Ökoland Vorarlberg 6. Oktober 2017
25 Gemeinden verzichten bereits auf Glyphosat
Bodensee Akademie „Landwirtschaft verstehen“ bewegt
Schule und Natur Leben und Wirtschaften im Naturkreislauf
2 Ökoland Vorarlberg
Freitag, 6. Oktober 2017 Vorarlberger Nachrichten
Bäuerliche Familienbetriebe und engagierte Älpler pflegen und erhalten artenreiche Bergwiesen und Weiden und somit unsere Kulturlandschaft.
Schon 25 Gemeinden ohne Glyphosat Weitere stellen um. Rechtliche Möglichkeiten für den Pflanzengiftausstieg werden geprüft.
BREGENZ Die Ziele und Handlungs-
felder der Landwirtschaftsstrategie 2020 „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ sind auf regional angepasste Landwirtschaft ausgerichtet. Landwirtschafts- und Biobetriebe werden entsprechend unterstützt und naturnahe Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden und Alpen, auf denen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, gefördert sowie hochwertige Arbeit und Produkte bei Wiesenmeisterschaft, Tierschutzpreis und Genusskrone prämiert. „Mit der räumlichen und organisatorischen Zusammenführung des Vereins BIO AUSTRIA Vorarlberg und der Bio Vorarlberg unter gemeinsamer Geschäftsführung im Jahr 2016, bestehen in Verbindung mit der Bioumstellungsberatung durch die Landwirtschaftskammer und die Übernahme der Kontrollkosten und Gewährung einer ÖPUL-Bioprämie in der zwei Jahre dauernden Umstellungszeit durch das Land gute Voraussetzungen für positive Entwicklungen im Agrarbereich“, informiert Landesrat Erich Schwärzler.
Vorbildfunktion „Die Zulassung von Wirkstoffen erfolgt auf europäischer Ebene, Genehmigung für Pflanzenschutzmittel ist Bundessache“, so Schwärzler. „Unsererseits wurde aber schon 2013 klargestellt, dass das Land sei-
ner Vorbildfunktion nachkommt, mit dem Ziel vom Herbizideinsatz wegzukommen und das Vorsorgeprinzip konsequent einzuhalten. In der Beratung und Weiterbildung der Landwirte in Form von Praktikerkursen wie ,Es geht auch ohne Herbizide’. Dort wird verstärkt auf die Gefahren des Herbizideinsatzes hingewiesen und es werden die positiven Effekte des Verzichtes vermittelt. Wichtig ist auch, dass das Land Vorarlberg entgegen der EU-Strategie weiterhin konsequent gentechnikfrei im Anbau bleibt. Laut einer kürzlich veröffentlichten Gemeindeumfrage von Greenpeace und VN bekennen sich derzeit 25 Vorarlberger Gemeinden dazu, im eigenen Wirkungsbereich kein Glyphosat einzusetzen. Weitere Gemeinden sind in ,Umstellungsphase’. Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt durch die EU-Kommission auf Grundlage eines Zulassungsverfahrens auf fachlich-wissenschaftlicher Basis nach Anhörung einer Expertenkommission. Österreich ist in dieser durch die AGES vertreten, die 2016 klare Bedingungen für eine weitere Zulassung einbrachte, wie das Verbot der Anwendung von Glyphosat bei der Vorerntebehandlung von Getreide. Sollten diese Forderungen im EU-Vorschlag für eine Verlängerung nicht enthalten sein und die EU-Kommission nicht
im Sinne Österreichs entscheiden, hat die AGES bereits einen nationalen Runden Tisch mit Vertretern der Wissenschaft, des Handels, der Sozialpartner, der NGO und der Landwirte, des Umwelt- und Gesundheitsministeriums, der Bundesländer sowie der Asfinagund
„Unser Eigenversorgungsgrad soll erhöht und Naturkreislaufwirtschaft gefördert werden.“ Erich Schwärzler Landesrat
ÖBB zur Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten für den Glyphosatverzicht auf Ebene von Bund und Ländern angekündigt.“
Ausbau von Ökoflächen „Das Vorsorgeprinzip der EU-Umwelt- und Gesundheitspolitik muss strengstens eingehalten werden“, sagt Schwärzler und will den Selbstversorgungsgrad erhöhen und die
Elf Tierschutzhauptpreisträger 2017 mit LR Erich Schwärzler, Initiatorin Verena Daum (VN) und Landesveterinär Dr. Norbert Greber.
VN/LERCH
Naturkreislaufwirtschaft voranbringen. „Vorarlberg ist auf einem guten Weg im Ausbau der Ökoflächen. Das gesetzte Ziel, mindestens 20 Gemeinschaftsgärten in Vorarlberg zu haben, wurde heuer mit über 50 Gemeinschaftsgärten weit übertroffen. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass es in der Bevölkerung den verstärkten Wunsch nach regionalen Produkten mit klarer Herkunft und eine Sehnsucht nach dem Naturerlebnis gibt.
Vielfalt fördern Ein weiteres Strategieziel ist die Steigerung der Eigenversorgung und Vielfalt bei Marktfrüchten wie Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln. Durch gezielte Initiativen und Projekte etwa des Verbands Obst- & Gartenkultur Vorarlberg, des Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrums Hohenems (BSBZ) und der Bodenseeakademie ist es in den letzten drei Jahren gelungen, die folgenden landwirtschaftlichen Produktionsflächen in Richtung Produktvielfalt auszuweiten: Beeren (+29%), Gemüse (+24%), Obst (+21%), Blumen, Heilkräuter, Gewürzpflanzen (+15%) und Kartoffeln (+7%). Diese Produktvielfalt wird weiter ausgebaut. Im Februar 2018 findet der erste Gemüsebautag statt - mit Info von Anbau über Ernte bis Vermarktung. Bauern und Älpler pflegen und bewirtschaften
unter erschwerten Bedingungen die artenreichen Bergwiesen und Weiden und erhalten unsere attraktive Kulturlandschaft auch als Grundlage für den Tourismus. Die Gewährung der Leistungsabgeltungen aus Landesmitteln an die Bauern wurde dieser Notwendigkeit angepasst, sodass insbesondere extensiv wirtschaftende Betriebe im Berggebiet verstärkt unterstützt werden“, führt LR Schwärzler aus. „Um aber auch die Vielfalt von Acker- und Sonderkulturen vor allem in den Tallagen weiter auszubauen, wurde heuer erstmals eine Leistungsabgeltung für bestehende und neue Acker- und Sonderkulturflächen ausbezahlt. Neben der Pflanzenvielfalt auf den Alp- und Bergwiesen sowie -weiden werden durch die Leistungsabgeltungen des Landes auch die heimische Produktvielfalt und die kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetriebe gefördert. Besonders dem Tierwohl kommt in der Landwirtschaftsstrategie ein hoher Stellenwert zu. Das Engagement rechnet sich für den Tierhalter und unterstützt das Tierwohl – dafür gilt mein besonderer Dank. Ich freue mich, dass bei der heurigen Verleihung der Vorarlberger Tierschutzpreise insgesamt elf Hauptpreise und zwölf Anerkennungspreise stellvertretend für viele Tierhalter im Land vergeben werden konnten.“
Regionalinitiativen wie die Klostertaler Bauerntafel bringen hochwertige Produkte hervor.
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Zusammenhang sehen und handeln
Die Eventreihe „Landwirtschaft verstehen“: ein Erfolgsformat. Über 4500 Besucher bei 33 Veranstaltungen zeigen, wie sehr sich die Vorarlberger für die Zusammenhänge von Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung, Biodiversität und Kulturlandschaft interessieren. Sie wollen mitreden und mit gestalten. Die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln, die Pflege der Kulturlandschaft und der sorgsame Umgang mit dem Boden, den Pflanzen und den Tieren – all dies sind Leistungen, die von der heimischen Landwirtschaft erbracht werden sollen. Dafür Sorge zu tragen, dass dies auch zukünftig möglich ist, ist nicht nur Aufgabe der Landwirtschaft, sondern auch Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Sind es im Wesentlichen doch die von uns allen getroffenen Entscheidungen – vom alltäglichen Lebensmitteleinkauf bis hin zu den indirekt mitbestimmten politischen Beschlüssen, die die Existenzgrundlagen der bäuerlichen Familien und des ländlichen Raumes auf Generationen hinaus sicherstellen. BREGENZ
Erfahrung aus der Praxis „Themenorientiert Wissen um Systemzusammenhänge regionaler Wertschöpfungsprozesse vermitteln, die Dialog- und Begegnungskultur stärken, die Leistungen der jeweiligen Partner sichtbar machen und würdigen und alle Beteiligten in ihrer Mitverantwortung ansprechen und zur Mitgestaltung einladen – dies waren und sind die Ziele
Editorial
Verena Daum
Toxische Mischung In vielen Bereichen unseres Lebens bewirken Chemie und technische Entwicklungen Gutes, bringen neue Erkenntnisse, Fortschritt, mitunter sogar Wohlstand. In der Landwirtschaft und im Lebensmittelbereich hat die chemische Keule allerdings
„Die Anbetung des goldenen Kalbs ist wider die Natur.“ nichts verloren. Dort reicht das, was die Natur und ihre Kreisläufe zu bieten haben, völlig aus, um die Welt - erwiesenermaßen auch zwölf Milliarden Menschen - aus regionalen Kleinstrukturen heraus gesund zu ernähren.
Bertram Martin (Martinshof): „Die Eventreihe bringt Konsumenten, Landwirte und Fachleute zusammen, um ihr Wissen zu mehren und einander zu verstehen.“ SCHWALD
und der Beweggrund der Veranstaltungsreihe ,Landwirtschaft verstehen’“, erläutert Ernst Schwald von der Bodensee Akademie. Die durch alle Veranstaltungen durchgehende Frage lautet: Wie bin ich in das Thema eingebunden und was kann ich bzw. was können wir für einen Beitrag zur gedeihlichen Entwicklung leisten? Diese Reihe besteht seit 2013 und wird im Wesentlichen von der Bodensee Akademie und „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ ge-
tragen. Dazu kommen die ideellen Veranstaltungspartner, welche die Veranstaltungen gesellschaftlich breit verankern und durch das Einbringen ihrer Praxiserfahrungen sehr bereichern. Die nächste Veranstaltung findet am 10. Oktober 2017 um 20 Uhr in der inatura Dornbirn statt. Das Thema: Weltagrarbericht und Ökoland Vorarlberg – regional und fair. Informationen unter: www.bodenseeakademie.at, www.vorarlberg.at/oekoland
Die toxische Mischung ist unersättliche Gier und der Missbrauch von technischem Fortschritt für „fiktiven Profit“, der dadurch entstandene kollektive Egoismus, der eine zerstörerische AgrochemieIndustrie und eine Konsum- und Wegwerfgesellschaft hervorbrachte, die selbst den Ast absägt, auf dem sie sitzt. Mit Gift & Genen von Monsanto/Bayer & Co. wird unser Heimatplanet nachhaltig verseucht, unfruchtbar gemacht und in einem Tempo ausgebeutet, das der überlebensnotwendigen Energie-, Ressourcen- und Agrarwende, die durch Regionalinitiativen allerorts langsam zu greifen beginnt, kaum eine Chance lässt.
Glyphosat ist derzeit im wahrsten Sinn des Wortes in aller Munde, nämlich einerseits seit Jahrzehnten in der Nahrungskette und andererseits endlich auch medial, um diesem Irrweg entgegenzuwirken. Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Pestizid. Die Rückstände des Gifts befinden sich in der Umwelt und dadurch in unseren Lebensmitteln. Zaghaft wird inzwischen zugegeben, was nach dem Gesetz der Logik und dem Prinzip von Ursache und Wirkung längst klar ist: „wahrscheinlich krebserregend“ (WHO) und im Endeffekt mit Sicherheit tödlich - für Mutter Erde und ihre Lebewesen. Zahlreiche Petitionen wie etwa „Gemeinsam stoppen wir Glyphosat“ von GLOBAL2000 werden von der Bevölkerung immer stärker getragen und der Druck seitens der Zivilgesellschaft auf die Politik wächst spürbar. In Vorarlberg gedeihen längst Obstund Gartenkultur, Permakultur und Konsumentensolidarität für ein Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur. So haben bereits 25 Gemeinden auf giftfrei umgestellt und viele ziehen nach. Wirtschaftsethik sowie couragiertes und selbstbestimmtes Handeln sind Gebot der Stunde. VERENA DAUM redaktion@vn.at 05572 501-263
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Die Kinder des Hofkindergartens tummeln sich am liebsten bei den Tieren auf dem Hof oder im Schulgarten. Dort lernen sie von Grund auf den richtigen Umgang mit der Natur und wie gesunde Lebensmittel entstehen.
Schule fürs Leben und giftfreien Anbau
Das ist das Bäuerliche Schul- und Bildungszentrum (BSBZ): schließlich geht es um die Natur und Lebensmittel. Die 1974 eröffnete LWS-Hohenems kam aus der Mehrerau nach Hohenems. Hier entwickelt sie sich unter Direktor DI Markus Schwärzler mit einem etwa 50-köpfigen Team kontinuierlich weiter. „Der junge Mensch steht bei uns im Mittelpunkt“, betont Direktor Schwärzler. „In der Schule ergänzen sich Theorie und Praxis und die duale Ausbildung steht für Erfolg im Leben.“ Vier eigenständige Schulzweige befinden sich in Hohenems unter einem Dach: die Fachrichtung „Landwirtschaft und Landschaftspflege (drei Jahre Schulzeit inklusive vier Monate Praktikum), die Fachrichtung „Ländliche Hauswirtschaft“ (drei Jahre inklusive drei Monate Praktikum), die Fachrichtung „Fachschule für Berufstätige“ (70 Stunden alternative Pflichtgegenstände) und die „Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft“ (22 Wochen Praktikum). HOHENEMS
Praxis am Rheinhof „In der Fachrichtung Landwirtschaft haben wir Schüler aus ganz Vorarlberg, die eine vertiefte Ausbildung in praktischer Landwirtschaft suchen und sich so die Voraussetzung erarbeiten, als Facharbeiter einen landwirtschaftlichen Betrieb selbstständig führen zu können. Nach positivem Abschluss der Schule gibt es die Möglichkeit der Forstanschlusslehre sowie der Anrechnung von mindestens einem
Jahr auf alle Lehrberufe“, informiert Fachausbildner und Biolandwirt Elmar Weissenbach. „Für die praktische Ausbildung steht neben diversen Werkstätten, Computerräumen, dem Chemie- und Biologiesaal auch der nach biologischen Richtlinien geführte Rheinhof zur Verfügung“, informiert Weissenbach. Melken, Stall-, Tierzucht-, Pflanzenbau-, Gemüsebaupraxis und weitere Einheiten finden dort statt. Am BSBZ arbeiten etwa 400 Schüler, 50 Lehrer und 20 Bedienstete, zwei Hausmeister und Direktor Schwärzler. Im kommenden Jahr soll ein Erweiterungsbau für die neue Sennerei, neue Werkstätten, neue Klassen, eine Schülerbibliothek, Umkleiden und Aufenthaltsräume entstehen. Am Rheinhof, der kürzlich mit dem Vorarlberger Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde, wird aktuell ein Gemüselager und Gemüse-Rüstraum gebaut. Chemische Spritzmittel sind auf dem Biohof selbstverständlich tabu. „Wir betreiben giftfreie Landwirtschaft“, betont Elmar Weissenbach, es werden u. a. „Brennesselb’schütte“, Steinmehl und effektive Mikroorganismen verwendet. Bei „Klassenprojekten“, Jungpflanzenaufzucht und „Demonstrationspflanzungen“ im Versuchsgarten wird mit Verkaufsmarketing und Bauernmarkt in Naturkreislaufwirtschaft gearbeitet. Auch Futter für die Tiere wird auf dem Rheinhof angebaut. Die Bioprodukte gehen an die Schu-
Mit giftfreier Bodenkultur fängt es an, Bioanbau ist selbstverständlich (www.bsbz.at).
le, in den Hofladen und werden ab Hof verkauft.
Moderne Landfrau „In der Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft geht es nicht nur um Landwirtschaft“, erläutert Elmar Weissenbach. Das Bild der modernen Landfrau habe sich stark gewandelt. „Neben der Berechti-
„Fürs Leben lernen lautet das Motto unserer Schule. Der junge Mensch und die duale Ausbildung stehen im Mittelpunkt.“ DI Markus Schwärzler Direktor BSBZ
gung, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen, erwerben die Schülerinnen viel Fachwissen in den Bereichen Gesundheit & Soziales, Garten & Floristik, Tourismus & Landwirtschaft, Textiles Werken & Kreatives Gestalten sowie Produktveredelung & Hofladen. Nach dem positiven Abschluss der Schule
steht einer Zulassung zur Lehrabschlussprüfung als Betriebsdienstleisterin nichts mehr im Wege“, führt Elmar Weissenbach aus. Die Fachschule für Berufstätige ist in einem zweijährigen Wochenendkurs organisiert. In Summe gibt es 500 Unterrichtsstunden zu besuchen. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, mindestens 19 Jahre alt ist und ein Jahr praktische Erfahrung in seinem Beruf nachweisen kann, kann aufgenommen werden. Grundsätzlich muss zwischen vier Fachrichtungen gewählt werden: Landwirtschaft, Haushaltsmanagement, Feldgemüsebau, Obstbau und Obstverwertung. Am Ende der Ausbildung kann die Facharbeiterprüfung abgelegt werden. Für die Führung eines Kurses müssen sich aber mindestens zehn Personen anmelden.
Zentralmatura möglich „Unser jüngstes ,Kind‘ ist die HLA, die Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft“, informiert Elmar Weissenbach. „Nach fünf Jahren allgemeiner und fachlicher Ausbildung gilt es, die Zentralmatura abzulegen. Schulträger ist der Schulträgerverein Marienberg in der Bregenzer Schlossbergstraße 15. Auch in der Höheren Schule stehen viele zusätzliche Angebote für leistungsstarke Schüler offen.“ Neben der lehrplanmäßigen Ausbildung gibt es für alle Jugendlichen viele Freigegenstände, unverbindliche Übungen und
andere Angebote. Je nach Neigung, Schultype, Jahrgang und Fachrichtung können folgende Angebote belegt werden: Blasmusik, Instrumentalmusik, Chorgesang, Sport, Pferdewirtschaft, Reiten u. Fahren, Traktorfahrschulkurs, Bienenkunde, Fremdsprachen, Werken mit verschiedenen Werkstoffen, Tanzkurs, Volkstanz, Erste-Hilfe-Kurs, ECDL-Prüfung, Schneesportlehrer, Reiterpass, Jagd u. Fischerausbildung, Kochen, Motorsägenkurs, Theater, Tiertransportausbildung, Schlittenbaukurs, Musikinstrumentenbau, Schweißkurs, Redewettbewerb, Staplerführerschein und Lustiges Turnen.
Gemeinschaft Internat „Wem es daheim zu eng wird, kann in unserem Schülerheim die Gemeinschaft erleben und dort Sozialkompetenz erlernen, die Freizeit mit Freunden gestalten, Selbstständigkeit finden und nicht zuletzt Zeit zum Lernen haben, da mitunter lange Schulwege wegfallen“, sagt Elmar Weissenbach. Wer also Interesse hat, kann die SIS-Veranstaltungen (Schnuppern in Schulen) besuchen und zum KennenlernNachmittag vorbeischauen und natürlich Informationsmaterial anfordern. „Vielleicht liegt ein Teil deines zukünftigen Lebensweges in unserem Haus. Unser Motto: Fürs Leben lernen“, laden Direktor Schwärzler und Elmar Weissenbach interessierte junge Leute ein.
Die sehr gute Mensch-Tier-Beziehung auf dem Rheinhof wurde heuer mit dem Vorarlberger Tierschutzpreis ausgezeichnet.
BSBZ/VD
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VN-INTERVIEW. Josef Moosbrugger (51), Landwirtschaftskammerpräsident
Ökoland als Zukunftsbild
Sofortige politische Maximalansprüche sind laut LK-Präsident Moosbrugger nicht umsetzbar. BREGENZ Vorarlberg sei keine güns-
Ökoland-Strategie. Das politische Verlangen nach Maximalansprüchen im Pflanzenschutz hat die Kartoffelbauern stark verunsichert. So werden wir das Ziel nicht erreichen. Die Kammer bietet auch in diesem Bereich Fachberatung und Schulungen für konventionell und biologisch geführte Betriebe an.
tige Klimazone für Ackerkulturen und daher seien die Ansprüche an die Landwirte besonders hoch, gibt Josef Moosbrugger bezüglich der Glyphosat-Diskussion zu bedenken. Daher soll laut Kammer vorerst weiterhin die Möglichkeit bestehen, nach fachlicher Beurteilung und Alternativenprüfung zugelassene Pflanzenschutzmittel anzuwenden, wenn die Ernte gefährdet ist. Was ist das Ziel der Ökoland-Strategie? MOOSBRUGGER Wir wollen einen leistungsfähigen Bauernstand erhalten, der imstande ist, die Menschen in unserem Land mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen und unsere Landschaft als Lebensund Erholungsraum zu pflegen. Als attraktive Zugabe soll die heimische Landwirtschaft einen Ansporn bekommen, mit bäuerlichen Dienstleistungen, wie Direktvermarktung, Schule am Bauernhof oder Urlaub am Bauernhof, einen weiteren natürlichen Beitrag zur Lebensqualität in unserem Land zu leisten. Was sind die Voraussetzungen dafür? MOOSBRUGGER Mit einer Qualitäts- und Markenstrategie ist die Wertschöpfung aus der Produktion zu steigern. Nachdem wir im offenen Markt der EU voll im Wettbewerb mit den Gunstlagen stehen,
Bleibt das ein ständiger Konflikt? MOOSBRUGGER Wir liegen in Vorarlberg aufgrund der hohen Niederschläge nicht in der begünstigt sten Klimazone für Ackerkulturen. Daher ist der Anspruch der Kulturführung an die Landwirte ein besonders hoher. Deshalb soll die Möglichkeit bestehen, nach fachlicher Beurteilung und Alternativenprüfung zugelassene Pflanzenschutzmittel anzuwenden, wenn die Ernte gefährdet ist.
Josef Moosbrugger: „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor fürs Ökoland ist praxisnahe Bildung.“
können jedoch die Kosten für die Landschaftspflege nicht über den Erlös aus dem Lebensmittelverkauf abgedeckt werden. Diese Zusatzleistung muss auf fairer Basis extra aus öffentlichen Geldern abgegolten werden. Die Landespolitik will mehr Obst, Gemüse und Bio. Geht da inzwischen etwas weiter?
Ja, aber die Ungeduld der Politik ist eine zu große. Es ist aus meiner Sicht eine gute Entwicklung eingeleitet, aber für viele geht das zu langsam. Dabei ist es hier wie in der Natur. Wenn Sie ein Pflänzchen gesetzt haben und Sie ziehen jeden Tag daran, dass es schneller wächst, dann wird es eingehen, aber sicher nicht in die Höhe schießen. MOOSBRUGGER
LK
Was wollen Sie damit sagen? MOOSBRUGGER Ich sage es anhand eines Beispiels. Durch Unternehmergeist einiger Landwirte und fachlichen Einsatz der Berater der Landwirtschaftskammer sowie der Vermarktungsaktivitäten der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH wurde im letzten Jahr die Kartoffelanbaufläche in Vorarlberg verdoppelt – ganz im Sinne der
Abschließend, wie sehen Sie die Zukunft der Ökoland-Strategie? MOOSBRUGGER Sie gibt die Richtung vor und ist in den Köpfen der Politik und in den agrarischen Institutionen sehr präsent. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist Bildung, insbesondere praxisnahe, berufsbegleitende Weiterbildung und der Erfahrungsaustausch unter den praktizierenden Landwirten. Auch die Vertragslandwirtschaft muss vorangetrieben werden, als Absicherung für faire und verlässliche Partnerschaften zwischen Landwirtschaft und Handel bzw. Gastronomie.
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VN-INTERVIEW. Mag. Raimund Wachter, GF Vorarlberg Milch
Verbesserung der Wertschöpfung Zukunftsorientierte Landwirtschaft braucht ökologische und ökonomische Entwicklung.
Der Geschäftsführer der Vorarlberg Milch, Mag. Raimund Wachter, will die Gütesiegelprogramme AMA und „Ländle Qualitätsprodukte Marketing“ (LQM) in der Umsetzung „glyphosatfrei“ unterstützen, ganz nach dem zentralen Qualitätskriterium: „Wo Ländle Milch drauf steht, ist auch Ländle Milch drinnen - und das zu 100 Prozent.“
Aktuell zeigt sich am Milchmarkt eine Verbesserung der Wertschöpfung, was nach den schwierigen Jahren 2015 und 2016 auch dringend notwendig war. Für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft benötigt es eine ökologische und ökonomische Entwicklung,
SCHWARZACH
WACHTER
„V-Milch wird die Gütesiegelprogramme AMA und LQM in der Umsetzung ,glyphosatfrei‘ unterstützen“
Was macht die V-Milch zum Qualitätsprodukt, was hebt sie ab? WACHTER Herkunft und Regionalität sind ein zentrales Qualitätskriterium der Vorarlberg Milch, daher lautet unsere Botschaft ganz klar: „Wo Ländle Milch drauf steht, ist auch Ländle Milch drinnen und das zu 100 Prozent“. Die traditionsbewusste Vorarlberger Landwirtschaft und die herrliche Natur zwischen Arlberg und Bodensee sind die besten Voraussetzungen für natürliche, hochwertige Milchprodukte, deshalb schmecken Ländle Milchprodukte so natürlich und sind ein wertvoller Bestandteil der täglichen Ernährung. Verbraucher haben ein Qualitätsbewusstsein entwickelt und wollen kein Gift in der Nahrungskette: Wie können diese Bedenken bezüglich Vorarlberg-Milch-Produkten zerstreut werden? WACHTER In der Vorarlberger Milchwirtschaft wird nicht nur gentechnikfrei produziert, sie verzichtet auch komplett auf Soja aus Über-
Raimund Wachter GF Vorarlberg Milch
damit ein positiver Generationenwechsel stattfinden kann. Die Vorarlberg Milch wird die Gütesiegelprogramme AMA und LQM in der Umsetzung „glyphosatfrei“ unterstützen.
Herkunft und Regionalität sind ein zentrales Qualitätskriterium der Vorarlberg Milch.
see. Die Gesundheit der Milchkühe ist der Vorarlberg Milch ein besonderes Anliegen, denn nur Ländle Milch von auf Tiergesundheit kontrollierten Kühen ist von höchster Qualität und erfüllt die strengen Kriterien für die Ländle Milch Pro-
dukte. Das bedeutet Laufstallhaltung oder Auslauf und/oder Weidehaltung aller Kühe für mindestens 120 Tage pro Jahr, ab 1. Jänner 2018. Die Qualität unserer Milchprodukte wird durch das AMA-Gütesiegel und das LQM-Gütesiegel bestätigt.
VN/HARTINGER
Wie sieht die Milchzukunft im Ökoland Vorarlberg - regional und fair aus, und wie wird der inzwischen auch politischen Forderung „garantiert glyphosatfrei“ im Ländle-Gütesiegel bei Vorarlberg Milch Rechnung getragen?
Wie sieht die Zukunft für die Vorarlberger Milchprodukte und ihre Entwicklung aus, wohin muss die Reise gehen? WACHTER Das Bauvorhaben „Käsekompetenzzentrum“ der Vorarlberg Milch ist ein großer Schritt in die Zukunft und ein ganz klares Signal für eine aktive Vorarlberger Landwirtschaft. Die Vorarlberg Milch hat über 20 Jahre positive Entwicklung und Erweiterung hinter sich und möchte diese in der Zukunft mit dem Generationenprojekt fortführen.