Fit & Gesund Gesundheitsbeilage
Freitag, 28. September 2018
Bewegt in den Herbst Bei moderaten Temperaturen macht das Work-out noch mehr SpaĂ&#x;.
2 Fit & Gesund
Freitag, 28. September 2018 Vorarlberger Nachrichten
WISSENSWERTES RUND UM ERNÄHRUNG
Birgit Kubelka, Diätologin
Pilzige Bereicherung BREGENZ Pil ze sind einzig artig: Sie sind nicht Tier, nicht Pflanze. Viel mehr nehmen sie biologisch betrachtet eine Son derstellung ein. Im Gegensatz zu Pflanzen betreiben sie nämlich keine Photosynthese. Sie können die lebensnotwendigen organi schen Nährstoffe also nicht selbst herstellen, sondern ernähren sich wie Tiere von organischen Stof fen ihrer Umgebung. Die meisten Schwammerl bilden zudem ihre Zellwand aus Chitin, das auch bei Insekten und Gliedertieren vor kommt. Chitin ist ein Ballaststoff, der die Darmtätigkeit anregt.
Wertvolles Lebensmittel Auch haftet ihnen etwas Ge heimnisvolles an – nur bei opti malen Bedingungen schießen sie sprichwörtlich aus dem Boden. Speisepilze sind dabei wertvolle Lebensmittel: Durch ihren kräf tigen Eigengeschmack verleihen
Pilze als Schätze unserer Natur sind auch wertvolle Lebensmittel.
sie Speisen eine besondere Raffi nesse. Zudem sind sie ballaststoff reich, kalorienarm und enthalten pflanzliches Eiweiß, Vitamin D und Mineralstoffe. Weitere In haltsstoffe fördern eine gesun de Darmflora und das Immun system. Für viele Menschen ist der Herbst auch die Zeit des Pilze sammelns. Ein mit Steinpilzen oder Eierschwämmle verfeinertes Gericht oder ein „Parasol-Schnit zel“ ist dabei ein wahrer Genuss für Schwammerl-Liebhaber. Das besondere Essen kann zudem gemeinsam mit dem Spaziergang über Stock und Stein und der Freude über den Fund zu einem ganzheitlichen, gesundheitsför dernden Erlebnis werden. Aber: Sammeln Sie immer nur Pilze, die Sie sicher kennen – oder ziehen Sie gegebenenfalls bzw. sicherheits halber einen Experten zurate.
Verfeinerung des Speiseplans Auch bereichern getrocknete Pil ze den Speiseplan, zum Beispiel in Suppen, Soßen und verschiedens ten Füllungen. EierschwämmleRagout, Risotto mit Kräuter seitlingen, Wok-Gemüse mit Shiitakepilzen, Kartoffelsuppe mit Steinpilzen, gefüllte Champi gnons – der Fantasie in der Pilz küche sind jedenfalls keine Gren zen gesetzt, und der Genuss ein wahrlich einzigartiger. Mehr Wissenswertes finden Sie im Internet unter www.aks.or.at
IMPRESSUM REDAKTION Heidemarie Netzer Tel. 05552 62471-14, E-Mail: heidemarie.netzer@vn.at ANZEIGENBERATUNG Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach BEITRÄGE, FOTOS, QUELLEN Fotolia, Wilkhahn/AGR, dpa, Philipp Steurer, aks, Marlies Mohr, KHBG VERLEGER (MEDIENINHABER) UND HERSTELLER Russmedia Verlag GmbH, 6858 Schwarzach, Gutenbergstraße1, Redaktion und Anzeigen: 6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1
Editorial
Heidemarie Netzer
Gewohnt Neues Im Leben werden wir immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Große Gefühle darüber, aber auch eine gewisse Unsicherheit sind die Begleiter. Ein kleines Beispiel hierfür ist der jährliche Schulbeginn. Wieder machen sich Tausende
„Veränderungen treiben uns an, Liebgewonnenes gibt uns Energie zum steten Aufbruch.“ kleine und große Erdenbürger auf den Weg, um neue Eindrücke, Erfahrungen, Wissen, Freunde und mehr zu sammeln. Damit dieser Aufbruch bewältigbar ist, brauchen die Kinder und Jugendliche Unterstützung und vor allem eine Portion Beständigkeit. Denn: Was Bestand hat, gibt Sicherheit, gibt Ruhepole, gibt Vertrauen. Da wundert es nicht, dass gewohnte Abläufe den jährlichen Einstieg in den Schulalltag erleichtern, wie dies auch Stephan Schirmer von der aks Gesundheit im Interview betont (Seite 3 und 4). Er spricht von sinngebenden Ritualen, aber auch von der Jausebox als Energielieferant, der Bewegung als essenziellen Ausgleich und
mehr. Apropos bewegter Nachwuchs: Deren SmartphoneKonsum wirft einen weiteren Schatten; so fürchten Experten hinter dem monotonen Sitzen und Blicken langfristig gesehen Haltungsschäden (Seite 10). Vor lebensbedrohenden Auswirkungen einer nicht geleisteten Ersten Hilfe wiederum informiert das Rote Kreuz und räumt einmal mehr mit vermeintlichen Mythen rund um das Thema auf (Seite 14). Erstmals hingegen konnten wir das Journal um eine Rubrik erweitern: In „Leser fragen, Experten antworten“ (Seite 12) agieren wir als Vermittler und rücken gesundheitliche Belange, die berühren, in den Mittelpunkt. Auch konnten wir die geschätzten Fixpunkte um ernährungstechnische Belange (Seite 2 und 14) ergänzen: Hier geben Diätologinnen, aber auch Kräuter-Expertinnen Anregungen rund um das weitreichende Thema „Ernährung“ sowie die unermesslichen Schätze unserer Natur. Und zu guter Letzt bereichert ab dieser Ausgabe ein monatlicher Wandertipp (Seite 6) das Journal. HEIDEMARIE NETZER heidemarie.netzer@vn.at 05552 62471-14
GEWINNER – Im Rahmen des „VN Fit & Gesund“-Gewinnspiels hat Lilo Hämmerle aus Dornbirn zwei Übernachtungen inklusive Verwöhnpension im Vier Sterne Wellnesshotel Linde in Sulzberg gewonnen. Auf Frau Hämmerle und ihre Begleitung wartet ein Wellnessaufenthalt im Doppelzimmer „Pfänder“ inklusive Nutzung des Spa-Bereichs. Sabrina Moosbrugger überreichte der glücklichen Gewinnerin (r.) den Gutschein.
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VN-INTERVIEW. Stephan Schirmer (41), Bereichsleiter der aks Gesundheitsbildung
Aktiv durchs Schuljahr
Gesunde Ernährung, Bewegung und Ausgleich liefert die nötige Energie. BREGENZ Seit knapp drei Wochen wuselt es in Vorarlbergs Kinder gärten und Schulen wieder. Dabei ist gerade die erste Zeit nach den langen Ferien mit allerlei Heraus forderungen verbunden: Wieder früh aufstehen, sich in Konzent ration üben, Zeitpläne einhalten, Hausaufgaben machen, Lern stoff bewältigen und vieles mehr. Damit der Nachwuchs dies alles bewältigen kann, brauchen Kör per, Geist und Seele der Kleinen eine gehörige Portion Energie. Fit&Gesund sprach mit Stephan Schirmer, Bereichsleiter der aks Gesundheitsbildung über Rituale, Energielieferanten und mehr.
Der Nachwuchs macht sich nun wieder täglich auf den Weg zur Schule – was sind die Eckpfeiler für einen energiereichen Schulalltag? SCHIRMER Die Kinder brauchen vor allem eine hohe Konzentra tionsfähigkeit und Gedächtnis leistung. Natürlich sind hierbei die Spannung und Freude beim Lernen wichtig. Den Grundstein dafür setzen wir schon zu Hause. Ein geregelter Tagesrhythmus, eine gezielte und genussvolle Er nährung, ausreichend Bewegung und ein entspanntes zuhause bil den dafür die Eckpfeiler. Was gehört nun zu einem guten Start in den Tag? SCHIRMER Ziel soll es sein, dass die Kinder entspannt, aber auf merksam in die erste Schulstunde starten. Dies gelingt gut, wenn man bereits morgens mit einem Morgenritual in einen geregelten Tagesrhythmus startet. Klare Ab läufe, vom zeitigen Weckruf über Waschen, Zähneputzen, Anzie hen und Jause einpacken, sind hier besonders hilfreich. Auch ein gemeinsames, ausgewogenes Frühstück fördert die Konzentra tionsfähigkeit und hilft dabei, sich bei einem Gespräch auf den neu en Tag vorzubereiten. Was machen, wenn das Kind am Morgen keinen Bissen hinunter bekommt?
Die richtige Unterstützung hilft den Kindern und Jugendlichen, ihren Schulalltag zu meistern. SCHIRMER Wichtig ist es auf alle Fälle, kein Problem daraus zu ma chen. Es gibt Kinder, die am Mor gen noch nicht gleich etwas essen können. Die Eltern können das Kind ermutigen, zumindest etwas zu trinken, eine Tasse Tee oder ein Glas Saft oder Milch. Warme
DIE FAMILIE IN DEN FOKUS GERÜCKT
Speisen werden manchmal auch eher akzeptiert. Aber manche Kinder können am Morgen nichts essen. In diesem Fall ist es umso wichtiger, eine gute, gesunde Jau se mitzugeben.
Apropos Jause: Wie kann eine energiespendende Mahlzeit zwi schendurch gestaltet sein? SCHIRMER Geben Sie ihrem Kind am besten selbst einen gesunden Energiespender als Jause mit. Dabei können die Kinder ja ger ne etwas aus ihren Vorschlägen aussuchen und haben somit selbst mitbestimmt, was sie gerne zur Jause möchten. Ein Frühstück bzw. die Jause sollte dabei idea lerweise aus einer Portion Obst oder Gemüse, einem Milchpro dukt und einem Kohlenhydrat anteil wie Haferflocken oder Brot bestehen. Was das Kind davon nicht zum Frühstück isst, können die Eltern als Jause einpacken. Also das klassische belegte Brot mit Apfelschnitzen ist eine ideale Jause – wenn es nicht immer nur Weißbrot ist und der Belag nicht nur aus Extrawurst oder Salami besteht. Wer ausführlich am Mor gen frühstückt, dem reichen auch eine Auswahl an Karottensticks, Gurkenscheiben oder Cocktail tomaten und/oder eine Handvoll Nüsse.
Und die ideale Menge für die J ausebox ist ... SCHIRMER Die Jause sollte nicht zu allzu üppig ausfallen. Das Kind soll ja beim Mittagessen wieder Hunger haben. Auch da gilt: Es gehört immer eine Portion Gemü se oder Obst dazu. Geht das Kind ZUR PERSON STEPHAN SCHIRMER ist seit 2015 Leiter des Geschäftsbereiches Gesundheitsbildung mit den Kernbereichen Gesundheitsförderung, Prävention und Wissenschaft WERDEGANG Studium der Sportwissenschaften, anschließend Tätigkeit im Bereich Rehabilitation und Prävention, 10 Jahre aks gesundheit GmbH- Bewegungsfachstelle mit Entwicklung und Management von Gesundheitsförderungs- und Präventionsprojekten FAMILIE verheiratet, 1 Tochter HOBBYS Natur erleben, Skitouren gehen, mit Holz arbeiten
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fitness die bewegt
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in der Schule zum Mittagstisch, sollte es ermutigt werden, die vielleicht manchmal erst unbekannten Speisen und Geschmacksrichtungen auszuprobieren. In einer anderen Umgebung, mit den Freunden beim Essen schmecken manchmal Speisen und Lebensmittel, die zu Hause nicht möglich wären. Diese Chance, Neues zu entdecken, gilt es auch zu nutzen. Und wie viel sollte mein Kind nun wirklich trinken? Und vor allem was? SCHIRMER Ein Kind im Volksschulalter sollte etwa einen Liter am Tag trinken. Wenn es sich viel bewegt und dabei schwitzt, sollte das Kind auch etwas mehr trinken. Das ideale Getränk kommt direkt aus dem Wasserhahn! Wenn es mit Säften gespritzte Varianten sein sollen, dann auf das Mischungsverhältnis achten und möglichst nur 1 Teil Saft mit 3 Teilen Wasser mischen. Gesüßte Getränke gehören nicht in die Schultasche und sollten auch sonst die Ausnahme sein. Auch bei Wandertagen und Ausflügen ist das Leitungswasser neben einer guten Jause die beste Wahl für ihr Kind. Natürlich gehört auch die Bewegung zum idealen Schulalltag. Reichen die Unterrichtseinheiten im Fach Bewegung und Sport für die tägliche Ration aus? SCHIRMER Die österreichische Bewegungsempfehlung für Kinder liegt bei einer Stunde körperlicher Aktivität pro Tag und ist rein über den Schulsport nicht zu erreichen. Ein positiver Beitrag kann hier der Schul- und Kindergartenweg sein. Kinder, die mindestens 10 Minuten zu Fuß zur Schule oder in den Kindergarten gehen, können sich nachweislich besser konzentrieren, sind ruhiger und ausgeglichener im Schulund Kindergartenalltag. Die Angebote der aks gesundheit wie Schoolwalker und das Kinderzügle zielen genau darauf ab. SCHIRMER Durch den gemeinsamen Weg zur Schule oder in den Kindergarten werden Sozialkontakte gepflegt, das Selbstvertrauen positiv beeinflusst und die Kreativität gefördert. Gleichzeitig trägt der Schulweg zur körperlichen Fitness bei, wirkt Über
gewicht entgegen, stärkt das Immunsystem und schont noch dazu die Umwelt. Dadurch wird das Wohlbefinden der Kinder positiv beeinflusst, welches die Basis für erfolgreiches Lernen ist. Oft verbleibt einem Schüler neben Pflichten in der Schule und anderen Betätigungen kaum mehr freie Zeit. Kann man ein gesundes Verhältnis von Pflichten und Freizeit definieren? SCHIRMER Wie viel Freizeit ein Kind braucht, ist individuell unterschiedlich. Wichtig ist, dass es seine Freizeit für etwas nutzt, das seine persönlichen WiderstandsRessourcen (Ich-Stärke, Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und mehr) stärkt. Diese Ressourcen sind bedeutsam, um Schutz und Widerstand gegenüber Stress, wie zum Beispiel Prüfungsstress, aufzubauen. Übrigens, auch Langweile schadet manchmal nicht, hier steckt viel Potenzial für Kreativität und Entwicklung. Und wenn es Abend wird – wie könnte ein gelungener Abschluss eines aufregenden Tages gestaltet werden? SCHIRMER Nach einem ereignisreichen (Schul-)Tag ist ein gewohntes Abendritual von 15 bis 20 Minuten für Kinder hilfreich, um ruhig einzuschlafen. Eine feste Reihenfolge wie Abendessen, Waschen, Zähneputzen, Pyjama anziehen etc. mit klarem Schlusspunkt ist besonders hilfreich. Ein solcher Schlusspunkt kann eine Gute-Nacht-Geschichte oder Kuscheln sein. Dabei können sich Eltern und Kind von den positiven Erlebnissen des Tages erzählen. Im Volksschulalter sollten die Kinder noch elf bis zwölf Stunden schlafen. Kindern die Chance zu geben, etwas Verantwortung zu übernehmen, kann besonders nach der Umstellung aus den Sommerferien helfen, einen Rhythmus zu finden. Das Kind kann beispielsweise die Uhrzeit im Kalender eintragen und selbst ausrechnen, wie lange es geschlafen hat. Um den Morgen entspannt zu beginnen, hilft es manchen Kindern, am frühen Abend mithilfe einer Checkliste ihre Schulsachen für den nächsten Tag bereits vorzubereiten. Danke für das Gespräch.
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SCHULALLTAG. Die Herausforderungen sind mannigfach – hier einige Tipps für Sie und Ihr Kind SCHULTASCHE
BEWEGT
Bei einer gefüllten Schultasche gilt eine Obergrenze von 12 Prozent des Körpergewichtes. Alles, was nicht gebraucht wird, raus aus dem Ranzen. Schwereres nach unten bzw. rückennah verstauen. Und: Schultasche „richtig“ tragen, das heißt, die Zugbänder nach dem Schultern der Tasche oder des Rucksacks links und rechts immer straffen, so dass diese bzw. dieser gut am Rücken anliegt.
Bewegungsanreize schaffen, das gilt es auch im Sitzen. Mit dem richtigen Untersatz kann das gelingen – bedenkt man, dass Kinder bis zu zehn Stunden pro Tag in dieser Haltung verbringen. So soll der Stuhl ein aktives Sitzen in der Arbeitshaltung, und ein passives, rückentlastendes in der hinteren Ruhehaltung ermöglichen. Selbstverständlich muss er höhenverstellbar sein – die ideale Position ist: die Sitzvorderkante etwa auf Höhe des unteren Kniescheibenpunktes – im Stehen, Sitzwinkel zwischen Oberschenkel und Rumpf 90 Grad, beide Füße haben vollen Bodenkontakt, Rückenlehne mindestens bis unter die Schulterblätter.
GEHIRNSCHMALZ LÄUSE-ALARM Und jedes Jahr aufs Neue: LausAlarm zählt zum Alltag der Kinder. Am besten zu entdecken sind die 2 bis 3 mm großen Plagegeister hinter den Ohren, im Nacken – das am besten bei nassem Haar. Diese dann mit speziellen Antilaus-Mitteln aus der Apotheke bekämpfen – und ganz wichtig – auch nach der Behandlung regelmäßig kontrollieren: Das Kopfhaar Strähne für Strähne durcharbeiten und eventuelle Nissen mit der Hand herausziehen.
Was viele nicht wissen: Auch wenn das Gehirn nur zwei bis drei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verbraucht es rund die Hälfte der täglichen Kohlenhydratzufuhr. Die notwendige Energie liefert Glukose, die allerdings dort nicht gespeichert werden kann. Eine kontinuierliche Zufuhr über die Blutbahn ist wichtig – deswegen sind Frühstück und Schuljause essenziell. Am besten: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, fettarme Milchprodukte und Co.
AKTIVIERUNG Ein guter Tag beginnt mit einem guten Rhythmus: Nach dem Aufwachen räkeln, strecken und tief durchatmen. Um dann die Energie in Schwung zu bringen, empfiehlt etwa die Lehre des Shiatsu: Kind mit locker eingerollten Händen sanft von Kopf bis Fuß abklopfen – von oben nach unten – an Armen und Beinen zuerst außen hinab und an der Innenseite wieder hinauf. Der Abschluss: Mit den flachen Händen den Körper von oben nach unten abstreichen.
Pflanzenvitamine: Für mehr Energie und Vitalität Ausgepowert und seelisch verausgabt: So fühlen sich immer mehr Österreicher. Stress am Arbeitsplatz, Frust im Privatleben und mangelnde Anerkennung können die Psyche ausbrennen. Schlafstörungen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit und Motivationsverlust sind die Folgen. Doch nicht nur der tägliche Stress macht Betroffenen das Leben schwer. Falsche Ernährung und die fehlende Zufuhr gesunderhaltener Mikronährstoffe haben einen ungeahnten Einfluss. Denn das Fehlen nur weniger Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren lassen Zellreaktionen nicht mehr adäquat ablaufen. Blockaden in einzelnen Organen oder im gesamten Organismus sind die Folgen. Ernährungsmediziner sehen hinter Burnout vor allem die Unfähigkeit des Organismus, ausreichend Energie zu bilden. „Sonnenenergie“ ist das Stichwort von Ganzheitsmedizi-
Für die tägliche Basisversorgung, ergänzend zu einer ausgewogenen Fotos: NUTROPIA PHARMA GmbH Ernährung: vis terrena® URVITAMINE. nern. Je mehr Sonnenlicht ein Lebensmittel speichert, desto gesundheitsförderlicher ist es für uns. Die darin enthaltenen Biophotonen sind DER Energie-Booster schlechthin, weiß die Wissenschaft. Einem Forscherteam gelang es nun, diese Sonnenenergie zu bün-
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AUF DEN SPUREN UND WEGEN UNSERER EINMALIGEN BERGWELT
Marlies Mohr
Grenzwanderung mit Aussichten Zwischen Söllereck und Kanzelwand gibt es viel zu sehen.
Zu gegeben, das Kleinwalsertal liegt nicht ge rade ums Eck‘. Trotzdem lohnt ab und an eine Fahrt über den Riedbergpass, vor allem, weil es sich zwischen Riezlern und Mit telberg wunderbar wandern lässt. Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Höhenwanderung zwischen Söllereck und Kanzelwand.
Der Kammpfad ist auch hier oft schmal und ausgesetzt. Bis zur Kanzelwand können dafür einige Gipfel eingesackt werden: Schlap poldkopf (1968 m) und Fellhorn (2038 m).
RIEZLERN
Breiter Wanderweg
Gutes Schuhwerk
Wir fahren mit dem Walserbus zur Söllereckbahn, die auf deutschem Staatsgebiet liegt. Gemächlich schaukeln wir in einer 6er-Kabine der auf 1358 Metern gelegenen Bergstation entgegen. Das Wetter könnte besser sein. Es ist neblig, aber wenigstens trocken. Also genießen wir das Mystische der Landschaft. Am Söllerhaus vor bei folgen wir dem Wegweiser in Richtung Söller-Alpe. Dort biegen wir rechts ab und steigen zum Söl lereck (1706 m) auf. Zuerst führt der Weg über einen weitläufigen Grashang, dann folgt ein schma ler Pfad. Trittsicherheit und gu tes Schuhwerk sind anzuraten.
So schön zeigt sich die Landschaft bei blauem Himmel und Sonne. Weniger gutes Wetter hat den Vorteil, dass die Tour nicht gar so überlaufen ist.
TOUR-INFOS » Die Tour lässt sich auch in umgekehrter Richtung machen. Öffentliche Verkehrsmittel sorgen für den Rücktransport zum Ausgangspunkt » DAUER etwa vier bis fünf Stunden » Die Kanzelwandbahn fährt noch bis 4. November 2018 » Die Söllereckbahn ist bis 11. November in Betrieb
Aber das sollte bei jeder Berg wanderung obligat sein. Vom Söllereck folgt die Stre cke dem Grenzgrat zwischen Deutschland und Österreich. Al lenthalben wird der Wanderer mittels Schildern darauf hinge wiesen, dass es sich um ein Gebiet mit seltenen Tieren und Pflanzen handelt und er auf dem Weg blei ben soll. Das empfiehlt sich schon deshalb, weil es links und rechts zuweilen zackig nach unten geht.
Von dort geht es auf einem breiten Wanderweg hinab zum Gundsat tel (1808 m). Wir machen noch einen Abstecher zur Gehrenspit ze (1857 m), dem Hausberg von Riezlern. Danach steigen wir die letzten Höhenmeter über in den Hang gehauene Treppen hinauf zur Bergstation der Kanzelwand bahn (1957 m). Die fast in Reich weite vor uns aufragende Kan zelwand (2058 m) lassen wir aus. Die haben wir ein paar Tage zuvor über den 2-Länder-Sportkletter steig erklommen. Die Aussicht in die Allgäuer und Kleinwalsertaler Bergwelt blieb uns bei diesem Grenzgang versagt. Wir konnten sie nur erahnen. Deshalb steht fest: Wir kommen noch einmal, aber dann bei Schönwetter. MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385
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(Er)drückende Verspannung
Intensive Handynutzung gefährdet Halswirbelsäule – Expertin gibt Alternativen. WIEN Smartphones sind ja kaum noch zum Telefonieren da; besonders Jugendliche nutzen sie häufig fürs Texten und sehen sogar Filme darauf. Die intensive Nutzung der Handys hat aber negative Auswirkungen auf die Körperhaltung und somit den Bewegungsapparat, warnt Dr. Ingrid Heiller, Physikalische Medizin und Orthopädische Rehabilitation im Spital Speising in Wien. „Mit der langen Handynutzung geht leider eine sehr ungünstige Körperhaltung einher: Das Handy liegt in der Hand, und der Kopf wird nach vorne übergebeugt. Wir nennen dies ‚Anteflexionshaltung‘. Diese Haltung führt dazu, dass im Nackenbereich die Sehnen überlastet werden, auch die Bandscheiben der Halswirbelsäule bekommen einen großen Druck ab“, erklärt Heiller. Im äußersten Fall kann dies zu einem Bandscheibenverschleiß führen. Jedenfalls aber sind durch die entstehenden Verspannungen häufig Kopfschmerzen und Schwindel assoziiert. Und: bei einer Smart-
phonenutzung von über 700 Stunden pro Jahr, so zeigte eine US-Studie, kann es bei der jüngeren Generation zu Haltungsschäden kommen.
Hoher Druck Die Expertin rechnet vor: Bei einer Vorbeugung des Kopfes um 45 Grad (relativ zur Wirbelsäule), wie dies beim Handynutzen häufig der Fall ist, wirkt eine Kraft von rund 200 Newton auf die Bandscheiben. „Das ist so, als hätte man eine 20 Kilogramm schwere Bierkiste auf dem Nacken stehen“. Weniger, aber doch auch, belastend ist das Vorbeugen des Kopfes um 15 Grad. Dies erzeugt immerhin einen Druck von rund 120 Newton; das entspricht 12 Kilogramm, die man mit dem Nacken stemmen würde.
Die Alternativen Vor allem ein lang andauerndes, monotones Verharren in dieser Position ist kritisch zu sehen, sagt die Bewegungsexpertin und empfiehlt, Pausen einzulegen und in
Kinder und Jugendliche verbringen heutzutage Stunden vor und mit ihren Handys – umso wichtiger ist die entsprechende Haltung.
eine ergonomische Haltung zu wechseln. „Alternativ wäre zu raten, das Handy in Augenhöhe zu halten. Dies geht am besten beim Sitzen mit am Tisch abgestützten Ellenbogen. Auch eine sogenannte Kutscherhaltung ist empfehlenswert. Weiters wäre vorteilhaft, sich an einer Rückenlehne anzulehnen bzw. lie-
gend das Smartphone zu nutzen. Ein wichtiger Aspekt sind Ausgleichsbewegungen. „Schauen Sie immer wieder dazwischen in die Ferne“, empfiehlt Ingrid Heiller und weiter: „Führen Sie auch die ‚Chin-in‘, also eine Kinn-zumKehlkopf-Bewegung, durch. Das lockert die Nacken- und Schultergürtelmuskulatur“.
DIE KLASSISCHE HOMÖOPATHIE UND IHRE WIRKUNGSWEISE
Elisabeth Majhenic, Therapeutin und Dozentin in klassischer Homöopathie
Gegen das qualvolle Pochen im Kopf LINDAU Anfälle von Migräne oder Kopfschmerz können qualvoll sein. Oft sind die Schmerzen von Übelkeit, Erbrechen, Augenflimmern oder sogar Sehfeldeinschränkungen begleitet. Sie können von wenigen Stunden bis zu drei Tage dauern. Die Kunst der Homöopathie ist es, individuelle Empfindlichkeiten, auslösende Ursachen sowie die Charakteristika der Symptome zu einem Ganzen zusammenzufas-
sen. Nur so lassen sich Schmerzen lindern bzw. heilen. Das wichtigste Mittel bei Kopfschmerzen oder periodisch auftretender Migräne nach traumatischer Kopfverletzung ist Arnica montana. Der Kopf ist heiß, der Körper kalt. Sogar das Liegen auf einem weichen Polster hält der Betroffene nicht aus. Die heftigen Kopfschmerzen beruhigen sich nur in Ruhe. Oft bringt Nasenbluten eine spürbare Besserung. Belladonna kommt zum Einsatz, wenn plötzlich heftige Schmerzen auftreten. Die Betroffenen
sind extrem licht- und geräuschempfindlich. Selbst die leichteste Berührung verschlechtert ihren Zustand. Bei Menschen, die Gelsemium benötigen, kommt es oft in einer angespannten Erwartungshaltung zu Kopfschmerzanfällen mit lähmungsartiger Schwäche. Die Augenlider sind schwer, fast wie gelähmt. Die Kopfschmerzen bessern sich deutlich durch urinieren. Die charakteristischen Symptome, die nach Sanguinaria verlangen, beziehen sich auf die Rechtsseitigkeit. Der Betroffene
klagt über Kopfschmerzen vor allem im rechten Nacken, die sich bis zum rechten Auge erstrecken. Druck auf die schmerzhafte Stelle bessert die Schmerzen. Einnahme des homöopathischen Arzneimittels: 3 Globuli in der Potenz C200 unter der Zunge zergehen lassen, anschließend 3 weitere Globuli in einer Tasse mit ¼ l kaltem Wasser auflösen und davon 3-mal täglich (2 Tage lang) einen Schluck einnehmen. Mehr Wissenswertes finden Sie im Internet unter www.homoeopathie.com
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Freitag, 28. September 2018 Vorarlberger Nachrichten
AUS DEM LEBEN GEGRIFFEN
Mag. Sabine Fleisch, Psychologin und Psychotherapeutin
Wenn das Herz entzweit KLAUS Die acht-
jährige Sophie hat kaum mehr Lust sich mit ihren Freundinnen zu treffen oder den Aktivitäten im Turnverein nachzukommen. Zudem ist sie in der Schule oft abwesend, stark in sich gekehrt, blass und zerbrechlich. Sophie ist eines jener Kinder, deren Eltern sich getrennt haben. Da dieser Schritt noch frisch ist und der damit verbundene Schmerz groß, hat das Volksschulkind innerlich stark mit dieser Veränderung zu kämpfen. Dieser Prozess verlangt ihr einiges ab, sodass sie weder Interesse an sozialen Kontakten noch an Freizeitaktivitäten hat. Dies sind jedoch nur einige wenige Sympto-
me, die sich im Rahmen solch einer belastenden Situation zeigen können. Je nach Alter, Netzwerk sowie persönlichen Ressourcen und Prägungsmustern reagieren Menschen verschieden, auch psychosomatische Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen sowie Schlafstörungen sind keine Seltenheit. Da die Eltern oft selbst mit der neuen Situation gefordert sind und emotionale Wunden offen liegen, fühlen sie sich den Kindern gegenüber oft unsicher in ihrem Verhalten. Wenn bereits eine neue Partnerschaft im Raum steht, schwingen zusätzlich noch Schuldgefühle mit. Auch wenn es keine andere Möglichkeit gibt, als durch den Schmerz hindurch zu gehen, sollen folgende Tipps zur Entlastung beitragen.
Auf Erwachsenenebene kann ein Ritual dazu dienen, die gemeinsame Zeit abzuschließen und die Vergangenheit auch zu würdigen. Das Gute, symbolisch in die eine Hand, sowie das Belastende und Trennende in die andere Hand zu legen und zu vereinen. Beides ist Teil der gemeinsamen Geschichte, jener Realität, die Ausgangspunkt für Zukünftiges ist. Ist das Konfliktpotenzial zwischen den getrennten Partnern hoch, empfiehlt es sich über noch zu regelnde Angelegenheiten schriftlich zu kommunizieren. Das reduziert das Risiko persönlich ausfällig zu werden, und der Adressat kann darüber entscheiden, welche Informationen er aufgreift und welche er filtert. Es ist unbedingt wichtig die Paar- und Elternebene voneinander getrennt zu
halten. Das dient dem Schutz der Kinder, um nicht zwischen die Fronten zu geraten oder als Geheimnis- bzw. Informationsträger zu fungieren. Allen Beteiligten sollten Zeit haben, um sich in die neue Situation einzufinden; neue Bekanntschaften bzw. Partner sollten erstmal außen vorgelassen werden. Auch wenn ein gesundes Maß an Rückzug hilfreich sein kann, öffnen Sie zur rechten Zeit guten Freunden ihr Herz und bitten Sie um Unterstützung, wo diese nötig ist, gegebenenfalls sollte auf professionelle Hilfe zurückgegriffen werden. Auch involvierte Kinder bzw. Jugendliche profitieren häufig durch einen neutralen, fachkundigen Außenstehenden. Mehr Wissenswertes finden Sie im Internet unter www.sabinefleisch.com
„Menschen im Dienste Ihrer Gesundheit“ – Stiftung Liebenau
Serie/Teil 2
Auszeit für Angehörige In Nüziders und Bregenz bietet die Stiftung Liebenau neue Plätze in der gerontopsychiatrischen Tagesbetreuung.
sich zurückzuziehen. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück, wenn nötig mit kompetenter Unterstützung.
Pflegende Angehörige brauchen Auszeiten, um beruflich am Ball zu bleiben und auch um die eigene Gesundheit sowie ein ausgeglichenes Familienleben zu erhalten. Wenn der dauernde Aufenthalt in einem Pflegeheim (noch) keine Option ist, kann die tage- oder auch halbtageweise Betreuung wesentlich zur Entlastung beitragen. Auch die Seniorin oder der Senior profitiert von neuen Anreizen.
Nähe und Orientierung Danach gibt es Angebote im Gedächtnis- und Beweglichkeitstraining. Rund um die Wohnküche sind Fach- und Hilfskräfte der Stiftung Liebenau den ganzen Tag über
Persönlich und freundlich In Nüziders ebenso wie in Bregenz stehen dafür geräumige, Wohnungen mit Balkon, Wohnküche und Ruheräumen zur Verfügung. Genug Raum, um den Alltag gemeinsam zu erleben, aber auch, um
anwesend. „Vor allem Menschen mit Demenz finden so Nähe und Orientierung, fühlen sich geborgen und angenommen“, sagt Doris Zotter, Leiterin der Tagesbetreuung Keltengasse, Nüziders. Gelebter Alltag Am späteren Vormittag beginnt eine Mitarbeiterin mit dem Kochen. „Dann wird Gemüse geputzt,
gekocht und gegessen. Die älteren Menschen sehen, hören und riechen, was passiert und beteiligen sich nach ihren Wünschen und Fähigkeiten“, erklärt die Leiterin. Für die individuelle Betreuung und Pflege steht qualifiziertes Personal zur Seite. Friseur und Fußpflege Nach dem Mittagessen ziehen sich die Tagesgäste in einen der Ruheräume oder ins Wohnzimmer zurück. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen; auf Wunsch kommt die Fußpflegerin oder die Friseurin.
Daten & Fakten Telefon: 05552 67335 423 Doris Zotter keltengasse@stiftung-liebenau.at
Kompetente Begleitung und gemeinsames Alltagserleben. Foto: Stiftung Liebenau
Astrid Voraberger tagesbetreuung. brändlepark@stiftung-liebenau.at
12 Fit & Gesund LESER FRAGEN EXPERTEN ANTWORTEN Peter Bahl (85) aus Bürs beschäftigt ein Thema. Ihn plagen immer wieder stechende Schmerzen im Gesichtsbereich. Seine Recherche brachte den Fachbegriff „Trigeminusneuralgie“ ins Spiel. Nun möchte er wissen: „Wer oder was kann mir helfen?“ Prim. Dr. Phi lipp Werner, Neurologie, sowie Prim. Dr. Richard Bauer, Neurochirurgie, vom Landeskrankenhaus Feldkirch gaben die Antworten. Trigeminusneuralgie – was steckt dahinter?
Es handelt sich um einen ste chenden Gesichtsschmerz. Dabei kommt es zu immer wieder einschießenden, elektrisierenden, kurz dauernden (Sekunden bis max. 2 min), streng einseitigen Gesichtsschmerzen. Die Attacken können spontan oder getriggert auftreten, z. B. durch Mundbewegungen, Sprechen, beim Zähneputzen, durch kalte Zugluft, bei Berührung im betroffenen Hautgebiet. Zwischen den Attacken haben die Betroffenen zumeist keine relevanten Schmerzen. Je nach betroffenem Nerv sind Stirn-, Wangen- oder Kieferbereich, gelegentlich auch Mund- und Rachenbereich von den Schmerzen betroffen. Nicht immer ist die Ursache erkennbar, manchmal wird die Neuralgie durch eine Nervenkompression ausgelöst, manchmal durch eine Entzündung. Insgesamt sind ca. 20 bis 40 % der Bevölkerung betroffen, meist ab dem Alter von 50 Jahren, Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. Ansprechpartner bei der Trigeminusneuralgie sind vorwiegend Neurologen und Neurochirurgen, ganz oft sind auch Zahnärzte, Mund-Kieferund Gesichtschirurgen, auch Strahlentherapeuten involviert. Nach einer genauen Anamnese erfolgt eine klinische Befund erhebung (klinisch-neurologisch, zahnärztlich, kieferchirurgisch, kraniale bzw. cerebrale Bild gebung). Zumeist erfolgt dann zu Beginn ein medikamentöser Therapieversuch. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit neurochirurgischer und strahlentherapeutischer Behandlungen, abhängig von der individuellen Ursache und auch abhängig vom Ansprechen auf die Medikamente.
Freitag, 28. September 2018 Vorarlberger Nachrichten
Mund und Gesicht als Schmerzquellen MedKonkret widmet sich sensiblem Bereich.
FELDKIRCH Schmerzen im Mund-
und Gesichtsbereich können als Dauerschmerz oder in Attacken auftreten. Da es viele mögliche Ursachen gibt, ist eine sorgfältige Untersuchung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Der MedKonkret-Vortrag am Dienstag, 16. Oktober, im Panoramasaal des LKH Feldkirch befasst sich mit dieser Thematik. Referent ist Primar Oliver Ploder. Bei Schmerzen in der Mund höhle sind die häufigsten Ursachen Schleimhautentzündungen sowie Entzündungen des Zahnhalteapparats. Der stärkste Schmerz kann vom Zahnmark ausgehen. Die Behandlung dieser Beschwerden wird von niedergelassenen Zahnärzten durchgeführt. Bei Schmerzen in der Kiefer- und Gesichtsregion können die Ursachen mannigfaltig sein. Diese reichen von der Kieferhöhle und den Kiefergelenken
über die Ohren bis hin zur Kaumuskulatur.
Spontane Attacken
Primar Oliver Ploder zeigt beim Med Konkret aus seinem Fachbereich auf. MED KONKRET Schmerzen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich REFERENT Primar Oliver Ploder, LKH Feldkirch TERMIN Dienstag, 16. Oktober 2018, Panoramasaal LKH Feldkirch BEGINN 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr, Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH-Tiefgarage
Bei blitzartig elektrisierenden Schmerzen kann es sich um einen sogenannten typischen Gesichtsschmerz handeln. Solche Attacken können spontan auftreten oder beim Kauen, Sprechen oder Zähneputzen ausgelöst werden. Bei einer Abklärung dieser Beschwerden ist meist ein Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche (Zahnarzt, HNO, Mund- und Kieferchirurgie, Neurologie), notwendig, um mögliche Ursachen in der jeweiligen Disziplin auszuschließen. „Der erste Schritt sollte für den betroffenen Patienten aber immer der Weg zum niedergelassenen Arzt oder Zahnarzt sein, der die Abklärung durchführt“, betont Ploder. Danach kann, wenn nötig, die weitere Zuweisung erfolgen.
AUS DER SICHT DER AYURVEDA-LEHRE
Veronika Forster, Dipl. Ayurveda-Praktikerin
Essen im körperlichen Kontext KRUMBACH.
Es gibt Trenn-, Roh-, Vollwertund Astronautenkost. Auch tobt eine wilde Debatte über Bio oder eben kein Bio. Und wie steht es um Tiefkühlnahrung oder Fastfood? Wie sollen Sie sich in diesem Dickicht von Ernährungsweisen und Kontroversen nun zurechtfinden? Ganz einfach, indem Sie wieder auf sich selbst und Ihren Körper hören. Ayurveda macht genau das und stellt die Nahrung in den M ittelpunkt.
Eigene Verfassung entscheidet Das allerwichtigste beim Essen sind Sie, nicht die Nahrung. Das eine Mal vertragen Sie die Nah-
rung, das andere Mal werden Sie davon krank. Ihr individueller Zustand hat sich geändert, während die Nahrung die gleiche geblieben ist. Die Frage ist nun nicht, was in der Nahrung drin ist, sondern was Sie als Verzehrer aufnehmen können. Um möglichst viele Vitamine zu sich zu nehmen, essen Sie möglichst viel rohe Salate. Das ist super, vorausgesetzt ihr Stoffwechsel ist in bester Verfassung. Wenn nicht, wird der Salat so ausgeschieden, wie er verspeist wurde. Wo sind dann die wertvollen Vitamine geblieben? Im Salat, denn ihr Körper hat nichts davon abbekommen. Die herkömmlichen Tabellen mit Nährstoff- und Nährwert gehalt bringen Ihnen somit nicht
viel. Ihr individueller Zustand bestimmt weitgehend, was und wie er verdaut. Auch Ihr Gemütszustand kann die Verdauung behindern oder fördern. Beispielsweise, wenn Sie im Stress sind und deshalb wenig essen. Trotzdem liegt der Happen wie ein Stein im Bauch. In diesem Falle hat der Zustand Ihrer Psyche die Magenschmerzen bereitet, nicht das ssen. E Fragen Sie sich also: Wozu habe ich Lust? Denn, wenn Sie gelernt haben, auf Ihre mentalen und körperlichen Signale zu achten, dann brauchen Sie keine unendlich langen Listen oder dicken RatgeberBücher mehr. Mehr Wissenswertes finden Sie im Internet unter www.pension-sonnblick.at
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BESSER HÖREN. BESSER LEBEN.
Hören Sie noch alle Töne? Eine Hörminderung kommt meistens schleichend. Umso wichtiger ist es, bestmöglich vorzusorgen. Formel-1-Legende Mika Häkkinen genießt wieder alle Töne in seinem Leben – dank Neuroth. Leise, unvollständig, verschwommen – so fühlt es sich an, wenn man schlecht hört. Gewisse Laute verabschieden sich schleichend. Ton für Ton. Buchstabe für Buchstabe. Und dann versteht man nur noch einen Bruchteil. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig helfen zu lassen. Das weiß auch Formel-1-Legende Mika Häkkinen – zweifacher Weltmeister, der auf Hörgeräte von Neuroth vertraut. „Ich weiß nun, wie wichtig es ist, gut zu hören, und habe das Leben noch mehr zu schätzen gelernt“, sagt der 49-jährige Finne, dessen Hörminderung auf einen Rennunfall zurückgeht. Besser hören dank Neuroth „Dank Neuroth höre ich wieder alle Töne. Darüber bin ich sehr froh, da ich mich mit anderen wieder optimal verständigen
kann“, freut sich Häkkinen. In seiner neuen Rolle als Hörbotschafter von Neuroth hat er deshalb vor allem einen Ratschlag parat: „Vorsorge ist sehr wichtig – das Hören gehört auch dazu!“ Hören Sie noch alle Töne? Ein kostenloser Hörtest in einem Neuroth-Fachinstitut sorgt für Klarheit und ist der erste Schritt zum besseren Hören – und damit auch zu mehr Lebensfreude. Neuroth: 5 x in Vorarlberg Info-Tel.: 00800 8001 8001 Vertragspartner aller Krankenkassen WWW.NEUROTH.COM
Hören Sie noch alle Töne? Testen Sie jetzt kostenlos Ihr Gehör bei Österreichs größtem Hörakustiker!
HÖRGERÄTE HÖRBERATUNG GEHÖRSCHUTZ SEIT 1907
Mit der Zeit verliert unser Gehör gewisse Töne – ein Hörtest schafft Klarheit.
14 Fit & Gesund
Freitag, 28. September 2018 Vorarlberger Nachrichten
Das Zuhause als Unfallhotspot Die gängigsten Erste-Hilfe-Mythen und wie man es richtig macht.
WIEN Es gibt Notfälle, da zählt jede Minute. Erste Hilfe entscheidet dann über Leben und Tod. Dazu reichen einfache Handgriffe. Die gute Nachricht: Zwei Drittel der Österreicher trauen sich grundsätzlich zu, Erste Hilfe zu leisten. Dennoch bestehen Unsicherheiten. Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber räumt nun mit häufigen Erste-Hilfe-Irrtümern auf:
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„Der Motoradhelm darf nicht abgenommen werden.“
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Richtig ist: Der Motorradhelm muss beim Bewusstlosen runter, sonst besteht Erstickungsgefahr. „Der Ersthelfer kniet oberhalb des Kopfes des Verletzten und richtet diesen vorsichtig gerade. Dann öffnet man das Visier und den Verschluss. Jetzt zieht man den Helm langsam vom Kopf – wichtig ist dabei den Nacken zu stützen“, sagt Dr. Schreiber.
„Besser nichts tun – sonst werde ich verklagt!“
Richtig ist, sofort zu handeln. „Jeder kann Erste Hilfe leisten. Das Einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun“, so Chefarzt Dr. Schreiber. Es gibt bis heute keine einzige Verurteilung wegen geleisteter Erster Hilfe. Nichtstun ist hingegen strafbar.
„Bei der Wiederbelebung sanft drücken, sonst brechen die Rippen.“
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Richtig ist: Festes, schnelles Drücken rettet Leben, nur so wirkt die Herzdruckmassage. Der Brust-
„Am häufigsten muss man bei Verkehrsunfällen Erste Hilfe leisten.“
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Das Erste Hilfe-Wissen sollte alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Kurse in der Nähe finden sich unter www.erstehilfe.at
korb sollte dabei um ein Drittel eingedrückt werden. „Rippen brechen selten, wenn doch ist das nicht lebensgefährlich – ein AtemKreislauf-Stillstand schon“, relativiert Dr. Schreiber. Für den richtigen Rhythmus ein kleiner Tipp: Am besten im Takt des Popsongs Staying Alive von den Bee Gees drücken.
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„Man darf Verletzte nicht bewegen.“
Richtig ist: „Verletzte die bewusstlos sind und atmen, müssen in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wichtig ist, dabei den Kopf zu überstrecken und den Mund zu öffnen, damit Blut und Erbrochenes abfließen können“, sagt Dr. Schreiber.
Richtig ist: Platz eins der Unfallorte sind das eigene Zuhause und die Wohnumgebung. Lediglich 10 Prozent der Verunfallten verletzten sich 2017 im Verkehr laut Kuratorium für Verkehrssicherheit. „Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein, wenn der Vater plötzlich bewusstlos auf der Couch zusammensackt oder sich die kleine Tochter an der Herdplatte verbrennt“, sagt Dr. Schreiber.
DIE SCHÄTZE UNSERER HEIMISCHEN NATUR
Iris Lins, Kräuterpädagogin und Grüne-Kosmetik-Pädagogin
Die Kraft der leuchtend roten Beere Als Kind lernte ich, dass Vogelbeeren (oder Eberesche) giftig sind, nicht unbedingt tödlich, aber immerhin sollen sie sehr starke Bauchschmerzen verursachen. Also ein Grund, die leuchtend roten Beeren doch nicht in den Mund zu stecken. Jahre später bin ich wieder darauf gestoßen und lernte, wie wertvoll die rot leuchtenden Beeren in Wirklichkeit sind. RANKWEIL
Reich an Vitamin C In unseren Gegenden waren die Alten der Auffassung, dass die Eberesche die Macht habe, über die „Dämonen der Winter-Dunkelheit“ zu siegen. Wir könnten es
so interpretieren, dass das unter anderem auch auf die wertvollen Inhaltsstoffe, allen voran der hohe Gehalt an Vitamin C, zurückzuführen ist. Im Winter, wenn die Lebensmittelvorräte zur Neige gingen und frisches Obst und Gemüse nicht wie heute täglich verfügbar waren, mussten die Menschen erfinderisch sein. So wurden auch die Vogelbeeren zu Marmelade und Sirup eingekocht. Denn genau wie das Sauerkraut im Winter oder Giersch und Scharbockskraut im Frühling, waren die roten Beeren wichtig, um nicht an den Folgen von Skorbut (Vitamin C Mangel), hoher Infektanfälligkeit oder Hautproblemen zu erkranken. Die Blätter wurden an Vieh verfüttert und mit der Rinde wurde Wolle gefärbt.
Wichtig war und ist, dass die Beeren gekocht oder getrocknet verwendet werden, da sonst eine VOGELBEER-SIRUP FÜR DIE KALTE WINTERZEIT ZUTATEN 250 g frische Vogelbeeren/ Ebereschenfrüchte 250 g Zucker 300 ml Wasser ZUBEREITUNG Die gewaschenen, abgezupften Vogelbeeren im Zuckerwasser für ca. 30 Min. vorsichtig aufkochen, anschließend zwei Stunden ziehen lassen. Nun den Sirup abseihen, die Früchte ausdrücken und nochmals für zwei Stunden auf mittlerer Hitze einkochen. Jetzt kann er heiß in Flaschen abgefüllt werden.
unangenehme Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt spürbar wird (Durchfall und Magenbeschwerden).
Alternativer Vitaminsaft Ein Tipp für den Winter: Der Absud der Beeren kann bei Heiserkeit oder Überanstrengung der Stimmbänder als Gurgellösung verwendet werden. Auch kann der wervollte Sirup der Vogelbeeren (siehe Rezept) alternativ zu herkömmlichen Vitaminsäften eingenommen werden: Ein Esslöffel pro Tag pur oder in das Glas Wasser oder die Tasse Tee gemischt, kann in der kalten Jahreszeit stärken. Mehr Wissenswertes finden Sie im Internet unter www.kraeuternest.at
MedKonkret Treffpunkt Gesundheit
Prim. Univ.-Doz. Dr. Dr. Oliver Ploder
Schmerzen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich Dienstag, 16. Oktober 2018, 19 Uhr, Panoramasaal LKH Feldkirch Es ist oft nicht leicht, hier die richtige Ursache zu finden. Mögliche Auslöser sind Zähne, Kieferknochen, die Nasennebenhöhlen, Mundschleimhäute, Nerven und Kiefergelenk. Im Vortrag werden Schmerzformen und Ursachen anhand von Beispielen gezeigt.
Nächste Veranstaltungen Prim. Dr. Dietmar Striberski: Ursachen und Behandlung von Weichteilschmerzen Dienstag, 13. November 2018, 19 Uhr, Panoramasaal LKH Feldkirch Prim. Dr. Wolfgang Elsäßer: Schmerzen und Beschwerden bei Hals, Nase oder Ohren Dienstag, 4. Dezember 2018, 19 Uhr, Halle 12, Messequartier Dornbirn Prim.a Dr.in Ruth Krumpholz: Schmerztherapie bei Anästhesie & Intensivmedizin Dienstag, 15. Jänner 2019, 19 Uhr, Panoramasaal LKH Feldkirch
Moderation: VN-Redakteurin Marlies Mohr. Eintritt frei.
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Freitag, 28. September 2018 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen
Foto: pitopia/Val Thoermer
Herbst-Vortragsprogramm der VGKK
Ernährung und psychische Gesundheit stehen als zentrale Themen Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse lädt alle Interessierten zu ihrem Vortragsprogramm im Herbst ein. Dabei stehen die Themen Ernährung und psychische Gesundheit im Mittelpunkt. Die Vorträge
finden im Gesundheitsforum der VGKK in Dornbirn statt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Foto: shutterstock
Die Referentin Dr. med. Patricia Riml beschäftigt sich am 14. November mit Diabetes. Die Erkrankung ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir heute stehen. Die Anzahl der Betroffenen steigt und wird beeinflusst durch unseren Lebensstil. Durch mehr Information können Erkrankte, Angehörige und Interessierte einen wertvollen Beitrag zur Prävention und Behandlung leisten. Dem Thema Bewegung als Wunderwaffe widmet sich Dr. Hannes Pratscher am 27. November. Bewegung kann in den alltäglichen Ablauf eingebaut werden. Dazu ist keine Übung notwendig und es reichen kurze Zeitspannen, um dem Körper etwas Gutes zu tun.
Das Programm im Detail: Diabetes Typ II – Ein Leben mit der Krankheit – Vorsorgen ist besser als Nachsorgen Dr. med. Patricia Riml Mittwoch, 14. 11. 2018, 19 bis 21.30 Uhr Gesundheitsforum VGKK, 4. OG Anmeldung: bis spätestens 12. 11. 2018 Bewegung im Alltag Mag. Dr. Hannes Pratscher Dienstag, 27. 11. 2018, 19 bis 21.30 Uhr Gesundheitsforum VGKK, 4. OG Anmeldung: bis spätestens 25. 11. 2018 Nutzen Sie die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren. Anmeldungen zu den beiden Vorträgen sind per E-Mail an gesundheitsfoerderung@vgkk.at oder telefonisch unter +43 (0)50 84 55-1655 möglich.
www.vgkk.at