Energiewirtschaft
Energieumstellung
Eine wichtige Aufgabe für das Management
Wärmeversorgung
Spannende Projekte im ganzen Land
Schrottrecycling
Wirksamer Weg zum Energiesparen
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Energieumstellung
Eine wichtige Aufgabe für das Management
Wärmeversorgung
Spannende Projekte im ganzen Land
Schrottrecycling
Wirksamer Weg zum Energiesparen
Aktuell geraten viele traditionelle Geschäftsmodelle ins Wanken. Niedrige Energiekosten werden für die Unternehmen immer wichtiger.
Gerade jetzt sollten Unternehmen Maßnahmen zum Umbau des Energiesystems umsetzen. Das gelingt nur, wenn alle Mitarbeitenden sich dafür aktiv einsetzen. Eine Antwort darauf heißt: Professionelles Changemanagement.
Der Dornbirner Dipl.-Ing. (ETH)
Manfred Zumtobel – www. zumsystem.at – bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Leitung und Steuerung von Changeprozessen mit. Er hat das Buch „Changemanagement – Veränderungsprozesse erfolgreich planen und umsetzen“ veröffentlicht und führte mit den VN das folgende Gespräch.
Wie kam es zu diesem Buch?
Das Buch ist in Zusammenarbeit mit meinem Großneffen Lorenz Kilga entstanden. Es kann bei info@designnetwork.at bezogen werden.
Wie definieren Sie Changemanagement?
Changemanagement bedeutet: Veränderungen aktiv „in die Hand nehmen“. Es besteht aus vier Schritten:
• Beobachtung und Einschätzung der Ereignisse und Entwicklungen im Umfeld.
• Herausfinden der Chancen und Gefahren, die damit für das Unternehmen entstehen.
• Planung und Umsetzung von Projekten zur Nutzung der Chancen, Vermeidung der Gefahren.
• Überprüfung der Ergebnisse und bei Bedarf Änderung des Kurses.
Welche Eigenschaften braucht aus Ihrer Sicht ein(e) Changemanager(in)?
Der/die Changemanager(in) muss den notwendigen Veränderungsprozess im Unternehmen planen, leiten, kontrollieren und steuern. Der/die Changemanager(in) muss in seiner/ihrer Funktion akzeptiert und wertgeschätzt sein. Er/sie muss über eine hohe Fachkompetenz im Bereich Prozesssteuerung, eine ausgeprägte Sozialkompetenz zur Arbeit mit Gruppen und Bearbei-
Unternehmen sollten Maßnahmen zum Umbau des Energiesystems umsetzen. Das gelingt am besten mit Changemanagement.
tung von Konflikten und eine umfassende Methodenkompetenz zur Gestaltung der Schritte im Arbeitsprozess verfügen.
Was sind die Voraussetzungen, die ein Unternehmen für das erfolgreiche Managen von Veränderungen erfüllen muss?
Viktor Frankl definiert einen gesunden Menschen mit fünf Fähigkeiten, die ein sinnerfülltes Leben ermöglichen. Das trifft auch für Unternehmen zu. Wenn sie erfüllt werden, ist ein Unternehmen sich selbst treu, widerstandsfähig, mutig und flexibel. Und damit auch erfolgreich im Managen von Veränderungen. Diese Fähigkeiten sind:
• Positiver Grundwert.
• Fähigkeit zur Selbstdistanzierung.
• Nutzung der Freiheit.
• Akzeptanz der Verantwortung.
Wie erkennt man, ob ein Unternehmen insgesamt auf Veränderungen und Changemanagement eingestellt ist?
Wenn sich ein Unternehmen an die Erkenntnis von Heraklit
– „Nichts ist so beständig, wie der Wandel“ – hält, ist es auf Veränderungen im Umfeld vorbereitet. Wenn die Geschäftsleitung darüber hinaus die Zukunftsfähigkeit periodisch gemeinsam mit den Mitarbeitenden überprüft, tauchen „automatisch“ Situationen oder
Optimale Changeprozesse müssen als Projekt ausgestaltet und mit Maßnahmen befüllt werden.
Dipl.Ing. Manfred Zumtobel Experte für Changeprozesse
Entwicklungen im Umfeld auf, welche interne Veränderungen erfordern. Dann ist das Unternehmen auf Changemanagement eingestellt.
Nennen Sie uns die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Umsetzung?
Die Umsetzung von Veränderungen im Unternehmen wird dann gut gelingen, wenn man nicht nur analysiert und
plant, sondern rasch auch „ins Tun kommt“.
Jede konkrete Veränderungsnotwendigkeit muss als Projekt mit definierten Zielen, einem verbindlichen Zeitplan und konkreten Umsetzungsmaßnahmen beschrieben werden.
Der/die Projektmanger(in) muss ein/e qualifizierte(r) Change manager(in) sein. Darüber hinaus benötigt jedes Changeprojekt eine(n) Einflusspromotor(in).
Wie läuft ein Changeprozess optimal ab?
• Betroffene überzeugen.
• Lösungen konzipieren.
• Dieser Prozess muss als Projekt ausgestaltet und mit Maßnahmen befüllt werden. Vor Beginn muss bei den Betroffenen die Zustimmung zur Veränderungsnotwendigkeit und die Bereitschaft zur Mitarbeit erreicht werden.
Welcher Führungsstil ist in Zeiten der Veränderung am geeignetsten?
Dazu haben die Psychologen Warren Bennis und Burt Nanus schon 1985 das Buch
„Führungskräfte“ veröffentlicht. Ihre Kernfrage lautete: „Haben erfolgreiche Führungskräfte etwas gemeinsam?“ Und sie identifizierten folgende entscheidende Fähigkeiten:
• Mit einer Zukunftsperspektive die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden wecken.
• Durch wertschätzende Gespräche den Sinn der Per spektive verständlich ma chen.
• Mit klaren Standpunkten das Vertrauen der Mitar beitenden bekommen sowie
• durch ständige Ent wicklung der eigenen Person die Mitarbei tenden dazu anzure gen, dasselbe zu tun.
Dipl.Ing. Manfred Zumtobel.
Bis 2025 will der Verkehrsverbund Vorarlberg mindestens 108 EBusse anschaffen. Damit soll der Umstieg auf einen emissionsfreien öffentlichen Verkehr gelingen und Vorarlberg zum Bundesland mit der größten EBusflotte Österreichs werden.
So Peter Kepplinger, Senior Postdoc mit Leitungsfunktion am Forschungszentrum Energie. Unterstützt wird diese Umstellung durch das Förderprogramm „Emissionsfreie
Busse und Infrastruktur“ (EBIN) des Klimaschutzministeriums. Denn die Integration der E-Busse in das bestehende Vorarlberger Energiesystem ist auch herausfordernd: Mit Ladeleistungen von über 100 Kilowatt pro Bus ist der Lastzuwachs im elektrischen Netz beträchtlich.
Intelligente Ladestrategien
Eine intelligente netzdienliche Planung der Ladevorgänge für die neuen E-Busse vereinfacht die Einbindung der zusätzlich benötigten Ladeinfrastruktur und bietet so dem Land Vorarlberg auch wirtschaftliche Vorteile. In anderen Worten: Es geht um die möglichst nachhaltige, technisch vorteilhafte Umstellung des öffentlichen Verkehrs in Vorarlberg auf eine elektrifizierte Busflotte. Wissenschaftlich begleitet und unterstützt wird dieser wichtige Prozess durch das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG geförderte Begleitprojekt EBusCharge. Das von der Fachhochschule Vorarl-
berg (FHV) angeführte Forschungskonsortium umfasst den Verkehrsverbund Vorarlberg, die Netzbetreiber Vorarlberger Energienetze und Stadtwerke Feldkirch, den Ladestellenbetreiber vkw vlotte sowie Österreichs größten Backendanbieter für kritische Infrastruktur E-VO eMobility. Gemeinsam wollen die Expert(inn)en des Konsorti-
des Forschungszentrums Energie an der FHV Lösungsansätze für das Management der Flottenladung für alle geplanten Standorte in der Region Vorarlberg. Die angewandte Netzsimulation wurde von der FHV in den letzten Jahren entwickelt und in Forschungsprojekten stetig erweitert. Auf diese Weise treibt die Neugier der Forschenden im Team das benötige Wissen voran, wie und in welchem Ausmaß eine netzdienliche, infrastrukturell nachhaltige und klimafreundliche sowie wirtschaftlich optimale Integration der E-Busse in das übergeordnete Energiesystem erreicht werden kann.
Veränderungen rufen vielfach auch Widerstände hervor. Wie kann man diese abbauen?
Wer Menschen für neue Wege gewinnen will, muss ihre Bedenken und Ängste ernst nehmen. Auf die folgenden Fragen müssen gemeinsame Antworten verbindlich vereinbart werden:
• Warum sind Veränderungen notwendig?
• Welche Ziele werden angestrebt?
• Was soll nicht verändert werden?
• Was darf nicht passieren?
• Wie werden die Betroffenen in die Planung eingebunden?
• Wie werden die Betroffenen vorbereitet und qualifiziert?
Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es für Changemanager?
Es gibt dafür viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an Universitäten, Fachhochschulen und spezialisierten Bildungseinrichtungen – Vollzeit oder berufsbegleitend, Präsenzstudium oder Fernlehrgänge. Wichtig sind die persönlichen Voraussetzungen:
• Gerne mit Menschen in schwierigen Situationen arbeiten.
• Schwierigkeiten und Probleme als Herausforderungen sehen.
• Komplexe Zusammenhänge erkennen und ordnen können.
• Methodisch fit in den Beativität, Arbeit mit Gruppen,
Die Genehmigung von Windrädern und Stromleitungen soll viel schneller werden. Das deutsche Bundeskabinett brachte dafür die Umsetzung neuer EURegeln auf den Weg. Damit soll für Windräder oft die Umweltverträglichkeitsprüfung entfallen. Auch Solaranlagen und Wärmepumpen sollen künftig viel schneller genehmigt werden, nämlich binnen drei Monaten. Auf EU-Ebene war dazu im Dezember eine sogenannte Notverordnung vereinbart worden.
ums innovative Lösungen für intelligente Ladestrategien entwickeln und erproben, mit dem Ziel, mittelfristig zur nahezu vollständigen Umstellung auf emissionsfreien öffentlichen Personennahverkehr in Vorarlberg beizutragen.
FHV leitet Forschungsprojekt
Unter der Leitung von Peter Kepplinger simuliert das Team
„Durch frühzeitige Analysen zur erfolgreichen Einbindung der wachsenden E-Busflotten in regionale Energiesysteme liefert das Projekt nicht nur für Vorarlberg wichtige Planungshinweise, sondern auch für andere Netzbetreiber und Verkehrsverbünde in ganz Österreich und über die regionalen Landesgrenzen hinweg“, so Peter Kepplinger abschließend.
Die von der Wirtschaftskammer Vorarlberg herausgegebene Checkliste „Energieeffizienz – Tipps für Unternehmen“ dient als praxisnaher Leitfaden zur Unterstützung von Umsetzungsmaßnahmen in Vorarlberger Unternehmen – um energieeffizienter und damit zukunftssicher zu werden.
Von Unternehmen wird heute viel erwartet: Sie sollen nicht nur gute und preiswerte Produkte und Dienstleistungen anbieten, sondern zusätzlich die Verantwortung für deren mögliche rechtliche, wirtschaftliche und umweltspezifische Folgen übernehmen.
Mit der Verankerung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft schaffen Unternehmen
Mehrwert: für die Gesellschaft und für das Unternehmen. Schlüssel dazu ist die strategische Beschäftigung mit den Berührungspunkten zwischen dem Betrieb und seinem gesellschaftlichen Umfeld.
Auch einfache Maßnahmen führen zu einer deutlichen Einsparung und damit einer effizienten Energienutzung.
In der Management-Lehre finden geänderte Rahmenbedingungen für Unternehmen bereits ihren Niederschlag. Die Schwierigkeit im nachhaltigen Handeln besteht darin, immer neu entstehende Zielkonflikte durch langfristig tragfähige Kompromisse zu lösen. Betriebe, die auf ein professionelles Energiemanagement setzen, gewinnen mittel- und langfristig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz und sparen Kosten.
Eine Managementaufgabe
„Der Einsatz und die effiziente Nutzung von Energie bedür-
fen heute genauso aufmerksamen Managements, wie die Ressourcen Personal, Finanzen, Rohstoffe, Einkauf oder Verkauf. Mit dieser Checkliste geben wir unseren Mitgliedern ein Instrument in die Hand, das ihnen einfach sowie schnell eine Situationsanalyse ermöglicht und einen guten Überblick für mögliche Maßnahmen verschafft, Potenziale im eigenen Unternehmen aufzeigt sowie zur praxisnahen Umsetzung dieser anregt“, erklärt WKV-Präsident Wilfried Hopfner die Intention dieser Checkliste für die Unternehmen.
Energiesparmöglichkeiten
Ganz einfache Energiesparmöglichkeiten finden sich beispielsweise in der Büroanwendung im EDV-Bereich, bei der Beleuchtung oder Klimatisierung – der Kühlung bzw. Erwärmung (Heizung) der Arbeitsräumlichkeiten.
Dazu gehören unter anderem das Ausschalten des Monitors nach kurzer Zeit, das verfügbare Tageslicht durch optimale Lichtsteuerung maximal auszunutzen oder die Raumtemperatur ein wenig zu optimieren. Im Falle der Produktion empfiehlt die Checkliste der Wirtschaftskammer Vorarlberg etwa regelmäßige Kontrollen und Wartungen von Pumpen und Druckluftgeräten durchzuführen.
So kann beispielsweise das Prüfen und Beheben von etwaig beschädigten Schläuchen, Kupplungen etc. zu einer deutlichen Verbrauchsreduktion führen und damit Energiesparpotenziale freisetzen.
Viele Energiesparmöglichkeiten finden sich beispielsweise auch im Bürobereich. Symbolbild
Der Einsatz und die effiziente Nutzung von Energie bedürfen heute eines aufmerksamen Managements.
„Allein diese einfachen Maßnahmen führen zu einer deutlichen Einsparung und damit
zur effizienten Energienutzung. Zudem spielt die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeitenden bezüglich Energieeffizienz und Klimaschutz eine wesentliche Rolle und ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für das betriebliche Energiemanagement“, erklärt Bianca van Dellen, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer. Mit der jüngsten Anpassung des Unternehmens-Energie-
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DIEFACHKRÄFTEDERZUKUNFT!
kostenzuschussgesetzes (UEZG) hat der Nationalrat den Weg zur Ausweitung des Energiekostenzuschusses (EKZ) geebnet. „Jetzt gilt es, zügig die dazugehörigen Richtlinien auszuarbeiten, damit die Unterstützung so bald wie möglich bei den Betrieben ankommt“, sagt Wilfried Hopfner.
Die gesamte Checkliste „Energieeffizienztipps für Unternehmen“ steht unter: wkv.at/energieeffizienz zum Download bereit.
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Vorarlberg ist nicht nur im Radverkehr, sondern auch bei E-Pkw Österreichs Spitzenreiter, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCO) zeigt.
Im Vorjahr betrug der Anteil der E-Pkw an den Neuwagen bereits 20,3 Prozent. Damit ist Vorarlberg das erste Bundesland, das die 20 Prozent Marke erreicht. Alle Vorarlberger Bezirke liegen unter den Top 25 E-Pkw-Bezirken Österreichs.
Heuer werden in Vorarlberg die Elektroautos, die Diesel-Pkw bei den Neuzulassungen überholen. Alle Bezirke sind unter Österreichs-Top.
Österreichweit waren 15,9 Prozent der Neuwagen E-Pkw, die zu 100 Prozent mit Strom fahren. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat sich der Anteil der E-Pkw verzehnfacht, so VCÖExpertin Lina Mosshammer. Elektroautos auf Überholspur
Was auch auffällt: Mit 1885 wurden im Vorjahr in Vorarl-
Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die weltweite Nachfrage nach Strom in den kommenden drei Jahren um durchschnittlich drei Prozent zunehmen. Das wäre deutlich mehr als in den Jahren vor der Pandemie.Für mehr Tempo sorgen vor allem Schwellenund Entwicklungsländer in Asien. Angebot und Nachfrage bei Strom werden künftig immer stärker von den Wetterbedingungen abhängen. Die Agentur leitet daraus eine dringend notwendige Beschleunigung der Entkarbonisierung und den rascheren Ausbau sauberer Energiequellen ab.
berg nur noch um 52 Stück weniger E-Pkw neuzugelassen als Diesel-Pkw. „Heuer werden die Elektroautos die DieselPkw bei Neuzulassungen überholen“, prognostiziert Lina Mosshammer. Noch im Jahr 2017 fuhr die Hälfte der Vorarlberger Neuwagen mit Diesel. Alle Vorarlberger Bezirke zählen zu Österreichs
Top25 E-Auto-Bezirken. Den höchsten E-Pkw-Anteil hat der Wiener Bezirk Ottakring mit 49 Prozent. Der Grund: Im 16. Bezirk hat Österreichs größte E-Auto Leasingfirma ihren Firmensitz. CO2-Belastung pro Kilometer Laut Umweltbundesamt verursachen die heimischen
E-Pkw in ihrer Gesamtbilanz, also inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung und Energieerzeugung, rund 94 Gramm CO2 pro Personenkilometer, wird nur Ökostrom getankt, kann die CO2-Bilanz auf 58 Gramm verbessert werden. Diesel- und Benzin-Pkw verursachen in der Gesamtbilanz mit rund 218 Gramm pro Per-
sonenkilometer mehr als doppelt beziehungsweise fast vier Mal so viel CO2, verdeutlicht der VCÖ. Aber auch bei ElektroAutos nimmt der CO2-Ausstoß und Energieverbrauch mit der Größe zu. Und: Mehr Carsharing verbessert die Bilanz, weil dann weniger Pkw benötigt werden. „Elektro-Autos allein werden Österreich nicht ans
Klimaziel bringen. Es braucht auch das Vermeiden von Verkehr und die verstärkte Verlagerung von Autofahrten auf Bahn, Bus oder Fahrrad. Aber die Energiewende im Kfz-Verkehr ist eine wichtige Säule für ein klimaverträgliches Verkehrssystem“, betont Mosshammer. Direkte und indirekte Förderungen für fossile Energie sind ein Bremsklotz am Weg zum Klimaziel.
Daten & Fakten
Neuzulassungen
Anteil von E-Pkw an PkwNeuzulassungen 2022
• Bezirk Bregenz:
21,4 Prozent (629 E-Pkw)
• Bezirk Feldkirch:
20,7 Prozent (591 E-Pkw)
• Bezirk Bludenz:
19,3 Prozent (287 E-Pkw)
• Bezirk Dornbirn:
19,0 Prozent (378 E-Pkw)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023
Anteil E-Pkw an den PkwNeuzulassungen in Vorarlberg, in Klammer Anzahl neue E-Pkw
2022: 20 ,3 Prozent (1885)
2021: 17,0 Prozent (1825)
2020: 8,1 Prozent (868)
2019: 4,0 Prozent (589)
2018: 2,8 Prozent (419)
2017: 2,0 Prozent (327)
2016: 2,3 Prozent (355)
2015: 0, 7 Prozent (90)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023
Die stark gestiegenen Energiepreise stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen.
Auch wenn sich die Kostensteigerung je nach Bundesland, Energielieferant, Vertragsmodalität und Verbrauch sehr unterschiedlich auswirkt, so hat sich die Lage durch vielerorts auslaufende Alttarife nochmals zugespitzt. Besonders betroffen sind energieintensive und exportorientierte Unternehmen und damit in besonderem Maße auch große Teile der Vorarlberger Wirtschaft. Die Situation verschärft hat aufgrund der engen wirtschaftlichen Verzahnung Österreichs und Deutschlands die seit Jänner geltende Gas- und Strompreisbremse in Deutschland.
Dringliche Vorarlberger Worte Umso erfreulicher ist es deshalb, dass die Bundesregierung jüngst – auch nach eindringlichen Worten aus Vorarlberg – sowohl eine Verlängerung als auch Ausweitung des bestehenden Energiekostenzuschusses für Unternehmen angekündigt hat. Durch den mehrstufigen Energiekostenzuschuss des Bundes werden Unternehmen mit einer Förderung ihrer Mehrkosten für Strom, Erdgas und in bestimmten Fällen auch Treibstoffe unterstützt. Der bisherige Betrachtungszeitraum von Februar bis September 2022 soll nun mit einer eigenen Antragsphase auf das 4. Quartal 2022 ausgeweitet werden. Mit dem Energiekostenzuschuss 2 wird nun auch 2023 der heimischen Wirtschaft in
einer schwierigen Situation unter die Arme gegriffen. Noch sind nicht alle Einzelheiten ausgearbeitet, aber in den ersten beiden Förderstu-
Mag. Marco Tittler Wirtschaftslandesrat
Mit der MissionZeroV setzen wir konsequente Schritte hin zu einer klimaneutralen Landesverwaltung. Es wäre die erste in Österreich.
fen soll die Voraussetzung des Nachweises einer Mindestenergieintensität wegfallen, was den Kreis der Berechtigten erheblich erweitern wird. Außerdem wird laut Wirtschaftsministerium die Förderintensität in der Stufe 1 von 30 auf 60 Prozent verdoppelt und in der Stufe 2 von 30 auf 50 Prozent erhöht werden. Die Bundesregierung sorgt damit für eine Förderung mindestens auf Augenhöhe mit Deutschland, bewahrt so die heimische Wettbewerbsfähigkeit und gibt den Unternehmen wichtige Planungssicherheit.
620 Klimaschutzprojekte
Darüber hinaus setzt das Land Vorarlberg seit vielen Jahren weitere Maßnahmen zur Förderung von klima- und energieschonenden Maßnahmen in Unternehmen. Insgesamt wurden seit 2017 mehr als 620 Klimaschutzprojekte von
Der heimischen Wirtschaft wird auch heuer wieder unter die Arme gegriffen. Symbolbild
Klein- und Mittelunternehmen mit einem Investitionsvolumen von rund 36,5 Mill. Euro mit Landesfördermitteln in Höhe von rund 1,3 Mill. Euro unterstützt. Mit Ökoprofit koordiniert und unterstützt das Land zudem seit über 25 Jahren das inzwischen am weitesten verbreitete Umweltmanagementsystem in Vorarlberg. Bereits über 200 Unterneh-
men profitieren vom vielfältigen Netzwerk und verringern damit ihren Ressourcenverbrauch. Für das Land gilt es jedoch auch, die eigenen Hausaufgaben in der Energiepolitik nicht aus den Augen zu verlieren. Mit der „MissionZeroV“ setzt das Land konsequente Schritte hin zu einer klimaneutralen Landesverwaltung – es wäre die erste in Österreich.
Mit dem Energiekostenzuschuss 2 wird auch 2023 der heimischen Wirtschaft in einer schwierigen Situation unter die Arme gegriffen.
Mag. Marco Tittler Wirtschaftslandesrat
Lina Mosshammer VCÖ-Expertin
Spannende Projekte zur nachhaltigen Wärmeversorgung in allen Landesteilen.
Mit der Eröffnung eines Hotels in direkter Nachbarschaft hat das neue Heizwerk Latschau seit wenigen Wochen seinen größten Abnehmer am Netz. Das Nahwärmeheiz-werk ist nachhaltig, effizient und innovativ. Ähnliche Projekte sind bereits auf dem Weg.
Vorzeigeprojekt im Montafon Zwei wesentliche Systemkomponenten sorgen seit Kurzem für zuverlässige Wärme in Latschau: Eine Großwärmepumpe, die sich die Abwärme des benachbarten Lünerseewerks zu Nutze macht, und eine Biomasseanlage, die mit ihren natürlichen Rohstoffen vor allem in der kalten Jahreszeit eingesetzt wird. Die ausgeklügelte Regelungstechnik vernetzt die Systemkomponenten des Nahwärmenetzes wie Biomassekessel, Großwärmepumpe, Speicher, Übergabestationen in den Kundenobjekten, Pumpen und Ventile. Somit ist es möglich, dass sich das Netz dynamisch an das Verbrauchsverhalten, an Zeiten und Ereignisse anpasst. Die clevere Abwärmenutzung ist im Gesamtkonzept vor allem für die Übergangszeit vorgesehen, da
die Wärme in den Wintermonaten primär zur Eigenbeheizung des Pumpspeicherkraftwerks benötigt wird. Die Wärmeverteilung erfolgt über ein erdverlegtes Nahwärmenetz.Ein imposanter Wärmepufferspeicher bevorratet jederzeit Wärme und entlastet die Erzeuger so bei temporären Lastspitzen.
Bregenz und Wolfurt
In Kooperation mit den Stadtwerken Bregenz und der Marktgemeinde Wolfurt arbeitet man intensiv an einer nachhaltigen Wärmeversorgung für die Bregenzer Stadtteile Weidach und „Im Dorf“ sowie Ortsteile von Wolfurt. Auch bei diesem Projekt soll die industrielle Abwärmenutzung vorwiegend den Sommerbetrieb abdecken. Im Winter dient ein Biomassekessel als primärer Wärmeerzeuger. Hackschnitzel aus der Region dienen ihm als Brennstoff. Mo dernste Filtertechnik sowie eine Kondensationsanlage garantieren minimale Emissionen. Es ist geplant in einem weiteren Ausbauschritt einen Holzvergaser nachzurüsten.
Holz als Primärenergie
Ein Holzvergaser nutzt – wie der Biomassekessel – Holz
als Primärenergie. Allerdings wird das Holz hier nicht verbrannt, sondern zum Ausgasen gebracht. Das Holzgas wird dann, räumlich getrennt vom Holz-feststoff, verbrannt. Es wird hierdurch Wärme und gleichzeitig Strom erzeugt. Eine solche Kraft-WärmeKopplung ist nicht nur sehr effizient, sondern auch äußerst emissionsarm. Übrig bleibt die sogenannte Pflanzenkohle. Diese stellt einen natürlichen CO2-Speicher dar und besitzt bodenverbessernde Eigenschaften. So fungiert sie, in Substrat beigefügt, als außerordentlich guter Wasser- und Nährstoffspeicher.
Damit noch nicht genug der neuen Netze, denn gemeinsam mit der Stadt Bludenz, der Gemeinde Bürs und der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft hat der Landesenergieversorger die Realisierbarkeit einer weiteren Nahwärmeversorgung für Ortsteile von Bludenz und Bürs geprüft. Das Ergebnis ist durchwegs positiv: Alle Beteiligten wollen gemeinsam den nächsten Schritt gehen.
Geht es nach den Projektbetreibern, so sollen erste Objekte ab 2025 mit Wärme versorgt werden. Das Prinzip des dritten großen Nah-
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In Kooperation mit den Bregenzer Stadtwerken arbeitet der Landesenergieversorger an einer Wärmeversorgung für die Stadtteile Bregenz-Weidach und Im Dorf.
wärmeversorgungsnetzes ist dasselbe wie in Latschau und Bregenz/Wolfurt. Auch hier
sollen ein Biomassekessel sowie industrielle Abwärmenutzung zum Einsatz kommen.
Weitere Informationen dazu gibt es auf vkw.at/nahwaerme
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Stahl steht bei den zu verarbeiteten Werkstoffen beim Vorarlberger Beschlägehersteller Blum im Vordergrund. Das Unternehmen lagert und verarbeitet ihn in großen Mengen. Umso wichtiger ist es, dieses Rohmaterial richtig und effizient einzusetzen und zu recyceln.
Je öfter ein Werkstoff im Kreislauf geführt wird, desto nachhaltiger. Für stahlverarbeitende Betriebe wie Blum ist das eine gute Nachricht. Von allen Rohmaterialien, die der Hersteller von Möbelbeschlägen
Zur Energieeinsparung und zur Schonung der Primärressource Eisenerz sortieren wir unseren Stanzschrott.
bei seinen Produkten einsetzt, liegt der Anteil von Stahl bei über 80 Prozent. Wie Studien zeigen, ist die Ökobilanz bei der Herstellung dieses Werkstoffs geringer als bisher angenommen: Stahl ist nicht nur langlebig, sondern ein RecyclingWeltmeister, wenn das Produktlebensende erreicht ist. Er wird weltweit am meisten wiederverwertet und bei sortenreiner Trennung und richtiger Aufbereitung geschieht das ohne Qualitätsverlust. Abhängig vom Herstellungsverfahren besteht Stahl aus 20 bis 100 Prozent recyceltem Material.
Bei der Produktion der Beschläge fällt Stahlschrott an, der bei Blum nicht einfach nur in der Tonne landet. „Die Stahlherstellung ist energieintensiv. Zur Energieeinsparung und zur Schonung der Primärressource Eisenerz sammeln und sortieren wir unseren Stanzschrott im Sinne des MultirecyclingAnsatzes“, er
klärt Laura Löffler, Abfallbeauftragte von Blum Österreich. Das Werk 8 in Dornbirn, das 2018 in Betrieb ging, ist das Stahlstanzzentrum von Blum und verfügt über ein vollautomatisiertes WertstoffLogistikSystem für Stahlschrott. Herbert Ender, Abteilungsmeister der Lagerlogistik, erklärt: „Es ist wichtig, dass wir unsere Metallabfälle für den
Recyclingprozess richtig vorsortieren, da wir Stahl in unterschiedlicher Zusammensetzung und Beschaffenheit einsetzen. Dadurch holen wir mehr aus diesem Wertstoff heraus und die Abfälle können in der Kreislaufwirtschaft wiederum richtig eingesetzt werden.“
Für die Stanzabfälle wurden Wertstoffklassen definiert, die bei jeder StahlIdentnummer hinterlegt sind. Somit ist dem System ab der Anlieferung eines StahlCoils, entlang der Fertigung bis hin zur Mulde die Wertstoffklassifizierung bekannt und ermöglicht die klare Zuordnung.
Vernetzt mit zwei Partnern Der anfallende Schrott wird in Mulden aufgefangen, die direkt an den Produktionsanlagen stehen. Ein Strichcode beschreibt den Inhalt einer Sammelmulde – damit alles sortenrein bleibt, wird bei einem Materialwechsel eine
neue eingesetzt. Ist eine Mulde, die 1000 Kilo umfasst, voll, erfolgt über Fördertechnik die Zuteilung zu den insgesamt zwölf Silos.
Eine eigens bei Blum entwickelte Applikation vernetzt das Abfallwirtschaftsystem mit zwei Vorarlberger Recyclingpartnern, die über den Füllstand der Silos immer up to date sind. Sie organisieren über dieses Programm die Abholung des Stahlschrotts komplett selbstständig. Läuft die Produktion auf Hochtouren, liegen manchmal keine zwölf Stunden Pause zwischen den Abholungen.
Rohstoff für morgen Mit einem Fassungsvermögen von elf Tonnen pro Silo kommt etwas zusammen. Laura Löffler führt aus: „Durch unsere sortenreine Trennung sorgen wir dafür, dass der Stahlkreislauf geschlossen wird. Damit tragen wir auch dazu bei, dass im Herstel
lungsprozess von Stahl mit hohem Recyclinganteil weniger CO2 emittiert wird.“ Wenn man so will, ist der gesammelte Stahlschrott der Rohstoff für Produkte von morgen: Der Stahlschrott, der bei der Produktion eines Scharniers anfällt, könnte schon bald ein neues HightechProdukt sein.
Herstellung und Vertrieb von Möbelbeschlägen
Produktionsstandorte: acht Werke im Land, weitere in USA, Brasilien, Polen, China
Mitarbeiter: weltweit 9400, in Vorarlberg 7000
Umsatz im Wirtschaftsjahr
2021/2022: 2.644 Mill. Euro
Auslandsumsatz: 97 Prozent
Tochtergesellschaften bzw. Repräsentanzen: 33
Weltweite Märkte: über 120
Stahlschrott wird nach dem MultirecyclingAnsatz sortiert. Vollautomatische Zuordnung des Stahlschrotts in Wertstoffklassen. Stahl kann ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden.
Für Blum beginnt sinnvolles ökologisches Verhalten beim verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Aus Liebe zur Umwelt und für nachfolgende Generationen.