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Festspielzeitung_KW32

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Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

3. Ausgabe August 2019

RIGOLETTO Giuseppe Verdis mitreißendes Meisterwerk als Spiel auf dem See.

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Interview mit Jan Eßinger Millimeterarbeit auf der Seebühne Tomi Ungerer im Forum Würth

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© 2019 NEXTCLINIC IVF Zentren Prof. Zech – Bregenz, Lechner/Winsauer

Jeder große Traum beginnt ganz klein Den Beginn, wenn eine kleine Eizelle mit einem kleinen Spermium verschmilzt, in der Schwangerschaft zum Baby heranwächst und gesund geboren wird, dürfen wir als Spezialisten im Bereich der Reproduktionsmedizin jeden Tag aufs Neue erleben.

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ENDSPURT BEIM FESTSPIELSOMMER

In den letzt et en zehn Tage etzt Ta n stehen noch tolle Auffü uf hrunge uffü hrun n auf dem Progra Pr mm.

bereits vergriffen ff , wer beim zweiten ffen Termin dabei sein möchte, muss sich beeilen. Zum Ende der Festspielsaison wird es zudem Zeit, Ihnen die Bühnentechnik genauer zu erläutern. Der technische Leiterr W Wolfgang Urstadt erklärt, wo Abend für Abend die Herausforderungen bei der Steuerung des Bühnenbildes liegen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch eine schöne Zeit bei den Bregenzer Festspielen und viel Spaß beim Lesen der Ausgabe!

Gerade erst angefangen, neigt sich der Festspielsommer auch schon wieder dem Ende zu. Zehn Tage lang sind auf den großen und kleinen Bühnen noch verschiedenste Aufführungen zu sehen. Premerie feiert am 12. August beispielsweise noch Peter I. Tschaikowskis Eugen Onegin. Der gebürtige Darmstädter Jan Eßingerr ffeiert bei der Opernstudio-Produktion sein Debut als Regisseur bei den Bregenzer Festspielen. Im Interview erzählt er wie sich das anfühlt und warum Eugen Onegin seine Lieblingsoper ist. Sehnsüchtig erwartet wird auch die Premiere von „Arthur Schnitzler: Reigen“. Die Tickets für die erste Aufführung sind

Herzlichst Ihre

Beate Rhomberg

INHALT

Spiel auf dem See Rigoletto von Guiseppee V Verdi

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Wunderwandelwelt: Musikalische Installation auf der Werkstattbühne

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Ausstellung des Fotografen Emanuele Scorcelletti im Festspielhaus.

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Bühnentechnik: Millimeterarbeit bei der Steuerung des Kopfes

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Fußballturnier: Festspiel-Mitarbeiter tauschten Ballon gegen Ball.

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Friedensreich Hundertwasser im Kunstmuseum Lindau

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Gastgeberstadt Bregenz Kultur und Genuss am See

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Interview mit Eugen Onegin Regisseur Jan Eßinger 10

Impressum

Festspielzeitung. Herausgeber: Russmediaa V Verlag GmbH; Layout: Nicol Metzler; Redaktion und Umsetzung: Beate Rhomberg (beate.rhomberg@ russmedia.com); Fotos: Philipp Steurer (Titelbild), Beate Rhomberg, Bregenzer Festspiele, Dietmar Mathis, Anja Köhler, Emanuele Scorcelletti, Karl Forster, Dietmar Stiplovsek, Jeanne Degraa, Sarah Kresser, Harald Hoffmann, Namida AG, Adolf Bereuter, Foto Inken M. Holubec, Stadtmarketing Bregenz. Anzeigenberatung: Manfred Schmid (manfred.schmid@russmedia.com), Boris Sinn (boris.sinn@russmedia.com). Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Fotos: Beate Rhomberg (2), Philipp Steurer (1)

EIN HOFNARR IM HÖHENFLUG

Philipp Stölzls Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper Rigoletto sorgte für Begeisterung im Publikum und in der Presse. Die Begeisterung für das diesjährige Spiel auf dem See und dessen Inszenierung mit dem spektakulären Bühnenbild ist ungebrochen. Höchstes Lob gab es etwa von der wichtigsten Nachrichtensendung Deutschlands, der „Tagesschau“: „Eine fantastische Ausstattung der großen Bühne am Bodensee, dazu die großartige Kulisse. Die Bregenzer Festspiele gelten als ein Aushängeschild Österreichs.“ Noch acht Mal können Besucher dem tragischen Helden Rigoletto, dessen Schicksal schrecklich und voller Wendungen ist, dabei zusehen, wie er versucht seine Tochter Gilda zu retten. Wer für dieses Jahr keine Karten

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mehr bekommen hat, sollte ab dem 18. August um 21 Uhr im Webshop der Bregenzer Festspiele schnell zuschlagen. Dann startet nämlich der Vorverkauf für 2020. DIE GESCHICHTE Als Hofnarr des lüsternen Herzogs amüsiert sich Rigoletto. Seine Tochter Gilda sperrt er zu Hause ein, um sie vor anderen Männern zu schützen. Monterone, dessen Tochter der Herzog geschändet hat, verflucht Rigoletto für dessen spottende Worte. Nichts ahnend wird er zum Helfer bei Gildas Entführung, die dem Herzog als Eroberung gebracht wird. Sie sieht die Zuwendung des Herzogs als Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Dieser aber hat einen Mörder beauftragt, um den Liebschaften des Herzogs ein Ende zu bereiten. Als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er erneut dessen zynisches Credo „La donna è mobile“ und fürchtet plötzlich erneut um das Leben seiner Tochter. Philipp Stölzl betont in seiner Inszenierung Verdis

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Kontraste zwischen Spektakel und Kammerspiel. Dem zirkushaften Treiben auf dem Fest, der waghalsigen Entführung und dem nächtlichen Sturm stehen innige Szenen zwischen Vater und Tochter sowie Gilda und dem Herzog gegenüber.

„Rigoletto“ von Giuseppe Verdi Musikalische Leitung: Enrique Mazzola, Daniele Squeo Inszenierung: Philipp Stölzl Bühne: Philipp Stölzl, Heike Vollmer Kostüme: Kathi Maurer Licht: Georg Veit, Philipp Stölzl Stunt- und Bewegungsregie: Wendy Hesketh-Ogilvie Mitarbeit Regie: Philipp M. Krenn Chorleitung: Lukáš Vasilek | Benjamin Lack Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Der Herzog von Mantua: Stephen Costello, Sergey Romanovsky, Pavel Valuzhin Rigoletto: Scott Hendricks, Vladimir Stoyanov, Franco Vassallo Gilda: Stacey Alleaume, Mélissa Petit, Ekaterina Sadovnikova Sparafucile: Goderdzi Janelidze, Miklós Sebestyén Maddalena/Giovanna: Rinat Shaham, Katrin Wundsam


„DIE REALITÄT MENSCHLICHER GEFÜHLE IN BILDERN EINFANGEN“ Die Ausstellung des preisge is krönten isge nF Fotografe ra n Emanuele Scorcelletti rafe ist noch bis 18. Augustt im F Festspielhaus zu sehen.

Foto: Sarah Kresser

Emanuele Scorcelletti sprüht geradezu im Gespräch.. W Wen n er an seinem Smartphone durch die Bildergalerie scrollt, erzählt er dazu unterhaltsame Anekdoten, wie es zu dieser oder jener Aufnahme gekommen ist. Er hat viele Prominente fotografiert, beispielsweise Scarlett Johansson, Karl Lagerfeld, Audrey Tautou, Zinédine Zidane oderr Q Quentin Tarantino. Die naheliegende und häufig zu lesende Bezeichnung „Fotograf der Superstars“ gefällt ihm dennoch nicht. Ihm gehe es darum, die „Realität menschlicher Gefühle“ in seinen Bildern einzufangen – unabhängig davon, wen er ablichtet. Wichtig ist ihm stets, den porträtierten Personen mit Respekt zu begegnen. Das spüre das Gegenüber. KOOPERATION MIT LEICA Diesen Ansatz hat er auch in Bregenz umgesetzt. Treibende Kraft hinter diesem Proje ro kt war Karin roje Rehn-Kaufmann, Art Director und Chief Representative der Leica Galleries International (Österreich). Leica zählt zu den Sponsoren der Bregenzer Festspiele. KaufmannRehn hatte zuvor bereits Ausstellungen mit Scorcelletti in Salzburg und Baden bei Wien konzipiert. Seine Bilder aus einer Zirkuswelt hatten sie an Rigoletto mit dem aktuellen Bühnenbild denken lassen. MAKING-OF-VIDEO In Absprache mit Kuratorin Miriam Marzura, Leiterin der Leica Galerie in Wien, kam die Idee auf, in Bregenz die „Zirkusartisten“, also die Akrobaten, in Szene zu setzen. 6

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Scorcelletti war sofort begeistert und sagte zu. Sechs Tage lang war er Ende Juni/Anfang Juli mit seiner Kamera rund um die Seebühne unterwegs. Zusätzlich ist von diesem Shooting ein Making-of-Video entstanden. INTERNATIONALE VITA Emanuele Scorcelletti hat italienische Eltern und wurde in Luxemburg geboren. Heute lebt er in Paris. Begonnen hatte seine Karriere als Fotograf bei einer Presseagentur. Den internationalen Durchbruch brachte ihm ein Bild von Sharon Stone aus dem Jahr 2002. Es zeigte die Schauspielerin auf dem roten Teppich der Filmfestspiele von Cannes und brachte ihm eine Auszeichnung beim m W World Press Photo Award in der Kategorie „Kunst und Kultur“. NOCH BIS 18. AUGUST Die Ausstellung des in Luxemburg geborenen Fotografen Emanuele Scorcelletti ist noch bis 18. August im Foyer des Festspielhauses (Nähe Haupteingang) zu sehen.

Ausstellung Emanuele Scorcelletti Foyer des Festpielhauses 17 Juli bis 18. August '19 17. Showroom, nahe Haupteingang Mit dem QR-Code kommt man zum Making-of-Video, das zur Ausstellung entstand. Der Eintritt ist frei. www.scorcelletti.com


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© Bregenzer Festspiele / Lisa Kloos, Kathrin Grabher

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Foto: Festspiele/Dietmar Mathis

BALLON GEGEN BALL GETAUSCHT Beim traditionellen Festspiel-Fußballturnier ging es wieder rund.

Auch abseits der Bühne sind die Mitwirkenden der Bregenzer Festspiele noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte: Wenige Tage nach Festivalstart lieferten sich sportbegeisterte Künstler und Mitarbeitende beim jährlichen Fußballturnier am Viktoria-Platz hitzige Duelle. Das Finale konnten die Wiener Symphoniker mit zwei zu null für sich entscheiden und somit auch auf dem Fußballfeld beweisen, dass sie ein eingespieltes Team sind. Im Finale standen die „Symphoniker 2“ dem Team „Symphoniker Junior“ gegenüber. Als Revanche für 2018 bliesen die Altsymphoniker zum Sturm und entschieden das Turnier diesmal klar für sich. In insgesamt 16 Spielen lieferten sich die Teams ein Kräftemessen nach dem anderen. SECHS MANNSCHAFTEN Die Hälfte der sechs teilnehmenden Mannschaften stellten die Wiener 8

Symphoniker allein, eine weitere musikalische Truppe kam aus den Reihen des „Bregenzer Festspielchors“. Die Festspielbelegschaft war durch die Abteilungen Veranstaltungstechnik (Team „Hakim“) und Publikumsservice auf dem Feld vertreten. Mit einigen Pferdestärken schaffte es auch „PS 300“ auf das Podest. JAHRZEHNTELANGER FIXPUNKT Den sportlichen Fixpunkt dieser Saison organisierten Manfred Bischelsberger und Claudia Aßmann aus dem Controlling. Moderator Bischelsberger feierte bereits sein zwanzigstes Fußball-Jubiläum und bedankte sich bei Festspielveteran Gerbert Salzmann für die langjährige Zusammenarbeit. Vizepräsident Wilhelm Muzyczyn überreichte bei der Siegerehrung die begehrten Preise. Dabei wurde auch Geschäfts-

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führer Michael Diem in den vorderen Publikumsreihen gesichtet. Vom Clubhaus der Viktoria Bregenz waren die beiden Schiedsrichter Isi Aktuna und Franz Roithinger vor Ort. „Ausgezeichnet“, kommentiert Roithinger die Stimmung um und auf dem Platz. „Ein Tor schöner als das andere!“ GEMEINSAMER EINZUG Eine kurze Verschnaufpause konnten sich die Spieler nach dem Turnier zwar gönnen – dann war aber Zeit für raschen Wechsel: Die Wiener Symphoniker tauschten ihre Trikots gegen die Abendgarderobe und zogen gemeinsam mit Gegenspielern aus dem Bregenzer Festspielchor, dem Publikumsservice und der Veranstaltungstechnik wieder ins Festspielhaus ein. Dort fand im Anschluss das erste von vier Orchesterkonzerten dieses Sommers statt.


SKULPTURENGARTEN

Die Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte verkörpern mit ihren Skulpturen die „Poesy of Beauty“.

Informationen Öffnungszeiten: 17. Juli bis 18. August Mo. bis Fr., 16 bis 18 Uhr Adresse: Wellenstein 1, 6911 Lochau NONOS art.design.gallery Mercedes und Franziska Welte www.nonos.at; gallery@nonos.at

Hundertwasser 839 Die dritte Haut, Mixed media, 1982 © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Mit ihren fein gearbeiteten NONOS feiern die Vorarlberger Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte seit Jahren international Erfolge. Nun sind die kraftvollen und gleichzeitig poetisch-grazilen Skulpturen der Schwestern im Rahmen der Biennale in Venedig ausgestellt. Die figuralen, weiblichen Skulpturen sind einerseits voll klarer innerer Kraft, strahlen aber auch Zartheit und Unabhängigkeit aus. Die NONOS stehen für Sinnes- und Lebensfreude und verweisen auf den kosmologischen Kreislauf des Werdens, Seins und Vergehens. Der Skulpturengarten ist zur Festspielzeit zwischen Montag und Freitag 16 bis 18 Uhr geöffnet. WERBUNG

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Gemälde und Original-Grafiken

Kunstmuseum am Inselbahnhof


MODERNE BEZIEHUNGSGESCHICHTEN Fünf Fragen an Jan Eßinger, Regisseur von Eugen Onegin.

Jan Eßinger ist erst 36 Jahre alt, bei den Bregenzer Festspielen ist er dennoch ein alter Hase. 2007 startete er als Stage Manager beim Spiel auf dem See Tosca, vor vier Jahren war er erster Assistent bei Turandot. Nun hat der gebürtige Darmstädter eine neue Rolle übernommen und führt Regie bei der Opernstudio-Produktion Eugen Onegin.

Jan Eßinger: Es ist ein Vorteil, die Struktur und die handelnden Personen zu kennen. Da gibt es ein gewisses Vertrauensverhältnis, das zu einer sehr angenehmen Zusammenarbeit führt. Außerdem kenne ich mich hier außerhalb des Theaterlebens etwas aus. Da geht es um ganz banale Dinge wie die Öffnungszeiten der Supermärkte, die beste Eisdiele oder Freizeitmöglichkeiten wie eine Wanderung auf den Pfänder. Deswegen fühlt es sich für mich ein bisschen wie Nachhausekommen an. Was hat sich für Sie in der neuen Position verändert? Jan Eßinger: Regieassistent und Regisseur sind tatsächlich völlig verschiedene Berufe, das wird häufig unterschätzt. Als Regisseur konzentriert man sich darauf, das entwickelte Konzept im Team umzusetzen. Beim Lösen von Detailproblemen vor Ort helfen mir jetzt Mitarbeiter. Es geht für mich also darum, die künstlerischen Prioritäten richtig zu setzen und für die eigenen Vorstellungen einzustehen. Sie haben andernorts bereits mehrere Opernstudio-Produktionen geleitet. Was reizt Sie an der Arbeit mit 10

Foto: Festspiele/Karl Forster

Sie kommen in diesem Jahr als Regisseur zurück nach Bregenz. Wie erleben Sie diese Rückkehr?

jungen Künstlerinnen und Künstlern besonders? Jan Eßinger: Mich interessiert das künstlerische Gesamtpaket aus Stimme und schauspielerischem Vermögen. Der schönste Gesang nützt ohne den richtigen Ausdruck nichts. Erst die Kombination aus beiden Elementen sorgt für berührende Momente. Ich erlebe hier im Opernstudio eine große Offenheit und möchte gemeinsam mit den jungen Kollegen die Grenzen ausreizen und die eigene Komfortzone verlassen. Dieser Aufgabe stelle ich mich auch persönlich für meine Inszenierung. Natürlich gibt es andererseits Situationen, in denen man auf Nummer sicher gehen muss.

weg von der eigenen Lebenswirklichkeit sind, erzählt Eugen Onegin Beziehungsgeschichten. Das sind zeitlose Seelenwelten, in denen sich jeder wiederfindet. Man spürt bei den Figuren, dass sie etwas mit uns zu tun haben, es sind nachvollziehbare Konflikte, denen sie ausgesetzt sind. Wie setzen Sie das in Ihrer Inszenierung um?

Eugen Onegin gehört zu Ihren Lieblingsopern. Was zeichnet dieses Werk aus?

Jan Eßinger: Wie bei einem filmischen Zoom verfolgt das Publikum einzelne Charaktere wie unter einem Brennglas. Wir versuchen, Tschaikowskis teils pompöser, oftmals schwelgerischer Musik möglichst natürliche Figuren gegenüberzustellen. Dabei geht es um sehr präzises und detailreiches, manchmal aber fast reduziertes Schauspiel. Diesen bewussten Kontrast erlebe ich in den Proben bisher als sehr spannend.

Jan Eßinger: In allererster Linie die unheimlich berührende Musik. Anders als in vielen Opern, die von antiken Machtkämpfen oder Königsdramen handeln und dadurch weit

Für die Vorstellungen am 13., 15. und 17. August im Theater am Kornmarkt gibt es noch Tickets. Einige Restkarten sind noch für die Premiere am 12. August verfügbar.

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Foto: Festspiele/An tspiele/ ja Köhler tspiele/An

WUNDERWANDELWELT

Eine musikalische Installation von François Sarha ar n an zwei Abenden. arha Ein einzigartigerr K Kosmos voller Musik, Erzählungen, Bilder und Filme erfüllt an zwei aufeinanderfol rf genden Abenden rfol diee W Werkstattbühne. Der französische Künstler François Sarhan verführt das Publikum mit echten und täuschend echten Geschichten, rätselhaften Figuren und geheimnisvollen Klängen. Die Aufführung am 16. August ist bereits ausverkauft, für den 17. August gibt es noch Restkarten. Inspiriert von der russischen Avantgarde und wundersamen Fundstücken der europäischen nK Kulturgeschichte entstehen groteske und humorvolle Welten. Immer wieder tauchen Figuren wiee F Fjodor Dostoje to wskiss ffantastischer Erzähler toje Bobok oder der eigenartige Profess rof or rofess

Henry Glaçon auf. In den von Sarhan selbst entworfenen und collagierten Bühnenbildern aus Papier erklingen seine Musik und Texte. Musiker aus Belgien und Frankreich sowie des Ensemble Phace aus Wien spielen auf unterschiedlichen Bühnen innerhalb des Raums. Das Publikum ist eingeladen, sich an einem oder beiden Abenden, die unterschiedliche Inhalte haben, frei in diesem Kosmos zu bewegen und ihn während der mehrstündigen Aufführungen auch immer wieder zu verlassen. Das Flüchtige der Musik, der darstellenden Künste wird direkt erlebbar und gleichzeitig in einem Raum eingeschlossen, wie der französische Titel dieser Abende ausdrückt: Éphémère Enchainé.

Wunderwandelwelt In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musik, Text, Konzept, Raum: François Sarhan Ensemble Phace Something Out There Dauer: ca. 3 Stunden (mit selbst gewählten Pausen) Aufführungen: Freitag, 16. August,, W Werk stattbühne Samstag, 17. August,, W Werkstattbühne

Hörburger GmbH. Achstraße 47 A-6922 Wolfurt T +43 (0) 5574 -75748 - 0 info@autohaus-hoerburger.at www.autohaus-hoerburger.at

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BREGENZ

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A 22

SEHENSWÜRDIGKEITEN 1

Festspielhaus mit Seebühne

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Gefangenenhaus

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Vorarlberg Museum

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Ehreguta-Platz

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Kunsthaus Bregenz

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Deuringschlössle

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Theater am Kornmarkt

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Seeanlagen

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Pfänder (Tal (T station)

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Stadtpfarrkirche St. Gallus

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Oberstadt

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Herz-Jesu-Kirche

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Rathaus

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Seekapelle

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Leutbühel

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Nepomukkapelle

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Vorarlberger Landhaus

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Martinskapelle/Martinsturm

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Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis

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Evangelische Kreuzkirche

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Altes Rathaus

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Strandbad

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CasinoStadion

Mehrerauer-S raße

VERANSTALTUNGEN

Casino Damentag Jollydays, Dinner & Roulette, Pokerturnier

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BeachBar Bregenz beim Musikpavillon Strandbar mit Urlaubsfeeling. Geöffnet bis 8. September

E/15 Seeanlagen Brunch mit Livemusik im Wirtshaus am See, BeachBar Bregenz und bewirteter Fischersteg F

KUB Billboards Thomas Schütte „Blues Men“ (bis 7. Oktober)

G/2 Vorarlberg Museum Sonderausstellung zur Künstlerin Angelika Kauffmann (bis 6. Oktober)

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Sonnenkönigin Captains Brunch (21. Juli), Konstanzer Seenacht (10. August)

M/5 Pfänder Alpenwildpark Pfänder bei freiem Eintritt. Die Bahn fährt täglich von 8 bis 19 Uhr zur vollen und halben Stunde und nach Bedarf. N

Magazin4 Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz

O/8 Leutbühel Jeden Mittwoch und Samstag findet ein regionaler Markt statt P

Hard, CH

Galerie Arthouse Ausstellung: Willi Siberl „Augenweide“ (bis 16. August 2018)

Q /6 Martinsturm/Oberstadt Ausstellung: „Bregentz. Stadt am Bodensee“

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit itt wä w während äährend hren hrend d der Bregenzer Festspiele

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Bregenz Tourismus Tickets für die Bregenzer Festspiele und diverse andere Veranstaltungen

Galerie Lisi Hämmerle Ruth Schnell "Call of Duty" (bis 17 17. August 2019)

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K/4 Theater am Kornmarkt Schauspiel, Bregenzer Festspiele Don nQ Quijote (20., 22. u. 23. Juli)

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Hohentwiel Festspiel-Gourmetfahrten

Kunsthaus Bregenz Ausstellung: Thomas Schütte (bis 6. Oktober)

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A/1 Festspielhaus mit Seebühne Bregenzer Festspiele „Rigoletto“

Dornbirn, Lauterach

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Hauptbahnhof Bregenz

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Landeskrankenhaus Bregenz

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MIT BUS UND BAHN ZU DEN FESTSPIELEN Das Festspielticket ist gleichzeitig eine Gratisfahrkarte für Bus und Bahn. Genuss bereits bei der Anreise garantiert das Festspielticket: Es gilt als Gratisfahrkarte für Bus und Bahn in ganz Vorarlberg sowie ab Lindau am Tag des Aufführungsbesuchs. Bequem und entspannt erreichen Festspielgäste den Bahnhof Bregenz, der nur drei Gehminuten von der Seebühne entfernt liegt. Nach Vorstellungsende bringen die „Öffis“ die Besucherinnen und Besucher zum Ausgangspunkt zurück, teilweise stehen dafür Sonderlinien zur Verfügung. Neu sind eine Gültigkeit auch für Scheidegg im Allgäu sowie eine um zwanzig Minuten kürzere Fahrzeit in den Bregenzerwald.

PROGRAMMPLAN 9. BIS 18. AUGUST 2019 Infos und Tickets erhalten Sie unter Tel. +43 5574 407-6 • www.bregenzerfestspiele.com

Termin Fr.

EINFÜHRUNGEN Um 19 Uhr und um 19.30 Uhr vor dem Spiel auf dem See geben Beteiligte der Aufführung auf der Seebühne einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Handlung und die Komposition des Werks. Gäste erfahren Geheimnisse der Inszenierung und technische Details. 14

Veranstaltung

Veranstaltungsort

9. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa. 10. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 11. August

21.00 Uhr

Konzert im KUB

Kunsthaus Bregenz

So. 11. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mo. 12. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin, Premiere

Theater am Kornmarkt

Di. 13. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Di. 13. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Mi. 14. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Do. 15. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Do. 15. August

19.30 Uhr

Arthur Schnitzler: Reigen

Festspielhaus

Fr.

20.00 Uhr

Wunderwandelwelt (Premiere)

Werkstattbühne

16. August

Fr. 16. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Sa.

17. August

19.30 Uhr

Eugen Onegin

Theater am Kornmarkt

Sa.

17. August

20.00 Uhr

Wunderwandelwelt

Werkstattbühne

Sa. 17. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

So. 18. August

9.30 Uhr

Festspielfrühstück

Seefoyer

So. 18. August

11.00 Uhr

Orchestermatinee

Festspielhaus

So. 18. August

21.00 Uhr

Rigoletto

Seebühne/Festspielhaus

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele


ARTHUR SCHNITZLER: REIGEN Am 15. August ist das Stück im Festspielhaus zu sehen.

Die Schauspielerin Regina Fritsch steht bei „Arthur Schnitzler – Reigen“ auf der Bühne.

RENOMMIERTE SCHAUSPIELER Bei diesem „Konzert mit Drama“ am 15. August treffen zwei renommierte Schauspieler – Regina Fritsch und Sven-Eric Bechtolf – auf die Musicbanda Franui. Dieses Musikensemble aus Osttirol komponiert selbst und stellt dabei auch die

Werke anderer Künstler in seinem unverwechselbaren Stil zusammen: humorvoll und mit deutlichem Augenzwinkern. So auch in diesem Fall: Beispielsweise erklingen in der zweiten Szene zwischen Soldat und Stubenmädchen ausgewählte Tänze von Franz Schubert. Die Musicban-

Foto: Jeanne Degraa

Dirne, Soldat, Stubenmädchen, junger Herr, junge Frau, Ehemann, süßes Mädel, Dichter, Schauspieler und Graf: Fünf Frauen und fünf Männer begegnen und begehren sich in Arthur Schnitzlers Werk aus dem Jahre 1903. Das Bühnenstück in zehn Dialogen sorgte damals für einen Skandal. Die Bregenzer Festspiele blicken in dieser Saison mit zwei unterschiedlichen Werken auf den Stoff: Arthur Schnitzler: Reigen ist im Festspielhaus am Donnerstag, dem 15. August, zu erleben. Auf der Werkstattbühne feierte „Der Reigen“ bereits am 30. Juli seine Premiere und sorgte damit für Begeisterung.

da Franui macht diese Szene zum „Alptraum eines österreichischen Pianisten“. Zum Dialog zwischen junger Frau und Ehemann sind ein Duett aus Rigoletto und ein Bolero zu hören, in dem die Künstler verschiedene Brahms-Lieder ineinander verschachtelt haben.

FESTSPIELFRÜHSTÜCK Foto: Dietmar Mathis

Am 18. August ist Maximilian Hornung vom Symphonieorchester Vorarlberg zu Gast.

Man sieht sie abends auf der Bühne, liest über sie in den Medien und hin und wieder trifft man sie auch in der Stadt beim Einkaufen, auf dem Markt oder im Freibad. Während des Sommers prägen die Festspielkünstler das Bild der Landeshauptstadt. Wir leben hautnah neben Musikern,

Sängern, Dirigenten und Schauspielern. Beim Festspielfrühstück sind sie von ihrer persönlichen Seite zu erleben. Der Verein der Freunde der Bregenzer Festspiele ermöglicht im Rahmen der Festspielfrühstücke das Kennenlernen von Mitwirkenden der Bregenzer Festspiele. An insgesamt vier Sonntagen während der Festspielzeit werden unterschiedliche Künstler bzw. Gäste zum Gespräch ins Festspielhaus gebeten. Sie sprechen über ihren Beruf und ihr Leben, erzählen, was sie an den

Bodensee geführt hat und was ihnen an Bregenz besonders gefällt. Nebenbei besteht die Möglichkeit, sich bei einem gemütlichen Frühstück zu stärken. Am Sonntag, dem 18. August, findet das vierte und letzte Festspielfrühstück dieser Saison statt. Zu Gast ist diesmal Maximilian Hornung, Cellist Orchestermatinee Symphonieorchester Vorarlberg. Bereits ab 9 Uhr ist der Saal zum Frühstück geöffnet, das Gespräch selbst dauert von 9.30 bis ca. 10.15 Uhr.

Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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MILLIMETERARBEIT AUF DER BÜHNE Die neue und äußerst komplexe Steuerungstechnik beim Spiel auf dem See bewährt sich. Es läuft „stabil, gut und sicher“.

Nachdem nun schon einige Opernabende verstrichen sind, ist es an der Zeit, dem Technischen Leiter Wolfgang Urstadt mehr Details über die neue Steuerungstechnik zu entlocken, die bei den Bregenzer Festspielen erstmals für Rigoletto zum Einsatz kommt. Kaum ein Theaterkritiker und kaum eine Theaterkritikerin, die nicht im Bericht auf die eindrucksvollen Bewegungen des Clowns Bezug genommen hätten. „Frappant, welche Vielzahl an Gesichtsausdrücken, welchen mimischen Reichtum diese Bühnenskulptur zu leisten imstande ist“, schrieb beispielsweise die Austria Presse Agentur in ihrer Premierenkritik und kam zum Schluss: „Dieser Rigoletto hat eine neue Zeitrechnung in Sachen Bühnentechnik 16

bei den Bregenzer Festspielen eingeläutet.“ VON CUE ZU CUE Dabei geht es in vielen Szenen um Millimeterarbeit, sagt Wolfgang Urstadt, auch wenn dies angesichts der gewaltigen Ausmaße von Kopf und Hand aufs Erste übertrieben scheint. Mit gegeneinander gehaltenen Handflächen nimmt er ein fiktives Maß, um es zu veranschaulichen: „Das ist das Fenster, das die Software für eine Bewegung vorgibt. Wird ein Punkt überschritten, wird automatisch gestoppt.“ Die gesamte Rigoletto-Aufführung ist in viele solcher Bewegungen, sogenannte „Cues“ unterteilt. Ein Cue kann wenige Sekunden dauern, ein anderer eine Minute oder mehr. Schon aus Sicherheitsgründen „gibt es ausschließlich pro-

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grammierte Fahrbewegungen“. Jede ist von den beiden Pultfahrern mit einem unverwechselbaren Kommando bedacht worden. ZUSAMMENARBEIT VON MENSCH UND MASCHINE Der erste „Fahrer“ steuert alle Bewegungen von Clownskopf und Kragen, der andere alle Bewegungen der „Hand Lindau“, wie die vom Publikum aus linke Seite der Bühne genannt wird. Wolfgang Urstadt: „Jede Fahrbewegung musste sicher programmiert und ausgetestet sein, bevor man Leute auf die Bühne gelassen hat.“ Schließlich werden unglaubliche Massen geradezu spielerisch bewegt: Der Kopf, der an der 34,7 Meter langen Wippe befestigt ist, wiegt allein 35 Tonnen und um ihn im Extremfall innerhalb von


27 Sekunden von 14,5 Grad nach minus 28 Grad zu drehen, ist ein hydraulischer Druck von bis zu 160 bar notwendig. Jeder Mitwirkende muss während der Aufführung seine genauen Positionen kennen und einhalten. Es geht um nichts anderes, als das sichere Zusammenarbeiten von Mensch und Maschine. Dafür holten sich die Bregenzer Festspiele wertvolles Know-how bei einer Vorarlberger Firma, die auf den Robotereinsatz in der Industrie spezialisiert ist. UNZÄHLIGE BLICKWINKEL Neun Überwachungskameras liefern den beiden Pultfahrern Bilder auch aus unzugänglichen Blickwinkeln. „Zusätzlich stehen an acht Positionen Personen, die auf einen Nothalt drücken können“, fügt der Technische Leiter ein weiteres Detail der ausgeklügelten Sicherheitsvorkehrungen an. Die unmittelbare Koordination der beiden Bedienpulte fügt sich in die Teamarbeit ein: „Der Inspizient gibt die Kommandos und ist somit der Regisseur der Vorstellung. Die Bühnenmeister auf der Bühne sind vor allem für die Sicherheit und den korrekten Ablauf zuständig. Der technische Proben- und Vorstellungsleiter sitzt als einziger in der sogenannten Wetterküche, die sich oberhalb der Zuschauertribüne befindet, und ist übergeordnet für die Sicherheit und den Vorstellungsablauf zuständig.“ Über Funk stehen alle miteinander in ständigem Kontakt. AUF DEM LETZTEN STAND DER TECHNIK Bei Rigoletto handelt es sich um die bisher komplexeste Steuerungstechnik. Die beiden neuen Bedienpulte sind auf dem letzten Stand der Technik. Dennoch mussten bis zum Schluss zahlreiche Anpassungen vorgenommen werden, um das reibungslose und homogene Zusammenspiel aus Stahlbau, Maschinenbau und Steuerungstechnik zu gewährleisten. Zwar war von Re-

gisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl in einem Computermodell, dem „digitalen Zwilling“, bereits die gesamte Aufführung filmisch durchgespielt und programmiert gewesen, doch die Realbedingungen auf der 48 Meter breiten Seebühne verlangten die eine oder andere Änderungen bei der Programmierung. SICHERHEIT GEHT VOR Nach einer Handvoll Rigoletto-Aufführungen verspürt Wolfgang Urstadt „ein Durchatmen: Die Anlage läuft gut, stabil und sicher“. Keine unvorhergesehenen Ereignisse? „Doch, die gibt es bei jeder Vorstellung.“ Der Technische Leiter verdeutlicht es wieder mit seinen Handflächen: Eine kleine Gewichtsverlagerung im Kopf, in dem sich gleichzeitig bis zu 13 Personen aufhalten, und die Messsysteme melden: Achtung, Toleranzgrenze wird erreicht. Oder eine starke Windböe, die die Software veranlasst den Cue abzubrechen. Sicherheit geht vor. In Sekundenschnelle ist dann zu entscheiden, ob Fahrbewegungen übersprungen werden können, und wenn ja, welche, um beim nächsten geplanten Bewegungsablauf anzuknüpfen. Dass das Publikum nichts davon merkt, auch das ist eine Kunst. DIGITALER RÖNTGENBLICK Wer noch mehr Details möchte, kann den Clown ganz genau unter die Lupe nehmen, denn die Zuschauer bekommen in diesem Jahr einen ganz besonders guten Einblick in die Kulisse. Mit nur wenigen Klicks können Interessierte online auf https:// vtour.bregenzerfestspiele.com das Skelett des Bühnenbildes offenlegen und so die ansonsten verborgene Bühnentechnik z. B. wie Unterwasserkonstruktionen und vieles mehr entdecken. Da der Online-Röntgenblick dynamisch auf Bewegungen des Smartphones reagiert, kann der Betrachter sowohl die echte Opernkulisse sehen als auch gleichzeitig in sie hineinblicken.

Die Darsteller müssen ihre Position genau kennen. Bis zu 13 Personen halten sich gleichzeitig im Kopf auf. Fotos: Beate Rhomberg

Informationen Online kann man sich unter folgendem Link anschauen, was die Rigoletto-Kulisse alles zu bieten hat: https://vtour. bregenzerfestspiele.com. Oder mit dem Handy einfach den QR Code scannen und loslegen.

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FESTSPIELGENUSS FÜR ALLE SINNE Ein kulinarischer Spaziergang mit Festspielflair. Ganz Bregenz ist im Rigoletto-Fieber.

Die Festspielsaison ist in vollem Gange. Das zeigt sich auch beim Spaziergang durch die Bregenzer Innenstadt: Flaggen in Rot, Blau und Gelb zieren die Gassen, vor dem Rathaus weht das blaue Festspiellogo. Lokale werben mit zirkushaften Leckerbissen, immer wieder pfeifen Vorbeigehende die markante Melodie aus „La donna é mobile“. Auf den Spuren von Rigoletto werden in der Landeshauptstadt zurzeit alle Sinne verwöhnt.

RIGOLETTO IST IN ALLER MUNDE Das Spiel auf dem See hat auch viele Bregenzer Gastronomen inspiriert: Zum Apéro kann man sich einen „Rigoletto“-Aperitif mit Beeren im Eispavillon am See oder im Hafencafé „Die Welle“ holen. Weiter stadteinwärts bewirbt die Bäckerei Mangold ihren „Star des Sommers“ – ein vegetarisches Rigoletto-Brötchen, gefüllt mit Auberginen. Für Naschkatzen hat

die Stadt Bregenz einige Desserts parat. Die Schokoladen-Manufaktur Xocolat entwarf zur 73. Festspielsaison die sogenannten „Riegelettos“. „Und eine Pralinenserie mit sechs von Rigoletto, Giuseppe Verdi und seiner Heimatregion inspirierten Geschmäckern in der passenden Pralinenschachtel“, präsentiert Geschäftsführerin Martina Homann-Dellantonio ihre Kreationen. Schokoladig geht es auch im Theatercafé am Kornmarktplatz weiter, denn dort werden Schokotafeln mit Rigoletto-Verpackungen ausgestellt. „Ja klar haben wir eine Festspielauslage“, heißt es dort von Geschäftsführer Rainer Troy ganz selbstverständlich. GILDA ERFRISCHT MIT GIN Der perfekte Ort für den Ausklang des kulinarischen Spaziergangs bildet der Platz der Wiener Symphoniker direkt am Festspielhaus. Im Gourmetzelt wird unter anderem ein GildaCocktail mit Wassermelonensirup und Hendrick’s Gin serviert.

Foto: Sarah Kresser

DEKORIERTE SCHAUFENSTER In der bunten Fußgängerzone schmücken Ballons und Zirkusgirlanden die Schaufenster, hie und da wird mit Festspiel-Aufklebern und Plakaten dekoriert. Auf der Kaiserstraße bleiben einige Passanten vor einem Café stehen, um sich am Anblick der selbstgemachten Rigoletto-Kulisse im Schaufenster zu ergötzen. Der ausgestellte Clownskragen in Tortenform sieht zwar zum Anbeißen aus – ist allerdings nicht essbar. „Sonst wird die Schaufensterdekoration

oft aus Zuckerguss angefertigt, aber bei den derzeitigen Temperaturen hält das einfach nicht“, erklärt CoGeschäftsführerin Carmen Götze. Wenige Schritte weiter zieht noch ein Clown die Blicke auf sich: Zwischen den Schaufensterpuppen eines Modegeschäfts starrt ein riesiges Rigoletto-Gesicht aus Gips auf die Fußgängerzone hinaus. Gleich ums Eck schmückt auch das Modehaus Sagmeister seine Auslage mit Zirkusmotiven: Elefanten, Tiger und Dompteure erleuchten dort bei Nacht die Fenster.

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ERSTAU ST FFÜHRUNG: STAU DER REIGEN Wunderschöne Bühnenbilder und eine großartige ti Inszenietige rung au auf der Werkstattbühne. Als österreichische Erstaufführung in Co-Produktion mit der Neuen Oper Wien kam am 30. Juli „Der Reigen“ von Bernhard Lang (Libretto: Michael Sturminger) auf die Werkstattbühne. Außergewöhnlich waren vor allem die Mittel, die Lang einsetzte: Als zentrales Element nutzte er sogenannte Loops, also schleifenartige Wiederholungen. Das Publikum belohnte die Idee und natürlich die Schauspieler mit einem ausgiebigen Applaus. Foto: Dietmar Stiplovsek


TOMI UNGERER IM FORUM WÜRTH Das Forum Würth Rorschach zeigt die erste Ausstellung von Tomi Ungerer nach seinem Tod.

Der französische Künstler Tomi Ungerer gehört zu den bedeutendsten und zugleich provokantesten Illustratoren unserer Zeit. Sein gewaltiges Werk zählt mehr als 40.000 Zeichnungen, Ölbilder, Plakatentwürfe, Collagen, Lithografien, Holzschnitte und Objekte. Dazu kommen 140 Bücher von der Sozialsatire bis zum Märchenbuch. Dass es neben dem illustrativen Werk auch zahlreiche Collagen und Skulpturen gibt, entstanden vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten, ist dabei selbst den meisten Bewunderern unbekannt. Es war ein Verdienst der Ausstellung, die 2010 in der Kunsthalle Würth stattfand, einen neuen Blick auf den freien Künstler Tomi Ungerer zu werfen, der neben seinen Auftragsarbeiten ein fantastisches Universum origineller Werke schuf. TOMI UNGERER (1931–2019) Tomi Ungerer wurde 1931 in Straßburg geboren. Nachdem er zu Beginn seiner Laufbahn durch ganz Europa trampte und erste Zeichnungen in 20

der Satirezeitschrift „Simplicissimus“ veröffentlichte, begann sein eigentlicher Aufstieg im New York der 1950er-Jahre, wo er als Grafiker, Kinderbuchautor, Zeichner und Maler berühmt wurde. Zeitlebens war er politisch engagiert. Seine Plakate gegen den Vietnamkrieg und die Rassentrennung sind beredte Stellungnahmen und gehören zugleich zu den besten Beispielen der modernen Grafik. Unterhaltsam und ebenso drastisch sind seine bitterbösen Bildkommentare auf die amerikanische High Society. Diese und weitere Veröffentlichungen machten Ungerer einen Verbleib in den USA unmöglich. Seine Kinderbücher wurden unter Zensur gestellt und selbst das FBI nahm ihn unter Beobachtung. Er entzog sich für einige Jahre nach Kanada und ließ sich 1976 dauerhaft in Irland nieder. Seine Haltung, „die eigenen Abgründe ebenso furchtlos aus(zu)leuchten wie die anderer“ (Andreas Platthaus), hat er dabei nie aufgegeben. In seinem Ausspruch „Die Hölle ist das Paradies des Teu-

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fels“ steckt Tomi Ungerers ganze ambivalente, aber stets anderen zugewandte Lebensphilosophie. QUERSCHNITT DURCH SEIN WERK Die Ausstellung im Forum Würth Rorschach, die auf den reichen Bestand von 240 Werken Tomi Ungerers in der eigenen Sammlung zurückgreifen kann, bietet einen inhaltlichen Querschnitt durch das ebenso tiefgängige wie überaus kurzweilige Gesamtwerk dieses leidenschaftlichen Künstlers. Tomi Ungerer starb am 9. Februar 2019 in Cork, Irland.

Informationen Ausstellung „Tomi Ungerer – Zeichnungen, Collagen und Objektkunst aus der Sammlung Würth“ Ausstellungsdauer: bis 15. März 2020 Ort: Forum Würth Rorschach Churer Straße 10, 9400 Rorschach, CH Öffnungszeiten: April bis September, täglich von 10 bis 18 Uhr; Oktober bis März, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr Eintritt: frei www.wuerth-haus-rorschach.ch


FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER – TRAUMFÄNGER EINER SCHÖNEREN WELT Ausstellung ung mit Originalwerken im neuen Kunstmuseum Lindau. un

Zur Eröffnung des neuen Kunstmuseums am Inselbahnhof in Lindau, das zentral in der Nähe des Hafens und Bahnhofs gelegen ist, präsentiert dass K Kulturamt Lindau in Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung Wien rund 60 originalee W Werke des österreichischen Universalkünstlers Friedensreich Hundertwasser. Unter dem Titel „Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt“ werden noch bis 6. Oktober 2019 Gemälde, Grafiken, Architekturentwürfe rfe und ein kostbarer Knüpfteprf pich gezeigt. Damit handelt es sich um die erste Ausstellung seit fast 40 Jahren im Südwesten Deutschlands, die so viele Originale präsentiert. EINE SCHILLERNDE KÜNSTLERPERSÖNLICHKEIT Diee W Werke von Friedensreich Hundertwasser sind farbenfroh, facettenreich und zeugen von der tiefreichenden Kreativität einer vielseitigen Künstlerpersönlichkeit. Er agierte nicht nur als Maler, sondern auch als experimentierfreudiger Grafiker, selbsternannter Architekturdoktor und Umweltaktivist. Seine Werke entstanden als Ernte seiner Träume. Sein Einfallsreichtum und sein ökologisches Vordenken kamen dabei nicht nur in seinen Bildsujets zur Geltung, sondern auch in seinen Architekturprojekten, die stets auf eine natur- und menschengerechtere organische Bauweise abzielten. Inspiration für seine Arbeiten fand er in jungen Jahren unter anderem in den nV Vorbildern der frühen Avantgarden wie der Wiener Secession um Gustav Klimt oder Egon Schiele, aber auch bei dem Malerpoeten Paul

Hundertwasser,, 2 274 SS BAUTA, UT Aquarell, 1956; © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz. UTA,

Klee. Als Mitglied der internationalen nA Avantgarde in den 1950er-Jahren in Paris entwickelte Hundertwasser seine einzigartige Bildsprache. Hundertwassers vielfältige künstlerische Tätigkeiten und die Bezüge seines Schaffen ff s zu Themen rund um die ffen Natur, die Ökologie und den Umweltschutz bieten auch einen hervorragenden Anknüpfungspunkt für die museumspädagogischen Workshops und Führungen, die begleitend zur Sonderausstellung für interessierte Schul- und Kindergartengruppen angeboten werden. LANGE NACHT DER MUSEEN Aufgrund des großen und anhaltenden Interesses, wurde die erfol rf grfol reiche Ausstellung um einee W Woche, bis zum 6. Oktober, verlängert. Da-

mit besteht für die Besucher auch die Möglichkeit, die Ausstellung bei der „ORF-Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober 2019 zu besichtigen.

Ausstellung Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt Kunstmuseum am Inselbahnhof 6. April bis 6. Oktober 2019 Mo.–So. von 10–18 Uhr Öffentliche Führungen 10.30 und 14 Uhr, mit Voranmeldung um 14 Uhr, T +49 (0) 8382 27 47 47 850 Gruppenführungen nach Vereinbarung, T +49 (0) 8382 260033 museum@kultur-lindau.de Kunstmuseum am Inselbahnhof Maximilianstraße 52, 88131 Lindau www.kultur-lindau.de

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AUSSTELLUNG: ANGELIKA KAUFFMANN Unbekannte Schätze aus Privatsammlungen im vorarlberg museum in Bregenz und im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg.

Angelika Kauffmann, Ceres, 1785, Vorarlberg, Privatsammlung © AKRP, Foto Inken M. Holubec.

Angelika Kauffmann und Giuseppe Carlo Zucchi (1721 – 1805), Die Hl. Familie mit dem Engel, (1773) 1776, Vorarlberg, Privatsammlung, Foto Adolf Bereuter

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Vieles von dem, was in dieser Ausstellung zu sehen ist, wird selbst Kauffmann-Kennern unbekannt sein. Denn manche Vorarlberger Privatsammler zeigen erstmals ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der berühmten Künstlerin. Zudem ist es der Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, verschollen geglaubte Werke aufzuspüren. Hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen wie dem Victoria and Albert Museum in London ergänzen die Schau. ALS WUNDERKIND GEFEIERT Angelika Kauffmann (Chur 1741– 1807 Rom) war bereits zu Lebzeiten ein Mythos, ihre Kunst gilt als wegweisend für den Klassizismus. Von Johann Gottfried Herder als „vielleicht die kultivierteste Frau in Europa“ gerühmt, zählt Angelika Kauffmann zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Sie gilt als die erste Künstlerin von europäischem Rang. In jungen Jahren als Wunderkind gefeiert, wagte sie nach ihrer Ausbildungsreise durch Italien den Sprung nach London, wo sie sich einen lukrativen Kreis von Auftraggebern für ihre Historien- und Bildnismalerei aufbaute. Protegiert vom englischen Hof setzte sich Kauffmann bald in der britischen Kunstszene als innovative Historienmalerin und gefragte Porträtistin durch. Ab 1782 eröffnete sie eines der bestbesuchten Ateliers ihrer Zeit in Rom. Angehörige der Hocharistokratie und des Adels, aber auch Bürgerliche und Geistliche überhäuften sie mit Aufträgen, darunter Kaiser Joseph

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II. von Österreich und die russische Zarin Katharina die Große. UNBEKANNTE SCHÄTZE Rund 160 Ölgemälde, Zeichnungen, eigenhändige Radierungen und Nachstiche sowie Bildnisbüsten, Briefe und Lebensdokumente aus dem Nachlass bilden in der Ausstellung einen Querschnitt durch das umfangreiche Schaffen der Künstlerin. Der Großteil der ausgestellten Exponate stammt aus Vorarlberger Privatsammlungen. Einige der Vorarlberger Sammler sind als Nachfahren der Künstlerin in den Besitz einzelner Werke gelangt – ihr Nachlass wurde 1830 aus Rom nach Vorarlberg gebracht. Andere erwarben aus Interesse an der Kunst und Geschichte ihres Landes Werke von Angelika Kauffmann auf dem regionalen und internationalen Kunstmarkt. Das Hauptmotiv der Ausstellung, die schöne Flora aus dem Jahr 1790, ist in einer dieser Sammlungen zu finden, aber auch neu entdeckte Entwürfe zu Goethes Drama Egmont.

Angelika Kauffmann Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatlammlungen vorarlberg museum, Bregenz 15. Juni bis 6. Oktober Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg 16. Juni bis 3. November Wissenschaftlicher Katalog zur Ausstellung: „Angelika Kauffmann. Unbekannte Schätze.“ Hg.: Bettina Baumgärtel für die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und für das vorarlberg museum. ISBN 978-3-7774-3084-3


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1 Romantischer Fischersteg am See. 2 Der Martinsturm in der Bregenzer Oberstadt. 3 Das Museumscafé im Vorarlberg Museum. 4 Pfänderbahn. 5 Das Festspielhaus mit dem Platz der Wiener Symphoniker. 6 Der Kornmarktplatz. 7 Sonne genießen bei den Sunsetstufen am Bodensee.

KULTUR, NATUR UND GENUSS

Bregenz steht auch abseits der Festspiele für Kultur, Emotionen und Erlebnisse. In Bregenz gibt es viel Kunst und Kultur zu erleben. Vom Leutbühel kann man beispielsweise gemütlich über die Maurachgasse in die historische Oberstadt schlendern, wo die ältesten Gebäude von Bregenz zu bewundern sind, wie etwa das Wahrzeichen der Landeshauptstadt, der Martinsturm, mit dem größten Zwiebelturm im Bodenseeraum. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt zahlt sich zum Beispiel ein Besuch im Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis aus, das eine spannende Sommerausstellung bietet. Zeitgenössische Kunst und Architektur findet man auch im Kunsthaus Bregenz

TIPPS DER REDAKTION

Das sollten Sie gesehen haben!

(KUB), im Vorarlberg Museum und im Festspielhaus. PFÄNDER UND BODENSEE Wer lieber Natur erleben möchte, macht eine Schifffahrt oder fährt mit der Pfänderbahn auf den Hausberg von Bregenz. Sportliche können natürlich auch zu Fuß gehen und werden auf 1064 Meter mit einem traumhaften Panoramablick auf den Bodensee, auf Bregenz und in den Bregenzerwald belohnt. Bregenz bietet neben kulturellen Highlights auch kulinarische Gaumenfreuden. Zahlreiche Restaurants in der Innenstadt und am Bodenseeufer laden ein, sich

noch einmal zu stärken, bevor es zu einer Aufführung von Georges Bizets Carmen auf der Seebühne geht. BUMMELN IN BREGENZ In kleinen, aber feinen Boutiquen und einigen Concept-Stores finden Shoppingbegeisterte alles, wonach ihr Herz begehrt. Die Erlebnisqualitäten reichen von einem hochwertigen Gastronomieangebot bis hin zu gemütlichen Bars und Cafés. Historische Straßenzüge wie die AntonSchneider-Straße oder die Kirchstraße bieten neben dem modernen Kornmarktplatz eine wunderschöne Kulisse für einen Einkaufstag.

Top-Sonnenuntergänge beispielsweise vom Fischersteg aus, am Badesteg an der Pipeline oder auf einem der Schiffe.

Fotomotiv: Die schmalste Hausfassade Europas – mit nur 57 Zentimetern – finden Sie in der Kirchstraße 29. Ein echter Hingucker!

Martinsturm in der Oberstadt: Das Wahrzeichen von Bregenz – und zugleich die größte Turmzwiebel Europas.

Das Kloster Mehrerau ist das bedeutendste Zisterzienserkloster am Bodensee: Die jahrhundertealte Bibliothek und die prächtigen Räume sind beeindruckend.

Die älteste Badeanstalt am Bodensee „Milli“ strahlt ein besonderes und erlebenswertes Flair aus. Hier kann man sich an heißen Tagen im Bodensee erfrischen.

Panoramawanderung auf den Pfänder: Viele Wege führen auf den Pfänder. Einer davon von Lochau aus über den Haggen mit vielen tollen Blicken auf den Bodensee.

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