Neue Wege
Nachhaltige Ideen für Vorarlberg 29. März 2025
Lebensmittel Retten statt wegwerfen PARTNER VN-KLIMASCHUTZPREIS
Tourismus Nachhaltigkeit als Chance
Energie Selber dämmen statt verschwenden
2 VN-Klimaschutzpreis 2025
Samstag/Sonntag, 29./30. März 2025 Vorarlberger Nachrichten
Partner für nachhaltige Energiezukunft Wer in sein Zuhause investiert, ist auf der Suche nach einer Lösung, die nachhaltig, effizient und zukunftssicher ist. Und hier kommt vkw ins Spiel. Die Expert(inn)en bieten maßgeschneiderte Angebote für eine moderne Energieversorgung – von Photovoltaik über nachhaltiges Heizen bis hin zur Elektromobilität. Denn Energie ist mehr als nur Strom, sie ist die Basis für ein modernes Zuhause. Zukunftssicher heizen Eine moderne Heizung sollte nicht nur effizient, sondern auch nachhaltig sein. Ob es um eine neue Wärmepumpe oder die Sanierung bestehender Heizsysteme geht – die haag vkw begleitet Kund(inn)en von der Planung über Förderanträge bis hin zur schlüsselfertigen Installation. Auch Nahwärme ist eine attraktive Möglichkeit, um
nachhaltig zu heizen. In den vkw Heizwerken wird Wasser mit regionaler Biomasse oder mit industrieller Abwärme mittels Wärmepumpen erhitzt und über ein Versorgungsnetz direkt ins Zuhause transportiert. Effizient, platzsparend und wartungsfrei. Mit der Kraft der Sonne Wer auf Sonnenenergie setzt, wird unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und investiert zugleich in eine nachhaltige Zukunft. Immer mehr Haushalte nutzen deshalb die Kraft der Sonne, um einen Teil ihres Energiebedarfs selbst zu decken. Doch welche Anlage ist die richtige? Ist mein Dach geeignet? Und welche Förderungen gibt es? doma vkw steht bei all diesen Fragen zur Seite – von der persönlichen Beratung über die Wirtschaftlichkeitsberechnung bis hin zur Planung, Umsetzung und Förderabwicklung.
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Wer auf Sonnenenergie setzt, wird unabhängiger von schwankenFoto: Frederick Sams den Energiepreisen.
E-Mobilität: zu Hause laden Wo Platz für ein E-Auto ist, ist auch Platz für eine Wallbox. Mit ihr lässt sich das E-Auto unkompliziert in der eigenen Garage oder im Carport laden. Über die individuellen Möglichkeiten, aktuelle Förderungen und Tarife informiert die vkw vlotte. Mit über 15 Jahren Erfahrung sind die Expert(inn)en die führenden
E-Mobilitätspartner(innen) in der Region. Aktuelles aus erster Hand Mehr Informationen zu den Angeboten von vkw erhalten Interessierte nicht nur online auf vkw.at, sondern auch bei den Energiemärkten, die aktuell monatlich in verschiedenen Gemeinden und Städten Vorarlbergs stattfinden. Neben
Aktuellem zu Photovoltaik, Nahwärme und Co. erwarten die Besucher(innen) dort auch interessante Informationen zur illwerke vkw und spannende Neuigkeiten zu Projekten in ihrer Umgebung. Vor Ort an den Infoständen treffen sie auf Expertinnen und Experten, die die Projekte direkt verantworten. So erhalten Interessierte die neuesten Infos direkt und
Foto: Frederick Sams
aus erster Hand. Doch bei den Energiemärkten sollen nicht nur die Erwachsenen auf ihre Kosten kommen, auch für die jüngsten Besucher(innen) ist für Unterhaltung gesorgt. Der nächste Energiemarkt findet am Freitag, dem 4. April, von 14 bis 18 Uhr im energie quartier bregenz (Gebäude G) am Standort der illwerke vkw in der Weidachstraße statt. ANZEIGE
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Samstag/Sonntag, 29./30. März 2025 Vorarlberger Nachrichten
Vorreiter bei Klimaschutz
Editorial
Julia Schilly
Das Land hat beim Bewusstsein für Klimaschutz die Nase vorne.
SCHWARZACH Es gibt gute Nach-
richten. Ja, die gibt es auch noch bei Klima- und Umweltschutz! Ein Großteil der Österreicher glaubt daran, persönlich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können und ist auch bereit dazu. Das zeigt eine aktuelle Spezial befragung zum Thema Klimawandel im Rahmen des Mikrozensus tria, für den in der Statistik Aus regelmäßigen Abständen etwa 22.500 Haushalte befragt werden. 48,2 Prozent war es eher wichtig und 36 sehr wichtig, persönlich dazu beizutragen. In Vorarlberg waren es mit 87 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sogar überdurchschnittlich viele, denen ihr persönlicher Beitrag zum Klimaschutz sehr oder eher wichtig ist.
Klimafreundliches Verhalten Das Bewusstsein und die Bereitschaft sind also da. Spannend ist ein Blick auf die einzelnen Bereiche, in denen die Menschen bereits versuchen, auf Klimaschutz zu achten. Dabei zeigt sich, dass klima freundliches Verhalten im Land einen höheren Stellenwert hat als im Durchschnitt. In Vorarlberg waren das bei „Mobilität und Verkehr im Alltag“ mehr als 80 Prozent (österreichweit 75 Prozent), bei „Wohnen und Heizen“ 80,2 Prozent (österreichweit 78,6 Prozent), beim „Reisen“ 68,1 Prozent (österreichweit 64,1 Prozent), bei „Kleidung“ 61,5 Prozent (österreichweit 59,7 Prozent) und beim „Essen“ 76,3 Prozent (österreichweit 74,7 Prozent). 70,7 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gaben zum Beispiel an,
Fast 22 Prozent der Wege werden mittlerweile mit dem Rad zurückgelegt. Tendenz steigend. SCHWARZACH Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger sind im Bereich Klimaschutz also besonders motiviert (siehe oben). Diesen Schwung nehmen sie wortwörtlich mit – und zwar beim Tritt in die Pedale. Das Land hat bald einen Fahrradanteil von einem Viertel an jenen Wegen, die jeden Tag zurückgelegt werden (21,9 Prozent und Tendenz steigend). Das macht Vorarlberg zum Spitzenreiter. Zum Vergleich: 2017 waren es erst 15,9 Prozent. Diese Entwicklung liegt auch an politischen Entscheidungen. Im Vorjahr waren erneut 13,5 Millionen Euro für die infrastruktur vorgesehen. Die Rad mit dem Auto zurückgelegten Wege sind im Vergleich zu 2017 von 42,9 auf 41,1 Prozent leicht gesunken. „Wenn man Infrastruktur baut, wird diese auch nachgefragt. Das ist wie beim Autoverkehr: Wo man Straße baut, wird Straße nachgefragt“, sagt Andrea Weninger,
„In Vorarlberg fährt jeder mit dem Fahrrad, das geht quer über alle Gesellschaftsschichten.“ Andrea Weninger Verkehrs- und Raumplanerin
Geschäftsführerin von Rosinak & Partner. Sie ist Expertin für Verkehrs- und Raumplanung. Den VN erklärt sie die zwei Bereiche, die bei Klimaschutz und Verkehr
Waschmaschinen (österreichweit 64,2 Prozent) länger als zehn Jahre zu nutzen. 32,2 Prozent (österreichweit 30,3 Prozent) verwenden ein Smartphone länger als sechs Jahre.
Intakte Umwelt „Die Zufriedenheit mit der heimischen Umwelt ist hoch. Die Trinkwasserqualität, die Beschaffenheit von Seen und Flüssen sowie die Qualität von Lebensmitteln und Luft werden zu über 90 Prozent als sehr gut oder eher gut beurteilt“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Aber knapp ein Viertel (24,3 Prozent) sieht den Klimawandel als größtes Umweltproblem. In Vorarlberg tun das 28,3 Prozent – das ist der höchste Wert in ganz Österreich. Das Problem bewusstsein und der Wunsch, die Natur zu erhalten, sind also besonders groß. Weiters sind die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger besorgt über die Zerstörung der
atur (20,4 Prozent) und Boden N versiegelung (13,5 Prozent).
Landesweit Vorbilder So viel zu den Zahlen und Fakten. Nun lohnt es sich, den Menschen zuzuhören, wie sie ihr klimafreundliches Vorarlberg umsetzen. Andrea Weninger ist eine renommierte Raumplanerin und tüftelt gemeinsam mit ihren Kollegen bei Rosinak und Partner an Vorarlbergs nachhaltiger Verkehrszukunft. Das Energieinstitut Vorarlberg leistet seit vielen Jahren eine grundlegende Arbeit in der persönlichen Beratung der Menschen zu nachhaltiger Energiewende und Wohnen. Die Hotelbranche setzt im Land immer mehr auf nachhaltige Konzepte: Das Hotel Sonne im Mellau erzählt, wieso. Und nicht zuletzt leisten die Landwirt innen und Landwirte in Vorarlberg Pionierarbeit bei nachhaltigem und energieeffizientem Wirtschaften, z. B. der Hof von Bernhard Rauch.
Raus aus der Komfortzone! Es ist spürbar, es ist sichtbar: Die Welt verändert sich. Und wir müssen uns mitverändern. Manche mögen Veränderung, vielen macht sie aber zunächst einmal Angst. Was bedeutet das für meine Familie und mich? Wird es besser? Wird es schlechter? Politikerinnen und Politiker meiden meist die Veränderung,
Weder privates Wachstum noch vorausschauende, kluge Politik passiert im mutlosen Stillstand. selten kann man damit Populari tätspunkte sammeln. Aktuell ist aber vieles anders: Sowohl in der Bundespolitik als auch im Land gibt es eine neue Regierung. Viele Gemeinden haben neue Bürgermeister. Das bedeutet Veränderung und es ist auch eine Gelegenheit. Denn weder privates Wachstum noch vorausschauen de, kluge Politik passiert im mut losen Stillstand. In der Physik wird Bewegung als Änderung des Ortes eines Massenpunktes mit der Zeit definiert. Im übertragenen Sinne kann man das für Klimaschutz und Klimaanpassung verstehen. Aber wie setzt man „die Masse“ in Bewegung? Dazu braucht es keine Physik, hier reicht eine Milchmäd
chenrechnung: Je mehr mitma chen, umso rascher geht es. Wir wollen zeigen, welcher Schwung aus Vorarlberg kommt. Daher werden wir den Klimaschutzpreis der Vorarlberger Nachrichten statt alle zwei Jahre nun jedes Jahr verleihen. Das nächste Mal ist es am 27. November so weit. Privat personen, Bildungseinrichtungen, Gemeinden, landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen leis ten jeden Tag Erstaunliches, wir wollen ihnen eine Bühne geben. Gerade im Land sind der Kreati vität keine Grenzen gesetzt. Wir können uns gegenseitig inspirie ren und voneinander lernen. Denn Klimaschutz ist eigentlich fast allen ein Anliegen, oft fehlt nur der letzte Anstoß, die Motivation in ei ner Gruppe, das Fachwissen oder schlicht das richtige Werkzeug. Lassen Sie sich von Menschen und Geschichten in dieser Aus gabe inspirieren. Falls Sie der Mei nung sind, dass Ihre persönliche Klimaerzählung fehlt, melden Sie sich doch bei mir. Wir freuen uns über Ihre Ideen und auch jetzt schon über jede Einsendung für den Klimaschutzpreis. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen wunder baren Frühlingsbeginn und viel Mut für positive Veränderungen. JULIA SCHILLY julia.schilly@vn.at 05572 501-490
Vorarlberg ist Fahrrad-Bundesland Nr. 1 sehr attraktive Wohngebiete und Straßen haben, auf welchen relativ wenig Autoverkehr ist. Dort kann man auch angenehm mit dem Fahrrad fahren. Gerade das Rheintal bietet attraktive Räume zu Fahrrad fahren“, sagt Weninger. Z udem kommt man mit dem Fahrrad schnell von A nach B.
Jeder Kilometer zählt: Im Land wird nicht nur in der Freizeit geradelt. Auch Arbeits- und Alltagswege werden immer häufiger mit dem Rad zurückgelegt.
grundlegend sind. Zum einen sollte man möglichst versuchen, die CO2Emissionen zu reduzieren. Hier geht es im Wesentlichen darum, Alternativen für den Pkw-Verkehr zu bieten. Das Verkehrsverhalten kann man durch Anreize oder Verbote ändern. „Letzteres will man eher selten“, sagt Weninger. Aufgabe der Verkehrsplanung ist daher, die Verlagerung des Verkehrs auf andere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, Fahrrad oder auch zu Fuß zu fördern. Das bedeutet auch weniger Stau auf der Straße. Der zweite Aspekt ist die technologische Komponente, also die Umrüstung auf klimaneutrale Fahrzeuge.
Bei der Verlagerung der sogenannten Alltagswege auf klimafreundliche Varianten ist Vorarlberg gut unterwegs, bestätigt Weninger: „Es ist auch den Gemeinden und Planern wichtig, dass das so bleibt. Der Erfolg gibt den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in den „Plan B“-Gemeinden recht. Dort gibt es überhaupt den größten Radfahreranteil.“ Es sei wichtig, dass Vorarlberg, diese gute Ausgangslage auch aufrechterhält und auf dem hohen Niveau aufbaut, also dass man sich auf dem, was man hat, nicht ausruht. „Denn die Erfolge sind in Vorarlberg so einfach zu erzielen, jeder fährt mit
dem Fahrrad, das geht quer über alle Gesellschaftsschichten. Das ist in anderen Bundesländern zum Teil anders.“ Wien setzt zum Beispiel erst in den letzten Jahren massiv auf den Radverkehr. Die Infrastruktur, die in Wien gebaut wird, ist durch Förderungen stark beschleunigt worden. Dass Vorarlberg Radfahrland Nummer eins ist, hat neben politischen Entscheidungen auch andere Gründe. „Vorarlberg hat den Vorteil, dass die Siedlungen nahe beieinander liegen und die Siedlungsgebiete
Es geht noch mehr Und es geht noch mehr, bestätigt ein Blick auf die Zahlen. „Immer noch ist ein Drittel der registrierten PkwWege in Vorarlberg kürzer als die durchschnittliche Radweglänge von 4,5 Kilometer. 48 Prozent der PkwWege sind maximal 7,5 Kilometer lang. Insbesondere die Wege zur Arbeit seien ein wichtiger Hebel, um den Umstieg aufs Fahrrad nachhaltig zu s ch a f fe n“, sagte Anna Schwerzler-Nigg, Radverkehrskoordinatorin beim Land Vo r a r l b e r g . Denn wer täglich zur Arbeit radelt, der nehme das Fahrrad erfahrungsgemäß auch häufiger für andere Alltags- oder Freizeitwege. IMPRESSUM Leitung/Redaktion Julia Schilly, Petra Milosavljevic, Heidrun Joachim, Mirijam Haller Titelbild Landwirtschaftskammer Vlbg. Fotos VN/pem, der WISTO, TU Wien, Philipp Steurer, Mirijam Haller, Conrad Amber, Heidrun Joachim, Roland Pau litsch, Rauch, Energieinstitut Vorarlberg
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Samstag/Sonntag, 29./30. März 2025 Vorarlberger Nachrichten
Smarte Tipps für jede Jahreszeit Hitzewellen, Starkregenereignisse: Hausbesitzer stehen vor neuen Herausforderungen. SCHWARZACH Im Vergleich zu 1980 bringen kurzfristige Starkregenereignisse in Österreich heute mehr Niederschlag mit sich. Das zeigt eine Analyse zweier über 100 Jahre laufender Messreihen. Vor allem bei großen, rasch auftretenden Niederschlagsmengen gibt es einen „starken Aufwärtstrend“, sagt Hydrologe Günter Blöschl: Sie bringen im Schnitt mittlerweile 15 Prozent mehr Wasser. Der Grund sind höhere Temperaturen. Luft nimmt pro zusätzlichem Grad Celsius um sieben Prozent mehr Wasserdampf auf.
Akribische Messungen Da in Österreich der Niederschlag von zwei unabhängigen Stellen über 100 Jahre hinweg akribisch parallel dokumentiert wird – zum Ersten von der Geosphere Austria, der einstigen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), und zum Zweiten vom Hydrografischen Dienst –, lässt sich das detailliert untersuchen. Insgesamt gibt es 883 Messstationen bundesweit, von denen 163 auch stündlich Werte erheben. Eine Erkenntnis ist, dass mit Sturzfluten, die von heftigen, ein- oder zwei Stunden andauern[1]den Gewittern verursacht werden, und Hochwasser in kleineren Flusseinzugsgebieten künftig noch mehr zu rechnen ist. Die Folgen des Klimawandels sind auch in Vorarlberg messbar. Das wird bei Sanierungen ein immer wichtigeres Thema. „Die bauliche Vorsorge ist mit Sicherheit eine kluge Herangehensweise“, sagt Sabine Erber vom Energieinstitut Vorarlberg. Doch auch abseits davon lassen sich viele
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird in Zukunft öfter so viel Regen fallen, dass er nicht mehr versickert, sondern an der Oberfläche abläuft. Im ungünstigsten Fall zur Haus-, Keller- oder Terrassentüre ins Haus hinein. Nach Möglichkeit sollte daher das Gefälle vom Haus weg zu einer Straße oder einer anderen versiegelten Fläche verlaufen. Auch Terrassen sollten mit Rinnen vom Haus getrennt werden. Wurden schon bei der Errichtung des Gebäudes Rinnen eingebaut, müssen sie unbedingt nachdimensioniert werden. Aufkantungen schützen Treppenabgänge oder Lichtschächte. Auch bestehende Abdichtungen sollten im Zuge einer Sanierung unter Umständen etwas höher geklebt werden.
Gegenmaßnahmen mit geringem Budget und Zeiteinsatz umsetzen, informiert das Energieinstitut Vorarlberg. Beraterinnen und Berater helfen im Rahmen einer kostenlosen Vorortberatung dabei, mögliche Schwachstellen am und um das Gebäude zu entdecken und zu beheben. Folgende Tipps kann man schon jetzt selbst umsetzen.
Verschatten, lüften, begrünen Im Sommer ist die Verschattung der Fenster grundlegend für ein
erträgliches Raumklima: Raffstore, Fallmarkisen, Läden, Vordächer, Veranden und Balkone bieten zahlreiche Möglichkeiten, die direkte Sonneneinstrahlung auf die Fenster im Sommer zu verhindern. Auch begrünte Dächer und Fassaden dämpfen die sommerliche Erwärmung. Zur nächtlichen Auskühlung sind vertikale Fenster günstig, die möglichst auf gegenüberliegenden Fassadenseiten liegen und nachts geöffnet bleiben können. Sind sie
zudem über die Geschoße verteilt, unterstützt die Thermik die Durchlüftung. Immer öfter wird im Sommer aktiv mit Geräten gekühlt. Grundsätzlich gilt jedoch zu prüfen, welche Räume überhaupt eine Klimaanlage benötigen. Gegenüber der passiven Variante erzielt die aktive Kühlung mit Wärmepumpen höhere Kälteleistungen. Mobile Klimageräte sind aus energetischer Sicht nicht zu empfehlen. Es ist sinnvoll, Kühlgeräte mit Photovoltaik zu kombinieren.
Höherlegen, verschließen Das öffentliche Kanalnetz ist nicht darauf ausgerichtet, Starkregen vollständig aufzunehmen. Im schlimmsten Fall kann es daher zum Rückstau von Regenwasser bis in ein Gebäude kommen. Der Verzicht auf Ablaufstellen ist daher auch der beste Schutz vor Rückstau. Geht das nicht, braucht es technische Maßnahmen wie Hebeanlagen oder Rückstauverschlüsse. Sind die schon vorhanden, dann müssen sie im Zuge der Sanierung unbedingt überprüft werden. Kostenlose Klimafit-Gebäude beratung: www.energieinstitut.at/energieberatung; Information in Katastrophenfällen: www.vorarlberg.at/warnung
Einfach selbst dämmen und Klima und Geldbörse schonen
Über Dachböden und ungedämmte Heizungsrohre gehen bis zu 25 Prozent Heiz energie verloren.
re. Und wer sich nicht darüber hinaussieht, der beauftragt einfach einen Handwerksbetrieb mit der Umsetzung, empfiehlt das Energieinstitut. Das kostet dann ein bisschen mehr, lohnt sich aber trotzdem, weil die Energieeinsparung ja über mehrere Jahrzehnte lang anhält.
SCHWARZACH In einem normalen
Wohnhaus gehen rund 15 Prozent der Wärme über das Dach bzw. den Dachboden verloren, informiert das Energieinstitut Vorarlberg. Eine verbesserte Dämmung der obersten Geschoßdecke spart also jede Menge Energie. In den nächsten Jahren will das Energieinstitut daher mit dem Projekt „Einfach dämmen“ im ganzen Land zum Dämmen von Dachböden und Heizungsrohren motivieren, das nötige Wissen vermitteln und praktische Hilfe anbieten. „Und zwar mit Infoveranstaltungen, kostenloser Beratung vor Ort, Materialpaketen, Lieferservice und Umsetzungsunterstützung,“ sagt Projektleiterin Tamara Rohner.
Oben und unten dämmen Befindet sich über der obersten Geschoßdecke ein kalter Dach
Tamara Rohner leitet das Projekt „Einfach dämmen“ des Energieinstituts Vorarlberg.
Dämmen muss nicht immer aufwendig …
… oder teuer sein.
Oft reicht zum Selberdämmen etwas handwerkliches Geschick.
boden, lässt sich diese Dämmung in vielen Fällen und mit etwas handwerklichem Geschick ziemlich einfach selbst anbringen. Die Kosten für das Dämmmaterial rentieren sich durch einen geringeren Energieverbrauch innerhalb weniger Jahre. Außerdem erhöht sich durch die wärmere Decke im Obergeschoß der Wohnkomfort spürbar. Eine weitere heimliche „Energieschleuder“ sind ungedämmte Heizungsrohre im Keller. Da geht schnell einmal ein Kilowatt an Heizleistung verloren – oder bis zu zehn Prozent an Wärme. Das Dämmen der Heizungsrohre ist noch viel einfacher als das Dämmen des Dachbodens. Wer mit dem Messer verletzungsfrei eine Gurke aus
einanderschneiden kann, ist beim Dämmen von Heizungsrohren schon mit dabei. Das Material ist zudem sehr günstig und die Anschaffung rentiert sich innerhalb kürzester Zeit. Vorteil gegenüber dem Dämmen vom Dachboden: Der Keller muss meist nicht ausgeräumt werden, weil die Heizungsrohre an der Wand und der Decke verlaufen. Im Gegensatz zur Dämmung von Wänden oder dem Tausch von Fenstern ist das Dämmen des Dachbodens oder der Heizungsrohre im Keller in vielen Fällen einfach selber machbar: Heizungsrohre praktisch immer, hier kann man nichts falsch machen. Dachboden: In vielen Fällen mit etwas handwerklichem Geschick.
Bei den Heizungsrohren kann man nichts falsch machen. Beim Dachboden kann man im Fall einer Betondecke auch nicht viel falsch machen. Sollte aber dann, wenn die Decke aus Holz besteht, eine Fachperson beiziehen. Das kann jemand von der Energieberatung sein, ein Handwerker oder eine Bau physikerin.
Materialkosten überschaubar Die Materialkosten sind in beiden Fällen überschaubar. Das Dämmen von Heizungsrohren ist für einige hundert Euro machbar, die Dämmung des Dachbodens erfordert je nach Größe und Material eine Investition ab etwa 1500 Euro. In beiden Fällen amortisiert sich die Maßnahme innerhalb weniger Jah-
Nicht mehr heizen Noch ein Tipp, um Klima und Geldbörse zu schonen: Vorsicht vor dem Rebound-Effekt! Wenn ein Haus eigen gerade neu gedämmt wurde, n Menschen dazu, die Raumtemperatur zu erhöhen oder neue größere Flächen zu beheizen, „weil das Dämmen den Energieverbrauch ohnehin senkt“. Und damit machen sie den Einspareffekt des Dämmens wieder wett! Auch noch einfachere Energiesparmaßnahmen sind schnell umsetzbar: Räume je nach Nutzung unterschiedlich warm beheizen, die Heizkörper in der Nacht zurückdrehen und sie nicht hinter Vorhängen oder Möbeln verstecken. Mehrmals täglich kurz und kräftig stoßlüften, statt lange zu kippen. Einmal pro Jahr sollten die Heizkörper entlüftet und die Heizung gewartet werden. „EINFACH DÄMMEN“ HILFT Das Projekt „Einfach Machen“ des Energieinstituts Vorarlberg hilft dabei, Do-it-yourself-Klimaschutzmaß nahmen umzusetzen. „Einfach dämmen“ ist eine Aktion im Rahmen dieses P rojekts. Im April startet das Pilotprojekt in Lustenau. Am 24. April 2025 gibt’s eine Infoveranstaltung dazu im Rathaussaal. Details gibt’s auf www.einfachmachen. community/
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„Ein Flachdach sollte nicht grau bleiben“ Ein Symposium in Feldkirch widmet sich der Stadtbegrünung und dessen Beitrag zum Klimaschutz. Entsiegelung, Verschattung, Wasserspeicher: Städte, die Natur zulassen, profitieren doppelt. Nicht nur optisch lädt das Stadtgrün zum Verweilen ein. Es ist auch eine wirksame Maßnahme gegen überhitzte Zonen in Zeiten des Klimawandels. Wer sich genauer darüber informieren will, ist in Vorarlberg richtig: Am 11. April 2025 findet das erste Grünstadtsymposium statt. Die Veranstaltung in der Arbeiterkammer Feldkirch widmet sich der Begrünung urbaner Räume und Experten bringt Expertinnen und aus verschiedenen Bereichen zusammen. Initiatoren sind der beViel Raum für Natur ist eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Überhitzung. kannte Naturbotschafter Conrad Amber, weiters Markus Luschin und Richard Gutensohn, die auch scheidende Rolle. Ein Vortrag von eine Klimaanlage“, sagt Amber. einen Verein gegründet haben, um Richard Gutensohn, Experte für Das Arbeiterkammer-Quartier in das Thema breiter in die GesellSubstrate und Bodenqualitäten, be- Feldkirch wird als Best-Practiceschaft zu tragen. „Wir sind davon schäftigt sich zum Beispiel mit dem Beispiel vorgestellt. Dort wurden überzeugt, dass Stadtbegrünung Konzept der Schwammstadt. Dieses große Flächen renaturiert, Grünessenziell ist – beschreibt eine Bauweise, die Re- dächer angelegt und Fassaden mit nicht nur aus äsgenwasser nicht einfach abfließen Pflanzen versehen. thetischen Grün„Die Messwerte zeigen, dass es lässt, sondern gezielt versickern und den, sondern als verdunsten lässt. „Damit können wir funktioniert. Wir wollen mit solchen wichtiger Beitrag Überschwemmungen vermeiden, Beispielen die Umsetzung erleichzum Klimaschutz“, die Kanalisation entlasten und zu- tern“, sagt Amber. Auch politische sagt Amber. In sätzlich das Mikroklima verbessern.“ Vorgaben spielen eine Rolle. MagdaVorarlberg sei dielena Fink vom Land Vorarlberg wird Günstiger als Klimaanlage Rein mit dem Grün in die Stadt: Ein Symposium in Feldkirch gibt ses Bewusstsein beim Symposium über den Green wichtige Impulse. Das Symposium bietet nicht nur Deal und die neuen Renaturierungsnoch nicht so ausFachvorträge, sondern auch pra- richtlinien sprechen. „Ab 2026 wird geprägt wie etwa in Großstädten schaffen für urba„Es geht darum, dass Begrünung xisnahe Einblicke, verrät Conrad es in vielen Bereichen verpflichtend Conrad Amber ist ein Initiator des wie München oder ne Renaturierung.“ schon in der Planung mitgedacht Amber. So wird etwa ein Modell sein, versiegelte Flächen auszu Grünstadtsymposiums. Zürich, wo BegrüDas Symposium wird. Ein Flachdach sollte nicht gezeigt, das veranschaulicht, wie gleichen – sei es durch Gründächer, nungsmaßnahmen richtet sich an eine einfach grau bleiben, sondern von Gründächer und begrünte Fassa- Fassadenbegrünung oder Baumoft bereits Standard sind. Genau breite Zielgruppe: von Bauherren Anfang an als Gründach konzipiert den zur Temperaturregulierung planzungen“, sagt Amber. hier will der Verein ansetzen: „Wir über Architekten, Unternehmern werden“, betont Amber. Neben beitragen. „Viele wissen nicht, dass Weitere Informationen finden Sie wollen Wissen vermitteln, aufklä- und Stadtplanern bis hin zu politi- Dächern spielen auch Fassaden, eine begrünte Wand in der Stadt unter: https://www.gruenstadtsymposium.at/ ren, vernetzen und ein Bewusstsein schen Entscheidungsträgern. Parkplätze und Innenhöfe eine ent- oft günstiger und effizienter ist als FELDKIRCH
Unsere Beschläge lieben Bahn fahren 37 % unserer Produkte gelangen auf dem Gleis zu unseren Kunden – dank eigenem Bahnanschluss. Unser Ziel: Durch Europa mit möglichst wenig Straßenkilometer und ein Bahnanteil von 50 % bis 2030. Damit stellen wir die Weichen für die Zukunft.
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Auch bei der Einrichtung wurde Wert auf Naturmaterial wie Holz, Stein und Messing gelegt.
Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance Hotel Sonne in Mellau hat die Möglichkeit für das Nachhaltige schon längst entdeckt.
SCHWARZACH Nachhaltigkeit ist ein
breit gefächertes Thema und lässt sich nicht mit einem einzigen Wort beschreiben. Das betont R udolf Grimm von der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO). Nachhaltigkeit wird anhand der ESG-Kriterien – den Richtlinien der Vereinten Nationen und Finanz institute – bewertet, die Standards für Umwelt, Soziales und Unter nehmensführung festlegen. „Nachhaltigkeit wird heute sehr umfassend betrachtet. Es geht nicht nur um Umwelt- und Emissionsvermeidung, sondern auch um soziale Aspekte – etwa darum, wie sich ein Unternehmen in der Region engagiert, ob es Vereine unterstützt oder wie es mit seinen Mitarbeitern umgeht“, erklärt der ESG-Berater. Im Rahmen des „EU Green Deals“ sind Großunternehmen verpflichtet, berichte zu erstelNachhaltigkeits len. Diese Anforderung wird schrittweise auf die gesamte Wirtschaft ausgeweitet. „In jüngster Zeit hat es in diesem Bereich Anpassungen gegeben“, sagt Grimm. „Die Nachhaltigkeitsanforderungen wurden etwas zurückgeschraubt, weil es wirtschaftlich nicht für alle Unternehmen verkraftbar wäre.“ In der Industrie müssen CO2- Einsparungen, bevor sie öffentlich kommuniziert oder beworben werden, von einem Wirtschafts treuhänder überprüft und bestätigt werden. „Hier holt man zu nehmend Wissenschaftler hinzu. Ein Wirtschaftsexperte kennt sich
ein. „Aber ich kann mit bestem Wissen und Gewissen sagen, dass die Unternehmen in Vorarlberg ökologische Aspekte ernst nehmen – nicht aus reiner Nettigkeit, sondern weil sie darin eine große wirtschaftliche Chance sehen.“
Nachhaltigkeit im Hotel Sonne Diese Chance hat auch Natalie Läßer, Leiterin des Hotels Sonne in Mellau, erkannt. Obwohl ihr Betrieb selbst auf Nachhaltigkeit setzt, sieht sie das Thema kritisch. „Jeder spricht von Nachhaltigkeit, aber wenn man genauer h inschaut, stimmt das oft nicht – auch bei Auszeichnungen, egal ob es das AMA-Gütesiegel oder die Ehrung als Arbeitgeber des Jahres ist“, sagt äßer. L Das Hotel ist Natalie Läßer mit ihren Mitarbeitenden am Empfang. seit Generationen in Familienbesitz mit Zahlen aus, aber gemeinsam wusst für Klima und wurde von gewinnt man eine umfassendere neutralität und Läßer modernisiert. 2008 wurde setzen auf regiPerspektive“, erklärt Grimm. „Nachhaltigkeit wird rodukte.“ onale P das gesamte GeHerausforderungen im Tourismus bäude abgerissen Allerdings gibt heute umfassend Anders sieht es im Tourismus es im Tourisneu errichtet, betrachtet. Es geht um und aus. Dort ist die Messbarkeit mus weiterhin vergangenes Jahr mehr wie Emissionen.“ folgten erneute und V ergleichbarkeit nachhaltiger keine gesetzMaßnahmen eine große Heraus- lich geregelten RenovierungsarRudolf Grimm forderung. „Derzeit sind in diesem P r ü f p r o z e s s e beiten. ESG-Berater Bereich alle Maßnahmen freiwillig. für Nachhaltig„Wir haben das Vieles geschieht auf Eigeninitiative keitsmaßnahmen. „Wie viel Green Erdgeschoß umgebaut, zwei Zuder Unternehmen“, sagt der Berater. washing dabei passiert, kann ich bauten errichtet und ein Carport „Viele Betriebe entscheiden sich be- nicht genau sagen“, räumt Grimm gebaut, auf dem eine Photovoltaik-
Das Hotel Sonne in Mellau ist seit einigen Jahrzehnten ein Familienbetrieb.
Das Hotel wurde daher vor einigen Jahren modernisiert.
anlage installiert wurde“, schildert sie. Bereits 2018 wurde die erste Photovoltaikanlage auf dem Dach montiert. „Uns ging es dabei nicht primär um Nachhaltigkeit, sondern darum, energieeffizient zu wirtschaften.“ Die Anlagen decken rund ein Drittel des Strombedarfs des Hotels. Zudem wird die warme Abluft der Kühlzellen gespeichert und zur Beheizung der Pools genutzt. Auch eine kontrollierte Entlüftung verhindert unnötigen Wärmeverlust. Neben effizienter Energienutzung spielt Erdwärme eine Rolle. „Wir haben Bohrungen vorgenommen, die aktuell zur Kühlung im Sommer dienen. In Zukunft könnten wir damit auch heizen, momentan sind wir jedoch an das Heizwerk Mellau angeschlossen, das mit Hackschnitzeln betrieben wird – ebenfalls eine nachhaltige Lösung“, erklärt Läßer.
Vielfältig Auch bei der Einrichtung setzt das Hotel auf nachhaltige Materialien wie Holz, Messing und Stein. „Auf den Tischen haben wir Auflagen, Brotkörbe und Besteck aus Kork – vom Bregenzerwälder Unternehmen Clarissa Cork.“ Im Wellnessbereich wurden Einwegbadeschlappen abgeschafft. „Das ist ein Wegwerfprodukt, das viel Müll verursacht und aus Asien importiert wird“, sagt Läßer. Gäste müssen nun eigene Flipflops mitbringen. Der Restbestand an Einwegschlappen wird auf Nachfrage ausgegeben, langfristig sollen nachhaltige Alternativen zum Kauf angeboten werden. Auch soziale Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. „Es geht darum, wie man mit den Mit arbeitern umgeht und was man ihnen bieten kann“, erläutert Läßer. Im Hotel Sonne Mellau haben alle arbeiter dieselben Arbeits Mit tage: „Wir arbeiten zehn Tage und danach haben wir vier Ruhetage. So ist immer das gesamte Team anwesend, und jeder hat jeden zweiten Sonntag frei.“ Gleichzeitig arbeitet sie selbst mit ihrem Mann im Hotel genauso.
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Wohneigentum mit E-Anschluss Rhomberg Bau geht bei seinen Immobilienprojekten den nächsten Schritt: Zukünftig stattet der Experte für ganzheitliches Bauen seine Wohnanlagen standardmäßig mit vollständigem Lastmanagmement für E-Mobilität aus. „Bislang ist es zwar üblich, die Wohnungen ‚e-mobility-ready‘ am Markt anzubieten, also inklusive der Vorrichtungen und Leerrohre, mit denen man bei Interesse den eigenen Autostellplatz mit einer Ladestation versehen kann“, erklärt dazu Wolfgang Schrotter, Geschäftsfeldleiter „Immobilien Österreich-West“ beim Bregenzer NachhaltigkeitsVorreiter. „Mehr aber auch nicht. Und das reicht uns nicht.“ Rundum-Sorglos-Paket von Rhomberg Energie Deshalb gehören bei Rhomberg Bau nun das Lastmanage-
Das erste Immobilienprojekt von Rhomberg Bau, das in den Genuss der Vollaustattung mit E-Mobilität kommt: „Wohnen an der Furt“ in Dornbirn. Foto: Rhomberg Gruppe
Zukünftig profitieren Käufer einer Rhomberg-Bau-Wohnung zusätzlich von einer voll ausgestatteten Ladelösung für Foto: Zaptec ihre E-Autos.
ment für E-Mobilität sowie ein Startvertrag für kostengünstige Ladeenergie grundsätzlich mit zur Wohnung. Die Umsetzung der Rundum-Sorglos-Versorgung liegt in den erfahrenen Händen von Rhomberg Energie. „Uns ist vor allem wichtig, dass die Kunden eine „Plug & Charge“-Lösung erhalten. Die Integration der geeigneten Wallbox wird damit zum Kinderspiel, so der Produktmanager Paul Hoch von Rhomberg Energie. Dies ist mit der „Mobility go“-Lösung gegeben. Die intelligente
Lösung für die nahtlose Integration der Elektromobilität in Wohnanlagen punktet neben modernster Ladeinfrastruktur für eine effiziente Stromverteilung auch mit einer völlig neuartigen, praktischen App für die Echtzeit-überwachung der Ladevorgänge. Vor allem dynamische Stromtarife beherrscht die smarte App, was zu deutlichen Kostenreduktionen bei Ladestrom führen kann. Hinzu kommt der jeweils von Rhomberg Bau vorab ausgehandelte E n e r g i eve r s o r g e r -Ve r t r a g zu attraktiven Konditionen.
Wolfgang Schrotter Rhomberg Bau
Bislang ist es zwar üblich, die Wohnungen „e-mobility-ready“ am Markt anzubieten, mehr aber auch nicht. Und das reicht uns nicht.
„So brauche ich mich am Anfang um nichts zu kümmern“, bilanziert Wolfgang Schrotter. Lediglich die Wahl der geeigneten Wallbox muss der Kunde noch treffen, aber auch hier unterstützt Rhomberg Energie mit Beratung und Umsetzung. Sonderangebot für „Wohnen an der Furt“ Noch attraktiver wird es für Käufer(innen) einer Eigentumswohnung beim aktuellen Verkaufsprojekt „Wohnen an der Furt“ in Dornbirn. „Hier haben wir die ersten Wohnein-
heiten ja schon veräußert, die Investition für das Lastmanagement für Elektromobilität und die Einrichtung übernehmen daher wir“, so Schrotter. Auch bei anderen aktuellen Wohnbauprojekten wie dem in der Dornbirner Kreuzgasse, der Pfarrer-Weißhaar-Straße in Feldkirch oder dem Rheindorf Lustenau wird das Angebot nachgerüstet. „Zukünftig ist die Vollausstattung mit E-Mobilität bei unseren Projekten dann aber der neue Standard“, verspricht Immobilienprofi ANZEIGE Schrotter.
Ideen, die bestehen. Rhomberg Bau
Nachhaltigkeitsvordenken Den ökologischen Fußabdruck nur auszugleichen, ist nicht genug. Ziel muss es sein, den Kreislauf mit jedem Zyklus zu verbessern. Wieder und wieder. Für Umwelt. Mensch. Und eine lebenswerte Zukunft. www.rhomberg.com
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Teilen anstatt verschwenden Druckstellen oder Haltbarkeitsdatum überschritten – also ab damit in die Mülltonne? DORNBIRN Solches Wegwerf-Verhalten hat sich inzwischen verändert. Immer mehr Menschen leben Nachhaltigkeit und wertschätzen die Lebensmittel wieder. In Vorarlberg sorgen Initiatoren und Helfer etwa von „Tischlein deck dich“ oder „Offener Kühlschrank“ dafür, dass Essbares vor dem Müll gerettet wird. Seit zwei Jahren ist zudem die Community „foodsharing“ in Aktion. Das ist eine 2012 entstandene Initiative, die übriggebliebene Lebensmittel vor der Tonne bewahrt und diese unentgeltlich an Interessierte und Bedürftige verteilt. Ziel ist es, die Wertschätzung für Esswaren zu steigern und diese restlos zu verarbeiten.
Ehrenamtliches Netz Basis ist ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen. Diese holen Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen, aber noch gut sind, von kooperierenden Supermärkten und Bäckereien in der jeweiligen Region ab. Alles wird dann kostenfrei von privat zu privat verteilt. „Auch mit den Initiatoren der Offenen Kühlschränke im Land arbeiten wir zusammen,“ erzählt Judith Grabher, die seit zwei Jahren als Foodsaverin unterwegs ist. Zweimal pro Woche ist die Lustenauerin mit ihrem Kleinbus im Bezirk Dornbirn auf Tour, um Überschüssiges oder Übriggebliebenes vor dem Wegwerfen zu bewahren und stattdessen weiterzugeben. „Über ,foodsharing.at‘ oder http://tiny.cc/fsHand können Interessierte in Vorarlberg zu Mitstreitern werden“, merkt sie an.
Judith Grabher ist zweimal pro Woche als Lebensmittelretterin unterwegs. Nachhaltiges Leben ist für sie Herzenssache.
Die Essensretterin öffnet den Laderaum ihres Fahrzeugs, zeigt auf den Inhalt und sagt: „Jedes Stück
Die eingesammelten Lebensmittel werden an Bedürftige oder Menschen, die Lebensmitttel wertschätzen, verteilt.
Brot, jede Tomate, jeder Becher Joghurt oder sonstige Esswaren, die gerettet werden, zählen. Denn hinter jedem Produkt stecken Ressourcen. Wie oft wird etwa ein Brot weggeworfen, nur, weil es vom Vortag ist und nicht mehr ganz frisch wirkt? Dabei könnte man doch Semmelknödel oder Croûtons daraus machen.“ Hinter einem Brot steckt ja so viel mehr: Das Wasser und die Zeit, die ein Korn brauche, um auf den Feldern zu reifen, die Mühe der Bäcker, die es mit Sorgfalt gebacken haben. Es ist diesmal eine Mischung aus Sachen, deren Haltbarkeitsdatum schon überschritten ist sowie Obst, das nicht mehr so schön aussieht und deshalb von den meisten Konsumenten verschmäht wird. „Le-
bensmittel müssen wertgeschätzt und dürfen nicht einfach weggeworfen werden. Genau da setzt food sharing an“, nennt Judith Grabher einen Grund für ihr ehrenamtliches Engagement. Wenn weniger Essen in der Tonne landet, werden wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie und Anbauflächen geschont, ist die 59-Jährige überzeugt. Die Zahl von Abholern steige langsam, aber kontinuierlich: „Das Angebot wird sehr gut angenommen – von Menschen, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist, und von Menschen, bei denen das Geld immer knapper wird.“
Nachhaltig leben Für Judith Grabher ist das Thema Nachhaltigkeit und Teilen nichts
Neues. Sie engagiert sich seit langer Zeit nicht nur ehrenamtlich für das Wohl von Umwelt, Klima und Menschen, sondern schenkt Umweltthemen auch im Job Aufmerksamkeit. Die Chefin einer Modeboutique verkauft nicht einfach nur Kleidung – sie steht für faire, nachhaltige Mode, die Menschen ein gutes Gefühl gibt. Parallel führt sie einen Bauernhof, kümmert sich liebevoll um ihre Einstellpferde und hat einen Ort erschaffen, an dem Tierwohl und Natur im Einklang sind. Sie verwertet alles, was sie erntet und verschenkt vieles davon an Menschen, die den Wert dieser Arbeit schätzen. Was die 59-Jährige antreibt, ist ihre Liebe zur Natur und zu den Menschen sowie ein grenzenloser Optimismus. „Die Freude der Menschen zu erleben, denen ich helfen kann, beschert mir Zufriedenheit. Für mich ist es eine Lebensaufgabe, achtsam mit den Geschenken der Natur umzugehen“, sagt Judith Grabher. Sie verbindet so erfolgreich ihre Jobs in Mode und Landwirtschaft mit sozialem Engagement aus der tiefen Überzeugung: Ressourcen wertschätzen, achtsam mit der Natur umgehen und Menschen unterstützen. Für sie ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Trend, sondern eine Herzenssache. VERSCHWENDUNG IN ZAHLEN In der EU werden jedes Jahr über 59 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Jeder EU-Bürger verschwendet rund 132 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr. Mehr als die Hälfte der Lebensmittelverschwendung in der EU wird von Haushalten verursacht. Lebensmittelverschwendung ver ursacht 16 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen des EULebensmittelsystems. Bis zu 132 Mrd. € gehen jedes Jahr durch Lebensmittelverschwendung verloren. Fast 33 Millionen Menschen in der EU können sich nur jeden zweiten Tag eine ganze Mahlzeit leisten, obwohl tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden. Zahlen: EU-Kommission
Wassernobelpreis geht an Österreicher
Der „Stockholm Water Prize“ geht an den Hochwasserhydrologen Günter Blöschl.
SCHWARZACH Wie beeinflusst das Wasser den Menschen und umgekehrt? Menschliches Handeln und Wasserkreisläufe kann man nur gemeinsam verstehen. Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema Wasser beschäftigt sich der Hochwasserforscher Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien. Für seine innovativen Ansätze und seine langjährige Forschungsarbeit wurde er nun mit dem „Stockholm Water Prize“ geehrt. Dieser wird von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und der Stockholm Water Foundation vergeben. Es handelt sich um die weltweit höchste Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen auf dem G ebiet der Wasserforschung.
Hochwasserrisiko abschätzen Blöschls Forschungsarbeit liegt an der Schnittstelle von Wasserbau, Klima und Gesellschaft. Anhand
von historischen Daten und neuen Computermodellen lässt sich das Risiko von Dürren und Hochwasserereignissen abschätzen. Insbesondere die Häufigkeit und die Dynamik von Hochwasserereignissen an europäischen Flüssen hat Blöschl mit seinem Team genau unter die Lupe genommen. Auch experimentelle Daten wurden zu diesem Zweck gesammelt: In Petzenkirchen (Niederösterreich) richtete er ein Hydrologielabor ein – dort werden auf einer Fläche von sechzig Hektar mit zahlreichen Sensoren Wasserbewegungen und Stoffkreisläufe untersucht, um den Zusammenhang zwischen Niederschlag, Grundwasser und Abfluss noch besser zu verstehen.
Faktor Klimawandel Die Ergebnisse zeigen klar: Der Klimawandel hat einen deutlichen Einfluss auf Wasserkreisläufe und Hochwasserereignisse – allerdings nicht in jeder Gegend auf dieselbe Weise. Auf Basis von Blöschls Analysen lässt sich nun genau verstehen, welche Regionen in welcher Form betroffen sind. Für internationales Aufsehen sorgte Blöschl auch mit seinem Ansatz der „Sozio-Hydrologie“: Der Mensch
beeinflusst das Wasser, und das Wasser beeinflusst den Menschen. Langfristige hydrologische Prognosen sind nur möglich, wenn man auch menschliche Eingriffe in die Wasserkreisläufe vorhersagt. Und langfristige Prognosen über Wirtschaft, Siedlungsverhalten und Populationsdichte sind nur möglich, wenn man hydrologische Veränderungen richtig vorhersagt. Deshalb, so ist Blöschl überzeugt, muss man menschliches Handeln und Wasserkreisläufe in vielen Fällen als Gesamtsystem betrachten – als „sozio-hydrologische“ Einheit. „Das ist eine große Ehre“, sagt Günter Blöschl zur Verleihung des Preises. Der 63-Jährige studierte Bauingenieurwesen an der TU Wien und forschte dann an der University of British Columbia (Vancouver, Kanada), der University of Melbourne und an der Australian National University in Canberra (Australien). Er wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit der Horton-Medaille der American Geophysical Union. Er ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der US National Academy of Engineering (NAE).
Der renommierte Hochwasserhydrologe Günter Blöschl arbeitet an präzisen Prognosemodellen.
Mit Blöschls Modellen lassen sich Hochwasserereignisse, wie etwa im Sommer in Höchst, genauer vorhersagen.
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Samstag/Sonntag, 29./30. März 2025 Vorarlberger Nachrichten
Warum es sinnvoll ist, dass der Deckel nervt Österreich zählt zu den Spitzenreitern in der Verpackungssammlung innerhalb der EU. SCHWARZACH Österreich zählt im
fallwirtschaft und Umwelt beim Vorarlberger Gemeindeverband. Würde nur der lose Deckel im Restmüll landen, dann gelangt er in die Verbrennung. So würde das Material für eine weitere Verwendung verloren gehen. „Tendenziell kann so also noch mehr Kunststoff wiederverwendet werden. Und auch wenn es von manchen als eine lästige Maßnahme wahrgenommen wird: Die fixierten Deckel können auch das Bewusstsein für die Thematik schärfen, was einen verantwortungsvolleren Umgang mit Plastikverpackungen fördert“, sagt Hohlbrugger. Eine konkrete Aussage, in welchem Ausmaß das System etwas bewirken würde, kann bisher nicht getätigt werden. „Grundsätzlich ist aber jeder Deckel, der nicht in der Umwelt landet, schon ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt er.
EU-Vergleich zu den Spitzenreitern in der Verpackungssammlung. Korrekte Mülltrennung ist auch 93 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ein wichtiges Anliegen. Das ergab im Vorjahr eine Umfrage von margetagent.com im Auftrag des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). Österreichweit waren es übrigens mit 85 Prozent doch deutlich weniger. Trotzdem gibt es auch im Land noch Potenzial. Denn Recycling reduziert den Energieverbrauch und spart wertvolle Ressourcen. Ein Vergleichswert: Eine PET-Flasche spart Strom für sechs Stunden Fernsehen, eine Aludose ermöglicht vier Stunden Laptopzeit. Auch Glas und Karton tragen zur Einsparung bei.
Emissionen verhindern In Österreich werden 90 Prozent der getrennt gesammelten Verpackungen recycelt, der Rest als Ersatzbrennstoff genutzt. Laut ARA könnten durch bessere Mülltrennung noch mehr CO2-Emissionen vermieden werden. „Je mehr Menschen Verpackungen getrennt sammeln, desto mehr können wir recyceln und damit CO2 reduzieren“, erklärt ARAVorstand Harald Hauke. Als ein weiterer wichtiger Baustein gilt das neue Einwegpfandsystem. Seit 1. Jänner gilt die Pfandpflicht für Plastik- und Metallgebinde zwischen 0,1 und drei Litern. Dieses nimmt Fahrt auf: Laut Recycling Pfand Österreich sind bereits rund 25 Millionen Pfandflaschen und -dosen im Umlauf, eine Million wurden im Handel zurückgegeben.
Lose Verschlusskappen sind bei bestimmten Getränken seit Sommer verboten.
Konsumentinnen und Konsumenten müssen heuer noch genau hinsehen. 2025 ist ein Übergangsjahr, in dem noch alte, nicht bepfandete Verpackungen verkauft werden dürfen. „Das österreichische Pfandsymbol oberhalb des Strichcodes kennzeichnet alle bepfandeten Getränkeverpackungen“, erklären Monika Fiala und Simon Parth von Recycling Pfand Österreich.
Umstrittener Verschluss Vor dem Einwegpfandsystem waren bereits die sogenannten Tethered
Caps – verbundene Deckel – da. Die Richtlinie der EU besagt, dass der Verschluss an der Flasche befestigt sein muss. Seit dem 3. Juli 2024 ist diese Pflicht: Es dürfen nur Einwegplastik-Getränkeflaschen in Verkehr gesetzt werden, die über Tethered Caps verfügen. Hintergrund der Richtlinie ist, dass der Recyclingprozess vereinfacht und die Umwelt geschützt werden soll. Viel zu oft landeten die Drehverschlüsse in der Natur und in den Gewässern. „Die Deckel können nicht mehr so leicht verloren gehen und der
Eintrag in die Umwelt (Littering) kann reduziert werden. Außerdem wird dadurch das Recycling erleichtert, weil sowohl die Flasche als auch der Deckel weiterverarbeitet werden können“, sagt Peter H o h l b r u g g e r, Leiter der Ab-
EU-weiter Anstieg Die wirkungsvollste Maßnahme ist aber der Verzicht auf Plastik. Denn obwohl die Recyclingquoten in der EU gestiegen sind, wächst die Menge der Verpackungsabfälle laut EU-Kommission schneller als „Jeder Deckel, der nicht das Recycling. In in der Umwelt landet, ist den vergangenen Jahren ist die ein Schritt in die richtige zehn Menge der VerpaRichtung.“ ckungsabfälle um fast 25 Prozent gePeter Hohlbrugger stiegen. Vorarlberger Gemeindeverband
Langlebige Büromöbel bei Blum Bevor ein Blum-Bürostuhl in seine Einzelteile zerlegt und nach Rohstoffen getrennt, seinen letzten Weg zum Recycling antritt, vergehen bis zu 30 Jahre. Was steckt hinter dieser außergewöhnlich langen Lebensdauer? „Bei unseren Büromöbeln setzen wir auf Reparatur und Service“, erklärt Christoph Birnbaumer, Mitarbeiter der Abteilung Betriebsplanung bei Blum Bau und Infrastruktur.“ Für die fachgerechte Aufbereitung der Stühle steht eine Bürostuhlwerkstatt mit Ersatzteillager und Reinigungsgeräten zur Verfügung. Die Spuren der Zeit werden hier von Silvio Merlin fachmännisch beseitigt. Jährlich kümmert er sich um rund 500 Dreh- und Freischwingerstühle sowie 300 Werkstattstühle aus den acht Vorarlberger Werken. „Wenn die Sitzmöbel die Werkstatt wieder verlassen, sind sie in einem neuwertigen Zustand“, versichert Christoph. Armlehnen
Win-win für alle Dass das Inventar nicht immer neu gekauft, sondern auch secondhand, aber in erstklassigem Zustand weiterverwendet wird, zahlt sich mehrfach aus: „Mitarbeitende von der Produktion bis zum Marketing freuen sich einerseits über top gepflegte Bürostühle, schöne Stuhlmodelle wie verchromte Besucherstühle oder exklusive Möbel von Fachmessen, deren Zeit noch lange nicht abgelaufen ist. Andererseits spart das Unternehmen Geld, das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden kann“, erklärt Christoph Birnbaumer. Am wichtigsten allerdings sind der Nachhaltigkeitsgedanke und Blums Bekenntnis, Ressourcen aktiv zu schonen und in den Erhalt von Gebrauchsgegenständen zu investieren, um diese lange nutzen zu können. Daraus ergibt sich eine Winwin-Situation, die allen zugutekommt: dem Unternehmen, den Mitarbeitenden und der ANZEIGE Umwelt.
Christoph Birnbaumer Betriebsplanung
Blum hegt und pflegt seine Büroausstattung, denn Nachhaltigkeit und die Schonung der Umwelt haben bei uns seit jeher einen hohen Stellenwert. und Sitzpolster werden nach Bedarf ausgetauscht, die Gasfeder ersetzt, eine hygienische Reinigung durchgeführt. „Auch ergonomisch erfüllen sie die Anforderungen für den jeweiligen Einsatzbereich.“ Gelebte Nachhaltigkeit Vor 28 Jahren startete Christoph Birnbaumer bei Blum – schon damals spielte der Erhalt der Möbel eine beacht-
Daten & Fakten Beschlägehersteller Blum setzt im Sinne der Nachhaltigkeit auf hochwertige Möbel und deren Reparatur: • eigene Bürostuhlwerkstatt
Blum setzt auch bei der Büroausstattung auf Nachhaltigkeit: Reparatur und Service statt wegwerfen.
Das engagierte Team des Möbelmanagements.
Fotos: Blum
liche Rolle. Heute hat die Initiative zur Ressourcenschonung eine völlig neue Dimension erreicht. „In Vorarlberg beschäftigen wir mittlerweile 6600 Mitarbeitende – eine entsprechend hohe Anzahl an Stühlen und Büromöbeln ist im Umlauf“,
berichtet der Betriebsplanungsexperte. „Im Sinne der Nachhaltigkeit betreiben wir zudem zwei Möbellager, wo wir gewartete Stühle, Bürotische und weitere Möbel – auch von Messen – aufbewahren.“ Zeit einzustauben hat das Interior nicht. „Unsere Lager werden
von meinem Kollegen Andreas Beyer verwaltet und sind keine finsteren Abstellplätze, es sind hochfrequentierte Orte“, so der Alberschwender. „Wöchentlich stehen räumliche Umgestaltungen innerhalb unseres Unternehmens an, für die wir Möbel bereitstellen.“
• jährliche Wartung von 800 Stühlen aus 8 Werken • Instandhaltung von Schreibtischen, Schränken, Stellwänden etc. Mehr Infos zur Nachhaltigkeit bei Blum unter www.blum.com/ sustainability
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Bernhard Rauch bewirtschaftet den Bauernhof in Schlins in vierter Generation.
Samstag/Sonntag, 29./30. März 2025 Vorarlberger Nachrichten
Mit dabei sind Partnerin Sabine und die drei Kinder Jonas, Valentina und Lukas.
„Wir nutzen die Sonne doppelt“
Bernhard Rauch setzt bei seinem Heumilchbetrieb in Schlins auf energieeffiziente Technologien. SCHLINS Bernhard Rauch führt sei-
nen Hof in Schlins in vierter Generation. Der Heumilchbetrieb mit 45 Kühen und noch einmal so viel Jungvieh liefert die Milch an eine kleine Genossenschaft im Ort. Im Nebenerwerb setzt die Familie auf Obstanbau. „Zur vorigen Generation sind gewaltige Unterschiede, wie in allen Wirtschaftsbereichen, nicht nur in der Landwirtschaft“, schildert Rauch den VN. Der Opa hat noch alles von der Heuernte bis zum Melken mit der Hand gemacht. „Früher hat man aber mit fünf, sechs Kühen leben können. Heute wird es unter 40 Kühen schwierig. Dementsprechend braucht man technische Hilfsmittel“, berichtet der 34-jährige Landwirt. Energieeffizienz zu nutzen ist heutezutage Grundvoraussetzung für jede Landwirtin und jeden Landwirt.
Kostenpunkt Strom „Der Strom für den Hof ist mittlerweile ein großer Kostenpunkt. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben hier so effizient wie möglich zu arbeiten“, sagt Rauch. Der Landwirt berichtet, was umgesetzt wurde. Dazu zählt etwa die Wärmerückgewinnung bei der Milch. „Warme Milch muss gekühlt werden, die Wärme, die davon abgeht, nutzt man, um das Wasser zu wärmen, das man dann wiederum zur Reinigung braucht.“ Alle Motoren, wie etwa die Heulüfter und die Vakuumpumpe zum Melken, sind mit Frequenzumwandler ausgestattet. Dadurch laufen sie nicht auf Vollleis-
Die Indach-Photovoltaikanlage versorgt den Hof mit Wärme und Energie.
tung, sondern sind variabel einstellbar und ziehen nur so viel Leistung, wie sie wirklich brauchen. Vor zwei Jahren wurde zudem eine PVAnlage in Betrieb genommen. Die Dachwärme sollte auch zur Heubelüftung genutzt werden. „Dadurch sind wir zur Indach-PV-Anlage gekommen, da braucht es keine Ziegel mehr darunter. Wir können nun die Sonne doppelt nutzen: für den PVStrom und für die Wärme – diese wird abgesaugt, denn mit warmer
Luft kann man Heu besser lüften als mit kalter.“ Die Familie, Bernhard Rauch führt den Hof zusammen mit seiner Mutter, hätte dabei auch Unterstützung durch die Landwirtschaftskammer bekommen. „Es gibt das klimafit-Programm, damit die Höfe so gut wie möglich angepasst werden können“, berichtet der Landwirt. Mit gezielten Bildungsund Beratungsangeboten sollen die Landwirtinnen und Landwirte das notwendige Wissen bekommen, um ihre Betriebe klima- und zukunftsfit zu „Von mehr Energieeffizienz machen, berichtet Josef profitieren Betriebe durch geMoosbrugger, Präsident ringere Kosten und Umwelt der Landwirtschaftskammer, den VN: „Im durch weniger Emissionen.“ Rahmen unserer BilJosef Moosbrugger dungsoffensive ‚LandPräsident der Landwirtschaftskammer wirtschaft.Klima.Fit‘ etwa wurden gemeinsam mit der Wissenschaft 163 konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.“ Der LK-Präsident betont: „Einen besonderen Fokus legen wir als Landwirtschaftskammer auf Maßnahmen, die sowohl dem Klima als auch dem bäuerlichen Betrieb selbst nützen. Wenn etwa mittels Bau- und Energieberatung für mehr Energieeffizienz gesorgt wird, profitieren sowohl der Betrieb durch geringere Kosten als auch die Umwelt durch geringere Emissionen
Win-win-Situation für alle – eine Seiten. Der Betrieb von Familie Rauch ist dafür ein gutes Beispiel.“ Bundesweit kommen immer wieder Zurufe, dass die Landwirtschaft nachhaltiger arbeiten soll. Rauch
berichtet, was jedoch viele immer mehr als Hürde bei der Umstellung empfinden: „Die Bürokratie beherrscht leider mittlerweile auch die Landwirtschaft kräftig.“ Denn, so ergänzt er, „es geht nicht immer nur darum, dass es Förderungen gibt, sondern auch, dass sie halbwegs einfach abgewickelt werden können.“ In den letzten Jahren sei das immer schwieriger geworden, sagt er: „Ich höre von Kollegen, dass sie manche Förderungen gar nicht mehr ansuchen.“ Er ergänzt: „Als Landwirt solltest du ja eigentlich am Feld und im Stall sein und nicht nur noch im Büro. Das geht etwas in die falsche Richtung. Da wäre es schön, wenn sich das auch politisch wieder etwas ändern würde.“ Bernhard Rauch, der drei Kinder hat, ist es wichtig, einen Punkt zu betonen: „Bei dem ganzen Energiethema und den Investitionen geht es nicht nur darum, dass man kostenmäßig für die Zukunft gewappnet ist, sondern auch um die Nachhaltigkeit und den Umweltgedanken.“
ZUKUNFT IN SICHT?
WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Als stark in der Region verwurzelte Bank wirtschaften wir achtsam. Mit vielfältigem Engagement setzen wir uns für ein Umfeld ein, das auch für zukünftige Generationen lebenswert ist.
Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels, Salzburg und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at
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Klimaschutz beginnt hier, mit mir! Sie engagieren sich für unsere Umwelt? Dann sind Sie vielleicht schon der nächste VN-Klimaschutzpreisträger.
#AKTIVWERDEN Wenn niemand beginnt, hört alles auf.
Bewerben Sie sich in einer der 5 Kategorien für den VN-Klimaschutzpreis 2025. Alle in Vorarlberg realisierten Projekte sind willkommen und werden von einer unabhängigen Fachjury bewertet. Nicht die Größe des Projektes ist entscheidend, sondern Innovation, Kreativität und Umsetzung.
1. Bewusst leben im privaten Haushalt 2. Schule und Jugend aktiv 3. Gemeinden und Öffentlichkeit 4. Innovative Unternehmen Anmeldung: klima.vn.at 5. Landwirtschaftliche Vielfalt PARTNER VN-KLIMASCHUTZPREIS 2025