50 Kรถpfe von morgen
2017
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
50 Köpfe von morgen 3 Editorial
Gerold Riedmann
Kommentar Titel asdasdasda sdasda asdasd
Diese 50 Vorarlberger gestalten die Zukunft 50 erfolgreiche und junge Vorarlberger Menschen, die ihre Branchen prägen und beeinflussen werden. (VN) Sie führen das Unternehmen der Eltern in die nächste Generation, sie veranstalten Festivals, sie produzieren Österreichs besten Käse, sie singen bei den Wiener Sängerknaben, sie gehören zu den besten Anwälten, sie arbeiten für McKinsey und Goldman Sachs: Das arbeitssame und kreative Wesen des Vorarlbergers bringt erfolgreiche Menschen in alle erdenklichen Branchen. Wir holen diese Menschen vor den Vorhang. Auch SCHWARZACH.
heuer kürte eine Jury der Vorarlberger Nachrichten jene 50 Vorarlberger, die unter 40 Jahre alt sind, in ihrer Branche bereits für Furore sorgen, und erst recht für Furore sorgen werden. Auch Landeshauptmann Markus Wallner wurde einst in die Riege der „50 Köpfe von morgen“ aufgenommen: „Es werden all jene Regionen die künftigen Herausforderungen erfolgreich bewältigen können, die über genügend kluge, innovative und engagierte Köpfe verfügen. Daher ist es vollkommen richtig, heute mit aller Kraft in Bildung und Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikation zu investieren.“ Dabei ist vor allem er als
oberster Mann des Landes gefordert. Die Aufgabe des Landes sehe er darin, für die besten Rahmenbedingungen
Impressum Leitung: Michael Prock Gestaltung: Christian Lorenz Redaktion: Christian Adam, Christa Dietrich, Jochen Dünser, Michael Gasser, Tanja Güfel, Klaus Hämmerle, Dominik Heinzle, Marion Hofer, Ingmar Jochum, Heimo Kofler, Martina Kuster, Raphaela Lechleitner, Katharina Leitner, Bettina Maier-Ortner, Marlies Mohr, Julia Nussbaum, Lukas Österle, Magdalena Raos, Geraldine Reiner, Heidi Rinke-Jarosch, Peter Schuster, Joachim Schwald, Gernot Schweigkofler, Sara Sonnberger, Tony Walser Fotos: Klaus Hartinger, Bernd Hofmeister, Roland Paulitsch, Philipp Steurer, Privat
zu sorgen, und zwar über die gesamte Bildungslaufbahn: „Angefangen bei der frühen Förderung, über die Kindergärten, Volksschulen und Neue Mittelschulen, die Landesberufsschulen bis hin zur Fachhochschule und Angebote der Weiterbildung und Weiterqualifizierung.“ Der Landeshauptmann betont: „Für die großartige Initiative 50 Köpfe von morgen, die für dieses entscheidende Zukunftsthema Sensibilität und Bewusstsein schafft, danke ich den VN sehr herzlich.“ Wir geben den Dank gerne weiter: An jene 50 Köpfe, die mit viel Ehrgeiz, Einsatz und Liebe die Zukunft des Landes und der Welt mitgestalten werden.
gerold.riedmann@vorarlbergernachrichten.at, Twitter: @geroldriedmann, Tel. 05572/501-320 Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.
VORWORT. Sebastian Raßmann von Trend-One erklärt, wie unser Alltag in zehn Jahren aussehen könnte DIE ZUKUNFT. Was machen Sie in zehn Jahren? Haben Sie vielleicht einen neuen Job? Und wie sieht’s privat aus? Hochzeit, Kinder, Hausbau? Über solche Fragen zerbrechen wir uns oft den Kopf. Manche schmieden Pläne, einige Pläne gehen sogar auf. Aber haben Sie sich auch einmal überlegt, wie Ihr Alltag in zehn Jahren aussehen könnte? Denken Sie an heute. Vielleicht lesen Sie diesen Text gerade auf einem 5,5 Zoll Touchdisplay, direkt verbunden mit dem Internet, irgendwo auf einem Berg. Hätten Sie das v o r zehn J a h ren für möglich gehalten? In Zukunft wird
das Touchdisplay Vergangenheit sein, in zehn Jahren dominiert die Sprachsteuerung. Zum Beispiel im Auto. Wenn ich mit dem Auto von der Arbeit nach Hause fahre, werde ich während der Fahrt nachfragen, was sich im Kühlschrank befindet. Muss ich noch etwas einkaufen? Habe ich überhaupt noch genug Geld? Den Kontostand bitte... Achja, und bitte schon einmal die Heizung aufdrehen, ich bin in 15 Minuten zu Hause. Ein System, mit dem Sprachsteuerung schon funktioniert, heißt „Amazon Echo“. Es wurde vergangenes Jahr bereits sechs Millionen Mal verkauft. Kontaktlinsen statt Brille Auch Google Glass ist so ein Thema. Von manchen noch belächelt, wird das aber garantiert die Zukunft sein. Immerhin wurden im Jahr 2015 bereits 15 Millionen Stück verkauft. In zehn Jahren werden wir vielleicht Kontaktlinsen mit Gesichtserkennung tragen. Sobald wir jemanden sehen, könnte innerhalb von Millisekunden das Facebookprofil dieses Menschen angezeigt werden. Wir wissen sofort, wer er ist. Die Technologie existiert heute schon, wir haben das in einen Roboter eingebaut. Wenn ich morgens ins Büro komme, sieht er mich, erkennt mich, ruft mein Profil aus einer Cloud ab und tritt mit mir in Inter-
aktion. Das ist dann fast wie mit einem Menschen. Die Kommunikationsbranche ist sowieso ständig im Wandel, wie das Beispiel Smartphone zeigt. Werden wir auch in zehn Jahren noch ein Telefon an das Ohr halten, um mit Menschen zu sprechen, die sich an einem anderen Ort befinden? Nein. Wahrscheinlich unterhalten wir uns über Holoportation. Wenn ich mit Ihnen telefoniere, dann werden Sie als Hologramm vor mit stehen. Das wäre unser Meeting. Dazu gibt es einige Ansätze. Das „Microsoft Research Institute“ hat ein System entwickelt, das mit sechs Kameras arbeitet und innerhalb eines Raumes eine Art Hologramm einblenden kann. Nicht nur die Person selbst. Wir könnten gemeinsam an Unterlagen arbeiten, die wir beide sehen. Da passiert jetzt schon viel. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist sowieso ein ganz großes Thema. Nicht nur die Industrie verändert sich, auch das Büro, die Meetingräume. Homeoffice spielt schon jetzt eine Rolle. In Zukunft sicherlich noch stärker. Es ist auch gut möglich, dass uns bald Sensoren begleiten, die uns sagen, wann wir am besten Pause machen und wann wir am produktivsten sind. Zurück zum Feierabend. In meinem Auto erfahre ich, ob noch etwas im Kühlschrank ist. Falls
nicht, kann ich ja einen Umweg machen und Essen holen. Und zwar in einer vollautomatischen Kantine. Das gibt‘s jetzt schon. Die kocht komplett robotergesteuert frische Speisen. Das wird dann zukünftig so laufen, dass ich auf meinem Smartphone eingeben kann, was ich möchte. Das Essen wird natürlich personalisiert. Also etwa, wenn ich allergisch gegen Nüsse bin oder etwas besonders scharf haben möchte, dann wird das automatisch für mich zubereitet. Das Schöne dabei ist übrigens, dass auch die Pfannen automatisch gereinigt werden. Es geht noch einen Schritt extremer: Wir haben hier bei uns einen Lebensmitteldrucker. Foodini heißt er. Er hat schon Burger und Schnitzel gedruckt. Der Foodini arbeitet ja mit denselben Zusätzen wie ein Koch, es schmeckt also auch gut. Werden wir diese Veränderungen überhaupt bemerken? Der Fortschritt kommt schleichend. Nehmen wir wieder das Smartphone her. Denken Sie doch einmal darüber nach, was Sie vor zehn Jahren geantwortet hätten, wenn Ihnen jemand erzählt hätte, was dieses kleine Ding heute alles kann – und dass es jeder verwendet. Nehmen Sie das Handy als jenen Fortschritt wahr, der es ist? Eben. Lassen wir uns überraschen, und freuen wir uns auf die Zukunft.
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
50 Köpfe von morgen 5 Eine Bilderbuchkarriere von Christine Scheyer
Menschen in aller Welt mit Kunst konfrontiert
Christine Scheyer, 18. Juli 1994, Götzis, Skirennläuferin
Ruben Aubrecht, 24. Oktober 1980, Bregenz, Berlin, agiert als Konzept- und Medienkünstler
Christine Scheyer ist Österreichs Aufsteigerin der Saison im Skizirkus. Die 22-Jährige aus Götzis legte eine Bilderbuchkarriere hin, fuhr in der erst vierten Weltcup-Abfahrt
Was kann eine Raubkopie sein? Und überhaupt, wie werden Menschen mit Kunst konfrontiert? In Mexiko, wo er beobachtete, wie Hollywoodfilme unter die Leute kommen, hat Ruben Aubrecht in Museen aufgenommene Kunstfilme verteilt. In der Ausstellung „Kapitalströmung“, die demnächst in der Kunsthalle Tübingen läuft, ist die Aktion zu sehen. In anderen Arbeiten griff er etwa das Thema Erinnerung auf. Und wenn eine Rechnung aus Istanbul Dinge auflistet, die man braucht, um eine Maske zu fertigen, die gegen Tränengas schützt, wird es brisant. Aubrecht hat an der Akademie der bildenden Künste in Wien
in Altenmarkt-Zauchensee zum ersten Sieg. Es war für die Absolventin des Dornbirner Sportgymnasiums erst der zwölfte Einsatz in der Königsklasse überhaupt. Scheyers Skikarriere wurde zwei Mal von schweren Knieverletzungen gestoppt. „Die Verletzungen haben mich stärker gemacht“, sagt die Christl, die auch bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz ihre Frau stand. Mit Platz sechs in der Abfahrt erreichte sie ein Diplom und die Teilnahme an der Siegerehrung. Das nächste Großereignis ist für Scheyer das nächste große Ziel: die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele im nächsten Jahr in Pyeongchang.
studiert. Die realisierten Projekte in vielen Ländern sind zahlreich. Er arbeitet unter anderem auch mit der Vorarlberger Künstlerin Maria Anwander zusammen.
Sopranistin mit breit gefächertem Repertoire
Eine Reiseführerin durch die Welt des Buches
Julia Großsteiner, 4. Juni 1989, Nüziders, Sopranistin und Musikpädagogin
Nina Winkler, 27. Dezember 1982, Dornbirn, Vorstandsvorsitzende des Vlbg. Bibliothekenverbands
Eine Musikausbildung zu machen, war für Julia Großsteiner schon vorgezeichnet, stammt sie doch aus einer musikalisch begabten Familie. Die Sopranistin hat bei
Ingeborg Dobozy und Clemens Morgenthaler am Vorarlberger Landeskonservatorium studiert. So wirkte sie bei Bühnenproduktionen wie „Victoria und ihr Husar“ in Ludesch oder in „Dido und Aeneas“ am Landestheater mit. Ihr Wissen gibt sie an den Musikschulen in Bludenz und Brand weiter. „Engagements, die sich in der Region ergeben, sind durchaus spannend und bieten Herausforderungen.“ Großsteiner sang den Cupido in „Orpheus in der Unterwelt“ und in einer konzertanten Fassung von „Orfeo ed Euridice“ den Amor. Im Moment ist ihr Repertoire ziemlich breit gefächert. „Für mich geht es gerade in Richtung Barock, aber dort muss ich nicht bleiben.“
Bei ihm läuft‘s im Job und in der Freizeit Thomas Skruba, 2. Oktober 1983, Fußach, Prozesstechniker „Bei meinem Job muss ich sehr flexibel sein und einschätzen können, was gerade das Beste ist“, beschreibt Thomas Skruba sein Aufgabengebiet als Prozesstechniker bei der Firma Blum in Höchst. Als der Fußacher vor 17 Jahren seine Lehre zum Maschinenmechaniker begann, ahnte er nicht, dass er einmal so wichtige Projekte übernehmen sollte. „Keine meiner Arbeitswochen gleicht der anderen – das macht es so aufregend“, erzählt er. Auch in seiner Freizeitgestaltung spielt Abwechslung eine große Rolle. Vor knapp drei Jahren entdeckte der 33-Jährige seine Leidenschaft für den Laufsport. „Dabei
kann ich perfekt abschalten.“ Zudem liebt es der staatlich anerkannte Pyrotechniker, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, indem er farbenfrohe Kunstwerke in den Himmel zaubert.
Zielstrebig international Fuß gefasst Julia Bitschnau, 17. März 1990, Fußach, Dubai, Food & Beverage Managerin im Sheraton Dubai Mutig ging Julia Bitschnau mit 17 Jahren für das erste Praktikum nach Spanien. Ohne Spanischkenntnisse. Und das Ausland hat sie seitdem gepackt und nicht mehr losgelassen. „Das war eine geniale Erfahrung und ein ausschlaggebendes Erlebnis für mich, dass mich fremde Länder und Menschen interessieren“, blickt die 26-Jährige auf ihren ersten Auslandsaufenthalt zurück. Das Ausland im Blick Nach der Matura an der HLW Riedenburg studierte sie am IMC Krems „Tourism and Leisure Management“. „Die Vorlesungen werden auf Englisch gehalten; ich habe Spanisch und Russisch dazugelernt. In Französisch habe ich maturiert. Sprachen zu lernen fällt mir leicht und macht Spaß.“ Mehrmonatige Auslandsaufenthalte in Me-
xico City und Teneriffa folgten. „Ich wurde zum Beispiel von meinen mexikanischen Studienkollegen sofort herzlich aufgenommen, inklusive Familienfeiern“, blickt die Fußacherin auf einen aufregenden Abschnitt in ihrer Laufbahn zurück. Im September 2012 musste Julia Bitschnau wieder ihre Koffer packen und Vorarlberg ‚Auf Wiedersehen‘ sagen, denn es ging zu ihrem Wunschhotel, dem Sheraton Jumeirah Beach Resort in Dubai. Dort absolvierte die zielstrebige junge Frau das angesehene ‚Vita-futuraManagement-Traineeship‘ bei der Starwood-Hotelkette. Und es ging die Karriereleiter rasant nach oben. Bitschnau wurde nach ihrer Ausbildung Assistant Manager und ist seit zwei Jahren Managerin Food & Beverage des Hotels und Chefin von 85 Mitarbeitern.
Bereits als kleines Mädchen steckte Nina Winkler (34) ihre Nase liebend gerne in Bücher, heute ist ihre Leidenschaft ihr Beruf. Ihre professionelle Buch-Karriere startete die studierte Germanistin und mittlerweile dreifache Mutter in der Bücherei und Spielothek in Mäder, die sie auch heute noch leitet. Darüber hinaus steht sie dem Verband der Vorarlberger Bibliotheken als Vorstandsvorsitzende vor, ist Teilhaberin und Geschäftsführerin des Buchverlags edition v, bringt als Kuratorin die Initiative „Kultur am Zug“ auf Schiene, gestaltet das Programm der GesprächsKultur-Reihe in Lauterach oder organisiert das Leseland Vorarlberg, das sich auf der diesjährigen
Frühjahrsmesse Schau! auf 500 Quadratmetern präsentiert. Und für die Zukunft? Da hat die 34-Jährige noch zahlreiche Ideen rund um das Buch im Kopf . . .
Designchef für das „Automobil der Zukunft“ Christian Eckert, 7. November 1978, Los Angeles, UI/UX Design and Digital Product, Faraday Future Christian Eckert hat einen sicheren Job als Geschäftsführer einer Designfirma aufgegeben, um sich seinen amerikanischen Traum zu erfüllen: Er heuerte beim Automobil-Start-up Faraday
Future an. Dort entwickelt er nicht nur das Armaturendesign, sondern ist auch für die Digitalisierung des Wagens zuständig. Da Faraday sich mehr als Digital Start-up, denn als klassischer Autobauer versteht, steht er damit für eine wichtige Schnittstelle bei der Entwicklung des E-Autos. „Einen Start-up zu machen, ist nicht immer einfach“, erklärt Eckert. „Es bleibt spannend, bis das Auto 2018 auf den Markt kommt.“ Seit knapp zwei Jahren ist Eckert in Los Angeles, und den Sprung über den großen Teich hat er nicht bereut. Trotz vieler langer Arbeitstage genieße er gerne das tolle Angebot von LA und der vielfältigen Umgebung.
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
6 50 Köpfe von morgen
Schwestern auf Erfolgskurs Verena Eugster, 20. Mai 1986, und Patricia Zupan, 1. Dezember 1978, aus Langenegg organisieren mit W3 Marketing große Laufveranstaltungen Der Frauenlauf Bodensee, die Frauen-Skitour-Gaudi, Bludenz läuft: Nur eine Auswahl der Laufveranstaltungen, die Verena Eugster (rechts) und Patricia Zupan in Vorarlberg und der Schweiz bisher auf die Beine gestellt haben. Die meisten davon richten sich an eine ganz bestimmte Zielgruppe: die Frauen. Die beiden Schwestern aus dem Bregenzerwald wissen, was ihre Geschlechtsgenossinnen anspricht, und mittlerweile ist ihr Know-how in Sachen Marketing für die Zielgruppe Frauen auch über den Laufsport hinaus gefragt. Der Fokus auf Damen ist ihr Erfolgsgeheimnis: „Der Lauftrend hat seinen Höhepunkt überschritten, die Veranstaltungen werden weniger“, sagt Eugster. Läufe speziell für Frauen aber trotzen diesem Trend. „Niemand hät-
te gedacht, dass wir für die Skitour-Gaudi 200 Frauen an den Start bekommen würden, aber wir haben es geschafft“, freut sie sich. Ein gutes Team Die beiden ergänzen sich blendend: Eugster ist selbst begeisterte Läuferin, Sport und Gesundheit sind ihr Metier. Zupan hat viel berufliche Erfahrung im Lifestylebereich gesammelt. „Wir wissen, dass wir ein gutes Team sind“, sagt sie. Ihre berufliche Partnerschaft geht lange zurück. Patricia war früher selbstständige EventVeranstalterin, Verena half während ihres Studiums mit. Dann trennten sich ihre beruflichen Wege vorübergehend, Patricia wurde Marketingleiterin, unter anderem in der Modebranche. Verena arbeitete bei einem Investor.
Jetzt, als GeschäftsführerDuo bei W3 Marketing, ergänzen sich auch ihre Persönlichkeiten. Patricia ist die Rationale, die jüngere Verena die eher Emotionale, wie beide schmunzelnd eingestehen. So läuft Verena Eugster auch mal spontan außer Konkurrenz bei einem Lauf mit. Ihre erfolgreiche Spezialisierung auf die Zielgruppe Frauen hat ihnen schon viel Interesse beschert. Oft wollen Firmen von ihnen wissen, wie man ein Produkt bei Frauen vermarktet. Diese Beratertätigkeit wollen beide in Zukunft noch ausbauen und weiterwachsen. Zusätzlich meistert Patricia Zupan die Herausforderung einer Familie mit drei Kindern, das jüngste davon 14 Monate alt. Da ist es sicher kein Hindernis, dass die Gotta Verena heißt.
Der Weg an die Spitze ist bestens geplant
Vielseitig talentiert und künstlerisch erfolgreich
Der nicht nur mit den Wölfen tanzt
Anna Bereuter, 27. November 2001, Lochau, Fußballerin
Benny Omerzell, 10. Oktober 1984, Wien, freischaffender Künstler
Georg Fitz, 17. November 1987, Göfis, Künstler
Schon in jungen Jahren hat Anna Bereuter gelernt, sich durchzusetzen. Eine Eigenschaft, die der Schülerin sehr hilfreich ist. Als Fußballerin spielte sie jahrelang mit den Jungs, seit Sommer des Vorjahrs ist sie eines von drei Mädchen im Privatgymnasium Mehrerau und trainiert in der Fußball-Akademie. Im vergangenen Herbst debütierte die Lochauerin dann als erstes Mädchen überhaupt in einem Meisterschaftsspiel für Akademie-Mannschaften. Und so ganz nebenher ist die frischgebackene U-16-Nationalspielerin auch Klassensprecherin in der Schule. Der nächste Schritt scheint schon vorgezeichnet. So haben die beiden Vorarlberger Spitzenteams im Frauenfußball, Rankweil und Vorderland, schon ein Auge auf das größte heimische Talent geworfen. Das wäre der nächs-
te Entwicklungsschritt für die 15-Jährige, vor allem bei einem etwaigen BundesligaAufstieg einer der beiden Mannschaften. Step by step - so will sich Bereuter ihren Traum vom Profifußball erfüllen.
Der gebürtige Bregenzerwälder lebt und arbeitet seit 2008 als freischaffender Musiker, Visual Artist und Animationsfilmemacher in Wien. Mit seiner Band Kompost 3 kann er auf äußerst erfolgreiche internationale Tourneen, zahlreiche Preise und von der Presse in den höchsten Tönen gelobte Alben zurückblicken. Abseits der Band wirkt er in vielen weiteren musikalischen Projekten mit, unter anderem dem Jazzorchester Vorarlberg. Mit seinem neuen Trio Omerzell/Siewert/ König hat er sich den Psychedelic Rock der 1970er-Jahre zu Herzen genommen. Das Debutalbum „Battleship Euphoria“ wird im März im Wiener Porgy&Bess präsentiert. Neben der Musik hat er sich den visuellen Künsten verschrieben. Seit Bestehen von Kompost 3 zeigt er sich für das künstlerische Design der
Album Covers verantwortlich. Außerdem erregte er mit liebevoll animierten Musikvideos Aufmerksamkeit. Mit seinem Erstlingswerk „Anthem“ wird Omerzell im März bei einem Filmfestival in New York zu Gast sein.
Ein zweiköpfiger Mähnenwolf, ein gefährlicher Drachentiger und schräge Vögel: Der Fantasie setzt Georg Fitz, auch als „WolfGeorg“ bekannt, keine Grenzen. Seit nun knapp zehn Jahren kreiert der 28-Jährige, der mit dem Downsyndrom geboren wurde, mit viel Leidenschaft aus Holz animalische Skulpturen. Seine Arbeiten gestaltet er in der Ateliergemeinschaft ARTquer. Zweimal wöchentlich kommt er in die Werkstatt, um an neuen Kunstwerken zu arbeiten, meistens an Katzen, Wölfen oder Hunden. „Ein bisschen gefährlich soll es schon sein“, sagt Georg. Schon als Kind fühlte er sich am wohlsten, wenn er im Wildpark in Feldkirch sein durfte. Denn der 29-Jährige macht die Kunst nicht für sich, sondern für die Tiere. „Es geht nicht darum, dass es allen gefällt,
den Tieren soll es gefallen“, betont Georg, aber auch den Menschen gefällt es. Seine Werke waren schon auf vielen Ausstellungen zu sehen, wie etwa auf der ArtDesign in Feldkirch oder im Palais Thurn und Taxis in Bregenz.
Artgerechtes Leben für Jedermann
Karriere am Finanzplatz Frankfurt
Martin Rinderer, 19. Dezember 1984, Dornbirn, Sportphysiotherapeut,
Julia Beck, 27. Februar 1986, Frankfurt am Main, Unternehmensberaterin
Er hat sich ein bemerkenswertes Ziel gesetzt: Artgerechtes Leben, Bewegen und Essen sollen bekannter und populärer und für jeden umsetzbar werden. „Damit Gesundheit und Fit-sein wieder ‚in‘ wird und kein Privileg für wenige ist“, erklärt Martin Rinderer. Der 32-Jährige hat sich als Sportphysiotherapeut sowie als Ernährungsexperte einen Namen gemacht. Sportbegeistert war Rinderer bereits als Jugendlicher. Er fuhr Ski, spielte Tennis, Tischtennis, Fußball, Basketball. Nach einer schweren Verletzung gab er diese Sportarten – bis auf Tischtennis – auf und stieg um auf Mountainbiking, Skitouren, Laufsport mit Berglaufen und Functional Bodyweight Training. Nachdem physische und mentale Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Bewegung und Ernährung in seinem Leben zentrale Rollen spielten, hatte Rinderer entschieden,
Physiotherapie am „Thim van der Laan University College Physiotherapy“ in der Schweiz zu studieren. Er schloss die Ausbildung mit dem „Bachelor of Science in
Physiotherapy“ ab und spezialisierte sich dann auf Sportphysiotherapie und Ernährungsberatung. Neben dem therapeutischen Arbeiten in der Praxis ist für Rinderer der Hochleistungssport ein wichtiges Thema. In Kooperation mit dem Sportservice Vorarlberg arbeitet er als verantwortlicher Ernährungsexperte und Sportphysiotherapeut mit Vorarlberger Topsportlern sowie dem ÖSV Snowboard Nationalteam zusammen. Die Fußballakademie Mehrerau beschäftigt Rinderer als Athletiktrainer und Referent bei Trainerausbildungen. Zwischenzeitlich hat er mit zwei Co-Autoren ein „Wirk+Kochbuch“ verfasst. Neben dem anfangs erwähnten beruflichen Ziel hat sich Rinderer auch ein privates gesetzt: „Ich werde jede Sekunde in vollen Zügen mit meinen Kindern und meiner Frau genießen. Diese Zeit kommt nie mehr zurück.“
Julia Becks Werdegang kann sich sehen lassen: Die Wolfurterin absolvierte ein Bachelorstudium im Fach Mathematik an der LudwigMaximilian-Universität in München sowie ein Diplomstudium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre in Wien und Austin (Texas) in den Vereinigten Staaten. Dazu kommt ein Aufenthalt in Uganda, wo sie an verschiedenen Schulen gearbeitet hat. „Ich habe vieles ausprobiert“, erklärt Beck, die während ihres Studiums auch viel im Start-up-Bereich tätig war. Spezialisiert hat sie sich schließlich auf den Bankensektor. Heute arbeitet die vielseitig begabte Vorarlbergerin als Unternehmensberaterin bei McKinsey in Frankfurt am Main. Dort berät sie in erster Linie deutsche und internationale Banken, genauso wie Private-Equity-Fonds, die in andere Unternehmen investieren, sowie Start-ups
im Bankenbereich. „Dass ich einmal in Deutschland leben werde, war von Vornherein weniger geplant, sondern hat sich zufällig so ergeben“, erklärt die Wolfurterin, die seit
einem guten Jahr bei McKinsey arbeitet. Sieht man sich ihren Karriereweg an, ist sie am internationalen Finanzplatz Frankfurt aber genau am richtigen Ort gelandet.
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
7 Ein „grüner Daumen“ mit sehr viel Einfallsreichtum
Eine Psychiaterin, die leicht in Kontakt kommt
Philipp Alge, 1. November 1982, Lustenau, Gartengestalter
Bettina Grager, 27. November 1977, Göfis, die gebürtige Tirolerin lebt ihre Berufung als Psychiaterin
Er hat sich zu einem der gefragtesten Gartenbaugestaltern in Lustenau und Umgebung gemausert: Philipp Alge, 34 Jahre jung und seit 2007 Unternehmer. Einst war
Bettinga Grager orientierte sich an ihrem älteren Bruder. „Er war mein Vorbild. Ich wollte wie er Arzt werden.“ Als Arbeiterin in einer Presserei verdiente sie sich ihr Studium. „Das schadete nicht. So erkannte ich, dass man Dinge nicht geschenkt bekommt.“ Das Zusammentreffen mit einer depressiven Frau stellte die Weichen: „Ich kam leicht mit ihr in Kontakt. Ihre Geschichte faszinierte mich. Da wusste ich: ,Ich möchte solchen Menschen helfen.‘“ Ihre Ausbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin absolvierte Grager am LKH Rankweil. Sie fiel durch Ehrgeiz und Wissbegierde auf. „Ich wollte gut werden.“ Ihr
er ein gewöhnlicher „Gärtler“, doch mit viel Einsatz, Energie, Kreativität und dem Willen, sich fortzubilden, hat er sich in der Branche einen Namen gemacht. Seine Werke sind am Engel-Kreisverkehr, im Dorfzentrum und am alten Rhein zu bewundern, wo Alge die landschaftliche Grüngestaltung wesentlich mitprägte. „Ich habe eine Lehre als Gärtner gemacht und wollte mich irgendwann selbstständig machen“, schildert Alge seinen beruflichen Werdegang. Das tat er dann 2007. Sein erster Angestellter war sein Vater. „Er hat mich sehr geprägt“, erzählt Philipp Alge, der heute vier Mitarbeitern einen Job bietet.
Fleiß wurde belohnt. Man übertrug ihr die Verantwortung für eine Akutstation und die Spezialambulanzen ADHS und Autismusspektrumstörungen im Erwachsenenalter.
Dieses Multitalent findet immer den richtigen Weg
Vermarktungsprofi vor nächstem Karrieresprung
Sabrina Huber, 25. August 1987, Lauterach, stieg bereits im Jahr 2008 in den Familienbetrieb ein
Manuel Gohm, 23. Oktober 1979, Lustenau, Geschäftsführer Ländle Qualitätsprodukte Marketing
Für Kinder, deren Eltern ein Familienunternehmen führen, stellt sich oft die Frage, ob sie dort einsteigen. Sabrina Huber wollte nach der HAK-Matura 2006 auf jeden
Fall zuerst noch etwas anderes kennenlernen. 2008 war es aber soweit, nachdem sie sich lange die Frage stellte, ob eine Frau in diesem hart umkämpften Gewerbe zurechtkommt, fasste sie nach zwei Jahren in der Schweiz den Entschluss, bei der Peter Huber Transport GmbH einzusteigen, frei nach dem Firmenmotto „Wir finden einen Weg“. Mittlerweile ist sie als Teil der Geschäftsleitung für das Thema Personal und Finanzen zuständig. Zudem wurde Sabrina, die auch 16 Jahre bei der Bürgermusik Lauterach dabei war, im Mai 2016 mit der Aufgabe betraut, als Aufsichtsrätin bei der Raiffeisenbank am Bodensee frischen Wind in die Regionalbank zu bringen.
Ein Jungmoderator im sportlichen Höhenflug Maximilian Werner, 8. März 2002, Feldkirch, hat sich als Sportmoderator einen Namen gemacht Wer auf einen solchen Nachwuchs zählen kann, braucht sich um die Zunft nicht zu sorgen. In diesem Fall ist es jene der Journalisten, wächst mit Maximilian Werner doch ein besonderes Talent heran. Bereits im zarten Alter von vier Jahren stellt er sich vor den Fernseher und moderierte eine laufende Sendung mit. Mittlerweile hat sich der Jugendliche als Moderator von Sportveranstaltungen im Land einen Namen gemacht. Als Maximilian Werner sein erstes Nachwuchsfußballturnier kommentierte, war er gerade einmal neun Jahre alt. Doch er hatte die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und die Anfragen kamen von selbst. Sogar eine Einladung
von Rapid Wien liegt bereits auf dem Schreibtisch des pfiffigen Gymnasiasten, der unbeirrt seinen Weg geht. Und der soll ihn nach der Matura zum Sportjournalismusstudium nach Salzburg führen.
Singen und Musik sind seine größte Leidenschaft Barnabas Eienbach, 30. Jänner 2004, Lochau, singt im Brucknerchor bei den Wiener Sängerknaben Singen gehört für den 13-jährigen Barnabas Eienbach seit Beginn zu seinem Leben dazu. Schon als Kind war es für ihn das Größte. „Am Singen gefällt mir der Klang, der aus einem herauskommt“, sagt der Junge, der mittlerweile professionell Musik macht. Seit zwei Jahren singt Barnabas bei den Wiener Sängerknaben im Brucknerchor. Dort musiziert der Lochauer gemeinsam mit Buben aus aller Welt. „Mir gefällt es sehr gut. Es ist international und wird nie langweilig“, erzählt Barnabas. Während er in Wien zwei Trimester lang zur Schule geht, stehen im dritten Trimester weltweit Auftritte auf dem Programm. So bereiste Barnabas als Wiener Sängerknabe bereits unzählige Länder. Erst vergangenen Herbst tourte die Truppe durch Asien. „Wir
waren in China, Taiwan, auf den Philippinen und in Indonesien“, zählt Barnabas auf. Zudem hatten die Sängerknaben Auftritte in Deutschland, Budapest, Slowenien, Island und auf den Kanarischen Inseln. An einen Auftritt erinnert sich der 13-Jährige sehr gerne zurück: „Das war in Südkorea. Es war mein erster Auftritt als Sängerknabe, vor über 2000 Menschen. Ich war sehr nervös.“ Heimweh hat Barnabas nur noch selten, trotzdem plant er, nach seiner Zeit als Sängerknabe nach Vorarlberg zurückzukehren. „Ich möchte die Oberstufe an einer normalen Schule im Ländle besuchen“, sagt er. Was er danach macht, weiß er noch nicht: „Ich weiß noch nicht, was ich werden möchte.“ Jedenfalls wird ihn die Leidenschaft für Musik sein ganzes Leben lang begleiten.
Manuel Gohm ist Fachwirt für Marketing und Management. Den Fokus hat er vor acht Jahren ganz auf Lebensmittel gerichtet. Bei Gunz in Mäder hat der heute 37-Jährige vier Jahre lang das Marketing und die Niederlassungen in den USA und Australien verantwortet. Der Export von Lebensmitteln war sein Thema. „Ich wollte dann die andere Seite kennenlernen“. Das war 2013. Gohm wechselte als Geschäftsführer zum Ländle-Marketing und hat mit einem kleinen Team erfolgreich gezeigt, wie regionale Lebensmittel gewinnbringend vermarktet werden können. Ein neues Herkunftssiegel, das heuer eingeführt wird, zählt zu den Höhepunkten seiner Arbeit. Jetzt wartet der nächste Karrieresprung.
Mit April übernimmt Gohm die Geschäftsführung von Transgourmet Vorarlberg. 25 Millionen Euro werden in einen neuen Standort in Schwarzach investiert.
Genauer Beobachter und leidenschaftlicher Autor Bastian Kresser, 3. Jänner 1981, Feldkirch, Autor und stellvertretender Geschäftsführer der VHS Götzis „Das Schreiben ist mein Grundpfeiler, der mein ganzes Leben stützt“, erklärt der Feldkircher Autor Bastian Kresser. Seine Geschichten entstehen in einem Prozess, es sei das ständige Beobach-
ten des Lebens und der Natur, das Charaktere und Handlungen formt. Während seines Studiums der Anglistik und Amerikanistik in Innsbruck wuchs die Leidenschaft für Literatur. 2013 erschien sein Romandebüt „Ohnedich“, für das er 2014 den Achensee LiteraTour Preis erhielt. 2016 erschien der zweite Roman „Piet“. Ein weiteres Projekt, das sich aktuellen Themen widmet, wie Kresser verrät, ist derzeit am Entstehen. Das Wissen aus dem Studium gibt der 36-Jährige in der Erwachsenenbildung weiter. Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Volkshochschule Götzis, Leiter der Berufsreifeprüfung und unterrichtet Englisch.
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
8 50 Köpfe von morgen Kreatives Backtalent auf Erfolgskurs
Kulinarische Highlights für eine Hotel-Legende
Viola Bachmayr-Heyda, 24. März 1989, Wien, Chef-Pâtissière
Dennis Remo Brunner, 14. Juli 1982, St. Moritz, Küchenchef im Waldhaus Sils-Maria
„Ich habe Essen wahnsinnig gern“, beschreibt Viola Bachmayr-Heyda ihre größte Leidenschaft. Deswegen war für die Lochauerin schon immer klar, dass sie im kulinarischen Bereich arbeiten will. Das ist ihr gelungen: Nach ei-
ner Konditorenlehre im Wiener Café Central und einem Aufenthalt in Portugal, wo sie im Gourmetrestaurant „Villa Joya“ (zwei Michelin-Sterne) tätig war, kam die WahlWienerin als Chef-Pâtissière zu Nobel-Bäcker Josef Weghaupt und seinem „Joseph Brot“. Ihre Arbeit beschreibt sie als vielseitig, gehört doch neben dem Backen von süßen Bionaschereien auch einiges an Organisation dazu. Dafür steht Bachmayr-Heyda jeden Tag schon in den frühen Morgenstunden in der Brotmanufaktur im Waldviertel, welche die drei Standorte von „Joseph Brot“ in Wien, aber auch andere Gastronomen und Märkte beliefert. „Da die Firma sehr schnell wächst, muss auch ich viel wachsen“, sagt die Lochauerin, für die ihre kreative Arbeit in der Backstube einen „absoluten Traum“ darstellt.
Das Waldhaus Sils genießt längst Legenden-Status. Unzählige berühmte Philosophen, Politiker, Schriftsteller, Musiker, Komponisten, bildende Künstler, Wissenschaftler, Regisseure und Schauspieler sind in dem 1908 eröffneten Fünf-SterneHaus im schweizerischen Oberengadin bereits abgestiegen. Geprotzt und geprahlt wird in dem geschichtsträchtigen Hotel dennoch nicht. Das gilt auch für Dennis Brunner (34): Der gebürtige Lustenauer kam 2005 ins Waldhaus, seit dem Vorjahr führt er als Küchenchef ein Team von derzeit 16 Köchen und sieben Lehrlingen an. „Wir kochen global mit regionalen Produkten“, beschreibt der 34-Jährige seine Küchenphilosophie. Brunner arbeitet eng mit den Produzenten aus der Region zusammen und kennt jeden von ihnen per-
sönlich. „Wir machen noch alles selber“, sagt der 34-Jährige. An seinem Beruf begeistert ihn die Vielfalt und „weil es einfach Spaß macht. Der tägliche Stress ist auch das, was es ausmacht. Man ist immer gefordert“.
Der seine Worte an die Welt richten durfte
Abseits der Pisten in der absoluten Weltklasse
Dennis Vetter, 27. August 1994, Lustenau, Student
Fabio Studer, 17. Mai 1986, Koblach, Freeride-Skifahrer
Davon erzählt man vielleicht beim Frühstück als Erinnerung an einen Traum. „Du ich hab‘ geträumt, ich war bei der UNO und sprach zur Welt...“ Bei Dennis Vetter, 22-jähriger Lustenauer, war das kein Traum. Er durfte als Vertreter
der österreichischen Bundesjugend tatsächlich vor der UNO in New York am Rednerpult stehen und über die notwendige Partizipation von Jugendlichen an Prozessen sprechen, welche die Welt in der Zukunft prägen werden. „Ich war natürlich nervös“, gesteht der Student der Politikwissenschaften, „aber es ist gut gegangen. Der Saal war zu vier Fünfteln gefüllt, ich durfte fünf Minuten reden“, schildert Vetter jenes Erlebnis, das er ein Leben lang niemals vergessen wird. Der Spross einer Juristenfamilie hat sich voll und ganz der Politik verschrieben. Sein politisches Vorbild ist Barack Obama, sein menschliches Idol Nelson Mandela. Vetters Credo: „Jugendliche dürfen nicht durch Passivität zulassen, dass die Alten über ihre Zukunft bestimmen.“
Ein wahrer Held, der für Sicherheit sorgt Christian Schobel, 23. Jänner 1990, Rankweil, Polizist, Feuerwehrmann und SARUV-Kommandant Christian Schobel war schon immer sehr engagiert: Mit zwölf Jahren trat er der Jungfeuerwehr Rankweil bei und arbeitet heute bei den aktiven Einsatzkräften. Hauptberuflich ist Schobel Polizist: „Menschen helfen und Verbrecher jagen, genauso habe ich es mir vorgestellt.“ Als 1999 die ehrenamtliche Search and Rescue Unit Vorarlberg (SARUV) gegründet wurde, war für ihn klar, dass er ein Teil davon werden möchte. Die Mannschaft wird speziell für Katastrophen ausgebildet. Nach einigen Zusatzausbildungen wurde er 2011 stellvertretender Kommandant der SARUV. Drei Jahre später übernahm er den Posten als ehrenamtlicher Kommandant. Heute koordiniert er 140 Mitglieder der SARUV, bestehend aus Teilbereichen der Feuerwehr, der Suchhundestaffel der Berg-
rettung, dem Roten Kreuz sowie der Support Unit Austria. Der Zusammenhalt im Team treibt Schobel an, sein Bestes zu geben. „Obwohl die Ausbildungen aufwendig sind, bin ich immer stolz, wenn wir es geschafft haben.“
Ein Job, der ganz im Zeichen der Schönheit steht Alina Metzler, 12. Jänner 1998, Hohenems, ausgebildete Kosmetikerin und Fußpflegerin „Mit meiner Arbeit mache ich Menschen glücklich. Nach einer kosmetischen Behandlung sehen die Kunden den Vorher-Nachher-Effekt. Es ist schön, wenn sie sich dann wohlfühlen“, schwärmt Alina Metzler von ihrem Beruf. Sie ist Kosmetikerin, und erfolgreich in dem, was sie macht. Ihr Können bei Gesichtsbehandlungen, Fußpflege und Maniküre bewies die 19-Jährige beim Bundeslehrlingswettbewerb in Graz. Dort durfte sie im vergangenen Jahr Vorarlberg in der Kategorie Kosmetik vertreten und erreichte den ersten Platz. „Das war für mich persönlich ein großer Erfolg und eine schöne Erfahrung“, erzählt die Hohenemserin, die auch von ihrer damaligen Chefin und den Kunden viel Lob für diese Auszeichnung bekam. Dass Metzler einmal Kosmetikerin werden möchte, wusste sie schon als Kind. Irgendwie wurde ihr das Händchen für Pflege und Schönheit auch in die Wiege
gelegt. Denn Mama und Gota arbeiten als Visagistin und Friseurin. So machte sich die junge Frau nach der Schule im Jahr 2013 auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz und fand diesen im Harmoniestudio Dornbirn bei Karin Schwarz. Dort schloss sie auch ihre Lehre im vergangenen Jahr ab. „Mein Ziel war es, die Lehre bestmöglich abzuschließen. Dafür habe ich viel gelernt. Am Ende hat sich die Arbeit ausgezahlt, denn ich bin sehr zufrieden mit meinem Abschluss.“ Mittlerweile arbeitet Metzler im Kosmetikstudio Wohlgefühl in Lustenau. „Ich habe nach der Lehre frischen Wind gebraucht und mich deshalb dazu entschieden, Anfang des Jahres den Betrieb zu wechseln.“ Der Kosmetikbranche möchte sie aber weiterhin treu bleiben. „Es ist mein Traumjob. Kosmetik und Fußpflege sind einfach mein Ding, deshalb sehe ich auch meine Zukunft in dieser Branche.“
Auf Skiern gibt es für Fabio Studer kaum Grenzen. Er fährt steilste Hänge im freien Gelände und macht dabei akrobatische Figuren bei Sprüngen über hohe Felsen. Damit hat er in der Freeride World Tour für Aufsehen gesorgt. Im Vorjahr wurde er Gesamt-Dritter. Beim heurigen Auftakt in Andorra lief es nicht nach Maß. Ein Sturz bremste den Profi. Aber wenige Tage später, als ebenda der ausgefallene Tour-Stopp in Chamonix nachgeholt wurde, lief es besser: Platz sechs. „Oben war ich perfekt“, erklärt Studer, „unten aber zu langsam.“ Beim nächsten Bewerb, in Fieberbrunn, will er Vollgas geben. Neben der World Tour stehen diesen Winter viele Dreharbeiten am Programm. Nicht nur das Skifahren abseits der Pisten, sondern auch die Skifilme der
Profis werden immer begehrter. Studer drehte dieses Jahr schon in Kanada und Italien. Und immer wieder auch im „Heim-Gebiet“, der Silvretta Montafon: „Dort ist es im freien Gelände noch nicht so überlaufen.“
Leidenschaft für den Wertpapiermarkt Patrick Schuchter, 22. April 1986, Kennelbach, Leiter Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg Mit 26 Jahren übernahm Patrick Schuchter das Fondsmanagement bei der Volksbank Vorarlberg – als einer der Jüngsten in Österreich überhaupt. Dass er mit 30 die Vermögensverwaltung leitet, spricht für sein Talent
und seine Hingabe an den Wertpapiermarkt. Mit seiner Konzeption des ersten vollumfänglich nachhaltigen Anlagekonzepts einer Geschäftsbank in Österreich schaffte er es ins Handelsblatt. Das Interesse für Aktien wurde mit 14 von seinem Opa geweckt. Seit damals war für den Wirtschaftswissenschaftler klar, dass er in diesem Bereich arbeiten will. Studiert hat er in Liechtenstein, Basel und an der London School of Economists. „Immer noch starte ich jeden Morgen mit einem Kribbeln im Bauch, welche Überraschungen die Märkte bereithalten“, beschreibt er seine Leidenschaft. Stets einen ruhigen Kopf zu bewahren, ist in seiner Branche wichtig. Sein Ziel: Mit der Volksbank der beste Assetmanager Österreichs im Bereich nachhaltiger Geldanlage zu werden.
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
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Senkrechtstarter der Reiterszene Christian Rhomberg, 13. Dezember 1990, Dornbirn, Springreiter Christian Rhomberg ist ohne Zweifel der Shootingstar der nationalen Springreitszene. Mit zahlreichen Spitzenleistungen trug der 26-jährige Dornbirner maßgeblich dazu bei, dass Österreich nach dreijähriger Unterbrechung wieder beim Finale des FEI Nations Cups in Barcelona dabei war und dort den zwölften Endrang belegte. 2016 war überhaupt ein Jahr der großen Veränderungen im Leben von Vorarlbergs Parade springreiter. Im April machte er sich selbstständig, im November wurde er erstmals Vater, und im Juli steht die Hochzeit mit Lebensgefährtin Theresa auf dem Programm. Trotz aller Euphorie
vergisst der seit Februar beim HLSZ als Sportsoldat Tätige nicht auf das wesentlichste Merkmal, sein Arbeitsgerät: „Ich habe das große Glück, dass mir Besitzer wie Carola Lehner oder Bettina Dür-Lehner absolute Spitzenpferde zur Verfügung stellen. Um im Springreitsport konkurrenzfähig zu sein, ist ein Zusammenspiel von Mensch und Tier auf höchstem Niveau notwendig. Im Moment befinde ich mich dahingehend wirklich auf der Sonnenseite, und natürlich soll dies noch möglichst lange so bleiben“, betont Rhomberg, dessen großes sportliches Ziel eine Teilnahme an Olympischen Spielen ist.
Mit Innovation und Scharfsinn in den Alltag
Mit aktueller Strategie auf dem richtigen Weg
Stuntman, Snowboarder und „Teilzeit-Veganer“
Christoph Dobler, 5. März 1986, lebt in Bludenz, entwickelte Prototyp „Micro Force Control“
Roland Comploj, 1. März 1980, Nüziders, Geschäftsführer TFE Textil GmbH, Prokurist Getzner Textil
Thomas Feurstein, 10. April 1991, Schruns, professioneller Freerider
Schon von klein auf ist Christoph Dobler seiner Leidenschaft für Technik verfallen. „Vor allem faszinierten mich Flugzeuge und Modellautos“, erinnert sich der 30-Jährige. „Durch meine Krankheit wurde diese Vorliebe zur Notwendigkeit.“ Seit 21 Jahren ist Dobler aufgrund einer muskulären Erbkrankheit auf den Rollstuhl angewiesen. Der schwindenden Selbstständigkeit zum Trotz entwickelte er ausgeklügelte Tools zur Bewältigung des Alltags. Mit seiner jüngsten Erfindung „Smart Rolli“ – einer neuartigen Steuerung des Rollstuhls durch ergonomische Sensoren – ist es gelungen, ein System zu realisieren, das neben dem Fahren über eine Palet-
te an Funktionen verfügt. Das Produkt soll nun marktreif und breit zugänglich werden: „Für mehr Lebensqualität aller, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind.“
„Die Kombination aus jungen Köpfen und jahrelanger Erfahrung ist ein guter Nährboden für neue Ideen“, sagt Roland Comploj, Geschäftsführer des Getzner-Tochterunternehmens TFE Textil GmbH, in der er insbesondere für die Zukunftssparte Automotive verantwortlich zeichnet, und als Leiter Logistik in der Getzner Textil AG, die eindrucksvoll zeigt, dass die Textilbranche in Vorarlberg und in Europa durchaus Zukunftsaussichten hat. „Mit unserer Strategiearbeit sind wir auf dem richtigen Weg.“ Nach dem betriebswirtschaftlichen Studium an der FH Vorarlberg und Praktika in verschiedenen Unternehmen war Comploj, der als
Sproß des Familienunternehmens auch Gesellschafter bei Getzner ist, von 2005 bis 2013 bei ThyssenKrupp Presta. Im Jahr 2013 wechselte er zu Getzner Textil.
Snowboarden, Skateboarden, Klettern sowie Wandern und mit dem Bike unterwegs sein: Von „Muki-Buden“ hält der drahtige Schrunser Thomas Feurstein im Hinblick auf seine Kondition und das Stählen seiner Muskeln nichts. Der 25-Jährige, der sich selbst als „Teilzeit-Veganer“ bezeichnet, schnallte sich im Alter von zwölf Jahren erstmals ein Snowboard an, sieben Jahre später wurde es zu seiner Profession. Feurstein, der früher in der gleichnamigen Schrunser Café-Pizzeria seines Vaters hinter der Theke stand, konnte sich als Stuntman und Snowboarder in der Freerider-Szene bereits einen Namen machen und hat sein Ticket für die „Freeride World
Tour 2017“ bereits in der Tasche. Auch im TV waren seine Stunts als Skateboardfahrer bei „Aktenzeichen XY“ oder der Serie „Soko Kitzbühel“ bereits zu bewundern.
Flinker Flügelflitzer mit Stethoskop
Ein Hohenemser bei Goldman Sachs
Dominik Bammer, 18. Jänner 1990, Bregenz, verbindet Profisport und Medizin
Florian Amann, 26. März 1986, New York, Investmentbanker bei Goldman Sachs
Sportlich sorgt er als linker Flügel bei den Bregenzer Handballern für Tempo. Beruflich ist Dominik Bammer auf der medizinischen Schiene unterwegs. Der Oberösterreicher möchte weder das eine noch das andere missen. „Für mich ist Sport etwas Wichtiges“, betont er. Ernst nimmt er auch seine Ausbildung auf der Internen im LKH Hohenems. Dass er beides unter einen Hut bringt, verdankt Bammer dem Entgegenkommen des Abteilungsleiters und der Kollegen. „Das weiß ich sehr zu schätzen.“ Die Zukunft hat der Jungarzt ebenfalls im Blick. Er möchte als Internist, noch lieber aber als Allgemeinmediziner arbeiten, sein erworbenes Wissen bei jenen anwenden, die es brauchen: den Patienten. Mit Wissenschaft im stillen
Kämmerlein hat Dominik Bammer nichts am Hut. Er will auch die Gesundheitsversorgung vorantreiben und
sich gesundheitspolitisch engagieren. Zu diesem Zweck absolviert er nebenbei noch ein Wirtschaftsstudium.
Florian Amann ist 30 Jahre alt, aus Hohenems, und kann auf einen Trophäenschrank blicken, von dem andere leistungs- und erfolgsorientierte Menschen nur träumen können. Schon die Auflistung seiner Studienabschlüsse liest sich wie ein Sportlerlebenslauf: Jus-Magister an der Uni Wien, Rang 13 von 546. Bachelor an der WU Wien, mit Auszeichnung, Rang 10 von 3963. Master an der Chicago Booth mit „High Honors“, unter den 50 besten Masterabsolventen – weltweit. 2014 zog er in die USA, seit sieben Monaten arbeitet er als Investmentbanker und Unternehmensberater bei Goldman Sachs. Im Grunde hat er schon alles erreicht, oder? „Ich habe auf jeden Fall noch berufliche Ziele“, betont Amann. „Ich habe kei-
nen Masterplan, und Karrieren sind heutzutage weniger linear als sie für unsere Elterngeneration waren.“ Pri-
vat sieht das anders aus: „Ich habe letztes Jahr geheiratet und wir wollen mittelfristig natürlich Kinder haben.“
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
10 50 Köpfe von morgen
Ausgeschlafenes Trio im familieneigenen Betrieb Philipp Amann, 6. September 1979, Theresa Amann, 14. November 1980, und Clemens Amann, 28. Oktober 1984, Frastanz, Geschäftsführung Samina „Wir sind froh, dass unser Vater dieses Projekt gewagt hat“, sagt Philipp Amann (Foto links) über die Gründung der Firma Samina. Nicht ganz gewöhnlich war es, dass der Psychologe und Therapeut Günther W. Amann-Jennson zum Unternehmer wurde und Produkte für den gesunden Schlaf anbot. Der Seniorchef leitet nach wie vor die Firma aus Frastanz, doch mittlerweile mischt die nächste Generation mit: Mit den Kindern Philipp, Theresa und Clemens ist die Geschäftsführung fest in Amann-Hand. Samina versteht sich nicht als Hersteller von Betten, sondern als Anbieter von Schlafkonzepten. „Es geht um die Frage: Wie muss der Mensch in der heutigen Ge-
sellschaft gebettet sein, damit er sich regeneriert?“, sagt Philipp Amann. Der Älteste hat schon als HAK-Schüler in der Montage sein Taschengeld aufgebessert und stieg mit 23 Jahren in den Vertrieb ein, den er heute leitet. „Wir betreiben In-Sourcing“ Seine Schwester Theresa hat Mediengestaltung studiert und ist heute Saminas Marketingchefin. „Da geht es vor allem darum, die Menschen für das Thema Schlaf zu sensibilisieren“, sagt sie. Unter ihrer Leitung entstand unter anderem die hauseigene Werbeagentur, „damit sind wir schneller und flexibler“, erklärt Theresa Amann. „Andere Betriebe betreiben Out-Sourcing, wir betreiben In-Sourcing“, sagt dazu der
jüngste der drei, IT-Chef Clemens Amann. Der 33-Jährige spielt eine wichtige Rolle im Online-Marketing von Samina, in EDV und IT-Management. Für die Zukunft geloben die drei, den Standort Frastanz zu erhalten, wachsen will man lieber qualitativ als quantitativ. Das Trio betont, dass sie in ihre unterschiedlichen Rollen nicht hineingedrängt wurden, sondern gemäß ihren Neigungen in sie hineinfanden. „Unsere Eltern haben uns stets viel Freiraum gelassen“, sagen die drei einhellig, davon bekommt der Vater nun ein bisschen zurück: „Dadurch, dass wir mehr Aufgaben übernehmen, kann er sich heute wieder verstärkt der Forschung widmen“, erklärt Philipp Amann.
Schöne harte Arbeit für preisgekrönte Klänge
Angehender Mediziner Die steile Berufskarriere mit großem Engagement begann mit der Lehre
Hanna Bachmann, 25. August 1993, Röthis, Pianistin mit bereits beachtlicher Konzertkarriere
Dominik Klug, 27. Juni 1992, Dornbirn, Medizinstudent, leitet das Teddybärkrankenhaus
Selbst Kirill Petrenko, Generalmusikdirektor an der Staatsoper München und demnächst Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, war von ihrem Spiel angetan, bezeichnete Hanna Bachmann als „gereifte Persönlichkeit am Klavier“. Für ihre erste CD, die im Konzertsaal „Arlberg 1800“ in St. Christoph aufgenommen wurde, spielte sie Werke von Janácek, Beethoven, Ullmann und Schumann. Herausforderungen hat sie bereits als Schülerin nie gescheut. Sie besuchte die Klasse von Ferenc Bognar am Vorarlberger Landeskonservatorium und wechselte dann zu Florian Krumpöck nach Wien. Seit 2011 arbeitet sie mit Pavel Gililov an der Universität Mozarteum Salzburg, wo sie 2015 ihr Bachelor-Studium mit Auszeichnung absolvierte und diesen Sommer mit dem Masterstu-
dium abschließen wird. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, so mit dem ersten Preis beim „International Bachelor Piano Award 2015“ in Düsseldorf. Eine rege Konzerttätigkeit führte sie in verschiedene Länder.
Es soll das letzte Jahr als Student sein: Der 24-jährige Dominik Klug aus Dornbirn will heuer sein Medizinstudium in Innsbruck abschließen. Davor soll aber ein zweites Mal das Teddybärkrankenhaus am LKH Feldkirch stattfinden. Klug hat das Projekt im vergangenen Jahr mit großem Einsatz auf die Beine gestellt. Österreichweit hat Klug Unis angeschrieben, um Vorarlberger Studenten für seine Idee zu gewinnen. 130 Freiwillige, Medizin- und Pharmaziestudenten und Schüler der Krankenpflegeschule Feldkirch behandelten schlussendlich die Kuscheltiere von 700 Kindern, um ihnen die Angst vor dem Arzt zu nehmen. Im September wird das Projekt wieder stattfinden. Seine berufliche Zukunft als Arzt sieht der ambitionierte Student in Vorarlberg. Aber auch die Forschung ist für ihn
ein interessantes Thema für die Zukunft. Davor ruft jedoch das Ausland. Und auch hier zeigt sich das Engagement des Dornbirners, denn ein ehrenamtlicher Einsatz als Arzt ist durchaus vorstellbar.
Martin Hartmann, 8. Jänner 1996, lebt in Klaus, Dachdecker bei Peter Dach in Götzis Eine steile Karriere legte Martin Hartmann in seiner bisherigen noch so jungen Berufslaufbahn hin. Als erster Lehrling überhaupt holte sich der 20-jährige Klauser, der bei Peter Dach in Götzis beschäftigt ist, in gleich zwei Kategorien den Landesmeistertitel. Hartmann krönte sich im Vorjahr zum besten Nachwuchs-Dachdecker und -Spengler im Land – und das innerhalb von zwei Wochen. Das hatte es zuvor in Lehrlingswettbewerben noch nie gegeben. Der ehrgeizige junge Mann gab sich damit aber nicht zufrieden. Nach dem Gewinn der Staatsmeisterschaft der Dachdecker nahm er gemeinsam mit Markus Geist aus Doren am Teambewerb der Berufsweltmeisterschaften in Warschau teil, wo das Duo in der Kategorie Steildach die Bronzemedaille holte. Solch engagierte Lehr-
linge sind Hoffnungsträger für die heimischen Handwerksbetriebe und der Beweis der hohen Ausbildungsqualität im Land. Hartmann ist mehr als der Beweis, dass Karriere mit Lehre eine steile Zukunft hat.
Mit Kreativität zu neuen Ideen für eine gute Zeit
Im Operationssaal fühlt sie sich zu Hause
Junger Filmemacher träumt von großem Film
Martin Fetz, 16. August 1979, Egg-Großdorf, erstellt nachhaltige Kommunikationsformate in Wien
Julia Wolfram, 08. April 1989, Feldkirch, Assistenzärztin für Orthopädie und Sporttraumatologie
Felix Kalaivanan, 4. September 1993, Feldkirch, will das Schreiben und Filmen zu seinem Beruf machen
Auf den Weg nach Wien machte sich Martin Fetz aus Egg-Großdorf des Studiums wegen. Die Fächer Geographie und Sport lehrte er fünf Jahre an einem Gymnasium. „In meinem Freundeskreis sind viele im Bereich Design, Architektur und dergleichen tätig, so wurde mein Interesse geweckt, selbst kreativ zu arbeiten“, erklärt Fetz den Berufswechsel. Das Projekt „Feldküche“, eine KulinarikParty unter freiem Himmel im Bregenzerwald, schlug gleich ein. Fortsetzungen in ganz Österreich waren die Folge. Das war die Initialzündung für „friendship.is“, eine Plattform, die maßgeschneiderte Kommunikationsformate entwirft. Empfehlungen von zufriedenen Projektpartnern führen zu vollen Auftragsbüchern. Und zu neuen Ideen. Wie „FAQ Bregenzerwald“, ein innovatives Festival, das
Vorträge, Musik und Genuss vereint und zum Publikumsmagneten wurde. Im September geht es weiter. Inzwischen erarbeitet Fetz neue Konzepte für Projektpartner im gesamten deutschsprachigen Raum.
„Wer sich einmal so in seinen Traumberuf verbohrt hat, kommt von der Idee nicht mehr weg“, meint Julia Wolfram. Seit sie zwei Jahre alt ist, wollte die gebürtige Tirolerin Chirurgin werden. 2007 begann sie ihr Studium in Innsbruck. Währenddessen famulierte sie in Tübingen und Chennai. Seit 2014 arbeitet Julia Wolfram im Landeskrankenhaus Feldkirch, wo sie auch in Zukunft bleiben will: „Ich habe mir viele Krankenhäuser angeschaut, aber in Feldkirch fühle ich mich am wohlsten.“ Wolfram wirkte zudem bei einigen Studien über die Wirbelsäule oder Skoliose mit. „Das Schreiben ist eine nette Abwechslung zum Arbeitsalltag“, sagt sie. Dennoch gefällt ihr das Operieren am besten. Ihr Ziel ist es, Korrekturen von komplexen Deformitäten und Skoliosen vor allem im Kindes- und
Jugendalter durchzuführen. Die Facharztprüfung schließt sie in zwei Jahren ab. Danach strebt sie den Posten als Oberärztin an. „Es ist ein sehr zeitintensiver Beruf, aber für meine Patienten nehme ich das gerne in Kauf.“
Das Schreiben bereitete Felix Kalaivanan schon als Kind Freude. Seine Aufsätze kamen bei den Lehrern gut an. Sie wurden mit Einsern benotet. Als HTL-Schüler arbeitete er nebenher als Filmvorführer im Kino. So wurde seine Liebe zum Film entfacht. Bereits mit 16 träumte der Feldkircher davon, für die große Leinwand zu schreiben und zu filmen. In Eigenregie entstanden erste Drehbücher und Kurzfilme. Einen ersten Erfolg heimste der junge Filmemacher und Drehbuchautor bei der Alpinale 2016 ein. Bei dem Kurzfilmfestival schaffte es sein Dialekt-Film „Neujohr“ ins Festspielprogramm. Als großen Erfolg wertet Kalaivanan rückblickend auch die Aufnahme an der Filmakademie in Wien. „Viele schaffen die Aufnahmeprüfung nicht.“ Inzwischen hat er einen weite-
ren Kurzfilm produziert, ein Melodram. „Es geht um einen kleinen Buben, der im Wald ein Abenteuer erlebt.“ Mit ihm will er auf Festivals seine Visitenkarte abgeben. „Dann kann ich später vielleicht einen großen Film machen.“
FREITAG, 24. FEBRUAR 2017
11 Vorarlbergerin startet in Hollywood groß durch
Von Wien aus auf 750.000 Bildschirme
Laura Bilgeri, 12. Juli 1995, Los Angles, Schauspielerin
Nina Himmelreich, 26. Februar 1994, Wien, Bloggerin, http://www.ninahmml.com/
Seit zweieinhalb Jahren lebt Laura Bilgeri, Tochter von Rockprofessor Reinhold Bilgeri, im sonnigen Los Angeles. „Ich wollte hier als Schauspielerin Fuß fassen“,
Schon eine Zahl ihres Instagramaccounts ist bemerkenswert: 24.800 Abonnenten verfolgen ihre Beiträge. Inklusive ihres Blogs kommt sie so auf 750.000 Menschen, die ihre Fotos, Zeichnungen und Artikel verfolgen. Nina Himmelreich aus Götzis erreicht die ganze Welt. Aber womit eigentlich? „Mit Schnappschüssen, mit Outfits. Ich möchte inspirieren und erzähle vieles aus meinem Leben.“ Wer sein Leben preisgibt, muss natürlich mit Reaktionen rechnen: „Ich bekomme 50 bis 100 Mails pro Tag. Aber das sind eigentlich ausschließlich positive Reaktionen, ab und zu eine konstruktive Kritik. Hates habe ich noch nie erhalten.“ Im re-
erzählt die 21-Jährige, die 2010 im Film „Der Atem des Himmels“ ihr Schauspieldebüt feierte. 2015 ergatterte sie in „Toby Goes To Camp“ ihre erste Rolle in den USA. Es folgten weitere Rollen und ein großes US-weites Mazda Commercial, produziert vom britischen Filmregisseur Ridley Scott. Demnächst ist Laura Bilgeri in ihrem ersten großen Hollywood Sci-fi Action-Film „The Recall“ zu sehen, in dem sie die weibliche Hauptrolle an der Seite des Weltstars Wesley Snipes spielt. „Ich habe die harte Arbeit, die hier verlangt wird, gerne angenommen und kann jetzt die ersten Früchte ernten“, freut sich die Schauspielerin.
alen Leben studiert Himmelreich Architektur, in Zukunft möchte sie beides verbinden: „Auch beim Raum- und Informationsdesign kann ich Dinge visualisieren.“
Von der Kanzlei in den Hörsaal und zurück
Leidenschaft für Blumen und Gartenarchitektur
Gregor Lässer, 12. April 78, Alberschwende, Partner bei TWP, Lehrbeauftragter
Kerstin Waibel, 7. Mai 1988, Götzis, Gartenbauerin und Rosenexpertin
Gregor Lässer schwört auf praxisnahen Unterricht, „besonders bei einem manchmal trockenen Fach wie Recht“, meint er. Der 38-jährige Dornbirner begann seine An-
waltskarriere vor neun Jahren bei TWP Rechtsanwälte, ist inzwischen Partner und hat sich auf Immobilien- und Unternehmensrecht sowie Erb- und Energierecht spezialisiert. Seit 2013 ist er zudem Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Vorarlberg und der Universität Liechtenstein: „Ich beschäftige mich gerne mit komplexen und aktuellen Themen unserer Zeit und gebe mein Wissen gerne weiter, das gefällt mir an meinem Beruf.“ Im Rahmen der Lehrtätigkeit versucht er, die Studenten mit praktischen Beispielen zur Mitarbeit zu motivieren. „Das schafft eine lockere Atmosphäre, und die Studenten schätzen es, sich in den Unterricht einbringen zu können.“
Vitaminbomben und motivierte Mitarbeiter Patrick Grabher, 13. November 1979, Feldkirch, Geschäftsführer Fruchtexpress Grabher Ob nun die prallgelbe Banane der Star im Obstkorb ist oder die aparte Sternfrucht: Der Lebensmittelgroßhändler Fruchtexpress Grabher liefert tagtäglich 90 Tonnen dieser und rund 400 anderer Gemüse und Früchte aus. Patrick Grabher führt das Unternehmen seit 2014 in dritter Generation zusammen mit Hubert Grabher. Der inoffizielle Vitaminlieferant der Vorarlberger Konsumenten und Restaurantgäste richtet sich unter Grabhers Führung derzeit für die Zukunft aus und stellt sich den Herausforderungen der digitalen Zeit. Außerdem beschäftigt sich der Absolvent der Universität Zürich (Studienrichtung: Volkswirtschaft) mit der Ausweitung
des Sortiments und neuen Wegen in der Personalpolitik. „Unseren Mitarbeitern biete ich mehr Freiraum und versuche sie zu noch mehr Eigenverantwortung zu motivieren.“
Ein Doppelleben, das fordert und auch reizt Werner Grabherr, 8. September 1985, Götzis, Kotrainer und Marketingchef SCR Altach Er führt ein Doppelleben beim Cashpoint SCR Altach, ein sehr erfolgreiches. Markus Grabherr ist nicht nur Marketing- und Medienchef beim heimischen FußballBundesligisten, sondern kümmert sich als Kotrainer auch um das Individualtraining bzw. die Videoanalysen. Dass er nach dem Abgang von Damir Canadi auch sehr erfolgreich als Interimscoach – vier Siege in sechs Spielen bei einem Remis und einer Niederlage – einsprang, zeigt deutlich die gesamte Bandbreite, die der 31-Jährige im Verein abdeckt. Dabei wollte Grabherr nichts lieber als selbst dort stehen, wo sich die Mannschaft derzeit befindet: Ganz oben in der Tabelle der Bundesliga. Der Weg schien geebnet: Schon früh wurde er in den Landesauswahlen gefördert, der Wechsel in die
Fußballakademie nur allzu normal. Hand in Hand ging die Ausbildung, und schon bald erhielt die im Sportgymnasium abgelegte Matura neue Bedeutung. Denn fußballerisch stockte die Karriere des gebürtigen Bregenzers, der in Riefensberg aufwuchs und zusammen mit seinem Bruder Markus und Vater Franz trainierte. Mit ein Grund waren auch Verletzungen. „Ich wollte immer ganz nach oben“, erzählt er heute und gesteht, sich durchaus schwer getan zu haben, das Kapitel Profifußball zu schließen. „Ich war ja noch jung“, sagt Grabherr. Es folgten ein Studium in Innsbruck und die Trainerausbildung, jeweils in Rekordzeit. In Altach fand der ehemalige Spieler bald ein neues Betätigungsfeld. „Irgendwann werde ich mich wohl entscheiden müssen“, sagt er heute.
Viel Herzblut als Gartenbauerin. Diese Leidenschaft wird Kerstin Waibel nachgesagt. Waibel lebt in Götzis, das Faible für Garten- und Landschaftsgestaltung ist ihr quasi in die Wiege gelegt worden. Die 28-Jährige ist eine Tochter des 1968 gegründeten Familienunternehmens Rosen Waibel mit Hauptsitz in der Kummenberggemeinde Mäder. Bei Waibel setzt man als Floristikfachgeschäft seit jeher auf heimische Gärtnerqualität und betreibt sowohl in Rankweil als auch Bregenz, Götzis und im schweizerischen Altstätten Filialen. Vor allem mit hauseigenen Schnitt- und Topfrosen konnte sich Waibel einen Namen machen. Kerstin Waibel, die inzwischen in den Famili-
enbetrieb eingestiegen ist, absolvierte eine Gartenbauausbildung in Wien, Praktika in der Schweiz sowie in Italien und im Schwesterbetrieb Waibels auf Teneriffa.
Er weiß, wie die Löcher in den Käse kommen Christoph Schwarzmann, 25. Mai 1986, Langenegg, Sennermeister Christoph Schwarzmann hatte immer schon ein Fable für Käse. Der Sennermeister weiß, wie die Löcher in den Käse kommen. Er hat mit seinen Erzeugnissen mittlerweile schon dreimal Gold
beim Vorarlberger Käsequalitätsbewerb geholt. Aufgewachsen ist Christoph im Großwalsertal in Raggal auf einem Bauernhof. Kein Wunder, dass er bald die Liebe zur Landwirtschaft und in weiterer Folge zum Produzieren von Käse entdeckte. Der gelernte Schlosser zog der Liebe wegen in den Bregenzerwald nach Langenegg. „Hier habe ich mein berufliches und privates Glück gefunden“, betont Christoph. In der Langenegger Dorfsennerei ist Christoph Schwarzmann seit 2012 Betriebsleiter. Für ihn ist Käse machen eine Leidenschaft: „Man sollte niemals einen Käse produzieren, in dem kein Herzblut steckt“, darauf besteht Christoph.