Good News 2019 2. Jänner 2019
Lebensqualität Vorarlberger mit Situation zufrieden
Optimistisch Warum 2019 ein gutes Jahr wird
Beispielhaft Sie stehen für gute Nachrichten
Good News 3
Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Wachstumskurve zeigt weiter nach oben
Editorial
Gerold Riedmann
Nur Gutes!
Wirtschaftsmotor brummt auch 2019, hohe Lebensqualität.
Vorarlberg geht es gut. Es gibt wenig Grund zum Jammern. Das sehen auch die Menschen so, die hier leben. Die Lebensqualität wird mit Bestnoten gewürdigt, wie Umfragen zeigen. Acht von zehn Vorarlbergern beurteilen sie mit gut oder sehr gut – mehr als in jedem anderen Bundesland. Geschätzt werden die weitgehend intakte Landschaft und Natur, aber auch die wirtschaftliche Sicherheit. Und daran wird sich auch im neuen Jahr nichts ändern. Das sind „Good News“. Diese guten Nachrichten lassen sich auf aktuelle Wirtschaftsprognosen der Bank-Austria-Analysten für Vorarlberg zurückführen, die für 2019 ein Wachstum von 2,3 Prozent sehen. Vorarlberg werde damit eines der wachstumsstärksten Bundesländer sein und über dem österreichweiten Schnitt von zwei Prozent landen. Die Kurve zeigt demnach weiter nach oben. Eine andere hingegen in die entgegengesetzte Richtung: die Arbeitslosenzahlen sollen 2019 weiter sinken. Die Analysten gehen von einem Rückgang um 0,1 Prozent auf 5,3 Prozent aus. SCHWARZACH
Gute Perspektiven Der Wirtschaftsmotor brummt demnach weiter. Schon zuletzt hatte sich der Arbeitsmarkt prächtig entwickelt. Die Perspektiven für junge Vorarlberger sind gut. „Vorarlberg hat eine der geringsten Jugendarbeitslosenquoten in ganz Europa“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner (51, ÖVP). Kein Jugendlicher zwischen 15 und 20 Jahren müsse derzeit länger als sechs Monate auf eine Einstellungszusage warten. Rückgrat der Vorarlberger Wirtschaft sind die Fachkräfte, die es in großer Zahl gibt. „Unsere
Zurcaroh möchte einen Ableger in Bra silien gründen, der Straßenkin dern eine Pers pektive gibt. AUF SEITE 4
VN-DROHNE
„Noch schwerer als schlechte Nachrichten sind nämlich gute Nachrichten aufzuspüren!“
Positive Wirtschaftsentwicklung, hohe Lebensqualität: Vorarlbergs Bevölkerung wächst seit Jahren stark. 2020 soll die 400.000-Einwohner-Marke geknackt sein.
Lehrlinge von heute sind die Führungskräfte und Facharbeiter der Zukunft. Die duale Ausbildung zahlt sich aus“, so Wallner, der in
„Kein Jugendlicher muss länger als sechs Monate auf eine Einstellungs zusage warten.“ Markus Wallner Landeshauptmann
der Bildung den Fokus auf dem gesamten Bildungsweg sieht. „Frühe Förderung in Kindergarten und Schule über Lehre und Weiterbildung bis zur Fachhochschule.“
Julian Knowle plant nach ei ner langen Ver letzungspause 2019 die Rück kehr auf den Tennisplatz. AUF SEITE 6
Darum wird 2019 ein gutes Jahr. Vorarl berger Persön lichkeiten über die Gründe dafür.
Dass es sich gut lebt in Vorarlberg, hat sich längst herumgesprochen. Das zeigt sich auch in der Bevölkerungsentwicklung mit weiter steigender Tendenz. 394.600 Menschen leben mittlerweile in Vorarlberg, 2530 mehr als noch vor einem Jahr. Spätestens 2020 dürfte die 400.00oer-Marke geknackt sein. 2019 wird ein Jahr sein, in dem Vorarlberg auch international im Rampenlicht steht. Die Gymnaestrada gastiert ein zweites Mal nach 2007 im Ländle. Sportler aus 60 Nationen werden erwartet, dazu viele Tausende Besucher. Um für das Großereignis gerüstet zu sein, wurden längst die Weichen gestellt. Auch beim öffentlichen Nahverkehr. Rechtzeitig werden die neuen Zuggarnituren erwartet. MICHAEL GASSER michael.gasser@vn.at 05572 501-265
Drei Städte haben gemein same Ziele, ob Vorarlberg nun die Kultur hauptstadt bekommt. AUF SEITE 10
AUF SEITE 8, 9
Selbst nach mehreren Fehlgeburten besteht die Chance, Eltern gesunder Kin der zu werden. AUF SEITE 5
„Ned gschimpft isch gnuag globt”, sagt der Vorarlberger, wenn etwas schon ziemlich außergewöhnlich ist. Der Berufsstand der Journalisten steht dem in nichts nach. Von der Journalistenschule an darauf trainiert, stets das Haar in der Suppe zu
Nach dem Unfall konn te Schlachter all das tun, wozu er frü her keine Zeit hatte. AUF SEITE 10
finden. Deshalb müssen Redaktionen sich permanent bemühen, nicht nur schlechte Nachrichten zu berichten. Noch schwerer als schlechte Nachrichten sind nämlich gute Nachrichten aufzuspüren! Schuld daran ist hauptsächlich die Prägung des menschlichen Gehirns – nämlich von uns allen. Wir geben negativen Reizen stets den Vorzug, was wohl der Evolution geschuldet ist. Wer sich mehr auf das Gefährliche konzentrierte, hatte größere Chancen sich anzupassen und zu überleben. So verbreiten sich auch heute – sei es im echten Leben oder in den sozialen Netzwerken des Internets – schlechte Nachrichten viel schneller als gute. Das subjektive Bedrohungsgefühl liegt vor allem bei der Kriminalität meilenweit von der Realität entfernt. Auch wenn die Kriminalität seit Jahrzehnten abnimmt, reicht eine Tat, um sich selbst unsicherer zu fühlen.
Am 7. Juni feiert das Megakraft werk Ober vermunt II offiziell Er öffnung. AUF SEITE 12
Die große Sommeraus stellung der Stadt Bregenz ist heuer Alex andra Wacker gewidmet.
Dabei passiert auch viel Gutes auf unserem Planeten. Die Bertelsmann Stiftung hat einige Erfolge aufgearbeitet. So lebten 1970 noch 2 Milliarden Menschen weltweit in absoluter Armut. Heute immer noch zu viele, aber mit 0,7 Milliarden sind es deutlich weniger. Oder das, was wir heute als besonders selbstverständlich nehmen: die Demokratie. Vor 200 Jahren lebten erst 9,2 Millionen Menschen in einer Demokratie. Heute sind es 4,1 Milliarden. Auch in Vorarlberg gibt es sehr viele positive Entwicklungen. Die VN-Redaktion will zum Beginn des neuen Jahres 2019 auf das Positive, das passiert, einen Schwerpunkt setzen. Mit „Good News“ halten Sie eine ganze Zeitung mit ausschließlich guten Nachrichten in Händen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben für das eben angebrochene neue Jahr 2019 von ganzem Herzen alles erdenklich Gute. Verlassen wir uns doch nicht darauf, dass das Positive von alleine passiert und helfen wir gemeinsam mit, dass sich die Dinge weiter zum Positiven entwickeln. Herzlichst, Ihr
GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.
Skispringerin Eva Pinkelnig gelang TraumComeback. Jetzt hat sie die Winterspiele im Visier. AUF SEITE 14
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Dank einer Ko operation mit St. Gallen kön nen Kinder mit Krebs wohn ortnah behan delt werden. AUF SEITE 11
Thomas Flax ist seinem Traum von den Paralym pics in Tokio 2020 näherge kommen. AUF SEITE 14
Die Gymnaest rada in Vorarl berg wird die Welt für einige Tage näher zusammenrü cken lassen. AUF SEITE 15
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Perspektive für Straßenkinder
Zurcaroh startet Ableger als nachhaltiges Sozialprojekt. GÖTZIS Im vergangenen Jahr hat die Vorarlberger Akrobatikgruppe Zurcaroh international endgültig den Durchbruch geschafft. Die Auftritte bei der US-Talentshow „America’s Got Talent“ wurden von einem Millionenpublikum in den USA verfolgt, und letztlich wurde man knapp Zweiter. Zum Glück, denn die mit dem Sieg verbundenen Auftritte in Las Vegas wären für die Amateure, bei de-
DIE GUTE NACHRICHT
eine eigene Akrobatikgruppe in Brasilien zu gründen. Das soll jungen Menschen in Armenvierteln ermöglichen, eine langfristige Perspektive aufzubauen. Damit knüpft man an die eigene Geschichte an, immerhin hatte Zurcaroh-Gründer Peterson da Cruz Hora Zurcaroh erst in Brasilien gegründet und dann, nachdem er in Vorarlberg lebte, hierher versetzt. Auch für ihn war die Akroba-
Zurcaroh möchte einen Ableger in Brasilien gründen, der Straßenkindern eine Perspektive gibt.
nen viele Schüler aktiv sind, wohl kaum zu schaffen gewesen. Am 25. Dezember folgte noch der Auftritt mit Helene Fischer in der gleichnamigen Show des Schlager-Stars, bei dem Zurcaroh sich erstmals einem Millionenpublikum im deutschsprachigen Fernsehen präsentieren konnte.
Zurcaroh Cares 2019 werden die Athleten von Zurcaroh nun ein Herzensprojekt umsetzen: „Zurcaroh Cares“, ein eigenes Sozialprojekt. Dabei wollen die Götzner die eigenen Stärken und Fähigkeiten ganz bewusst einsetzen. Geplant ist nämlich, 2019
tik der Weg, vermeintliche Grenzen zu überwinden. Nun geht es, zumindest teilweise, wieder retour. Und das erst einmal mit der ganzen Götzner Truppe. Denn im Frühjahr ist eine einwöchige Brasilien-Tournee geplant, die als Startschuss für das Projekt dienen soll. Dabei werden zum einen Kinder aus Armenvierteln zu den Shows eingeladen. Auch sonst ist einiges ungewöhnlich. „Die einen zahlen mit Lebensmitteln“, erklärt Zurcaroh-Cares-Sprecher Christoph Hämmerle, „die anderen ganz normal mit Geld.“ Es geht darum, viele Menschen zu erreichen. „Die Lebensmittel gehen dann
direkt an die Bevölkerung retour“ und auch alle Einnahmen dienen dem Projekt. Die Kosten für die Reise der 50 Köpfe starken Truppe werden aus Erlösen bei Auftritten in Europa getragen.
100.000 Euro im Jahr In Folge soll eine zweite ZurcarohGruppe in Brasilien gegründet werden. Die wird, so der Plan, dieselben Choreografien lernen und damit Zurcaroh ermöglichen, mehr Auftritte wahrzunehmen. 2018 wurden über 100 Angebote ausgeschlagen. Dabei sollen sich die Gruppen auch durchmischen können. „Es gibt uns dann mal zwei“, bringt es Hämmerle auf den Punkt. Geleitet wird das Ganze aus Österreich. Ziel ist es aber, dass die brasilianische Truppe sich mittelfristig selbstständig finanziert und trägt. In Brasilien möchte man aber noch mehr bieten, so werde den Kindern unter den 50 bis 100 brasilianischen Mitgliedern der Schulbesuch ermöglicht und auch Lernhilfe und Betreuung in der Freizeit angeboten. „Sie sollen eine langfristige oder sogar lebenslange Perspektive erhalten“, betont Hämmerle. Die Startkosten schätzen Zurcaroh mit 100.000 Euro im Jahr ein. Das fällt für eine Halle samt Räumlichkeiten für Betreuung, Trainer, Reisekosten, Schulgelder und Ähnliches an. Die Pläne sind schon weit fortgeschritten, Peterson da Cruz Hora war bereits mehrmals in Brasilien,
Die Götzner Akrobatikgruppe startet ein Sozialprojekt in Brasilien, das Straßenkinder Zukunftschancen sichern soll. ZURCAROH
um das Projekt aufzugleisen. Standort wird São Paulo sein. Wenn sich das Projekt in Brasilien bewährt, dann könnte es für weitere Projekte aus Vorbild dienen. „Wir haben viele Anfragen aus Afrika“, berichtet Hämmerle. Dort unterstützt man bereits eine Gruppe in Uganda.
berichten. 2019 wird es, neben internationalen Auftritten, so etwa wieder in den USA, auf jeden Fall auch einen oder mehrere Auftritte im Land geben, bestätigte Hämmerle. Damit kann man die atemberaubende Akrobatik auch wieder einmal vor Ort statt über das Fernsehen verfolgen.
Gute Nachrichten für Fans Erfreuliches gibt es auch für die Fans der Truppe aus Vorarlberg zu
GERNOT SCHWEIGKOFLER gernot.schweigkofler@vn.at 05522 76644-30
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Babyglück auf Raten
Vera Juriatti ist Mutter von sieben Kindern, fünf davon sind Sternenkinder. GRAZ „Wenn ich groß bin, werde ich Kinderkrankenschwester.“ Das wusste Vera (heute 52) bereits als Volksschülerin. „Ich war die Oberbabysitterin in unserer Siedlung“, bringt sie zum Ausdruck, dass sie schon als Mädchen von Kindern angetan war. Später ergriff die gebürtige Steirerin ihren Traumberuf. An ihrer ersten Arbeitsstelle, im Spital Bludenz, lernte die Kinderkrankenschwester ihren späteren Mann Rainer Juriatti (heute 54) kennen, der dort als Zivildiener tätig war. Das Paar heiratete 1989 mit dem Wunsch, baldmöglichst eine Familie zu gründen. „Rainer wünschte sich fünf Kinder, ich zwei.“
„Fühlte mich als Versagerin“ Als die junge Frau schwanger wurde, war die Freude bei beiden groß. Doch diese währte nicht lange. „In der 10. Woche setzte bei unserem Wunschkind der Herzschlag aus.“ Vera war geschockt. Mit einer Fehlgeburt hatte sie nicht gerechnet. „Es war sehr schlimm. Mein Baby war tot, während eine Bekannte sich über ihren putzmunteren Säugling freute.“ Kurz darauf wurde Vera aber wieder schwanger. Aber auch dieses Kind starb noch im Mutterleib, es lebte nur acht Wochen. Jetzt fühlte sich Vera als Versagerin. „Ich dachte mir, dass mit mir etwas nicht stimmt.“ Zu ihrem Mann sagte sie: „Mit mir wirst du die fünf Kinder nicht bekommen. Du musst dir eine andere Frau suchen.“ Seine Antwort wird ihr für immer in Erinnerung bleiben: „Ich verlasse dich sicher nicht, denn ich liebe dich.“ Rainer war es auch, der sie bestärkte, nicht
an dieses Jahr. Es ist wie gelöscht.“ Trotz aller traumatischen Erfahrungen: Die Sehnsucht nach einem weiteren Kind blieb. Und wieder war Vera, die um jedes Kind trauerte, guter Hoffnung. Aber sie erlitt abermals einen Abort. „Dann war das Thema Schwangerschaft für uns erledigt.“ Die Juriattis überlegten kurz, ob sie ein Kind adoptieren sollten. Aber sie kamen wieder davon ab. Schließlich passierte das, woran sie nicht mehr glaubten. Vera wurde mit Chiara schwanger. Sie kam 1997 gesund zur Welt.
Vera und Rainer Juriatti sind dankbar, dass Tonio und Chiara in ihr Leben gekommen sind. Beide waren Wunschkinder.
DIE GUTE NACHRICHT Selbst nach mehreren Fehlgeburten besteht die Chance, Eltern gesunder Kinder zu werden.
die Flinte ins Korn zu werfen. „Wir probieren es nochmals“, machte er ihr Mut. Aber es vergingen mehrere Jahre, ohne dass sich etwas tat. Ein Gynäkologe wendete das Blatt. Dieser vertraute Vera an, dass viele Frauen Fehlgeburten erleiden würden. „Er schickte mir einen Brief. Darin schrieb er, dass ich so viele Kinder bekommen würde, wie ich haben will.“ Das löste bei ihr innere Blockaden. „Ein paar Monate später war ich mit Tonio schwanger.“ Das Paar freute sich riesig über die neuerliche Schwangerschaft. „Aber gleichzeitig hatten wir Angst, auch dieses Kind zu verlieren.“ Tonio wurde 1993 gesund
JURIATTI
geboren. „Für uns war er das größte Geschenk. Endlich waren wir eine Familie.“ Die frischgebackene Mutter konnte anfangs ihre Augen nicht abwenden von ihrem Sohn. „Einen Tag lang habe ich ihn nur angeschaut und geknuddelt.“ Tonio sollte nicht als Einzelkind aufwachsen. Deshalb wünschten sich die Juriattis ein Geschwisterchen für ihn. Der Weg dorthin war aber wieder steinig. Erneut ging der Krankenschwester ein Fötus ab, dieses Mal in der 12. Woche. 1995 brachte sie Pablo zur Welt. Er war ein Frühchen und starb kurz nach der Geburt. Vera fiel in tiefe Trauer. „Ich habe keine Erinnerungen
Ein totgeschwiegenes Thema Tonio (25), der Gymnasiallehrer ist, und Chiara (21), die Germanistik und Kunstgeschichte studiert, sind heute der ganze Stolz der Juriattis. „Aber wir haben nicht nur zwei Kinder, sondern sieben. Die toten Kinder gehören auch zu uns. Sie sind immer da.“ Nach dem Erscheinen von Rainers Juriattis neuem Buch „Die Abwesenheit des Glücks“, in dem er Sternenkindern eine Sprache gibt, sieht das Ehepaar es als seine Aufgabe an, in Lesungen über das totgeschwiegene Thema Fehlgeburten zu sprechen. „Darüber spricht man immer noch nicht. Wir wollen Betroffenen helfen und das Tabu aufbrechen.“ MARTINA KUSTER martina.kuster@vn.at 05572 501-734 Textkonzerte mit Rainer Juriatti, Philipp Lingg und Arnold Meusburger am 19.3. in der Lecher Kirche und am 20.3. in Schruns auf der Kulturbühne, jeweils 19.30 Uhr.
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Sich quälen für die letzte Chance
Tennisprofi Julian Knowle will es mit 44 Jahren nochmals wissen. Er scheint am Ende des Leidenswegs angelangt zu sein. Julian Knowle plant nach einer langen Verletzungspause 2019 die Rückkehr auf den Tennisplatz. „Ich möchte gerne bei den Australian Open in Melbourne Mitte Jänner wieder aufschlagen. Wenn es sich dafür nicht ausgeht, fasse ich in Europa die Hallenturniere in Montpellier Anfang Februar und Cordoba ins Auge.“ SCHWARZACH
pel-Spiels mit Alexander Peya in St. Petersburg rissen die Sehne am linken Oberarm und das Innenband im Ellbogen. Gerade eben hatte er sich mit 43 Jahren noch einmal in die Top-50 der Doppel-Weltrangliste zurückgekämpft. „In den nächsten zwölf Monaten wäre ich bei fast allen großen Turnieren wieder im Hauptbewerb gewesen. Ich war am Boden zerstört. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem ich mich wieder
Julian Knowle plant nach einer langen Verletzungspause 2019 die Rückkehr auf den Tennisplatz.
DIE GUTE NACHRICHT
Der Doppel-Spezialist ist auch mit 44 Jahren leidenschaftlich mit seinem Sport verbunden. „Ich habe den Fokus weiter aufs Tennisspielen gelegt, möchte meine Karriere fortsetzen.“ Für Melbourne hätte er mit dem Deutschen Peter Gojowczyk einen Partner gefunden: „Ich schätze es sehr, dass er bereit ist, mit mir zu spielen.“ Die Voraussetzung, dass es für Melbourne klappt? „Ich muss über ein paar Tage schmerzfrei servieren können, sonst macht es wohl keinen Sinn.“ Die Krankengeschichte Julian Knowles geht auf den September 2017 zurück. Während eines Dop-
nach oben gekämpft habe, passiert diese Verletzung.“ Eine Operation am linken Ellbogen folgte. Ein Teil der Gracilissehne im linken Knie wurde entfernt. „Mit dieser Sehne ist das Innenband am Oberarm fixiert worden.“
Hiobsbotschaft Kurz vor dem Comeback an seinem 44. Geburtstag dann die nächste Hiobsbotschaft. „Da habe ich den Schläger nicht mehr halten können, musste in München am Tag vor dem Turnier meine Nennung zurückziehen. Der Schulterkopf drückte auf den Schleimbeutel, das Zusammenspiel mit der Muskula-
tur war nicht ideal. Es zwickte einfach beim Service.“ Von den Ärzten bekam er zwei Varianten zur Auswahl: Eine neuerliche Operation, um die lose Sehne fixieren, was ihn etwa drei bis vier Monate gekostet hätte. Oder konservativ vorzugehen. Knowle entschied sich für die konservative Behandlung. „Weil es auch bei einem operativen Eingriff keine hundertprozentige Sicherheit gegeben hat, dass ich wieder Tennisspielen kann.“ In Salzburg fand der US-OpenSieger von 2007 bei Gernot Schweizer, der auch die Ski-Asse Marcel Hirscher und Manuel Feller betreut, Hilfe. Drei Tage in der Woche hat der Harder in den vergangenen Monaten seine Zelte in der Mozartstadt aufgeschlagen. „Schweizer hat mir genau erklärt, was mich erwartet. Es werde kein Kindergeburtstag, aber ich könne es schaffen.“ Er sehe den Aufwand, die Quälerei, als letzte Chance, den Sprung zurück auf den Tenniscourt zu schaffen. „Ich will mir später keinesfalls den Vorwurf machen, es nicht nochmals probiert zu haben.“ Natürlich hat sich Knowle, 19-facher Doppel-Sieger auf der ATPTour, auch mit dem Karriereende beschäftigt. „Ich hatte auch sehr viel Zeit dazu. Es wäre fahrlässig, das nicht zu tun. Ich muss für zwei Kinder Sorge tragen, Alicia ist sieben, Jamie zwei Jahre alt. Ich habe mit meinem Tennis gutes Geld verdient, aber reich bin ich nicht
Julian Knowle, im Bild mit Tochter Alicia, kämpft nach schwierigen Monaten um sein Comeback. GEPA
geworden. Und ich möchte auch nicht, dass meine Familie vom Lebensstandard her zurückstecken müsste.“ Knowle, der zuletzt als Experte im Fernsehen schnuppern durfte, kann sich vorstellen, in der Tennisschiene als Trainer zu arbeiten, oder als Coach im menta-
len Bereich. „Ich bin aber auch offen für Neues. Wenn ich für etwas Feuer habe, dann knie ich mich dafür zu hundert Prozent rein.“ HEIMO KOFLER heimo.kofler@vn.at 05572 501-218
Auf bestem Weg in eine gute und sichere Zukunft
Im zweiten Anlauf zum positiven Asylbescheid.
Wartens nützte Mohammad, um Deutsch zu lernen, die Schule und verschiedene Kurse zu besuchen sowie Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen. Die nahmen den sympathischen Flüchtling gerne in ihre Mitte. „Sogar das Jassen habe ich bei ihnen gelernt“, merkt er mit jungenhaftem Schmunzeln an. Sein aufgeschlossenes Wesen brachte ihm zahlreiche Empfehlungsschreiben ein, die ihm als Unterstützung auf dem Weg zum Bleiberecht dienen sollten.
GAIS Er strahlt, als ob ihm das gan-
ze Glück dieser Welt hold gewesen wäre. In gewisser Weise stimmt es wohl, denn endlich hält Mohammad Noor Nazari (24) einen positiven Asylbescheid in Händen. Im zweiten Anlauf hat sich das Blatt für den jungen Afghanen doch noch zum Guten gewendet. „Jetzt kann ich mir meinen Traum vom Pflegeberuf erfüllen“, freut sich Mohammad. Erste Schritte hat er mit dem erfolgreichen Absolvieren des Heimhilfe-Lehrganges bereits gesetzt. Nun hofft er auf einen Platz in der Kathi-Lampert-Schule in Götzis, um eine Pflegeassistenz-Ausbildung beginnen zu können. „Das wäre mein größter Wunsch für das neue Jahr“, merkt er schüchtern an. Auf diese Weise will er sich Schritt für Schritt seinem beruflichen Ziel annähern. „Wo ein Wille, ist auch ein Weg“, meint er und lächelt. Mohammad Nazari ist bereit, alle Hürden zu nehmen.
Job in der Tasche Schon fix in der Tasche hat Mohammad eine Stelle im Seniorenzentrum Satteins. Er kennt das Haus und die Menschen aus seiner monatelangen ehrenamtlichen Tätigkeit. Dass er ab 2. Jänner hauptberuflich dort arbeiten kann, macht ihn stolz, treibt ihn gleichzeitig aber auch an. So hat er etwa die Weichen für einen Deutschkurs auf B2-Niveau, den er für die Schule braucht, schon gestellt und die Suche nach einer kleinen Wohnung aufgenommen. Derzeit lebt Nazari in einem Neun-Quadratmeter-Zimmerchen im dritten Stock des Flüchtlings-
Stolz zeigt Mohammad Noor Nazari den Bescheid, der es ihm erlaubt, in Freiheit und ohne Angst leben zu können.
DIE GUTE NACHRICHT Mohammad Nazari kann sich den Traum vom Pflegeberuf nun erfüllen.
heims der Caritas in Gais. Nach einer abenteuerlichen Flucht aus Afghanistan spülte ihn die Verteilungsquote nach Vorarlberg. Als er hier ankam, begann für den jungen Mann ein neues Leben. In seinem Heimatland war es nichts mehr wert. Weil er sich weigerte, seinen Job auf dem Flughafen von Kandahar, wo er für eine amerikanische Firma arbeitete, aufzugeben, wurde er massiv von den Taliban bedroht. „Wäre ich jetzt noch dort, müsste ich für sie in den Krieg“, erzählt Mohammad. Schließlich trieb ihn die ständige Angst in die Flucht. Der erste Versuch ging schief. Die Gruppe, mit der Mohammad unterwegs war, wurde im Iran von der Polizei erwischt und abgeschoben. An die Überfahrt in dem mit Flüchtlin-
VN/MM
gen vollbesetzten Schlauchboot erinnert er sich nur ungern. „Es war gefährlich, einfach schrecklich.“ In Griechenland wurden sie in einem Güterzug versteckt und nach Ungarn verfrachtet. Dort und später dann in Österreich bekam es Mohammad wieder mit Polizisten zu tun. „Aber die waren sehr höflich.“ In Gais fand die Odyssee schließlich ein Ende.
Wartezeit gut genützt Einfach gestaltete sich der Neubeginn jedoch nicht. Der erste Asylantrag, den Mohammad Noor Nazari stellte, wurde abgelehnt. Er ging in Berufung und bekam eine Anhörung beim Bundesamt für Asylwesen in Wien zugestanden. Die Zeit des mit viel Bangen verbundenen
Den Bescheid gefeiert Neun Monate dauerte es, bis die Behörde ihre Entscheidung in einen Bescheid goss. Für Mohammad war es eine Talfahrt der Gefühle. Die Angst vor einem neuerlichen negativen Bescheid saß tief. „Ich konnte nur hoffen.“ Seine Zuversicht, die er sich trotz allem bewahrte, ließ ihn nicht im Stich. Seit wenigen Wochen hat der junge Afghane wieder eine Zukunft. Den positiven Bescheid feierte er mit Bekannten und Freunden gemeinsam. „Zur Feier des Tages sind wir in ein Restaurant gegangen“, sagt er. Auch die Mutter, die in Afghanistan zurückblieb, ist glücklich, weil sie ihren Sohn in Sicherheit weiß. Wäre der Bescheid negativ ausgefallen, hätte Mohammad Nazari das Land laut eigenem Bekunden freiwillig verlassen und sein Glück in Frankreich versucht. „Aber lieber bin ich in Österreich bzw. in Vorarlberg. Hier fühle ich mich wohl, hier bekomme ich die Chance, mir meinen Berufswunsch zu erfüllen.“ Mohammad Noor Nazari klingt beseelt und glücklich. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
8 Good News
Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
2019 wird ein gutes Jahr, weil wir den größten Strategieprozess in unserer WKV-Geschichte ins Leben gerufen haben und wir in diesem Jahr viele mutige Projekte für Vorarlberg und seine Menschen in die Umsetzung bringen werden. Damit unterstreichen wir nicht nur die Bedeutung der Wirtschaft und des Unternehmertums für dieses Land, sondern senden ein auch starkes Signal an die Öffentlichkeit, dass wir die Herausforderungen der kommenden Zeit nur gemeinsam bewerkstelligen können. Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg 2019 wird richtungsweisend. Mit EU-Wahlen und LT-Wahlen wird sich entscheiden, welchen Weg wir einschlagen. Auf der einen Seite stehen nationalkonservative, auf der anderen Seite liberale Kräfte. Ich bin überzeugt, dass sich Vorarlberg für den zweiten, mutigen Weg entscheiden wird. Sabine Scheffknecht, Landessprecherin, Neos
Weil ich überzeugt bin, dass wir als Verein auf dem richtigen Weg sind. Mit dem Play-off-Einzug haben wir die Möglichkeit, ein besseres Ergebnis als 2018 einzufahren. Für uns ist ein Top-Drei-Platz möglich. In familiärer Hinsicht soll 2019 so perfekt bleiben wie das Vorjahr. Lukas Frühstück, Handballer
Nachdem 2018 mit der Handverletzung und der Nichtnominierung für Olympia schon bescheiden begonnen hat, war dann der Schien- und Wadenbeinbruch nochmals eine negative Steigerung. So gesehen kann es für mich 2019 nur bergauf gehen. Genau werde ich es allerdings erst im Juni wissen, dann sind nämlich die ersten Schwünge auf Schnee geplant. Allzu große Pläne schmiede ich noch nicht, auch wenn Sölden das Ziel ist. Dafür setze ich all meine Energie ein. Elisabeth Kappaurer, Skirennläuferin
. . . weil mehr bewusst wird, dass 1.) Ausgrenzung der falsche Weg ist; 2.) wir, über Generationen zurückgedacht, alle Ausländer sind; 3.) die Mitarbeitenden in den Landeskrankenhäusern, auch jene aus über 52 anderen Nationen, Großartiges leisten; 4.) unser Leben in einem reichen Land erfolgt. Gerald Fleisch, Direktor KHBG
Die fleißigen Vorarlberger sowie innovative Unternehmer sichern den Wirtschaftsstandort. Die Gewerkschaften setzen sich für faire Lohnerhöhungen, sozialen Ausgleich und Frieden ein. Von der Bundesregierung fordern wir eine arbeitnehmerfreundliche und menschlichere Politik. Norbert Loacker, Vorsitzender des ÖGB Vorarlberg
2019 wird für mich ein aufregendes Jahr, weil ich Österreich weiterhin als Miss Austria vertreten darf und bestimmt noch viele spannende Projekte auf mich warten. Ich freue mich darauf, dass ich viele neue Länder bereisen und neue Menschen kennenlernen darf. Izabela Ion, Miss Austria
Ich denke, 2019 wird deswegen ein gutes Jahr für mich, weil ich positiv und mit neuer Energie starten werde. Viele tolle Musikprojekte warten auf mich, darauf freue ich mich sehr. Das Jahr kann beginnen – I am ready. Lisa Aberer, Sängerin (Pop, Rock, Schlager, Jazz)
Die Vorzeichen für das Jahr 2019 stimmen: Wir haben eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, kaum ein Jugendlicher sucht länger als drei Monate einen Job, unsere Familienbetriebe sind innovativ und unsere Naturräume sind weiterhin intakt. Auch im neuen Jahr werden wir unseren Vorarlberger Weg fortsetzen. Deshalb investieren wir gezielt in Zukunftsbereiche wie die Bildung, die Digitalisierung, in den sozialen Wohnbau und in die Pflegebetreuung. Denn wenn wir Vorarlberg 2035 zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder machen wollen, müssen wir jetzt damit beginnen. Markus Wallner, Landeshauptmann
Weil das letzte Jahr besser aufgehört hat als es angefangen hat. Die Zivilgesellschaft beginnt langsam aus der Schockstarre aufzuwachen, jedenfalls in Vorarlberg, und das wird Kreise ziehen. Und wenn die Sonne plötzlich im Westen aufgeht, dann wird dieser Rausch von Populismus und Verachtung für Andere, diese Verhöhnung der Menschenrechte und der Demokratie auch irgendwann wieder vorübergehen. Ich glaube das jetzt einfach mal. Schließlich war Weihnachten und da darf man sich etwas wünschen. Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museum Hohenems
Darum wird
2019
Vorarlberg bleibt erfolgreich dank fleißiger Vorarlberger, nachhaltig handelnder Familienbetriebe und unserer natürlichen Lebensqualität. Ich wünsche mir, dass 2019 trotz Wahlkampf zudem ein Jahr wird, in dem die Politiker aller Parteien ihre Verantwortung für das Ganze wahrnehmen. Martin Staudinger, Landesparteichef, SP
Wir dürfen sicher sein, dass Gott uns auch im neuen Jahr in seinen liebevollen Händen hält und uns auf unserem Weg begleitet. Wir werden auch im neuen Jahr mit viel Kraft ans Werk gehen und so versuchen, das Leid von Notleidenden in Vorarlberg gemeinsam zu lindern. Joe Fritsche, Obmann „Stunde des Herzens“
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
ein erfolgreiches Jahr! Im Jahr 2019 kommen viele neue Herausforderungen auf mich zu, denn mit dem Abschluss der Matura beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Das neue Jahr bietet mir die Möglichkeit, mich noch mehr der Musik zu widmen und neue Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln. Philomena Juen, Jazz-Sängerin
2019 wird ein erfolgreiches Jahr, weil ich die Matura machen werde. Damit wird für mich ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnen und ich werde viele neue Berufsmöglichkeiten bekommen. Zudem habe ich geplant, mit meinen Freunden und meinem Auto, das ich gewonnen habe, ein paar Tage zu verreisen. Daria Schuricht, Miss Vorarlberg
Weil ich davon ausgehe, dass sich die Verantwortlichen in Dornbirn der Versäumnisse in Sachen Infrastruktur bewusst sind und Lösungen für den Breiten-, Schul- und Spitzensport anbieten werden. Das Play-off ist unser Ziel, dafür arbeiten wir hart. Alexander Kutzer, Eishockey Dornbirn
Die neuen Kollektionen der Designer zeigen vermehrt große Achtung vor der Umwelt, sie verzichten auf echte Pelze und leben die Nachhaltigkeit. Der Trend geht eindeutig von der Wegwerfkleidung hin zu Lieblingsstücken. Wenn wir also dieses Jahr auch noch eine faire Bezahlung in der Fertigung unserer Kleidung vorantreiben, sind wir dem Ziel sehr nahe! Sigrun Mager-Brändle, Designerin
Das Vorjahr war schon ganz gut, deshalb will ich versuchen, es sportlich noch einmal zu toppen. Dafür wäre eine Medaille bei der Weltmeisterschaft Ende Jänner in Park City perfekt. Bislang fehlt mir ja noch eine Medaille bei einer Großveranstaltung. Alessandro Hämmerle, Snowboardcrosser
Aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der ungebremst hohen Investitionstätigkeit der Unternehmen und insbesondere aufgrund der Vorarlberger Tugenden, wie der hohen Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer, erwarte ich ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2019. Joachim Heinzl, GF WISTO Vorarlberg
Generell gilt: Jedes Jahr ist eine neue Chance, gerade im Fußball. Insgesamt warten spannende Herausforderungen auf uns. Wichtig ist, hier und jetzt das Beste herausholen. 2019 wird gut, weil wir Altach wieder in die Spur bringen werden.Werner Grabherr, Fußballtrainer
2019 darf ich mit meiner Gruppe ANARTtheater Hard das 30-jährige Bestehen feiern. Nach 28 Produktionen mit über 100 Schauspielern, Tänzern und Musikern freue ich mich auf viele Wiederbegegnungen, inspirierende und berührende Aktionen. Dagmar Ullmann-Bautz, Regisseurin, GF Amateurtheater-Verband
Im abgelaufenen Jahr gab es wiederholt Angriffe auf hart erkämpfte Rechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Dies hat dazu geführt, dass die Beschäftigten näher zusammengerückt sind und ihre Identität neu entdeckt haben. Denn schließlich sind sie die wahren Leistungsträger, die unser Land am Laufen halten, die mit ihrer Arbeit Werte und Innovationen schaffen. Wenn sich diese Haltung verfestigt und die Arbeit der Menschen wieder den Respekt bekommt, der ihr zusteht, wird 2019 ein gutes Jahr. Hubert Hämmerle, Präsident der Arbeiterkammer Vorarlberg
2019 werde ich das erste Mal Großvater, ein besonderes Glück. Deshalb gilt mehr denn je: Pessimismus und Weltverdrossenheit sind keine Lösung, aufgeben im Angesicht großen Krisen auch nicht. Und niemals darf man hinnehmen, dass der Hass die Oberhand gewinnt über die Liebe. Johannes Rauch, Landesrat, Grüne
Für 2019 wünsche ich mir, dass ich das Bachelor-Studium und das dazugehörige Praktikum erfolgreich abschließen kann. Aus sportlicher Sicht hoffe ich, vor größeren Verletzungen verschont zu bleiben und an meine Erfolge des Vorjahres anschließen zu können. Emanuel Schöpf, Racketlon-Ass aus Bludenz
Ich empfinde es als wichtige Herausforderung und Aufgabe der heutigen Zeit, wieder die Differenzierung zu üben, den Meinungsaustausch, das Abwägen. Das bedeutet ein Abgehen von Tabus, von vorgefassten Meinungen und Schubladisierungen, von Generalverdächtigungen und Beschimpfungen. Ich gebe zu, das braucht in Zeiten der Shit-Stürme auch Mut. Doch nur so kann den Populisten jeglicher Couleur Einhalt geboten werden. Die Wahrheit ist nicht schwarzweiß, sie ist bunt. Markus Linder, Kabarettist und Musiker
Gute Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler sind im internationalen Umfeld zu präsentieren. Das kommende Jahr wird für mich ein gutes, weil es gelungen ist, dem Dornbirner Edmund Kalb (1900–1952) eine umfangreiche Ausstellung im Leopold Museum in Wien auszurichten. Dort stehen seine Arbeiten unter anderem in Verbindung mit jenen von Egon Schiele und weiteren Österreichern. Unser Ansinnen muss es sein, den Stellenwert eines Künstlers sichtbar zu machen, was sich hiermit erfüllt. Rudolf Sagmeister, Kunsthistoriker
Ich bin optimistisch, dass 2019 mutige politische Entscheidungen getroffen werden: Auf europäischer Ebene im Sinne eines geeinten, starken Europas. Auf Bundesebene durch eine anhaltende Reformdynamik. Und auf Landesebene durch Weichenstellungen im Sinne eines größeren gemeinsamen Bildes für die Zukunft. In den Unternehmen sind wir mit unseren Mitarbeitern gut aufgestellt, um uns im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Ich wünsche allen viel Energie, Erfolg und Gesundheit im neuen Jahr! Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg
2019 wird ein erfolgreiches Jahr, weil vor allem die fleißigen Vorarlberger unser Land weiter voranbringen. Zudem wird die Bundesregierung ihre Reformpolitik weiterführen. Bei der LT-Wahl haben wir dann gemeinsam die Chance, auch bei uns eine neue, mutige Reformpolitik zu wählen. Chris tof Bitschi, Landesparteichef FP
. . . weil es in Vorarlberg sehr viele Menschen gibt, denen es wichtig ist, dass es auch den andern gut geht. Ich vertraue, dass es uns VorarlbergerInnen gelingt, die anstehenden Fragen in einem Dialog weiterzubringen, der auch unseren Zusammenhalt stärkt. Walter Schmolly, Caritas Vorarlberg Direktor
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Der Weg zum Titel kann auch das Ziel sein
Heuer entscheidet sich, ob die Kulturhauptstadt in Vorarlberg liegt. DORNBIRN „Noch vor einem Jahr war es nicht sicher, ob wir den Bewerbungsprozess weiterführen werden, nun sind wir offiziell Bewerber um den wichtigsten europäischen Kulturtitel“, hält Bettina Steindl fest. Die Kulturmanagerin hat vor wenigen Tagen die Bewerbungsunterlagen, das sogenannte Bid Book, im Bundeskanzleramt in Wien eingereicht. Das Eintreffen wurde bestätigt. Nun heißt es al-
DIE GUTE NACHRICHT
gemeinsam ein Programm, das weitere Orte in Vorarlberg einbezieht und die Grenzen zu Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein berücksichtigt, wo man bereits sehr positive Signale hinsichtlich einer Zusammenarbeit vernommen hat. Sollte es nicht so sein, so war nichts umsonst. Die Bürgermeister von Feldkirch und Hohenems, Wilfried Berchtold und Dieter Egger, sowie die Bürgermeisterin von Dornbirn,
Drei Städte haben gemeinsame Ziele, ob Vorarlberg nun die Kulturhauptstadt bekommt oder nicht.
lerdings nicht abwarten, sondern weiterarbeiten. Ende Jänner 2019 steht fest, ob die Städte Dornbirn, Hohenems und Feldkirch mit der Regio Bregenzerwald einen Schritt weitergekommen sind, ob Vorarlberg vom Juroren-Team besucht wird, das sich mit den Gegebenheiten und den Menschen vor Ort auseinandersetzt. Im Spätherbst 2019 wird entschieden, ob der Titel Europäische Kulturhauptstadt, den sich Österreich für 2024 gesichert hat, in den Westen kommt.
Nichts ist umsonst Sollte es so sein, erarbeiten die drei Städte und die Regio Bregenzerwald
Andrea Kaufmann, haben sich, wie Bettina Steindl bestätigt, dahingehend geeinigt, dass man die gesammelten Vorschläge und die dokumentierten Themenschwerpunkte hinsichtlich gesellschaftspolitischer, bildungspolitischer, kultureller und somit beispielsweise auch städteplanerischer bzw. architektonischer Entwicklungen im Büro keinesfalls archiviert. Die einzelnen Punkte werden in die Leitbilder oder Kulturstrategien der Städte aufgenommen. Grundsätzlich gilt, dass der seit Juli 2016 eingeschlagene gemeinsame Weg nicht gänzlich verlassen wird. Die Lösungsorientiertheit, die man bei
der Vorbereitung der Bewerbung an den Tag gelegt hat, will man beibehalten.
„Mutausbruch“ Und was haben die Juroren nun aus Vorarlberg erfahren? Dass das Land viel zu bieten hat und sich als vor mehreren Jahrzehnten eher arme Region zu einer der reichsten Regionen in Europa entwickelt hat, sei ebenso ein Fakt wie die Saturiertheit, die sich mittlerweile gerade dort als gefährliche Stimmung einstellt, wo einst mit Innovationsgeist und Fleiß viel Positives bewirkt wurde, erklärt Bettina Steindl. Wenn es also darum geht, die Notwendigkeit, den „Need“ darzulegen, mit dem Titel Europäische Kulturhauptstadt Prozesse in Gang zu bringen oder die Menschen zu motivieren, ihr Lebensumfeld vor dem Hintergrund eines breit gefassten Kulturbegriffes und mit einem bewussten Blick über die Stadtund Landesgrenzen aktiv mitzugestalten, dann sei Mut ein zentrales Schlagwort. „Mutausbruch“ heißt es daher im Bid Book, dem beantworteten Fragen-Katalog. Wenn die Vorarlberger Städte in die zweite Runde kommen, hat das Kulturhauptstadt-Team zudem die Möglichkeit, seine Vorstellungen in einer Fragerunde mündlich darzulegen. Nachdem eine Stadt nach den EU-Richtlinien die Funktion einer Bannerstadt übernehmen muss, hat man sich in Dornbirn
Bettina Steindl leitet das Kulturperspektivenbüro und hat die Unterlagen zur Bewerbung um den Kulturhauptstadt-Titel bereits eingereicht. VN/STEURER
schon vor einiger Zeit für diese Rolle entschieden. Im Team selbst und in der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes war man sich ohnehin einig: Während die Stadtvertreter in Hohenems und Feldkirch mit sehr großer Mehrheit für die Be-
werbung stimmten, waren in Dornbirn alle dafür, es gab keine einzige Gegenstimme. CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.at 05572 501-225
„Ich bin dankbar, dass ich überlebt und so ein schönes Leben habe“
Burkhard Schlachter überlebte nur knapp einen Unfall. Heute sagt er: „Er hat mein Leben zum Besseren verändert.“
nicht unglücklich. Denn nun hatte er endlich Zeit für sich und für das, was er gerne tat, zum Beispiel mit Unterstützung der Söhne gebrauchte Traktoren auf Vordermann bringen. Gerne nahm er auch den Rat einer Therapeutin auf, tanzen und singen zu gehen. Schlachter, der schon in seiner Jugend gerne das Tanzbein schwang, besucht heute mit Vorliebe Tanzveranstaltungen. Seit sechs Jahren gehört er auch dem Männergesangverein Lochau an. Langeweile kennt der Invaliditätsrentner nicht. „Ich gehe gerne in die Berge und fahre auch gerne Rad.“
LOCHAU Viele Jahre war sein Leben von Pflichten bestimmt. Burkhard Schlachter war gerade mal 25, als sein Vater starb und er, der zweitjüngste Sohn, den väterlichen Hof in Lochau übernahm. „Ich habe den Hof gerne übernommen. Aber lieber wäre ich Mechaniker geworden.“ Der gelernte Landwirt heiratete die Tochter eines Biobauern und stellte in der Folge seinen Hof auf einen Bio-Bauernhof um.
Bis in die Nacht hinein gearbeitet Um seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können, ging der Vater von fünf Kindern noch anderen Arbeiten nach. „Ich bin um 5.30 Uhr aufgestanden und oft erst spät in der Nacht zu Bett gegangen“, weist er darauf hin, dass er enorm lange Arbeitstage hatte. „Ich würde heute sicher immer noch so viel arbeiten, wenn ich den Unfall nicht gehabt hätte. Dann wüsste ich immer noch nicht, wie schön das Leben sein kann“, sagt er und beginnt zu erzählen über seinen Unfall, der sein Leben bzw. seinen Alltag radikal veränderte. Am 28. September 2005 verrichtete der Landwirt mit einem Kollegen Holzarbeiten am Ruggbach. Schlachter wurde von einem Stück Holz am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Der Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus. Dort wurde er notoperiert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Als der Lochauer, der ein
Burkhard Schlachter, der als Bub am liebsten Mechaniker geworden wäre, bringt gerne alte Traktoren auf Vordermann.
DIE GUTE NACHRICHT Nach dem Unfall konnte Schlachter all das tun, wozu er früher keine Zeit hatte.
Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, aufwachte, wusste er nicht, warum er im Spital lag. „Ich hatte überhaupt keine Erinnerungen an den Unfall.“ Aber er war mit den Folgen konfrontiert. Der damals 45-Jährige konnte anfangs nicht mehr flüssig reden. „Mir passierten viele Versprecher.“
Sensibilitätsstörung als Unfallfolge Aber was noch schwerer wog: Wenn man ihn am Körper kniff oder berührte, spürte er nichts. „Ich empfand auch keine Schmerzen.“ Schlachter spricht in diesem Zusammenhang von einer Sensibilitätsstörung. Wegen dieser war er schlussendlich nicht mehr ar-
VN/KUM
beitsfähig. Denn als er körperlich wieder zu Kräften gekommen war, passierten Dinge, die nicht passieren hätten dürfen. Einmal trennte ihm eine Maschine die Fingerkuppe ab. „Ich spürte nichts. Aber ich blutete stark.“ Ein andermal war er am Schweißen. „Meine Frau sah, dass es aus meinem Stiefel rauchte. Ich hatte Glut im Stiefel, die Socke war zum Teil schon verbrannt. Aber ich hatte nichts gemerkt.“ Auch die Arbeit im Stall wurde für ihn jetzt zum Risiko. Wegen seiner tauben Hände konnte er nicht mehr mit den Tieren umgehen. „Es bestand die Gefahr, dass ich sie erschrecke.“ Als ihm die Berufsunfähigkeitspension zuerkannt wurde, war er
Ausfahrten mit der Rikscha Seit 2017 engagiert er sich mit Begeisterung für den Verein „Radeln ohne Alter“. Schlachter, der den Hof seinem zweitältesten Sohn Johannes übergeben hat, unternimmt mit alten oder gehbehinderten Menschen Ausfahrten mit der Rikscha. „Ich tue das gern. Denn es freut mich, wenn ich Menschen eine Freude machen kann.“ Außerdem kann er so dem Leben etwas zurückgeben. Das ist ihm wichtig. Denn er ist unheimlich dankbar dafür, „dass ich den Unfall überlebt habe, wieder so gut beieinander bin und ein so schönes Leben habe“. Der Lochauer erkannte, dass das, was im Jahre 2005 passierte, gut für ihn war. „Denn nun kann ich tun, was ich früher gern getan hätte und nicht tun konnte, weil ich keine Zeit dafür hatte.“ Als ihm diese Erkenntnis kam, musste er an seinen Vater denken. „Papa sagte oft: ,Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für etwas gut wäre.‘“ MARTINA KUSTER martina.kuster@vn.at 05572 501-734
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Der zähe Kampf hat sich gelohnt
Andrea Tschofen-Netzer erzählt vom Ringen um den kinderonkologischen Schwerpunkt. TSCHAGGUNS Für sie ist es mehr als
durch die Krebshölle, als Sohn Julian erkrankte. „Dank der Behandlung in Dornbirn hatten wir aber ein Familienleben“, sagt sie. Diese Möglichkeit anderen Kindern und deren Eltern zu erhalten, trieb sie an, hartnäckig zu bleiben. Getragen wurde Tschofen-Netzer dabei auch von einer Menschenwelle der Solidarität. „Sie rollte wie ein Tsunami übers Land“, merkt sie an, während ein feines Lächeln um ihre Mundwinkel spielt.
eine gute Nachricht. „Es ist die beste!“, bekräftigt Andrea TschofenNetzer. Sie tut es mit Nachdruck, denn viel stand auf dem Spiel, als sie mit Julia Hämmerle an vorderster Front der Elterninitiative „ProKinderOnko“ den Kampf um den Erhalt einer wohnortnahen Versorgung von Kindern mit Krebs aufnahm. Nach vielen zähen Gesprächen, Telefonaten und E-Mails konnte schließlich die gewünschte Kooperation mit dem Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen ausverhandelt werden. Eltern können jetzt wählen, wo die intravenöse Erhaltungstherapie für ihr Kind durchgeführt werden soll, in Innsbruck oder in der Schweizer Nachbarschaft.
Das Wissen erhalten Die Erstdiagnose erfolgt weiterhin an der Unikinderklinik Innsbruck. In St. Gallen werden aus personellen Gründen allerdings ausschließlich kindliche Leukämien behandelt. Für Netzer-Tschofen zählt, dass Eltern diese Chance überhaupt eröffnet wurde. „Ohne St. Gallen wäre auch das Wissen im Dornbirner Spital bald fort gewesen“, ist sie überzeugt. Derzeit werden zwei junge Patienten aus Vorarlberg in St. Gallen therapiert. Sieben Monate vorher war bekannt geworden, dass der im Stadtkrankenhaus Dornbirn aufgebaute und gut funktionierende kinderonkologische Schwerpunkt unter dem Mantel der Qualitätssicherung bis aufs Minimum ausgedünnt werden sollte. Plötzlich waren intravenöse Chemotherapien nur noch an der
Die Sorge um das kinderonkologische Angebot trieb viele Menschen auf die Straße.
Unikinderklinik in Innsbruck möglich. Ab Mai ging dann gar nichts mehr. Der Grund: Einer Kinderonkologin wurde wegen fehlender
Andrea Tschofen-Netzer (l.) und Julia Hämmerle ließen nicht locker. VN/MM
Ausbildungszeiten die Zulassung versagt. „Es hat oft Situationen gegegeben, in denen wir nicht mehr wussten, was wir noch tun können“, erinnert sich Andrea Tschofen-Netzer und spricht im Rückblick von vielen schlaflosen Nächten. Aufgeben kam für sie und die anderen aber zu keiner Zeit infrage. Die Tschaggunserin hat sich die Rolle der Frontfrau in dieser schwierigen Auseinandersetzung nicht ausgesucht. Sie rutschte irgendwie da hinein. Heute denkt sie: „Ich hatte wohl den nötigen Abstand zur Krankheit, für aktuell betroffene Eltern war alles zu nah.“ Dabei ging auch Tschofen-Netzer
VN/HARTINGER
DIE GUTE NACHRICHT Dank einer Kooperation mit St. Gallen können Kinder mit Krebs wohnortnah behandelt werden.
Große Dankbarkeit Die Lösung kam, als die beiden unermüdlich agierenden Frauen schon nicht mehr daran glaubten. Ende Oktober informierte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard über die Kooperation mit dem Kinderspital St. Gallen. „Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, betont Andrea Tschofen-Netzer. Auch den freiheitlichen Bildungssprecher Christoph Waibel möchte sie erwähnt haben. „Er war der einzige Parteiensprecher, der ständig Konktakt zu uns hielt.“ Jeannette Greiner, Leiterin des Kinderspitals, bekommt für ihr Engagement in dieser Sache ebenfalls Rosen gestreut. Auch im städtischen Krankenhaus scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Tschofen-Netzer berichtet von einem guten Kontakt zu Primaria Edda Haberlandt und der neuen Case-Managerin. Sie selbst verspricht: „Ich werde weiterhin alles für die Kinderonkologie tun.“ MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Bernhard Wittwer verbringt derzeit die meiste Zeit seiner Arbeit rund einen Kilometer im Berginneren. Er leitet die Hauptmontage der Maschinensätze im Obervermuntwerk II.
Wasser Marsch im Megakraftwerk
SÄLY, ILLWERKE
Nach fünf Jahren Bauzeit wird heuer mit dem Obervermuntwerk II das zweitgrößte Kraftwerk Vorarlbergs eröffnet. Schon seit dem Mittelalter wird im Montafon Energie aus Wasserkraft genutzt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Nun BREGENZ
steht das Obervermuntwerk II vor der Eröffnung. In knapp fünf Jahren Bauzeit hat der Vorarlberger Energiedienstleister Illwerke vkw
Das neue Zentrallager von Grass wird der dritte Standort des Beschlägeherstellers. Investiert werden rund 45 Millionen Euro. GRASS
Im Blum-Stanzwerk (Werk 8) in Dornbirn werden aus Stahlblech und -draht Einzelteile für die Beschlagsysteme hergestellt. BLUM
Haberkorn investiert am Standort in Wolfurt in die Logistikkapazitäten. In den Zubau werden rund 20 Millionen Euro investiert. HABERKORN
Das neue Headquarter von Schelling in Schwarzach wird auf 3700 Quadratmetern Bürofläche alle organisatorischen Abteilungen vereinen. SCHELLING
dieses Megakraftwerk zwischen dem Vermunt- und dem Silvrettasee im Montafon realisiert. Das Obervermunt II ist ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 360 Megawatt und gehört mit seiner innovativen Technik zu den modernsten Kraftwerksanlagen der Welt. Durch die Pumpspeicherung kann Energie genau dann zur Verfügung gestellt werden, wenn sie gebraucht wird. Investiert wurden in das zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke (nach dem Kopswerk II) rund 500 Millionen Euro. Der deutsche Energieversorger EnBW sicherte sich vertraglich 50 Prozent des Stroms und beteiligte sich dafür an den Errichtungskosten. Aktuell läuft das Kraftwerk im Probebetrieb, heuer soll das Projekt abgeschlossen und am 7. Juni 2019 die offizielle Eröffnung gefeiert werden. Erstmals konnte das Ergebnis Tausender Arbeitsstunden 2018 in natura erlebt werden. „Wir konnten gemeinsam mit dem ,Ersten Drehen‘ erstmals die Turbine in Bewegung setzen. Für uns als Vorstand, für die Projektleitung und alle am Projekt Beteiligten war das ein ergreifender Moment. Seit Anfang Juli ist nun die Maschine 1 sogar im Probebetrieb“, betonen die Vorstände der Illwerke vkw, Christof Germann und Helmut Mennel. Stolz sind sie auch darauf, dass in den vergangenen knapp fünf Jahren nicht nur der eng gesteckte Zeitplan, sondern auch der avisierte Kostenrahmen eingehalten werden konnte.
Bekenntnis zur Wasserkraft Für die Illwerke vkw ist Obervermunt II ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Wasserkraft in Vorarlberg. Ziele des Projekts sind die Bereitstellung von zusätzlicher Regelenergie und entsprechender Kapazitäten für die Aufnahme von Strom zur Zwischenspeicherung. Zudem leistet das Kraftwerk einen wichtigen Beitrag zur die Versorgungssicherheit im europäischen Verbundnetz. Die Baustelle war dabei ein ambitioniertes Projekt.
Nicht nur dass sie im Hochgebirge gelegen ist, erstreckt sie sich vom Silvrettastausee bergabwärts in fünf Baubereichen bis nach Parte-
DIE GUTE NACHRICHT Am 7. Juni fei ert das Mega kraftwerk Obervermunt II offiziell Er öffnung. nen. Dabei wurde auch im Winter und damit zu einem Zeitpunkt gebaut, in dem die Versorgungsroute Silvretta-Hochalpenstraße gesperrt ist. Die Menschen und Materialien kamen mittels Vermuntbahn, Tunnelbussen und einer Materialseilbahn nach oben und unten.
Apropos Menschen: Viele engagierte Mitarbeiter waren am Projekt Obervermunt II beteiligt. Projektleiter Gerd Wegeler hat zehn Jahre seiner beruflichen Laufbahn diesem Projekt gewidmet. Dass es Herausforderungen geben würde, war ihm bewusst. „Wenn man ehrlich ist, kann man sich das im Vorhinein nicht alles im Detail ausmalen. Man kennt das Ziel und plant den Weg und ist dann bei einem Vorhaben dieser Dimension aber naturgemäß oft mit Abweichungen konfrontiert, die es auf Fahrplan zu bringen gilt.“ Wurde es einmal schwierig, setzte man sich zusammen, dann wurde diskutiert und eine Lösung gefunden. Das persönliche Motto des Projektleiters, um so ein Megaprojekt insgesamt zu stemmen: „Verschaffe dir stets einen Überblick, plane im Voraus und sei konsequent in der Umsetzung.“ HANNA REINER hanna.reiner@vn.at ANDREAS SCALET andreas.scalet@vn.at
Vorarlberger Unternehmen in Investitionslaune Dass der Bauboom in Vorarlberg anhält, daran haben auch die Industrie- und Gewerbebetriebe ihren Anteil. Zahlreiche große wie kleine Projekte befinden sich in der Umsetzung. Haberkorn beispielsweise, Österreichs größter technischer Händler, investiert gerade 20 Millionen Euro in die Erweiterung der Logistik. Der 27,5 Meter hohe Gebäudetrakt wird neben einem automatischen Hochregallager mit 10.000 Palettenstellplätzen und einem automatischen Kleinteilelager mit rund 60.000 Behälterplätzen auch erweiterte Flächen für Wareneingang, Warenausgang und Dienstleistungen bieten. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2019 geplant. SCHWARZACH
Schelling, Technologieführer bei industriellen Plattenaufteilund Präzisionssägen, investiert in Schwarzach in den Neubau der Bürozentrale. 23 Meter hoch ragt das architektonisch markante Gebäude in die Höhe. Die neun Millionen Euro teure Investition wird gerade bezogen. 45 Millionen Euro investiert der Vorarlberger Beschlägehersteller Grass ist den neuen Standort in Hohenems, an dem bereits kräftig gebaut wird. Bis 2020 soll das neue Zentrallager stehen. Auch die zweite Bau etappe ist bereits in Planung. Bei Blum in Dornbirn ist das neue Stanzzentrum inklusive Hochregallager fertiggestellt. Die zweite Produktionshalle dieses Werks wird im April 2019 bezugsfertig sein.
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Sie steht im Heute und für starke Geschichten
Der Malerin Alexandra Wacker gehört heuer das Künstlerhaus. Nein, sie hat überhaupt kein Problem damit, auf den Großvater angesprochen zu werden. „Man kann es gar nicht leugnen, zu Beginn hat es mir ja auch geholfen, und ich gebe zu, ich bin auch stolz darauf, die Enkelin von Rudolf Wacker zu sein.“ Alexandra Wacker sagt das mit der Bestimmtheit einer Künstlerin, die sich längst durchgesetzt hat. Und das obwohl der Weg nicht unbedingt vorgezeichnet war. BREGENZ
DIE GUTE NACHRICHT
war auch der Ort, an dem die Nationalsozialisten einen ihrer Gegner ins Visier nahmen. Wacker wurde verhört und erlitt einen Herzanfall, an dessen Folgen er starb.
Reizvolle Begebenheiten Ilse Wacker, die starke Frau, die die Kriegsjahre als Witwe mit dem kleinen Sohn Romedius zu überstehen hatte, habe oft von der Zeit erzählt, die Tagebücher ihres Man-
Die große Sommerausstellung der Stadt Bregenz ist heuer Alexandra Wacker gewidmet.
Rudolf Wacker (1893–1939) ist im Vorarlberg Museum gerade eine große Ausstellung gewidmet, die die Jahre der Gefangenschaft in Russland thematisiert, in denen er Erfahrungen machte, die zu den prägenden zählen und die Motive auf seinen Gemälden verständlich machen, in denen auch deutliche Hinweise zu finden sind, dass er den aufkeimenden Faschismus schon früh mit großer Sorge beobachtete. Alexandra Wacker kam im Jahr 1958 in dem Haus zur Welt, in dem der Großvater mit ihrer Großmutter Ilse lebte, arbeitete und mit Künstlerkollegen und Geistesgrößen der Zeit korrespondierte. Es
Vor über 23 Jahren erblickte dr. Dr. Suseldrus das Licht der Welt. EGG Lachen ist die beste Medizin. Davon kann Maria KeckeisenFelder ein Lied singen. Mit ihren knallroten Lippen, der orangen Masche im Haar und der roten Nase im Gesicht bringt die ausgebildete Spielpädagogin als dr. Dr. Suseldrus Farbe in den oft grauen Krankenhausalltag und zaubert mit ihrer ungenierten, humorvollen und gleichsam herzlichen Art so manchem Patienten ein Lächeln ins Gesicht. Der Zufall wollte es, dass Keckeisen-Felder von der Gründung der CliniClowns Vorarlberg erfuhr. Das ist inzwischen über 23 Jahre her. „Ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die CliniClowns in Vorarlberg starten und auf der Dornbirner Messe einen Infostand haben. Ich bin extra deswegen dorthin gefahren und habe gleich gemerkt, dass ich dabei sein will“, erinnert sich die 54-Jährige an das Jahr 1995 zurück.
Über 1000 Visiten Nach der benötigten Ausbildung war sie zunächst als Springerin im Einsatz. Wenig später ging die Pädagogin bereits wöchentlich mit einem ihrer Clownpartner auf Visite. Das hat sich bis heute nicht geändert. Über 1000 Visiten hat sie inzwischen durchgeführt. Dabei habe sie „nie etwas Negatives erlebt“, wie sie selbst sagt. „Wie man auf die Leute zugeht, so kommt es zurück“, ist Keckeisen-Felder überzeugt. „Die Leute spüren, ob man es gut mit ihnen meint, und merken, dass ich mich nicht auf ihre Kosten lustig mache.“
nes schließlich dem Kunsthistoriker Rudolf Sagmeister übergeben, der den wesentlichen Beitrag zur Einordnung des Werkes in die Malerei der Zwischenkriegszeit leistete und dafür sorgte, dass der früh verstorbene Wacker heute neben Otto Dix oder weiteren Vertretern der Neuen Sachlichkeit genannt wird. „Meine Großmutter war mit Leib und Seele seine Frau“, erinnert sich Alexandra Wacker. Von manch reizvoller Begebenheit gab es zu erzählen, etwa dass Wacker seinen Dackel zum Pilzesuchen abrichten wollte oder dass er eben versuchte, seine Ehefrau nicht mit den Modellen zu konfrontieren, die für seine
Körperstudien ins Haus kamen. Landschaften und Porträts, auch Selbstporträts, machen heute den Schwerpunkt des Werks von Alexandra Wacker aus. Mit ihrer Familie hat sie sich dabei auch beschäftigt. Eine Fotografie vom Großvater, der am Seeufer an der Staffelei arbeitet, während ihm seine Frau mit dem Kind im Arm zusieht, diente ihr als Vorlage für ein Gemälde. Es muss eine innige Bindung zwischen ihren Großeltern gegeben haben. Die Pastorentochter aus Goslar hätte einen Beamten heiraten sollen, sie widersetzte sich dem Wunsch des Vaters, besuchte eine Kunstgewerbeschule und lernte schließlich Rudolf Wacker kennen.
Innere Stimmungen Die große Sommerausstellung der Stadt Bregenz ist heuer dem Werk von Alexandra Wacker gewidmet. Bei der Auswahl, die unter anderem Kurator Thomas Schiretz verantwortet, hat sie mitzureden. Man wird den Umfang des Werks erfahren können, viele Landschaften sehen, mit denen die Künstlerin ihre Auseinandersetzung mit der Natur offenlegt, mit der Bewegung, mit Sehnsüchten, mit Stimmungen, die sie wahrnimmt und die auch die ihren sind. Alexandra Wacker ist relativ bald nach dem Schulabschluss nach Wien gereist, bei Josef Mikl an der Akademie der bildenden Künste fand sie rasch Aufnahme. Anfang der 1980er-Jahre fand die
Die Bregenzer Künstlerin Alexandra Wacker mit einem Selbstporträt in ihrem Atelier in Bregenz. VN/PAULITSCH
erste Ausstellung statt. Nachdem sie lange Zeit in Wien lebte, hat sie nun ein zweites Atelier in Bregenz eingerichtet. Bevor zahlreiche ihrer Arbeiten von Mitte Juli bis Ende August im Künstlerhaus in Bregenz präsent sind, zeigt die Galerie Karin
Sachs vom 18. Jänner bis 23. Februar in München großartige Landschaften von Alexandra Wacker. CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.at 05572 501-225
Der innere Clown als humorvoller Antrieb manchmal bei den Kindern sind wir mit dem Thema Tod konfrontiert.“ Ein einschneidendes Erlebnis war diesbezüglich ein Gespräch mit einem zwölfjährigen Mädchen. „Das werde ich nie vergessen. Sie wusste, dass sie sterben würde, und war trotz ihres jungen Alters schon sehr reif “, erzählt Keckeisen-Felder. „Während ihrer langen Krankheit haben wir sie immer wieder besucht und entsprechend gut gekannt. Einmal äußerte sie den Wunsch, mit uns über den Tod zu sprechen. Sie wollte wissen, wie wir uns das vorstellen. Daraufhin haben wir die Nase abgenommen und ihr unsere Gedanken mitgeteilt.“
Als dr. Dr. Suseldrus bringt Maria Keckeisen-Felder seit Jahren Farbe in den grauen Krankenhausalltag.
DIE GUTE NACHRICHT Als CliniClown zaubert Maria Keckeisen-Felder den Patienten ein Lächeln ins Gesicht.
Dass sich die Clowndoktorin einmal schwergetan hat, auf Leute zuzugehen, ist angesichts ihrer jetzigen Tätigkeit kaum vorstellbar. „Ich war früher ziemlich schüchtern; vor allem in der Schule. Dort habe ich nur aufgezeigt, wenn ich mir wirklich sicher war, dass es stimmt“, erzählt sie. „Durch den Umgang mit Leuten und das Auf-die-LeuteZugehen hat sich auch bei mir ganz viel getan“, bezeichnet sie ihre Arbeit im Spital als totalen Glücksfall. Einfühlungsvermögen, Taktgefühl und Improvisationstalent bezeichnet Keckeisen-Felder als die wesentlichen Komponenten der Clownerie im Spital. „Den Patienten das zu geben, was sie in diesem Moment brauchen, ist das Wichtigste bei unserer Arbeit. Wir müs-
CLINICLOWNS
sen keine Show abliefern. Oft ist es völlig ausreichend, wenn es ‚nur‘ etwas Zeit ist, die wir mit einem Menschen verbringen.“ Durch die Arbeit als CliniClown habe sie auch gelernt, dass der Tod zum Leben dazugehört. „Gerade bei Erwachsenen, aber auch
Jede Visite ist anders Routine gibt es bei der Arbeit als CliniClown keine. „Jede Visite ist anders. Man weiß nie, was auf einen zukommt. Die Erfahrung ist aber sicher ein Vorteil, weil man sich über die Jahre ein Rüstzeug aneignet.“ Und dennoch: Auch nach so vielen Jahren gibt es immer wieder Situationen, die selbst für die erfahrene Clowndoktorin neu sind. „Das ist das Spannende daran“, sagt sie voller Vorfreude auf die nächste Visite. JOACHIM SCHWALD joachim.schwald@vn.at 05552 62471-15
CliniClowns Vorarlberg Die CliniClowns sind von Mitte September bis Mitte Juli – auch an Ferien- oder Feiertagen – regelmäßig in den Krankenhäusern des Landes unterwegs und halten dabei jede Woche fünf bis sechs Clown-Visiten ab. Dabei besuchen sie bis zu 25 Kinder oder Erwachsene auf den Kin-
derstationen in Bregenz, Feldkirch und Dornbirn, den Onkologie-Abteilungen in Feldkirch, Bludenz und Rankweil sowie der Pulmologie in Hohenems. Über das Jahr hinweg werden bei über 150 Clown-Visiten somit mehr als 2500 Patienten betreut.
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Der Glaube verleiht Flügel
Die „neue, alte“ Eva Pinkelnig genießt ihre Sprünge und hat als großes Ziel Olympia 2022 im Visier. SCHWARZACH Es waren nicht mehr viele, die ihr ein Comeback zugetraut haben, doch sie ist zurück. Eva Pinkelnig hat das Lächeln wiedergefunden, mehr noch: Mit ihren beiden Titeln bei den österreichischen Skisprungmeisterschaften von der Normal- und der Großschanze hat sie auch sportlich wieder zur Weltspitze im Damen-Skispringen aufgeschlossen. Der Weg zurück war ein emotionaler und zutiefst persönlicher. Darüber zu sprechen fällt der der 30-Jährigen leichter denn je, auch wenn sie dabei sehr tief in ihre Seele blicken lässt. Der Skiwinter 2016/17 hat nämlich tiefe Wunden hinterlassen. Diese galt es zu heilen und das hätten, so verrät die Dornbirnerin, ihr nur wenige zugetraut. Sie hörte Sätze wie „Es macht keinen Sinn zu kämpfen“ oder „Das haben schon erfolgreichere Skispringer als du nicht geschafft“. Eva Pinkelnig aber hat das Tal der Tränen durchschritten. Geholfen hat ihr dabei ihr tiefer Glaube. Sie weiß, wem sie das zu verdanken hat: „Gott sprengt unsere begrenzten Gedanken. Es fühlt sich an wie damals, als ich mit dem Skispringen angefangen haben, als alle zu mir gesagt haben: „Es ist nicht möglich.“ Aber beides war möglich. Pinkelnig ist eine Spätberufene in Sachen Skispringen. Erst im Alter von 24 Jahren wagte sie die ersten Sprünge. Dabei hatte sie schon als Kind davon geträumt, einmal einen Sprung über 100 m in den Schnee setzen zu können. Doch es waren andere Sportarten, die die gelernte Freizeitpädagogin begleiteten. Skifahren, Klettern
Hat vor allem Gefallen an Großschanzen gefunden: Eva Pinkelnig hat ihre Freude am Skispringen wiedergefunden.
DIE GUTE NACHRICHT Skispringerin Eva Pinkelnig gelang TraumComeback. Jetzt hat sie die Winterspiele im Visier.
oder Fußball. Heute ist sie überzeugt, dass alles so sein musste. Ihr Vertrauen in Gott ist Teil ihrer Erziehung, die sie erfahren durfte. Schon im Kindesalter habe dieser Glaube eine wichtige Rolle in der Familie gespielt. „Auch in schweren Zeiten.“ Als religiös bezeichnet sich die Sportlerin deswegen nicht. „Religion hat für mich mit Vorschriften zu tun, bedeutet für mich Gesetze. Mein Glaube ist die persönliche Beziehung zu Gott“, sagt sie. All das sei ihr nach ihrer ersten Saison abhandengekommen. Da habe sie mehr auf Experten, also auf Menschen vertraut. Tränen, Ohnmacht, Wut – all das
GEPA
habe sie nach den beiden schweren Stürzen verspürt. „Ich bin am Boden gelegen. Das hat mich aber zugleich stark gemacht.“ Vor allem ihre Familie und ihre engsten Freunde seien auf dem Weg zurück wichtig gewesen. Letztendlich aber habe sie auch Unterstützung im Landesverband und im Verein erfahren. Als Wendepunkt bezeichnet Pinkelnig auch die Tatsache, im Jänner 2018 in die Trainingsgruppe 2 mit Coach Björn Koch gewechselt zu haben. „Er hat mir von Beginn an Vertrauen geschenkt. Für ihn war immer klar: Wir schaffen das“, erinnert sie sich. Im Frühling dann holte das neue ÖSV-Damen-
Cheftrainerduo Harald Rodlauer/ Stefan Kaiser die Vorarlbergerin zurück in die erste Trainingsgruppe. Danach ging alles schnell. Das Gefühl ist zurück, das Vertrauen auch. „Ich kann bei meinen Sprüngen jederzeit eingreifen, bekomme alles mit und kann dementsprechend in der Luft Gas geben.“ All das habe seine Zeit gebraucht, denn selbst als sie schon in die Weltcuppunkte gesprungen sei, habe ihr „Hirn auf Blackbox“ geschaltet. „Da wusste ich nach der Landung nicht mehr, was passiert ist.“ Inzwischen spricht Pinkelnig wieder über Ziele. „Das ist wichtig, aber ohne Plan dahinter bleibt es nur ein Wunsch.“ Mit der HeimWM in Seefeld im Februar sowie den Olympischen Spielen 2020 in Peking verfolgt die Skispringerin weitere Ziele. „Bei den letzten Winterspielen hatte ich einfach keine Chance.“ Das soll sich nun ändern: „Ich bin zwar noch der gleiche Charakter, aber durch das Erlebte gestärkt, eben die neue, alte Eva.“ Wichtig war, dass mit „Hefel Premium Bettwaren ein langjähriger Sponsor zur Seite stand. Im Sommer kam MO-Catering hinzu und neu Marios Bike und Lenz Nenning. „Es zeigt, dass sie an mich glauben. Das hat mir zusätzlichen Auftrieb gegeben, dafür bin ich dankbar“, sagt Pinkelnig, den Blick Richtung nächsten Bewerb gerichtet. Nur eines streut sie noch ein: „Auf Oberstdorf freue ich mich besonders.“ CHRISTIAN ADAM christian.adam@vn.at 05572 501-211
400.000 Euro, die viele Ideen Realität werden lassen
Crowdfunding-Plattform „Mit.einander“ führt Initiatoren und spendenbereite Menschen zusammen.
Innovative und kreative Projektideen gibt es einige im Land. Die Realisierung scheitert allerdings oft an der Finanzierung. Eine gute und immer beliebter werdende Möglichkeit, um Unterstützer und Initiatoren zusammenzubringen, ist das sogenannte Crowdfunding. Statt großer Investoren werden für die finanzielle Unterstützung eines Projektes viele kleine Geldgeber gesucht. Der Vorteil dabei ist, dass auf diese Weise auch Normalverdiener als Investoren von Zukunftsprojekten fungieren können. Die Raiffeisenbanken haben vor rund drei Jahren die Online-Plattform „Mit.einander“ ins Leben gerufen. Karitative Organisationen und Vereine aus der Region können ihr Projekt hier vorstellen und den Betrag nennen, den sie für die Umsetzung der Idee benötigen. Wird der Zielbetrag innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraumes erreicht, geht es an die Umsetzung. Ansonsten erhalten die Geldgeber ihren finanziellen Beitrag zurück. BREGENZ
Skikurs fürs Kinderdorf Viele der Projekte auf der Plattform waren beim Werben um finanzielle Unterstützung erfolgreich, wie ein Blick auf die bisherige Bilanz zeigt. Besonders erfreulich: im Jahr 2018 konnte die 400.000-Euro-Marke geknackt werden. Die Bandbreite der insgesamt 78 bereits umgesetzten Ideen ist vielfältig. Da wäre
zum Beispiel Pia. Sie hat einen Traum, nämlich Skirennläuferin zu werden. Das Mädchen lebt im Kinderdorf Kronhalde. Sie und 16 andere Kinder aus dem Kinderdorf möchten einen Skikurs besuchen. Dafür sind sie auf 3500 Euro finanzielle Unterstützung angewiesen. In einem weiteren Projekt sucht der Bregenzer Verein Trigantium Geld für ein Schulgebäude im äthiopischen Bore. 150 Kinder sollen bei Erreichen des Zielbetrages die neue Schule besuchen können. Ständig kommen weitere wie diese Projekte hinzu. „Allein im Jahr 2018 wurden 23 Projekte erfolgreich realisiert“, freut sich Michael Wieser, FundingCoach der Raiffeisenbank. Eines
DIE GUTE NACHRICHT Thomas Flax ist seinem Traum von den Paralympics in Tokio 2020 nähergekommen. der 2018 erfolgreich umgesetzten Projekte ist jenes von Thomas Flax. Sein großer Traum: Die paralympischen Spiele in Tokio 2020. Seit einem folgenschweren Mountainbike-Unfall sitzt der 35-Jährige im Rollstuhl. „Tennis hat mir damals den Weg zurück ins Leben geebnet.“ Von klein auf lernte er den Sport, durch den Unfall wurde daraus aber mehr als nur ein Hobby.
„Das Rollstuhltennis ermöglichte er mir, europaweit und weltweit zu Turnieren zu reisen.“ Über „Mit.einander.at“ suchte er mit seinem Verein, dem Rollstuhlclub ENJO, nach Investoren für einen speziell angefertigten Rollstuhl. Kostenpunkt: 9000 Euro. Dazu kommen zusätzliche Trainingseinheiten und Vorbereitungsturniere in Deutschland, Italien und Russland. Die Qualifikationsphase startet bereits kommenden Juni und wird ein ganzes Jahr lang dauern. „Die kommenden 18 Monate will ich mich komplett auf die Paralympics konzentrieren, um bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Innerhalb eines Monats konnte der Sportler das benötigte Geld über die Crowdfunding-Plattform zusammenbringen. Seinem großen Traum von Tokio kommt er damit ein großes Stück näher. „Für Sportler gibt es auch andere interessante Plattformen. Mir war es allerdings wichtig, eine aus Vorarlberg zu wählen.“ Flax ist der Überzeugung, dass Menschen aus Vorarlberg enger zusammenhalten. „Mein Vorhaben kann ich einem Vorarlberger viel besser erklären als zum Beispiel einem Wiener. Durch die persönliche Betreuung war dann schnell klar, dass ich es über ‚Mit.einander‘ versuchen werde“, erklärt der studierte Medienwirtschaftler.
Welle der Solidarität Die vielen positiven Reaktionen haben Thomas Flax berührt. „Ich war von der Welle der Solidarität überwältigt. Ich bekam zu spüren, wie viele Leute mich emotional und finanziell unterstützen wollen“, schildert der Profisportler. Für ihn sei es daher klar, dass das, wofür er
Das Crowdfunding ermöglichte Thomas Flax einen maßgeschneiderten Sportrollstuhl. Damit will er sich den Traum von den Paralympics erfüllen. GEPA/PRANTER
die kommenden eineinhalb Jahren kämpfen wird, nicht umsonst ist, unabhängig davon, ob es am Ende funktioniert oder nicht. Bei der Plattform geht es nicht nur um eine Geldspritze. „Es geht auch darum, Institutionen und Vereinen eine gewisse Öffentlichkeit zu bieten. Durch das Crowdfunding erreichen die Projekte und die Menschen dahinter einen Bekanntheits-
grad“, betont Michael Wieser. Dass so viele positive Ideen vergangenes Jahr realisiert werden konnten, freut ihn. Die 400.000 Euro, die bisher gesammelt wurden, machen Vorarlberg zu einem besseren Ort, ist Wieser überzeugt. MIRIJAM HALLER mirijam.haller@vn.at 05572 501-238
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Mittwoch, 2. Jänner 2019 Vorarlberger Nachrichten
Die Freude auf ein einmaliges Fest
Im Juli kommen 20.000 Menschen aus aller Welt nach Vorarlberg. Als die Weltgymnaestrada 2007 im Rheintal unmittelbar bevorstand, wusste niemand so recht, was dieses Ereignis eigentlich ist und was es bringen werde. Als es vorbei war, stand ein ganzes Land kopf. Einmaliges hatte sich in dieser Veranstaltungswoche ereignet, Tausende Menschen aus der ganzen Welt zelebrierten mit ihren Vorarlberger Gastgebern unvergessliche Akte der Völkerverständigung DORNBIRN
DIE GUTE NACHRICHT
Die Gymnaestrada in Vorarlberg wird die Welt für einige Tage näher zusammenrücken lassen.
und Verbrüderung. Aber auch die dargebotenen Turnvorführungen in der Messehalle, in mehreren Stadien und auf Außenbühnen sorgten für grenzenlose Begeisterung.
Erwin Reis, Helferin Linda aus Holland und Marc Brugger (v.l.): Der Countdown für die Weltgymnaestrada läuft. VN/HÄMMERLE
geschwemmt worden zu sein. Marketingleiter Marc Brugger (45) ist sich sicher, dass dem Land wieder Unvergessliches bevorsteht. „Die Gymnaestrada in Vorarlberg wird die Welt für einige Tage wieder näher zusammenrücken lassen. Die Veranstaltung wird aber auch die Vereine im Land Zusammenhalt und Solidarität neu erfahren lassen.“ Wie die Welt für kurze Zeit friedfertiger und unkomplizierter
So wie damals „Man sagt mir öfters: Wie wollt ihr das zwölf Jahre später nur toppen? Ich sage dann: Das kann man nicht mehr toppen, aber wir wollen es wieder so haben wie damals“, reflektiert der Gymnaestrada-Chef organisator Erwin Reis (68) das Vergangene und das Zukünftige. Gerne räumt Reis heute ein, von der emotionalen Wirkung des Großereignisses 2007 selber weg-
werden wird, belegen schon die Nennungen. „Da sind zum Beispiel Teams aus den USA, dem Iran und Israel bei uns dabei. Und wenn ich an mein Treffen mit der großartigen Präsidentin des Iranischen Turnverbandes denke, dann könnte ich mir vorstellen, dass sich in Vorarlberg schöne völkerverbindende Begegnungen abspielen werden und Feindbilder zumindest kurzfristig verschwinden lassen“, zeichnet Reis schöne Bilder der kommenden Großveranstaltung. Sportlerinnen und Sportler sowie Betreuer aus über 60 Ländern der Welt werden am 7. Juli dieses Jahres in Vorarlberg erwartet. Für Erwin
Reis ist es wichtig, dass Vorarlberg als Veranstaltungsort genannt wird. „Schauplatz der Weltgymnaestrada ist ja nicht nur Dornbirn, sondern das ganze Land. Denken wir nur an die Nationendörfer, die im ganzen Rheintal verstreut sind“, bemerkt Reis.
Gymnaestrada überall Dabei ist Weltgymnaestrada nicht nur im Rheintal. Sie ist auch im Oberland. Die Sportler Kenias etwa werden sich in Nenzing auf ihre Darbietungen vorbereiten und in Schlins wohnen. Die Kanadier haben sich Rankweil als ihre Operationsbasis auserkoren. Die meisten Gemeinden im Rheintal hingegen werden die Vertreter jener Nationen beherbergen, für die sie bereits vor zwölf Jahren Gastgeber waren. Lustenau darf sich wieder auf eine Schweizer Invasion gefasst machen, in Höchst quartieren sich die Finnen ein, Bregenz begrüßt Amerikaner und Deutsche, Götzis erwartet die Dänen, Altach und Mäder freuen sich auf 600 Brasilianer. Noch steht die genaue Zahl der an der Gymnaestrada teilnehmenden Länder nicht fest. So könnten einige kleinere Nationen, wie etwa das zentralasiatische Kirgisistan noch dazukommen. KLAUS HÄMMERLE klaus.haemmerle@vn.at 05572 501-634