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Bregenzer Festspiele 2019 17. Juli 2019

Erzählerische Kraft Große Oper, wie es sie sonst nirgendwo gibt.

Gleich zwei Mal Ein berühmter Roman und seine Folgen.

Starke Frauen Kauffmann, Wacker, Fleury, Schnell etc. Bregenzer Festspiele 2019

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Mit erzählerischer Kraft klappt das auch mit der Kunst und dem Anspruch „Puccini hätte seine Freude daran gehabt, Wagner sowieso, bei Verdi bin ich mir nicht ganz so sicher.“ Gemeint ist die Übertragung ihrer maßgeblichen Werke in einen Raum und in einer Art, die zu Lebzeiten der genannten Komponisten noch nicht vorstellbar war. Musik von allen dreien erklang bereits auf der Seebühne. Obiger Satz stammt von Intendantin Elisabeth Sobotka, die sich erstmals in der Geschichte der Bregenzer Festspiele für „Rigoletto“ als Seebühnenstück entschied. Dort sind die Sänger auf eine Tonanlage angewiesen, die allerdings, wie jederman bestätigt, zu den besten der Welt zählt, mehr noch, eine Vorreiterposition hat. Denn für ihr AkustikSystem arbeiten die Festspiele nicht nur mit entsprechenden Experten, sondern auch mit den international anerkannten Tüftlern der Branche.

Die Stimmen werden nicht verändert, sondern für den großen Raum verstärkt. Auch für die Seebühne gilt es, die ideale Stimme für die jeweilige Partie zu haben. Für „La donna è mobile“, die berühmte VerhöhnungsArie des Herzogs, oder „Caro nome“, die etwas weniger, aber immer noch sehr bekannte Arie der Gilda, haben namhafte Persönlichkeiten die Latte hochgelegt. Das gilt im Besonderen für die Seebühne. Nahezu 7000 Menschen sitzen jeden Abend auf der Tribüne, etwa 192.000 sollen, so das Wetter mitspielt, am Ende der Saison dabeigewesen sein. Die Zahlen sprechen für sich. Das sind nicht nur die eingefleischten Opernkenner. Mit dem Begriff „Oper für alle“ kann Philipp Stölzl, der deutsche

Regisseur und Bühnenbildner, der sich erstmals ein Konzept für die Bregenzer Festspiele bzw. den See ausgedacht hat, viel anfangen. Die Französin Mariame Clément, die Massenets „Don Quichotte“ im Festspielhaus umsetzt, wird noch deutlicher: Opern auf eine Elite oder einen Kennerkreis zuzuspitzen, das sei aufgrund der hohen Kosten solcher Produktionen und der öffentlichen Mittel, die dafür in Anspruch genommen werden, nicht vertretbar. Das heißt, dass Musiktheaterunternehmen sich gefälligst zu bemühen haben, auf das Publikum zuzugehen. Nicht mit plakativen Mitteln und banaler Nivellierung, sondern mit erzählerischer Kraft, Ideen und Berücksichtigung des hohen Anspruchs. Dann klappt das auch mit Verdi, der Kunst und dem Auftrag, CHRISTA DIETRICH den man hat.

Impressum | Konzept, Redaktion: Christa Dietrich | Grafik: Johanna Zaremba | Autoren: Christa Dietrich, Veronika Fehle, Ariane Grabher, Fritz Jurmann, Miriam Sorko | Fotos: Ariane Grabher, Arno Declair, Bregenzer Festspiele, Dietmar Stiplovsek, Frederick Sams, Roland Paulitsch, Oliver Lerch, Philipp Steurer, Klaus Hartinger, Shutterstock | Erscheinungstermin: 17. Juli 2019

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„Ich glaube an die Freiheit und den Reichtum der Künste“ Bei Philipp Stölzl spielt „Rigoletto“ im Zirkus, mit einem Clown und starkem Gegenwartsbezug. Der Herzog ist ein Zirkusdirektor, Rigoletto der Clown, Gilda eine Luftakrobatin, der Mörder Sparafucile ist ein Messerwerfer und der Graf und die Gräfin Ceprano sind Jongleure. Philipp Stölzl, der deutsche Regisseur, Bühnenbildner und Filmemacher verlegt Verdis Oper „Rigoletto“ in eine Zirkuswelt. Dass sich das 1851 uraufgeführte Werk, das auf Victor Hugos „Le roi s’amuse“ zurückgeht, für die Seebühne eignet, war ihm sofort klar, als die Anfrage von Intendantin Elisabeth Sobotka kam. Den riesigen Clownskopf mit dem Ballon, diese wie eine Marionette bewegbare Figur, hatte er aber nicht sofort vor Augen. „Es war ein langer Prozess, ich habe die Musik gehört, Bilder recherchiert, das Stück analysiert und Skizzen gemacht.“ Herausgekommen sei erst einmal etwas ganz anderes als das, was man nun sieht. Im zweiten Anlauf kam dann die Marionette ins Spiel. „Ich habe es als schönen Prozess empfunden, dass es hier bei diesen Festspielen eine große Lust gibt, alle zwei Jahre etwas Besonderes zu machen. Man hat das Gefühl, dass man umso mehr Begeisterung und Leidenschaft entfacht, je kreativer und verrückter die Ideen sind, mit denen man hier ankommt.“ Es werde mit jeder neuen Produktion am See ein Monumentalprojekt hingestellt, das Weltklasse hat. „Diese Art von großer Oper gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.“ Stölzl, der an vielen großen Häusern inszeniert und nun gerade den Film „Ich war noch niemals in New York“ fertiggestellt hat, kam vor gut

zehn Jahren erstmals nach Bregenz. Damals spielte man „Tosca“, diese Art, Opern umzusetzen, hat ihn sofort fasziniert: „Ich gebe zu, ich war immer schon ein Fan von Bregenz“, sagt er heute. Unter Kollegen sind diese Festspiele ein großes Thema, aber es scheiden sich die Geister. Opernpuristen lehnen bereits die Verstärkung durch die Tonanlage ab und man müsse das große Spektakel mögen und es aushalten, dass man kein feines psychologisches Spiel umsetzen kann. Stölzl mag das Spektakel, er attestiert der Tonanlage höchstes Niveau und nimmt an, dass Verdi die Möglichkeiten genutzt hätte, wenn sie ihm zur Verfügung gestanden wären. „Ich glaube an die Freiheit und den Reichtum der Künste. Ich habe mit Anna Netrebko in Berlin ,Il trovatore‘ gemacht, es war ein unfassbares Erlebnis, diese Stimme in diesem kleinen Schillertheater zu erleben. Hier gibt es die modernste Technik und es klingt fast noch besser als im Opernhaus. Das ist eine andere Form von Oper. Die Glaubenskriege, was die wahre Oper ist, mag ich nicht.“

Komisch und grausig Jedenfalls hält Philipp Stölzl das Stück von einem Herzog, der reihum Frauen verführt und von seinem Handlanger Rigoletto, dem auf das Schlimmste mitgespielt wird, für sehr aktuell. „In letzter Zeit werden die Fragen nach Machtmissbrauch dringlicher gestellt.“ Was komisch und burlesk gemeint ist, das soll auch bei ihm albern bleiben, fast wie in einer Shakespeare-Komödie, Vor-

kommnisse, die grausig sind und mit Missbrauch zu tun haben, die sollen auch so gezeigt werden. „Dass der Narr Täter und Opfer zugleich ist, das lässt sich fast in jedem hierarchischen System erzählen. Wenn man das in einem historischen Gewand macht, also an einem RenaissanceFürstenhof, dann sagt uns das nicht mehr viel. Das schien mir zu weit weg. Als Koordinatennetz, in dem klar ist, wer oben ist und wer unten, war es für mich brauchbar, das Stück auf ein Urthema zurückzuführen, auf das Marionettenspiel, und da hat sich diese Zirkus- und Theaterwelt ergeben. Mit dem Zirkus hast du eine ganz klare Hierarchie.“ Eine bunte Welt, könne sich auch als sehr vergiftet herausstellen. „Ich mag es gerne, wenn die Oper ein bisschen in eine unbekannte, wundervolle Welt entführt. Ich finde es schön, wenn die Stücke einen Gegenwartsbezug haben, aber ich findet es auch schön, wenn man den Zauber bedient.“ Dass er auf der Seebühne Sängerinnen und Sänger braucht, die bereit sind, vieles mitzumachen, war klar. Man habe das Team frühzeitig auf die Herausforderungen vorbereitet. Stölzl hatte sich jeweils Alternativen überlegt, wenn das Begehen der verschiedenen Ebenen und manche nahezu halsbrecherischen Aktionen nicht umsetzbar gewesen wären. Doch alles habe funktioniert, die gute Stimmung bei den Proben mit seinem „tollen Team“, zu dem als Co-Regisseur Philipp Krenn und als Co-Bühnenbildnerin Heike Vollmer zählen, habe alle

mitgerissen. Abgesehen davon gelinge es dem Team in Bregenz nicht nur Vertrauen aufzubauen, die ganze Anlage habe einen enorm hohen Sicherheitsstandard. „Es ist auch mein Anliegen, dass man eine solche Produktion so hinbekommt, dass niemand Risiken eingeht.“ Dass alles so spektakulär daherkomme, sei auch ein Ergebnis von Besonnenheit.

Zweigs „Schachnovelle“ Philipp Stölzl, geboren 1967 in München, ist auch Regisseur von Filmen wie „Der Medicus“ oder „Winnetou – Der Mythos lebt“. „Ich war noch niemals in New York“ kommt im Herbst in die Kinos. Die Arbeit an Musikvideos hat er beendet. Der Markt habe sich verändert und vielleicht sei er auch aus diesem Alter raus. Das nächste Filmprojekt ist die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig. Pause gönnt er sich heuer keine, denn am Theater Basel, wo er bereits oft tätig war, inszeniert er die Saisonauftaktproduktion, nämlich „Andersens Erzählungen“, ein Auftragswerk mit Musik von Jherek Bischoff. „Ich suche auch abseits der klassischen Oper nach Stoffen, ich finde es reizvoll, wenn man nicht gleich weiß, wohin es geht“, sagt der Familienvater, der erläutert, dass der Dreh nur etwa zehn Prozent der Arbeit an einem Film ausmacht. „Filmen fängt mit einem leeren Blatt Papier an. Die Kinder gehen in die Kita und ich sitze dann am Schreibtisch und arbeite wie viele Menschen in anderen BeCHRISTA DIETRICH rufen auch.“

Philipp Stölzl zur Bregenzer Seebühne: „Diese Art von großer Oper gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.“

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„Augen auf, Ohren auf, den Rest überlassen Sie mir“ Männerbilder haben schon vor Jahrhunderten beschäftigt, weiß Mariame Clément. „Wenn man das, was die Titelfigur so interessant macht, in einem Satz zusammenfassen könnte, dann wäre der Roman nicht so genial“, bringt es Mariame Clément auf den Punkt. Die französische Regisseurin hat überhaupt kein Problem damit, wenn ihr Zögern bei der Anfrage von Elisabeth Sobotka, ob sie denn die Oper „Don Quichotte“ von Jules Massenet inszenieren mag, nun thematisiert wird. „Es beweist, dass man nie wissen kann, was ein Stück mit einem macht und was man mit einem Stück macht.“ Es zeige zwar den Instinkt von Intendanten, wenn die sich vornehmen, diese und jene Künstler für eine Produktion zusammenzubringen, andererseits lag die Schwierigkeit für Mariame Clément darin, dass der Verrat an Miguel de Cervantes in dieser Oper so groß ist. Mittlerweile kann sie über der Meinung, dass bei Massenet und seinem Librettisten Henri Cain „ein genialer literarischer Stoff so radikal vereinfacht wird“ stehen, denn gerade der ursprüngliche Stoff habe ihr so viel Futter gegeben, dass er nun in der Arbeit präsent ist. Der Roman erlaube ihr zudem, die Freiheit, die Oper, die im Jahr 1910 in Monte Carlo uraufgeführt wurde, nun in Episoden unterteilt zu erzählen. „Ich ändere Perspektiven, wechsle von einer zur anderen,

ich zeige den Mann von außen und so, wie er die Realität wahrnimmt.“ Cervantes lasse das zu, denn der Autor offenbare uns, dass Don Quichotte weiß, dass er Quatsch erzählt: „Was ich sonst bei Massenet so interessant finde, ist diese Heldenfrage. Muss ein Mann männlich sein? Was ist ein Held? Man glaubt, das sei eine moderne Frage, sie ist es aber nicht. Die Sehnsucht nach den Heldenfiguren ist immer da. Wo die Zeit ist, in der Männer noch Männer waren, das hat man sich auch um 1600 gefragt.“

Subtilität und Tiefe Don Quichotte weiß also, dass er lächerlich wirkt, wenn er Männlichkeit imitiert. Was für ein Typ ist aber dann Sancho, diese eher geerdet erscheinende Figur? „Er ist genervt, er macht sich lustig, aber wenn Don Quichotte nicht da ist, dann hat er auch keinen Stoff zum Träumen“, erklärt Mariame Clément: „In dieser Oper ist mehr Subtilität und Tiefe als ich am Anfang gedacht hatte.“ Dann gibt es in der Oper noch die Figur der Dulcinée, die im Roman gar nicht existiert. Dort bestimmt Don Quichotte nur eine Frau zu seiner Dame, weil ein Ritter eine Dame braucht. „Das ist eine reine Projektion, die viel aussagt über die Liebe, die eine Illusion ist.“ Die Dulcinée sei in der Oper

platt gezeichnet, im zweiten Teil habe sie aber eine Arie, die anders ist, diesen Moment habe die Regisseurin herauszuarbeiten versucht, um der Figur gerecht zu werden.

Eine Entdeckung Clément hat unter anderem in Paris und Berlin studiert, unterrichtet, u. a. an der Staatsoper Unter den Linden mit Regie-Hospitanzen Erfahrungen gesammelt, in Lausanne zu inszenieren begonnen und lebt mittlerweile in Paris. In Straßburg hat sie im Dezember letzten Jahres die Opernentdeckung „Barkouf“ von Jacques Offenbach inszeniert. Es handelt sich um ein musikalisch wunderbares, inhaltlich sowohl witziges als auch hochpolitisches Werk des Komponisten, das nach der Uraufführung in Paris nur nie mehr gespielt wurde, weil die Partitur verloren ging. Nach der Wiederentdeckung unter Intendantin Eva Kleinitz in Straßburg, wird die Produktion demnächst noch an der Oper in Köln gezeigt. Clément geht davon aus, dass das Werk, das für das Schaffen von Offenbach von Bedeutung ist, gute Chancen hat, ins Repertoire der Opernhäuser zu kommen. Dort sind spezifische Mechanismen wahrzunehmen. Allen Musiktheaterunternehmen stelle sich aber die Herausforderung der

Kunstvermittlung. Die Tatsache, dass die meisten Leute erst ab einem gesetzteren Alter damit beginnen, in die Oper zu gehen, kommentiert die erfahrene Regisseurin pragmatisch: „Für mich ist das eine ethische Frage. Die Oper ist eine hoch subventionierte Kunstform. Opern zu realisieren kostet viel Geld, wenn das nur die Unterhaltung für eine Elite sein soll, dann finde ich das politisch und demokratisch nicht in Ordnung. Bedingt durch die Geschichte stehen Opernhäuser meist an einem zentralen Ort in einer Stadt, viele Menschen denken, dass sie aufgrund der repräsentativen Architektur da nicht hineingehören. Das Gegenteil ist der Fall, die Menschen sollen das Gefühl haben, dass sie da hineingehen dürfen. Mir ist es wichtig, stets zu betonen, dass die Oper für alle da ist.“ Sie sei nicht elitär, sondern habe das Potenzial, eine populäre Kunstform zu sein. „Kein Mensch sagt, ich lese keine Romane, weil ich kein Literaturstudium absolviert habe. Zur Oper sagen viele, sie kennen sich da nicht aus, darum gehen sie nicht hin. Man muss sich nicht auskennen, sondern nur reingehen und bereit sein, sich eine Geschichte erzählen zu lassen. Ich sage immer: Augen auf, Ohren auf und den Rest überCHRISTA DIETRICH lassen Sie mir.“

„Don Quichotte“ wird auf mehreren Zeitebenen erzählt und in Episoden unterteilt.

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Noch ein „Don Quichotte“ Rund 200 Kinder machten ihr Theaterstück. Während die Erwachsenen in den Genuss der Aufführungen von „Don Quichotte“ im Festspielhaus und „Don Quijote“ im Kornmarkttheater kommen, beschäftigten sich Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren ebenfalls mit der bekannten literarischen Figur im Roman von Miguel de Cervantes. Der aus Vorarlberg stammende Musiker und Produzent Simon Kräutler (45) schrieb für die neu gewonnenen Theaterfreunde das kindgerechte Stück „Don Quichotte Junior“ und komponierte die Musik. Neben Kuschelmonstern und Windmühlen traf Don Quichotte Junior auf seiner Reise auch auf Schafe und andere fantasievolle Figuren. „Die Theaterarbeit soll den Kindern spielerisch vermit-

telt werden“, sagt Kräutler und fügt hinzu: „Sie können kreativ sein und ihre eigenen Gedanken einbringen.“ In der Schule Weidach in Bregenz stellten die Kinder gemeinsam mit zahlreichen Betreuerinnen und Betreuern das Theaterstück auf die Beine. Jeweils 40 Kinder besuchten im Rotationsverfahren fünf verschiedene Workshops. Sie bastelten Kostüme, studierten Choreografien ein und entwickelten ein farbenfrohes Bühnenbild. Gemeinsam mit der Pädagogin Sue Bachmann, die wieder die musikalische Leitung innehatte, übten sie Lieder ein. Den Abschluss bildete die gelungene Aufführung des Stücks vor einem begeisterten MIRIAM SORKO Publikum.

Das „Fest des Kindes“ wurde von dem ehemaligen Festspiel-Intendanten Alfred Wopmann ins Leben gerufen.

Kondition wird verlangt Die Partie des Don Quichotte ist enorm lang.

Gábor Bretz singt in Bregenz die Partie, die für den StarBassisten Schaljapin geschrieben wurde.

Jules Massenet hat nach der Uraufführung der Oper „Don Quichotte“ einiges einstecken müssen. Grundsätzlich darf man zwar von einem Erfolg sprechen, doch Kritiker erachteten die Musik als parfümiert, sentimental und wer weder Klischees noch Unverschämtheiten scheute, bezeichnete die Partitur gar als Frauenmusik. Der junge israelische Dirigent Daniel Cohen wird die Aufführungen in Bregenz musikalisch leiten. Er erachtet das Werk als „unglaublich gut für das Orchester geschrieben“. Das Sentimentale, so man diesen Ausdruck überhaupt verwenden wolle, habe seine Bedeutung, grundsätzlich gehe die Musik aber in die Tiefe, entspreche dem Gehalt der Geschichte.

Die Titelrolle wurde einst dem russischen Star-Bassisten Fjodor Schaljapin sozusagen in die Kehle geschrieben. Er sang die Uraufführung in Monte Carlo und wurde ob seiner Ausdrucksfähigkeit gefeiert. Eine Herausforderung für Gábor Bretz, den die wundervollen Melodien begeistern und der davon ausgeht, dass sich Massenet sehr an den Vorstellungen und Möglichkeiten des Sängers orientiert hat. „Schaljapin muss viel Kondition gehabt haben“, sagt er. Die Partie ist enorm lang. Vergleiche inhaltlicher Art hat Bretz auch schon gezogen: „In Don Quichotte erkenne ich immer wieder bestimmte Charakterzüge von Don Giovanni und Herzog Blaubart.“

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Von Lügen, Sex und Freundschaft Schnitzler und Miguel de Cervantes kommen zwei Mal. Die Behauptung, dass Arthur Schnitzlers „Reigen“ nicht mehr aktuell sei, hält Bernhard Lang für hinterfragbar. Es handelt sich um das legendäre Stück, das sein Urheber nach Störaktionen bei den ersten Aufführungen nach der Premiere in Berlin mit einem Bühnenverbot belegte. Schnitzler, der die Handlung in einem Ambiente mit Dienerschaft, Herren und wenig selbstbewussten Frauen spielen lässt, sei es darum gegangen, dass hier beinahe jede Person ihr Gegenüber, das heißt, den Menschen, mit dem sie sexuell verkehrt, anlügt. Die szenenimmanente „Wiederholungsstruktur von Verführung, Sex und Postludium“ mache das Stück höchst affin für die „auf differenten Loops basierende Kompositionstextur“, erklärte der österreichische Komponist bei der Uraufführung seines Werks. Diese fand vor einigen Jahren im Schlosstheater Schwetzingen im Rahmen der dortigen Festspiele statt, die im Großen und Ganzen der zeitgenössischen Musik gewidmet sind. Michael Sturminger hat das Libretto verfasst. Damals wurde die Anord-

nung von Bühne und Parkett einfach umgedreht. Obwohl diese Idee nicht zwingend prolongiert werden müsste, ist es erstaunlich, dass das Werk von Bernhard Lang (geb. 1957) noch nie in Österreich gelandet ist. Die Bregenzer Festspiele machen sich für die Oper stark und holen sich mit Alexandra Liedtke eine Regisseurin, die bereits am Zürcher Schauspielhaus, am Wiener Burgtheater und im Theater in der Josefstadt arbeitete, wo sie unter anderem Schnitzlers „Liebelei“ inszenierte. Neben dem „Rigoletto“ auf dem See, „Don Quichotte“ im Festspielhaus, „Eugen Onegin“ im Theater am Kornmarkt, wo wiederum junge Sängerinnen und Sänger zum Einsatz kommen, hängt die Oper „Der Reigen“ aber nicht in der Luft, die Musicbanda Franui hat sich ebenfalls mit Schnitzlers Sexszenen befasst. Das Ergebnis gibt es im Festspielhaus mit gelesenen Texten von Sven-Eric Bechtolf und Regina Fritsch.

Zwei Kaliber Eine Musik-Text-Kombination besonderer Art steht am Beginn einer hoffentlich längeren Freundschaft.

Mit dem Schauspiel „Don Quijote“ kommt das Deutsche Theater Berlin wieder zu den Festspielen.

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Nachdem das Deutsche Theater Berlin bereits vor Jahren einmal Schauspielpartner der Bregenzer Festspiele war, ist es umso erfreulicher, eine neue Produktion der renommierten Bühne in Österreich zu haben. Als ob sie es geplant hätten, passt „Don Quijote“ als Ergänzung zur Oper „Don Quichotte“ ins Konzept. Der junge deutsche Autor Jakob Nolte hat aus dem Roman von Miguel de Cervantes geschöpft und die Essenz derart für die Bühne adaptiert, dass man mit zwei Schauspielern das Auslangen findet. Es müssen allerdings Kaliber sein. Keine Frage, in der Inszenierung von Jan Bosse agieren Ulrich Matthes und Wolfram Koch. Abgesehen vom Erfolg ihrer Produktion möchte man auch aufgrund des hohen Wertes der musikgeschichtlichen Aufarbeitung von Nikolaus Habjan und Paulus Hochgatter mit dem Schauspiel „Böhm“, das im Vorjahr gezeigt wurde, auf die beiden Künstler in Bregenz nicht verzichten. Muss man nicht, Habjan kommt wieder und hat eine kurze Szene für seine Narrenpuppe CHRISTA DIETRICH dabei.


Nicht umsonst ist es das „beste Buch der Welt“ Warum sich Don Quijote und sein Schöpfer ähnlich sind. Einen Kampf gegen Windmühlen hat wohl jeder schon einmal geführt. Dass diese Windmühlen etwas mit dem „Ritter von der traurigen Gestalt“ zu tun haben, das interessiert in diesen Momenten zwar überhaupt nicht, das weiß man aber trotzdem. Denn sie haben sogar den Sprung aus der Literatur in den ganz alltäglichen Sprachgebrauch geschafft. Und das will doch was heißen. Konkret heißt es, dass an Cervantes‘ Roman „Don Quijote von der Mancha“ etwas dran ist. Nicht umsonst grübeln seit stolzen vier Jahrhunderten kluge Köpfe über den Absichten dieses Autors und seines Don Quijotes. Ohne sich wirklich einig zu werden, muss man wissen. Aber vielleicht wird man damit Don Quijote sowieso viel gerechter. 1605 erschien der erste Teil der ritterlichen Abenteuer, 1615 der zweite. Beide Teile brachten Miguel de Cervantes Ruhm und Reichtum. Der Erfolg kam schnell – nur Wochen nach Erscheinen des ersten Bandes kursierten bereits die ersten Raubdrucke – und der Erfolg verflog schnell. Oder zumindest das Geld. Doch dazu später. Bevor man nämlich zu Don Quijotes „Vater“ kommt, ist noch sein Ritter an der Reihe. Der führt seine Leser nämlich von Anfang an immer wieder in die Irre zwischen Realität und Illusion. Rein technisch betrachtet ist Don Quijote einem „echten“ Ritter übrigens gar nicht so unähnlich. Ritterromane boomten nämlich bis zur Zeit eines Cervantes und darüber hinaus. Dabei ist das Strickmuster im Kern meist dasselbe. Ein Ritter zieht aus, besteht diverse Abenteu-

er, kehrt zurück, wird sesshaft, was ihm nicht immer gut bekommt und muss ein zweites Mal ausziehen, um endgültig geläutert zu werden. Eine doppelte Aventurekette nennt sich diese Konstruktion. Und siehe da, diese Grundstruktur findet sich auch bei Cervantes. Sein Held allerdings steckt mehr Prügel als Ehre ein, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass seine Gegenspieler nur für ihn Gestalt annehmen. Das fängt schon bei seiner Holden an. Dulcinea, das unerreichbare Sehnsuchtsbild, ist doch nur ein Bauernmädchen, das Don Quijote in seiner Jugend einmal sah – und seitdem nie wieder. Das geht weiter mit seinem stolzen Ross, das eher einem Gaul gleicht und das endet bei den Rittern, Burgherren und angriffslustigen Riesen, die allesamt Bauern, Gastwirte oder eben Windmühlen sind.

auch behaupten, dass er damit die damals gängige Meinung stützte, dass ein zu viel an Lektüre den Kopf verneble und Don Quijote ein Opfer der Literatur sei. Genauso aber könnte man behaupten, dass Cervantes, indem er das Treiben so zuspitzt doch nur vorführe, wie absurd diese Warnungen vor dem Lesen seien. Auch die Frage, ob denn Don Quijote wahnsinnig ist oder nicht viel mehr seine Umwelt, die den schrägen Vogel immer wieder in die Normalität zwingen will, ist berechtigt. Ganz egal aber, welcher Fraktion man angehört: Das Lesen des Romans ist ein Erlebnis. Nicht umsonst wurde er 2002 zum „besten Buch der Welt“ gekürt.

Miguel de Cervantes selbst ist seinem Helden übrigens gar nicht so unähnlich. Abenteuer hatte nämlich auch er zu bestehen – und WindDie Grenzen gedehnt mühlen fanden sich auch bestimmt Stellt sich die Frage, ob Don Quidarunter. Seine Familie war das, jotes Streben weniger real ist, nur was man verarmten spanischen weil er die Grenzen des allgemeinAdel nennt. Sein Vater war ein Wanhin als vernünftig Geltenden etwas derchirurg und den Sohn schickte dehnt. Immerhin darf man ja auch man zum Studium der Theologie nicht vergessen, dass Don Quijonach Salamanca und Madrid. Die te selbst „nur“ Erfindung, sprich Flucht vor der Justiz trieb Cervantes Figur in einem Roman, ist. Dieses nach Rom und später zur Armee. Spielchen macht Miguel de CerEr kämpfte in der Schlacht von Levantes ganz offensichtlich Spaß. Im panto, wurde als Sklave nach Algier zweiten Teil seines „Don Quijotes“ verschleppt, kehrte heim, heiratete, treibt er es sogar noch bunter, intrennte sich und schrieb. Völlig verdem alle, denen Don Quijote und armt starb Miguel de Cervantes am sein treuer Begleiter Sancho Panza 22. April 1616 in Madrid. Lange Zeit begegnen, davon erzählen, dass sie galten seine sterblichen Überreste den Cervantes‘ Roman bereits mit sogar als verschollen, bis sie 2015 – großer Freude gelesen hätten. pünktlich zum darauffolgenden Cervantes-Jahr – schließlich auf dem Man könnte nun also sagen, dass Klostergelände der Unbeschuhten Miguel de Cervantes mit seinem Trinitarierinnen wiederentdeckt Bregenzer Festspiele 2019 9 Helden die klassischen Ritterromawurden. Perfektes Timing nennt VERONIKA FEHLE ne aufs Korn nimmt. Man könnte man das wohl.


Foto: © Anja Köhler

BREGENZER FESTSPIELE 2019 IM ORF


ORF-REGIONALRADIOS ÖSTERREICHWEIT

RADIO ÖSTERREICH 1

Sonntag, 14. Juli, 10.00 Uhr (live) Festspielgottesdienst aus der Pfarrkirche Herz Jesu in Bregenz mit dem Symphonieorchester Vorarlberg, Solisten der Bregenzer Festspiele und den Kirchenchören Herz Jesu Bregenz und St. Karl Hohenems

Donnerstag, 18. Juli, 19.30 Uhr (Premiere, live) Jules Massenet: „Don Quichotte“ Wiener Symphoniker, Prager Philharmonischer Chor Dirgent: Daniel Cohen Freitag, 19. Juli, 10.05 Uhr Intrada Festivalmagazin

ORF RADIO VORARLBERG Mittwoch, 17. Juli, 9.00–21.00 Uhr (live) ORF Radio Vorarlberg aus dem gläsernen Studio am Platz der Wiener Symphoniker in Bregenz Montag bis Sonntag Sonderberichte im gesamten Tagesprogramm

FESTSPIELFRÜHSTÜCK DES ORF VORARLBERG Sonntag, 14. Juli, 9.30 Uhr, Seefoyer Festspielhaus Bregenz Mariame Clément, Regisseurin „Don Quichotte“ Sendetermin: Montag, 15. Juli, 20.00–21.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 21. Juli, 9.30 Uhr, Seefoyer Festspielhaus Bregenz Heike Vollmer, Co-Bühnenbildnerin „Rigoletto“ Sendetermin: Montag, 22. Juli, 20.00–21.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 4. August, 9.30 Uhr, Seefoyer Festspielhaus Bregenz Jan Eßinger, Regisseur „Eugen Onegin“ Sendetermin: Montag, 5. August, 20.00–21.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg Sonntag, 18. August, 9.30 Uhr, Seefoyer Festspielhaus Bregenz Maximilian Hornung, Cellist Sendetermin: Montag, 19. August, 20.00–21.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg

Samstag, 3. August, 10.05 Uhr Klassik-Treffpunkt Dienstag, 27. August, 19.30 Uhr Konzert Symphonieorchester Vorarlberg Dirigentin: Ariane Matiakh Bariton: Wolfgang Stefan Schwaiger Violoncello: Maximilian Hornung Freitag, 1. November, 19.30 Uhr Konzert Wiener Symphoniker Giuseppe Verdi: Messa da Requiem Dirigent: Fabio Luisi

ORF-FERNSEHEN Eröffnung der Bregenzer Festspiele Mittwoch, 17. Juli, 10.15 Uhr (live) auf ORF 2, 3sat und vorarlberg.ORF.at, sowie 17.45 Uhr auf ORF III Montag, 21. Juli, 20.15 Uhr, ARD-alpha „Vorarlberg heute“ live aus Bregenz Mittwoch, 17. Juli, 19.00 Uhr, ORF 2 „Von Machtspielen und Windmühlen“ Freitag, 19. Juli, 18.30 Uhr, ORF 2 Giuseppe Verdi: „Rigoletto“ Freitag, 19. Juli, 21.15 Uhr, ORF 2 (live) Samstag, 10. August, 20.15 Uhr, 3sat Sonntag, 15. September, 20.15 Uhr, ORF III Jules Massenet: „Don Quichotte“ Sonntag, 15. September, 22.35 Uhr, ORF III Dokumentation „Rigoletto – Zirkusspektakel am Bodensee“ Sonntag, 21. Juli, 18.25 Uhr, ORF 2 Samstag, 10. August, 22.25 Uhr, 3sat

Ausführliche Berichte in der „Zeit im Bild“ und in „Vorarlberg heute“ während der gesamten Festspielzeit

„Kultur heute Spezial“ Freitag, 19. Juli, 19.45 Uhr, ORF III

vorarlberg.ORF.at


„La donna è mobile“ „Rigoletto“ bewegt auch die Jungen. Rund 5000 Jugendliche waren die ersten, die „Rigoletto“ auf dem See sehen konnten. Dass Opern auch ziemlich cool sein können, erfahren Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 26 Jahren beim Crossculture-Programm. Bei Führungen, die noch bis Mitte August stattfinden, können sie zudem die Seebühne erkunden und hinter die Kulissen blicken. Mit Theaterpädagogen erarbeiteten Kinder ab 9 Jahren Verdis Oper. Sie spielten Szenen nach, diskutierten über den Inhalt und brachten ihre Ideen ein. Es wurden unter anderem Workshops zu den Bereichen Gesang, Kreativität und Selbstverteidigung angeboten. Bei

der Crossculture-Week konnten Jugendliche gemeinsam mit MusikProfis Songs einstudieren. „Sie können musikalische Experimente wagen und sich für ihren Auftritt vor dem Festspielhaus vorbereiten“, erklärt Workshop-Leiter Andy Mayerl (46). Und welchen Eindruck hat „Rigoletto“, dieses Spektakel auf der Seebühne gemacht? Die akrobatischen Einlagen, die Musik und vor allem die Erkenntnis, dass die Geschichte hochaktuell ist und für eine alte Form der aktuellen #metoo-Bewegung steht, überzeugte die Jugendlichen. Insbesondere an der Arie „La donna è mobile“, die turbulent und hintergründig inszeniert und fast jedem bekannt ist, MIRIAM SORKO erfreuten sie sich.

Das Kinder- und Jugendprogramm Crossculture wird seit dem Jahr 1996 umgesetzt.

Hallo Sommerfrischler Auch im Oberland gibt es Kunstausflugsziele. Während Miriam Bajtala in der Galerie allerArt in Bludenz Mixed-Media-„Versammlungen“ installiert, heißt die Ausstellung im Kunstforum Montafon verheißungsvoll „Sommerfrische“. Das Material ist einfach, die Idee großartig: Sommerliche Szene von Maria Bussmann.

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Unter dem charmant-verstaubten Begriff versammelt die Schau in der alten Schrunser Lodenfabrik zeitgenössische Positionen, die mit Nostalgie aufräumen und sich mit den touristischen Begleiterscheinungen unserer Gegenwart auseinandersetzen. Zum 70-jährigen Bestehen von Montafon Tourismus soll die Ausstellung an die Zeit erinnern, als die Sommerurlauber der Talschaft weit höhere Nächtigungszahlen bescherten als der viel jüngere Winter-

tourismus. Die Arbeiten verweisen aber auch auf die aktuelle Entwicklung im Sommertourismus, für den ständig neue Attraktionen errichtet werden müssen. So beschäftigt sich Michael Goldgruber in seiner Fotoserie „Look Out Constructions“ mit der Vereinnahmung und Medialisierung von Landschaft, während Maria Bussmann fragile Objekte aus einfachsten Materialien wie Draht, Papier, Faden und Farbe formt, die im Miniaturformat einen Wanderweg oder Wasserfall darstellen. Da wäre auch ein Eis-Bär – eine Aktion, bei der das Künstlerduo zweintopf einer Bärenskulptur im öffentlichen Raum Eisklötze in die Pranken legt. Zwischen Heiterkeit und Kritik tun sich Abgründe auf. ARIANE GRABHER


Reifeprozesse, die zu berühren vermögen Von Silvie Fleury zu Angelika Kauffmann und Christoph Lissy.

Der berühmten Malerin Angelika Kauffmann ist im Vorarlberg Museum zu begegnen.

Als Fashion-Lady der Kunstszene, die das Konsumverhalten der Menschen ebenso kritisch hinterfragt wie Marketingmechanismen und dabei mit so viel Glamour auffährt wie die, die sie im Visier hat, wurde Silvie Fleury in den 1990er-Jahren schlagartig bekannt. Mit ihrer Präsenz im Kunstraum Dornbirn ist zweifellos ein Coup gelungen. Sogar mehr als das, denn während man rätseln konnte, welches Luxusprodukt es nach der Präsentation der riesigen Schminkpaletten denn sein könnte und auch etwas in eine andere Richtung dachte, weil die Ausstellung den Titel „IO“, also „Ich“ trägt, darf man dem riesigen Selbstbildnis in der Montagehalle mit einem anerkennenden Wow begegnen. Dieser Raum bei der inatura verlangt nach dem sprichwörtlichen Malen mit dem großen Pinsel, das bei genauem Hinschauen aber nicht platt werden darf. Mit „IO“ hat die Schweizer Künstlerin geliefert. Der Effekt ist da und das Werk, das den Sommerausstellungsreigen perfekt ergänzt, hält

dem Nähertreten stand. Abgeleitet von den Memojis, mit denen jeder seiner Selbstdarstellungslust nachkommen kann und deren Erstellung von den Kids – und nicht nur von diesen – so selbstverständlich beherrscht wird wie das Zubinden der Schuhe, hat sie eine rund acht Meter hohe, aufblasbare Büste erstellen lassen. Das eigene Bild ist damit total überdimensioniert und zugleich verniedlicht. Sie geht auf Distanz, lässt die Besucher aber auch nah heran, quasi am Privatleben teilhaben, das sich in Genf mit einer Katze im Haushalt abspielt, die den Status der Mitbewohnerin hat. Bei der intimen Handlung wie dem Zähneputzen mag man an banale Postings denken. Aber hoppla, bei Silvie Fleury ist alles so doppelbödig, dass das Examinieren immer mitspielt.

Herkunft Mit Selbstporträts hat die aus dem Bregenzerwald stammende Malerin Angelika Kauffmann (1741– 1807) nicht gegeizt. In der aktuellen

Ausstellung im Vorarlberg Museum in Bregenz, die zum großen Teil mit Werken aus Privatsammlungen zusammengestellt wurde, findet sich auch jenes „Selbstbildnis im Alter“, das die Reihe der frühen Arbeiten, die sie als Jugendliche zeigen oder Werke, in denen sie ihre Herkunft oder ihre Auseinandersetzung mit Literatur und der antiken Mythologie thematisiert, bestens ergänzt. Ein Abstecher ins Kauffmann-Museum in Schwarzenberg konfrontiert zudem mit den Anfängen und der Reife der Künstlerin anhand religiöser Szenen. Kontemplation und die Beschäftigung mit prägenden Personen bietet Christoph Lissy (geb. 1957) im Vorarlberg Museum. Er zählt zu den namhaften Vorarlberger Bildhauern und erzählt im Atrium des großen Hauses am Kornmarkt von Bruno Gironcoli, Miles Davis, Ludwig van Beethoven oder Ereignissen, die ihn berührten, forderten und veränderten und die unweigerlich zu berühCHRISTA DIETRICH ren vermögen.

Wow-Effekt zum Nachdenken: Arbeit von Silvie Fleury im Kunstraum Dornbirn

Politisch brisant Arte Povera, Komponistinnen, Ruth Schnell. Das Kunstmuseum in Vaduz verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Werken, die der Arte Povera zuzuordnen sind. In der Ausstellung „Entrare nell‘ opera“ geht es weniger um die Konfrontation mit Arbeiten von namhaften Vertretern wie Mario Merz, Michelangelo Pistoletto, Luciano Fabro oder Marisa Merz als um fotografische und filmische Dokumente, die die performativen Aspekte sowie theatralen Handlungen und Aktionen von den späten 1950er-Jahren bis herauf in die 1970er-Jahre in den Fokus rücken. „MusicaFemina“, wissenschaftlich aufbereitet von der Musikexpertin Irene Suchy, zählt zu den Projekten, von denen man bereits hörte, die man aber gerne auch einmal in Vor-

arlberg hat. Die Verantwortlichen im Bildraum Bodensee in Bregenz springen zu einer Zeit ein, in der Bregenz und die Region festspielbedingt stark im Zeichen der Musik stehen. Entstanden ist die informative Dokumentation über weibliches Musikschaffen und -vermitteln, wobei die Österreicherinnen Johanna Doderer und Olga Neuwirth selbstverständlich vertreten sind. Die Verantwortung von Wissenschaftlern thematisiert die Vorarlberger Künstlerin Ruth Schnell in einem medial und inhaltlich vielschichtigen, hoch brisanten Projekt über die Chemiker Fritz Haber und Clara Immerwahr in der Galerie Lisi Hämmerle. Digitale Kunst konfrontiert mit politischem Theater.

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entrare nell’opera

Composition ’19

Thomas Struth in der Hilti Art Foundation

Prozesse und Aktionen in der Arte Povera 7. Juni – 1. September 2019

12. April – 6. Oktober 2019 Thomas Struth, Paradise 30, Rio Madre de Dios, Peru 2005 (Detail) | © Thomas Struth

Giovanni Anselmo, Entrare nell’opera, 1971 (Detail)

Kunstmuseum Liechtenstein mit Hilti Art Foundation Städtle 32, P. O. Box 370, 9490 Vaduz Tel +423 235 03 00 Di–So 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr www.kunstmuseum.li www.hiltiartfoundation.li

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Thomas Schütte Man Without Face, (M 1:5), 2018 Courtesy of the artist, Foto: Nicholas Knight © Thomas Schütte | Bildrecht, Wien, 2019

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Bregenzer Festspiele 2019

AK Vorarlberg, Widnau 2-4, 6800 Feldkirch, Tel. 050/258-0 kontakt@ak-vorarlberg.at, www.ak-vorarlberg.at


Das SOV als Festspielorchester Das Symphonieorchester Vorarlberg profilierte sich zuletzt immer stärker als zweites Festspielorchester neben den Wiener Symphonikern. Heuer übernimmt das SOV wie gewohnt den Orchesterpart beim Opernstudio am Kornmarkt mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ und aufstrebenden Opernstimmen von morgen.

Die Wiener Symphoniker sind auch für "Rigoletto" auf der Seebühne im Einsatz.

Höhepunkt wird das Orchesterkonzert unter der in Wien ausgebildeten französischen Dirigentin Ariane Matiakh sein, dessen Programm in Baritonliedern von Maurice Ravel und Cellovariationen von Richard Strauss eine neue Sichtweise auf die Figur des Don Quichotte eröffnen wird.

Orchesterkonzerte mit Liebe zu Brahms Wiener Symphoniker weichen von der vertrauten Linie ab. Die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker gehören seit dem Gründungsjahr 1946 quasi zur Grundausstattung der Bregenzer Festspiele und spannen gern ergänzende Verbindungslinien zu anderen Projekten des Festivals. Das war schon unter den Vorgängern der derzeitigen Intendantin Elisabeth Sobotka so. Doch heuer wurde dieses Prinzip erstmals durch eine neuartige Konzertidee aufgebrochen, wie man sie in dieser Konzentration noch nicht erlebt hat. Zwei der üblichen drei Orchesterkonzerte werden dem symphonischen Schaffen von Johannes Brahms gewidmet sein, in einem umfassenden Zyklus seiner vier Symphonien an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Am Pult wird dabei Philipp Jordan stehen, Noch-Chefdirigent der Wiener Symphoniker, bis er 2020 zum großen Bedauern des Orchesters und auch seiner vielen Freunde am Bodensee als Musikchef an die Wiener Staatsoper wechselt. Der Schweizer Dirigent hat seit 2014 das Orchester auf ganz beachtliche Weise weiterentwickelt, etwa mit einem Beethoven-Zyklus, hat die Musiker auf fabelhafte künstlerische Kondition gebracht und mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein ausgestattet. Jordan hat diese neue Quali-

tät seines Orchesters mehrfach auch bei unseren Festspielen demonstriert, etwa gleich zum Start mit Brittens „War Requiem“, mit maßstäblichen Schubert-Interpretationen oder 2017 mit dem konzertanten Ersten Aufzug von Wagners „Walküre“.

Zuerst in Bregenz Nun, so meinte man nach intensiven Kontakten zwischen dem noch amtierenden Orchester-Intendanten Johannes Neubert, den Partnern vom Musikverein und Elisabeth Sobotka, wäre es nach dem Beethoven-Zyklus einfach Zeit für den großen Romantiker Brahms. Umso mehr, als der letzte „echte“ Brahms-Zyklus aller vier Symphonien mit demselben Dirigenten in der Saison 1958/59 unter Wolfgang Sawallisch in Wien stattfand. Das Besondere dabei, wie ein Sprecher des Orchesters anmerkt: Der zunächst für die Abo-Konzerte der Symphoniker im Herbst im Wiener Musikverein geplante Zyklus wird nun als eine Art Vorpremiere bereits in Bregenz stattfinden. Zu erwarten ist weit mehr als ein rekordverdächtiger Brahms-Marathon. Dem Weltdirigenten Jordan wird es mit seinem gewieften Wiener Musiker-Kollektiv weit mehr um eine spannende Innenschau dieser gerne gepflegten Meilensteine der

Orchesterromantik aus heutiger Sicht gehen. Und er wird versuchen, diesen späten Meisterwerken auch etwas vom Geist ihrer Entstehungszeit in den Uraufführungen zwischen 1876 und 1885 mit auf den Weg zu geben. Da das Vorarlberger Konzertpublikum bekanntlich ganz versessen ist auf Werke dieses Komponisten, wird sich wohl auch rhetorisch die Frage in der Verfilmung des berühmten Romans von Françoise Sagan erübrigen: Lieben Sie Brahms?

Zweifache Hommage Das erste Orchesterkonzert dagegen wird mit Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ eine zweifache Hommage sein. Einerseits gilt es, dem Komponisten des „Rigoletto“ am See zu huldigen, andererseits dem geschätzten Prager Philharmonischen Chor zu seinem zehnten Engagement in Bregenz eine dankbare Aufgabe zu vermitteln. Am Pult wird ein ehemaliger Chefdirigent der Symphoniker stehen, Fabio Luisi, der als derzeitiger GMD der Oper Zürich erstmals seit 2013, dem Jahr seines Rückzugs, wieder „sein“ Orchester leiten wird. In Bregenz war er zuvor in 50 Konzerten und Opern zu erleben. Als Italiener und Verdi-Spezialist dürfte dieses opernhafte Werk für ihn in mehrfacher Hinsicht ein Heimspiel FRITZ JURMANN bedeuten.

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Alexandra Wacker ist bis Ende August im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis vertreten.

Starke Geschichten von damals und von heute Von Alexandra Wacker zu Thomas Schütte, hinauf auf den Pfänder oder umgekehrt. Wer die Seebühne von oben betrachten will, dem sei zu einer Fahrt auf den Pfänder geraten. Beim Blick aus der Gondel rückt der Bodensee mit der Bregenzer Bucht ins Bild, das sich natürlich auch den Wanderern erschließt. Seit einigen Jahren zählen immer mehr Kunstfreunde zu den Ausflüglern, denn die nahezu 20 leerstehenden Volieren und das Areal der einstigen Adlerwarte nutzt der Vorarlberger Kunstvermittler Gregor Koller für eine Ausstellung, die er „Hor(s)t der Kunst“ nennt und die sich seitdem zum wesentlichen Anziehungspunkt gemausert hat. Die Werke einfach in die Käfige zu sperren, die die Haltung der Raubvögel nicht mehr zuließen, wäre allerdings nicht sein Ding. Den Künstlerinnen und Künstlern werden Themen vorgegeben. Die Spanierin Luna de Rosa ließ sich beim Motto „Wasser“ zu einer dramatischen Selbstspiegelung inspirieren, der aus Vorarlberg stammende Maler Lorenz Helfer bezieht sich auf die Tragödien im Mittelmeer und Alexandra Wacker verweist als eine der renommiertesten Künstlerinnen unter den zwei Dutzend, die dem Ruf auf den Pfänder

folgten, auf die Präsenz der Landschaftsmalerei in der Gegenwart.

Selbstbewusstsein Der gebürtigen Bregenzerin gehört in dieser Saison auch das Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, in dem die Landeshauptstadt ihre Sommerausstellungen ausrichtet. Neben den Landschaftsbildern sind Porträts, Selbstporträts und die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte die dort vertretenen Themen. Alexandra Wacker (geb. 1958), die die Möglichkeiten der Malerei und dabei ungemein viel Selbstbewusstsein in ihrem eigenständigen Werk zum Ausdruck bringt, ist die Enkelin des Malers Rudolf Wacker (1893–1939). Im Vorjahr war diesem eine Ausstellung im Vorarlberg Museum gewidmet. Heuer, 80 Jahre nach seinem Tod, war eines seiner großen Selbstporträts neben jenen von Otto Dix, Oskar Kokoschka oder Egon Schiele in einer vom Vorarlberger Tobias Natter kuratierten Ausstellung in der Neuen Galerie in New York vertreten. Der Kunsthistoriker und Wacker-Experte Rudolf Sagmeister hat dafür gesorgt, das an ver-

schiedenen Standorten in Bregenz, unter anderem beim ehemaligen Wohnhaus in der Römerstraße, am Seeufer und vor der Galluskirche, Stelen mit Arbeiten des Künstlers angebracht werden, die zeigen, wie Wacker einst den Ort sah und wie er das Gesehene künstlerisch umsetzte. Den Stelen ist nach wie vor zu begegnen und sie erweisen sich auch als Bindeglied zur Ausstellung von Alexandra Wacker im Künstlerhaus. Dort zeigt sie eine Tuschearbeit mit Titel „Muse“, die einer Fotografie nachempfunden wurde. Zu sehen ist der Maler Rudolf Wacker an der Staffelei am Bodenseeufer, neben ihm steht seine Frau Ilse mit dem kleinen Sohn, dem Vater von Alexandra Wacker, im Arm. Die Künstlerin, die längst ihren Weg gegangen ist, hat kein Problem damit, auf den berühmten Großvater angesprochen zu werden: „Zu Beginn hat es mir ja auch geholfen und ich gebe zu, ich bin auch stolz darauf, die Enkelin von Rudolf Wacker zu sein.“ Der Selfie-Flut hält die Malerin Kunst entgegen und die Obsession, die dabei mitschwingt, ironisiert sie höchst

intellektuell etwa mit einer Serie als ungezwungen Rauchende. Derart selbstbewusst reagiert sie auch auf Ikonen der Kunstgeschichte von Caspar David Friedrich oder Claude Monet und erzählt mit ihren TuscheBildern von Uferstraßen, Wäldern oder Parks Geschichten, die die Auseinandersetzung mit Wünschen oder Ängsten einschließen.

Politisch Mit den Homeless-Porträts wird Alexandra Wacker politisch. Porträts von Musikern hat sie auch einmal geschaffen, womit sich für den Betrachter gedanklich eine Verbindung vom Künstlerhaus ins Kunsthaus Bregenz herstellen lässt. Dort ist der deutsche Bildhauer und Maler Thomas Schütte (geb. 1954) präsent. Drei seiner typischen, politisch konnotierten oder spielerischen Großfiguren sind im Außenraum anzutreffen. Im Haus konfrontiert er mit Architekturmodellen, Frauentorsi, in denen sich die klassische Moderne spiegelt und Porträts von Größen des Blues, die zahlreiche Assoziationen anCHRISTA DIETRICH klingen lassen.

Das Kunsthaus Bregenz präsentiert den deutschen Bildhauer und Maler Thomas Schütte.

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Bregenzer Festspiele 2019


Die verschiedenen Teile des Bühnenbildes wurden separat angefertigt und zum Teil mit dem Schiff angeliefert und mit Kränen zusammengebaut.

Foto: Bregenzer Festspiele/Barbara Hingsamer

Bei der Bühne war Köpfchen gefragt Übermenschliche Kopf- und Handarbeit leisten Zimmerleute, Schlosser und andere Festspieltechniker sowie 47 Unternehmen seit Start der RigolettoPlanungsphase im April 2016. Die Oper von Giuseppe Verdi mit ihrer bekannten Arie „La donna è mobile“ steht erstmals auf dem Spielplan der Bregenzer Festspiele. Ein überdimensionaler Kopf dominiert die Seebühne, sein Gesicht erinnert an einen Clown. Links und rechts davon erheben sich die zwei zugehörigen Hände aus dem Wasser. Die Oberfläche der Körperteile sieht aus, als bestünde sie aus

teils bemalten und mitunter verwitterten Holzbrettern. Die Finger der bregenzseitigen Hand greifen geballt nach innen, um einen Ballon zu fixieren. Die lindauseitige Hand schafft es in ausgestreckter Haltung auf eine Länge von rund elfeinhalb Meter. Allein der Kopf misst vom Kinn bis zur Schädeldecke nahezu 14 Meter. Der Rest der überdimensionalen Gestalt scheint unter der Wasseroberfläche zu verschwinden. Eine Zirkuswelt entsteht Die auf der Hinterbühne gut sichtbare Unterkonstruktion des Kopfes offenbart seine

Bewegungsmöglichkeit. Das Festspiel-Werbemotiv für Rigoletto mit einer Collage aus angedeutetem Zirkuszelt, bunten Fähnchen, Clowngesicht mit Rüschenkragen und weiteren Gegenständen gibt jedenfalls einen fantasievollen Hinweis auf die Inszenierung, die einer Zirkuswelt nachempfunden sein könnte. „‚Rigoletto‘ ist ein faszinierendes Stück. Die Musik ist voller Ohrwürmer, in der Handlung gibt es keine klassische Trennung von Held und Bösewicht. Wir gehen mit dieser Inszenierung in eine bunte, zirkushafte und karnevaleske Welt mit einem or-

dentlichen Schuss Commedia dell'arte“, sagt Philipp Stölzl. Der 1967 in München geborene Künstler machte sich als Regisseur von Musikvideos unter anderem für die Sängerin Madonna einen Namen, bevor er mit Spielfilmen wie „Nordwand“, „Goethe!“ und „Der Medicus“ für Aufsehen sorgte. Als Opernregisseur inszenierte der gelernte Bühnenbildner unter anderem bei den Salzburger Festspielen, am Theater an der Wien sowie in Berlin an der Deutschen Oper und an der Staatsoper. „Die Bühnenbilder im See sind zwar nicht für die Ewigkeit gebaut, deswegen aber trotzdem

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der Herstellung beteiligt. Der Großteil der Unternehmen stammt aus Vorarlberg. Rund acht Millionen Euro kostet eine Seebühnenkulisse im Durchschnitt inklusive ihres Abbaus nach dem zweiten Spieljahr. Alle Beteiligten arbeiten auf jenen besonderen Moment hin, wenn die außergewöhnliche Oper in der wunderschönen Naturkulisse ihr großes Publikum verzaubern wird: Das Spiel auf dem See, „Rigoletto“, steht an 27 Abenden auf dem Spielplan des Sommerfestivals am Vorarlberger Bodensee, insgesamt sind rund 200.000 Tickets aufgelegt.

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Bregenzer Festspiele 2019

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Neue Klangwelten für die Seebühne Zur Premiere von Rigoletto kommen mit BOA 2.0 die ersten Schritte des weiterentwickelten Tonsystems Bregenz Open Acoustics (BOA) zum Einsatz, das 15 Jahre lang erfolgreich im Einsatz war. Dadurch soll Besuchern des Spiels auf dem See weiterhin beste Tonqualität geboten werden, außerdem werden die tontechnischen Geräte auf den neuesten Stand gebracht. Das Publikum kann so in einzigartige Klangwelten eintauchen. Technische Quantensprünge „Seit Einführung von BOA im Jahr 2005 haben sowohl in der Digitaltechnik als auch in der Tontechnik Quantensprünge stattgefunden. Wir waren bislang auf einem weltweit sehr hohen Niveau“, sagt Wolfgang Urstadt, technischer Leiter der Bregenzer Festspiele, „aber durch den heutigen Stand der

Technik ergeben sich neue Möglichkeiten, was das bewährte Richtungshören und die akustische Raumsimulation betrifft.“ 29 neu positionierte Lautsprechermasten in drei unterschiedlichen Höhen wurden rund um die Seetribüne errichtet. Sie ersetzen das bisherige Lautsprecherband und sorgen für einen ausgewogenen Klang in allen Bereichen des Zuschauerraums. Das Herzstück von BOA 2.0 bildet ein neues Tonmischpult mit hochinnovativer Computertechnologie. Damit können Richtungshören, Effektbeschallung und akustische Raumsimulation bestmöglich zur klanglichen Einheit verwoben werden, erläutert Urstadt. „Außerdem ist es für unser Technikerteam wichtig, mit dem neuen Tonsystem für zukünftige Entwicklungen offen bleiben zu können.“ Wie wichtig die Technik für eine gelun-

Die Bregenzer Festspiele und ihre Seebühne sind nicht nur für opulente Bühnenbilder und außergewöhnliche Inszenierungen Fotos: Bregenzer Festspiele/Lisa Kloos, Anja Köhler bekannt, auch das Klangerlebnis steht, dank dem BOA 2.0-Tonsystem, für höchste Qualität. gene Aufführung ist, unterstreicht auch Intendantin Elisabeth Sobotka: „Die Bregenzer Seebühne war immer schon ein Ort nicht nur der künstlerischen, sondern auch der technischen Innovationen.“

Das Lautsprechersystem führt rund um die gesamte Tribüne.

2,5 Millionen Euro für Premiumprodukt Bei der Wahl für das neue Tonsystem haben sich die Bregenzer Festspiele nach einem mehrjährigen Sondierungsprozess für das Unternehmen Müller-BBM mit Sitz in Plan-

egg bei München entschieden. Müller-BBM zählt mit seinem elektronischen Raumakustiksystem Vivace, das auf die besonderen Gegebenheiten der Seebühne adaptiert wird, zu den international renommiertesten Anbietern. „Als Premiumveranstalter stand für uns außer Frage, auf den neuesten Stand der Technik zu setzen, um die bisher unvergleichlich hohe Tonqualität noch einen weiteren Schritt zu steigern. Dafür investieren die Bregenzer Festspiele rund 2,5 Millio-

nen Euro“, sagt Michael Diem, kaufmännischer Direktor. Bester Klang auf 7000 Plätzen Technisch gesehen besteht die Herausforderung seit jeher darin, für jeden einzelnen der rund 7000 Seebühnenbesucher das Klangerlebnis aus verschiedenen Tonquellen synchron mit dem Bühnengeschehen sicherzustellen. Dabei muss die Schalllaufzeit berücksichtigt werden. Sie spielt bei einer Tribünenbreite von 90 Metern und einer Tiefe

von 46 Metern eine physikalisch bedeutende Rolle. Außerdem ist für die digitale Koordination und Steuerung eine hohe Rechnerleistung Voraussetzung. Doch bei aller technischer Notwendigkeit und technologischer Herausforderung behalten alle Beteiligten stets ein Ziel im Auge: Den Besuchern des Spiels auf dem See einen wunderschönen Opernabend zu bereiten mit einem herausragenden und weltweit einzigartigen Klangerlebnis.

Haberkorn bewegt Rigoletto Ein fast 14 Meter hoher Clownkopf und zwei über­ dimensionale Hände – das sind die wesentlichen Ele­ mente des diesjährigen Büh­ nenbilds der Bregenzer Fest­ spiele. Auf dem See wird heuer „Ri­ goletto“ von Giuseppe Verdi gespielt und Haberkorn darf dazu beitragen, den Hof­ narren während des Spiels zum Leben zu erwecken. Hydraulische Arbeiten Das gesamte Bühnenbild ist in vier Gewerke unterteilt: Hand Lindau, Hand Bregenz, Kopf mit Wippe und Kragen.

Thomas Nachbaur Projekttechniker bei Haberkorn

Die künstlerischen Vorstellungen tech­ nisch und gleichzeitig den Sicherheitsvor­ gaben entsprechend umzusetzen, zählte zur größten Heraus­ forderung der Bau­ arbeiten.

In enger Zusammenarbeit mit der Firma Steurer wurde von der Projektierung bis zur Montage mit Inbetrieb­ nahme alles umgesetzt, um die 140 Tonnen schwere Wippe inklusive Kopf zu bewegen. Der Wippzylinder für den Kopf hat ein Gewicht von 1,5 Tonnen, die Zylinder, die für das Nicken sorgen, haben komplett ausgefahren eine Länge von je 7,4 m. Dank Haberkorn kann Ri­ goletto also seine Hand be­ wegen, den schweren Kopf heben, nicken und den Mund öffnen und schließen. Um die Bewegungen der gewaltigen Dimension ent­

sprechend den künstle­ rischen Vorgaben realisieren zu können, musste die hy­ draulische Versorgungslei­ stung auf 330 kW erhöht werden. Haberkorn wurde deshalb beauftragt, ein Hy­ draulikaggregat nach dem aktuellsten Stand der Tech­ ANZEIGE nik zu bauen.

Daten & Fakten 1,5 Jahre Bauzeit 600 Stunden Montage­ arbeit je 500 m installierte Rohre und Schlauchleitungen

Zwei Hydraulikaggregate in Containern versorgen die einzel­ Fotos: Haberkorn nen Gewerke auf der Bühne.

Unser Beitrag: Planung der beweglichen Hand

Ausführung der Stahlbauarbeiten

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Wir steuern was Sie bewegen. Steuerungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Maßgeschneiderte Lösungen für die Industrie. Unsere Aufgabe für die Bregenzer Festspiele: Planung, Installation und Inbetriebnahme der Steuerungstechnik des Bühnenbildes

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Bregenzer Festspiele 2019

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Die Festspiele im ORF Der ORF überträgt die offizielle Eröffnung der Bregenzer Festspiele live am Mittwoch, den 17. Juli, um 10.15 Uhr auf ORF 2, 3sat und vorarlberg.ORF.at. Die erfolgreichste Fernsehsendung des Landes, „Vorarlberg heute“ (Montag bis Sonntag, 19 Uhr, ORF 2), berichtet am Eröffnungstag um 19 Uhr live vom Festspielgelände und hat die besten Bilder sowie interessante Gäste. Das OnlineTeam von vorarlberg.ORF.at liefert Schnappschüsse und spannende Hintergrundstorys zu den aktuellen Festspielproduktionen. Ein ganzer Tag Liveradio vom Festspielplatz Zur Festspieleröffnung begibt sich auch ORF Radio Vorarlberg mitten ins Geschehen und berichtet von 9 bis 21 Uhr direkt aus Bregenz – live aus dem gläsernen Radio-Sendestudio vom Platz der Wiener Symphoniker. Künstlerinnen und Künstler sowie Prominente werden live zu Gast sein, interessante Reportagen und brandaktuelle Neuigkeiten bringen Festspielflair ins gesamte Vierländereck der Bodenseeregion. Bereits am 14. Juli sendet der ORF Vorarlberg

Fotos: ORF Vorarlberg, Sonja Hagen

Mit umfangreicher Berichterstattung bietet der ORF den Bregenzer Festspielen auch heuer eine große mediale Bühne und liefert interessante Einblicke auf allen Kanälen.

ORF Radio Vorarlberg berichtet am Eröffnungstag von 9 bis 21 Uhr live aus dem gläsernen Radiostudio in Bregenz. österreichweit in den ORFRegionalradios live von 10 bis 11 Uhr den ökumenischen Festspielgottesdienst aus der Stadtpfarrkirche Herz Jesu in Bregenz mit dem Symphonieorchester Vorarlberg, Solisten der Bregenzer Festspiele und den Kirchenchören Herz Jesu-Bregenz und St. Karl-Hohenems. Kulturprogramm vom See Verdis „Rigoletto“, die neue Oper am See, ist am 19. Juli live auf ORF 2 zu erleben. Begleitend dazu präsentiert die Produktion „Von Machtspielen und Windmühlen“ die Highlights aus dem Festspielgeschehen, und die Dokumentation „Rigoletto – Zirkusspektakel am Bodensee“ zeigt ein spannendes Making-of der neuen Festspielproduktion. Radio Ö1 überträgt mehrere Produktionen direkt aus Bregenz, beispielsweise die Fest-

spielhausoper „Don Quichotte“ von Jules Massenet, das Intrada Festivalmagazin und Konzerte der Wiener Symphoniker. Selbstverständlich berichten auch die „ZiB“ sowie „Vorarlberg heute“ laufend von den Festspielen. Künstler zum Kennenlernen Bei den „Festspielfrühstück“-Gesprächen erzählen auch heuer wieder Mitwirkende der aktuellen Fe stspielproduktionen von ihrem Beruf und aus ihrem Privatleben: Regisseurin Mariame Clément am 14. Juli, Co-Bühnenbildnerin Heike Vollmer am 21. Juli, Regisseur Jan Eßinger am 4. August und Musiker Maximilian Hornung am 18. August. Alle sind herzlich eingeladen, an den vier Sonntagen jeweils um 9.30 Uhr im Seefoyer Festspielhaus Bregenz am „Festspielfrühstück“ teilzunehmen.

© Bregenzer Festspiele / Lisa Kloos, Kathrin Grabher

Glückwunsch zum gelungenen Bühnenbild Wir waren verantwortlich für den Kopf sowie die Tragkonstruktion und bedanken uns herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen. Biedenkapp Stahlbau GmbH Am Rathausplatz 4, 6850 Dornbirn www.biedenkapp-stahlbau.at

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Bregenzer Festspiele 2019

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Bregenzer Festspiele 2019


Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

1. Ausgabe Juli 2019

RIGOLETTO Giuseppe Verdis mitreißendes Meisterwerk als Spiel auf dem See

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Interview mit Philipp Stölzl Alle Details zur Seebühne Kultur rund um den See

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Jeder große Traum beginnt ganz klein Den Beginn, wenn eine kleine Eizelle mit einem kleinen Spermium verschmilzt, in der Schwangerschaft zum Baby heranwächst und gesund geboren wird, dürfen wir als Spezialisten im Bereich der Reproduktionsmedizin jeden Tag aufs Neue erleben.

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HINEIN IN DIE ZIRKUSWELT Ein Hofnarr, ein Ritter und ein riesiger Ballon prägen die 74. Bregenzer Festspiele.

von der traurigen Gestalt“, denn mit Jules Massenets „Don Quichotte“ steht eine der bekanntesten Figuren der Weltliteratur auf der Bühne. Alles dazu und viele Hintergrundinformationen zum Programm sowie ein großes Interview mit Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl finden Sie in dieser Ausgabe der Festspielzeitung. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schon jetzt eine schöne Zeit bei den Bregenzer Festspielen!

Diesen Sommer erwartet die Gäste der Bregenzer Festspiele eine ganz besondere Premiere: 73 Jahre nach Festspielgründung wird erstmals Guiseppe Verdis mitreißende Oper „Rigoletto“ gezeigt und damit erklingt auch zum ersten Mal die bekannte Arie „La donna è mobile“ von der Seebühne. Dank des neuen Soundsystems, das die Festspiele wieder an die Spitze der Tontechnik bringt, werden die Zuhörer die Musik in diesem Sommer besonders intensiv erleben. Die Premierengäste können sich bereits am 17. Juli selbst davon überzeugen. Nur einen Tag später dreht sich bei der Premiere im Festspielhaus alles um den „Ritter

Herzlichst Ihre

Beate Rhomberg

INHALT

Spiel auf dem See Rigoletto von Guiseppe Verdi

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Spektakuläre Stunts: Sechs Fragen an Wendy Hesketh-Ogilvie.

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Don Quichotte: Jules Massenets Oper wird im Festspielhaus gezeigt.

6

Neue Klangwelten mit dem Tonsystem BOA 2.0

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Interview mit Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl.

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Ausstellung: Friedensreich Hundertwasser in Lindau.

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Gastgeberstadt Bregenz Kultur und Genuss am See

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Bühnenbild: Ein Blick hinter die Kulissen der Seebühne.

Impressum Festspielzeitung. Herausgeber: Russmedia Verlag GmbH; Layout: Nicol Metzler; Redaktion und Umsetzung: Beate Rhomberg (beate.rhomberg@ russmedia.com); Fotos: Beate Rhomberg (Titelbild), Bregenzer Festspiele, Anja Köhler, Philipp Steurer, Dietmar Stiplovsek, Wired Aerial Theatre, Roland Paulitsch, Andreas Balon, Dietmar Mathis, Sarah Kresser, Frederik Sams, www.joshuacfry.com, Namida AG, Markus Tretter, Stadtmarketing Bregenz. Anzeigenberatung: Manfred Schmid (manfred.schmid@russmedia.com), Boris Sinn (boris.sinn@russmedia.com). Die nächste Ausgabe der Festspielzeitung erscheint am 26. Juli 2019. Festspielzeitung :: Kultur und Freizeit während der Bregenzer Festspiele

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Fotos: Beate Rhomberg

RIGOLETTO ALS SPIEL AUF DEM SEE Giuseppe Verdis mitreißende Oper Rigoletto startet in ihre erste Saison auf der Festspielbühne. Am 17. Juli ist die im Jahr 1851 entstandene Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi erstmals auf der Bregenzer Seebühne zu sehen. Dass dieses Stück die richtige Entscheidung war, hat Intendantin Elisabeth Sobotka auch bei ihrer Anfrage an Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl gemerkt: „Er hat keine Sekunde gezögert.“ Und auch beim Ticketverkauf zeigt sich der gute Riecher der Intendantin, denn bereits Anfang Juli waren 90 Prozent der Karten verkauft. Für den Münchner Philipp Stölzl ist die Oper das Stück zur MeToo-Debatte. „Die Themen von Macht- und sexuellem Missbrauch haben nichts

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von ihrer Aktualität verloren“, so der 52-Jährige, der als Regisseur von Musikvideos (Rammstein, Madonna, Die Toten Hosen) sowie von Spielfilmen wie Nordwand oder Der Medicus bekannt wurde. DIE GESCHICHTE Als Hofnarr des lüsternen Herzogs amüsiert sich Rigoletto. Seine Tochter Gilda sperrt er zu Hause ein, um sie vor anderen Männern zu schützen. Monterone, dessen Tochter der Herzog geschändet hat, verflucht Rigoletto für dessen spottende Worte. Nichts ahnend wird er zum Helfer bei Gildas Entführung, die dem Herzog als Eroberung gebracht wird. Sie sieht die Zuwendung des Herzogs als Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Dieser aber hat einen Mörder beauftragt, um den Liebschaften des Herzogs ein Ende zu bereiten. Als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er erneut dessen zynisches Credo „La donna è mobile“ und fürchtet um das Leben seiner Tochter. Philipp Stölzl betont in seiner Inszenierung Verdis Kontraste

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zwischen Spektakel und Kammerspiel. Dem zirkushaften Treiben auf dem Fest, der waghalsigen Entführung und dem nächtlichen Sturm stehen innige Szenen zwischen Vater und Tochter sowie Gilda und dem Herzog gegenüber.

„Rigoletto“ von Giuseppe Verdi Musikalische Leitung: Enrique Mazzola, Daniele Squeo Inszenierung: Philipp Stölzl Bühne: Philipp Stölzl, Heike Vollmer Kostüme: Kathi Maurer Licht: Georg Veit, Philipp Stölzl Stunt- und Bewegungsregie: Wendy Hesketh-Ogilvie Mitarbeit Regie: Philipp M. Krenn Chorleitung: Lukáš Vasilek | Benjamin Lack Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Der Herzog von Mantua: Stephen Costello, Sergey Romanovsky, Pavel Valuzhin Rigoletto: Scott Hendricks, Vladimir Stoyanov, Franco Vassallo Gilda: Stacey Alleaume, Mélissa Petit, Ekaterina Sadovnikova Sparafucile: Goderdzi Janelidze, Miklós Sebestyén Maddalena/Giovanna: Rinat Shaham, Katrin Wundsam


EIN RITTER VON WELTLITERATUR Die Bregenzer Festspiele zeigen die Oper „Don Quichotte“ des französischen Komponisten Jules Massenet an drei Terminen im Festspielhaus.

„Don Quichotte“ Jules Massenet Musikalische Leitung: Daniel Cohen Inszenierung: Mariame Clément Bühne/Kostüme: Julia Hansen Licht: Ulrik Gad Chorleitung: Lukáš Vasilek Dramaturgie: Olaf A. Schmitt Prager Philharmonischer Chor Wiener Symphoniker Dulcinée Anna Goryachova Don Quichotte Gábor Bretz Sancho David Stout Pedro Léonie Renaud Garcias Vera Maria Bitter Aufführungen: 18. Juli (Premiere), 19.30 Uhr 21. Juli, 11 Uhr; 29. Juli, 19.30 Uhr

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Im Festspielhaus gelangt mit Don Quichotte eine selten gespielte Oper zur Aufführung. Der russische Bassist Fjodor Schaljapin, der die Titelpartie in der Uraufführung 1910 in Monte Carlo gesungen hat, soll vor Rührung in Tränen ausgebrochen sein, als ihm der Komponist Jules Massenet Musik-Ausschnitte aus Don Quichotte vortrug. Ab 18. Juli rittert die wohl bekannteste Figur der Weltliteratur an drei Aufführungen über die Bühne der Oper im Festspielhaus. Die Stoffgrundlage schuf der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes Anfang des 17. Jahrhunderts. HELDEN UNSERER ZEIT „Das Rittertum existiert zwar nicht mehr. Aber die Idee, den vergangenen Ruhm von Männlichkeit wieder zurückzubringen, scheint sich stetig durch die Geschichte zu ziehen“, sagt die aus Paris stammende Regisseurin Mariame Clément, die erstmals bei den Bregenzer Festspielen arbeitet. Anstatt einer linearen Erzählstruk-

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tur möchte sie mittels kleiner Episoden zeigen, wer Don Quichotte ist. „Wie definieren wir Helden in unserer Zeit?“ könnte eine der zentralen Fragen sein, die die Inszenierung aufwirft. Was Don Quichotte jedenfalls zu einem einzigartigen Werk mache, sei mit „Frauenmusik“ die Geschichte eines männlichen „Helden“ zu erzählen, erläutert Clément weiter. Massenets Musik sei unglaublich ehrlich und ohne Angst vor Gefühlen. FANTASIE UND WIRKLICHKEIT Dem Wechselspiel von Fantasie und Wirklichkeit spürt Massenet ebenfalls in seiner Musik nach. Gekonnt verleiht der Komponist den unterschiedlichen dramatischen Situationen ihren eigenen musikalischen Stil. Mit Kastagnetten und prägnanten Rhythmen illustriert er das spanische Dorfleben. Dulcinées Verehrer besingen ihre Schönheit in madrigalartigem Ton, schillernde Farben im Orchester begleiten hingegen Don Quichottes Liebeserklärung.


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„VON BREGENZ HABE ICH LANGE GETRÄUMT“ Im Interview erzählt der Film- und Opernregisseur Philipp Stölzl von seiner Sicht auf Rigoletto und der Suche nach der passenden Bildwelt für Verdis Meisterwerk.

Was dachten Sie, als Elisabeth Sobotka Sie einlud, Verdis Rigoletto zu inszenieren? Philipp Stölzl: Von Bregenz hatte ich lange geträumt, schon als ganz junger Bühnenbildner habe ich mit großen Augen auf die Fotos der sensationellen Bühnenbilder geschaut ... Bei Rigoletto habe ich am Anfang ein wenig gezögert, denn es ist ein Kammerspiel, oft nur mit zwei Personen auf der Bühne, im Verborgenen, bei Nacht; man könnte es mit nur einer Wand und einer Tür spielen – doch genau darin besteht die Herausforderung, für ein so intimes Stück eine metaphorische Bildwelt zu schaffen, die groß genug ist für den See. Ich habe dort mehrere Produktionen gesehen, war auch schon mal im Gespräch, und als es nun geklappt hat, habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass ich das einmal im Leben machen darf. Sie haben bei Jürgen Rose an den Münchner Kammerspielen Bühnenbildner gelernt, haben erst Videoclips, dann große Filme fürs Kino gedreht und inszenieren am Theater eigene Stücke und Opern. Was entzündet Ihre Fantasie? Musik? Bilder? Ein Handlungsort? Philipp Stölzl: Musik! Die Musik bestimmt ja die emotionale Wahrnehmung der Oper, die Libretti sind oft verschwurbelt oder spielen in Welten, die entweder fantastisch oder sehr lang her sind. Haupt-

sächlich bin ich ja Filmemacher und so, obwohl ich seit über zehn Jahren Opern inszeniere, ein bisschen opernfremd. Diese Fremdheit versuche ich mir zu erhalten und schaue bewusst mit einer gewissen Naivität und voller Neugier auf eine Oper. So arbeitet man sich durchs Repertoire und entdeckt auch neue Dinge für sich. Am Anfang meiner Opernarbeit interessierte mich vor allem das deutsche Repertoire, Wagner natürlich, auch Französisches; ich mochte das suggestiv Tiefgrün-

„Rigoletto könnte man nur mit einer Wand und einer Tür spielen. Die Herausforderung lag darin, es groß genug für den See zu machen.“ PHILIPP STÖLZL Regisseur, Bühnenbildner Rigoletto

dige und habe um die Italiener mit ihren Arien und Strettas eher einen Bogen gemacht. Doch mit Trovatore habe ich Verdi für mich entdeckt – dieses tolle Frontaltheater, wo es von Affekthöhepunkt zu Affekthöhepunkt geht und die Gefühlsexzesse einfach so hingeklatscht werden. Was das szenisch bedeutet, habe ich erst lernen müssen. Für den Opernregisseur heißt es immer: Wie verwandelst du die Musik und die szenische Prämisse in wirk-

liches Theater? Unterschiedliches Repertoire wird ja auch von unterschiedlichen Sängern gemacht, und dass man von einem Wagner-Tenor nicht die gleiche Beweglichkeit erwarten kann wie von einer MozartSoubrette, das kapiert man erst im Laufe der Zeit. Doch das A und O, wenn ich eine Arbeit beginne – oder zusage –, ist immer die Musik. Sie haben früher Videoclips für Rock- und Pop-Größen wie Rammstein, Gianna Nannini oder Madonna kreiert – gibt es da Berührungspunkte? Philipp Stölzl: Die Voraussetzungen und der Kontext unterscheiden sich. Im Video als einem Werbemittel für eine Platte geht es natürlich sehr stark um die Künstler. Da ist es die Musik, für die man eine Geschichte und Bilderwelt sucht – nicht so viel anders als in der Oper. Wobei die Oper ja schon eine Geschichte mit Musik erzählt, während du für den Popsong die Geschichte erst erfindest – oder du bleibst im Assoziativen, da gibt es ja tausend Varianten ... Opern zu inszenieren ist eine Sekundärkunst – es gibt schon ein Kunstwerk, das ist so stark, so toll komponiert, so berührend, dass es sich über mehr als 100 Jahre hält. Egal, wer es über die Jahre von der Provinz bis zur Scala verhunzt: Così fan tutte bleibt immer Così fan tutte ... Und zu so einem Kunstwerk musst du dich szenisch und musikalisch verhalten. Der Ball wird dir »

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so schillernd, so modern. Das macht im Storytelling Spaß. Ein Buckliger als Narr, ein körperliches Gebrechen als Gegenstand der Unterhaltung, wie geht man damit um?

zugespielt, es ist nur die Frage, wie gut spielst du ihn weiter? Schaffst du es, eine Bildwelt und Erzählweise zu erzeugen, die die Oper an diesem einen Abend oder an diesem Theater toll in Szene setzt? Eine gewisse Demut vor der Musik und vor dem, was ursprünglich erzählt werden sollte, ist bei mir immer vorhanden. Ich gucke erst einmal mit großen Augen auf diesen Rigoletto und schaue, was wird denn da überhaupt erzählt? Was treibt die Figuren? Was interessiert Sie an Rigoletto besonders? Philipp Stölzl: Dass es die klassische Trennung von Held und Bösewicht nicht gibt – alle Figuren haben Dreck am Stecken: Da ist dieser Herzog, der seine Macht missbraucht – 10

mit Blick auf die „MeToo“-Debatte kann man Rigoletto ganz aktuell begreifen. Rigoletto selber macht da auf ungute Weise mit, er verspottet die gehörnten Leute – doch gleichzeitig versteckt er seine Tochter zu Hause. Das macht ihn so ambivalent. Dann hat man den Bösewicht Sparafucile und seine Maddalena, die ja auch eine große Liebende ist und ein leichtes Mädchen. Doch auch der Herzog wird, so wie er komponiert ist, in seiner Liebe zu Gilda von einem ernsten romantischen Gefühl getrieben ... das finde ich toll. In diesem Stück gibt es keine schematischen Stereotypen, obwohl die Musik die Emotionen so laut und grell ausmalt. Die Musik ist voller Ohrwürmer, raffiniert wie ABBA, eigentlich ist das 19. JahrhundertPop – und trotzdem sind die Figuren

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Philipp Stölzl: Der Krüppel Rigoletto ist eine provokante TheaterSetzung; die Frage, ob man sich hier über Behinderte Gedanken machen sollte, würde ich mit „nein“ beantworten. Man darf nicht vergessen: Abgesehen von dem Gegenwartsstück La Traviata spielen viele Verdi-Opern, auch die Shakespeare-Vorlagen wie Falstaff, in metaphorischen Welten; der Herzog, die Prinzessin sind nicht im konkreten Zeitkontext verhaftet, und die Dinge, die da verhandelt werden, lassen sich vielfältig interpretieren. Diese Bande unsympathischer Hofleute mit ihren zynischen Streichen verspotten Rigoletto, wie dieser anfänglich sie verspottet hat – das ist schon ein ziemlich harter Blick auf die Welt. Der Narr mit dem Buckel tut genauso das Seine dazu wie alle anderen. Auch wir verachten Rigoletto ein bisschen, weil er ein gewissenloser Kerl ist, der bei allem, was der Herzog seinen Untergebenen antut, nachtritt; zugleich hat er als Verspotteter unser Mitleid, er ist auch ein Leidensmensch, weil ihm Böses widerfährt – bis hin zum Verlust seiner über alles geliebten Gilda. Die Leiter-Szene bei Gildas Entführung und ihr Tod strapazieren die Logik, das kann szenisch heikel sein. Worin sehen Sie die Herausforderung für die Regie? Philipp Stölzl: Ach, es gehört doch zur Oper, dass die Leute ewig singen, ehe sie sterben – das ist eines der schönsten Opernklischees, das wünscht man sich doch, einen Operntod wie Gildas. Die Sequenz mit der Leiter ist unfassbar


Fotos: Bregenzer Festspiele

schwachsinnig, das ist wirklich wildes Plotting. Ich verbringe ja durch die Filmarbeit viel Zeit damit, Geschichten so zu bauen, dass sie narrativ sinnvoll funktionieren und die emotionalen Bögen stimmen – mich gruselt bei solchen Libretti, das müsste unbedingt umgeschrieben werden … (lacht). Aber wir haben für die Leiter eine szenische Lösung gefunden, die im Kontext Sinn ergibt. Bregenz ist mit Theater nicht vergleichbar, aber mit Film noch weniger, oder? Philipp Stölzl: Bregenz ist eine Riesenshow mit dem See und 7000 Zuschauern – und Entfernungen, über die man die Gesichter der Dar-

steller kaum sieht. Auf der Seebühne kommst du mit einer psychologischen Erzählweise nicht weit, da musst du mit Zeichen arbeiten – außer man filmt alles ab und projiziert es groß, doch dann gucken wie bei großen Rockshows in Stadien alle irgendwann nur noch auf den Fernseher … Da verliert man, finde ich, die Essenz des Live-Moments auf der Bühne. Als Bühnenmensch, der zum Film geraten ist und dann wieder zurück, sind mir diese unterschiedlichen Arten, mit Emotionen umzugehen, sehr vertraut. Das hier muss ein Spektakel sein, sonst hat das keinen Witz. Wir müssen also die Grundzüge des Plots mittransportieren, das ist wie Pop-Art-Malerei, das braucht die leuchtende Farbe und den großen Pinsel. Des-

„Die Musik von Rigoletto ist voller Ohrwürmer, raffiniert wie ABBA. Eigentlich ist das 19. Jahrhundert-Pop.“ PHILIPP STÖLZL Regisseur, Bühnenbildner Rigoletto

halb gehen wir mit Rigoletto in eine bunte, zirkushafte und karnevaleske Welt – ein Set-up, in dem auch ein ordentlicher Schuss Commedia dell’arte steckt. Ich möchte, dass du als Zuschauer diese fantastische Musik hörst und dazu eine Handlung siehst, deren Bildern du folgen kannst, und dann hast du ein hoffentlich sehr sinnliches Erlebnis.

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Foto: Screenshot https://vtour.bregenzerfestspiele.com/

DER BLICK UNTER DIE HAUT Der Online-Röntgenblick offenbart die ansonsten verborgene Technik. Das diesjährige Bühnenbild lässt die Zuschauer in eine Zirkuswelt eintauchen. „Ich wollte etwas Neues wagen: Ein metamorphotisches Bühnenbild, das sich über den ganzen Abend sehr stark verändert. Eher eine große, dynamische Maschine als eine Skulptur, fast so etwas wie eine Marionette“, erklärt Regisseur Philipp Stölzl, der gemeinsam mit Heike Vollmer das Bühnenbild entwarf. Dabei könne man Rigoletto „eigentlich in jeder Welt spielen lassen. Macht und Missbrauch von Macht gab und gibt es immer noch. Es ist fast egal, ob man dem Herzog nun einen Anzug oder das Kostüm eines Zirkusdirektors anzieht“.

Informationen Online kann man sich unter folgendem Link anschauen, was die Rigoletto-Kulisse alles zu bieten hat: https://vtour.bregenzerfestspiele.com/ 12

DEN CLOWN UNTER DIE LUPE NEHMEN Zuschauer bekommen in diesem Jahr einen ganz besonders guten Einblick in die Rigoletto-Kulisse. Wer sich das Innenleben der Seebühne genauer ansehen möchte, kann das Skelett des Bühnenbildes mit ein paar Klicks offenlegen und bekommt den Online-Röntgenblick. Die ansonsten

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verborgene Bühnentechnik, wie Unterwasserkonstruktionen und Bewegungsmechanismen, wird so sichtbar. Virtuelle Besucher können aber auch die Oberfläche des Clownskopfs in HD unter die Lupe nehmen. Woraus besteht die Clownsnase? Wie wird der Ballon gesteuert? Nützliche Infoboxen liefern dazu Details über Funktion und Material einzelner Bestandteile. In den Genuss eines besonderen Effekts kommen Opernfans, wenn sie direkt vor dem Bühnenbild auf der Seetribüne möglichst mittig stehen: Da der Online-Röntgenblick dynamisch auf Bewegungen des Smartphones reagiert, kann der Betrachter sowohl die echte Opernkulisse sehen als auch gleichzeitig in sie hineinblicken. Der Bildschirm zeigt jeweils jenen Teil der Bühne, auf den das Smartphone gerichtet wird. So kann man sich weg vom Kopf, hin zu den roboterartigen Fingergelenken bewegen und den Pfaden der Hydraulik bis zu den Antrieben auf die Hinterbühne folgen.


EIN 14 METER HOHER KOPF Wenige Kilometer von der Seebühne in Bregenz entfernt, entstanden in der Gemeinde Hard in einer angemieteten Stahlbauhalle nahezu 14 Meter hohe Kulissenteile für die erstmals auf der Seebühne gezeigte Oper von Giuseppe Verdi. Darunter auch der schwere Kopf. Aus Fassadenputz, Styropor und Farbe ließ Frank Schulze über mehrere Monate einen Riesenkopf entstehen, dessen Gesicht an einen Clown erinnert. Ebenso modellierte der Theaterbildhauer zwei zugehörige, bis zu fast zwölf Meter hohe Hände. Die Unterkonstruktion besteht jeweils aus Stahl und Holz. Allein an der Herstellung des 35 Tonnen schweren Kopfes waren insgesamt zwölf Firmen beteiligt. Inklusive Unterkonstruktion und Befestigung auf der Seebühne wiegt der Kopf 140 Tonnen. AUF DEM WASSERWEG ZUR BÜHNE Ende Jänner verluden Transportspezialisten die rechte Hand

Foto: Dietmar Stiplovsek

Die riesigen Teile des Bühnenbildes wurden in Hard gefertigt.

zunächst auf einen Lkw, der sie zum Festspielhaus brachte. Von dort ging es per Boot weiter zur Seebühne. Es folgte schließlich noch die linke Hand rund eine Woche später. Der gigantische Kopf musste gleich in vier Teile zerlegt und zunächst ans Fußacher Bodenseeufer gebracht werden, um von dort per Boot auf

dem Wasserweg seine Reise zur Seebühne anzutreten. Die drei überdimensionalen Körperteile sind zwar wesentliche, aber nicht die einzigen Elemente des neuen Bühnenbildes. Die Rigoletto-Kulisse besteht noch aus zahlreichen weiteren Teilen, die direkt auf der Seebühne montiert wurden.

BÜHNENBILD MIT BALLON Eine Runde Sache, die es in sich hat: Bis der Ballon abheben durfte, gab es einiges zu klären. Ein Brite hat Rebecca Peletti in den vergangenen drei Jahren sehr viel Arbeit gemacht. So viel Zeit ist von der ersten Idee der Rigoletto-Bühnenbildner bis zu seiner Anlieferung und Montage Ende April 2019 vergangen. Die Rede ist vom Fesselballon des renommierten Herstellers Cameron Balloons aus Bristol. Er hat einen Durchmesser von 13 Metern, ist mit 1300 Kubikmeter Helium gefüllt und wird beim Spiel auf dem See an der Bregenzer Seite der Bühne in die Höhe schweben. Ge-

halten wird dieses Luftfahrtgerät, so der juristisch korrekte Begriff, von Stahlseilen. GUTACHTEN UND KENNZEICHEN „Dass sich daraus so ein Riesenprojekt entwickeln würde, hätte man anfangs nicht gedacht“, erzählt Projektleiterin Rebecca Peletti. Viele Institutionen waren während der Entstehungsphase eingeschaltet, viele Aspekte zu beachten. Das fing bei der technischen Abnahme der Konstruktion, mit der die Stahlseile

an der Bühne verankert sind, an (inklusive des Gutachtens eines Sachverständigen) und ging bis zu einem amtlichen „Luftfahrzeugkennzeichen der zivilen Luftfahrt“. Das ist vereinfacht ausgedrückt das Nummernschild eines Flugzeugs, Hubschraubers oder eben auch eines »

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Ballons. Schritt für Schritt kamen während der Entstehung des Bühnenbildes verschiedene Behörden ins Spiel. „Das Register der Luftfahrzeugkennzeichen führt der Österreichische Aero-Club, die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA ist für die technische Eignung und Zertifizierung der Flugkörper zuständig. Die Genehmigung der Luft- und Betriebstüchtigkeit erfolgte schließlich durch Austro Control“, erklärt Markus Pohanka, früher ORF-Moderator und heute Unternehmenssprecher von Austro Control. KLARE SIGNALE Auch das österreichische Verkehrsministerium musste seinen Segen geben. So kommt es, dass jetzt am Ballon ein rotes Blinklicht, im Verwaltungssprech „Hindernisbeleuchtung“, angebracht ist. „Durch dieses Blinklicht sollen andere Flugkörper, wie z. B. Helikopter, gewarnt werden, nicht zuletzt, da ein Spital und eine Kaserne in der Nähe der Seebühne sind“, informiert Rebecca Peletti.

Zahlen und Fakten zur Festspielbühne im Überblick Bauzeit: Von der Fertigung über die Montage bis hin zu technischen Endkorrekturen vergingen etwa zehn Monate. Die Planung erstreckte sich über zwei bis drei Jahre. Beteiligte: 46 Technikfirmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz waren an den anspruchsvollen Aufbauarbeiten beteiligt. Gleichzeitig waren auch 12 Festspieltechniker inklusive Kranführer mit dem Bühnenaufbau beschäftigt. Holzpfähle: Die Seebühne ist auf rund 119 Pfählen errichtet, die bis zu sechs Meter tief in den Seegrund gerammt sind. Sie bestehen entweder aus Fichtenholz oder aus Stahl. Kopf: Der Rigoletto-Kopf misst vom Unterkiefer bis zur Schädeldecke rund 13,5 Meter. Allein die Augäpfel haben einen Durchmesser von 2,7 Metern. Der Kopf ist von Ohr zu Ohr rund 11,3 Meter breit und bringt alleine rund 35 Tonnen, mit Unterkonstruktion rund 14 Tonnen auf die Bühne. Im Kopf befinden sich außerdem fünf Lautsprecher. 14

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Hand Lindau: Die linksseitige „Hand Lindau“ misst von der handkrause bis zur Mittelfingerspitze rund 11,5 Meter, bei aufrechtstehender, gestreckter Hand. Die Bewegungen der „Hand Lindau“ erfolgen über hydraulische Schwenkantriebe und entsprechen im Wesentlichen den Bewegungen einer menschlichen Hand. Hand Bregenz: Die rechtsseitige „Hand Bregenz“ misst von der Handkrause bis zum Zeigefinger rund sechs Meter. Im Zeigefinger sind zwei Lautsprecherboxen eingebaut. Kragen: Der Kragen besteht aus einem festen Teil und drei beweglichen Elementen, wobei die Fläche vom größten Kragenteil rund 163 Quadratmeter beträgt. Material: Das Obermaterial – die sogenannte Kaschur – besteht vor allem aus einem Fassadenputz, Styropor und mehreren Farbschichten. Alle Höhenangaben beziehen sich auf den durchschnittlichen, sogenannten „Wasserstand 2“, dieser entspricht dem Pegel Bregenz von 416 Zentimetern.


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BREGENZ

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SEHENSWÜRDIGKEITEN 1

Festspielhaus mit Seebühne

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Gefangenenhaus

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Vorarlberg Museum

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Ehreguta-Platz

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Kunsthaus Bregenz

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Deuringschlössle

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Theater am Kornmarkt

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Seeanlagen

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Pfänder (Talstation)

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Stadtpfarrkirche St. Gallus

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Oberstadt

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Herz-Jesu-Kirche

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Rathaus

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Leutbühel

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Vorarlberger Landhaus

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Martinskapelle/Martinsturm

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Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis

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Evangelische Kreuzkirche

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Strandbad

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G/2 Vorarlberg Museum Sonderausstellung zur Künstlerin Angelika Kauffmann (bis 6. Oktober)

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Sonnenkönigin Captains Brunch (21. Juli), Konstanzer Seenacht (10. August)

M/5 Pfänder Alpenwildpark Pfänder bei freiem Eintritt. Die Bahn fährt täglich von 8 bis 19 Uhr zur vollen und halben Stunde und nach Bedarf. N

Magazin4 Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz

O/8 Leutbühel Jeden Mittwoch und Samstag findet ein regionaler Markt statt P

Hard, CH

Galerie Arthouse Ausstellung: Willi Siberl „Augenweide“ (bis 16. August 2018)

Q /6 Martinsturm/Oberstadt Ausstellung: „Bregentz. Stadt am Bodensee“

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Galerie Lisi Hämmerle Ruth Schnell "Call of Duty" (bis 17. August 2019)

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K/4 Theater am Kornmarkt Schauspiel, Bregenzer Festspiele Don Quijote (20., 22. u. 23. Juli)

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Hohentwiel Festspiel-Gourmetfahrten

Kunsthaus Bregenz Ausstellung: Thomas Schütte (bis 6. Oktober)

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A/1 Festspielhaus mit Seebühne Bregenzer Festspiele „Rigoletto“

Dornbirn, Laauterach

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PROGRAMMPLAN 17. JULI BIS 18. AUGUST 2019 Infos und Tickets erhalten Sie unter Tel. +43 5574 407-6 • www.bregenzerfestspiele.com Termin Mi. 17. Juli Mi. 17. Juli Do. 18. Juli Fr. 19. Juli Sa. 20. Juli 20. Juli Sa. So. 21. Juli So. 21. Juli So. 21. Juli So. 21. Juli Mo. 22. Juli Mo. 22. Juli Di. 23. Juli Di. 23. Juli Mi. 24. Juli Do. 25. Juli Fr. 26. Juli Sa. 27. Juli So. 28. Juli So. 28. Juli Mo. 29. Juli Di. 30. Juli Di. 30. Juli Mi. 31. Juli Mi. 31. Juli Do. 1. August Fr. 2. August Sa. 3. August So. 4. August So. 4. August So. 4. August So. 4. August Mo. 5. August Di. 6. August Mi. 7. August Fr. 9. August Sa. 10. August So. 11. August So. 11. August Mo. 12. August Di. 13. August Di. 13. August Mi. 14. August Do. 15. August Do. 15. August Fr. 16. August Fr. 16. August Sa. 17. August Sa. 17. August Sa. 17. August So. 18. August So. 18. August So. 18. August 18

10.30 Uhr 21.15 Uhr 19.30 Uhr 21.15 Uhr 19.30 Uhr 21.15 Uhr 9.30 Uhr 11.00 Uhr 19.30 Uhr 21.15 Uhr 19.30 Uhr 19.30 Uhr 19.30 Uhr 21.15 Uhr 21.15 Uhr 21.15 Uhr 21.15 Uhr 21.15 Uhr 19.30 Uhr 21.15 Uhr 19.30 Uhr 20.00 Uhr 21.15 Uhr 20.00 Uhr 21.15 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 9.30 Uhr 11 Uhr 19.30 Uhr 21.00 Uhr 19.30 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 19.30 Uhr 19.30 Uhr 21.00 Uhr 21.00 Uhr 19.30 Uhr 19.30 Uhr 20.00 Uhr 21.00 Uhr 19.30 Uhr 20.00 Uhr 21.00 Uhr 9.30 Uhr 11.00 Uhr 21.00 Uhr

Veranstaltung Eröffnung Rigoletto (Premiere) Don Quichotte Rigoletto Don Quijote Rigoletto Festspielfrühstück Don Quichotte Musik & Poesie Rigoletto Orchesterkonzert Don Quijote Don Quijote Rigoletto Rigoletto Rigoletto Rigoletto Rigoletto Musik & Poesie Rigoletto Don Quichotte Der Reigen Rigoletto Der Reigen Rigoletto Rigoletto Rigoletto Rigoletto Festspielfrühstück Orchestermatinee Musik & Poesie Rigoletto Orchesterkonzert Rigoletto Rigoletto Rigoletto Rigoletto Konzert im KUB Rigoletto Eugen Onegin, Premiere Eugen Onegin Rigoletto Rigoletto Eugen Onegin Arthur Schnitzler: Reigen Wunderwandelwelt (Premiere) Rigoletto Eugen Onegin Wunderwandelwelt Rigoletto Festspielfrühstück Orchestermatinee Rigoletto

Veranstaltungsort Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Theater am Kornmarkt Seebühne/Festspielhaus Seefoyer Festspielhaus Seestudio Seebühne/Festspielhaus Festspielhaus Theater am Kornmarkt Theater am Kornmarkt Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seestudio Seebühne/Festspielhaus Festspielhaus Werkstattbühne Seebühne/Festspielhaus Werkstattbühne Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seefoyer Festspielhaus Seestudio Seebühne/Festspielhaus Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Kunsthaus Bregenz Seebühne/Festspielhaus Theater am Kornmarkt Theater am Kornmarkt Seebühne/Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus Theater am Kornmarkt Festspielhaus Werkstattbühne Seebühne/Festspielhaus Theater am Kornmarkt Werkstattbühne Seebühne/Festspielhaus Seefoyer Festspielhaus Seebühne/Festspielhaus

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MIT BUS UND BAHN ZU DEN FESTSPIELEN Das Festspielticket ist gleichzeitig eine Gratisfahrkarte für Bus und Bahn. Genuss bereits bei der Anreise garantiert das Festspielticket: Es gilt am Tag des Aufführungsbesuchs als Gratisfahrkarte für Bus und Bahn in ganz Vorarlberg sowie ab Lindau. Bequem und entspannt erreichen Festspielgäste ao den Bahnhof Bregenz, der nur drei Gehminuten von der Seebühne entfernt liegt. Nach Vorstellungsende bringen die Öffentlichen Verkehrsmittel die Besucherinnen und Besucher zum Ausgangspunkt zurück, teilweise stehen dafür auch Sonderlinien zur Verfügung. Die Tickets gelten zudem für die Fahrt nach Scheidegg im Allgäu.

EINFÜHRUNGEN Um 19 Uhr und um 19.30 Uhr vor dem Spiel auf dem See geben Beteiligte der Aufführung auf der Seebühne einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Handlung und die Komposition des Werks. Gäste erfahren Geheimnisse der Inszenierung und technische Details.


Foto: Philipp Steurer

FEIERLICHE ERÖFFNUNG Am Mittwoch, den 17. Juli, werden die 74. Bregenzer Festspiele mit einem großen Fest für alle eröffnet. Es wird, umreißt Eröffnungsprojektleiterin Katja Nawka grob den Ablauf, musikalische Leckerbissen aus allen Opernproduktionen geben. Verdis Rigoletto, das diesjährige Spiel auf dem See, macht den Anfang und bildet auch den Schluss unter dem Dirigat von Enrique Mazzola. Dazwischen treten die Dirigenten der Hausoper Don Quichotte und des Opernstudios am Kornmarkt, Eugen Onegin, ans Pult. Das Kaleidoskop des Bregenzer Festspielsommers wird mit zum Teil filmischen Einblicken in weitere Produktionen ergänzt und auch dieses Mal mit einem zusätzlichen künstlerischen Bonmot die Gäste im Festspielhaus und die TV-Zuseher zu Hause überraschen. VIELE HERAUSFORDERUNGEN „Einerseits muss die Eröffnung für die Fernsehübertragung ,telegen‘ aufbereitet sein, andererseits aber auch für die Besucher im Saal zum Erlebnis werden“, sagt Katja Nawka.

Ein Spagat, der neben technischem Verständnis vor allem die ganze Kreativität des Festspieleteams fordert. Nur so viel darf an dieser Stelle verraten werden: Ausstattungsleiterin Susanna Boehm entführt die Eröffnungsgäste in Analogie zu Rigoletto auf ein zirkushaftes Fest. KÜNSTLERISCHE DARBIETUNGEN Die gut eine Stunde dauernde Eröffnung gehört überwiegend der künstlerischen Darbietung – die drei Redner haben eine enge Zeitvorgabe. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler wird die Gäste begrüßen, ihm folgen Außen- und Kulturminister Alexander Schallenberg und Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Er hat am Ende seiner Rede mit der traditionellen Eröffnungsformel das „letzte Wort“. Es werden zur Eröffnung wieder rund 2000 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik und des öffentlichen Lebens erwartet. Dass jeder an einem angemessenen Platz sitzt,

dafür hat der Mensch das Protokoll erfunden. Die genaue Sitzeinteilung obliegt federführend der protokollarischen Abteilung der Vorarlberger Landesregierung. Unter anderem mehr als 300 Angehörige und Freunde der Mitwirkenden sowie in Vorarlberg ehrenamtlich Tätige nehmen in einem eigens für sie eingerichteten Bereich auf der Bühne Platz. Die feierliche Eröffnung ist eben nicht nur den sogenannten Honoratioren vorbehalten. EMPFANG FÜR ALLE Bester Ausdruck dieser Verbundenheit mit dem breiten Publikum ist der anschließende Empfang für die Bürger auf dem Platz der Wiener Symphoniker, auf den zuvor schon die Eröffnung live übertragen wird. Die Künstler genießen dieses Freiluftevent, weiß Katja Nawka aus den Vorjahren, um sich dort mit ihrem Publikum über die besondere Atmosphäre bei den Bregenzer Festspielen auszutauschen.

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„ICH PROBE JEDEN STUNT PERSÖNLICH“ Sechs Fragen an die Stunt-Direktorin Wendy Hesketh-Ogilvie.

Mit ihrem Mann Jamie gründete Wendy Hesketh-Ogilvie vor zwanzig Jahren die Kompanie „Wired Aerial Theatre“, die bei Rigoletto für Akrobatik und Stunt-Auftritte zuständig ist. Als „Movement Director“ und „Artistic Stunt Director“ arbeitet sie mit insgesamt 22 Stuntfrauen und -männern, sogenannten „Kletterern“ – u nd vor allem mit den anderen Künstlern zusammen. Wie gestaltet sich Ihre Arbeit auf der Seebühne in Bregenz? Wendy Hesketh-Ogilvie: Ich bin bereits Ende Mai dieses Jahres vor Probenbeginn hier angekommen. Bis dahin gab es für uns alles nur auf Papier, erst auf der Seebühne wurde es für uns real. Wir sind alle am Lernen. Wired Aerial Theatre macht auch eigene Produktionen, doch hier arbeiten wir mit einem Regieteam zusammen. Wir folgen seinem Rhythmus und Ideen. In diesem Fall habe ich viele andere organisatorische Aufgaben, sodass ich selbst nicht auf der Bühne stehen kann – was ich am liebsten täte (lacht). Doch bevor die Mitglieder meiner Kompanie loslegen, probe ich jeden Stunt persönlich. Bei Rigoletto sind ja nicht nur die Spezialisten als Stuntmen und -women gefragt ... Wendy Hesketh-Ogilvie: Das stimmt, vor allem die drei GildaDarstellerinnen müssen selbst einige Stunts machen. Daher achte ich sehr darauf, dass sie keine Angst bekommen. Denn sobald sie Angst hätten, könnten sie nicht mehr richtig atmen und singen. Also geht es bei Ihrer Arbeit auch um Psychologie? 20

Wendy Hesketh-Ogilvie in luftiger Höhe auf der Seebühne.

Wendy Hesketh-Ogilvie: Absolut. Es geht darum, sie mental auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Zum Glück sind die Gilda-Sängerinnen starke Frauen und dazu einsatzfreudig. Das gefällt mir sehr. Dabei ist diese Figur anfangs naiv, unschuldig angelegt. Im Laufe der Oper wird sie immer mutiger, was man auch an den Stunt-Einsätzen sieht. In welchen Höhen bewegen sich eigentlich die Stunt-Profis? Wendy Hesketh-Ogilvie: Der höchste Punkt des Clownkopfes befindet sich in 28 Meter Höhe, beim Ballon sind es sogar 45 Meter. Dort sind sie im Einsatz. Gab es ein spezielles Casting für die Stunt-Leute bei Rigoletto? Wendy Hesketh-Ogilvie: Ja, wir hatten drei Castings in Liverpool, London und hier auf der Werkstattbühne. Die Oper spielt in einem Zirkus-Setting. Daher wollten wir eine große Bandbreite von Zirkus-

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Foto: Wired Aerial Theatre

Fähigkeiten, wie Jonglieren oder Feuerspucken, abdecken. Gleichzeitig mussten die Kandidaten in der Lage sein, mit Kletterausrüstung gut umgehen und Stunts ausführen zu können. Philipp Stölzl geht es darum, verschiedene Fertigkeiten zusammenzubringen. So soll etwas entstehen, das man zuvor noch nie gesehen hat. Dieser Anspruch ist das, wofür Jamie und ich leben. Was zeichnet für Sie die Arbeit bei den Bregenzer Festspielen aus? Wendy Hesketh-Ogilvie: Es ist unvergleichlich, hier zu arbeiten – geradezu unwirklich. Die Dimensionen sind so enorm, und dabei funktionieren die Abläufe ungewöhnlich effizient. Das merken wir vor allem immer wieder in der Zusammenarbeit mit Michael Csar (dem künstlerischen Produktionsleiter, Anm. d. Red.). Er ist unser wichtigster Ansprechpartner, wir nennen ihn „Mr. Wonderful“. Offene Fragen klärt er innerhalb von Stunden – das gibt es nur hier.


JAN NAST IST NEUER INTENDANT Die Mitgliederversammlung der Wiener Symphoniker hat in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat des Orchesters den deutschen Orchestermanager Jan Nast als Nachfolger Johannes Neuberts zum neuen Intendanten bestellt. Antreten wird Nast die Stelle am 1. Oktober 2019. Er ist derzeit Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Außerdem hat Nast die Staatskapelle zum Residenzorchester der Salzburger Osterfestspiele gemacht. Der ausgebildete Hornist und Kulturmanager begann seine Karriere als Orchestergeschäftsführer beim Philharmonischen Orchester Freiburg im Breisgau. „Mit Jan Nast ist es gelungen, für mein Orchester einen Mann von internationaler Erfahrung und ausgezeichnetem Ruf zu

Foto: Andreas Balon

Die Wiener Symphoniker wählten Jan Nast als Nachfolger von Johannes Neuberts.

gewinnen. Ich freue mich gleichermaßen, dass ich mit ihm mein Abschlussjahr als Chefdirigent der Wiener Symphoniker durchführen kann und dass mit ihm auch eine seriöse

© Bregenzer Festspiele / Lisa Kloos, Kathrin Grabher

Glückwunsch zum gelungenen Bühnenbild Wir waren verantwortlich für den Kopf sowie die Tragkonstruktion und bedanken uns herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen.

und vielversprechende Perspektive für die Zukunft gefunden wurde“, kommentiert der amtierende Chefdirigent der Wiener Symphoniker Philippe Jordan die Entscheidung.

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AUSZEICHNUNG FÜR KARL MARKOVICS „Das Jagdgewehr“ auf Streifzug: Von Bregenz in die Welt hinaus.

AUF DEN BÜHNEN EUROPAS Besonders freue Markovics, dass der Mut, neue Opern in Auftrag zu geben, auch belohnt wird. Das Werk von Komponist Thomas Larcher war nach der Aufführung bei den Bregenzer Festspielen bis vor Kurzem beim Aldeburgh-Festival in England zu sehen. Ab 18. März 2020 wird es beim Opera-Forward-Festival in den Niederlanden aufgeführt. „Die Probenarbeit zu Das Jagdgewehr war für mich sowohl künstlerisch als auch menschlich eine der erfüllendsten Erfahrungen in meinem Berufsleben. Die Arbeitsbedingungen in Bregenz

Foto: Roland Paulitsch

Anlässlich des Österreichischen Musiktheaterpreises wurde Karl Markovics mit einem Goldenen Schikaneder in der Kategorie „Beste Regie“ ausgezeichnet. Mit der Uraufführung von „Das Jagdgewehr“ feierte der Schauspieler, Autor und Filmregisseur 2018 erfolgreich sein Opernregiedebüt bei den Bregenzer Festspielen.

sind fantastisch und die Menschen, die hier arbeiten, sind alle mit Leib, Herz und Seele dabei“, beschreibt Markovics seine Erfahrungen rückblickend. WIDERSPRÜCHLICHE GEFÜHLE Diese erste Oper des Komponisten Thomas Larcher nach dem 1949

erschienenen Buch von Yasushi Inoues erzählt von widersprüchlichen Gefühlen und verborgenen Geheimnissen. Es enthüllt die Einsamkeit des Jägers, dessen Jagdgewehr die „ganze Last tief in Seele und Leib des einsamen Mannes“ drückt und „eine seltsame, blutbefleckte Schönheit“ ausstrahlt.

FESTSPIELWEINE GEKÜRT Foto: Dietmar Mathis

Rund 50 Sommeliers und Weinkenner kürten den offiziellen Festspielwein für 2019 und 2020.

Aus 36 österreichischen Weinen galt es für die rund 50 Sommeliers, Gastronomen und Weinkenner die neun besten in einer Blindverkostung auszuwählen. Für die diesjährige Festspielsaison verspricht die traditionsreiche österreichische Sektkellerei Schlumberger mit dem neuen 22

Festspiel-Sekt Grüner Veltliner Brut Klassik prickelnde Kulturmomente. Die Veltliner-typische Pfeffernote passt dabei perfekt zu Verdis schaurig-mitreißender Oper Rigoletto. Mit Schlumberger verbinden die Bregenzer Festspiele seit neun Jahren eine enge Partnerschaft. QUERSCHNITT DURCH WEINKULTUR Die Festspielwein-Prämierung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bregenzer Festspiele und ihrer Partner Pfanner & Gutmann, Österreich Wein

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Marketing und Schlumberger Weinund Sektkellerei. Zur Wahl standen die Weinsorten Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Rosé, Zweigelt, St. Laurent, Blaufränkische und Rotwein Cuvée. Laut Walter Pfanner (Pfanner & Gutmann) bilden diese 36 Weine einen Querschnitt der gesamten Bandbreite der österreichischen Weinkultur. Nach ungefähr zwei Stunden intensivem Weinglasschwenken, riechen und probieren standen alle neun Festspielweine fest.


Foto: Frederik Sams

NEUE KLANGWELTEN Das Tonsystem am See erlebt eine bedeutende Weiterentwicklung. Zur Premiere von Rigoletto kommen mit BOA 2.0 die ersten Schritte des weiterentwickelten Tonsystems Bregenz Open Acoustics (BOA) zum Einsatz, das 15 Jahre lang erfolgreich im Einsatz war. Dadurch soll Besuchern des Spiels auf dem See weiterhin beste Tonqualität geboten werden, außerdem werden die tontechnischen Geräte auf den neuesten Stand gebracht. TECHNISCHE QUANTENSPRÜNGE „Seit Einführung von BOA im Jahr 2005 haben sowohl in der Digitaltechnik als auch in der Tontechnik Quantensprünge stattgefunden. Wir waren bislang auf einem weltweit sehr hohen Niveau“, sagt Wolfgang Urstadt, technischer Leiter der Bregenzer Festspiele, „aber durch den heutigen Stand der Technik ergeben sich neue Möglichkeiten, was das bewährte Richtungshören und die akustische Raumsimulation betrifft.“ 29 neu positionierte Lautsprechermasten in drei unterschiedlichen Höhen wurden rund um die Seetribüne errichtet. Sie ersetzen das bis-

herige Lautsprecherband und sorgen für einen ausgewogenen Klang in allen Bereichen des Zuschauerraums. „Das Herzstück von BOA 2.0 bildet ein neues Tonmischpult mit hochinnovativer Computertechnologie. Damit können Richtungshören, Effektbeschallung und akustische Raumsimulation bestmöglich zur klanglichen Einheit verwoben werden“, erläutert Urstadt. „Außerdem ist es für unser Technikerteam wichtig, mit dem neuen Tonsystem für zukünftige Entwicklungen offen bleiben zu können.“ Wie wichtig die Technik für eine gelungene Aufführung ist, unterstreicht auch Intendantin Elisabeth Sobotka: „Die Bregenzer Seebühne war immer schon ein Ort nicht nur der künstlerischen, sondern auch der technischen Innovationen.“ 2,5 MILLIONEN EURO Bei der Wahl für das neue Tonsystem haben sich die Bregenzer Festspiele nach einem mehrjährigen Sondierungsprozess für das Unternehmen Müller-BBM mit Sitz in Planegg bei

München entschieden. Müller-BBM zählt mit seinem elektronischen Raumakustiksystem Vivace, das auf die besonderen Gegebenheiten der Seebühne adaptiert wird, zu den international renommiertesten Anbietern. „Als Premiumveranstalter stand für uns außer Frage, auf den neuesten Stand der Technik zu setzen, um die bisher hohe Tonqualität noch einen weiteren Schritt zu steigern. Dafür investieren die Bregenzer Festspiele rund 2,5 Millionen Euro“, sagt Michael Diem, kaufmännischer Direktor. BESTER KLANG AUF 7000 PLÄTZEN Technisch gesehen besteht die Herausforderung seit jeher darin, für jeden einzelnen der rund 7000 Seebühnenbesucher das Klangerlebnis aus verschiedenen Tonquellen synchron mit dem Bühnengeschehen sicherzustellen. Dabei muss die Schalllaufzeit berücksichtigt werden. Sie spielt bei einer Tribünenbreite von 90 Metern und einer Tiefe von 46 Metern eine physikalisch bedeutende Rolle.

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Foto: Sarah Kresser

RIGOLETTO IN DER SPRACHE DER JUGEND Instagram & Co: Das etwas andere „Programmheft“ als bemerkenswerte Matura-Arbeit. Die Welt der Oper hat bei den meisten Jugendlichen einen schweren Stand. Dass eine Oper aus dem Jahr 1851 dennoch bei der heutigen Teenager-Generation das Feuer entfachen kann, beweisen Schülerinnen der Handelsakademie (HAK) Bregenz mit einem speziellen „Programmheft“ zu Rigoletto. „Diese Oper behandelt ein sehr aktuelles Thema“, stimmen Hannah, Fabienne, Laura und Denise überein, „Rigoletto steht für eine alte Form von #metoo, die Unterdrückung der Frauen und den Ehrbegriff.“ Die vier Jugendlichen haben vor wenigen Wochen ihre Schulkarriere erfolgreich mit der Matura gekrönt und waren Schülerinnen des Ausbildungsschwerpunktes Kulturmanagement der 5. Klassen der HAK Bregenz. In diesem Rahmen wählten sie als Herausforderung Verdis Opernstoff in Form und Sprache 24

ihrer Altersgenossen zu „übersetzen“. Unter anderem wird die Handlung in einem Instagram-Chat zugespitzt. Empört wirft der Graf von Monterone in die Gruppe: „Du (Anm.: gemeint ist der Herzog von Mantua) hast meine Tochter so wie all deine anderen Checks auch nur verarscht, und du, Rigo, hast ihm noch dabei geholfen“, worauf Rigoletto anfangs noch abwiegelt: „Mach doch nicht so einen Stress, alles fresh.“ MACHO ODER MAUERBLÜMCHEN? Auch eine Probe aufs Exempel steht an: Für Burschen ein „Macho-Test“, während sich die Mädchen der Frage „Vamp oder Mauerblümchen?“ stellen. Diese Tests seien bei den Mitschülern „besonders gut angekommen“, berichtet Roswitha Winsauer-Fink, die als HAK-Lehrerin die Matura-Arbeit betreute. „Vorga-

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be war eine gedruckte Broschüre, um Jugendlichen eine Brücke zu bauen und herauszufinden, ob eine ,verstaubte Oper’ etwas mit der Gegenwart zu tun hat. Format, Layout, kreative Ideen kamen von den Jugendlichen. Da steckt viel Kopfarbeit drin!“ Aber auch jede Menge zeitliches Engagement zwischen dem Erstmeeting mit Nina Wolf, der Projektleiterin von crossculture bei den Bregenzer Festspielen, und der Übergabe an das Grafikbüro zu Finalisierung und Druck. Hannah, Fabienne, Laura, Denise sowie Jessica als hochtalentierte Illustratorin haben Bemerkenswertes geleistet. Davon können sich alle RigolettoFans überzeugen: Das etwas andere „Programmheft“ ist im Shop der Bregenzer Festspiele für drei Euro und für junge Besucher der crossculture night um zwei Euro zu erwerben.


FESTSPIELE FÜR DIE FAMILIE Das Stück „Paris! Paris!“ aus dem crossculture-Programm verzauberte Groß und Klein. Mit „Paris! Paris“ konnten ganze Familien im Rahmen des crossculture-Programms eine inspirierende musikalisch-theatralische Zeitreise voller Ereignisse erleben. Die Musikgruppe „Die Schurken“ führte die Besucher der ausverkauften Vorstellungen in das Paris am Beginn des 20. Jahrhunderts. Die faszinierende Musik von Bohuslav Martinu, Erik Satie, Igor Strawinsky, Francis Poulenc, Marcus Nigsch und anderen sowie das humorvolle Spiel ließ die Zuschauer in die fesselnde Zeit eintauchen. Foto: Anja Köhler/Festspiele


MACHT UND GEWISSENSBISSE Arrigo Boitos „Nero“ wird 2020 als Oper im Haus gezeigt. Während die Proben der diesjährigen Bregenzer Festspiele laufen, sind die Planungen für das nächstjährige Programm nahezu abgeschlossen: Im Sommer 2020 zeigt das Sommerfestival als Oper im Festspielhaus Arrigo Boitos Nero (Nerone). Das 1924 an der Mailänder Scala uraufgeführte Werk feiert am 22. Juli 2020 Premiere am Bodensee SELBSTINSZENIERUNG VON MACHT In Arrigo Boitos opulenter Oper tritt Nero als schillernde und zwielichtige Gestalt auf. Die spektakulären Selbstinszenierungen seiner Macht stehen in Kontrast zu den Gewissensplagen nach dem Mord an seiner Mutter. Als gegensätzliche Pole erklingen die düsteren Rituale des heidnischen Magiers Simon Magus und die verklärende Reinheit des aufkommenden Christentums. Dieses Werk, mit dessen Vollendung Boito seit 1862 mehrere Jahrzehnte rang, entwickelte sich für den Komponisten und Librettisten zur Lebensaufgabe. Erst nach seinem Tod wurde es unter der Leitung des Dirigenten Arturo Toscanini in eine aufführbare Fassung gebracht und

Olivier Tambosi inszeniert dieses vielschichtige Werk.

1924 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Boitos Libretti, unter anderen für Giuseppe Verdis Otello und Falstaff, zählen zu den herausragenden Schöpfungen der Operngeschichte. TAMBOSI KEHRT ZURÜCK Mehrere Künstler dieser gefeierten Wiederentdeckung widmen sich nun auch der Neuinszenierung von Boitos Nero: Als leidenschaftlicher Vermittler von Boitos Oper inszeniert Olivier Tambosi dieses faszinierend

Foto: Anja Köhler

vielschichtige Werk, gemeinsam mit dem Bühnenbildner Frank Philipp Schlössmann und der Kostümbildnerin Gesine Völlm. VORVERKAUF AB 18. AUGUST Der Vorverkauf für den Festivalsommer 2020 startet am 18. August 2019 um 21 Uhr im Internet (ausgenommen sind Premieren- und LoungeTickets). Ab 19. August nimmt das Ticket-Center telefonisch Buchungen entgegen unter +43 5574 4076.

MUSIK & POESIE Musikalische Welten treffen im Festspielhaus auf literarische Dimensionen. Nach seinem umjubelten Auftritt als Kunstpfeifer im Sommer 2016 kehrt der gefeierte Puppenspieler und Pfeifer Nikolaus Habjan mit neuem Programm zurück an den Bodensee. ARIEN AUS RIGOLETTO Mehrere Arien aus Giuseppe Verdis Rigoletto gehören zu seinem neuen Repertoire, darunter natürlich 26

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„La donna è mobile“. Auch an sein bewundertes Spiel im Theaterstück Böhm im vergangenen Sommer knüpft Habjan an: Der Autor Paulus Hochgatterer hat für Habjans Narrenpuppe eine kurze Szene geschrieben. Der Abend am 21. Juni, ab 19.30 Uhr im Seestudio steht unter dem Namen „Luftkunst“. Am Klavier wird Ines Schüttengruber zu hören sein.


KONZERT-HIGHLIGHTS IM RHEINTAL 20. September Buntspecht Spielboden, Dornbirn

5. Juli bis 11. August Poolbar Festival Altes Hallenbad, Feldkirch

8. bis 10. August Bezau Beatz Festival Versch. Locations, Bezau

28. September Ernst Molden und das Frauenorchester, Spielboden

27. Juli Umsonst und draußen Club Vaudeville, Lindau

9. August Klangkarussell (DJ) Kirchplatz, Lustenau

4. Oktober The Cool Quest Carinisaal, Lustenau

29. Juli Kiefer Sutherland Conrad Sohm, Dornbirn

13. September Zebrahead Club Vaudeville, Lindau

14. Oktober Milow Conrad Sohm, Dornbirn

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Fotos: Veranstalter (3)

2. August Prinz Grizzley Kirchplatz, Lustenau

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Foto: www.joshuacfry.com

8. Juni bis 20. August Kultursommerfestival, Conrad Sohm, Dornbirn

1. Otto kommt als Special Guest aufs Szene Openair. 2. Kiefer Sutherland gastiert am 29. Juli im Conrad Sohm. 3. Die bezaubernde Iris Gold wird am 3. August in der poolbar die Menge zum tanzen bringen. 4. Großartige Headliner beim diesjährigen Szene Openair: Annenmaykantereit.

SZENE OPENAIR UND KULTURSOMMER Int. Künstler beim Szene Openair und beim Conrad-Sohm-Kultursommerfestival.

Das Szene Openair am Alten Rhein in Lustenau feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag und wartet zu diesem Jubiläum vom 1. bis 3. August wieder mit einem grandiosen Programm auf. Als Headliner konnten die sympathischen Annenmaykantereit, dessen Sänger Henning die Zuhörer unter anderem mit seiner tiefen Stimme beeindruckt, sowie der Berliner Rapper Capital Bra und die britische Indie-Band Foals gewonnen werden, die in England einen wahren Hype auslösten. OTTO WAALKES ALS SPECIAL GUEST Wer aufs Szene Openair kommt muss sich keine Sorgen machen, eine Band zu verpassen. Anders als bei den ganz großen Festivals spielen die Musiker abwechselnd auf den beiden Bühnen. So muss man sich garantiert nicht

zwischen zwei Lieblingsbands entscheiden, denn bei Namen, wie Frank Turner & The Sleeping Souls, Faber, Feine Sahne Fischfilet, Trettmann, Grosstadtgeflüster, Von wegen Lisbeth, Granada, Milliarden, Jugo Ürdens und vielen mehr würde die Entscheidung wohl vielen schwer fallen. Als Special Guest wird am Samstag zudem Otto Waalkes mit seinen Friesenjungs für großartige Stimmung sorgen. Wer noch Tickets fürs Festival möchte, sollte sich allerdings beeilen, denn ein Großteil der Karten ist bereits verkauft. KULTURSOMMER-FESTIVAL IM SOHM Während beim Szene Openair drei Tage lang gefeiert wird, bringt das Kultursommer-Festival im Conrad Sohm in Dornbirn fast zehn Wochen

lang berühmte Acts nach Vorarlberg. Noch bis 20. August stehen unter anderem noch State of Mind (27. Juli) oder Tito und Tarantula (9. August) auf der Bühne. Highlight ist aber das Konzert von Kiefer Sutherland am 29. Juli. Seit mehr als 30 Jahren ist er bereits als Schauspieler aktiv, was aber nicht allen bekannt sein dürfte ist, dass er 2002 gemeinsam mit seinem besten Freund und Musiker Jude Cole ein eigenes kleines Plattenlabel namens Ironworks gegründet hat. 2019 erschien dort sein zweites Album „Reckless & Me“, mit dem der Hollywood-Star nun auch nach Vorarlberg kommen wird. Alle Informationen zum Szene Openair gibt es online auf www.szeneopenair.at, das Programm zum Kultursommer-Festival ist auf www.conradsohm.com zu finden.


TOMI UNGERER IM FORUM WÜRTH Das Forum Würth Rorschach zeigt die erste Ausstellung von Tomi Ungerer nach seinem Tod.

Der französische Künstler Tomi Ungerer gehört zu den bedeutendsten und zugleich provokantesten Illustratoren unserer Zeit. Sein gewaltiges Werk zählt mehr als 40.000 Zeichnungen, Ölbilder, Plakatentwürfe, Collagen, Lithografien, Holzschnitte und Objekte. Dazu kommen 140 Bücher von der Sozialsatire bis zum Märchenbuch. Dass es neben dem illustrativen Werk auch zahlreiche Collagen und Skulpturen gibt, entstanden vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten, ist dabei selbst den meisten Bewunderern unbekannt. Es war ein Verdienst der Ausstellung, die 2010 in der Kunsthalle Würth stattfand, einen neuen Blick auf den freien Künstler Tomi Ungerer zu werfen, der neben seinen Auftragsarbeiten ein fantastisches Universum origineller Werke schuf. TOMI UNGERER (1931–2019) Tomi Ungerer wurde 1931 in Straßburg geboren. Nachdem er zu Beginn seiner Laufbahn durch ganz Europa trampte und erste Zeichnungen in 28

der Satirezeitschrift „Simplicissimus“ veröffentlichte, begann sein eigentlicher Aufstieg im New York der 1950er-Jahre, wo er als Grafiker, Kinderbuchautor, Zeichner und Maler berühmt wurde. Zeitlebens war er politisch engagiert. Seine Plakate gegen den Vietnamkrieg und die Rassentrennung sind beredte Stellungnahmen und gehören zugleich zu den besten Beispielen der modernen Grafik. Unterhaltsam und ebenso drastisch sind seine bitterbösen Bildkommentare auf die amerikanische High Society. Diese und weitere Veröffentlichungen machten Ungerer einen Verbleib in den USA unmöglich. Seine Kinderbücher wurden unter Zensur gestellt und selbst das FBI nahm ihn unter Beobachtung. Er entzog sich für einige Jahre nach Kanada und ließ sich 1976 dauerhaft in Irland nieder. Seine Haltung, „die eigenen Abgründe ebenso furchtlos aus(zu)leuchten wie die anderer“ (Andreas Platthaus), hat er dabei nie aufgegeben. In seinem Ausspruch „Die Hölle ist das Paradies des Teu-

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fels“ steckt Tomi Ungerers ganze ambivalente, aber stets anderen zugewandte Lebensphilosophie. QUERSCHNITT DURCH SEIN WERK Die Ausstellung im Forum Würth Rorschach, die auf den reichen Bestand von 240 Werken Tomi Ungerers in der eigenen Sammlung zurückgreifen kann, bietet einen inhaltlichen Querschnitt durch das ebenso tiefgängige wie überaus kurzweilige Gesamtwerk dieses leidenschaftlichen Künstlers. Tomi Ungerer starb am 9. Februar 2019 in Cork, Irland.

Informationen Ausstellung „Tomi Ungerer – Zeichnungen, Collagen und Objektkunst aus der Sammlung Würth“ Ausstellungsdauer: bis 15. März 2020 Ort: Forum Würth Rorschach Churer Straße 10, 9400 Rorschach, CH Öffnungszeiten: April bis September, täglich von 10 bis 18 Uhr; Oktober bis März, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr Eintritt: frei www.wuerth-haus-rorschach.ch


FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER – TRAUMFÄNGER EINER SCHÖNEREN WELT Ausstellung mit Originalwerken im neuen Kunstmuseum Lindau. Zur Eröffnung des neuen Kunstmuseums am Inselbahnhof in Lindau, das zentral in der Nähe des Hafens und Bahnhofs gelegen ist, präsentiert das Kulturamt Lindau in Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung Wien rund 60 originale Werke des österreichischen Universalkünstlers Friedensreich Hundertwasser. Unter dem Titel „Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt“ werden noch bis 6. Oktober 2019 Gemälde, Grafiken, Architekturentwürfe und ein kostbarer Knüpfteppich gezeigt. Damit handelt es sich um die erste Ausstellung seit fast 40 Jahren im Südwesten Deutschlands, die so viele Originale präsentiert. EINE SCHILLERNDE KÜNSTLERPERSÖNLICHKEIT Die Werke von Friedensreich Hundertwasser sind farbenfroh, facettenreich und zeugen von der tiefreichenden Kreativität einer vielseitigen Künstlerpersönlichkeit. Er agierte nicht nur als Maler, sondern auch als experimentierfreudiger Grafiker, selbsternannter Architekturdoktor und Umweltaktivist. Seine Werke entstanden als Ernte seiner Träume. Sein Einfallsreichtum und sein ökologisches Vordenken kamen dabei nicht nur in seinen Bildsujets zur Geltung, sondern auch in seinen Architekturprojekten, die stets auf eine natur- und menschengerechtere organische Bauweise abzielten. Inspiration für seine Arbeiten fand er in jungen Jahren unter anderem in den Vorbildern der frühen Avantgarden wie der Wiener Secession um Gustav Klimt oder Egon Schiele, aber auch bei dem Malerpoeten Paul

Hundertwasser, 274 SS BAUTA, Aquarell, 1956; © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz.

Klee. Als Mitglied der internationalen Avantgarde in den 1950er-Jahren in Paris entwickelte Hundertwasser seine einzigartige Bildsprache. Hundertwassers vielfältige künstlerische Tätigkeiten und die Bezüge seines Schaffens zu Themen rund um die Natur, die Ökologie und den Umweltschutz bieten auch einen hervorragenden Anknüpfungspunkt für die museumspädagogischen Workshops und Führungen, die begleitend zur Sonderausstellung für interessierte Schul- und Kindergartengruppen angeboten werden. LANGE NACHT DER MUSEEN Aufgrund des großen und anhaltenden Interesses, wurde die erfolgreiche Ausstellung um eine Woche, bis zum 6. Oktober, verlängert. Da-

mit besteht für die Besucher auch die Möglichkeit, die Ausstellung bei der „ORF-Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober 2019 zu besichtigen.

Ausstellung Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt Kunstmuseum am Inselbahnhof 6. April bis 6. Oktober 2019 Mo.–So. von 10–18 Uhr Öffentliche Führungen 10.30 und 14 Uhr, mit Voranmeldung um 14 Uhr, T +49 (0) 8382 27 47 47 850 Gruppenführungen nach Vereinbarung, T +49 (0) 8382 260033 museum@kultur-lindau.de Kunstmuseum am Inselbahnhof Maximilianstraße 52, 88131 Lindau www.kultur-lindau.de

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KUB-BILLBOARDS MIT THOMAS SCHÜTTE Der deutsche Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte zählt zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Im April 2016 eröffnete der mehrfache documenta-Teilnehmer seine Skulpturenhalle in Neuss – der Ausstellungsraum dient der Präsentation zeitgenössischer Skulptur und als Lager seiner eigenen Werke. Zu Schüttes künstlerischen Schwerpunkten gehören zudem Aquarelle, Zeichnungen und Modelle sowie Installationen wie etwa die Bibliothek (2014/2017), ein Modell in Originalmaßstab, das im Erdgeschoß des Kunsthauses Bregenz präsentiert wird. Die wichtigste Werkgruppe bilden seine Skulpturen. Meist finden sie ihren Ausgang in kleinen Wachs- oder Tonmodellen. Sie werden in großen Formaten in Bronze oder Stahl ge-

Foto: Markus Tretter

Kunst im öffentlichen Raum gibt es in Bregenz nicht nur zur Festspielzeit.

gossen. Schüttes Serie Mann im Wind I–III (2018), die in Bregenz zu sehen sein wird, oder die monumentale Bronze Mann mit Fahne (2018), sind Zeugnisse seines skulpturalen Schaffens. Anlässlich der Sommerausstellung von Thomas Schütte im Kunst-

haus Bregenz werden seine Werke an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum in Bregenz präsentiert. Wie zum Beispiel ein wasserdampfschnaubender Hund aus patinierter Bronze auf dem Karl-Tizian-Platz vor dem Kunsthaus Bregenz.

SKULPTURENGARTEN Die Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte verkörpern mit ihren Skulpturen die „Poesy of Beauty“. Mit ihren fein gearbeiteten NONOS feiern die Vorarlberger Künstlerinnen Mercedes und Franziska Welte seit Jahren international Erfolge. Nun sind die kraftvollen und gleichzeitig poetisch-grazilen Skulpturen der Schwestern im Rahmen der Biennale in Venedig ausgestellt. Die figuralen, weiblichen Skulpturen sind einerseits voll klarer innerer Kraft, strahlen aber auch Zartheit und Unabhängigkeit aus. Die NONOS stehen für Sinnes- und Lebensfreude und verweisen auf den kosmologischen Kreislauf des Werdens, Seins und Vergehens. Der Skulpturengarten ist zur Festspielzeit zwischen Montag und Freitag von 16 bis 18 Uhr geöffnet. 30

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Informationen Öffnungszeiten: 17. Juli bis 18. August Mo. bis Fr., 16 bis 18 Uhr Adresse: Wellenstein 1, 6911 Lochau NONOS art.design.gallery Mercedes und Franziska Welte www.nonos.at; gallery@nonos.at


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1 Romantischer Fischersteg am See. 2 Der Martinsturm in der Bregenzer Oberstadt. 3 Das Museumscafé im Vorarlberg Museum. 4 Pfänderbahn. 5 Das Festspielhaus mit dem Platz der Wiener Symphoniker. 6 Der Kornmarktplatz. 7 Sonne genießen bei den Sunsetstufen am Bodensee.

KULTUR, NATUR UND GENUSS Bregenz steht auch abseits der Festspiele für Kultur, Emotionen und Erlebnisse. In Bregenz gibt es viel Kunst und Kultur zu erleben. Vom Leutbühel kann man beispielsweise gemütlich über die Maurachgasse in die historische Oberstadt schlendern, wo die ältesten Gebäude von Bregenz zu bewundern sind, wie etwa das Wahrzeichen der Landeshauptstadt, der Martinsturm, mit dem größten Zwiebelturm im Bodenseeraum. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt zahlt sich zum Beispiel ein Besuch im Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis aus, das eine spannende Sommerausstellung bietet. Zeitgenössische Kunst und Architektur findet man auch im Kunsthaus Bregenz

TIPPS DER REDAKTION Das sollten Sie gesehen haben!

(KUB), im Vorarlberg Museum und im Festspielhaus. PFÄNDER UND BODENSEE Wer lieber Natur erleben möchte, macht eine Schifffahrt oder fährt mit der Pfänderbahn auf den Hausberg von Bregenz. Sportliche können natürlich auch zu Fuß gehen und werden auf 1064 Meter mit einem traumhaften Panoramablick auf den Bodensee, auf Bregenz und in den Bregenzerwald belohnt. Bregenz bietet neben kulturellen Highlights auch kulinarische Gaumenfreuden. Zahlreiche Restaurants in der Innenstadt und am Bodenseeufer laden ein, sich

noch einmal zu stärken, bevor es zu einer Aufführung von Georges Bizets Carmen auf der Seebühne geht. BUMMELN IN BREGENZ In kleinen, aber feinen Boutiquen und einigen Concept-Stores finden Shoppingbegeisterte alles, wonach ihr Herz begehrt. Die Erlebnisqualitäten reichen von einem hochwertigen Gastronomieangebot bis hin zu gemütlichen Bars und Cafés. Historische Straßenzüge wie die AntonSchneider-Straße oder die Kirchstraße bieten neben dem modernen Kornmarktplatz eine wunderschöne Kulisse für einen Einkaufstag.

Top-Sonnenuntergänge beispielsweise vom Fischersteg aus, am Badesteg an der Pipeline oder auf einem der Schiffe.

Fotomotiv: Die schmalste Hausfassade Europas – mit nur 57 Zentimetern – finden Sie in der Kirchstraße 29. Ein echter Hingucker!

Martinsturm in der Oberstadt: Das Wahrzeichen von Bregenz – und zugleich die größte Turmzwiebel Europas.

Das Kloster Mehrerau ist das bedeutendste Zisterzienserkloster am Bodensee: Die jahrhundertealte Bibliothek und die prächtigen Räume sind beeindruckend.

Die älteste Badeanstalt am Bodensee „Milli“ strahlt ein besonderes und erlebenswertes Flair aus. Hier kann man sich an heißen Tagen im Bodensee erfrischen.

Panoramawanderung auf den Pfänder: Viele Wege führen auf den Pfänder. Einer davon von Lochau aus über den Haggen mit vielen tollen Blicken auf den Bodensee.

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