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Sommer 2015 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Design und Fahrspaß auf zwei Rädern Wenn Genuss auf regionales Handwerk trifft In Venedig um die ganze Welt reisen Glas Marte lässt sich gern herausfordern Hypo Vorarlberg zieht ins Zacherlhaus

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Foto: Anja Koehler, Dietmar Mathis

Große Rätsel werden auf dem See gelöst


OPERNSTUDIO AM KORNMARKT

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WOLFGANG AMADEUS MOZART


Editorial

Sommer 2015 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

China – im und auf dem See. 72 Meter breit, bis zu 27 Meter hoch ... was das Format angeht, kann die Chinesische Mauer auf dem Bodensee mit dem Original vielleicht nicht mithalten, doch dafür hat das Bregenzer Modell versunkene Terrakotta-Krieger aus Beton und Hightech mit LED vorzuweisen. Die perfekte Kulisse für das neue Spiel auf dem See: „Turandot“. Glasklar. Zu Besuch im Familienunternehmen Glas Marte in Bregenz. Der Spezialist für Verglasungen und Glaserarbeiten im privaten und gewerblichen Bereich hat den Ansporn, scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Kompakte Weltreise. Momentan findet in Venedig die 56. Biennale statt, in der Lagunenstadt sind Beiträge von circa hundert Ländern zu bestaunen. Der österreichische Pavillon empfiehlt sich hier als ruhiger Zwischenstopp. Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Große Rätsel werden auf dem See gelöst Design und Fahrspaß auf zwei Rädern Wenn Genuss auf regionales Handwerk trifft In Venedig um die ganze Welt reisen Glas Marte lässt sich gern herausfordern Hypo Vorarlberg zieht ins Zacherlhaus

Inhalt 06 Kein Kuss und dann Schluss Für die Festspiele und „Turandot“ kommen die Chinesische Mauer und jede Menge Terrakotta-Krieger an den Bodensee 13 Lust auf Herausforderung Glas Marte in Bregenz – erfolgreiche Verbindung von einem aktiv agieren den Glasbauunternehmen und einem innovativen Herstellungsbetrieb 18 Moderne Feuerstelle Wie Küchen, Kochen und Handwerk miteinander verbunden sind, zeigt die diesjährige Sommerausstellung im Werkraum Bregenzerwald 24

Zweite Heimat Die Hypo Landesbank Vorarlberg bekommt einen neuen Standort in der Wiener Innenstadt

28 Vom Streben nach Perfektion Beim 19. Philosophicum Lech steht der „Neue Mensch“ im Blickpunkt

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33 Gentleman’s Racer vom Traunsee Wo Frauscher draufsteht, ist Luxus drin – eine Geschichte über höchste Qualität und echte Leidenschaft für Boote 40 Spaßgarant auf zwei Rädern Mit dem Gocycle ist nicht nur die neue E-Bike-Generation, sondern auch ein „Toy for Boys“ in Vorarlberg angekommen 44 Ein fescher Japaner Lexus feiert mit dem NX 300h seine Premiere im Segment der kompakten Premium-Sport-Offroader 47 Im Künstlerwinkel Auf der Halbinsel Höri auf den Spuren von Hermann Hesse 51 Besuch im Apfelgarten In Lana gibt es nicht nur Apfelbäume – zwei Vorarlberger, die dort leben, haben uns ihre Lieblingsplätze verraten 58 Bei der Kirchenwirtin Fern ihrer Bregenzerwälder Heimat ist Barbara Tury die Seele des familieneigenen Gasthauses

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Sommer in der Stadt Frischluftfaktor hoch, kulinarisches Potenzial ausgezeichnet – die schönsten Gastgärten in Wien

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Zeichner, Maler, Holzschneider Im November wäre Leopold Fetz 100 Jahre alt geworden – das Palais Thurn und Taxis in Bregenz zeigt Werke des Künstlers

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Gastgeber aus Leidenschaft Der Hotelier und Spartenobmann Hans-Peter Metzler und seine Antworten auf unsere 10 Fragen

„tat ort“ EXPO Die Künstler Alexandra Berlinger und Wolfgang Fiel sind bei der Weltausstellung in Mailand zu Gast und reagieren mit Interaktionen auf die Situation vor Ort

74 In etwa 80 Stunden um die Welt Die 56. Biennale in Venedig ist einen Besuch wert – in der Lagune präsentieren sich an die hundert Länder

Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstr. 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Marion Hepberger, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Christiane Schöhl von Norman • Art Direktion: Claudia Gölz, claudia.goelz@russmedia.com • Titelfoto: Anja Koehler, Dietmar Mathis; Fotos: Philipp Steurer, Lisa Mathis, Dietmar Mathis, EPA/Felix Kaestle, Anja Koehler, Roland Paulitsch, Glas Marte, Kunsthaus Bregenz, Manuel Riesterer, Thomas Jantscher, Peter Loewy, Adolf Bereuter, Andreas Mohr, Darko Todorovic, Klaus Hartinger, Dietrich | Untertrifaller Architekten, Hausgemeinschaft Zacherl, Philosophicum Lech, Frauscher, Gocycle, Lexus, Ulrike Klumpp, Hermann-Hesse-Höri-Museum, Hesse Museum Gaienhofen, MGM/Alex Filz, Pertoll Damian Lukas, Helmuth Rier, Sabine Blechschmidt, Schwarzschmied, Annemarie Kaufmann, Heuer, Flein, Ella’s, Zahel/Herbert Lehmann, Markus Gmeiner, Barbara Bühler, tat ort, APA/Georg Petermichl, Christa Dietrich • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 12. Juni 2015 • Nächste Ausgabe: 30. Oktober 2015

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Kein Kuss und dann Schluss Zuerst rollen die KĂśpfe, dann liefern sich eine Frau und ein Mann einen Machtkampf. Und schlieĂ&#x;lich soll mit einem Kuss wieder alles befriedet sein?

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„Das glaubt doch keiner“, sagt Regisseur Marco Arturo Marelli. Der geschätzte Fachmann hat in seinen Arbeiten bereits Antworten auf offene Fragen zu Puccinis Meisterwerk „Turandot“ gefunden, setzt die Oper heuer auf dem See um und bescherte der Bregenzer Bucht dafür eine Chinesische Mauer.

Foto: Philipp Steurer

Sie ist 72 Meter breit, bis zu 27 Meter hoch und wiegt 335 Tonnen. Als ein weiteres Bild, das für jeden mit der Geschichte Chinas in Verbindung gebracht werden kann, sind Terrakotta-Krieger aus dem riesigen Grabmal des ersten Kaisers Qin Shi Huang Di sichtbar, der 259 bis 210 v. Chr. lebte und das Reich einte, indem er die Menschen mit tyrannischer Macht unterjochte. „Wenn man an China denkt, denkt man an eine Masse“, erklärt Marco Arturo Marelli. „Der erste Kaiser war ein grauenhafter Herrscher. Menschenarmeen – das ist der historische Hintergrund des Stücks. Auf dem Rücken dieser Krieger findet dieser Liebeskrieg statt. Ich wollte ein einfaches, klares Bühnenbild haben.“ Der Regisseur, der auch Bühnenbildner ist, wollte zudem vermeiden, etwas zu zeigen, das wie der Pekinger Palast aussieht: „Die Chinesische Mauer bricht auf und sie sehen in diese Geschichte hinein.“

Die nicht beendete Oper. Dass sich die 1926, eineinhalb Jahre nach dem Tod von Puccini, uraufgeführte Oper „Turandot“ für die große Kulisse eignet, steht für Marelli außer Zweifel. In Bregenz gelten besondere Voraussetzungen. Auf der einen Seite müsse man den eingefleischten Opernkennern eine Aufführung bieten, die sie fasziniert und dann gäbe es noch einen großen Teil des Publikums, der seltener in die Oper geht. „Ich denke, dass ich eine sehr persönliche Lesart habe. Es geht um die Geschichte einer sehr unglücklichen Frau, die vereist ist, und um eine Frau, die sich aus Liebe opfert sowie um einen Mann, der zwischen diesen beiden Frauen steht. Für mich ist die Kongruenz, dass Puccini diese Oper nicht beendet hat, mit dem unergründeten Rätsel der Liebe sehr wichtig. Es ist besonders auffällig, dass er ein Jahr vor seinem Tod aufgehört hatte, den Schluss zu komponieren. Er wusste nach dem Tod von Liù nicht mehr weiter.“ Für die Liebe sterben. Das Ringen des Komponisten um sein letztes großes Werk hat Marelli in einer aufschlussreichen „Turandot“-Inszenierung konkret thematisiert, die in Stockholm und in Graz zu sehen war. Dabei wurden auch die Gründe für die Härte Turandots, nämlich, dass einer Ahnin – Prinzessin Lou-Ling –

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Foto: Philipp Steurer

Fragt sich, ob man Turandot und Calaf nach diesen Voraussetzungen, die alles andere als gut sind, überhaupt eine Chance geben kann. „Wie macht man es, dass diese beiden Egomanen zusammenkommen“, fragt auch Marco Arturo

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Marelli. „Der märchenhafte Schluss wirkt immer aufgesetzt. Calaf entreißt ihr den Schleier und küsst sie. Das glaubt doch keiner, dass sie dann die liebende Frau wird. Wenn Turandot sich von ihrer Rolle selbst befreien kann, bekommt sie eine andere Bedeutung. Dieser Schritt kann aber nur von ihr selbst gemacht werden. Was danach kommt? Kann sein, dass sie zusammenkommen, sie müssten aber sehr viel an sich arbeiten.“ Vor knapp drei Jahren wurde Elisabeth Sobotka, bis Ende 2014 Intendantin an der Oper in Graz, zur Nachfolgerin von David Pountney bestellt. Dass nach der „Zauberflöte“, mit der sich der Intendant aus Großbritannien mit einer höchst verspielten Regiearbeit nebst einer PeaceSymbolik aus Bregenz verabschiedete, die „Turandot“ auf den See kommt, stand

ein Jahr später fest. „Hoffmanns Erzählungen“, jenes Werk, das in den späten 1980er-Jahren der ersten Bregenzer Inszenierung der beliebten Mozart-Oper folgte, steht heuer im Haus – in der Regie von Stefan Herheim – am Programm. Leuchtende Krieger. Drei große Modelle wurden für „Turandot“ erstellt. „Die Techniker haben Wunderbares geleistet“, bemerkt Marco Arturo Marelli beim Blick auf die Umsetzung. Für Gerd Alfons, den Technik-Direktor, der von riesigen, aufklappbaren Wänden für „Nabucco“ bis zu einem ebenso monumentalen, ausklappbaren Auge für „Tosca“ und schwebenden Booten („Aida“) alles möglich machte, dürfen nun auch leuchtende Krieger kein Hindernis darstellen. Wobei es nicht nur um die erwähnte Nachbildung von Figuren aus der Terrakotta-

Regisseur Marco Arturo Marelli: „Für mich ist die Kongruenz, dass Puccini diese Oper nicht beendet hat, mit dem unergründeten Rätsel der Liebe sehr wichtig. Es ist besonders auffällig, dass er ein Jahr vor seinem Tod aufgehört hatte, den Schluss zu komponieren.“

Fotos: Lisa Mathis, Dietmar Mathis, EPA/Felix Kaestle

von Männern Gewalt angetan wurde, sichtbar. Puccini habe sich mit den Märchen auseinandergesetzt, die dem Werk zugrunde liegen. Er habe versucht, eine psychologische Ebene in das Stück zu bringen. „In keiner Vorlage ist erwähnt, warum Turandot so ist, wie sie ist. Bei Schiller ist sie vielleicht eine Schwester von Maria Stuart, sie will frei sein.“ Puccini habe dafür die große Arie mit dem erläuternden Text geschrieben. „In der italienischen Oper stirbt man aus Liebe, die Frauen opfern sich auf. Wer für die Liebe gelebt hat, wird für die Liebe sterben. Auch die Frauen bei Puccini sterben, hier ist es die Sklavin Liù. Turandot ist eine Frau, die sich den Männern nicht opfern will, sondern sie reihenweise umbringt. Sie sagt, die Figur von Lou-Ling steht in mir wieder auf. Sie versteckt sich hinter der Maske von Lou-Ling, sie schiebt diese Geschichte vor, um sich mit ihrer Geschichte zu identifizieren.“


„Wie macht man es, dass diese beiden Egomanen zusammenkommen? Der märchenhafte Schluss wirkt immer aufgesetzt. Calaf entreißt ihr den Schleier und küsst sie, das glaubt doch keiner, dass sie dann die liebende Frau wird. Wenn Turandot sich von ihrer Rolle selbst befreien kann, bekommt sie eine andere Bedeutung. Dieser Schritt kann nur von ihr kommen.“

Elisabeth Sobotka und Marco Arturo Marelli

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Armee geht. Jene Soldaten, die nun im Wasser stehen, müssen aus Beton sein und Mann für Mann rund 500 Kilo auf die Waage bringen, damit ihnen der See nichts anhaben kann, jene an der Luft sind dafür aus Kunststoff, luzid und unkompliziert. Diese Eigenschaft gilt für die zentrale Spielebene nicht. Ein Zylinder in der Mitte des Bühnenbildes hat sich nicht nur möglichst geräuschfrei zu drehen, auf ihm öffnet sich auch ein Deckel mit einem Durchmesser von gut zehn Metern. Was sich auf der Unterseite dieses Deckels befindet, hat nicht nur enormes Knowhow, sondern auch viel Kreativität und vor allem innovative Ideen verlangt. Zum Vorschein kommt nämlich eine LED-Wand. Einige Hintergründe der „Turandot“-Geschichte werden hier verbildlicht. Während die Heiratskandidaten die schwierigen Rätsel der Prinzessin zu lösen haben, stehen somit Gerd Alfons und sein

Team vor dem Problem, dass diese LED-Wand nicht brechen darf, wenn sich der Deckel hebt und senkt. „Wir sprechen da von Verbiegungen um 0,8 Millimeter pro Meter, mit denen wir kalkulieren müssen, die sich aber auch nicht erhöhen dürfen.“ Spielfläche See. Jenes Unterwasser-Schienenkarussell, das es ermöglicht, Turandot ein Auftrittspodium auf einer Barke zu bieten, zählt bereits zu den Basisteilen dieser Bühne. Allerdings befindet es sich in einem großen europäischen Binnengewässer, dessen Wasserstand zwischen dem Probenbeginn Mitte Juni und der letzten Aufführung gegen Ende August erheblich variiert. Der Bodensee ist eine wunderbare Spielfläche – wenn man ihn kennt und wenn man in der Lage ist, in großen Dimensionen kleine Details eines Stückes freizulegen. Christa Dietrich

Foto: Anja Koehler | andereart.de

Bregenzer Festspiele, Spiel auf dem See: Turandot Premiere: 22. Juli 2015, Aufführungen: 24. Juli bis 23. August 2015 Informationen und Tickets: www.bregenzerfestspiele.com

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SAMSTAG, 10. OKTOBER 2015

WARSCHAUER PHILHARMONIKER JACEK KASPSZYK, DIRIGENT JAN LISIECKI, KLAVIER INGRIDA GÁPOVÁ, SOPRAN

WERKE VON FRÉDÉRIC CHOPIN, GUSTAV MAHLER

MITTWOCH, 11. NOVEMBER 2015

15 16 BREGENZER MEISTER KONZERTE

BUDAPEST FESTIVAL ORCHESTRA

IVÁN FISCHER, DIRIGENT THOMAS ZEHETMAIR, VIOLINE

WERKE VON SERGEJ PROKOFJEW, IGOR STRAWINSKY

DONNERSTAG, 21. JANUAR 2016

WIENER SYMPHONIKER

PHILIPPE JORDAN, DIRIGENT HILARY HAHN, VIOLINE

WERKE VON ANTONÍN DVOřÁK, ROBERT SCHUMANN

SAMSTAG, 27. FEBRUAR 2016

ORCHESTRE DES CHAMPS-ÉLYSÉES

PHILIPPE HERREWEGHE, DIRIGENT PATRICIA KOPATCHINSKAJA, VIOLINE

WERKE VON LUDWIG VAN BEETHOVEN, FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY

MITTWOCH, 27. APRIL 2016

GRIGORY SOKOLOV KLAVIER

DAS PROGRAMM WIRD NOCH BEKANNTGEGEBEN

SONNTAG, 29. MAI 2016

PITTSBURGH SYMPHONY ORCHESTRA

MANFRED HONECK, DIRIGENT DANIIL TRIFONOV, KLAVIER

WERKE VON LUDWIG VAN BEETHOVEN, SERGEJ RACHMANINOW, PJOTR I. TSCHAIKOWSKIJ

FESTSPIELHAUS BREGENZ

WWW.BREGENZERMEISTERKONZERTE.AT ABONNEMENT-VORVERKAUF: von 13. Juli bis 4. September 2015 bei Bregenz Tourismus & Stadtmarketing, T+43 (0)5574/4080 EINZELKARTEN-VORVERKAUF: ab 10. September 2015 bei Bregenz Tourismus und www.v-ticket.at. Die Konzerte beginnen um 19:30 Uhr im Festspielhaus Bregenz. Termin-, Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten. Foto: Patricia Kopatchinskaja © Marco Borggreve Eine Veranstaltungsreihe der Landeshauptstadt Bregenz, Kulturamt.


Die Herausforderung ist das Entscheidende

Foto: Roland Paulitsch

Glas Marte in Bregenz blickt auf eine langj채hrige Tradition zur체ck. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Betrieb kontinuierlich weiter und optimierte die Verbindung von aktiv agierendem Glasbauunternehmen und Herstellungsbetrieb.

Ing. Bernhard Feigl

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Kunsthaus Bregenz

Das Vorarlberger Unternehmen ist europaweit vertreten. Die Kernmärkte sind neben Österreich und Deutschland auch die Schweiz und Luxemburg. Nach dem Leitbild des Unternehmens soll die wirtschaftliche Führung durch auf die Zukunft ausgerichtete organisatorische und technische Maßnahmen gestärkt werden. Dabei wird ein zielorientierter, kooperativer Führungsstil gepflegt. Gefördert wird das Denken im Hinblick auf den Kundennutzen. 14 kontur

Fotos: Glas Marte, Kunsthaus Bregenz, Manuel Riesterer, Thomas Jantscher

Kaufhaus Tyrol


„Uns ist kein Auftrag zu klein und keine Herausforderung zu gering“, erklärt Ing. Bernhard Feigl, einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Glas Marte GmbH mit Hauptsitz in Bregenz. Das Familienunternehmen, das auch vollständig im Familienbesitz steht, sieht sich als der Spezialist bei Verglasungen und Glaserarbeiten für private und gewerbliche Kunden. In Österreich etabliert. Die Kernkompetenzen liegen in der Umsetzung von Glasbaulösungen für den Privatkunden-, wie für den gewerblichen Bereich sowie in der Glaszulieferung für Handwerk und Gewerbe. „Das Unternehmen hat sich unter den größten Glasbearbeitungs- und Verarbeitungsunternehmen Österreichs etabliert. Wir bieten Spitzenleistungen zu moderaten Preisen und decken mit unseren Spezialisten den gesamten Bereich rund ums Glas ab. Dabei geht es uns um die Auseinandersetzung mit der Herausforderung und nicht um die Auftragsgröße.“

Regionales Handwerk. Seine Verbundenheit mit der Region unterstreicht Bernhard Feigl auch mit seinem Engagement für das regionale Handwerk, für das er sich als Spartenobmann für Handwerk und Gewerbe in der Wirtschaftskammer Vorarlberg einsetzt. Glas Marte ist ein mittelständisches Unternehmen mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das neben Bregenz noch einen weiteren Produktionsstandort in Itter im Bezirk Kitzbühel in Tirol besitzt. Wie Bernhard Feigl weiter ausführt, bietet das Unternehmen eine einzigartige Verbindung von einem aktiv agierenden Glasbauunternehmen und einem Herstellungsbetrieb. Durch diese übergreifenden Geschäftsbereiche ist es möglich, anforderungsgerechte Lösungen nahe am Markt zu verwirklichen. Damit wird der Wunsch nach Funktionalität, Ästhetik sowie nach eigenständigen, zeitgemäßen Lösungen erfüllt.

Das scheinbar Unmögliche möglich zu machen, ist die Motivation – Glas Marte hat seine Eigenentwicklungen mit insgesamt über 30 Patenten, zehn Gebrauchsmuster- und über 20 Markenschutzrechten breit geschützt. Gegründet 1930. Das Unternehmen blickt als Glaserei und Glasbaubetrieb auf eine langjährige Tradition zurück. Seit der Gründung im Jahr 1930 durch Rudolf Marte wird mit Architekten, Bauunternehmen, Generalunternehmern und mit Privatkunden zusammengearbeitet. „Die Abwicklung von internationalen Großprojekten und die Kooperation mit renommierten Architekten und Bauunternehmen bedeuten eine kontinuierliche hauseigene Entwicklung der angewandten Technologie. Das scheinbar Unmögliche möglich zu machen, ist seit jeher unsere Motivation zur Lösungsfindung. Insgesamt hat

Werkraum Bregenzerwald

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Glas Marte GmbH in Bregenz: Gründung im Jahr 1930; Geschäftsführende Gesellschafter: Ing. Bernhard Feigl, Martin Feigl und Bernd Klemisch; Umsatz 2013: 33,5 Millionen Euro, Exportanteil: 76 Prozent, Mitarbeiter: rund 300; Lehrlinge: 18

Foto: Roland Paulitsch

„kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger (r.) im Gespräch mit Ing. Bernhard Feigl.

unser Unternehmen seine Eigenentwicklungen mit über 30 Patenten, zehn Gebrauchsmuster- und über 20 Markenschutzrechten breit geschützt“, erläutert Bernhard Feigl.

men der Glas/Metall- und Holzverarbeitung. Und: „Wir tragen Verantwortung für den guten Ruf unserer Kunden. Ihre Wettbewerbsfähigkeit ist uns ein großes Anliegen.“

Zielorientiert. Das Unternehmen ist europaweit vertreten. Kernmärkte sind Österreich, Deutschland, die Schweiz und Luxemburg. Nach dem Leitbild des Unternehmens soll die wirtschaftliche Führung durch auf die Zukunft ausgerichtete technische und organisatorische Maßnahmen gestärkt werden. Dabei wird ein zielorientierter, kooperativer Führungsstil gepflegt. Gefördert wird das Denken im Hinblick auf den Kundennutzen. Identifikation, Leistungsbereitschaft und Lernfähigkeit der Mitarbeiter sind Erfolgsgrundlagen. Unterstützt werden besonders die Aktivitäten freier und mittelständischer Unterneh-

Vielfältiger Werkstoff. Breit ist deshalb das Angebot an Produkten und Innovationen. Es reicht beispielsweise im Glasbau vom konstruktiven Glasbau von der Innenverglasung (Trennwände, Duschverglasung usw.) bis zur Außenverglasung (Glasfassaden, Pavillons, Wintergärten, Glasdächer und Balkonverglasungen). Dazu kommen Ganzglasgeländer, Sicht- und Windschutzwände aus Glas sowie Isolier- und Sicherheitsgläser. Und auch beim Glas bleibt die technologische Entwicklung nicht stehen. „Glas wird immer günstiger und immer vielfältiger verfügbar“, sagt Feigl dem Werkstoff eine weitere große Zukunft voraus. Ernest F. Enzelsberger

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Genuss trifft auf Handwerk Die Werkraum-Wirtschaft

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Von der Feuerstelle zum Designgegenstand – die Küche hat einen langen Weg hinter sich. Mit der Gesellschaft hat sich auch ihre Bedeutung verändert. Reiner Arbeitsplatz oder sozialer Treffpunkt? Antworten darauf gibt die Ausstellung „küchen kochen handwerk“ im Werkraum Bregenzerwald.

Foto: Peter Loewy

Wie soll sie aussehen? Welche Oberfläche darf es sein? Wie viel Platz ist vorhanden? Wer kocht wann und wie, alleine oder zu zweit? In einem separaten Raum oder in den Wohnbereich integriert? Nur einige Fragen, die bei der Planung einer neuen Küche mitspielen. Doch das war nicht immer so: Vor Jahrhunderten war die Küche der Ort, an dem Speisen zubereitet wurden – nicht mehr, und nicht weniger. Eine Feuerstelle in der Hausmitte oder die Küche am verstecktesten Ort, in der Bedienstete fernab der herrschaftlichen Räumlichkeiten für das Wohl ihrer Dienstherren sorgten. Später in der Geschichte entwickelte sich die Küche wieder verstärkter in Richtung Familientreffpunkt. Im Mitteleuropa des 19. Jahrhunderts war das Feuer zwar schon nicht mehr sichtbar, dennoch blieb der Bezug zur Feuerstelle vorhanden: Die Herdstelle als Zentrum im großen Küchenraum, um die sich das soziale Leben der Familie anordnet. „Schon allein wenn man die letzten 150 Jahre betrachtet, sieht man, welchen Wandel Küchen und ihre Bedeutung erlebt haben. Eine fesselnde Geschichte, die mich schon lange interessiert und begleitet“, erklärt Renate Breuß, Geschäftsführerin Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch.

Eine Ausstellung, 42 Handwerker. Kochen und Küchen faszinieren heute mehr denn je, nicht nur Renate Breuß. Vom Tischler über den Bodenleger, von der Schneiderin bis zum Installateur – viele Gewerke sind in die Entstehung einer Küche eingebunden. In ihrer räumlichen Anordnung ist die Küche als zentrales Element von Anfang an in die Planung miteinbezogen. „Nach der Auseinandersetzung mit dem Arbeiten in den Werkstätten im vergangenen Sommer möchten wir in diesem Jahr das Kochen – und auch das Essen – als kulturelle Techniken in den Mittelpunkt stellen“, so Kurator Klaus Metzler, der die Ausstellung zusammen mit den Handwerkern aus der Region entwickelt hat. Die Resonanz im Vorfeld war enorm, 42 Mitglieder des Werkraums werden bei der Sommerausstellung von 20. Juni bis 3. Oktober vertreten sein und unter anderem zeigen, was eine zeitgemäße Küche vom Handwerker in Form und Funktion ausmacht. „Mit über 700 Quadratmetern erstreckt

Noch vor Jahrhunderten war die Küche der Ort, an dem Speisen zubereitet wurden – nicht mehr, und nicht weniger. sich die Ausstellungsfläche über das ganze Haus und auch den Außenbereich“, erläutert Klaus Metzler das Konzept. Das „Herzstück“ wird eine großzügige Küche im Werkraum Haus bilden, in der gekocht werden kann und die mit zwei Esstischen für rund 20 Personen zum geselligen Treffpunkt wird. Hier werden auch die

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Kochaktionen gewährt sie zusammen mit Metzgern, einem Bäcker und zwei Sennen Einblick in die Herstellung und Qualität elementarer Lebensmittel. Für die Besucher der Veranstaltungen bedeutet das natürlich, dass auch der Genuss nicht zu kurz kommt. Doch nicht nur bei den speziellen Aktionen, auch während des gesamten Sommers sind Pro-

dukte dieser regionalen Produzenten in der Werkraum-Wirtschaft erhältlich. Und so sind Käse in verschiedenen Reifestufen von der Sennerei Andelsbuch oder Hornkäse von der Sennerei Mühle in Egg ebenso auf der Speisekarte zu finden, wie Produkte aus der Metzgerei Schmuck, Leberkäse von La Wurscht oder ein gutes Roggenbrot von der Bäckerei Huber

Hängeküche von der Tischlerei Valentin Winder

Fotos: Adolf Bereuter, Andreas Mohr

Veranstaltungen und Aktionen stattfinden, die sich den Basisthemen Brot, Butter, Feuer, Wurst, Käse, Jagd und Fischerei widmen. Diesen Teil der Ausstellung betreut Karin Kaufmann, leidenschaftliche Köchin und Leiterin einer Kochschule in Egg. Für die Ausstellung konnte sie sieben Lebensmittelhandwerker aus der Region an Bord holen. Im Rahmen der

Da wird es eine Rucksackküche ebenso zu entdecken geben wie eine Singleküche, eine Hängeküche gesellt sich neben die rollende Küche, Vorratsschränke, Esstische, Kanapees usw. Neben einfallsreichen Tischlern, Bodenlegern und Polsterern präsentieren auch Maler, Leuchtenhersteller, Schneider, Elektriker, Installateure und Maurer bei „küchen kochen handwerk“ ihre Arbeit. 20 kontur


küchen kochen handwerk 20. Juni bis 3. Oktober 2015 Werkraum Bregenzerwald, Andelsbuch Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr (Vom 21. Juni bis 30. August auch sonntags geöffnet!)

Feuer am Freitag, 10. Juli 2015, 18 Uhr: Handwerker kochen, grillen und backen – am und mit dem Feuer.* Wurst und Brot am Donnerstag,

16. Juli 2015, 18 Uhr: Metzger Cyrill Schmuck macht grüne Schüblinge, Bäcker Dietmar Huber Brot, seine Spezialität: Roggenbrot.*

Käse am Freitag, 31. Juli 2015, 18 Uhr: Die Sennen Ingo Metzler und Johannes Metzler machen Käse. Es gibt Goaskäs, Zeagoranocken aus Hornmilch und Toast mit Hornkäse, Karin Kaufmann backt im Dampfgarer Brot nach eigener Rezeptur.* Moderation der Abende: Karin Kaufmann

Wild am Freitag, 28. August 2015, 18 Uhr: Es gibt kurz Gebratenes mit den Wald- und Jagdexperten Anton Bereuter und Helmut Feuerstein.* Moderation Renate Breuß * Beitrag für die frischen Speisen 10 Euro

Paul Renner rouge et noir – eine essbare Skulptur am Samstag, 5. September 2015, 19 Uhr: Abendmenü in Form einer essbaren Skulptur, mit einer Einführung von Valerio Dehò und einer Filmprojektion. Eine Veranstaltung der Werkraum Freunde. Preis 120 Euro, für Werkraum Freunde 80 Euro.

Lange Nacht der Museen

am Samstag, 3. Oktober 2015, 18 bis 0 Uhr: Auslöffeln zur Finissage der Ausstellung

Salatlampe von Andreas Mohr

Baustellenküche von der Tischlerei Martin Bereuter

aus Müselbach. Knusprige Salzstengel backt Frau Kaufmann persönlich. Ein besonderes Abendmenü in Form einer essbaren Skulptur steht als künstlerische Aktion von und mit Paul Renner auf dem Programm. Der Film „rouge et noir“ bildet die Kulisse, mit einer Einführung von Valerio Dehò, Philosoph und Künstler aus Italien. Küchen in allen Variationen. Zusammen mit der Gesellschaft haben sich auch Küchen immer weiter entwickelt, sie spiegeln in gewisser Weise das soziale Leben wider – und das vielfältiger als je zuvor. Das Leben ist heute schneller und mobiler, es gibt mehr Singlehaushalte als noch vor einigen Jahren. Diese Neubewertung des Kochens und Essens hält auch in der Küchenplanung und in der auf persönliche Bedürfnisse zugeschnittenen Herstellung Einzug, das soll auch die Ausstellung im Werkraum Bregenzerwald vor Augen führen. Da wird es eine Rucksackküche ebenso zu entdecken geben wie eine Singleküche, eine Hängeküche gesellt sich neben die rollende Küche, Vorratsschränke, Esstische, Kanapees usw. Neben den einfallsreichen Tischlern, Bodenlegern und Polsterern präsentieren auch Leuchtenhersteller, Schneider, Maler, Elektriker und Installateure bei „küchen kochen handwerk“ ihre Arbeit. Vor dem Werkraumhaus haben Ofenbauer, Gärtner, Maurer und Zimmerer ihr „Spielfeld“. „Hier wird die Besucher neben einem Pizza- und Brotofen auch ein großes Koch- und Grillfeld erwarten, ebenso wie ein Kräutergarten, eine Sitzgruppe und ein Gartenhäuschen“, so Klaus Metzler über das Ensemble „Kochen im Freien“. Was die Ausstellung erreichen will, ist, die verschiedenen Anforderungen einer modernen Küche zu zeigen. Denn sie ist schon lange nicht mehr nur ein funktionaler Ort zur Essenszubereitung. Es gibt wohl kaum einen anderen Raum, der im Laufe der Jahrhunderte solche Wandlungen in architektonischer Struktur, Ausstattung und sozialer Funktion durchlaufen hat. Das Gleiche gilt für das Kochen: lange nur als notwendiges Übel betrachtet, sind heute Genuss und gemeinsames Kochen in den Vordergrund gerückt und nehmen einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben ein. Haben sich früher die Menschen um die offene Feuerstelle versammelt, trifft man sich heute an der großzügigen Kücheninsel. Zum Kochen, Trinken, Genießen, Reden … Sabine Blechschmidt

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Dr. Michael Grahammer

Wien ist zu unserer zweiten Heimat geworden Von der Singerstraße ins Zacherlhaus, die Hypo Landesbank Vorarlberg bekommt ab Herbst 2015 einen neuen Standort in der Wiener Innenstadt und setzt ihren Wachstumskurs in Wien weiter fort. Damit stärkt die Bank ihre Präsenz im österreichischen Finanzzentrum und baut dort ihre Geschäftsfelder weiter aus. Mit einer Fläche von 1800 Quadratmetern ist der neue Standort fast doppelt so groß wie der bisherige in der Wiener Singerstraße 12 und schafft Raum für zusätzliche, für ein nachhaltiges Wachstum benötigte Arbeitsplätze. Die Investitionssumme des Projekts liegt bei drei Millionen Euro. 24 kontur


Fotos: Klaus Hartinger, Dietrich | Untertrifaller Architekten, Darko Todorovic

Mit dem neuen Standort in Wien entspricht die Hypo Landesbank Vorarlberg einerseits ihrem kontinuierlichen Wachstum und schafft andererseits die Voraussetzungen für den Ausbau des Top-Bereichs im Anlagegeschäft mit Unternehmern und vermögenden Privatkunden (Wealth Management) sowie im Firmen- und Privatkundengeschäft. „Wien ist mittlerweile zu unserer zweiten Heimat geworden. Unser Wachstum und das vorhandene Potenzial in Ostösterreich machten die Erweiterung sowie Veränderung des Standortes notwendig“, erklärt Dr. Michael Grahammer, Vorstandsvorsitzender der Hypo Landesbank Vorarlberg. „Nach einer intensiven Suche konnten wir unseren neu-

Kontinuierliches Wachstum. Die strategische Entscheidung für die Erschließung des Marktes in Wien, dem ersten Schritt über die Vorarlberger Landesgrenzen hinaus, wurde 1989 mit der Eröffnung der Filiale in der Singerstraße im 1. Bezirk umgesetzt. Eine eigene Präsenz im österreichischen Finanzzentrum erschien aufgrund verschiedenster Überlegungen sinnvoll und notwendig. So wagte die Bank im Zuge der Markterweiterung erste Schritte über ihr Bundesland hinaus. Seither hat sich die Bilanzsumme der Vorarlberger Landesbank vervierfacht (2014: 14,2 Milliarden Euro), der Personalstand hat sich mit heute 723 Mitarbeitern beinahe verdoppelt. Auch

Dachgeschoß mit Ausblick auf den Dom und die Stadt.

en Filialstandort im sogenannten Zacherlhaus – ebenfalls unmittelbar in der Nähe des Stephansdoms – fixieren.“ Die Bedeutung des Standortes Wien für die Bank geht daraus hervor, dass dort rund zwölf Prozent des Gesamtertrages der Hypo erwirtschaftet werden. Grahammer: „Ebenso wie an unseren anderen Standorten punkten wir in Wien mit kurzen Entscheidungswegen, unserer Unkompliziertheit und Know-how im Kreditgeschäft.“

Die architektonische Bedeutung des Zacherlhauses erschließt sich beim Vergleich mit dem Stil anderer Neubauten in Wien aus dieser Zeit, die oft noch im Stil des Historismus gestaltet waren. Das Zacherlhaus. Das 1905 erbaute Zacherlhaus ist ein Geschäftshaus zwischen Brandstätte, Wildpret- und Bauernmarkt. Es zählt zu den bedeutendsten Wiener Bauten, die zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg entstanden sind und beeindruckt heute noch mit seiner Architektur. Der Bauherr, Johann Evangelist Zacherl, ließ dieses

Architekt Much Untertrifaller

am Standort Wien ist das Team stets gewachsen. Heute sind in der Singerstraße 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das neue Gebäude ermöglicht eine Erweiterung der Büro- und Beratungsräumlichkeiten um rund 800 Quadratmeter. „Durch den Umzug ins Zacherlhaus gewinnen wir Raum für zusätzliche Arbeitsplätze, die wir für das nachhaltige Wachstum der Bank benötigen“, erklärt Dr. Grahammer.

Gebäude als eines der ersten Häuser modernen Stils in der Wiener Innenstadt errichten. Bemerkenswert ist auch das kunstvoll gestaltete, auskragende Dachgesims. Mit gebotenem Respekt. Architektonisch war das Projekt für Much Untertrifaller von Dietrich | Untertrifaller Architekten eine attraktive Herausforderung: „Auch als Architekt sind für mich Aufgaben wie

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diese – der Hypo Vorarlberg ein standesgemäßes Ambiente in einer Ikone der frühen Moderne planen zu dürfen – ein seltenes Vergnügen, gleichzeitig aber durchaus eine große Verantwortung, nicht nur den zukünftigen Nutzern und ihren funktionalen Anforderungen gegenüber, sondern auch dem Baudenkmal mit dem gebotenen Respekt und angemessenen planerischen Reaktionen zu begegnen.“ Die Räumlichkeiten erstrecken sich insgesamt über sechs Geschoße, wobei die unteren vier über eine äußerst komplexe und repräsentative Treppenanlage neu verbunden sind. Das Herzstück des neuen Standortes bildet natürlich die Kundenhalle im Erdgeschoß, deren Gestaltung

mit zeitloser Eleganz, hochwertiger Materialität und subtiler baulicher Reaktion auf die vorgefundenen Qualitäten des Plecnik-Baues reagiert. „Zwei großzügige Büroetagen nehmen die meisten Arbeitsplätze auf und atmen den Geist der vorletzten Jahrhundertwende, ohne auf zeitgemäßen Komfort verzichten zu müssen“, so Much Untertrifaller. Das Dachgeschoß wird in Zukunft als hochwertiger Veranstaltungsbereich genutzt, es soll aber auch Vorarlberger Firmen als temporäre Arbeits- und Besprechungsfläche zur Verfügung gestellt werden können. Als absolutes Highlight wurde ein neues, zusätzliches Treppenhaus vom Dachgeschoß auf das Flachdach errichtet. Hier werden auf der Rotunde der südlichen

Die Fassade bleibt. Der Umzug ist für Herbst geplant. Damit wird auch das Team der Hypo Immobilien & Leasing GmbH in Wien, das bisher in der Wiedner Hauptstraße angesiedelt war, integriert. „Die Außenfassade des Zacherlhauses steht unter Denkmalschutz und bleibt selbstverständlich unangetastet“, betont Grahammer abschließend. Ernest F. Enzelsberger

Dr. Michael Grahammer (l.) mit „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger.

Fotos: Hausgemeinschaft Zacherl, Klaus Hartinger

Neuer Standort der Hypo Landesbank Vorarlberg im Wiener Zacherlhaus.

Gebäudeecke – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stephansdom mit wunderbaren Ausblicken auf den Dom und die Stadt – Kundenveranstaltungen ihren Höhepunkt finden und ein unvergessliches Erlebnis garantiert sein. Der neue Standort verfügt auch über einen Veranstaltungssaal für rund 70 Personen.

Die Hypo Landesbank Vorarlberg wurde 1897 vom Vorarlberger Landtag gegründet. Seit 1996 ist sie eine Aktiengesellschaft, die mehrheitlich im Eigentum der Vorarlberger Landesbank-Holding steht. Heute hat sich die Hypo Vorarlberg als Unternehmer-, Wohnbau- und Veranlagungsbank positioniert. Mit einer Bilanzsumme von über 14 Milliarden Euro, rund 700 Mitarbeitern und 22 Bankstellen (18 Filialen in Vorarlberg sowie Standorten in Wien, Graz, Wels, Bozen (mit Filialen in Como und Treviso) und St. Gallen (Schweiz) ist sie das mit Abstand größte Einzelinstitut Vorarlbergs. 26 kontur


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Vom Streben nach Perfektion Immer besser, immer leistungsfähiger – unermüdlich wird am Entwurf des perfekten Menschen gearbeitet. Doch wie fragwürdig sind die zum Teil noch visionären Konzepte eines „neuen Menschen“? Über Fantasien, Hoffnungen und Ängste werden beim 19. Philosophicum Lech Philosophen und Vertreter anderer Wissenschaften vortragen.

Prof. Konrad Paul Liessmann (l.) und Michael Köhlmeier

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Der „Neue Mensch“ steht beim 19. Philosophicum Lech von 16. bis 20. September im Mittelpunkt. Dabei geht es um die optimierte und perfektionierte Version, die dem Streben nach Exzellenz folgt. „kontur“ hat mit Prof. Konrad Paul Liessmann, wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech, gesprochen. Warum dieses Thema? Wir erleben gegenwärtig einen spannenden, aber für viele auch beunruhigenden Paradigmenwechsel. Ging es früher in erster Linie darum, Menschen zu erziehen, so gut wie möglich zu bilden und, wenn sie erkranken sollten, zu therapieren, sprechen wir heute in erster Linie von Perfektionierung und Optimierung des Menschen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Das reicht von Doping, Schönheitschirurgie, Optimierungsprogrammen für Geist und Körper bis hin zu Überlegungen, den Menschen genetisch zu verbessern. Fehler werden nicht mehr toleriert, alles muss perfekt sein: Körper, Sex, Partner, Kind. Wir müssen uns diesen Entwicklungen stellen und fragen, was dies bedeutet, was wir davon wollen und wo größte Vorsicht geboten sein könnte.


Was zeichnet die neuen Menschen aus? Hier gibt es mehrere Visionen. Einmal ist es der durch den Einsatz von medizinischen und pharmazeutischen Mitteln „verbesserte“ Mensch. Er soll langlebiger, gesünder, leistungsfähiger sein; dann gibt es die Vorstellung einer gezielten Manipulation des Menschen, vor allem in Hinblick auf seine emotionalen und geistigen Fähigkeiten: „Neuro-Enhancement“. Je besser wir die Hirnfunktionen verstehen, desto größer wird die Verlockung, hier auch optimierend einzugreifen; und dann gibt es die Vorstellung des „Transhumanismus“: dass der Mensch überhaupt durch bessere Konstruktionen ersetzt werden soll – durch MenschMaschine-Hybride, sogenannte Cyborgs, oder überhaupt durch mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter. Wie ist für Sie die Vorstellung dieser Optimierung? Ich gestehe, ich sehe alle Versuche, das „Perfekte“, das „Optimum“ herzustellen, sehr skeptisch. Ich schätze den Menschen in seiner Unzulänglichkeit und Unvollkommenheit, weiß aber, dass es ein uralter Wunsch ist, diese zu überwinden. Das Faszinierende an

aktuellen technischen Entwicklungen besteht ja auch darin, dass sie versprechen, alte Sehnsüchte zu befriedigen: nach Schönheit, Gesundheit, Klugheit, ewiger Jugend, Langlebigkeit, Unsterblichkeit. Nach welchen Kriterien wurden die Referenten ausgewählt? Durch die Auswahl zum Teil sehr renommierter, zum Teil auch jüngerer Forscher wollte ich das Spannungsfeld des Themas abdecken,

unterschiedliche Perspektiven und damit auch Debatten und Kontroversen ermöglichen. Diese Fragen haben ja auch eine hohe ethische und politische Relevanz. Das „Projekt Mensch“ – ein weites Feld, das viele Wissenschaften einbezieht? In der Tat. Auch beim Philosophicum kommen deshalb – wie übrigens immer – nicht nur Philosophen zu Wort, sondern auch Kulturwissenschaftler, Mediziner, Pädagogen und Theologen. Welche „Highlights“ erwarten die Besucher? Ich denke, dass schon das Impulsforum, bei dem bekannte Persönlichkeiten zum Thema diskutieren werden, sehr spannend werden könnte, die Vorträge der Literaturwissenschaftlerin Eva Horn würde ich genauso wenig versäumen wollen wie die Kulturwissenschaftlerin Karin Harasser oder die Philosophin Anne Siegetsleitner. Auf keinen Fall sollte man sich aber den Genetiker Markus Hengstschläger und den Theologen Dietmar Mieth entgehen lassen. Sabine Blechschmidt

19. Philosophicum Lech 16. bis 20. 9. 2015, Lech am Arlberg

Neue Menschen!

Bilden, optimieren, perfektionieren Infos, Anmeldung: www.philosophicum.com

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Wohnen am See Den Bodensee vor der Haustüre, den Pfänder zum Greifen nah, Bregenz und Lindau nur einen Steinwurf entfernt – so lässt sich die Lage des Wohnprojekts „Mein Seedomizil“ beschreiben. In der Gemeinde Lochau errichtet die i+R Wohnbau GmbH ein Wohnprojekt, das so besonders ist wie seine Lage: Der Standort des ehemaligen Rupp-Areals ist eine der letzten Möglichkeiten direkt am Bodensee zu wohnen. Moderne Architektur, innovative Wohnformen und ein außergewöhnliches Grünraumkonzept machen „Mein Seedomizil“ zu einem Vorzeigeprojekt. Das beginnt schon beim Grundriss der Wohnung: Ob eine großzügige Zwei-, Drei- oder Vier-ZimmerWohnung, eine Wohnung über zwei Etagen zu einer Maisonette verbunden, den Flair einer Loft-Wohnung oder eine Dachgeschoßwohnung mit herrlichem Ausblick – bei diesem Wohnprojekt haben Sie die Wahl. Frei-Raum erhält jede Wohnung durch eine große, sonnige und überdachte Terrasse. Grüne Oase und kurze Wege. Die besondere Wohnqualität zeigt sich auch draußen: Mehr als die Hälfte des Grundstücks bleibt grün – Gemeinschaftsgärten und Plätze laden zum

Plaudern ein; Privatgärten in den Erdgeschoß-Wohnungen und Pachtgärten für die Bewohner der Etagenwohnungen bieten Raum für den eigenen Garten. Ein durchdachtes Wegenetz bringt Sie mit wenigen Schritten zum See oder auch ins nahe gelegene Dorf für Besorgungen. Weitsichtige Wertanlage. „Mein Seedomizil“ ist mit dem Wohnkonzept wohn-iQ ausgestattet. In einer einzigartigen Kooperation bieten der Bauträger i+R Wohnbau und der Pflegedienstleister SeneCura auf Wunsch ein Servicepaket mit einem 24-Stunden-Notruf und ausgewählten Dienstleistungen zur Unterstützung an. Damit Sie Ihre Wohnung so lange als möglich selbstbestimmt genießen können.


„Die direkte Lage am Bodensee und die Nähe zum Pfänder, das urbane Flair der Landeshauptstadt und die beständige Ruhe einer ländlichen Gemeinde – warum auf ein Stück Vorarlberg verzichten? See, Berg, Stadt, Land: Hier können Sie das Beste vom Ländle genießen.“

Gerne zeigen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch noch viele andere Besonderheiten unseres Wohnprojekts „Mein Seedomizil“. Informationen finden Sie auch unter www.mein-seedomizil.at Beratung und Verkauf i+R Wohnbau GmbH Manfred Eisbacher +43 5574 6888-2511 m.eisbacher@ir-gruppe.at


Porsche empfiehlt

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stellung können Sie Ihren Porsche Macan in puncto Design und Performance zum unverwechselbaren Einzelstück maßschneidern lassen. Der Variantenreichtum ist nahezu unerschöpflich. Noch sportlicher, noch komfortabler, noch individueller: Neben der Verwendung edelster Materialien wie Leder, Alcatara, Carbon, Holz oder Aluminium ist es vor allem die handwerkliche Leidenschaft, die

bis ins kleinste Detail dafür sorgt, ein stimmiges, aber höchst persönliches Ganzes zu schaffen. Originalität, Inspiration und Begeisterung erwarten Sie auch beim Beratungsgespräch bei Porsche Dornbirn. Geschäftsführer Jörg Peham und Verkaufsleiter Markus Vonbrül erläutern Ihnen gerne die ganze Palette der Möglichkeiten, wenn es darum geht, Ihren persönlichen Liebling zu entwerfen.

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Gentleman’s Racer

Foto: Frauscher

Der Name ist längst Programm. Wo Frauscher draufsteht, ist Luxus drin. Die rund 80 Boote, die jährlich auf Bestellung am Traunsee gefertigt werden, bestechen durch außergewöhnliches Design und hochwertigste Verarbeitung bis ins kleinste Detail.

1017 GT

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Auf sämtlichen bedeutenden Bootsmessen sind sie vertreten und zählen dort klar zu den Publikumslieblingen. Es ist eine Geschichte über höchste Qualität und echte Leidenschaft. Über ein Familienunternehmen, das 1927 von Engelbert Frauscher gegründet wurde und nunmehr in dritter Generation von den Enkeln Stefan, Michael und Andrea geführt wird. Frauscher baut Boote für höchste Ansprüche, seit drei Jahren in der neuen 35.000 m² großen Werft im oberösterreichischen Ohlsdorf nahe des Traunsees. Die 40 Mitarbeiter sind Handwerker aus Passion, die regionale Materialien von Hand zusammenfügen, um das entstehen zu lassen, was viele als Verwirklichung ihrer Träume bezeichnen würden. Kein Wunder also, dass Frauscher-Boote längst nicht nur Insidern bekannt sind,

sondern eine spritzige Eroberungstour bis in sämtliche Gebiete des Mittelmeers hingelegt haben. Mit einem eigenen Stützpunkt auf Mallorca, einem Joint Venture in St. Tropez und Händlern in Ibiza, Italien, Kroatien, Slowenien, Serbien und Montenegro ist der Mittelmeerraum der bedeutendste Markt für den österreichischen Bootsbauer.

Qualität und Luxus „Made in Austria“. Am Traunsee werden in der 35.000 m² großen Werft rund 80 Boote pro Jahr maßgefertigt – mit traditioneller Handwerkskunst und modernster Technik. Die FrauscherBootswerft zählt mit 40 Mitarbeitern zu den größten unabhängigen Bootswerften Österreichs. 40 % des Umsatzes werden mit Elektrobooten, ca. 55 % mit Motorbooten und 5 % mit Segelbooten erzielt.

Ein Markt, dem auch mit einem gänzlich neuen Projekt entsprochen wird: Für 2016 ist geplant, ein 46-Fuß-Motorboot zu präsentieren, das in der beliebten Größe zwischen 10 und 15 Metern neue Maßstäbe setzen soll. Bestehende Frauscher-Kunden erhalten laut Unternehmen damit die Möglichkeit, dem bereits bewährten Frauscher-Stil treu zu bleiben und gleichzeitig in eine größere Klasse umzusteigen.

Absatzstark. Als aktuelle FrauscherVerkaufsschlager gelten derzeit die Motorboote 1017 GT und 1017 Lido, die mit ihrer Größe, Preis, Fahreigenschaften und Design die perfekten Daycruiser für das Mittelmeer, aber auch für größere Seen wie den Gardasee, den Lago Maggiore oder den Bodensee sind. In ihrer Formensprache erinnern die Boote an edle Highclass-Sportwagen – Klassizität vereint sich hier mit dynamischen Konturen.

Die 1017 GT: Schnelligkeit und

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Die 1017 GT ist dabei die exklusivere Variante des 1017-Paares – ein Racer der Extraklasse mit wendigem Fahrverhalten und visuell außergewöhnlichen Reizen. Bei den „Motor Boat Awards 2014“ ging die 1017 GT als Siegerin in der Kategorie „Performance Boat“ hervor. Dass bei Frauscher Boote auch im Bereich der Entertainment-Lösungen nur Highend-Marken zum Einsatz kommen, ist logische Konsequenz: Bose, Clarion oder Fusion Electronics sind State-of-Art, maßgeschneiderte Lösungen werden den individuellen, audiophilen Ansprüchen gerecht.

Erbe. Einen Namen besitzt Frauscher auch im Segment der Segelboote. Die zeitlosen Frauscher-H-Boote sind Klassiker unter den schnellen Segelbooten und verbuchen regelmäßig Erfolge. Geschuldet ist diese Sparte der eigenen Leidenschaft – schließlich war bereits Großvater Engelbert begeisterter Segler, in zweiter Generation holte Hans Frauscher 1982 den Titel H-Boot-Weltmeister und Stefan Frauscher durfte die Serie 2002 ebenfalls mit einem Sieg bei der H-Boot-Weltmeisterschaft komplettieren. Marion Hepberger

Ursprünge. Rund 20 Prozent des Jahresumsatzes machen bei Frauscher Boote nach wie vor die ursprüngliche Kernkompetenz des Unternehmens aus, nämlich Elektroboote, die seit den 60erJahren gefertigt werden. Ein Marktsegment allerdings, in dem kaum Wachstumsmöglichkeiten zu verzeichnen sind. Elektroboote sind nur für Reviere interessant, in denen Verbrennungsmotoren eingeschränkt werden – in diesen Binnengewässern ist die Liegeplatzmenge allerdings stark begrenzt. Zum Dauerbrenner im Bereich der Elektroboote hat sich das 650 Alassio entwickelt, ein Modell im klassisch schnittigen Frauscher-Design, das sehr viel Boot zu einem ansprechenden Preis bietet.

Preisgekrönter Racer: Die 1017 GT gewann bei den Motor Boat Awards 2014 in der Kategorie „Performance Boat“. Daten: Länge: 999 cm, Breite: 299 cm, Gewicht: ab 3900 kg, Motor: 2 x 300 – 2 x 430 PS, stärkere Motoren auf Anfrage, Personen: 8, Preis: ab Euro 307.456,80

Fahrspaß auf allen Gewässern.

Fotos: Frauscher

Andrea Frauscher-Oberfrank, Stefan und Michael Frauscher.

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LITERARISCHE ERKUNDUNGEN 1865–2015

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Bernhard Tschofen 3312 – Piz Buin Literarische Erkun­ dungen 1865–2015. Mit zahlreichen Abbildungen. 300 Seiten

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Der 1865 von Johann Jakob Weilenmann und Gefährten erstmals bestiegene Piz Buin (heute 3.312 m) ist nicht nur der dritthöchste Gipfel der Silvretta, sondern mit Sicherheit auch der meistbeschriebene. Das liegt an der Aufmerksamkeit, die ihm früh schon als höchster Erhebung Vorarlbergs entgegengebracht wurde, wie auch an seiner prominenten Grenzlage zwischen Österreich und der Schweiz und wohl auch am Wohlklang seines romanischen Namens. Die in diesem Buch versammelten Texte aus 150 Jahren lassen den Piz Buin als beispielhaften Gipfel erkennen. In ihnen spiegeln sich die Alpenbegeisterung und die Entwicklung der bergsteigerischen Praxis in all ihren Facetten – von den heldenhaften Berichten der ersten Besteiger bis zur zeitgenössischen Literatur.

Wollen Berge besiegt Werden? Die Antwort darauf kennt Ute Hamberger, Geschichtsbücher-Expertin bei DAS BUCH. Ob Französische Revolution, Pharaonen oder Viktorianisches Zeitalter, bei uns finden Sie auf jeden Fall das Richtige. Oder bequem online bestellen und die Lieferung kommt portofrei nach Hause, zu 90% binnen 24 Stunden. www.das-buch.at

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Sommer, Sonne, Montafon

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Fotos: Patrick Säly, Sportograf, Wolfgang Bartl, Friedrich Juen, Montafon Tourismus

Das südlichste Tal Vorarlbergs bietet in den kommenden Monaten ein abwechslungsreiches Programm mit vielen unterschiedlichen Sport- und Kultur-Events. Im Fokus: Der Piz Buin und seine Erstbesteigung. Perfekte Unterhaltung garantiert!

Montafon Arlberg Marathon

M³ Montafon Mountainbike Marathon

Septimo

Piz Buin

Montafoner Sommer

Sporterlebnisse. Seinem Ruf als sportlichstes Tal Vorarlbergs macht das Montafon diesen Sommer alle Ehre. Den Anfang macht der „Montafon Arlberg Marathon“ am 4. Juli. Hobbysportler sowie Profiläufer können sich in drei Distanzen messen. Für Kinder gibt es zudem einen eigenen Wettbewerb. Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit dem „M³ Montafon Mountainbike Marathon“ von 31. Juli bis 1. August. Wieder stehen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Auswahl: von M³ extrem mit 130 bis Mfit mit 25 Kilometer Länge. Der krönende Abschluss des schweißtreibenden Sommers ist der „Montafoner Berglauf“ am 8. August. Bei diesem harten Wettbewerb müssen die Sportler 700 Höhenmeter und 2,3 Kilometer schnellstmöglich bewältigen. Für alle, die darüber hinaus die sportliche Herausforderung suchen, gibt es BergePLUS. Ein tägliches abwechslungsreiches Programm für Kinder beziehungsweise zum Wandern, Klettern oder (E-)Mountainbiken. Mehr Infos unter www.montafon.at/bergeplus.

Festival „Montafoner Sommer“ im August. Top nationale und internationale Künstler bieten für jeden Geschmack die richtige Musik: zeitgenössische Orgelmusik, traditionelle Kammer- und Volksmusik oder modernen Jazz. Die Vergangenheit und Gegenwart des Tals beleuchten die Montafoner Museen im September mit dem abwechslungsreichen Programm „Septimo“. Im Mittelpunkt stehen natürlich das 150-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung des Piz Buin und die eindrucksvolle Geschichte des Alpinismus.

Kulturgenuss. Und auch die Kultur kommt mit bewährten Klassikern nicht zu kurz. Etwa die „Montafoner Sagenfestspiele“ vom 25. Juli bis 28. August. Laiendarsteller aus dem Tal entführen die Zuschauer mit ihrem neuen Theaterstück „Silvretta & Vereina – die Töchter des Alfonso Baretto“ in eine mystische Welt aus Flucht, Fantasie und Wirklichkeit. Sehenswert ist auch die atemberaubende Kulisse einer der größten Freilichtbühnen Europas. Noch ein musikalischer Geheimtipp unter Kulturfans ist das

Bergerlebnis pur. Das verspricht das Montafon diesen Sommer. Egal ob Spitzen- oder Hobbysportler, Theater-, Kunstoder Musikliebhaber. Sie alle erwartet das Tal mit einem bewegten Programm.

Jubiläumsfeier. Zu Ehren des höchsten Bergs in Vorarlberg finden darüber hinaus ein Mix aus Ausstellungen, Buchpräsentationen, Filmvorführungen, Gewinnspiele sowie Bergtouren und Erlebnis-Wanderungen statt. Das Highlight der Feierlichkeiten ist die Besteigung des Piz Buin durch Regierungsmitglieder aus Vorarlberg, Tirol und der Schweiz sowie eine Nostalgieseilschaft in alter Bergsteiger-Montur. Feiern Sie mit! www.montafon.at/topevents

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Baustart im Juli 2015

Wohnen im Herzen von Hard Den Dorfbach und die geschichtsträchtige „Alte Mühle“ direkt vor der Haustüre, den lebendigen Dorfkern einer attraktiven Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft und den See nur einen Steinwurf entfernt: Hier entsteht das Wohnprojekt „Am Dorfbach“. Die ausgezeichnete Wohnlage mit zeitlos schöner Architektur und die hochwertige Innenausstattung sind die Grundpfeiler dieses Wohnbauprojektes. Hinter diesem außergewöhnlichen Projekt stehen zwei Bauträger, auf die Sie vertrauen können: ZIMA und i+R Wohnbau. Die Marktgemeinde Hard gehört zu den attraktivsten Wohngemeinden in Vorarlberg. Mitten im Drei-Länder-Eck gelegen, lassen sich hier Leben, Arbeiten und Genießen ideal verbinden. Basis dafür bildet die perfekte Infrastruktur: Von der Kleinkindbetreuung bis zur Mittelschule, von der Eisdiele bis zum feinen Restaurant sowie einer gesicherten medizinischen Versorgung durch Hausärzte, Fachmediziner und Therapeuten. Ganz individuell lässt sich in Hard die Natur genießen: Ob Seeufer, Bregenzer Ache oder Ried – Naherholung hat hier einen großen Stellenwert. Mitten durchs Dorf schlängelt

sich vom Süden her der Dorfbach. Er und das Bodenseeufer geben dem Ort seine unverwechselbare Identität. Wohnen in Bestlage Das Herz des erweiterten Dorfkerns stellen die renovierte Alte Mühle und der idyllische Dorfbach dar. Sie verleihen der Wohnanlage ihren einzigartigen Charme. In enger Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Hard haben die Standortentwickler ZIMA und i+R Wohnbau dieses Projekt entwickelt. Um ein hochwertiges Architekturkonzept an diesem außerge-


Am Dorfbach • Zentrale Lage in Hard • Die gesamte soziale Infrastruktur ist fußläufig erreichbar • Mehrgeschoßige Gebäude mit 2-, 3-, 4- und Penthouse-Eigentumswohnungen • Tiefgaragenstellplätze • Großzügige Außenraumgestaltung mit ausreichend Spielflächen • Gute Verkehrsanbindung • Nähe zum See und Naherholungsgebieten

wöhnlichen Standort zu gewährleisten, wurde zu einem Wettbewerb geladen. Das Siegerprojekt der renommierten Vorarlberger Architekten Gohm/Hiessberger sieht hochwertige Wohnungen in fünf mehrgeschoßigen Gebäuden vor. Dabei stand neben hochwertigem Wohnraum auch der Begegnungsraum draußen im Mittelpunkt. Ein öffentlicher Platz sowie mehrere Innenhöfe bieten Platz für Lebendigkeit und ein geselliges Miteinander im neu geschaffenen erweiterten Ortskern. Barrierefreier Zugang zu allen Wohnungen Verbunden sind die einzelnen Häuser über eine gemeinsame Tiefgarage, in der die Stellplätze für die Bewohner untergebracht sind. Sowohl von hier als auch von den Hauseingängen aus gibt es einen barrierefreien Zugang zu allen Wohnungen. Oberirdisch stehen Besucherparkplätze zur Verfügung. So bildet das Wohnbauprojekt „Am Dorfbach“ einen Lückenschluss zum Dorfkern hin.

Am Dorfbach Projektentwicklungs GmbH Lustenauerstraße 64 | 6850 Dornbirn | +43 5572 3838 office@amdorfbach.at | www.amdorfbach.at

Christian Schenk +43 5572 38380 christian.schenk@zima.at

Manfred Eisbacher +43 5574 6888 m.eisbacher@ir-gruppe.at


Drahtesel

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Männer lieben Spielzeuge: Von der Modelleisenbahn über schnelle Autos bis hin zu E-Bikes. Zugegeben, Letzteres fiel bislang vielleicht eher nicht in diese Kategorie. Das dürfte sich mit dem Gocycle aber schnell ändern. Ein echtes „Toy for Boys“ ist in Vorarlberg angekommen.

Foto: Gocycle

Was einem bei einer Fahrt mit dem Gocycle schnell bewusst wird: Man muss mit Aufmerksamkeit umgehen können. Denn egal ob an der Seepromenade in Bregenz oder entlang der Pipeline, die Blicke von Passanten und interessierte Fragen sind einem gewiss. „Das besondere Design macht einfach neugierig. Viele wollen wissen, womit man da gerade durch die Gegend düst“, freut sich Alexander Künstl von Trendsport in Lochau. Zusammen mit seinem Team hat er das neue E-Bike aus Großbritannien nach Österreich geholt und übernimmt hier den Vertrieb. Prämierte Emotion. Die raffinierte Mischung aus Technik und Design des Gocycle fällt auf: Es gibt keine sichtbaren Kabel, Ketten oder Zahnräder, die Pitstop-Wheels genannten Laufräder können mit zwei Handgriffen gewechselt werden. „Egal ob optisch oder haptisch – das Bike ist einfach hochwertig und viel mehr als ein Gebrauchsgegenstand“, findet Alexander Künstl. „Ein Eyecatcher, der Emotionen auslöst.“ Nicht ohne Grund wurde das Gocycle daher wohl vor wenigen Wochen mit dem Red Dot Product Design Award ausgezeichnet. Darüber hinaus ist es auch ziemlich praktisch: Es ist im Handumdrehen zusam-

menklappbar und findet selbst in kleinen Kajüten oder Kofferräumen Platz. Mit ein Aspekt, weswegen gehobene Auto- und Bootshändler zur engeren Zielgruppe gehören. Formel 1-Know-how. Hinzu kommt diese gewisse Leichtigkeit von nur knapp 16 Kilogramm. Dafür verantwortlich ist das verwendete Material: Magnesium. „Ein Werkstoff, der beispielsweise auch in der Formel 1 zum Einsatz kommt“, so Rainer Kirch, der für den Vertrieb der Bikes zuständig ist. Und genau von dort ist das Gocycle auch beeinflusst, denn sein „Vater“ Richard Thorpe war ehemals bei McLaren Cars als Ingenieur tätig und dort an der Entwicklung des Straßensportwagens beteiligt. Als Thorpe sich schließlich vornahm, das etwas andere E-Bike zu entwickeln, konnte er eine Menge an nützlichem Know-how mitnehmen. Doch anders zu sein, bedeutet nach GocyclePhilosophie nicht nur funktional und trendig zu sein, sondern seinem Fahrer vor allem auch eines zu bereiten: jede Menge Spaß! Davon durfte sich auch „kontur“ bei einer kleinen Probefahrt „rund um den See“ überzeugen. Ok, es ging zwar „nur“ von Bregenz nach Lindau, aber das mit einer Leichtigkeit, ohne Schwitzen und so schnell, dass auch noch ein gemütlicher Zwischenstopp auf der Insel drin war.

Anders zu sein, bedeutet nach Gocycle-Philosophie auch, seinem Fahrer vor allem eines zu bereiten: jede Menge Spaß! kontur 41


Fotos: Gocycle

Was beim ersten Blick auf das Bike auffällt, sind die kleinen Räder – und man fragt sich, ob und wie sich diese auf die Fahreigenschaften auswirken. Doch wir können sagen: gar nicht. Warum das so ist, erklärt Alexander Künstl: „Magnesium ist ein sehr leichtes, aber gleichzeitig sehr steifes Material, der Schwerpunkt des Rades liegt tief. Das sorgt dafür, dass sich das Gocycle sicher, präzise und gut fahren lässt. Hier wurden auch meine Erwartungen übertroffen“, gesteht er. Das neuartige Design macht es möglich, dass das Gocycle seine Kontaktpunkte an genau den gleichen Stellen hat wie ein großrädriges Bike. Durch die Höhen- und Winkelverstellung von Sitz und Lenker lässt sich das Gocycle zudem stufenlos an die Größe des Fahrers anpassen und bietet einen hohen Fahrkomfort. „Die Sitzposition ist sehr durchdacht. Im Grunde sitzt man wie auf einem Mountainbike“, erklärt Rainer Kirch das Konzept. Turbobooster inklusive. Doch nochmal zurück zu den bereits angesprochenen Emotionen:

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Technische Daten Gocycle: Höchstgeschwindigkeit mit Motorunterstützung einstellbar von 13 bis 40 km/h (in Österreich sind max. 25 km/h erlaubt), Motor: 250 Watt Frontnabenmotor, Reichweite: bis 64 km (abhängig vom Grad des aktiven Tretens), Akku: Lithium Ionen, Farben: So White, Gunmetal Grey, Stealth Black, Preis: G2R (Mod. 2015) ab 3795 Euro, Händler in Österreich: www.trendsport.co.at, +43 5574 47147, weitere Informationen unter www.gocycle.com Diese nehmen einen auch mit auf eine Zeitreise. Schon ein einziger Blick auf das Display weckt nämlich Erinnerungen an eine Kultserie aus den 80er-Jahren. So lässt der Lenker vor allem in den Abendstunden automatisch und unwiderruflich einen bekannten Satz im Kopf entstehen: „K.I.T.T., bitte kommen!“ Denn im Display werden dem Fahrer in Form von roten Leuchtpunkten die wichtigsten Informationen wie Batteriezustand, Geschwindigkeit und benutzter Gang angezeigt. Steht das Rad mal still, geraten die Punkte in Bewegung, wandern hin und her – wie bei K.I.T.T. eben! Und so passt auch der Turboboost-Schalter ganz gut dazu, der immer dann zur Anwendung kommen kann, wenn man während der Fahrt noch mehr Unterstützung durch den Motor braucht. Einfach

auf den Knopf gedrückt, schon geht im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab und man kann sich wie der Knight Rider auf zwei Rädern fühlen – doch auch nicht schlecht. Individuell eingestellt. Apropos Gänge und Motorunterstützung: Die 3-GangNabenschaltung lässt sich wahlweise automatisch oder manuell per Knopfdruck am Lenker schalten, das jeweilige Fahrerprofil kann man individuell einstellen – per GocycleConnect® App. „Diese funktioniert über Bluetooth und bietet dem Fahrer die Möglichkeit, aus drei vorkonfigurierten Fahrmodi auszuwählen oder sich sein individuelles Profil einzurichten“, erläutert Rainer Kirch die technische Raffinesse. Ein weiterer Vorteil: Geht das Bike mal verloren, kann man über die App die hinterlegte Fahrgestellnummer direkt bei Gocycle melden und sperren lassen, der Motor funktioniert dann nicht mehr. Diese Funktion brauchen wir bei unserer Probefahrt zum Glück nicht, und so geht es am Bodensee entlang zurück nach Hause, einen dicken Gocycle-Grinser im Gesicht und mit der Gewissheit, sich als „Gocyclist“ in bester Gesellschaft zu wissen. Denn wer weiß, vielleicht fährt auch Weltfußballer Cristiano Ronaldo genau in diesem Augenblick mit einem seiner zwei Gocycles irgendwo auf dieser Welt am Wasser entlang … Sabine Blechschmidt


26.06. – 28.06. 10.07. – 12.07. 31.07. – 02.08. 28.08. – 30.08.

2015

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Luxusliner aus Fernost Mit dem neuen NX feiert Lexus seine Premiere im Segment der kompakten Premium-Sport-Offroader. „Der NX ist ein leistungsstarkes Premium-SUV mit markantem Karosseriedesign und attraktiver Innenraumgestaltung. Er erfüllt alle praktischen Anforderungen des automobilen Alltags und eines aktiven Lebensstils“, erklärt Takeaki Kato, Chefingenieur der neuesten LexusKreation, im Brustton der Überzeugung. Da gibt es nicht viel zu widersprechen. Markant und präsent. Mit seinem markanten Design wendet sich das fesche multifunktionelle Zeitgeistauto an eine

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technologisch aufgeschlossene Klientel, die einen urbanen und aktiven Lebensstil pflegt – aber nicht gern mit der Masse schwimmt. Diese Gefahr besteht beim NX keineswegs. Der Nobel-Japaner repräsentiert die aktuellste und bislang markanteste Ausprägung der Lexus-Designsprache. Das mutige Karosseriedesign mit dem markentypischen DiaboloKühlergrill und der flachen Silhouette verleiht dem SUV eine starke Präsenz. Fällt auf, fällt aus der Reihe, der fesche NX. Luxus nach Lexus-Art. Die innovative Ausstattung macht klar, woher bei der Vorzeigemarke des Toyota-Konzerns der Wind weht, der Lexus vom Mitbewerb in Sachen Luxus unterscheidet. Es gehören unter anderem eine kabellose Ladeschale für Smartphones, eine neue Touchpad-Bedienung, eine 360°-Kamera, ein

Multiinformations-Display mit G-Sensor sowie ein 6,2 Zoll großes Head-up-Display dazu. Da kommt selbst bei verwöhnten Auto-Feinspitzen Freude auf. Im dem von Dieselantrieben dominierten SUV-Segment hat Lexus mit dem hoch entwickelten Hybridantrieb schon immer hohe Ansprüche an Komfort und Laufkultur erfüllt. Zuerst (2005) mit dem RX 400h, dann kam der RX 450h und nun der neue NX 300h. Bei einer Gesamtsystemleistung von 145 kW (197 PS) emittiert der hoch effiziente Hybridantrieb nur 116 g CO² pro Kilometer. Der NX 300h geht sowohl mit Frontantrieb als auch mit elektrischem Allradantrieb E-FOUR ins Soft-OffroaderRennen. In der F SPORT-Version schließlich zeichnet sich der NX durch ein noch engagierteres Design und ein sportlicher abgestimmtes Fahrwerk aus.


Starkes Sicherheitspaket. Safety first. Im NX kommt so ziemlich alles an aktuellen Sicherheitssystemen zum Einsatz, was derzeit geboten werden kann: Pre-Crash Safety, eine ausgefeilte Stabilitätskontrolle, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, der Spurhalte- und TotwinkelAlarm, Fernlicht- und Rückraum-Assistent. Man hat also ordentlich hilfreiches Personal an Bord des kompakten Luxusliners aus Fernost. Franz Muhr

Lexus NX 300h: Vollhybrid mit 2,5 Liter Atkinson-Benzintriebwerk sowie ein oder zwei Elektromotoren und einer Systemleistung von 197 PS (145 kW); Normverbrauch 5,0 l/100 km, CO²-Emissionen 116 g/km; Wahlweise mit Front- oder elektrischem Allradantrieb E-FOUR; Preis: ab 39.990 Euro

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Hesse auf der Spur

Acht Jahre lang fand der spätere Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse mit seiner Familie auf der Halbinsel Höri Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Heimat. Heute bieten das Museum und das Haus Hesses detaillierte Einblicke in sein Leben und das seiner Familie.

Die Halbinsel Höri, die am westlichen Bodensee in den Untersee ragt, ist ein kulturelles Kleinod. Zahlreiche bildende Künstler und Dichter haben sich Anfang des 20. Jahrhunderts niedergelassen. Einer der ersten, der auf dieser Halbinsel am Bodensee lebte, war der spätere Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse. Leben auf dem Land. 1904 zog er, frisch verheiratet mit seiner ersten Ehefrau Maria (Mia), seinen ersten literarischen Erfolg mit dem Roman „Peter Camenzind“ feiernd nach Gaienhofen, um dort ein einfaches Leben auf dem Land zu führen. Die ersten drei Jahre wohnte er zur Miete in einem alten Bauernhaus, dessen Stallungen weiterhin von einem Bauern genutzt wurden. Seiner ersten Wohnstätte blieb Hesse besonders verbunden. „Etwas, was kein späteres Haus mehr zu geben hatte, machte dieses Haus mir lieb und einzigartig: Es war das erste! Es war die erste Zuflucht meiner jungen Ehe, die erste legitime Werkstatt meines Berufes, hier zum ersten Mal hatte ich das Gefühl von Sesshaftigkeit...", schrieb er später. Hesses Wohnräume, ein Museum. Seit 1993 ist sein erstes Wohnhaus in Gaienhofen als Teil des Hermann-HesseHöri-Museums der Öffentlichkeit zugänglich. Im Arbeitszimmer im Obergeschoß hat seit 1995 Hesses Schreibtisch wieder

seinen alten Platz eingenommen und stellt eine Besonderheit des Hauses dar. Ursprünglich für diesen Raum konzipiert, begleitete der Tisch, auf dem fast alle seine Werke entstanden, den Schriftsteller 60 Jahre lang. Die weiteren Ausstellungsräume im Obergeschoß – das ehemalige Schlaf- und Kinderzimmer seines ersten Sohnes Bruno – widmen sich Hesses wachsendem Erfolg als Schriftsteller und seinem Familienleben während der Gaienhofener Jahre. Im ehemaligen Wohnzimmer im Erdgeschoß und dem danebenliegenden Musikzimmer seiner Frau, einer passionierten Klavierspielerin, werden heute wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Einen detailreichen Überblick über die Jahre Hermann Hesses auf der Höri gibt auch die Ausstellung „Hesses Gaienhofener Zeit“ im ehemaligen Schul- und Rathaus. In der Ausstellung sind Erstausgaben von Hesses Werken, Schriftstücke, Briefe, Bilder und Fotografien zu sehen. Zahlreiche persönliche Gegenstände illustrieren chronologisch und thematisch sortiert

die acht Jahre des Dichters am Bodensee. Seine erste, in Konstanz gekaufte Schreibmaschine ist hier ebenso zu bewundern wie zwei seiner vielen charakteristischen Lesebrillen und Souvenirs seiner Reise Richtung Indien im Jahr 1911. Sein einziges Haus. 1907 ließ sich Hesse in dieser Gemeinde auch das einzige Haus seines Lebens bauen. Entworfen vom Architekten Hans Hindermann – im Stil der Lebensreform. Hermann Hesse wohnte „im Erlenloh“ mit seiner Familie bis September 1912. Etwa 90 Jahre lang war die Landhausvilla für die Öffentlichkeit mehr oder weniger zugänglich und schlussendlich vom Abriss bedroht. Heute ist sie ein Geheimtipp. Denn das Eigentümerehepaar Bernd und Eva Eberwein hat mit einer denkmalgerechten Sanierung, die 2004 abgeschlossen war, die ursprüngliche Schönheit des Hauses wieder hervorgeholt. „Meine Familie väterlicherseits hat zeitgleich mit Hesse in Gaienhofen gelebt. Deshalb kannte ich die Geschichte des Hauses und wollte es

Das Hermann-Hesse-Höri-Museum gibt einen detailreichen Überblick über die Jahre Hermann Hesses auf der landschaftlich reizvollen Halbinsel Höri. Im HermannHesse-Haus steht nicht der Literat im Vordergrund, sondern der Mensch Hesse und das Familienleben. kontur 47


Hermann Hesse und seine Ehefrau Maria (Mia) Bernoulli.

Charakterkopf Hermann Hesse

Hesses erste Wohnstätte in Gaienhofen.

vor Abriss und Überbauung bewahren“, schildert Eva Eberwein die Beweggründe. Heute können Interessierte in einer kleinen Gruppe während einer angemeldeten Führung – abgehalten meist durch die Eigentümerin – die besondere Atmosphäre des Privathauses in sich aufnehmen. Dabei steht nicht der Literat Hesse im Vordergrund, sondern der Mensch Hesse und das Leben der Familie. Sein Arbeitszimmer, seine Bibliothek mit den umlaufenden Regalen oder das Speisezimmer sind komplett erhalten. Zusammen mit den Originalfarbtönen und den knarrenden Holzdielen bietet das Haus unvergleichliche Eindrücke vom Alltagsleben der Hesses. „Die Menschen verbinden mit dem Haus wohlige Kindheitserinnerungen“, erzählt die Eigentümerin über die Rückmeldungen der Gäste. Den von Hesse selbst gestalteten Garten hat die Biologin ebenfalls wieder renaturiert und kultiviert. Auf 3000 m2 passt sich der Garten mit seinen üppigen Staudenbee-

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ten, den Obst- und Gemüsepflanzen jetzt wieder den Jahreszeiten an. So strahlt das gesamte Anwesen den Geist der Familie Hesse aus. Höri, der Künstlerwinkel. Durch ihre freundschaftliche Beziehung zu Hesse zogen Maler wie Max Bucherer und Otto Blümel in die Nähe von Hesse. Eine größere Anzahl von Künstlern siedelte während des „Dritten Reiches“ auf die landschaftlich reizvolle Höri über. Einige der als „entartet“ geltenden Künstler hatten Wohnung und Atelier verloren und ihnen drohte Verfolgung. Ohne Deutschland ganz den Rücken kehren zu müssen, fühlten sich viele Kunstschaffende durch die Nähe der Halbinsel zur Schweiz vor den Übergriffen der NSDAP sicher. Walter Kaesbach, Kunsthistoriker und Mäzen gehörte mit Otto Dix, Helmuth Macke und Max Ackermann zu den ersten, die hier in den 1930er-Jahren Zuflucht und eine neue Heimat fanden. Patrizia Gunz

Fotos: Ulrike Klumpp, Hermann-Hesse-Höri-Museum, Hesse Museum Gaienhofen

Von 1904 bis 1912 lebte Hesse mit seiner Familie in Gaienhofen.

Hermann-HesseHöri-Museum +49 7735 81837 www.hermann-hessehoeri-museum.de Hermann-Hesse-Haus +49 7735 440653 www.foerderverein@ hermann-hesse-haus.de Vom 25. bis 27. September 2015 finden im Hermann-Hesse-Haus in Kooperation mit dem Hermann-Hesse-Höri-Museum und der Gemeinde Gaienhofen die HermannHesse-Tage statt. Informationen im Kultur- und Gästebüro Gaienhofen unter +49 7735 818-23 oder auf www.gaienhofen.de


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Arno Schuchter Generali Vorstand für Vertrieb-Marketing

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Mehr als ein Apfelgarten

Foto: MGM/Alex Filz

Kennen Sie das? Wie aus dem Nichts wird man auf einen Ort aufmerksam, von dem man bisher noch nie gehört hat – und plötzlich begegnet einem der Name immer wieder. So ging es mir letztes Jahr, meine Neugier war geweckt: also auf nach Lana.

Blick auf Lana im Etschtal

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Lana. Wo ist das denn? Meine erste Frage, als mir der Name im vergangenen Sommer zum ersten Mal zu Ohren kam. Kaum war das geklärt, trudelte nur wenige Tage später eine Pressemeldung über genau diesen Ort bei Meran herein. Und als dann noch einige Wochen später eine Verwandte ganz nebenbei erwähnte, dass sie ja jahrzehntelang eine Wohnung in Lana hatten, war mein Interesse endgültig geweckt. Denn warum wohl hört man sein ganzes Leben lang nichts von einer Ortschaft, dann aber gleich am laufenden Band? Für mich eine klare Aufforderung: da musst du hin. Und wen trifft man vor Ort? Natürlich Vorarlberger! Perfekt, denn sie erklären sich bereit, mir ihre Lieblingsplätze zu zeigen und Insidertipps für einen Aufenthalt in Lana zu geben.

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Schöne Ausblicke. Von Philipp bekomme ich dann auch noch Tipps für kulinarische Erlebnisse. So empfiehlt er für gutbürgerliche Südtiroler Küche unter anderem den Rebmannkeller, einen Buschenschank mit eigenem Wein, schönem Garten und guter Küche, sowie den Pfefferlechner, ebenfalls ein Buschenschank mit eigener Brauerei. Das Essen soll dort wirklich gut sein, wovon ich mich am Abend selber überzeuge. Es gibt, wie sollte es anders sein, Schlutzer. Wer es etwas „feiner“ mag, ist im Stadele und im Oberwirt in Lana und im Miil (beim Krän-

Natur, Kunst, Genuss,

Fotos: Sabine Blechschmidt, MGM/Pertoll Damian Lukas, Helmuth Rier

Im Wandel des Jahres. Mein erster Ausflug führt mich mit Philipp Nagel und seiner Familie in die 7 Gärten vom Kränzelhof in Tscherms. Während ich auf sie warte, erklärt mir der junge Mann an der Kasse, dass der Kränzelhof ja eigentlich ein Weingut ist. Trauben von 6 ha Rebfläche werden hier zu edlen Tropfen verarbeitet, von deren Qualität ich mich auch gleich bei einer kleinen Weinprobe überzeugen darf. Chardonnay und der Rote, ein Lagrein, lassen erahnen, warum die Weine bei Kennern gefragt sind. Hergekommen sind wir aber wegen der 7 Gärten, und die erkunde ich mit Philipp, Rosi und dem kleinen Rafael. Kennengelernt haben sich der Höchster und seine Frau während des Studiums. Nach Jahren in Wien entschieden sie sich, zurück Richtung Heimat zu ziehen. „Da meine Frau einen Job in Bozen fand, war die Standortfrage schnell geklärt. Ich musste dann zuerst Italienisch lernen/perfektionieren, bevor auch ich fündig wurde", erinnert Philipp sich zurück. Sechs Jahre ist das nun her, er arbeitet mittlerweile in der Abteilung Landwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen, seine Frau Rosi ist Landschaftsarchitektin. Vielleicht zieht es die beiden gerade deshalb in die 7 Gärten. Denn hier

wurde auf 20.000 Quadratmetern eine lebendige Installationsskulptur geschaffen. Die Pflanzen wachsen und verwandeln so die Anlage im Laufe der Monate, sie werden vom Klima und dem Kontakt mit den Menschen geprägt. Vom Garten des Vertrauens gelangt man über den Garten der Sinnlichkeit, den Yin & YangGarten und die Festwiese zum Labyrinthgarten und in den Garten der Liebe. Und vom Theater aus bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Weingarten und den historischen Weinkeller. „Mich fasziniert, dass man hier immer wieder neue Ecken entdeckt. Es wird nie langweilig“, ist Rosi begeistert. So begeistert, dass sie und Philipp auch einen Teil ihrer Hochzeitsfeier in die 7 Gärten legten. Eine schöne Erinnerung für die beiden, die regelmäßig mit ihrem Sohn Rafael hier herkommen.

Ein schmaler Pfad führt uns hier durch den Laubund Buschwald sowie durch Sumpfbereiche. Das Gebiet ist Lebensraum für über 230 Vogelarten, für Lurche und Amphibien – wir begegnen bei unserem Ausflug sogar einer Schildkröte –, für Nattern, Fische und Wasserinsekten, und beherbergt auch zahlreiche seltene Pflanzen.

In den 7 Gärten des Kränzelhofs in Tscherms


zelhof in Tscherms) richtig. Ich bin jedenfalls gestärkt für meine weitere Erkundungstour und mache am nächsten Morgen erstmal einen Spaziergang auf dem Brandiswaalweg über Lana. Der ebene Weg führt durch Obstanlagen und Weinberge und bietet neben Ruhe auch einen herrlichen Blick. Doch es zieht mich an diesem Tag noch weiter hinauf: Ich treffe Andrea Unterholzner in ihrem Zuhause und bin wirklich sprachlos, als ich auf der Terrasse ihres Hotel Garni Vigilhof stehe. Kein Wunder, dass sie diesen Ort zu ihrem Lieblingsplatz auserkoren hat, der Blick über das Tal ist grandios. Seit 30 Jahren wohnt die Feldkircherin in Lana, und sie könnte sich keinen besseren Platz zum Leben vorstellen: „Ich habe es nie bereut, dass ich hierher gezogen bin.“ Der Grund bei ihr: die Liebe. „Ich hab mit meinem Mann Sepp schon in Kindertagen gespielt, als ich mit meinen Eltern auf Urlaub hier war.“ Ja, und wie man das so kennt: aus der Sandkastenfreundschaft wurde mehr und Andrea kam für immer nach Südtirol. Hier genießt sie die Zeit mit ihrem Mann, den drei Kindern und ihren zwei Enkeln. „Ich wurde von Anfang an herzlich aufgenommen, die Mentalität

ist der Vorarlberger Art relativ ähnlich.“ Und Italienisch? „Das wollte ich immer verbessern, aber hier in Lana spricht die Mehrheit deutsch. Es sind eher die Städte wie Bozen, in denen Italienisch die vorherrschende Sprache ist. Aber ich verstehe alles“, schmunzelt sie. Mit den Hunden Baily und Santos machen wir uns schließlich auf den Weg. Unser Ziel: das Biotop im Falschauerdelta. Ein schmaler Naturerlebnispfad führt uns hier durch den Laub- und Buschwald sowie durch Sumpfbereiche. Das Gebiet ist Lebensraum für über 230 Vogelarten, für Lurche und Amphibien – wir begegnen bei unserem Ausflug sogar einer Schildkröte –, für Nattern, Fische und Wasserinsekten, und beherbergt auch zahlreiche seltene Pflanzen. „Ich dreh hier eigentlich fast täglich meine Runden. Ein schöner Platz zum Entspannen.“

Bei meinem Ausflug nach Südtirol darf natürlich das Wichtigste nicht fehlen: der Apfel. Schließlich befinde ich mich in der größten Obstbaugemeinde des Landes.

Erholung, Klöster, Burgen, Kultur

Andrea Unterholzner

Pfefferlechner Buschenschank & Hausbrauerei

Philipp und Rosi Nagel mit Rafael

Blick vom Brandiswaalweg auf Lana

Alfred Sagmeister im Obstbaumuseum

Das Biotop

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Erlebnis Kränzelhof Gampenstraße 1, Tscherms www.kraenzelhof.it

Biotop Lana Max-Valier-Straße / Falschauer, Lana

Brandiswaalweg

Ausgangspunkt: Gampenstraße, Lana www.lana.info/erleben/themen/ wandern/waalwege/brandis.html

Nicht nur für Lebenskünstler. Ein anderer Platz zum Entspannen findet sich mitten in Lana: das Hotel Schwarzschmied. Hier hat Familie Dissertori das erste Lebenskunst-Hotel Südtirols geschaffen. „Bei uns vereinen sich italienischer Lebensstil und das Bewusstsein für Natur und Umwelt. Yoga und Wandern verbinden sich mit Genuss, Kunst und Slow Food“, erklärt mir Klaus Dissertori das Konzept. Moderne Ansätze treten in Symbiose mit der Geschichte des Hauses und des angrenzenden Schwarzbauergartens aus dem 17. Jahrhundert. Hier werden Obst, Gemüse und Kräuter für das Hotelrestaurant „La Fucina“ angebaut, gekocht wird nach dem SlowFood-Prinzip nur mit regionalen und saisonalen Zutaten. Zuwachs hat das Haus Anfang 2015 bekommen. Im neuen Gartenflügel, der „Glücksschmiede“, finden sich großzügige Zimmer und Suiten sowie der neue

Spa- und Wellnessbereich – und auch hier treffe ich auf Vorarlberg, jedoch in anderer Form: „Wir haben uns für die Produkte von Susanne Kaufmann entschieden, weil sie sehr gut zu unserem Konzept passen.“ Ein Konzept, das Natur und Luxus nicht als Gegensätze betrachtet. Gäste aus Vorarlberg sind im Schwarzschmied übrigens gern gesehen, wie mir Klaus Dissertori zum Ende unseres Gesprächs noch verrät. Zum Kern der Sache. Zum Abschluss meines Ausfluges nach Südtirol darf natürlich das Wichtigste nicht fehlen: der Apfel. Schließlich befinde ich mich in Lana in der größten Obstbaugemeinde des Landes. Und so mache ich mich auf den Weg ins Südtiroler Obstbaumuseum, wo ich Alfred Sagmeister, den Vater von Rosi Nagel, treffe. Der Apfelbauer nimmt sich Zeit und erklärt mir alles: von der Geschichte des Obstbaus, über den Schutz der Kulturen vor den Frühjahrs-

Südtiroler Obstbaumuseum Brandiswaalweg 4, Lana www.obstbaumuseum.it

Hotel Schwarzschmied Schmiedgasse 6, Lana www.schwarzschmied.com

Weitere Informationen +39 473 561770, www.lana.info frösten bis hin zur Entwicklung der Apfelsorten in der Region. Am Ende bin ich wirklich beeindruckt, wie viel ich über Äpfel aus Südtirol nicht wusste. Eine Fahrt durch die unendlich scheinenden Apfelgärten lasse ich mir am Ende nicht nehmen: Die Fenster runtergekurbelt, atme ich die warme Luft ein und bin froh, diese Reise ins Unbekannte gemacht zu haben. Lana und ich haben uns zwar erst spät kennengelernt, aber es könnte Freundschaft werden. Sabine Blechschmidt

Gastgeberfamilie Dissertori

Fotos: Schwarzschmied

„Glücksschmiede“

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Wohntraum Penthouse

H

aus oder Penthouse? Eine Frage, die generationsübergreifend gestellt wird. Wer jetzt kauft, der plant auch für die Zukunft – und die beginnt mit den richtigen Fragen: Wie werde ich meine Wohnbedürfnisse besser erfüllen können? Luxus kennt keine Kompromisse – deshalb bietet die 220° Terrassenwohnanlage mit ihrer einzigartigen Lage, der limitierten Anzahl von nur sieben luxuriösen Wohnungen, einer offenen Formensprache in der Architektur und der Konzentration auf hochwertigste Ausstattung ein exklusives Wohnen auf höchstem Niveau. Was ist die beste Lage? Aussicht und Balance – Penthousewohnungen sind immer mit Aussicht verbunden. Zum faszinierenden Blick über das Rheintal bis hin zum Bodensee mit den traumhaften Sonnenuntergängen erreichen Sie nach kurzer Fahrzeit das Naherholungsgebiet Bödele, sind aber auch gleich im Dornbirner

Stadtzentrum. Entscheidend für die Freizeit – will ich mich um einen Garten kümmern? Zum atemberaubenden Ausblick stehen uneinsehbare, größtenteils überdachte Terrassen von 38 bis 80 m2 zur Auswahl. Mit den Wohnungsgrößen von 120 bis 200 m2 erleben Sie so eine neue Dimension, die keine Wünsche offen lässt. Wie auch die Raumhöhe mit über 2,70 m, die Komfortlüftung und unter anderem der Lift. Für das Leben in der Zukuft – wie sieht es mit Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit aus? Die Energieversorgung mit Erdwärme sorgt für ressourcenschonenden Komfort. Die gesamte Anlage ist schwellenfrei ausgeführt und garantiert mit den hochwertig ausgewählten Materialien und Ausführungsstandards, dass die Wohnqualität mit allen Vorzügen erhalten bleibt – damit Sie Ihren Wohntraum leben können. Jetzt, und mit Zukunft.

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Die Wälder Kirchenwirtin von Olbendorf 1983 fährt s’Wälderbähnle zum letzten Mal von Bregenz nach Bezau und Bartles Bärbel zügelt auf den Flügeln der Liebe mit Mann und Sohn von Egg-Großdorf nach Olbendorf. Ein historisches Datum im Leben von Barbara Meusburger, das sie zur Kirchenwirtin eines kleinen südburgenländischen Dorfes im Bezirk Güssing bestimmt hat.

Olbendorf ist ein Neunmaldorf. Neun Ortsteile zählt die zwischen Stegersbach und Oberwart gelegene Gemeinde, die mit einer Fläche von 1740 ha eine der größten und bei einer Seehöhe bis zu 400 Metern eine der höchst gelegenen Streusiedlungen des Burgenlandes ist. Bei klarem Wetter sieht man von der barocken Pfarrkirche die steirische Riegersburg. Dorf Nr. 42 ist Standort des Kirchenwirts. 1951 kommt das Gasthaus in den Besitz der Familie Tury. Seit 1983 wirten ebendort „unsere Vorarlbergerin“, wie sie im Dorf respektvoll genannt wird, und ihr Mann Helmut Tury. Von den beiden Söhnen Stefan und Simon dürfte letzterer die Gasthaus-Gene geerbt haben. Der Liebesblitz in Kitz. Als er im Sporthotel Hochbrunn am Hahnenkamm einschlug, traf er Barbara Meusburger an der Rezeption und Helmut Tury im Service. Das Wälder Meigi und der Bursche aus dem Südburgenland fackelten nicht lange. Geheiratet wurde in Egg-Großdorf, wo 1982 Sohn Stefan zur Welt kam. Ein Jahr später übernahm das Paar den elterlichen Landgasthof in Olbendorf. 1984 kam Sohn Simon zur Welt. Der zweifachen Mutter und erfahrenen Tourismuskraft blieb nicht viel Zeit, ihr Heimweh nach dem Bregenzerwald, seinen selbstbewussten Menschen, den hohen Bergen und der vom Anderssein geprägten Sprache zu lindern. Barbara Turys Schaffenskraft war und ist an allen Ecken und Enden gefragt. Sie weiß, wo Bartel den Most holt.

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Die Kirchenwirtin. Montag ist Ruhetag. Nicht für Barbara Tury. Sie versorgt an jedem Wochentag mittags den Krippenhort mit selbst gekochter Hausmannskost. Von Dienstag bis Donnerstag ist das Gasthaus ab 17 Uhr geöffnet. Von Freitag bis Sonntag geht es den ganzen Tag rund. Da gilt es für Hochzeiten, Gesellschaften, Feiern zu kochen, den Saal für 150 Personen zu dekorieren, die Grillabende auf der neuen überdachten Terrasse zu schupfen, die Stammgäste bei der Stange zu halten. Einmal monatlich versammelt sich die Dorfjugend im Pub, das im Keller eingerichtet ist. Seit 80 Jahren wird auf der Bühne des großen Saals zu Weihnachten Theater gespielt. Die Kirchenwirtin ist Seele und Motor des gastlichen Hauses, in dem sie auch mit ihrer Familie wohnt. Ihr Mann Helmut Tury ist als Obmann der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft sowie der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft ausgelastet und viel unterwegs. Die Kirchenwirtin schmeißt den Laden und stillt ihre Sehnsucht nach dem Bregenzerwald mit Arbeit.

Auf Bestellung macht Barbara Tury die Speisen der Bregenzerwälder Heimat: nämlich Kässpätzle, Riebel, Gerstensuppe. Und wenn Gäste aus Vorarlberg in den Kirchenwirt kommen, wechselt sie in ihren geliebten Dialekt.

Olbendorf versus Egg-Großdorf. „Am 2. Mai 1983 kamen wir in Olbendorf an und ich konnte vor lauter Hitze nicht schlafen“, erinnert sich Barbara Tury. Das pannonische Klima ist für eine Wälderin gewöhnungsbedürftig, wiewohl die an rund 300 Tagen scheinende Sonne viele Einwanderer aus dem regenreichen Ländle anlockt. Die grünen Hügel von Olbendorf sind natürlich kein Ersatz für richtige Berge, die auch im Sommer noch Schneehauben tragen. „Die schönen Wälder Stuben, die geschindelten Bauernhäuser, die herrlichen Kachelöfen, die alten Kassettendecken, die zu unserer Wälder Kultur wie das Amen im Gebet gehören, gibt es hier nicht. Als ich die Fassade des Kirchenwirts mit Holzlatten verkleiden wollte, hielt man mich für verrückt. Es ist da, wie es ist, aber es gibt auch Dinge, die hier besser sind als im Ländle. Unter der Sonne hat das Gemüse viel mehr Geschmack. Der Wein im Südburgenland ist ausgezeichnet. Lokal und regional kann man gut und günstig die besten Lebensmittel kaufen. Ganz allgemein ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Südburgenland im Vergleich zu Vorarlberg wesentlich besser.“ Arbeitsleben nach Wälder Art. Bartles Barbara aus Egg-Großdorf geht nach Abschluss der Handelsschule in Bezau auf Saison. Der Bruder betreibt die elterliche Landwirtschaft, das Meigi schafft im Tourismus. Ihre ehernen Wälder Grundsätze nimmt sie überallhin mit und lebt danach: „Was man beginnt, bringt man zu Ende. Aus dem, was man hat, muss man etwas machen. Schaffa, spära, husa, Katz verkofa, sälber musa.“ In ihren Träumen schaut der Kirchenwirt einem

Foto: Annemarie Kaufmann

Fern ihrer Bregenzerwälder Heimat ist Barbara Meusburger nicht nur die Seele des Gasthauses, sondern geselliger Heimathafen für die vielen Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die im Südburgenland zu Hause sind.


Wälder Gasthaus ähnlicher als einer Olbendorfer Institution. In der Wirklichkeit macht sie aus den Gegebenheiten das Beste. Der Saal ist eben kein Wälder Saal, ebenso wenig wird die Gasthausstube jemals eine Wälder Stube. Holztäfer kennt man im Südburgenland nicht. Die Vorarlberger Holzbaukunst ist nicht bis hierher gekommen. Die Kirchenwirtin hat es immerhin geschafft, die Überdachung der neuen Terrasse zu täfern. Ein bisschen Wälder Art muss schließlich sein. Ihre Kochkünste

sind nach dem lokalen Gusto ausgerichtet, aber auf Bestellung macht Barbara Tury die Speisen der Heimat: nämlich Kässpätzle, Riebel, Gerstensuppe. Wenn Gäste aus Vorarlberg in den Kirchenwirt kommen, dann wechselt sie in ihren geliebten Dialekt. Die Sehnsucht nach dem Bregenzerwald bleibt. „Wenn es sich einrichten lässt, dann möchte ich einmal zwischen Großdorf und Olbendorf pendeln. Unseren Sohn Simon, Absolvent der Tourismusschule, Fachrichtung Tourismusma-

nagement, zieht es noch in die weite Welt, auf Schiffe, in die Bergwelt von Davos, ans Meer, aber vielleicht übernimmt er eines Tages den Kirchenwirt. Wenn er Zeit hat, hilft er schon tüchtig mit. Stefan arbeitet als Anlagentechniker in Wien. Fremdenverkehr ist nicht seins.“ Derzeit muss sich Barbara Tury noch mit lediglich zwei Reisen im Jahr in den Bregenzerwald bescheiden. „Doch je älter man wird, umso größer wird die Sehnsucht, zu den Wurzeln zurückzukehren. Bis heute habe ich das Gefühl, in Olbendorf auf Saison zu sein.“ Elisabeth Längle

Als der Liebesblitz im Sporthotel Hochbrunn in Kitzbühel einschlug, traf er Bar bara Meusburger an der Rezeption und Helmut Tury im Service. Das Wälder Meigi und der junge Bursche aus d em Südburgen land fackelten nicht lange. Geheiratet wu rde in Egg-Großdorf, wo 1982 Sohn Stefan zur Welt kam. Ein Jahr später übernahm das Paar den elterlichen Landgasthof in Olbendorf. 1984 kam Sohn Simon zur Welt. Der zweifache n Mutter und erfahrenen Tourismuskraft blieb nicht viel Z eit, ihr Heimweh nach dem Bregenzerwald, seinen selbstb ewussten Menschen den Helmut und Barbara Tury

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Von Maiwipfgerl im Glas bis zur „Grande Nation“ Frischluftfaktor hoch, Aussicht außergewöhnlich, kulinarisches Potenzial ausgezeichnet. „kontur“ hat sich auf die Suche nach den schönsten Gastgärten in der österreichischen Hauptstadt begeben.

Heuer am Karlsplatz

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Warum ein Vorarlberger griechisch kocht, wo Gemüse und Früchte im Glas die Hauptrolle spielen und wieso sich die französische Republik nochmal überlegen sollte, ob sie sich vom Palais Clam Gallas im 9. Bezirk trennt? Wir verraten Ihnen unsere Lieblingsrestaurants für einen besonders schönen Sommer unter freiem Himmel.

Seltsamer Name

Foto: Heuer

… ausgezeichnete Küche – genau dieser Gedanke könnte einem nach einem Besuch im „Heuer am Karlsplatz“ in den Sinn kommen. Wobei das Lokal nicht nur in kulinarischer Hinsicht überzeugt – auch der zauberhafte Terrassengarten ist ein „Asset“. Und dabei war Anfang letzten Jahres noch gar nicht abzusehen, dass sich aus der Kunsthalle einmal etwas so Tolles entwickeln würde. Klar, die prächtige Freiluftterrasse und die zentrale Lage hätten allein schon das Potenzial, dem Heuer den Stempel „beliebtes Szene-Lokal“ zu verpassen. Doch die Betreiber rund um den Unternehmer Andreas Wiesmüller, den Betonküchen-Macher Javier Mancilla und Koch Peter Fallnbügl hatten – nach sechsmonatiger Renovierungszeit und der Wiedereröffnung Anfang letzten Jahres – etwas Neues im Kopf. Was das Ambiente anbelangt, sitzt man drinnen wie draußen auf zierlichen Holzstühlen. Die Ausstattung ist eher puristisch: Lederbänke, Eichenvollholz – Naturmaterialien stehen im Vordergrund. Für behagliches Wohnzimmer-Flair sorgen am Abend und in der Nacht vor allem die großen Lampen auf der Terrasse. Die Hauptrolle spielt aber das Essen – und das hat auch auf die Gestaltung des Lokals einen entscheidenden Einfluss. Denn die einzige Wand des Restaurants, die nicht aus Glas ist, wird von eindrucksvollen, großen Weck-Gläsern geziert. Lavendel-Ginger, Maiwipfgerl, Wermuth & Co – Koch Peter Fallnbügl legt ein, was das Zeug hält: angefangen bei Likören, über Marmeladen

und Früchten bis hin zu Sirup. Doch die Gläser sind nicht nur schön anzusehen, sondern kommen auch bei den verschiedenen Gerichten und Getränken zum Einsatz: Etwa beim Ziegenkäse-Wiesenchampignon-Ciabatta mit gegrilltem Ziegenkäse, Rucola-Petersilien-Pesto und Salzrhabarber-Dijon oder beim feinen Frühlingssalat mit roh-mariniertem SoloSpargel und Zitrus-French Dressing. Dazu gibt’s frisch gebackene Lehmofenfladen. Auch der knusprig gebratene Steckerlfisch aus dem Lehmofen mit Hausbrot und Zitrone ist ein Genuss, genauso wie der Burger mit saftigem Biorind von Hödl mit altem Cheddar, Salzgurken und selbst gemachter Dijon-Mayonnaise. Natürlich kommen auch diese Gerichte wieder mit den Einlege-Waren aus Peter Fallnbügels Gläsern auf den Teller. Heuer am Karlsplatz. Treitlstraße 2, A-1040 Wien, +43 1 8900590 www.heuer-amkarlsplatz.com Öffnungszeiten: Mo–So: 10–2 Uhr

Dabei war gar nicht abzusehen, dass sich aus der Kunsthalle mal etwas so Tolles entwickeln würde. Griechischer Freistil Griechische Küche abseits von klassischem Gyros, Souvlaki und blau-weißer Tavernen-Romantik finden Liebhaber der mediterranen Küche am geschichtsträchtigen Judenplatz. Eingebettet zwischen Mahnmal, Jüdischem Museum und historischen Wohnhäusern befindet sich das Ella’s. Ein echter Geheimtipp ist das Lokal allerdings nicht mehr, denn seit der Eröffnung im Juni 2006 hat sich das Restaurant von Betreiber Lefteris Dermitzakis mit griechischer Gastfreundschaft und moderner Mittelmeerküche bereits fest in der Wiener Innenstadt etabliert.

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Die Einrichtung überzeugt durch ihre zurückhaltende Eleganz, im Sommer spielt der schöne Gastgarten auf dem Judenplatz ganz klar die Hauptrolle. Ella’s Food & Drinks. Judenplatz 9–10, A-1010 Wien +43 1 5351577, www.ellas.at Öffnungszeiten: Mo–Sa: 11–24 Uhr

Ausgsteckt is’ Offiziell gehört Mauer, als Teil des 23. Wiener Gemeindebezirks, noch zu Wien. Inoffiziell ist man sich da ein wenig uneinig. Fest steht jedoch: Der Weg dorthin lohnt sich, denn fast am Ende der Straßenbahnlinie 60 befindet sich einer der ältesten und besten Heurigen der Stadt. Empfehlenswert vor allem aufgrund der exzellenten, weltweit ausgezeichneten Weine. „Wien ist die einzige Stadt der Welt mit nennenswertem Weinanbau. Unsere Weingärten werden auf 25 Hektar innerhalb der Stadtgrenzen in allen Weinbau-

zonen Wiens kultiviert“, erklärt Alexander Zahel, Neffe von Richard Zahel. Gemeinsam leiten die beiden das Weingut zusammen mit einem kleinen Team. Die Geschichte des Weinguts reicht bereits vier Familien-Generationen zurück. Nach einer kurzen Karriere als Rennfahrer stieg Richard Zahel 1989 in das Familienunternehmen ein. Zu dieser Zeit hatte das Weingut nur einen halben Hektar Rebfläche und vier Heurigentische. Fünf Jahre später startete das Weingut seine ersten Flaschenexporte nach Deutschland. „Heute bewirtschaften wir Weingärten in den besten Lagen Wiens und unsere Weine finden sich auf ausgewählten Weinkarten von New York bis Tokyo“, so Alexander Zahel. Doch nicht nur die Weine sind einen Besuch des Heurigen wert. Auch in kulinarischer Hinsicht überzeugt der Zahel: Typische Schmankerl vom Heurigenbuffet finden sich genauso wie ausgesuchte À-la-carte-Gerichte, beispielsweise die gebratene Goldbrasse in Zitronenbutter mit Rosmarin-Erdäpfeln oder die geschmorte Lammkeule mit Ofengemüse und knusprigen PolentaEcken. Was wohl Heinz Moser zu diesem kulinarischen Spektrum im Heurigen gesagt hätte? Übrigens: Der Zahel hat rund zwei Wochen jeden Monat ausgesteckt. Weingut und Heuriger Zahel. Maurer Hauptplatz 9, A-1230 Wien +43 1 8891318, www.zahel.at Öffnungszeiten: Mo–Sa: 11.30–24 Uhr (Genaue Aussteckzeiten online)

Echt F(l)ein

Weck-Glas-Wand im Heuer am Karlsplatz

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Speisen direkt auf dem Boden der „Grande Nation“, in einem der zauberhaftesten Gastgärten Wiens? Et voilà, in der Boltzmanngasse im 9. Bezirk versteckt sich hinter einer Mauer im ehemaligen Küchengebäude des Palais Clam Gallas das

Fotos: Heuer, Flein, Ella’s, Zahel/Herbert Lehmann

Verantwortlich dafür sind vor allem die Kochkünste des Küchenchefs: Dass es sich dabei nicht um einen Griechen, sondern um einen waschechten Vorarlberger handelt, mag nur auf den ersten Blick irritieren. Denn Haubenkoch Christoph Nägele bringt die Aromenvielfalt zwischen Makedonien und Kreta, zwischen Ionischen Inseln und Nördlicher Ägäis treffsicher auf den Teller. Man könnte auch sagen, die Gerichte sind eine gelungene Vorarlberger Interpretation von orientalischem Lamm, gebackenem Feta und Co. – diese individuelle Note gibt den Gerichten einen besonderen Kick: etwa den gegrillten Garnelen mit Mango-Sellerie-Chutney oder dem griechischen Burger vom Angus-Beef mit Roten Rüben, Feta und Spiegelei. Auch das Lamm Osso Bucco auf orientalischem CousCous mit Okraschoten und Salbei ist sehr apart, wobei das Fleisch von allen angebotenen Lammgerichten vom Biohof „Schefli Bioland“ stammt. Auch beim Interieur setzt das Ella’s frische Akzente.

Nicht nur die Weine sind einen Besuch des Heurigen wert. Der Zahel überzeugt auch in kulinarischer Hinsicht: Typische Schmankerl finden sich genauso wie ausgesuchte À-la-carte-Gerichte, beispielsweise die gebratene Goldbrasse in Zitronenbutter oder die Lammkeule mit Ofengemüse und Polenta-Ecken.


Flein. Ein Juwel ist das Restaurant jedoch nicht nur aufgrund seines Gartens mit den hohen, alten Bäumen und Büschen, die einen kleinen Teil des Parks um das imposante Palais darstellen, sondern auch aufgrund seiner Küche. Die Speisekarte wird liebevoll von Hand täglich neu geschrieben und ist europäisch-mediterran, manchmal auch französisch angehaucht, denn die Zusammenstellung der angebotenen Gerichte wechselt. Um es auf den Punkt zu bringen: Gekocht wird kreativ und frisch, aber nicht ausgefallen und immer nach Saison. Soll heißen, Erdbeeren gibt es, sobald sie in Österreich wachsen, Kürbis erst wieder in der „Saure-Gurken-Zeit“ und den Asparagus nur in der Spargelzeit. Selbst gemacht werden der HollerSirup und der süße Brotaufstrich. „Im Sommer ernten wir die Früchte von den zwei Dirndlbäumen im Flein-Garten und kochen daraus eine köstliche Marmelade“, erklärt Geschäftsführer Herbert Dohnal. Erwähnenswert, weil ausgezeichnet und quasi ein Dauerbrenner auf der Speisekarte, sind aber auch der Ziegenkäse im Speckmantel, die Ricotta-Nockerln und die Crème

Brûlée. Dazu gibt es eine feine Auswahl an österreichischen Weinen, das Bier kommt aus Schrems. Das Ambiente im Inneren ist authentisch und schnörkellos: Kühler Marmor am Boden, hohe Decken, offenes Kücheneck. Große, alte Kastenfenster lassen die Gartenatmosphäre ins Innere. Rauchen ist übrigens erlaubt, doch Nebelschwaden findet man keine. Im Dunkeln liegt vielmehr die Zukunft dieses kulinarischen Schmuckstücks: Zurzeit ist im Palais Clam Gallas noch das Französische Kulturinstitut, eine Abteilung der Französischen Botschaft, untergebracht. „Leider hat die französische Republik im letzten Jahr entschieden, das Palais zu verkaufen, was auch die Zukunft des Flein unsicher macht“, erzählt Herbert Dohnal. Doch dank eines unbefristeten Mietvertrags stehen die Chancen gut, dass das Restaurant bleiben kann, sollte sich ein Käufer für das mit 30 Millionen Euro dotierte Palais finden. Christiane Schöhl von Norman Flein. Boltzmanngasse 2, A-1090 Wien, +43 13197689 Öffnungszeiten: Mo–Fr: 11.30–15 und 17.30–23.30 (feiertags geschlossen), warme Küche bis 14.30 bzw. 22 Uhr

Ob moderne Mittelmeerküche, Früchte im Glas, Speisen auf dem Boden der „Grande Nation“ oder exzellente Weine – unsere Lieblingsrestaurants in der österreichen Hauptstadt machen Lust auf einen besonders schönen Sommer unter freiem Himmel.

Zwischen alten Bäumen – das Flein.

Zurückhaltende Eleganz im Ella’s

Weingut Zahel

Süß und selbst gemacht.

Ella’s Schanigarten

Richard Zahel

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Zeichner, Maler, Holzschneider Am 15. November 2015 wäre Leopold Fetz 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Geburtstages zeigt die Landeshauptstadt Bregenz ab 10. Juli 2015 eine umfangreiche Retrospektive seines künstlerischen Werks im Palais Thurn & Taxis in Bregenz. Leopold Fetz (1915–2012) wurde als jüngstes von zwölf Kindern in Reuthe, Bregenzerwald, geboren. Ab 1931 absolvierte er eine Lehre bei Kirchen- und Dekorationsmaler Anton Kirchmayr in Innsbruck. Neben der Lehre nahm Fetz Zeichenkurse bei Anton Kirchmayr und schloss Freundschaften mit anderen

Künstlern wie Anton Dressel, Alfons Flatscher, Erwin Lutz-Waldner oder Edwin Neyer. So wie im „Porträt des Künstlers als junger Mann“ nimmt ein 15-Jähriger seine Disziplin auf und setzt sich solide mit Tradition auseinander. Daraus nahm Fetz mit fürs Leben, was er 80-jährig anlässlich seiner Ausstellung und Buchprä-

sentation mit Zeichnungen rückblickend äußert: „So wie ein Musiker täglich auf seinem Instrument üben soll, so soll auch der Maler zeichnen.“ Konsequenz und Ehrlichkeit. Wichtige Stationen seiner Welt(reise) waren für Fetz der Tiroler Maler-Freundeskreis, dann Flandern und England, wo während Kriegszeit und Gefangenschaft von 1944 bis 1946 hauptsächlich Zeichnungen entstanden. In Schwarzenberg fanden unter anderem Porträtarbeiten und ein Neuaufbruch in einer Christusdarstellung statt, bei künstlerischen Studienaufenthalten in Frankreich, Holland und Spanien konnte Fetz seinen künstlerischen Weg weiterentwickeln. Mit 50 Jahren brachte er die gesteigerte Eindringlichkeit seiner künstlerischen Entwicklung in der Konzentration auf wenige Themen zum Ausdruck: vielfach Tektonik und Landschaft. Häuser,

Das berühmte Einfache, das schwer zu machen ist, ist eine kennzeichnende Eigenschaft der Werke von Leopold Fetz. umgeben von Vegetation, stellten den Kontrast zwischen Menschenwerk und dem Werk der Natur dar. Darin erblickte Kritiker Claus Pack eine neue Form des Expressionismus, „der sich von innen her erfüllt. In seiner mit unbedingter Konsequenz und Ehrlichkeit, fernab von allen Modeströmungen, verfolgten Arbeit ist in seinen Bildern Innen und Außen eins geworden.“

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Neben Ölbildern und Holzschnitten werden auch Zeichnungen und Aquarelle präsentiert, einige der Arbeiten waren noch nie zuvor in der Öffentlichkeit zu sehen. Mit über 150 Arbeiten wird ein Überblick über das 80-jährige Schaffen des Künstlers gezeigt.

Ab den 50er-Jahren nahm Leopold Fetz seine Tätigkeit als Pädagoge auf, zunächst als Fachlehrer an der Bundesgewerbeschule Bregenz, ab 1961 auch als Zeichenlehrer am Gymnasium Mehrerau in Bregenz. Ab dieser Zeit setzte er sich auch intensiv mit der Technik des Holzschnitts auseinander und publizierte im Jahr 1966 seine erste Holzschnittmappe. In anhaltendem Interesse fügte Leopold Fetz der Kunst des Holzschnittes einen Beitrag mit gut 380 Holzstöcken zu, der mit zum Bedeutungsvollsten in der Gattung zählt. Die errungene Souveränität klingt in einem trockenen Interviewkommentar durch: „Der Unterschied ist: In der Zeit, wo du einen guten Holzschnitt machst, kannst du zehn gute Zeichnungen machen.“

len sie etwas vom Glück der Betrachtung bei der Betrachtung des Glücks. Bei Fetz sind wertvolle Emotionen gespeichert.

Ikonen mit Aura. Nach der Pensionierung vom Schuldienst im Jahr 1980 genoss Leopold Fetz wieder das Leben als freischaffender Künstler und unternahm gemeinsam mit seiner Gattin zahlreiche Reisen. In seinen Arbeiten spürt man intuitiv, wie sich Leopold Fetz auf der Suche nach dem Lebensfluss in der Tradition, beginnend von den Natur- und Sakralfigurendarstellungen der Schülerzeit über altmeisterliche Versenkungen auf dem Gebiet der Ölmalerei und weiter, geöffnet und anverwandelt hat. Sein Werk in Öl gedieh schließlich auf 900 Arbeiten. Fetz-Bilder fungieren weniger als eine Marke, denn als Ikonen mit einer Aura. Aufgehängt in Wohnungen und öffentlichen Räumen erzäh-

Sommerausstellung Leopold Fetz Palais Thurn & Taxis, Bregenz 11. Juli bis 23. August 2015 Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag: 14 bis 18 Uhr, Sonntag: 10 bis 18 Uhr Gruppenführungen nach Vereinbarung: +43 5574 410 1511, www.fetz.at

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Leopold Fetz hatte eine Handschrift voll künstlerischer Kraft und Können in reichen Facetten. Davon können sich die Besucher der Ausstellung im Palais Thurn & Taxis in Bregenz ein Bild machen und beim Betrachten die Einladung annehmen, seine Werke weiterzudenken und am Bilderlebnis mitzugestalten, es zu begreifen. Es vermittelt Hoffnung durch die schöne Gewissheit, dass etwas guten Sinn hat – egal, wie es ausgehen mag. Fetz fand hier sinnliche Melodielinien, Töne und Harmonien, die volksliedartig anrühren und die Seele sättigen. Sabine Blechschmidt


Regionale Lebenskunst Gastgeben ist seine große Leidenschaft. Doch nicht nur das: Hans-Peter Metzler engagiert sich auch als Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKV, er hat die Zukunft Vorarlbergs genau im Blick – und uns seine Visionen verraten.

Vorarlberg ist für Sie …? Ein spannender Lebens- und Wirtschaftsraum mit hoher Lebensqualität inmitten Europas. Er ist geprägt von Überschaubarkeit und Vielfalt, von Tradition und Moderne sowie von Qualität und Ernsthaftigkeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Dies ist Ergebnis von schöpferischen Prozessen ganz vieler Menschen aus ganz unterschiedlichen Ebenen. Was kann man hier erleben, was man sonst nirgendwo findet? Touristisch gesehen kann man auf der klein gewordenen Welt fast alles überall erleben und finden. Allerdings ist Vorarlberg als kleiner Player im Tourismus mit der hier zu findenden Dichte an Regionalität, Kultur, Qualität, an Landschaft und Infrastruktur sowie Gastfreundschaft schon international im Spitzenfeld. Die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Bedürfnissen der Menschen und der Natur ist ein Gesamtanliegen vieler Wirtschafts- und Lebensbereiche. Diese Balance kann auch mit Nachhaltigkeit umschrieben werden und ist für mich die DNA der „Familie Vorarlberg“, die hier erlebbar ist und die man sonst nicht so leicht findet. In welchen Hotels in Vorarlberg würden Sie Freunde und Bekannte unterbringen, wenn Ihr eigenes Haus ausgebucht ist? Bei vielen tollen Gastgebern auf Vorarlberger Art in allen Teilen unseres Landes, besonders natürlich bei uns im Bregenzerwald. Hier Namen zu nennen, würde mich überfordern und vielen ausgezeichneten Häusern nicht gerecht. Dasselbe gilt auch für die Gastro-

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nomie, die in Vorarlberg eine herausragende Dichte und Breite an Qualität aufweist, vom Wirtshaus bis zum Haubenlokal. Was verbinden Sie als Chef eines Romantik-Hotels mit Romantik? Romantik ist sehr individuell zu definieren, hat aber sicher viel mit Ruhe, Genuss, Gastfreundschaft, familiärer Geschichte, Atmosphäre und regionaler Lebensart zu tun. Das versuchen wir mit unseren MitarbeiterInnen auf unsere Art im Haus zu leben. Welche Tätigkeit verschafft Ihnen einen Ausgleich zum beruflichen Alltag? Einmal meine Mitarbeit in spannenden Projekten für die Zukunft. Hier lerne ich täglich dazu, das ist sehr abwechslungsreich und inspiriert mich. Speziell die Themen Bildung und Regionalität sind unheimlich spannend. Aber vor allem sind Auszeiten, die Platz für Sport, Hobby und Familie lassen, der wichtigste Ausgleich. Hier gibt’s noch Verbesserungsbedarf ... Wie und wo tanken Sie neue Kraft und Energie? Speziell bei Kurzurlauben in der Nähe bei tollen KollegInnen, beim Golfen und bei genug Zeit zum Chillen und Lesen, ruhig auch mal zu Hause. Der Bundespräsident als Gast: eine Herausforderung? In gewisser Weise schon, gerade was das Umfeld und organisatorische Abläufe anbelangt. Mittlerweile sind wir aber perfekt eingespielt und der Herr Bundespräsident, seine Frau und die gesamte Entourage sind sehr bescheiden und wirklich feine, unkomplizierte Gäste, die man gerne und mit Freude bewirtet. Welche Persönlichkeiten würden Sie ebenfalls gerne mal begrüßen dürfen? Eigentlich haben wir übers Jahr einige spannende und interessante Persönlich-

keiten zu Gast. Wir nehmen diese aber wie alle unsere Gäste als Menschen wahr und versuchen, unser Bestes zu geben. Genau das schätzen diese dann auch sehr. Ich persönlich würde gerne einmal André Heller und René Redzepi (NOMA Kopenhagen) bei uns im Haus bewirten. Was sollten Gäste im Ländle auf keinen Fall verpassen? Die besondere Kulturlandschaft (auf kleinem Raum) vom Bodensee bis zum Arlberg mit ihren Traditionen, Geschichten und Produkten sowie das differenzierte und sehr hochwertige Kulturangebot, unsere besondere Architektur und die Holz-Baukultur im öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Raum. Hier gibt es viele Zugänge, die unseren Gästen vermitteln können, wer wir sind und was uns trägt. Immer mehr Gäste interessiert dies nämlich und das gibt unseren Angeboten ein Gesicht. Wo sehen Sie den Tourismus in Vorarlberg in 20 Jahren? 20 Jahre ist ein Zeitraum für Visionen und positives Denken. Ich sehe Vorarlberg in 20 Jahren als einen Lebensraum, der für viele Regionen in Europa das Vorbild für nachhaltiges Leben und Wirtschaften ist. Ich sehe, dass Vorarlberg in 20 Jahren ein leuchtendes Beispiel darstellt, wie Menschen ihre Traditionen und ihre Haltungen in die Zukunft transformiert haben und regionale Lebenskunst gelebt wird. Dieser funktionierende Lebensraum Vorarlberg 2035 ist die Basis für einen wettbewerbsfähigen Tourismus der Familienbetriebe, welcher wertschöpfend dem Land und den Menschen dient. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Weichenstellungen und Haltungen aus vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen sind Motivation und machen Mut, auch uns im Tourismus. Sabine Blechschmidt

Foto: Markus Gmeiner

10 Fragen an ... Hans-Peter Metzler. Der Chef des Romantik-Hotels Das Schiff in Hittisau über den Bundespräsidenten als Gast, die „Familie Vorarlberg“, seine persönlichen Auszeiten und Romantik.


Hans-Peter Metzler.

Geboren 1965 in Dornbirn. Nach zwei Jahren Studium der Betriebswirtschaft brach er dieses ab und übernahm nach dem Tod des Vaters 1984 die Verantwortung im Hotel Das Schiff. Seither führt er das Haus mit seiner Familie. Von 1988 bis 1994 war er Obmann des Jungen Gastgewerbes Vorarlberg, von 1990 bis 2000 Gemeindevorstand. 1995 bis 2000 übernahm er das Amt als Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald, 1998 bis 2008 war er Obmann der Käsestrasse Bregenzerwald. Seit 2010 ist Hans-Peter Metzler Obmann der Sparte Tourismus in der WKV. Privat. Verheiratet, drei Töchter.

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Fotos: Barbara Bühler

Berlinger und Fiel machen die EXPO zum „tat ort“

Sage und schreibe rund 20 Millionen Besucher werden erwartet. „Feeding the Planet. Energy for Life“ lautet das Motto und Österreich präsentiert sich auf der EXPO in Mailand mit einem Pavillon, in dem nicht so sehr die Nahrung, sondern das Atmen im Mittelpunkt steht. Eingeladen wurden auch Künstler. Bei der Anreise der Vorarlberger Alexandra Berlinger und Wolfgang Fiel stand noch nicht fest, was sie dort tun werden. Und genau das ist das Ausschlaggebende. „Mich interessieren die verschiedenen Realitäten, die dort aufeinandertreffen, inklusive meiner eigenen“, erklärt Alexandra Berlinger. Für sie ist die Weltausstellung, deren Geschichte ins 19. Jahrhundert zurückreicht, heute ebenso „absurdes Spektakel“ als auch „ernüchterndes Abbild einer traurigen Realität.“ Die Prioritäten seien ungeniert klar: „Man er-

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fährt dort sicher mehr über die Spezies Mensch als auf jeder Kunstmesse oder Biennale, auch wenn sie einiges gemeinsam haben.“ Ein Künstlerkollektiv. Wer heuer Venedig zum Ziel hat, weil dort bis November die Biennale läuft, dem stellt sich die EXPO ja geradezu in den Weg. Wären

Berlinger und Fiel in Venedig dabei, gäbe es aber wohl auch dort vorerst nicht viel von ihnen zu sehen. So verhält es sich auch in Mailand. „tat ort“ ist ein Künstlerkollektiv mit einem Hintergrund in der bildenden Kunst und in der Architektur. Berlinger: „Kurz gesagt, ist der Name schon Programm.“ Es geht um die „Tat am Ort“, um „kontextbezogene Interven-


Alexandra Berlinger: „Mich interessieren die verschiedensten Realitäten, die auf der EXPO in Mailand aufeinander treffen, inklusive meiner eigenen.“ Wolfgang Fiel: „Es geht auch um die zentrale Frage, wie man Themen überhaupt in einer Ausstellung präsentiert.“ tionen als kritische Praxis einer Auseinandersetzung mit spezifischen Situationen an konkreten Orten, oftmals selbst initiiert und unter Einbeziehung kollektiver Beteiligungsformen.“ Im Jahr 2002 – damals noch Assistentin an der Universität für Angewandte Kunst in Wien – hat sich Alexandra Berlinger (geboren 1970 in Bregenz) mit Wolfgang Fiel (geboren 1973 in Alberschwende), der ein Architektur-Studium absolviert hat, zum Künstlerkollektiv „tat ort“ formiert. Angesichts der Projekte, die realisiert wurden, erklärt sich die Einladung von Kurator Gerald Straub, einen Monat – den Juni – in Mailand zu verbringen und erst nach einer Weile vor Ort oder im Nachhinein mit Interventionen auf die Situation zu reagieren. „Die Art und Weise wie man Themen präsentiert, ist ebenso unser Thema wie der Inhalt der Ausstellung selbst“, erklärt Fiel. Die EXPO erwies sich somit als ideales Feld, wiewohl er auf den gigantischen Maßstab verweist, der dem Unternehmen einen absurden Aspekt verleiht. Dass um das Thema „Feeding the Planet“ auch wirtschaftliche Interessen gelagert sind und dass die Konzerne wohl die Gelegenheit wahrnehmen, um sich in Stellung zu bringen, wird auch Thema der „tat ort“-Intervention sein. Im Gemeindebau. Eines der letzten Projekte des Kollektivs „tat ort“, das in mehreren Ländern unterwegs ist, wurde in einem Wiener Gemeindebau, dem Robert Uhlir Hof realisiert. Es repräsentiert die Arbeitsweise, weil sich Berlinger und Fiel intensiv mit den dortigen Gegebenheiten auseinandersetzten und schließlich mit einer Bewohnerin Kontakt aufnahmen, die sich für das Anlegen eines Gemeinschaftsgartens stark gemacht hatte. „Wir haben

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Um Opfern eine Stimme zu geben, sind Berlinger und Fiel mit Christian Rabl, dem Initiator der Gedenkinitiative KZ-Außenlager St. Aegyd, in der Gemeinde von Haus zu Haus gegangen und haben die Bewohner gebeten, die Namen eines Opfers laut zu sprechen. uns mit jenen Mietern, die sich zusammengeschlossen hatten, beschäftigt, geschaut, wie diese kleine Community in der großen Siedlung funktioniert und schließlich vorgeschlagen, dass wir alle Wohnungen, in denen Gartenbetreiber leben, mit einer Schnur verbinden.“ Unter der Tür rein, beim Fenster raus und quer über die Höfe verlief der rote Faden, der sehr viel Reaktionen auslöste – auch Gegenwehr –, aber auch zu intensiver Auseinandersetzung führte. „Freilich, wir sind dann nicht mehr Künstler, sondern auch Kunstvermittler, das ist zeitraubend und aufwändig, hat aber auch den Vorteil, dass es keinen Informationsverlust gibt, der sich einstellen würde, wenn wir das anderen Personen überlassen.“

Fotos: tat ort

Bewachte Kunstwerke. „Sicherheit für 24 Stunden“ hieß beispielsweise ein Konzept der bereits mehrfach ausgezeichneten Künstler für ein Projekt in Hannover, das vorsah, dass Sicherheitskräfte einmal rund um die Uhr freistehende Objekte im öffentlichen Raum bewachen. Da davon auszugehen ist, dass die Präsenz von Security-Personal auf den Wert der beschützten Werke schließen lässt, wird eine Diskussion in Gang gesetzt.

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„Wir arbeiten mit vielen Medien, nur nicht mit Malerei“, betont Wolfgang Fiel die Vielfalt der Mittel. In Vaduz hatte man es vor zwei Jahren geschafft, das bisherige Werk als virtuelle Skulptur zu präsentieren. Aus der Anordnung des digitalen Archivs nach chronologischen Gesichtspunkten ist am Computer eine große Form entstanden, die von den Besuchern, die im Raum nur einzelne Passstücke zu sehen bekamen zusammengedacht werden musste. Die zu erwartende „tat ort“-Arbeit von der EXPO hätte den Raum wohl gesprengt. Christa Dietrich


Leopold Fetz

Zeichner – Maler – Holzschneider 11. Juli bis 23. August 2015 im Palais Thurn & Taxis, Bregenz

Leopold Fetz Talabschluss, 1985

Eröffnung: Freitag, 10. Juli 2015, 20.00 Uhr im Palais Thurn & Taxis | Gallusstraße 10, Bregenz Dauer der Ausstellung: 11. Juli bis 23. August 2015 Öffnungszeiten: Di - Sa von 14.00 bis 18.00 Uhr, So von 10.00 bis 18.00 Uhr Info: T +43 5574 410-1511 | kultur@bregenz.at | www.fetz.at

Eine Ausstellung der Landeshauptstadt Bregenz Kulturamt

Mit freundlicher Unterstützung

WOLLE ENERGIE NATURBETTWAREN


In etwa 80 Stunden

um die Welt Wer eine Weltreise unternehmen möchte, braucht in diesem Jahr nicht weit zu fahren. Die 56. Biennale in Venedig gestaltet sich als unerschöpfliches Thema. In der Lagune, in der sich an die hundert Länder präsentieren, empfiehlt sich Österreich als Zwischenstopp.

Im österreichischen Pavillon

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Mit dem Pranzo wird’s nichts. Obwohl wir für die wesentlichen Dinge des Tagesablaufs gerne die Landessprache verwenden, bleibt der Kellner hartnäckig beim Begriff Lunch und deutet auf einen Tisch. Nein, ein paar Bissen al banco reichen aus, die Cichetti sind verlockend und außerdem haben wir uns vorgenommen, die Einrichtungen, in denen Fleischbällchen, frittiertes Gemüse oder Meeresfrüchte einfach so auf die Hand zu haben sind, zu unterstützen.

Foto: APA/Georg Petermichl

Dazu Wasser und Kaffee. Den Wein, gerne einfach nur ein Ombra, gibt’s für uns nach Sonnenuntergang. Eine Britin – Waldorflehrerin, wie sie betont – will unbedingt mit uns ins Gespräch kommen. Sie schlürft am orangefarbenen Veneziano, mit dem sie sich zu dieser Tageszeit unschwer als Touristin zu erkennen gibt und offenbart uns, dass ihr beim Gang durch die zentrale Ausstellung „All the World’s Futures“ nichts wirklich zu Herzen ging. Das können wir nachempfinden, obgleich wir vor dem riesigen Bild zur Entstehung der Welt der Aborigine-Künstlerin Emily Kame Kngwarreye lange verharrten. Als Selbstverständlichkeit sehen wir es allerdings, dass es Direktor Okwui Enwezor auf der Biennale von Venedig zeigt. Die Ausstellung mit Künstlern aus nahezu hundert Ländern

könne man nur scannen, hören wir mehrmals. Im österreichischen Pavillon gibt es dafür nicht viel mehr als Ruhe. Unsere Britin ist angetan, spricht von Zen. Schwarzweißer Innenraum. Das dürfte nicht unbedingt den Intentionen von Heimo Zobernig entsprechen. Yilmaz Dziewior, der frühere Direktor des Kunsthauses Bregenz und nunmehriger Leiter des Museums Ludwig in Köln, hat den gebürtigen Kärntner als Vertreter des Landes ausgewählt, nachdem ihn Kulturminister Josef Ostermayer zum Kommissär für Österreichs Biennale-Auftritt ernannt hat. Mit fernöstlicher Kultur hat der schwarzweiße Innenraum wenig zu tun. Zobernig ging es vielmehr darum, die Architektur von Josef Hoffmann und Robert Kramreiter, die die Entstehungszeit in den frühen 1930er-Jahren nicht leugnet, auf ein menschliches Maß herunterzubrechen. Ein schwarzer Kubus als Zwischendecke, die gerade noch einen Strahl aus den Oberlichtfenstern durchlässt, ein schwarzer Boden, ein paar Bänke neben den nicht mehr als so hoch empfundenen Säulen und ein Blick hinaus aus dem Halbdunkel in einen mit jungen Bäumen bepflanzten Innenhof: Zobernig lässt seine Handschrift erkennen und hat die Erwartungen erfüllt. Im Herbst wird er im Kunsthaus Bregenz für weitere Kontraste sorgen. Dort war übrigens auch einmal Carsten Höllers Karussell zu sehen. Das 2007 entstandene Werk des Deutschen war der

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Australien hat sich einen neuen Pavillon geleistet. Außen einem schwarzen DesignObjekt gleichend, das sich mächtig in die Gartenanlagen schiebt, herrscht im Inneren wilde Natur. Fiona Hall hat für ihre Installation „Wrong Way Time“ Fundstücke zusammengetragen und daraus ein Theater arrangiert, das bis hin zu Szenen aus geformten Brot reicht. Man mag es als einen Anziehungspunkt werten, dem Polen mit Jasper und Malinowska mit ihrer gefilmten Opernaufführung im Dschungel einiges an Unterhaltung samt Denkanstößen entgegenzuhalten hat.

Erderwärmung und Lebensregeln. Dass das Streben des Menschen nach materiellem Gewinn auf Kosten der Umwelt geht, wird oft thematisiert. Vincent Huang vertritt Tuvalu, flutete einen Raum im Gebäudekomplex des einstigen Waffenlagers, dem Arsenale, mit dampfendem Wasser, um auf die Gefahren der globalen Erderwärmung aufmerksam zu machen. Die Sorge über den steigenden Wasserspiegel ist in Venedig ohnehin gegenwärtig, im Gedächtnis bleibt weniger die vielfache Verbildlichung der ökonomischen und sozialen Probleme als die konkrete Realisierung von künstlerischen Konzepten. Adrian Pipers Installation gleicht einem Informationsschalter. Die Amerikanerin lässt die Besucher Verträge mit strikten Lebensregeln unterschreiben, die hundert Jahre aufbewahrt werden.

Kommissär Yilmaz Dziewior, Kulturminister Josef Ostermayer und Künstler Heimo Zobernig.

Biennale-Leitung noch nicht zu alt, um es am zentralen Platz in den Giardini aufzustellen. Unweit eines Ortes, an dem einige Bäume besondere Bedeutung erhalten. Céleste BoursierMougenot hat sie samt Wurzeln und Erdreich innerhalb und außerhalb des französischen Pavillons platziert. Synchron zu eigenen Kompositionen, mit denen der frühere Musiker bekannt wurde, beginnen sich die Gewächse zu bewegen.

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Im Pavillon von Belgien wird auch gelesen. Schriften aus dem Kongo, wo einst ein König dieses Landes als Kolonialherr wütete. Und Russland? Bei Irina Nakhova gibt’s Disneyland. Ein riesiger Kopf eines Kampfjetpiloten empfängt die Besucher. Manchmal bewegt er die Augen hinter der Maske. Einige Häuser weiter begegnet die als Skandalkünstlerin gehandelte Engländerin Sarah Lucas ihrem Image mit einem Grinsen und bestückt die unteren Körperöffnungen ihrer Torsi mit Zigarettenstummeln. Für die Schweiz lässt Pamela Rosenkranz hautfarbenes Wasser blubbern. Für einen Blick ins Bassin, in das die Kosmetikindustrie ihre Glücksverheißungen gegossen hat, wird brav angestanden. Der Holländer Hermann de Vries malt mit Erde, Steinen und Knochen und setzt auf den Duft echter Rosenblüten. Mehrere große Museen begrüßten derartige Entschleunigung und boten ihm zuletzt Ausstellungen an.

Fotos: APA/Georg Petermichl, Christa Dietrich

In den Palazzi. Während sich die Venedig-Besucher auf den schwimmenden Öffis von Palazzo zu Palazzo schaukeln lassen, wissen die Biennale-Insider, dass die Ausstellung, die sich neben den Hauptorten, den Giardini und dem Arsenale, inzwischen über die ganze Stadt erstreckt, die Möglichkeit bietet, völlig ungeniert in die mehr oder weniger schmucken Häuser zu kommen. Der Schotte Graham Fagen bereichert eines davon mit klangvoller Poesie. Im Palazzo Mora leuchten Porträts der österreichischen Malerin Xenia Hausner mit einem Murano-Luster um die Wette, Landsmann Dieter Huber bereichert seine Großformate hingegen mit kritischen Aussagen zum Verhalten in der Masse. Dass das Ambiente im Ca del Duca, wo sich Luxemburg eingemietet hat, weniger feudal ist, kommt Filip Markiewicz entgegen. Im Haus am beschaulichen Platz geht es richtig ab. Kapitalismuskritik per Zeichnung, Video, Installation und im PartyAmbiente. Wer will, kann zum Akteur werden und erfährt dabei mehr Hinterfragbares als auf der Bühne des zentralen Pavillons, wo Enwezor Schauspieler Passagen aus „Das Kapital“ von Karl Marx lesen lässt. Für Kanada hat das Künstlerkollektiv BGL einen Tante-Emma-Laden eingerichtet. Zu kaufen gibt es nicht einmal Kunst, obwohl jede Menge gebrauchte Farbdosen herumstehen. Seine Münzen kann man in ein Spiel investieren. Nach dem Einwurf schlittern sie über mehrere Bahnen, um am Ende hinter einer Scheibe ein gefälliges Muster zu ergeben.


Xenia Hausner im Palazzo Mora

Belgien erinnert an Kolonialherrschaft.

Irina Nakhovas Fliegerhelm (Russland)

Maria Veronica Leon aus Ecuador

Arbeit für den Vatikan von Elpida Hadzi-Vasileva

Verschlüsselte Poesie: Chiharu Shiota im Japan-Pavillon

Ein gutes Beispiel dafür, dass man es mit dem Abwandern der Hauptausstellungsorte nicht bewenden lassen sollte, liefert Simon Denny. Er hat sich für Neuseeland in der Biblioteca Marciana am Markusplatz eingenistet und widmet sich einem Thema, das sonst ausgeklammert bleibt, nämlich der Überwachung. Wem die Gefahr durch Digitalisierung nicht plausibel wird, erfährt von der Geschichte Venedigs. kontur 77


Von Perlen und Blütenstaub. Inmitten der großen Ansammlung von viel politischer Kunst auf dieser Reise um die Welt, die je nach Ausdauer und Erkundungslust in drei bis vier Tagen, um auf Jules Verne anzuspielen, nun in etwa 80 Stunden zu schaffen ist, findet sich im Übrigen auch Humor.

Im Video von Mika Rottenberg aktiviert die monotone Arbeit in einer Perlenfabrik einen Ventilator, der einer Frau so viel Blütenstaub ins Gesicht weht, dass die Nase immer länger und länger wird. Jedes Niesen produziert einen Teller mit Pasta oder Ähnlichem. Mit dem Pranzo wird’s trotzdem nichts. Armenien lockt

auf die kleine, abseits gelegene Insel San Lazzaro. Man hätte sie übersehen, würden Künstler dort nicht auf die leidvolle Geschichte des Volkes verweisen und auf den Wert des kulturellen Austausches, der auch heute noch nicht in allen vertretenen Ländern eine Selbstverständlichkeit darstellt. Christa Dietrich

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Arbeiten von Herman de Vries im Holland-Pavillon

„The Question of Beings“ von Yahon Chang (Taiwan)

Guatemala widmet sich den Tragödien.

Ivan Grubanov (Serbien) zeigt untergegangene Reiche.

Fotos: Christa Dietrich

Die Biennale Venedig ist bis 22. November 2015 geöffnet. Es empfiehlt sich ein Aufenthalt von mindestens drei Tagen für die Besichtigung der Ausstellungen im Arsenale, im Park mit den Pavillons und in den Palästen und Museen der Stadt. www.labiennale.org


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