Pressekonferenz
Die Stadt Bregenz stellt vor: Neues Sperrmüll-Sammelsystem Mittwoch, 28. September 2005, 11 Uhr Rathaus Bregenz
Ihre Gesprächspartner bei der Pressekonferenz sind: • • • • •
DI Markus Linhart, Bürgermeister Dr. Gernot Kiermayr, Vizebürgermeister Mag. Roland Frühstück, Stadtrat Heribert Hehle, Vorsitzender des Umweltausschusses Thomas Gehrer, Leiter des Umweltamtes
Rückfrage-Hinweis: Pressestelle Stadt Bregenz, Patricia Erne, Tel. 74/410-4401, Mobile 0664/6141082, Mail patricia.erne@bregenz.at
BREGENZ GEHT BEIM SPERRMÜLL NEUE WEGE Auf ein neues und bürgerfreundliches System setzt die Landeshauptstadt bei der Entsorgung von Sperrmüll. Die wichtigsten Eckdaten dabei sind: Gebührenfreie Abgabe für haushalts-übliche Mengen bis zu 2 Kubikmeter im Jahr bei der stationären Sammlung im Bauhof, eine neue Gemeinschafts- und Quartiersammlung für Wohnanlagen, Siedlungen und Straßenzüge sowie ein individuell zu bestimmender Abholservice durch den Bauhof gegen eine geringe Gebühr. Die neue Sperrmüllsammlung in Bregenz vereint gleich mehrere Faktoren: • • • • •
die Bürgerinnen und Bürger sollen ihren Sperrmüll gebührenfrei selber im Bauhof abliefern können sie sollen entlastet werden und ein möglichst einfaches System bekommen gegen eine geringfügige Gebühr soll es einen Abholservice geben das Ortsbild soll geschont werden und der früher übliche Mülltourismus soll hintan gehalten werden
VERBESSERUNGEN UND VORTEILE DES NEUEN SYSTEMS Massive Klagen über „Mülltourismus“: Beschwerden rief auch der Umstand hervor, dass von immer mehr Menschen der aufgetürmte Sperrmüll auseinandergerissen wurde, um ihn nach Brauchbarem zu durchwühlen. Da Bregenz im Gegensatz zu seinen Umlandgemeinden keine Gebühr für die Abholung des Sperrmülles einhob, blühte auch ein kräftiger „Mülltourismus“. Ganze Anhängerladungen wurden von Bewohnern anderer Gemeinden an den Abholterminen einfach in Bregenz „entsorgt“. Mangel an der alten Bregenzer „Entrümpelung“ war einerseits, dass nur ein Termin pro Jahr zur Verfügung stand und andererseits eben die durch den Mülltourismus hohe Missbrauchsrate. Früher mussten 20 Euro pro Kubikmeter bezahlt werden: Wer außerhalb dieser Entrümpelung seinen Sperrmüll entsorgen wollte, musste diesen entweder selbst zum Bauhof bringen oder ihn gegen eine Pauschale von 20,20 Euro pro Kubikmeter abholen lassen. Um diesen Mißständen abzuhelfen, wurde ab 2001 der Sperrmüll nicht mehr über die Frühjahrsaktion erfasst. Wie in anderen Gemeinden wurde die Sperrmüllsammlung kostenpflichtig und umgestellt auf eine Terminsammlung mit Abholung zu Hause oder die Bringsammlung zum Bauhof. Obwohl die Bregenzer Sperrmüllgebühren im Vergleich zu anderen Gemeinden immer noch sehr günstig waren, häufte sich in der Folge der Sperrmüll in heimischen Kellern und Dachböden. Neues Modell schon 2001: Die Anhäufung von Sperrmüll vor allem in den Wohnanlagen führte bereits ab Oktober 2001 zur Einführung einer kostengünstigen Gemeinschaftsentsorgung bzw. Quartierentsorgung für Wohnanlagen und Hausgemeinschaften. Aus diesem bewährten Modell, das den Vorteil der früheren Straßensammlung, nämlich die bequeme Ab-Haus-Abholung mit der mehrmals jährlichen Entsorgungsmöglichkeit verbindet, wurde nun die neue Sperrmüllsammlung entwickelt. Anstoß dafür war nicht zuletzt der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer Rückkehr zur Straßensammlung. Um jedoch nicht wieder in das „Sperrmüll-Mittelalter“ zurückzufallen und ähnliche Probleme wie mit der früheren Entrümpelungsaktion zu bekommen, entschloss sich Bregenz zur Einführung eines neuen und attraktiven Modells. Künftig wird die Abgabe von Sperrmüll bis zu einer Menge von 2 Kubikmetern pro Jahr generell gebührenfrei sein. Damit fällt der Kostenfaktor weg und alle Bregenzerinnen und Bregenzer können an der Sperrmüllaktion uneingeschränkt teilnehmen. 2 Kubikmeter stellen ganz beachtliche Menge dar: Und 2 Kubikmeter sind doch eine ganze Menge: Sie machen etwa ein ganzes Jugendzimmer aus, weil die Möbel im zusammengelegten Zustand gerechnet werden. Und ein weiterer großer Vorteil: Große Elektrogeräte wie Kühlschränke oder E-Herde werden mitentsorgt, aber nicht in die Freimenge von 2 Kubikmeter pro Jahr und Haushalt eingerechnet.
SPERRMÜLLENTSORGUNG – 3 WESENTLICHE BEREICHE 1. Bring-Sammlung am Bauhof 2. Gemeinschafts- oder Quartiersammlung 3. Abholservice für Haushalte ohne eigene Möglichkeit der Ablieferung im Bauhof Ein flexibles System: Die Landeshauptstadt Bregenz bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern mit der neuen Sperrmüllsammlung ein sehr flexibles und bequem nutzbares Instrument im Bereich der Abfallentsorgung an. Es wird den Ansprüchen der Haushalte an jederzeitige Entsorgungsmöglichkeit, Abholservice und Kostenangemessenheit voll gerecht. Dank der neuen Sperrmüllsammlung können Nachteile der alten Entrümpelungsaktion wie nur in Termin pro Jahr, die Beeinträchtigung des Ortsbildes, Lärmbelästigungen und auch der „Mülltourismus vermieden werden.
DAS WESENTLICHE AUF EINEN BLICK Jeder Bregenzer Haushalt erhält künftig einen Sperrmüllscheck, der die unentgeltliche Entsorgung von 2 Kubikmeter Sperrmüll gewährleistet. Folgende Möglichkeiten stehen den Bregenzer Bürgerinnen und Bürgern zur Wahl: Bring-Sammlung – unentgeltlich • •
Während der Bauhof-Öffnungszeiten (Mo-Fr 07.45 bis 12 Uhr und 13.00 bis 17.00 Uhr, Sa 08.00 bis 12.00 Uhr) kann Sperrmüll bis zu einer Menge von 2 Kubikmeter unentgeltlich abgegeben werden. Diese Art der Abgabe ist vor allem für Haushalte interessant, die ihren Sperrmüll sofort los werden und nicht auf einen Abholtermin warten wollen.
Sperrmüllscheck nicht vergessen!
Abholservice – 7,-- Euro • •
Eine Termin-Abholung ab Haus kann telefonisch beim Bauhof angemeldet und der Termin so individuell vereinbart werden. Für die Abholung bis zu 2 Kubikmeter wird lediglich eine geringe Abholpauschale von 7,-- Euro berechnet. Als Variante zum Abholservice wird für Wohnanlagen bzw. Siedlungen eine Gemeinschaftssammlung angeboten, bei der unabhängig von der Teilnehmerzahl 1 x 7,-- Euro Abholpauschale anfallen.
Sperrmüllscheck nicht vergessen!
Quartiersammlung – unentgeltlich •
Zusätzlich zu den anderen Möglichkeiten wird in Anlehnung an die frühere Straßensammlung die Quartiersammlung an 12 gesondert verlautbarten Standorten in zeitlicher Abfolge angeboten. Bei der Quartiersammlung können haushaltsübliche Sperrmüllmengen abgegeben werden.
Sperrmüllscheck nicht vergessen!
DER SPERRMÜLLSCHECK Zur organisatorischen Abwicklung der Sperrmüllsammlung in der Landeshauptstadt Bregenz wird jeder Haushalt zeitgerecht (nach Beschlussfassung in der Stadtvertretung; voraussichtlich im November) einen Sperrmüllscheck erhalten. • • •
Dieser Scheck hat den Gegenwert der Entsorgung von 2 Kubikmeter Sperrmüll pro Haushalt und Jahr und wird jährlich neu an Bregenzer Haushalte ausgegeben. Mit Vorlage des Schecks beim Bauhof (Bring-Sammlung) bzw. bei der Abholung (Abholservice) kann der Haushalt die Entsorgungsleistung beanspruchen. Bei der Quartiersammlung gilt der Scheck als reiner Ausweis.
Generell gilt der Scheck als Ausweis und verhindert Mülltourismus und anderen Missbrauch!
WAS GEHÖRT ZUM SPERRMÜLL UND WAS NICHT? Was wird aus unserem Sperrmüll, wenn wir ihn nicht einer Weiterverwendung zuführen? Verwertbare und verbrennbare Anteile (z.B. Metalle, Altholz, Kunststoff) werden ausgesondert, der Rest deponiert. Altmetalle werden sortiert und stofflich verwertet, brennbare Sperrmüll-Bestandteile in speziellen Anlagen mit z.B. Kraft-Wärme-Kopplung thermisch genutzt. Sperrmüll darf keinesfalls selber verbrannt werden, das ist ausdrücklich verboten! Was nicht in den Restmüll gehört: Nicht zum Sperrmüll gehören Restmüll, Altstoffe, Bio- und Gartenabfälle, Bauschutt, Bauholz (z.B. Türen und Fenster), Problemstoffe, Elektrogeräte (ausgenommen große wie Kühlschränke, E-Herde, Waschmaschinen) und andere verwertbare oder gefährliche Abfälle. Dafür hat der Bauhof gesonderte und großteils kostenlose Sammelangebote. Umwelt- und Spartipp: Im Sperrmüll finden sich oft weiterverwendbare Möbel, reparierbare Geräte und sonstige Einrichtungsgegenstände, die für andere Menschen noch gut zu gebrauchen sind. Bevor Sie alte Sachen einfach wegwerfen wenden Sie sich bitte an den Bauhof, er wird in diesem Fall den Sammelauftrag an die sozialen und karitativen Organisationen weiterleiten! Sie vermeiden damit unnötigen Abfall, helfen bedürftigen Familien und fördern soziale Projekte! In Bregenz führen die meisten Pfarren auch einen Flohmarkt für Altmöbel und -geräte.
BAUHOF VERSTEHT SICH ALS PARTNER Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind in hohem Maße um die Umwelt und die Belange eines sauberen Bregenz aktiv. Sie verstehen sich als Partner der Bürger und der Umwelt. Zu schaffen machte dem Bauhof immer wieder die alte Straßensammlung, weil der Sperrmüll immer wieder auseinandergerissen und über die Fahrbahnen verteilt wurde. Zu der ohnehin sehr aufwendigen Arbeit des Bauhofes kam hier noch die Säuberung dazu. „Hier kommt uns die neue Sperrmüllsammlung sehr entgegen. Die Ablieferung bei uns ist nun klar geregelt und verhindert den Mülltourismus. Zudem wird den Bürgern die Möglichkeit eingeräumt, Haushaltsmengen kostenlos bei uns zu entsorgen und zusätzlich die Ortsteilsammlungen in Anspruch zu nehmen“, so Knappitsch. Der Bauhof versteht sich auch in der Abfallentsorgung als Partner der Bürger und ist bemüht, die Entsorgung so bürgerfreundlich wie möglich zu gestalten. Besonders die Hausabholung sieht Knappitsch als erfreulichen Fortschritt vor allem für ältere Mitbürger. „Wir werden jedenfalls bemüht sein, die individuellen Wünsche zu erfüllen und stehen unseren Bürgern gerne hilfreich zur Seite.“
Ihre Ansprechpartner in allen Fragen der Abfallentsorgung und Umwelt: Amt der Landeshauptstadt Bregenz - Umwelt Leiter der Dienststelle: Thomas Gehrer Tel +43 (0)5574 / 410-1380, Fax +43 (0)5574 / 410-531 Belruptstraße 1, 6900 Bregenz E-Mail: thomas.gehrer@bregenz.at Amt der Landeshauptstadt Bregenz - Bauhof Leiter der Dienststelle: Erich Knappitsch Tel +43 (0)5574 / 70211-0, Fax +43 (0)5574 / 70211-4 Druckergasse 5, 6900 Bregenz E-Mail: erich.knappitsch@bregenz.at Parteienverkehr Montag bis Freitag, 07.45 Uhr - 12.00 Uhr und 13.00 Uhr - 17.00 Uhr Samstag von 08 Uhr - 12.00 Uhr
STATEMENTS Bürgermeister DI Markus Linhart: „Bis vor fünf Jahren hatten wir in Bregenz mit massiven Problemen im Bereich des Sperrmülls zu kämpfen. Buchstäblich alles, was in Haus und Wohnung, in Keller, Speicher oder Garage Platz verstellte, wurde bei den Sammelaktionen auf die Straßen gestellt. Darunter auch immer wieder Problemstoffe, die nicht zum Sperrmüll gehörten. Da die Bregenzer Sperrmüllsammlung zudem kostenlos war, war ein regelrechter Mülltourismus festzustellen. Aus den Umliegergemeinden wurde teilweise per Anhänger Gerümpel in Bregenz entsorgt. Verbunden mit dem Außeinanderreißen des Sperrmülls durch jene, die hofften für sich Brauchbares darin zu finden, litt darüber hinaus in zusehenden Maß auch das Ortsbild unserer Stadt. Bregenz entschloss sich deshalb, die Sperrmüllsammlung anders zu organisieren und einen Kostenbeitrag einzuheben, um den Verhältnissen einigermaßen Herr zu werden. Leider führte dies dazu, dass vermehrt Sperrmüll wieder in den Häusern gestapelt und auch illegal entsorgt wurde. Viele Bregenzerinnen und Bregenzer haben mich während der letzten Monate darauf angesprochen, die Sperrmüllsammlung wieder in gewohnter Weise einzuführen. Wir haben uns mit Experten beraten und auch im Umweltausschuss nach einer praktikablen Lösung gesucht. Diese liegt nun vor und soll möglichst alle Seiten zufrieden stellen. Zum einen soll das Ortsbild nicht leiden, zum anderen sollen haushaltsübliche Mengen gratis zu entsorgen sein und durch das neue System soll zudem ein Mülltourismus verhindert werden. Auf den folgenden Seiten wollen wir Sie, liebe Bregenzerinnen und Bregenzer, ausführlich über die neue Sperrmüllsammlung informieren.“
Vizebürgermeister Dr. Gernot Kiermayr: „Bregenz hat mit der neuen Sperrmüllsammlung die günstigste und bürgerfreundlichste Lösung aller Vorarlberger Städte. Wichtigster Vorteil: Während des gesamten Jahres kann Sperrmüll beim Bauhof abgegeben werden. Damit ist niemand, wie vor 2000, an einen Tag gebunden. Diese Abgabe ist bis zu 2 Kubikmeter völlig kostenlos. Das sind z.B. zusammengelegt ein ganzes Kinder- oder Arbeitszimmer. Weiterer Vorteil: Wer diese Möglichkeit nicht nutzen kann, hat die Möglichkeit der Abholung. Gegen eine geringe Manipulationsgebühr holt der Bauhof nach Vereinbarung den Sperrmüll vor dem Haus ab. Integra und andere soziale Betriebe sind hier eingebunden; deshalb kann diese Abholung nicht völlig kostenlos sein. Wirtschaftlich Benachteiligte haben in Bregenz sowieso reduzierte Gebühren; das trifft auch hier zu. Dritter Vorteil: Wer sich zusammenschließt, kann auch noch diese geringe Gebühr (EUR 7,--) mit anderen teilen. Es fällt pro Abholung immer nur einmal die Gebühr an. Vierter Vorteil: Wer mit diesen Möglichkeiten nicht auskommt, kann zusätzlich dazu - ebenfalls kostenlos - zwölfmal im Jahr an zwölf überwachten Sammelstellen Sperrmüll abgeben. Fünfter Vorteil: die Stadt bleibt sauber; der Mülltourismus wird vermieden. Eine Umweltgefährdung wie früher ist nicht mehr gegeben. Sechster Vorteil: Durch die Beteiligung von Integra und Kolping ist eine hohe Wiederverwertungsquote garantiert. Kein Zweifel: Das neue System ist besser und wird auch Zweifler von seiner Tauglichkeit überzeugen.“
Stadtrat Mag. Roland Frühstück: „Die Mitarbeiter des Bauhofes und der Dienststelle Umwelt sind bei Anfragen zum neuen Sperrmüllsystem gerne behilflich und bemüht, unseren Bregenzerinnen und Bregenzern die Abgabe des Sperrmülls so einfach wie möglich zu gestalten.“ Heribert Hehle, Vorsitzender des Umweltausschuss: „Das neue Sperrmüllsystem vermeidet die alten Fehler der Entrümpelung und bringt ganz wesentliche Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger mit sich, an deren Wünschen wir uns orientiert haben.“
Thomas Gehrer, Umweltamt: „Bequem und einfach! Wir leben in einer Zeit rascher Entwicklungen, Veränderungen in allen Lebensbereichen verlangen uns ein flexibles Reagieren ab. Seit Anfang der 1990er-Jahre hat sich die Sperrmüllmenge verdoppelt und gegenüber den 1980er-Jahren verdreifacht. Die frühere Entrümpelungsaktion mit ihrem einmal jährlichen Sammeltermin war damals ausreichend, heute müssen wir den Haushalten ein besseres und jederzeit verfügbares Service bieten. Mit der neuen Sperrmüllsammlung wurde ein Instrument geschaffen, das in insgesamt vier Varianten für jeden Zeit- und Mengenbedarf Lösungen anbietet und das großteils ohne Kosten für die Haushalte. Die kleine Manipulationspauschale für die Einzelabholung soll lediglich einen Anreiz zur Gemeinschaftsentsorgung geben und zur Sicherung der Beschäftigung sozialer Betriebe beitragen. Das erscheint uns wichtig, denn die Reparatur und Weiterverwendung brauchbarer Möbel oder Geräte vermeidet Abfall und kommt schwächeren Mitgliedern unserer Gesellschaft zugute!“