Skip to main content

50_Koepfe

Page 1

50 Kรถpfe von morgen 7. Februar 2019


50 Köpfe von morgen 3

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Diese 50 Vorarlberger gestalten die Zukunft

Editorial

Gerold Riedmann

Die wilde 13

Die VN präsentieren junge Menschen, die ihre Branchen prägen. SCHWARZACH Sie sind jung, sie sind

engagiert, sie sind ambitioniert. Und sie gehören zu Vorarlbergs 50 Köpfen von morgen! Bereits zum zwölften Mal küren die VN jene Vorarlberger unter 40 Jahren, welche die Zukunft des Landes maßgeblich mitgestalten werden. Darunter viele Wirtschaftstreibende, Künstler, Ehrenamtliche, Sportler, Mediziner, ... Eine abwechslungsreiche Liste hat die Jury der VN-Redaktion zusammengestellt. Kennen Sie zum Beispiel Alexander Amann? Der 35-jährige Anwalt vertritt 6000 Schweizer VW-Fahrer vor Gericht, um Entschädigung in der Dieselaffäre zu erkämpfen. Oder Ariane Rädler? Wahrscheinlich schon, immerhin war die 24-Jährige aus Möggers kürzlich beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen zweitbeste ÖSV-Läuferin. Und haben Sie schon einmal etwas von Fidelis Rümmele gehört? Wenn nicht, dann machen Sie sich darauf gefasst, künftig öfter von ihm zu hören. Der Dornbirner ist mit seinen elf Jahren ein gefragter Geigenspieler, der als jüngster Student in die Hochbegabtenklasse der Kunstuniversität Graz aufgenommen wurde. Und falls Sie mal auf der Suche nach gutem Essen sind, probieren Sie es doch einmal bei Max Natmessnig. Er erkochte im aktuellen Gault Millau 18 von 20 Punkten, also drei Hauben für das Schualhus in Lech-Zug. Sie forschen zur Spieltheorie, programmieren selbstfahrende Autos im Silicon Valley, sind erfolgreiche Quantenphysiker oder haben mit 18 Jahren ihr erstes Buch geschrieben: Die 50 Köpfe von morgen zeigen, welches Potenzial in den Vorarlbergern steckt. Dass die 50 Köpfe von morgen nicht zufällig

50 Köpfe, die bereits in naher Zukunft für Vorarlberg eine wichtige Rolle spielen könnten. 50 Köpfe, die Sie heute entdecken können. 50 interessante, talentierte junge Menschen möchten wir Ihnen heute vorstellen. Seit 13 Jahren wählen wir 50 Vorarlbergerinnen und Vorarl-

„50 Köpfe, die bereits in naher Zukunft für Vorarlberg eine wichtige Rolle spielen könnten. “ berger aus, die etwas bewegen. Zwischenzeitlich ist aus den 13 Jahrgängen ein Netzwerk der Talentierten entstanden. Es empfielt sich, die Köpfe auf dem Radar zu behalten, ihre Biografien zu verfolgen, egal auf welchem Punkt der Erde sie sich gerade aufhalten. Denn irgendwann kommt der Punkt, wo Chancen bestehen, diese Köpfe für Vorarlberg zu gewinnen. Wie können wir sie begeistern, die Zukunft Vorarlbergs mitzugestalten? Der Ruf der großen weiten Welt

Jung, erfolgreich, dynamisch und in einer sich rasch wandelnden Welt zu Hause: die 50 Köpfe von morgen. FOTOLIA

in der Liste aufscheinen, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Bei der Premiere im Jahr 2007 zum Beispiel fand sich unter den Ausgezeichneten ein gewisser Arno Geiger, heute gefeierter Schriftsteller. Auch Fußballtorhüter Ramazan Özcan, mittlerweile beim deutschen Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag, galt 2007 noch als Kopf von morgen, Markus Wallner fand sich ebenfalls darunter. Heute ist er Landeshauptmann. Auch in der jüngeren Vergangenheit tauchen bekannte Gesichter auf: Luka Brajkovic, Daniel Zech oder Katharina Liensberger. Die Liste

ließe sich fortsetzen. Die 50 Köpfe von morgen sind nicht nur eine Versammlung jener Menschen, die uns im Land zukünftig noch öfters unterkommen werden. Die 50 Köpfe vernetzen sich, wir bieten jedes Jahr die Plattform dazu: Außerdem treten jährlich interessante Vortragende auf, dieses Mal konnten die VN Zukunfts- und Trendforscher Tristan Horx gewinnen. Als Belohnung gibt’s übrigens nicht nur die wohlverdiente Ehre, die ÖBB spendieren jedem der Köpfe einen Gutschein für eine Reise innerhalb Österreichs. Hin und retour, 1. Klasse natürlich.

kommt ohnehin. Sich aktiv dafür zu entscheiden, einen Beitrag in der Region leisten zu wollen, ist ein Bekenntnis, das man nicht hoch genug schätzen kann. Geordnete Strukturen, Vorhersehbarkeit, Planung. Davon haben wir reichlich in Vorarlberg. Junge Geister mit Ecken und Kanten, Junge mit neuen Ideen. Daran mangelt’s zuweilen. Deshalb sind die jungen Wilden­ so gefragt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in unserer heutigen Ausgabe viele spannende Menschen kennenlernen! Herzlichst, Ihr

GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twitter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.

IMPRESSUM LEITUNG Mirijam Haller GESTALTUNG Felix Holzer, Valentin Ledoldis REDAKTION Andreas Scalet, Christian Adam, Ernest F. Enzelsberger, Geraldine Reiner, Gernot Schweigkofler, Hanna Reiner, Heidi Rinke, Heimo Kofler, Jakob Lorenzi, Joachim Schwald, Jochen Dünser, Klaus Hämmerle, Lore Trötzmüller, Magdalena Raos, Marion Hofer, Marlies Mohr, Martina Kuster, Michael Prock Mirijam Haller, Monika Witwer, Patrizia Gunz, Peter Schuster, Tanja Güfel, Tony Walser FOTOS Roland Paulitsch, Philipp Steurer, Klaus Hartinger, Klaus Vyhnalek, Oliver Lerch, Hruby, Zeltweg, Kummer/Zangerl, Tatjana Schnalzger, Frederick Sams, Belvedere/ Stoll, Privat, Archiv

VORWORT. Tristan Horx, Zukunfts- und Trendforscher, Gastredner bei der „50 Köpfe“-Preisverleihung

Ein Blick auf die Welt von morgen Zugegeben: Über die Zukunft zu spekulieren, kann sehr reizvoll sein. Nicht umsonst erfreuen sich Horoskope seit jeher großer Beliebtheit. Und wenn wir schon von den „50 Köpfen von morgen“ reden – wieso dann nicht einen Blick auf das Morgen wagen? Und wer könnte künftige Trends besser skizzieren als ein Zukunftsforscher? Tristan Horx ist einer der jungen Wilden dieser Zunft. Der 26-Jährige hat Kultur- und Sozialanthropologie studiert und ist dabei, in die Fußstapfen seines renommierten Vaters Matthias Horx zu treten. Dieser gründete 1998 das Zukunftsinstitut, eines der mittlerweile einflussreichsten seiner Art, mit Standorten in Wien und Frankfurt. Tristan Horx ist Mitautor des „Generation Global Report“, in dem eine neue Generation von Kosmopoliten, die global denkt und neue Wertvorstellungen mitbringt, porträtiert wird. Die „Generation Global“ ist jung, mit SCHWARZACH

ZUR PERSON TRISTAN HORX GEBOREN 1993 in der Nähe von Hamburg, studierte Sozial- und Kulturanthropologie und beschäftigt sich in der Trendforschung unter anderem mit den Bereichen Digitalisierung und Generationenwandel. KURATOR von „Treffpunkt Zukunft“, ein Podcast für kritischen Zukunftsoptimismus, bei dem er mit namhaften Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle und längerfristige Entwicklungen diskutiert.

der Welt vernetzt und stellt die globalen Probleme vor die eigenen. Das trifft auch auf viele der 50 Köpfe von morgen zu, die in dieser VN-Sonderbeilage vorgestellt werden. Diese jungen Menschen sind von klein auf mit globalen Ereignissen wie dem 11. September oder der Finanzkrise konfrontiert worden. Sie beschränken sich aber nicht nur auf globales Denken, sondern fallen auch durch nachhaltiges, lokales Handeln auf. Ihre Wertehaltungen pflegen sie im privaten Rahmen und im Berufsleben. Horx betrachtet künftige Entwicklungen und Trends aus der Sicht dieser „Generation Global“ und zeigt neue Potenziale für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf. Für die VN wirft Horx einen Blick in die Zukunft. Von einer pessimistischen Grundstimmung sind seine vier Thesen nicht geprägt – ganz im Gegenteil: These 1: Die Welt wird besser, nicht schlechter. Wenn man sich die globalen Zahlen der Entwicklung anschaut, dann deuten fast alle Parameter auf eine positive Entwicklung. Führt man sich Big-Data-Zahlen vor Augen, so lässt sich feststellen, dass immer mehr Menschen auf der Welt lesen und schreiben können, es hungern immer weniger, und der Anteil der

in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert. These 2: Klassische altersdefinierte Generationsmodelle werden ausgedient haben. Das Konzept Kind – Erwachsener – Pensionist bildet den Zeitgeist nicht mehr adäquat ab. Vielmehr werden Menschen nach Lebensstilen geordnet, da Differenzen zwischen Individuen ausgeprägter sind als zwischen Kohorten. Homogene Gruppen werden nur durch katastrophale globale Ereignisse erzeugt. Dadurch dass Krisen allgemein weniger werden, wird auch die Gesellschaft fragmentierter. These 3: Die fortschreitende Digitalisierung ist etwas Gutes, wenn wir sie richtig nutzen. Viel Potenzial wird zum Beispiel im zwischenmenschlichen Bereich freigemacht. Soziale Berufe und jene, die auf Empathie basieren und das Zwischenmenschliche hervorstreichen, können durch Roboter und Künstliche Intelligenz nicht ersetzt werden. These 4: Wir werden in noch sichereren Zeiten leben. Finanz- oder Wirtschaftskrisen lassen ein Gefühl der Unsicherheit aufkommen. Paradoxerweise leben wir momentan in sehr sicheren Zeiten, genau deshalb fühlt sich alles unsicher an.


50 Köpfe von morgen 5

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Drängende Fragen gestellt SEVERIN DÜNSER, geb. 1980, lebt in Wien, Kunsthistoriker, ist Kurator im Belvedere.

Bereits während der Schulzeit war Severin Dünser in Kunsthäusern und Galerien tätig. Neben dem Studium der Kunstgeschichte hat er immer wieder Ausstellungen kuratiert, beispielsweise für die Galerie Krinzinger. Projekte im Kunstraum Dornbirn sind bestens in Erinnerung. Außerdem war er einer der Leiter des jungen Kunstraums Coco in Wien. Die Arbeiten haben überzeugt, seit einigen Jahren ist der Vorarlberger nun Kurator für zeitgenössische Kunst im Belvedere. In der Ausstellung „Der Wert der Freiheit“ im Belvedere 21 lenkte Severin Dünser mit der Auswahl der Künstler den Fokus auf die drängendsten Fragen der Gegenwart. Wie die Demokratie wieder fit zu machen ist, hat in den letzten Monaten viel Publikum ins ehemalige Zwanzigerhaus gelockt. Dort präsentiert er demnächst die junge Wiener Kunstszene. Im Herbst folgt eine Ausstellung mit Arbeiten der Österreicherin Eva Grubinger.

Management des Wandels MARKUS SPIEGEL, geb. 1981, lebt in Feldkirch, ist erfolgreicher Unternehmensberater.

Eine Stehauffrau ARIANE RÄDLER, geb. 1995, lebt in Möggers, Skirennläuferin.

Eine Frau an der Spitze von Spar Vorarlberg

Es war so etwas wie ein Befreiungsschlag. Mit Platz zwölf im WeltcupSuper-G von Garmisch schrieb Ariane Rädler erstmals in der Königsklasse des Skirennsports an. „Es tut gut, einmal vorne mitzufahren“, atmete die 24-Jährige aus Möggers durch. Ihre Hartnäckigkeit hatte sich ausgezahlt, drei schwere Kreuzbandverletzungen bremsten lange den Tatendrang des Skitalents. Mit zweieinhalb Jahren übte sich Rädler erstmals auf Skiern, legte dann eine klassische Karriere hin. Über die Skihauptschule in Schruns und die Handelsschule Stams

CARINA POLLHAMMER, geb. 1983, designierte Geschäftsführerin Spar Vorarlberg.

Die gebürtige Steirerin Carina Pollhammer (35) wird mit Jahreswechsel 2019/20 den wichtigsten Posten im Lebensmitteleinzelhandel in Vorarlberg übernehmen. Sie wird als neue Geschäftsführerin von Spar Vorarlberg Gerhard Ritter folgen. Pollhammer arbeitet bereits seit mehreren Jahren für Spar Österreich in unterschiedlichen Funktionen. Gegenwärtig ist sie für internationale Expansion und Projektentwicklung sowie für Sonderprojekte zuständig. Spar Vorarlberg hat Ende 2018 die Spar-Kaufleute im Land frühzeitig über den anstehenden Generationswechsel informiert. Im Laufe des Jahres 2019 werde die zukünftige Geschäftsführerin in Vorarlberg mit der Einarbeitung in diese Funktion beginnen, so Gerhard Ritter, der das Unternehmen in Vorarlberg in den vergangenen zehn Jahren führte: „Ich werde Frau Pollhammer in diese Führungsfunktion einarbeiten.“

arbeitete sie sich in den ÖSV-Kader hoch. Zwei Kreuzbandrisse stoppten Rädlers Bemühungen gleich für drei Jahre. In der ersten kompletten Saison 2017/18 feierte Rädler vier Europacupsiege, gewann die EC-Abfahrt-Disziplinenwertung und sammelte erstmals Erfahrung im Weltcup. Der Rückschlag erfolgte im April 2018: Kreuzbandriss Nummer drei bei Skitests, wie im Sommer 2015 und 2016 stand eine Rehabilitaion an. Rädler nahm die Strapazen für ein Comeback neuerlich auf sich: „Ich habe gewusst, was auf mich zukommt und mich daran erinnert, wie es war, im Europacup zu gewinnen. Dieses Gefühl wollte ich wieder erleben.“

Markus Spiegel ist erfolgreicher Partner bei der ICG Integrated Consulting Group. Das ist ein europäisches Beratungsunternehmen mit Standorten auch in Österreich. Der gebürtige Dornbirner ist dabei, den Kundenkreis für das Unternehmen in Süddeutschland, der Ostschweiz und Westösterreich von Vorarlberg aus aufzubauen. Das Unternehmen ist auf Change- und Transformationsberatung speziell im Bereich Innovationen und agile Organisationen spezialisiert. Er studierte in Innsbruck Internationale Wirtschaftswissenschaften und absolvierte einen Auslandsaufenthalt in den USA. Zum Doktor promoviert wurde Spiegel nach Studienaufenthalten in Stanford und Berkley 2014 an der Universität Liechtenstein. Markus Spiegel war bei BMW in München und bis Sommer 2018 bei dem US-Berater Schaffer Consulting in Europa und New York tätig. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Olympische Leistung für die Doppellehre MARTIN ILG, geb. 1997, lebt in Dornbirn, ist ausgezeichneter Konstruktionstechniker.

Nicht nur auf dem Fußballplatz zielsicher ADRIAN KLAMMER, geb. 1989, lebt in Hohenems, macht an der Universität Karriere.

Wenige haben die vergangenen Jahre im Vorarlberger Fußballunterhaus so geprägt wie der Stürmer des VfB Hohenems. Als Torschützenkönig schoss er den VfB Hohenems von der Landesliga bis in die Regionalliga West. Doch nicht nur in den Beinen hat es der ehemalige Kapitän des VfB Hohenems, sondern auch im Kopf. Nachdem der 29-Jährige in den USA (Young Harris College und University of Tulsa) den Bachelorabschluss in Geschichte abgeschlossen hat, zog es ihn zurück nach Vorarlberg. Nachdem er an der Universtität Liechtenstein den Masterstudiengang Entrepreneurship abschloss, dissertierte er 2018 erfolgreich und ist nun als Postdoktorand in Lehre, Forschung und Transfer tätig.

Martin Ilg hat mit 21 Jahren bereits ein Haus gebaut. In Südkorea. 2018 war er am Rohbau des Österreicher-Hauses für die Olympischen Spiele in Pyeongchang beteiligt. Mit Martin Ilg hatten die Verantwortlichen einen äußerst talentierten Lehrling nach Korea geholt. Während seiner Doppellehre zum Fahrzeugbau- und Konstruktionstechniker bei der Firma Wohlgenannt in Dornbirn kürte sich Martin Ilg 2017 zum Staatsmeister seines Fachs. 2018 wurde er mit dem „Best of Talent“-Award geehrt. Seine Lehre schloss er mit Auszeichnung ab und arbeitet seither als Konstruktionstechniker bei seinem Ausbildungsbetrieb. „Ohne Fleiß, kein Preis“, ist Martin Ilg überzeugt und lebt sein Motto.

Arbeitsstipendium für große Erzähllust CAROLYN AMANN, geb. 1987, lebt in Wien, ist Schriftstellerin und Theatermacherin.

Die 31-jährige Carolyn Amann erhielt 2018 im Rahmen des Literaturpreises des Landes Vorarlberg ein Arbeitsstipendium in Höhe von 1500 Euro. Die Jury hat der jungen Schriftstellerin aus Hohenems große Erzähllust und eine kraftvolle Sprache attestiert. Aktuell arbeitet Carolyn Amann an einem Romanprojekt mit dem Titel „Neu Amerika“, in dem sie sich mit Geschlechterrollen auseinandersetzt. Die Protagonistin ihrer Geschichte ist eine Frau, die aus einem Beziehungsgeflecht ausbricht und sich neu orientiert. Beim Schreiben der Texte hat die Autorin als junge Mutter selbst erfahren, wie komplex es ist, berufliches Engagement mit den Aufgaben der Kinderbetreuung zu vereinbaren. Carolyn Amann arbeitet an der Universität Wien und am Schauspielhaus Wien. Im vergangenen Sommer zählte sie als Regieassistentin zum Produktionsteam der Seebühnen-Oper „Carmen“ bei den Bregenzer Festspielen.


6 50 Köpfe von morgen

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Von Lego-Technik zu selbstfahrenden Sattelschleppern ANDREAS WENDEL, geb. 1984 in Feldkirch, lebt in Mountain View, er bringt Autos „das Sehen“ bei.

Wahrscheinlich träumt fast jedes Kind davon, eine spektakuläre Entdeckung zu machen. Das war bei Andreas Wendel nicht anders. Lego-Technik, Elektronik-Baukästen, selbstgebaute Spiele und die Computer seiner älteren Brüder zogen den Dreikäsehoch magisch an. Fragten ihn die Erwachsenen, was er werden wolle, kam die Antwort prompt. „Erfinder“, sagte er, „ich will Erfinder werden.“ Heute kommt seine Arbeit dem „Erfinden“ schon ganz nahe. „Ich

„Alles ist möglich“

versuche Computern beizubringen, Zusammenhänge aus Bildern zu erkennen, diese zu verstehen und darauf richtig zu reagieren“, erklärt Wendel, der seit 2018 als „Senior Staff Software Engineer“ bei „Kodiak Robotics“ angestellt ist. Das US-Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, selbstfahrende Sattelschlepper zu bauen. Wendels Spezial-Gebiet! Wenn der Vorarlberger gerade mal nicht am Computer sitzt, spielt er Trompete. Und zwar beim Nasa International Space Orchestra. Wendel besuchte die HTL Rankweil, studierte an der TU Graz Telematik und schloss mit „Sub auspiciis Praesidentis“ ab.

Von der Berechnung menschlichen Verhaltens CHRISTIAN HILBE, geb. 1981, lebt in Wien, Mathematiker am Institute of Science and Technology (IST) Austria.

Vereinfacht gesagt geht es bei der Spieltheorie um rationales Verhalten in sozialen Konfliktsituationen. Mehrere Menschen befinden sich im Prinzip in einer Spiel-Situation, jeder versucht das Beste herauszuholen. Mit den möglichen Strategien setzt sich Christian Hilbe auseinander. Der Mathematiker forscht am Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg. Sein großes Interesse an der Spieltheorie entstand während des Studiums. „Es geht

um menschliches Verhalten, man kann sich gut hineinversetzen“, erläutert Hilbe, der auch zwei Jahre lang an der US-Eliteuniversität Harvard geforscht hat. Außerdem lasse sich gut interdisziplinär arbeiten. Der 37-jährige Dornbirner schätzt an seiner Arbeit als Forscher, dass er sich innerhalb seines Fachgebiets mit jenen Problemen auseinandersetzen kann, die ihn besonders interessieren. „Außerdem ist internationale Zusammenarbeit möglich.“ Befragt nach weiteren persönlichen Zielen winkt Hilbe ab: „Die Ziele, die ich habe, sind wissenschaftlicher Natur.“

FALCO LUNEAU, geb. 1984, lebt in Partenen, er wagte es, seinen Traum zu leben und ist heute Musiker.

Mit zwölf Jahren übte Falco Luneau unter der Dusche eine Rede für den Grammy Award ein – nur für den Fall, dass er den Musikpreis eines Tages gewinnen würde. Der Bub aus Brand wollte Rockstar werden. Mit 14 sang er zum ersten Mal vor Publikum. „Da wusste ich: Ich will die Welt erobern.“ Aber erst durch ein Schlüsselerlebnis wagte er den Schritt in Richtung Musikkarriere. Auf einer Baustelle sagte ein Kollege zu ihm: „Du bist hier an der falschen Stelle. Du singst den ganzen Tag.“ Er riet dem Montagearbeiter, seine Träume zu leben. Daraufhin machte Falco bei Starmania mit. Diese Show öffnete ihm Türen. Er

wurde Mitglied der Boygroup „jetzt anders“. Die Band war erfolgreich, trotzdem stieg Falco nach einem Jahr aus. „Solche Musik wollte ich nicht machen.“ Durch seine Freundin eröffnete sich ihm die Chance zu einer Karriere in Holland. „Als ich vor 280.000 Menschen sang, dachte ich mir: ,Alles ist möglich.‘“ Musikalisch angekommen fühlte er sich aber noch nicht. Wieder im Ländle begann er deutsche Songs zu schreiben, auch sozialkritische. Daraus ergab sich das Projekt „Brich dein Schweigen“. In dem Videoclip zeigt Falco Jugendlichen mit Gewalterfahrung, wo sie sich Hilfe holen können. Heute fühlt sich der Songwriter angekommen. „Ich mache nur noch positive Musik.“ Mit ihr möchte er einen Grammy gewinnen. Die Dankesrede hat er ja schon einstudiert.

Downhill-Biker mit Kamera-Action

Mit den Händen etwas schaffen

ELIAS SCHWÄRZLER, geb. 1995, lebt in Lingenau, Mountainbiker mit Passion für kreative Videos.

DANIEL VERSLUIS, geb. 1997, lebt in Klaus, Sieger des Bundes-Lehrlingswettbewerb für Tischler.

Die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und das BWL-Studium auf das Abstellgleis gestellt, das hat Elias Schwärzler gemacht, um seiner Leidenschaft zu frönen. Für das Radfahren hatte der Lingenauer schon immer etwas übrig. Als er dann mit dem Mountainbike und Downhill-Virus infiziert wurde, absolvierte er auch erste Rennen. „In Vorarlberg war dieser Sport noch nicht verbreitet. Es gab noch keine offiziellen Strecken und nur wenige, die den Sport ausübten“, schildert der 23-Jährige die Anfänge. Elias Schwärzler war oft in ganz Europa unterwegs, um die coolsten Trails zu finden. Mit dabei war immer seine Kamera, um Erlebnisse festzuhalten. Gemeinsam mit Fabio Studer stellt er seit Jänner 2017 regelmäßig kreative Videoprojekte mit Stunts und Sprüngen ins Netz. Unter „Sick Series“ gibt es inzwischen 68 Episoden und auch eine eigene Bekleidungslinie.

Sein Vater ist der McDonalds-Chef von Vorarlberg, Loek Versluis, aber Daniel gehört zu jenen Söhnen, die sich nicht durch bekannte Väter definieren müssen. Daniel ist selbst ein Erfolgstyp: Bundessieger im TischlerLehrlingswettbewerb der Wirtschaftskammer. Derzeit arbeitet der 21-jährige Klauser an seinem Meisterdiplom als Schreiner. „Ich wollte schon immer etwas mit meinen Händen schaffen“, erinnert sich Versluis an seine Kindheit und seine damaligen Berufswünsche. Dass es der Beruf des Tischlers werden soll, wurde dem Klauser irgendwann während seiner Schulzeit klar. Genau und akribisch sei er immer schon gewesen. Dazu gesellte sich später auch Kreativität. „Das war beim Bundeswettbewerb sehr gefragt“, weiß Versluis. Auch als großer Einzelkönner zählt für ihn besonders der Teamgedanke. „Nur so kommt eine Gesellschaft weiter.“

Vier Marathons am Stück in 23 Stunden KATHRIN SCHICHTL, geb. 1982, lebt in Hohenems, läuft wettkampfmäßig Ultramarathons.

Wenn Kathrin Schichtl einen Marathon von 42 Kilometern gelaufen ist, werden ihre Beinmuskeln erst richtig warm. Ultramarathon heißt ihre Disziplin. Ihr längstes Rennen: Der Jurastein Nonstop Ultratrail in Bayern mit 170 Kilometern Strecke, bei dem sie 2018 in 22 Stunden, 44 Minuten Rang 3 belegte. Da ist vieles Kopfsache, „man muss schon gut damit klarkommen, allein mit seinen Gedanken zu sein“, sagt sie. Für Schichtl, die bei einer Bank arbeitet, geht es aber nicht nur um den Spitzensport. Beim „Lauftreff Hohenems“ bringt sie das Laufen auch Normal-Sportlern näher und organisiert mit ihrem Freund Mathias Galler den Lauf ins Gsohl und den Emser Ultra. In Zukunft will die 36-Jährige es ruhiger angehen und statt Wettkämpfen ganz für sich Läufe in mehreren Tagesetappen wagen. Zum Beispiel von München aus auf die Zugspitze oder einmal rund ums Ländle.

Eine junge Frau, die (sich) viel traut CLAUDIA DREHER, geb. 1999, lebt in Feldkirch, arbeitet als Standesbeamtin in Feldkirch.

„Ja, ich will“, es ist wohl der Satz, den Claudia Dreher in ihrem Berufsleben am häufigsten zu hören bekommt, kein Wunder als Standesbeamtin. Für Verwunderung sorgt die Feldkircherin dann aber wohl eher mit ihren jungen Jahren. Dreher ist erst 20 und damit eine der jüngsten Standesbeamten Österreichs. Eigentlich sollte aber alles anders kommen. Nach bestandener Matura strebte die Feldkircherin eine Karriere als Krankenschwester an: „Blut war dann aber nicht ganz so mein Ding“, wie sie sich eingestehen musste, „aber ich wollte unbedingt mit Menschen arbeiten.“ Und das tut sie jetzt auch. In ihrer Doppelfunktion als Standesbeamtin und Teil des Bürgerservice-Teams in den Bereichen Wohnen und Soziales im Feldkircher Rathaus begleitet sie Menschen in allen Stationen des Lebens: „Von der Geburt zum Eigenheim, zur Hochzeit bis hin zum Tod“, so die Beamtin.


7

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Goldige Berufsaussichten

Sie rückt Wesentliches ins Licht

JACQUELINE HÖRBURGER, geb. 1999, lebt in Riefensberg, ist Service-Staatsmeisterin.

LIDDY SCHEFFKNECHT, geb. 1980, lebt in Wien, bildende Künstlerin mit Unübersehbarkeitsfaktor.

Jacqueline Hörburger zeigte im Vorjahr bei der Staatsmeisterschaft für Lehrberufe im Hotel- und Gastgewerbe groß auf und holte sich die Goldmedaille im Bereich Service. „Da mir beim Wettbewerb ein paar Fehler unterlaufen sind, hätte ich überhaupt nicht damit gerechnet. Ich habe es erst zwei, drei Tage später realisiert“, blickt sie zurück. Bevor die 20-jährige Riefensbergerin mit der Ausbildung im Restaurant „Stuonobach“ in Dornbirn startete, besuchte sie die HAK und wollte eigentlich studieren gehen. „Aber die Schule war ziemlich trocken und ich habe gerne mit Menschen zu tun“, begründet sie ihre „spontane“ Entscheidung, im Gastgewerbe zu schnuppern. Mittlerweile hat die junge Wälderin ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen. Nun wartet die internationale Bühne. Bei den AustrianSkills im kommenden Jahr hat sie als Staatsmeisterin die Chance, ein Ticket für die WorldSkills bzw. die EuroSkills zu lösen.

Zurzeit beschäftigt sich Liddy Scheffknecht mit präkinematografischen Medien und versucht, die Technik des Praxinoskops aus dem 19. Jahrhundert mit aktueller LED-Technik zu verknüpfen. Wie Fotografie und Film überhaupt in die Welt kamen, wie der Sonnenstand unsere Wahrnehmung beeinflusst oder welche Perspektiven dabei im Hinblick auf die Berücksichtigung neuer Techniken einzunehmen sind, davon erzählen ihre Arbeiten. In Vorarlberg wurden sie unter anderem von der Galerie Lisi Hämmerle verbreitet, in Wien lief zuletzt eine Ausstellung in der Galerie Georg Kargl. Nach einem Studium in Paris hat Liddy Scheffknecht ihren Lebensmittelpunkt nach Wien verlegt. Was nicht heißt, dass sie in ihrer Heimat kaum noch anzutreffen ist. Wer den Kunstweg am Bludenzer Muttersberg abschreitet, begegnet einer Installation, mit der sie einen Augenblick festhält oder wiederum Wesentliches ins Licht rückt.

Ein Champion in Sachen Mode ADRIAN WINKEL, geb. 1997, lebt in Lochau, ist bester Verkaufslehrling Österreichs 2018.

Adrian Winkel, im dritten Lehrjahr im Modehaus Sagmeister in Bregenz beschäftigt, holte beim Bundeslehrlingswettbewerb im Oktober den Titel „Junior Sales Champion“ nach Vorarlberg. Der 21-Jährige hatte im Gespräch mit einem Testkunden sein Verkaufstalent unter Beweis stellen müssen. Dabei präsentierte er sich selbstbewusst, kompetent und freundlich. Als Schüler hat Adrian Winkel davon geträumt, Schauspieler zu werden. Seine Mutter meinte jedoch, er brauche ein sicheres Standbein. Wegen seiner Affinität für Mode hat sich der Realschulabsolvent für eine Lehre im Einzelhandel entschieden. Nach dem Abschluss der Lehre möchte er die Matura machen und anschließend Modedesign studieren. „Meine Ausbildung und jetzige Arbeit bereiten mich dafür sehr gut vor“, sagt er. „Ich bekomme ein Gespür dafür, was welchen Personen steht. Dann weiß ich später, für wen ich welche Kleidung entwerfen möchte.“

Er formt den Welterfolg Zurcaroh PETERSON DA CRUZ HORA, geb. 1981, lebt in Götzis, Gründer und Choreograf von Zurcaroh.

Seit zehn Jahren lebt der Brasilianer Peterson da Cruz Hora in Vorarlberg. Ein Auftritt bei der Gymnaestrada hat ihn 2007 ins Land gebracht. Seine Vision von Tanz und Akrobatik hat er in der Folge statt in Brasilien in Vorarlberg mit Zurcaroh umgesetzt. „Pethy“ wie ihn die Mitglieder von Zurcaroh nennen, hat in diesen zehn Jahren Unvorstellbares geschafft. Er hat eine Gruppe von talentierten Hobby-Sportlern und Tänzern geformt, die mit ihren Auftritten weltweit für Furore sorgen. 2018 hat Zurcaroh den endgültigen Durchbruch geschafft – ein zweiter Platz bei America’s got Talent machte die Truppe weltberühmt. Auch 2019 wird „Pethy“ mit seiner Truppe die Welt bereisen und viele Menschen in Europa, Nord- und Südamerika begeistern. Zudem startet Zurcaroh aktuell ein Sozialprojekt in da Cruz Horas Heimat Brasilien, das armen Straßenkindern eine nachhaltige Zukunftsperspektive verschaffen soll.

Ländle-Ass auf dem Weg zur Teamspielerin SABRINA HORVAT, geb. 1997, lebt in Bremen und Höchst, strebt als Fußballprofi große Ziele an.

Schritt für Schritt lautet das Motto von Fußball-Legionärin Sabrina Horvat. Die Höchsterin empfiehlt sich durch ihren hohen Einsatz für den Fußball für immer höhere Aufgaben. Nach ihrer zweijährigen Zeit in Basel wechselte sie im Sommer 2018 in die deutsche Bundesliga zu Werder Bremen. Wie auch bereits in Basel hat sie sich in Norddeutschland gut eingelebt und schnell ihren Platz in der Stammelf erhalten. Mit konstant guten Leistungen hat sich die 21-Jährige auch für das österreichische Frauen-Nationalteam empfohlen. Bei den bisherigen Einsätzen sammelte die Unterländerin wertvolle Erfahrung und ist nun bereit für ihre ersten Spielminuten im rot-weiß-roten Trikot. Das sieht auch Teamchef Dominik Thalhammer so, der seine Spielerin auch in physischer Hinsicht lobt. Damit dürfte Horvat in die Fußstapfen von Jasmine Kirchmann treten, die 2011 die letzte Vorarlbergerin im ÖFB-Team war.

Mit den Hauben des Genusses MILENA BROGER, geb. 1992, lebt in Hittisau, Lech und Bornholm, Haubenköchin.

Die Tester zeigten sich begeistert. „Was Milena Broger aus dieser kleinen und engen Küche auf die Tische schickt, ist – gelinde gesagt – herausragende alpine Küche“, streut der Gault Millau 2019 der 26-jährigen Hittisauerin Rosen. Milena Broger ist seit Dezember 2016 Küchenchefin im Restaurant Klösterle in LechZug. In der aktuellen Ausgabe der Gourmetbibel wurden die Leistungen ihres Küchenteams mit 15 von 20 Punkten und zwei Hauben gewürdigt. Druck macht sich Vorarlbergs erfolgreichste Neueinsteigerin des Jahres deswegen aber nicht. „Ich bin davon überzeugt, dass der Wettkampf zwischen den Köchen mehr kaputt macht als er bringt. In einem Restaurantführer sollte beschrieben sein, was die Leute in dem Restaurant erwartet, der Rang ist dabei zweitrangig“, ist die Zweihaubenköchin überzeugt. Die Bregenzerwälderin gilt als Freistil-Köchin der neuen Generation. In ihrer Biografie sind Aufträge für Toni

Mörwald oder Essig-Papst Erwin Gegenbauer ebenso zu finden wie Einsätze mit Reinhard Gerer oder Luciano Zazzeri, Praktika in Japan oder der Toskana sowie Anstellungen bei Anton Schmaus in Regensburg oder im Almhof Schneider in Lech. Im Sommer holt sich Milena Broger Inspirationen im Restaurant Kadeau auf der dänischen Insel Bornholm. Seit April 2018 ist sie zudem Mitglied im ORF-Kochteam von „Schmeckt perfekt!“.

Gastronom aus Leidenschaft SERAPHIN TSCHOHL, geb. 1993, Tschagguns, Geschäftsführer Posthotel Taube.

„Es ist die Vielfalt, die den Reiz meiner Arbeit ausmacht. Besonders aber sind es die Begegnungen und Gespräche mit täglich neuen Gästen. Speziell ist ebenfalls das Führen der Mitarbeiter als fast Jüngster im Bunde sowie die Verantwortung für das ganze Haus“, erwidert Seraphin Tschohl auf die Frage, was ihn antreibt. Der Tschaggunser hat seit November 2017 die Geschäftsführung des Posthotel Taube in Schruns übernommen. Für das geschichtsträchtige Traditionshotel, das seine Gäste in einem warmen Retrostil begrüßt, hat der junge Geschäftsführer gemeinsam mit den Eigentümern große Pläne: „Wir befinden uns mitten in der Planung für den Umbau des Hotels in naher Zukunft.“ Das „Wirten“ wurde ihm in die Wiege gelegt; seine Familie führt den Montafoner Hof und den Gasthof Löwen in Tschagguns. „Amüsant ist es, wenn Stammgäste von meinen Streichen aus Lausbubenzeiten erzählen“, schmunzelt er.


8 50 Köpfe von morgen

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Sport und Studium als ideale Kombination

In jungen Jahren der Musik verschrieben

ISABEL POSCH, geb. 2000, kommt aus Fußach und studiert mit einem Sportstipendium in Amerika.

LUKAS LUDESCHER, geb. 2000, lebt in Bürs, jüngster Kapellmeister Vorarlbergs.

Der Collegesport in den USA hat eine weitreichende Tradition und Geschichte und diente schon oft als Sprungbrett für eine großartige Karriere. Ob dies im Fall von Isabel Posch in der Leichtathletik oder im Beruf sein soll, darauf will sich die seit Herbst letzten Jahres an der California State University von Fresno im US-Bundesstaat Kalifornien Biochemie studierende Fußacherin nicht festlegen lassen. „Durch die Erfahrungen, die man bei einem Auslandsstudium sammelt, verändert sich die Sichtweise – sowohl als Sportler wie auch als Mensch. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir das durch ihre Unterstützung das ermöglicht haben.“ Neben dem Universitätsabschluss will Vorarlbergs aktuell schnellste Dame aber auch als Leichtathletin in neue Sphären vordringen. Erklärtes Ziel ist in den nächsten Jahren die Teilnahme am Hypomeeting in Götzis.

Der jüngste Kapellmeister Vorarlbergs - über diesen Titel konnte sich Lukas Ludescher unlängst freuen. Von 2016 bis Ende 2018 führte er im Bürserberger Musikverein den Taktstock, bevor er sich für eine Pause entschied, um das Maturajahr erfolgreich zu bewältigen. „Ich kam schon sehr früh mit Musik in Verbindung, da meine Eltern, speziell mein Papa, sehr musikalisch sind“, erzählt Ludescher von den Anfägen. „In der Schule dann habe ich mich gemeinsam mit einem Freund für einen Kapellmeisterkurs entschieden.“ 2015 wurde er vom Bürserberger Verein entdeckt, als er beim Cäciliakonzert in Bürs den Taktstock führte. Musik wird auch nach dem Maturajahr eine große Rolle im Leben des jungen Mannes spielen: „Im November absolviere ich meinen Wehrdienst bei der Gardemusik in Wien. Im Anschluss will ich aller Voraussicht nach etwas mit Musik machen.“

Einsatz für die Gemeinde EGMONT SCHWÄRZLER, geb. 1989, lebt in Krumbach, seit dem Vorjahr als Bürgermeister tätig.

„Seit ich mich erinnern kann, bin ich politisch interessiert“, sagt der 29-jährige Egmont Schwärzler, einer der jüngsten Bürgermeister im Land. Das Amt des Krumbacher Ortschefs hat er seit dem Vorjahr inne, damals war er mit seinen 28 Jahren sogar der neuntjüngste Bürgermeister Österreichs. Der Krumbacher, der als Jurist bei der Firma Pfanner Getränke arbeitet, ist schon seit 2015 in der Gemeindepolitik tätig. Dass es mit dem Aufstieg zum Gemeindechef so schnell ging, damit hat Schwärzler nicht gerechnet. Nachdem der langjährige Bürgermeister Arnold Hirschbühl im Mai 2018 überraschend seinen Rücktritt bekannt gab, wählte die Gemeindevertretung den Jungpolitiker Schwärzler zum Nachfolger. Am Bürgermeisteramt fasziniert Schwärzler die Vielseitigkeit der Aufgaben, wie er sagt. „Und die unterschiedlichen Menschen und Interessen, mit denen man zu tun hat.“

Beim Sportweltkonzern im Fernen Osten

Wegbereiterin der Gründer MAGDALENA MEUSBURGER, geb. 1983, lebt in Bizau, Mitgründerin Startupstube Vorarlberg.

Was in Südafrika begann, hat sich in Dornbirn manifestiert und geht bald in Berkeley weiter: Die Karriere von Magdalena Meusburger. Die 35-Jährige war in Südafrika Teil eines Startups, bei dem es um Dreadlocks ging. Als es 70 Mitarbeiter zählte, wurde es verkauft. Kurz darauf landete sie jedenfalls in Dornbirn, wo sie schließlich zusammen mit Thomas Metzler die Start-up-Stube gründete. Studenten wie Absolventen können sich mit ihrer Idee an das Duo wenden, derzeit werden rund 20 Start-ups unterstützt. Einige Firmen sind mittlerweile bekannt: die Limomacher zum Beispiel, oder das Kräuternest. Magdalena Meusburger gibt sich damit nicht zufrieden, man lernt schließlich ein Leben lang. Von März bis August geht es deshalb für sie an die UC Berkeley, um als Gastprofessorin zu forschen, wie Start-ups Spinn-offs generieren können.

Bei den Euroskills ausgezeichnete Fachkraft MAX MEUSBURGER, geb. 1995, lebt in Höchst, Lehrlingsausbilder (Elektrotechnik) bei Blum.

Max Meusburger ist Lehrlingsausbilder im Bereich Elektrotechnik im Werk Bregenz des weltweit tätigen Höchster Beschlägeherstellers Blum. Im Vorjahr wurde der Höchster Vize-Europameister bei den Euroskills in Budapest, einem europaweiten Wettbewerb für Fachkräfte auf allen Ebenen, die im Bereich industrielle Elektrotechnik tätig sind. Dieser Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt, in den Zwischenjahren geht es um die Weltmeister-

schaft. Max Meusburger hat selbst 2017 eine Elektrotechnik-Lehre bei Blum mit Auszeichnung abgeschlossen. Zuvor besuchte er dreieinhalb Jahre die HTL in Bregenz, Fachrichtung Elektrotechnik. „Derzeit werden bei Blum 56 Lehrlinge in diesem Fach in modernst eingerichteten Lehrwerkstätten ausgebildet, wobei die Kapazität nicht ausgeschöpft ist. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf Automation und Prozessleittechnik“, so Meusburger. Das große Hobby von Max Meusburger ist die Musik. Er ist Schlagzeuger in der Band „Rheinstone“.

Forschergeist mit viel Ehrgeiz FLORIAN GLÖCKLHOFER, geb. 1989, Bregenz, derzeit London, erfand eine neue Polymer-Sorte.

MARKUS MORENT, geb. 1979, lebt in Seoul, leitet Adidas Südkorea.

Der Lebenstraum von Markus Morent war es immer, eine gewisse Zeit in einer Metropole zu leben. Vor rund fünf Jahren ergab sich für den gebürtigen Schwarzacher die Möglichkeit, die Leitung von Adidas Südkorea zu übernehmen. Dort hat er die Verantwortung für rund 800 Mitarbeiter in 100 Retail Stores des Weltkonzerns in der Neun-Millionen-Einwohner Metropole Seoul. „Meine Frau und ich waren sofort Feuer und Flamme“, sagt der 39-Jährige. Dort bringt Morent im Projekt „mi-dream coach“ Kindern die Begeisterung und die positiven Aspekte für Sport und Bewegung näher. „Meine Überzeugung ist, dass man

mit Sport das Leben positiv beeinflussen kann“, erklärt Morent. „Adidas lebt dieses Motto und ich will meinen Teil dazu beitragen.“ Nach diesem Motto versuche er selbst zu leben und vor allem es anderen Menschen zu vermitteln. Trotz der großen Distanz zu seiner Heimat stellt der Vorarlberger viele Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen fest: „Zum Beispiel die atemberaubende Landschaft und die liebenswerten Menschen.“ „In Korea zu leben bedeutet, viel und hart zu arbeiten, das bringt die koreanische Kultur so mit sich“, erklärt Morent. Nichtsdestotrotz versucht er, so oft wie möglich seinem Hobby, nämlich dem Surfen, nachzugehen und die Zeit mit Freunden zu genießen.

Florian Glöcklhofer ist Chemiker aus Leidenschaft. Kein Weg ist ihm zu weit, um ein Ziel zu erreichen. Das brachte dem an der TU Wien tätigen Bregenzer mittlerweile nicht nur ein begehrtes Stipendium am Imperial College in London ein, sondern auch Lorbeeren für eine ganz besondere Erfindung. In vierjähriger Arbeit entwickelte Glöcklhofer eine vielversprechende Polymer-Sorte. Dabei geht es um sogenannte S-PPV-Polymere, die

sich für unterschiedlichste Anwendungen eignen, bislang jedoch als technisch kaum herstellbar galten. Vom Forschergeist getrieben, wagte sich Florian Glöcklhofer mit einem Team an dieses schwierige Unterfangen und ließ sich auch von Rückschlägen nicht beirren. Tatsächlich gelang es ihm, einen kostengünstigen Syntheseweg für dieses Polymer, das als weniger giftig und bioverträglich gilt, auf Schiene zu bringen. Vor Kurzem wurde das Herstellungsverfahren patentiert. Polymere werden unter anderem für Solarzellen und LEDs verwendet.

Aerodynamisch dank Klostertaler Know-how PHILIPP BRÄNDLE, geb. 1986, lebt in Brackley (GB), sorgt für windschnittige Formel-1-Autos.

Seit knapp sechs Jahren ist Philipp Brändle beim Formel-1-Team von Mercedes angestellt. Der 32-Jährige aus Klösterle kümmert sich mit seinen Kollegen der Aerodynamik-Abteilung darum, dass die Autos des amtierenden Weltmeisters aus aerodynamischer Sicht keine Hundertstel verlieren. „Wir sorgen dafür, dass wir die Performance der Autos bestmöglich auf die Strecke bringen.“ Nachdem er zu Beginn seiner Tätigkeit bei

Mercedes die Teile des Autos mitgestaltet hat, analysiert der Vater eines einjährigen Sohnes teils auch an der Rennstrecke die entsprechenden Daten. „Ich liebe meinen Job und sehe es als Privileg, für Mercedes arbeiten zu dürfen.“ Die Grundlage dafür schuf er sich mit der Ausbildung an der HTL Rankweil und dem Studium an der TU München. Für die Zukunft kann sich der Klostertaler vorstellen, eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Trotz reiseintensivem Job lässt er es sich nicht nehmen, gemeinsam mit seiner Familie regelmäßig das Ländle zu besuchen.


9

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

„Wow, du zeigst es den Männern“ ELISABETH KUSTER, geb. 1994, lebt in St. Gallenkirch und ist in einem Männerberuf erfolgreich.

Schon als Mädchen wusste Elisabeth Kuster, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters Michael treten möchte. Sie absolvierte im elterlichen Betrieb die Lehre zum GWH-Installateur. In der Berufsschule zeichnete sie sich durch beste Noten aus. Im Schweißen war sie so gut, dass der Lehrer zu ihr sagte: „Wow, du zeigst es den Männern.“ Nach der Gesellenprüfung absolvierte sie die HTL. Die oftmalige Klassenbeste bekam für ihre Diplomarbeit eine Eins und erhielt dafür den „Special Young Scientist Energy Award 2018“. Kuster gelang es, sich in dem Männerberuf durchzusetzen. Aber es war nicht immer einfach. „Manche Kollegen nahmen mich nicht für voll. Einer fragte mich, was ich auf der Baustelle tun würde. Er meinte, ich gehöre in die Küche.“ Aber Kuster ließ sich dadurch nicht beirren. Denn: „Ich weiß, was ich kann.“ Deshalb scheut sie sich auch nicht davor, einmal den 14-MannBetrieb ihres Vaters zu übernehmen.

Fleisch als wertvoller Rohstoff FRANZISKA BACHMANN, geb. 1993, lebt in Röthis, ist ausgezeichnete Metzgerin.

Mit Poesie die Bühne rocken INES STROHMAIER, geb. 2001, lebt in Riezlern, mit Poetry Slam zum Nach(t)denken.

Drei Hauben-Küche im Hochgebirge

Ines Strohmaier zählt trotz ihres zarten Alters zur Spitzenklasse ihres Genres und heimste auch schon mehrere Titel ein. Allein im Vorjahr absolvierte die Kleinwalsertalerin 60 Auftritte. Die 17-jährige Gymnasiastin hat zweifellos Bühnentalent und versteht es, mit ihren Poetry-Slam-Texten das Publikum zu begeistern. Die junge Frau hat Power, sie sprüht vor Kreativität und verfügt über eine künstlerische Ader. Gemeinsam mit Ivica Mijajlovic hat sie vor zwei Jahren die Plattform „Allgäu Slam“ gegründet.

MAX NATMESSNIG, geb. 1988, lebt in Lech, erkochte drei Hauben für Schualhus in Lech-Zug.

Der Chef ’s Table in der Roten Wand im Lecher Ortsteil Zug hat seit seiner Eröffnung für Furore in der Gourmetszene gesorgt. Hausherr Joschi Walch konnte ebenso wie Küchenchef Manuel Grabner für Konzept und Küche Auszeichnungen entgegennehmen. Nach Grabners Abschied waren die Anforderungen an Walch wie auch an Grabners Nachfolger hoch. Walch ist es gelungen, einen ganz besonderen Chef an den Arlberg zu locken. 2016 entdeckte er am Chef ’s Table at Brooklyn Fare in New York einen jungen niederösterreichischen Koch. Seit 2017 steht Max Natmessnig nun als Chef im Rote Wand Schualhus hinter Herd und Theke und konnte im aktuellen Gault Millau 18 von 20 Punkten (drei Hauben) erkochen. Vor dem Schualhus arbeitete er im 3-Sterne-Tempel Oud Sluis in den Niederlanden, bis zum Chef ’s Table at Brooklyn Fare hat er sich in nicht einmal zehn Jahren gekocht.

Hinter der zarten Person steckt ein tiefsinniger sensibler Mensch, der sich bis spät in die Nacht alle möglichen Gedanken macht. Als Resultat daraus entstand ihr erstes Buch, das den bezeichnenden Titel „Nach(t)denken“ trägt. In ihrem Erstlingswerk veröffentlicht Ines Strohmaier 26 ihrer Lieblingstexte – mit einem weiten Themenspektrum, das von Liebe und Tod, Politik und Gesellschaft bis hin zu sozialkritischen Auseinandersetzungen reicht. Unter ihrer Feder verwandelt sich die Lyrik, wie es sich für eine Poetry-Slammerin gehört, zu rhythmischen Wort-Rhapsodien, die auch – oder vielleicht sogar vorwiegend – Erwachsene faszinieren.

Seit Franziska Bachmann als Metzgerin arbeitet, isst sie weniger Fleisch. „Das eigene Handwerk leidet“, scherzt sie. Am Geschmack ihrer Fleischerzeugnisse liegt es nicht, dass die 25-Jährige privat selten zur Wurst greift. 2017 zeichnete sie sich beim Bundeslehrlingswettbewerb als Beste ihres Fachs aus und wurde 2018 mit dem „Best Of Talent“-Preis geehrt. Erst nach der Matura und einem Abstecher auf die Uni entschied sich Franziska Bachmann für die MetzgerLehre, die sie 2017 abschloss. Zurzeit arbeitet sie in der Metzgerei Walser in Feldkirch. Dass sie in einer Männerdomäne gelandet ist, macht ihr nichts aus. Nur die Voreingenommenheit ihrer Mitmenschen gegenüber dem Metier stört sie: „Viele finden es makaber, dass ich tote Tiere zerlege.“ Dabei erinnert die tägliche Arbeit Franziska Bachmann daran, Fleisch als wertvollen Rohstoff zu betrachten, den sie selten, aber mit Genuss konsumiert.

Keine Angst vor den ganz Großen ALEXANDER AMANN, geb. 1983, lebt in Diepoldsau, vertritt 6000 Schweizer VW-Dieselfahrer.

Mit 20 Jahren Chefin auf der Staufenalpe LAURA WOHLGENANNT, geb. 1997, lebt in Dornbirn, Alpwirtin und Chefrezeptionistin.

Vergangenen Sommer begrüßte eine neue Wirtin die Wanderer auf der Staufenalpe. Laura Wohlgenannt hatte mit erst 20 Jahren die Alpe übernommen, unterstützt von den Eltern und Freund Richard. Ein Kontrastprogramm für die junge Dornbirnerin, die nach der Ausbildung zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin zuletzt als Rezeptionistin in London gearbeitet hatte. Diesen Winter leitet sie in einem Fünf-Sterne-Hotel im Ötztal als Chefrezeptionistin ein Team, in dem alle außer ihr über 30 sind. „Die größte Herausforderung war, mir den Respekt der Kollegen zu erarbeiten“, berichtet sie. Im Sommer kehrt sie auf die Alpe zurück. Ihr langfristiges Ziel: „Noch viel von der Welt sehen.“

Dass Anwälte mit Robin Hood verglichen werden, kommt eher selten vor. Alexander Amann aus Hohenems ist es in einem Zeitungsporträt gelungen. Der 35-Jährige hat es mittlerweile zum Partner der Liechtensteiner Anwaltskanzlei Schwärzler geschafft. Als solcher steht er für 6000 Schweizer vor Gericht; er vertritt sie im Dieselskandal gegen VW. In Vorarlberg dürfte man ihn und seine Kanzlei als Vertretung der Geschädigten im Finanzskandal um ISB kennen. Auch vor Prozessen mit Credit Suisse und Lebensversicherungen schreckt Alexander Amann nicht zurück. Privat lässt er es hingegen harmonisch angehen: Amann wohnt mit Frau und Tochter in Diepoldsau, fährt Motorrad und macht Sport.

Für ihn geht‘s hoch hinaus ANDREAS BECHTOLD, geb. 1997, lebt in Rankweil, bester Spenglerlehrling Österreichs.

Schon früh war für Andreas Bechtold klar, dass ihn sein Berufsweg auf die Baustelle führen wird. Seine Wahl fiel schließlich auf eine Lehre als Dachdecker und Spengler bei der Firma Entner-Dach. Dass er damit die richtige Entscheidung getroffen hat, zeigte sich dann schnell, denn er gehört zu den Besten seiner Zunft. Nach dem 2. Platz beim Landeslehrlingswettbewerb setzte Bechtold sich beim Bundesfinale Ende 2017 gegen 16 Bewerber durch und wurde zum besten Spenglerlehrling Österreichs gekürt. Die Vorzüge seines Berufes liegen für den Rankweiler auch jetzt als Geselle klar auf der Hand: „Jede Baustelle ist anders und ist somit immer eine neue Herausforderung.“ Auch privat verfolgt er derzeit ein Ziel, bei dem ihm sein handwerkliches Talent wohl nicht ganz ungelegen kommt: „Demnächst möchte ich mir durch einen Zubau bei meinem Elternhaus den Traum von einer eigenen Wohnung erfüllen.“


10 50 Köpfe von morgen

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Die Straße als unerschöpfliche Quelle der Inspiration MICHAEL KREYER, geb. 1995, lebt in Bregenz, ist der beste Nachwuchsfotograf des Landes.

Während er für manche ein notwendiges Übel darstellt, ist er für Michael Kreyer Inspiration: sein täglicher Weg zur Arbeit. „Die meisten Ideen finde ich auf der Straße“, erzählt der 23-Jährige. Michael Kreyer ist Fotograf. Nach der Matura entschied sich der Bregenzer für die Lehre zum Berufsfotografen. „Ich wollte von echten Profis lernen“, begründet er seinen Entschluss, eine zweijährige Ausbildung im Studio Fasching in der Landeshauptstadt zu absolvieren.

Mit der Sprühdose zum Erfolg

Dass Michael Kreyer auch selbst das Zeug zum Profi hat, zeigte sich schnell. 2017 kürte er sich im Bundeslehrlingswettbewerb zum besten Nachwuchsfotografen des Landes. 2018 wurde er mit der „Best Of Talent“-Auszeichnung geehrt. Mittlerweile holte sich Michael Kreyer vom ÖSV-Superstar bis zum Handwerker von nebenan die unterschiedlichsten Menschen vor die Linse. Aktuell befindet sich Michael Kreyer in der Gründungsphase seines eigenen Unternehmens. Bevor es richtig losgeht, steht für den jungen Kreativen im Mai eine längere Reise in die USA auf dem Programm.

Aus dem Montafon zu mehreren Millionen Fans ALEXANDER BITSCHNAU, geb. 1979, lebt in Silbertal, erfolgreicher Unternehmensgründer.

Facebook war das erste soziale Medium, das Alexander Bitschnau während eines Entwicklungshilfeprojekts kennenund schätzen lernte, um einfach und unkompliziert den Kontakt zu Freunden und Bekannten zu halten. Schnell war ihm klar, welch große Bedeutung soziale Medien in der Zukunft haben würden und so erstellte er seine ersten eigenen Seiten. 2011 gründete er die Social-Media-Plattform Made My Day. „Montagmorgen: Beim Gäh-

nen in der Dusche fast ertrunken. Leben am Limit“ – einer der Sprüche, mit denen Bitschnau und sein Team Millionen von Menschen im Netz den Tag versüßen. Das Unternehmen betreibt mittlerweile mehrere reichweitenstarke Facebook-Seiten (4,5 Millionen „Likes“), Instagram-Accounts und YouTube-Kanäle, auf denen Bilder mit knackigen Sprüchen für Erheiterung sowie witzige oder auch lehrreiche Videos für Unterhaltung sorgen. Alle Kanäle zusammen haben über zwölf Millionen Abonnenten. Made My Day ist unter den Top 40 der meistabonnierten YouTubeKanäle in Deutschland.

DOMINGO GERONIMO MATTLE, geb. 1995, lebt in Bregenz, erfolgreicher Graffiti-Künstler.

Domingo Geronimo Mattle begann seine künstlerische Laufbahn als Breakdancer im Alter von acht Jahren. Vier Jahre später gewann er den ersten Preis in der Kategorie „Jugendliche und Kids“ bei der Breakdance-Weltmeisterschaft. Es folgten Auftritte für international bekannte Musiker wie Aloe Blacc, Rapper Kool Savas oder Oliver Pocher. Auch auf heimischen Bühnen wie dem Szene Openair oder dem FM4 Frequency ist Mattle bereits aufgetreten. Als er 2010 mit seiner Vorarlberger Formation „Prodigy Crew“ für einige Zeit nach New York ging, traf er auf Mr. Wiggles, eine Legende in der Hip-Hop-Szene.

Es geht Schritt für Schritt

Dieser hat den Vorarlberger in der Graffiti-Kunst stark beeinflusst. Außerdem wurde er in die amerikanische Organisation „Universal Zulu Nation“ aufgenommen, die in den ersten Jahren des HipHop eine zentrale Rolle spielte und Gewalt in den Straßen der Bronx positiv entgegen wirkt. Vor einem Jahr konzipierte der Künstler seine ersten Ausstellungen in New York, Toronto und Hongkong. Im Magazin4 in Bregenz entwickelte er die Schau „Less Perfection More Beauty“ und zeigte einen Überblick über seine Werke. Auch Jugendprojekte liegen dem 23-Jährigen am Herzen. Erst kürzlich unterstützte er die Neueröffnung des Jugendhauses Graf Hugo mit einer Kunstaktion. Die Devise des Künstlers: „Auch Vorarlberg kann cool sein, es muss nicht L.A sein“.

Schulen im Ausland aus Liebe zur Sprache

FELIX BECK, geb. 2001, lebt in Rankweil, Torhüter beim Dornbirner EC und EC Bregenzerwald.

JORUNN SOPHIA FELDER, geb. 2001, lebt in Bludenz, Gymnasiastin mit Sprachaffinität.

Es geht behutsam, aber konsequent voran. Felix Beck, Torhütertalent aus Rankweil, macht in der Karriere Schritt für Schritt. Rankweil, VEU, Dornbirn und der SC Rheintal waren die Stationen im Nachwuchs. Beim EC Bregenzerwald bekommt er aktuell regelmäßig Spielzeit, beim Dornbirner EC darf er mittrainieren und als Backup Erstligaluft schnuppern. In den Nachwuchs-Nationalteams ist der 17-jährige Handelsschüler eine fixe Größe, wurde zuletzt beim Vier-Nationen-Turnier in Lettland als Bester seines Fachs ausgezeichnet. Erstmals aufs Eis ging es mit drei Jahren. Papa Alex prüfte die Tauglichkeit mit gezielten Schüssen Richtung Helm, der Junior blieb davon unbeeindruckt. Nach einigen Trainings stand fest: Es muss die Torhüterposition werden. Seither lebt Felix den Traum aller Eishockeycracks: den von der NHL.

Die Liebe zur Sprache wurde Jorunn Sophia Felder in die Wiege gelegt. Da die Familie der Bludenzerin aus Deutschland kommt, hat sie von klein auf zwischen Hochdeutsch und Dialekt gewechselt. „Mir macht das Sprachenlernen viel Spaß“, erklärt die 17-Jährige. Das führte die BG-Bludenz-Schülerin im Winter 2018 für einen Monat an eine Schule nach Valencia. „Um eine Sprache fließend zu sprechen, muss man sie in dem jeweiligen Land erlernen.“ Nach einem Monat kam ihr die hohe Sprechgeschwindigkeit nicht mehr so „spanisch“ vor. Dieser Aufenthalt trug auch Früchte. Jorunn Sophia Felder zeigte 2018 beim Bundesfremdsprachenwettbewerb Sprachmania mit einem ersten Platz in Spanisch groß auf. Derzeit lebt sie in Paris, um Französisch zu lernen. „Wenn ich künftig meinen Beruf mit den Sprachkenntnissen verbinden könnte, wäre das perfekt.“

Einfach nur ein guter Arzt sein PATRICK CLEMENS, geb. 1981, lebt in Bregenz, Strahlentherapeut, Studienbetreuer, LKH Feldkirch.

Sein Ziel ist es, für seine Patienten ein guter Arzt zu sein. Dafür tut Patrick Clemens alles, denn sein Klientel sind die schweren Fälle: Menschen mit Krebs, manche schon dem Tod nahe. Neben der Praxis ist ihm deshalb die Wissenschaft wichtig, die ihm neue Erkenntnisse für eine noch bessere Begleitung der Patienten liefert. Unter anderem hat Clemens in der Abteilung für Strahlentherapie die Musiktherapie für onkologische Patienten eingeführt. Derzeit betreut er eine österreichweite Studie, die sich mit der Ernährung von Krebspatienten befasst. Sie ist ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung, da diese Patienten dazu neigen, Gewicht zu verlieren und dadurch eine schlechtere Prognose haben. Ebenso hat sich Clemens als Begründer des Turnusärztekongresses eingebracht. Viel Engagement, das Rückhalt braucht, den ihm seine Frau und die drei Kinder schenken.

Mit schöner Stimme auf großen Bühnen CORINNA SCHEURLE, geb. 1991, lebt unter anderem in Berlin, Mezzosopranistin.

Wer im März nach Berlin fährt, kann sie an der Staatsoper in „Babylon“ von Jörg Widmann sehen. Daniel Barenboim dirigiert. Unter ihm überzeugte Corinna Scheurle bereits in einer kleinen, gesanglich anspruchsvollen und dramaturgisch wichtigen Rolle in „Medée“ von Cherubini. In „Kopernikus“ von Claude Vivier kam wiederum ihr Engagement für das neue Musikschaffen zum Ausdurck. Im „Figaro“ der Bregenzer Festspiele hat sie als Marcellina begeistert. Ihre ersten Bühnenerfahrungen machte Corinna Scheurle schon vor Jahren beim Musiktheater Vorarlberg in Götzis. Sie zog bereits kurz nach dem Schulabschluss nach Berlin. Neben dem Tanz, dem sie sich ebenfalls intensiv widmete, nahm das Singen die wichtigere Rolle ein. Mittlerweile kann sie auf erfolgreiche Wettbewerbsteilnahmen zurückblicken und ist auch auf der Konzertbühne zu erleben.


11

Donnerstag, 7. Februar 2019 Vorarlberger Nachrichten

Ein echter Rohdiamant mit ehrgeizigen Zielen

Psychiatrie mit Raum für Eltern und Kind

JOEL SCHWÄRZLER, geb. 2006, lebt in Hard, zählt zu den größten Tennistalenten Österreichs.

MARITA FUCHS, geb. 1988, lebt in Göfis, leitende Psychologin der Erwachsenenpsychiatrie.

Vater Matthias spielte selbst einmal auf der ATP-Tour und die Freude und Begeisterung für den Tennissport wurde Joel Schwärzler praktisch in die Wiege gelegt. Im abgelaufenen Jahr stellte der seit wenigen Tagen 13 Jahre alte Schützling des TC Hard sein Talent mit zalhreichen Spitzenresultate bei Turnieren der Tennis Europe Tour und dem Titel-Doppelpack bei den ÖTV-U-12-Meisterschaften in der Halle und im Freien mehr als eindruckvoll unter Beweis. Verdienter Lohn war die Auszeichnung zu Österreichs Nachwuchstennisspieler des Jahres. Bezüglich seiner Karriereentwicklung hat der in Johannesburg (Südfrika) geborene klare Vorstellung. Nach Beendigung der Mittelschule Hard will Schwärzler an das Sportgymnasium Dornbirn wechsel und die nächsten Schritte in Richtung europäische Spitze setzen. „Mein Traum ist es, eines Tages zu den Top 50 der Weltrangliste zu gehören.“

Als stationsführende Psychologin in der Erwachsenenpsychiatrie des LKH Rankweil kümmern Marita Fuchs nicht nur die Krankheiten ihrer Patienten. Sie sorgt auch dafür, dass Familien durch eine seelische Krise eines Elternteils nicht zusätzlich leiden, weil sie auseinandergerissen werden. Auf ihre Initiative hin wurde im Oktober 2018 auf der Station ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet. Hier können Mütter, aber auch Väter genesen und trotzdem mit ihrem Kind zusammensein. Auf diese Weise geht die Bindung nicht gänzlich verloren und Belastendes lässt sich gemeinsam verarbeiten. In zwei Fällen hat sich das Angebot schon bewährt. „Die Mütter waren sehr dankbar für diese Möglichkeit“, berichtet Marita Fuchs. Die freie Praxis, die die Klinische und Gesundheitspsychologin in Göfis führt, ist eine Art Ausgleich zu ihrer fordernden Arbeit im Krankenhaus.

Quantenphysiker mit Umweltgedanken PAUL DREHER, geb. 1991, lebt in San Sebastián, wurde von „Oesterreichs Energie“ ausgezeichnet

Paul Dreher wurde für seine Forschungen im vergangenen September von „Oesterreichs Energie“, der Interessenvertretung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft, ausgezeichnet. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten widmet sich der gebürtige Dornbirner der Untersuchung von atomaren Strukturen und elektromagnetischen Eigenschaften bestimmter Materialien. Praktische Relevanz hat seine Forschung etwa im Bereich von Stromspeichersystemen und Quantencomputern. Nach dem Studium in Wien und in Innsbruck zog es den 27-Jährigen in das spanische San Sebastián, wo er seine Doktorarbeit in Nanowissenschaften schreibt. Weil Paul Dreher neben Physik auch Umweltmanagement studiert hat, interessiert ihn besonders der Aspekt der Nachhaltigkeit: „Ich hoffe, dass ich mein Wissen im Bereich der erneuerbaren Energien anwenden kann.“

Einmal Stuntman in einem Bond-Film sein MAX HÄUSLE, geb. 1993, lebt in Rankweil, startet Karriere als professioneller Stuntman.

In der Volksschule hat Max Häusle gerne James-Bond-Filme angeschaut. Sehr gerne auch die zusätzlichen Videos zum Dreh. Fasziniert haben ihn die Stuntmen. Früh stand für ihn fest: Das will ich einmal machen. Zielstrebig arbeitete er darauf hin, beim Turnverein oder beim Sport-Management-Studium. Letzteres ermöglichte es ihm, die Sportanlagen der Universität kostenlos zu nutzen, dort hat er vier Jahre für die Aufnahme ins British Stunt Register trainiert. Es hat sich gelohnt. Häusle steht kurz vor dem Bachelor und seit einem halben Jahr ist er Mitglied des renommierten Registers. Parallel hat er seine Karriere vorangetrieben unter anderem hat er in Michael Herbigs Ballon, als Stuntman mitgewirkt. Weitere Anrufe sind schon eingetroffen, etwa von einem Stunt-Koordinator der Bond-Filme. Es geht nicht um Bond. Aber der Traum „Einmal Stuntman in einem BondFilm sein“ ist etwas näher gerückt.

Mit Sprachen von klein auf in Kontakt KATHARINA HERBURGER, geb. 2000, lebt in Lustenau, Medizinstudentin und Sprachentalent.

Aufgewachsen ist Katharina Herburger in einer sprachaffinen Familie. Ihre Mama und Oma haben schon früh angefangen, mit ihr und ihren Geschwistern englisch und französisch zu sprechen. Auf verschiedensten Reisen konnte sie dann ihre Kenntnisse üben. „Wenn man eine Sprache kann, lernt man unglaublich viel.“ Ihr Talent und Können hat die Leseratte öfters unter Beweis gestellt. Beim Vorarlberger Fremdsprachenwettbewerb 2018 hat sich die Lustenauerin in Englisch und Französisch bei freien Reden, Diskussionsrunden und spontanen Rollenspielen auf den ersten Platz katapultiert. Bei der WIFISprachmania belegte sie den zweiten Platz in Französisch. Inzwischen studiert die 18-Jährige in Innsbruck Medizin und könnte sich vorstellen, ihr Studium und ihr Sprachtalent beruflich zu kombinieren. „Seit ich in Südafrika bei einem Hilfsprojekt war, überlege ich, bei Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten.“

Musiktalent mit großen Zielen FIDELIS RÜMMELE, geb. 2008, lebt in Wien, erfolgreicher Geigenspieler.

Der Dornbirner Fidelis Rümmele (11) hat bereits im Alter von fünf Jahren seine Leidenschaft für das Geigenspiel entdeckt. Zahlreiche erste Preise mit Auszeichnungen hat der talentierte Musiker beim Musikwettbewerb „Prima la Musica“ in seinen jungen Jahren schon abgestaubt. Im letzten Jahr folgte mit der „Goldenen Note“ der International Music Foundation (IMF) eine weitere hohe Auszeichnung, die sich der Schüler in seiner neuen Heimat Wien in der Altersgruppe bis zehn Jahre erspielte. Mit diesem Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, werden alljährlich die besten Nachwuchsmusiker Österreichs in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Im Rahmen der IMF-Gala im März dieses Jahres darf Fidelis Rümmele im Wiener Konzerthaus auf der Bühne stehen und Mozarts Violinkonzert Nr. 3 in G-Dur mit Orchester spielen. Seit dem vergangenen Jahr lebt der Elfjährige gemeinsam mit seiner Familie in Wien. Als

jüngster Student wurde das Musiktalent außerdem in die Hochbegabtenklasse der Kunstuniversität Graz aufgenommen. Bald steht für den erfolgreichen Musiker ein weiteres Konzert-Highlight auf dem Programm. Der Dornbirner wurde nämlich ausgewählt, in diesem Februar beim „Rising Stars“-Konzert der Kunstuniversität Graz zu spielen. Das große Ziel des talentierten Jungmusikers ist es, „irgendwann einmal ein berühmter Solist zu werden“.

Bindeglied zwischen Theorie und Praxis THOMAS FRÖIS, geb. 1987, lebt in Sulz, Texible GmbH, Founder and CEO (seit 2016).

Innovative Ansätze hören sich zwar in der Theorie oftmals gut an, in der Praxis schaut es jedoch mitunter anders aus. Das von Thomas Fröis in Hohenems gegründete Start-up Texible setzt an diesem Punkt an. Der Wirtschaftsingenieur führt neu entwickelte Textilprodukte zur Marktreife, indem er, wie er es nennt, „Out of the Box“ denkt und mit Quereinsteigern und anderen Branchen zusammenarbeitet. Der 31-Jährige fungiert dabei als Bindeglied zwischen den Textilforschern an Unis und kleinen zusammengeschlossenen Stickereien. Als Sohn eines Textilunternehmers verschlug es den Sulner während seines berufsbegleitenden Bachelorstudiums zum Forschungsinstitut für Textilchemie und -physik. Die erste Idee, die aus Praxis und Theorie geboren wurde, war, Konzepte für mit Sensoren ausgestattete Textilien zu entwickeln. Im November wurde Fröis mit dem Jungunternehmer-Award ausgezeichnet.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
50_Koepfe by Russmedia Digital GmbH - Issuu