spüren: Rainer Aberer sah den

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Erfolg seines Unternehmens immer eng mit seinen Mitarbeitern, ihrer persönlichen Energie und ihrem Einsatz verknüpft. Die Vorgaben waren daher auf den ersten Blick einfach: „Wir wollten ein Umfeld schaffen, in dem sich die Menschen wohlfühlen und ihre Fähigkeiten voll entfalten können“, so Manfred Strauß. „Denn Leidenschaft und Spaß an der Arbeit sind wesentliche Grundvoraussetzungen für herausragende Leistungen.“ Im Rahmen der ersten Planungen brachte es Rainer Aberer damals wohl sehr gut auf den Punkt: Man baut ein „schönes Hotel“, und stellt einfach einen Schreibtisch in die Zimmer. Das Ergebnis ist im neuen Firmengebäude zu sehen, das Platz für 200 Menschen bietet. Transparenz und offene Kommunikation zeichnen das Unternehmen seit jeher aus. Und diese Philoso-

Fotos: Bruno Klomfar, Bernd Hofmeister

Architektenteam Much Untertrifaller und Peter Nussbaumer (rechts)


phie spiegelt sich auch im Neubau wider. Drei Höfe gliedern und belichten den Omicron Campus, klare Einteilungen geben Struktur. So befinden sich im Erdgeschoß Besprechungs-, Lager- und Sonderräume, die Büroräume in den beiden Obergeschoßen lassen sich flexibel an die jeweiligen Teamgrößen anpassen und profitieren vom Blick nach draußen. Dabei sind kleine Arbeitseinheiten prägend und vor allem den Aufgabengebieten der Mitarbeiter geschuldet. „Viele von ihnen sind in Denkprozesse vertieft und vertragen darum überhaupt keine Störung von außen“, schildert Architekt Much Untertrifaller die Entstehung der relativ kleinen „Arbeitszellen“, die sich durch einen sehr hohen Wohnwert und eine angenehme Raumatmosphäre auszeichnen – Stichwort Hotel. Es werde Licht. Der Mensch als Mensch, nicht als Arbeitswesen, stand beim Prozess der Planung im Mittelpunkt. Und hier faszinierte nicht nur Projektleiter Harald Rüdisser, wie vielschichtig der Homo sapiens betrachtet werden kann:

Der neue Omicron Campus in Klaus

„Der Mensch ist ein körperliches Wesen, ebenso wie ein seelisches, ein ästhetisches und ein soziales. All diese Aspekte flossen bei den Überlegungen und Entscheidungen mit ein.“ Bestes Beispiel: die Wahl des richtigen Lichts. „Wir waren damals sogar in München, um uns beispielhafte Projekte anzusehen. Dort kam in den Büros vor allem kaltes Licht zum Einsatz, um die Effizienz der Mitarbeiter zu steigern. Zurück in Klaus war uns relativ schnell klar: Genau das machen wir nicht“, erinnert sich Harald Rüdisser zurück. Zwar gibt es jetzt auch in den Büros des Omicron Campus kaltes Licht, die Mitarbeiter können sich aber je nach Stimmung spontan dafür oder eben dagegen entscheiden. Sie haben die Wahl zwischen warmer und kalter Lichtstimmung, können die Helligkeit anpassen und damit die Lichtqualität schaffen, die auf sie individuell zugeschnitten ist. Ein enorm wichtiger Aspekt, wie auch Much Untertrifaller bestätigt: „Licht ist das Um und Auf. Man bekommt ja oftmals nur im Unterbewusstsein mit, ob man sich ge-

Bei der Gestaltung von Arbeitswelten geht es, ebenso wie im Wohnumfeld, ganz viel um Atmosphäre, nicht nur um ein Abarbeiten von Parametern. Das Ergebnis sollte ein wirklich stimmiges Gesamtpaket sein. rade wohlfühlt oder konzentriert sein kann. Das kann man auch nicht messen, das muss man spüren.“ Notiz am Rande: Auch viele der besuchten Unternehmen in München haben mittlerweile wieder dem kalten Licht abgeschworen. Die Leistungssteigerung habe sich zwar bemerkbar gemacht, leider steigerte sich nach einiger Zeit aber auch die Zahl der Krankenstände.

Innovationen fördern. Atmosphäre durch Materialisierung und Licht, zwei wichtige Komponenten zukünftiger Arbeitswelten. Ebenso entscheidend, „und das erkennen Unternehmen immer mehr“, wie Much Untertrifaller anführt: die Kommunikation und der Austausch

Projektleiter Harald Rüdisser

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Foto: Brunio Klomfar

Treffpunkte und Büros sind auf die Innenhöfe ausgerichtet.

untereinander. So wurden die Knotenpunkte des Gebäudes als Begegnungszonen gestaltet. Besondere Highlights sind hier natürlich der „Body“, ein raumgreifendes, 70 Tonnen schweres Massivholzobjekt von Gregor Eichinger, sowie die Begegnungszone „Crossing Borders“, gestaltet von Architektin Anna Heringer und Stampflehm-Experten Martin Rauch. Ein Teil der Ausstattung stammt hier aus sozialen Projekten, die der von Omicron geförderte Verein „Crossing Borders – Education for Children“ in Afrika, Asien, Südamerika und Europa unterstützt. Diese und viele weitere Rückzugs- und Treffpunktbereiche haben eines gemeinsam: den Austausch der Mitarbeiter zu fördern und sie zu neuen Denkansätzen zu inspirieren. „So entsteht ein Gleichgewicht aus Arbeiten in

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Die Gebäudehülle des Omicron Campus wurde energetisch optimiert ausgeführt, in weiterer Folge soll auch eine Begrünung der Fassade erfolgen, die Natur mit einbezogen werden. geordneten Räumen und Denken in freier Umgebung“, fasst es Projektleiter Harald Rüdisser zusammen. Doch das Konzept geht noch weiter: Mit dem Omicron Campus setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für einen bewussten Um-

gang mit Energie und Rohstoffen. Natürliche Materialien wie Lehm und Weißtanne prägen das Bild, ein Dachgarten wurde als Kompensationsangebot an Natur und Umwelt gestaltet. Ausgewogenheit. Doch wie sieht sie nun aus, die Arbeitswelt der Zukunft? „Das ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden“, so Much Untertrifaller. Doch für alle dürfte eines gelten: dass nicht nur Funktionen, sondern auch atmosphärische Bedürfnisse erfüllt werden. Abschließend bringt er es auf den Punkt: „Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis von Konzentration, Entspannung und Wohlfühlen – nur so ist, glaube ich, eine gute Leistung abrufbar. Und das erkennen zum Glück immer mehr Unternehmen.“ Sabine Blechschmidt


IDEEN, WIR ACHTEN RESPEKTVOLL DIE AUF DIE BEDÜRFNISSE BESTEHEN. DER MENSCHEN UND DER UMWELT. Nachhaltigkeit hat viele Definitionen. Für uns lautet sie, unser Streben nach Wachstum mit den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt in Einklang zu bringen. Für diese Generation und die folgenden, für unsere Welt heute, in fünfzig, hundert und mehr Jahren. Ob wir nun Wohnhäuser bauen oder Bahnstrecken, ob wir ein großes Industrieobjekt auf die Beine stellen oder eine kleine Gartenmauer renovieren, ob wir Baumaterialien recyceln, entsorgen oder wieder aufbereiten, wir wollen bewahren und nachhaltig entwickeln. Das sind unsere Ziele. Unseren Weg finden wir mit „Ideen, die bestehen“. www.rhomberg.com

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Gärtner der Liebe Anton Loacker. Ein Mann wie ein Baum. Gepflanzt und groß gewachsen im Ländle. „Ein Land ohne Bäume ist kein Vaterland“, so Kemal Atatürk. Das Vaterland hat der Koblacher Großgärtner, fünffache Vater und vierzehnfache Opa zurückgelassen, seine auf Sport- und Gartenbau spezialisierte Firma den Söhnen Christoph und Alexander übergeben und ist auf den Flügeln der Liebe im Südburgenland gelandet. Dort hat der Gärtner der Liebe auf 4500 Quadratmetern Land rund um eine alte Volksschule von 1910 neue Wurzeln geschlagen. „Gärtner“, sagte Oscar Wilde, „sind die einzigen, die wissen, was ihnen blüht.“ Ist das so?

Das Mösle Stadion in Götzis. Mit dem Auftrag für Anlage, Gestaltung und Pflege der Grünanlagen jener weit über Vorarlberg hinaus bekannten Sportstätte sprintete Anton Loacker in den Sportbereich. Diesen entwickelte er landauf wie landab als zweite Schiene neben der Gestaltung von Grünanlagen für Gemeinden, Betriebe und Siedlungsgenossenschaften. Ausgestattet mit dem Instinkt von Pionieren schlug der Landschaftsgärtner den Ball von den Fußball- und Tennisplätzen zu den 18-Loch-Golfplätzen in Brand und Bludenz-Bürs. Gerahmt von einer mächtigen Bergwelt zählen sie zu den schönsten alpinen Anlagen, bestätigte auch Franz Klammer. In der Hochsaison erforderten die umfangreichen Landschaftsarbeiten an die 20 Mitarbeiter. Heute führt Sohn Christoph den Bereich Sportanlagenbau, Alexander Loackers Metier sind Gartenanlagen. Beide halten sich an den Grundsatz des Vaters und Firmengründers: „Nur des, was ma gern tuat, ka ma oh guat macha.“ Von der Baum- in die Volksschule. Zwischen dem Ausstieg aus dem Leben als Profi-Gärtner und dem Einstieg in ein neues als Gärtner der Liebe lagen einige Jahre, in denen Anton Loacker dem Rat der Rose folgte: „Sei stolz, zeige Dornen und beuge dich nur der Liebe.“ Gemäß einer chinesischen Weisheit ist ein Garten der beste Lehrmeister in Geduld, Achtsamkeit, Fleiß, Sparsamkeit und Vertrauen. Für diese Tugenden bezieht der Gärtner die Kraft aus der Ewigkeit, und diese Kraft ist grün, ergänzte Hildegard von Bingen. Eines Tages sah der Gärtner der Liebe jedoch rot. Er trennte sich von seiner strapaziösen Liebe und widmete sich mit voller Kraft dem Ausbau seines Paradieses. Mit eigenen Händen verwandelte er die einklassige Volksschule in ein weitläufiges Wohnhaus und den nur einen Steinwurf entfernten Kindergarten in eine schmucke Dependance. Dazu kam noch ein Bauernhof, in dem sich Anton Loacker Stein- und Tischlerwerkstätten einrichtete, um in der Zeit der Gartenruhe Kunstwerke zu erschaffen. „Auf mich warten viele schöne, große Steine.“ Lukullischer Genuss. Aus den Träumen des Sommers macht der Gärtner der Liebe süße Marmelade. Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen, Marillen, Zwetschken, Äpfel und Birnen landen in Einmachgläsern, sorgsam etikettiert und für lukullische Genüsse bestimmt. Er ist auch Selbstversorger bei Gemüse, das er im Freiland und im Glashaus zieht.

Anton Loacker

Ein märchenhafter Lebensraum ist vom Frühling bis in den späten Herbst der Blumen- und Staudengarten mit Seerosenteich. „Ein Garten“, so sagen es jene englischen Gärtner, die noch Tweed tragen, „ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist: Zeit, Zuwendung und Raum.“

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Das Lächeln der Erde. Es sind die Blumen, die dem Garten jeweils eine andere Melodie geben. Gelbe, rote, orange Zinnien lösen in Hundertschaften die weißen Tulpenfelder des Frühlings ab. Rittersporne überragen in leuchtenden Blautönen das perfekt gehaltene englische Grün, das sanft auf- und absteigt. Am Ufer des Teichs predigen riesige Bananenstauden das Urgesetz des Lebens. In wohl gesetzten Gruppen begehren Lilien und Fingerhüte Aufmerksamkeit, welche selbst die Königin der Rosen mit Skulp-

turen teilen muss. Manche stammen aus der Werkstatt des Gärtners, andere sind von befreundeten Vorarlberger Künstlern. Kräftige Blumenfarben setzen nicht nur im Garten, sondern auch im Haus Akzente. Rot, Grün, Orange leuchten die Wände der Volksschule, in der Kunst, Lebenslust und Liebe wohnen. Die Suche nach Schönheit. Nach Oscar Wilde liegt darin das Geheimnis des Lebens. Wohin man im Paradies des Anton Loacker blickt, zeigt sich sein Sinn

Es sind die Blumen, die dem Garten eine Melodie geben. Gelbe, rote, orange Zinnien lösen in Hundertschaften die weißen Tulpenfelder des Frühlings ab. Rittersporne überragen in leuchtenden Blautönen das perfekt gehaltene englische Grün, das sanft auf- und absteigt. Am Ufer des Teichs predigen riesige Bananenstauden das Urgesetz des Lebens. In wohl gesetzten Gruppen begehren Lilien und Fingerhüte Aufmerksamkeit, welche selbst die Königin der Rosen mit Skulpturen teilen muss. für Schönes. Möbel und Kunstwerke im Haus sind wie Blumen- und Baumgruppen im Garten emotionale Bilder, die Mutter Erde für Gärtner in den Himmel malt. Anton Loacker ist im siebten Himmel. Das hat mit Dagmar Ensle zu tun, einer Niederösterreicherin im Südburgenland. Sie ist die neue Liebe seines Lebens, die er sorgsam wie seinen Garten pflegt. Und so blühen darin wieder die schönsten Gefühle. Jede einzelne Blume ist wie ein Gedanke der Liebe. Aber Anton Loacker wickelt die Holde nicht nur mit Blumen, Riebel und Kässpätzle ein. Die Liebste liebt Vorarlberg, den und die Vorarlberger und fährt auf jeder Reise heim ins Ländle mit. Der Vergleich von Rainer Maria Rilke, „Ihr Mädchen seid wie die Gärten“, bedingt den Gärtner. Denn ohne Gärtner keine Gärten. Diese wachsen und wandeln sich wie die Liebe. Daher raten die Chinesen: Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner. Elisabeth Längle

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GOODTIMER BOUTIQUE

MODE FÜR CABRIO- UND SPORTWAGENFAHRER

Für Ladies und Gentlemen

Die erste Goodtimer Boutique im Oldtimer Zentrum Ostschweiz

Automobile Tradition ab 1916 ist die große Leidenschaft von Goodtimer. Im Oldtimerzentrum Ostschweiz finden aber nicht nur Oldtimer- und Cabriofahrer alles für den richtigen Style.

Goodtimer Boutique

Wenn man die Goodtimer Boutique in St. Margrethen betritt, packt einen sofort das Fieber: das Fieber für edles Blech, glänzendes Chrom, Automobilgeschichte, aber auch für edle Accessoires, stylische Lederjacken... Ob Hemden, Shirts oder Schuhe von GRANDPRIX ORIGINALS oder Mützen und Fliegerbrillen von Stetson – alles, was das Cabrio- und Oldtimerfahrerherz höherschlagen lässt, ist hier zu finden. Doch nicht nur das. „Wir möchten auch jene Kunden ansprechen, die Wert auf Qualität und Stil in Freizeit und Beruf legen“, erläutern Marcel A. Widler und Alexandra Sutter das Konzept. Und hier kommen zwei weitere, hochwertige Label ins Spiel. Stilvoll. Bei Cabriofahrern längst bekannt ist Heinz Bauer Manufakt. Mit der Cabrio-Lederjacke mit Windschott machte sich die deutsche Marke einen Namen. Die aktuelle Kollektion für sie und ihn begeistert mit Modellen aus hochwertigem Loden und bestem Leder. Ebenfalls edles Leder, ausschließlich vegetal gegerbt, kommt bei RUBIROSA – The Gentlemen’s Brand zum Einsatz. Das St. Galler Label stellt Schuhe, Taschen und Accessoires in höchster Qualität her – für Männer, die echte Handwerkskunst schätzen. Daher gleich noch ein Tipp für alle Damen und Freunde von Cabrio- und Sportwagenfahrern, die noch auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk sind: Wie wäre es mit edlen Goodtimer Talern ab 50 Franken?

Von Heinz Bauer Manufakt – die Lederjacke mit Windschott für Sie und Ihn, Sportbekleidung von mygpo, edles Schuhwerk und Taschen von RUBIROSA.

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Eine Geschichte über echt wilde Kerle, Sofia Loren und ganz viel Wein Raffinierte Küche, abseits von Dosentomaten, Plastikkäse und unnötigem Firlefanz – „kontur“ hat sich wieder auf die Suche nach außergewöhnlichen „Labungsstätten“ in der österreichischen Hauptstadt begeben.

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Warum Sofia Loren auf Schinken steht, wo in Grinzing einer der letzten echten Heurigen zu finden ist, und wie aus einem Gammastrahl plötzlich ein Roter Bär wird? Wir verraten Ihnen unsere Lieblingsrestaurants und -locations für einen unvergesslichen Aufenthalt in Wien.

Meister Petz kocht famos

57 Lounge im DC Tower

Foto: Meliá Hotels/Thierry Delsart

Der „Rote Bär“ in der Berggasse im 9. Bezirk – vormals „Zum Braunen Bären“ – ist so ein Wirtshaus. Der Farbwechsel von Meister Petz geht übrigens auf einen Wechsel der Geschäftsführung zurück: Nachdem die vorhergehenden Betreiber in Pension gingen, übernahmen Florian, Hans und Benjamin das Gasthaus Anfang letzten Jahres und machten kurzerhand aus dem braunen einen roten Bären. Das alte Schild vom Vorgänger an der Außenfassade ließen die Neowirte zwecks farblicher Verwirrung einfach hängen. Wobei das Wort „Neowirte“ nicht ganz korrekt ist, denn das dynamische Trio mit den Decknamen Hai Hogo (Benjamin), Hans Gammastrahl (Hans) und John Prada (Florian) hatte bereits im Herbst 2013 in einem zwischengenutzten Haus in der Schönbrunnerstraße eine wilde kleine Spelunke namens „Gammastrahl“ eröffnet. Die drei kennen sich schon ein Weilchen, man könnte auch sagen „nach Indianerfreundschaft und Saufkumpanei rund um die Teiche und in den Weingärten der Südsteiermark“ kam irgendwann die Idee zum gemeinsamen Wirtshaus. Doch das Kurzprojekt mit „sagenhaft gutem Essen und exzessiven Partys rund um den Holzofen und in der pechschwarzen kleinen Wodkabar“ endete, nach eigenen Aussagen, verfrüht, da aufgrund von Einsturzgefahr das Haus von Feuerwehr und Polizei geräumt wurde. So beschlossen die drei, eine langfristigere Location zu suchen und fanden mit Hilfe der Wirtschaftskammer das Gasthaus „Zum Braunen Bären“ in der Berggasse, das flugs „Zum Roten Bären“ umbenannt wurde. Nicht nur die Couleur des tierischen Aus-

hängeschilds hat sich geändert, sondern auch das Angebot auf der Speisekarte – verantwortlich dafür ist Hans, der mit seinen Gerichten das eingefleischte Stammklientel schnell überzeugen konnte. „Sagenhaft gutes Essen mit einem Schwerpunkt auf dem Gebiet der ehemaligen Monarchie Österreich-Ungarn“, bringt es der Chef de Cuisine alias Hans Gammastrahl auf den Punkt. Und so dürfen sich Gäste unter anderem auf kulinarische Klassiker wie Eiernockerln, Leberknödel, Altwiener Backfleisch, Kärntner Schlutzkrapfen, polnische Pierogi, Rinderschmorbraten mit Butternudeln und slowenische Vorspeisen freuen. Selbstverständlich alles in bester Qualität und selbst gemacht, denn „Convenience“Lebensmittel kommen Hans Gammastrahl, der früher unter anderem im Fabios und Lux kochte, nicht in den Topf oder die Pfanne. Ein Teil der Zutaten wird vom Vater in der Südsteiermark frisch angeliefert: „Der hat in St. Johann einen eigenen Weingarten, den er mit Obst, Gemüse und Kräutern bewirtschaftet", verrät der Küchenchef.

Nach Indianerfreundschaft und Saufkumpanei rund um die Teiche und in den Weingärten der Südsteiermark kam die Idee zum gemeinsamen Wirtshaus – die wilde kleine Spelunke namens Gammastrahl. Dazu gibt es herrliche Musik und eine äußerst charmante Atmosphäre, die die Gästeschar – die bunt gemischt ist und vom Diplomaten bis zum Punk reicht – überaus glücklich macht. Die Einrichtung rundet das Ganze ab und macht den „Roten Bären“ quasi zu einem Wirtshaus wie aus dem Bilderbuch: Urige Holztische, dazwischen ein Klavier, auf dem ein Akkordeon liegt. Man könnte auch

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sagen Hai Hogo, Hans Gammastrahl und John Prada haben den Bären gekonnt aus dem Winterschlaf erweckt. Zum Roten Bären. Berggasse 39, 1090 Wien, +43 1 3176150, www.facebook.com/redredmedved

Neapel liegt im Alsergrund Echte neapolitanische Pizzen? Dafür muss man nicht unbedingt in die drittgrößte Stadt Italiens am Fuße des Vesuvs reisen. Im 9. Bezirk in der Schlickgasse servieren der Schuhhändler Alessandro D’Ambrosio (neapolitanische Wurzeln) und der Wiener Gastronom Christian Leyrer ihre grandiosen hauchdünnen, üppig belegten Pizzen. Vor mittlerweile sechs Jahren starteten die beiden ihr Pizzaprojekt zunächst auf der Gastromeile „Summer Stage“. Der Erfolg war damals so überwältigend, dass D’Ambrosio und Leyrer beschlossen, ihre Pizzen das ganze Jahr über in einem richtigen Lokal

zu fabrizieren. Gesagt, getan und so wurde 2013 in den Alsergrund übersiedelt – selbstverständlich inklusive des originalen, mobilen neapolitanischen Holzofens der Manufaktur Stefano Ferrara. Irgendwie naheliegend, dass es dazu auch den richtigen Koch braucht und den importierte D’Ambrosio ebenfalls direkt aus seiner italienischen Heimat. Donato Santoro, ein von der strengen „Associazione della Verace Pizza Napoletana“ zertifizierter „Cuoco“, kreiert die köstlichen Pizzen mit klingenden Namen wie San Gennaro (Ricotta, Salami, Pfeffer, Mozzarella), Sofia Loren (Schinken, Mozzarella) und Nonna Rosa (Mozzarella, Radicchio, gegrillte Paprika, Cherrytomaten, Peperoncino). Pizza Hawaii oder ähnliches: Fehlanzeige. Was die Zutaten anbelangt, wird ebenfalls Wert auf höchste Qualität gelegt. „Wir lassen die Zutaten direkt aus Italien kommen“, erklärt D’Ambrosio, denn die lokal erhältlichen Weizenmehlsorten und Beläge wie Dosentomaten, Mozzarella

Die köstlichen Pizzen in der Pizzeria Riva hören auf so klingende Namen wie San Gennaro (Ricotta, Salami, Pfeffer, Mozzarella), Sofia Loren (Schinken, Mozzarella) und Nonna Rosa (Mozzarella, Radicchio, gegrillte Paprika, Cherrytomaten, Peperoncino). Pizza Hawaii oder ähnliches: Fehlanzeige. und Oliven befand der gestrenge Herr Santoro in einem ersten Testlauf als vollkommen ungeeignet. „Für unsere Pizzen verwenden wir das einzig richtige Mehl aus Neapel, Tomaten aus San Marzano, schwarze Oliven aus Gaeta, Mozzarella aus Kampanien und scharfe Wurst aus Salerno.“ Jede Pizza erhält zudem eine Handvoll „Parmigiano Reggiano“, eben wie es die neapolitanische Tradition verlangt. Selbstverständlich stammt auch der Espresso aus Neapel. Saftig, simpel, köstlich – die Einrichtung folgt ebenfalls diesem Rezept: Holztische, Messinglampen, Fliesen – das reduzierte, geschmackvolle Interieur fokussiert sich auf das Wesentliche. Echter Genuss, ohne Analogkäse oder Kitsch, der den Gästen beim Verkosten der angebotenen Kreationen ein herzhaftes „Mamma Mia!“ entlockt. Pizzeria Riva. Schlickgasse 2 / Ecke Türkenstraße, 1090 Wien, +43 1 3102088, www.pizzariva.at

Zum Roten Bären

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Gegrillte Scampi oder Käse aus dem Supermarkt suchen Gäste bei Jutta Ambrositsch vergeblich. Die Winzerin betreibt im Herzen von Grinzing ihre „Buschenschank in Residence“. Mit dem, was die klassischen Touristen-Heurigen in Wien zu bieten haben, hat das rein gar nichts zu tun, denn was auf den Teller kommt, ist nicht nur äußerst traditionell, sondern auch spektakulär. Begonnen hat alles im Jahr 2004, als die ehemalige Grafikerin sich einen kleinen Weingarten im Wiener Stadtgebiet zulegte und mit der klitzekleinen Menge von 600 Litern damals ihren ersten Jahrgang produzierte. Ein Jahr später kam ein neuer Weingarten dazu, und die Produktion steigerte sich um wei-

Fotos: Zum Roten Bären, Pizzeria Riva, Philipp Horaz

Schlichte Direktheit


tere 2000 Liter. Da man für eine Buschenschank eigenen Wein haben muss, kam eins zum anderen und Jutta Ambrositsch eröffnete 2006 ihren Heurigen – der befand sich damals noch an einem anderen Ort. Doch die hohe Qualität des Weins sowie der Speisen erhöhten schnell die Popularität. „Viele Gastronomen und Stammgäste kamen“, erinnert sich die gebürtige Kärntnerin. „Ich lege großen Wert auf das Feedback meiner Gäste“ – und das war durchwegs positiv und so übersiedelte Ambrositsch 2011 an ihren jetzigen Standort in Grinzing, einen aufgelassenen Heurigen aus den 60er-Jahren. Eine gute Entscheidung, denn die Gäste kamen und kommen in Scharen – Stammgäste, Einheimische und Touristen. „Neulich war ein Franzose da, der mich fragte, ob wir den Rübensalat noch haben, den er vor zwei Jahren gegessen hat.“ Das Geheimnis des Erfolgs? Die Qualität des Weins und der Speisen ist hoch: Ob es die Eier von der Schwester aus dem Burgenland sind, die Tomaten und Salate von Frau Bach aus dem 22. Bezirk, die Presswurst vom Bio-Mangalitzaschwein oder der Leberkäse vom letzten richtigen Fleischhauer Wiens – Jutta Ambrositsch arbeitet nur mit den besten Lieferanten zusammen, die sie in mühevoller Suche aufgestöbert hat.

Und so kommt nichts auf den Teller, was nicht regional oder nachhaltig produziert wurde. Alles funktioniert wie ein großer Kreislauf, ein großes Netzwerk. Ein Klassiker auf der Karte ist übrigens der Liptauer, der nach dem Buschenschankgesetz aus Topfen vom Schaf (sog. „Brimsen“) und Butter hergestellt sein muss. Auch der „Steirer Käs“, der von einer Kleinproduzentin aus dem Ennstal (Steiermark) bezogen wird, hat viele Fans: „Die Käsebrösel werden auf das Brot geklopft und mit Butter festgeklebt.“ Darüber hinaus gibt es saisonale Köstlichkeiten und Besonderheiten, wie den Schinken, der vom Hirsch und Wildschwein aus der elterlichen Forstwirtschaft hergestellt wurde, oder Aal im Herbst/Winter. Doch Jutta Ambrositsch legt nicht nur beim Essen Wert auf das Echte, Unverfälschte – auch das Ambiente ist pur und schlicht. Während das Essen portionsweise zu den Tischen getragen wird, bekommt man den Wein in der „Buschenschank in Residence“ nur an der Schank und das mit gutem Grund: „Mein Mann oder ich stehen hinter dem Tresen, einer von uns immer

Das Geheimnis des Erfolgs? Die Qualität des Weins und der Speisen. Ob es Eier von der Schwester aus dem Burgenland sind, Tomaten von Frau Bach, Presswurst vom Bio-Mangalitzaschwein oder Leberkäse vom letzten richtigen Fleischhauer Wiens. Pizzeria Riva

Das Interieur ist reduziert und geschmackvoll.

Buschenschank in Residence

Den Wein holt man sich direkt an der Schank.

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fix. So können wir die Fragen unserer Gäste beantworten, denn auch mein Mann weiß alles über unsere Weine, weiß, wo die Weingärten liegen.“ Und so hört man bereits beim Anstehen die eine oder andere interessante Geschichte. Gäste dürfen übrigens auch bei der Weinlese mithelfen. Buschenschank in Residence. Himmelstraße 7, 1190 Wien, +43 664 500 60 95, Öffnungszeiten: 23. bis 26., 30. und 31. Oktober; 1. und 27. bis 29. November, 4. bis 8. und 11. bis 13. Dezember; www.jutta-ambrositsch.at/buschenschank

Über den Dächern Die „57 Lounge“ im 58. Stock des DC Towers ist die höchste Dachterrassen-Bar Österreichs. Vor allem nachts bietet sie, direkt an der Donau gelegen, einen atemberaubenden Blick über die Lichter der Stadt. Doch die Aussicht ist nicht das Einzige, was die Location in schwindelerregender Höhe von 220 Metern zu bieten hat. Das wahre Highlight offenbart sich, neben dem puristischen Design des Interieurs, in der Barkarte: Knapp 30

Cocktails, darunter 14 Signature Drinks, und zahlreiche weitere Eigenkreationen von Barchef Jemill Wette lassen das Herz von Liebhabern alkoholischer Mixgetränke höherschlagen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer großen Auswahl heimischer Spirituosen, wie zum Beispiel Wien Gin, Waldviertler Rye Malt Whisky und österreichische Edelbrände. „Den Damen empfehle ich unseren French 57 mit Rosé Champagner und Rosenlimonade. Die Herren hingegen sollten sich einen 57 Spiced nicht entgehen lassen: Weißer Rum trifft hier auf handgemachten Ingwerlikör aus Österreich und wird mit Vanillesirup und Chilitinktur abgerundet. Perfekt zum Afterwork“, empfiehlt Wette. Dazu werden verschiedene Tapas-Variationen serviert. Jeden Freitag und Samstag sorgen zudem wechselnde DJ-Events mit Resident DJ Michael Dehli für Stimmung: Sound der 80er und 90er trifft auf Funk und House, alte Songs werden mit modernen Beats aufgepeppt. Na dann prost! Christiane Schöhl von Norman 57 Lounge. Donau-City-Straße 7, 1220 Wien, + 43 1 90104, www.melia.com, www.57melia.com

Das wahre Highlight offenbart sich in der Barkarte: Knapp 30 Cocktails, darunter 14 Signature Drinks, und zahlreiche weitere Eigenkreationen von Barchef Jemill Wette lassen das Herz von Liebhabern alkoholischer Mixgetränke höherschlagen.

Fotos: Meliá Hotels/Thierry Delsart

Die 57 Lounge befindet sich im 58. Stock des DC Towers.

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tour-house präsentiert eine Produktion von Stage Entertainment

ICH WAR NOCH NIEMALS IN

NEW YORK

14. – 30. Oktober 2016 Bregenz Festspielhaus VORARLBERGER NACHRICHTEN

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Unser Leben. T채glich.

Erfolgsmodell Vorarlberg ist ohne Wirtschaft nicht denkbar. Mit klaren Worten. Die Leistungen der Vorarlberger Unternehmen ins Licht zu stellen, aber auch auf falsche Entwicklungen den Finger zu legen, ist das Anliegen von Markt-Ressortleiter Andreas Scalet. vorarlbergernachrichten.at


Foto: Shutterstock

Süße Sünde? Trostspender, Frustkiller, verdiente Belohnung… Es gibt wohl kaum ein Genussmittel, das so viele Funktionen hat wie Schokolade. Doch was verbirgt sich überhaupt hinter den Tafeln, Riegeln oder Pralinen, deren Schmelz man sich so gerne auf der Zunge zergehen lässt? Man sieht es immer wieder, dass Konsumenten verunsichert sind, wenn es um die Beantwortung der Frage geht, was „gute“ und was „schlechte“ Schokolade ist. Wie lässt sich die eine von der anderen unterscheiden? Zum einen durch den Geschmack, werden viele sagen. Womit sie zum Teil auch recht haben. Doch auch ein genauer Blick auf die Packung, und hier auf die Inhalte, kann lohnenswert sein. Da wäre zum einen die Sache mit dem Pflanzenfett, mit dem Industrieschokolade oft gestreckt wird. Zum anderen aber auch die Prozentangaben zur Kakaorohmasse, die häufig irreführend sein können. „Der Verbraucher liest 80 Prozent und meint, das muss jetzt eine tolle Schokolade sein. Wenn man nur nach Etikett kauft, können einem ganz wunderbare Schokoladen entgehen, die vielleicht weniger Prozent haben. Da muss man sich einfach durchschmecken und probieren“, ist Gunther Fenkart von Fenkart Schokoladengenuss in Hohenems überzeugt. Es bestehe die althergebrachte Meinung, je höher die Prozentzahl, desto qualitativ hochwertiger sei das Produkt. Aber, nur um das zu veranschaulichen: 50 Prozent einer aromatischen, wunderbaren Kakaosorte können oftmals viel mehr Genuss bieten als 80 Prozent oder mehr von qualitätsarmer Schokolade. Man könne es den

Kunden aber oft nicht verübeln, dass sie sich „nur“ auf die Prozentangaben oder auf den Hersteller ihres Vertrauens verlassen, denn Qualitätsunterschiede gebe es bei Schokolade ebenso viele wie zum Beispiel beim Wein. Aber genau das, was der Winzer bzw. der Chocolatier auf dem Weg vom Baum bis zum Kunden mit den Rohstoffen macht, prägt und formt das Endprodukt. Zarter Schmelz, aber woher? Um nur einen Aspekt anzuführen: die Art des Conchierens. Eine gute Schokolade wird bis zu 30 bis 60 Stunden lang conchiert. Und das schmeckt man auch. „Nehmen Sie nur mal ein Stück Schokolade in den Mund. Wenn es einen richtig angenehmen Schmelz hat, ist es im Regelfall lange conchiert worden“, veranschaulicht Gunther Fenkart. Doch das Conchieren ist nicht nur ein mechanisches Verfeinern, die Schokolade wird dadurch auch belüftet. „So entweichen Säuren und Bitterstoffe in die Luft, die Schokolade wird harmonischer im Geschmack.“ Ziel ist, die guten Säuren (Fruchtsäuren) möglichst in der Schokolade zu halten und die schlechten Säuren (Essigsäure) raus zu conchieren. „Wird aber zu lange conchiert, kann das dazu führen, dass gar keine Säure mehr übrig bleibt, die Schokolade ist dann quasi tot.“ Dauer und Temperatur müssen darum dem Kakao angepasst werden. Doch das beste Conchieren bringt nichts, wenn der Rohstoff von schlechter Qualität ist. Darum geht der Chocolatier aus Hohenems hier keine Kompromisse ein: „Wir verarbeiten Edelkakaos aus Lateinamerika. Jeder davon hat seine eigene Charakteristik – und bestimmt damit den Geschmack der Schokolade wesentlich mit.“ Dabei zeigt sich auch die wunderbare Bandbreite, die Schokolade haben kann. Der richtige Umgang mit dem Rohstoff sowie die entsprechende Auswahl machen den Unterschied. So zählen Edelkakaos wie Criollo, Trinitario, Nacional oder die Porcelana-Bohnen zur Upperclass, sie sind die Überflieger aus dem Hause Theobroma cacao (Kakaobaum).

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Schokoladenpioniere. Doch wenn es um die Rohstoffe geht, darf man nicht ausblenden, dass sich gerade die Schokoladenindustrie immer wieder öffentlichen Diskussionen stellen muss. Von sozialen Missstandards auf den Kakaoplantagen ist die Rede, von Regenwaldrodungen für den Palmölanbau. Spekulanten, die erkannt haben, dass man nicht nur mit Öl oder Immobilien, sondern auch mit Lebensmitteln spielen und Geld verdienen kann, haben zudem zu einem Anstieg der Rohstoffpreise beigetragen. Eine ethisch äußerst bedenkliche Entwicklung. Diese sozialen und ökologischen Herausforderungen ziehen auch an den Produzenten hierzulande nicht vorüber. „Pauschal kann man sagen: Immer dort, wo es um den niedrigsten Preis geht, sind die Missstände am größten. Da jedoch die wenigsten Produzenten, zu denen ich mich selber zählen darf, eine Chance haben, selbst den Kakao vom Baum nach Hause zu bringen, müssen sich diese auf gute Importeure von Rohmassen verlassen“, resümiert Fenkart. Er begrüßt eine positive Entwicklung. So seien unter anderem Domori, Minotti oder Lubeca große und kleinere Fabriken sowie Produzenten, die Spitzenware anbieten. Auch der österreichische Lokalmatador Zotter liefere sehr gute Ware.

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Ein Lob für den Pionier, der seit jeher auf Qualität und Regionalität setzt. Für Gunther Fenkart spielt der Einkauf der Rohstoffe eine tragende Rolle, bei der Wahl seiner Lieferanten schaut er sehr genau hin. „Gerade wir kleineren Chocolaterien müssen uns von den Produkten abheben, die es im Handel gibt und die in der Masse hergestellt werden.“ Seine Prämisse: gute Qualität aus Ländern einkaufen, in denen es einfach fairer zugeht. Vorsicht sei zudem bei vermeintlichen Bio-Produkten geboten. Es lasse sich mit nichts leichter die Marge erhöhen als mit einem Bio-Etikett auf konventioneller Ware. „Es gilt genau zu beobachten, was hinter Bio wirklich steckt. Die Produktionsmethoden in der industriellen Bio-Landwirtschaft weichen bis auf Dünger und Spritzmittel nämlich in vielen Fällen kaum von denen der konventionellen Landwirtschaft ab.“ Sein Tipp für Konsumenten:

„Lassen Sie sich weniger von Werbebotschaften und Hochglanzetiketten steuern, folgen Sie Ihrem Hausverstand.“ Eine Lebensaufgabe. Schokolade – ein vielschichtiges Thema also. Wohin die Reise geht? Man darf gespannt sein. Auch die Chocolatiers richten ihre Augen gebannt in die Zukunft. „Ich glaube, die Aufklärungsarbeit wird zur Lebensaufgabe werden“, schmunzelt Fenkart. „Der Konsument ist sicher, dass er für sein Auto ein 25-Euro-Öl braucht. Aber beim Olivenöl scheiden sich dann schon die Geister: Muss es wirklich das für zehn Euro sein oder reicht nicht das für einen Euro? Aber ich glaube, das ist überall das Gleiche.“ Dennoch geben er und seine Kollegen nicht auf. Sie kämpfen weiter – damit gute Schokolade nicht als Billigprodukt gehandelt wird, sondern den Status erhält, den sie verdient. Sabine Blechschmidt

Fenkart Schokoladengenuss in Hohenems, in dritter Generation geführt, ist seit zwölf Jahren auf Schokolade spezialisiert. 25 Mitarbeiter verarbeiten ca. 30 Tonnen Kakaoprodukte im Jahr. Bei übrigen Zutaten wird auf die Bodenseeregion gesetzt. www.schokoladengenuss.at

Gunther und Petra Fenkart

Foto: Fenkart

Edelkakaos wie Trinitario, Criollo, Nacional oder die Porcelana-Bohnen zählen zur Upperclass. Sie können zurecht als Überflieger aus dem Hause Theobroma cacao (Kakaobaum) bezeichnet werden.


Bäckerei Schatzmann in

Feldkirch

Bäckerei Hutter in Lauterach

Walter‘s Brotlädele in

St. Anton

Üser täglich Brot Über 30 regionale Partner-Bäckereien im Ländle! Unsere Heimat verfügt über eine riesige kulinarische Vielfalt. Auch für die vielen Brot- und Gebäcksorten ist man über die Grenzen hinaus bekannt. SPAR Vorarlberg bekennt sich seit der Gründung zur Partnerschaft mit regionalen Bäckern. Täglich frisches Brot direkt vom Bäck ums Eck ist in allen SPAR-Märkten im Ländle erhältlich. So wird die Vielfalt der Brotspezialitäten und deren Tradition in Vorarlberg gesichert.

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Eine Reise

zu jenen, die ihr GlĂźck mit uns teilen

Stefan Sagmeister kommt ins Wiener MAK, nicht nur Botticelli lockt nach Berlin, und wer die Arbeiten von Joan Mitchell im Kunsthaus Bregenz gesehen hat, kann die Malerin in KÜln im Umfeld ihrer Zeitgenossen erleben. Abgesehen davon, dass Heimo Zobernig einer jener ist, die Vorarlberg zum Ziel von Kunstfreunden machen, ist in den nächsten Monaten Sportlichkeit angesagt.

Jean Paul Gaultier

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Foto: Sven Hoppe


Als Designer ist Stefan Sagmeister in seiner Heimat stets präsent. Der frühere Direktor Tobias Natter beauftragte den Bregenzer, der vor Jahrzehnten auszog, um in New York eine Firma zu gründen, das Corporate Design für das Vorarlberg Museum zu entwerfen. Das Muster, das die Buchstaben V und M bilden, hat sich eingeprägt. Die Menschen mit Informationen, Begegnungen und Angeboten zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart glücklich zu ma-

chen, liegt nun am neuen Leiter Andreas Rudigier und seinem Team, die in den ersten zwei Jahren bereits ein umfangreiches Konvolut vorgelegt haben. Stefan Sagmeister meint es konkret. Ob er Plattencover für Rockstars entwarf, Plakate für Festivals oder Umweltschützer, die Emotion hat in der Arbeit des 52-Jährigen immer schon eine besondere Rolle gespielt. Nun hat er sich ihr intensiv verschrieben, machte sich auf die

Jean Paul Gaultier

Dass der Modedesigner Jean Paul Gaultier seine ersten Kreationen an seinem Teddy ausprobierte, haben in letzter Zeit auch all jene erfahren, die Society-Kolumnen überfliegen. Das plüschige Spielzeug musste einst als Puppenersatz herhalten, dem der Knabe dann weibliche Formen verlieh.

Stefan Sagmeister

Nicht ums Eck, aber sicher einen Abstecher wert ist das Centre Pompidou in Paris. Wie einer der ganz Großen seiner Generation europäische Geschichte verarbeitet, steht im zentralen Kunsthaus der französischen Hauptstadt von Mitte Dezember 2015 bis April 2016 im Mittelpunkt, wenn auf rund 2000 Quadratmetern das Œuvre des deutschen Malers und Bildhauers Anselm Kiefer ausgebreitet wird. Nahezu 500 seiner Werke, darunter Gemälde, Installationen, Zeichnungen und Bücher sind zu sehen. 84 kontur


Foto: Sven Hoppe, Stefan Sagmeister, Jörg Carstensen, Beyeler

Suche nach dem, was die Stimmung hebt, landete bei Philosophen und Anthropologen und widmete sich dem Körper- und Gedächtnistraining. Inwieweit er pharmazeutische Produkte in seine Selbstversuche einbezog und welche Auswirkungen dieselben hatten, erfahren wir im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK), „The Happy Show“ läuft dort bis Ende März und konfrontiert mit Entwürfen und Projekten des Designers, der – wie man weiß – auch mit vollem Körpereinsatz arbeitet und beispielsweise den eigenen Torso ablichten ließ oder eine Werkserie mit herausgestreckter Zunge entwarf. Die Venus in Berlin. Eine Grenzziehung zwischen Kunst und Design ist manchmal kaum möglich oder gar nicht angesagt. Motive von Gemälden fanden sich schon vor Jahrhunderten auf Gebrauchsgegenständen. Ein Klimt auf der Kaffeetasse ist nichts Neues, der Besitzer beweist damit lediglich seinen schlechten Geschmack – oder einen Hang zum Skurrilen, zum Witzigen. Warhols Siebdrucke ordnen wir der Kunst, nicht dem Design zu, obwohl der berühmte Vertreter der Pop-Art damit unterstreicht, woher er kommt. Botticellis „Geburt der Venus“ hat in der Druckvariante jedenfalls eine so weite Verbreitung gefunden, dass es kaum jemanden gibt, der das Werk nicht zuordnen könnte. Geneigter Kopf, wehendes Haar, ein anmutiger Blick und eine leicht geschwungene Körperhaltung: Das Bild des Renaissancekünstlers wird immer noch interpretiert und kopiert,

und gibt es – abgesehen von den Uffizien in Florenz – irgendwo eine Botticelli-Schau, stehen die Leute Schlange. Vor einigen Jahren zeigte sich das im Städel-Museum in Frankfurt. Bis 24. Jänner offenbart die Gemälde-Galerie in Berlin, was Botticelli über die Jahrhunderte so anziehend macht, und inwieweit die Dame mit dem Porzellanteint immer noch die Mode beeinflusst. Apropos Mode: Dass Jean Paul Gaultier seine ersten Kreationen an seinem Teddy ausprobierte, haben in letzter Zeit auch jene erfahren, die Society-Kolumnen überfliegen. Das plüschige Spielzeug musste einst als Puppenersatz herhalten, dem der Knabe weibliche Formen verlieh. Geschnürte Taillen und Bustiers sind inzwischen ein Markenzeichen des Couturiers geworden. Wie Mode auf Kunst trifft, lässt sich bis 14. Februar in der Kunsthalle in München nachvollziehen. Gaultier kleidete nicht nur Madonna oder Kylie Minogue ein, er arbeitete auch mit Künstlerinnen wie Cindy Sherman, also mit Menschen, die enorm gesellschaftskritisch agieren und Rollenbilder hinterfragen. Menschenparaden. Es ist ein großer Sprung, aber am Museum Frieder Burda in Baden-Baden kommt man in diesem Herbst nicht vorbei. Im weißen Gebäude, das sich gegen die Beschaulichkeit des Kurparks stemmt, hat der Fotokünstler Andreas Gursky selbst die Hängung konzipiert. Dass er die Wirklichkeit darstellt, indem er sie konstruiert, ist ja bekannt. Vor Jahren war ein Bild

„Geburt der Venus“ – bis 24. Jänner 2016 offenbart die Gemälde-Galerie in Berlin, was den Renaissancekünstler Botticelli über die Jahrhunderte so anziehend macht, und inwieweit die Dame mit dem Porzellanteint immer noch die Mode beeinflusst.

Botticelli

Kasimir Malewitsch

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Von Bregenz nach Köln. Es gibt mehrere Aspekte, die auffallen, erklärt Yilmaz Dziewior, bis Februar dieses Jahres Direktor des Kunsthauses Bregenz und nun Leiter des Museums Ludwig in Köln, die Besonderheit in den abstrakten Arbeiten von Joan Mitchell (1925 bis 1992). Einmal habe die US-Künstlerin für sich sehr singuläre Werke entwickelt, dann aber neue Felder erobert oder das Gestische in die Arbeiten aufgenommen, für die sie bekannt wurde. Im Kunsthaus Bregenz war

Joan Mitchell bis Ende Oktober zu begegnen, in Köln präsentiert sie Dziewior vom 14. November bis 21. Februar mit einem Unterschied – die Ausstellung werde dort zwar nicht so schön aussehen wie im Zumthor-Bau am Bodensee, meinte er schon im Vorfeld, im Museum Ludwig wird aber nun die Möglichkeit in Anspruch genommen, sie zu kontextualisieren. Dziewior: „Wir haben ja Arbeiten ihrer Zeitgenossen Kline und Pollock.“ Und nachdem Yilmaz Dziewior als Kommissär des Österreich-Pavillons Heimo Zobernig nach Venedig holte, ist quasi eine Fortsetzung der dortigen Arbeit bis 10. Jänner im Kunsthaus zu sehen. Genauso lange dauert übrigens die Ausstellung „Auf der Suche nach „0.10“ in der Fondation Beyeler. Vor exakt hundert Jahren präsentierte Kasimir Malewitsch in St. Petersburg sein „Schwarzes Quadrat“. Die dritte Fassung und Arbeiten von Künstlern (etwa Wladimir Tatlin oder

Nadeschda Udalzowa und weitere Kubisten), die damals mit von der Partie waren, sind in Basel-Riehen vertreten. Auf der Rückfahrt über Zürich ließe sich beispielsweise bis 24. Jänner eine MiróAusstellung im Kunsthaus „mitnehmen“, ein Schlenker würde zum MAC-Museum in Singen führen. Die Architektur von Daniel Binder nimmt die Form der über dem Hügel thronenden Burgruine Hohentwiel auf, drinnen werden Liebhaber kunstvoll veredelter Autos glücklich. Zurück in Wien und wieder bei einem Vorarlberg-Bezug: Neben dem Namedropping der Albertina mit Munch und der Pracht im Kunsthistorischen Museum präsentiert das Museum moderner Kunst (mumok) bis 31. Jänner neue Arbeiten der in Vorarlberg aufgewachsenen und in New York lebenden Künstlerin Ulrike Müller, die glücklicherweise bestens in der Lage ist, gesellschaftspolitische Fragen aufzuwerfen. Christa Dietrich

Andreas Gursky

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Foto: Uli Deck

des Deutschen auch im Kunsthaus Bregenz zu sehen, inzwischen gibt es kaum namhafte Großausstellungen, die auf seine montierten Landschaften oder Konsumtempel verzichten. Sei es die Biennale in Venedig oder ein anderer Hotspot. Wenn wir auf Flughafenszenen oder Menschenparaden blicken, scheint es, als habe die Wirklichkeit die Bilder eingeholt, andererseits werfen sie aber immer noch existenzielle Fragen auf, denen man beileibe nicht nur wegen des großen Formates nicht entkommt. Nur einen Katzensprung von der Kurstadt entfernt, lässt sich Daniel Richter (bis 17. Jänner) in der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt erleben. Politische Themen nehmen in der Malerei des Deutschen immer mehr Platz ein.

Wer sich, unterwegs in Süddeutschland, im winterlichen Grau nach Buntem sehnt, findet in der Staatsgalerie Stuttgart den größtmöglichen Kontrast. Mit Arbeiten von Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix, Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Franz Marc wurde die bis Mitte Februar dauernde Ausstellung „Poesie der Farbe“ bestückt. Von Marc ist immerhin eine kleinere Version der „Blauen Pferde“ dabei, die die Stimmung hebt.


VORAUSWAHL

&GALA VORAUSWAHL MO, 9. November | 18:00 Uhr ORF Landesfunkhaus Dornbirn

GALA | PREISVERLEIHUNG MO, 27. November | 19:30 Uhr Casino Bregenz

Beim ersten „Kulturpreis Vorarlberg“ werden innovative Vorarlberger Schauspielerinnen und Schauspieler prämiert. Diese präsentieren sich am 9. November im Publikumsstudio des ORF Vorarlberg einer internationalen Jury. Casino Bregenz und Sparkasse Bregenz stiften den „Kulturpreis Vorarlberg“ in der Höhe von 15.000 Euro. Verliehen wird der Kulturpreis im Rahmen einer Gala am 27. November 2015 im Casino Bregenz.

www.kulturpreisvorarlberg.at


Leidenschaftlich. Gut. Beraten.

So geht Veranlagung heute.

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Hypo Landesbank Vorarlberg 17x in Vorarlberg sowie in Wien, Graz, Wels und St. Gallen

Hierbei handelt es sich um eine Marketingmitteilung im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes. Diese dient lediglich Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung und umfassende Risikoaufklärung, noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Die Informationen beruhen auf eigenen Einschätzungen der Marktsituation, für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges kann keine Gewähr übernommen werden. Investments in Derivate sind Teil der Anlagestrategie. Da Investmentfonds Kursschwankungen unterliegen, kann der Wert der Veranlagung nicht garantiert werden. Auf die Möglichkeit einer erhöhten Volatilität wird hingewiesen. Der zugehörige Prospekt samt allfälligen sich ändernden oder ergänzenden Angaben sowie die wesentlichen Anlegerinformationen (KID) sind auf der Börsenplattform unter www.hypovbg.at einsehbar. Auf Wunsch können Prospekte oder die wesentlichen Anlegerinformationen (KID) in Papierversion zu den üblichen Geschäftszeiten in den Filialen kostenlos abgeholt werden. Der Prospekt und das KID werden in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt.


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