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Extra good news 0118

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Good News 2018 2. Jänner 2018

Zufrieden Vorarlberger sehen Zukunft positiv

Optimistisch Warum 2018 ein gutes Jahr wird

Kämpferisch Aus Rückschlägen gestärkt zurück


Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen

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Hypo Vorarlberg: Positive Aussichten Vor genau einem Jahr hat Mag. Michel Haller den Vorstandsvorsitz bei der Hypo Vorarlberg übernommen. 2017 war für die größte Vorarlberger Bank u. a. aufgrund der anhaltenden Negativzinsen ein herausforderndes Jahr, zugleich konnten aber auch wichtige Meilensteine wie die Einführung der neuen Marke, eine Ratingverbesserung und diverse Auszeichnungen erreicht werden. Was sind Ihre wichtigsten „Good News“ des vergangenen Jahres? 2017 war in vielerlei Hinsicht ein spannendes und gutes Jahr. In der neuen Vorstandsbesetzung konnten wir das Jahr wirtschaftlich sehr gut abschließen und weitere schöne Erfolge erzielen: Beispielweise war die Hypo Vorarlberg in puncto nachhaltige Investments als Vorreiter unterwegs und hat als erste österreichische Bank einen Green Bond auf den Markt gebracht. Unsere Nachranganleihe war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, was eine Bestätigung für das hohe Vertrauen in die Sicherheit unserer Bank ist. Und dass unsere Kunden sehr zufrieden mit uns sind, zeigt das Recommender-Gütesiegel 2017 für „Sehr gute Kundenorientierung“. Diese Auszeichnung erhalten jedes Jahr Banken mit der höchsten Weiterempfehlungsbereitschaft. Wie wirken sich diese Erfolge aus? Neben den Kunden, Mitarbeitern und Eigentümern – die auf einen wirtschaftlich

gesunden Partner bauen können – geben wir von unserem Erfolg auch der Gesellschaft etwas zurück. Als größte Vorarlberger Bank sehen wir in sozialer Hinsicht eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen im Land. Daher haben wir auch unseren Spendenfonds eingerichtet, über den wir in diesem Jahr eine Gesamtsumme von rund 220.000 Euro ausgezahlt haben und damit 46 Sozialprojekte, acht Kulturinitiativen und eine Idee aus dem Bereich Wissenschaft/Bildung unterstützen konnten. Ich freue mich sehr, dass unser Erfolg es uns ermöglicht, einen konkreten Beitrag für die Menschen in der Region zu leisten. Welche Herausforderungen stehen 2018 an? Wir im Vorstand haben keine gravierenden Veränderungen geplant. Es ist uns nach wie vor wichtig, dass die wesentlichen Grundpfeiler der Hypo Vorarlberg bestehen bleiben. Allerdings werden wir von neuen Regulatorien und hohen administrativen Belastungen überrollt, die grundsätzlich für höhere Sicherheit sorgen sollten, aber letzten Endes vor allem ein Mehr an Bürokratie mit sich bringen und damit teilweise auch Unverständnis bei den Kunden hervorrufen. So sind wir seit 1. Jänner 2018 verpflichtet, jedes Telefongespräch zum Thema Wertpapiere aufzuzeichnen. Das sehen die neuen europäischen Regeln für Wertpapiergeschäfte (MiFid II) vor. Um un-

seren Informationspflichten nachzukommen, müssen wir außerdem zum Jahreswechsel Berge von Papier an die Kunden versenden. Kurz gesagt: Der Aufwand für die Umsetzung ist enorm. Was erwarten Sie in wirtschaftlicher Hinsicht vom neuen Jahr? Nachdem wir 2017 erfolgreich abgeschlossen haben, gehen wir auch das neue Geschäftsjahr optimistisch an. In Anbetracht der Wirtschaftsprognosen sollte sich die Konjunktur in unseren Marktgebieten positiv entwickeln, was uns als Unternehmerbank natürlich freut. Wir erwarten für 2018 wieder ein gutes Jahresergebnis. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, beschäftigen wir uns schon seit Längerem intensiv mit der Umsetzung der „digitalen Hypo Vorarlberg“. Bereits umgesetzte Projekte wie das neue OnlineBanking, die App und unsere innovative Zahlungsverkehrsanwendung für Unternehmen kosten uns zwar Zeit und Geld, aber uns ist bewusst, dass wir uns strategisch, organisatorisch sowie operativ anpassen müssen, wenn wir die Chancen der Digitalisierung erfolgreich nutzen wollen. Natürlich stellen wir uns auch die Frage, wie eine zukunftsfähige Filiale aussieht. Das heißt, Bankfilialen haben weiterhin ihre Daseinsberechtigung? Definitiv ja. Durch den Ausbau des Online-Kanals können unsere Kunden zwar viele

besten Beratung auch ausgezeichnete Dienstleistungen anbieten. Das wird von unseren Kunden wahrgenommen und sehr geschätzt. Auch die ausgezeichnete Bewertung bei den größten Private-Banking-Tests im deutschsprachigen Raum – der Elite Report und die Fuchsbriefe – bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sind die einzige österreichische Bank, die sich bei beiden Tests in der Gruppe der Besten platzieren konnte! Welchen Wunsch haben Sie für die Hypo Vorarlberg im Jahr 2018? Nachdem wir nicht wissen, welche politischen Ereignisse die Märkte beeinflussen werden oder welche Auswirkungen neue Gesetze auf die Banken haben, glaube ich, dass uns weiterhin spannende Zeiten bevorstehen. Für die Hypo Vorarlberg wünsche ich mir deshalb, dass wir – angesichts zahlreicher Herausforderungen und neuer Entwicklungen – gemeinsam mit unseren Kunden Großes leisten. Nach einem erfolgreichen Jahr 2017 startet Hypo Vorarlberg-Vorstandsvorsitzender Michel Haller voller Tatendrang ins neue Jahr. Bankdienstleistungen im Internet nutzen und z. B. von zu Hause aus ihr Konto eröffnen. In komplexeren Situationen sind wir aber der Meinung, dass persönliche, individuelle Beratung wichtig ist und damit heben wir uns von anderen Banken ab. Derzeit machen wir uns auch Gedanken, welche Veränderungen not-

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WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Mit der Hypo Vorarlberg an Ihrer Seite können Sie alles erreichen – von privaten Zielen bis hin zum Aufbau eines internationalen Unternehmens. Sie werden staunen, was ausgezeichnete Beratung und schnelle Entscheidungen alles bewirken können. Also: Welcher Berg darf’s sein? Hypo Vorarlberg – 17 x in Vorarlberg sowie in Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at

Bodenseepromenade Bregenz

wendig sind, damit die Standorte der Hypo Vorarlberg zukunftsfähig bleiben. Bei allen Überlegungen ist unser wichtigstes Ziel, dass die Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich erfüllt werden und wir dabei gleichzeitig profitabel bleiben. Daher werden unsere Mitarbeiter weiterhin „mehr tun“ und neben der

Und was wünscht sich Michel Haller persönlich? Privat wünsche ich mir, dass ich trotz eines eng getakteten Terminplans auch im neuen Jahr ausreichend Zeit für meine Familie und Freunde habe. Zusammen mit meiner Gesundheit zählen sie zum Wichtigsten in meinem Leben. Wenn sich dieser Wunsch erfüllt, dann wird 2018 ein gutes Jahr für mich.


Good News 3

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Vorarlberger blicken in rosige Zukunft

Hohe Lebensqualität, gute Wirtschaftprognosen, wenig Arbeitslose. „Wir leben in einem schönen Land mit weitgehend intakter Landschaft und Umwelt“, erklärt Meinungsforscher Edwin Berndt ein bemerkenswertes Umfrageergebnis. Denn 84 Prozent der Vorarlberger beurteilen ihre als Lebensqualität sehr gut oder gut. Ein Prozentsatz, der für Experten einen Idealwert darstellt. Und noch etwas macht die repräsentative Erhebung im Auftrag der VN deutlich. Mit 15 Prozent, die ihre Lebenssituation innerhalb von vier Jahren verbessert sehen, zeigt die Zufriedenheitskurve weiter nach oben. Vorarlberger blicken in eine rosige Zukunft: Männer und Frauen gleichermaßen. Unterschiede gibt es bei sozialen Schichten und Altersklassen. Sozial Schwächere und Ältere beurteilen die Lebensqualität etwas schlechter. Besonders glücklich scheint die Bevölkerung indes in ländlichen Gebieten zu sein. In Gemeinden mit bis zu 3500 Einwohnern sind neun von zehn Befragten mit der Lebensqualität zufrieden. „Geringe Beeinflussung durch Verkehrslärm und Belastungen durch große Betriebe“, erklären die Experten die große Zufriedenheit am Land. Vorarlberger empfinden es offenbar als Privileg, dort zu leben, wo andere Urlaub machen. Aber auch die Sicherheit spielt eine Rolle. Die Kriminalitätsraten sind niedrig, die Aufklärungsquote ist hoch. In keinem anderen Bundesland, auch das zeigen UmfraSCHWARZACH

Evelyn Flatz hat eine Krebserkrankung überstanden und lebt seither viel intensiver. AUF SEITE 4

Die hohe Lebensqualität zieht viele neue Bewohner an. Schon im Jahr 2100 sollen 433.000 Menschen in Vorarlberg leben.

gen, ist das Sicherheitsgefühl so gut wie in Vorarlberg.

„Wir können auf keinen Jugendlichen verzichten und lassen auch keinen zurück.“ Markus Wallner Landeshauptmann

Sicher sind auch die Arbeitsplätze, weil der Wirtschaftsmotor brummt. „Ich bin überzeugt, dass 2018 deshalb ein gutes Jahr wird,

Christian Leidinger setzte nach der Wirtschaftskrise den Pfeiler des unternehmerischen Erfolgs. AUF SEITE 5

Ante Esegovic hat die Ausbildung zum Sportadministrator mit Bravour gemeistert.

weil die Wirtschaft im Land gut läuft und unsere Betriebe sehr gut aufgestellt sind“, sagt Joachim Heinzl von der Wirtschaftsstandort Vorarlberg Gmbh. Und davon profitiert auch der Arbeitsmarkt. Schon 2017 war ein richtig gutes Jahr. Mit 5,7 Prozent lag die Arbeitslosenquote deutlich unter dem Bundesschnitt von 8,5 Prozent. Die L e i s t u n gs fä h i g ke i t der Wirtschaft und beschäftigungspolitische Impulse der letzten Jahre hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, so Landeshauptmann Markus Wallner. Mit weiteren Investitionen in Arbeitsmarktprojekte soll sich die Situation 2018 erneut verbessern.

Problemgruppen im Fokus Heuer sollen 68 Millionen Euro für gemeinsame Projekte des Landes und des Arbeitsmarktservice (AMS) ausgegeben werden. Jugendliche Arbeitslose, Geringqualifizierte und arbeitspolitische Problemgruppen stehen im Fokus der Aufwendungen. „Ich bin überzeugt davon, dass auch die derzeit etwas leidenden Gruppen – nicht qualifizierte und ältere Arbeitslose – von der guten Konjunktur profitieren und wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden“, sagt AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Die Hoffnung ruht auf der Konjunkturkurve. Und die zeigt in Vorarlberg weiter nach oben. MICHAEL GASSER michael.gasser@vn.at 05572 501-265

Nach dem Vogelgrippe-Desaster haben sich Judith und Klaus Flatz mit viel Einsatz zurückgekämpft. AUF SEITE 10

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Österreichs Teamtorhüter Andreas Lukse (30) kann 2018 wieder schmerzfrei durchstarten. AUF SEITE 6

Rentschler Fill Solutions eröffnet 2018 den 30 Millionen Euro teuren Neubau und schafft 100 Jobs. AUF SEITE 11

Editorial

Gerold Riedmann

Gute Nachrichten! Wir begrüßen das ganze Jahr hindurch viele Besucher in der VN-Redaktion – und oft genug werde ich mit einem Schlagwort konfrontiert, das ich offengestanden nicht mehr hören kann: Only bad news are good news.

„Heute ist alles anders. Heute präsentieren wir Ihnen zum Jahresauftakt eine ganze Zeitung voller guter Nachrichten.“ Diese zynische Betrachtung, dass nur schlechte Nachrichten gut, dass nur mit Schlechtem Erfolge im Journalismus zu erzielen seien. Natürlich spricht man im Nachrichtengeschäft nicht offensiv darüber. Aber hinter dem Wort „starker Nachrichtenmonat“ verbirgt sich doch in Wahrheit, wenn Wahlen, neue Regierungen, aber auch schreckliche Ereignisse wie die Terroranschläge Nachrichtenmedien Rekordzugriffe bescheren. Es lassen sich auch Ereignisse mit dem Aufstieg einzelner Medien verbinden. Wie dem Nachrichtensender CNN, der mit dem ersten Golfkrieg seinen Aufschwung in die A-Liga erlebte – und mit der Dauer-Thematisierung durch den US-Präsidenten erneut in wirklich aller Munde ist. Tatsächlich aber ist Journalismus noch viel mehr, als nur den Finger in Wunden zu legen oder das Schlechte dieser Welt ins Wohnzimmer zu bringen.

Leben und wirtschaften im Naturkreislauf rechnet sich für Umwelt und Lebewesen. AUF SEITE 14

Martin Fink lebt, weil sein Sohn geistesgegenwärtig reagiert hat. Er hat ihm das Leben gerettet.

94 Prozent der Leser unserer Tageszeitung sind Abonnenten. Uns über Gebühr reißerisch zu geben, bringt gar nichts, ganz im Gegensatz zu Medien, die sich über Titelblätter oder Push-Nachrichten verkaufen müssen. Wir beschreiben die Situation oft so: Wir dürfen gemeinsam mit Ihnen am Frühstückstisch sitzen, schildern Fakten, kritisieren oft genug. Und wir bemühen uns, auch die guten Dinge anzusprechen, die ebenso passieren. Auch auf sozialen Medien verbreiten sich Nachrichten am schnellsten, von denen wir überrascht sind. Noch schneller geht’s, wenn uns etwas schockiert. Bloß stumpfen zu viele Schocks ab, das spüren Sie ja auch bei jenen Medien, die sensationslüstern jede Banalität zum Skandal hochjubeln. Heute ist alles anders. Heute präsentieren wir Ihnen zum Jahresauftakt eine ganze Zeitung voller guter Nachrichten. Mit diesen „Good News“ aus der VN-Redaktion wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben, dass 2018 ganz nach Ihrer Fasson ausfallen möge. Herzlichst, Ihr

GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.

Trotz hohen Querschnitts ist Gerhard Hummer dank Spezialrollstuhl mobil. AUF SEITE 13

AUF SEITE 13

Erfolgreiche Integration: Vom Kriegsflüchtling zum Universitätsstudenten in vier Jahren. AUF SEITE 12

Größe begrenzen und als Kooperativen miteinander erfolgreich sein. AUF SEITE 14

Nun ist es möglich, die gesellschaftspolitische Dimension der Architektur zu transportieren. AUF SEITE 15


4 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

„Bin glücklich, dass ich noch da sein darf“ Evelyn Flatz (47) überlebte Brustkrebs. Seither lebt sie viel intensiver. „Jeder Moment zählt.“

LUSTENAU Evelyn Flatz fühlte, dass etwas Großes auf sie zukommt. „Ich wusste nicht, ob es gut oder schlecht ist, ob der Traumprinz kommt oder ob ich von einem Auto niedergefahren werde.“ Zwei Wochen später, am 3. Oktober 2013, bekam sie die Diagnose Brustkrebs. Bis dahin hatte es im Leben der 43-jährigen Lustenauerin kein Ereignis gegeben, das sie völlig niedergeworfen hätte. Aber als der Arzt ihr sagte, dass in ihrer rechten Brust vier bösartige Tumore wuchern, brach das Fundament unter ihren Füßen weg. „Um mich herum drehte sich alles. Ich schwebte im Nichts. Dann warf es mich knallhart auf den Boden der Realität. Ich musste mich mit handfeste Dingen beschäftigen: mit Ärzten, mit der Behandlung und mit dem Testament.“

„Ich vertraute darauf, dass alles seine Richtigkeit hat, egal wie es ausgeht. “ Evelyn Flatz Überlebende

ist ihr auch bewusst, dass das Leben begrenzt ist. „Vor dem Krebs spürte ich die Endlichkeit nicht. Ich dachte, dass ich vieles aufschieben könnte. Aber das ist eine Illusion.“ Heute macht sie jene Sachen, die sie immer tun wollte, zum Beispiel Das Lachen kommt von Herzen. Nach überstandener Krebserkrankung liebt Evelyn Flatz das Leben mehr denn je. BEATE RHOMBERG reisen oder Bücher schreiben wie jenes, in dem sie ihr Schicksal aufle vibrierte, jede Zelle tanzte. Mein lung unterziehen, sondern „nur“ gearbeitet hat („Auf der anderen Körper feierte 43 Jahre.“ einer Antihormontherapie. Diese Seite der Glaswand“). Auch banale Danach ging sie „gelassen“ und hatte aber so massive Nebenwir- Vorhaben wie Spaziergänge vermit sich im Reinen ins Spital. „Ich kungen, dass die Lustenauerin schiebt sie nicht auf morgen. „Wenn dachte mir: ,Was auch kommt, ich entschied, Gebärmutter und Eier- es mich juckt, dann tue ich es.“ Frübin bereit, bereit für einen schwie- stöcke entfernen zu lassen. „Es war her war sie mit ihren Gedanken entrigen Weg, bereit zum Sterben oder der richtige Schritt“, sagt Evelyn, weder in der Vergangenheit oder Evelyn Flatz bereit, völlig neu anzufangen.‘“ Die obwohl sie danach vorübergehend in der Zukunft. Der Krebs jedoch hat eine Krebsschwerkranke Frau kämpfte nicht in ein Loch fiel. katapultierte sie ins Jetzt. „Ich bin gegen die Krankheit, Evelyn akzepAm meisten Kraft schöpfte sie im heute viel öfter im Hier und Jetzt. erkrankung tierte sie vielmehr. „Ich nahm mein Zusammensein mit den Kindern. Jeder Moment zählt.“ Dadurch hat überstanden Schicksal an und wurde weich wie Evelyn überstand diese schwere ihr Leben an Intensität gewonnen. Wasser.“ Zeit aber auch dank ihres großen „Ich erlebe Freude und Wut jetzt und lebt seitDie OP war erfolgreich, der Be- Vertrauens in eine höhere Macht. viel stärker.“ her viel intenfund gut. Der Krebs hatte glück- „Mir war klar, dass alles so kommt, siver. licherweise noch nicht gestreut. wie es kommen muss und dass ich MARTINA KUSTER Deshalb musste sich Eveyln kei- es annehmen kann. Ich vertraute martina.kuster@vn.at ner Chemotherapie oder Bestrah- darauf, dass alles seine Richtigkeit 05572 501-734

DIE GUTE NACHRICHT

Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

Der Tod machte ihr keine Angst Das Schlimmste für die alleinerziehende Zweifach-Mutter war nicht der Gedanke an den Tod. „Der Tod hat mir nie Angst gemacht. Denn seit Kindheitstagen an habe ich die Gewissheit in mir, dass wir Menschen wiedergeboren werden.“ Das Schlimmste war für sie die Sorge, die Kinder verlassen zu müssen. „Der Gedanke, dass sie ohne Mutter groß werden, tat mir unheimlich weh.“ Bevor sie sich operieren und die rechte Brust abnehmen ließ, nahm die leidenschaftliche Tänzerin noch an drei öffentlichen Flamenco-Aufführungen teil, für die sie ein Jahr geprobt hatte. Die Halbspanierin tanzte wie noch nie, so als ob es ihr letzter Tanz wäre. „Jede Körperzel-

hat, egal wie es ausgeht.“ Evelyn ist unendlich dankbar dafür, dass alles gut ausgegangen und sie heute krebsfrei ist. „Ich bin glücklich, dass ich noch für meine Familie da sein darf.“ Seit ihrer schweren Erkrankung

FRÜHE SPRACHFÖRDERUNG Potenziale aktiv fördern.

Die Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Gerade im Kindergarten wird der Grundstein dafür gelegt. Gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen achten darauf, dass jedes Kind entsprechend seinem Sprachstand gefördert und bestmöglich auf die Schule vorbereitet wird. Mehr Informationen unter www.vorarlberg.at/schule


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Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Manufaktur voller Innovationsgeist Zirbenmanufaktur Die Koje lebt in der historischen Spinnerei Klarenbrunn Nachhaltigkeit.

BLUDENZ Christian Leidinger über-

nes kreativen und nachhaltigen Handwerkszentrums umzusetzen“, so der Bludenzer Unternehmer. Sechs Millionen Euro investiert Leidinger in das Vorhaben. Dadurch wird die Produktionsfläche auf rund 2500 Quadratmeter verdreifacht. Der vollständige Umzug der eigenen Manufaktur soll im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.

nahm mit 25 Jahren und nach dem plötzlichen Tod des Vaters zusammen mit seinem Bruder die familieneigene Tischlerei in Bludenz. Bis die Wirtschaftskrise 2009 einschlug und große Aufträge ausblieben. Der Stress, den diese Situation mit sich brachte, bekam Leidinger am eigenen Leib zu spüren. Ein Bandscheibenvorfall fesselte ihn wochenlang ans Bett. In der Zeit kam ihm allerdings jene Idee, die heute der Grundpfeiler seines unternehmerischen Erfolgs ist. Ein Bett aus Zirbe, das astfrei ist, ohne Metallteile auskommt und bei

DIE GUTE NACHRICHT Christian Leidinger setzte nach der Wirtschaftskrise den Pfeiler des unternehmerischen Erfolgs. der Produktion kein Gramm Abfall erzeugt, weil alles wiederverwertet wird. „Die Koje“ war geboren. Heute produziert der Tischlermeister Hunderte Betten im Jahr und arbeitet nach dem „Cradle to Cradle“Prinzip. Das heißt, eine möglichst abfallfreie Produktion. Astreiche Bretter kommen unsichtbar als Schubladenkorpus, Regalböden

Die Fabrik Klarenbrunn in Bludenz ist der neue Standort für Die Koje.

oder im nicht sichtbaren Bettgestell zum Einsatz. Die Zirbenspäne, die beim Hobeln anfallen, wandern in Kissen. Unverwertbare Holzreste nutzen sie zum Beheizen der Tischlerei. Zudem wird auf Metallteile, Kunststoffe und jegliche andere Arten von Chemie verzichtet. Die Tischlerei selber sieht der Unternehmer als Manufaktur, in der Nachhaltigkeit und Innovationsgeist gelebt werden. Da verwundert es nicht, dass Stillstand ein Fremdwort ist. Weil sich 2016 der Umsatz bereits verdreifacht hat und die Produktion aus allen Nähten platzt, wurde eine Betriebserweiterung notwendig.

UDO MITTELBERGER

Gefunden wird der neue Standort nur einige Hundert Meter vom alten Betriebsstandort entfernt die Spinnerei Klarenbrunn in der Bludenzer Klarenbrunnstraße. Das alte Fabrikareal wird gerade revitalisiert. Die ehemalige Spinnerei wurde 1886 im englischen Stil errichtet und wurde bis 2015 auch als solche genutzt. „Mit der Gelegenheit, dieses Gebäude zu kaufen, konnte ich somit den Platzbedarf des eigenen Unternehmens abdecken und gleichzeitig ein völlig neues, spannendes Themenfeld kennenlernen. Das Gebäude fasziniert mich schon sehr lange, und es erlaubt mir, meinen Traum ei-

„Ich kann den Traum eines kreativen und nachhaltigen Handwerkszentrums umsetzen.“ Christian Leidinger die Koje

Das ist echte

Nahversorgung

Zentrum für Nachhaltigkeit Neben der Koje werden aber auch andere Betriebe in der ehemaligen Spinnerei Einzug halten. Denn nach der Revitalisierung soll die alte Fabrik die neue Heimat von umweltbewussten Unternehmen und Start-ups werden. Leidingers Vision: ein Zentrum für Nachhaltigkeit und kreatives Handwerk. Um beide Projekte parallel umsetzen zu können, ist ein starkes Team notwendig, welches die ambitionierten Ideen mitträgt. „Teamgeist ist enorm wichtig, ohne den Einsatz aller Mitarbeiter wäre die Fabrik nicht zeitgleich mit der Koje realisierbar. Zusätzlich können unsere Mitarbeiter aktiv die Gestaltung ihres zukünftigen Arbeitsplatzes beeinflussen“, erklärt Leidinger. Bekanntheit erreichte Christian Leidinger übrigens auch durch seinen Auftritt in der TVStartup-Show „2 Minuten 2 Millionen“. Dort ging er Anfang 2017 auf Investorensuche. Mit Erfolg, denn er konnte ­ STRABAG-Chef Hans Peter Haselsteiner und Unternehmer Leo Hillinger überzeugen. 700.000 Euro investieren die beiden in die Expansion der Zirbenmanufaktur. VN-REH

Bregenz

Mit 101 SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Standorten sichert SPAR die qualitativ hochwertige Nahversorgung in 60 Vorarlberger Gemeinden. In 28 Gemeinden ist SPAR noch der einzige Laden im Dorf.

Bernhard Metzler, SPAR-Kaufmann in Bregenz, Röthis und Koblach

Au Koblach

Röthis

„In allen drei Märkten setzen wir auf Kundenfreundlichkeit, Frische und Qualität und vor allem auf Produkte aus der Region. Unsere Kunden schätzen saisonale Produkte von Landwirten aus der direkten Umgebung.“

Herbert Bitschnau, SPAR-Kaufmann in Tschagguns „Für unsere Kunden haben wir täglich geöffnet – auch an Sonn- und Feiertagen. Regionalität wird bei uns groß geschrieben. Sie finden sogar Regalmeter, die ausschließlich mit Montafoner Produkten bestückt sind.“

Walter Moosbrugger, SPAR-Kaufmann in Au „Die dörfliche Nahversorgung ist auch in den kleinen Gemeinden des Bregenzerwaldes sehr wichtig. Ein Mix aus regionalen Produkten, SPAR-Exklusivmarken und Markenartikeln, angepasst an die Kundenbedürfnisse, ist für uns besonders wichtig.“

Tschagguns


6 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Sehnsucht nach der Herausforderung

Zurück zur alten Stärke, für Andreas Lukse wird das Jahr 2018 sportlich das wichtigste in seiner Karriere. Dick eingehüllt auf der Tribüne der Cashpoint Arena sitzend, statt unter dem österreichischen Adler im Ernst-Happel-Stadion agierend, so ging für Andreas Lukse ein einschneidendes Jahr zu Ende. „Ein Seuchenjahr“, wie er es selbst einmal in einem Anflug von Ironie bezeichnete. All das will der inzwischen 30-jährige Torhüter des Cashpoint SCR Altach hinter sich lassen. Ein Ende der Quälerei ist in Sicht. Pünktlich am 4. Jänner will der Keeper wieder an seinem Arbeitsplatz den Mann stellen, nämlich auf dem Fußballfeld. Dafür tankte er in der kurzen Urlaubszeit auch Wärme in Dubai. Dabei schien für den gebürtigen Wiener lange Zeit die Sonne in Altach. SCHWARZACH

DIE GUTE NACHRICHT

tussehne. „Die ist die wichtigste in der Schulter, weil sie alles zusammenhält. Beide waren zerfetzt und zerfranst“, blickt Lukse zurück.

Prognose war ihm nämlich ein Comeback im Herbst vorausgesagt worden. Schließlich musste er sich schweren Herzens eingestehen, dass dies ein Wunschdenken bleiben wird. Inzwischen ist Lukse diesbezüglich vorsichtiger geworden, ohne dabei aber sein Ziel aus den Augen zu lassen. Viel Zeit bleibt ihm allerdings nicht. Gerade einen Monat nach dem Trainingsbeginn im Jänner startet die Frühjahrsrunde in der Bundesliga. „Derzeit läuft alles nach Plan, auch wenn der Weg zurück sehr steinig ist“, gibt Lukse zu. Dennoch hofft er, zum Rückrundenstart zumindest dabei zu sein.

Verein gab Rückhalt Es war eine harte Zeit, sogar seine weitere Karriere stand, am Höhepunkt angekommen, auf dem Spiel. Da war es wichtig, dass er Unterstützung im Verein erhielt. So auch von Tormanntrainer Sebastian Brandner (34), der in seiner aktiven Zeit mit beinahe derselben Verletzung zu kämpfen hatte. „Es braucht Zeit und viel Geduld“, sagt Brandner und attestiert seinem Schützling eine positive Einstellung hinsichtlich eines angestrebten Comeback. „Balsam für die Seele“

Viele Einzelschichten Gearbeitet hat Lukse viel, auch in der Rehabilitationsklinik von Mike Steverding, mit dem er auch im Nationalteam zusammengearbeitet hat. Stichwort Nationalteam? „Das ist momentan kein Gedanke. Zuerst muss ich mich in Altach beweisen, und das wird ohnehin schwer genug bei der Konkurrenz.“ Die ersten Trainingseinheiten mit seinen Torhüterkollegen hat er noch vor der Winterpause hinter sich gebracht. Die Sehnen jedenfalls haben die Spannung ausgehalten, auch wenn sich laut Lukse alles noch ein wenig steif angefühlt hat. Das stimmt ihn positiv, mit Jahresbeginn angreifen zu können. Den Humor hat er in all den Monaten nicht verloren. Genau das macht den Menschen Andreas Lukse aus.

Österreichs Teamtorhüter Andreas Lukse (30) kann 2018 wieder schmerzfrei durchstarten.

Dank seiner Leistungen nämlich stieg er zum Teamspieler auf und debütierte Ende 2016 im Heimspiel gegen die Slowakei (0:0). Dann aber begann sein Leidensweg: Anfang des Jahres 2017 plagte ihn eine Krankheit, danach verhinderte eine Hüftverletzung einen weiteren Teameinsatz. Magenprobleme, Muskelverhärtung und dann im Mai die niederschmetternde Diagnose: zwei gerissene Sehnen in der linken Schulter, genauer gesagt die Bizepssehne und die Supraspina-

Handballer Ante Esegovic (21) lässt sich von Rückschlägen nicht unterkriegen. BREGENZ Der 21-jährige Ante Esegovic ist zweifellos eine Kämpfernatur. Sowohl in beruflicher als auch in sportlicher Hinsicht. Nachdem er die Schule abbrechen musste, hat er sich zum ausgebildeten Sportadministrator hochgearbeitet. Außerdem will er nach einer schweren Knieverletzung bald zurück auf die große Handballbühne und trainiert hart dafür – und es schaut gut aus. Zum ersten Rückschlag war es vor rund drei Jahren gekommen. Die Handball-Karriere des jungen Bregenzers hatte Fahrt aufgenommen. Der Jugendnationalspieler besuchte die Handball-Akademie in der Mehrerau und wollte die Schule mit Matura abschließen. Die siebte Klasse stellte allerdings eine unüberwindbare Hürde für den Sportler dar. „Latein war mein Problem“, gesteht er. So musste er schließlich die Schule abbrechen und stand zwar mit Verein, aber ohne richtige Ausbildung da.

Chance genutzt Eine passende Lehrstelle zu finden, ist für Jugendliche nicht immer ganz einfach. Ante Esegovic erhielt glücklicherweise Unterstützung von seinem Verein. Er bekam die Möglichkeit, über das Projekt „Chance“, einem AMS-Ausbildungsprojekt für ältere Jugendliche und junge Erwachsene, bei Bregenz Handball eine Lehre als Sportadministrator zu absolvieren. So arbeitete er im Büro des Klubs und konnte

(Lukse) war auch die zweite Auszeichnung mit dem „Bruno“ für den besten Torhüter der Saison 2016/17. Schon einmal (2015) hatte Lukse die Trophäe, die zu Ehren von Bruno Pezzey alljährlich vergeben wird, in Empfang nehmen dürfen. Lernen musste Lukse vor allem Geduld. Denn auf dem langen, beschwerlichen Weg zurück auf die Fußballbühne musste der oftmals spitzbubenhaft wirkende Torhüter einige Rückschläge hinnehmen. In einer ersten optimistischen

Die Stadiontribüne als Trainingsplatz. So nutzte Andreas Lukse auch die Zeit während der Europa-League-Fahrten mit Altach. GEPA

CHRISTIAN ADAM christian.adam@vn.at 05572 501-211

Vom Schulabbruch zur Karriere mit Lehre bis April wieder einsatzfähig sein. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies klappt“, sagt er.

Berufsreifeprüfung im Visier Neben der Arbeit im Büro und Physiotherapie büffelt der junge Sportler inzwischen übrigens auch fleißig für die Berufsreifeprüfung. „Deutsch hab ich schon geschafft. Im Frühjahr beginne ich mit Englisch, Mathe und einem Wahlfach.“ Bis Ende des nächsten Jahres will er die Ausbildung abschließen. Was danach kommt – ob er möglicherweise auch noch studieren wird – lässt er sich noch offen. „Ich habe noch keinen konkreten Plan“, sagt er und lacht.

DIE GUTE NACHRICHT Der Bregenzer Ante Esegovic peilt ein Comeback für April an.

zweimal täglich mit der Mannschaft trainieren. In der Berufsschule habe er sich leichtgetan, erzählt der 21-Jährige. „Da bin ich locker durchgekommen.“ In sportlicher Hin-

„Irgendwann war für mich klar, dass ich das Beste aus der Situation machen muss.“ Ante Esegovic Bregenz Handball

sicht lief ebenfalls alles nach Plan. In der Saison 2015/16 wurde er in der HLA zum Newcomer des Jahres gewählt. Nach mehreren Einsätzen für die Nachwuchs-Nationalteams gab es auch Einberufungen für

die Männer-Nationalmannschaft. Heuer meisterte Ante Esegovic die Lehrabschlussprüfung. Zum Feiern ist dem jungen Bregenzer allerdings nicht wirklich zumute. Während beruflich alles glatt läuft, kam es im Mai dieses Jahres zu einem herben Rückschlag in sportlicher Hinsicht. Im Training erlitt er bei einem Zweikampf einen Kreuz- und Meniskusriss sowie einen Knorpelschaden im linken Knie. „Es war ein normaler Zweikampf. Bei einem Richtungswechsel hat aber das Knie plötzlich nachgegeben“, erzählt er.

Schwere Zeit Die ersten Wochen nach der Verletzung sei die Situation alles andere als einfach gewesen. Zwölf Wochen

VN/STIPLOVSEK

lang war der Bregenzer auf Krücken angewiesen. „Ich habe viel über die Situation nachgedacht. Irgendwann kam der Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich eh nichts mehr ändern kann und nun das Beste daraus machen muss.“ In den vergangenen Monaten arbeitete er hart an seinem Comeback und pendelte zwischen Büro und Physiotherapeuten-Praxis. Inzwischen hat er den Trainingsbetrieb mit Abstrichen wieder aufgenommen. Alles aber noch ohne Körperkontakt. Im Dezember standen für Ante Esogovic die letzten Untersuchungen in Augsburg am Programm. „Bis jetzt ist der Heilungsverlauf super“, berichtet er. Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, könnte der junge Handballer

Ante Esegovic hat die Ausbildung zum Sportadministrator bravourös gemeistert. Nachdem es mit der Matura nicht geklappt hat, ist für ihn erst einmal wichtig, das Zeugnis der Berufsreifeprüfung in der Tasche zu haben. Und natürlich, dass er bald wieder auf die große Handballbühne zurückkehren kann. Das Jahr 2018 verheißt aus momentaner Sicht für den jungen Bregenzer also wieder viel Gutes. MELANIE FETZ melanie.fetz@vn.at 05572 501-636


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8 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

2018 wird ein gutes Jahr, weil die Österreicher eine Stimme für die Veränderung abgegeben haben und somit eine neue Regierung die Möglichkeit erhalten hat, positive Reformen umzusetzen. Wenn wir diesen Weg gemeinsam unterstützen, werden wir Österreich wieder auf den Erfolgsweg bringen. Reinhard Bösch, FPÖ-Chef

Es besteht Hoffnung auf Beendigung der Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Vor hundert Jahren wurde der Erste Weltkrieg beendet. Alles ist im Gang und somit ist auch ein soziales Manifest bzw. ein weltweites Aufbegehren gegen die Ausbeutung von Menschen und der Natur möglich. Ulrich Gabriel, Verleger, Musiker

2018 wird ein spannendes Jahr für unser Europa. Mit dem angestoßenen Erneuerungsprozess stehen wichtige Entscheidungen und auch Chancen ins Haus. Auch wenn Vorarlberg ein kleineres Rad im großen Uhrwerk EU sein mag, wird sich der Landtag selbstbewusst einbringen. Harald Sonderegger, Landtagspräsident

Das Jahr 2017 hat mir in seiner Vielfalt viele schöne und auch lehrreiche Momente beschert. Ich bin sehr dankbar dafür, nun mit viel Energie und Inspiration ins neue Jahr 2018 rutschen zu dürfen. Für das kommende Halbjahr sind bereits zwei Alben in Planung, für die ich Musik komponieren bzw. arrangieren darf. Dazu stehen viele spannende Workshops, Konzerte und Projekte bevor, auf die ich mich sehr freue. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen besinnlichen Start ins neue Jahr und viel Kraft, Mut und Inspiration für alles, was bevorsteht. Veronika Morscher, Jazzsängerin

Ich bin auch mit 2017 ganz zufrieden. Im Alter wird man genügsam. Wir haben einen Super-Winter vor uns, die Klimaprognosen hat es über den Haufen geworfen, das erspart uns viele Diskussionen. Sportlich wird es für den Skiverband besser, weil wir noch breiter aufgestellt sind. Patrick Ortlieb, Hotelier, Ski-Verbandspräsident

Ich bin überzeugt, dass 2018 deshalb ein gutes Jahr wird, weil die Wirtschaft gut läuft und unsere Betriebe sehr gut aufgestellt sind. Vorarlberg und seine starken Exportbetriebe und mit ihnen die Zulieferer und Partner profitieren von der guten Konjunktur und ihrer Innovationskraft. Joachim Heinzl, Wirtschaftsstandort Vorarlberg GmbH

2018 wird ein tolles Jahr, weil 2017 schon ein gutes war. Sportlich war es so, sowohl für mich als Trainer als auch für Altach als Verein. Wir haben eine vernünftige Mannschaft, also spricht nichts dagegen, dass es heuer wieder so läuft. Großer Rückhalt ist für mich die Familie, ohne die ein solches Engagement nicht möglich wäre. Meine Frau und meine Kinder können gut mit meinem Job umgehen.Klaus Schmidt, Trainer SCR Altach

„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Dieses Zitat von Mahatma Gandhi beschreibt meinen Blick auf das Jahr 2018 sehr gut. Auch wenn wir mitunter nicht mit jeder politischen Entwicklung glücklich sind, liegt es doch immer an uns selbst, unseren Beitrag für eine positive Veränderung zu leisten. Sabine Scheffknecht, Neos Ich hoffe, dass das Projekt Kulturhauptstadt mit einem guten Konzept nun im Jahr 2018 Flügel bekommt. Zudem wird es ein gutes Jahr, wenn Vorarlberg seinen Eigensinn behält und sich nicht auf den Zug setzt, der mit der neuen Regierung nun in Wien abgeht. Hanno Loewy, Direktor Jüdisches Museum Hohenems

Vorarlberg kann mit Zuversicht in das neue Jahr blicken. Durch unseren eigenständigen Weg haben wir uns einen Vorsprung erarbeitet. Die Konjunkturprognosen für 2018 zeigen nach oben, die Arbeitslosenzahlen gehen weiter zurück und liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Unseren Vorsprung, unseren Vorarlberger Weg, wollen wir jetzt weiter ausbauen. 2018 setzen wir weitere Impulse in den Bereichen Bildung, leistbares Wohnen, Arbeitsmarkt und in die Digitalisierung. Wir setzen den Weg fort, der uns zu einer der lebenswertesten und wohlhabendsten Regionen überhaupt gemacht hat! Markus Wallner, Landeshauptmann

Ich hoffe, dass meine Familie und ich gesund bleiben. Aus sportlicher Sicht wartet bereits im Jänner mit der Nominierung für die Handball-EM der erste große Höhepunkt auf mich. Damit geht ein Jugendtraum für mich in Erfüllung. Daneben will ich in der Liga den maximalen Erfolg erreichen. Lukas Frühstück, Handballer Bregenz

2018 wird für uns ein gutes Jahr werden, weil wir brav an einem großen Projekt über die Schönheit arbeiten werden und wir dies als sinnvoll betrachten, da die Schönheit im Design, in der Architektur und in der Kunst in den letzten Jahrzehnten meist als veraltet, oberflächlich und uninteressant angesehen wurde. Mit dieser Dummheit aufzuräumen wird uns viel Freude bereiten. Stefan Sagmeister, Grafiker

Mit dem Jahr 2018 starten wir erstmals mit den neuen Hallen 9-12 in ein neues Jahr und freuen uns auf insgesamt acht Eigenmessen, vier Gastmessen, vier große Konzerte, auf zahlreiche Besucher und Aussteller im neuen Messequartier. Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin Messe Dornbirn

Wir haben eine grundsätzlich positive Wirtschaftsstimmung in der breiten Öffentlichkeit, das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass 2018 ein positives Jahr für die Unternehmen wird. Alle Parameter sind derzeit positiv besetzt, deshalb bin ich überzeugt, dass es ein gutes Jahr wird. Martin Ohneberg, Präsident der IV

Ich glaube, dass 2018 das Zeug hat, ein gutes Jahr zu werden, weil die große Hilfsbereitschaft für unschuldig in Not geratene Menschen weiter zunehmen wird. Mir hat schon 2017 sehr viel Mut gemacht. Die Solidarität vieler Vorarlberger mit „Ma hilft“ war überwältigend. Marlies Müller, „Ma hilft“-Koordinatorin

2018 wird ein gutes Jahr, weil wir in Feldkirch das 800-Jahre-Jubiläum begehen und weil dabei nicht nur große, repräsentative Vorhaben realisiert werden, sondern auch kleine, feine Projekte wie die „Stadtgeschichten“ oder der Jugendliteraturwettbewerb. Wir feiern die kulturelle Vielfalt. Sabine Benzer, Geschäftsführerin Saumarkt


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Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Grundsätzlich gehe ich immer optimistisch und voller Vorfreude ins neue Jahr. Da 2017 für mich ein sehr spannendes, actionreiches, turbulentes und erfolgreiches Jahr war, freue ich mich schon auf die neuen Herausforderungen und schönen Momente, die mich im neuen Jahr erwarten. Sophie Thurnher, Miss Vorarlberg 2017

Darum wird

2018

ein erfolgreiches Jahr! Nachdem Karoline und ich schon die ersten fünf Monate mit unserer Tochter Mathilda genossen haben, bin ich mir zu hundert Prozent sicher, dass dies auch 2018 der Fall sein wird. Sportlich steht natürlich mein dritter Anlauf für die fünf Ringe in Pyeongchang im Vordergrund. Und wie heißt es so schön: Aller guten Dinge sind drei. Markus Schairer, Snowboardcrosser

Für mich persönlich glaube ich bei 2018 an ein gutes Jahr. Meine Familie und mein Freundeskreis werden hoffentlich gesund bleiben. Ich bin mir sicher, dass ich an meinen zwei Arbeitsplätzen, dem ärztlichen und dem politischen, weiterhin diese große Unterstützung erhalten werde. Gabriele Sprickler-Falschlunger, SPÖ

Ich habe schöne Begegnungen und gute Gespräche in Sizilien mit den „Clowns ohne Grenzen“ gehabt. Wir haben in Flüchtlingsunterkünften gespielt und Theaterworkshops gegeben. Die jungen Menschen sind dankbar und voller Freude. Daraus schöpfe ich Hoffnung für die Zukunft. Elke Maria Riedmann, Clownfrau

Das neue Jahr beginnt positiv, weil die Stimmung in der Bevölkerung auch sehr optimistisch ist. Zu Recht, denn alle Indikatoren weisen darauf hin, dass das Wirtschaftwachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch heuer anhält. Hoffnung habe ich, dass die neue Regierung einige besonders hohe bürokratische Hürden aus dem Weg räumt. Für uns als Interessenvertretung der Wirtschaft stehen die großen Themen Bildung, Digitalisierung und natürlich die Raumplanung heuer im Mittelpunkt. Hans Peter Metzler, WK-Präsident

Die Wirtschaft wächst laut Prognosen auch heuer weiter – das wirkt sich natürlich unmittelbar auf unseren Arbeitsmarkt aus. Wir haben schon jetzt eine sehr gute Lage, und ich bin überzeugt, dass auch die derzeit etwas leidenden Gruppen – nicht qualifizierte und ältere Arbeitslose – davon profitieren und wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden. Wir arbeiten in diesem Bereich sehr eng mit den Vorarlberger Firmen zusammen und erarbeiten gemeinsam maßgeschneiderte Ausbildungsprogramme und Anforderungsprofile für dringend benötigte Mitarbeiter. Bernhard Bereuter, GF Arbeitsmarktservice Vorarlberg

Noch ist im Programm der neuen Bundesregierung vieles schwammig. Erfreulich sind aber die Absichtserklärungen zur dualen Ausbildung. Von langjährigen AK-Forderungen wie der Unterstützung von Ausbildungsverbünden ist da die Rede, von einem „Blum-Bonus neu“ oder von Lehre mit Matura. Es freut mich, dass die Regierung damit das nachvollzieht, was AK und WK Vorarlberg schon lange wollen und das sie auch im gemeinsamen „10-Punkte-Maßnahmenpaket“ ­vorzeigen. Hubert Hämmerle, AKPräsident

2018 wird alleine deshalb ein gutes Jahr, weil ich in der letzten Woche des Jahres heiraten werde. Im sportlichen Bereich weiß ich nach dieser Saison, was gut war und woran ich arbeiten muss. Ich habe konkrete Pläne, was es zu verbessern gibt, darum bin ich überzeugt, dass es im Golf ein gutes Jahr wird. Manuel Trappel, Golfprofi

2018 wird gut, wenn wir weniger auf das Smartphone starren, dafür mehr unser Gegenüber wahrnehmen. Uns darüber klar zu sein, dass der Planet ohne Menschen, wir aber nicht ohne ihn überleben können, würde ebenfalls helfen. Lasst euch nicht irre machen, die Welt ist verrückt genug. Johannes Rauch, Landesrat

Für mich ist jedes Jahr spannend, da ich nie weiß, was auf mich zukommen wird. Deswegen liebe ich meinen Beruf so, kein Tag gleicht dem anderen. Jedes Jahr ist für mich ein neues Abenteuer, weil ich nie weiß, welche Filmprojekte ich an Land ziehen werde. Unter anderem wünsche ich mir für meine Zweitheimat Kalifornien Regen, damit die Dürre endlich ein Ende hat und sich diese schrecklichen Feuer löschen lassen. Ich gehe im neuen Jahr mit vollem Optimismus zurück nach L.A., werde hart an mir arbeiten und mein Bestes geben, damit 2018 „a year to remember” wird. Laura Bilgeri, Schauspielerin

Neben Gesundheit für meine ganze Familie und Freunde ist 2018 ein spannendes Jahr. Als Volleyballerin hoffe ich mit Graz auf eine erfolgreiche Titelverteidigung im Cup und einen Top-3-Platz in der Liga. Daneben will ich aber auch mein Bachelorstudium weiter forcieren. Ursula Ehrhart, Volleyballerin aus Dornbirn

2018 wird ein gutes Jahr, weil unser neugestalteter Freizeit-Treff in Bludenz sich noch mehr und besser entwickeln kann. Nicht zuletzt auch „Ma hilft“ hat dazu beigetragen, dass sich unsere Arbeitsbedingungen in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen verbessert haben. Sascha Wehinger, Sozialfachbetreuer


10 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

„Die Hilfsbereitschaft hat uns überwältigt“ Familie Flatz war vor dem Ruin und stand wieder auf.

HARD Das Datum 11. November ist für die Familie Flatz schicksalbehaftet. Am 11. November 2016 erfuhren Judith und Klaus Flatz, dass sich der gefürchtete H5N8-Virus, Erreger der für Geflügel gefährlichen Vogelgrippe, in ihren Putenställen eingenistet hatte. Alle 1100 Tiere mussten getötet werden, das Weihnachtsgeschäft war dahin, der Betrieb stand existenziell am Abgrund.

DIE GUTE NACHRICHT

schon zugeben“, meint Klaus Flatz, dessen Miene mittlerweile wieder ernster geworden ist. Ihre Erfahrungen haben Judith und Klaus geprägt. „Du hast einen anderen Zugang zur Freude. Ich weiß zum Beispiel, dass ich jemandem eine große Freude machen kann, wenn ich ihm oder ihr erkläre, wie man am besten einen Braten zubereitet. Da gehen Menschen glücklich aus dem Geschäft hinaus

Nach dem Vogelgrippe-Desaster haben sich Judith und Klaus Flatz mit viel Einsatz zurückgekämpft.

„Der 11. November 2017 war ein sehr guter Tag. Exakt an diesem 11. November machte der Umsatz einen 20-Prozent-Sprung nach oben. Und das blieb bis jetzt so“, kann Klaus Flatz wieder lächeln.

Aus dem Gröbsten raus Die Flatzens sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus. Das Geschäft läuft sogar besser als noch vor der Heimsuchung durch die Vogelgrippe. Die Kundschaften sind ihnen treu geblieben, die vielen tatkräftigen Hilfen, welche die Familie von verschiedenster Seite erhielt, haben sich rentiert. „Obwohl es härter war, als ich dachte. Das muss ich

und eine ganze Familie profitiert davon“, berichtet Judith. Klaus hat das Erlebte gelassener gemacht. „Du regst dich über so viele Sachen auf, die es nicht wert sind. Das mache ich nicht mehr. Von daher nimmst du natürlich auch aus solchen Schicksalsschlägen etwas Positives mit.“ Ganz genau können die Flatzens heute auch Begriffe wie Hilfsbereitschaft und Solidarität definieren. „Die Hilfsbereitschaft nach dem Geschehen hat uns überwältigt“, beschreibt Klaus seine Gefühle. „Egal ob das unser Geschäftspartner in Deutschland war oder der Wolfgang Verocai mit seinem Bene-

fizkonzert – wir durften erleben, wie toll Menschen andere Menschen in schwierigen Zeiten unterstützen“, sagt Klaus, während Judith zustimmend nickt.

Suche nach Positivem Klar haben sie nach der wirtschaftlichen Katastrophe auch im Betrieb einiges geändert. „Die Qualitätssicherung ist in den Betriebsabläufen zu unserem höchsten Gut geworden“, betont Klaus. Und doch kommt die Rede immer wieder auf das Menschliche, auf das Gute, das solchen Rückschlägen irgendwo auch innewohnt und einen weiterbringt. In der Begegnung mit verständnisvollen Menschen, die anpacken und denen das Schicksal der anderen nicht egal ist. „Gutes geschieht im Kleinen“ „Man führt sich bewusster vor Augen, wo Positives passiert. Ich denke gerade jetzt an einen Bekannten, der es in seinem Beruf zu viel gebracht hat und dem die Wertschätzung gegenüber Schwächeren nie verloren gegangen ist“, führt Judith an. „Wertschätzung“ ist für das FlatzEhepaar ein weiterer Begriff, den sie wiederholt verwenden. Wo immer diese im Spiel sei, würden sich Dinge in eine gute Richtung entwickeln. „Die Good News“, meint Klaus ganz allgemein, „führen in unserer Welt ein zu wenig beachtetes Dasein. Es geschieht viel Gutes

Klaus Flatz und seine Puten. Die Dinge haben sich im Betrieb der Harder Familie wieder zum Guten gewendet. VN/STEURER

in Kleinem. Aber wer will das schon wissen. Die Negativ-Schlagzeilen sind doch das, was zählt und offensichtlich interessiert.“ Mit Negativ-Schlagzeilen unter dem Begriff „Vogelgrippe“ wollen Klaus und Judith Flatz jedenfalls nie

mehr in Verbindung gebracht werden. Um das zu vermeiden, wollen sie alles tun. KLAUS HÄMMERLE klaus.haemmerle@vn.at 05572 501-634

Vielfalt prägt unsere Landwirtschaft Die Vorarlberger Land- und Forstwirtschaft ist seit Jahrhunderten von den bäuerlichen Menschen und den natürlichen Möglichkeiten geprägt. In den vielen Talschaften hat sich eine bäuerliche Kultur entwickelt, die auf die regionalen und klimatischen Gegebenheiten sowie auf individuelles Können, Standortanpassung und Innovationsgeist aufbaut. Weder Weltmarkt noch Massenproduktion sind das Ziel, sondern vielfältige, regional typische Spezialitäten, bäuerliche Dienstleistungen sowie die Bereitstellung nachhaltiger Baustoffe und Energie.

Josef Moosbrugger LK-Präsident

Das Jahr 2018 steht ganz im Zeichen von „Vielfalt Landwirtschaft“. Darauf wird auch unser Bildungs- und Beratungsangebot ausgerichtet. Die Basis dafür sind bäuerliche Familienbetriebe, die die regionale Nahversorgung auf hohem Niveau sicherstellen und unsere Kulturlandschaft erhalten und pflegen. „Schwerpunkt ist und bleibt, den natürlichen Verhältnissen geschuldet, die Milchwirtschaft und ihre führende Käsekompetenz, die auch im

vergangenen Jahr zahlreiche nationale und internationale Preise gewonnen hat und sich im europäischen Premiumsegment weiter nach vorne arbeitet. Aber auch im Fleisch-, Gemüse- oder Obstbereich sowie im Dienstleistungsangebot wachsen die Anstrengungen den Konsumentenwünschen gerecht zu werden. Das Bildungsangebot des Ländlichen Fortbildungsinstituts (LFI) ergänzt gezielt das Beratungsangebot der Landwirtschaftskammer. Das wollen wir weiter verstärken. Daher stellen wir den Bildungs-, Beratungs- und Informationsschwerpunkt der Landwirtschaftskammer und ihrer Fachverbände unter den Schwerpunkt Vielfalt“, so LKPräsident Josef Moosbrugger. Neue Wege gehen Auftakt dafür ist der Unternehmertag, den die Landwirtschaftskammer zusammen mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut am 15. Februar veranstaltet. Dabei werden die Vielfalt in der Landwirtschaft, neue Betriebszweige, Nischen, Kooperationsmöglichkeiten sowie Vermarktungswege in der Landwirtschaft aufgezeigt, um die Offenheit für Neues zu stärken. Innovative Betriebsleiter(innen) aus dem benachbarten In- und Ausland stellen ihren Vorarlberger Berufskollegen an diesem Tag ganz verschiedene Betriebszweige vor, die sie auf ihren Höfen entwickelt haben. Sie berichten, wie die Ideen entstanden sind, wie sie diese umgesetzt

Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) ist für die Bäuerinnen und Bauern der Partner in persönlicher und betrieblicher Entwicklung. Foto: Fotolia Dazu mehr unter www.vbg.lfi.at haben und was ihnen auf ihrem Weg zum Erfolg geholfen hat. Neben den Erfolgserlebnissen wird auch offen über Stolpersteine, Hindernisse und Misserfolge gesprochen. Gezeigt wird eine breite Palette an praktischen Beispielen und wie neue, in-

novative Ideen umgesetzt werden können. Unter dem Motto „Chancen nutzen, Stärken stärken“ werden Trends, Kooperationsmöglichkeiten und Vermarktungswege diskutiert und ein spezielles Bildungsangebot vorgestellt. Zudem liefert der

Austausch mit Bäuerinnen und Bauern Anregungen und neue Eindrücke für den eigenen Betrieb. Weitere Projekte und Veranstaltungen stehen

im agrarischen Jahreskalender 2018 und werden die bäuerliche Vielfalt vor den Vorhang holen und andere „anstecken“, ANZEIGE Gleiches zu tun.


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Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Ein Kompetenzzentrum für 30 Millionen Euro 2018 geht der Standort von Rentschler operativ in Betrieb.

30 Millionen Euro sind eine ordentliche Nummer. Rentschler Fill Solutions investiert dieses Geld in den neuen Standort im Rankweiler Römergrund. Das RANKWEIL

DIE GUTE NACHRICHT

erforderlich. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die strikte Einhaltung lokaler und internationaler Qualitätsstandards gelegt werden“, verdeutlichen die Projektverant-

Rentschler Fill Solutions eröffnet 2018 den 30 Millionen Euro teuren Neubau und schafft 100 Jobs.

Pharmaunternehmen ist auf die Abfüllung und Gefriertrocknung (bio-)pharmazeutischer Produkte spezialisiert. „Wir sind ein reiner Lohnabfüller, stehen für die sichere Herstellung steriler Arzneimittel und bieten optimale Lösungen für unsere Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie“, erklären die Geschäftsführer Harald Henninger und Reinhold Elsässer. Das „Center of excellence“, wie Rentschler den Standort bezeichnet, das neben Verwaltung und Logistik auch die Produktion beheimatet, soll im Sommer 2018 operativ in Betrieb gehen. Diesen Herbst wurden bereits die Büroräumlichkeiten bezogen, die hochmodernen Produktionsbereiche sollen im Sommer betriebsbereit sein. „Um später eine keimfreie Abfüllung garantieren zu können, sind hohe Sicherheitsstandards und eine intensive Überprüfung durch die AGES

wortlichen. Die Abfüllung der Arzneimittel erfolgt dabei in einem pharmazeutischen Reinraum. „Mit dem Neu-

„Der Reinraum ist sinnbildlich und bautechnisch das Herzstück.“ Harald Henninger, Reinhold Elsässer Rentschler Fill Solutions

bau konnten wir den Reinraum, die Produktionsanlagen und die pharmazeutischen Abläufe optimal

auf unsere Anforderungen abstimmen. Somit ist der Reinraum nicht nur sinnbildlich das Herzstück des Unternehmens, sondern auch bautechnisch“, erklärt Harald Henninger die besonderen Anforderungen. Insgesamt entstehen am Standort Rankweil 100 Arbeitsplätze. 50 Mitarbeiter aus der Pharmabranche, artverwandten Branchen und dem kaufmännischen Bereich werden beim Einzug an Bord sein, weitere 50 sollen bis 2020 folgen. Gebaut wird auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern. Die Nutzfläche des Neubaus umfasst 6000 Quadratmeter.

100 Arbeitsplätze Mittelfristig wird ein 2-Schicht-Betrieb angestrebt, um jährlich bis zu 3,5 Millionen Injektionsfläschchen aus Glas, sogenannte Vials, mit einer Füllmenge von 0,1 bis 50 ml termingerecht abfüllen und verpacken zu können. Die zukunftsträchtigen biopharmazeutischen Wirkstoffe werden zum Beispiel in der Krebstherapie oder bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. Wieso sich das Unternehmen, das erst 2015 gegründet wurde und dessen Besitzerfamilie mit Rentschler Biotechnologie auch ein Unternehmen im deutschen Laupheim besitzt, in Rankweil niederlässt, begründete Gesellschafter Nikolaus F. Rentschler beim Spatenstich mit dem stark wachsenden Markt, den zuverlässigen Partnern und moti-

Das neue Kompetenzzentrum von Rentschler Fill Solutions im Rankweiler Betriebsgebiet Römergrund. SÄLY

vierten Mitarbeitern im Land. Den großen Vorteil des Unternehmens sieht er darin, dass man so agil wie ein Start-up-Unternehmen sei und zugleich auch die Sicherheit und Finanzkraft einer Unternehmerfamilie vereine, die seit vielen Jahren in

der biopharmazeutischen Branche tätig ist. Die 30 Millionen investiere man „mit Herz, Hirn und Hand“. HANNA REINER hanna.reiner@vn.at 05572 501-682

Messen

Conventions

Dornbirner Lehrlingsmesse*

Comic Con Bodensee*

26. und 27. Januar 2018

06. und 07. Oktober 2018

com:bau

Tattoo Convention*

09. bis 11. März 2018

10. und 11. November 2018

SCHAU!

05. bis 08. April 2018

Märkte live erleben.

Babywelt*

26. und 27. Mai 2018 Vier-Länder Lieferantenbörse

07. Juni 2018 Dienstleistungsbörse

07. Juni 2018 Art Bodensee

13. bis 15. Juli 2018

Konzerte / Shows Hansi Hinterseer*

16. April 2018 Ehrlich Brothers*

28. April 2018 Mario Barth*

30. Mai 2018 Andreas Gabalier*

06. Dezember 2018

Herbstmesse

29. August bis 02. September 2018

Marktplatz

SALTEX

12. und 13. September 2018 Gustav

Dornbirner Riesenflohmarkt*

17. und 18. Februar 2018

20. und 21. Oktober 2018 Gesund & Wellness*

02. bis 04. November 2018 Hochzeit & Event

10. und 11. November 2018 Europäische Übungsfirmenmesse*

www.messedornbirn.at

20. bis 22. November 2018

* Gastveranstaltungen


12 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Der Sohn des Löwen Louay floh 2014 aus Syrien. Mittlerweile bereitet er sich auf ein Studium vor.

SCHWARZACH Irgendwie unwirklich. Ein junger Mann sitzt in Wolfurt im Park. Es ist Herbst. Kinder tollen auf dem Spielplatz, Vögel zwitschern, nur das Rauschen der Autos von der Hauptstraße durchschneidet die idyllische Lärmkulisse. Und da der junge Mann. Rote Puma-Jacke, lockige dunkle Haare, ein Lächeln. Er mag Fußball, Billard und Gitarre, spricht über seine Eltern und seine fünf Geschwister, spielt gerne Playstation und lernt gerne Mathematik. Besser gesagt: Lernte. Damals, in Damaskus, als das Leben noch in Ordnung war. Vor dem 17. März 2011, der alles veränderte. Das Lächeln ist aus dem

Gesicht von Louay Al Din Abu Nasser verschwunden: „It was a nice life. Without the war.“ Es war ein schönes Leben. Ohne Krieg. Das ist die Geschichte von Louay Al Din Abu Nasser aus Syrien, einem jungen Mann aus dem kleinen Dorf Sbeneh bei Damaskus, der sein ganzes Leben aufgegeben hat und mit nichts außer einem Rucksack eine beschwerliche Reise auf sich nahm. Per Flugzeug, per Bus, per Boot, per Auto, zu Fuß – auf nach Europa, in Sicherheit. Das ist die Geschichte eines jungen Mannes, der in Vorarlberg ein neues Leben begonnen hat und sich nun in Wien auf das Studium vorbereitet.

ZUR PERSON LOUAY AL DIN ABU NASSER aus Sbeneh bei Damaskus GEBOREN 8. April 1995 WOHNORT Bregenz, Wien FAMILIE Vater Mohammed (54), Mutter Hind (49), Geschwister Milad (24), Abd Alnasser (20), Moaawea (17), Raya (12) GEFLOHEN am 22. April 2014, am 29. Jänner 2015 in Vorarlberg angekommen Nachdem er die Schule nachgeholt hatte, begann er im Herbst 2017 den Vorstudienlehrgang in Wien. Ab Herbst 2018 möchte er „Software und Informatik“ studieren.

Am 8. September 2014 erreicht Louay mit seinen Freunden nach einer gefährlichen Bootsfahrt die griechische Insel Chios. FOTOS: PRIVAT, VN/PAULITSCH

Die Truppe marschierte zu Fuß durch Mazedonien.

Die VN haben Louay dreimal besucht, seit er hier ist.

Louay kommt am 8. April 1995 zur Welt und wächst in einer Lehrerfamilie auf. Sein Vater stammt aus Palästina, schon er musste fliehen. Die Abu Nassers sind eine religiöse Familie. Sie beten täglich. Allah leite ihren Weg, erklärt Louay.

Zwei Versuche 2013 erreicht der Bürgerkrieg Sbeneh. Die Familie packt das Nötigste und flieht aus der Stadt. Was aus ihrer Wohnung geworden ist, weiß Louay nicht: „Wir haben sie einfach verlassen.“ Die Familie kommt im Nachbarort unter. Am 15. April, wenige Tage nach seinem 19. Geburtstag, startet er seinen ersten Fluchtversuch. Wie viele seiner Landsleute möchte Louay in den Libanon. Doch die Polizei lässt ihn nicht rein: „Wir brauchen keine Palästinenser im Libanon.“ Am 22. April 2014 versucht er es erneut, dieses Mal über illegale Wege, wie er selbst sagt. An diesem Tag ist ihm bewusst, dass er seine Heimat für eine lange Zeit verlassen muss. Die Flucht beginnt am Flughafen in Damaskus. Eineinhalb Stunden dauert der Flug nach Al-Kamishli, am nächsten Morgen bringt ihn jemand an die türkische Grenze nach Nusaybin. 60 türkische Lira, umgerechnet rund 18 Euro, zahlt Louay für die Weiterfahrt mit dem Linienbus nach Istanbul. 22 Stunden ist er unterwegs. In Istanbul trifft er seinen Cousin und zwei Freunde. Alle arbeiteten; den ganzen Tag, machen keine Pause, wohnen in einem kleinen Raum. Nach fünf Monaten kann Louay nicht mehr, er reist weiter. Im September 2014 macht er sich auf den Weg nach Izmir und nach Europa. Mit dem Schlauchboot über die Ägais, zu Fuß über die Balkanroute, mit Zwischenstopps in Lagern und einem Gefängnis, bis zum Wiener Westbahnhof. Zum Stehen verdammt In Ungarn wird er festgenommen. Er verbringt zwei Tage in einer fünf mal sechs Meter großen Zelle. 50 Personen, zusammengepfercht, ohne Essen und Trinken. „Du kannst nicht sitzen, nur stehen“, erzählt Louay. Dies sei der härteste Moment seiner Flucht. Dies und der Fußmarsch durch Mazedonien. „Ich habe mir gesagt: Ich muss ankommen. Ich schaff es. Ich will nicht mehr zurück.“ Am 10. November 2014 um halb neun in der Früh erreicht Louay Wien. „Es war fantastisch“, erinnert er sich. Als er aus dem Zug aussteigt, spaziert er zwei Stunden durch die Stadt. Er atmet die Luft der Freiheit, die Luft des neuen Lebens. Nach einiger Zeit trifft Louay auf einen Ägypter und einen Syrer. Sie sagen, er soll nach Traiskirchen. Louay schnappt sich ein Taxi und fährt hin. Dort bittet er Österreich um Asyl. Dann heißt es: warten, warten, warten. Es dauert drei Monate, bis er am 28. Jänner 2015 den Bus nach Gaisbühel betritt. Um 9 Uhr beginnt

die Fahrt, um Mitternacht kommt Louay an. Er ist nicht mehr alleine, sein Bruder ist in Erdberg zugestiegen. In Gaisbühel werden sie von der Caritas empfangen. „Alle waren sehr freundlich und wollten uns helfen.“ Mit der Ankunft in Gaisbühel sei er in Europa angekommen.

DIE GUTE NACHRICHT Erfolgreiche Integration: Vom Kriegsflüchtling zum Universitätsstudenten in vier Jahren Louay ist zwei Monate und zehn Tage im Land, als er den positiven Bescheid bekommt. Vom BFA (Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl) berichtet er ausnahmslos Gutes: „Die Frau war sehr freundlich. Ich möchte ihr auf diesem Weg danken.“ Er wiederholt kurz seine Fluchtgeschichte, seine Aussagen werden mit jenen aus Traiskirchen abgeglichen. „Ich habe den Bescheid direkt danach bekommen. In die Hand, nicht per Post. Direkt!“, jubelt Louay, als er davon erzählt. Ein breites Grinsen zieht sich über sein Gesicht. Er darf bleiben. Der Rest seiner Familie ist jedoch immer noch in Syrien, sein Vater in der Türkei. „Wir haben fast drei

Monate daran gearbeitet“, berichtet Louay. Schließlich, am 5. August 2015, sind die Abu Nassers vereint. Sie wohnen in Wolfurt, in einer Wohnung der Caritas. Das Leben in Vorarlberg kann beginnen.

Nun an der Uni Louay muss keine Integrationsvereinbarung unterschreiben, Deutschkurse besucht er dennoch fleißig. Denn sein Ziel: Louay Al Din Abu Nasser will studieren. Ende Dezember 2015 wohnt die achtköpfige Familie in Bregenz auf 71 Quadratmetern in vier Zimmern. Drei Mal in der Woche geht er in die Schule. Dort lernt er Englisch, Deutsch und Fächer wie „Gesundheit und Soziales“. Er blättert durch das Heft. Wie sieht der Körper aus? Was bedeutet Familie? Wie funktioniert das Zusammenleben? Im Sommer 2017 möchte er den nächsten Schritt gehen. Und der Plan geht auf. Mittlerweile ist er 22 Jahre alt und spricht gut Deutsch. Im Juli 2017 zieht Louay nach Wien und beginnt den Vorstudienlehrgang. Im Herbst 2018 möchte er an der TU „Software und Informatik Engineering“ studieren. Louay Al Din Abu Nassers Leben hat sich in wenigen Monaten rasant verändert. Im April 2014 verabschiedet er sich von seiner Familie in Syrien. Jetzt ist er da. „This is our new live. We can start now!“ Hier in Österreich, in Wien, in Vorarlberg, seinem neuen Zuhause. MICHAEL PROCK michael.prock@vn.at 05572 501-633

Zuerst ums Bleiben gekämpft, mittlerweile bestens integriert Wenn sich die Zivilgesellschaft auflehnt, kann sie vieles erreichen. So geschehen bei der Schrunser Familie Shabanei. 1999 flüchtete sie aus Ex-Jugoslawien. Zuerst nach Deutschland, anschließend in die Schweiz, später nach Wien und von dort nach Schruns. Seit 13 Jahren wohnt die Familie nun im Montafon – doch es hätte anders kommen können. An Weihnachten 2008 erhielten die Shabaneis den Abschiebebescheid für Medina, die damals gerade drei Wochen alt war. Dem wollten Bürger nicht zusehen. Oder, SCHRUNS

wie es Mama Remsia schildert: „Gott hat uns diese zwei Engel Helene und Franz Rüdisser geschickt.“ Die Rüdissers riefen die Plattform „Wir brauchen diese Kinder“ ins Leben, und erreichten so für viele Familien das humanitäre Bleiberecht. Sabina, das älteste Kind von Adem und Remsia, arbeitet im Tourismus, Valentina und Medina lernen fleißig. „Ich sehe mich nicht als Ausländer“, betont Sabina in breitem Montafoner Dialekt. „Aber ich kenne natürlich meine Kultur und meine Wurzeln.“ Erfolgreiche Integration eben.

Die Familie Shabanei war jahrelang auf der Flucht. Mittlerweile sehen sich die Familienmitglieder als echte Schrunser.


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Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Gemeinsam gegen das Schicksal

Eliane Hatzak kümmerte sich um umfassende Hilfsmittelversorgung für Opfer des Amoklaufs. RANKWEIL Ist es eine gute Neuigkeit, die Eliane Hatzak (52) erzählen kann? Sie selbst ist sich nicht ganz sicher. Nachdenklich hält sie ein paar Minuten inne. Dann kommt die Ergotherapeutin zu einer für sie schlüssigen Erklärung: „Es ist die bestmögliche Nachricht im Rahmen des schlimmst Vorstellbaren.“ Das erlebte Gerhard Hummer im Mai 2016. Bei einem Amoklauf in Nenzing wurde er durch eine Kugel aus einem Sturmgewehr schwerst verletzt. Seit dem ist der Familienvater vom zweiten Halswirbel abwärts gelähmt. Dennoch hat er dem Schicksal ein Stück Lebensqualität

Vorrichtung montiert ist, mit der Gerhard Hummer allein mit seinem Kinn das Tablet bedienen und Kontakte pflegen kann. „Mit dem Brustharnisch bleibt der Körper stabil“, erklärt die Ergotherapeutin. Außerdem bekam der Rollstuhl ein Modul, das ihn in der Spur hält und Unebenheiten im Gelände ausgleicht. „Gerhard fährt damit über Stock und Stein“, erzählt Eliane Hatzak. Er nickt zustimmend.

DIE GUTE NACHRICHT Trotz hohen Querschnitts ist Gerhard Hummer dank Spezialrollstuhl mobil.

Eliane Hatzak und Krankenpfleger Bernd Manahl kümmern sich umsichtig um Gerhard Hummer.

Dass er trotz seines Handicaps auch wieder mobil sein kann, ist mit ein Verdienst von Eliane Hatzak.

abgetrotzt. Dank seiner Familie, die ihm eine große Stütze ist, aber auch dank seiner Freunde und Arbeitskollegen und nicht zuletzt der umsichtigen medizinischen Betreuung, die ihm im Landeskrankenhaus Rankweil zuteil wird. „Ich werde großartig unterstützt“, sagt Gerhard Hummer mit leiser Stimme und einem kleinen Lächeln.

Ein Zehnjähriger handelt in einer Notsituation wie ein Großer.

Beste für Gerhard Hummer. Stunden investierte sie in Überlegungen, welche Hilfsmittel ihren Pa-

„Ein Pflegerollstuhl, wie ursprünglich vorgesehen, hätte Gerhard Hummer nichts genützt.“ Eliane Hatzak Ergotherapeutin

tienten in dem, was er selbst noch bewerkstelligen kann, optimal unterstützen. Und sie wurde fündig. Da gibt es zum Beispiel den sogenannten Brustharnisch, an dem die

MARLIES MOHR marlies.mohr@vn.at 05572 501-385

Elfjähriges Kind rettet seinem Vater das Leben

BUCH Gestern war Martin Fink (48) mit seiner fußballbegeisterten Tochter Katharina (7) auf dem Fußballplatz. Heute begleitet er seinen Sohn Florian (11) zum Eishockeytraining. Der Vater bedeutet den Kindern viel. „Nicht jeder hat einen Papa“, schaut Florian seinen Vater nicht mehr als selbstverständlich an. Spätestens seit dem 31. Juli 2016 weiß der Bub, dass geliebten Menschen jederzeit etwas zustoßen kann. Damals stand das Leben seines Vaters auf dem Spiel. Ohne das beherzte Eingreifen seines Sohnes wäre Martin Fink vermutlich heute nicht mehr am Leben. Der besagte Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. „Mama war bei der Arbeit. Katharina und ich haben

Auszeichnung für Lebensretter Florian Fink erhielt im Vorjahr den DECUS-Nachwuchspreis. Mit dem DECUS-Preis werden Ersthelfer geehrt, die Mut und Selbstlosigkeit in einer brenzligen Situation bewiesen haben und die durch ihr vorbildliches Handeln zu Ersthelfern und Lebensrettern geworden sind. Der Preis wird vom Vorarlberger Roten Kreuz gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern vergeben als „Dank für Engagement, Courage und Selbstlosigkeit“. SCHWARZACH

Ins Gesetz vertieft Als es darum ging, ihrem Patienten die notwendige Hilfsmittelversorgung zu organisieren, setzte sie alle Hebel in Bewegung. Sogar das Verbrechensopfergesetz durchforstete Eliane Hatzak in ihrer Freizeit. Dabei ging es in erster Linie um die Anschaffung eines Spezialrollstuhls. „Ein Pflegerollstuhl, wie er vorgesehen war, hätte Gerhard Hummer nichts genützt“, sagt die erfahrene Ergotherapeutin. Der Elektrorollstuhl wurde schließlich auf unbü-

rokratische Weise dem Patienten von der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) zur Verfügung gestellt, auch wenn in seinem Fall sämtliche Rehakosten vom Sozialministerium übernommen worden wären. Denn würde ein Täter – wie dies beim Amokschützen von Nenzing zweifellos der Fall gewesen wäre – zu einer Haftstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt, hat ein Opfer nach dem Verbrechensopfergesetz Anspruch auf Kostenersatz. Bis zu 35.000 Euro kostet eine solche Spezialanfertigung. „Das ist viel Geld, da darf man sich in der Ausstattung nicht vertun“, bemerkt Eliane Hatzak. Und sie wollte das

VN/SAMS

Natur und Fußball Gerhard Hummer ist gerne draußen unterwegs. Das war er früher schon. Die Berge fehlen ihm, wie er selbst sagt. Mittlerweile schaffte er es aber durch den Einsatz des Pflegeteams schon auf den Muttersberg. Hin und wieder sieht man den bekennenden Fußballfan Gerhard Hummer auch im Stadion des SCR Altach. Und einmal im Monat kann er einen Nachmittag lang nach Hause. Auch dafür sorgt die engagierte Pflege der Wachkoma­ station. „Jeder Patient soll in seinem Tun möglichst weit kommen“, beschreibt Eliane Hatzak das Ziel der Therapie. In Anbetracht der Schwere seiner Verletzung hat auch Gerhard Hummer viel geschafft. „Ich konnte nicht reden, nicht schlucken. Jetzt kann ich sogar alles wieder essen“, spricht er von gewonnener Lebensqualität und vom „Glück im Unglück“. Denn zwei Männer, die während des Festivals in Nenzing neben ihm standen, sind tot.

mit Papa zusammen bei der Oma gefrühstückt“, erzählt Florian. Danach legt sich der Anästhesiefachpfleger in seinem Haus schlafen, da er erst vom Nachtdienst heimgekommen ist. Die Kinder bleiben

DIE GUTE NACHRICHT

Es schildert dem Mitarbeiter der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle, dass sein Vater sehr starke Kopfschmerzen hat und wo er zu Hause ist. Der RFL-Mann erkennt anhand der Schilderungen des Buben, dass

Martin Fink lebt, weil sein Sohn geistesgegenwärtig reagiert hat. Florian hat ihm das Leben gerettet.

derweil bei der Mutter ihres Vaters. Als der Papa nicht wie ausgemacht zum Mittagessen bei der Oma erscheint, wird Florian unruhig. „Zunächst dachte ich, dass er noch schläft.“ Als die Zeiger der Uhr auf 15 Uhr zugehen, ist der Bub aber so beunruhigt, dass er seinen Vater anruft. „Papa lässt das Handy immer eingeschaltet.“ Aber dieses Mal geht er nicht ran. Jetzt ist der Bub in echter Sorge. Er geht nach Hause und klingelt an der Haustür. Aber niemand öffnet. Er rennt zurück zur Oma und holt sich einen Schlüssel. Als der damals Zehnjährige das Haus betritt, hört er aus dem Büro ein Stöhnen. „Da dachte ich mir, es ist irgendetwas falsch.“ Im Büro liegt sein Vater hilflos und mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Der Anblick schockt den Buben. Dennoch behält er einen kühlen Kopf und weiß, was zu tun ist. Zuerst deckt er seinen Vater zu. Dann ruft er mit seinem Handy die Großmutter an, die sofort herbeieilt. Gemeinsam beschließen sie, die Rettung zu rufen. Das Kind kennt die Notrufnummer auswendig, weil es einen Monat zuvor dem Jugendrotkreuz beigetreten ist.

es etwas sehr Ernstes ist. Er alarmiert die First-Responder-Gruppe und den Rettungshubschrauber. Als dieser in Buch eintrifft, hilft Florian mit, ihn einzuweisen. In der Innsbrucker Klinik stellen die Ärzte fest, dass im Kopf von Martin ein Aneurysma geplatzt ist und es des-

halb zu einer Blutung gekommen ist. Die erste OP misslingt, weil die Ärzte die Blutungsquelle nicht finden. Erst beim zweiten Versuch werden sie dank eines Spezialkatheters fündig. Sie können die Blutung stoppen und so das Leben des zweifachen Vaters retten.

Dem Tod knapp entronnen „Es wird Zeit, eine Kerze anzuzünden.“ Diese Worte des Neurochirurgen wird Martin niemals mehr vergessen. Denn sie verdeutlichen ihm, wie knapp er dem Tod entronnen ist. „50 Prozent der Menschen, denen dasselbe wie mir passiert, schaffen es nicht lebend ins Spital. Und jene, die überleben, werden oft zu Pflegefällen“, ist Martin überglücklich, dass er sich zu jenen fünf Prozent zählen kann, die ohne Folgeschäden überleben. In der Wallfahrtskirche in Bildstein zündeten

Sind ein Herz und eine Seele: Vater Martin Fink mit seinem Sohn Florian.

Martin und seine Frau Sandra (39) zusammen eine Kerze an. „Ich bin so froh, dass der Herrgott mir den Mann nicht genommen hat“, ist Sandra noch heute voller Dankbarkeit. Auch Florian ist froh, dass sein

„50 Prozent der Menschen, denen dasselbe passiert, schaffen es nicht lebend ins Spital.“ Martin Fink Anästhesiefachpfleger

Papa noch da ist. Wer würde ihn sonst zum Eishockeymatch begleiten oder mit ihm in der Werkstatt Teller und Schalen drechseln? MARTINA KUSTER martina.kuster@vn.at 05572 501-734

STIPLOVSEK


14 Good News

Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Low-Input-Betrieb für optimiertes Tierwohl

Direkte Umwandlung von Sonnenenergie in Nahrungsmittel. „Leider zu wenig bewusst, wird immer noch zu viel fossile Energie verwendet.“ Bernhard Feistenauer ist Lehrer an der Landesberufsschule Feldkirch im MEININGEN

DIE GUTE NACHRICHT

Diese Optimierungen steigern das Wohlbefinden unserer Tiere.“ „Wir verwenden hofeigenen Dünger in Form von Mist und Gülle“, führt Bernhard Feistenauer aus.

Leben und wirt­ schaften im Natur­ kreislauf rechnet sich für Umwelt und Lebe­wesen.

Fachbereich Elektrotechnik und hat 1991 den Betrieb vom Schwiegervater übernommen. 1995 stellte er auf Bio um und 2006 die Milchproduktion ein.

Tierschutzpreisträger Der Hof der Tierschutzpreisträger Angelika und Bernhard Feistenauer in Meiningen wird als Low-InputBetrieb geführt. Zur Energiegewinnung dient nicht nur die 20-Kilowatt-Photovoltaikanlage, sondern auf insgesamt 25 Hektar Fläche werden auf fünf Hektar Dinkel, auf einem Hektar Gerste, auf drei Hektar Streue und auf eineinhalb Hektar Miscanthus, das sogenannte „Elefantengras“, angebaut, der Rest ist Grünland. „Unsere Familie hat sich seit den 70er-Jahren in eine Wirtschaftsweise im Naturkreislauf hinein­ entwickelt“, erläutert Bernhard Feistenauer. „Wir arbeiten mit den eigenen Gegebenheiten möglichst ohne Zukaufprodukte. Low Input heißt mehr Output in der Qualität.

„Durch die Umstellung von der energieintensiven Milchproduktion auf energieextensive Mutterkuhhaltung reduzierten wir den Stromverbrauch um 70 Prozent, den Dieselverbrauch um 40 Prozent. Arbeitszeitersparnis: 800 Stunden. Wir haben drei Schnitte bei Dauerwiesen zur Heugewinnung und vier Schnitte bei Kleegraswiesen. Wir

„Mit viel weniger Energieeinsatz gesunde Le­ bensmittel produzieren – das geht.“ Bernhard Feistenauer Tierschutzpreisträger

füttern nur mit betriebseigenem Futter. Unsere Tiere können sich auf Weiden, auf der Alpe und im Stall frei bewegen.“ Familie Feistenauer hält 20 Angus-Mutterkühe, 20 Kälber, einen Stier, zwei Pferde, einen Esel, Hühner und sie hat eine Katze. „Miscan-

thus ist eine Form von Chinaschilf und wird als Mulchmaterial für Gärten, als Einstreu für die Tiere und neu auch als Heizmaterial für drei Wohnungen verwendet“, sagt Bernhard Feistenauer stolz, dem Alternativ-Energie am Herzen liegt. „Unsere 20-KW-Photovoltaikanlage versorgt das ganze Hofgebäude und vier Wohnungen.“

Vielfalt, Unabhängigkeit „Die Betriebsgröße hat mit innerer Einstellung zu tun“, sind Feistenauers überzeugt. „Man spürt intuitiv, wann es genug ist. Wenn etwa die Arbeit zu viel und die Mußestunden zu wenig werden. Wir empfinden es als großes Privileg, den Großteil unserer Nahrungsmittel – Fleisch, Gemüse, Obst, Beeren, Kräuter und Brot – selbst herstellen zu können und damit um ihre Hochwertigkeit zu wissen.“ Zur notwendigen Energie-, Ressourcen- und Agrarwende sagen Angelika und Bernhard Feistenauer: „Hoffnungsvoll stimmt uns die wachsende Wertschätzung der Konsumenten für unsere Arbeit und Produkte. Kleinbäuerliche biologische Landwirtschaft braucht weniger Energieeinsatz in Form von Treibstoff und Dünger und steht andererseits für rückstandsfreie Nahrungsmittel. Es liegt an uns, ob wir uns der Natur wieder anpassen oder weitermachen wie bisher – mit allen Konsequenzen.“ VERENA DAUM redaktion@vn.at 05572 501-263

Familie Feistenauer: „Die Umstellung von energieintensiver Milchproduktion auf energieextensive Mutterkuhhaltung war der richtige Schritt in die Zukunft.“

Null Chemie, viel Urdinkel und absolut klimaneutral

Wirtschaftsethik auf dem Martinshof: achtsam und miteinander.

BUCH „Unser Denken hat sich durch unsere tägliche Arbeit auf dem Hof und durch den Dialog mit unserem Umfeld entwickelt, das heißt: Wir wollen es miteinander ,g’hörig’ machen“, informieren Claudia und Bertram Martin vom Martinshof in Buch. „Uns leitet die Überzeugung, dass auf lange Sicht Menschen, Tiere und Pflanzen ihr Potenzial nur gemeinsam entwickeln und entfalten können. Darum bemühen wir uns um einen achtsamen und friedvollen Umgang mit der Schöpfung. Wir begreifen uns als ein Teil des großen Ganzen und arbeiten in einem Netzwerk von Bauern, Partnern, Mitarbeitern und Kunden. Dabei erleben wir täglich, dass im respektvollen Miteinander Großes entstehen kann und Veränderung möglich ist. Das macht Freude.“ „Mit der Natur zu leben rechnet sich auf alle Fälle“, weiß Familie Martin. So zu wirtschaften bedeute allerdings höhere Kosten pro Einheit. „Diese Kosten verteilen sich auf unsere bewussten Kunden. Leider rechnen sich in der Lebensmittelerzeugung immer noch Produktionsmethoden, welche diesem Anspruch nicht gerecht werden. Und zwar darum, weil ein Teil der Kosten nicht eingepreist wird. Diesen Rucksack trägt die Allgemeinheit und die nächsten Generationen. Wir brauchen Kostenwahrheit. Unser wirtschaftliches Konzept ist ein einfaches Praxismodell. Auf unserem Hof gibt es Kühe und Kälber,

ten mit Gold-Standard zufrieden. Ein zusätzlicher Beitrag fließt in ein Bergwaldprojekt im Montafon.“ „Auf unseren Wiesen weiden Biomutterkühe mit ihren Kälbern, im Sommer auf den Alpen unterm Faschinapass und auf dem Diesnerberg. Im Winter wird das Heu von den Sommerwiesen gefüttert. Zukäufe von außen stehen nicht auf dem Speiseplan, und unsere Kälber werden nicht enthornt“, führt Bertram Martin aus, der auf gute Partnerschaften setzt: „Etwa 3000 Freilandhühner tummeln sich auf unserem Hof mit ebenso vielen KollegInnen bei jedem der

DIE GUTE NACHRICHT Familie Martin: „Wir bilden mit fünf Bauernfamilien eine Kooperative und halten gemeinsam unsere Freilandhühner.“

„Unser einfaches ­ raxismodell setzt auf P Vielfalt und Zusammenarbeit.“ Claudia und Bertram Martin Martinshof

Hühner, wir produzieren Nudeln und haben ein hofeigenes Getreidelager für Urdinkel. Diese Vielfalt spiegelt sich in unseren Produkten wieder. In der Größe der einzelnen Bereiche haben wir uns aber Grenzen gesetzt. Wir wollen nicht mehr als 3000 Hühner auf unserem Hof halten. Statt unsere Stallungen zu vergrößern, haben wir gemeinsam mit fünf Bauernfamilien eine Kooperative. Sie halten dezentral auf ihren Höfen mit uns Freilandhühner.“

Klimaneutral arbeiten „Auch eine naturnahe, regionale Erzeugung von Lebensmitteln hinterlässt CO2-Emissionen. Sie fallen an beim Anbau und bei der Entstehung von Lebensmitteln, in

MARTINSHOF

den Verarbeitungsprozessen und auf dem Weg der Produkte zum Kunden“, betont Bertram Martin. „Daher CO2 vermeiden und reduzieren durch viele Maßnahmen: die komplette thermische Energie wird bereits seit über 15 Jahren CO2-neutral aus Holz gewonnen. Den Rohstoff liefern die Bauern unserer Gemeinde. Der gesamte elektrische Energiebedarf wird mit Ökostrom abgedeckt. Über 90 Prozent davon liefert die betriebseigene 100-kWp-Photovoltaikanlage. Alle Martinshof-Produkte werden ausschließlich in FSC-zertifizierte Verpackungen eingepackt. Nicht vermeidbare Emissionen gleichen wir durch Zertifikate aus. Dabei geben wir uns nur mit ausgewählten, sinnstiftenden Klimaschutzprojek-

Größe begrenzen und als Kooperativen miteinander erfolgreich sein. fünf Partnerbauern. Die saisonalen Schwankungen beim Eierabsatz gleichen wir durch Veredelung der Eier zu Teigwaren aus. Ein großer Teil der hergestellten Teigwaren sind reine Urdinkelnudeln. 60 Dinkelbauern zwischen Möggers und Ludesch bauen auf über 140 Hektar Martinshof-Urdinkel an – und das vertraglich garantiert und gänzlich ohne chemische Pflanzenschutzmittel und ohne Mineraldünger.“


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Dienstag, 2. Jänner 2018 Vorarlberger Nachrichten

Es sind demokratiepolitische Themen

Verena Konrad, Leiterin des Vorarlberger Architekturinstituts, kuratiert den Österreich-Auftritt bei der Biennale. Wie werden öffentliche Räume gestaltet? Wem stehen sie überhaupt zur Verfügung? Welche Faktoren verbessern die Lebenssituation der Menschen? Wie entstehen Freiräume? Was entspricht den Bedürfnissen der jüngeren und der älteren Generation? Wie viel Mitspracherecht kann jedem eingeräumt werden? Die Fragen mögen lapidar erscheinen, in vielen Ballungsräumen, auch in kleineren, nicht nur in Großstädten, sind sie aber ungelöst und bedürfen der Behandlung. Mehr noch, den öffentlichen Raum bringt Verena Konrad, Leiterin des Vorarlberger Architekturinstituts, unmittelbar in Verbindung mit einer funktionierenden Demokratie. Die Kunsthistorikerin wurde zur Kommissärin für den Österreich-Pavillon der Architektur-Biennale in Venedig im Jahr 2018 ernannt. Der öffentliche Raum wird ihr Thema sein. Die Biennale, die alle zwei Jahre alternierend zur renommierten Kunstausstellung stattfindet, biete die Möglichkeit, die gesellschaftspolitische Dimension der Architektur medial zu transportieren, kommentiert sie die Wertigkeit des Auftritts.

hat sich Verena Konrad zur Zusammenarbeit mit zwei Architekturunternehmen und einem DesignBüro entschieden. Es sind dies Marta Schreieck und Dieter Henke, die in Gestaltungsbeiräten tätig waren und auch Biennale-Erfahrung

DORNBIRN, VENEDIG

Jüngste Erfolge Beim letzten Mal, das heißt, von Mai bis November 2016, machte ein Architektenduo aus Vorarlberg im internationalen Umfeld dieser Ausstellung von sich reden. Die Marte.Marte-Architekten wurden als einzige Vertreter Österreichs eingeladen, an der zentralen Themenausstellung teilzunehmen. An

„Was den öffentlichen Raum betrifft, haben Architekten eine enorme Verantwortung.“ Verena Konrad Biennale-Kuratorin

Verena Konrad mit Ex-Minister Drozda und den Architekten Marta Schreieck, Dieter Henke, Kathrin Aste und Frank Ludin.

DIE GUTE NACHRICHT Nun ist es möglich, die gesellschaftspolitische Dimension der Architektur zu transportieren.

der eigenwilligen Präsentation an der Hauptroute des vorgegebenen Rundgangs kam niemand vorbei. Das Land war präsent. Nach den Plänen von Stefan und Bernhard Marte wird die Niederösterreichische Landesgalerie in Krems errichtet. Zu ihren größeren Aufträgen bzw. Wettbewerbssiegen zählt auch der Ausbau der Therme im deutschen Traditionskurort Badenweiler an der Grenze zu Frankreich. Auch hier geht es übrigens um die Gestaltung eines öffentlichen Raumes: Das Vorarlberger Team will, dass der Bau im Ortsbild überhaupt deutlicher wahrnehmbar wird, und Flaniermöglichkeiten schaf-

All-in-Leasing, 185 Euro monatlich ohne Anzahlung, inkl. Versicherungspaket

APA

fen, die es bislang nicht gibt. Der Umraum erhält auch bei einem Bau Bedeutung, für den die Cukrowicz/ Nachbaur-Architekten jüngst den Zuschlag erhielten. Das Bregenzer Team, das unter anderem das Vorarlberg Museum plante, konnte mit dem Entwurf für den neuen Konzertsaal in München punkten. Die Einrichtung soll ein Stadtviertel beleben, das bislang von einer Fabrik beherrscht war.

Mit Stefan Sagmeister Für den Auftritt im ÖsterreichPavillon in Venedig, in diesem Bau von Josef Hoffmann und Robert Kramreiter aus den 1930er-Jahren,

mitbringen, die LAAC-Architekten mit Kathrin Aste und Frank Ludin, die auch in der Stadtentwicklung tätig sind, und der Vorarlberger Stefan Sagmeister, der sein Design-Büro in New York mittlerweile gemeinsam mit Jessica Walsh leitet. Während die Architekten Perspektiven, Probleme und Lösungen aufzeigen bzw. die hohe Verantwortung, die sie haben, darstellen, soll Sagmeister, der zwischenzeitlich auch als Ausstellungs- und Filmemacher international reüssieren konnte, ein Wohlfühlambiente kreieren. Sagmeister hat im Übrigen auch keinerlei Scheu vor dem Begriff Schönheit. Die Auseinandersetzung mit dem, was positive Gefühle erzeugt, sieht er als Herausforderung, der es sich zu stellen gilt. Er wird das in Venedig tun und auch bei weiteren Projekten. CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.at 05572 501-225

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