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Beiser Galvanik Baureportage

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2 Beiser Galvanik

Freitag, 29. April 2022 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen

„In Punkto Sicherheit dem Standort gerecht werden“ Für einen Betrieb, der wie die Firma Beiser mit Chemikalien arbeitet, hat die Rücksichtnahme auf die Umwelt oberste Priorität. Das gilt für die Betreiber, für die Mitarbeiter und natürlich auch für die Anrainer. Dem Beiser-Team war es ein zentrales Anliegen, den Betrieb in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit auf den höchsten Stand der Technik zu bringen. Dies brachte auch den positiven Nebeneffekt, dass Energie und Rohstoffe eingespart werden und die Lebensdauer von Bausubstanz und Maschinen verlängert wird. In den Trommelanlagen wird die Abluft direkt an der Quelle abgesaugt. Für jeden Brandabschnitt gibt es eine eigene Zuund Abluftanlage. Beiser und die mit der Ausführung betraute Klimatechnikfirma Hörburger sind zurecht stolz auf diese topmoderne Anlage. Neben der erwähnten Absaugung gibt es noch einen weite-

ren entscheidenden Grund für das Vermeiden von Geruchsentwicklungen: Die installierten Luftwäscher, in denen keine üblichen Filter eingebaut sind, sondern Wasser in den Luftstrom eingespritzt wird, um Aerosole und Partikel verschiedener Stoffe auszuwaschen. Mehraufwand für Sicherheit Das Zurückhalten von Leckagen und allfälligem Löschwasser ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Neubauten gewesen. Durch Barrieren einerseits und deren Erhöhungen andererseits lässt sich das Erdgeschoß bei Bedarf einen Meter hoch fluten. Gefreut haben sich Jürgen Beiser und Markus Waibel über die Äußerung eines Experten, der ihnen bestätigte, „schon früher vieles sehr richtig gemacht zu haben“.

fen. Beiser: „Das Wissen um unsere Bedürfnisse und Vorstellungen haben die größtenteils regionalen Unternehmen ja schon gehabt.“ Alle hätten gewusst, worauf es ankommt, seien auch unmittelbar nach dem Brand bereitgestanden und hätten gesagt: „Wir unterstützen euch, was braucht ihr, wir bringen es!“ Der Bauherr konnte sich auf die Betriebe verlassen. Wichtigster Partner ermunterte Als wichtigster Partner ermunterte die Geschäfts-

Jürgen Beiser und Markus Waibel vor einer der neuen Anlage. leitung der Höchster Beschlägefirma Blum die Galvanikfirma Beiser zum Weitermachen. „Für sie waren und sind wir sehr wichtig“, freut sich das Beiser-Team. Blum freut sich

auch über die leichte Kapazitätssteigerung. Lob ans Team Großes Lob spricht Jürgen Beiser für sein gesamtes

Team aus, welches mit enormem Einsatz und unermüdlichem Durchhaltevermögen hinter ihm gestanden ist und ihn in allen Belangen unterstützte.

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Ursprung im Zentrum von Götzis.

Firmenstandort im Ortsteil Kommingen.

Beiser Galvanik ist wieder aufgebaut Die Firma Beiser Galvanik aus Götzis hat ihren Betrieb nach dem Großbrand am 6. Dezember 2018 wieder vollständig aufgebaut. Einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Galvanikfirma Beiser, welche bis in die 1920er-Jahre zurückreicht, beginnen wir mit dem Umzug zum jetzigen Standort: 1968 verlegte die Firma Beiser ihren Firmensitz vom Dorf in den Götzner Ortsrand Kommingen. Im Laufe der Zeit spezialisierte sich Oskar Beiser auf die galvanische Oberflächenveredelung von Beschlä-

gen. Bis heute ist dies auch der Hauptgeschäftszweig geblieben. 1993 Nach dem Tod von Oskar Beiser, übernahm dessen Sohn Jürgen die Geschäftsleitung. Mit der Einführung des Öko-Audits und der ISO-Zertifizierung des Unternehmens setzte er erste Zeichen einer neuen Ära in der Firmengeschichte. 2001 Aufgrund der gestiegenen Nachfrage in den Bereichen vernickeln, verzinken, verzinnen, versilbern, brünieren und Aluminium passivieren wurde eine Erwei-

terung der Produktionsflächen notwendig. In einer Rekordbauzeit von 6 Monaten wurden 2001 der Sozialtrakt umgebaut, ein neues Bürogebäude und eine Produktionshalle mit Hochregallager errichtet.

2012 – Schließung Werk II in Rankweil Den Betrieb in Rankweil führte das Unternehmen bis zum Herbst 2012 als „Werk II“ weiter. Danach wurden die Mitarbeiter und Teile der Anlagen nach Götzis verlagert.

2003 – erster Zuwachs Die Galvanikabteilung der Rankweiler Firma Hirschmann wurde von Beiser, zusammen mit einigen ihrer Mitarbeitern, übernommen. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme eines Galvanikbetriebes in Rankweil übernahm Beiser auch diesen im Jahr 2003 mit allen Mitarbeitern.

Am 6. Dezember 2018 kam es zu diesem, in anderen Beiträgen dokumentierten Großbrand an einer Produktionsanlage in unserem Neubau. Die Halle und drei Anlagen wurden durch den Brand zerstört. Dank der zahlreichen Einsatzkräfte aus der Kummenbergregion war es möglich noch größere Schäden zu verhindern.

2019 war der Beginn des Wiederaufbaues. Trotz der großen, durch den Brand verursachten Schäden haben wir uns dafür entschieden, unser Firmengebäude wieder aufzubauen und unseren Familienbetrieb auch weiterhin aufrechtzuerhalten. 2020 war es dann so weit und wir konnten in die neuen Büroräumlichkeiten einziehen. Als Büroraumreserve für eventuelle weitere Expansionen wurde – vorausschauend – ein drittes OG errichtet. 2021 zu Beginn des Jahres wurde die erste Trommelan-

lage im ersten Neubauschiff in Betrieb genommen. Die Anlage wurden vom BeiserTeam eigenständig entwickelt. Jahrzehnte an Erfahrung und Know-how flossen in die Planung und Umsetzung. Im Herbst erfolgte die Inbetriebnahme der zweiten Anlage in der neu errichteten Halle. 2022 kam es zum Abschluss der Wiederaufbauarbeiten und zur Inbetriebnahme der dritten Trommelanlage. Alle drei Neubauschiffe mit den neuen Anlagen wurden jeweils autonom in einem eigenen Brandabschnitt erstellt.

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Erst Bauingenieur, dann auch Architekt und Bauleiter Für Architekt, Bauingenieur und Bauleiter Karl Malin war der Wiederaufbau der Firma Beiser in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung: von der Gesamtplanung über Art und Größe des Projekts über kurzfristige Planänderungen bis hin zur Terminplanung, welche durch Lieferschwierigkeiten diverser Baumaterialen nicht einfach war. Karl Malin: „Unser Büro war immer wieder in die Planung von Industriebauten involviert, der Beiser-Wiederaufbau war jedoch ein besonderer Auftrag und eine anspruchsvolle Aufgabe.“ Für Malin war die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung, den Fachplanern und ausführenden Unternehmen durchwegs konstruktiv und zielorientiert: „Aufgrund der großen Erfahrung und Kompetenz der Bauherrschaft wurden

wichtige Entscheide rasch getroffen. Dies ist bei einem Bauvorhaben dieser Art wichtig, damit die Bautätigkeit vor Ort nicht ins Stocken gerät.“ Baubewilligung – besonders hohe Anforderungen an einen Galvanik-Betrieb Für eine rasche Baubewilligung mussten nicht nur die Nachbarn von der sicheren und gesetzeskonformen Bauweise überzeugt werden, sondern auch zahlreiche Vorschriften, Richtlinien und Normen im Bereich Brandschutz, Gewässerschutz, Umwelt und Gewerberecht mussten berücksichtigt werden. Es ging dabei auch um Nischenthemen, wie zum Beispiel den Vogelanprall an große Fensterflächen und das Thema Löschwasserrückhaltekonzept. Alles wurde mit der Unterstützung diverser Fachplaner gelöst.

Architekt und Bauleiter Karl Malin vor einem der im großen Besprechungszimmer aufgehängten Pläne.

Das Bemühen um ein optimales Löschwasserrückhaltekonzept hat dazu geführt, dass die gesamte Grundfläche des neu gebauten Erdgeschoßes als dichte Wanne mit örtlichen Löschwasserbarrieren erstellt wurde. Das Brandschutzkonzept der Firma IHW-Ing.-Büro Huber stellt sicher, dass das Löschwasser im Brandfall nicht nach außen dringen kann. Das Grundwasser bleibt geschützt. „Dieses Gebäude ist brandschutztechnisch eines der sichersten in Vorarlberg“, erklärt Karl Malin. Der Neubau – mehr Sicherheit statt Kapazität Der 3-geschoßige Neubau mit einem Bauvolumen von ca. 44.000 m3 besteht im Wesentlichen aus drei klar konzipierten, zweigeschoßigen Produktionshallen sowie Lagerund Speditionsflächen im Erdgeschoß. Der Neubau wurde, bedingt durch den erforderlichen Brand- und Lärmschutz, in Massivbauweise ausgeführt, die Dachkonstruktion in Holzbauweise. Brettschichtträger mit einer Spannweite von 14 m überbrücken die jeweils 3 Produktionshallen. Als Tragkonstruktion der Förderer zur Beschickungseinrichtung der zahlreichen Galvanikbäder wurde eine Stahlkonstruktion mit einer Spannweite von ca. 10 m erstellt. „Eine Besonderheit stellt wohl die Berücksichtigung der bestehenden Fundamente und

Süd-Ostansicht der neuen Halle und des Bürogebäudes. Bodenplatte der abgebrannten Halle dar. Diese waren intakt und das Ziel war, diese aus terminlichen und wirtschaftlichen Überlegungen wieder zu verwenden. Gemeinsam mit dem Geotechniker haben wir mit Mikropfählen eine Lösung gefunden und so gegenüber einem Abbruch und Neubau der Fundamente Ressourcen, Zeit und Kosten gespart“, erklärt Karl Malin - der Bauingenieur. Die Firma Beiser Galvanik kann dank diesem Neubau und der neuen Technik zwar ihre Produktivität steigern, aber auf einen Teil des bereits vor dem Brandereignis genehmigten Kapazitätszuwachses hat die Fa. Beiser Galvanik zugunsten von noch mehr Sicherheit und Umweltschutz verzichtet. Zeit und Rohstoffknappheit ‚Zeit‘ hatte beim Wiederaufbau nicht nur im Hinblick auf

das Erreichen des ambitionierten Fertigstellungstermines eine große Bedeutung, sondern auch in Bezug auf die Beschaffung verschiedener Baustoffe. In den letzten Monaten war die Verfügbarkeit diverser Baumaterialien auch auf unserer Baustelle ein großes Thema. Damit der Terminplan und somit das Zusammenspiel der verschiedenen Bauunternehmer nicht gestört wurde, mussten teilweise lange Lieferzeiten bei Bewehrungsstahl, Holzprodukten, Dämmmaterial etc. einkalkuliert werden. Dank großem Einsatz aller Beteiligter kam es aber in keinem Bereich zu Verzögerungen“, erklärt Karl Malin. Der Altbestand – Aufstockung, Anpassung und Ertüchtigung Es ging die letzten Monate aber nicht nur um neue Gebäude, auch beim Bestand wurden umfangreiche Zu-

und Umbauten realisiert. Das Bürogebäude wurde um ein Geschoß aufgestockt und damit Raumreserven für die Zukunft geschaffen. Im Haupttreppenhaus wurde für die Belegschaft ein Personenlift eingebaut. Die Lüftungszentrale wurde ebenfalls erneuert und die Modernisierung des Bestandes ist in Planung. Resümee Rückblickend war es eine spannende, herausfordernde Zeit als Architekt, Bauingenieur und Bauleiter. „Jürgen Beiser war in dieser Zeit nicht nur ‚Bauherr‘, sondern stets auch ein kompetenter, fairer Entscheidungsträger“, stellt Karl Malin fest. „Er hat die Planungsziele klar formuliert und mit seinem Fachwissen – auch was Baustellen anbelangt – maßgeblich dazu beigetragen, dass der Wiederaufbau nach nur zwei Jahren abgeschlossen werden konnte!“

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Beste nachbarschaftliche Beziehungen Das Verhältnis der unmittelbaren Nachbarn zum Familienbetrieb Beiser ist von gegenseitigem Vertrauen und Transparenz geprägt.

Familie eine WhatsApp-Chatgruppe. Irgendwann regte eine Teilnehmerin an, sich für eine mögliche Evakuierung bereitzuhalten. Frau Widmann: „Wir haben dann gewartet. Gegen halb sechs Uhr früh hat dann ein Feuerwehrmann geklingelt, einen guten Morgen gewünscht und gefragt, ob er den Sand aus dem Sandkasten nehmen dürfe.“ Er wurde zum Befüllen von Sandsäcken gebraucht, um mit ihnen das Löschwasser am Auslaufen in den Egelseegraben oder in benachbarte Grundstücke zu verhindern.

So auch für Wera und Thomas Widmann sowie ihre Tochter Nora in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Nikolotag 2018 wird ihnen in Erinnerung bleiben als ein dramatisches Ereignis. Frau Widmann: „Mitten in der Nacht habe ich im Halbschlaf Sirenen heulen gehört und gedacht, das kann ja wohl nicht wahr sein! Denn zwei Wochen zuvor hatte bei einer Nachbarsfamilie das Carport gebrannt.“ Aber nachdem sie ihren Mann geweckt und die Jalousien im Schlafzimmer hochgefahren hatte, sahen beide, dass es von der aus ihrer Warte linken Seite des Firmengebäudes angefangen hatte zu brennen und wie sich das Feuer dann von einem zum anderen Firmenfenster nach rechts hin ausbreitete.

Wera und Thomas Widmann mit ihren Kindern Zeno und Nora. Sand aus dem Sandkasten für die Feuerwehr Die Familie Widmann kennt neben Firmenchef Jürgen Beiser und dessen Partnerin Su-

sanne auch Karin und Walter Erhart. Sie sind die Eltern eines engen Freundes von Thomas Widmann. Die Widmanns sahen Walter sichtlich

geschockt herumlaufen und fragten ihn, ob sie irgendwie helfen könnten. Gemeinsam mit drei anderen Nachbarn am Egelseegraben bildete die

Persönliche Erinnerungen Für die Widmanns, die nachfühlen konnten, wie furchtbar das Ereignis für die Inhaber und Mitarbeiter der Firma Beiser war, sind mit dem Großbrand auch einige persönliche Erinnerungen verbunden. Es wäre die erste Nacht gewesen, in der Töchterchen Nora durchgeschlafen hätte. Wera hatte kurz davor begonnen Teilzeit zu arbeiten und die als Babysitter fungierenden Schwiegereltern konnten we-

gen der Feuerwehrschläuche eine Zeit lang nicht zum Haus fahren. Viel Zusammenhalt In der Brandnacht „haben ganz viele Bürger mitgeholfen, etwa indem sie Kaffee und Jausen gebracht haben“. Man habe gesehen, wie die Nachbarschaft am Egelseegraben zusammenhalte. Früher hat die Firma Beiser im Advent neben den Werkshallen einen größeren Weihnachtsbaum aufgestellt und auch die Nachbarn zu Glühwein und anderen kulinarischen Stärkungen eingeladen. Vor zwei Jahren hat die Firma, quasi als Entschädigung für den Schreck und allfällige Belästigungen durch Bauarbeiten, ein sommerliches Straßenfest gesponsert, ohne viel Aufheben darum zu machen. Dank an alle Nachbarn Die Familien Beiser und Erhart mit ihrem Team möchten sich auch bei allen Nachbarn für das große Verständnis während der Bautätigkeit bedanken.

Auf den Geschmack gekommen! In der Pflichtschule sind Physik und Chemie nicht meine Fächer gewesen, aber irgendwie hat es mich dann doch gefangen“, erinnert sich Stefan Mayer an seine Berufswahl. Er ist seit 14 Jahren Leiter der Instandhaltung bei Beiser und hat großes Lob für den Geschäftsführer: „Er ist immer da gewesen, hat jahrzehntelange Erfahrung mitgebracht, viel Stress gehabt und alles super ,gehändelt‘!“ Direkt nach der Brandkatastrophe war es für alle Mitarbeiter natürlich schwierig. Damit niemand gekündigt werden musste, wurden „alle irgendwie beschäftigt“, auch wenn es nicht immer im an-

gestammten Tätigkeitsbereich war. Danach hat ihm und seinen Kollegen natürlich auch die Covid-Pandemie zu schaffen gemacht. „Wir hatten zu Ostern 2020 14 Tage lang Stillstand, konnten glücklicherweise danach aber gleich wieder im Vier-Schicht-Betrieb statt der Kurzarbeit starten und wiederum alle Mitarbeiter halten“, berichtet Mayer. Das Betriebsklima beschreibt Mayer als „wirklich familiär“. Man gehe bei Beiser auf den Einzelnen bzw. die Einzelne ein und behandelt niemanden als Nummer. Interessant ist im Übrigen, dass sich die Zahl der Mitarbeiter

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Durch einen bei Beiser beschäftigten Nachbarn ist Niyazi Can vor 32 Jahren zum Galvanikunternehmen gekommen. Er hat sich hochgearbeitet und hat heute einen hohen Stellenwert für die Firma. Zwanzig Jahre lang hat Niyazi Can an der Trommelanlage „P5“ gearbeitet und in dieser

Zeit einige Veränderungen in puncto Maschine und ihrer Bedienung erlebt. Danach ist er zur „P6-Familie“ gewechselt, deren fünf Mitglieder die einzigen der 54-köpfigen Belegschaft sind, die sich an der Anlage auskennen. „Wir kommen bestens miteinander aus, sind über die Arbeit im Betrieb hinaus untereinander

vernetzt und regeln den Dienstplan, wenn einmal jemand wegen Krankheit oder aus anderen Gründen verhindert ist“, berichtet der unabkömmliche Mitarbeiter von Beiser. „Wir arbeiten viel mit Chemikalien und müssen deshalb immer zu hundert Prozent

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Leiter Trommelanlagen Olcay Kilincarslan und Adem Can. konzentriert sein“, berichtet Niyazi. Vor den Substanzen, mit denen er und seine Kollegen arbeiten, sei „immer ein gewisser Grundrespekt da“. Ziemlich beruhigend für die Mitarbeiter ist der Umstand, dass alles bestens abgesichert ist.

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Niyazi Can ist wie alle MitarbeiterInnen für Beiser in mehrfacher Hinsicht wichtig.

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Sohn Adem, der seit 22 Jahren bei Beiser arbeitet. „Die Firma ist eher wie eine Familie für mich“, sagt Can und stellt damit dem Betriebsklima ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Auch das war ein Grund dafür, dass ihn der Großbrand im Unternehmen zutiefst getroffen hat. Wie gut die zwischenmenschlichen Bindungen im „Team Beiser“ sind, zeigt sich unter anderem daran, dass manche „Alte Herren“ noch heute gelegentlich auf einen Besuch an ihrer früheren Wirkungsstätte vorbeikommen.

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Brandschutz immer schon großgeschrieben Größtmögliche Brandschutzmaßnahmen seitens der Firma Beiser Galvanik und ein vorbildlicher Einsatz von 270 Feuerwehrmännern und -frauen haben beim Großbrand am 6. Dezember des Jahres 2018 noch Schlimmeres verhindert. Durch den Großbrand am Standort der Firma Beiser sind wesentliche Teile des erfolgreichen Unternehmens zerstört worden. Von den immer schon vorbildlichen Brandschutzmaßnahmen, der seit Jahren guten Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem herausfordernden Einsatz am 6. Dezember 2018 berichtet in einem Gespräch der als Einsatzleiter tätige Rainer Büsel. Büsel ist Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Götzis und kannte wie etliche seiner Mitstreiter die baulichen Verhältnisse bei der Firma Beiser recht gut: „Wir haben im Lauf der Jahre mehrere Übungen auf dem Gelände durchgeführt und dabei alle möglichen Varianten durchgespielt.“ Bald einmal Großalarm ausgelöst Den ersten Alarm bei diesem Brandgeschehen hat eine Brandmeldeanlage im Inneren des Industriebetriebes um 3.23 Uhr ausgelöst, auf der vergleichsweise niedrigen Stufe 14. Auf dem Weg zum Feuerwehr-

gerätehaus ist dann aber einem Florianijünger, der vom Ortsteil Kommingen her leuchtende Feuerschein aufgefallen. Auch deshalb war schnell klar, dass es sich um ein größeres Ereignis handelt und es wurde Brandalarm der Stufe F3 ausgelöst, bald darauf die höchste Alarmierungsstufe F4.

sonders langen Schlauchleitungen vom Hopbach und von Mäder holen, und wir hatten auch die Bevölkerung zu informieren“, erinnert sich Büsel. Um das alles gut bewältigen zu können, wurden die beteiligten Kräfte in drei Ab-

schnitte gegliedert. Bei einem der massivsten Brände, mit denen es die Feuerwehren der Region je zu tun hatten, war das Gefahrenpotenzial hoch. So wurde ein Teil des Löschwassers – durch den Einsatz von Pumpen auf das Beiser-

Gelände zurückgebracht. Zum Halten des Löschwassers innerhalb des Gebäudes bzw. Firmenareals haben die Sandvorräte im Feuerwehrgerätehaus nicht ausgereicht, also wurden die dafür nötigen Sandsäcke zum Teil mit dem Inhalt von Sandkisten aus der Nachbarschaft gefüllt. „Wir haben zur Sandbeschaffung auch gute Kontakte zum Bauhof, darüber hinaus sind wir auch in anderer Hinsicht froh, dass wir uns auf das Improvisationstalent unserer Leute verlassen können“, würdigt der Einsatzleiter die reife Lei-

stung der beteiligten Florianijünger. Vorsorge weiter verbessert Seitens der Beiser-Unternehmensleitung wurde auch nach dem Großbrand das bewährte Bemühen um Brandschutz beibehalten. „Im Zusammenhang mit dem Neubau sind wir gefragt worden, was man in dieser Hinsicht noch brauchen könnte, was vorteilhafte Vorkehrungen sein könnten“, berichtet der Götzner Feuerwehrkommandant. Es sind dann auch viele Anregungen berücksichtigt worden.

Das bedeutete, dass in der Folge nicht weniger als 14 Feuerwehren mit dutzenden Fahrzeugen zum Brandort eilten. Neben den freiwilligen Feuerwehren von Altach, Koblach, Mäder und Götzis waren dies auch die Feuerwehren Rankweil und Nüziders mit ihren Großtanklöschfahrzeugen sowie die Feuerwehren Feldkirch-Stadt und Hohenems mit ihren Drehleitern. Zur Verpflegung der zahlreichen Feuerwehrleute, der Kräfte der Rotkreuz-Ortsstellen Götzis und Hohenems, der Feuerwehrtührungskräfte von Bezirk und Land, der Landeswarnzentrale sowie LR Christian Gantner rückte der Katastrophenzug Hard aus. Logistische Herausforderung Für die sich aufgrund des Feuerausmaßes über vier Stunden hinziehende Bekämpfung des Brandes bis zu dessen Eindämmung reichten die eingesetzten Tanklöschfahrzeuge allein natürlich nicht aus. „Wir mussten Löschwasser mit teilweise be-

Kommandant Rainer Büsel vor einem Tanklöschfahrzeug (vorne) und dem Steiger der Freiwilligen Feuerwehr Götzis (hinten).

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8 Beiser Galvanik

Freitag, 29. April 2022 Vorarlberger Nachrichten | Anzeigen

Verlässliche Kooperation mit „Versichererfamilie“ Die Familien Beiser und Muther arbeiten schon seit über 60 Jahren in Versicherungsfragen zusammen. Der Großbrand im Neubautrakt des Industriebetriebs ist, laut Thomas Muther „der mit Abstand größte Schadensfall, den wir jemals zu bearbeiten hatten, und für die Generali war es bundesweit einer der allergrößten Fälle in ihrer Geschichte.“ Seit Oskar Beiser das Unternehmen übernommen hat und den Betrieb an den heutigen Standort verlegt hat, betreut die Familie Muther den Traditionsbetrieb für die Generali in Versicherungsangelegenheiten. Nach Josef und Kurt Muther befindet sich mit

Thomas die dritte Generation in einer verlässlichen Partnerschaft mit dem Galvanikunternehmen. „Es ist eine Partnerschaft, die extrem gut funktioniert“, lobt Thomas Muther die Zusammenarbeit zwischen dem Familienunternehmen Beiser und der Generali. Muther:„Bei diesem außerordentlich großen Schadensfall konnten wir beweisen, dass man Vertrauen in unsere Versicherungsgruppe haben kann. Arbeitsplätze gesichert Ein entscheidender Faktor war laut Muther, der zusammen mit Fabian Pirolt am Götzner Garnmarkt die Muther & Part-

ner GmbH & Co KG betreibt, die Betriebsunterbrechungsversicherung. Sie hat auch bei Beiser entscheidend zur Sicherung der Arbeitsplätze und damit von Existenzen beigetragen. Für Erleichterung sorgte bei Thomas Muther, dass die Generali doch relativ zügig die erste Zahlung geleistet hatte: „Das ist immer so etwas wie ein Statement, dass alles auf Schiene ist, und es ist einiges an Druck heraußen.“ Die Bewertung des Schadens war insofern nicht einfach, da es für die von der Familie Beiser selber konzipierten, komplexen Anlagen und Maschinen keinen offiziellen Marktpreis gab. Dafür habe man erst

geeignete Gutachter finden müssen. Risikobewusstsein hat hohe Bedeutung Die Familie und Firma Beiser sind jedenfalls weiterhin Kunde von Thomas Muther, das „Versicherungsbewusstsein“ ist allerdings naturgemäß gestiegen. Der Versicherungsexperte nimmt den Großschadensfall zum Anlass, auf die Bedeutung von finanziellen Absicherungen im Fall des Falles hinzuweisen: Im Tagesgeschäft gibt es für die Unternehmer oft Interessanteres und Wichtigeres als das Versicherungsthema. Dieses Thema sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Thomas Muther vor dem Büro, in dem er und Geschäftspartner Fabian Pirolt tätig sind.

Die Arten der Veredelung von Oberflächen

Der mit Abstand wichtigste Geschäftszweig des Götzner Galvanikunternehmens Beiser ist das Vernickeln. Dieses Verfahren bringt einen sehr hohen Korrosionsschutz – verlängert die Lebenszeit von Bauteilen und Produkten – und kann für veschiedenste Grundmaterialien wie beispielsweise Stahl, Zink-Druckguß, Messing oder Kupfer eingesetzt werden. In den Trommelanlagen von Beiser werden in erster Linie Möbelbeschläge vernickelt.

Ein weiteres, vielfältig anwendbares Verfahren stellt das Verzinnen dar. Die fertigen Werkstücke weisen neben der Lebensmittelechtheit und guten Lötbarkeitseigenschaften auch weitere Qualitäten wie beispielsweise die gute elektrische Leitfähigkeit und einen hohen Korrosionsschutz auf. Zudem weisen sie eine glatte und dekorative Ober-fläche auf, was das Verzinnen daher zu einem Allrounder in der O b e r f l ä c h e nve re d e l u n g macht. Seit einigen Jahren

wendet Beiser dafür ein bleifreies Verfahren an.

Für das Versilbern spricht, dass es zahlreiche ästhetische und auch technische Kriterien erfüllt. Es kommt daher vor allem in Branchen wie der Elektroindustrie zum Einsatz. Im Maschinenbau hat das Brünieren eine große Bedeutung. Und zwar deshalb, weil die sich daraus ergebende dünne, festhaftende, schwarze Oxidschicht eine sehr hohe

Passgenauigkeit erfüllt. Hierfür werden bei Beiser Stahlteile in der Handgalvanik vorbearbeitet und brüniert. Beim Passivieren von Aluminium handelt es sich um eine nichtmetallische, farblose Schutzschicht, die das Grundmaterial vor der Korrosion bewahren soll. Derzeitige Marktsituation Aufgrund von Materialengpässen und Fachkräftemangel ist die Marktsituation fordernd.

Ein paar Impressionen von unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Johannes Pümpel und Ibrahim Cinar.

Birgit Malin, Brigitte Wilfling, Susanne Amann, Maria Kabasser, Karin Erhart.

Leiter Verfahrenstechnik Michael Mangeng.

Arno Tschanett.

Michael Halbeisen und Leiter Verfahrenstechnik Michael Mangeng .

Mustafa Ünal.

Impressum | Entgeltliche Einschaltung: BEISER Galvanik, Kommingerstraße 127, 6840 Götzis Redaktion: Arno Meusburger Umsetzung: Vera Lins Bilder: Arno Meusburger, Beiser Anzeigen: Russmedia GmbH, Thomas Strele, Ramon Tschann, Katja Rauch, Churer Straße 15, 6800 Feldkirch


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