Skip to main content

50_koepfe_2010

Page 1

50 Kรถpfe von morgen

VORARLBERGER NACHRICHTEN

2010


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

50 Köpfe von morgen E3

VORARLBERGER NACHRICHTEN

Vorarlberger mit großer Zukunft Sie haben Ideen, Visionen und auch den nötigen Ehrgeiz, um sie zu verwirklichen. Sie sind erfolgreich, talentiert – und alle sind Vorarlberger. Sportler und Politiker, Künstler und Wissenschafter, Ärzte,

50 Köpfe von morgen.

Forscher, Manager, Sozialarbeiter oder Handwerker. Man darf daher erwarten, dass sie auch in den kommenden Jahren unsere gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wesentlich mitgestalten werden.

Die VN präsentieren mit dieser Ausgabe bereits zum vierten Mal die „50 Köpfe von morgen“. 50 Menschen, die die Zukunft in Vorarlberg und über die Landesgrenzen hinaus entscheidend mitprägen werden.

Kreativ und clever, nicht nur jung und dynamisch Maximilian Lang, geb. 1986, lebt in Bregenz und Wien, überrascht bühnenreif als Dramatiker. Maximilian Lang war noch kaum richtig flügge, da hatte er schon als Dramatiker einen Namen. Dass der Bregenzer schreiben kann, ist den Leitern des Theaters Kosmos nicht nur aufgefallen, man setzte vor ein paar Jah-

ren auch sein Stück „Herbst und Winter“ um. Kreativität und wie sie im Alltag verkümmert, war das Thema, das Publikum ließ sich begeistern, das Fernsehen zeichnete die Produktion auf. Inzwischen hat der Autor einige Kurzgeschichten veröffentlicht, widmet sich dem Studium und selbstverständlich dem Schreiben. Ein weiterer Bühnentext ist fertig. Im April steht die Uraufführung in Bregenz an. „Völlerei“, so der Titel, verweist nicht nur auf eine Sünde, sondern auch auf einen klugen, üppigen Beginn einer Laufbahn. ##Christa Dietrich-Rudas##

Jung an Jahren und doch schon so reif Georg Margreitter, geb. 1988, lebt in Linz, ist seit drei Jahren bei LASK Linz unter Vertrag und inzwischen der jüngste Kapitän in der Bundesliga. In Linz beginnt’s – für den Montafoner Georg Margreitter hat dies eine doppelte Bedeutung. In der Stahlstadt unterschrieb der 21-Jährige seinen ersten Fußball-Profivertrag, in Linz lernte der Tschaggunser auch seine „Herzdame“ kennen. Das Tennisturnier führte Margreitter und Tamira Paszek zusammen, seither führen die beiden Vorarlberger eine Sportlerbeziehung, die auch auf die Telefonkosten drückt. Für den Fußballer Margreitter gab es trotz seiner Jugend schon viel Lob. Viele haben den Verteidiger schon mit dem jungen Bruno Pezzey verglichen. Denn trotz seiner Jugend beweist der

U-21-Teamspieler schon sehr viel Reife. Nicht zuletzt deshalb durfte er im Herbst als bislang jüngster Spieler in der Bundesliga die Kapitänsbinde überstreifen. Auch im U-21-Team ist der Vorarlberger der verlängerte Arm von Teamchef Andreas Herzog. Aufgewachsen am Fuße der Montafoner Berge, zerschliss er seine ersten Fußballschuhe für den FC Schruns. Sein Weg führte dann über die heimische Fußball-Akademie nach Linz, wo er im Alter von 17 Jahren und 263 Tagen sein Debüt in der Bundesliga (gegen RB Salzburg) feierte. Bisheriger Höhepunkt seiner jungen Karriere war das Mitwirken bei der U-19-EM-Endrunde im eigenen Land.

Andrea Kaufmann, geb. 1969, lebt in Dornbirn, Landesrätin ÖVP. Andrea Kaufmann war gerade bei Freunden, als an einem Samstagabend im September 2009 ihr Handy läutete. Dieser Anruf hatte es freilich in sich: Landeshauptmann Herbert Sausgruber persönlich fragte an, ob es sich die vierfache Mutter denn grundsätzlich vorstellen könnte, Landesrätin zu werden. Sie habe bis zum nächsten Tag Bedenkzeit. „Ich war baff, ich sagte, vorstellbar sei alles.“ Einen Tag später nahm die Dornbirnerin das Angebot an, nach einer recht schlaflosen Nacht – und ist seither Landesrätin für Kultur, Wis-

senschaft und Bildung. Auch wenn die landespolitische Ebene neu sein mag, ist die Diplomvolkswirtin bereits eine routinierte Politikerin: Die Tochter des langjährigen Nationalratsabgeordneten Wolfgang Blenk war mit 25 Jahren Stadträtin in Dornbirn – die jüngste in ganz Österreich. Trotz all der Politik ist die einstige Mitarbeiterin der Controlling-Stabstelle der Raiffeisenbank Bludenz per Eigendefinition vor allem – ein Familienmensch. „Familie bedeutet mir alles“, sagt die vierfache Mutter, „das ist das Wichtigste im Leben.“

Zwei Söhne und zwei Töchter wollen entsprechend betreut sein, die Landesrätin kann sich dabei auf Mutter und Schwiegermutter verlassen: „Ich befinde mich in einer absolut priviligierten Position. Hätte ich diese Unterstützung nicht gehabt, hätte auch meine Karriere anders ausgeschaut.“ Andrea Kaufmann maturierte an der HLW Rankweil, studierte ab 1989 Volkswirtschaftslehre an der Uni Konstanz – und arbeitet derzeit an ihrer politikwissenschaftlichen Disseration an der Uni Innsbruck.

Unternehmer mit viel Mut

Augenmerk auf sportlichen Aktivurlauber Manuel Bitschnau, geb. 1975, Tourismusmanager, lebt in Bartholomäberg. Mit 18 Jahren ging’s für Manuel Bitschnau hinaus in die Welt, genauer nach Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort absolvierte der junge Montafoner ein BachelorStudium in Hotel- und Tourismusmanagement. Zurück in Europa verbrachte er einige Jahre in Südfrankreich und machte als „PendlerStudent“ an der Privatuni von Monaco seinen Master in Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Infotechnologie. Mit dem Ausbildungsrüstzeug im Gepäck ging’s im Jahr 2000

Die Aufsteigerin in der Politik

heim ins Montafon und an die praktische Tourismusarbeit, zunächst bei der AktivparkGmbH. „Der Reiz war, eine moderne Freizeiteinrichtung mit attraktiven Inhalten zu schaffen.“ Seit fünf Jahren ist der 35-Jährige nun Chef der Schruns/Tschagguns-Tourismus-GmbH. Dabei legt Manuel Bitschau „den Fokus auf die stetige Weiterentwicklung des Ganzjahrestourismus“. Aktuelles Beispiel dafür ist das Hotel- und Hallenbadprojekt auf dem Aktivpark-/ Alpenbad-Areal.

Oliver Mösslang, geb. 1970, Unternehmer, lebt in Dornbirn. Vor sieben Jahren hat Oliver Mösslang gemeinsam mit einem Mitarbeiter begonnen, Fahrräder zu fertigen. Heute verkauft der Unternehmer mit mittlerweile 16 Mitarbeitern am Standort Dornbirn seine hochwertigen Bikes in sieben Ländern. „Kraftstoff“ liefert jährlich 2000 Fahrräder aus – Tendenz steigend. Der Mut des Firmengründers wird belohnt. Die Nachfrage nach den Qualitäts-Fahrrädern „made in Vorarlberg“ ist groß. Vertrieben werden die Bikes von 60 Händlern. Neben dem Hauptsitz in Dornbirn will Mösslang in den nächsten ein bis zwei Jahren eigene Shops aufbauen. Im Vorarlberger

Oberland und in Innsbruck hat die Suche nach geeigneten Standorten bereits begon-

nen. Damit setzt der Unternehmer auch hinkünftig auf Wachstum.


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

E4 50 Köpfe von morgen

VORARLBERGER NACHRICHTEN

Verwaltungs-Expertin mit Rhythmus im Blut Marion Plaikner, geb. 1976, lebt in Götzis, Leiterin Vorarlberger Verwaltungsakademie. Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren leitet die 33-jährige Dr. Marion Plaikner die bei Schloss Hofen angesiedelte Verwaltungsakademie des Landes. Zusammen mit dem Gemeindeverband und dem Land Vorarlberg koordiniert die frühere Referentin des ehemaligen Landesstatthalters Hans-Peter Bischof die Ausbildung für Gemeindemandatare und Verwaltungsbedienstete – und stellt Inhalte und Programme zusammen.

Weiter Erfolg in der Region Michael Haller, geb. 1971, lebt in Mellau. Mag. Michael Haller tritt in große Fußstapfen. Bald schon wird er den Vorstandsvorsitzenden der Bregenzer Sparkasse Peter Mennel beerben. Jener Mennel, der die Sparkasse Bregenz aus den Niederungen des Bankgeschäftes in lichte Höhen geführt hat. „Natürlich sind das große Fußstapfen“, gibt der Mellauer zu. „Aber ich freue mich ungemein auf meine künftige Aufgabe und werde alles tun, dass wir den Erfolg des Instituts weiterführen bzw. noch mehren können“, formuliert Haller sein ambitioniertes Ziel. Ehrlichkeit, Offenheit und Handschlagsqualität zählt der 38-Jährige zu seinen positiven Charakterzügen. Und damit will er die Bank weiterhin als guter Partner für regionale Kunden positionieren. „Wir bleiben bei unserem Kerngeschäft und wollen zusätzlich

den Bereich Private Banking aufbauen“, gibt Haller die Strategie vor. Was er für sich persönlich vorgenommen hat: „Meine Bürotür soll wie bisher für alle Mitarbeiter offen bleiben. Mir ist bewusst, dass du nur mit einem starken Team und guter Kommunikation erfolgreich sein kannst.“ Sportsmann Haller (mit Schwerpunkt auf Skifahren und Joggen) hat sich auch angewöhnt, „Probleme offen anzusprechen“. Das, so sagt er, habe er von Peter Mennel besonders gelernt.

Gastronom mit Leidenschaft Mario Wilfinger, geb. 1972, lebt in Weiler. Die Liste der Gastronomiebetriebe von Mario Wilfinger und seiner Familie ist lang. Zu den 15 Betrieben mit 150 Mitarbeitern zählen unter anderem drei Lokala im Cineplexx Hohenems (Kohldampf, Kuba Bar und Kangoo‘s Pub) sowie das

##Klaus Hämmerle##

Bowling Center in Lauterach. Die Liebe zur Gastronomie wurde dem 37-Jährigen in die Wiege gelegt. Denn seine Eltern machten sich 1986 in der Gastronomie selbstständig. Doch reine Gastronomie war der Familie zu wenig. So spezialisierten sie sich auf Unterhaltungsgastronomie und sind mit dieser sehr erfolgreich. Als Grund dafür nennt Wilifinger den guten familiären Zusammenhalt und die Risikobereitschaft für neue Ideen – wie zum Beispiel das Bowling-Center. Dieses brachte nicht nur ein neues Lokal nach Vorarlberg, sondern auch eine neue Sportart.

Engagement im Luxushotel Axel Pfefferkorn, geb. 1974, Hoteldirektor, lebt in Lech am Arlberg.

Parteisprecher in Wien

Alexander Lutz, geb. 1971, lebt in der Bundeshauptstadt und an Wochenenden in Frastanz. Ein Vorarlberger in der SPÖBundesparteizentrale, noch dazu in führender Position? Einzigartig! Alemannen sind in der Wiener Löwelstraße eine Seltenheit. Doch Alexander Lutz ist eine Ausnahme, er ist Chef des sozialdemokratischen Pressedienstes und damit für die Parteikommunikation nach innen und nach außen zuständig. Durch Zufall sei er nicht in die Position gekommen; immerhin sei ja auch sein Vater Franz (SPÖ-Landesgeschäftsführer) schon immer in der Partei tätig gewesen. Aber der Weg war lang: Lutz kam nach Wien studieren, arbeitete ne-

Nebst ihrer hauptberuflichen Tätigkeit leitet die Verwaltungs-Expertin die „West Austrian Musical Company“ WAMCO. Ein junges Ensemble, dass sich einmal wöchentlich zur Weiterbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel trifft. Mittlerweile gehören namenhafte Musicals wie Hair, West Side Story oder Jesus Christ Superstar zum fixen Repertoire der Truppe. „Das ist mein Herzensprojekt, auch wenn es sehr zeitintensiv ist“, betont die 33-Jährige.

benbei als Kellner und landete später bei der PR-Agentur „Ecker und Partner“; dort betreute er Bauunternehmen. Bei der SPÖ werkte er zwischendurch in Wahlkampfzeiten, bis es ihn zur Landesorganisation nach St. Pölten verschlug. Seit 2008 bemüht er sich nun in der Löwelstraße, der Partei zur bestmöglichen Presse zu verhelfen. Einfach ist das nicht immer, doch Lutz hat eine dicke Haut und einen langen Atem. „Mittelfristig“ will er freilich zurück nach Vorarlberg, wo er heute nur an Wochenenden bei Frau und Kind in Frastanz weilt. ##Johannes Huber##

„Jeder Tag ist ein neues Abenteuer.“ Direktor Axel Pfefferkorn, seines Zeichens Gastgeber in der Arlberger Nobelherberge Aurelio, ist sich seiner Funktion als Chef des Fünf-Sterne-Tempels mit 19 luxuriösen Zimmern und Suiten bewusst. „In einem Haus auf höchstem Niveau mit dieser geringen Zahl von Zimmern ist ein ausgeprägter persönlicher Service für den Gast gefragt“, lächelt der gelernte Tourismuskaufmann. Das nötige Rüstzeug für den Job an der Spitze des Luxushotels hat sich Pfefferkorn nicht nur bei Aufenthalten in Jamaika, Bangkok sowie Singapur und auf den Bermudas geholt. Auch jene 17 Jahre, in denen er an der Seite seines Vaters die Gastronomie im Hotel Pfefferkorn gemanagt hat, haben ihn geprägt. Nicht umsonst fungiert Pfefferkorn

auch als Vorsitzender des Tourismusbeirates der Gemeinde Lech. ##Anton Walser##

Manuel Honeck, geb. 1989, lebt in Altach und ist Profi bei ADEG Erstligist SC Austria Lustenau. Die Musik erfüllt sein Elternhaus, der Glaube gibt ihm Kraft – und auf dem Fußballfeld ist er Leidenschaft pur. Und spätestens seit dem 24. Oktober 2010 spaltet Manuel Honeck die Vorarlberger Fußballfans. Denn ausgerechnet der Altacher sorgte im brisanten Derby zwischen dem SCRA und Austria Lustenau mit zwei Traumtoren für die Entscheidung zugunsten der „Grün-Weißen“. Und das ausgerechnet in der „Höhle des Löwen“, in der cashpoint-Arena. Wie Phönix aus der Asche ist der Stürmer im vergan-

genen Herbst aus dem „Niemandsland“ emporgestiegen. Wenig Spektakuläres hatte die Karriere des 20-Jährigen bislang zu bieten. Im Nachwuchs spielte er für Altach, in weiterer Folge genoss Honeck die Ausbildung der Fußballakademie in der Mehrerau, ehe er wieder nach Altach zurückkehrte. Doch niemand empfahl den schmächtig wirkenden Angreifen dem neuen Trainer, Adi Hütter, und so griff der „Erzfeind“ aus Lustenau zu. Die Austria bot einen Dreijahresvertrag und hegt nun ihr „Schnäppchen“.

Seelsorge in der Fremde Johannes Sandor, geb. 1979, Priester, lebt in Bregenz.

Für 65 Lehrlinge zuständig Gerhard Spieler, geb. 1971, lebt in Höchst und ist Lehrlingsausbilder bei Alpla in Hard. „Ich will der sein, der unsere Lehrlinge in guten und in schlechten Zeiten begleitet und der ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Denn der Umstieg von der Schule in die Arbeitswelt ist eine schwierige Zeit.“ So beschreibt Gerhard Spieler, Ausbildungsleiter bei der Firma Alpla in Hard, sein Verhältnis zu den Lehrlingen. Er ist dort für 65 Lehrlinge zuständig, die in insgesamt sieben Lehrberufen, beispielsweise als Kunststofftechniker, aber auch als Zerspanungstechniker oder Konstrukteure ausgebildet werden. Sein tiefer Einblick in das Wesen der Lehre kommt nicht zufällig. Denn Gerhard Spieler hat selbst gleich zwei Lehren absolviert.

Phönix aus der Asche

Am Beginn stand eine Bäckerlehre. Da er diesen Beruf wegen gesundheitlichen Problemen nicht ausüben konnte, startete er bei Alpla eine Lehre als Werkzeugmacher, und dort ist er bis heute geblieben. Nach einer Tätigkeit in der Fräserei stieg er auf die Lehrlingsausbildung um, die er seit 2006 erfolgreich leitet.

Geboren wurde er 1978 in Rumänien, 20 Kilometer von Bacau entfernt, das liegt an der Genze zu Moldawien. Dass er eines Tages im Westen helfen würde, den Priestermangel auszugleichen, hätte sich der junge Johannes Sandor wohl nicht träumen lassen. Verhielt es sich doch zunächst umgekehrt. Sandor besuchte ein Knabenseminar in Iasi. In der Universitätsstadt im Nordosten Rumäniens hat er zwei Jahre Philosophie studiert und dann drei Jahre Theologie in Rom. Sein Studium in Rom hat die missio in Bregenz St. Kolumban bezahlt. Schon bald sollte Sandor Gelegenheit finden, die Unterstützung zurückzugeben. Im September 2005 kam er nach Vorarlberg. Er arbeitete erst in Lochau, dann in Nofels, seit 2007 als Kaplan in Bregenz St. Gallus. Heute betätigen sich neun Priester aus Rumänien in Vorarlberg. Ohne sie wäre flächendeckende Seelsorge undenkbar. Auch wenn sich Sandor und seine Kollegen erst an die westliche Mentali-

tät gewöhnen mussten: „Rumänien ist ein orientalisches Land. Das gilt auch für die Kirche: Was Geheimnis ist, soll Geheimnis bleiben. Der Vorarlberger dagegen versucht, alles zu begreifen.“


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

50 Köpfe von morgen E5

VORARLBERGER NACHRICHTEN

„Versuche, Eros herauszukitzeln“ Rafaela Pröll, geb. 1970, lebt und arbeitet als Fotografin in Wien – und immer mehr in New York. „Ich bin die Frau Schau“, sagt Rafaela Pröll. „Wie ein Musiker Töne hört, die andere nicht hören, sehe ich Dinge, die andere nicht sehen.“ Daher ist die 39-Jährige Fotografin; und zwar eine der erfolgreichsten vom Boden- bis zum Neusiedlersee. Zuletzt hat sie mit erotischen Bildern der TV-Moderatorin Doris Golpashin von sich reden gemacht; die Aufnahmen erschienen im vergangenen Jahr im „Wiener“. Pröll fotografiert nicht einfach so dahin: „Ich versuche, Eros und Sex herauszukitzeln. Ein Bild muss dich schließlich fangen.“ Einzigartige Fotos hat die gebürtige Harderin auch schon von Benni Raich und Markus Rogan gemacht; und zwar nicht auf der Skipiste oder in einer Schwimmhalle,

sondern in einem Stundenhotel etwa. Allein das Shooting mit Raich dauerte acht Stunden. Pröll ist in dieser Zeit voll bei der Sache: „Meine Assistenten müssen mir dann den Rücken freihalten.“ Modefotografie zählt zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit. „Salamander“, „Don Gil“ und „Jello“ zählen zu ihren Kunden. Einmal wollte sie auch Landeshauptmann Herbert Sausgruber dafür gewinnen, für eine Modestrecke bereitzustehen: „Er ist wahnsinnig fesch und hat ein markantes Gesicht.“ Schlussendlich ließ sich Sausgruber zu Porträtfotos überreden. Ihr Studio hat Pröll in einem ehemaligen „Huber Trikot“Lokal am Wiener Rudolfsplatz; immer öfter wird sie aber auch zu Terminen nach New York gerufen. ##Johannes Huber##

Vorarlbergs jüngster Maturant PR im Land des Lächelns Stefan Huber, geb. 1992, lebt in Lustenau. Der mittlerweile 17-jährige Stefan Huber hat im vergangenen Jahr seine Matura mit 16 Jahren abgeschlossen – mit Auszeichnung, versteht sich. Damit war der Lustenauer Vorarlbergs jüngster Maturant. Wie das überhaupt möglich ist? Ganz einfach: Weil er in der Schule zu wenig gefordert war, durfte er zwei

Klassen überspringen. Stefan Huber hat in der Zukunft Großes vor. Derzeit absolviert er in der Marketingabteilung beim Roten Kreuz in Feldkirch noch seinen Zivildienst, bevor er in Innsbruck Physik und technische Mathematik studieren und anschließend seinen Traumberuf Physiker ausüben will. ##Sabrina Stauber##

Bernhard Hagen, geb. 1980, internationaler PR-Berater, lebt in Dornbirn und Schanghai. China ist die aufstrebende Wirtschaftsmacht des neuen Jahrtausends. Unternehmen aus der ganzen Welt versuchen, im „Land des Lächelns“ Fuß zu fassen. Der PRBerater Mag. Bernhard Hagen hat den Trend erkannt und sich mit seiner Agentur auf Pressearbeit in China und Europa spezialisiert. „Viele westliche

Firmen fangen erst an, sich mit PR in China zu beschäftigen, weshalb das Interesse an professionellen Presseaussendungen groß ist“, meint Hagen, der eng mit dem Expertennetzwerk des Swiss Center Shanghai zusammenarbeitet. Nach mehreren Auslandsaufenthalten wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit.

Künstlerin mit tragender „Gestalter“ für Lebensräume und „schlagender“ Rolle Thomas Lampert, geb. 1972, lebt in der Montfortstadt Feldkirch.

Dynamik und Innovation Joachim Heinzl, geb. 1971, WISTO-Geschäftsführer, lebt in Bludenz. Dr. Joachim Heinzl gilt als Mann scharfsinniger und präziser Analyse. Schließlich ist in seinem Job effektive Handlungskompetenz gefragt. Dementsprechend voll Elan geht der 38-jährige promovierte Wirtschaftswissenschafter seine neue Aufgabe als Geschäftsführer der Wirtschaftsstandort Vorarlberg Betriebsansiedlungs GmbH (WISTO) an. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Stärkung der Innovationsdynamik im Land.

„Gestalten und bewegen.“ – Darin gilt Thomas Lampert als Geschäftsführer der zur Lebenshilfe zählenden Einrichtung Sunnahof in Tufers bei Göfis als Profi. Lampert, der seine Arbeit bei der Lebenshilfe 1991 als Zivildiener startete und sich beim Aufbau der einstigen Fachwerkstätte und nunmehrigen Manufaktur Oberland einen Namen machen konnte, gilt als einer, der mit viel Einfühlungsvermögen und Einsatz an das

Thema Menschen mit Behinderung herangeht. ##Anton Walser##

Stammzellen auf der Spur Nicolas Zech, geb. 1973, lebt in Bregenz, verheiratet, eine Tochter. Er hat Tage und Nächte in Forschungslabors verbracht und kann nun ernten, was er säte. Denn jetzt ist Nicolas Zech nicht nur stellvertretender ärztlicher Direktor von neun IVF-Zentren, sondern auch Universitätsdozent an der Medizinischen Universität Graz, wo sich der erfolgreiche Arztsohn aus Bregenz vor Kurzem habilitiert hat. Schon mit 18 wusste Nicolas Zech, was er wollte. Sein Aus-

gangspunkt: Wenn Zellen die Fähigkeit haben, aus einem Embryo einen erwachsenen Menschen zu machen, müssen sie auch mehr können. Heute gibt es bereits über achtzig therapeutische Optionen. Für Zech ist Blut das Gold der Zukunft. Er meint, die Bereithaltung von Eigenblut müsste ein Teil der Vorsorge werden. An der Umsetzung dieser seiner Vision arbeitet er in der Heimat.

Anna Maria Hepberger, geb. 1987, lebt in Vandans, spielt und unterrichtet, Schlagzeugerin. Ihr Können wurde bereits vergoldet, das heißt mit einem edlen Leistungsabzeichen bewertet, Anna Maria Hepberger beherrscht aber nicht nur das feine Stabspiel und das kräftigere Rhythmusgeben, sie vermittelt ihre Musikkenntnisse bereits in Musikschulen und im Rahmen der Jugendarbeit bei der Harmoniemusik in Eschen. Interessant ist, dass die Musikerin über konträre Instru-

mente zu ihrem eigentlichem – dem Schlagwerk – fand, nämlich als Kind auch Geige und Klavier spielte. So richtig in Fahrt gebracht wurde Anna Maria Hepberger, als einmal ein Zirkus in ihrem Heimatort gastierte. Als Mitglied des Sinfonischen Blasorchesters Vorarlberg zählt sie zu den absoluten Könnern am Instrument, denen eine tragende Rolle in großen und kleinen Formationen zukommt. ##Christa Dietrich-


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

50 Köpfe von morgen E7

VORARLBERGER NACHRICHTEN

Ein echter Rohdiamant

Matthias Brändle, geb. 1989, lebt in Hohenems und bestreitet sein Debütjahr als Radprofi. Für den 20-Jährigen ging Ende des letzten Jahres ein Traum in Erfüllung. Als dritter Vorarlberger Radsportler erhielt der Hohenemser beim spanischen ProTour Team Footon-Servetto einen Profivertrag. Nicht erst seit diesem Zeitpunkt dreht sich beim Absolvent der HTL für Kunststofftechnik al-

les um den Radsport. Mit zahlreichen Spitzenplätzen im Nachwuchs bzw. der U23-Klasse und dem 14. Gesamtrang bei der Österreich-Rundfahrt 2009 hat sich der Rohdiamant bereits einen Namen in der internationalen Szene gemacht. Und der soll noch besser werden – mit Topleistungen bei den geplanten Einsätzen bei der Tour de France, dem Giro oder der Vuelta.

Jugendarbeit für Migranten Hilal Iscakar, geb. 1979, Jugendarbeiterin, lebt in Hohenems. Die Geschäftsführerin des Vereins Offene Jugendarbeit Hohenems kam 1979 in Feldkirch zur Welt. Sie heißt Hilal Iscakar, hat das BORG besucht und später dann in Innsbruck Psychologie studiert. Mit 30 Jahren will sie nun ihre türkische gegen die österreichische Staatsbürgerschaft vertauschen. „Ich lebe hier, ich arbeite hier.“ Es ist einfach Zeit. In ihrem Hohenemser Jugendzentrum überwiegen die Migranten. Für Hilal wäre es insgesamt „so wichtig“, dass in jedem Team wenigstens eine Person mit migrantischem Hintergrund arbeitet.

„Sie kennt Kultur, Sprache und Hintergründe der türkischen Jugendlichen.“ ##Thomas Matt##

Viel Einsatz im Paradehotel Johannes Pfefferkorn, geb. 1983, lebt in Lech am Arlberg.

Hochbegabt mit kräftigem Anschlag Hanna Bachmann, geb. 1993, lebt in Röthis, begeistert ihr Publikum als Pianistin. Mit den Begriffen „hochbegabt“ und „Star-Talent“ gehen Musikfachleute sorgsam um. Wenn Hanna Bachmann am Flügel sitzt, kommen die Worte jedoch zum Einsatz. Die junge Vorarlbergerin hat auf Landes- und Bundesebene schon zahlreiche Preise bekommen und schnitt auch bei internationalen Wettbewerben bereits sehr gut ab.

„Das Zeug zur großen Künstlerin“ wurde ihr erst jüngst nach einem Auftritt in ihrem Heimatort Röthis attestiert, aber auch aus Wien kamen vergleichbare Wertungen. „Kraftentfaltung“, „schöner Ausdruck“, „Anschlagskultur“ heißt es in Kritiken. Schon als kleines Kind hat Hanna Bachmann mit dem Klavierspiel begonnen. Sie

Mit Durchblick in die Politik

Reinhold Einwallner, geb. 1973, lebt in Hörbranz, Landesgeschäftsführer der SPÖ. Reinhold Einwallner (36) ist ab März der neue Landesgeschäftsführer der Partei – und politisch bereits ein bekannter Mann. Der in Bruck an der Mur Geborene – der im Übrigen mit 19 nach Bregenz kam – war in den Jahren 2004 und 2009 Abgeordneter zum Bundesrat. Wie legt er seine neue Tätigkeit an? Nun, er werde das Profil der SPÖ schärfen und eine politische Stimme sein. Der Vater einer zehnjährigen Tochter wuchs „in einem politischen Elternhaus“ auf, engagierte sich früh bei der Jungen Generation. Er ist in der Tat ein Mann

mit Durchblick: Im Zivilleben ist Einwallner selbstständiger Optikermeister in Bregenz.

besucht das Musikgymnasium und das Landeskonservatorium in Feldkirch und fährt zudem alle zwei Wochen nach Wien, um sich als Meisterschülerin bei Florian Krumpöck oder Barbara Moser zu perfektionieren. Der große Bereich der Romantik ist in den letzten Jahren das Zuhause der jungen Pianistin; Chopin und Schu-

mann zählen zu jenen Künstlern, mit deren Kompositionen sie sich nun am liebsten beschäftigt. Selbstverständlich hat die junge Interpretin auch große Vorbilder. Demnächst wird sie mit dem Jugendsinfonieorchester Dornbirn auftreten. Als Solistin wird Hanna Bachmann aber wohl noch viele Podien erobern. ##Christa Dietrich-Rudas##

Power-Frau und Mutter Christine Schwarz-Fuchs, geb. 1974, Geschäftsführerin, lebt in Dornbirn. Christine Schwarz-Fuchs hat gleich zwei Herausforderungen zu meistern. Da wäre zum einen, ein Unternehmen in einer allgemein schwierigen Phase auf Erfolgskurs zu halten. Als Geschäftsführerin der Buchdruckerei Lustenau (BULU) mit 80 Mitarbeitern ist ihr dies im Vorjahr bestens geglückt. Im Vergleich zu anderen in der Branche hat die moderne Druckerei mit einer 97-jährigen Firmengeschichte ein gutes Jahr hingelegt und ist dank der innovativen Ideen der Unternehmerin auch für die Zukunft gerüstet. Die zweite Herausforderung

Begeisterung für die Hotelbranche als solche und großes Engagement im Familienbetrieb. Diese Charaktereigenschaften werden Johannes Pfefferkorn (27) in Lech nachgesagt. Gemeinsam mit seinem Vater Paul

ist nicht weniger spannend. Als Mutter von zwei Kindern steht die Power-Frau auch außerhalb des Manager-Jobs im Mittelpunkt.

Pfefferkorn managt der Junghotelier und diplomierte Tourismuskaufmann seit November 2005 das Romantikhotel Krone im Herzen der Arlberggemeinde. Bei diesem Paradehotel handelt es sich nicht nur um eines der besten am Platz: Der Name Krone wird in gewichtigen Geschichtsbüchern nämlich bereits 1741 erstmals erwähnt. Die nötige Energie tankt der engagierte Junggastronom sowohl beim Spiel auf diversen Golfplätzen als auch beim Wandern in der Gebirgswelt am Arlberg. ##Anton Walser##

Vom Lehrling zum Manager Sasha Petschnig, geb. 1979, lebt in Dornbirn, Produkt- und Projektmanager bei Franke-Hard. Den akademischen Grad eines Magisters (FH) und zwei Mastergrade hat Sasha Petschnig erworben. Der internationale Projektmanager bei der Firma Franke in Hard ist ein Beispiel für „Kariere mit Lehre“. Er absolvierte jeweils mit Auszeichnung Lehren als Großhandels- und Bürokaufmann, machte die Studienberechtigungsprüfung und bildete sich seither im In- und Ausland erfolgreich weiter. Derzeit absolviert er das Doktoratsstudium an der Universität in Leeds/England. Sein Motto lautet: „Wer aufhört besser zu werden, hört auf,

gut zu sein.“ Für Franke ist er weltweit unterwegs, u. a. war er 2009 monatelang in Dubai.


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

E8 50 Köpfe von morgen

VORARLBERGER NACHRICHTEN

Mit guten Schuhen auf der Erfolgsspur Karin Winsauer, geb.1988, und Robert Winsauer, geb. 1980, Schuhdesigner, leben in Dornbirn. Mac3Medi. Auch eine derartige Buchstaben-Zahlenkombination kann eine Erfolgsformel sein. Ist sie definitiv für das Geschwisterpaar Karin und Robert Winsauer. Die Kinder des ehemaligen HEAD-Mitarbeiters Andreas Winsauer schufen einen Gesundheitsschuh dieses Namens und befinden sich seitdem auf einer unglaublichen Erfolgswelle. Orthopädietechniker, Sanitätshäuser und Ärzte outeten das 200 Gramm leichte Fortbewegungsobjekt als be­ sonders wohltuend für die Füße. Jetzt haben die Winsauers einen Segelschuh konzipiert. Und auch dieses Produkt schickt sich an, ein Renner zu werden. Besonders in Deutschland. Das Erfolgsgeheimnis der Winsauers?

„Harte Arbeit und das Bemühen, beim Service und beim Vertrieb perfekt zu sein“, lacht die erst 22-jährige Karin. Dass bei derartigen Erfolgen großer Einsatz erste Bürgerpflicht ist, versteht sich von selbst. Das kleine Familienunternehmen arbeitet auf Hochtouren, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Mittlerweile exportieren die Winsauers ihre Schuhe in alle Welt. Dass gesundes Schuhwerk nicht unbedingt teuer sein muss, beweist die Preisliste für den Mac3Medi: Die Schuhe kosten zwischen 60 und 130 Euro. „Im Hochpreissegment bewegen wir uns nicht“, so Karin. Wirtschaftliches Ziel der Winsauers für dieses Jahr: Ein Umsatz im Bereich von 10 Millionen Euro. ##Klaus Hämmerle##

Aus dem Hobby-Handballer Ein Meister seines Faches Benjamin Poredos, geb. 1988, lebt in Lustenau, wurde ein Vollblut-Profi Weltmeister im CNC-Drehen. Lucas Mayer, geb. 1983, lebt in Bregenz und holte als Handball-Teamspieler Rang neun bei der EM. Es ist so etwas wie eine Bilderbuchkarriere, auf die Lucas Mayer verweisen kann. Seit seinem Wechsel vom Stammverein Lustenau zu A1 Bregenz kletterte der 27-Jährige auf der Erfolgsleiter ständig empor. In seinem zweiten Punktspiel für Bregenz im September 2006 übersprang der Linkshänder etliche Stufen: Von der Württembergischen Landesliga (6. Spielklasse) landete er in

der Champions League – und das innert drei Monaten. Doch dies war nur ein großer Schritt, denn der Absolvent der Fachhochschule für Innenraumdesign machte sein Hobby zum Beruf. Vorläufiger Höhepunkt nach drei Meistertiteln im Bregenz-Trikot war der großartige Auftritt mit dem ÖHB-Männerteam bei der EURO 2010, wo sich Österreich mit Rang neun in die Weltelite einreihte.

Der 22-jährige Benjamin Poredos ist ein Meister seines Faches. In Hallein löste der junge Blum-Mitarbeiter mit dem Staatsmeistertitel sein Ticket für die Berufsweltmeister-

schaften in Calgary/Kanada, wo er sich im vergangenen September die Gold-Medaille im CNC-Drehen holte. Der Lustenauer hat bei Blum die Lehre zum Zerspanungs­ techniker absolviert und ist nach wie vor dort beschäftigt. Derzeit macht er die Berufsmatura, später will er studieren. Ob im wirtschaftlichen oder im technischen Bereich, weiß er noch nicht. Doch eines steht fest: „In dieser Branche will ich bleiben.“

Satteinser bewahrt das Gourmet-Koch erobert Welt Gedächtnis der Welt Michael Wolf, geb. 1984, lebt in Sluis/NL, Sieger des Kochwettbewerbes „Europas junge Wilde“. Die Koch-Leidenschaft von Michael Wolf hatte ihre Anfänge schon in der Kindheit. Da habe er seiner „Mama gerne beim Kochen geholfen“. Der Schwarzenberger absolvierte im Romantikhotel Hirschen in Schwarzenberg die Lehre und arbeitete dann in europäischen Spitzen-Restaurants. 2009 wurde Wolf beim KochWettbewerb „Europas junge Wilde“ zum besten Koch des Kontinentes gekürt. Derzeit stellt der 25-Jährige sein Kön-

nen bei 3-Sterne-Koch Sergio Hermann im Old Sluis in Holland unter Beweis.

Peter Erhart, geb. 1973, Stiftsarchivar, lebt in St. Gallen. Lässt er die bombensichere Stahlbetontür hinter sich, betritt der Satteinser Historiker eine versunkene Welt: Urkunden, denen Karl der Große persönlich sein Siegel aufgedrückt hat, Goldbullen von Friedrich II., Trauerpost von der Hand Maria Theresias – das St. Galler Stiftsarchiv zählt zu den bedeutendsten der Welt. Seit Monaten steht es unter Vorarlberger Leitung. Die St. Galler haben Peter Er-

hart ihr Schmuckstück anvertraut, dessen unvergleichbaren Kern 800 Urkunden aus der Zeit von 720 bis 920 ausmachen. Dies ist der größte Bestand dieser Art nördlich der Alpen. So bestaunen überirdisch jährlich Hunderttausende die barocke Pracht der St. Galler Stiftsbibliothek, während im Keller das Gewissen der Welt schlummert, bewahrt von Peter Erhart. ##Thomas Matt##

Lebensfreude und Weisheit vermitteln

Aus Trümmern wieder eine Welt aufbauen

Carolina Fink, geb. 1976, Tänzerin, lebt in Wolfurt.

Ilse Simma, geb. 1980, Caritas-Auslands-Expertin, lebt in Wien.

„Tanzen ist Bewegung mit Körper, Seele und Geist“, fasst Carolina Fink das, was sie selbst antreibt, zusammen. Dass die Tänzerin, Choreografin und Pädagogin damit auch Lebensfreude und Weisheit vermittelt, haben jene erkannt, die einige der vielen Produktionen, die sie bislang ins Leben rief oder in deren

Rahmen sie selbst auf der Bühne stand, gesehen haben. Die Vorarlbergerin hat an der Musikuniversität in Wien, am Mozarteum in Salzburg und an der Universität in Granada studiert und sich unter anderem in Indien weitergebildet. „Ich komme eigentlich von der Musik her“, beschreibt sie ihren Werdegang. Der Tanz

war die logische Folge. In den letzten zehn Jahren sind zahlreiche Eigenproduktionen entstanden. Darunter sind einige Beiträge für internationale Festivals und auch Tanzprojekte, die im öffentlichen Raum verwirklicht wurden und somit ein breites Publikum erreichen konnten. Die immense Vielfalt, die der Tanz bietet, und wie Musik und Tanz uns erst in Bewegung und damit lebendig erhalten, gibt sie als anerkannte Pädagogin unter anderem an verschiedenen Schulen und bei Arbeiten im Rahmen von Schülerproduktionen oder Integrationsprojekten weiter. Seit sich die Tanzschaffenden in Vorarlberg vernetzt haben, sind sie in der Öffentlichkeit noch etwas präsenter. Die mehrfach ausgezeichnete Carolina Fink hat wesentlichen Anteil daran und steht demnächst wieder – etwa in Hard – auf der Bühne. ##Christa Dietrich-Rudas##

Natürlich, sie hatte die Bilder x-fach über Internet, Zeitungen und TV konsumiert. Und doch fuhr sie dann sprachlos die von Ruinen gesäumten Straßen von Portau-Prince entlang. Bis zum Frühsommer wird die Bregenzerin Ilse Simma in Haiti im Dienst der Caritas Aufbauhilfe leisten. Das wollte sie immer. Es war ihr Lebenstraum. Einmal in einem Katastrophengebiet mit anpacken zu dürfen. Dabei hat die Bregenzerin in Wien Jus studiert und einige Monate in Moskau Russisch gelernt. Jetzt zieht sie jeden Morgen die Caritas-Jacke über, holpert stundenlang durch überfüllte, aufgerissene Straßen nach Leogame oder an den Rand der Hauptstadt, kümmert sich um die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten. Oder um den Aufbau jener 500 Zelte, die

aus Vorarlberg nach Haiti gesandt wurden. Bald beginnt dort die Regenzeit. Dann ist für Wochen Sturm angesagt. Und viele Hunderttausend sind noch immer obdachlos.

Ilse Simma hat gesehen, was das Erdbeben angerichtet hat. „Das geht einem irrsinnig nah.“ Und sie hat ihren persönlichen Schluss daraus gezogen – sie hilft. ##Thomas Matt##


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

50 Köpfe von morgen E9

VORARLBERGER NACHRICHTEN

In jedem jungen Menschen die Stärken entwickeln Daniela Fetz, geb. 1974, lebt in Hörbranz, Lehrlingsbeauftragte bei Haberkorn-Ulmer in Wolfurt.

Maturant als Kochkünstler Jodok Dietrich, geb. 1984, lebt in der Messestadt Dornbirn. „Kochen hat in meinem Leben immer schon eine große gespielt.“ Jodok Dietrich, in Lustenau geboren und in Fußach aufgewachsen, erinnert sich, dass „kochen bereits im familären Kreis zelebriert wurde“. Jetzt ist Dietrich, dem viel Kreativität in der Küche nachgesagt wird, Chefkoch im Innauer in Dornbirn. Als „klassischer Quereinsteiger“,

so seine Eigendefinition, habe er sich nach der Matura das Rüstzeug fürs Kochen im Gasthaus Adler in Schwarzenberg sowie in Schloss Schauenstein geholt. Dass sein Können gefragt ist, stellte der ehrgeizige Jungkoch bereits 2006 eindrucksvoll unter Beweis: Dietrich konnte nämlich beim Landeslehrlingswettbewerb den begehrten „Gastroglobe“ erringen.

„Mir geht es vor allem darum, bei jedem jungen Menschen die Stärken zu fördern, denn nur so kann man sie richtig auf ihre weitere berufliche Laufbahn vorbereiten. Mich freut es, wenn man selbst etwas entwickeln kann.“ Daniela Fetz, derzeit karenziert, hat den Umgang mit jungen Menschen besonders gern. Sie ist Lehrlingsbeauftragte bei der Firma Haberkorn-Ulmer in Wolfurt. Die

in Bezau geborene Marienberg-Absolventin war zuvor im Bundesdenkmalamt und dann bei einer Werbeagentur tätig. Dort ist sie das erstemal mit der Lehrlingsausbildung in Kontakt gekommen. Durch entsprechende Kurse hat sie die Stufe einer Diplom-Lehrlingsausbildnerin erreicht. Bei Haberkorn obliegt ihr die zentrale Koordinierung und Planung der Lehrlingsausbildung als Gesamtpaket.

##Anton Walser##

Ländle bringt junge Gäste Claudia Schleh, geb. 1974, lebt in Riezlern, Tourismus-Direktorin Kleinwalsertal. Geboren wurde die 34-jährige Claudia Schleh im Schwarzwald. Seit einem Jahr zieht sie als neue TourismusDirektorin die Fäden in der Tourismusdestination Kleinwalsertal. Die Region war für Schleh kein

Neuland. Als Urlauberin hat sie das Tal der Breitach früh lieb gewonnen. Ihren Wunsch „etwas Neues zu machen“, wollte sie nach eigenen Angaben nur in einer Destination in Angriff nehmen, „die zu mir und meinem Naturell passt“. Die Marke Kleinwalsertal reizte sie sehr. Als ganzjähriges Urlaubsgebiet zeige das Tal besondere Stärken. Weil die geografische Lage des Tals oft zu Missverständnissen führt, möchte Claudia Schleh die Markenorientierung in Richtung Vorarlberg stark vorantreiben. Vorarlberg verspreche junges Publikum, während die Marke „Allgäu“ überwiegend eine etwas ältere Gästeschicht anspreche. Im Sommer hatte das Kleinwalsertal ein starkes Nächtigungsplus.

Nomaden-Koch auf Spurensuche Philipp Furtenbach, geb. 1975, Künstler, Koch, Autodidakt, lebt in Wien. Philipp Furtenbach ist – wie er selbst sagt – „gastronomisch vorbelastet“. Doch ausgetretene Pfade interessier(t)en den Sohn von Klaus Feurstein, seines Zeichens unverwüstlicher Cha-

Kocht naturverbunden und radikal: Philipp Furtenbach (35).

rakterkopf der Vorarlberger Gastroszene, herzlich wenig. Furtenbach studierte in Wien Architektur, mauserte sich in einem Berliner Haubenlokal vom Tellerwäscher zum Sous-Chef, zurück in Wien („das Gourmet-Umfeld interessierte mich nicht mehr“) funktionierte er sein Loft in ein „Underground“-Lokal um und kochte später in einem Apotheker-Restaurant auf. Die Kreationen auf Basis natürlicher Heilmittel brachten ihm und seinen Mitstreitern internationales Renommee ein. Heute operiert Furtenbach mit seinem Künstlerkollektiv „AO&“ an der Schnittstelle zwischen Koch- und Konzeptkunst. Er organisiert mehrtägige Kochhappenings, konsumkritische Aktionen und durchstreift regelmäßig Wiesen und Wälder, auf der Suche nach natürlichen Ingredienzien für seine Speisen.

Preisgekrönter Forscher Thomas Winder, geb. 1979, lebt in Dornbirn, arbeitet derzeit in Amerika. Vorarlberg ist zwar klein, aber groß, was die medizinische Forschung betrifft. Immer wieder machen junge Ärzte von sich reden. Wie etwa Dr. Thomas Winder. Seit 2005 arbeitet der Dornbirner als Ausbildungsarzt auf der Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie am LKH Feldkirch. Daneben widmet er sich intensiv der wissenschaftlichen Forschung am VIVIT-Institut. Seine Studie

zur Untersuchung von genetischen Veränderungen bei Dickdarmkrebs wurde 2009 u.a. mit dem Durig-BöhlerPreis ausgezeichnet. Derzeit ist Winder am Krebsforschungsinstitut der University of Southern California in Los Angeles tätig, um seinen Forschungsschwerpunkt im Bereich der genetischen Marker bei Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes zu vertiefen. ##Marlies Mohr##

Wettbewerbe sind sein Ding Die heilenden Hände hinter den großen Skistars Alexander Fröis, geb. 1981, Physiotherapeut, lebt in Bludenz. Vor zehn Jahren war Alexander Fröis selbst noch Skirennläufer. Allerdings mit mäßigem Erfolg: „Ich war ein Dauerpatient“, sagt er selbst. Nach dem Skigymnasium in Stams entschied er sich deshalb für die Ausbildung als Physiotherapeut. Nach Abschluss wurde er ins Betreuerteam des ÖSV aufgenommen. Zahlreiche erfolgreiche Skifahrern lagen schon auf seiner Liege, von Hermann Maier bis Rainer Schönfelder. Über fünf Jahre lang ist er schon im Skizirkus dabei und hat mit seinen 28 Jahren schon allerhand gesehen: Chile, Neuseeland, Dubai. Zurzeit befindet sich Fröis in Vancouver und ist dafür verantwortlich, die österreichischen Slalom- und RTL-Herren bei den Olympischen Spielen fit zu halten.

Vom Kofferpacken hat er aber vorerst genug. Ende April macht er sich selbstständig und eröffnet in Bludenz seine erste eigene Praxis.

Auf der Suche nach den Treibstoffen der Zukunft Jörg Petrasch, geb. 1978, Universitätsprofessor, lebt in Florida. „Unabhängigkeit und Kreativität machen für mich das Leben als Forscher aus“, lautet das Credo von Jörg Petrasch. Dabei war er sich nach Abschluss seines Doktoratstudiums für Maschinenbau an der renommierten ETH Zürich nicht sicher, ob er in der

Forschung bleiben wollte. Er arbeitete zunächst für eine Beratungsfirma. Später wirkte er als beratender Ingenieur am Bau des Gotthardbasistunnels mit. In die USA hat es den gebürtigen Dornbirner wegen der hervorragenden Bedingungen für junge Forscher gezogen: „Im deutschsprachigen Raum wäre ich viel weniger autonom. Hier habe ich drei bis fünf Doktoranden und ein eigenes Labor.“ Auf der Suche nach dem Treibstoff der Zukunft arbeitet Petrasch in Florida daran, Sonnenenergie in chemischer Form zu speichern.

Martin Meyer, geb. 1992, Tischlerlehrling, lebt in Bludesch. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Und das bereits äußerst erfolgreich. Der 18-jährige Martin Meyer aus Bludesch sicherte sich beim Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler gleich zweimal hintereinander souverän die Goldmedaille. Für den Nachwuchstischler vom Lehrbetrieb Hartmann in Schlins sind diese Siege eine Bestätigung dafür, dass er sich für die richtige Ausbildung entschieden hat. Die Abwechslung, die Arbeit mit verschiedensten Materialien und die Mischung aus Hightech und Handwerk sind es, was ihn am Tischlerhandwerk faszinieren. Ist er nicht in der Werkstatt, findet man das Ausnahmeta-

lent im heimischen Keller am Basteln und Tüfteln. Damit er beim diesjährigen Wettbewerb den Hattrick voll machen kann, gibt der 18-Jährige alles. „Wettbewerbe sind genau mein Ding“, freut sich Martin auf den 6. März. „Mir gefällt es, zu zeigen, was ich drauf habe.“ Das Werkstück wird so oft geübt, bis es perfekt ist. Denn am Wettbewerbstag hat er nur 4,5 Stunden, um die Jury von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Konkrete Pläne für die Zukunft hat der ehrgeizige Lehrling noch keine. Derzeit steckt Martin mitten in der Berufsreifeprüfung, will erst mal die Matura nachholen. Dass aber Tischler sein­ Traum­ beruf ist, soviel ist gewiss.

Agentur-Idee über Umwege Sergej Kreibich, geb. 1971, lebt in Altach Geschäftsführer Agentur Spitzar. Über Umwege entdeckte Sergej Kreibich seine Liebe zur Kommunikation. In Kenia geboren, zog es den ausgebildeten Hotel- und Tourismusfachmann als junger Erwachsener zurück nach Afrika. Drei Jahre lang leitete er in Senegal das Familienunternehmen der ausgewanderten Vorarlberger – eine Eiscreme-Fabrik. Geprägt von seinen Auslandserfahrungen und enthusiasmiert durch das Kennenlernen seines Geschäftspartners Marco Spitzar, wurde die Idee einer eigenen Agentur geboren – und seit mittlerweile elf Jahren erfolgreich umgesetzt. Und das, obwohl die Voraussetzungen für Spitzar nicht die Besten waren. „Wir haben genau zu Krisenzeiten begonnen, als die ‚.com‘-Blase geplatzt ist“, erklärt Kreibich. Den aus der Not geborenen schlanken Strukturen ist Spitzar bis heu-

te treu geblieben, genauso wie dem ausgesprochen hohen Qualitätsanspruch – mit einem klaren und ambitionierten Ziel: Die Positionierung von Spitzar unter den Top3-Agenturen im Land. ##Florian

Dünser##


Donnerstag, 25. Februar 2010 Vorarlberger Nachrichten

E10 50 Köpfe von morgen

VORARLBERGER NACHRICHTEN

Jung, attraktiv und sehr zielstrebig Julia Chukwuma, geb. 1989, lebt in Wien und ist Beachvolleyball-Nationalspielerin. Ihr außergewöhnliches Talent hat sie bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Die 20-Jähri­ ge aus Gaißau hat jede Menge Pokale und Auszeichnungen zu Hause stehen. Begonnen hat alles mit dem Wechsel ins BG Bregenz-Blumenstraße. Dort ist „Volleyball-Profes­ sor“ Rudi Grabherr auf sie aufmerksam geworden und hat ihr Grundbegriffe im Hal­ lenvolleyball beigebracht. Nach einigen Saisonen in der Halle mit ihrem Stamm­ verein VBC Höchst in der 2. Bundesliga West schaffte sie den Sprung in alle ÖVVNachwuchsteams. Nach der Matura spielte die 172 cm große Außenangreiferin ver­ gangene Saison mit Hartberg in der Women Volley League. Seit dieser Saison steht sie bei Linz-Steg unter Vertrag und feierte im Herbst ihr Debüt im Europacup. Bei Welt- und Europameis­ terschaften war sie bislang aber nur in der „Sandkiste“ im Einsatz. Letzten Sommer feierte Chukwuma mit der

Ein heimatverbundenes Jung-Forschertalent

Lebensraum für folgende Generation mitgestalten

Axel Mündlein, geb. 1969, lebt in Hard, verheiratet, eine Tochter.

Christof Thöny, geb. 1981, Regio-Geschäftsführer Klostertal, lebt in Wald am Arlberg.

Biologie zählte schon in der Schule zu den Lieblingsfä­ chern von Axel Mündlein. Da war ein Studium mit Zusatz Genetik nur die logische Fol­ ge. Heute leitet der Harder das Molekularbiologische Labor des VIVIT-Instituts in Dornbirn. Dort ist er genetischen Ver­ änderungen auf der Spur, die bei Herzkreislauf-Erkrankun­ gen und Krebs im Spiel sind. Bei Behandlungsmethoden der Zukunft wenigstens ein

bisschen mitmischen zu kön­ nen, macht für den Vater ei­ ner kleinen Tochter den Reiz seiner Arbeit aus. „Trotz der Kleinheit des Landes spielen wir mit“, freut sich Münd­ lein, der für seine Forschun­ gen auch bereits ausgezeich­ net wurde. Obwohl ihm alle Wege offenstehen, zieht es ihn nicht ins Ausland. „Ich habe meine Wurzeln in Vor­ arlberg“, betont Axel Münd­ lein mit heimatverbundenem Stolz. ##Marlies Mohr##

Die Zukunft der Heimatre­ gion mitzugestalten, ist dem 29-jährigen Klostertaler ein großes Anliegen. Dafür kehr­ te Christof Thöny nach dem Magister-Abschluss im Lehr­ amtsstudium Geschichte und Theologie an der Universität Innsbruck vor vier Jahren auch wie­ der in die hei­ mischen Ge­ filde zurück. Seit 2006 ist er hauptamtli­ cher Geschäfts­

führer der Regionalplanungs­ gemeinschaft Klostertal und kümmert sich mit vollem En­ gagement darum, „durch Ak­ tionen und Aktivitäten – auch über EU-Förderprojekte – in den Gemeinden Innerbraz, Dalaas und Klösterle das Be­ wusstsein für die gemeinsa­ me wichtige Arbeit an der Zukunft unseres Tales zu schärfen.“ Sein Credo: Zusammenhalt schafft Lebensqualität. „Die Bürgerbeteiligung ist also extrem wichtig“, weiß Christof Thöny. „In der Regionalentwicklung stellen die Jugendarbeit so­ wie die Sicherung der Nahversorgung und der regionalen Wirtschaft mit die größten Herausfor­ derungen dar.“

Fenster mit viel Zukunft Einzigartige Jazz-Stimme Martina Breznik, geb. 1982, Musikerin, lebt in Dornbirn.

Wenn Martina Breznik auf der Bühne steht, fühlt sie sich zu­ hause. „Die Musik gehört zu mir dazu. Es ist seltsam, wenn ich länger nicht singe“, sagt sie. Und das, obwohl sie im Al­ ter von 18 Jahren spät zur Mu­ sik fand. Jetzt fasziniert die Hohenweilerin die Fans mit ihrer starken Stimme, etwa bei der Benefiz-Veranstaltung „Konzert für Haiti“. Die 27-Jährige bewegt sich mit ihren zwei Bands, der „Martina Breznik Jazz Band“ und den „Silberdisteln“, mu­ sikalisch hauptsächlich im Jazz. Die Definition dessen ist für sie aber variabel. Schließ­ lich ist sie als Sängerin der Formation „Silberdisteln“ dafür bekannt, Vorarlberger Volkslieder mit Jazzklängen harmonisch zu verbinden.

Andreas Böhler, geb. 1974, Unternehmer, lebt in Wolfurt. Viele Familienbetriebe schei­ tern, weil die Generationen­ übergabe nicht klappt. Bei Böhler Fenster in Wolfurt ist das anders. Den Traditions­ betrieb gibt es seit 140 Jahren. Gemeinsam mit seinem Vater Helmut führt Andreas Böhler

das 26-Mann-Unternehmen. Die innovativen Fenster und Hebeschiebetüren aus Wol­ furt werden in mehrere Län­ der Europas exportiert. Der Betrieb ist hochmodern und hat auch international viel Zukunft. ##Michael Gasser##

burgenländischen Partnerin Laura Horvath mit einem fünften Rang bei der Studen­ ten-EM in Polen ihren größ­ ten sportlichen Erfolg. Ab Sommer will sie dann mit ih­ rer knapp drei Jahre jüngeren Schwestern Lisa zusammen ein Beach-Team bilden. Gro­ ßes Ziel ist der Einstieg in die Grand-Slam-Worldserie. Ihre Schwester durchlief eben­ falls alle ÖVV-Auswahlteams, wurde 13. bei der U-18-EM 2009 und spielt seit dieser Saison beim VC Dornbirn in der obersten Spielklasse. Neben ihre Liebe zum Vol­ leyballsport, egal ob in der Halle oder in der „Sandkiste“, zeichnet die attraktive Sport­ lerin auch ihr Ehrgeiz im Stu­ dium aus. Als Studentin der Wirtschafts- und Politikwis­ senschaften geht sie ebenso konsequent ihren Weg wie bei ihrem Hobby. Was sie an­ schließend beruflich tun will, ist allerdings noch offen. Vor dem Arbeiten will sie noch im Sport in höhere Sphären auf­ steigen.

Beim Bachmann-Preis schon hineingeschnuppert Anna-Elisabeth Mayer, geb. 1977, lebt in Wien und Leipzig, Autorin. Wenn Anna-Elisabeth Mayer zu schreiben beginnt, dann gelingt ihr das mit feinem Humor und einem unglaub­ lichen Sprachgefühl, mit dem sie das gesamte Spektrum der menschlichen Emotionen aufzuspannen versteht. Da­ mit konnte sie 2009 sowohl die Juroren des Vorarlber­ ger Literaturstipendiums als auch jene der Internationalen Bodensee-Konferenz über­ zeugen. 1977 in Salzburg geboren, wuchs Anna-Elisabeth Mayer in Vorarlberg auf. Nach ihrem

Philosophie- und Kunstge­ schichte-Studium in Wien zog es sie schließlich an das Literaturinstitut Leipzig. Pa­ rallel dazu leitete Anna-Eli­ sabeth Mayer die Tanzgruppe Ibbeyis und engagierte sich für die Alphabetisierung von Migranten. Mayers literarisches Talent – aktuell arbeitet sie am Ro­ manprojekt „Fliegengewicht“ – weist sie bereits jetzt als Sti­ pendiatin des Klagenfurter Literaturkurses aus, der im Rahmen des Bachmann-Prei­ ses abgehalten wird.

Impressum Redaktionelle Leitung: Gerold Riedmann, Florian Dünser; Redaktion: Christian Adam, Andreas Dünser, Jochen Dünser, Ernest F. Enzelsberger, Geraldine Reiner, Hans-Günther Pellert, Klaus Hämmerle, Iris Burtscher, Joe Hagen, Johannes Huber, Jörg Stadler, Christa Dietrich, Michael Gasser, Marlies Mohr, Sabrina Stauber, Thomas Matt, Tony Walser, Martina Zudrell; Fotos: Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, Roland Paulitsch, Philipp Steurer, Andreas Uher, Beate Rhomberg; Layout: Felix Holzer


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
50_koepfe_2010 by Russmedia Digital GmbH - Issuu