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Festspielzeitung 2017

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Bregenzer Festspiele 2017

Teilhaben an einer neuen Oper Carmen und der Philosoph Wie das Rote Meer geteilt wird


Eine neue „Carmen“, existenzielle Fragen und die Elemente Luft und Wasser Eine Hand, ein Kopf, Füße, Puppen, ein Auge und ein Skelett waren schon da, und alle Skulpturen, die sich die Bühnenbildner in den letzten Jahrzehnten für den See ausdachten, haben Sinn gegeben, das Werk erläutert. Heuer sind es somit zwei Hände und Spielkarten, die aus dem See ragen, tagsüber relativ blass aussehen und nachts per Videotechnik belebt werden, um nicht nur die Handlung, sondern auch die psychologischen Ebenen in Bizets Oper „Carmen“ zu verdeutlichen. Das Werk steht zum dritten Mal auf dem Programm der Bregenzer Festspiele. Der optische Kontrast zu den Bergen, die Jérôme Savary mit Michel Lebois auf den See setzte, könnte größer nicht sein. Kasper Holten und Es Devlin verweisen auf eine zentrale Szene. Carmen stellt während eines Spiels beim Blick in ihre Karten fest, dass sie nichts Gutes verheißen. Sie wirft sie weg, will sich auch vom Schicksal nicht einschränken lassen. Eine Neuinszenierung auf dem See verleiht der Festspielsaison immer besondere Spannung. Es stellt sich nicht nur die Frage, ob die Übertragung eines Stücks auf diesen großen, einzigartigen Raum gelungen ist, das neue Bühnenbild ist auch einem Vergleich ausgesetzt. Vor allem die letzten Jahrzehnte, die wir hier im obigen Bild in die „Carmen“-Szenerie hineinmanövriert haben, verdeutlichen einen Aspekt dieses Festivals, bei dem Werke vor großem Publikum neu hinterfragt werden, bei dem neben und im Spiel die Elemente Luft und Wasser wirken – was auch im Konzept dieser Beilage sichtbar werden soll –, und bei dem nun wieder ein Raum für eine Uraufführung geschaffen wurde.

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Bregenzer Festspiele 2017

Impressum | Konzept, Redaktion: Christa Dietrich | Gestaltung: Claudia Gölz | Autoren: Christa Dietrich, Veronika Fehle, Ariane Grabher, Fritz Jurmann, Peter Natter, Miriam Sorko | Compositing: Christian Stuppner | Fotos: Bregenzer Festspiele, Anja Köhler, Dietmar Mathis, Philipp Steurer, Klaus Hartinger, Roland Paulitsch, Bernd Hofmeister, Kunstmuseum Liechtenstein | Erscheinungstermin: 19. Juli 2017

Bregenzer Festspiele 2017

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Bild: Bregenzer Festspiele Bühnenbild Carmen © Anja Köhler

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Die Oper „Carmen“ auf der Seebühne

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11.07.2017 17:00:19

„Sie ist so unaffektiert und aufrichtig“ Wenn ein Denker wie Nietzsche denkt und sagt, „Carmen“ sei die beste Oper, die es gibt, dann sollte das hellhörig werden lassen. Zudem ist Hellhörigkeit bei Opern generell von Nutzen. Bemerkenswert sind zudem die Umstände, unter denen Friedrich Nietzsche, der lebenslang von schweren gesundheitlichen Malaisen Geschlagene – von den geistigen wollen wir hier demütig schweigen –, zu seinem „Carmen“-Eindruck kommt. Er hört die 1875 uraufgeführte Oper im Winter 1881/82 während eines sechsmonatigen Aufenthalts in Genua zwei Mal, in durchaus gehobener, ja euphorischer Stimmung: „Jeden Nachmittag sitze ich am Meere. Durch die Abwesenheit der Wolken ist mein Kopf frei …“ heißt es in einem Brief. Ein freier Kopf als Voraussetzung eines Opernbesuchs sei zu Beginn der Festspielsaison auch hervorgehoben und dem Publikum ans Herz gelegt. Sind erst einmal Kopf und Herz aktiviert, kann Carmen locker antanzen.

Jenseits schneller Erotik

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Auch wenn es in Nietzsches „Carmen“-Begeisterung nicht zuletzt um eine Erlösung vom Richard-Wagner-Gedröhn geht, ist sie doch um ein Entscheidendes mehr. Etwas, was auch auf Goerges Bizets Titelgestalt ein faszinierendes Licht jenseits aller billigen, schnellen, aufgesetzten Erotik oder gar schwüls-

tiger Zigeunerinnen-Klischees wirft: „Ich will immer mehr lernen, das Notwendige an den Dingen als das Schöne sehen: – so werde ich einer von diesen sein, welche die Dinge schön machen. Amor fati: Das sei von nun an meine Liebe!“ So der Philosoph wiederum in einem Brief, den man getrost als Schlüsselbekenntnis werten darf. Präziser kann nämlich Carmens Naturell bzw. Charakter und auch Verhängnis kaum gefasst werden.

In den Engadiner Bergen

Interessant und zugespitzt ist die weitere Geschichte von Nietzsches „Carmen“-Rezeption. Sie kann praktisch als Fortsetzung seiner schriftstellerisch-philosophischen Studien gelten, die im Ortsteil Sils Maria, hoch droben in den Engadiner Bergen, begannen und in der „Morgenröthe“ zum Ausdruck gelangten. Dann wird es wirklich spannend. Im März 1882 kommt der Freund Paul Rée zu Besuch, die beiden fahren nach Monaco. Von dort aus reist Rée nach Rom und läuft in der Ewigen Stadt Friedrich Nietzsches ganz persönlicher Carmen über den Weg: der russisch-deutschen Psychoanalytikerin und Schriftstellerin Lou AndreasSalomé (1861-1937), einer wahren Grande Dame, einer Frau, von der eine enorme Sogwirkung ausging, bis hin zu Rainer Maria Rilke oder Sigmund Freud und heutigen Filmemachern. Mit ihr erging es Nietzsche ganz ähnlich wie dem armen Don

José mit Carmen. Zum Glück für die Nachwelt allerdings mündet Nietzsches Frust ob der Unerreichbarkeit der verehrten Frau nicht in Mord, sondern in ein Buch. Es ist der berühmt-berüchtigte „Zarathustra“, auf seine Art grad so mörderisch wie des Soldaten Dolch oder Messer.

Das Schöne an den Dingen

„Das Notwendige an den Dingen als das Schöne zu sehen“, wie es oben heißt, und das Schicksal zu lieben, dazu gelangt der Philosoph auf dem Weg über die Oper, über „Carmen“, lüstern nach solchen Carmen- und LouSeelen, wie er an den Freund schreibt. Nietzsche kennt seine Angewiesenheit auf solche Wesen, und er kennt als der gnadenlose Analytiker, der er ist, ebenso sein völliges Unvermögen, ihnen zu genügen. Was also tut der große Seelenmensch Nietzsche? Er sublimiert. Niemand hat das so scharfsinnig beschrieben wie eben Lou Andreas-Salomé („Nietzsche in seinen Werken“, 1894). Bei Nietzsche selbst hört sich das so an: „Ich hörte gestern – werden Sie es glauben? zum zwanzigsten Male Bizets Meisterstück ,Carmen‘. (...) Sie ist so unaffektiert und aufrichtig, dass ich sie praktisch ganz auswendig gelernt habe, von Anfang an.“ (1888) Ein Jahr später verfiel der Denker in geistige Umnachtung, aus der ihn am 25. August 1900 der Tod erlöste. Georges Bizets Oper „Carmen“ ist daran gewiss unschuldig. Peter Natter

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Bregenzer Festspiele 2017

Bregenzer Festspiele 2017

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Jugendliche bei der Crossculture Week

Auf Tuchfühlung mit der Opernwelt

Kasper Holten bei Proben auf der Seebühne

Von einer großen Liebe und der entscheidenden Fahrt Kasper Holten überspielt die Tatsache, dass man den Wasserspiegel während eines Aufführungsabends nicht steigen lassen kann. Licht- und Filmprojektionen machen vieles möglich, wenn Kasper Holten angekündigt hat, mit den Elementen Luft und Wasser das große Freiheitsthema und das erbärmliche Schicksal in der 1875 uraufgeführten Oper „Carmen“ von Georges Bizet zu unterstreichen, dann darf man das wörtlich nehmen. Vom Sonnenuntergang und vom Wolkenspiel über den Wellen und der Uferlandschaft ist in dieser Neuinszenierung eines Seebühnenstücks wieder mehr sichtbar als bei einigen Produktionen zuvor, und dass eine Freiluftbühne auf einem See mehr bzw. spezielle Möglichkeiten für einen Mord bietet, liegt auf der Hand. Man muss eben wissen, wie man die Szene nicht vergeigt.

Leidenschaft

Angesichts der Berufe in der Familie, in der er in Kopenhagen aufwuchs, hätte der im Jahr 1973 geborene Kasper Holten Banker oder Manager werden müssen, erzählt er. Intendant ist er zumindest gewesen, 17 Jahre lang in Kopenhagen und London, bevor er sich nun wieder die Freiheit nahm, „nur“ Regie zu führen. Die Leidenschaft hatte sich bei ihm früh entwickelt. Mit zwölf setzte er auf seiner Puppenbühne nicht irgendein Stück um, das man für altersadäquat erachten würde, nein, es musste gleich Wagners „Ring“ sein. Der Vierteiler stand nun im Laufe

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seiner Karriere bereits auf der Liste, Bizets „Carmen“ umzusetzen, hatte er hingegen immer abgelehnt. Und das, obwohl es die erste Oper war, mit der er überhaupt in Berührung kam. Neun Jahre war er damals alt. Mit 22 schließlich, als längst klar war, wohin er wollte, kam er zum ersten Mal nach Bregenz. Draußen, auf dem See, spielte man „Fidelio“ unter der Regie von David Pountney, drinnen inszenierte Harry Kupfer „Die Legende der unsichtbaren Stadt Kitesch“. Holten fand es wunderbar, einem der ganz Großen assistieren zu können. Gut zwanzig Jahre später hier Regie zu führen, daran wagte er nicht einmal zu denken.

Persönlichkeiten

Abgesehen davon, dass ihm der Sommer in Bregenz nun etwas Farbe auf die Haut zauberte, hat er in den letzten Wochen ein richtiges Fitnessprogramm absolviert. Am Regiepult auf der Tribüne zu sitzen, ist nicht sein Ding, keiner hat den Steg zur Bühne so oft benützt wie er. Holten braucht die Nähe zu seinen Künstlern. „Unsere drei Carmen Gaelle Arquez, Lena Belkina und Annalisa Stroppa sind sehr starke, aber jeweils andere Persönlichkeiten, darauf gehe ich ein. Wenn die Sängerinnen und Sänger nicht wissen, was sie machen und warum sie das machen, dann sieht man das sofort, auch von dieser Distanz.“

Psychologie

In Anlehnung an den Ausspruch „zum Raum wird hier die Zeit“ von Richard Wagner, erklärt er sein Prinzip mit „Psychologie

wird Raum“, was heiße, dass dieses Kammerspiel über komplexe Emotionen auch funktioniere, wenn zwei Personen, etwa Carmen und Don José 30 Meter voneinander entfernt stehen. „Aber auch durch die Bewegung von oben nach unten kann man Spannungen und Beziehungen aufzeigen.“ Er will Carmen vor allem von den vielen Klischees befreien, die der Figur anhaften: „Ich bewundere Carmen für die Stärke, die sie hat. Dass sie sagt, kein Mensch, kein Mann darf mich begrenzen, darf mir sagen, wie ich leben soll, auch das Schicksal darf mich nicht definieren, das bewundere ich bei ihr. Als Feminist bewundere ich, dass sie selbst die Kontrolle über die Liebe hat, darüber, wen sie lieben möchte.“ Ihre Tragödie sieht der Regisseur darin, dass sie denkt, dass die Liebe ein Kampf ist. „Sie hat als Waise früh erfahren, dass alle ums Überleben kämpfen müssen. Sie versteht früh, dass sie die Männer durch Sex kontrollieren kann. Liebe heißt aber eben auch schwach zu sein, von anderen Menschen abhängig zu sein.“ Don José sieht Holten als Mann, der angepasst sein soll und sich zu finden versucht. „Ich hoffe, dass es den Zuschauern so geht, dass sie ihnen ,helft einander, ihr braucht einander‘ zurufen wollen, aber stattdessen zerstören sie einander.“ Und der Matador Escamillo ist in dieser Inszenierung ein Mensch mit Privilegien, der gewohnt ist, zu bekommen, was er will. Carmen gehe zu ihm, um Don José zu provozieren.

Lust auf Musik und Theater verspüren Jugendliche bei Crossculture. Von Workshops über Musiktheater bis zu „geheimnisvollen“ Führungen bietet Crossculture eine bunte Palette an Veranstaltungen zum Eintauchen. An dem Kulturprogramm, bei dem kreatives Mitmachen erwünscht ist, nahmen heuer rund 5000 Jugendliche zwischen sechs und 26 Jahren teil.

Ganz Privates

Es geht um ganz Privates, um Beziehung, um Menschen, die aneinander vorbeireden, um Micaela, die Angst hat und das Pech, einen Mann zu lieben, der sie nicht liebt. Und es geht um eine Oper auf einer großen Bühne, auf der dies alles zur Sprache kommen kann. „Wir erleben alle im Leben auch Schmerz, das ist Teil unseres Lebens. Die Oper gibt uns eine Sprache dafür, damit wir Empathie trainieren, Oper zeigt uns, dass wir für die größten Gefühle eine Sprache haben, hier erleben das 7000 Menschen gleichzeitig.“

Stier, Blume, Karten

Fünf Jahre ist es her, seit Kasper Holten von Intendantin Elisabeth Sobotka angefragt wurde, ob er auf dem See inszenieren wolle. Vor vier Jahren traf er sich mit Es Devlin in Bregenz. Auf die Oper „Carmen“ hatte man sich rasch geeinigt. Auf der Fahrt zurück zum Zürcher Flughafen wurde dann das Bühnenbild mit den Spielkarten konzipiert, basierend auf einer Stelle im Libretto, in dem Carmen in den Karten immer nur den Tod sieht. Die Idee, einen Stier aus dem Wasser springen zu lassen, hatte Es Devlin rasch verworfen, auch an eine große Blume wurde nur kurz gedacht. Kasper Holten hat Musicals und große Opern, darunter einige von Wagner inszeniert. Demnächst kommt Verdis „Rigoletto“. Mit Janácek möchte er sich gerne auseinandersetzen. In einigen geht es ebenfalls um starke Frauenfiguren. Christa Dietrich

Buntes Treiben

Mit Kostümen, Bühnenbildern und Theaterproben beschäftigten sich rund 200 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren eine Woche lang beim „Fest des Kindes“ in der Volksschule Weidach. Fünf verschiedene

Musik-Workshops, Bühnentraining und viele Experimente erlebten 34 junge Musiktalente unter der Anleitung von Profimusikern bei der Crossculture Week im Theater Kosmos. „Hier können wir uns musikalisch austoben und neue Erfahrungen sammeln,“ erklärt die sechzehnjährige Philomena Juen.

Abenteuer Oper

Den Höhepunkt bildete die Crossculture Night mit der Opernaufführung „Carmen“ auf der Seebühne, bei der Smartphones verstummten und Glücksgefühle stimuliert wurden. Die Oper, die bei jungen Menschen für endlose Handlungen und verstaubte Musik berüchtigt ist, wird bei Crossculture nicht nur lebendig, sondern findet auch Fans. Miriam Sorko

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Bregenzer Festspiele 2017

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DIE NEUE FÜHRUNGSKRAFT.

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Die stete Frage ist, warum wir es nicht schaffen, einander ein wenig glücklicher zu machen. Schon Rossini hat sie gestellt.

© anja köhler

Mit Bus und Bahn gratis zu den Festspielen

Kultur braucht Engagement

Entspannt geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum kulturellen Erlebnis. Das Auto einfach stehen lassen und sich mit Bus und Bahn komfortabel und kostenlos zu den Kultur-Highlights des Sommers bringen lassen: Die langjährige Kooperation der Bregenzer Festspiele mit den Partnern im Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) macht dies auch heuer wieder möglich. Ob „Carmen“ auf der Seebühne, „Moses in Ägypten“ als Oper im Festspielhaus, Orchesterkonzerte oder sonstige kulturelle Höhepunkte der diesjährigen

Bregenzer Festspiele: Für alle Besucher(innen) sind Hin- und Rückfahrt mit Bus und Bahn bereits inkludiert – ohne Parkplatzsuche, ohne Fahrtkosten, dafür umweltfreundlich und stressfrei. Jede Festspielkarte bzw. Reservierungsbestätigung gilt für die Hin- und Rückfahrt als VVV-Fahrschein im gesamten Verbundraum, das heißt in ganz Vorarlberg und auch grenznahen Orten wie zum Beispiel Lindau (D) oder St. Margrethen (CH).

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Bregenzer Festspiele 2017

Ein Moses, der uns mit allem im Leben konfrontiert

„Die AK Vorarlberg erleichtert Arbeitnehmern den Zugang zu Opern, Konzerten und Theater.“ Hubert Hämmerle Ihr AK-Präsident

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Stark für Sie.

„Die Musik hat immer recht, das muss man als Ausgangspunkt nehmen, wenn man Opern macht“, sagt Lotte de Beer. „Wenn man nicht versucht, sie realistisch zu deuten, ergibt sich spannendes Theater.“ Was Rossini 1818 unter dem Titel „Mose in Egitto“ als „azione tragico-sacra“ vorlegte, tut sich schwer auf den Opernbühnen. Nicht weil der Belcanto eine besondere Herausforderung für die Sänger darstellt, sondern weil das Alte Testament unter anderem als Vorlage für den Librettisten Andrea Leone Tottola diente. Und da ist im Zusammenhang mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten nicht nur von biblischen Plagen die Rede, sondern auch von der Teilung des Roten Meeres. Lotte de Beer, die niederländische Regisseurin, die Intendantin Elisabeth Sobotka mit dem Wunsch, sich diesem Rossini-Werk zu widmen, kontaktierte, brauchte erst einmal Bedenkzeit. Dann allerdings besann man sich gemeinsam auf die Arbeiten des Theaterkollektivs „Hotel Modern“ und war sich einig: „Moses in Ägypten“ wird es und mittlerweile zeigt sich, dass das Publikum nicht nur auf die Auseinandersetzung mit einem selten zu sehenden Rossini-Werk derart reagiert, dass alle aufgelegten Karten gleich abgesetzt waren, auch die

Thematik Flucht passt derart in die Zeit, dass sie Sobotka gleich noch mit dem Werk „The Situation“ von Yael Ronen behandelt und damit nach langer Pause auch wieder das Sprechtheater ins Programm bringt.

Zentrale Fragen

Mit Lotte de Beer zu sprechen, ist höchst ergiebig. In einer atheistischen Umgebung aufgewachsen, entwickelte sie schon früh eine sehr offene Haltung zu Gott. Die Mutter erklärte dem fragenden Kind, dass sie nicht weiß, ob es Gott gibt oder nicht, dass es sich aber damit auseinandersetzen solle. Das führte dann zur Beschäftigung mit den Göttern der Antike, mit dem christlichen und jüdischen Gottesbild und mit asiatischen Gottheiten. „Was mich immer fasziniert hat, ist darüber nachzudenken, ob es entweder so ist, dass uns Gott nach seinem Abbild geschaffen hat, oder ob wir Gott nach unserem Abbild schaffen.“ Wie zentral diese Frage in der Philosophie auch ist, „immer sagt sie etwas darüber aus, wer wir sind“. Dass uns der Auszug aus Ägypten etwas angeht, steht für Lotte de Beer außer Frage: „Wenn man im dritten Akt das Gebet der Israeliten hört, die da am Ufer des Roten Meeres um ein besseres Leben flehen, denkt man an alle diese Menschen, die jetzt am Mittelmeer stehen und sagen, dort drüben, da liegt eine Zukunft, und da wo ich bin, gibt es nur den Tod.“ Das Fazit der Regisseurin ist ernüchternd: „Wir sind immer noch nicht so weit ge-

kommen, um einander ein bisschen glücklicher zu machen. Da stellt man sich doch unweigerlich die Frage, warum wir es nicht schaffen. Man stellt sich die Frage, wer wir sind und was das Material ist, mit dem Gott arbeiten muss, wenn es denn einen Gott gibt.“ Für die Inszenierung jedenfalls greift sie auf die Techniken des Theaterkollektivs zurück, das Hunderte oder für eine Szene sogar mehr als tausend kleine Püppchen geschaffen hat, diese filmt und die Bilder projiziert. „Obwohl die Bilder sehr naiv sind, wirken sie sehr menschlich und gleichzeitig sieht man auch die Manipulation.“

Freiräume

Dieses Verfahren schafft ihr auch Freiräume, um mit den Sängern zu arbeiten, eine konzentrierte Personenführung zu entwickeln, denn die Figuren in „Moses in Ägypten“ haben es in sich. „Ich finde, das ist das Brillante an dem Stück. Mit dem Pharao, seiner Frau und seinem Stiefsohn steht eine dysfunktionale Familie im Zentrum der Macht und man sieht, welche Wellen die privaten Konflikte erzeugen und welche Auswirkungen diese auf Tausende von Menschen haben.“ Und da wären wir wieder bei der Musik. „Ich habe versucht, die Musik ernster zu nehmen als das Libretto“, sagt Lotte de Beer. „Wenn die Zeit still steht, dann machen wir das.“ Auch durch die Musik entsteht hier eine Inszenierungsdichte.

„Ich lese das Stück und suche nach etwas, das Klick macht“, erklärt sie ihren Zugang. „Dabei taucht sehr oft das Thema von den Menschen auf, die versuchen, das Nirwana zu erreichen, aber es irgendwie nicht schaffen. Ich glaube, das bleibt mein ewiges Thema. Das Glück ist so nah, dass man es greifen kann, aber wir tun es nicht.“

Rossinis Präzision

Demnächst wird sie „Il Trittico“ von Puccini an der Bayerischen Staatsoper inszenieren. Diese drei Opern bilden fast ein Kontrastprogramm zur Aufgabe bei den Bregenzer Festspielen. Ursprünglich wollte sie ja Opernsängerin werden, dann hätte es auch das Klavierspiel sein können. Sie war aber selbstkritisch genug zu erkennen, dass die Begabung vielleicht nicht reicht. Im Rahmen eines Opernworkshops in Amsterdam erfuhr sie dann selbst den erwähnten Klick. Dann ging alles sehr schnell, sie hat nach dem Studium bei Peter Konwitschny hospitiert und kann auf ein breites Repertoire an Inszenierungen zurückblicken. Einige, etwa Bizets seltener gespieltes Werk „Die Perlenfischer“, führten sie auch ans Theater an der Wien. Dass Lotte de Beer gerade auch bei diesem Rossini sehr auf die Musik hört, verbindet sie mit dem Dirigenten Enrique Mazzola. Dieser gibt sich sehr offen, was den Einsatz von filmischen Elementen oder Puppen betrifft, es sei aber klar, dass er die Präzision, die Rossini bei „Mose in Egitto“ an den Tag legt, hörbar machen will. Christa Dietrich

www.ak-vorarlberg.at

Bregenzer Festspiele 2017

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ORF-REGIONALRADIOS Ö ÖSTERREICHWEIT Sonntag, 16. Juli, 10.00 Uhr (live) Festspielgottesdienst aus der Pfarrkirche Maria­ hilf in Bregenz mit Solisten, dem Festspielchor und einem Ensemble der Wiener Symphoniker

ORF RADIO VORARLBERG

BREGENZER FESTSPIELE 2017 IM ORF

Mittwoch, 19. Juli, 9.00 – 21.00 Uhr (live) ORF Radio Vorarlberg berichtet am Eröffnungs­ tag live aus dem gläsernen Studio am Platz der Wiener Symphoniker in Bregenz in zahlreichen Sondersendungen Montag bis Sonntag, 12.30 Uhr Kultur in der Landesrundschau Montag bis Sonntag Sonderberichte im gesamten Tagesprogramm

FESTSPIELFRÜHSTÜCK DES ORF VORARLBERG Sonntag, 23. Juli, 9.30 Uhr, Parkstudio Bregenz Pauline Kalker, Puppenspielerin und künstlerische Leiterin „Hotel Modern“ Sendetermin: Montag, 24. Juli, 21.00­22.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 30. Juli, 9.30 Uhr, Parkstudio Bregenz Mandy Fredrich, Sopranistin Sendetermin: Montag, 31. Juli, 21.00­22.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 6. August, 9.30 Uhr, Parkstudio Bregenz Dalia Schaechter, Mezzosopranistin Sendetermin: Montag, 7. August, 21.00­22.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 13. August, 9.30 Uhr, Parkstudio Bregenz Martin Summer, Sänger Sendetermin: Montag, 14. August, 21.00­22.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg

RADIO ÖSTERREICH 1 Ö Ö1 Donnerstag, 20. Juli, 19.30 Uhr (live) Gioachino Rossini: „Moses in Ägypten“ Wiener Symphoniker, Dirigent: Enrique Mazzola Freitag, 21. Juli, 10.06 Uhr (live) Intrada Festival­Magazin Premiereneindrücke und Programmausblick Sonntag, 6. August, 11.00 Uhr Konzert der Wiener Symphoniker Dirigent: Antonio Méndez, Klavier: Javier Perianes Dienstag, 22. August, 23.00 Uhr Zesses Seglias: „To the Lighthouse“ (Uraufführung) Symphonieorchester Vorarlberg Dirigentin: Claire Levacher Freitag, 25. August, 19.30 Uhr Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg Dirigent: Gérard Korsten Violine: Paweł Zalejski, Viola: Piotr Szumiel

FERNSEHEN Eröffnung der Bregenzer Festspiele Mittwoch, 19. Juli, 10.15 Uhr (live) auf ORF 2, ORF III, 3sat und vorarlberg.ORF.at Freitag, 21. Juli, 23.00 Uhr, ARD alpha „Vorarlberg heute“ live aus Bregenz Mittwoch, 19. Juli, 19.00 Uhr, ORF 2 Kultur Heute Spezial: Bregenzer Festspiele 2017 Donnerstag, 20. Juli, 19.50 Uhr, ORF III „Moses in Ägypten“ (live) Donnerstag, 20. Juli, 20.15 Uhr, ORF III „Carmen“ Freitag, 21. Juli, 21.20 Uhr, ORF 2 Dokumentation „Ich bin Carmen“ Sonntag, 23. Juli, 18.25 Uhr, ORF 2 Ausführliche Berichte in der „Zeit im Bild“/Kultur und in „Vorarlberg heute“ während der gesamten Festspielzeit © Foto: Lisa Mathis / Montage: Atelier Pi

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Zesses Seglias bei Proben

Teilhaben am Entstehungsprozess Das Kunsthaus Bregenz und die Festspiele verbindet nun auch eine Oper. Mit „To the Lighthouse“ nach einem Roman von Virginia Woolf realisieren die Bregenzer Festspiele eines der spannendsten Projekte der letzten Jahre. Komponist Zesses Seglias ließ nicht nur das Publikum am Prozess teilhaben, die Uraufführung erweist sich schon im Vorfeld als Projekt, bei dem mehrere an einem Strang zogen. Erzählte doch auch Jakob Kolding, jener dänische Künstler, der für das Bühnenbild zuständig ist, von vielen Zusammenkünften mit Seglias, bei denen man sich sozusagen gegenseitig befruchtete. Jakob Kolding hat für die am 15. Juli

Der Bregenzer Festspielchor wirkt bei „Carmen“ mit

Vom Heiratsmarkt zum professionellen Chor Sie stehen fast jeden Abend auf der Seebühne, getragen von ihrer Begeisterung für die Oper, die 40 Sängerinnen und Sänger des Festspielchores. „Die Zuschauer wollen Leute auf der Bühne singen sehen“, bringt es Schriftführer Joachim Schneider auf den Punkt. Und deshalb hat sich der Festspielchor auch längst damit abgefunden, dass seit den 90ern die Profistimmen des Prager Philharmonischen Chores aus dem Off über die riesige BOA-Soundanlage am See ertönen, während der Festspielchor in einer Art Statistenrolle auf der Seebühne unverstärkt singt. „Wir haben kein Problem damit“, erläutert Präsidentin Simone Toschkoff, die zusammen mit Vize Bea Weishäupl und Managerin Heidi Caviezel die Vereinsagenden leitet. „Dafür haben wir den Vorteil, dass wir in Kostüm und Maske live vor Publikum und komplett auswendig agieren können.“

In Erinnerung geblieben

Besonders in Erinnerung geblieben ist da die verregnete Generalprobe 1993 von „Nabucco“, deren TV-Bilder vom Gefangenenchor mit den am Gitter ste-

henden Sängern des Festspielchores um die Welt gingen. Als man 1948 den Chor als regionale Verankerung der Festspiele mit dem Bregenzer Männerchor als Geburtshelfer ins Leben rief, war das noch ganz anders. „Der See trägt“, sagte man damals. Und so sangen neben den Solisten auch die Chorleute eben aus Leibeskräften, damit man sie auf der Tribüne hören konnte. In den Pausen dazwischen vergnügte man sich auf der Hinterbühne mit manchen Flirts, und der Festspielchor wurde bald als „Heiratsmarkt“ bezeichnet. Simone Toschkoff, seit 1999 dabei, lacht: „Auch ich habe meinen Mann beim Festspielchor kennengelernt, wir sind ein ‚Festspiel-Pärle‘.“ Heute verkehrt man dort bevorzugt über WhatsApp.

Idealismus

Sie fühlen sich heute auch von der neuen Intendantin Elisabeth Sobotka respektiert, die insgesamt 80 Chormitglieder aus der Region. Es gibt im Laufe der Jahre wenige Seeproduktionen, bei denen sie nicht dabei waren. Weil in einem Werk keine Chöre komponiert wurden, weil es Musicalsänger brauchte oder, wie bei Pountneys „Zauberflöte“, wo der Regisseur Puppen statt Sänger bevorzugte. Als Ausgleich gibt es konzertante Aufgaben wie Beethovens „Neun-

te“, Brittens „War Requiem“, die Messen zur Festspieleröffnung oder die Mitwirkung bei Hausopern. Der Zeitaufwand dafür ist gewaltig und kann nur mit viel Idealismus bewältigt werden, denn die Entlohnung dafür liegt „zwischen Aufwandsentschädigung und Gotteslohn“, so Kassier Manfred Barbisch.

Mit besonderer Freude agiert der Festspielchor seit 2010 auch bei den jährlichen Opernproduktionen des Landestheaters am Kornmarkt. Fritz Jurmann

Herausforderung

Virginia Woolf behandelt in ihrem Werk Beziehungsgeflechte in einer Familie. Der Österreicher Ernst M. Binder hat das Libretto verfasst, Olivier Tambosi übernimmt die Inszenierung, und als Klangkörper fungiert das Symphonieorchester Vorarlberg, dessen Musiker dabei auch solistische Aufgaben übernehmen und von der Herausforderung quasi „elektrisiert“ sind.

Brigitte Fa ssb

Neue Strukturen

Während früher die Proben oft schon im Jänner begannen, hat sich der heutige Projektchor unter Einbeziehung von Studenten des Konservatoriums und Berufssängern so professionalisiert, dass die Einstudierung einer Seeoper in wenigen Wochen erfolgt. Verantwortlich dafür ist Benjamin Lack, der neben seinen anderen Verpflichtungen dieser Aufgabe seit 2009 „mit großer Freude“ nachkommt: „Durch die neuen Strukturen ist das stimmliche Potenzial großteils enorm, und der Chor hat seinen Platz im Land und sein Standing.“ Unter seinen Vorgängern in dieser Funktion findet man Namen wie Markus Landerer, Wolfgang Schwendinger oder Hansjörg Gruber.

erschienene Sonderbeilage der Vorarlberger Nachrichten zum Jubiläum 20 Jahre Kunsthaus Bregenz einen Beitrag geliefert. Es ist ein Starschnitt, für den ein Motiv aus einer Ausstellung im KUB verwendet wurde, dessen Bearbeitung auch Verweise zu Themen aus der Oper aufgreift.

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Es geht hi er „richtig ran an den Speck“

Mag der B egriff „Op ernstudio“ noch so klein w ir ken, realisiert w erden dort die großen Op ern von M ozart.

Fassbaen der, bei d er das Pu kum mit bliverfolgen konnte, w es „richti ie g ran an den Spec geht, fü k“ hrte zu einem k pakten E omFür Wolfg rgebnis. S ang Stefa chon im ten Jahr n Schwaig ersdem einst s ta n d e r, fest, das igen Wilte Mozart-R s ner Sänge die knaben, eihe Pote rhat alles nzial hat. gepasst. Vorjahr sa Im ng er die Mit der Titelrolle Mozarts Program in „Don Gio mwahl le man die vanni“ a gte Kornmark Latte ho m t, heuer ch, die D P o nte-Opern agiert er der Seebü a, also jen auf hne. Mag für die d e Stücke, die Rolle Moralès in e r it alienisch des „Carmen Lorenzo e Dichter “ auch nic allzu gro da Ponte ht ß sein, d das Libre v erfasste, as Podium tto enorm u sind für ist nd bietet jedes gro Haus eine jungen S ße gern ents e norme He änprechend rausforde rung. In e Erfahru u m g ng. ekehrt ch gischer R ronoloMan traut e ih e n folge mit es sich fan tutte „Cosi Mit „Cosi “ (uraufg eführt 17 fan tutte im e rsten Jah “ wurde 90) Opernstu r, „Don G das dio gesta (1787) im iovanni“ rtet. So m chen es e z w eiten Ja aben nich nun „Le hr und t alle, abe Bregenz nozze di r in traut ma Figaro (1 g e ht es um n es sich 786) ne Meiste Liebe un . Eirklasse u d Leid, P litik, Ehe nter Brig od ra men, Fre itte Obsessio iheit und n. Christa Diet rich

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Bregenzer Festspiele 2017

Bregenzer Festspiele 2017

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Die Festspiele im ORF Der ORF begleitet das größte Vorarlberger Kulturfestival umfassend und in all seinen Medien österreichweit.

Fernand Léger, La Danseuse, 1929 (Detail), © 2016, ProLitteris, Zürich

Als traditioneller Partner ist der ORF von Anfang an auch bei den 72. Bregenzer Festspielen mit dabei. Neben umfassender aktueller Kulturberichterstattung in TV, Radio und online stehen gleich drei Live-Übertragungen auf dem ORF-Spielplan: die vom ORF Vorarlberg produzierte Eröffnung der Bregenzer Festspiele in ORF 2, ORF III und 3sat (Mittwoch, 19. Juli, 10.15 Uhr) sowie die beiden neuen Opern-Neuproduktionen: George Bizets Klassiker „Carmen“ von der Seebühne live-zeitversetzt in ORF 2 (Freitag, 21. Juli, 21.20 Uhr; Dakapos am Sonntag, 23. Juli, 20.15 Uhr, ORF III und Samstag, 26. August,

20.15 Uhr, 3sat), als Kontrast dazu die Opernrarität aus dem Festspielhaus, Gioachino Rossinis „Moses in Ägypten“ – die Premiere live in Ö1 bzw. live-zeitversetzt in ORF 2 (Donnerstag, 20. Juli, 19.30 Uhr bzw. 20.15 Uhr). Ö1 bringt außerdem die Uraufführung von Zesses Seglias Kammeroper in drei Teilen „To the Lighthouse“ (Dienstag, 22. August, 23.03 Uhr). ORF Vorarlberg live vom Festspielplatz Am Tag der Festspieleröffnung begibt sich auch ORF Radio Vorarlberg mitten hinein ins Geschehen und berichtet von 9 bis 21 Uhr direkt aus Bregenz – live aus dem gläsernen Radio-Sendestudio vom Platz der Wiener Symphoniker. Auch die erfolgreichste Fernsehsendung des Landes, „Vorarl-

berg heute“, wird am Eröffnungstag um 19 Uhr in ORF 2 live vom Festspielgelände gesendet und bietet die besten Bilder des Tages sowie interessante Gäste. Künstler zum Kennenlernen Beim „Festspielfrühstück“ des ORF Vorarlberg erzählen Mitwirkende der aktuellen Festspielproduktionen von ihrem Beruf und aus ihrem Privatleben: Puppenspielerin Pauline Kalker am 23. Juli, Sopranistin Mandy Fredrich am 30. Juli, die israelische Mezzosopranistin Dalia Schaechter am 6. August und der aus Vorarlberg stammende Sänger Martin Summer am 13. August (je um 9.30 Uhr im Parkstudio in Bregenz). Die Gespräche sind immer am darauffolgenden Tag um 21 Uhr auf ORF Radio Vorarlberg zu hören.

Szene aus „Moses in Ägypten“

Kirchner, Léger, Scully & mehr Werke aus der Hilti Art Foundation 16. Dezember 2016 – 8. Oktober 2017

ORF Radio Vorarlberg berichtet am Eröffnungstag live aus dem gläsernen Studio direkt vom Platz der Wiener Symphoniker. ANZEIGE

DES S JAHRE

AM BODENSEE

2017

HOWARD CARPENDALE SEMINO ROSSI

VANESSA MAI • BEATRICE EGLI NIK P. & BAND • ROSS ANTONY

JOHNNY LOGAN • MELISSA NASCHENWENG WOLFGANG FRANK

Moses, das ist der mit dem brennenden Dornbusch Mutig, charismatisch, willensstark, aber wer kennt eigentlich das biblische Vorbild zu Gioachino Rossinis Opernhelden Moses. „Das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren.“ So beginnt eine jener Geschichten, die alles hat, was ein Blockbuster braucht. Kein Wunder also, dass auch Hollywood den guten Stoff witterte und erst vor wenigen Jahren – 2014 um genau zu sein – für einen kleinen Bibelhype sorgte. Christian Bale als Moses ließ in Ridley Scotts „Exodus“ die Kinokassen nämlich durchaus klingeln. Und das war nicht der erste Bibelstreich der Filmfabrik. Man erinnere sich nur an den Monumentalschinken „Die zehn Gebote“ und seine grandiosen Kulissenschlachten oder den Animationsfilm „Der Prinz von Ägypten“, dessen Soundtrack die Charts stürmte.

Zeug zur großen Geschichte

Städtle 32, P. O. Box 370, 9490 Vaduz Tel +423 235 03 00 Di–So 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr Mo geschlossen

10.09.17 BREGENZ SEEBÜHNE

Das alles sind willkürlich aus der Geschichte gegriffene Beispiele. Was sie aber zeigen, ist, dass die Bibel das Zeug zu ganz großen Geschichten hat. Das gehörte auch 1818 bereits zum Allgemeinwissen. Damals saß nämlich Gioachino Rossini über den Takten zu seinem „Mosé in Egitto“. Heute darf man sein Werk getrost als Oper bezeichnen. Damals lief es noch unter dem Decknamen eines Oratoriums mit einer „azione sacra“. Und für diese „azione“ bediente sich Rossini etwas freihändig aus der

biblischen Vorlage. Was ihm nämlich zum Komponistenglück noch fehlte, war eine tragisch-schöne Liebesgeschichte. Die gibt es so in der Bibel nicht, aber in einer anderen Tragödie und aus der bediente sich Rossinis Librettist Andreas Leone Tottola. Zu Rossini und seinem Mosé gäbe es nun viel zu sagen. Die Kurzfassung muss hier genügen: Von der Uraufführung, vor allem von der Teilung des Roten Meeres, war selbst der Komponist eher enttäuscht. Von der eher platten Liebesgeschichte und ihrem jähen Ende das Publikum. Was überdauerte, ist die Musik Rossinis und die Faszination, die der biblische Moses bis heute auf Kunstschaffende ausübt.

An den Ufern des Nils

Man stelle sich also vor: Das Volk Israel ist in Ägypten. Die Menschen arbeiten, verlieben sich, Kinder werden geboren. Etwas zu viele Kinder für den Geschmack des Pharao. Er sah nämlich seine Macht bedroht. Deshalb befahl er, alle männlichen Neugeborenen in den Nil zu werfen. Auch Moses wurde zu jener Zeit geboren. Seine Mutter aber versteckte das Kind, bis Moses wohl zu kräftig wurde. Also setzte sie ihn in ein Binsenkörbchen und das ins Schilf des Nils. Grausam? Natürlich nicht, denn seine Mutter hatte Vorkehrungen getroffen. Der Platz am Ufer war so gewählt, dass die Tochter des Pharao das Körbchen einfach finden musste. Und auch die Schwester des

Kindes blieb als verborgene Beobachterin in der Nähe. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Prinzessin findet das Kind, die Mutter wird zur Amme und Moses wächst am Hof des ägyptischen Pharaos – also jenes Herrschers, der seinen Tod wollte – auf. Der Heranwachsende aber entfernt sich immer mehr von den Ägyptern, ermordet schließlich einen der Unterdrücker und flieht nach Midian, einer Landschaft, die sich wohl im nordwestlichen Teil des heutigen Saudi-Arabiens befindet. Dort wird Moses auch auf seine spätere Frau Zippora treffen.

„Lass mein Volk ziehen“

Es folgt die Geschichte mit dem brennenden Dornbusch. Moses ist ganz allein auf weiter Flur. Er hütet die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters. Plötzlich ist da dieser brennende Dornbusch, die Stimme Gottes und ein Auftrag: „Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!“ Aber Moses fürchtet sich. Er will nicht. Was, wenn ihm niemand glauben will – ihm, der kein großer Redner vor dem Herrn ist. Und überhaupt, soll er einfach so vor den Pharao treten und ihm mitteilen, dass er und sein Volk nun „abreisen“ werden? Ist das der große Master-Plan? Natürlich nicht, denn Gott stellt Moses seine Hilfe in Aussicht, und als die Verhandlungen mit dem Pharao sich eher holprig gestalteten, wurde diese Hilfe auch sehr konkret spürbar. Die ägyptischen Plagen brachen über das Land herein: das heißt u. a. Frösche, Heu-

schrecken, Hagel, Unwetter und absolute Finsternis. Hier setzt übrigens Rossinis Oper ein. Erst aber als in einer Nacht alle Erstgeborenen der Ägypter starben, ließ der Pharao Moses und das Volk Israels ziehen.

Ein Blick sei erlaubt

Ab hier steuert alles auf den ultimativen Höhepunkt zu: die Teilung des Roten Meeres. Der Pharao hielt sich nämlich nicht zwangsläufig an seine eigenen Beschlüsse und kaum waren die Israeliten fortgezogen, setzte seine ganze Streichmacht ihnen nach. Moses aber, der mit seinen Leuten gerade am Ufer des Meeres angekommen war, streckte seine Hand über das Wasser und wie durch ein Wunder teilten sich die Fluten. Moses und die Seinen zogen trockenen Fußes hindurch. Die Streitwagen des Pharao aber verschwanden in den Fluten. Mit diesen Wogen endet auch Rossinis „Mosé“. Ein eindrucksvolles Opernfinale wie man es sich nur wünschen kann. Und Moses selbst, der soll stattliche 120 Jahre alt geworden sein. Er führte das Volk Israels durch die Wüste, tobte, als er sie in einer tiefen Sinnkrise ein goldenes Kalb anbeten sah, brachte ihnen die zehn Gebote und war zeitlebens ein stetig Wandernder. Sein Ziel: das gelobte Land. Das soll er übrigens, kurz vor seinem Tod vom Berg Nebo aus noch gesehen haben. Erreicht hat er es allerdings nie. Auch ein schönes Ende, für eine große Geschichte. Veronika Fehle

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Bregenzer Festspiele 2017

Bregenzer Festspiele 2017

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Herbert Albrecht im Vorarlberg Museum

Ein ganzes Leben in Stein gemeißelt Im Vorarlberg Museum treten Werke von Herbert Albrecht in den Dialog mit der Antike. Im Februar ist Herbert Albrecht 90 Jahre alt geworden. Kein Grund für den aus dem Bregenzerwald stammenden Bildhauer vom Stein, von der Kunst und schon gar nicht vom Thema Mensch zu lassen. Im Gegenteil, das Thema ist bei Herbert Albrecht noch lange nicht durch, wie jüngste Arbeiten und ein ungebrochener Schaffensdrang beweisen. Im Lichttrichter des Atriums im Vorarlberg Museum treffen Albrechts Figuren, Torsi und Köpfe bis 3. September auf drei römische Plastiken aus dem Wiener

Adrián Villar Rojas im KUB

Durch die Erdgeschichte und ein Werkleben Im Kunsthaus Bregenz lässt Adrián Villar Rojas Tonnen Material auffahren, im Palais ist Lokalmatador Erich Smodics zu Gast. Bekannt dafür, in größten Dimensionen zu arbeiten, richtet Adrián Villar Rojas auch im Kunsthaus Bregenz mit wahrhaft großer Kelle an. Der argentinische Superstar macht im Zumthor-Bau das Unmögliche möglich, lässt für seine Ausstellung „The Theater of Disappearance“ Tonnen von marokkanischem Marmor, durchsetzt mit Fossilien, auffahren, in warmer schwerer Luft in schwarz poliertem Stein ein Feuer lodern, die Wände mit Graffiti und Höhlenzeichnungen überziehen, den gesamten Fußboden im Erdgeschoß mit dem Blow-up eines RenaissanceGemäldes auskleiden und das oberste Geschoß in klinischem Weiß die Kühle und Stille eines Mausoleums atmen, während die auf einem Podest thronenden Beine von Michelangelos David als beschnittene Trophäe von längst vergangenen Ereignissen erzählen. Zeit und Vergänglichkeit und die Frage, was dereinst von uns bleibt, sind die großen Themen des Bildhauers und Konzept-

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künstlers, wenn er düstere Szenarien vor unserer Zeit entwirft, auf eine Reise in die Erdgeschichte und Zukunft zugleich entführt und sagt: „Der einzige Ort, wo wir hin müssen, ist das Ende.“

Erlebnisräume

Jenseits dieser Opulenz und Wucht, Materialität und Sinnlichkeit, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen in einem Haus, das in den vergangenen 20 Jahren in großartigen Ausstellungsprojekten alle erdenklichen Belastungsproben zu überstehen hatte, schafft Adrián Villar Rojas Erlebnisräume, die einfach nur Staunen machen. Die Tiefen des Seins berührend, stellen sie Grundfragen unserer Existenz, die noch lange nachhallen. Villar Rojas zeigt nicht Kunst, er lässt den Besucher mittendrin sein in dieser Wunderkammer und (bis 27. August) das Material seine Geschichte erzählen.

Mensch und Maschine

Er hat Landschaften gemalt, war aber, nach eigenem Bekunden, „nie der idyllische Landschaftsmaler“. Vielmehr hat den Künstler Erich Smodics, ein Urgestein und omnipräsent in der Bregenzer Szene, immer schon der Mensch interessiert. Die Retrospektive im Palais Thurn und

Taxis präsentiert (bis 27. August) mit rund 200 Gemälden, Grafiken und einigen Skulpturen einen Überblick über das Schaffen von den frühen 1960ern bis heute. Bereits als Kind und als Jugendlicher gestalterisch tätig, vor allem im Modellbau, aber auch bildnerisch im Abmalen von Kunstpostkarten, nähert sich Erich Smodics der menschlichen Figur wie ein Architekt, indem er den Körper vermisst und baut. Torsi, Fragmente oder ganze Gestalten, deformiert, in Metamorphose begriffen, fallend, eingezwängt – der Künstler spürt in eigenwilligen morphologischen Studien nicht nur den Funktionen des Bewegungsapparats Mensch nach, sondern auch inneren Konstruktionszusammenhängen. In diversen Fassungen der legendären „Menschine“ verweist Smodics auf Analogien zwischen Organischem und Mechanischem und lässt gar Mensch und Maschine verschmelzen. Geprägt von einer eigenen Ästhetik und einer besonderen Beharrlichkeit, mit der Erich Smodics sich und seinem künstlerischen Stil treu bleibt, auf einer soliden handwerklichen Ausbildung aufbauend, hat sich das Werk in kontinuierlicher künstlerischer Arbeit über die Jahre verdichtet. Ariane Grabher

dics im Erich Smo

Palais

Kunsthistorischen Museum, wo die Ausstellung später in der Antikensammlung zu sehen ist.

Mensch als Maß aller Dinge

„Die Einfachheit, die Strenge der Umsetzung und das Archaische der antiken Skulpturen haben mich immer sehr berührt“, sagt der Künstler, der seit bald 60 Jahren dem Zeitgeist trotzt und sein Thema unermüdlich, jeden Tag im Atelier stehend, in den klassischen Bildhauermaterialien Stein und Bronze, die sich durch Härte und aufwendige Bearbeitung der Schnelllebigkeit unseres Umfelds entziehen, verfolgt. In der Abstraktion reduziert Albrecht das Menschenbild auf das Wesentliche, der Mensch ist und bleibt dem Künstler das Maß aller Dinge. Ariane Grabher

Hans Op d e

Beeck im K unstraum

Von Einze lgängern und Einze lkämpfern

Eine fast v ergessene Künstlerg ruppe gibt es in Vaduz u nd KunstGladiatore n in Schru ns.

„Gorg o

na“ in Vadu z

Kunstmu seum Liec htenstein 3. Septem bis ber Texte , Fotografi und Dok en umente, die die T keit der G ätigruppe do kumentie die unter ren, dem Mott Nach Lie o „Die Ku chtenste is t frei“ in in oder nst sommerl neo-dada der ichen Hit Manier A istischer ze ins Mo ll fon entfli tä g liches wie ntaehen, tu gänge od Spaziert gut. Ein Absteche er Fußba en r lohnt au llspiele z K u n st c e h ur rh „T Room“ d ob, sowie he Pond es Belgie Werke, d die Entw rs Hans O ie B eeck b ic klung de p de is 10. S e r hetero genen Ein ptember Kunstrau z e lp ositionen im m Dornbir gen. Eben aufzein. falls neun Positione befassen Avantgard n sich im e-Gruppe K u M nstforum o n tafon bis Unter dem 12. August Radar des Interpreta mit der westliche Kunstbetr tion der n iebs find auch heu n o c h w e n te ir kroatisch ksamen 1959 im en Zagreb altrömisc Formel „B h Maler, Bil e n hauer, A ro t und Spie drchitekte le“. n, Kunsth toriker u isnd Unterhalt Avantgard Kunstkritiker zu u ng u n d r e-Gruppe Kritik am System li „Gorgona zusamme e fern u. a “ n. In eine . A Fotograf n d reas Gurs m Rundg durch ein ky, Medie ang vergesse le ri nkünstn Ruth Sch nes Kap tel Kuns nell, Male itgeschich rad Winte r Konte zeigt r oder In das stallation künstler sLinus Rie pler.

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Monumentale Momentaufnahme Zwei überdimensionale Frauenhände ragen aus dem Bodensee empor. Zwischen ihnen wirbeln Spielkarten durch die Luft, manche dümpeln unten im Wasser. Und doch ist alles starr. Ein kunstvoller Kartentrick, eingefroren zur monumentalen Momentaufnahme.

Überraschungen und kann sowohl ihren Anblick verändern als auch einzelne Bühnenbildteile bewegen.

Übermenschliche Handarbeit 18 Festspieltechniker und Mitarbeitende von Lieferfirmen werkelten seit vergangenem Oktober in übermenschlicher Bewegung kommt heute in die Handarbeit auf der außergeOpernkulisse der Bregenzer wöhnlichen Baustelle im BoFestspiele, wenn Carmen Pre- densee. Vorlage ist der Entwurf miere feiert. Zahlreiche Tech- von Es Devlin. Mit Carmen-Renikspezialisten arbeiteten an gisseur Kasper Holten arbeiteder Vollendung des Bühnen- te sie bereits mehrfach zusambildes, und so sorgen während men. Die Idee hinter der neuen der 72. Festivalsaison nicht nur Bühne ist aus einer Szene der Sängerinnen und Sänger für Oper gewachsen, in der CarDynamik auf der staatlich Bühne, auchbefugter men durch Legen von unddas beeideter die Kulisse selbst ingenieurkonsulent steckt voller Spielkarten einen Blick in ihre

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Zukunft werfen will. Das Ergebnis: Ein bis zu 24 Meter hohes Bühnenbild, allein die beiden Hände wiegen zusammen rund 44 Tonnen. In herrlicher Kulisse 37 Technikfirmen wie z. B. Ingenieurbüros, Stahlbaufirmen und Tauchunternehmen waren an der Herstellung beteiligt. Sieben Millionen Euro kostet die Kulisse inklusive ihres Abbaus im Herbst 2018. Der Großteil der Unternehmen stammt aus Vorarlberg. Und alle arbeiteten auf jenen besonderen Moment hin: wenn das Spiel auf dem See in wunderschöner Naturkulisse ein großes Publikum verzaubern wird.

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Im Oktober 2016 starteten die Arbeiten. Nach und nach „wuchsen“ die Hände aus dem See.

Stahl- und Metallbau edelStahltechnik blechbearbeitung A-6710 Nenzing | Gewerbestraße 18 T 05525/62233 | F 05525/62233-11 info@geiger-technik.at | geiger-technik.at Wiener Symphoniker im Festspielhaus

Von uns ausgeführt: Stahlbauarbeiten „Beach“

planung statik | konstruktion – 025 – Gaisberger – 2. A430 –| 10964 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 29.01.2014 – Gaisberger – 2. BE = 58 x 50 mm 10964 – 025 025 ––|Gaisberger – 2. BE = 581.xKA 50–mm A430 – 10964 – A430 1. KA planung |––konstruktion 025 –statik Gaisberger 2. A430 – 10964 –29.01.2014 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 04.02.2014 29.01.2014

A430 – 10964 – 025 – Gaisberger – 2. 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 29.01.2014 A430 – 10964 – 025 – Gaisberger – 2. 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 29.01.2014 04.02.2014 29.01.2014 A430 – 10964 – 025 – Gaisberger – 2. 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 29.01.2014 A430 – 10964 – 025 – Gaisberger – 2. 1. KA – BE = 58 x 50 mm 04.02.2014 29.01.2014

Mein Hotspot. Meine Festspiele.

Foto: Bregenzer Festspiele

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Kommentierender Zusatz mit einem Trumpf im Ärmel Ein eigenständiger Wagner-Schwerpunkt enthält den ersten Aufzug der Oper „Die Walküre“ und einen speziellen „Ring“.

Opern seines Lebens. Als langjähriger Chef der Pariser Oper hat er dort bereits einen gefeierten „Ring“ geleitet und 2012 in Bayreuth mit dem „Parsifal“ debütiert.

„Die Walküre“, die am 30. Juli am Programm steht, ist der „Erste Tag“ des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“, der mit der verbotenen Geschwisterliebe im Frühling zwischen Siegmund und Sieglinde beginnt. Dieses Werk umschließt wie ein Monolith eine der berührendsten Liebesgeschichten der Welt und zählt überhaupt zu den Glanzpunkten in Wagners Opernschaffen.

Mit dem aus Niederösterreich stammenden neuen Bayreuther Heldentenor Andreas Schager, der heute in einem Atemzug mit Jonas Kaufmann genannt wird, hat man für die Partie des Siegmund einen Trumpf im Ärmel. Als Sieglinde wurde die Wienerin Martina Serafin verpflichtet, die diese dramatische Sopranpartie bereits an der Staatsoper gesungen hat. Der koreanische Bassist Kwangchul Youn verkörperte die Rolle des Hunding schon an der Mailänder Scala.

Wagner hat in Bregenz schon eine gewisse, wenn auch nicht gerade üppige Tradition. Immerhin gab es zwei Mal auf der Seebühne seinen dafür geradezu maßgeschneiderten „Fliegenden Holländer“. Die erste Inszenierung 1973 lebte vom Überraschungseffekt, mit dem im Bühnenbild von Toni Businger der liegende Mast des Holländer-Schiffes innert Sekunden hochgezogen wurde und so das plötzliche Erscheinen des Verfluchten plausibel machte. Beim zweiten „Holländer“ am See 1989/90, der ersten Pountney-Inszenierung in Bregenz, bleiben der „Steuermann“-Chor auf den schwankenden Brettern, das Geisterhaus mit den Toten in den Fensterhöhlen und Sentas spektakulärer Sprung vom Leuchtturm bis heute unvergessen. Aber das war’s dann auch schon fast mit Richard Wagner bei den Festspielen. Für den innovativen Symphoniker-Chefdirigenten Philippe Jordan war Wagners „Walküre“ als Neunjähriger eine der ersten

„Ring in 90 Minuten“

Als eine Art Ouvertüre ist auf der Werkstattbühne ein Konzert mit dem skurril anmutenden Titel „Der Ring in 90 Minuten“ anberaumt. Das niederländische Theaterkollektiv „Hotel Modern“, das auch ein prägendes Element in der diesjährigen Hausoper „Moses in Ägypten“ darstellt, wird Wagners vierteiliges, im Original 15-stündiges Werk gemeinsam mit dem Niederländischen Bläserensemble in ein faszinierendes Miniaturtheater in der Insektenwelt verwandeln. Elisabeth Sobotka: „Diese Umsetzung versucht den Kern der Geschichte zu treffen. Das Ganze mit großer Ernsthaftigkeit, aber auch viel Humor. Das macht den Reiz dieses Abends aus.“

Nichts ist beliebig

Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker waren seit der ersten Stunde 1946 wichtige Bestandteile des Festivals. Galten die Programme in den ersten Jahrzehnten vorwiegend einer

rückwärtsgewandten Pflege des musikalischen Erbes, so wurde unter den Intendanten Alfred Wopmann und David Pountney die frühere Sommerabend-Idylle mit neuerer und neuester Musik, auch aus dem Land, aufgemischt. Elisabeth Sobotka hat in diesem Bereich seit ihrem Amtsantritt 2015 einen idealen Ausgleich gefunden, eine klug austarierte, in sich stimmige Mischung, die Freunde der Tradition ebenso zufriedenstellt wie jene, die sich gerade bei solcher Gelegenheit gerne mit aktuellen Werken in kompetenter Wiedergabe auseinandersetzen. Da ist auch kein Werk beliebig programmiert, da verweisen alle inhaltlich, stilistisch oder über Komponistennamen auf die am See, im Haus und auf der Werkstattbühne angesetzten großen Musiktheaterproduktionen. Gerade dadurch haben die Orchesterkonzerte heute im Festspielprogramm ihren Status als Events gefestigt, die vom Publikum als kommentierende Ergänzungen zum übrigen Programm gerne konsumiert werden.

Reizvolle Mischung

Das Programm des ersten Orchesterkonzertes der Symphoniker, dirigiert von dem erstmals in Bregenz tätigen Spanier Antonio Méndez, basiert auf der Tatsache, dass ausgerechnet dem Franzosen Georges Bizet mit „Carmen“ die wohl spanischste aller Opern gelang. So werden zwei Werke des „echten“ Spaniers Manuel de Falla („Nächte in spanischen Gärten“ und die Ballettmusik „Der Dreispitz“) kontrastiert durch Stücke des mit ihm befreundeten Franzosen Claude Debussy (die Symphonische Dichtung „Iberia“) und

das von spanischem Kolorit geprägte G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel mit dem Solisten Javier Perianes. Eine reizvolle Mischung also aus spanischen und französischen Stilelementen und Klangfarben. Hector Berlioz’ populäre „Symphonie fantastique“ dürfte der abschließende Glanzpunkt eines vorwiegend französisch geprägten Programms beim dritten Orchesterkonzert sein, das von dem in Bregenz debütierenden Griechen Constantinos Carydis geleitet wird. Eingestimmt wird mit einer „Chasse fantastique“, einer fantastischen Jagd des französischen Romantikers Ernest Giraud, und einem virtuosen Schlagzeugsolo mit Orchester des griechischen Zeitgenossen Minas Borboudakis.

Vorarlberger unter Korsten

Das Symphonieorchester Vorarlberg wirkt seit 1988 als zweites Festspielorchester auch heuer in mehrfacher Funktion im Konzertsaal und beim Musiktheater mit. Am letzten Festspieltag leitet Chefdirigent Gérard Korsten ein Konzertprogramm, das Mozarts klangvolle „Sinfonia concertante“ mit zwei Mitgliedern des vielfach preisgekrönten polnischen „Apollon Musagète Quartets“ als Solisten ins Zentrum stellt. Es sind dies der Konzertmeister des SOV, Pawel Zalejski, und sein Bratschenkollege Piotr Szumiel. Eingeleitet wird der Abend mit „Un sourire“, einem Lächeln, mit dem Olivier Messiaen 200 Jahre nach Mozarts Tod des großen Meisters gedachte. Den prunkvollen Abschluss bildet mit César Francks Symphonie d-Moll ein monumentales Orchesterwerk der französischen Romantik. Fritz Jurmann

Alle Infos: T 05572 501-902 oder highspeed.vol.at/hotspot

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Bregenzer Festspiele 2017

Bregenzer Festspiele 2017

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VORARLBERGER LANDESTHEATER

THE SITUATION YAEL RONEN & ENSEMBLE 1 9 . J U L I – 2 0 . AU G UST 2 0 1 7


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